Nr. 291 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Mittwoch 11. Dezember 1901 Erscheint täglich Ant Ausnahme des Montags. Ate Gießener Familien, blätter werden demAn- -eiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt' und den „Blättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Erpedttior und Druckerei: Gchulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Hernsprechanschliiß Nr.51. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gießen Annahme von Anzeigen »u der sür den folgenden Tag erscheinenden Nr. dis vormittags 10 Uhr« Alle Anzeigen-Vcrinitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehnien Aw zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wrttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Politische Tagesschau. Zur rusfifcheu Kundgebung. Daß die erneute Kundgebung des russischen Finanz Ministers Witte üb6t den deutschen Zolltarif unseren amtlichen Kreisen peinlich oder auch nur unangenehm wäre, wiro nicht zu vermuten sein. Im Grunde hat die Kundgebung, obwohl sie natürlich echt russisch kräftig gehalten ist, dieselbe Tendenz wie die Reden der süddeutschen Regierungsvertreter: sie warnt, „den Bogen zu überspannen". Und diese Warnung kann, bei dem überwiegenden Interesse Rußlands an Ackerbauerzeugnissen, nur an die Adresse der Agrarier gerichtet sein. Die offiziös«, „Nordd. Allg. Ztg." druckt sowohl die Auslassung des russischen Blattes ohne jede Bemerkung ab, wie die Wiener Meldung über die Bestrebungen für Bessergestaltung der Handelsbeziehungen zwischen Rußland und Oesterreich Namentlich können diese letzten wirtschaftlichen Annäherungs-Bemühungen zu denken geben. Oesterreich kann ein nicht zu unterschätzender Konkurrent auf dem russischen Markt Deutschland gegenüber werden. Aus den Berliner Abendblättern, welche die russische Kundgebung erörtern, seien die folgenden Urteile erwähnt: Die „Voss. Ztg." meint, man müsse die russischen Staatsmänner merkwürdig verkennen, wenn man glauben wollte, sie würden die beispiellose Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle nicht mit beispiellosen Repressalien gegen Deutschland beantworten. Die „Nationalztg." schreibt: „Die „Meistbegünstigung" würde den Zollkrieg verhindern, aber sie würde die Erleichterungen für die Konkurrenz der deutschen mit der russischen Zn- düstrie, welche durch den Vertrag von 1894 geschaffen worden, beseitigen". Nicht ohne taktisches Geschick ist der Standpunkt, den das Organ der konservativen Partei, die „Kreuz- ztg.", zur russischen Kundgebung einnimmt. Die „Kreuz- ztg." ist „angenehm überrascht" von der jüngsten Veröffentlichung Wittes; sie lobt, mit ziemlich deutlicher Hinzielung auf unsere Regierung, Herrn Witte „als einen Mann, der die Interessen seines Landes sehr klug und energisch zu vertreten weiß, ohne sich von- Theorien den Kopf heiß machen zu lassen." Im übrigen überläßt die „Kreuzztg." das Weitere der Zukunft. „Erst bei den Verhandlungen selbst wird sich ergeben, was Rußland bieten und was es verlangen kann. Gerade diesem Staat gegenüber ist unsere Position die allerbeste". . . Das ist sehr zuversichtlich! Nur bietet die Zuversichtlichkeit keine Gewähr, daß die „allerbeste" Position auch die siegende sein wird. — Die „Deutsche Tagesztg." meint, Herr v. Witte glaube doch selbst nicht, daß das Deutsche Reich auf einen solchen Vertrag, wie er ihn in Aussicht stelle, eingehen werde. Das habe Deutsch- land um so weniger nötig, als die deutsche Position die stärkere sei. Das Blatt hält die Drohungen des Herrn v. Witte nicht für ernst. Er würde ja auch bei der Durchführung in der russischen Regierung selbst auf starken Widerstand stoßen. — Die „Post/' sieht in Wittes Erklärung, wie entscheidenden Wert gerade Rußland darauf legen müsse, in Bezug auf die landwirtschaftlich,en Zölle von Deutsch? land nicht disparitätisch behandelt zu werden. Gerade hierin liegt aber auch das Mittel, so sagt die „Post", mit Rußland zu einem Tarifverträge auf einer anderen, als der Grundlage des Vertrages von 1894 zu gelangen. —> Die „Bert. Reuest. Nachr." sind der Ansicht, daß sich bei beiderseitigem guten Willen auch wohl zwischen Rußland und Deutschland ein Tarifvertrag, nicht blos das Meistbegünstigungsrecht, welches die Witte,che Aeußerung in Aussicht nimmt, Herstellen lassen werde» — Nach der Meinung Der „Tägl. Rundschau" käme das Votum des Herrn v. Witte doch erst in Betracht, wenn unsere diplomatischen Unterhändler auf der zwischen dem deutschen Reichstag und den verbündeten Negierungen festgestellten Grundlage sich an die russische Regierung wendeten, um neue Verträge abzuschließen. Und da sei es doch noch zweifelhaft, ob ihre Antwort bann ganz so energisch wie das publizistische Pro- nuneiamento des Herrn v. Witte in ein aut-aut ausmünden würde. ______ Stimmungen und Aussichten. Aus Berlin, 9. Dezember wird uns geschrieben: Parlamentarier, die Gelegenheit hatten, mit Mitgliedern der Regierung Aussprache zu halten, gewannen den Eindruck einer hoffnungsvollen Stimmung. Die Regierung ist mit dem bisherigen Verlauf der Zolltarifdebatten im ganzen recht zufrieden. „Wir hatten erwartet", so äußerte sich eine maßgebende Persönlichkeit, „daß nach den vielen Ausstellungen am Taris, die auch von sonst wohlwollenden, nicht oppositionellen Zeitungen gemacht worden sind, mehr Widerspruch sich erheben würde, und wir sind angenehm überrascht davon, daß augenscheinlich eine große Zahl von Abgeordneten auf dem Boden dieses Tarif-Entwurfs steht. Sicherlich würde es eine Verwegenheit sein, wollte man behaupten, der Tarifentwurf sei „geborgen"; aber man darf doch sagen, daß er über die schlimmsten Klippen hinweg ist, weil der Wille der Reichstagsmehrheit unverkennbar ist, die Vorlage zu stände zu bringen, lieber Einzelheiten wird es unzweifelhaft noch manchen Kampf geben; die „schweren Stunden" stehen insofern erst bevor, während der Kommissionsberatungen — aber keine der Mehrheits- Parteien wird die Verantwortung übernehmen wollen, durch Beharren auf Forderungen, welche die Regierung nicht erfüllen kann, ohne die Gefahr des Scheiterns der Vertragsverhandlungen heraufzubeschwören, ein negatives Ergebnis herbeizuführen." Soweit die ihren wesentlichen Inhalt nach wiedergegebenen Aeußerungen, wie sie uns berichtet sind. Auch wir glauben nicht, daß die Konservativen, wenn es zstr entscheidenden Schluß-Abstimmung kommt, die vom Grafen Schwerin-Lowitz (kons.) angebeutete Drohung der Ablehnung wie Verwerfung der Mehrforderungen wahr machen werden. Etwas erreicht, ist immer besser, als gar nichts erreicht, und läßt sich der 7 einhalb Mark-Getreidezoll nicht durchbringen, so ift es auch schon ein Gewinn, wenn der künftige RoggenzolL nicht unter 5 Mark, der Weizenzoll nicht unter 5 ein halb Mark hinab- gehen darf. Zumal, da die Regierung noch bei anderen landwirtschaftlichen Zöllen von nicht so erheblichjer Bedeutung entgegenkommen wird. Eine weitere Erhöhung des Gerstenzolls z. B., für die auch das Zentrum sich engagiert, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach zugestanden werden. Die polnischen Demonstrationen. Der Reichskanzler Graf Bülow hatte am Montag eine längere Besprechung mit dem österreichisch-ungarischen Botschafter v. Szögenyi. Man kann wohl mit Bestimmtheit annehmen, daß diese Besprechung sich auf die erneuten Ausschreitungen in Lemberg bezogen hat. Der Statthalter in Galizien, Graf Pininski, ist zur Berichterstattung über die antideutschen Lemberger Demonsttationen in Wien eingetroffen. Lemberger Blättern zufolge bildeten freilich die Massendemonsttattonen am Samstag vor dem dortigen deutschen Konsulate den Schluß der Kundgebungen fettens der Lemb6rger Bevölkerung gegen das Gnesener Urteil. Aber man wird doch das Weitere abzuwarten haben. Jedenfalls sieht auch die österreichische Regierung in diesen Vorgängen nicht ganz unbedenkliche Syniptome. Im österreichischen Abgeordnetenhause hat am Montag in Beantwortung der Interpellationen der Abg. Romanowitsch und Breiter über die Vorgänge in Lemberg, Dr. von Körber, dem „W. T. B." zufolge, zunächst das entschiedene Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten verteidigt. Dann fuhr er fort: Die Polizei habe unter den schwierigsten Verhältnissen ihre Pflicht gethan. „Ich bin nur meiner Pflicht nachgekommen, wenn ich nach Beginn der Demonstrationen sofort angeordnet habe, daß seitens der Behörden alles vorgekehrt werde, um weitere Ausschreitungen zu verhüten. Die Regierung sei wett entfernt, die nationalen Empfindungen unter ihre Kontrolle zu nehmen oder den Geist solcher Aufwallungen zu mißdeuten. Allein wie sie die Pflicht habe, über die öffentliche Ruhe zu wachen, erachte sie sich insbesondere auch dafür verantwortlich, daß die internationalen Beziehungen der Monarchie vor jeder Verbindung mit inneren Vorkömmnissen bewahrt bleiben. Die Regierung könne die Zulässigkeit einer Einmischung eines anderen Staates in die heimischen Angelegenheiten nicht zugeben. Aber sie glaube am patriotischsten zu handeln, wenn sie die Ereignisse nicht soweit gedeihen lasse, daß sie als eine Verletzung eines fremden Staates ausgelegt werden könnten. „Ich finde", äußerte der Ministerpräsident sich weiter, „dies zu sagen, um so notwendiger, als ich mit Bezug auf die weitere Frage der Abgg. Breiter und Genossen zu erwidern habe, daß der Minister des Aeußern gar keine Ver- anlasiung zu Erklärungen hatte, wie sie den Interpellanten vorzuschweben schienen, weil die Regierung pflichtgemäß ihr Vorgehen stets im vollsten Einklänge mit der internationalen Politik der Monarchie gestaltete." Das ist nun freilich eine außerordentlich gewundene Erklärung, die den Herren Polen nicht besonders wehe thun wird. Man will eben in Wien durchaus allen Nationalitäten in der Monarchie gerecht werden und schreibt so unentwegt lauwarm. Nach Meldung des „D. B. Hd." hat Herr v. Körber unzweideutig erklärt, die österreichische Regierung „werde nie dulden, daß die internationalen Beziehungen durch innerpolitische Vorgänge getrübt würden." Das klingt schon etwas energischer gegenüber der Poleninterpellation. Der heute im Reichstag zu erwartenden Erklärung des Grafen Bülow blicken wir mit Spannung entgegen. Sie wird hoffentlich an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Deutsches Reich. Berkin, 9. Dez. Der Kaiser wohitte gestern vormittag dem Gottesdienste in der Schloßkirche zu Neudeck bei. Des schlechten Wetters wegen verblieb er den Tag über im Schlosse. Heute begab er sich mit Gefolge nach. Pleß. Dort waren zum Empfange Fürst Pleß, Prinz von Pleß, Landrat von Heyking und Bürgermeister Saalmann anwesend. Kriegervereine und die Schüler der Fürstenschule bildeten Spalier. Nach kurzer Begrüßung begab sich der Kaiser mit dem Fürsten im offenen Wagen nach dem Schloß, wo er von der Fürsttn und den bereits vorher ein getroffenen Gästen begrüßt wurde, feilte fanden keine Jagden statt. — Wie in parlamentarischen Kreisen bebautet, W die Interpellation Arend betreffend die Zahlung von Veteranen-Beihilfen auf Grund des Gesetzes vom 1. Juli 1899, welche auf der Tagesordnung der heutigen Reichstagssitzung an erster Stelle stand, nicht nur wegen Erkrankung des Reichsschatzsekretärs, sondern auch deshalb vertagt worden, weil der nationalliberale Abg. Dr. Hasse bei dieser Gelegenheit die bekannten Ausführungen Ehamberlains zur Sprache bringen will und der Reichs kanzler Graf Bülow die Absicht h at, sich in. dies er Angelegenheit zu äußern. — Am Samstag tagte hier der 12. deutsche Boden- resormer - T ag. Der Vorsitzende des Bundes der Boden- reformer Schriftsteller Damaschke gab in seiner Einleitung ein Bild von der Agitatton im letzten Jahre. Die Mit- gliederzahl ist auf mehr als 100 000 gestiegen. Rostock, 9. Dez- Der „Rost. Anz." meldet offiziös, daß alle in letzter Zeit über den Prinzen der Nieder- l a n d e in die Presse gebrachten tendenziösen und gehässigen Nachrichten von Anfang bis zu Ende erlogen sind. Tie Königin Wilhelmine befinde sich mit ihrem Ge- mahle im glücklichsten, nicht durch die geringste Differenz getrübten Einvernehmen im Schlosse Het Loo. K r e f e l d, 9. Dez. Eine gestern in ©anft Tönis tagende Versammlung katholischer Bauern und Arbeiter nahm nach einem Vorttag des Dr. Maurenbrecher- Berlin mit großer Mehrheit eine R e s v l u t i o n an, die die G e t r e i d e z ö l l e als dem rheinischen Bauern schädlich verwirft und den Abg. Fritzen auffordert, feinen Einfluß im Reichstag und in der Fraktion dahin geltend zu machen, daß ixie geplante Getreidezollerhöhung noch verhindert werde. Gotha, 9. Dez. Der Staatsminister H o n t i g ist aus Anlaß des Zustandekommens des Domänenabkommens geadelt worden. München, 9. Dez. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten erwiderte der Justizminister Frhr. v. Leonrod auf die neulichen Angriffe des Abg. Frhrn. v- Haller (Soz.) gegen die Schuckertgesell- schäft und damit zugleich gegen die Nürnberger Staatsanwaltschaft, weil sie nicht eingegriffen habe. Der Minister verlas ^nächst den Bericht der Staatsanwaltschaft am Landgericht in Nürnberg. In diesem erklärt der Staatsanwalt, daß-er keineswegs der Sache unthätig gegenüber» gestanden sondern von Amts wegen das Verfahren ein» geleitet habe, ob etwaige Strafthaten seitens des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Gesellschaft vorlägen, er habe aber mit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln nicht zu dem Ergebnis kommen können, daß der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft sich einer Strafbaren Handlung schuldig gemacht hätten. Die Verhältnisse hätten sich durch den Zusammenbruch der Leipöiger Bank plötzlich unvermutet geändert. Mit dem Zusammenbruch der Leipziger Bank sei vor allem der große auf Jahre berechnete Aeceptkredit für den Ankauf des Jaice-Unternehmens für die Schuckert-Gesellschaft sofort zahlbar und damit auch der Geschäftsberictft für 1900 unwahr geworden, aber erst nachträglich, nämlich 1901. Auch die übrigen Behauptungen Hallers vom 6. Dezember seien nicht richttg, sondern Zeitungsnachrichten entnommen, deren Ursprung vielfach unkontrollierbar sei. Er, der Staatsanwalt, habe aber auch diese zum Anlaß von strafrechtlichen Untersuchungen gemacht, es habe sich jedoch kein Anlaß zu eiinem strafrechtlichen Einschreiten ergeben. Er habe seine Untersuchungen und Erhebungen nicht auf Nürnberg allein beschränkt, sondern sich auch mit dem Staatsanwalt und Untersuchungsrichter in Leipzig in Verbindung gesetzt, freilich habe er die Untersuchungen im Einverständnis mit allen Beteiligten im Stillen, ohne Aufhebens gemacht, denn von dem Schicksal eines Unternehmens mit 42 Millionen Aktien und 35 Millionen Obligationen Kapital hängt das Schicksal tausender Menschen ab. Es sei dies doch eine Verantwortung, wobei die größte Vorsicht geboten war. Justizminister Frhr. v. Leonrod erklärt sodann, der Regifterrichter sei amtlich thätig gewesen, er habe die Sache sorgsam geprüft, aber auch er habe die Frage, ob das Strafverfahren einzuleiten sei, verneint. Ein Einwirken auf diese richterlichem Beschlüsse stehe der Justizverwaltung nicht zu. — Abg. Frhr. v. Haller hält aber seine Behauptungen aufrecht und hebt hervor, daß ein Fall nach § 314 des Handelsgesetzbuches zweifellos gegeben sei. Zweifellos habe in dem ganzen Vorgehen des Vorstandes und des Aufsichtsrates bezüglich der Herausgabe der Geschäftsberichte ein dolus ev en tualis Vorgelegen. Abg. Pichler erklärt, es sei auf der betreffenden Generalversammlung außer den 138 wirklichen Aktionären nur der Aktienbesitz des Aufsichtsrats und des Vorstandes der Gesellschaft selbst, sowie derjenige einiger großer Banken aufmarschiert gewesen, sie hätten natürlich ohne weiteres Decharge erteilt. Der Justizminister erklärt, er habe den Bericht des Staatsanwaltes bekannt gegeben und damit sei diese Sache an dieser Stelle erledigt. Die Wgg. B e ck h (freisinnig) und Wagner (lib.) meinen, es fei event. eine neue Untersuchung vor dem Münchener Gericht zu beantragen und event. durch alle Instanzen durchzuführen. Abg. Frhr. v. Haller betont, feine Angriffe richteten sich nicht gegen die Schuckert-Gesell- schaft selbst; es müßten verschiedene maßgebende Persönlichkeiten aus der Leitung derselben entfernt werden. Haller sagt noch, er glaube jetzt, bewiesen zu haben, daß die von ihm oorgebrachten Klagen von keinerlei Börsenmanovern ausgingen. Aba. Dr. v. Daller (Ztr.) sagt, unzweifelhaft verdienen die Vorgänge die größte Aufmerksamkeit seitens der Staatsverwaltung, allein in Nürnberg sollen 1 20 Millionen verloren sein. Es sei Vorsorge zu treffen, daß dies Uebel nicht weiteres Unheil anrichte. Hiermit ist die Diskussion über diese Angelegenheit erledigt. — In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses bet Abgeordnetenkammer traten bei Beratung des P ostet at s die Männer aller Parteien für die Erhaltung des bayerischenReservatrechts unter Beibehaltung der bayerischen Postwertzeichen ein. Im Laufe der Debatte erklärte der Ministerpräsident, er .spreche sich heute, wie schon früher auf das Bestimmteste für die Erhaltung des Reservatrechtes aus. Man könne seitens des Reiches nicht auf die Zustimmung Bayerns hinsichtlich der Vereinheitlichung der Postwertzeichen rechnen. Die Einführung einer Weltpostmarke häl: der Ministerpräsident für einen Traum. Ausland. Christiania, 9. Dez. Ter König verlieh dem Prinzen Heinrich von Preußen die Ordenskette zum Grvßkreuz des St. Olafordens. Paris, 9. Dez. Tie Heereskommission des Senats hat die Beratung des Antrages Rolland betreffend die Einführung der zweijährigen Dienstzeit im Heere beendet und alte Artikel des Antrages angenommen. Sofia, 9. Dez. Die Sobranje beginnt die Beratung über die Anleihe. Der Minister des Innern hebt hervor, daß durch die Anleihe die gesamte schwebende Schuld getilgt werde und überdies für das Land ein flüssiger Rest von 19 Millionen bleibe. Das Tabakmonopol verspreche eine Mehreinnahme von 7 Millionen, durch welche die Anleihe amortisiert werde. Der Ministerpräsident erklärt, durch die laufenden Einnahmen könnten die Schulden nicht gezahlt werden. Das Land sei dem Bankerott nahe und die Anleihe unerläßlich. Hongkong, 9. Dez. Borgestern nahmen Seeräuber auf dem Westfluß bei Kumschuk ein Dampfboot weg, setzten über den Fluß, überfielen und plünderten ein Dorf unv fuyren sodann ans andere Ufer zurück, wo sie das Boot an Strand Letzten und dann verließen. Gestern nahm dieselbe Räuberbande das schnellste Boot weg, das auf dem Westfluß verkehrt und jetzt lauert sie einem Schiff auf, mit dem ein reicher Chinese von Kanton stromaufwärts reift Newyork, 9. Dez. Dem „Newyork Herald" ist aus Buenos Ayres folgendes vom 8. ds. datierte Telegramm zugegangen: Die Argentinische Regierung erhielt gestern eine neue Note von Chile. Es wird darüber strenges Stillschweigen bewahrt, aber offenbar lautet die Note nicht günstig, da die Regierung nach ihrem Empfange den Kon- greß-Ansschnß für die auswärtigen Angelegenheiten ein- berief und die Äi>obilisierung der ersten und zweiten Flottenreserven anordnete. Es heißt, der Kongreß werde am Montag den Minister des Aeußern auffordern, sich über die Lage zu äußern. Vom Burerrkriege In unserer heutigen Morgenausgabe fanden unsere Leser eine Depesche aus Amsterdam, der zufolge die englische Regierung bereit sein soll, den Burenfrauen und -Kindern aus den Konzentrationslagern, die in Holland eine Zu- siuchtsstätte haben würden, die Freiheit zu gewähren. Jndeß befürchte die holländische Regierung, daß die Engländer nach Beendigung des Krieges sie nicht nach Afrika werden zurückkehren lassen. — Diese Nachricht scheint sich zu bestätigen. England scheint wirklich, wie jetzt aus Pretoria über London gemeldet wird, zu der Einsicht gekommen zu fein, daß „in Anbetracht der Verlängerung des Krieges" eine andere Verteilung der Flüchtlinge als in den Lagern ratsam sei. Die Regierung werde dem Parlament wichtige Vorschläge über die Aenderung des jetzigen Systems vorlegen. Ueber den Inhalt derselben werde noch Diskretion bewahrt, doch dürften sie dahin gehen, daß die Bewohner der Flüchtlingslager über die pazifizierten Distrikte zu verteilen seien. Die Regierung würde einige Zeit mit der Versorgung derselben fortfähren, was den Zivilbehörden übertragen würde. Also nicht aus Humanitätßrücksichten, sondern aus rein -praktischen Erwägungen heraus will man dem Elend in den Konzentrationslagern ein Ende machen, um die aller ihrer Mittel beraubten unglücklichen Weiber und Kinder sich selber zu überlassen! Wenigstens muß man nach diesen vorsichtigen Andeutungen zu dieser Annahme kommen. Daß die englische Regierung über ihre Pläne „Diskretion" bewahrt, das ist auch nicht gerade dazu angethan, besonders erfreuliche Erwartungen daran zu knüpfen. Die Amsterdamer sozialistische Zeitung „Het Volk" veröffentlicht eine Erklärung, wonach der Vorstand der Dockarbeiter in Anbetracht der ungenügenden Beteiligung des Auslandes und der unter den holländischen Arbeitern herrschenden Uneinigkeit beschlossen hat, die Bewegung für Die Boy kottierung der englischen Handelsschiffe einzustellen. Das ist schade! Aus Stadt und Kau). Nachrichten von allgemeinem Interesse fmb unä stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 10. Dezember 1901. — Dir nationalfoziale Versammlung, in der Dr. Maurenbrecher das nationalfoziale Agrarprogramm entwickelte, hat Kriefe aus der Residenz (Originalbericht des „Gieß. Anz.") (Nachdruck verboten.) LI. Professor Dr. Sauer über ,Must und soziale Dichtungen" in der Gesellschaft für ethische Kultur. Der Sauer'sche Vortrag wird den Wissenden Anregung, den Wissensbeflissenen wertvolle Richtpunkte gebracht haben. Scharf und fest setzte die Abgrenznng zwischen den beiden Gebieten: „Mode und Kunst" ein. Diese beiden feindlichen Geschwister sind auf den Boden des öffentlichen Lebens gestellt, sind auf einander angewiesen und müssen sich deshalb bis zu einem gewissen Grade vertragen. Aber die Kraft drängt sich Niemanden auf, sie will das Leben nicht auf- putzen, kein geschwätziger Cicerone dem Menschen sein, sondern ein erfahrener Freund. Während die Mode dem Wechsel unterworfen ist, strebt die Kunst nach dem Dauernden. Während die eine sich auf der Oberfläche der Erscheinungen bewegt, sucht die andere in die Tiefe zu dringen. Während jene die Maffe zu gewinnen sucht, ist dieser es immer um den Beifall einer erlesenen Minorität zu thun. Während die eine die Revolution und die Ueberrumpelung des Geschmacks liebt, ist die andere in ihrem wahrsten Wesen konservativ. Die Mode verleugnet niemals ihren Charakter als echtes Weltkmd und die Thatsache, daß sie für den großen Markt produziert, wogegen die Kunst in ihren allerhöchsten Momenten auf ihren Schuld schreibt: Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Ein festes Gesetz ihrer Wechselbeziehungen läßt sich jedoch nur aufstellcn an solchen Erscheinungen, die abgeschlossen vor unseren Augen liegen. Deshalb führte der Redner seine Hör« zunächst in die antike Welt und zeigte durch Wort und etnen Sturm im Wasserglase entfacht. Während im Reichstage die berufenen Vertreter des Volkes um die zukünftige Gestaltung der deutschen Zollpolitik raten und thaten, will bei uns der Kleinkrieg kein Ende nehmen. Jetzt beklagt man sich von nationalsozwler Seite aus bei uns über „Wortentziehung" und „Bevorzugung des agrarischen Gegners". Diese Klage ist nun u. E. ungerechtfertigt, denn wie der Vorsitzende des oberhess. landw. Provinzialvereins in der vergangenen Woche zweimal bei uns zu Worte gekommen ist, so sind die nationalsozialen Anschauungen während derselben Zeit ebenfalls zweimal im „Gieß. Anz." des Längeren dar- gelegt worden, einmal, was auf nationalsozialer Seite übersehen zu werden scheint, in dem sehr ausführlichen sachlichen Referat über den Vortrag Dr. Maurenbrechers — die in jener Versammlung erfolgte Entgegnung des Oekonomierats Schlenke konnte in diesem ungewöhnlich ausgedehnten Referat aus Raummangel nur in zwei Worten erwähnt werden — und alsdann durch Dr. Streckers Zuschrift. Als wir nun von besonderer, dritter Seite eine weitere Einsendung erhielten, glaubten wir, da diese Zuschrift keineswegs aus agrarisch interessierten, sondern städtischen, zudem sehr beachtlichen akademischen Kreisen kam, sie wenigstens teilweise wiedergeben zn sollen. Wir hätten selbstverständlich das Nämliche gethan, hätte ein Landwirt nationalfoziale Ansichten in einer Zuschrift an uns bekundet. Wir wollen heute den wesentlichen Inhalt einer uns von nationalsozialer Seite zugehenden Posckarte hier wiedergeben, um eine gegenseitige Dreieinigkeit herzustellen, und damit unsererseits definitiv die Debatte schließen, mit der wir. schon allzu lange unsere Leser aufgehalten haben. Der Nationalsoziale schreibt uns aus Hungen: „. Dahei erledigt sich die ganze Erwiderung durch die eine kleine Bemerkung, daß nationalbkonomische Werte nie absolute, sondern nur relative sind. Ebenso rote diesen Kapitalsatz scheint der Einsender auch den Ursprung des „perfiden" Wortes „Brotwucher" nicht zu kennen, welches bekanntlich vom Kaiser selbst herrührt." * • Für die Sitzungen der Schöffengerichts Gießen im Jahre 1902 gestern wurden folgende Hauptschöffen ausgelost: Heinrich Reidel, Landwirt in Wieseck, Georg Stein, Landwirt in Beuern, Ludwig Schaum, Bürgermeister in Klein-Linden, Kaspar Rabenau II., Landwirt in Alten-Buseck, Ludwig Schäfer VI., Landwirt in Albach, Johs. Münch, Landwirt in Burkhardsfelden, Friedr. Noll, Hofbäcker in Gießen, Ludw. Roth II., Färber in Großen-Linden, August Michel, Rentier in Gießen, Karl Mayer, Postsekretär i. P. in Gießen, Friedr. Schwalb, Landwirt in Alten-Buseck, Jakob Maid, Land- roirt in Watzenborn, Peter Stein, Bürgermeister in Climbach, Adolf Marx, Verwalter i. P. in Gießen, Karl Braunwarth, Kaufmann in Allendorf a. d. L., Ludw. Lotz, Gerber in Gießen, Wilhelm Hartmann II., Landwirt in Heuchelheim, Heinrich Jung II., Landwirt in Wieseck, Kurt v. Münchow, Privatier in Gießen, Heinr. Ludw. Mylius, Fabrikant in Gießen, Konr. Schneidmüller, Landwirt in Leihgestern, Ludw. Schneider, Landwirt in Steinbach, Johannes Weller VIIL, Landwirt in Wieseck, Ludw. Schön, Landwirt in Staufenberg, Ludw. Wagner II., Mehlhändler in Großen- Linden, Joh. Weigel II.,Landwirtin Garbenteich, Herm. Steinecke, Direktor in Lollar, Heinrich Wagner XIV. Landwirt in Großen-Buseck, Hermann Eichenauer, Fabrikant in Gießen, Prof. Dr. Eugen Netto in Gießen, Friedrich Amend I., Landwirt in Allendorf a. d. Lahn, Philipp Launspach XIII., Schmied in Reiskirchen, Konrad Karl Velten, Landwirt in Langgöns, Peter Damm, Landwirt in Leihgestern, Heinrich Balser, Landwirt in Annerod, Karl Hämmerle, Landwirt in Daubringen. * * S u g g ast i o n. Die gestern abend von dem Suggestor Alb. Krause im Cafe Leib veranstaltete Suggestionsvor- stellung hatte sich leider keines besonders zahlreichen Besuches zu erfreuen, was zu bedauern ist, da die von Herrn Krause mit Herren aus dem Zuschauerraum vorgenommenen Versuche durchweg als gelungen bezeichnet werden müssen. Dem Schreiber dieser Zeilen, der des öfteren Gelegenheit hatte, Vorstellungen im Hypnotismus sich anzusehen, fiel einerseits die Exaktheit und Bereitwilligkeit auf, mit der die Versuchspersonen den Befehlen des Suggestors folgten, und andererseits die Thatsache, daß die Medien, wenn man sie so nennen kann, nachträglich nicht die geringste Erschöpfung zeigten. Wenn Herr Krause freilich seine Einwirkung auf die Medien als „reine Suggestion", eine Schwester- erscheinung der Hypnose, bezeichnet, so hatte der Zuschauer doch demgegenüber den Eindruck, als ob auch diese sog. Lichtbild, wie die Mode zu allen Zeiten die unzertrennliche und oft recht störende ^Begleiterin der Kunst gewesen ist, daß wir an Menschen- wie Götterstatuen sehen können, wie oft auch die Künstler der klassischen Zeit durch den Modezwang genötigt worden sind, Frisuren und Trachten für ihre Modelle zu nehmen, welche sie aus eigenem Geschmack heraus nie gewählt haben würden. (Das Bild eines Stutzers, deffen Kopf die ägyptisierende Mode zeigt, steife Togagestalten aus der Ptolomäerzeit, die weibische Haartracht eines Eros, der alexandrinisch zugerichtete Zeuskopf lieferten schlagende Beispiele für das gesprochene Wort.) Große Wendepunkte in der nationalen Geschichte führen auch oftmals zu einem neuen Frühling in der Kunst, der zur Folge hat, daß man die Modetraditionen energisch abschüttelt. So war es nach den Perserkriegen, als man in Griechenland die halb asiatische, jonische Kleidertracht aus dem Lande jagte und statt ihrer jene ideale Gewandung aufkam, welche wir an den Parthenon- skulpturen und an den Gebälkträgerinnen des Erechtheion bewundern. Lehrreich für die Fälle, wo eine leere Mode von künstlerischem Geiste ergriffen und dem entsprechend umgeslaltet wird, sind die häßlichen ägyptischen Mumien- kästen, die auf einmal in die griechisch-römische Welt ein- drangen, dort aber sehr bald zu edlen Sarkophagformen umgewandelt wurden. Der Mode des Archaisierens, des bewußten altertümelnden Verfahrens, widmete Pro- feffor Sommer auch eine belehrende Betrachtung. Mit Recht unterscheidet er beim Archaisieren zmei Methoden. Die eine greift auf eine verflossene Stilperiode auf die noch un- behilfliche Formensprache einer früheren Zeit zurück, aus einem Gefühl des Ueberdrusses, der Müdigkeit; sie hat alles durchprobiert und will es nun der Abwechselung halber auch einmal mit dem ganzen Alten versuchen. An solchen Versuchen ist die. Zeit reich. Ao andere Methode steht auf reine Suggestion nichts anderes als der bekannte hypnotische Zustand ist, der dann dazu benutzt wird, auf das Medium den eigenen Willen und die eigenen Gedanken zu übertragen. Nur gelingt es Herrn Krause, diesen Dämmerzustand ge- wissermaßen durch Ueberrumpelung bei den Medien wieder- holt, auch nachdem sie sich bereits wieder int wachen Zustande befanden, von neuem hervorzurufen. Die Willens- Übertragung aber, das seelische „Eins" zwischen Medium und Sugge>vor trat überall in der stärksten Form hervor. Und nicht zum wenigsten muß anerkannt werden, daß der Suggestor seine Medien nur solche Experimente aufführen ließ, die dem Zuschauer nicht Beklemmungen, Gefühle des Bangens vor diesem unserer Wissenschaft noch unbekannten und deshalb etwas unheimlichen Gebiete des Seelenlebens verursachten, wie das sonst bei hypnotischen Vorstellungen zu geschehen pflegt. — Herr Krause wird auf vielfachen Wunsch am Donnerstag nochmals im Cafe Leib eine Vorstellung geben. * * Jubiläum. In unserer gestrigen Notiz über das 25 jährige Dienstjubiläum des bei der Firma Adolf Lyncker hier beschäftigten Speditions-Arbeiters Heinrich Opper hat sich insofern ein Irrtum eingeschlichen, als nicht die Familienangehörigen des Jubilars, sondern Spediteur Lyncker mit seiner Familie an dem zu Ehren des Gefeierten veranstalteten kleinen Festmahl teÜnahm. * * Schnee stürme. Aus dem Nordwesten Europas wird von Schneestürmen gemeldet, die in den letzten Tagen, besonders gestern, gewütet haben. Ueber Gießen ging gestern abend gegen 8 Uhr ein Hagelschauer nieder, der aber schon nach kurzer Zeit wieder nachließ. * * Verhaftungen. Vorgestern nachmittag wurde das Dienstmädchen eines hiesigen Kaufmanns verhaftet, das diesem Waren und seinem Dienstpersonal Geld gestohlen hat — Ferner wurde ein Dienstmädchen von Gleiberg heute nacht wegen Obdachlosigkeit verhaftet. * * Einbruch. In einer Wirtschaft an der Rodheimer- straße wurde in der Nacht vom Samstag aus Sonntag eingebrochen. Zwei Paar Zugstiefel fielen den Dieben in die Hände. Auch den Inhalt einer Waisenbüchse, die sie mit Gewalt öffneten, nahmen sie mit. 1. Lollar, 9. Dez. Am Sonntagabend geriet in einer Wirtschaft ein angetrunkener Gast mit anderen friedlich dasitzenden Gästen in Streit. Zornig verließ er die Stube, zog auf der Straße ein Messer und stach ohne jeglichen Grund einem jungen Menschen, der gar nicht am Streite beteiligt gewesen sein soll, in die Brust. Die Verletzung des jungen Mannes soll nicht ungefährlich sein. Mainz, 9. Dez. Bei der Stadtverordneten- wähl siegten die vereinigten Parteien (Demokraten, Freisinnige, Sozialdemokraten und Nationalliberale) mit 5636 glatten Zetteln (gestrichene 645) gegen das Z en tr um mit 1365 glatten und 923 gestrichenen Stimmzetteln. Die Wahlbeteiligung betrug 67 Proz. Tas Stadt- verordnetenkollegium besteht nach dem Ausfall dieser Wahl für die Folge aus 6 Sozialdemokraten, 8 Demokraten, 9 Deutschfreisinnigen, 10 Nationalliberalen und 5 Mitgliedern der Zentrumspartei, sowie 2 Mitgliedern, die keiner Partei angehören. — Ein hiesiger Einwohner hat wegen einer in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ge- thanen Aeußerung Strafantrag wegen Beleidigung gegen einen Stadtverordneten gestellt. Das ist der erste Fall dieser Art, der sich seit Einführung der öffentlichen Stadtverordnetensitzungen ereignet hat. b. Mainz, 9. Dez. Trotzdem seit der großen Offenbacher Eisenbahn katastrop he am 8. November 1900 schon 13 Monate verstrichen sind, schweben über die von der Bahnverwaltung an die bei dem Unglück in Mitleidenschaft Gezogenen zu leistenden Entschädigungen noch immer Prozesse. So liegt gegenwärtig dem Reichsgericht eine Klage zur Entscheidung vor, die von den Hinterbliebenen der bei der Katastrophe ums Leben gekommenen Frau Direktor Hoffmann von hier gegen die Eisenbahndirektion Frankfurt angestrengt worden ist. Außer demErsatz des baren Geldes und der Wertgegenstände, die Frau H. bei sich führte, weigerte sich die Bahnverwaltung anfänglich, eine Entschädigung zu leisten. Das Gericht sprach den beiden minderjährigen Kindern der Frau H. eine Entschädigung von 20000 Mark zu. Mit dieser erstrichterlichen Entscheidung gaben sich weder die Eisenbahnverwaltung noch die Hinterlassenen der Frau Direktor Hofsmann zufrieden, sondern appellierten an das Reichsgericht. M. Marburg, 9. Dez. Ter bei Arbeiten tu einem Brunnen im Dorfe W e l l m a r verschüttete Arbeiter Koch wurde, nachdem Bergarbeiter aus Laisa einen Nebenschacht zu ihm gegraben hatten, tot aufgefunden. Koch war 35 Jahre alt und hinterläßt eine Frau und 3 Kinder. fe. Fr a n k fu r t a. M., 9. Dez. Ter Gr o ß h e r z o g von einem höheren Mveau, sie wird gewöhnlich geleitet von bei Annahme, daß die Kunst sich in falschen Bahnen bewege, gleichsam die Richtung verloren hätte, und daß man wieder den Weg zum Ausgangspunkt zurückgehen müsse, um das reine Ideal zu erfassen. Das ist die Art der Praerafatzlisten Nachdem der Redner die große Stilmuslerkarte gestreift, die wir im 19. Jahrhundert an uns vorüberziehen sahen, vom Empire bis zur deutschen Renaissance, wandte er sich der unmittelbaren Gegenwart zu, in welcher der Mode vielleicht die wertvolle Aufgabe zugefallen ist, durch ihre revolutionäre, dem Neuen zustrebende Tendenz, die Massen auf einen neuen echten Kunststil vorzubercitcn. Fin de siecle-Stil, Jugendstil sind schon etwas mehr als Modebegriffe. Die Ausstellung auf der Mathildcnhöhe will Prof. Sauer als eine wertvolle Anweisung auf die Zukunft betrachtet wissen. Die Zeit sei vorbei, da der Kunstgelehrte von vornherein Mißtrauen gegen das Neue empfand. Die Grundbedingmigen für die Fortschritte in der Kunst unserer Tage sind, daß erstens das Publikum Vertrauen zu feinen Künstlern habe und zweitens daß diese der Mode ein berechtigtes Mißtrauen entgegenbringen. Ein ganz ausgezeichnetes Programm hatte sich die hiesige Abteilung für „Ethische Kultur" für ihren zweiten Volksabend gewählt: einen Cyclus sozialer Dichtungen, vorgetragen von einem Berufsdektamator, dem Herrn Schau« spielregisseur Wolfgang Quincke aus Frankfurt a. M. Auf dem Programm standen nur solche Dichtungen, denen poetischer Wert sich glänzend neben ihrem ethischen behauptet, wie Theodor Storms Weihnachtsabend, Anzengruber, „Die Näherin", „Das neue Jahrhundert" von Adolf Friedr. Graf v. Schaik, das s. Z. epochemachende „Lied vom Hemd" von Rod. Burns u. dgl. s< Mobiliarusw. im Wert von 15000 Mk. sortschleppte, »u 10Jahren Tendenz: 'S Wetter Dezember Z Höchste Temperatur Niedrigste „ am 2 6 2 72 96 79 + 6,2 + 1,1 + 1,0 8. bis 8. „ 2“ S'° 7" , 90.50 . 101.00 . 90.50 . 98.25 . 100.40 . 42.60 . 27.10 . 25.50 . 87.70 5,1 4,8 3,9 Darmstädter Bank Dresd« nar Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatabahn Qotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . befestigt. 736,1 736,2 735,8 5°/v Portugiesen . 3u/q Mexikaner 4W/S Chinesen . Reicheanleihe do. Konsole do. . . Hessen 8,7° C. 0,5° C. 5$ S t» 9. Dez. + 9. , + Hessen und Prinzessin Heinrichs von Preußen machten heute wieder Einkäufe in unserer Stadt. *• Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In einem Hause der Humboldtflraße in Worms ist in der Sonntagnacht ein Einbruchsdiebstahl verübt worden, wobei | etwa 2000 Mk. in barem (Selbe gestohlen wurden. Bezüglich der Thäter ist noch nichts bekannt. — 8 sich cm Hausbesitzer gestern früh im Keller seines Hauses erhängt. Die traurige Thät ist geschehen, nachdem der Hauswirt versucht hatte, die in seinem Hause im Parterre gelegene Weinwirtschaft mtt Hilfe einer Maurerklammer gewaltsam zu öffnen. Hierbei wurde er ertappt, flüchtete in den Keller und beging den Selbstmord. — Im Stadtwalbe bei Frankfurt a. M. erschoß sich ein unbekannter, anscheinend den besseren Ständen angehörender junger Mann. . 179.30 . 125.10 . 125.20 . 137.90 . 140.40 . 164.70 . 183.00 . 169.80 . 160.50 8’/*o/o 3% SV.o/o 3% 3‘/2% Mi tau, 8. De-. Eine Feuersbrunst zerstörte das 50 Werst von hier gelegene prächtrge Schloß des Staatssekretärs Grafen Pahlen. • Muß man sich photographieren lassen? Ein komischer Konflikt ist zwischen der Direktion des Lessing-1 Theaters und dem beliebten Bonvivant dieser Bühne, Franz Schönfeld, der bei uns in Gießen jüngst ein erfolgreiches Gastspiel absolvierte entstanden. Der Künstler hatte sich geweigert, einer Berliner Wochenschrift, die in weitesten Kreisen unbeliebt ist, sich photographieren zu lassen und war deshalb vom Direktor in eine Ordnungsstrafe von 20 Mk. genommen worden. Gegen diesen Eingriff in sein Selbstbesrimmungs- recht reagierte der Schauspieler durch eine Klage auf Rucker- stattung her 20 Mk. und Anerkennung des Rechtes, sich mcht 800 Munn.^ R-ichSbo-I. Wie uns mitgeteilt wird, kaust photographieren lasten zu brauchen. — " ' -*■*-—* n— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 9. 9. 10. Hypothekenbank in Hamburg. Die Einlösung der am S. Januar 1902 fälligen Zinsscheine unserer Hypothekenpfandbriefe erfolgt vom lo. Dezember 1901 ab äusser . 806- an unserer Kasse, Hamburg, Hohe Bieiehen 18. bei den sonstigen bekannten Zahlstellen und allen Pfandbrief-Verkaufsstellen. Die Direktion. Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Oppenrod für dm- Jahr 1902/03 liegt vom 13. Dezember 1901 an auf Großh. Bürgermeistereibüreau acht Tage lang zur Einsicht offen. Oppenrod, den 9. Dezember 1901. 8060 Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. -- «VU VH v m/vv ...... ,----, cn die Reichsbank von jetzt an W e ch, s e l, welche auf »Laar der ort" ausgestellt sind, an. Diese Wechsel sind an dre Reichsbanknebenstelle in Ruhrort zu girieren. aus., Tie gestohlenen Vermischtes. * Berlin, 8. Dez. In Anwesenheit der Familienangehörigen und der nächsten Freunde wurde heute nach-1 mittag das von Thierbach entworfene gemeinsame Grabdenkmal Ludwig Bambergers und Eduard ~o*1 kers übergeben. Abg. Schrader hielt die Gedächtnisrede. 'Gelnhausen, 9. Dez. Prinz Leopold von Isen burg-Bir stein, ältester Sohn des verstorbenen Fürsten Karl von Jsenburg-Birstein, der zu Gunsten semesI jüngeren Bruders Verzicht auf die Succession leistete, hat sich mit der Prin zess in Olga von Sachsen-Weimar, der Tochter des verstorbenen Prinzen Hermann, verlobt. • Bochum, 9. Dez. Infolge heftiger Regengüsse sind die Ruhr und die Lenne nebst Nebenflüssen rapid gestiegen und überschwemmen weite Flächen. Die Hammerwerke und Mühlen im Volmethal mußten des Hochwassers wegen den Betrieb einstellen. Eine Brücke bei Dahl wurde durch die Fluten fortgeristen. Im Jndustriebezirk ist heute abend ein Gewitter mit heftigem Sturm niedergegangen. * Hamburg, 8. Dez. In der großen T ab aksab rrk I. W. v. Eicken entstand heute nacht em großes Feuer. Der Brand wurde gegen morgen gelöscht. Menschen wurden nicht verletzt. Die verbrannten Tabakvorrate sind sehr bedeutend. Der Schaden soll mehrere hunderttausend Mark Paris 1O^L AÜL Christiania wird gemeldet: Eine Anleih e von 2O M illion en, welche vom ntaats- ral vorgeschlagcn wurde, soll zum Bau von E i s c n b a h n e n und^zur Ausdehnung des Telephonnetzes verwendet vertagt.^r^ g $ Das Zuchtpolizeigericht in Havre verurteilte den Pariser nattonalistischeu Stadto. Barillier, der m Versammlungen qeqen den Präsidenten Loubet grobe Beschimpfungen ausgestoßen hatte, zu 6 M o n a t e n G e s ä n g n i S. 9 Wien, 9. Dez. Das Bezirksgericht verhandelte heute über die Ehrenbeleidigungsklage des Advokaten ^r. Ritter v. O f e n h e i ni gegen den Vizeburg ermeister Dr. N e u m a y e r !wegen dessen Aeutzerung, daß Ofenheim Jude sei und er ihn daher n i e für satisfaktionsfähig betrachte. Neumayer wurde zu 1000 Kronen Geldstrafe coent 10 ^agen Arrest oerurtheüt. Sonnenstld s^^ die Illoyalität liege m emer vo.i Schweigger l.i muri der Beteiligung an der Ermordung Wmters »u erheb en. Die ... . Erkläruna habe die Geschworenen gegen Lewy beemfluBL ~as werden. Urteil lautete auf 300 i)l k Geldstrafe (eoent. 20 f und Publikationsbefugnis. Ter Staatsanwalt hatte 1000 JJit. De- Gerichtssaal. Darmstadt, 9. Dez. Tos von uns jüngst mitgeteilte Urteil der Kammer für Handelssachen hiesigen Land- aericÄs, das die Einrede des Spieldarlehens seitens des Wechselacceptanten als unbegründet verwarf, ist im anschließenden ordentlichen Verfahren aufrecht erhalten worden. Beklagter hatte hier ferne Verteidigung dahin geändert, daß behauptet wurde, Kläger, er und ein Dritter hätten eine Spielgesellschaft mit gemeinsamen Einsätzen gebildet. Der Einwand, so besagen dre Urteilsgründe, sei sachlich unbegründet. Selbst wenn dre neuerliche Behauptung des Beklagten richtig wäre, so folge doch daraus nicht, daß die Verbindlichkeit, wegen welcher der Wechsel ausgestellt und acceptiert sei, ungrltig, und deshalb dieser Wechsel, weil zur Erfüllung einer Spielschuld gegeben, nicht einklagbar sei. Denn aus der Vorschrift des § 762 B-G -B, wonach zwar durch Spiel eine Verbrndlichkeit nicht! begründet werde, gleichwohl aber Erfüllung einer Schell- schuld möglich sei, folge, daß das Spiel nicht unsittlich und daß es erlaubt sei, sei es auch der GesellscÜaftsvert«^ ru Spielzwecken (folgt Hinweis auf Planck, B. G. B. zu § 762, Staudinger Eomm. zu §.762 B. G. B.). Von einer Ungrltrg- kett solchen Gesellschastsvertrages könne überall nur da gesprochen werden, wenn es sich um v:erbv t en e.oder unsittliche Spiele oder Zwecke handle, welche der Gesellschaftsvertrag verfolge. Das sei hier nicht der Fall, da das Spielen in Spaa erlaubt sei. Das Gericht habe um so weniger Anlaß, von dieser Rechtsauffassung abzuweichen, als sie in Uebereinstimmung mit der einer Anzahl bewahrter Rechtslehrer steht (Kipp-Windscheid, Neumann, Staub, Dornburg und Staudinger). Ueberdies habe man sich m den! Kommissionsverhandlungen des Reichstags gegen eine Bor- schrist im Bürgerlichen Gesetzbuch ausgesprochen, wonach Mk-, puhuer- eier pr. Stück 7—10 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Kafe pr. ©tutf 5—8 Pf., Käsematte 2 Stück 0—0 Pfg., Erbsen pr. Ltter 20 Pfg., Lmsen per Liter 30 Pfg., Tauben pr Paar 0,70-1,00 Mk., Hühner pr. Stuck 1,00—1,30 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,30 Mk., Enten pr. Stuck 1,80-2 40 Mk., Gänse pr. Pfd. 52-66 Psg. Ochsenfllisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kilh- unb Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70-80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen pr. Murrd 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60-66 Pfg, H-nnmelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg, Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,20—3,50 M^ per Stück 00—00 Pfg, Zwiebeln pr. Zentner ^,00—5,00 Mk, Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—15 Pfg, m Korben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg, Tomaten per Pfd. 18—20 Mg. Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht im Umherziehen feilgeboten werden. Halle a. S, 6. Dez. Frau Ida Frank, ^b. Bufchm°nn, eine ttotz ihrer Jahre noch anfehnttche Tarne warirn Jul U- kaum aus dem Zuchthaus, das ne wegen zahlreicher ^chwmdeleien bezogen, entlaßen worden, als sie sich ein neue* tfelb für ihre THLttgkeil suchte. Durch einen Agenten llev Ne sich einem nicht unvermögenden ßanbwirt m Gneven i, Inhalt als „reiche Partie" anbieten. Sie sei die OMtsbefitzerswitwe El,a wachse, habe in Selben (Anhalt) ein 200 Morgen groges Gut, dazu 50 Morgen Pacht-Acker, 8 Pferde, 50000 Aik. auf Hypotheken m^Halll unb 50000 Mk. teils baar, teils m Wertpapieren im Gelbschrantt Der Bräutigam war entzückt; er fuhr mit seiner reichen Braut nach Dessau, machte einen Abstecher nach Wörlitz, unb man lebte au, feine Kosten herrlich und in Freuden. Als er ober bas ®iit {einer Braut besichtigen wollte, war bie,e plötzlich verschwmiben. Vor ber Strafkammer meinte er: „Tas verlorene Gelb ift "°ch das Wenigste, aber der Spott, den ich ertragen — es war mehr als für ne Million." Die schöne, die m ähnlicher Weise ^nen Zimmermann in Halle genarrt und um Beköstigung wid Garderobe beschwindelt hatte, erhielt in Rücksicht auf ihre Vorstrafen und „das unglaublich freche Treiben" 6 Jahre Zuchthaus zudiktiert. Lewtta. 9. Dez. Vor der 2. Strafkammer begann heute der Prozeß gegen die Direktoren und ^ufsichtsrate der LeipzigerWollkammerei-Aktien gesell s ch a f t wegen Verschleierung des V er m o g e n s st a n d e s der Ges eg schast. Angeklagt sind Geh. Komnier-zienral Onermann (Leipzig), Erich Corsiea (Leipzig), Fritz Hergersberg (Berlin), Geh. Kommerzienrat Thieme (Leipzig), Fuhrmann (Antwerpen). Heute wurden die lAnaeklagten Osfermann, Eorsiea und Thieme vernommen, die lebe I Schulb bestreiten. Tie Verhandlung wurde sodann au, morgen andere, nicht zögern, bie in Indien der Brkämpsimtg der Pest gemachten Erfahrungen mtt den entsprechenden 80/d Italien. Rente . . . 4 Io Griech. Monopo 1-Anl. Neueste Meldungen. Originatdrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. London, 10. Dez. Große Schnee stürme werben aus Schottlanb unb Nord-England gemeldet. London, 10. Dez. Der Unterstacttssekretär ttn Kolonialamt, Earl Onslow, fühtte in einer Rebe in Crewe aus, bie Ueb ern ahm e der Konzentrationslager von der militärischen Verwaltung auf bas Kolonial amt führte zu keinen Mißhelligkeiten. Essolle kein Gelb gespart werden, um bie Lager so gesund als möglich zu machen. Alle, welche sich na»ch den günstiger gelegenen Lagern an der Küste begeben wollten, würden vollständige Freiheit haben, das zu thun. Uebrigens sollten die großen Lager abgebrochen und durch kleinere ersetzt werden, worin 2000 ms 3000 Flüchtlinge ein Unterkommen fänden. Viele der in den Lagern Unter gebrachten sind in dieselben gekommen auf Kttcheners Zusicherung, daß sie nicht aus der Heimat fott- Unioerstläts-Uachrichteu. — Aus Straßburg schreibt man: In hiesigen Universi-' tätskreisen verlautet mit Bestimmtheit, daß der bekannte Chemiker Prosessor Dr. Fittig, der hier sett über 25 Jahren als Professor und Direktor des chemischen Instituts thättg ist, sich mtt Ablauf dieses Semesters von der Lehrthättgkeit zuruckziehen will. — In Profefforenkreisen der Universität Jena wird angeregt, den Führer der Nationalsozialen Pfarrer Naumann als Lehrer für die dortige Universität zu gewinnen. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. 31., 10. Dezember. . 205.50 Feldstecher Thermometrographen | Operngläser Dampfmaschinen । Barometer Dampfschiffe Thermometer Eisenbahnen Reisszeuge Experimentierkasten 8 Brenn-Apparate Phonographen Kompasse Grammophone Stereoskope Elektrisier-Apparate I Laterna magica Salon-Lünetten. 5 1 Goldene Brillen s und Pincenez; empfiehlt 7225 Emil Schmidt, l Neuenweg 16. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Stockhausen für das Jahr 1902/03 liegt vom 13. L Mts an auf hiesigem Bürgermeisterei-Büreau acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten offen. Stockhausen, den 9. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Stockhausen. Faust. 8058 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubttk stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 9. Dezember 1901. Im „Eingesandt" der Nr. 289, 2. Blatt, muß es auf Seite 2 genannten Blattes (wie im Manuskript) heißen: in Zelle 10 von unten statt „ein" — der Grundsatz rc. und in Zeile 2 und 1 von unten statt „nichts" — nicht eMhalten ist. § SW. w. w. handelte heute gegen den Rechisamvalt Hugo o n n e n s e i o in ändere, nicht zogem r Berlin, bet angeklagt ift, ben Konitzer Erste" a° l gemachten —, - anmalt, Schweizer, durch Yen m einer Berliner Versammlung ^h^en auch hier anzuwenden, erhobenen Vorwurf derJttoyaluatonentUchbe1«r d rat ^haben.! »S w.D-- «'-ft . 100.90 1 Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Ende 103/4 Uhr. Anfang 8 Uhr pünktlich. Billetfl im Vorverkauf bei Ernst Challier und abends an der Kasse. 7794 Viehballe. 8072 Aschen Schoberth, Vorsitzender. 8064 J. BL Fuhr 25 Sonneustraße 25 25 Sonnenstraße 25 FrankfurtaM zu billigsten Preisen. 7735 Ci BurenkomitceS" 7945 6205 L. 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