B'tiy ch für V6 7,1^ea Rheder 6rh&1^ s*>» U thr abend, Vereins ' 278t *ß.tet Wdn N„,„ ln _______ 271« * "JÄ1"'»' 3‘üf Mark te»- 80$f«k ’M 8 Uhrr ^Stellung. ’riW 8 Utzrr Erstellung. *) BradrS.jlingnesDienft, «Ml. Mai in H.fai» utbl ASerw,g r-, II. Modes. . Milk AMM ort grsacht. MenSin k-iiion b. Bl. Litt j Auutz» MdLin lagi- M. KarLtplah 13. tim Wtz° iSarbeit gegen guten Lohn Sfottlftt. 2. 2641 ttftlie ftödflu hohen 8obo per fttfiM uuL KandleExP.d.M. n.i,M Ein inngtieß lMige- Indien für Wort gejuckt- Bifematdfltafie SO« IL_ I Tüchttges Stävchro tur und tzaus aus Änjang Mai, hn, ß^en guten Lohn m Haushalt gefudit. »oeMiraste 35, ?att_ i] «mw» gesucht. ** 'rb6r,^lfilmenaU. 5 V"che» mit gute» ÄÄÄ MSV Wer liefen . lase^Bi ■2m* ®ä: «r. 84 Drittes Blatt Donnerstag 11. April 1901 *eM werbet. 151. Jahrgang Adrrftk für Dkpejchr»; Anzcigrr Ziehen. Fkrniprkchauichluß Nr. In. ksbä? Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen aas AAM «Sa MM ©IvnCncr ZlHiv IGvi »5* 1hi|b( »en Änitigtn M 6Ä «* < * MW fttden bte unb >Mu8(a UM BÄWSÄ.K ,X^ General-Ameiaer Inrnt N« ootm 10 Ubr Wl»V»W» ZrUenprrt» total 11 Ak Ipätehtn« auewärt« *o Via- Volttffche Tagesschau. I« Leipzig find 166 Aerzte bet dortige« OrtSkraukev- taffen, nachdem sie regelrecht gekündigt hatten, in Ausstand getreten. Seit längerer Zeit gab es in Leipzig zwischen dem Borstand der Ortskrankenkasse, in dem die Sozialdemokraten die Mehrheit bilden, und der ärztlichen vertrauenskommisfion Differenzen. Der Saffenvorftand beschuldigte die ärztliche Bertranenskommisfion, daß sie dem Vorstand jeden direkten Verkehr mit den bei der Kaffe angestellten Aerzte« zu verbieten suche, Maßnahmen des Vorstandes absprechend kritisiere, ja hemme und hintertreibe. Schon im Juni v. I. verlangte der Saffenvorstand in einem Rundschreiben an die Kassenärzte ein« andere Wahl und Zusammensetzung, sowie ein anderes Verhalten, der ärztliche« vertrauenskommisfion gegenüber dem Vorstande. Die Kassenärzte hatten jedoch gerade zu dieser ihrer Vertrauenskommisfion volles Vertrauen und wählten zu Anfang dieses Jahres dieselben Personen wieder in die Korn «fffion. Dies betrachtete der Kaffeuvorstaud als die denkbar schärfste HerauSfordernng und zeigte den Kaffenärzteu an, daß et diese Kommission nicht anerkenne und nur noch mit »feinen*4 Kassenärzte« verhandeln werde. Die Folge war die Kündigung von 155 Kaffenärzten von etwa 200 und der jetzige Ausstand. Beide Teile werfen fich Vertragswidrigkeiten vor. Der Kaffenvorstand erklärte es namentlich für vertragswidrig, daß der ärztlichen Bertranenskommisfion die beiden Borfitzenden der ärztlichen Bezirksvereive von Leipzig-Stadt und -Land angehörten, die seit 1893 nicht mehr Kassenärzte seien. Die Aerztekommisfion wieder behauptet, daß der Kaffenvorstand eigenmächtig nnd ohne Anhören der Aerztekommission einen Kassenarzt angestellt, Rundschreiben an die Kaffenärzte versandt nnd fich geweigert habe, die Liquidationen der Kaffen- ärzte der Kommission zur Prüfung vorzulegen, völlig übersichtliches Material fehlt zur Zeit. Auch zwischen einem Teil der Krankenkassen und den Apotheker« Berlins ist der lange erwartete Kampf nun ausgebrochen, Einige 60 Krankenkaffen Berlins nnd der Vororte haben von den Apothekern einen Rezeptur- rabatt gefordert, der aber abgelehnt wurde, während die Apotheker fich bereit erklärten, die HandverkaufStaxe zu erweitern. 69 Kaffen — 35 Berliner Ortskrankenkassen, 22 Freie HilfSkafsen, 5 FabrikSkaffen, 4 JnnuogSkaffen und die Betriebskrankenkaffen der Stadtgemeinde Berlin — die insgesamt mehr als 400,000 Mitglieder, also etwa vier Fünftel der Krankenkaffenmitglieder Berlins und der Bor orte umfassen — wollen nun den Kampf um den Rezepturrabatt aufnehmen. Vermischtes. * Die Osterfeier in den russisehen Gefäng- Nissen verläuft in eigentümlicher Weise. In den rein russischen Gouvernements erhalten am Osternrorgen die Gefangenen durch Priesterhand geweihte Speisen; jeder Gefangene empfängt ein großes Stück Weißbrot, zwei Eier und eine doppelte Fleischportion. Gleich nach dem Hauptgottesdienst, der sehr zeitig beginnt, erscheinen in den Gefängnisräumen der Staatsanwalt, der Kreislandrat, der Gendarmerie-Oberst und der Pope, um den Gefangenen in den Zellen oder auf den Korridoren den Ostergruh zuzurufen. Auch zu den gefährlichen in Ketten liegenden Verbrechern begiebt sich der Staatsanwalt, von zwei Soldaten mit scharf geladenem Gewehr und aufgepflanztem Bajonette geleitet. Der Staatsanwalt fragt, ob die Gefangenen ihre Osterspeisen erhalten Hütten, und entfernt sich dann. Der Pope kommt häufig laut betend in das Gefängnis, dann wird in einer großen Zelle schnell ein Altar errichtet, vor dem der Geistliche eine Andacht abhält. Auch werden bei dieser Gelegenheit große Heiligenbilder auf» gehängt und aufgestellt. Am Samstag vor Ostern haben übrigens die Gefangenen schon eine gründliche Reinigung ihrer Zellen vorgenommen, besonders sind die hölzernen Bettstellen gehörig gescheuert worden. Am Ostersonntag wird es nach Tisch in den russischen Gefängnissen außerordentlich lebhaft. Es erscheinen zahlreiche Besucher, Verwandte und Bekannte der Gefangenen. Diele Gäste erhalten ausnahmslos Zutritt in die Zellen. Außer diesen Besuchern kommen aber auch oft Damen aus den vornehmsten Kreisen, um die Sträflinge mit dem Ostergrutz und drei — Osterküssen zu beglücken. Auch bringen sie, worauf die Gefangenen wohl mehr Wert legen werden, Fleisch, Brot, Eier usw. mit, die Gefängnisverwaltung gestattet dies nur am Ostersonntag. Branntwein soll natürlich zur Verherrlichung des Festes nicht eingeführt werden. Trotzdem werden gerade am Ostersonntag in den russischen Gefängnissen ungeheure Mengen des „gebrannten Wässer- chens" getrunken. Die Verwandten und Freunde haben den armen Gefangenen Geldbeträge zugefteat und die Gefängnisaufseher haben sich schon mit großen Schnapsvorräten versehen. Die Flasche, die dem Aufseher etwa 30 bis 40 Koveken kostet, verkauft er durchweg für einen Rubel an die Gefangenen; so bringt dieser Schnapsverkauf an dem Öftertage den Beamten oft mehr ein, als das Gehalt für einen ganzen Monat beträgt. Gewöhnlich sagen die Aufseher beim Verkaufe des Schnapses zu den Gefangenen: „Trinkt, aber prügelt euch nicht". Zahlen die Gefangenen den Aufsehern ein anständiges Trinkgeld, so bringen die Beamten auch Karten, und gewöhnlich wird am Ostersonntag in den russischen Gefängnissen flott gespielt. Gegen Abend, wo der Branntwein bereits seine Wirkung gethan hat, geht es in den Zellen sehr lustig und laut zu, und den Schluß bildet nicht selten eine solenne Schlägerei der Gefangenen untereinander. * lieber die Schatzkammern der Könige berichtet eine englische Zeitung: In zwei Zimmerchcn deS Schlosses Windsor ist Gold- und Silbergeschirr aufgestapelt, das allein zwei Millionen Pfund Sterling wert ist. Ein einziges goldenes Dinerservice für 150 Gäste wird auf 16 Millionen Mark geschätzt, ein goldener Pfau, dessen Körper von Hunderten kostbarer Edelsteine strahlt, ist 800 000 Marl wert, ein goldener Tigerkopf mit Augen uub Zähnen aus Kry stall und einer Zunge aus Goldbarren, ungeheure Schüsseln, Tischchen, Fläschchen und Schilde aus purem Golde, Rosenwasserspringbrunnen, Taufbecken, ungeheure Weinkühler und Punfchbowlen, wunderbar ciselierte Becher, von denen jeder allein ein kleines Vermögen repräsentiert. Alles dies ist in verschwenderischer Fülle vorhanden. Das Porzellan, das die Königin Viktoria besaß, wird auf sechs Millionen Mark geschätzt, und ein einziges Tessertservice aus Sevres repräsentiert das Einkommen eines Kabinettsministers für alle Zeiten. Die Juwelen in der Königskrone sino 5 Milllionen Mark wert. Aber allein zwei Gegenstände aus dem unzähligen Inhalt der Schatzkammern des. Schah wiegen alle diese Schätze auf. De« eine ist ein goldener Globus, auf dem alle Länder de« Erde mit Edelsteinmosaiken aus Diamanten, Rubinen, Saphiren, Smaragden und anderen seltenen Steinen bezeichnet sind, während um das Fußgestell des GlobuS ungeheure Goldmünzen aufgehäuft sind, deren jede 550 Mark wert ist. Dieser wunderbare Globus wird aus 20 Millionen Mark geschützt. Daneben steht ein Glaskasten, der zwei Fuß lang, und anderthalb Fuß breit und hoch ist; er ist zu zwei Dritteln mit den seltensten Perlen gefüllt, die seit Jahrhunderten mit größter Sorgfalt gesammelt wurden. Dies sind nur zwei Gegenstände aus der kostbarsten Schatzkammer, die die Welt je gesehen hat unb deren Gesamtwert niemand kennt. Der Schah besitzt unter anderem auch zahlreiche Goldgeschirre, die mit Diamanten, Rubinen, Smaragden und Saphiren gefüllt sind, deren größte Reinheit saft ohne gleichen auf der Welt sind, ferner mit Juwelen besetzte Schwerter, Wappenschilder mit Kronen. — Auch der Kaiser von Rußland besitzt außerordenb- liche Schätze. Allein seine Krone und die feiner Gemahlin sollen 60 Millionen wert sein und unter den Schützen des Kreml sind seltene Juwelen, von denen jedes eine Geschichte hat, und die schwersten Gold- uno Silbergefüße. Der Wert der Schütze des Kreml ist so groß, daß man Sie britischen Staatseinkünfte eines Jahres nehmen müßte, um sie zu bezahlen, wenn sie überhaupt käuflich wären. Ebenso hat der Sultan sehr viele kostbare Diamanten, Schüsseln aus reinem Golde mit Perlen und Edelsteinen und schweres GoldgLschirr. — Aber auch viele indische Rojahs zählen ihre Schütze, die seit Jahrhunderten auf sie überkommen sind, nach Millionen. Vielleicht der reichste ist der Gankwar von Baroda, dessen Edelsteine allein auf 60 Millionen S werden. Unter anderen Schützen besitzt er einen aus kunstvoll zusammengestellten Perlen und Diamanten, der 6 Millionen Mark wert ist. Wischers Syakespeare-Iorträge. (Nachdruck verboten.) David Friedrich Strauß schrieb einst an Friedrich Theodor Vischer, den schwäbischen Aesthetiker: „‘Seine Vorlesung über Shakespeare möchte ich hören können. Zu lesen kriegt man das doch nie." Ihm selbst ist das Ersehnte versagt geblieben; aber Vischers Sohn glaubte, die Vorträge des Vaters, die in die Jahre 1869—87 fallen, der Nachwelt nicht verschließen zu dürfen und entschloß sich, mit Unterstützung seines Kollegen Professor Tr. Lorenz Moßbach von der Universität Göttingen zu einer posthumen Herausgabe. Sechs Bünde sind im Ganzen von dem Cottaschen Verlag in Aussicht gestellt. Davon sind im Verlaufe von zwei Jahren bereits drei Bände erschienen. Der erste enthält neben einer ausführlichen Einleitung in Shakespeares Zeitalter, Lebensumstände und litterarische Nachwirkung den Hamlet; der zweite vereinigt Macbeth und Romeo und Julia; der dritte Othello und König Lear. Die bekanntesten und bedeutendsten Dramen sind damit vorweggenommen. Die drei noch ausstehenden Bände müssen schm ein summarisches Verfahren wählen, wenn sie den gesamten Stofs bewältigen wollen; denn es fehlen noch, von einzelnen Dramen abgesehen, die Lustspiele, die Historien und die Romanzen Tas sind im Ganzen noch 31 Stücke; wie diese in drei Bänden untergebracht werden sollen und können, das bleibt vorderhand noch das Geheimnis des Herausgebers. Friedrich Vischer beschränkt sich nämlich nicht nur auf eine Erläuterung, sondern, da ihm keine der vorhandenen Uebersetzungen genügte, unterzog er sich selbst der schwierigen Aufgabe des Ileverttagens. Innerhalb des einzelnen Bandes ist jetzt Die Anordnung so getroffen, daß das Gefüge des dich- -erischen Texts nicht mehr zerrissen wird. So genießt man das Dichtwerk als Einheit und den Kommentar gleich- ffalls, während int ersten Band jeder einzelnen Szene die Erläuterungen folgten. Diese Vorträge liegen, wie oben bemerkt, teilweise i.wenigstens schon ein Vierteljahrhundert zurück. Tas sollte Bei der Bearbeitung nie außer Acht gelassen werden. Tann i würden wir Friedrich Vischer nicht dafür verantwortlich : mchen, daß er von der modernen Forschung eingeholt und überflügelt worden ist; daß sich vieles, was er nicht wußte und wdhl auch nicht wissen konnte, heute in anderem Lichte darstellt; daß er eben wie jeder wissenschaftliche Arbeiter der Zeit seinen Zoll zahlen must Aber es bleibt mit solchen vom Edelrost des Alters angenagten Werken immer eine mißliche Sache: nur zu gern sind wir geneigt, einen modernen Maßstab anzulegen., Um ein 'Betspiel anzuführen: Shakespeare hat bekanntlich- mehrfach als Quelle zu seinen Dramen italienische Novellen benutzt, was den Gedanken anregte, ob er sie im Original oder in Uebersetzungen gelesen habe, und er hat trotz geographischer Schnitzer, die heute »jedem Schuljungen verül^lt würden, in einigen Dramen (Romeo und Julia, Kaufmann von Venedig) eine so intime Kenntnis der oberitalienischen Oertlichkeit verraten, daß die Forscher der Frage näher treten zu müssen glaubten, ob der Dichter an Ort und Stelle gewesen sei. (Was die dichterische Phantasie leisten kann, hat keiner mehr bewiesen als Schiller, der für den „Wilhelm Teil" in der Hauptsache die trockene Chronik des Tschudi zu Rate zog.) Auch Vischer kommt an der Frage nicht ganz vorbei; aber er erledigt sie in einer höchst bezeichnenden Anmerkung (Band III, S. 2): „Man hat auch gefragt, ob Shakespeare in Italien gewesen fei. Er kennt gewisse Gegenden dort, hat ein lebendiges Bild von Venedig. . . . Doch kann er das durch Reisende und Reiseberichte erlangt haben. Und dies ist das Wahrscheinlichere, denn eine Fahrt nach Venedig war damals etwas wie eine glänzende Badereise in unserer Zeit". In sechs Zeilen wird hier eine Hypothese abgethan — übrigens eine rechte Tottorfrage, solange nicht ein glücklicher Fund thatsüchliches Material zu Tage fördert —, eine Hypothese, die heute int Mittelpunkt dickleibiger Bücher steht und schon eine kleine Litteratur für sich ausmack)t. Und dann der spaßhafte Vergleich: „wie eine glänzende Badereise in unserer Zeit"! Vor dreißig Jahren mag er praeter propter am Platze gewesen fein; heutzutage jedoch, wo fich kaum noch der kleine Mann den Luxus einer Badereise versagt, können wir uns bei dieser Stelle eines Lächelns nicht erwehren. Aber dieser Zwiespalt erstteckt sich keineswegs auf so belanglose Kleinigkeiten, sondern berührt oft recht wichtige Punkte wie die Entstehungszeit der einzelnen Werke. Die Herausgeber, denen der Uebelstand nicht verboraen blieb, glaubten das Veraltete einrenken, ihm eine modische Garnierung mitgeben zu müssen, und fügten daher einen Anhang bei, der Vischers Ausführungen auf die moderne Höhe erhebt. Viel gewonnen ist dadurch natürlich nicht, und der Widerspräche int Einzelnen bleiben noch genug. Wenn etwa von „Othello" gesagt wird, daß er „spätestens Anno 1611 oder 1612" gedichtet! worden sei, so härteren wir heute diese Tragödie doch erheblich früher und können mit einiger Sicherheit das Jahr 1604 als Entstehungszeit annehmen. Selbst auf derartige, dem Laien gering erscheinende Momente sei nicht zu viel Gewicht gelegt. Am meisten hat unter solchen that- sächlichen Unrichtigkeiten die Einleitung gelitten. Auch der Kommentar bietet int Grunde nicht so viel Anregungen, wie wir es von dem Verfasser der Aesthetik, dem geistteichen Romanschreiber und Faust-Parodisten erwartet hätten. Von vagen Spekulationen wie von ver- schrobenen Ausdeuteleien hält sich Vischer zum Glück fern; und unterscheidet sich schon dadurch Vorteilhast von modernen Interpreten, die mehr in den Text hinein- als aus dem Text herausgelesen haben. Es darf nicht vergessen werden, daß seine Vorttäge dazu bestimmt waren, die I u g e n d in Shakespeares Welt e i n z u f ü h r 6 n. Sie sollte« also eine erste Bekanntschaft mit den Werken des Dichters vermitteln. Dieser Aufgabe sind sie zweifellos glänzend gerecht geworden. Studenten im ersten Semester können sich keinen besseren Cicerone wünschen. Mit Recht ist daher auch auf dem Titelblatt vermerkt: „für das deutsche Volk herausgetzeben". Wer sich dagegen in Shakespeares Welt etwas umgethan und andere Erklärer, etwa den geistteichen internationalen Dünen Georg Brandes oder auch den Berliner Professor Alois Brandl, — um nur ote Neueren zu nennen — zu seinen Studien benutzt hat, wird vielleicht nicht ganz auf seine Rechnung kommen, weil ihm das Meiste, was Vischer sagt, bekannt ist. Von einer durchgreifend neuen Auffassung der Charaktere kann hier nicht die Rede sein. Hamlet ist ihm der verbitterte Idealist, der weltmüde Phantasiemensch, der geniale, genial-humoristische Mensch, der den Narren spielt, ,weil er ein bischen einer ift". Diese bifferen- zierteste Shakespearesche Gestalt hat bekanntlich auch dw verschiedenartigsten Auslegungen gefunden; zwei wollig gleiche dürfte es kaum geben. Ms Grundzug tut Wjen Macbeths wird ein romantischer,bis zu einer Art von Seltersweg 68 Parterre and erste Etage. Fritz Nowack Seltersweg 68 Parterre und erste Etage. Spezial-Geschäft für Betten und Schlafzimmmer-Einrichtungen. permanente knzztellnng Von 20 Metten Schlafzimmern in Nussbaum, matt und blank, Amerikanisch Nussbaum, Italienisch Nussbaum, Satin-Nussbaum, echt Mahagoni, Eiche, Edelbuche ete., CTF“ in jeder Preislage. leu Nur gediegene erstklassige Fabrikate- Abgabe sämtlicher Möbel auch einzeln- Frachtfreie Lieferung nach auswärts. Billigste Preise. Grösste Auswahl am Platze. t'f -V i nur 1766 dort jede Gern angenommen zu leber Kett, — Ihr werdet Alle, Groß und Klein, — Zufrieden mit der Arbeit fein. L.Sohje Wendepflugkörper. M/ Sohle > et5rt das Glück der zärtllohsten Ehe«. 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Hiernach berechtigte und qualifizierte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen wollen und sich um das Stipendium zu bewerben beabstchtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche, mit den nötigen Zeugnissen belegt, durch ihre betr. Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also aus Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei Darmstadt, aus Rheinhessen an die Bürgermeisterei Mainz, aus Oberhessen an die Bürgermeisterei Gießen bis längstens zu» i. Mai d. I. gelangen zu lassen. 2622 Darmstadt, Mainz, Gießen, dm 2. April 1901. Das Kuratorin«: Morneweg, Dr. Gaßner, Mecum, Oberbürgermeister Oberbürgermeister Bürgermeister von Darmstadt. von Mainz._______von Gießen. für Frühjahrs- n. 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Schon eine erzählt uns in seiner allzu feuilletonistischen Darstellung von Shakespeares Frauen und Mädchen, wie Frantz Horn als erster Mohrenwäsche an der Lady versucht und Ludwig Tieck seine Meinung unterstützt habe, „und es dauerte nicht lange, so sahen mir Madame Stich auf der königlichen Hofbühne in der Rolle der Lady Macbeth so gefühlvoll girren und turteltäubeln, daß kein Herz in Berlin vor solchen Zärtlichkeitstönen ungerührt blieb, und manches schöne Auge von Thränen überfloß beim Anblick der juten Macbeth". Othello wird von Vischer als der zu sich gekommene gerechte Richter aufgefaßt, der in sich selbst den ungerechten tötet. Jago, dessen Bösewichtnatur alle menschliche Verruchtheit überschreitet, wird in Beziehung gesetzt zu den römischen Zäsaren oder doch zu den Höflingen aus ihrer Umgebung und einem Tiegellius, einem Sejan verwandt genannt. Lear ist der für einen „Hauptunsinn" übermäßig hart Bestrafte: „wie in den meisten Tragödien, so waltet hier zwischen Schuld und Strafe ein schweres Mißverhältnis, und eben dies ist das Tragische". Lear selbst spricht es in den Worten aus: „Ich bin ein Mann, au dem man schwerrer sündigt, als er gesündigt". (More sinn'd against than sinning.) Besonders ans Herz gewachsen sind unserm Erklärer die weiblichen Gestalten. Hier äußert sich^ sein Lob in geradezu überschwenglicher Begeisterung. Sogar die me- gärenhafte Ladv Macbeth wird izoch ans Ritterlichkeit ein tveniß retouchiert. Ophelia ist ihm ganz engelreine Unschuld, und er kann dem Dichter nun auch nimmer die Flecken auf dem Bilde der Holden verzeihen. Darum begeht er die unglaubliche Geschmacklosigkeit — so gut sie aucu gemeint ist —, die an sie gerichteten Zweideutigkeiten ™-c.?C1s! Hamlet's ausznmerzen, und er kann sich Nicht den Schmerz anthun, die beillosen und verächtlicku'n Zoten, die Shakespeare für das Bild der Umnachteten benötigte, iviederzugeben. An Julia wird die unversieg- liche Treue und der Heldenmut gerühmt. Im Anblick der rührenden Cordelia, dieser „unbewußten Seelenschönheit", dieser so tiefen, schamhaft wortlosen Natur, daß sie Heine die moderne Antigone nannte, die an Innigkeit die antike Schwester noch übertreffe, ruft Friedrich Vischer gerührt aus: „Du bist es wert, das Martvrium der Liebe zu erleiden". Desdemona endlich, „dieses ideale Kind", das etwas „Jesusartiges" in seinem Charakter hat, gilt ihm als eine Frauengestalt, die in aller Geschichte einzig dasteht. Seine Liebe für diese weiblichen Geschöpfe hat ihm aber einen bösen Streich gespielt, indem er, wie schon angedeutet, dem Dichter gegenüber den Sittenrichter spielt. Er wirft ihm ernstlich eine Lust an der Zote vor. Dabei wird übersehen, daß dieser Mangel an Dezenz nicht so ehr auf das Privatkonto Shakespeares gehört, als vielmehr dem Zeitalter in die Schuhe zu schieben ist. Erich Schmidt hat kürzlich die Aeußerung gethan, er möchte, trotzdem unser Geschmack nicht mehr alles gutzuheißen vermöge, keine von Shakespeares Zoten missen. Sie gehören überdies zu seinem Stil wie die drapierte Leidenschaft zu dem des Victor Hugo. Daneben haben es Vischer die sog. Concetti d. s. blumige Redezierrate (so wenn Romeo die Thränen durchsichtige Ketzer nennt) angethan. Auch sie wollen als ein Teil des Euphuismus, jener litterarischen Modekrankheiit, die damals in ganz Europa herrschte, verstanden fein. Gewiß sträubt sich unser verfeinertes, durch den Realismus erzogenes Gefühl, wenn in Momenten höchster Leidenschaft und der tiefsten Tragik plötzlich ein solcher Tropus hineinplatzt. Am elften sind sie noch in der Komödie zu ertragen. Aber eben wenn wir diese Eigenart des Shakespeare'schen Zeitgeschmacks kennen, werden wir nicht wie Bischer unserem Unmut Luft machen mit Ausdrücken wie: „da möchte man an den Wänden hinauf". Auch hier heißt alles verstehen viel verzeihen. Diese „gräulicheii Geschmacklosigkeiten" aber einfach wegzulassen, ist aufs schärfste zu verurteilen. Zum Glück ist der dritte Band der Vorträge von diesen sittlichen und stilistischen Bedenken frei oder doch gesäubert. Vielleicht hat der Herausgeber eingesehen, daß sein Vater hierin entschieden zu weit gegangen ist. Ja, wir haben die Genugtuung, hier einen Satz wie den folgenden zu begegnen: „Eine Tragödie, ein Werk der Kunst überhaupt ist nicht dazu da, daß man einen sittlichen Gewinn daraus entnehme, sondern daß man ästhetisch erhoben werde". Vielleicht ist dieser Satz in dieser schroffen Formulierung sogar anfechtbar; die moralische Tendenz darf nur nicht aufgekleistert, sondern rnuß dem Kunstwerk immanent sein. Hätte Friedrich Bischer das von Anfang an bedacht, so hätte er gewiß seine Höheretöchterschulen-Bedeiiken eingedämmt. Der greifbare Wert seiner Vortrüge liegt darin, daß er uns mit einer neuen Uebersetzung der Dramen be- chenkt hat. Kein Volk besitzt einen solchen Sck)atz vortrefflicher Uebersetzungswerke wie wir. Die sogen. Schlegel- Tieck'sche Uebersetzung war für ihre Zeit eine außerordentliche Leistung und ist, was man neuerdings im einzelnen auch gegen sie eingewandt hat, als Gesamtwerk nie erreicht worden. Allerdings die Nachfolger und Fortsetzer Wilhelm Schlegels sind beträchtlich hinter dem Meister zurückgeblieben^ aber Ludwig Tieck hat wenigstens dafür gesorgt, daß der Graf Baiidissin in Schlegels Geist das Werk zu Ende führte. Für den Hamlet hat Friedrich Vischer vielfach die Uebersetzung von Seeger herangezogen. Mit dem Macbeth ist er weit über Dorothea Tieck hinausge- wachsen. Gerade bei dieser gewaltigen Tragödie waren wir bis jetzt übel daran; doch wenn demnächst die Vischer'schc Uebersetzung in einer separaten Ausgabe erscheint, ist zu hoffen, daß sie sich einbürgert und Dorothea Tieck von unseren Bühnen verschwindet. Auch der Graf Baudissin genügte seinen hohen Ansprüchen nicht in allen Stücken Sein Urteil über ihn ist etwas schwankend; vom „Othello" heißt es: „die Baudissin'sche Uebersetzung ist gar nicht schlecht und entschieden besser als die verflack>ende Badenstedts"; an einer anderen Stelle jedoch wird behauptet, dem Grafen Baudissin fehlte „das feine Ohr für Härten unserer Sprache". Man darf Wohl sagen, daß auch „Othello" und „König Lear" durch die Vischer'sck^e Verdolmetschung gewonnen haben. Zum Schluß sei hier als kurze Probe der mächtige Monolog des Lear aus des dritten Aktes zweiter Szene wiedergegeben: „Blast, Winde, sprengt die Backen? Wütet? Blast! — Ihr Wolkenbrüche, Hagelstürze, speit. Bis ihr die Türm' ersäuft, die Höhn' ertränkt! Ihr schweflichten, gedankenschnellen Blitze, Vortrab dem Donnerkeil, der Eichen spaltet. Versengt mein weißes Haupt! Und du, o Donner, Allschüttler du, schlag flach das pralle Rund Der Welt, die Formen der Natur vernichte, Mit einem Streich vertilge alle Keime Des undankbaren menschlichen Geschlechts!" xY- N Sei ES wird hiermit die nach § 6 des R« die Naturalleistungen ermittelten Durchschnii schlagS von Filus vo für den Lieferungsvei Hafer M. 16,80, Gießen, den 6. Sroßherzo Sir.®» w*r. _____ )ir MMckch i WrH Stubien der breiteste/^' großer S Nwhio L hattet M j Prosts ^rßh, Reik^^öiige ^hisch^ und H Rr mLUter F GW SÄ?,, rfei» '.'mS des 6^1,1 Mit \ und r?^ikirhi Aue MU itofefr Oeiegf <. bei rH-ÄÄ Hie aus dm ho t. Bülow pflegt aM fo fyü es der Mer d< angeführt, und dar derzeitiges Haupt di Seinigen um sich z seiertage zu diesem Aufenthalt des deui scljaster des Reichs die „Ewige Stadt" ; berühmten Zeremonie terskirch und in de Im vergangenen Ich Staatssekretärs für bie erste Station im H ini &ranb $otel Baven traf ein her > dann folgten Donna 1 laadte in Bern, Dr. Z Sekretär mit seiner ( ^mzesstn von Lamport W der seit »L Ech der jüngsß °" d«iWn $0 Für dieses Ich ^annlie verabredet.