161. Jahrgang Zweites Matt Sonntag 11. August 1901 M» Bfafjwur ieePten- *H «GchenEch gefunden: verloren: entflogen: 1 beschränken wollen. be- lhe werpei 1 1 1 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Schirm, seidene Schürze und 1 Pferdedecke; goldener Ring, 1 goldene Brosche und Portemonnaie mit Inhalt; Hbreffe für Anzeiger Sketzen. 3crnfprrd)anfd)lu69?r.Mj Eine sensationelle Meldung liegt heute aus Konstantinopel vor: Die bulgarische Regierung hat bei der Entrichtung des fälligen Tributs an die Hohe Pforte — Bulgarien steht bekanntlich jm Vasallenverhältnis zur Türkei — erklären lassen, daß Bulgarien weitere Zahlungen nicht mehr leisten werde. Also eine Auflehnung in aller Form, und zwar, wie man glaubt, im Einverständnis mit Rußland! Die Folgen eines solchen Vorgehens wären so weitgreifend, daß eine Bestätigung der Nachricht abge- lvartet werden muß. Rußland würde durch eine derartige Unterstützung der ehrgeizigen Pläne des Fürsten Ferdinand — am Ende handelt es sich um die Unabhängigkeits-Erklärung Bulgariens, die Umrvandlung in ein Königreich — zum Ausdruck bringen, daß es gesonnen ist, die Orientfrage aufzurollen. Ein scharfer Konflikt mit der Türkei wäre unausbleiblich, denn der von Gläubigern arg bedrängte, in steter Geldverlegenheit sich befindende Sultan verzichtet auf die Tributzahlungen seines Vasallenstaates keinenfalls gutwillig. Abdul Hamid bleibt wohl selbst kaltlächelnd die größten Summen schuldig; er wird aber wohl nicht dulden, daß Andere ihren Verpflichtungen ihm gegenüber nicht nachtommen. Und die türkische Armee ist schließlich nicht so minderwertig, daß es für Rußland ganz unbedenklich wäre, einen Streit vom Zaune zu brechen. und ihre Führer denken gütigst bewilligten Termi geben. Nur noch scharfe wehr sein. Die deutsä auf das schärfste. Das dürfe keines Wortes, d recht ins Gesicht schilä^t. die Buren sicher kein gleicher Münze heirnzuzi Kapkolonie noch immerj S p£h?n bei kok» ?^Mftigung!fl gfl« Aoalavur fett Gießen, den 10. August 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Engländer und Buren. Wir gaben gestern eine Preßstimme wieder, die Chamberlains Verhalten für noch nicht weitgehend genug erachtet und die bisher angewandte englische Art der Kriegführung für zu milde erklärt. Der englische Kriegsminister scheint sich dieser Stimme angeschlossen zu haben. Er hat dem Oberstkommandierenden die Weisung erteilt, alle noch im Felde stehenden Burenführer und Mitglieder der Burenregierung, wenn sie nicht bis zum 15. September sich ergeben, für verbannt und ihrer Güter für verlustig zu erklären. Die in Verfolg dieser Anweisung erlassene Proklamation Kitcheners, die gestern auch ein Telegramm erwähnte, lautet: Alle Kommandanten, Feldkornets oder Anführer bewaffneter Banden, welche Bürger der ehe- Kräfte frei und ungehindert zu entfalten. Ein Staat, der täglich vermehrte Anforderungen an seine Bürger stellt, kann unmöglich die Thätigkeit seiner Völker land maße sich ein Strä über Männer, die nichts als ihre Pflicht thun, die das leisten, was England van seinen Bürgern im gleichen Falle nur wünschen könnte. nicht daran, bis zu dem! 5. September sich zu er- eifelter wird die Gegen- er verurteilen den Erlaß Tagebl." schreibt, es be- Proklamation dem Völker- „Nat.-Ztg." nimmt an, daß ment zögern werden, mit wozu sie vor allem in der chlich Gelegenheit haben. Eng- cht an, bemerkt der „Lokal-Anz."", Melinit«* to finit i-.W ft M " ’S 1-Salzhanse Man schreibt uns aus Berlin, 9. August: Aus den Bankkatastrophen der letzten Zeit ginnen jetzt auch die großen Bankhäuser Lehren zu ziehen. Eine Zeit hindurch herrschte auf dem deutschen Banken- markt eine wahre „Fusionsmanie". Es galt den Direktoren als das erstrebenswerteste Ziel, die Vereinigung des von ihnen geleiteten Instituts mit einer anderen großen Bank, möglichst einer Berliner Bank, herbeizuführen. Gelang das nicht, dann wählte man den Weg der komman- ditarischen Beteiligung oder der Gründung von Filialen, vor allem wiederum in oer Reichshauptstadt. Es kam nicht selten vor, daß mittlere Berliner Bankgeschäfte von Provinzbanken aufgekauft und zu Zweiganstalten umge- wandelt wurden. Auf diese Weise wuchsen in Berlin die Bantpaläste wie Pilze aus der Eroe, während das Provinzgeschäft seine Individualität mehr und mehr einbüßte. Jetzt kommt der alte Brauch, die Beschränkung auf den Stammboden des Provinz- und Lokalgeschäftes, wieder zu Ehren. Die Breslauer Diskontobank macht den Anfang. Sie will demnächst dem Auf.sichtsrat die Auflösung der Berliner Niederlassung Vorschlägen, und sich, wie früher, lediglich der schlesischen Kundschaft widmen. Dieser Einschluß verdient ebenso aus volkswirtschaftlichen wie aus sozialen Gründen Billigung. Wenn andere Institute dem Beispiel der Breslauer Diskontobank folgten, dann würden wieder bessere Zeiten für das Provinzgeschäft kommen und damit für viele Herren vom Bankfach, die in der Provinz wahrlich sorgenfreier und finanziell nicht schlechter gestellt leben können, als auf dem „theuren Pflaster" Berlins. ~a HLCU. r •• bliken sind und noch immer den Truppen, Sr. Ncajestät Widerstand leisten, sei es in der Oranje-Kolonies 111 Transvaal oder in einem anderen Teile des Herrschaft^ gebietes Sr. Majestät in Südafrika, und alle Mitglieder der Regierungen des ehemaligen Oranje-Freistaats und Transvaals werden, wenn sie sich nicht bis zum 15. September ergeben, für immer aus Südafrika verbannt werden. Die Kosten der Unterhaltung der Familien der Bürger im Felde, die sich am 15. September nicht ergeben haben, fallen den betreffenden Bürgern zur Last, und souwhl das bewegliche wie das unbewegliö^ Eigentum dieser Bürger in beiden Kolonien soll baÄr haften. Im der Proklamation sind, wie aus dem ikfk vorhergegangenen Schriftwechsel ersichtlich rst, die Ratschläge des Gouverneurs von Natal in tveitem Maße berücksichtigt worden, die dieser im Namen der Minister von Natal am 24. Juli gemacht hat. Der 15. September als Termin ist von Milner empfohlen worden. Diese Proklamation reiht sich würdig den zahlreichen früheren eklatanten Verletzungen des Völkerrechts und der politischen Moral an. Es liegt darin das beschämende Eingeständnis, daß England daran verzweifelt, seiner tapferen und zähen Gegner mit ehrlichen Waffen Herr zu werden. Täeser Feldzug wird eiltet der dunkelsten Blätter der englischen Geschickte sein, und als Motto kann vorausgesetzt werden das cynische Wort eines Mitgliedes der englischen Regierung: „Die Menschlichkeit hat ihre Grenzen!" Ein Satiriker ergänzte die Sentenz dahin: „Dir Unmenschlichkeit nicht." . . Natürlich wird auch diese Proklamation ein Schlag ins Wasser sein. Die Burentruppen wJ$w r’ «#* Papagei. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. DD Rnet Des öfteren schost sind Klagen über die Behandlung in die Oeffentlichkeit gedrungen, die die Engländer den in den Konzentrationslagern befindlichen Buren angedeihen lassen. Daß die Briten selbst vor der Anwendung von Gewaltmitteln nicht zurückschrecken, um von den gefangenen Buren oder denen, die sich ergaben haben, Geständnisse über die Bewegungen der im Felde stehenden Buren zu erpressen, ist bekannt. Jetzt geht man in derselben Weise sogar gegen die Frauen vor. Aus guter Quelle wird nämlich gemeldet, daß im Konzentrationslager von Koolriver Frauen bestraft wurden, weil sie sich weigerten, Mitteilungen über die Bewegungen ihrer Gatten, Brüder und Söhne zu machen. .Zwei Frauen seien ins Gefängnis geworfen und 48 Stunden darin ohne Nahrung gelassen worden, weil sie in ihrer Weigerung beharrten. Später seien sie verschickt worden, die Behörde weigere sich jedoch, den Ort der Verbannung mitzuteilen. Die verwitwete Frau Kitchener, Stiefmutter des Lords, wurde im französischen Seebade St. Servan interviewt. Sie erklärte, General Kitchener werde bis zur vollständigen Erfüllung seiner Aufgabe auf seinem Posten: ausharren, und daß ihn die Regierung vorzeitig abberufe, sei nicht anzunehmen, da er seit den Tagen der Königin Viktoria ununterbrochen das vollste Vertrauen der Krone, der Regierung und des Parlaments besaß. Neber das Figaro-Interview Krügers sprach die Dame ihre Entrüstung aus. Grausamkeit liege dem Charakter dieses „hochgemuten, eminent sittlichen Helden", wie ihn Königin Viktoria zu bezeichnen beliebte, fern. Präsident Krüger suche allenthalben durch persönliche Angriffe die Dinge zu verwirren. Positive Resultate werde er damit aber nirgends erreichen. Von einer neuen Erkrankung des Präsidenten Krüger berichtet eine englische Meldung aus Rotterdam, die behauptet, Präsident Krügers Zustand errege bei seiner Umgebung Besorgnis und ein berühmter Nervenarzt sei telegraphisch aus Berlin berufen. Da die Quelle nicht genannt ist und die Meldung sonst nirgends bestätigt wird, muß sie bezweifelt werden. Ein Berichterstatter der „Times"" aus Graaf Reinet meldet, Oberst Hunter Westens Abteilung, die während der vergangenen Woche Middelburg (Kapkolonie) verlassen habe, um südwärts zu marschieren, und zwar über ein sehr schwieriges Gelände, sei auf eine kleine Burenabteilung getroffen, von der zwei Mann gefallen und einige verwundet worden seien. Eine kleine feindliche Abteilung unter Lotter sei am Montag von Westen her nach Bethesda gekommen und nach Osten weitergezogen. Fouche, der sich bekanntlich mit seinem Kommando in den Bezirken Alival North und Herschell aufhielt, habe den Oranjefluß nach Norden gehend überschritten. (Tie letztere Nachricht wäre von Bedeutung. Fouche war einer der gewandtesten Gegner der Engländer in der Kapkolonie.) Nach einem Telegramm des „Standard"" aus Turban hat ein Offizier, der dort! Rekruten für Bethunes berittene Infanterie anwarb, die Nachricht erhalten, daß, eine Schwadron dieses Regiments einen ernsten Zusammenstoß mit einem Burenkommando gehabt habe, und zwar in der Nähe von Sterksdvoom. Tie; Briten sollen bei dieser Gelegenheit sehr in die Enge, getrieben worden fein, sich indessen gehalten haben, bis Verstärkungen herangekommen seien uno ihnen geholfen hätten, den Feind zurückzuwerfen. W fluten & ‘ & Wlprttbenbe & Bunde mit den Vertretern landwirtschaftlicher Großbetriebe Schutzzölle zu sichern und in gegenseitiger Unterstützung int Laufe der Jahre Erhöhungen derselben durchzusetzen. Von dieser Verteuerung des Rohmaterials wurde besonders nachteilig die Textilbranche berührt. So geht u. a. aus manchem Jahresbericht der Handelskammer Barmen die Klage hervor, daß den Bandfabriken durch den auf ihrem Fabrikat ruhenden Zoll auf nicht zu entbehrende englische Garne der Wettbewerb gegenüber England auf ausländischen Märkten erschwert werde. — Der beste Erfolg bezüglich des Zollschutzes war jenen landwirtschaftlichen Betrieben durch Erlangung des dritten Kornzolles — l'appetit Dient en mangeant — Vorbehalten. Dieser Antrag war vom damaligen H a n d e l s m i n i st e r Fürsten Bismarck gestellt worden und fand im Herbst 1887, trotz einmütigen Protestes des deutschen Handelstages, die Zustimmung des Reichstages. Seit jener Zeit finden wir diese Großindustriellen, vertreten im Bunde der Industriellen, zur Wahrung und Förderung ihrer Schutzzollinteressen bei der Behandlung zollpolitischer Fragen stets vereint mit dem Bunoe der Landwirte. Hieraus ist auch die Stellungnahme des Bundes der Industriellen .bei letzter Tagung des deutschen Handelstages zu erklären, in welchem seine Vertreter energisch für eine weitere Erhöhung des Getreidezolles eintraten. Jm Gegensatz zu denen, die alles Heil darin erblicken, uns mit" einer chinesischen Mauer von Schsutz- zöllen zu umgeben, verlangen die deutsche Industrie und der deutsche Handel einen Rechtsstaat, in dem Licht und Lust gleichmäßig verteilt sind, ein Arbeitsfeld soweit wie möglich geöffnet, das jedem die Möglichkeit giebt, seine Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Ju der Zeit vom 3. bis 10. August l. IS. wurde« in hiesiger Stadt Züm Tode der Kaiserin Friedrich. Die Kaiserin ist am Freitag um 5 Uhr in Cronberg eingetroffen. Die Großherzogin von Baden kam um 3 Uhr unb reifte 5.50 Uhr nach Karlsruhe zurück. Die Prinzessin Heinrich hat sich gestern abend nach Cronberg be- jSfE' kunt 1,1 der Kirche zu Cronberg am Sonntag Mttsrndenden Trauerfeier beiruwohnen. Es steht zu er- ^warten, daß Prinz Heinrich das von ihm befehligte Ge- schwader am 11. ober 12. August auf Wilhelmshaven-Rhede zu Anker bringen wird. Die Teilnahme an der Beisetzungs- sS zu Potsdam ist dem Prinzen hiernach ermöglicht Prin- zesftn Heinrich gedenkt, ihrem Gemahl bis Bremen ent= öud). der älteste Sohn des Prinzenpaares, Prinz Waldemar, wird sich zur Beisetzung nach Potsdam vegeoen. c^bgen besonderen Verdienstes um die verstorbene Kaiserin Friedrich hat der Kaiser dem Hofmarschall Herrn v. R e i s ch a ck, den Stern der Kointhure des Hohenzollern- Men Hausordens, dem Leibarzt Dr. Spiel ha gen das Komthurkreuz desselben Ordens und dem Professor Tr. Ren vers den Titel „Geheimer Medizinalrat"" verliehen^ Bon sensationslüsterner Seite waren Nachrichten über angeblickie Anarchistenverhaftungen bei Cronberg £erbTC1Ü? worden. Jetzt meldet die „Köln. Ztg." aus Cron- oerg Tue Husaren posten, die an allen Straßenkreuzungen von Homburg bis Cronberg, namentlich an den Waldungen, stehen, fanden im Walde vier italienische Arbeiter, die nach Oberursel gebracht, von dort aber, da mar.', nichts Verdächtiges bei ihnen vorfand, nach Frankfurt abgeschoben wurden. Tie in Oberursel beschäftigten italienischen Arbeiter werden streng überwacht; 19 erhielten strenge Weisung, sich außer der Arbeitszeit nicht auf der Straße zu zeigen. Die Husarenposten stehen in unmittelbarer Nähe dieser Arbeiter. Bei einer früheren Anivesenheit des Kaisers in Cronberg mürbe ber Sekretär der Anarchistengesellschaft, ein Verwandter des italienischen Anarchisten führe rs, über die Grenze gebracht. Heute ist nach Ansicht der „Köln. Ztg." die dortige Gegend anarchistenfrei. Die Generalversammlung des Verbandes katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deutschlands, die am 9. in Berlin tagte, richtete ein Huldigungs- ü'legramm an den Kaiser, in dem sie ihre herzlichste Teilnahme an dein Verluste des Kaisers ausspricht und dem Kaiser dein thatkrästigen Förderer des deutschen Handels und Gewerbefleißes, ehrerbietigsten Gruß mit dem Gelöbnis umvandelbarster Treue entbietet. Lord Roberts übersandte dem Kaiser Wilhelm ein Telegramm, in dem er die Teilnahme der britischen Armee zum Ausdruck bringt. Ter Kaiser sprach telegraphisch seinen „herzlichen Dank"" aus, wie das offiziöse Nachrichten-Bureau meldet. Auf die vom Magistrat und von der Stadtverordneten- versammlung der Stadt Fra n kfu r t a. M. an den Kaiser gesandte Beileidsadresse antwortete dieser: Ich habe die Beileidsadresse, welche Mir die herzliche Teilnahme der ?r"hksurt aus Anlaß des Hinscheidens Ihrer Majestät un® Königin Friedrich, Meiner unvergeßlichen Frau Mutter, zum Ausdruck bringt, gern entgegengenommen inib spreche ^»hnen Meinen wärmsten Tank für diese Kundgebung treuer Anhänglichkeit ans. Am Tage ber Beisetzung bleiben bie Börsen zu Berlin, Frankfurt unb Hannover geschlossen. Volitische Tagesschau. hiesigen Handelskreisen wird uns hellte geschrieben: r xer^Ver Korrespondent sucht im 2. Blatt Ihres eigen Anzeigers eine dein Zolltarifentwurf zu- Ihmmenbe Resolution des Vereins T-eutscher Industrieller -7. Cinc Kundgebung aus industriellen Kreisen zu öer> JSr1' d^s in dem beabsichtigten Sinne nicht m 1 ■ Kement auch nur halbwegs mit den Tendenzen vertrauten Politiker kann es unbekannt sein, ea>i derselbe im Gegensatz zur weit überwiegenden deutschen ,, "deutlich am Export beteiligten — Industrie eine ■ o.llnerische Rich tu n g verfolgt. Als im Jahre 1879 die neue Steuerpolitik inauguriert ?jT£e' war es in erster Linie ein finanzielles Interesse, o ehes den Fürsten Bismarck bewsg, durch Erhöhung des -»'".es auf Getreide (welcher.bis dahin 0.50 Mk. für Roggen 1Weizen betrug), sowie auf Kaffee, Tabak re. Mv Einführung des Petroleumzolles Mehreinnahmen für Vos Reich zu erzielen. Bei dieser Gelegenheit wußten sich die Großindustrie — Hochofen- und Spinnerei-Besitzer — im »ttrkfüK Srt. 2.20, monatl. 76 Pg» m*8riKgerlof>n; durchM Lbholtstellen vierteljLchM. Mk. 1.90, menatl. 65 PgA Bet PoSbezug viertelMM, Mk. 2.G ohne Bestell^». eßt «n|tigen:BennktlueM» •eßen 6e4 In- und HueienSei nehmtn «Injtigen für dt» •Itfeener Unjetger tntgtgm. ßcUeiwrttS. lokal 11 Wtz»» ■uemärte so Pf, nMen sofort qesuch' ■ hruchührm ML TWMttb k \n btfyxtn Häusern ß , zum 1. Stplembtt: auibalt gefutbL Zu melk Hießen, Begankage r Udchen ges. z.l.Sy!.:! !t . hammstr.", n.StB üdchm sofort gesät, vleichstraße II. GiehenerAnzeiger " General-Anzeiger v Amtr- und Anzeigeblatt für dei^srel^ Gießen ^un Ä? «hä “ W U. mobeaM, in bei Exveb. d, U, besucht । »wsmibAra, . AiudmllLdLnl, joti otid)enodimd)ti.6ttllurj 1 den höchsten Ahnn. -Nstr,Taubenhosstr.i! " Börse, Fianksurt a.?. ZnvrrlLsfigeS Dient gesucht. Vvaulagr 3, N. und ne Deutsches Reich- Berlin, 9. Aug. Aus Homburg v- b. Höhe wird gemeldet: Ter Kaiser fjört.1 heute vormittag den Vortrag bes Reichskanzlers Grafen v. Bülow. Gr verweilte heute bett Tag über zumeist im Arbeitszimmer und erging sich «m späten nachmittag in Begleitung des Reichskanzlers im Schlosspark. — Tie „Nordd. Ällg. Ztg." schreibt: In der Presse wurde eine Mitteilung des „Manchester Guardian" erörtert, nach welchcr^der Kaiser mit der Abfassung einer Schrift über die Erstürmung der Takuforts sich beschäftige. Wir sind zu der Feststellung ermächtigt, baß die Meldung des englischen Blattes unbegründet ist. — Herr v. Miquel hat nach Osnabrück die Nachricht gelangen lassen, seine durch Uebermaß von Arbeit sehr geschwächta Gesundheit habe sich bis jetzt wenig gebessert, wozu noch die Spuren des Alters träten. Deshalb könne er über Reisen rc. noch gar nicht disponieren. M — In Dessau hat sichern allgemein^Me^^t»er Wl r bei t g e b e r b u n d gebildet, der fämt iN^B^^Jnette unb gewerbliche Arbeitgeberverbände gemeinsamer Interessenvertretung zusammenschließen soll. — Die „Konserv. Korr." beschäftigt sich mit dem Vorgehen des offiziösen Wolffschen Telegraphenbureaus in Dingen des Zolltarifs und kommt zu dem Ergebnisse, daß es sich nicht um ein bloßes Versehen handle, sondern um absichtliche Besorgung der Geschäfte dos Auslandes. Das genannte Parteiorgan schreibt am Schlüsse eines Artikels wörtlich folgendes: „Es ist unseres Erachtens nicht etwa als bloßes Versehen oder als Leichtfertigkeit zu erachten, daß das Wolffsche TelegrHvhenbureau mit seinem Nachrichtendienst bezüglich des Mlltarifs die Geschäfte des Auslandes besorgt; die Sache verdient weit ernstzer genommen zu werden. Man wirb sich wohl noch erinnern, baß das Wolffsche Bureau gelegentlich der Breslauer Kaisermanöver ebenfalls gefälschte Mitteilungen publiziert hat, die für unsere auswärtigen Beziehungen, insonderheit für unsere Beziehungen mit Rußland schon fast verhängnisvolle Wirkung ausübten. Damals schickte man ben_ „nervösen" Berichterstatter als Sündenbock in die Wüste und — die Sache war erledigt. Heute muß daran erinnert und angesichts des analogen Vorfalls die Frage aufgeworfen werden: cui böno?" Bremerhaven, 9. Aug. Mit dem Lloyddampfev „Rhein" trafen 2100 abgelöste Marinemannschaften aus Ostasien hier ein. Bremen, 9. Aug. Für den ermordeten deutschen Gesandten in Peking, Freiherrn v. Ketteler, fand in Der Lloydhalle in Bremerhaven eine weihevolle Trauer- feier statt. An derselben nahm als Vertreter des Kaisers ber Chef der Nordseestgtion, Admiral Thomsen, teil, sowie andere hervorragende Persönlichkeiten. Nach Beendigung der Feier und Weihe nach dem Ritus der katholischen Kirche ivurbe der Sarg zum Bahnzuge gebracht, der die Leiche in die Heimat bringen wird. Altona^ 9. Aug. Graf Walbersee traf heute vormittag vor dem hiesigen Rathause ein, und wurde im Rathaussaale vom Oberbürgermeister mit einer Ansprache begrüßt. Hieran schloß sich ein Frühstück. Gegen 11 Uhb fuhr ber Feldmarschall nach Hamburg zurück, wo er kurz nach 12 Uhr mit seiner Gemahlin eintraf. Um 12.9 Uhr erfolgte unter lebhaften Hochrufen ber zahlreichen Menge die Abreise nach Frankfurt a. M. Hannover, 9. Aug. Generalfeldmarschall' Graf Waldersee ist auf der Fahrt von Hamburg nach Homburg heute nachmittag hier ein getroffen. Auf dem Bahnhof waren der Stadtdirektor Tramm, der kommandierende General v. Stüntzner, Polizeipräsident Graf Schwerin und eine große Menschenmenge zur Begrüßung erschienen. Nach kurzem Aufenthalte setzte der Graf die Fahrt fort. Frankfurt a. M.-, 9. Aug. Graf Waldersee traf heute abend 10.30 Uhr auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein, wo er von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge mit Hochrufen lebhaft begrüßt wurde. Seitens der Generalität mnb des Offizierkorps wurde ihm im Fürstzenzimmer des Bahnhofes ein festlicher Empfang bereitet; nach etwä 20 Minuten war dieser militärische Begrüßungsakt beendet, worauf sich Graf Waldersee in das Hotel „Russischer Hof" begab. Die Abreise nach Homburg erfolgt morgen früh; ber Andrang des Publikums innerhalb des Bahnhofs war so erheblich, daß ein größeres Aufgebot von Polizeibeamten notwendig war, um Verkehrsftotfungen zu verhindern. München, 9. Aug. Prinzregent Luitpold richtete aus den bayerischen Bergen an den Grafen Waldersee einen Willkommengruß zur glücklichen Rückkehr in die Heimat. Straßburg, 9. Aug. Wie dem klerikalen „Elsässer" von glaubwürdiger Seite berichtet wird, hat auf die Weigerung des Straßburger Weihbischvfs Dr. Marbach hin, nach Metz zu gehen, Prälat ZornvonBulach zum dritten Male den Kaiser gebeten, von seiner Ernennung abzusehen, weil es ihm überaus peinlich wäre, unter den vorliegenden Umständen Weihbischof in Straßburg zu werden. Infolgedessen dürfte auch die Ernennung des Llbtes Benzler rückgängig gemacht und die ganze Kombination fallen gelassen werden Ausland. Haag, 9. Aug. Bei der Königin Wilhelmina steht ein freudiges Familienereignis zu erwarten. — Eine amtliche Depesche aus Batavia meldet: Die Frau des Prätendenten auf das Sultanat von Atschin hat sich dem Gouverneur von Atschin unterworfen. Der Zu- ffuchtsort des Prätendenten ist entdeckt worden; der letztere, welcher verwundet ist, entkam jedoch. Budapest, 9. Aug. In Oerkeny, wo ein gvoßer Ar- tilleriemanöverplatz sich befindet, wurde auf die Anzeige eines Feuerwerkers hin ein angeblicher russischerSpion verhaftet. Derselbe soll ein russischer Artillerieoffizier namens Kretinszky fein. Er hielt sich dort unter falschem Namen auf .und versuchte, mehreren Soldaten durch Geldgeschenke Geheimnisse zu entlocken. r?-e r r 9' 9. Aug. Tie Vermählung der Großfürstin ~ I g a mit dem Prinzen Peter von Oldenburg tjat beute unter dem üblichen Zeremoniell in Gegen- wart des Kaiserpaares, der Kaiserin-Mutter, der Königin Olga rc. stattgefunden. .r Saigon, 9. Aug. Prinz Heinrich von Orleans ist heute nachmittag geworben. Er war der älteste Sohn »des noch lebenden Herzogs von Chartres, des Bruders des verstorbenen Grafen von Paris, und diese wieder die Söbne des ältesten Sohnes Louis Philipps, des Kronprinzen Ferdinand, der 1842 durch einen Sturz aus dem Wagen tätlich verunglückte. Ter Prinz war am 16. Oktober 1867 geboren- Er hat den Prätendenten gespielt, aber ebenso erfolglos wie der wirkliche Prätendent, Prinz Philipp von Orleans, der mit einer österreichischen Erzherzogin verheiratet und aus Frankreich verbannt ist Prinz Heinrich war etn leichtsinniger Jüngling; er war so verschwenderisch, daß ihn seine Familie' unter Kuratel stellte. Tann suchte er um jeden Preis von sich reden zu machen und drängte sich überall vor. Er umarmte öffentlich den Esterhazy, als dieser vom Kriegsgericht ffeigesprochen worden war; er beleidigte das italienische Offizierskorps nach dem unglücklichen Ausgang des Feldzugs in Abefsynien, was ihm ein Duell mit dem Grafen von Turin und eine Wunde einbrachte u. s. w- Seit etwa zehn Jahren hat er sogenannte Forschungsreisen gemacht, die ihm die Ehrenlegion eingetragen haben; er war in Ostasien, am oberen Nil, in Äbessynien u. s. w- Die Wissenschaft hat er durch seine Reisen nicht besonders bereichert, aber jedenfalls sind sie für seine Familie billiger gewesen, als wenn der Prinz stets in Paris gelebt hätte. In Cochinchina hat er sich eine schwere Krankheit geholt, der er jetzt erlegen ist Aus Stadt und Iand. LU. Jahreschrouik der Laudesuniverfität. Die akademische Festrede, die der zeitige Rektor Geh. Justtzrat Dr. Arthur B. Schmidt am 1. Juli bei der Feier des Jahresfestes der Universität gehalten hat: „Das Bürgerliche Gesetzbuch als Erzieher unseres Volkes", ist soeben erschienen. Beigegeben ist ihr ein Bericht über das „äußere Leben unserer Hochschule" in der Zeit vom 1. Juli 1900 bis 30. Juni 1901. Wir ersehen daraus, daß aus dem akademischen Lehrkörper in dieser Zeit ausgeschieden find: durch Tod der Privatdozent der Medizin Dr. Baur, durch Versetzung in den Ruhestand der ordentliche Profeffor der Theologie Dr. Heinr. Ad. Köstlin, der a.-ordentl. Profeffor der Medizin Dr. Ferd. Fuhr und der zweite Lehrer der Tierheilkunde Prof. Dr. Ludwig Winckler. Dagegen find neu eingfr treten: als ordentlicher Professor der Theologie Dr. P. DrewS, als a.-ordentl. Profeffor der Veterinärmedizin Dr. Franz Preusse, als Privatdozevten Dr. W. Köhler (für Kirchengeschichte), Dr. K. Bötticher (für Chirurgie), Dr. R. Siefmann (für Nationalökonomie), Dr. W. Horn (für englische Philologie). Promotionen wurden im Ganzen 60 vollzogen, 2 von der theologischen, 6 von der juristischen — darunter die Ehrenpromotion des Wirkl. Geh.-Rats Heinrich Kn orr von Rosenroth, des früheren Ministerial-Referenten für die Univerfität —, 35 von der vereinigten medizinischen, 17 von der philosophischen Fakultät. Drei Studierende sind gestorben. ** Schlägerei. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr gerieten zwei Weißbinder, die stark angetrunken waren, in der Drei- häusergaffe in Streit, der in eine Prügelei ausartete. Sie wurden zur Anzeige gebracht. •• Messerheld. Gestern abend bedrohte ein eben erst aus dem Zuchthaus entlaßener Mann ein in einem Hause der Neustadt wohnendes Dienstmädchen mit offenem Meffer. Als ein Schutzmann zu Hilfe gerufen wurde, verduftete der Thäter, so daß der Schutzmann ihn nicht mehr faßen konnte. Doch ist fein Name bekannt. •• Ausreißer. Einem 9jährigen Jungen aus Berlin, der bei seinem in der Nähe von Koblenz wohnenden Onkel zum Besuch war, hat es dort so gut gefallen, daß er am Donnerstag auf der Rückreise nach Berlin auf dem hiesigen Bahnhofe seine Reisegesellschaft böswillig verließ, um wieder zu seinem Onkel zurückzukehren. Da er ohne Mittel war, wurde er von dem Stationsvorsteher aufgegriffen und der Polizei übergeben, die ihn heute morgen seinen Eltern auf ihre Kosten zuschickte. ** Am BootSplatz der Gießener Rudergesellschast findet, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, Sonntag nachmittag ein Sommerfest statt, deßen Programm den Mitgliedern und Freunden des schönen Rudersports eine ganze Anzahl interessanter und erheiternder Nummern bieten wird. Drei Junior-Merer-Mannschasten werden, was den sportlichen Teil anlangt, einige interne Rennen fahren, zu denen der Vorstand zwei schöne Erinnerungspreise gestiftet hat. Außerdem wird seit langen Jahren zum erstenmale wieder dne Anzahl humoristischer Wasserspiele stattfinden, als Entenjagd, Grönländer-Rennen mit Hindernißen, Balkenlaufen, Schifferstechen rc. sodaß wohl den Besuchern des Sommerfestes einige fröhliche genußreiche Stunden in Aussicht stehen. Konzert, Beleuchtung der Lahnufer und des Bootsplatzes, schwimmendes lebendes Bild, Gondelfahrten u. s. w. dürften zur angenehmen Unterhaltung noch besonders beitragen. ** Feuer. Gestern abend kurz nach 7 Uhr ertönte die Feuerglocke in unserer Stadt. In der Hof- raithe des Formers Jakob Ott am Schiffen- berger Weg war Feuer ausgebrochen, das sich von der mit Heu und Stroh gefüllten Scheune rasch über das ganze Gehöft verbreitete. Das darin befindliche Vieh wurde gerettet. Arbeiter der Maschinenfabrik und Eisengießerei Hey- ligenstaedt u. Co. waren zuerst am Platze und leisteten die erste Hilfe. In die übrige Arbeit teilten sich die Mitglieder der Gailschen und der ffeiwilligen Feuerwehr. Das Gebäude mußte abgedeckt und teilweise niedergerissen werden. Wie man hört, sollen Kinder neben dem Gehöft mit Streichhölzern gespielt und die Scheune in Brand gesteckt haben. ** Sommerfest. Auf der Liebigshöhe findet morgen Sommerfest statt. Der Wirt hat für die Gäste mancherlei Ueberraschungen vorbereitet. Auch an den üblichen Volksbelustigungsmitteln fehlt es nicht. ** Der Gießener Zitherklub veranstaltet morgen, Sonntag, auf der Schönen Aussicht sein 2. Sommer- f e st. Mancherlei Volksbelustigungen sind für den Tag vor-, gesehen. In Anbetracht des wohlthätigen Zweckes des Vereins, der jährlich einer größeren Anzahl von armen Kindern eine Weihnachtsffeube bereitet, ist seinem Fest ein guter Besuch zu wünschen. Biebetthalbahu. Der „Franks. Ztg." wird aus Gießen geschrieben, daß die Allg. Deutsche Kleinbahn Berlin, der auch die Strecke Gießen—Bieber gehört, vor einigen Tagen auf den Stationen Heuchelheim und Rodheim a. d. Bieber die Beamten entlasten, die Stationsbuden und die Güterschuppen geschlossen habe. Die Maßregel solle aus Sparsamkeitsrücksichten erfolgt sein. Wer in den beiden Dörfern, die je über 2000 Einwohner zählen und stark entwickelte Zigarrenindustrie haben, Frachtgut abseuden oder in Empfang zu nehmen habe, müsse sich zurzeit dec Ankunft der Züge hierzu einfinden und der Zugbegleiter besorge dann das Nötige. Fahrkarten würden vom Schaffner während der Fahrt verkauft. Der Ortsoorstand in beiden Dörfern wolle sich die Hintansetzung seiner Verkehrsinteressen nicht gefallen lasten und bei der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. al» Aufsichtsbehörde Beschwerde führen. — Nach den von uns eingezogenen Erkundigungen ist diese Notiz zum größeren Teile unrichtig. Von einer Beamtenentlassung ist keine Rede. Der Beamte, der bisher auf Station Heuchelheim war, ist nach Bieber versetzt worden. Auf seine Stelle ist allerdings kein neuer Beamte gesetzt worden. Der Güter« schuppen in Heuchelheim ist infolgedessen geschloffen, die» Wartehalle dagegen ist nach wie vor geöffnet. Diese Maßregel ist einmal aus Sparsamkeitsrücksichten erfolgt, dann aber auch deshalb, weil der Beamte in Heuchelheim keine ausreichende Beschäftigung hatte. Auch davon» daß die Ortsverwaltung in Heuchelheim Beschwerde führen wolle, ist bis jetzt nichts bekannt geworden. Die Zigarrenindustrie wird durch diese Maßnahme so gut wie gar nicht getroffen, da diese, um das Umladen zu ersparen, größtenteils das Rohmaterial per Wagen an Ort und Stelle schafft und aus diesem Grunde auch die fertiggeftellte Ware per Wagen nach Gießen bringt, wo sie zum Versandt fertig gemacht wird. Auf der Station Rodheim aber ist zurzeit noch alles beim Alten, und auch die Beamtenbesetzung ist. noch dieselbe wie bisher. •• „Zweierlei Maß". Die „Frkf. Ztg." halte kürzlich einen Bericht veröffentlicht über die letzte hiesige Stadtver- ordnetenfitzung, in der u. a. unseres Erachtens nicht ganz unberechtigte Klagen über das System der Polizeiverwaltung geführt worden waren. Beigeordneter Georgi hatte beantragt, Beschwerde bei der höheren Behörde zu führen. Nun erklärt der Bürgermeister in einem Schreiben an die „Frkf. Ztg.": „Nach Ausweis des Protokollbuches ist nicht beschlossen worden, 6ei der vorgesetzten Behörde der Polizei, dem Kreisamt oder nötigenfalls dem Ministerium Beschwerde zu führen, sondern bei der maßgebenden Behörde, als welche ich in erster Linie den Polizeiamtmann ansehe. An Letzteren habe ich infolgedeflen auch die Beschwerde gerichtet, welcher durch ent» sprechende Anweisung der Schutzleute sofort Folge gegeben wurde. Klagen darüber, daß die Schutzleute an gewisser Stelle den nötigen Rückhalt nicht finden, oder daß mit zweierlei Maß gemessen werde, sind mir bisher nicht vorgebracht worden. Im Gegenteil ist mir bekannt, daß noch in letzter Zeit mehrere, den sogenannten höheren Klassen angehörende Personen auf die Anzeigen des Polizeiamtmanns hin wegen nächtlicher Ruhestörung und Sachbeschädigung vor Gericht gestellt wurden und u. a. in einem dieser Fälle auf Gefängnisstrafe errannt wurde." Die „Frkf. Ztg." bemerkt dazu: „Daß dem Herrn Oberbürgermeister selbst Klagen über dav System der Polizeiverwaltung noch nicht oorgetragen worden sind, be* weist unseres Erachtens sehr wenig, und was das zweierlei Matz anlaugt, so erhalten wir zufällig eben eine Korrespondenz, die sich »war nicht auf Girtzen, aber auf ganz ähnliche Verhältnisse bezieht. Es wird darin auSgeführt: „In einer Stadt, die «ine technische Hochschule besitzt, traf vor einigen Tagen ein Schutzmann nachts einen Studenten, dec eine brennende Laterne in der Hand trug. Auf die Frage des Schutzmannes, woher die Laterne sei, gab der Student die Auskunft, daß er dieselbe an einem Neubau abgehängt habe und fie nunmehr mit nach Hause nehmen wolle, um sich zu leuchten. Der Schutzmann verstand aber keinen Spaß und brachte den Studenten wegen Diebstahls zur Anzeige, da dieser eine „fremde bewegliche Sache" an sich genommen hatte. Als das Protokoll zur weiteren Untersuchung der Staatsbehörde unterbreitet worden war, fand sich, daß das Wort „Diebstahl" gestrichen und durch die Bezeichnung „Grober Unfug" ersetzt worden war." Daß sich bei so zarter Rückstcvtnahme die Anschauung herauSbUden kann, eS werde mit zweierlei Maß gemessen. ist doch nicht verwunderlich." Gegen die erste Bemerkung des Frankfurter Blattes läßt sich u. E. kaum etwas einwenden. Die daran angeknüpfte Exemplifikation aber scheint uns nicht besonders geschickt zw fein. Die Verhältnisse der deutschen Hochschulfiädte lasten sich selbstverständlich nicht alle über einen Kamm scheeren. fc. Heuchelheim, 10. Aug. Auch die Turner, die der hiesige Turnverein am 4. und 5. August nach Schlitz auf die Gauturnfahrt des Gaues Hessen schickte, gingen nicht leer aus. Sie erhielten vier Preise. August Adolph erhielt mit 31i/2 Punkt den 9. Preis, Otto Adolph mit 29 Punkten den 14. Preis, Friedrich Sack mit 25 72 Punkten ben|21. Preis unb Lovis Christ mit 24arskantigen Stück Holz auf seinen Angreifer los, so daß dieser ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. e- BadNauheim, 9. Aug. Einem hohen Kunstgenuß sieht man hier entgegen. Am Donnerstag, den 15. August wird Mme. Räjane mit den ersten Künstlern des Baude» ville-Theaters in Paris im Großh. Kurtheater ein einmaliges Gastspiel geben und zwar „La Parisienne" Komödie in 3 Akten von H. Becquel unb „Lolotte" Komödie in 1 Akt von Halevy u. Meilhac. Mme. RSjane gastierte s. Z. mit großem Er- folg in Versaille vor dem Kaiser und der Kaiserin von Rußland. w- Nidda, 9. Aug. Gestern wurde hier die Dekanats» synode unseres Dekanats abgehalten. Im Gottesdienste predigte Pfarrer Heintze-Gettenau. Bei den im RathauS- saale abgehaltenen Verhandlungen gedachte der Dekanats- Stellvertreter Pfarrer Fischer-Eichelsdorf der Heimgegangenen Synodalmitglieder, insbesondere des Pfarrers Wahl-Hirzenhain und des Dekans Hofmeyer-Nidda. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß Kirchen- und Abendmahlsbesuch sich gleich geblieben find; Verweigerungen kirchlicher Handlungen kamen nicht vor. An Gaben für verschiedene kirchliche Zwecke gingen ein 5396,08 Mk., ungerechnet die von Kollekteuren erhobenen Beträge. Ueber das Thema: „Wie soll die christliche Gemeinde für aus dem Gefängnis Entlassene sorgen, daß sie wieder tüchtige Menschen werden?" referierte gründlich und eingehend Pfarrer Sch re iber-Langd. Sein Referat fand allgemeinen Beifall und Zustimmung. Zum Dekan wurde Pfarrer Fischer- Eichelsdorf, und zu seinem Stellvertreter Pfarrer Hildebrand - Echzell gewählt. Der Abgeordnete zur Landessynode, Oberamtsrichter Römheld-Nidda, wohnte den Verhandlungen und auch dem nachfolgenden Zusammensein im Hotel Traube bei. () Beichenbach, 9. Aug. Heute fanden hier die Ergänzungswahlen von drei Gem.einoeratsmitalie- d e r n statt. Zwei ältere Mitglieder des GemcinoeratS waren zurückgetreten, Georg Emrich X. und Gasyvirt Hart- ft« dru" . Ml $01'^ gift es SÄ «r* fich 0'9en _ die Dort Seveillbe,. Dr. H'rW folgt« tkooseG j vod u taäbt» « w biM d" sich die Erbar Daul gedacht^ btt Trier bei Mag« vou regimrntS $ rungirat Hoch auf R Hirfchfeld und brachte K-gierungSr, Sebern, sow Werke- aufg diese. Berso MufilkorpS 1 Die Sewirtu nahm der er Damsta abend gegen 'Wolssgarten Marie vor Sprinjtffm Li Im Gefolge l ». Dignau. Oftenb £betbüxft< sitz in allen :be5 etabtbe' Persammlun seifigen, lief l>er bestehen Ausschüsse, neten tage reuten ernt'! 'der äutritt <■ tCberbiirgcrmc alv völlig bei\ Instanz hob \ mng ans, obtt gleichen KM wersassungsrer lhnt das Mim ♦Stellung dal »rbnung die »allerdings b t men zur Loi Plenarversam i.edoch selbstv! Dürgemeister der Oberbürge den Beschluß die Etabtceroi dem Änn/ch b, ungelegen hat Ansprüchen. fc. Mainz, «mgiinm Nr. : nachdem er auf Innung aus 1 b'ubang angtiti ,n TMftrt s ür Franlstrt »ässe mit der j i-kpedition Dau «nd wird io di _ -«leiiez ,n. l«neri Beneinbtn i» S d,«, M »odttii, falrtr Ito * dann SK Bs Ci** ’fcj 6 ..? •■ *': 1 Ot “ ÄrtD' aB8 * A H liaw*te^ jt8; hatte lltiiu 2* Sladtt» pitotebianttu ft* «nttfS * hi »5tlf. ot„. 'MW™ »orten, l, “b.t *««Wi ta «gebenden $e6»tk «nfelje. gn JJ» welcher durch tu S-S-bkn wurde. R[aac ,ei pnb nur bisher nid: M daß noch in itito Sg"t. Wonach hll>cher«uhefiirungm> u. a. in einem biejer bst Siagm über he »gm worben find, bt= »8 iwdnld Mad in» ponbtni, btt fitz |Mr ^bUntfit besirhl. 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Heinrich Enrrich mit 36 Stimmen, und Gg. Grauling II. mit 31 Stimmen gewählt wurden. Tas dritte ausgeloste Mitglied Konr. H. Tönges behielt sein Mandat mit 44 Stimnren. Tie Wahl nahnr einen lebbasten Verlauf. Nicht weniger als 24 Kandidaten hatten sich ausstellen lassen. ch. Ober-Seemen, 10. Aug. Gestern fand hier die Ein- weihung der neuerbauten Synagoge statt. Den getroffenen Vorbereitungen entsprechend, nahm das Fest einen trefflichen Verlauf, wozu das schöne Wetter niche wenig bei« trug. Gäste waren aus allen Himmelsgegenden herbeigeeilt. Nach einer kurzen Feier in der früheren Synagoge ordnete sich gegen 1 Uhr mittags der Festzug, der sich dann durch die geschmückten Straßen nach der neuen Synagoge bewegte. Dort angelangt, überreichte der Vorstand der israelitischen Gemeinde, Kaufmann, den Schlüssel dem Rabbiner Dr. Hirschfeld, der die Thür öffnete und eintrat. Ihm folgten die Aeltesten und sonstige Angehörige der israelitischen Konfession, sowie die Vertreter der politischen Gemeinde und Geh. Regierungsrat Schönfeld, der Kreisrat des Kreises Schotten. Die Weiherede hielt Dr. Hirschfeld, der, nachdem er alle Anwesenden herzlich begrüßt hatte, besonders Leopold Zimmermann's aus Newyork, der die Mittel zur Erbauung der Synagoge gestiftet, sowie aller Personen, die sich die Erbauung hätten angelegen sein lasten, mit warmem Dank gedachte. Er schloß mit einem Segensspruch. Nach der Feier bewegte sich der Zug dem Fefiplatze zu, wo nachmittags von 4 Uhr ab ein Teil der Kapelle des Infanterieregiments Nr. 115 konzertierte. Hier hielt Geh. Regie- rungflrat Schönfeld eine kernige Ansprache, die mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß. Rabbiner Dr. Hirschfeld dankte dem Vorredner mit herzlichen Worten und brachte ein Hoch auf ihn aus. Später ergriff Geh. Regierungsrat Schönfeld nochmals das Wort, sprach allen Gebern, sowie allen, die Herz und Hand zum Gelingen des Werkes aufgethan. Dank aus und schloß mit einem Hoch auf diese. Verschiedene Gesänge und die lustigen Weisen des Mufikkorps trugen viel zur Verherrlichung des Festes bei. Die Bewirtung war gut, die Stimmung vorzüglich, und so nahm der erste Festtag einen angenehmen Verlauf. Darmstadt, 9. Aug. Die Großherzogin wird morgen abend gegen 10 Uhr von der Rosenau nach Jagdschloß Wolfsgarten zurückkehren. Mit ihr trifft die Herzogin Marie von Sachsen-Coburg und Gotha und die Prinzessin Viktoria zu Schleswig-Holstein dort ein. Im Gefolge befinden sich Fräulein Gazert und Kammerherr v. Vignau. Offenbach, 8. Aug. Bekanntlich hatte seither der Oberbürgermeister oder sein Stellvertreter den V o r- sitz in allen vorberatenden Ausschüssen und Kommissionen des Stadtverordneten-Kollegiunis. Referenten aus der Versammlung gab es nicht. Um diesen Zustand zu beseitigen, beschloß die Versanrmlung die Aufhebung einiger der bestehenden Ausschüsse und die Schaffung besonderer Ausschüsse, die unter Vorsitz eines Stadtver ordneten tagen, selbst die Akten einsehen und eigene Referenten ernennen sollten. Dem Oberbürgermeister sollte der Zutritt zuftehen. — Ttesen Beschluß beanstandete der Oberbürgermeister, jedoch erklärte ihn der Keisausschuß als völlig begründet in der Städteordnung. In zweiter Instanz hob aber der Provinzialausschuß oiese Entsch » 8. , 9. » 12.8° C. August Barometer auf 00 reduäert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit ! Relative Feuchtigkeit 1 Windrichtung 1 Windstärke Wetter 9 10. 10. 9’6 7« 2»s 7487 748,3 746,4 18,3 16 4 28,6 13,9 12,0 12.5 89 86 43 St'll Still 8. 4 beller Himmel Sonnenschein Sonnenschein Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 10. August. ®e/l % Roicheaniedhe . . 101.40 8 0/0 'a '»le?1“«1. 4 ? d» {«t so liegt d Längen, än Z ÄÄ fprud> über bi> 1 nur 'ei Januar 1902 i Smt. anderen j, Lken-daß SM t A rngen nennt rechtsverb^ndln ton StreiUgle Mhl unter c der Lorsitzendi gestellten des Leitern zu 11,1 In Bezug gehoben werd, Kellagtcr seu Lersonenkreise treten, selbst ß. h. das 21. l Zeitpunkt kani gesetzlichen Bei wurde, in das dem sich der aus Lehrlinge r Ter Mtprozes tizte Minderja ihm zur vorlät sonderer Pertri Eintritt des g tretet kann de bann beigeordn m einem sehr Di.e Mordnung Fällen hat abe1 Vor Gericht sel Die Vertre walt ober du werbsmäßig b unzulässig. Di reichen, — do gessen, - oder fliren. Tie der Gerichts/chr legen tonnen , Meinen nnb ihi dies selten zu Leklazten zu ei ivegeni tonnen, gecime mit E Rechtsmittel de Bezirk das Gei nur bann, wei üb-rsteigt. Die Vorschriften de folgende Versal Soweit ein 1. Januar 1902 Volkszählung nu «tid)ten - lan. 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