Nr. SIS Zweites Blatt. Mittwoch 11. September 1901 wahren werden für alle Zeiten. SchrrLyraße 7. Äldreffe für Depeschen: Anzeiger Gießen. HerusprechiMschlußNr.51. 181. Jahrgang c des Staates nachhaltig zu fördern.' Bis wenige Monate vor seinem Hinscheiden seines, Amtes waltend, mit nie nachlassender Hingebung und nie er- Soiumn folgte die Enthüllung eines Dochpel-i gemäldes König Friedrich I. und Kaiser Wilhelms II., das der Kaiser der Provinz schenkte. Der Kaiser reifte um 1.15 Uhr nach Pillau; oie Kaiserin mit dem Kronprinzen um 3.30 Uhr nach.Kadinen ab. Der Kaiser traf um halb drei Uhr in Pillau ein und begab sich an Bord der! Hohenzollern, die um 3.15 Uhr auslief. Die Strandbatte- rieen und die auf der Außenrhede liegenden Kriegsschiffe gaben Salutschüsse ab. Das Wetter ist schön, die See ruhig. Auch, der Reichskanzler Graf Bülow ist heute morgen in Pillau eingetroffen und begab sich sofort an Bord der Yacht Hohenzollern. hab«:, und die ich einheimse, so möge dieser Geist wieder von dieser Provinz ausgeheu und vorbildlich für das gesamte Vaterland werden zu hingebungsvoller Mitarbeit und vertrauensvollem Aufblick zu dem König. Sie mögen versichert sein, daß die Krone, die Sie gestern gesehen und das Szept er x das vor Ihnen am Altar lag, allezeit unter der Devise „Suum cuique" den Schutz und die Förderung der Interessen dieser Provinz gewährleisten wird, so lange ich und meine Nachfolger noch im stände sind, die Hand zu führen zum Wohle von Ostpreußen und des Vaterlandes. In diesem Sinne erhebe ich den Akal und verbinde damit eine Widmung, die Sie gewünscht haben. Indem ich ©ie bitte, die Gabe dieses Doppelbrldes anzunehmen, hoffe ich, daß Sie sich der Einsetzung des Königtums und der Jetztzeit erinnern werden. Ich trinke auf das Wohl der Provinz. Fast in jedem Nachruf, den heute Abend die Berliner Zeitungen dem Toten widmen, wird das Vr-otiv an-l A' < t u ,, ' " = ~....... geschlagen, daß keine Partei auf Miauel hat zählen können nrüdender Arbeitskraft, ruht er nun aus nach einem reich ge- „Alle wurden allgemach an ihm irre", schreibt die Voss' I segneten Leben. An seiner Bahre trauern die mü ihm wirken tg." „Seine Haltung war unzuverlässiger als die Welle dursten und ihm Liebe und Verehrung treu im Herzen be- des Meeres". Sogar die konservative „Kreuz-Ztg" bie wa1'*ov’ w'”-So" nTes Superintendenten Borgius und dvs Pfarrers Lack- ver in die Kirche und nahmen die Plätze links vom x ^bvrgesang und sodann Gemeindegesang er- öftnetw den Gottesdienst. Den Weiheakt vollzog General- „Auf Wunsch der Provinz überne^nei ich diesen Pokal um aus demselben in deutschem Weine das Wohl der öu trinken. Wie auf all' den Tagen, die jetzt rn Königsberg verstrichen sind, der Schatten der Trauer lagert, und dieselben dadurch zu ernsten ©ebenEfeiern aß fein Gesundheitszustand schon seit längerer Zeit äu |au? un& gab damit der staatlichen Finanzgebahnmg für alle vünschen ließ. Herr v. Miquel war unzweifelhaft eine b e-I^^len den festen Rückhalt und schuf durch eine Fülle weiterer ^^.lbnde politische Persönlichkeit, aber keinIMaßnahmen zur Sicherung der Konsolidierung des Finanz-' ber Grund, wes-!wesens die Möglichkeit, allen Gebieten des Staatslebens ^bffenckichkeit verlor fast in dem «erhöhte Mittel zur Verfügung zu stellen und so die' SÄauSMS ' ' Wt 6eine|®?[t“rauf9a6m ä . Fast in jedem Na d^„^tlrembung hm, die zwischen Miquel und den Natio- nalttberalen emgetreten war. Trotzdem sei der anziehendste ^brkehr mit ihm noch möglich gewesen, als die polckftche Gemeinschaft schon lange fuf) gelöst, ja in Gegnerschaft gewendet hatte. „Er besaß llnbe angenheit genug, diese zu begreifen." Auf die schwankende und zweideutige Haltung Miguels bei Gelegenheit der Kanalplane zielt folgender Satz in der reichsparteilichen , Post"- „^.aß sich m der letzten Zeit, besonders während der Verhandlungen über die Kanalvorlage, bei Miquel als politischem Charakter auch Schattenseiten zeigten, haben wir früher hervorgehoben." Das Zentrumsorgan „Germania" Mhrt den Sturz Miquels auf seine „unflate und zweideutige Politik" zurück. — Desto glänzender ist aber das Bild, das die Berliner Presse von den staatsmännischen Eigenschaften des Verstorbenen, von feinen gewaltigen Verdiensten um die Neubegründung und Festtaung der preußischen Finanzen, als Abgeordneter um die Herstellung der Reichseinheit entwirft Daß die Geschichte unter den deutschen Staatsmännern Miquel in erster Reihe zu nennen haben wird, darin stemmen alle Beurteiler überein. Auffällig knapp erscheint bei einem Manne von dieser Bedeutung der Nachruf der offiziösen „Norbd'. Alla. Ztg." Mit soviel ober so wenigen Zeilen hätten die Verdienste irgend eines höheren Beamten nachj seinem Tode gewürdigt toerben können. DasBlatt schreibt: Das Vaterland verliert in dem so plötzlich aus dem Leben Geschiedenen einen der beben» Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. 4)ie «ietzener Kamllien- »luttet werden demAn- teiger htt Wechsel mit dem „Heff. Landwirt" und den „Blättern für Äsche Volkskunde" ml wöchentlich bei- gelegt. „ chie Kaiserin ist- von Braunsberg kommend, mit der Hafsuserbahu in Kabinen ein getroffen. Ebenso traf der Kronprinz mit dem Obersten v. Pritzelwitz in Kabinen ein. Miquel als politischer Charakter. Aus Berlin, 9. September, wird uns geschrieben: Als Atinister v. M i q u e l im Frühjahr nach dem Scheitern der Kanalvorlage sich ins Privatleben zurückzog, ober, wenn man will, sich zurückziehen mußte, waren die seinem GietzenerAmeiger ° W General-Anzeiger " MM Mwit» und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen iLLTTT?l .r,- “ " zcigentcil: Hans Beck. Deutsches Keich Südafrika beleuchtet nachstehende Meldung aus Pretoria bereits zu solchen Mitteln greifen muß. Der Gouverneur der Kapkolonie telegraphierte, nach heutiger Meldung aus London, der Kommissar in Mafeking habe ihm gemeldet, das; das Burcnkonrmando van Zyls am SO. August das Haus des Feldkorncts Keeley mit seinem gesamten Inhalt verbrannt und der Frau und den Kindern Keeleys nur die Kleider gelassen habe, die sie an hatten. Der Grogherzog Friedrich in Baden vollendete am Mon* tng sein 75. Lebensjahr. Von größeren festlichen Ver- Pietersburg zu begleiten. Diese Maßregel ist dadurch veranlaßt worden, daß neuerdings wiederholt Züge durch Burenabteilungen in die Luft gesprengt wurden. Die Lage der Enländer muß doch recht bedenklich sein, wenn Kitchcner geeignet war. Der Effekt der Konferenz war auch damals gleich Null, so daß man annehmen darf, daß die Wiederholung der Konferenz genau so nutzlos sein würde. England und der Union muß cs überlassen bleiben, so rasch und so Ihatkräftig als möglich den bisher verspotteten Kampf gegen die Prvpaganda der That aufzunehmen und Hand in Hand zu gehen mit den anderen zivilisierten Staaten. Die amerikanische Polizei ist nach wie vor in fieberhafter ThaUgkeit, um die etwaigen Helfershelfer dcS Attentäters zu finden. Eine New-Yorker Depesche der „Exchange Telegraph Eonipanh" meidet, daß Agenten der Geheimpolizei entdeckt hätten, daß ein Ko mplottzur Ermord- Mlitische Tagesschau. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die „N. Fr. Presse" brachte vor einigen Tagen unter der Ueberschrift: „Fürst Eulenburg" einen Artikel, der sich in dunkelen Andeutungen über angebliche Jntriguen im diplomatischen Dienst des Reiches erging. Das „Kl. Jour." besitzt heute die Dreistigkeit, den Kaiserlichen Botschafter Fürsten zu Eulenburg als Verfasser oder Inspirator jener Wiener Artikel hinzustellen. Um dieser Treiberei den Boden zu entziehen, sind wir in den Stand gesetzt, folgendes Telegramm des Fürsten zu Eulenburg an den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Frhrn. v. Richthofen, aus Gastein, den 7. Sepieniber zu veröffentlichen: „Höchst unangenehm berührt durch Artikel der Fr. Presse" von gestern Abend. Bitte, wenn Verfasser zu erforschen, mein schärfstes Befremden aussprechcn. Habe auf alle Angriffe stets sehr absichtlich geschwiegen und werde weiter schweigen. Wünsche durchaus nicht, daß sogen. Freunde scheinbar für >mich eintreten und gar in so perfider Art. Bitte Reichskanzler mitteilcn." men laut, die ein internation ales Vorgehen gegen die Anarchisten fordern. Ein russisches vsfi- ziöses Blatt giebt dem lebhaften Wunsche Ausdruck, daß die zivilisierten Staaten einsehen möchten, daß das, was bis jetzt in den Grenzen des eigenen Landes gegen die anarchistischen Barbaren geschehen sei, nicht sein Ziel erreicht habe, und daß sie deshalb ihre Thatkraft in dem Kampfe gegen die wahnwitzige Mordbande verdovvekn „Stuttgart" ab Neapel 8. September. — Die „Nordd. Allgem. Ztg." bestätigt die Meldung der „Bcrl. Polit. Nachr.", daß die in jüngster Zeit in der Presse mehrfach verbreiteten Gerüchte, daß an den neuen Zolltarif sich eine Ncichs-Finanzreform anknüpfen werde und von der Regierung dabei an eine Erhöhung der bestehenden Reichsstcuern gedacht werde, jeder thatsächlichen Grundlage entbehren. . - Der „Reichsanzcigre" veröffentlicht zahlreiche Ordens- Das Attentat ans Mae Kinley. ' Präsident Mac Kinley wird altem Anschein nach von , den! Wunden, die Czolgosz ihm beigebracht, wieder genesen: DckS ist die Quintessenz der zahlreichen Nachrichten, die . von dem Krankenlager in Buffalo ausgehen und von der ganzen zivilisierten Welt, die durch das abscheuliche . Verbrechen aufs tiefste erschüttert ist, mit Genugtuung aufgenommen werden. Wie der Londoner „Morning Post vom Sonntag aus Buffalo gemeldet wird, teilte der Leibarzt des Präsidenten, Dr. Rixey, zwischen 9 und 12 Uhr der Gemahlin desselben mit, daß die Krisis vorub er sei. Der New-Yorker Arzt Mac Burney erklärte sogar, wenn Lein Rückschlag eintrete, könne der Präsident in drei Wochen oder einem Monat die Geschäfte wieder übernehmen. Es hätten sich die Anzeichen einer Pri st attischen Thätigkeit wieder eingestellt, wodurch, die Gefahr einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) erheblich herab g emindert worden sei. " Die Kugel sitzt fest in den Nückenmuskeln, und die Aerzte sind der Ansicht, daß sie zur Zeit erst in zweiter Linie in Betracht komme. Sie hat ihren Lauf nach unten genommen, aber weder die Eingeweide, noch die Nieren verletzt. Die Eingeweide sind bei der Operation durch einen Einschnitt an der Stelle, wo die Kugel-eingedrungen war, herausgenommen und sorgsam untersucht worden. Einer der behandelnden Aerzte erklärte, wenn nach 24 Stunden keine Anzeichen von Blutvergiftung oder Bauch- ' fellentzündung Vorlagen, könne man die Aussichten auf , Wi^rgenesung als vortrefflich betrachten. Die am Montag ausgegebenen Bulletins lauten hernt auch sämtlich befriedigend. Ter am Montag früh 6 Uhr ausgegebene Krankheitsbericht lautet:. Der Präsident 'hatte eine etwas unruhige Nacht, schlief jedoch ziemlich gut. Tas Allgemeinbesinden ist unverändert. Puls 120, Temperatur 101, Atmung 28. Tiefer Bericht rief in ge- lvissem Sinne allerdings eine Enttäuschung hervor. Er war aber wohl mehr, wie das Wolffsche Bureau sagt, dazu ;bestimmt, den vorherrschenden Optimismus ab^uschwä- ch e n. Die Aerzte sind noch immer geneigt, die Sachlage ^hoffnungsvoll anzusehen. Sie halten daran fest, daß zur Zeit auch nicht ein einziges unbefriedigendes Anzeichen vorhanden istj. Sie sagen, daß natürlicher- ' weise ernste Verwicklungen aus einer solchen Wunde entstehen können, rechnen aber nicht im Voraus damit. — Am Montag 9.20 Uhr früh wurde folgender Bericht ausgegeben: Das Befinden des Präsidenten befriedigt mehr und mehr. Unerwartete Zwischenfälle sind jetzt weniger wahrscheinlich. Puls 122, Temperatur 100,8, Atmung 28. Im Laufe des Tages hielten die Aerzte eine Konferenz, in der sie ihre Ansichten über den gegenwärtigen Zustand ’ Mäc Kinleys und die aufgetretenen Symptome ihre Meinung austauschten. Sie kamen zu dem Schlüsse, daß der Zufchnd des Präsidenten durchausbefriedigend ,uno seine Genesung fast sicher sei. Tr. Mc Burney erklärte, es seien keine üblen Vorzeichen da und Tr. Rixey sprach sich dahin aus, daß Mac Kinley binnen zwei Wochen nach Washington überführt werden könne. Die kritische Periode sei fast vorüber. Ter Präsident tragt seine Schmerzen mit heroischem Mute. Wie berichtettvird, war er zuerst! einige Stunden 1 nach der That frei von Schmerz, später habe er erheblich gelitten und in bewußtlosem und halb bewußtlosem Zu- stgnd gestöhnt, als läge er in Agonie. Wenn er jedoch wieder zum Bewußtsein gekommen sei, habe er keine Zeichen von Schmerz geäußert. Der Röntgen-Apparat ist eingetroffen, et wird , jedvch nur Verwendung finden, falls in der Nähe des vermutlichen Sitzes des Geschosses bedenkliche Anzeichen guftreten. Daß es sich' um einen anarchistisch en Anschlag handle, darüber ist nunmehr jed et Zweifel aus-' geschlossen. Der Thäter selbst macht daraus rein Hehl. Er hat sogar bekannt, toept er seine anarchistischen Wahnideen verdanke, nämlich der An archistin Em ma Gol d- mann, die in den Vereinigten Staaten umherreist und anarchistische Brandreden hält. Die ursprüngliche Ansicht, daß es sich um die That eines Irrsinnigen handle, war falsch. Ter Thäter ist allerdings ein exzentrischer Mensch, sonst aber im Vollbesitz seiner Geisteskräfte. Die Strafe, die den Thäter nach amerikanischem'Gesetz erwartet, ist, falls der Präsident wieder Genesung findet, nur 10 Jahre Zuchthaus. Sollte Mac Kinley dahingerafft werden, so würde Tiodesstrafe, eintreten. Daß eine zehnjährige Zuchthausstrafe nicht die geignete und ausreichende Sühne für eine so verruchte That ist, darin wird man wohl allgemein übereinsfimmen. Von allen Seiten werden denn auch gewichtige Stim- unaV es Präsidenten in Cincinnati geschmiedet I Keeley yave wahrend des sttfeges ausgezeicynere Dienste ge- woroen sei. Ursprünglich sollte Czolgosz zur That im leistet und die Buren hätten die -rhat lediglich aus Bosheit Clevclandrr Lager schreiten, aber er habe sich geweigert, weil verübt. Tie ausgezeichneten Dienste, von denen Milner spricht, das Lager in der Nähe seiner Heimat gelegen ist. Es find morden wohl nicht für die Buren, sondern für die Engländer 2 Personen in Cincinnati und 3 in Cleveland verhaftet ^ ichnct verwesen sein, so daß die Bosheit der Buren sehr worden. — Ein Korrespondent des „New-York Herald" in -& -fL ^ilich sind in der letzten Zeit, wenn man Buffalo berichtet: Tie Polizei und Beamten des ge- glauben darf, auch von Seiten der “t.s.xis.ssstiSssSÄÄ StrAts*”,x unterirdisches Gefängnis ab geführt. Brutalität und Rohheit schon im Verlauf des Krieges verübt Tie Anarchistin Emma Gold mann wird von der morden ist, ist ja bekannt, als daß man noch naher darauf Polizei eifrig überwacht. — Mit welcher Frechheit die An- yinzuwciscn braucht. So darf schließlich auch eine neue rchisten in Amerika auftretcn, beweist folgende Meldung: ^^dung nicht befremden, deren Richtigkeit übrigens noch In Cuffeykolders (Pennsylvanien) hielten gestern zwei" gnniiweifeln ist, das; die Buren abermals zwei unbewaffnete hundert italienische Anarchisten erne VersammlungL3 ne bei Strydendurg erschossen hätten. SSÄ Wie aus Kapstadt ^e.neld-? wird, ist der Oberkommistar Sozialisten haben in einer in Chicago veranstalteten, von |für Sudasiüa "ord Jiilncr 'n Vloerpfp^m^emZe^A^ über 2000 Personen besuchten Versammlung die Annahme einer Sympathie-Resolution für den Präsidenten ab gelehnt. Tie Gegner des Antrags betonten, Mac Kinley sei der Vertreter der Kapitalistenklasse, und ob er in Sicherheit oder Gefahr sei, bilde keinen Gegenstand der Sorge für die Sozialisten. In Boston wurde dagegen von den Sozialisten des Staates Massachusets eine Resolution angenommen, die die That Czolgosz verurteilt. Fortgesetzt laufen Sympathie- und Beileidskundgeb- ungen bei der Familie des Präsidenten ein. Der Präsident des Reichstags, Graf B a l l e st r e m über-| ändte dem amerikanischen Botschafter White in Berlin nach- olgcndes Telegramm: Eurer Exzellenz spreche ich hierdurch namens des zur Zeit nicht versammelten deutschen Reichstags sowie im eigenen Namen meinen tiefsten Ab scheu über das fluchwürdige Attentat aus, welches gegen das hohe Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten, Mac Kinley, verübt worden ist Zugleich gebe ich der Hoffnung Ausdruck, daß der gütige Gott das kostbare Leben des Präidenten erhalten und ihm baldige Genesung verleihen wolle. Der Kaiser telegraphierte, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, an den Präsidenten McKinley anläßlich des Mordanschlages: „In tiefe Trauer versetzt durch die Nachrichten von dem ruchlosen Attentat auf Ihr Leben spreche Ich Ihnen Mein und des ganzen deutschen Volkes Mitgefühl , — mit Ihnen und mit dem Kummer aus, vo-ttzeyrZh-^Land■ Ede Abstand genommen, da tiefe Trauer um geteilte Depesche des Kaisers und der Kaiserin an Frau Friedrich verschied, ^^r Schwä^rln des ^oßh rz g. McKinley ging dem Auswärtigen Amte von der am eri- Ihr folgte em naher Verwandter des Großherzoglichen Hauses. konischen Botschaft folgende Mitteilung zu: „Tie Prinz Hermann von Sachen-Weimar. Am öl. August starv rührende Bekundung des Mitgefühls Ihrer Majestäten des der Schwager des verstorbenen Prinzen Wilhelm von Baden, wutschen Kaisers und der Kaiserin ist Mrs. McKinley über- der Bruder des Großherzoas, Fürst Eugen Ramanowsky, mittelt worden; die Botschaft ist beauftragt, in ihrem Herzog von Leuchtenberg. Am Freitag erst verschied im Alter Namen tiefempfundenen Dank auszusprechen." Von 37 Jahren Prinzessin Alberta Viktoria von Leiningen, * • * Tochter des Fürsten Ernst und der verstorbenen Schwester des Ueber den A n a r ch i s m u s i n A m e r i k a seine 5) e r- Großherzogs, Marie Amalie von Baden. Ferner wurde durch kunft und seine Bestrebungen wird folgendes be- Tod im jugendlichen Alter von 16 Jahren in Gmunden „Tie Frage, ob der Anarchismus in Amerika selbst der jüngste Schwager des PrinzenMax von Baden, Prin- entstandcn isst oder ob er dorthin verschleppt ist, läßt sich Christian von Cumberland-Hannover entrissen. nicht kurzer Hand beantworten. Es ist natürlich, daß bet $ sämtlichen Kanzeln der evangelischen Gemein. Elemente aus Europa, ^eU^^^^tan^, 5^^ Unb ^Icii ^1^™: Aus Anlaß des m unserer Stad abgehaltene sich dort niedergelassen haben. Zweifellos hat aber die Katholikentages haben die Kirchenoorstande der hiesigen drei anarchistische Bewegung durch Johann Most, den ehe- evangelischen Gemeinden einmütig beschlossen: ^bit uertreten maligen sozialdemokratischen Reichstags- durchaus den Standpunkt der Toleranz und wollen jebe Ron» abgeordneten für Chemnitz, einen größeren Im- fession ihre Feste ungestört feiern lassen. Wir haben auch puls erhalten. Nachdem Most wegen seines schamlosen davon Kenntnis genommen, daß die Leitung des Katholiken- Treibens in England dort wiederholentlich Bekanntschaft ^ges das Entgegenkommen der evangelischen Bevölkerung an- mit dem Gefängnis gemacht hatte, und bei den englischen erkannt hat. Wir bedauern aber, daß bei diesem Ent- Elemente gefördert worden. Ter Verbrecher C z o l g o s z ist mehr gerechtfertigt, als der Verlauf des Festes der gegebenen Zu- ein Pole. Die Polen und Tschechen haben gerade in der sicherung, imGeiste des friedens und der Achtung Andersgläubiger letzten Zeit eine außerordentlich lebhafte Agitation für I tagen zu wollen, nicht entsprochen hat. Wir weisen die Angriffe den Anarchismus in Amerika entfaltet. Im März dieses und Verunglimpfungen unserer 5lirche und unserer Neforma- dieses Jahres veranstalteten die polnischen und tschechischen toren, welche schon in der Form dem Ernste des Gegenstandes Anarchisten in New-York, Hoboken, Newark und Cleveland unangemessen ivaren, entschieden zurück. Wir wissen von zahlreiche Versammlungen und Feste zu Ehren der erschos- f^eni Evangelium Luthers, Calvins oder gar eines anderen senen Kommunekämpfer pon 1871. Neben dieser Bewegung duschen ^kennen unö vielmehr einmütig zu dem einen für den Anarchismus geht eine solche, namentlich der (u Christi, das durch Gottes Gnade von den ^n d°"d k/^t g7nk7'(Straz° Osvoje^h'ch; Reformatoren der ^enhest wieder geschentt worden ist wurde, so berichten die anarchistischen Blätter, gegründet; und auf dem die Küche sich au baut, welche die Pfotten der er besteht aus Vereinen und einzelnen Personen und be-^ Hölle nicht überwältigen werden. schäftigt sich mit antireligiöser Propaganda, insbesondere -----— mit der Gründung von religionslosen Schstlen, „in welchen Am Montag begann vor der Strafkammer des ^and- den Kindern eine freie natürliche Geistesnahrung gereicht!gerichts Thorn der Prozeß gegen 60 polnische Akademiker wird." Wie die ftauzösischen Anarchisten ihre Louise Michel,!wegen Geheimbündelei. Alle 60 Angeklagten sind er- die deuffchen ihre Agnes Reinhold, so hatten die tschechi-s schienen. Sie leugnen sämtlich die Schuld. scheu ihre Barbara Nowak, und „Novy Zivot" überschlug — ‘ sich ftömlich in Begeisterung über diese edle Vorkämpferin, die in Böhmen und in der Schweiz schon eine Nolle als Anarchistin gespielt hatte. Die Polen hatten ihre Vor-I Berlin, 9. Sept. Der nationalliberale Abgeordnete Landkämpferin in der Emma Gold mann, deren Lehren Czol- geffchtsrat Stockmann zu Göttingen, gewählt von dem gosz so begierig eingefogen hat. Kreise Göttingen und Münden, hat sein Mandat krankheits- Tiese Emma Goldmanii sollte auch auf dem rnter- , ..r^eraeleat nationalen Anarchistenkongreß erscheinen, der _ s{eJ Nat-Zta" veröffentlicht im Auftrage des ; w >" «*g5gas . deutschenAnarßisten vollkommen in die Versenkung Gunsten des Sergeanten Hickel, des Wachtmeisters - verschwunden waren; Engländer, Franzosen und Buppersch, des Vizewachtmeisters Schneider und des t Polen waren die Referenten. Unterofsiziers Douiuig, die auf Anordnung der ^1^= 11 .....behörden am 1. Oktober aus dem Militäroerhältnis aus- Ettglüttder «ud Bsrrerr. scheiden und dadurch die Prämie von 1000M., die sie nach Die Unsicherheit der Bahnverbindungen in zwölfjähriger Dienstzeit erhalten hätten, und den Zivil- ' ' “ ■ ™ ' । Versorgungsschein verlieren. — Mitteilung des Kriegsministeriums über die Fahrt der Truppentransportschiffe: „König Albert" ab Aden 9. September, Dampfer „Bahia" ab Taku 8. September mit 875 Mann, Dampfer „Wittekind" ab Moji 9. September, Dampfer müßten. Bemerkenswerterwcise stimmen jetzt auch amerikanische und englische Zeitungen in den Ruf ein. Die Berliner Presse weist der amerikanischen Regierung die Initiative zu im Kampf gegen den Anarchismus. Das Verbrechen von Buffalo, so bemerkt die „Voss. Ztg.", müsse die amerikanischen Behörden lehren, wohin die weitgehende Duldung des Mißbrauchs republikanischer Freiheiten führt. Ten Londoner Blättern, die mit einem Male so einmütig die Pflicht proklamieren, „den ge-, meinsamen Feind unschädlich zu machen", halten die Ber-- liner „N. N." ebenso treffend entgegen: „Mit akademischen Deklamationen wird nichts ausge- richte t". Auf dem Gebiet der akademischen Deklamationim aber würde u. E. eine neue internationale Anti- Anarchisten-Kons er en z sich bewegen, nachdem die zuletzt tieranftaltete ein so trübselig geringes Ergebnis gehabt hat. England und die Vereinigten Staaten zeigten sich damalz titidjermafen «bgentigt, j-dcm Bmcschla« M. deutlich: Hrvörräg°»de Bürger bet Stadt sind ÄÄfe bestimmt werden abwechselnd .die. Züge .nach Ausland mit einer r Schcllhaas aus Brandau, im Dienst von Mitgliedern der Familie Noßmann zu Ober-Modau, das Allgem. Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. *• Zum Tod des Geh. Reg.-Rats Dr. Braden. Der am Sonntag so plötzlich verstorbene KreiSrat Dr. Braden in Friedberg hat die Geschäfte des Kreises 23 Jahre lang verwaltet. Vorher war er in gleicher Diensteigenschast in Oppenheim a. Rh. thätig. Der Verstorbene war ein Beamter, mit dem jedermann verkehren konnte, namentlich zeichnete ihn ein unverwüstlicher Humor aus. Die Landwirtschaft hatte in ihm einen eifrigen Förderer ihrer Interessen, ohne daß er sich auf den extremen agrarischen Standpunkt versteifte, seine Reden in den Versammlungen der Bezirksvercine wie in den Provinzialvereins-Versammlungen wirkten versöhnend. Auch der Oberhess. Obstbauverein, dem er lange Jahre als Vorsitzender seine Kraft widmete, hat ihm viel zu verdanken. — Die Beisetzung findet am Mittwoch, vormittags 11 Uhr, in Büdesheim b, Bingen statt, wo Dr. Braden ein Weingut befaß. ** Die 12. Allg. Geflügel- und Vogelausstelluug des Vereins für Vogel- und Geflügelzucht zn Darmstadt am 7., 8. und 9. Sept, war reich beschickt. Von den zahlreich verteilten Preisen führen wir die auf Obcrhessische Aussteller gefallenen an. Es erhielten für kühner 1. Preise: erbaut. er. Bad-Salzhausen, 4. Sept. Die zu Ende gehende Saison hat dieses Jahr die gehegten Envcrrümgen^befriedigt. Es wurden wieder eine größere Zahl von Badern abgegeben, als im Vorjahre. Leider wurde auch in diesem Jahr an Sonntagen die Ruhe der Spaziergänger im Park wieder zeitweise gestört durch oft mit Erbitterung ausgeführte Kämpfe der Schuljugend aus den umliegenden Ortschaften. So lagen gestern wieder die Borsdorfer und Geiß-Nidda sich in den Haaren, ein Junge drohte sogar mit dem Rtefler, und das AufsichtSpcrsonal hatte seine liebe Not. Diese Kampfe scheinen sich nicht blos aus nachbarlicher Eifersucht entwickelt zu haben, sondern sind auch Ausartungen deS Soldatenspiels (Buren und Engländer). Büdingen, 9. Sept. Gestern fand der vom hiesigen Turnverein veranstaltete Stafettenlauf statt. Die Ätt- fernung von Büdingen nach Ortenberg beträgt 12 Klm. Den einzelnen Stafetten wurden, wie der „B. 2L. Anz." schreibt, je nach Leistungsfähigkeit 200—400 Mtt. Wegstrecke zugeteilt, es wurde die einfache Tour in 37 Minuten zurückgelegt, eine Leistung, die alle Anerkennung verdient. Der Vorstand ,var z. T. per Rad vorausgefahren, um die Tour im Rahmen der Ordnung zu halten. Mainz, 9. Sept. Seitens des Hofmarschallamts ist dem Vorstand der Allgem. deutschen Gartenbauausstelllmg die Mtt- teilung^zugegangen, daß der Groß Herzog dem Festprogramm seine Zustimmung gegeben und sein persönliches Erscheinen nicht nur bei der Eröffnung der Ausstellung, sondern auch beim großen Blumenfest, welches am Mittwoch, 18. Septbr., abends 7 Uhr in der Stadthalle stattsindet, zugesagt hat. fo. Wiesbaden, 9. Sept. Der Kreisausschuß hat beschlossen, den Landgemeinden, die auch im kommenden Winter ländliche Fortbildungsschulen einrichten, Unterstützungen zu den Kosten für die Lehrkräfte zu gewähren. *• Kleine Mitteilungen auö Hessen und den Rachbarstaaten. In Mainz geriet der 18jährige Franz Wald, der als Knecht bei dem Pächter der Ingelheimer Au steht, unter die Räder eines von ihm geführten Wagens, auf dem ein halb gefülltes Latrinenfaß lag. Der Wagen ging chm über den Unterleib. Der Verunglückte dürste kaum mit dem Leben davonkommen. tunde zusammen. ** Schulbildung der Rekruten. Im Ersatzjahr 1900/1901 sind im Bezirk der 25. (Großh. Hess.) Division 3880 Rekruten eingestellt worden, von denen keiner ohne Schulbildung war. In den letzten 20 Ersatzjahren siel die Zahl der Rekruten ohne Schulbildung von 7 gleich 0,27 Prozent auf 1 gleich 0,3 Prozent. Schulbildung nur in fremder Sprache hatten 3 Rekruten genossen. Von den eingestellten Rekruten waren ausgehoben in Starkenburg 1770, in Oberheffen 918, in Rheinhessen 1192. " Die Blondin-Maus-Truppe veranstaltet heute Abend m Oswaldsgarten eine große Jubel- und Trubel-Vorstellung, die ganz neue Ueberraschungen bieten soll. U. a. wird eine Verlosung veranstaltet. Jeder Besucher erhält ein Freilos, auf das er eine Uhr, ein Besteck u. dgl. gewinnen kann. Z. Bersrod, 9. Sept. Bei der heute hier stattgehabten Gemeinderatswahl stimmten von 84 Wahlberechtigten 82. Es wurden gewählt die Landwirte Karl Gerha mit 46, Heinrich Debus III. mit 44 und Wilhelm Schelü mit 42 Stimmen. Die antisemitische Gegenpartei brachte trotz eifrigster Bemühungen keinen ihrer Kandidaten durch. ! Grebenhain, 9. Sept. Gestern fand hier auf der Kegelbahn des Gastwitts Andreas Weitzel großes Preiskegeln statt, wobei gleichzeitig der hiesige Musikverein in dem anliegenden Garten Konzert gab. An dem Preiskegeln beteiligten sich 75 Personen, nicht allein von hier, sondern auch aus den umliegenden Orten. Als Preise waren 18 praktische Gebrauchsgegende ausgestellt. Die ersten drei Preise erhielten: Heinrich Gauß XVIII. in Grebenhain (1 Bierkrug), Heinrich Nehberger III. in Grebenhain (1 Imhof-Pfeife), Heinrich Gauß XIII. in Grebenhain (1 Bierkrug). )( Bad-Nauheim, 9. Sept. Bei Vornahme von Reparaturarbeiten an einer Dampfleitung in einem hiesigen Hotel wurde der Maschinist Ebbighausen durch plötzliches Aussttömen von Dampf derart verbrannt, daß er in das Krankenhaus übergeführt werden mußte, wo der Verunglückte heute seinen Verletzungen erlag. Der Bedauernswerte hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. ko. Butzbach, 9. Sept. Auf der in Weimar abgehal- tcnen Abgeordnetenversammlung des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrervereine wurde nach einem Vorttage des Pfarrers Schrimpf-Butzbach über die Bedrängnisse und Kämpfe der Buren auf Anregung des hessischen Pfarrervereins beschlossen: 1. ein Beileidsschreiben an den Präsidenten Krüger, 2. eine Zustimmungserklärung an die englischen Geistlichen zu senden, die gegen die ungerechte Kriegführung der Engländer öffentlich Zeugnis abgelegt haben, 3. die Gemeinden zu bitten, die notleidenden Buren auch ferner thatkräftig zu unterstützen. Kr. Ranstadt, 9. Sept. Ein von hier gebürttger Ch ina- krieger, Unteroffizier Treutel, ist gestern hier eingetroffen. Er wurde am Bahnhofe vom Kriegerverein feierlich begrüß und in seine elterliche Wohnung geleitet. Ein anderer von hier gebürttger Chinakrieger trifft im Laufe dieser Woche ein. f. Ober-Mockstadt, 9. Sept. Der Bierlieferant Klaus von hier wollte heute Eis aus seinem Eiskeller holen. Dabei stürzte er in den tiefen Keller auf das Eis und erlitt schwere Verletzungen. — In dem benachbarten Dauernheim stürzte gestern das 7jährige Söhnchen des Pfarrers Wolkewitz von einer ziemlich hohen Mauer. Cs trug schwere Verletzungen davon. § Crainfeld, 8. Sept. Hier fand in der Wirtschaft Schmalbach Witwe eine Versammlung statt, bezüglich der Neu-Einrichtung der Fahrpost-Verbindungen nach der demnächst in Verkehr kommenden Bahn-End-Station Grebenhain. Postverwalter Breitwieser von Grebenhain teilte den Versammelten mit, daß die Postverwaltung bereit sei, den Wünschen des Publikums möglichst Rechnung zu tragen. Für das Entgegenkommen dankte in einer kurzen Ansprache Bürgermeister Schmalbach hier. In der Erwägung, daß sich der Verkehr von Crainfeld und Umgegend meist nach dem Süden über Gedern bewegt, besonders durch die Städte Frankfurt a. M., Gelnhausen, Hanau re., wahrend der Bahn- Verkehr von Grebenhain nach Lauterbach vorläufig nur sehr schwach sein dürfte, bis die ganze Sttecke zwischen Lauterbach und Gedern durchgebaut ist, wurde beschlossen, die settherige Postverbindung mit zweimaliger Personenpost von Gedern nach Grebenhain und zurück beizubehalten. Die täglich einmal verkehrende Personenpost von Freiensteinau nach Bahnhof Grebenhain anstatt der settherigen Privatpost zwischen beiden Orten. n. Nidda, 9. Sept. Gestern fand unser Dekanats- Gustav Adolf-Fest in Gettenau statt. Die Predigt hielt Pfarrer Praetorius zu Blofeld. Den Bericht, der von einer fortwährenden ersteulichen Vereinsthätigkeit Zeugnis gab, erstattete Sekretär Pfarrer Clotz zu Wallernhausen. An Stelle des beurlaubten Dekans sprach Dekanstellvertteter Pfarrer Hildebrand zu Echzell die Begrüßung der Versammlung aus. Es fand noch eine Nachversammlung statt, in der Pfarrer Wolf zu Berstadt über die „Los von Nom"- Bewegung" sprach. Der Musikverein Gettenau half im Gottes- Vermischtes. * Rends bürg, 8. Sept. Der Dampfer „Willie" aus Lundquist (Schweden) ist heute nacht um IV/s Uhr nach einem Zusammenstoß mit dem dänischen Dasnpfer „Nexos" aus Esbjerg bei Km. 46.6 gesunken. Die Besatzung ist gerettet. „Willie" liegt auf der Nordböschung in der Richtung der Kanalachse auf etwa 8 Meter Waffer. Der Verkehr im Kanal ist ungestört. Louis Aßmus, Bad-Nauheim; 2. Preise: Ludwig Hanau, Gießen, Louis Aßmus, Bad-Nauheim; 3. Preise: Ph. Södler, Niedergemünden; für Fasanen: 1. Preise: PH. Södler, Niedergemünden; 3. Preise: PH. Södler, Niedergemünden; für Tauben: 2. Preise: Heinr. Fräse, Vilbel. ** M'änner-Turnverein. Zu Ehren seines früheren treuen Mitgliedes C. Schwarz, der nach dreijähriger Abwesenheit in China und der Südsee in die Heimat zurückgekehrt ist, veranstaltete der hiesige Männer-Turnverein letzten Samstag auf seiner Kneipe eine kleine Festlichkeit. Hierbei wurde der Anhänglichkeit des Herrn Schwarz an den Verein gedacht, dem er stets auch in der Ferne ein treues Gedenken bewahrt hatte. In das auf den Gefeierten ausgebrachte „Gut Heil" stimmten die zahlreich anwesenden Turner freudig ein. Herr Schwarz, welcher zuletzt als Obermatrose auf S. M. S. „Seeadler" diente, dankte in bewegten Worten für die ihm dargebrachten Ovationen und schenkte dem Verein mehrere Speere und andere Waffen, die er aus der fernen öübfee mitgebracht hatte. In einem kurzen Vorttage berichtete er über seine Erlebniffe als Mattose, streifte kurz die Ereignisse in China, an denen der „Seeadler" auch teilgenommen hat, und brachte der deutschen Marine ein kräftiges „Gut Heil", das begeisterte Aufnahme fand. In recht animierter Stimmung blieben die Anwesenden bis zur frühen Morgen- Gießen, 10. September 1901. Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Pete Aus Stadt und Zand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. dienst und in d« Nachversammlung das Fest verschönern. Der Besuch war ein so starker, daß die Kirche nicht alle Teilnehmer fassen konnte. Die Kollekte in der Kirche betrug 37 Mk., in der Nachversammiung 26 Mk., letztere für Oestev- reich. — Das Dach der neuen katholischen Kirche ist mmmehr aufgeschlagen und wird jetzt mit, dem Turme begonnen werden. Das neue Steuerkommrffariatsgebäude in der Schillerstraße ist bereits eingedeckt. Eine wettere Villa wird nach Kohden zu von Herrn Hofmann aus Münzenberg auSzeichnungen anläßlich der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers in der Provinz Ostpreußen. Königsberg, 8. Sept. Die gestrige Parade des 1. Armeekorps vor dem Kaiser vollzog sich bei günstigem Wetter. Der Kaiser übergab, vor der Stifte der Front haltend,^ zunächst die neuen Fahnen mit einer Ansprache an die Regiments-Kommandeure und nahm den Rapport von dem kommandierenden General Grasen Fink v. Finkenstein entgegen. Sodann ritt der Kaiser mit der Kaiserin, dem Kronprinzen, den Prinzen Albrecht und Friedrich Heinrich die Fronten ab. Das Grenadier-Regiment Kronprinz wurde bei dem ersten Vorbeimarsch in Kompagnieftont von dem Kronprinzen vor- geführt, beim zwetten, welcher in Rcgimentsftont erfolgte, von dem Kaiser und dem Kronprinzen, welche nebeneinander ritten. Das Publikum begrüßte den Kaiser und den Kronprinzen mit lauten Hochrufen. Prinz Albrecht führte sein Tragonerregi- ment zweimal vor. Die berittenen Truppen gingen einmal im Trapp und einmal im Galopp vorbei. Nach Schluß der Parade hielt der Kaiser Kritik ab, setzte sich an die Spitze der Fahnenkompagnie und Standarteneskadron und, führte dieselben unter den brausenden Hoch- und Hurrahrufen der Menschenmenge nach dem Schloß zurück. Auf dem Wege bildeten Fußttuppen Spalier. Die Kaiserin kehrte zu Wagen zurück. Neueste Meldungen. Berlin/ 10. Sd Die „Berl. Pol. Nachr." schreiben: Die Beratung mit ^^verständigen der verschiedenen Berufszweige ü^er die einzelnen Teile des Zolltarifentwurfs beginnen voraussichtlich am 20. September im preußischen Handelsministerium. Graz, 10. ^oept. Arn 26. September wird das zweüe Bataillon des 2. deutschen ostasiatischen Infanterieregimente „Moltke". Es wurden Trinksprüche ausgebracht auf die Freundschaft zwischen Deutschland und Spanien. Heute sand an Bord des „Moltke" eine Festlichkeit stgtt, welcher die Behörden, spanische Marineniannschasten und hervorragende Persönlichkeiten beiwohnten. SanSebastian,9. Sept. Die Mannschaft des Schulschiffes „Stein" veranstaltete an Bord des Schiffes eine Festlichkeit für die Einwohner der Stadt, die Mttglieder der Kolonie usw. Die Damen, welchen Blumen überreicht wurden, wurden mit Eis bewirtet, während den männlichen Gästen Tabak, Bier und Thee gereicht wurde. Die Festlichkeit, lvobei Musik- und Gesangsvorträge wechselten, verlief sehr animiert Wegen der deutschen Hoftrauer siel der in Aussicht genommene Ball aus. Budapest,- 9. Sept. Der Reichstag wurde vormittags vom König im Thronsaale in der Ofener Hofburg Thronrede geschlossen, in welcher es bezüglich des Ausgleiches heißt: Wohl ist es nicht gelungen, zwischen den Landern der ungarischen Krone und meinen übrigen Königreichen und Ländern die Zoll- imb Handelsangelegenheiten in jener Weise zu regeln, aus welche Arttkel 12 des Gesees von: Jahre 1867 in erster Reihe hinweist Gleichwohl haben die Zoll- und Handelsverhältnisse sowie die Verzehrungssteuern auf Grund gegenseitiger Billigkeit und Reziprozität eine den aesetzlichen Rechten wie auch wirt- schaftlichen und finanziellen Interessen des Landes entsprechende Erledigung gefunden. Der künftige Reichstag wird gesteigerter, patriotischer Einsicht bedürfen, um alle großen und schweren Ausgaben zu lösen. Mögen diese Arbeiten die Segnungen des Friedens erleichtern. Hoffnung bietet uns hierzu das intime und g u t e (§ i n b e r n e I) m e n mit unseren Verbündeten und die guten freundschaftlichen Beziehungen, in welchen wir mit sämtlichen' auswärtigen Mächten stehen. Paris, 9. Sept. Unter dem Drucke des Attentates von Buffalo hat der Direktor der öffentlichen Sicherheit, Carvard, verboten, daß an den von dem Zarenpaar zu passierenden Straßen Zuschauertribünen errichtet werden. Der Bürgermeister von Compiegne hat von dem Ministerpräsidenten die Erlaubnis zur Errichtung einer Tribüne für Senatoren, Deputierte und die Bürgermeister des Departements du 9iord nachgesucht, da eine solche Tribüne keinerlei Besorgnis für die Sicherheit des Zaren erwecken könne. Waldeck-Rousseau erwiderte, er könne die Berücksichtigung nicht erteilen, da es sich, um eine allgemeine Maßnahme handle. Dem „Figaro" zufolge beabsichttgt Präsident Loubei, zu Ehren des Zaren eine Parforee-Jagd zu veranstalten. — Tie Ministtr Leygues und Battloud beschlossen, dem Zaren eine Sammlung aller aus Anlaß der Pariser Weltausstellung geprägten Denkmünzen zu überreichen. — Mehreren Blättern zufolge stellte die italienische Regierung den französischen Behörden hundert Polizisten zur Verfügung behufs Ueberwachung der in Frankreich sich aushaltenden italienischen Anarchisten. Peking, 9. Sept. (Reuter.) ES ist ein Edikt betr. die Reform der Prüfungen erschienen. Danach werden die Prüfungen die chinesische und abendländische Geschichte, abendländische Wissenschaften und Industrie jetzt umfassen. — Marischikais Truppen sind heute hier eingerückt und haben den Polizeidienst übernommen. Viele Arbeiter sind angenommen worden, um die Paläste und Straßen in .Stand zu setzen. Santander, 9. Sept. Der Gorneinderat gab gestern ein Bankett zu Ehren der Besatzung des Schulschiffes Handel und Verliest. Volkswirtschaft. Markt. Gießen, 10. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,20—1,30 Mk., Hühnereier pr. Stück 7 Pfg., 2 Stück 00—00 Psg„ Enteneier pr. Stück 0—0 Psg., Gänseeier pr. Stück 00—00 Pfg., Käse pr. Stück 5—8 Pfg., Käsenratte 2 Stück 5—8 Pfa., Erbsen pr. Ltter 22 Psg., Linsen per Ltter 34 Pfg., Tauben pr. Paar 0,75—0,90 Mk., Hühner pr. Stück 1,00—1,50 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,20 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. —,— Mk.. Ochsenfleisch pr. Pflmd 66—76 Pfa., Kuh- und Rindfleisch pr^Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 64—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr- Psund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00—8,00 Mk., Weißkraut per Stück —,— Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,00—8,00 Mk., Milch per Ltter 18 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags. Tilsit, 9. Sept. Die „Tttfiter Allg. Ztg." meldet: Der Holzhändler Aron Bernstein, Inhaber der nn August in Konkurs geratenen Firma, wurde heute verhaftet und in das Amtsgerichts-- gcsängnis überführt. Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft Akt.-Ges. in Berlin. Der Vorstand der Gesellschaft veröffentlicht eine Darlegung der gegenwärtigen Sage., Die Bilanz vom 30. Juni schließt zwar nur mit einem Verlust von 1469182 Mk. ab. Inzwischen sind aber auf den Effektenbesitz der Gesellsckiaft so bedeutende wettere Kursverluste ein getreten, daß, sich der Vorstand entsprechend der Vorschrift des Handelsgesetzbuchs, zu der Erklärung gezwungen sieht, daß mehr als die Hälfte des 7 einhalb Mill. Mark betragenden Aktienkapitals als verloren zu betrachten seien. In der Juni-Bilanz waren 11743 000 Mk. Schlesische Kleinbahnaktien noch mit 91 Prozent aufgenommen worden. Vorgestern notierten dieselben 65 Prozent. auf diesem Besitz, ein weiterer Verlust von 3053 000 JJctL Ferner sind 3 246 000 Mk. Mansselder Kleinbahnaktten fönbe Juni mit 79,5 Prozent bewertet worden. Der Kurs dieselben war am 31. August auf 72 Prozent gefunfm; er wurde an den letzten Tagen überhaupt uicht nottert. Sa» gesamte Zinsbedürfnis für Obligationen und Schulden stellt sich auf 1700000 Mk. jährlich, wozu noch Verwaltungskosten mit 200 000 Mk. treten. 'Die Direktion der Gesellschaft sch ätzt nun die Jahreserträgnisse der der Gesellschaft gehörigen Unternehmungen bezw. Aktten auf 1200 000 Mk., wobei einerseits Bauzinsim mitgerechnet sind, andererseits aber in Betracht fammt, daß die Mehrzahl der Unternehmungen sich noch! im ersten Entwickelungsstadium befindet. Wie kürzlich verlautete, soll an die Obligationäre das Ansinnen gestellt werden die Hälfte der Obligationen in Aktien umzuwandeln. Ladeueiurichtuug ju kaufen sucht. Offerten unter Nr. 03541 Hrofie Krsparuis im Kausyatt Suppe«^ Gemüse- u. Arasisrrppi eben wieder einaetroffeu Carl Schulze LL, Schi LMM WW5*: t W W gvsz gestattet, noch ist es überhaupt erlaubt, ihn zu sehen. Buffalo, 9. Sept. Frau McKinley sah nach?- mittags ihren Galten kurze Zeit. Der Präsident wechselte heute ohne Schwierigkeit und ohne Schmerzempfindung aus eigener Kraft die Lage im Bett. "Ter Arzt McBurney äußerte nachmittags, niemand könne sagen, McKinley sei jetzt außer Gefahr. Eine Woche oder etwas länger bestehe noch die Möglichkeit von Komplikationen. Wenn danach alles gut gehe, könne man sagen, daß der Präsident sicher wieder genese. — Wahrscheinlich würden d r e i W o ch e n vergehen, bevor man den Kranken gefahrlos transportieren könne. "Die Besserung des Befindens scheine rasch fortzuschrciten. *Sr. Mann, ein anderer Arzt, bemerkte gleichfalls, daß der Präsident n o ch n i ch t a u ß e r Gefahr sei, und teilte mit, dem Kranken werde heute etwas Nahrung durch den Mastdarm zugeführt. Die freie Bewegung der Eingeweide, die sim heute zeigte, sei ein vortreffliches Symptom. — Das Bulletin von abends 9 einhalb Uhr lautet: Das Befinden ist andauernd günstig. Puls 112, Temperatur 101, Atmung 27. — Die Polizei ist nunmehr zu dem Schlüsse gelangt, daß der kürzlich in Amerika eingetroffene Deutsche Alfms Stuty, der am Samstag als Mitschuldiger Czolgosz'S verhaftet wurde, unschuldig ist. Stuty wird aber wegen heimlichen Mafsen- tragens bestraft. Pitts bürg, 10. Sept. Zwei hier ansässige Anarchisten, welche mit der Anarchistin Emma Goldmann eng befreunoet sind, wurden verhaftet. Seit*: Die 1 erloschen worden. Gie Die der Mar« leise führ Gie ’-'b e Oft ■*' 5 Zimmer nebst Zubeh., wegen Versetzung an ruhige Familie alsbald zu vermieten, Hark Wigandt, Löberstraße 5, Hinterbaus. 5694 5181] Der seither von Herrn Lehrer Mulch bewohnte 2. Stock Wallthorstraße 44, 7 Zimmer mit allem Zubehör, großer Garten- antei! rc., ist per 1. Oktober a. c. anderweitig preiswert zu verm. 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Ein von Faro nach Estremoz gebender Eisenbcrhnzug entgleiste auf der Brücke der Alcacvvas zwischen Casabranca und Alcacovas. Sämtliche Wagen wurden zerstört. Soweit bisher festgestellt, wurden drei Reisende getötet, und zahlreiche Reisende und andere Personen verwundet. Die Getöteten sind so verstümmelt, daß eine Identifizierung unmöglich ist. Buffalo, 9. Sept. Ein nachmittags 3 Uhr über das Befinden Würc Kinleys ausgegebener ärztlicher Bericht besagtr Das Befinden des Präsidenten bessert sich ständig: er ist schmerzlos. Ungünstige Symptome zeigten sich nicht. Darm und Nieren sunkttonieren nornral. Puls 113, Temperatur 101, Atmung 26. Boston, 10. Sept. Die Polizei erwägt, die anarchistischen Vereine und Klubs aufzuheben. Chicagv, 9. Sept. Der hiesige Polizcick ' rklärte nachmittags, daß EmmaGvldmann, deren *&: ungen größtenteils Czolgosz zur Begehung der That veranlaßten, nicht wett vvn hier unter polizeilicher Ueberwach- ung sei und ließ durchblicken, daß sie gleich, nachdem er einen Steckbrief hinter ihr erließ, verhaftet wurde. Buffalo, 10. Sept. Die Behörden werden alles in ihren Kräften stehende thun, um zu verhindern, daß Czolgosz von der Sensattonspresse zum Helden gestempelt werde. So ist den Reportern weder der Zuttitt zu Czol- Br für Herren! Wer sich vor Uebci’tragung von Bartflechten und anderen ansteckenden Hautkrarckheiten schützen will, lasse sich nur mit der airtiseptischen Nasierseife 6023 Seh fitze die Haut Patentamt 9tr. 36 470 rasieren. — Besonders zart und arrgcnehm im 6)ebrauch. HygienischeGesellschaft zu Dresden ISlau & Co. In nachstehenden Geschäften wird mit „Schütze die Haut" rasiert: Karl Muhl, Friedr. Schnecko, im Engros zu haben bei P. I. Möbs, Seifenfabrik. tatalt „Hygiea“ Am Söpsm's Achs. 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