Vlr. 187 Sonntag 11. August IVOl 181. Jahrgang 8 iadttheater. 1 2 > 202 20 ■ 17290 ■ 12020 ®*ktt ’ ' Vl^ • • Ui>lQ ■ - 15100 Bandit knk . ^®niü sag 245’ c UJ« c. ^icht. deo ’■ Ensembles. W: Schloss. k T0D Karl Millöcker. ■ - 129 76 138 00 B . ‘ U55O । Sperrsitz l[k. 2.50. entenkarten Mk. 1.—, Mk 3 -, I. Parkett ins 50 Pfg. len 11. Angurt: tUmnsG. mi. chm. 5 Mr ab: ’est m. b5M Der Vorstand. i#chi den 12. Anguß! in Backhaus. läaser e°»«° J|| 17 eine i hen Kognak. diverse mpagner Mirtei gsort. er Brauhaus. Gute Kü^6 tag - rt morgen'/ ^w- f 24000 GießenerAnzeiger r General-Anzeiger v Amk- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen r h IMbiI Ät 2.20, »omU. 76 mNBrinzrrtoiM: bur0® Hb6okß<£ki< «k. 1.90, siMatl. 66 M. ®d Postbezug »krktjÄb* vtt 2.00 o6ne BesteSgM. Me ---- Mw »e* In- un» ShMmM ndrmtn an*tlj|en für tass •ieOener Äwfeiger intMtM, BtUemrre« letal 11 euH»frrt« SO Wa- »brefle für Depeschs», Anzeiger Gietze«. Frrnsprkchanschluß «r. M. Bekanntmachung. Bett.: Maul- und Klauenseuche in Grebenau. Nachdem die Maul« und Klauenseuche in Grebenau er. loschen ist, haben wir die angeordnete Sperre wieder auf. gehoben. Alsfeld, den 6. August 1901. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. I. 93.: Hammann. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit folgende tarifmäßigen Begünstigungen für Musterkoffer von Handlnngsreisenden au: -österreichischen, ungarischen und bosnisch-herzegovinischen Eisenbahnen zur Kenntnis der Interessenten. Gießen, 9. August 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen. .v Bechtold. Tarifmäßige Begünstigungen für Musterkoffer von Handlungsreisenden auf österreichischen, ungarischen und bosnischf-herzegovinischen Eisenbahnen. Für die Musterkoffer der sicb in nachstehender Weise legitimierenden Handlungsreisenden finden auf den nachbezeichneten Eisenbahnen folgende Begünstigungen Anwendung. Die Musterkoffer werden befördert: a) Auf den Linien der k. k. öftere. Staatsbahnen und t)CTi im Staatsbetriebe stehenden Lokalbahnen, insoweit au; denselben der Lokal-Personen-Tarif der k. k. Staatsbahnen Anwendung findet; weiters auf den Linien der k. k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn und auf deren Lokalbahnen (ansnahmlich der in ihrem Betriebe stehenden Lokalbahn Auspitz, der Holicz-Gödinger Lokalbahn, der k. k. priv. Ostrau-Friedlander Eisenbahn, der Lokalbahn Ostrokowitz- Alin-Wisowitz, dann der Lokalbahnen Saitz-Tscheitsch-Söding ujri) Mutenih-Gaya), f. k. priv. Oesterr. Nordwestbahn und Äid-Norddeutschen Verbindungsbahn (ausnahmlich aller im Betriebe der k. k. priv. Oesterr. Nordwestbahn und Süd- Norddeutschen Verbindungsbahn stehenden Lokalbahnen und der Reichenberg-Gablonz-Tannwalder Eisenbahn), priv. österr.-ungar. Staats-Eisenbahn-Gesellschaft und auf deren eigenen, sowie auf den in ihrem Betriebe stehenden Lokalbahnen Brandeis a. d. Elbe-Neratowitz und Swolenowes- Smecna, k. k. priv. Graz-Köflacher Eisenbahn, f. k. priv. Eisenbahn Wien-Aspang (Linie Wien-Aspang), Schüeeberg- bahn, (Adhäsionsstrecken), k. k. priv. Böhmischen Nordbahn (mit Ausnahme der im Betriebe der Böhmischen Nordbahn befindlichen Lokalbahnen Kuttenthal-Unter-Cetno und Mseno-Unter-Eetno), t. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn Mseno-Unter-Cetno), k. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn, a. priv. Buschtherader Eisenbahn (mit Ausnahme der im Betriebe der Buschtehrader Eisenbahn stehenden Lokalbahn Welchau-Wickwitz-Gießhübl-Sauerbrunn), k. k. priv. Böhmischen Kommerzialbahnen, der k. u. k. Militärkahn Banjaluka-Doberlin (Hauptlinie) und der k. k. priv. Kaschau-Oderberger Bahn (Oefterreichische Linie) zur er- nräßigten Gepäckstaxe von O.2 Hellern per 10 Kg. und 1 Km., unter Berechnung der Gebühren nach, Myriametern oder der Tarif-Kilometerzahl, entsprechend den bei den betreffenden Bahnverwaltungen bestehenden Tarifbestimmungen; b) auf den österreichischen Linien der k. k. priv. Süd- bahn-Gesellschast, ferner auf der k. k. priv. Leoben-Vordern- berger Eisenbahn, der Wien-Poltendorf-Wiener-Neustädter Bahn und auf der Lokalbahn Spielfeld-Radkersburg zum ermäßigten Musterkoffer-Tarif nach Maßgabe der Lokaltarife; c) auf der Mährischen Westbahn, der k. k. priv. Bozen- Meraner Bahn, auf den Bosnisch-Äerzegovinischen Staatsbahnen, ferner auf der k. k. priv. Eisenbahn Wien-Aspang (Linie Wien-Klein-Schwechat), auf den Bukowinaer Lokalbahnen, auf den Ostgalizischen Lokalbahnen (Bialaczort- kowska-Zaleszczyki und Wygnanka-Skala mit der Abzweigung Teresin-Jwanie puste) und endlich auf den Lokalbahnen: Borki wielkie-Grzymalow, Gleisdorf-Weiz, Lemberg-Belzec (Tomaszow), Vöcklabruck-Kammer-Wels (Haiding)-Aschbach, Wcls-Unterrohr, Eilli-Wöllan, Liesing-Kaltenleutgeben und Radkersburg-Luttenberg zum normccken Gepäcklaris unter Gewährung von 25 Kg. Freigewicht; d) amf den im Gebiete der ungarischen Krone gelegenen Bahnen und Linien nach Maßgabe der Lokaltarife dieser Bahnen, bezw. dieser Linien. Zur Erlangung dieser Begünstigungen hqben sich die fandlungsreisenden mit Legitimations- und Identitäts- Karten auszuweisen, die von einer der hierzu ermächtigten Behörden, bezw. Stellen ausgefertigt sein müssen. Die. Legitimationskarten müssen den Namen des Reisenden und dessen Firma, Anzahl und Inhalt der mitgeführten Soffer, den Stempel uüd die Unterschrift der ausfertigenden Behörde, bezw. Stelle, die Unterschrift des Inhabers, sowie die Zeichnung der Firma enthalten, in deren Diensten der weisende steht. Tie Legitimations-Karten werden nur auf die Dauer eines Kalenderjahres ausgesertigt, verlieren somit stets mit dem 31. Dezember des Ausstellungsjahres ihre Giltigkeit. Die Identitäts-Karten haben den Namen des Reisenden, dessen Unterschrift, sowie den Stempel und die Unterschrift der ausfertigenden Behörde, bezw. Stelle zu enthalten und sind mit der Photographie des Inhabers (Visitkarten- stnnat) zu versehen. Die Jdentitäts- wie auch die Legitimations-Karren sind von den zur Ausfertigung derselben berufenen Behörden vder Stellen nach dem beigedruckten Muster aufzulegen. Diese Behörden und Stellen werden bringenb eingeladen, um eine mißbräuchliche Benützung der Legitimationskarten hintanzuhalten, bei Ausfertigung derselben mit größter Rigorosität vorzugehen und über deren Ausgabe ein Verzeichnis zu führen. Tie Legitimationskarten dürfen ausgegeben werden: 1. an die Inhaber protokollierter Geschäfte und deren eigene Angestellten, Jb 2. an die Inhaber nichtprotd illierter Geschäfte und deren eigene Angestellten, 3. mi Handels-Agenlen, welche ihre Geschäfte persönlich besorgen, . insoferne der Sitz der betreffenden Firma sich im Amtsbezirke der zur Ausfertigung der Legitimations-Karten befugten Behörde befindet. Dagegen dürfen Legitimations-Karten nicht ausgegeben werden an die Gehilfen der Handels-Agenten. An Handlungsreisende und stabile Agenten, welche für mehrere Gewerbetreibende Bestellungen suchen, werden solche Legitimations-Karten nur gegen Vorlage ihres Gewerbescheines ausgesertigt. Im Falle des Verlustes kann eine neue Jdentitäts- oder Legitimations-Karte ausgefertigt werden. Die Legitimations-Karten sind bei Aufgabe von Reisegepäck am Schalter gleichzeitig mit der Fahrlegitimation und der Identitäts-Karte vorzuweisen. Zur Konstatierung der Identität des Besitzers hat derselbe über Verlangen die Namensfertigung äu leisten. Jeder Wechsel in der Person des Reisenden ist seitens der in Legitimations-Karte genannten Firma der zur Ausfertigung der. Legitimations-Karte berufenen Behörde oder Stelle sofort anzuzeigen. Legitimations-Karten, die zusolge Ablaufes der Giltrg- keitsdauer, infolge Wechsels in der Person des Reisenden oder aus sonstigen Gründen ungiltig geworden sind, müssen seitens der Firma, zu deren Gunsten diese Legitimations- Karten ausgesertigt wurden, ehestens jener Behörde oder Stelle zurückgestellt werden, welche dieselben ausgestellt hat. Die Bahnanstalten behalten sich das Recht vor, in zweifelhaft erscheinenden Fällen den Inhalt der Musterkoffer zu prüfen. Die Muster müssen als solche erkennbar sein. Eolli, welche Verkaufsöbjekte oder sonstige Gepäckstücke enthalten, sind von der Anwendung der ermäßigten Gepäcktaxe ausgeschlossen. Tiefe, sowie eigentliche Reise- Effekten find daher bei der Aufgabe besonders zu deklarieren und werden mit eigenen Gepäckscheinen abgefertigt. Auf der Außenseite jedes Musterkoffers muß der volle Name der Firma, in deren Auftrage die Reise unternommen wird, dauerhaft kenntlich gemacht sein. Tie Aufschrift einzelner Buchstaben oder eines Signums, sowie das Aufkleben von Visit-, Adreßkarten und sonstigen den Namen tragenden Papierstücken genügt nicht, und werden Musterkoffer, welche diesen Forderungen nicht entsprechen, von der Beförderung zum ermäßigten Gepäckstarife ausgeschlossen. Es ist jedoch gestaltet, den Namen der Firma mit einem leicht abhebbaren Schuber oder Lappen oder durch eine mittelst Federdruckes festgelegte Platte zu bedecken. Für Musterkoffer mit absperrbaren Schildern kann der ermäßigte Gepäcktarif nur dann Anwendung finden, wenn die Schilder bei der Aufgabe unversperrt sind und während des Transportes in diesem Zustande verbleiben. Der Reisende ist verpflichtet, den Zug zu benützen, für welchen die Musterkoffer aufgegeben wurden. Innerhalb einer Stunde nach Ankunft des Zuges in der Bestimmungsstation ist die Legitimations-Karte vorzuweisen, um das Gepäck ausgefolgt zu erhalten oder den Gepäckschein mit dem Vermerke des erfolgten Vorweises versehen zu lassen, widrigenfalls die Gebührendifferenz zwischen dem normalen und dem ermäßigten Tarifsätze im Nachzahlungswege eingehoben wird. Tic in der Legitimations-Karte genannte Firma haftet für jeden Mißbrauch der Begünstigung seitens ihrer Organe. Jeder Mißbrauch, wozu auch der Verkauf mitgeführter Musterwaren gerechnet wird, hat vorbehaltlich der strafreck^- ttchen Verfolgung oder sonstigen Inanspruchnahme des Schuldtragenden, für die in der Legitimations-Karte genannte Firma die dauernde Entziehung der Begünstigung unnachfichtlich zur Folge. Muster Ser Ji>kntiM-Karten. Vorderseite. JS Identitäts-Karte für den Geschäftsreisenden Herrn Diese Identitäts-Karte dient als Ergänzung zu der an den Genannten auSgefertigten LegitimationS-Karte behufs Erlangung des ermäßigten MusterkoffertarifS und muß gleichzeitig mit dieser LegitimationS-Karte bei sonstiger Ungiltigkeit der letzteren vorgewiesen werden. am ... 190 Unterschrift stempel Unterschrift deS Inhabers: bet deS Ausstellers: Ra-«-»-. Motograpfiie. Miister-Fsmnüre -er Legitimations-Karten. Vorderseite. (Firmaaufdruck bezw. Stampiglie der ausgebenden Behörde.) M 190 Legitimations-Karte?) Es wird hiermit bestätigt, daß Herr Reifender der Firma in ist, und alS solcher m die Lage kommt, Reisen unter Mitnahme von Stück Musterkoffern mit In- halt .................... zu unternehmen. . am L är> Zeichnung der Firma: Stempel und Unterschrift der ausfertigenden Behörde. Unterschrift deS Inhabers: •) Die 2tgitimation?:J?atten werden jährlich erneuert, gelten somit nur für das auf denselben ersichtlich gemachte Kalenderjahr. Rückseite. Die Anwendung der von österreichischen, ungarischen und bosnisch-herzegovinischen Bahnverwaltungen für die Beförderung von Musterkoffern tarifmäßig eingeräumlen Begünstigung ist an die Erfüllung nachstehender Bedingungen geknüpft: 1. Bei der Aufgabe find die LegitimationS-, die Identitäts- Karte und die Fahrlegitimation vorzuweisen und hat zur Konstatierung der Identität des Besitzers derselbe über Verlangen die NamenSfertigung zu leisten. 2. Die Bahnanstalt behält fick das Recht vor, den Inhalt der Musteckoffer zu prüfen. Die Muster müffen als solche erkennbar sein. Kolli, welche Verkaufsobjekte oder sonstige Gepäckstücke enthalten, sind von der Anwendung der ermäßigten Gepäckstaxe ausgeschlossen. Diese sind daher bei der Aufgabe besonders zu deklarieren. 3. Auf jedem Musterkoffer muß die Firma, in deren Auftrage die Reise unternommen wird, dauerhaft kenntlich gemacht sein. 4. Der Reisende muß den Zug benutzen, für welchen die Koffer aufgegeben werden. Innerhalb einer Stunde nach Ankunft des Zuges in der Bestimmungsstation ist die Legitimationskarte vorzuweisen, um das Gepäck auSgefolgt zu erkalten, oder den 'Gepäcksschein mit dem Vermerke des erfolgten Dorweises versehen zu laffen, widrigenfalls die Gebühren- differenz zwischen dem normalen und ermäßigten Tarifsätze im Nachzahlungswege eingehoben wird. 5. Jeder Wecksel in der Person des Reisenden ist seitens der in der Legitimations-Karte genannten Firma der zur Ausstellung der Legitimations-Karte berufenen Behörde sofort anzuzergen. 6. LegitimationS-Karlen, die infolge Ablaufes der Giltigkeitsdauer, infolge Wechsels in der Person des Reisenden oder aus sonstigen Gründen ungiltig geworden sind, müffen seitens der Firma, zu deren Gunsten diese Legitimations- Karten auSgefertigt wurden, ehestens jener Behörde zurückgestellt werden, welche dieselbe ausgefertigt hat. 7. Die in der Legitimations-Karte genannte Firma haftet für leben Mißbrauch der Begünstigung fettend ihrer Organe. Jeder Mißbrauch, wozu auch der Verkauf mitgeführter Musterwaren gerechnet wird, hat vorbehaltlich der strafrechtlichen Verfolgung oder sonstigen Inanspruchnahme deS Schuldtragenden für die in der Legitimations-Karte genannte Firma die dauernde Entziehung der Begünstigung unnachfichtlich zur Folge. Gießen, 9. August 1901. Betr.: Ausführung beS Gesetzes vom 17. Januar 1901, betreffend die Dienstverhältnisse der staatlich betätigten Forstwarte. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.' stelle. Während bisher die Gehälter der Gemeindeforfiwarte nachzahiungSweise bezahlt wurden, hat dies nach Art. 8 des Gesetzes vom 17. Januar 1901, betr. die Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forstwarte, monatlich voraus zahluugsweife durch den Einnehmer derjenigen Gemeinde, in welcher der Forstwart wohnt, zu geschehen. Da in einigen Gemeinden dies nicht beachtet worden ist, beauftragen wir Sie, soweit Sie Focstwarte haben, die Gemeinderechner mit entsprechender Weisung zu versehen. v. Bechtold. Bekanntmachung Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen; hier Drainageanlagen im II. Feld. In der Zeit vom 15. I. M. bis einschließlich 21. l. M. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen 3 Pläne über die im II. Felde noch auszu- führenden Drainagen zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Aus fchluffeS innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Daubringen schriftlich einzureichen. Friedberg, den 9. August 1901. Der Großh. Feldbereinigungökonrmissär: Sandmann. Die Behandlung der Kriegsgefangenen in Ceylon. Der Alldeutsche Verband teilt uns folgendes Schreiben mit, das ihm aus dem Gefangenenlager Rega- matamp auf Ceylon durch einen Zufall unzensiert zuge- gaugen ist: Rrgamakamp, 26. 6. 01. „Unser Leben im Regamakamp ist da« denkbar traurigste und wir werden wohl alle eine geschädigte Gesundheit alS bleibendes Andenken von hier mit sortnehmen. ES fehlt unS an Bewegung, unser Kamp •*=■ ringsum von dünstenden Sümpfen umschloffen — ist viel zu klein, eS ist kein Platz da, wir find also auf den stündigen Aufenthalt in den Hütten, bezw. zum Liegen auf unseren Prttfchen angewiesen. Schwere Verdauungsstörungen sind daher an der Tagesordnung. In Dtyatalawa war wenigstens Platz, um sich auszulaufen, nach unserer Abreise im Januar — hier sind nur Außlündrr — ist den Buren noch viel größere Bewegungsfreiheit etngerüumt worden. Pro forma hat man UNS auch hier eintgemale Gelegenheit gegeben, kurz nach Sonnenaufgang unter starker mllitürtscher Bedeckung außerhalb spazieren zu gehen. Froh, wenn auch mit nüchternem Magen, folgten wir zweimal der Aufforderung, Gefangenschaft und Kost hatten unsere «rüste jeboch dermaßen geschwächt, daß wir von diesem Gang „vollständig aufgelöst" zurückkamen. Wie soll eS unS später gehen, wenn eS erst wieder mit der Hände Kraft da« tägliche Brot verdienen heißt! Mangel« Teilnehmern sind tiefe Spaziergänge inzwischen wieder eingestellt worden. Unsere Kost ist erbärmlich, daS Fleisch ist fast immer ungenießbar hart, die Kartoffeln sehr, sehr oft verdorben; wir ernähren unS von Thee und trockenem Brot. Wo sollen da Kräfte Herkommen? Die Folgen dieser einseitigen Ernährung zeigen sich an unseren Zähnen, die glatt wegbrechen. Schreiber dieses hat beinahe alle seine Backzähne io dieser Zeit eingebüßt. Mit einem Stückchen weichen Holzes putzen wir Armen uns dieZähne; Zahnbürsten, Zahn pulver können sich nur wenige AuSerwShtte leisten, Strümpse haben wir schon seit Jahr und Tag nicht mehr gefehen, alS Handtücher bienen Fetzm zerriffener Kleidungsstücke. Bei unserem s. Z. Abschub erhielten wir ein Hemd und einen Zwtrnanzug, da« war unser ganzer Reich- tum. Schon im März war nicht mehr viel davon übrig; seit dieser Zeit sind wir halbnackt herumgelaufen. Vor fünf Tagen erhielten wir endlich wieder eine neue Garnitur, d. h. nur die, die kein Geld beim Kommandanten stehen haben, die andern muffen es sich für eigene Rechnung taufen. Die letzten Wochen war es kühl und windig im Gegensatz zu der sengenden Sonnenglut der ersten Monate, Tag für Tag Regen und — unsere Hütten sind mit Palmblättern. gedeckt! Sieben Achtel von uns leiden an Rheumatismus, Atembeschwerden, Fieber, Dyssentrie, Verstopfung, Zahnschmerzen, Ohrengeschwüren, letztere Krankheit tritt epidemisch auf. Unsere Hände zittern, als wären wir ganz alte Leute, alle sind wir so nervös, daß man oft Männer sitzen sieht, denen die Thränen in den langen Vollbart laufen, ohne daß sie recht sagen können, warum. Ein Taschentuch auswaschen läßt uns Ströme von Schweiß vergießen: der Aufenthalt hier ist eben zu ungesund. Unser alter Doktor ist mehrere Male beim Gouverneur wegen Verlegung unseres Kamps vorstellig geworden — er könne sonst für nichts stehen. Seine Eingaben haben den Erfolg gehabt, daß man chn nach Indien versetzt hat. Jetzt versieht ein junger Arzt seinen Posten, und auch der hat schon wieder eine ähnliche Eingabe der Kampverlegung abgeschickt. Müssen wir noch lange hier leben, dann kehren wir alle geistig und körperlich vollkommen verkümmert und verkrüppelt nach Hause zurück, unfähig, für die Existenz zu arbeiten. Was Wunder, wenn man daher immer nach einer Gelegenheit zur Flucht aus- schaut. Alle Versuche sind bisher mißglückt. Die mit Hilfe der Sing halesen Wiedereingefangenen wandern auf Wochen ins Gefängnis nach Khandi, bestraft mit schwerer Arbeit oder Einzelhaft. Im Colomboer Gefängnis sitzen 6 Mann schon seit Monaten. Daß Ende vorigen Jahres ein gewisser Leopold Bedenkammer, angeblich aus Passau, abends im Kamp beim Verlassen des Abortes durch einen wahrscheinlich betrunkenen Tommy einfach über den Haufen geknallt wurde — als fluchtverdächtig — dürften Sie wohl gehört haben. Unser deutscher Konsul, der uns erst sechs Monate Zeit lirß, uns hier einzugewöhnen, ehe er uns besuchte, sagte allerdings, er sei Oesterreicher gewesen. Wir konnten über die An- gelegenheit nie etwas schreiben, unsere Briefe unterliegen der schärfsten Zensur, eingeschriebene Briefe an Konsulat oder Auswärtiges Amt sind nicht erlaubt; wer Briefe von vier Setten und mehr erhält oder schreibt, muß gewärtig sein, daß sie ihr Endziel nie erreichen, so wenigstens schreibt der Zensor Baumann, ein Deutscher im englichen Sold. Man macht mit uns, was man will. Als wir vor kurzem uns weigerten, eine Liste, die ihnen als Information über gewisse Dinge dienen sollte, auezufüllen, wurden wir auf halbe Rationen gesetzt. Durch Hunger zwangen sie schließlich Halbverhungerte. Wann erbarmt man sich unserer endlich, fragen wir uns Tag für Tag! Oder ist alles Hoffen umsonst?" Der Absender dieses Briefes ist ein Reichsdeutscher. Der Brief ist von ihm unterzeichnet; doch verbietet sich aus naheliegenden Gründen die Veröffentlichung seines Namens. Was den Vorwurf gegen den deutschen Konsul in Colombo, Freudenberg, betrifft, so möchten wir uns den gegen diesen erhobenen indirekten Vorwurf nicht aneignen, io lange nicht weitere Beweise zu Gebote stehen. Es fragt sich wohl auch, wie weit ihm die von Berlin aus gegebenen Weisungen eine Intervention zu Gunsten der gefangenen Reichsdeutschen gestatten. Die Frage ist aber wohl berechtigt, ob denn unser Auswärtiges Amt nicht in der Lage ist, für die gefangenen Reichsdeutschen von der englischen Regierung eine menschliche Behandlung zu erreichen. Dadurch, daß Reichsdeutsche gegen die Engländer gekämpft haben, haben diese sich natürlich dem Schicksale ausgesetzt, von den Engländern in Gefangenschaft gehalten zu werden, und hiergegen kann die deutf^e Reichsregierung wohl höchstens auf oem Wege freundschaftlicher Vorstellungen etwas erreichen. Aber dadurch, daß die deutschen Reichsangehörigen gegen die Engländer gekämpft haben, haben sie doch nicht den Schutz des Völkerrechts verwirkt, und hier wäre es sehr wohl möglich, daß unser Auswärtiges Amt unter Berufung auf das- selbe eine menschliche und anständige Behandlung der Kriegsgefangenen deutscher Reichsangehörigkeit erwirkt. Doükische Tagesschau. Wir lesen im „Berl. Börs.-C.": Zur Kennzeichnung der Weltanschauung der Heimgegangenen Kaiserin Friedrich gehört auch die Stellung, die sie dem Antisemitismus gegenüber einnahm, und die sich mit dem Ausspruche Kaiser Friedrichs, die Bewegung sei eine „Schmach des Jahrhunderts" voll- kommen deckte. Als im Jahre 1893 von der Parlamentstribüne herab die Authenzität jenes Ausspruchs angezwei- elt wurde, waren es der ehemalige Chef der Admiralität, General v. Stosch, und Georg v. Bunsen, welche die Echtheit des Wortes bezeugten. G. v- Bunsen schrieb damals (3. April) an den Pros. Paul Magnus, der mit seinen Brüdern eine Eingabe an den Präsidenten des Reichstags gegen die Verunglimpfung seines Vaters, des verstorbenen Stadlrats Magnus, dem der Abg. Liebermann v. Sonnenberg unterstellt hatte, das Wort von der „Schmach des Jahrhunderts" gefälscht und dem Kronprinzen in den Mund gelegt zu haben, Protest einlegte: „Aus meinem Briefe vom 20. Juni 1880, der sich im Nachlasse Ihres seligen Herrn Vaters gefunden hat, ivissen Sie, daß die damalige Frau Kronprinzeß mit Abscheu von der Judenhetze sprach. Einige Worte, die damals den Schluß Ihrer Aeußerung bildeten, haften noch frisch in meiner Erinnerung. Die hohe Frau erklärte, daß dem Kronprinzen wie ihr selbst daran gelegen sei, über ihrer beiden Verurteilung der unwürdigen Agitation nirgend einen Zweifel aufkommen zu lassen. Was die Pietät Sie jetzt gut thun heißt, erachte ich zugleich als zum Wohle des Vaterlandes gethan und wünsche Ihrem Vorgehen, sehr geehrte Herren, den ausgiebigsten Erfolg. Dieser ältere Brief aus dem Jahre 1880 lautete: „Verehrter Herr Geheimrat? Gestern abend nahm die Frau Kronprinzessin eine Gelegenheit wahr, von der „Judenhetze" und der „schönen Geduld" zu reden, welche die Juden an den Tag gelegt. Im Laufe dieses Gespräches habe ich dann der hohen Frau von Ihrer Absicht, das Lessingdenkmal zu errichten, erzählt. Auf meine Aeußerung, daß gerade jetzt der Augenblick mir gekommen zu sein scheine, wo gar mancher sich freuen würde, seine Gesinnung zu bekunden, und damit einer ebenso frechen als unerwarteten Agitation entgegenzutreten, ging sie Maudereien eines Asphattflüchtlings. (Nachdruck verboten.) Im Revier der Harzer Bergstadte. — Grund, das Schmuckstück des OberharzeS. — Ein Schueedallsest im Hochsommer. Der Harz ist zwar das am meisten besuchte Gebirge Norddeutschlands, indessen wird der Oberharz seltsamerweise von den Touristen sowohl als auch „Sommerfrische lingen" wie mein alter Förster kaustisch die großstädtischen Gäste seines grünen Reviers zu nennen Pflegt, noch immer über die Gebühr vernachlässigt. Der Herdenzug geht über Thale, Blankenburg, Wernigerode und Harzburg; durch die neuen Bahnverbindungen ist auch der Südharz jetzt reichlicher erschlossen: aber Lautenthal, Wildemann und vor allen Dingen Grund erfahren noch lange nicht die Schätzung, die sie verdienen. Eingebettet in herrlich bewaldete Berge liegt dieses Schmuckstück des Oberharzes wie ein liebes Kleinod in grünem Plüschkästchen, und bietet dem Naturfreunde in buntester Mannigfaltigkeit die köstlichsten Ausblicke auf dunkle Tannenwälder und saftige Malten. Durch jungen Buchenstand wandert man bergauf, umglitzert von den gebrochenen Sonnenlichtern, die wunderlich violette Farben aus das verwitternde Bronzelaub des Vorjahres zaubern: in stillen Wasserspiegeln pflegen alte Fichtenriesen sich in ihrer ganzen Länge zu betrachten; auf würzig duftenden Waldwiesen taucht auch in lauschiger Abendstunde ein schlankes Reh auf. Dazu kommt, daß die Bewohner dieses Harzwinkels noch nicht allzusehr in der geschäftigen Ausbeutung der Fremden bewandert sind, welche Fertigkeit man sich in Thale und Harzburg in schöner Vollendung längst zu eigen gemacht hat. Die Bewohner der Bergstädte sind zum größten Teil im Berg- und Hüttenwesen beschäftigt; ihr schmuckes Häuschen mit den a-arakteristischen Schiebefensterchen, die manchmal wie Guillotinen herniedersausen, ohne einem jedoch gleich um einen Kops kürzer zu machen, bietet im Sommer Raum genug, um der rührigen Hausfrau durch Beherbergung waldhungriger Stadtgäste einen kleinen Nebenverdienst zu schaffen: Andreasberg wie auch Klausthal versorgen die Welt außerdem nut singendem Volk, wozu man, wenn man will, auch Otto Erich H e r t l e b e n , den Dichter des „Rosenmontags", rechnen kann, der ein geborener Klaus- tHaler ist. Eine weitere ornithologische Merkwürdigkeit bietet in diesem Revier Altenau, das von Klausthal aus Brockenstation ist. Hier fehlt nämlich der Proletarier unter unserem Federvolk gänzlich. In den Straßen Altenaus läßt sich kein Sperling blicken, und alle Versuche, ihn dort heimisch zu machen, sollen vergeblich gewesen fein. Menschliches Proletariertum fehlt natürlich in diesen verzweigten Industrie - Gebieten nirgends. In den Erzgruben und Schmelzhütten des Harzes werden mehrere Tausend Arbeiter beschäftigt; und da der Harzer Bergbau nicht gerade lukrativ ist, sind auch die Löhne nicht allzu hoch. Privatunternehmer hätten den Betrieb vielleicht längst eingestellt. Der Staat erfüllt die vornehmere Pflicht, einem traditionell int Bergwesen beschäftigten Teil seiner Bürger die gewohnte Arbeit zu lassen. Denn obgleich dieses Völkchen durch die harte Mühe und schlechte Lust in Schächten und Hütten selten zu hohem Alter kommt, und unter den charakteristischen Herzkrankheiten der „Bergsucht" und „Hüttenkatze" (Asthma und Bleikolik) schwer zu leiden haben, vermag man sich jedoch nur selten zu entschließen, einem anderen, gesunderen — und auch einträglicheren Gewerbe nachzugehen. Jungen, die als Kellner in den Großstädten ein tüchtiges Stück Geld verdient hatten, sind schließlich zurückgekehrt, um in den Aufbereitungswerkftätten als „Pochjungen" das alte (bewerbe wieder aufzunehmen, das die Urväter schon vor Jahrhunderten getrieben. Dieselbe Erscheinung, die sich zurzeit bei den schlesischen Webern gezeigt hat, die die Regierung in Posen als kleine Landwirte ansiedeln wollen — und die sich doch trotz allen Hungers und Kummers nicht von der dürftigen Heimatscholle mit dem niedrigen Weberhäuschen zu trennen vermochten? . . . Den empfindsamen Menschen berührt es schmerzlich, wenn er inmitten dieser herrlichen Natur, wo seine Lungen sich weiten und seine Wangen sich röten, die fahlen, eingefallenen Gesichter der Harzer Bergleute auftauchen sieht, die im Arbeitskittel voll Grubenschmutz von ihrer Schlicht zu ihrem frugalen Wendesfen heimkommen. Einer der fchönsten Aussichtspunkte im Gründer Bezirk ist der Gipfel des Jbergs, auf den der nun einmal unerläßliche Turm natürlich nicht fehlt. Der Jberg, der auch in botanischer Hinsicht seine Spezialität hat, da auf ihm die sehr selten gewordenen Eibenbäume noch vorkommen (daher auch Jberg-Eibenberg!) zeugt die sehr merkwürdige Gestaltung der sogen. Gletschertöpfe, d. b. Felsvertiefungen, die wie tiefe Riesemörser erscheinen und in großen Revolutionsperioden der Erdoberfläche durch Reibung entstanden sein müssen. In diesen Gletschertöpfen bewahrt der umsichtige Turmwirt eine Unlast von Schnee auf, um in der Hochsaison etliche Schneeballfeste arrangieren zu können. Mächtige Schneepyramiden warten an diesen Jubeltagen auf Alt und Jung, unb ein fröhlicher Trubel erfüllt den sonst so stillen Buchenwald auf der Höhe. Ein famoser Schneemann erblickt da das Licht der sommerlichen Welt, und eine heiße Schlacht beginnt alsbald, bei der die weißen, manchmal etwas sehr harten, Geschosse nach allen Seiten fliegen. Nebenbei bemerkt sind die Alten die Wildesten und Tollsten bei diesem Treiben, und ich habe mich selten so über den Besik meines Regenschirmes gefreut, als an diesem bunten, lustumrauschten Nachmittage! In gewissen Augenblicken war ich wieder wie ein Zehnjähriger, frisch, harmlos und unschuldig — und wußte nichts von Berlin! Wenn der neue Schnee kommt, werde ich dafür schon gehörig haben büßen müssen! ... A. R. Anthropologisches. DieVerhandlungen derDeutschen Änthro- pologischejn Gesellschaft, die z. Z. ihre 32. Versammlung in Metz abhält, wird auch diesmal hochinteressant. Wir können leider nur Einzelnes davon mitteilen. Professor Virchow hielt einen Vortrag über den prähistorischen Menschen und über die Grenzen zwischen Species und Varietät. Natürliche Variation und Defori mation sind die beiden großen Gesichtspunkte, von denen aus man das Thema der Species und Varietät zu beurteilen hat, und so sehr auch diese beiden Gesichtspunkte aus- einanderliegen — der eine ist physiologischer, der ander« pathologischer Natur — so gehen sie doch wiederum trt mannigfachen Punkten ineinander über. Bisher ivar man gewohnt, von einem Typus her zu deduzieren, von einem Schädel auf die Schädelformation einer ganzen Bartetät. So l?at der im Neanderthal aufgefundene Schädel lebhaft bejahend ein. „Ich hoffe, daß man weiß, wie scharf und entschieden der Kronprinz und ich sie mißbilligen." Ganz der Ihrige G. v. Bunsen." Einen bemerkenswerten Artikel über den Arbeiter als Arbeitgeber finden wir in der „Sozialen Praxis" von einem ehemaligen „V o r w ä r t s" - R e d a k t e u r, Bruno Poersch. Poersch meint, das Wort: „Der Arbeiter ist der schlechteste Arbeitgeber!" sei „nicht übertrieben, sondern 'entspricht bedauerlicherweise den nackten That- sachen". Aus der Anklageschrift des Sozialdemokraten gegen seine Genossen seien folgende Hauptpunkte hervorgehoben.- Der Verfasser weist darauf hin, daß die Arbeiter- beamten noch nicht die Hälfte des Gehalts bezielfen, das Staat und Kommune für entsprechende und selbst für weit geringere Leistungen bezahlen. „Wodurch ist diese ungenügende Bezahlung erklärlich?" Sie ist vor allem zu suchen in der erheblichen U n ter schä tzung der geistigen Arbeit, wie sie leider der Durchschnittsarbeiter besitzt. Die Masse unterschätzt nicht nur die geistige Arbeit ihrer Führer, sondern auch die ihrer Gegner. Dafür ein Beispiel. In einer Sitzung, der der Schreiber dieses kürzlich beiwohnte, meinte ein Vertrauensmann in Bezug auf die Bezahlung des leitenden Ingenieurs eines Werkes, das mit vielen Millionen arbeitet, daß dieser ja schließlich so viel Gehalt beziehen könnte wie er, da er doch irgendwelche schwere Arbeit nicht leiste, sondern nur mit Feder und Stift arbeite! Man befindet sich in der Annahme, daß die physische Thätigkeit der Arbeitermassen in der heutigen Staatsund Gesellschaftsordnung das eigentlich Ausschlaggebende fei; die geistige Arbeit dagegen etwas Nebensächliches wäre. Es ist nicht zu verkennen, daß zu dieser Erscheinung namentlich auch die vielleicht falsch verstandene materialistische Geschichtsauffassung beigetragen hat. Jahre hindurch haben untergeordnete Agitatoren den Massen gepredigt, daß die Person bei der Kulturentwickelung der menschlichen Gesellschaft gar keine Rolle spielt, sondern daß alle Fortschritte in den jeweiligen materiellen Verhältnissen zu suchen wären. Noch heute kann man vielfach von Führern minderen Ranges zu hören bekommen, daß bei der Besetzung irgend welcher leitender Aemter in Staat, Kommune, Organisation es nicht _ auf die Person ankomme, sondern man jede beliebige Person dazu nehmen könne. Diese Lehren mußten natürlich bei den Massen zur Degradierung der geistigen Arbeit führen, und es ist eine Ironie der Geschichte, daß die Arbeiterbeamten diese Lehren am eigenen Leibe jetzt zu spüren bekommen. Daher liegt es auch nicht nur im Interesse der Arbeiter- bteamten, gegen die Herabsetzung der geistigen Arbeit Front zu machen, sondern int Interesse der menschlichen Kulter. Wer nicht nur unter der ungenügenden Besoldung haben die Arbeiterbeamten zu leiden, sondern auch unter einer ungereimten Behandlung. Der Arbeiter macht als Arbeitgeber selbst saft alle dieselben Fehler, die er seinen Arbeitgebern tagtäglich vorhält. Die Arbeiter sind ebenso wenig Engel wie unsere Unternehmer. Diese Erfahrungen gewinnen die Arbeiterbeamten sehr oft, und dieser Umstand ist es auch, nebenbei bemerkt, der viele Arbeiterbeamten, namentlich Gewerkschaftsführer zu Bern- fteinianern gemacht hat. Der Arbeiter verurteilt es mit vollem Recht, wenn der Arbeitgeber ihm betreffs seiner Wünsche kein Gehör schenkt und nicht mit ihm oder seinen Vertretern verhandelt. Wer derselbe Arbeiter, der dieses sck)arf verurteilt, nimmt vielfach den gleichen feubateu- Standpunkt ein, sobald er als Arbeitgeber in Organisationen auftritt. Auch betreffs der Hebet laftungj mit Arbeiten haben die Arbeiterbeamten zu klagen. — Derselbe Arbeiter, der für sich den Achtstundentag fordert, verlangt oft von seinen Beamten eine 16 stmn- dige Arbeitszeit. M das R IctW norden, ui MtchgeschU schießen. habe v lPrt gehandelt wehr liege smrke Stic um Furcht den Ange § 213 de und zum ü - Verleid «L^-s-h £ E KE ftariert, * ienigeu L uehnrunö walschn" selbe Au-! Vertret * A aber betj fflcinbtn. I Notwehr i 7 Hiebe a sä-en Arbe Sdiufj Stit n Hals Aüetencro Angriffes < liege-licht v. Stietenci auf Nucken, fon ichuldig. Ta Begründung scheu Arbeit sie an im Lchuß Stiel Dos Gerich nickt in bt wurde. Ti des Urteile kam es zu M# Man schr Der dies iLüisiag \w\X unkt dem 61 in München öffentlichen sind 24 Bei werden die Karou o. Stieffnrron vor dem Kriegsgericht. Das Zeugenverhör wird fortgesetzt. Bauinspektor Berger- Saargernünd ist der Ansicht, daß der Weg, welcher zuv Anlegung der Wasserleitung benützt wurde, ein Gemeindeweg und nicht Privateigentum Stietencrons sei. Bürgermeister Bichet von Niederweiler sagt aus, der Weg, an dem die Wasserleitung angelegt wurde, fei feit undenklicher Zeit öffentlich. Die Baronin Stietencron habe ihm am Sonntag vor der Schießaffaire gesagt, ihr Gatte und sie selbst hätten gegen die Fortführung der Wasserleitungsarbeiten nichts einzuwenden. Bei der ersten Vernehmung durch bett Vortrag de von Soden-s des laudtvir Bayern, woi Geh. Regien stigen allger wesens fei t Achsichlsratsm *iel über Geri ,in öas Geno gegebe Jie seinerzeit um dieselben "and, Hollar -Frage, z bitweise Heu '^gene Unter! * manche Wration fCj '"d- Dams lem muß, ""ruetbinqi : habe !*«» m EJ» 3n d. den Ai ^Mßerorf östlichen putzenden ft Auen unzj Uuderthal« Mumien »o Dtz b-fern/K Jenen Ä halb UW* A"erd^ I Nenf>&6 als Kpe Ms, .Kriegsgerichtsrat (Oben habe der Entlastungszeuge Taglöhner Seidel im Gegensatz zu seiner gestrigen Aussage bekundet, er habe von dem Vorgänge bei. der Erschießung Fazzis nichts gesehen und nichts gehört, er habe nur das Aufschlagen einer Schaufel gehört. Zeuge Seidel erklärte darauf, daß seine gestrige Aussage sich mit den Schilderungen decke, die er bei der ersten Vernehmung gegeben habe. Bürgermeister Lauter von Bruderdorf bestätigt, Seidel habe bei der ersten Vernehmung bemerkt, er habe von dem Hergang der That nichts gesehen und nichts gehört, sondern nur das Aufschlagen einer Schaufel vernommen. Kriegsgerichtsrat Oden, dec VertrRter der Anklage, konstatiert, daß die gestrige Aussage Seidels sich mit der-» fertigen decke, welche SeiDcl vor ihm bei der ersten Vernehmung gemacht habe. Bürgermeister Kroenacker von Hoch- walsch macht über die Vorgeschichte der Wasserleitung dieselbe Aussage, wie die beiden anderen Bürgermeister. Ter Vertreter derAnklage, Kriegsgerichtsrat Oden, überläßt es dem Gerichtshof, die Glaubwürdigkeit der italienischen Arbeiter zu ermessen. Es sei der Beweis erbracht d«b Fazzi mit der Schaufel nach Stietencron geschlagen und ihm auch den Arm durchgeschlagen habe. Dagegen sei aber der Nachweis nicht erbracht, daß Stietencron 'in Notwehr gehandelt habe. Es sei befremdend, daß die Ge- ^einden sich mit Stietencron nicht vorher einigten, ehe die Wasferleitungsarbeiten begonnen wurden. Stietencron habe das Recht gehabt, das Weiterarbeiten an der Wasserleitung zu untersagen. Der erste Schuß sei nicht abgegeben worden, um Fazzi zu treffen. Jederinann, dem ein Arm Durchgeschlagen tvcrbe, und der eine Flinte hat, wird Ichießen. Daß Fazzi einen Schuß in den Rücken erhalten habe, v, spreche dafür, daß Stietencron nicht in Notwehr gehandelt habe; auch eine Ueberschreitung in der Notwehr liege nicht vor, da bei der Charakter- und Willensstärke Stictencrons ausgeschlossen sei, daß es sich bei ihm um Furcht oder Bestürzung gehandelt hätte. Er beantrage, den Angeklagten wegen Totschlags auf Grund des § 213 des Str.-G.-B. zu drei Jahren Gefängnis wnd zum Verlust des Tragens der Uniform zu verurteilen — Verteidiger Rechtsanwalt Videnz: Stietencron habe aus Notwehr gehandelt. Fazzi habe vor dem zweiten Schuß ? £>iebe auf Baron v. Stietencron geführt. Tie italieni- lchen Arbeiter haben übereinstimmend bekundet, daß der ^>chuß Stietencrons nicht in den Rücken, sondern vorn in den Hals abgegeben worden sei. Es sei nicht die Absicht stietencrons gewesen, Fazzi zu töten, sondern sich des Angriffes zu erwehren. Eine Ueberschreitung der Notwehr liege glicht vor; er beantrage deshalb Freisprechung. Baron v. Stietencron hebt noch hervor, daß zur Zeit des Schusses: . o'^zr auf ihn losschlug. Er habe Fazzi nicht in den SUitfen, sondern vorn in den Hals geschossen. Er sei un- schuldig. T«s Urteil lautet auf Freisprechung. Zur Begründung wird ausgeführt, die Aussagen der italieni- ld)en Arbeiter verdienen nicht unbedingten Glauben, weil sie an inneren Unwahrscheinlichkeiten leiden. Ter erste ^chuß Stietencrons sei auf den Schlag Fazzis losgegangen. -Tas Gericht nahm weiter an, daß die Kugel Stietencrons nicht in den Rücken, sondern vom in den Hals abgegeben wurde. Die Stimmung des Publikums nach Verkündigung ves Urteils war gegen Stietencron sehr erregt, indessen kam es zu keinerlei Demonstrationen. jrikgssmcht. Bauinspektor Berp r Weg, welcher M fc, ein Gemeindm; sei. Bürgermeiskk! ; Weg, an dem bit it undenMer Zeii be ihm am Sonntal itte unb sie stlöfl isserleituugsardeim nehmung Wh Schisssnachrichten. norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießen durch Agent Carl Loos. Bremen, 8. August. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer „Kaiserin Maria Theresia-, Kapt. A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 3 Uhr nachmittags wohlbehalten in New-York angekommen. Bremen, 8. August. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Postdampfer K ö l n, Kapt. G. Wittstein, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Dk«Ischkr laodwirtschsstllchkr «woffenschaflstsg 1901. Man schreibt uns: Der diesjährige Deutsche landwirtschaftliche Genossen- ichaftstag findet, wie wir bereits mitteilteu, vom 21.—23 Aug. 1"^kr dem Ehrenpräsidium des Prinzen Ludwig von Bayern in München im alten Rathaussaale statt. Für die beiden öffentlichen .Hauptversammlungen am 21. und 22. August sind 24 Verhandlungsgegenstände vorgesehen. Eingeleitet werden ine öffentlichen Hauptversammlungen durch einen Vortrag des Landesverbandsdirektors Reichrats Freiherr v<'n Soden-Frauenhofen über die geschichtliche Entwickelung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens im Königreich Bayern, woran sich alsdann der Jahresbericht des Anwalts Geh. Regierungsrat 5>aas-Darmstadt anreiht. Unter sonstigen allgemeinen Angelegenheiten des Genossenschaftswesens sei erwähnt ein Vortrag des Berbandsdirektors Rechtsanwalt Bangratz-Landau über die Haftpflicht der Aussichtsratsmitglieder, ein solcher des Direktors Biernatzki- Kiel über Gerichtliche Bekanntmachungen von Eintragungen un das Genossenschaftsregister, des Regierungs-Assessors Gennes-Tarmstadt über rechtliche Stellung der Revisionsverbände. Eingehende und vielfach neue Gesichtspunkte bietende Erörterung werden die Angelegenheiten der ^vreditgenosseu schäften finden. Wir nennen hier folgende Vorträge i „Nach welchen Regeln soll die Zinspolitik der >treditgenossen- schaften sich richten?" (Ref.: Verbandsdirektor Oetono- mierat Johannßen-Hannover), „nach welchen Grundsätzen ist der Wechselverkehr der Kreditgenossenschaften zu regeln ?" (Generalsekretär Tr. Rabe-Halle a. S.), „die Gewährung von Blankokredit" (Verbandsdirektor Frhr. v. Heintze), „das Ersparnisbuch" (Lehrer Lembke-Telvet. Breiten Raum nehmen fernerhin Die Angegelegenheiteu der Bezug- und Absatzgenossenschasten ein; so werden die bisherigen Erfolge Des genossenschaftlichen Getreide-, Vieh und EiervertaufS von Verbandsdirektor Landrat z. D. von Brockhausen-Stettin, Landkagsabg. Oekonomierat Ring- Tüppel, Landwirtschaftslehrer Zollikofer-Eppingen behandelt werden. Neber den Verkehr der Ein- und Vertaufsgenossen- schaften mit Nichtgenossen spricht Major a. D. En Dell-Posen. Tie Angelegenheiten der Molkereigenossenschaften erfahren durch die Referate des Verbandsdirektors Oekonomierat Plehn-Berlin über genossenschaftlick)e Organisation des Butterhandels, Rechte und Pflichten der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bei Molkereigenossenschaften, gebührende Beachtung. Unter den sonstigen Genossenschaften ist ein Vortrag des Akademiedirektors Dr. Krauß-Weihen- stephan über Getreidetrocknung, des Landrats Siegert-Us- lar über Obstverwertung und des Oekouomierats Ring über genossenschaftliche Milchversorgung der Städte angemeldet. Aus Stadl und Land. -lachelchten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden »«gemessen honoriert. •* Handelskammer. Am 8. dS. Mts. hielt die hiesige Handelskammer eine kurze Sitzung zur Vorbereitung des Entwurfs eines neuen Zolltarifgesetzes mit Zolltarif ab. Bezüglich des Zolltarifgesetzes sprach sich die Kammer einstimmig gegen den Minimaltarif für Getreide und die Beschränkung des Zollkredits für Getreide, Hülsenfrüchte, Raps und Rübsen, sowie die daraus hergestellten Erzeugnisse aus. Zum Zolltarif selbst nahm die Kammer vorläufig mit folgender Resolution Stellung: „Der unterm 26. v. M. veröffentlichte Entwurf eines Zolltarifs begegnet in seiner dermaligen Gestalt unseren ernstesten Bedenken Die in demselben ins Auge gefaßten hohen Eingangszölle, darunter ganz besonders die hohen (z. T überdies nach unten gebundenen) Zölle auf die notwendigen LebenSmittel würden nicht nur die Produktion«- und Ge- stehungskosten der deutschen Industrie und des deutschen Handels wesentlich erhöhen und dadurch ihren einheimischen Absatz, sowie ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmärkte erheblich beeinträchtigen, sondern auch die Lebenshaltung weiter und gerade der unbemittelten Kreise unseres Volkes empfindlich erschweren und schließlich den Abschluß der Handelsverträge mit einer Reihe von auswärtigen Staaten aufs schwerste gefährden, wenn nicht geradezu unmöglich machen. Wir halten daher eine Abänder. ung des Entwurfs im Sinne einer wesentlichen Erniedrigung der ins Auge gefaßten Zollschranken im Interesse des weit überwiegenden Teiles der deutschen Industrie und deS deutschen Handels, sowie der breiten Massen des deutschen Volkes für unbedingt erforderlich." Im Uebrigen wurden für die verschiedenen Abschnitte des Tarifs Referenten für die demnächst abzuhaltende Spezial- beratung des Entwurfs aufgestellt. Im Anschluß an die Sitzung fand eine Besichtigung der Buderus'schen Werke in Lollar statt, die mit einem gemütlichen geselligen Zusammensein in dem gastgeberischen Hause deS Direktors Steinccke, Mitglieds Großh. Handelskammer, einen stimmungsvollen Abschluß fand. ♦♦ Von der köuigl. Eifeubahudirektiou Frankfurt a. M. wird uns mktgeteilt: Mit dem 10. Oktober tritt das am 16. Juli 1898 in Paris abgeschlossene Zusatzübereinkomme« zum internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahu- frachtverkehr in Kraft. Von diesem Zeitpunkte ab gelangen n eue internationale Frachtbri efe zur Einführung, die bisherigen, dem Uebereinkommen über den internationalen Frachtverkehr vom Jahre 1890 entsprechenden Formulare, werden jedoch noch bis zum 9. Oktober 1902 zugelaffen; der letztgenannte Zeitpunkt ist unabänderl.ch. Bad-Nauheim, 8. Aug. Die Zahl der Kurgäste betrug bis zum 8. August 15,843. Bäder wurden bis zu diesem Tage 211,146 verabreicht. me noch vorkomc >ie sehr medrourk. .b.Felsvertiefu°A nd in großen W ch Reibung * topfen bewahrt oc ämee auf, um" rangieren zu dünn i diesen ^ubeliagn r Trubel erfüllt Höhe. Ein : sommerlichen M '^einZehnK imt, werde i^} ^nlaß gegeben, auf die Existenz einer bestimmten Rasse, hte seinerzeit am Niederrhein wohnte, zu schließen, man hat dieselben Schädelformationen dann anderswo in Friesland, Holland u. s. w. gefunden, und es entsteht nun die »rage,. ist des der Schädel einer bestimmten Rasse, die teiln>ei|e heute vielleicht noch ihre Vertreter Hut. Virchows eigene Untersuchungen der aufgefundenen Knochen konnten ober mancherlei Abweichungen von der normalen Kon- figuratlon feftstellen, ja, sogar solche, die krankhafter Natur frnd. daraus fchließt Virchow, daß man Doch sehr vorsichtig sem muß, Schlüsse auf eine bestimmte Rasse zu ziehen. Die neuerdings in einer Höhle bei Spy in Belgien gefundenen mit dem Friesenschädel so viel Aehnlickfleit, daß wohl friesisches Blut in den Adern jener Individuen, deren Schädel wir in Spy gefunden haben, geflossen haben mag. In der Drskusswn trat Prof. Klaatsch aus Heidel- . berg den Uuvfuhrungen Virchows entgegen, indem er auf außerorDentltch genauen und alle nur Denkbaren wifsen- ^stlichen Hilfsmittel und Untersuchungsmethoden benutzenden Forschungen von Prof. Schwalbe hinwies, aus » etL ^"A^eutig hervorgehe, daß die Schädel des zreanderthals wie die von Spy völlig überein stimm en, und la- "'^b.rbrndung mit den außerordentlich charak- eristlschen Fundstätten unbedingt für die Typen einer be- [rmmten vorzeitlichen Nasse ansehen müsse Tas neuentdeEe Steinzeit-Hockergrabfeld von Somborn bei Wo r ms schilderte Tr. Köhl aus Worms, der verdiente Forscher der neolithischen Kultur. Unter Vor- .ieigung zahlreicher Grabfunde, bestehend in Gesäßen, ©tein- geraten, Schmucksachen m s. w- suchte er den Beweis zu liefern, daß die Keramik mit Bogenbandverzierung einer $.neL^^-fe b€C entspricht, daß somit inner- halb der junaeren Steinzeit eine in sich abgeschlossens -diltur Periode vorhanden isü Erfaßte seine Resultate fvlgen- «rmaßen zusammen: Zunächst müssen die Steinzeitbe- -ivoyner von Flomborn ein ganz anders geartetes Volk gewesen sein, als die Bewohner der Rheingegend von Worms von Rheindürkheim und Monsheim. Denn sie bestatteten nicht nur ihre Toten in anderer Lage und nach einer ■jnöeren Himmelsrichtung, sondern sie befleißigten sich auch der Beerdigung ganz anderer Totengebräuche und Zere- cM zwL 'Äs'A monren als jene. Ferner benutzten sie zur Bereitung der Totenmahlzeiten am Grabe ganz anders geformte und ^?r.äie^iE Gefäße, sie legten neben die Toten außer den Gesäßen noch zum Teil ganz anders geformte Steingeräte und Waffen, sie schmückten sie mit ganz anders aussehen- den Zieraten und gaben ihnen ferner zum Bemalen ihrer Körper ein anderes Färbematerial mit auf den Weg. Alle drei Phasen der neolithischen Kultur aber gehören der Absolut metalllosen Zeit an; nirgends ist weder in einem Wohnplatze noch in einem Grabe nur ein Atom Metall gefunden worden. Prof. Klaatsch sprach sodann über „Tie Ausprägung der spezifisch menschlichen Merkmale in unserer Vorfahrenreihe". Das Problem der Entfrehung des Menschengeschlechts kann in wissenschaftlich exakter Weise nur durch die Beantwortung folgender Fragen gelöst werden: Unter welchen Umständen, in welcher Periode der Erdgeschichte und in welchem Teile der ErDoberfläche hat der tierische Vorfahre unseres Geschlechtes diejenigen Umwandlungen durchi- gemacht, nach denen wir berechtigt sind, denselben mit dem Gattungsnamen Mensch — homo — zu bezeichnen. Hierbei gilt es für den Naturforscher als Voraussetzung, daß der tierische Vorfahre seit Den Anfängen des Lebens auf der Erde denselben Entwickelungsgang durchgemacht hat wie die Stammgruppe Der Wirbeltiere, speziell der Säugetiere, innerhalb Deren er mit Den anderen Primaten, den Erstlingstieren Linnes — Den Vorfahren der Affen' bis in die Dritte Erdperiode, das Tertiär, hinein dieselbe Richtung allmählicher Vervollkommnung einschlug. Für die Beurteilung Der menschlichen Eigenschaften ist es wichtig, daß viele derselben, wie z. B. die Hand, nicht als neue Errungenschaften, sondern als uralte nur vervollkommnete Erbteile von Der gemeinsamen Urform Der Primaten aus, die zugleich Der Wurzel des Säugetierstammes nahe stand, zu beurteilen sind. Seitdem der Irrtum berichtigt ist, daß uns der Gorilla ein Abbild des menschlichen Vorfahren gäbe, ist erst ein Verständnis' der älteren Ausprägungsform des Menschenskeletts möglich, wie sie uns durch die Reste des Menschen aus der Höhle des Neanderthals und der Höhle von Spy in Belgien vor Augen geführt wird. So lange Der Fund im Neanderthal isoliert dastand, konnte allenfalls die Vermutung, daß die Eigenart der Knochen des Neanderthalmenschen als individuelle Eigentümlichf- keiten oder gar, wie Virchow annahm, als krankhafte Erscheinungen zu denken seien, einen Schein Der Berechtigung für sich haben, zumal da eine Feststellung des geolo- gischen Alters nicht vorlag. Seitdem aber im Jahre 1887 - ■? €nt^rec^enöen Funde fossiler Menschnireste aus der Hohle von Spy bei Namur, und zwar von zwei Jindividuen unter genauester Feststellung Der geologischen LagerungS- verhaltnisse durch Professor Fraipont in Lüttich beschrieben tüorDen sind, ist ein Zweifel an dem hohen Alter dieser Reste von Menschen, Die in einer frühzeitlichen Periode (Diluvial) zusammen mit Mammut, Rhinoceros und Höhlenbär lebten, nicht mehr möglich. Es liegt eine ältere Ausprägungsform des jetzigen Menschen vor; ob man sie öon letzterem als Homo neanderthalensis vom Homo sapiens trennen, eine neue Varietät oder gar Spezies daraus machen will, ist ziemlick) gleichgiltig gegenüber Der Feststellung, daß wirklich ein niederer Zustand vorliegt, der, ohne ein Bindeglied zum Affen zu liefern, doch Annäherungen und Erinnerungen an Den tierischen Vorfahren des Menschen, Die kletternde Primatenform, bietet. Deren Wirbelsäule noch nicht völlig aufgerichtet war. Ueber den Fuß dieser Wesen wissen wir leider vorläufig fast nichts; dies ist um so mehr zu bedauern, als wir in der Heranbildung des Menschenfußes neben der des Schädels das wichtigste Charakteripicum des genus homo und das beredteste Zeugnis für Die Einheitlichkeit Der Entstehung des Menschengeschlechts zu erblicken haben. Klaatsch zeigt weiter, wie Der Menschenfuß sich ganz direkt von Den allernieDrigsten Zuständen der Säugetiere aus entwickelt hat. Tie Verstärkung des inneren Fußrandes fordert zu ihrer Erklärung einen eigenartigen Klettermechanismus, wahrscheinlich einen solck>en auf hohe, einzeln stehende Baumstämme, wie er noch jetzr bei allen niedern Völkern eine sehr bedeutende Rolle spielt. Nieder Zustände des Fußes sind noch jetzt bei niedern Rassen, z. B. Weddas, vorhanden. Die vergleichende Knochenlehre des Menschen- ußes stellt ein lohnendes Gebiet Der Bearbeitung für die Zukunft Dar. Sfomafol empfohlen \ für IIlimd= und ZahnpHetje in rdiwedifchen Kliniken 30.000 Liter in einem 3ahre verbraucht und durch ßoflieferanten-Titel ausgezeichnet. . . K. Groß Karbe«, 9. Aug. Schon seit Jahren erweist sich^die Brücke, die zwischen unserem Orte und der zehn Minuten entfernt liegenden Station über die Nidda führt, in jeder Beziehung als mangelhaft und unzeitgemäß. Seitens der Kreisbauinspektion und der hiesigen Gemeindevertretung wurde deshalb im vorigen Souimcr der Beschluß gesoßt, eine neue steinerne Brücke zu errichten. Die alte Brücke ist aus Holz gebaut, ziemlich schmal und bei Hochwasser nicht imstande, alles Wasser durchzulassen, wodurch nicht selten Stauungen und Ueberschwemmungen verursacht wurden. Da außerdem die Nidda hier einen nicht unbedeutenden Bogen beschreibt, wird die neue Brücke ungefähr 50 Meter westlich «ach der Station zu errichtet werden. Sie soll drei Ocff- nungen mit je 9 Meter lichter Weite erhalten sowie zwei Land- und zwei Dtrompfeiler. Der Oberbau wird durch eiserne Träger und Eisenauflager gebildet; die Brücke soll noch im Laufe dieses Jahres vollendet werden. Nach ihrer Fertigstellung wird die Nidda reguliert und baß Flüßchen durch die neue Brücke geleitet. Allösvg MS den Stölldessmtsrkgistkkll der Stlldt Sießeu. Aufgedote. Am 6. August Jakob Walter Platte, Kaufmann in Essen a. Ruhr mit Hermine WaSmuth dahier. — Am 7. Philipp Friedrich Herrmann, Pfarrverwalter in Alsfeld mit Elsa Louise Bindernagel in Friedberg. — Ludwig Raab, Feldwebel dahier mit Maria Betz in Eschenrod. «heschlteßurrgett. Am 3. August. Friedrich Karl Franz Winkler, Bildhauer dahier mit Lina Wagner dahier. — Georg Heinrich Karl Rüger, Blumenhändler dahier mit Karoline Ritze hierselbst. — Gustav Hermann Güldenpfennig, Schlosser dahier mit Elise Marie Ruppert hierselbst. •ebotrat. Am 30. Juli Dem Eisenbahnb-triebsingenieur Oskar Klose ein Sohn, Oskar. — Am 81. Dem Taglöhner Friedrich Menz ein Sohn, Paul. — Am 1. August. Dem Kaufmann Wilhelm Textor eine Tochter, Lina Georgine. — Dem Bahnwerkfiättearbeiter Franz Henn ein Sohn. — Dem Kaufmann Rudolf Bohn eine Tochter, Katharina Elisabeth Cäcilie Pauline. — Dem Schreiner Johannes Pltz eine Tochter, Toni Katharine. — Am 2. Dem Kaufmann Samuel Elsoffer ein Sohn, Wilhelm. — Am 3. Dem Weißbindermeister Friedrich Zutt eine Tochter. — Am 4. Dem Schuhmacher Heinrich Stoll ein Sohn. — Dem Vize- seldwebel Heinrich Ewald ein Sohn. — Am 6. Dem Fuhrmann WUhelm Hahn II. ein Sohn, Eduard August. — Am 7. Dem Lehrer Otto Gör- lach eine Tochter, Charlotte Pauline Luise. — Am 8. Dem Metzgermeister Ludwig Klein ein Sohn. Gestvrberr«. Am 8. August. Wilhelm August Georg Schmincke, 5 Monate alt, Sohn des Kaufmanns Georg Schmincke dahier. — Katharine Susanne Wiesmüller, 7 Monate alt, Tochter des Schuhmachers Joseph Wiesmüller daselbst. — Am 5. Otto Emil Schädlich, 2 Jahre alt, Sohn deS Betriebsleiters August Schädlich dahier. — Ludwig Heinrich Schmidt, 5 Monate alt, Sohn des Taglöhners Ludwig Schmidt dahier. — Am 8. Margarete Christiane Marie Meter, 6 Monate alt, Tochter des Dachdeckers Hermann Meier dahier. — Oskar Heinrich Dreher, 12 Tage alt, Sohn des Wirts WUhelm Dreher dahier. — Am 9. Valentin Neumann, 44 Jahre alt, Standesamtsgehilfe dahier. .«iß -eid-r «■?& JÄ unb S? ^beit ’S - i“ Met ^8en h^. •S* den <5 ^lturentwickeL * sprelt,sonL en materiellen Ie mnn man üielfc ren bekommen, ^ Wer Aemter i K.auf die Per» %t,on dazu nehmt bei den Ma,> 'S Aren, und 8 he Arbeiterbeamtk» 1 spüren bekommen teW der Arbeiter er geistigen Arbeit ge der menschlichen ^genügenden iden, sondern auch ung. Ter Arbeilc: ■e diejelden Fehle: »rhält. Tie Arbeite: Unternehmer. M ernten sehr ost, uw i bemerkt, der viel, Haftsführer zu Bern er verurteilt es in: ihm betreffs sein-! nit ihm ober feine Arbeiter, her biejti gleichen feudaler tgeder in Trgam Uedrrlastun, rerdeamten j, |id) den Achtstunde- taten eine 16 W /Line 3-Zimmerwohnung im 2. St. per 1. September zu vermieten. Brandgasse 6. 02947 Wolff. 5516 (toeingrün) 5428 5205 L. Huhn. 3-Zimmer-Wohnung zu vermieten. 5340 ReuSadt 15. ö3öl] BlerZimmerwohnung zu vermieten. Asterweg 50, I. (kleine Mansardenwohnung zu o» verm. Grünbergerstraße 44 Abfahrt nachmittags 2.05 Uhr 5514 Gießener Anzeigers. 4944 mieten. Steinstrabe 48. 03001] 4—b-Znnmerwohnung zu Südanlage 7. vermieten. Hochachtungsvoll 08094 Karl Volkmaxin ^leineWohnung nebst möbliertem 5V wimmer zu verm Dammstr. 29 später zu vermieten. 4818 Südanlage 18 /Ädjön möbl. Zimmer zu verm. 03064 Seltersweg 57, HI M»SbtierteS Zimmer zu verm. Uv Damm8raße 28. II. W* Bier 8/ie Liter 10 Pfg. Eintritt frei. NB. 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