Mr. 13^" Zweites Blatt Dienstag 11. Juni 1901 3946 in Wilhelmshaven wirk B Feuilleton Von de r T a r m stä d t e r Kün st l e r ko l o n i e. Man 151. Jahrgang Gelände in Sicherheit sich befindet und wohl nicht sobald diesen Aufenthalt verlasien wird. Sollte sich aber die obige Meldung doch bestätigen, dann wird Botha gewiß die z. Z sehr ungünstige Lage des englischen Heeres bei den Friedens Verhandlungen nicht unberücksichtigt lasten und Forderungen stellen, die weit über die früheren hinausgehen. Kitchener aber wird die Weisungen Chamberlains befolgen wüsten und diese Forderungen ablehnen, und man wird wieder so weit wie früher sein, nämlich mitten im Kriege und dessen Ende so fern wie je. „Taß den Herren Engländern auch hier von unseren Seeleuten nicht die wärmsten Sympathieen entgegengebracht wurden, geht wohl zur Genüge aus folgendem hervor: Bei den drei Kompagnien der hiesigen Torpedo- Abteilung wurde beim Mittagsappell angefragt, wer von ken Unteroffizieren und Mannschaften sich an einem zu Ehren der Engländer veranstalteten Bierabend be- — Gras Eberhard zu E r b a ch - E r b a ch ist in Neapel vor einigen Tagen im 54. Lebensjahre einer Blinddarm-Entzündung erlegen. Der Verstorbene erfreute sich unter der Bevölkerung seiner Heimat großen Ansehens und großer Liebe. Wissenschaftlich ist er mehrfach hervorgetreten, namentlich! durch sein Werk: Wandertage im Küstengebiet des Orinoko, auch hat er öfter Vorträge über seine Reisen in geographischen usw. Vereinen mehrerer Städte gehalten. — Nach dem mitgeteilten Ergebnis der Zölle und Verbrauchssteuern im Jahre 1900, dem beträchtlichen Fehl- i orpedobootszerstörer folgendes berichtet: Adresse für Depesche«, Anzeiger Siehe«. FernsprechanschlußNr.HL. K, . "9* Hk ben erlteinntben >•** 10 tttzr fpateRenl •*•***, •frtMon unb Sch-ttttatz« 7. Engländer und Bnre«. Aus Johannesburg wird gemeldet: Kitchener genehmigte, daß Botha zur Erleichterung der Friedens Verhandlungen über Standerton und Durban mit dem Priü fidenten Krüger in direkte telegraphische Verbindung trete. Botha lud Kitchener ein, in neue persönliche Verhandlungen, die in Standerton stattfiuden sollen, einzutreten. Diese Privatmeldung bäucht uns höchst unwahrscheinlich. ES hat vielmehr den Anschein, daß Botha trotz der englischen Postenlinien an der Bahn Pretoria-Komativpoort mit der Mehrzahl seiner Getreuen die Bahn überschritten und sich nach Norden gewandt hat, wo er in bergigem und waldigem "glich mti M Montzag». f «Milten* WWUtf Werben ben «n. **♦*•«*( mit ****** *M »Blätter * W »•IWluMbe- vier. beigelegt. schreibt uns aus Darm st a d t: Der erste Erfolg im Spiel- Ha u s e der K ü n st l e r - K o l o n i e wurde endlich errungen. Kein geringerer als Hofkapellmeister Richard Strauß tumb seine Gemahlin Pauline Strauß-de Ahna hatten es zu Weg gebracht, zum ersten Mal das Haus zu füllen, und das Resultat war gewiß für beide Teile zufriedenstellend. Als er den, tote seither bei allen Vorstellungen üblich, hulbdunklen düsteren Bühnenraum betrat, rief er aus: „Hitwas mehr Licht", worauf das Haus sofort durch volle L ichtwellen überflutet wurde, die auch während des ganzen Albends entsprechende Helle spendeten. Tie Subskriprions- Munion zu ML 5 a Person war aber wieder ein glänzender ZMnfall. Obwohl man sich Balletmeister Feretti aus Frank- fmrt a. M. als Tanzordner und die Kapelle Engel (Drag.- Züegt. Nr. 23) als Ballmusik verschrieben hatte, fehlten Tänzer umd Tänzerinnen, die Räume blieben fast leer. Eine kleine »ZchLhl meist zur Hofgesellschaft gehörende Damen und Herren fantten sich eingefundcn, und begaben sich abwechselnd zm 4—5 Paaren auf die flotten Weisen Engels dem Tanze zi.ir; ab und zu sah man auch 2 Damen (!) durch den Soaal fliegen. Troß der herrlichen Parterre- und Lampion- Bseleuchtung des Gartens konnte keine Stimmung auf- lofntmen, die großartigen Buffets blieben unbenützt; die jA 0^ Mllmenverkäuferinnen hatten vergebens gehofft, ein flottes GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger ” Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen betrage ber dem Ueberschusse der Post gegenüber dem Etatsansatze und der beschlossenen Verstärkung des Betriebsfonds der Reichskasse haben die Bundesstaaten für das Jahr 1900 nicht nur den in dem Reichshaushaltsetat vorgesehenen Mehrbetrag der Matrikularumlagerr über die Ueberweisungen mit rund 12 700000 Mk., sondern mich noch darüber hinaus einen Zuschuß zu den Kosten des Reiches aus eigenen Mitteln zu leisten. Es ist dies seit 1893 das erste Mal, daß sich das finanzielle Verhältnis der Bundesstaaten zu dem Reiche für die ersteren so un- ö • m r .r I günstig gestaltet hat. Der Grund liegt hauptsächlich darin, Frau Louis Botha ist, wie bereits kurz gemeldet, im daß die Zölle sowohl gegen den Ertrag des vorigen Jahres englischen Hafen Southampton am Samstag eingetroffen, «ls gegen den Elatsansatz so erheblich zurückgeblieben sind. Sie lehnte es ab, sich interviewen zu lassen. Der Sohn I Allerdings scheinen sich die Zolleinnahmen sck>on wieder des früheren Staatssekretärs des Oranjefteistaais, Fischer, *u be"cS m _ ,, teilte dem Vertreter des „Reuter'schen BureauS" mit, Frau 7? „Nordd. Allg Ztg. schreibt: Nach unseren ÄÄ Ä" nnADrbe”m^S®t“anT?™“- s°w»tMbis jetzt Lschkn'lL"°.Z'für L stehe noch nicht fest. Er, Fischer, könne die Meldung,'daß schätzen den Mehrüberschuß gegen ^den Etat aus ungefähr Frau Botha in einer FriedenSmisfion nach Europa gekommen 18 Millionen Mark — ein Wirtschaftsergebnis, das umso se,, weder bestätigen noch dementieren. Er sei auf Ehren- höher anzuschlagen ist, als während des letzten Drittels wort von den Engländern freigelaffen worden, um Frau Etatjahres eine starke Abflauung des Verkehrs ein- Botha nach Europa zu begleiten und seinen Vater Abram "nd diese, wie derzeit bekannt geworden, auch dahin Fischer in Brüssel zu besuchen führte, daß die Verkäufe der Altmaterialien gegenüber den Am Freitaa ereionete fiA in hn- som, hn„ 8« niedrigen Preisangeboten eingestellt wurden. Zweifellos ans der Si s- A ^tte der Mehrüberschuß die im Winter angenommene O' «• E'senbahnunfall. Em Höhe erreicht, wenn die in den nicht verkauften Mt- r gefüllter Zug stieß mit einem aus entgegen- Materialien steckenden Werte den Einnahmen des Jahres gefetzter Richtung kommenden Zuge zusammen; neun Soldaten 11900 noch zu Gute gekommen wären. — Wie gut sich wurden getötet, mehrere verwundet. I übrigens hinsichtlich der Altmaterialienverkäufe rechtzeitig Oberst Scobell griff am Freitagabend ein Burenlager geübte Zurückhaltung bewährt hat, zeigt ein Vergleich der nordwestlich von Barkly East (Kapkolonie) an, machte dabei heute erzielten mit den damals gebotenen Preisen. Aller 20 Gefangene und erbeutete 166 Pferde sowie Vorräte an Wahrscheinlichkeit nach werden diese Verhältnisse sich weiter Munition, Lebensmitteln rc. Oberst Wyndham griff eine ^N-^nd darf rm übrigen wohl angenommen werden, Burenabteilnnn in h«>r /■» ; X daß die wirtschaftliche Stockung, die hinsichtlich der Tauer an und macktt 22 G^n^n/ SteynSburg (Kapkolonie) und Tiefe doch vielfach überschätzt worden ist, den ttefsterr an und machte 22 Gefangene. Punkt überschritten hat. Auch die sich daran knüpfenden ♦ I weiteren finanziellen Aussichten sind — soweit sich zur- Telegramme deS Gießener Anzeigers. Seit übersehen läßt — für die preußischen Staatsbahnen London, 10. Juni. Auf eine Ankraae Brodricks teh- ^?^n innewohnenden Elasttzität und der guten ba6 JnkbNd°r7L°der"in to^J^enbe ’gute’Ä^ in Xed befl BurenkommandoS unter Beyers überrascht abschluß für 1900 dazu beitragen, daß der für Vermehrung und geschlagen wurde, sei unrichtig. des Fuhrparkes und Verbesserung der Bahnanlagen be- Loudon, 10. Juni. Einer amtlichen Meldung aus Kap- stimmte Treißigmillionenfonds von neuem aufgefüllt wer- stadt zufolge, kamen in der letzten Woche daselbst 18 Pest- den kann. fälle vor, wovon 10 tödtlich verliefen. Im ganzen sind ~ Ter „Reichsunzeiger" meldet: die Einnahme« bisher 684 Erkrankungen, 388 Todesfälle an der Seuche unb Telegraphenverwaltung jm Reck> feftgestellt. nungchahre 1900 betrugen 394 542 596 Mark (plus 20 908 695 Mark), die Einnahmen der Reichs-Eisenbahnverwaltuna " 89 743190 Mark (plus 2 848 431 Mark). yflll|Iyr5 | — Tas „Reichsgesetzblatt" veröffentlicht das Gesetz betr. Berlin, 9. Juni. Das Kaiservaar ist aestern .Versorgung der Kriegs-Invaliden und abend aus Heiligengrabe wieder in Berlin anaekommen l^^^^ö^hiuterblrebenen vom 31. Mai 1901 und das^ Während die Kaiserin nach Wildpark weiterfuh^be^ab sich bett die Feststellung des Nackstrags zum Reichshaus- der Kaiser nach dem Königlichen Schloß, um an dem Mahl!^^ltsetat für das Rechnungchahr 1901 vom 3. Juni 1901. ber dem Offizierkorps des Ersten Garde-Feld-Arttllerie-Re- Ä,,Uetzr (®a3< unb Baffer* ertungs, Trockenboden:c m nuten. J.ch.Auhk,§onnenhr.L) Mtim«tmst,r-ti,-Wohuttpe ’,an ruhige Leute >u otrmuten. ■06i Amsturlerarip ii. 2514) Die von Hmn Proitssor )r. Wallber bewohnte 8 6tace stMfvrtttstr.litzvvml.cl. >ber ab m vermieten. 2583) tzchvnr b>HumneNr.' ng, Deleiaqe, Bleuhftaße N pn vsoü ober jpäter zu timnuten. Nähere? Äberiiratze?6, pjri. 4008) Wohlmng m i. tztock und 1 einfach aivl. Zimur zu Permieten. Marüpsaf 11. 3458) Famlienlogi? zu vn» mieten. «ävsdurg tt. 3854] Zimmer mit Ruit an ein». Person zu verm. 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Schon bei Aufstell-! recht zu sehr geachtet, als daß irgend einer seinen ung der -Subskriptionslisten war man so wählerisch vor-! wahren Gefühlen Ausdruck verliehen hätte." gegangen, und hatte so viele gesttichen, um die man I Tie Stadt Berlin gab gestern abend im Rathause den später wieder froh gewesen wäre, daß der Mißerfolg beinah!Mitgliedern des Feuerwehrkongresses einen Em- vorauszusehen gewesen war. Bei sage und schreibe 26f pfang, wobei auch die Minister v. Rheinbaben und Hammer- unter)chriebenen hätte man das Fest überhaupt ausfallen stein anwesend waren. Oberbürgermeister Kirschner belassen sollen. Und was wurde geboten? Man hatte ein- grüßte die Erschienenen. Präsident Kamarowski dankte für fach 16 Tänze auf das Programm gestellt. Als Reunion die freundliche Aufnahme und toastete auf die Stadt Berlin, durfte man andere Leistungen erwarten. Auch die Vor- worauf der Vizepräsident des Kongresses, Cazier-Frankreich, schlüge Ferrettis hatte man in den Wind geschilagen; es dem Oberbürgermeister die Medaille als Ehrenmitglied des fehlte vollständig eine fachkundige leitende Hand. Ter Conseil international auf die Brust l)eftete. — Tie letzte kaufmännische Geist allein thuts nicht. — Hoffentlich läßt Sitzung des internationalen Feuerwehrkongresses fand vor- inan sich dies als Lehre dienen. — Der heutige Quartett- her statt. Es sprach Branddirektor Weigand-Chemnitz über Abend von Hegar unter Vorführung Dr. Hahn'scher Kompo- die Unterstützungskassen der deutschen Feuerwehrverbände sttwnen hatte wieder besseren Erfolg gebracht. Vom 15. und es wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: ab wird Prof. Christiansen dieLeitungderSpiele Ter internationale Feuerwehrkongreß erklärt- Die übernehmen und man darf auf dessen Erfolge ge- einzelnen Staaten haben die Verpflichtung, für eine ausspannt sein. — Die Garten-Konzerte des philharmonischen reichende Unterstützung aller derjenigen Bürger Sorge zu Orchesters unter Leitung ihres ebenso tüchtigen wie liebens-! tragen, welche im freiwillig übernommenen oder gesetzwürdigen Direktors Stix in dem herrlichen Platanenhain lich verpflichteten Feuerwehrdienste verunglücken oder er- erfreuen sich eines außerordentlichen Besuches. Turch das kranken. Tiefe Unterstützung hat sich gegebenenfalls auf Entgegenkommen der Verwaltung, die für Vereine den die Hinterbliebenen zu erstrecken. 2. Tie gleiche Unter- Abonnementspreis ermäßigt hat, hat sich ein ganz be-I stützung ist zu gewähren, sofern die Feuerwehr durch deutender Abonnentenstamm gebildet. — Auch der Gesamt-! die'Behörde zu anderweitigen Tienstleiftungen in öffent- besuch, der Ausstellung im Laufe der vergangenen Woche lichem Interesse (Hochwassergefahr), Häuser ein stürz, Eisen- war ausgezeichnet, und findet im großen und ganzen bahnunfälle usw. herangezogen wird und hierbei Feuer- immer mehr Anklang. lch I wehrmänner verunglücken oder erttanken. Es folgten ein Vortrag über Selbstentzündungen, den fcer Landgerichtsrat Prof. Tr. Medem-Greifswald hielt, dann .weitere Borträge über feuersichere Baukonstruktionen und Baumaterialien, über die erste Hilfe bei Unfällen., Finanz» Minister Freiherr v. Rheinbaben schloß den Kongreß mit dem Ausdruck des Tankes an die Teilnehmer. Zum Schlüsse wurde ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht. Kobnrg, 9. Juni. Zu dem morgen beginnenden Verba n d s t a g e der deutschen kaufmännischen Vereine sind 130 Delegierte aus allen Teilen Deutschlands einge- ckrosfen. Im Auftrage des Reichsamts des Innern ist,Geh. -Oberregierungsrat Dr. Wilhelmi-Berlin erschienen. Heute mar der Verbandstag des deutschen Vortrags Versandes, dem die meisten deutschen Bildungsvereine an- zehören. ____________________ Ausland. Paris, 9. Juni. Das Ergebnis der indirekten Steuern im Monat Mai weist eine Mindereinnahme von 13 870 000 Franks gegen den Anschlag des Budgets auf. Die Mindereinnahme gegen den gleichen Zeitraum des Jahres 1900 beträgt 23 127 800 FrkS. — Dem „Matin" zufolge hat die Polizei zwei Anarchisten, den Photographen Vigo und den Maler Decouoe, verhaftet, welche in ihrer Wohnung Explosivstoffe herstellten. — Bei einem Feste des Verbandes der Eisenbahnarbeiter, bei dem Ministerpräsident Waldeck-Rousseau den Vorsitz führte, beglückwünschte er die Vereinigung dazu, daß sie Sparsamkeit und Vorsorge auf ihre Fahne geschrieben habe. Vermöge dieser Tugenden könne der gähnende Schlund der 5 Milliarden Kriegskosten ausgefüllt und Frankreich zum größten Bargeldsammler gemacht werden, wodurch dem Staate in der Welt das Uebergewicht gesichert werde, das ihm nicht wieder entrissen werden könne. Wien, 8. Juni. Da die deutschen LandeSauS- fchüsse und die Vertreter der deutschen Korporation zur Einweihung der Moldaubrücke in Prag bei Gelegenheit der Anwesenheit des Kaisers tschechische Einladungen erhalten haben, werden dieselben der Brückeneinweihung fernbleiben. — Die Plenarsitzung der ungarischen Delegation setzte heute ihre Beratungen fort. Bergeviczy betont, daß die Bestrebungen der Ultras des österreichischen Deutschtums nicht nur seitens des offiziellen Deutschland, sondern auch seitens der am meisten maßgebenden reichsdeutschen Presse entschiedene Ablehnung erfahren. Redner erinnert daran, daß auch gegen Rußland seinerzeit der Verdacht gehegt sei, daß es die Absallbestrebungen des Slaventums von der Monarchie unterstütze. Man könne nicht behaupten, daß jene Verdächtigungen begründeter gewesen seien als die jetzt gegen Deutschland erhobenen. Es sei jedenfalls eigentümlich, daß diejenigen, welche aus solchen Verdächtigungen Grund zu Angriffen gegen das Bundesverhältnis Oesterreich-UngarnS zu Deutschland herleiteten, sich geneigt zeigten, jede Annäherung an Rußland zu unterstützen. Gyurkovics glaubt, Bündnisse mit deu Balkanstaaten dienen Oesterreich-UngarnS Interessen beffer als Eroberungen. Delegierter Lang bemerkt, wenn die deutsche Industrie zu guusten der österreichischen ihr Ausfuhrgebiet einschränken sollte, habe Ungarn keine Aussicht, von Deutschland Zugeständnisse in agrarischer Beziehung zu erhalten und umgekehrt. Delegierter Koloman Tisza tritt gleichfalls entschiedeu für den Dreibund ein. Allerdings solle bei Abschluß der Handelsverträge beffere Berücksichtigung Ungarns seitens Deutschlands erzielt werden. Schließlich wurden das Budget des Auswärtigen und ein Vertrauensvotum für den Grafen GoluchowSki angenommen. Die Hauseiuweihung der Burschenschaft „Alemannia" zu Gießen. Die zur Feier der Einweihung des Burschenhauses und des 40jährigen Bestehens der Gießener Burschenschaft „Alemannia" veranstalteten Festlichkeiten nahmen am Freitag dem 7. dS. Mts., abends 7 Uhr, ihren Anfang mit einem in jeder Beziehung als gelungen zu bezeichnenden Gartenfest in Steins Garten. Das gedämpfte Licht der kunstvoll verteilten bunten, teilweise in deu Farben der „Alemannia" gehaltenen Lampions gewährten bei einbrechender Dunkelheit einen prächtigen Anblick im Verein mit der Farbenpracht der buntfarbigen Mützen und den leuchtenden Toiletten der erschienenen Damen. Von erhöhter Tribüne ließ die Kapelle deS hiesigen Infanterie - Regiments Kaiser Wilhelm unter Leitung des Herrn Musikdirektors Krauße ihre Weisen ertönen. Zur Einleitung des TanzkränzchenS, das sich gegen 10 Uhr an das Gartenfest anschloß, gelangte ein in fünf Bildern vorübergleitendes, von einem Alten Herrn der Burschenschaft verfaßtes Festspiel zur Aufführung, daS Szeuen aus der Vergangenheit der Burschenschaft „Alemannia", mit dem langjährigen Kneiplokal der Alemannen, dem alten „Andres" im Hintergründe, mit lautem Beifall von den Zu- Hörern ausgenommen wurde. Das Tanzkränzchen selbst wird in seinem gelungenen Verlaufe den zahlreich erschienenen Festteilnehmern in unvergessener Erinnerung bleiben. Unermüdlich und bis die gefiederten Säuger in Steins Garten die spielende Kapelle ablösten, drehten sich die Paare iu buntem Reigen. Am nächsten Morgen versammelten sich die Aktiven und Inaktiven der Burschenschaft, die in großer Anzahl herbeigeeilten jungen und alten „Alten Herren" aus Nah und Fern und der große, buntfarbige Kreis der Gäste aus den befreundeten Burschenschaften im Andres, um von da unter dem Vortritt einer Musikkapelle in langem Zuge mit wehenden Fahnen sich nach dem neuerbauten Burschenhause zu begeben, daS im Farbenschmuck der Fahnen und Wimpeln und grüner Guirlanden prangte. Der Bauleiter des Hausbaues, Architekt Stein, übergab mit kurzen, begrüßenden Worten die Schlüssel deS Hauses dem Vorsitzenden des Alten-Herrn-VerbandS, Geh. Oberbaurat Poseiner von Darmstadt, der in längerer Ansprache an die Burschenschaft ungefähr folgendes ausführte: Der Zweck deS eignen Hauses, das der Alten Herrn Verband der Alemannen geschaffen hat, sei die Hebung deS inneren Lebens der Burschenschaft, der gesellschaftlichen Beziehungen seiner Angehörigen, der Pflege echt burschenschaftlichen Wesens und Geistes. Nach erfolgter Uebergabe des Schlüssels an den Sprecher der Burschenschaft, strick, med. Seitz, der den Dank der Burschenschaft zum Ausdruck brachte und mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Burschenschaft Alemannia schloß, erfolgte der Rundgang der Festteilnehmer durch das festlich geschmückte Haus. DaS im neuzeitlichen Stile errichtete Gebäude zeigt die Schönheitsformen der neuen Kunstrichtung und dürfte, insbesondere auch wegen der geschickten Raumverteilung als das Muster eines Studentenhauses für ideale und praktische Zwecke bezeichnet werden. Man betritt nach dem Eingang das geräumige, in geschmackvollem Farbenton gehaltene Turmzimmer. Dasselbe zeigt an den kunstverglasten Fenstern die Wappen befreundeter Burschenschaften, die Seitenwände zieren zwei Bilder, große Reproduktionen, das eine den Aufruf der Freiwilligen im Jahre 1813 durch König Friedrich Wilhelm III. darstellend, daS andere, ein Oelgemälde, die Wartburg bei Sonnenuntergang, während die innere Wand eine mit künstlerischem Geschick ausgeführte Zusammenstellung der Bilder der verstorbenen alten Herren der Alemannia enthält, die um das bekannte Bild von Böcklin, die Toteninsel, gruppiert sind. Man betritt sodann den großen geräumigen Kneipsaal der Burschenschaft, welcher Raum für 120 Personen umfaßt. Er erhält seine Lichtwirkungen durch zwei große, aus der Kunsthandlung von Endner in Darmstadt stammende Wappen der alten Jenenser Burschenschaft und der Burschenschaft Alemannia, die durch ihre prächtigen Farben im Verein mit der modernen inneren Ausstattung den Raum äußerst stimmungsvoll gestalten. Bon prächtiger Wirkung sind die das neue Wappen flankierenden großen Bilder, die Wartburg und daS Niederwalddenkmal darstellend. Der zweite Stock enthält die Räume des Hausmeisters der'Burschenschaft, ver- schiedene kleinere Zimmer und ein zweites Turmzimmer, das einen prächtigen Ausblick über das gesamte Lahnthal ermöglicht und über die sich ausbreitende Stadt. Eine weitere Treppe führt uns in die obersten Räume, des Hauses, die zur Einrichtung der Fremdenzimmer bestimmt sind. Der Turm enthält auch hier ein kleines, geschmackvoll dekoriertes Zimmerchen. Im Erdgeschoß befinden sich geräumige Kellerräume und eine große Fechtscheuer, außerdem ein kleines, hübsch ausgestattetes Kellerzimmer. Die gefällige und doch charaktervolle Form der Baugestaltung des Hauses rechtfertigt die bei der Grundsteinlegung ausgesprochenen Worte des Vorsitzenden des Alten Herrn-Verbandes, daß eS als eine der schönsten Zierden der alma mater Ludoviciana betrachtet werden dürfe. (Schluß folgt.) Aus Stadl und Zand. Gießen, den 10. Juni 1901. LU. Universität. Der ordentliche Profeffor der Landwirtschaft, Geh. Hofrat Dr. Albrecht Thaer, der vor kurzem die 50. Wiederkehr seines Promotionstages feierte, hat sich mit Rücksicht auf seine Gesundheitsverhältnisse veranlaßt gesehen, seine Jnruhestandversetzung zu beantragen. Möge ihm die wohlverdiente Ruhe noch recht lange be- schieden sein. •• Heber die erste Vorstellung des Wiesbadener Operetten-EnsembleS, welches nächste Woche bei uns gastieren wird, äußert sich gelegentlich der Aufführung deS „Boccaccio" der „W. G. A." wie folgt: „Wenn das Walhallatheater-Publikum — eS war infolge der drückenden Hitze nicht allzu zahlreich — dennoch befriedigt heimkehrte, fo lag daS an der guten Wiedergabe, welche die Hauptrollen des rollenreichen Stückes erfuhren. Fräulein Marie Pennü fang die Titelrolle einwandsfrei und fand sich auch mit der darstellerischen Wiedergabe derselben befriedigend ab. Fräulein Emma Oppel Fiamette) besitzt ein sehr wohllautendes Organ. Von den männlichen Mitglied.rn erwiesen sich die Herren Endtresser (Prinz), Jäger (Lotteringht) und Kohwitz (Lambertussio) als routinierte Op.-rrtten- änger. Auch der Chor ließ sich vielversprechend an; die Ensemble- ätze kamen unter der umsichtigen musikalischen Leitung deS Herrn Kapellmeisters Büchel schwungvoll heraus. Nach alledem dürfen wir unter der Direktion des Herrn Heinrich im Walhallatheatrr noch manchen genußreichen Abmv erwarten." -r. Ein eigenartiges Schauspiel bot sich gestern abend i 81/, Uhr, als die untergehende Sonne den Himmel rötete, den Passanten am Seltersweg und an der Frank- urterstraße dar. Einem Kinde war ein kleiner roter Luft- rallon durch irgend eine Unvorsichtigkeit entschlüpft. Kaum )atte das rote aufgeblasene Ding die Häuser überragt, als ich sofort eine Anzahl muntere Schwalben, die die lauen Ibenblilfte durchflogen, auf den Eindringling stürzten. Bald umkreisten einige Hundert dieser flinken Tierchen den Ballon und begleiteten ihn in die höchsten Regionen, bis er in der Abendröte dem menschlichen Auge nicht mehr sichtbar war. -r. Eine Windhose wurde gestern nachmittag 3 Uhr in der Nähe der Lahnbrücke, an der Badeanstalt, von vielen Passanten beobachtet. Etwa 5 bis 6 Meter breit und 30 bis 40 Meter hoch wirbelte sie, Staub, Steine, Halme rc. mit sich schleifend, der Brücke zu, wo sie sich bald auflöste. *• Die silberne Hochzeit feiern heute Zimmermeister Konrad Marx und Frau. § Wieseck, 9. Juni. DaS heute hier gefeierte Jugendfest nahm einen schönen Verlauf. Unter den Klängen der Wiesecker Kapelle begab sich daS Festkomitee, der Gemeinderat, der Ortsschulvorstand, sämtliche Lehrer mit den Schulklaffen nach dem nahe gelegenen Eichenhain an der Alten-Busecker Straße. Der Festplatz hatte sich bald mit einer Menge froher Festteilnehmer gefüllt. Nach einem Gesang der Schüler hielt der Vorsitzende des Schulvorstandes, der hiesige Ortsgeistliche, eine Ansprache, in der er das deutsche Volk mit dem Walde verglich und dessen Alter, Menge, Gedeihen, Kronen und Schutz schilderte. In das auf das deutsche Volk, den Kaiser und den Großherzog ausgebrachte dreimalige Hoch wurde begeistert eingestimmt. — Nach dem Gesang: „Deutschland, Deutschland über alles" begannen unter der Leitung der Lehrer die Spiele der Schuljugend, woran sich die Eltern und Übrigen Festbesucher ergötzten. Das von der Musik unter Leitung ihres Dirigenten Becker ausgeführte Konzert war recht gelungen und erhöhte die festliche Stimmung. Auf Kosten der Gemeinde wurden sämtliche Schüler mit Würstchen, Wecken und Bretzeln bewirtet und mit einem nützlichen Gegenstand beschenkt. Bei Anbruch des Abends zog Groß und Klein in Begleitung der Musik wieder heim. Alle waren von dem Erlebten vollauf befriedigt und haben manche nachhaltige und gute Eindrücke von dieser Feier empfangen. § Pohl GouS, 9. Juni. Dom herrlichsten Wetter begünstigt feierte heute unser Kriegerverein daS Fest seines 25jährigen Bestehens, wozu der Ort im Festschmucke rrangte. Um 2 Uhr bewegte sich der imposante, von Ehren- reitern, Musik, Festjungfrauen, Korporationen, Komitee und vielen Vereinen gebildete Zug unter den Klängen der Musik nach dem Festplatze, wo zunächst der hiesige Gesangverein „Liederkranz" daS Lied „Deutsches Gebet" vortrug und dann der Vorsitzende des JabelvereinS eine Begrüßungsansprache ielt. Hierauf erfolgte die Ueberreichung der von hiesigen Frauen und Jungftauen gestifteten Fahnenschleife und Diplom, woran sich Gesangs- und Jnstrumentalvorträge reihten. Tie jut verlaufene heutige Feier hatte viele auswärtige Besucher ierher geführt, von denen mancher die bei dem Festzuge vertretenen reizenden Landestrachten unserer Schulmädchen und Jungftauen bewundern konnte. Für Montag ist bei günstigem Wetter eine Nachfeier geplant. V Langsdorf, 10. Juni. Auf einer großen JnspektionS- tour begriffen, nahmen die Herren Ministerialrat Dr. Eisen- jut-Darmstadt, Provinzialdirektor Geh. Rat v. Bechtold und Kreisschulinspektor Prof. Dr. Lucius heute morgen eine Prüfung der hiesigen beiden Schulklaffen vor. Dieselbe fiel ehr gut aus. Besondere Anerkennung wurde den Lehrern Hardt und Lei dich gezollt. -h- Rebgeshain, 8. Juni. Schulverwalter Belte erhielt ein BersetzungSdekret nach Großen-Buseck. § Schotten, 8. Juni. In dem benachbarten Betzenrod wurde dem Schulverwalter August Metzler aus Nieder- Erlenbach die Lehrerstelle definitiv übertragen. X Büdingen, 9. Juni. Am sogenannten „Hammer" jatte eine größere Anzahl von Bürgern eine Badeanstalt errichtet, die, zum Gebrauche fertiggestellt, in diesen Tagen eröffnet werden sollte. Die Grundmauern ruhten auf chlechtem Boden, infolgedessen stürzte der Bau in voriger Woche zusammen. Mit bedeutendem Kostenaufwand wird er Ban nunmehr mit meterdicken Mauern neu aufgeführt. Darmstadt, 9, Juni. Der Großherzog empfing am 8. Juni u. a. den Oberst v. Jacobi, Flügeladjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Kommandeur des Füfilür- Regiments v. GerSdorff (Hess.) Nr. 80, den Oberstleutnant Regenauer vom Stabe des Inf.-Regis. Nr. 70, den Medizinalrat Dr. Mattias von Friedberg, den Amtsrichter Pfeiffer von Schotten, den Kulturinspektor Dr. Phil. Edm. Fra iss in et von Friedberg. k. Mainz, 9. Juni. Von den an Genickstarre er* rankten Mannschaften des Jnf.-RegtS. Nr. 117 ist gestern ein von der unheimlichen Krankheit befallener Manu ge- torben. Neue Erkrankungen sind bis jetzt in dem Regiment, >aS morgen zu Schießübungen abrückt, nicht mehr eingetreten. — DaS Proviantamt Mainz hat diese Woche mit Eiu- iefcrnng neuen Wiesenheues begonnen. DaS Proviantamt ahlt 5,50 bis 6 Mk. für 100 Kilogramm. Doch wird bei )er Einlieferung darauf gesehen, daß daS Heu durchaus trocken ist. ko. Hanau, 9. Mai. Leutnant v. GerSdorf vom 166. Inf.-Regt, hier geht mit dem nächsten Transport von Ersatztruppen nach China. ** Kleine Mitteilungen au8 Hessen und den »achrarstaal«. In.Frankfurt wurden als blatternverdächtig ein Missionar »er Mormonen und ein Postbeamter aus Würzburg inS tädtische Krankenhaus eingeliefert. — Der Verlagsbuchhändler ?arl Wolfgang Koenitzer, Besitzer der altbekannten Jaegerschen Verlags-Buch- und Landkartenhandlung, ist im Alter von 41 Jahren in Frankfurt gestorben. — Die Leiche deS vor einigen Tagen in Bad-Nauheim verstorbenen russischen Ge- anbten, Onou, ist am Mittwoch von dort nach der rusfisch- atholischen Kapelle in Tegel Übergeführt uud dort aufge* bahrt worden. Bon da wird die Ueberführung des Ver- torbenen nach Petersburg stattfinden, wo die Beisetzung erfolgen soll. — Einen nicht zu unterschätzenden Fund machte vor einigen Tagen auf seinem Grundstück Gastwirt L. Webel in Züschen (Waldeck). Beim Bearbeiten seines Ackers stieß er auf einen Gegenstand, dem er anfangs wenig Beachtung schenkte. Man grub bann aber doch weiter nach und fand eine Urne, die nicht weniger als 250 wertvolle Münzen in sich barg. Es ist zum großen Teil silbernes, weniger kupfernes Geld von verschiedener Größe und Prägung. Es ist sehr gut erhalten und läßt erkennen, daß die Münzen aus dem 11. und 12. Jahrhundert stammen. Bon privater Seite wurden bereits 500 Mk. geboten. Auch baS Museum zu Kassel soll sich um ben Besitz bemühen. — Der zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilte Weinhändler Karl Winkelser in Eltville, dem eines Augenleidens wegen die Unterbrechung seiner Strafzeit gestattet worden war, ist seit einigen Tagen verschwunden und vermutlich ins Ausland geflüchtet. — Der RegierungSaffeffor Lex in Weilburg ist zum Landrate ernannt; ihm ist daS LandratSamt im Ober- lahnkreise übertragen worden. Der Kloppenheimer Mord vor Gericht, ii. C. Gießen, 10. Juni. Vor beut Schstmrgericbt begann heute die Verhandlung gegen ben Georg Ermer von Schftmitz wegen Raub- mor bs. Ter Gerichtshof ist folgendermaßen besetzt: Vorsitzender: Landgerichtsrat Schm ecke nbecher, Beisitzer: Land- gerichitsräte Prätorins und Holzapfel, Vertreter der Staatsbehörde: Oberstaatsanwalt Dr. Güngerich, Gerichtsschreiber: Gerichtsassessor Tetbel, als Geschworene werden ausgelost: Heinrich Marl Hublitz, Gemeinde-Einnehmer, Trais-Horloff, ' 8 -- l ’S E Juni Wetter S H e to Bed. Himmel Sonnenschein w * Heller Himmel Sero. Himmel 3 K Juni Juni 'S x K Höchste Temperatur am 7.-8. Niedrigste , „ # Höchste Temperatur am 8.-9. Niedrigste , * ■ 26.00 C. 6.8° C. 28.60 C. 7.0° C. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Neueste Meldungen. Darmstadt, 10. Juni. Gestern empfing das Großherzogspaar in Wolfsgarten den württembergischen Gesandten in München, v. Soden und den sächsischen Gesandten daselbst v. Friesen. Die Herren wurden danach zur Frühstückstafel gezogen. Berlin, 10. Juni. Durch eine Mehlstaubexplosion wurden in der letzten Nacht in einer Bäckerei in der Sten- daler Straße 4 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Bäckergeselle wurde so schwer verbrannt, daß sein Zustand Besorgnis erregt, die übrigen Gehilfen find leicht verletzt; auch der Meister hat leichte Wunden erlitten. Das ausgebrochene Feuer konnte schnell gelöscht werden. Leipzig, 9. Juni. Am Borabend der Eröffnung des 4. internationalen Verleger-Kongresses fand heute in der Villa des Präsidenten Albert BrockhauS eine zwanglose Vereinigung der bisher eingetroffenen deutschen und ausländischen Vertreter statt. Karlsruhe, 10. Juni. Gin vom Oberlande kommender Güterzug stieß auf einen anderen im Rangierbahnhof zur Abfahrt bereit stehenden Güterzug. Beide Maschinen und neun Güterwagen wurden schwer beschädigt und ein erheblicher Materialschaden verursacht. Personen wurden nicht verletzt. Yokohama, 10. Juni. Graf Waldersee ist gestern nachmittag an Bord der „Herlha" in Kobe eingetroffen und sogleich an Land gegangen. Auf die beglückwünschende Ansprache deS Bürgermeisters antwortete Waldersee in Herz- sicher Weise und nahm sodann im deutschen Konsulate Wohnung. Heute früh reiste Waldersee über Kioto nach Tokio weiter. — Bezüglich der Unruhen auf der Insel Quelport gehen einander widersprechende Gerüchte um. Sicherlich fanden aber zwischen den christlichen und anderen Eingeborenen Kämpfe statt. »eorg Konrad Müller, Landwirt in Griedel, Konrad Müller II., Landwirt in Kirch-Göns, Fabrikant Heinrich Eichenauer in Gießen, Karl Metzendorf, Maurermeister in Schlitz, Joh. Alh- Wallmann, Rentner in Bad-Nauheim, Johannes Alter II., Landwirt in Berstadt, Kckrl Henkel, Geo- mrtcr V1 Grünberg, Ludwig Mohr II., Bäcker in Steinbach bei Gießen, Adam Heß, Schuhmacher in Friedberg, Friedrich ^C1“er/ Landwirt in Stumpertenrod, Heinrich Horst III., Landwirt in Ruppertenrod. Abgelehnt wurden neun Ge sckMorene. Nach dem Zeugenaufruf — 44 Zeugen waren erschienen — begann der Vorsitzende mit dem Verhör des Angeklagten. Auf Befragen ertlärt dieser, er wolle Antwort geben. Zunächst werden seine Personalien festgestellt, wobei seine mehrfachen Vorstrafen zur Sprack)e kommen, es sind 15, teils schwere teils leichte, die bis auf die letzte von neun fahren Zuchthaus wegen Straßenraubs verbüßt sind. Tic 'hm zur Last gelegten Uhren-T-iebstähle bestreitet er mit dem An fügen, daß er überhaupt nicht in Neu-Ysenburg gewesen fei. Am Vorabend des Mordtags war er in der Herberge zur Heimat mit dem Zeugen Eichhammer znsam- meii, hat aber dort nicht übernachtet, da er keine Le- gitimationspapiere hatte. Am andern Morgen kam er wieder in die Herberge, um Kaffee zu trinken. Tort traf er den Er,nordeten, dem er erst ein Gummiband nähen half und mit dem er dann den Weg nach Vilbel antrat. Tabei trug er ihm das Bündel, in dem dieser sein Eigentum nach Handwerksburschenart trug. Was das Geld des Ermordeten anlangt, so sagt der Angeklagte, er habe in der Herberge einen Thaler bei demselben gesehen. In Bilbcl, sagt er weiter aus, hätte Möller Schnaps und Brot gekauft, das sie int Ehausscegraben hinter Vilbel verzehrt hätten. Ehe sie dann ans Chausseehaus gekommen seien, wäre ihnen ein Bursche begegnet, der quer übers Feld her gekommen fei, und erklärt habe, die Gendarmen seien hinter ihm. Am Chausseehaus sei ein junger Mensch von Kloppenheim her gekommen, der sie aufgesordert habe, mit ins Chausseehaus zu gehen. Möller habe sich geweigert mit dem Bemerken, er habe nur noch 20 Mark, die wolle er nicht anreißen, er wolle sie seiner Frau schicken. Trotzdem seien sie hineingegangen, da der andere sich bereit erklärt habe, den Schnaps zu zahlen. Tabei hätte der Fremde erklärt, er müsse sich am nächsten Morgen in Offenbach beim Bezirkskommando melden, er habe auch! so ein Papier gezeigt, dessen Inhalt er nicht gelesen habe. Sie hätten dann ein Brückchen nach Groß-Karben zu über- f dritten und seien rechts den Weg eingebogen, da der Tritte, Unbekannte, gesagt habe, der Weg sei der nächste nach Groß^Karben. Bald hinter dem Chausseehaus habe derselbe sich auch etwas an einem Chausseesteinhaufen zu schaffen gewacht und dann etwas unter seinem Rock verborgen. Er habe sich dabei gedacht, daß der Betreffende etwas vorhabe. Er habe aua;i etwas zu ihm gesagt, das habe er aber nicht verstanden, da er den Dialekt nicht verstanden habe. Im Kloppenheimer Wäldchen hätten sie sich hingelegt, um auszuruhen. Möller habe vorn gelegen und gleich geschlafen. Ter Unbekannte habe etwas weiter zurück und selbst seitwärts hinter diesem gelegen. Ta habe derselbe das Taschentuch unter seinem Rock herausgezogen und eine Bewegung nach dem daliegenden Möller zu gemacht, die dahin deutete, als wolle er ihn schlagen. Er selbst habe eine zustimmende Bewegung mit dem Kopse gemack)t und sich nach etwas zum Schlagen umgesehen. Ter Unbekannte habe dem Möller nun mit einem in sein Taschentuchs gewickelten Steine einen Schlag versetzt, er selbst habe ihm den gr ißen Feldstein, der in der Nähe gelegen habe, von hinten auf den Kopf geworfen, daß es so gequatscht habe, und es sei ein „Geräusch entstanden, als ob die Knochen krachten." Als der Stein dann heruntergefallen sei, fei das Blut hervor- gefchossen. Ter andere habe sich sofort über Möller her- gemacht und die Taschen untersucht, wobei er die Aeußer- ung gethan habe: „Er ist ja schon tot". Tann habe derselbe dem Möller fein kleines Portemonnaie herausgezogen, das Geld in die Hand geschüttet, und gesagt: „Es sind ja nur 1.90 Mark, wo hat er denn das andere Geld?" Er habe darauf erklärt, daß er es nicht wisse. Der Unbekannte habe den Möller alsdann an den Füßen genommen und in das Wäldchen geschleift. Von dem Geld habe er nichts erhalten, jedoeq hätte er das genommen, was ihm angeboten worden sei. Er habe denn das Bündel genommen und sei fortgegangen in der Richtung nach Kloppenheim zu. In Groß-Karben habe er ein Glas Bier getrunken, und es hätten ihm dort sitzende Weißbinder angeboten, auf ihre Freikarte mit nach Frankfurt zu fahren. Tas sei aber nicht gegangen, da er das Bündel gehabt habe. Es fei denn ein anderer Mann gekommen, der ihn zum Karwffelverladen engagiert und ihm 50 Pfg. — das Geld für die Fahrt nach Frankfurt — gegeben, auch ein Glas Bier bezahlt habe. In Frankfurt habe er in der Herberge dem Eichhammer die Sachen des Möller für 1.50 Mark und einige Glas Bier verkauft. Alsdann erzählt der Angeklagte, wo er überall nach der Tljat bis zu feiner Festnahme gewesen fei, gießt auch zu, die ihm zur Last gelegten Diebstähle in Seckbach und Frankfurt a. M. begangen zu haben. Bezüglich des Würzburger Falles erzählt er, er habe der Bauersfrau von hinten mit einem in fein Taschentuch ein- gewickelten Steine auf den Kopf geschlagen, sie sei zu- sammengestürzt, hätte sich aber wieder ausgerichtet und aefagt- «Lieber Gott! Lassen Sie wich doch leben, ich gebe Hünen ja mein Geld!" Er habe alsdann gesagt: „Her mit tarn Geld." Er giebt zu, bei feiner Vernehmung gejagt bähen- „Ich hätte ihr auch noch einen Schlag verhetzt, wenn der erste nicht gelangt hätte, d. h. wenn sie mir nicht ibr Geld gegeben hätte. Darüber, ob ich sie durch den Schlag töten würde, habe icp mir keine Gedanken gemacht." Was nun die That im Kloppenheimer Wäldchen anlangt, so bleibt der Angeklagte trotz eindringlichen Vorhalts durch den Vorsitzenden dabei, daß sie: siezu zweien auvgepchrt hätten Aus dem Verhalten des Mitthaters auf der Chaussee vor der That habe er geschlossen, daß derselbe gegen Möller etwas vorhabe, weil dieser gejagt Habe, er hatte 20 Mark, die er nicht naß machen wollte. Prasident : „Welche Msicht haben Sie gehabt, haben em benachbarten Betzenrod Ust Metzler ans Nieder, v übertragen. Im sogenannten „Hammer" ärgern eine Badeanstalt erüggestellt, in diesen Tagen Grundmauern ruhten auf türzte der Bau in voriger utenbem Kostenaufwand wirken Manern neu aufgeDt. Großherzog empfing am icobi, Wgeladjntant Seiner S, Sornrnandeur des FMa« i Nr. 80, den OderMnant I Jnf.-RegiS. Nr. 10, den in Friedberg, den Amtsrichter i Mrm'cheltor Dr. M. rg. den an Genickstarre er* M. Nr. Wl ist *n ankheit befallener Manu ge- find bis jetzt in dem Regiment, abrückt, nicht mehr eiugettetev. lir hat diese Woche mit Em- Begonnen. M i fltfogramm. w-i »>' >bl jra, H d°i bi*i ltnmt ». ®er8b»rf W btm «W« to*rt j ,[atto«W“”2 iB) --d°7l'ba7'°°V-rM WA bli in °ch »on. 5borf * abttBÄ'*btt $«• d bi« i8t»w stattstudem ö° mackte । et anM? x onti f«nb itt b°4 , all 2Ö0 **L,»W* ittb daß - privater «toten. ’W _ ©« i« - :S6 ’S di« n «‘"»„tM W“"* «i> «f IW« W 8 und u, lIt Wer ö6tr, *t ig ZUN'- ■WÄ* »tf# -2 sS>55 roorfen habe. Präs.: Empfinden Sie denn keinz, Reue über Ihre That? Ange kl : Ja. Ich habe auch am Oster- amstag beichten wollen. Ter Kaplan hatte aber keine Zeit gehabt. Ich will nächsten Freitag beichten. (Ter An geklagte versucht zu weinen.) Präs.: Woher kannten Sie denn das Kunststück mit dem eingcwickelten Stein im Würzburger Fall? Ange kl.: Ich habe das durch den Unbekannten im Kloppenheimer Wäldchen gelernt. Prä f.: Kannten Sie vorher dieses Wäldchen? Pngekl.: Nein, ich bin noch nie in dieser Gegend gewesen. Präs.: Hatten Sie nicht schon in Frankfurt die Absicht, den Moller zu berauben? Angekl.. Nein. Ich bin auch noch nicht wegen Körperverletzung vorbestraft, sondern nur wegen Diebstahls und Betrugs. Nachdem ihm der Präsident die Geständnisse ,die er ihm gegenüber gemacht hat, vorgelesen hat, fragt er ihn: Ist das alles richtig, ist das, was Sie mir zugestanden und heute hier gesagt haben, die volle Wahrheit? Ange kl.: Ja. Tamil ist die Vernehmung des Angeklagten zu Ende. Nach einer kurzen Pause verliest der Vorsitzende die verschiedenen ^ugenscheinsprotokolle, woraus der Gerichtshof in die Zeugenvernehmung eintritt, die bei Schluß der Redaktion fortdauert. Das Jubiläum der Lollarer Feuerwehr. E. Lollar, 10. Juni. Am 13. Juni 1876 wurde auf Anregung des Hütten- Jngenieurs F. W. Feller hier eine freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen. Derselben traten sofort 85 Mitglieder bei, die den Gründer einstimmig zum Kommandanten wählten. Natürlich ging die 25jährige Wiederkehr des Tages nicht ohne eine würdige Feier vorüber. Ter Vorabend gab der Wehr Gelegenheit, ihren verdienstvollen Kommandanten Feller durch Ueberreichung eines Ehrengesck>enkes und durch einen Fackelzug zu ehren. Tie Begrüßung namens des Korps hatte der frühere Obmann, Schreinermeister R o h r - bad), übernommen, der in markigen Worten den Fleiß und die Ausdauer des Herrn Feller betonte und seine Ansprache mit einem Hoch auf denselben und seine Familie schloß. Herr Feller gab seinem Tankgefühl für die eigentlich oen Jubilaren gebührenden anerkennenden Worte Ausdruck, wünschte, daß es den Jubilaren wie der Wehr noch recht lange vergönnt sein möge, zum Wohle der Gemeinde ßusammenzubleiben, widmete ein stilles Angedenken den Durd) Tod ausgeschiedenen Wehrmännern und bradjte ein „Gut Wehr" auf die Feuerwehr aus. — Der Zug bewegte sich darauf nach der Wohnung des ebenfalls in schlichtem Feuerwehrkittel erschienenen Bürgermeisters Nies und von da nach oem Festplatze. Tort verlas Kommandant Feller ein Schreiben, in dem der Bürgermeister namens des Orts- vorstandes die Wehr, den Kommandanten und die 38 Jubi- lare beglückwünschte und denselben für ihre ersprießliche, zu Schutz und Sicherheit der Gemeinde geübte freiwillige Thätigkeit den herzlichsten Tank abstattete und der Wehr auch für die Zukunft die Sympathie und Unterstützung des Gemeindevorstandes in Aussicht stellte. — Tas darauf verlesene Schreiben des Eisenwerks Lollar bringt ebenfalls die herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck. Wenn Die Mehr auch nickst oft Veranlassung zur Ausübung ihres Berufs gehabt, so sei man überzeugt, daß sie doch in Zeiten der Gefahr ihrey Mann stellen werde. Als Festgabe spendete das Werk 300 Mark, die zu Unterstützungen und gemeinnützigen Zwecken Verwendung finden sollen. Tas auf Bürgermeister und Eisenwerk ausgebrack)te Hoch sand freudigen Widerhall der in voller Stärke (130 Mann) erschienenen Feuerwehr. Die Redaktion der hessischen Feuer wehrzeitung, die in einer Extraausgabe des Tages gedachte, hatte von Berlin aus telegraphisch ihre Glückwünsche geschickt. — Der F e ft f o n n t a g wurde durch den Weckruf der Marburger Jägerkapelle eingeleitet. Um 12 Uhr fand Empfang der in Stärke von mehreren hundert Mann (die Gießener Wehren waren allein mit ca. 100 Mann vertreten) erschienenen auswärtigen Feuerwehren statt. Um 2 Uhr setzte sich am Nordende von Lollar der Festzug in Bewegung. An demselben beteiligten sick) außer den Feuerwehren die Lollarer Radfahrer, eine Anzahl Ehrendamen, die Vertreter des Kreisamts, der Ortsvorstand, der Kriegerverein, der Turnverein usw. Nach Eintreffen des Zuges auf dem Fesh- platze nahm zur Begrüßung der Gäste im Namen der Lollarer Wehr zuerst Herr Feller das Wort. Er dankte den Wehren für ihr Erscheinen, besonderen Dank drückte er den Vertretern der Regierung, Reg.-Rat Tr. Wagner und Kreisamtmann Dr. Heinrichs aus, bereu Erscheinen beweise, daß Die Staatsregierung Den Bestrebungen der Feuerwehren Interesse entgegenbringe. Er bot den Gästen ein herzliches „Gut Wehr". — Hierauf nahm Regierungsrat Dr. Wagner das Wort. Es fei em schönes, bedeutungsvolles, aber auch seltenes Fest, das die Lollarer Feuerwehr begehe. 25 Jahre seien verflossen, seit der verdienstvolle Kommandant Feller an der Spitze der Wehr stehr. 38 Mitglieder gehören der Wehr seit Gründung an; kaum in einer größeren Stadt komme so etwas vor, und in einer Landgemeinde stehe es einzig da. Kommandant Feller sei bereits vor einigen Jahren in Anerkennung seiner Verdienste um das Feuerlöschwesen mit dem Ritterkreuz zweiter Klasse des Ludwigsordens dekoriert, er wünsche Herrn Feller nock) viele Jahre seines Wirkens, ihm zur Freude und dem Morpy zum Gedeihen; 38 Wehrmänner erhielten das ihnen von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog verliehene Ehrenzeichen; die Regierung danke ihnen für ihr treues Ausharren, sie freue sich, daß die Juoilare den heutigen Tag in Gesundheit erlebt und wünsche, daß ihnen dieselbe noch lange erhalten bleibe; die Regierung freue sich über die den 38 Wehrmännern verliehenen Auszeichnungen; er bedauere, daß ein Jubilar wegen Krankheit verhindert sei, an der Feier teilzunehmen. Hierauf verlas Tr. Wagner die Liste Der Dekorierten und beglückwünschte bei Ueberreichung des Ehrenzeichens jeden Einzelnen. Tie Namen Der Dekorierten sind: Kommandant Franz Wilh. Feller, Heinrick; Arnold, Friedrich Bierau, Heinrich Bierau, Conrad Erb, Heinrich Frank III., Heinrich Fuchs, Friedrich Geißler III., Ludwig Geißler III., Ludwig Geißler IV., Ph. Geißler, Andr. Heuser, Casp. Karber, Heinrick) Keßler, Friedrich klinkel, Johannes Klinkel, Ludwig Klinkel IV., Franz Mankel, Carl Moos, Heinrich Pempfer, Christian Rein, Philivp Nkoos, Friedrich Riehm II., Heinrich Rohrbach IV., Balthasar Schon, Ludwig Schön III., Johannes Schupp, Gerhard Schwalb, Gerhard Schwalm, Friedrich Seipp, Ludwig Seng VI., Friedrich Simon, Ehr. Ullmann, Ludw. Wagner, Friedrich Heibertshausen, Johannes Kutscher, Louis Seipp, Georg Zorn. Regierungsrat Tr. Wagner brachte nach der Verteilung der Ehrenzeichen ein Hoch auf die Freiw. Feuerwehr Lollar, ihren Kommandanten Feller und die Jubilare aus. Kommandant Feller dankte hierauf im Namen der Dekorierten für die ihnen verliehenen Ehrenzeichen; er knüpfte Daran die Bitte, den Dank an höchster Stelle zum Ausdruck zu bringen; zur Bekräftigung des Dankes bitte er, mit ihm einzusttmmen in den :Ruf: „Se. königl. Hoheit der Großherzog, der hohe Protektor der hessischen Feuerwehren, er lebe hoch!" Der von Herrn Feller vorgesck)lagenen Absendung eines Huldigungstelegrammes au den Großherzog stimmt die Versammlung zu, ebenso wurde dem in der Klinik zu Gießen befindlichen erkrankten Wehrniann GerhardSchwalm telegraphisch der Glückwunsch für die Dekoration übermittelt. — Im Namen des Landes- und Pro- vinzialausschusses der hessischen FeUenoehren und der Niddaer Feuerwehr gratuliert Kommandant Vepberger; Kommandant Damm-Friedberg überreichte unter Hervorhebung der Verdienste, die fid) Herr Feller erworben, ein Diplom; sein Hoch galt der Lollarer Feuerwehr und ihrem wackeren Kommandanten. — Hauptmann L i n d e n st r u t h von der Freiw. Gail'sck)en Feuerwehr in Gießen überbrachte die Glückwünsche des Korps. — Frl. Lina Heibertshausen überreichte sodann die von den Frauen und Jung- rauen Lollars der Wehr gestiftete Standarte mit der Bitte, ie treu zu hüten und der Wehr stets voranwehen zu lassen in Freud und Leid, treu zu ihr zu stehen in der Gefahr. — Ter Kommandant Feller übernahm, nachdem er den Spenderinnen in wannen Worten gedankt, die Standarte entgegen mit dem Versprechen, datz die Wehr allezeit, eingedenk der Devise: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr, stets bereit sein werde, sich in den Dienst der Nächstenliebe zu stellen; nad) dem auf die Frauen und Jung- rauen ausgsbrachten Hoch übergab Herr Feller die Standarte dem Fahnenträger, der sie stets in Ehren zu halten versprach. Nack) dieser Feier trat das Vergnügen in seine Rechte, und es dauerte lange, bis die letzten Festteilnehmer den Platz verließen. — Ter heutige Montag ist Der Jugend gewidmet, für Die ein Festzug, Spiele unD allgemeine Be- luftigungen usw. arrangiert wurden. Kandel und UerKehr. Uolkswirtschasb fc. Frankfurt cu M., 10. Junt. (Orig. Telegr. deS „Gitßln. Anz.") Amtliche Notierunq der beuttgrn Frucht« arktpretfe Weizen Mk. 17.75 bis Mk. 18, Kurhrfstfcher Mk. 18, La Vlata Mk. 17 50-17.75, Hansa Mk. 17.50 bi« Mk. 1775, Roggen (hiesige.) Mk. 15-15 25, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.50, Hafer Mk. Ift 00, MatS Mk. 11.75, W-tzeomehl 0 Mk 25.50 bis Mk. 26, 1. Qual. Mk. 23.50 bis Mk. 24. 3 Qual. Mk. 21.50-22. Rogaenmehl 0 Mk. 22 50-23 50, 01 Mk. 21.25-23, Malzk.eie Mk. 9.75-10, Rosger» kleie Mk. 9.75-10, MatSklete Mk. 9.75 btS Mk. 10 25. AfeS per 100 Kg. ab hier. k'O.Araukfurta.M., lO.Juni. (Telegr. Orig.'Bericht des ,G.A.-). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkauf landen 449 Ochsen, darunter 128 aus Oesterreich, 33 Bullen, darunter 0 aus Oesterreich, 780 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 307 Kälber, 97 Schafe und Hämmel, 1245 Schweine, 1 Ziege, 2 Ziegen , 8 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 63—65 Mk., 2. Qual. 57—59 Mk., 3. Qual. 53-56 Mk.; Bullen 1. Qual. 53-55 Mk., 2. Qual. 49-50 Mk.; Kühe 1. Qual. 58-60M., 2. Qual. 53-54 W., 3.Qual. 41—43Mk., 4.Qual. 30—32 Mk., 5. Qual. 28—29 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qual. 78—80 Pfg., Lebendgewicht 46-49 Pfg., 2. Qual. 71-73 Pfg, Lebendgewicht 41—43 Pfg., 3. Qual. 62 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg.; Schafe l.Qual. Schlgw. 64 Pfg., 2. Qual. 57—59 Pfg.; Schweine 1. Qual. 61 Pfg., Lebendgewicht 48 Pfg., 2. Qual. 60 Pfg., Lebendgewicht 46 Pfg., 3. Qual. 48—50 Pfg, Lebendgewicht 00 Pfg. Geschäft: Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand bedeutend, Kleinvieh gut, Markt geräumt. Der telephonische «ur-bericht mußte wegen eines Gewitter in Frankfurt a. M für heute w^abletben. 8. 9“ 746,7 + 16,6 9,0 64 etm _ 9 7*5 746,5 + 11,0 8,1 82 NW. 1 9. 2» 744,7 + 26,2 5,9 25 W 1 9. 9« 744,0 + 17,9 10,5 68 Still — 10. 724 744,7 + 12,9 9,0 82 WNW 1 10. 2» 744,0 + 21,1 12,1 65 W. 1 Bleichstraste i2< Seltersweg, Ecke Plockstrasse 4117 ausgeführt von der 4092 bett, den ! Anfang 8 Uhr Eintritt 75 Pfg. 4100 be 4091 Der Aorstand. verbunden mit 4094 3.— Bekanntmachung. SudmiMm PaulHoffmauuzuGteb-n „ .. _ .'' , 3 tt und dessen Ehefrau Olivia 4111 verantwortlich für den tOgraieinm Ittl: P. öittUj jm un an^eigcmeu. CuU» 57T 2.40 , 2.60 , 2.40 , 2.60 «N** ^^achmach^ 1. eine Tro enh Zurk bem öezei Rotv 2. eines 3. von Abko als sprr ein trag 2. die 3. die saur 4. der Lnv wäs folg ech sein nack stof! Tn- ged spv (£