Nr. 290 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Dienstag 10. Dezemder 1901 Erscheint täglich MU Ausnahme des Montags. ttie Gießener Familien, olatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt' und den »Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen; Anzeiger üeßcn. Fkrnsprcchani ihNr.51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeigen au der für den folgenden 5Log erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen An- aeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf. auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Ver- lag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wtttko: für den Anzeigenteil: Hans Beck. Kie empörten 'Aolcn. Am morgenden Dienstag wird die Poleninterpellation in Sachen der Wreschener Vorgänge im deutschen Reichstage äur Verhandlung Lammen. Obwohl dem Reichskanzler w)N verschiedenen Seiten nahe gelegt wird, ine polnische Interpellation als nicht zur Zuständigkeit des Reichstages gehörig unbeantwortet zu lassen, zlveifelt man nicht, daß Graf V toro antworten wird, wenn auch vielleicht nur, nm die Zu --ndigkeitsfrage klar zu legen, den Standpunkt der preußiscyen Staatsregierung in der Polenfrage zu wahren und Mitteilung zu machen über den Erfolg der deutschen diplomatischen Bemühungen in Wien und Petersburg zur Erzielung eines gemeinsamen Borgehens gegen die polnischen Sonderbestrebungen. (Vgl- auch unsere heutige „Politische Wochenschau".) Int übrigen haben die sinnlosen polnischen Kundgeb- ungen gegen das deutsche Konsulat in Warschau lediglich den Effekt gehabt, die russischen Behörden zu Genugthuungs- handlungen dem deutschen Reiche gegenüber zu nötigen. Der Generalgouverneur in Warschau und die Spitzen der dortigen Zivil- und Militärbehörden, darunter der Kurator des Warschauer Lehrbezirks, haben dem deutschen General- lonsul in Warschau Besuche gemacht, um ihr Bedauern wegen des Angriffs auf das deutsche Konsulatgebäude auszudrücken. Die russische Regierung loird ein neues Lkonsulatsschild anfertigen und in Gegenwart von Vertretern der Behörden wieder anbringen lassen. Auch. dach Strafverfahren gegen die Schuldigen ist bereits im Gange. In Oesterreich, wo die galizischen Hetzereien gegen Preußen noch immer kein Ende nehmen wollen, ergreift die Regierung die umfassendsten und ernstesten Maßregeln, um dem Unfug zu steuern. Nach einer offiziösen Meldung wurde in Galizien den Staats - und Justizbeamten untersagt, sich an politischen Kundgebungen, Versammlungen und Geldsammlungen, wenn sie demonstrativen Charakter haben, zu beteiligen. In Vrzemisl hatte ein Bürgerkomitee eine Prvtest-Versamm- uing gegen die Behandlung der Polen in Preußen einberufen. Die Behörde hat die Versammlung verboten und die Entfernung der Plakate veranlaßt. Eine Versammlung polnischer Frauen in Stanislau beschloß, durch Baronin Suttner an alle deutschen Frauen ein Schreiben zu richten, worin das Mitleid deutscher Mütter für die mißhandelten 'Polenkinder geweckt werden soll. Der galizische Landesschulrat fordert die Direktionen aller Gymnasien, Realschulen, Handelsschulen, Gewerbeschulen und Lehrerbildungsanstalten unter Androhung strengster Strafen auf, den Schülern jede Beteiligung an Demonstrationen, Umzügen, Versammlungen und sonstigen politischen Kundgebungen zu unterlagen. Das Zirkular ist vom Statthalter Grasen Piniski unterschrieben. Den trefflichsten Kommentar zu der Entrüstung der österreichischen Polen über die angebliche Vergewaltigung ihrer Stammesbrüder in Preußen bildet ihr Verhalten den Ruthenen gegenüber. Niemals ist den polnischen Aspirationen in Deutschland mit der Härte begegnet worden, wie sie die in Galizien herrschenden Polen der ruthenischen Nationalität gegenüber in Anwendung bringen. Wir haben von der gegen die polnische Bedrückung gerichteten Dernon- stratioit der ruthenischen Studenten berichtet, und es liegt eine eigene Ironie des Schicksals darin, daß die österreichische Staatsgewalt gleichzeitig mit den Maßregeln gegen den polnisch-galizischen Entrüstungsrumntel auch dämpfend auf die Demonstration einer von den Polen unterdrückten Nationalität einwirken muß. Der österreichische Unterrichtsminister Dr. v. Härtel empfing eine Deputatton rutbenischer Notablen unter Führung des Abg. Nomanezuk, der eine Denkschrift über die jüngsten Vorgänge an der Lemberger Universität überreichte. Der Minister ermahnte die Herren, auf die Studierenden in ernster Weise einzuwirken, um sie von weiteren Schritten auf der betretenen Bahn abzuhalten. Ein Massenaustritt von Studierenden, deren Aufnahme in eine andere Universität angesichts bev vorgeschrittenen Semesters durchaus nicht gesichert sei, wäre nicht nur für die Studierenden höchst nachteilig, sondern hindere auch die Unterrichtsverwaltung, sich für die Ruthenen einzusetzen, um jene Verhältnisse zu mildern und zu verbessern, unter denen sie zu leiden vorgeben. Die Deputation versprach, in diesem Sinne auf die Studierenden einzuwirken, und ersuchte den Minister um wohlwollende Intervention. Sämtliche Lemberger Blätter mahnen zur Vernunft und hoffen, daß die lärmenden Demonstrationen sich nicht mehr wiederholen. Das Organ der Demokraten Slowo Polski warnt die Polen davor, daß sie sich von ihren Gefühlen hinreißen lassen. Der Dziennik Polski hebt lobend hervor, daß die älteren Gymnasiasten ihre jüngeren Mitschüler von den letzten Straßendemon- strationen abzuhalten suchten. Man möge sich vor unbesonnenen Schritten in Acht nehmen und keine Fehler begehen, die der ganzen polnischen Nation zum Schaden gereichen würden. Alle ernsteren Faktoren der polnischen Gesellschaft sollten ihren ganzen Einfluß aufbieten, um eine Fortsetzung der Straßendemonstrationen zu verhindern. — Wie aus Lemberg weiter telegraphiert wird, haben die infolge der Studentenunruhen unterbrochenen Vorlesungen der drei weltlichen Fakultäten der Universität ohneZwischen- fall wieder begonnen. Trotzdem nehmen die Polentumulte ihren Fortgang. Am gestrigen Sonntag fand in Lemberg unter Beteiligung von etwa 8000 Personen die Enthüllung des Denkmals für den Dichter Ujejski statt. Nach Beendigung der Feier zogen zahlreiche Teilnehmer an derselben nach dem deutschen Konsulat. Eine starke Polizeiabteilung sperrte den Platz vor demselben ab. Die Demonstranten durchbrache n jedoch die Polizeikette und zogen unter Absingen von Liedern an dem ^Lousulatsgebäude vorbei, lvorauf sie auf demselben Wege zurückkehrten. Danach, zog die Truppe vor das Gvluchowski-Denkmal, wo sie durch herbeigerufenes Militär zersprengt wurde. Ein Teil der Demonstranten sammelte sich sodann nochmals vor dem Ujejski-Tenkmal und zerstreute sich, nachdem mehrere Lieder gesungen waren. In Wien verlief am Freitag eine Protestversammlung, der Polen ruhig. Etwa tausend Personen, kein polnischer Abgeordneter, waren anwesend. Das Thema war: Die Polenschulen in Deutschland. Heftige Reden wurden gehalten. Von allen Rednern wurde das Urteil scharf kritisiert. Die Posener Brüder müßten im Kampfe gestärkt und die polniscken Gemüter aufgerüttelt werden. Ein Student betonte die Sehnsucht nach Revanche und ein zehnjäh r. Knabe drückte den Wreschener Genossen sein Mitgefühl und seine Bewunderung für ihren Mut aus. Eine Resolution wurde einstimmig gefaßt, die die tiefste Entrüstung gegenüber den preußischen Gewaltthaten ausdrückt und die Opfer der preußischen „Begehrlichkeit" der Verehrung versichert. Ferner wird dem Berliner Polenklub die Entrüstung über seine Flauheit in der Vertretung polnischer Interessen und dem österreichischen Polenklub Verachtung wegen Nichterscheinens ausgedrückt. Ein Antrag auf Gründung eines Vereins der Verteidigung der nationalen Rechte an den Grenzen Polens wurde einstimmig angenommen. Schließlich wurden Nationallieder gesungen und Geldsammlungen veranstaltet. In Lemberger unterrichteten Polenkreisen cirkuliert das Gerücht, daß der deutsche Botschafter Fürst Eulenburg in Wien mit dem Grafen Golnchvwsky wegen der Lemberger Demonstrationen eine ziemlich ernste Sprache geführt und daß Graf Goluchowsky mit seinen Zusicherungen wegen gewaltsamer Unterdrückung derselben „viel zu weit gegangen" sei. Ministerpräsident von Körber habe sich den geplanten scharfen Maßregeln widersetzt und sei mit der ruhigen Auffassung der Lage beim Kaiser durchgedrungen. Gras Goluchowsky sei hierüber sehr verstnnmt. Man würde in maßgebenden Berliner Kreisen natürlich nicht minder verstimmt sein, wenn sich dieses Gerücht bewahrheiten sollte. Den Warschauer Blättern wurde aufs strengste verboten, über die Studenten-Demonstrationen vor dem deutschen Generalkonsulat irgend etwas zu berichten. Politische Tagesschau. Ter deutsche Zolltarif in rusfischer Beleuchtung. „Wjestnik Finanzow" legt in einem Artikel die Stellungnahme des russischen Finanzministers gegenüber bem neuen beutschen Zolltarifentwurf wie folgt dar: Der Finanzminister geht von bem Gesichtspunkte aus, baß jebe Regierung in ihrer Fürsorge für die wirtschaftlichen Bedürfnisse ihrer Staatsangehörigen unabhängig und so vorgehen kann, wie sie es für ihr Land für nützlich erachtet, ohne daß jemand darin eine Feindseligkeit gegen fremde Länder erblicken könne. Wir dürfen uns ebensowenig in die innere Politik fremder Regierungen, selbst wenn fte den wirtschaftlichen Interessen Rußlands widerspricht, mischen, wie die russische Regierung nicht zugeben kann, daß fremde Regierungen unsere wirtschaftlichen Maßregeln anders beurteilen, als eine Angelegenheit unserer unabhängigen inneren Politik, die sich von der Sorge um das Wohl Rußlands leiten lassen darf. Wenn nun auch jede Regierung gewissenhaft die Interessen ihres Landes verteidigt, bieten doch internationale Handelsbeziehungen so viele Vorteile, daß die Regierungen bestrebt sind, zu einem rnodus vivendi zu gelangen, der im stände ist, die Interessen verschiedener Länder auszugleichen, und daß sie einen Weg suchen, auf bem ein Einvernehmen zwischen zwei Völkern möglich ist und Grund zum wirtschaftlichen Kampfe vermieden wird. Was die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland anbetrifft, so sind zwei Wege möglich: 1) Die Beibehaltung der jetzt bestehenden Tarife, also die Verlängerung des jetzigen Handelsvertrags auf die im voraus festgesetzte Zeit ober 2) der Uebergang zu anderen Zolltarifen, deren Sätze unabhängig von den gegenseitigen Interessen der Staaten sind, welche den Vertrag geschlossen haben, festgesetzt wird und nur das heimische Bedürfnis zur Grundlage haben würden, die verschiedenen Jndustrie- branchen jedes Landes gegen die auswärtige Konkurrenz gesondert zu schützen. Diesen Weg wird Rußland notwendigerweise betreten müssen, wenn der deutsche Zolltarif- entwurf, der auf dem Prinzip des nationalen Egoismus beruht, angenommen wird. 1894 hat sich die russische Regierung dazu verstanden, ihren Zolltarif zu Gunsten Deutschlands bedeutend herabzusetzen, einzig und allein, weil Deutschland unseren Ackerbauprodukten gleiche Vorteile einräumte. Tie russische Regierung hielt es damals für möglich, der russischen Industrie einen geringeren Schutz zu gewähren, zu Gunsten des vom deutschen Markt abhängigen Ackerbaues. Wenn die deutsche Regierung es heute für npti g hält,inAnbetracht deswirtschaftlichen Bedürfnisses des Landes die russische Einfuhr der bis jetzt eingeräumten Vorteile zu berauben, und die Zölle erhöht, so wird die russische Regierung ebenfalls im nationalen JnteressediesenNachteilausgleichenmüssen. Dies läßt sich dadurch erreichen, daß unser Tarif den jetzigen Bedürfnissen der russischen Industrie besser an- gepant wird. In diesem Falle würden die Zölle wieder auf Die Sätze im Tarif von 1891 gebracht, sogar für gewisse Gegenstände, welche eine komplizierte Arbeit verlangen, noch mehr erhöht werden müssen. Das würde zu einer wesentlichen Abänderung einer ganzen Reihe von Artikeln unseres Tarifs führen. Bei dieser Sachlage müssen Deutschland und Rußland Zolltarife haben, die den Bedürfnissen jedes Landes' entsprechen, zwischen beiden Ländern könnte ein Handelsvertrag abgeschlossen werden, welcher kein wechselseitige Herabsetzung irgend welcher Zölle festsetzen, sondern Den beiden Ländern das Meistbegünstigungsrecht sichern würde. "DeutschesKeich. Berlin, 8. Dez. Auf der Fahrt von Moschen nach Neudeck arbeitete der Kaiser mit dem Leiter des Auswärtigen Amts v. Tschirschky. In Radzionkau wurde der Kaiser am Bahnhof vom Fürsten Henckel von Donnersmarck und von dem Landrat des Tarnowitzer Kreises, dem Grafen v. Schwerin, empfangen. Kriegervereine, Feuerwehren und Bergleute bildeten vor dem Bahnhöfe Spalier. Hierauf erfolgte die Abfahrt nach dem Schloß Neudeck, wo der Kaiser voll der Fürstin Henckel von Donnersmarck empfangen wurde. Am Abend fand Tafel statt. — Bei dem Reichskanzler und der Gräfin v. Bülow fand gestern (Samstag) abend ein Diner statt, zu dem unter anderen an die aus Anlaß der Zolltarif-Verhandlungen zur Zeit hier anwesenden Vertreter der Bundesstaaten den bayerischen Minister Freiherrn v. Riedel, die sächsischen Minister v. Metzscb und v. Watzdorf, die württern- bergischen Minister Freiherrn v. Soden und v. Pischek, die hessischen Minister Rothe und Dr. Gnauth, den braunschweigischen Minister v. Otto, die hier accreditierten Gesandten von Bayern, Sachsen, Württemberg, Hessen und Braunschweig, die preußischen Staatsminister v. Thielen, Schönstedt, v. Goßler, Gras Posadowsky, Stadt, Frhr. von Rheinbaben, v. Podbielski, Frhr. v. Hammerstein und Möller, die Staatssekretäre Dr. Nieberding, Frhr. v. Thielmann, Frhr. von Richthvfen, den Unterstaatssekretär für Elsaß- Lothringen Dr. Schraut und den Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt v. Mühlberg, Einladungen ergangen waren. — Ter Empfang des Marquis Ito durch den Reichskanzler Grafen Bülow trug ein sehr herzliches Gepräge. Große politische Abmachungen dürfte jedoch der Berliner Besuch Itos nicht zur Folge haben. Dazu fehlt ihm vor allem die Legitimation, da er zur Zeit der japanischen Regierung nicht angehört. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Konsistorialrats Dr. Reick e (den man als Mitglied des Goethebundes im Konsistorium nicht weiter duldete. D. Red.) zum dlaiserl. Regierungsrat und ständigen Mitgliede des Reichsversicherungsamtes. — Tas zu Ehren des Deeernenten für das Universitätswesen, Ministerialdirektors Dr. Alt ho ff, geplante Essen findet am 15. d. M. in der Wohnung des Professors Schmal le r statt. Man rechnet auch auf die Teilnahme des Professors M o m m f e n. — Die 4. Abteilung des»Reichstages hat heute die, Wahl des Abg. Dr. Beumer (nl.) für gUtig erklärt. — Dem Oberstleutnant Günd ell, Chef des Generalstabes des 1. Armeekorps und dem Major Pappritz vom großen Generalstabe ist der Abel verliehen worden. Wiesbaden, 7. Dez. Heute fanden hier unter sehr geringer Beteiligung die Ergänzungswahlen von 71 Wahl- männem zur Wahl eines Landtagsabgeordneten an Stelle des verstorbenen Freisinnigen Winter- mayer statt. Das Resultat liegt noch nicht ganz vor, doch steht fest, daß die freisinnige Partei ihren Besitzstand gewahrt hat. Die Landtagswahl findet am nächsten Samstag statt. Von freisinniger Seite ist Abg. Dr. Müller-Sagau und von nationalliberal-lonservativer Seite Oberstleutnant a. D. Wilhelmi-Wiesbaden als Kandidat aufgestellt. Ulm, 8. Dez. Heute nachmittag begannen die Versammlungen des zweiten württembergischen Katholikentages, welcher heute und morgen hier stattfindet und besonders für die Ordens- und Schulfrage gilt. Unter den Einberufenen befindet sich außer den Führern der Zentrums- fraltion der Präsident der Kammer der Standesherren, Graf v. Rechberg. Der Andrang aus allen Landesteilen ist stark. Es wurden mehr als dreißigtausend Eintrittskarten aus- gegeben.____________________________________ Ausland. London, 7. Dez. Ter Handelsausweis für November zeint eine Abnahme der Einfuhr um nahezu 3 Millionen Pfund Sterling und eine Abnahme der Ausfuhr um mehr als 1.75 Millionen Pfund Sterling gegen das Vorjahr. — Der „Pallmall Gazette" zufolge berichten Privatbriefe aus Nigeria über neue W rrr e n im Hinterlande und zwar infolge von französischen Gebietseingriffen. Es scheint, daß eine ziemlich ansehnliche französische Streitkraft anfangs November Goudja, das zugestandenermaßen in Der britischen Einflußsphäre liegt, einfiel, dort eine Woche blieb, den regierenden Emir absetzte, und einen neuen Herrscher einsetzte. Da die Franzosen durch deutsches Gebiet marschiert zu sein scheinen, hoffe man, daß England und Deutschland gemeinsame Schritte ergreifen werden. (England wird sich schneiden. Es siebt außer allem Zweifel, daß diese englische Botschaft nur dazu Dienen soll, um das gegenwärtig überaus günstige Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich zu beeinträchtigen. John Bull wäre dann wieder tertius gaudens. D. Red. P a r i s, 8. Dez. Die Emission der 265 Millionen Francs der 3prozentigen Chinaanleihe wurde auf den 21. Dez. festgesetzt. — Labori teilt in einer Zuschrift an den „Temps" mit, daß er die Dreyfusangelegenheit wieder eröffnen wolle. In Justizkreisen macht man indessen geltend, daß jede Möglichkeit einer Wiedereröffnung des Prozesses durch Enthüllungen Laboris ober Lazares vollständig ausgeschlossen ist und zwar wegen des Amtsgeheimnisses, das beide Anwälte ihren Klienten gegenüber bindet Cherbourg, 8. Dez. Das Unterseeboot „Triton" machte aus 1.15er Fahrt zwischen Cherbourg und Cap Mk. im Alter von 16—25 Jahren w n u Gerichtslaal. 8. Darmstadt, 8. Dez. Gestern wurde der bisher unbestrafte Mk. 550,000 25—30 30—35 35—40 ab auf 210 Mk. erhöht. Personen Aktienkapital auf von — 3. An Obligationen für den freien Geldverkehr werden verausgabt verzinslich zu 4 Prozent und cnnortisierbar nach den, fünften Betriebsiahr mit 1 Prozent — ve la Here während 24 Stunden interessante Versuche. Das Boot fuhr auf der Oberfläche, tauchte unter* und lud unterwegs seine Akkumulatoren wieder. Alles ging sehr gut von statten trotz schlechten Welters. Toulon, 8. Dez. Auf der hiesigen Werft wird eifrig an der Vollendung von Unterseebooten gearbeitet. 20 Boote sind im Bau begriffen. Wien, 8. Dez. Der österreichisch-russische Handelsverein wählte heute in der Angelegenheit der Erneuerung des Handelsvertrags mit Rußland einen Ausschuß. der die Wunsche der Industriellen feststellen und eine der Regierung zu unterbreitende Denkschrift ausarbeiten soll. Im Laufe der Beratung teilte der Vorsitzende mit, daß sowohl Ministerpräsident v. Körber als der Handelsminister Frhr. v. Call erklärt hätten, eine Erweiterung der Ausfuhr nach Rußland und den Balkanstaaten liege ihnen außerordentlich am Herzen. Auch der russische Botschafter Graf Kapnist habe versichert, er werde mit seiner geringen Kraft für eine bessereGestalt ung der Handelst ezieh- ungenzwischen Rußland undOe st erreich wirken. Der Verein bettaute sodann den Vorstand mit den vorbereitenden Schritten zur Schaffung einer österreichischen Abteilung auf der in Moskau im Jahre 1903 stattfiudenden internationalen Ausstellung. Staatsminister Rothe, dem Justizminister Dr. Dittmar unb dem Geh. Kabinettsrat Römheld stattgefunden, in denen grundlegende Bestimmungen getroffen wurden. Hier verbreitete Gerüchte, daß von maßgebender Stelle eine aufklärende allgemeine Veröffentlichung stattfinden solle, bestätigten „ 40—45 , Bei der Aufnahme ist außerdem 4. Der gesamte zum Betrieb der Bahn notwendige Grund und Boden wird unentgeltlich und kostenfrei als Eigentum der Bahnbau- gesellschast fettens der Gemeinden zur Verfügung gestellt. (Siehe Gesetz vom 29. Mai 1884.) 5. Die Bahnbaugesellschaft ist nur dann, auch nach Erteilung der Konzession, zürn Bau der Bahn verpflichtet, rvenn es gelingt, die 550,000 Mk. Obligationen bei Gemeinden oder Privaten abrn- setzerr, wie die Aktiengesellschaft gleicherrnaßen die 550,000 Mk. Aktien in Besitz nimmt. . Es ist nun meines Erachtens auper Zweifel, dav diese Bedingungen die denkbar günstigsten sind und miiB ich nunmehr an die Vorstände der Gemeinden uird die kapitalkräftigen Bewohner der Gegend, welche diese Bahn seit Jahrzehntenkersehntert, appellieren das; sie Nehmer der Obligation zu >..... Aus Stadt und Kand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befirtdlichen Original-Nachrichteit ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. 4lnz." gestattet.) Gießen, den 9. Dezember 1901. •• Allgemeine Sterbekafse Gießen. Die gestern nachmittag auf Lonys Bierkeller stattgehabte ordentliche General-Versammlung der Allgem. Sterbekasse Gießen war zahlreich besucht. Nach dem Geschäftsbericht des Vorstandes tritt die Kasse nunmehr in ihr 13. Geschäftsjahr ein und hat zurzeit die Zahl von 1000 Mitgliedern überschritten. Sie hat im verflossenen Jahre einen Zuwachs von 59 Personen erfahren, dagegen einen Abgang von 17 Mitgliedern (14 durch den Tod, 2 wurden ausgeschlossen, 1 durch freiwilligen Austritt). Während seines zwölfjährigen Bestehens hat der Verein 114 Sterbefälle unter seinen Mitgliedern gehabt. Hierfür wurden an 15 Mitglieder ä 75 Mk., an 15 ä 100 Mk., an 24 A 120 Mk., an 23 ä 150 Mk., an 10 L 170 Mk., an 14 a 165 Mk. und an 13 ä 200 Mk., in Summa 15 845 Mk. ausgezahlt. Außerdem besitzt der Verein einen Reservefonds von 4369 Mk. und ist mithin im Stande, selbst 1.— 1.50 2.50 4.— 7.— noch geräumt. ko. Frankfurt a. M., 9. Dez. (Orig.-Telegr. des „Gießen' Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpretse. Wetzen Mk. 16.25—16.50, Kurhessischer Mk. 16.50—00.00, üa Plata NU. 17.25—00.00, Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 13.75—14.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—16.25, Kleie NU. 00.00—00.00, Hafer NU. 14.75—15.25, Mais NU. 00.00 bis Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 24.40—25.00, 2. Qualität Mk. 22.50 bis Mk. 23.00, 3. Qualität NU. 20.50—21.00, Roggenmehl 0 Mk. 21.50—22,00, 1. Qualität NU. 20.25—20.50, Weizenklete Alk. 8.50 bis Mk. 00.00, Roggenkleie Mk. 9.50—0.00, Maiskenne Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ____________ .. Ein Reservist, Kaufmann Tr. in m ~ • ■ < . ,c q, «Osnabrück, war auf demBezirkskommando mit einem Spazier- das Vertrauen der Frau und verschwand am tficitag unter L-tocf erschienen, trotz des Verbotes, Stöcke mitzubriitgen. Dem Mitnahme zweier Sparkassebücher und einer goldene;: Uhr. Befehl des Bezirksfeldwebels, beit Stock herauszubringen, leistete Den nicht unbedeutenden Betrag des einen Sparkassebuches >Tr. nicht Folge und wurde ivegen Gehorsamsverweigerung zu hat die Schwindlerin erhoben, das andere konnte durch zweieinhalb Moitaten Gefängnis vom Kriegsgericht der sofortige Anzeige gerettet werden. Man ist der Diebin 19. Division verurteilt. Das Oberkriegsgericht des 10. Jtorps besta- auf der Spur. tigte das Urteil. . . , ? Darmstadt 8 Der nrinatcn Anaeleaen- Frankfurt a. M., 8.Dez. Ter frühereErpeo.ent der lozial- l Darmflavt, «. Oez. -0" privaten .mgcieg n demokratischen „Volksstimme", der als Angestellter des Blatte» Herten unseres Herrscherhauses haben verstossene ^er 400 Mk. veruntreut hatte, wurde von der Strafkammer zu Woche, mehrere Tage während, Beratungen zwischen demjdrei Monaten Gefängnis verurteilt. tagung zu erwartenden Eisenbahn-Vorlage noch nicht das Geringste f e st st e h t. fc. Frankfurt a. M., 9. Dezember. (Telegr.Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen V i eh markt- Sreise. Zum Verkaufe standen 376 Ochsen, darunter 110 aus esterreich, 35 Bullen, darunter 4 aus Oesterreich, 770 Kühe, Fersen, Stiere und Rirrder, 270 Kälber, 309 Schafe und Hammel, 1298 Schweine, 3 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen L Qualität 69—72 Mk., 2. Qual. 61—63 NU., 3. Qual. 56—58 Mk.; Bullen l.Qual. 55 bis 57 Mk., 2. Qual. 52—54 NU.; Kühe 1. Qual. 60—62 Mk., 2. Qual. 57—59 Mk., 3. Qual. 42—45 Mk, 4. Qual. 32—34 DU., 5. Qual. 30—31 NU. Kälber: 1. Qualität78—80Pfg., Lebendgewicht 46—48 Pf., 2. Qual. 67—71 Pfg., Lebendgewicht 40—42 Pfg., 3. Qual. Schlacht gewicht 55—57 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 56—58 Pfg., 2. Qual. 46—48 Pfg., 3. Qual. 40—44 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 54 Pfg., 2. Qual. 64 Pfg., Lebendgewicht 53 Pfg., 3. Qual. 58 bis 60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh gut, bet Kleinvieh ziemlich gut. Markt Jahre ihren Dienst mit derselben Rüstigkeit und in demselben kommen. guten Einvernehmen, das bisher zwischen Arbettgeber und st. Laubach, 8. Dez. Auf der Fahrt von Hungen nach Arbeitnehmer herrschte, versehen mögen. I Laubach sind die Paffagiere des Zuges, der 2.50 Uhr nach- •• Bahnbau Butzbach—Lich. In Sachen des Bahnbaues mittags von Hungen abfährt, nur durch die Vorsicht des Butzbach—Lich richtet der Landtagsabg. Joutz folgendes Lokomotivführers einem Unglück entzogen worden. Zwischen Schreiben an die Gemeindevorsteher und sonstigen Interessenten I Hungen und Laubach war ein schwerer Buchbaum auf das dieser Bahn, das wir nach der „Butzb. Ztg." wiedergeben: Geleise gefallen. Da weder das Zugpersonal noch die Mit- Nachdem im vorigen Jahre einige Gemeindevorstände der I reisenden das Ungetüm beseitigen konnten, mußte der Zug interessierten Gemeinden für den Bahnbau Butzbach—Lich mein Hungen zurückkehren. Von dott wnrde eine Baumsäge Ansuchen, einen Teil der Zinsgarantten für bte Rentabilität dieser I ... Bahn nur unter Vorbehalte übernehmen wollten, welche 23or= nutgenommen, um den Baum o" ^schneiden behalte von der damals in Bewerbung getretenen Bahnbaugesell-1 S. Darmstadt, 8- Dez. Am letzten Drenstag abenb schäft nicht annehmbar befunden rourbcn, ist es mir nunmehr ! wurde ein Schuhmacher von Pfungstadt in dem Walde gelungen, mit einer der kapita l kräftigsten Bahnbau- zwischen Eberstadt und Pfungstadt angefattlen, miß- gesellschaften Deutschlands zu einem Abschluß! handelt und seiner Barschaft von ca. 250 Mk- beraubt. Nachgekommen zu sein, welche, ohne 31n§garantie toridiungen ergaben, daß der Ueberfallene vorher mit dem der Gemeinden, bereit I st ü I ° B a h n n a ch M Jahre alten Taglöhner Georg Borger ans Psung- genehmigten Plan zu bauen, sowie den Betrieb zu über= I qMmirtnatniprr hl-nn ««rh ISattler Ludwig Walter, der, in Qlot geraten, an eine dortige nehmen. Am 30. November d. I. wurde in Darmstadt zwischen I gezeigt hatte, dieser schlich dem Ahnungslosen Dann iici'CL), I qUtfituicrtc Dame aus Verzweiflung einen Brief geschrieben hatte, dem Vertreter der bezüglichen Bahnbaugesellschast, den Vertretern I beraubte ihn und verschwand. Gestern wurde -o-, Der viel-1 ^Gm ev sie aufforderte, an einer bestimmten Stelle im Walde Großh. Ministerulms der Finanzen und mir, als Vertreter der fach vorbestraft ist, bei einer Familie in Bessungen, wo er h^g Ju einer bestimmten Stunde 10 000 Mk. niederzulegen, anöcm* interessierten Gemeinden, die Bedingungen vereinbart, unter welchen! sich einlogiert hatte, festgenommen, und in das Unter-!falls es ihr und ihrer Familie „schlecht" gehen werde, wegen Erder Bau einer normalspurigen Bahn erfolgen solle und die Kon-1 suchungsgefängnis eingebracht. Den größten Teil des Geldes Pressung von der Strafkammer zu ^wei I a h r e n s ech s M on a rcn zession erteilt werden türme, und sind die wesentlichsten folgende: ^er Familie verjubelt. Er wird dem nächsten Zuchthaus verurteilt. Em Monai Untersuchungshaft wurden 1. Der hessische Staat gibt laut Beschluß der Schwurgericht überwiesen werden. — In der letzten Woche ihm angerechnet. Der Staatsanwalt hatte nur 10 Monate Zucht- beiben Kammern der Stande zinsfrei pro Kilometer fnn-ior+P firfr hoi Pinpr ^rau in her Viktnriastrasie eine fein Haus beantragt. 20,000 Mk. demnach rund - Mk. 358,000 Agierte sich bei einer rau in Der Vittoriastratze eine se^n - Osnabrück, 7. Dez. Ein 2. Eine zu bildende Aktiengesellschaft, mit dem f gekleidete Dame unter falschem Namen em. ^Sie gewann f^g^hrück. war auf demBeittrksko Sitz in Butzbach, unter Beteiligung und Garantie, unter anderen der Firma Krupp m Essen und einigen der ersten Bankfirmen Deutschlands kommt für ein sich bis jetzt nicht. — Ein Held und ein Tenor zugleich ist der jetzt im zweiten Jahre am hiesigen Hoftheater engagierte Hofsänger Br., der z. Zt. mit Engagement in Königsberg gastiert. Der herkulisch gebaute Herr geriet in einem hiesigen feinen Restaurant mit einigen jungen Leuten in Streit, in fahrzehntenfersehnten, appellieren, I r.-e Folge er mit seinen Fäusten und einem Schirm derart fallen muß' als: " um sich schlug, daß trt kurzer Zett das ganze Lokal bis auj 1. Tie Schuldverschreibungen zu 4 Prozent verzinst werden, den in eine Ecke geflüchteten Oberkellner geräumt mar. B. ist 2. Der Staatszuschuß von 358 000 Mk. zinsfrei ist, I anscheinend zu Gewaltthätigkeiten geneigt und hat vor einiger Verschreibung der Verzinsung des Aktien-Kapitals von Haus H. R e u st a d t m Kürze m die Hande einer auswattigen 550 000 Mk. selbstverständlicki nicht allein, sondern sogar großen Bankfirma übergehen, da der jetzige Inhaber sich indem (Erneuerung^ unb Reservefonds für bte Bahn der letzten Mißlichkeiten zurückzuziehen beabsichtigt. — M-Ob-Ki°»°n werben dem Verkehr an der Börse ,n Frank- Der Vertrag zwischen ber Stabt nnb der Subbeutschen Eisen, jurt a. M. zulässig zu machen gesucht und können demnach Ge- bahngesellschast wird von vielen Seiten sehr günstig beurteilt, meinben und Private nach Bedarf dieses Wertpapier veräußern, h^ch sind entgegen anderen Mitteilungen die Kommissions- Da Großh. Regierung den Bau der Nebenbahnen im Beschlüsse nicht einftimmig gefaßt morden. ^Ä'a^Lr^ß'b-w Anka^^solcher^rSchulbve^chreibnngcn b. Mainz. 8. Dez. In h.esigen Lehrer und Lehrerinnen, durch Gemeinden kein behördliches Hindernis in den Weg gelegt kreisen bildet gegenmärhg die von einem Lehrer emer hiesigen werden wird, ohnehin auch die Gemeinden nach Sachlage ein Rt- höheren Lehranstalt an den Schulvorstand gerichtete Be- siko überhaupt nicht zu tragen haben und bei einer Verzinsung zu Mordeschrift Gegenstand des Tagesgesprächs. Der 4 Prozent kofteillos das Unternehmen zu unterstützen vermögen. ' > 1 ' 1 yr. J Ich bitte deshalb recht namhafte Beträge fettens der Gemeinden betr. Lehrer hat nämlich vor einiger Zett eine deulsch- zeichnen zu wollen, denn die Obligationen sind gewiß jedem soliden französische Grammatik herausgegeben. Das gleiche that Wertpapiere bezw. den Gemeindeobligationen gleichzustellen. kürzlich eine mit dem Lehrer an derselben höheren Schule Tas Bankgeschäft, von welchem die Obligationen zum Pari- Inende Lehrerin. In der Beschmerdeschrist behauptet nun Lk bei' der Lehrer, baß seine Kollegin m ihrer Sia.nmaliE benHaupt- Private innerhalb der nächsten 14 Tage die Bereitwilligkeit diese teil aus seiner Grammattt mörtlich entlehnt habe. Er belegt Obligationen zu nehmen, unter Angabe der Summe und des Tages f^ine Behauptung mit verschiedenen Citaten. Die Lehrerin ber Auf unterem Bahnhvf werden I pekulattonen znruckzumhren, welche allen Sachverständigen zur Ge richten, ber burch den Kassenboten gegen Quittung erhoben Pe. la u ar b ei ten infolge der Ein- nüge bekannt sind und auf Beachtung ernster Kreise keinen Anspruch wird. Em von Gießen wegziehendes Mitglied fann aud) § her S Benb^fin £>0 H ar = o n ba r 1" Lorgenomn en haben. Gleichen Wert besitzen die iveiteren Mitteilungen, wonach ferner bei ber Kasse verbleiben, -menn ber Wegzug bem Vor- b/e Maae eineS besvnÄn BahmttttZ für dem preußischen Landtaa bald nach seinem Zusam.nentreten im stand- mitg°t-i-t wird. 8ur Slu^nft m fui5 4 bte Herren Schneidermeister G. Pfaff, Wallthorstiatze das letztere soll das Ueberschreiten der Hauptgeleise seitens ständigung des preußischenEisenbahnnetzes fordern Schuhmachermeister Seidewand, Teufelslustgättchen, sowie des reisenden Publikums vermieden werden. Die Anlage werbe, eine Vorlage, welche sogar eine außergewöhnliche Hilse für Herr H. Bruchhäuser, Wolfstraße 8, bereit. ist in ähnlicher Weise gedacht wie des Personentunnels die gegenwärtig notleidende Industrie und zugleich ein durch- *» Der kaufmännische Verein unb der Ortsgewerbeverein unter dem ersten und zweiten Frankfurter Hauptgeleise greifendes Mittel gegen die Arbettslosigkett werden solle Auch hier ÄS Beschwerden aus der Polarioelt halten. der zur Aufnahme der Nebenbahnlokomotiven bestimmt ist. Jubiläum. Spediteur Hemr. Opper aus diesen Erweiterungen Hand in Hand geht die Anlage konnte am Samstag das 2 5jährige Jubiläum als Mit-1 ^eier Stellwerke neuester Konstruktion, deren Bau, wie arbeitet des Spediteurs Adolf Lyn cke r hier, Erlengasse 7 L^r hören, bereits in nächster Zeit in Angriff genommen feiern. Der Jubilar sowie seine Familienangehörigen und I werden soll. die übrigen in bem Geschäft Thätigen vereinigten sich am § Ober-Hörgeru (Kr. Gießen), 9. Dez. Vom 20. Dez. Abenb zu einem kleinen Festesten. Der Jubilar würbe von lab wird auch in unserer Gemeinbe bas neue Grunb buch seinem Arbeitgeber sowie besten Familie reich beschenkt. —Ieingeführt. Es ist bies im Amtsgerichtsbezirke Butzbach Dasselbe Jubiläum begeht heute Herr Georg Rollshäusen, bie zweite Gemarkung, für bie bas jetzige Reichs-Imin Diensten des Fuhrunternehmers Ehristoph Spieß am mobiliarsachenrecht und die neuen landesgesetzlichen Bestimm- Neuenweg. Wir wünschen ben Jubilaren, baß sie noch viele I ungen über bas moderne Grunbbuchwesen in Anwendung Mk. 550,000 Mk. 1,458,000 ,bie Summe des Voranschlags." Spielplan der vrrrinigteu Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Tienstag den 10. Dezember, abends halb 7 Uhr: Einmaliges Gastspiel des kgl. Kammersängers Herrn Georg Anthes vom Hof- Iheater in Dresden: „Lohengrin". Schauspielhaus. Tienstag den 10. Dezember, abends 7 Uhr: „Was Ihr wollt." Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag den 9. Dezember, abends 8 Uhr, im Konfirmanden - laale der Zohanneskirche: Bibel stunde. 2ert: Psalm 32, Pfarrer Euler. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungcn des Gießener Anzeigers. London, 9. Dez. Die Morgenblätter berichten aus Pretoria vom 7. Dez., die früheren Feldkornets Meyer unb Collins hätten sich den Engländern angeschloffca und eine erhebliche Anzahl Burenrekrnten mitgebracht, die aus dem Bezirk Rustenbnrg stammen. Dieser Vorgang stellte einen erheblichen Zuwachs der englischen Feldarmee dar. Paris, 9. Dez. Unter dem Hinweis auf eine von dem Universitäts-Dozenten Lapique an alle Professoren gerichtete Aufforderung, 1 Prozent ihrer Gehälter dem gemaßregelten Mittelschullehrer Hervs zu überlasten, verlangen die konservativen Blätter, daß der Unterrichtsminister gegen ihn einschreiten solle, da eine derartige Aufforderung ungesetzlich sei und eine Auflehnung gegen das Urteil des Oberdisziplinarrats bedeute. Lamblarn (Tep. Arras), 9. Dez. Zn einer Lehmgrube wnrden durch Einsturz 2 Arbeiter getötet, und 2 verwundet. Berlin, 9. Dez. Tas Anarchishenblatt „Neues Leben", das wegen der Verhaftung des Verlegers sein Erscheinen eingestellt hatte, ist mit Unterstützung der süddeutschen Anarchisten wieder neu erschienen. Berlin, 9. Dez- lieber 2000 Polen hielten gestern nachmittag wegen der Wreschener Vorgänge eine grosse De mo n st r a t io n s v er s a nr m l u n g ab, die vom polnischen demokratischen Verein einberufen war. Dieselbe wurde daher von der Polizei als Vereine-Versammlung angesehen und die Entfernung der zahlreich erschienenen Frauen von derselben angeordnet. Für die Polinnen Berlins und Umgebung soll nun eine besondere Versammlung einberufen werden. Ter Referent führte aus, daß die preußische Polen-Politik das Gegenteil von dem erzielt habe, was sie erstrebe, indem sie den nationalen Geist in allen drei Teilen Polens neu erweckt und sogar bewirkt habe, daß.alle Partei-Unterschiede verschwunden seien. Sensation erregte die Mitteilung, daß panslawistische Send- bolen unter den Polen zu Gunsten Rußlands auszunutzen suchten, sodaß man iiicht jedem Polen trauen dürfe, der seiner Entrüstung über die Wreschener Vorgänge Ausdruck verleihe. In der Tebatle, an der sich auch polnische Sozialisten beteiligten, wurde die polnische Reichstags-Fraktion äußerst heftig angegriffen. Die Abgeordneten wurden als Streber und feige Höflinge bezeichne!, die nicht wert seien, auch nur eine politische Stimme zu erhalten. Ein Redner erntete mit den Worten: „Polen war und wird ewig sein" stürmischen Beifall. Schließlich, gelangte einstimmig eine Resolution zur Annahme, in welcher die Polen Berlins den Opfern des Wreschener Prozesses ihr tiefstes herz- ita)e5 Mitgefühl aussprechen, in weicher ferner arte Landsleute aufgefordert werden, für dieselben Sammlungen zu veranstalten und gegen die systematische Entziehung der. elementarsten Rechte, den Unterricht in der Muttersprache, durch die preußische Regierung protestiert wird. Schließlich bezeichnet die Resolution das Verhalten der polnischen Rerch-s- tags-Fraktion als unwürdig des polnischen Ramens. London, 9. Dez. „Taily Mail" berichtet aus Kapstadt : Ein englischer Eonvoi, bestehend aus 30 Wagen unter dem Leutnant de Lock ist zwischen Lambertsbay unb- Cl'anwilliam von den Buren erbeutet worden. Es sand ein heftiger Kampf statt, in welchem Leutnant de Lock verwundet und mehrere Mann getötet wurden. Tie übrigen ergaben sich, den Buren. — Aus Bloemfontein wird gemeldet: Am vergangenen Freitag lvurde Tew et in der Rühe einer Farm bei Wechtkop 12 Meilen von Heilbronn signalisiert. Am Samstag abend fand eine Versammlung der Buren-Kommandanten iiott, an der sich 8 Führer beteiligten, darunter Dewet, Stein und Botha. — Rach einem Telegramm aus Standerton wird die Adi- wesenheit Bothas nördlich von Ermelo gemeldet. Er kommt aus Vryheid. Tie Zahl der Buren, die sich südlich von der Eisenbahnlinie befinden, betrügt über 1000. London, 9. Dez. Tie englischen Verluste während der letzten drei Tage belaufen sich auf 10 Tote und 16 Verwundete. Budapest, 9. Dez. Hinter dem früheren serbischen V i e e k v n s u l Soma Weiß wurde wegen verschiedener Betrügereien ein Steckbrief erlassen. Bombay, 9. Tez. Ter englische Meuzer Fox ist nach Kolväit abgegangen, wo Unruhen bevorstehen. Ein Kanonenboot ist ebenfalls in diesen Tagen nach dort abgedampft. Bekanntmachung, betr.: Die Ausführung des Reichsgesetzes über die Invalidenversicherung, insbesondere die An- und Abmeldung versicherungspflichtiger Personen. Da in jüngfter Zeit wieder mehrfach gegen die Meldevorschriften gefehlt worden ist, bringen wir hiermit wiederholt in Erinnerung, daß die Arbeitgeber verpflichtet sind, jede von ihnen nicht blos vorübergehend (unter einer Woche) beschäftigte versicherungspflichtige Person, welche nicht der hiesigen Ortskrankenkasse ober einer Jnnungs- oder Fabrik-Krankenkasse angehört, spätestens am dritten Tage nach Beginn der Beschäftigung bei uns anzumelden und spätestens am dritten Tage nach Beendigung des Arbeitsver- HÄtnisses wieder abzumelden. Ebenso ist jede während der Dauer des Arbeitsverhält- nifses eintretende, das Versicherungsverhältnis beeinflußende Aenderung, (wie z. B. Krankheit, zeitweise Einstellung der Arbeit oder militärische Dienstleistung re.) binnen 3 Tagen nach deren Eintritt bei uns anzuzeigen. Zuwiderhandlungen werden nach § 179 des Reichsgesetzes vom 13. Juli 1699 mit Geldstrafe bis zu 20 Mk. geahndet. Die Meldungen haben schriftlich auf dem hierfür vorgeschriebenen Formular, welches auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 14, auf dem Meldebureau Großh. Polizeiamts dahier, sowie bei dem Kasseboten Schwan erhältlich sind, durch den Arbeitgeber zu erfolgen. • Im Besonderen machen wir noch darauf aufmerksam, daß 'durch die An- und Abmeldungen bei dem Polizeiamt der vorbezeichneten Meldepflicht nicht genügt ist; diese Meldungen ftnd ganz unabhängig von denjenigen zur Versicherung. Gießen, den 4. Dezember 1901. 8036 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __________________I. Wolff.__________________ Bekanntmachung. 136 Mk. Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbenen Elisabethe Schmidt sind zu gleichen Teilen an vier bedürftige, unbescholtene, ledige, in Gießen lebende Dienstmädchen im Alter von über 50 Jahren und vier arme Witwen aus Gießen nach der Auswahl des Stadtvorstandes zu vergeben. Anmeldungen zum Bezüge derselben haben bis Montag den 16. Dezember er. unter Erbringung des erforderlichen Nachweises bei der unterzeichneten Stelle zu geschehen. Gießen, am 7. Dezember 1901. 8037 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Verdingung. Es soll die Herstellung von 435 lfd. m Bahnsteigeinfassung auf Bahnhof Gießen aus Cement- bordsteine vergeben werden. Jnter- effenten erhalten die Unterlagen gegen gebührenfreie Einsendung von 0,50 Mark und können ihre Angebote bis zum 20. Dezember 1901, nacbm. 3»/, Uhr, post- und bestellgeldfrei unter der Aufschrift: „Angebot auf Herstellung von Bahnsteigeinfassung in Gießen" verschlossen bei der Unterzeichneten einreichen. Eröffnungstermin, zu dem die Bieter anwesend sein können, 20. Dezember 1901, nachm. 3'/, Uhr. 8033 Zuschlagsstist 4 Wochen. Gießen, den 7. Tezbr. 1901. Großh. Hess. Lnsenbahn-Betriebsinspektion 1. Versteigerung Dienstag den 10. Dezember d. I., uachm. 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gemäß Art. 373 des Handelsgesetzes gegen Barzahlung: 20 Flasche» Niersteiner Wern 4 Flaschen Kognak. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 8049 Alsdann zwangsweise: Ca. 200 Ctr. Steinkohlen, Da- menkleider, als: Regenmäntel, Jackets und Caves; Porzellanwaren und Möbel aller Art. Born, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Mittwoch den 11. dS. Mts., vormittags 11 Uhr, versteigere ich im Hofe des Gasthauses „zum Löwen" dahier im Auftrage den es angeht, gemäß § 383 B. G.--B. eine als Wagenpferd geeignete, gesunde Fuchsstute (Bandmaß 1,62 Mtr.) unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen. 8016 Versteigerung voraussichtlich bestimmt. Gießen, 7. Dezember 1901. Seipel, Gerichtsvollzieher. Mittmch, 11. Wr.). I. nachmittags 2 Uhr werden im Bieker'schen Saale versteigert: 8048 Sophas, 3 Vertikows, Kleiderschränke, Küchenschränke, Spiegel, Regulateure, eine Parthie Glas- u. Porzellanwaren u. v. a. Geißler, Gerichtsvollzieher. Z Emil X Fischbach Giessen. Caffee roh u. gebrannt k in allen Preis- A lagen. Kurserchof. Von heute ab kommt das Bier isr Orum-h« Uirg per Glas, 3/io Liter zu IQ Pfg. zum Ausschank. 04952 Stegmann. Theater-Verein 4. Vorstellung: Dienstag den 10. Dezember. Francilicm. Schauspiel in 3 Aufzügen von Alex. Dumas (Sohn). Deutsche Bearbeitung von Paul Lindau. 7938 Gast: Maria Reasenhofer. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende 10% Uhr. Bidets im Vorverkauf bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Wilh. Herbert •£. bietet grösste Auswahl in allen solid gearbeiteten Schuhwaaren. Zur Winter-Saison empfehle: mit echtem Pelzfutter, für Damen und Herren. Rheumatismus-Leidenden unentbehrlich. 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