Nr. 290 Erstes Blatt Dienstag 10. Dezember 1901 151. Jahrgang bluten will, aber auch dieser Zeitpunkt wird kommen, so gewiß kommen, als die Engländer niemals in der Lage sein werden, ohne Friedenspakt festen und sicheren Boden in Transvaal zu bekommen. Auch die englischen Gewalthaber werden endlich einsehen, daß Friede allein Reichtum, Krieg aber Armut bringt, und das ist etwas, was gerade die englischen Krämerseelen am allerwenigsten vertragen können. Inzwischen beginnen die Buren, wie verschiedene Anzeichen verraten, mit der Wiederaufnahme der Thätig- keit. Mehrere Kommandos tauchten im Oranjestaat aus, darunter ein großes Kommando, das anscheinend von Dewet befehligt wird. Viljoen steht mit 400 Mann nördlich von Belfast an der Telagoa-Bahn und wartet die Ereignisse ab. Bayerns zieht sich nach Süden auf Landriverpoort zu, augenscheinlich in der Absicht, sich westlich von Warmbad mit Bade- jcfyorft zu vereinigen. Nach einem Bericht Bothas sollen in Transvaal und im Lranjestaät noch 16 000 Buren im Felde stehen und 13 Kommandos in der Kapkolonie operieren.' New-Aorker Telegramme besagen, daß die britische Regierung im Westen der Unionstaaten große Massen an Pferden und Mauleseln für Südafrika auffaufcn lasse. Von New-Orleans gehen demnächst acht Dampfer mit 15 000 Tieren ab. Daraus wird gefolgert, daß das Ende desi Krieges entfernter ist als die britische Regierung einzuräumen geneigt ist. politische Wochenschau. ‘ Sorten läßt sich trefflich streiten." Das bewiesen k Ck- veAongenen Woche in ausgiebiger Weise die Freunde und die Gegner des Zolltarifs. 'Aus einer national ^enammlung wurde das Schlachtfeld in die Spalten ses „Gieß. Anzeigers" verlegt, und dieser Kleinkampf hätte vielleicht noch heute nicht ein Ende, wenn wir es nicht vorigen, dem Waffentanz den Boden zu entziehen. Am gestrigen onntag tznte uns von dritter Seite ein neuer Schlachtruf zu. /LOn x geschätzter Seite erhielten wir aus unserem städti- !§^"^rkreise eine sehr entschiedene längere agrarische Zuschrift von einem Manne, „der zwar nicht selber Bauer ist, fä Jön9e 3*a^re inmitten bäuerlicher Verhältnisse stand und nch darum ein Urteil über sie glaubt erlauben zu können." Der Artikel war offenbar vor Erscheinen unserer Sonntagsnummer an uns abgesandt, traf aber verspätet bei uns ein. Ssir haben bereits am Samhtag, bei Veröffentlichung der Lchlenke'scheu Duplik, einen Strich unter die Sache gemacht unter Hinweis auf die erschöpfenden Debatten im Reichstage, über die wir ja unsere Leser in ausführlicherer Weise als die meisten ganz großen Provinzialblätter. Darum muffen wir heute abstehen von der Veröffentlichung dieser ganzen Zuschrift. Wir können es uns aber nicht versagen, einige ber markantesten Stellen doch wiederzugeben. Herr W. schreibt u. a.: täglich «tu Ausnahme des Montags. Die Giehener Samilten. matter werden dcmAn- Beiger im Wechsel mit bem „Hess. Landwirt' uni> ben „Blättern für -esfische Volkskunde' viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FtrnsprechanschlußNr.51. sich ein System bereiten". Was ist es anders, als der Streit um ein System, um ein wirtschaftliches System, was sich gegenwärtig im Reichstage abspielt. Tie einen nennen es Hochschutzzoll, die anderen Handelsvertragsvolitik, und jeder sucht mit einem großen Aufwand von Worten den Gegner zu überzeugen, daß das von ihm empfohlene System das richtige ist. Leider kann man aber nicht sagen, daß der Aufwand der Worte stets in gleichem Verhältnis zu der Bedeutung dessen stand, was mit ihnen bewiesen werden sollte, und wenn man die Reichstags- Debatten der vergangenen Tage überblickt, dann stößt man auf die auffällige Thatsache, daß insbesondere die meisten Worte, die vom Regierungstische aus erklangen, nicht der Größe der Aktion entsprachen, die das Parlament beschäftigt. — Das ist der Eindruck auf der rechten wie auf der linken Seite. Wie der Hase aber läuft, wer kann es wissen? Graf Bülow, der Reichskanzler, zerbricht sich bar ob noch nicht den Kopf; er hat ja, wie er unter Anlehnung von Don Carlos de- und proklamierte, seine Schuldigkeit gethan, und überläßt es jetzt dem Kardinal, soll heißen dem Zentrum, die seine zu thun. Während so daheim und draußen heiße Wortgefechte tobten, die am letzten Ende mit bestimmend werden sollten für unser künftiges Verhältnis zum Auslande, waren in dem letzteren einige Vorkommnisse zu verzeichnen, die nach zwei Seiten hin von symptomatischer Bedeutung sind. Zum ersten Male seit den letzten dreißig Jahren wurde von der Tribüne der französischen Kammer herab der Name Deutschland ins Land gerufen, und zwar in einem Sinne, der beweist, wie sehr sich die Gegensätze im Völkerleben mit der Zeit auszugleichen beginnen. Ganz unverblümt wurde dort erklärt, daß Frankreich keinerlei Ursache hätte, vor einem Bündnisse mit Deutschland zurückzuschrecken, und es ist außerordentlich bezeichnend für die gegenwärtige Stimmung jenseits der Vogesen, daß sich in der Kammer keine Stimme erhob, die den Chauvinismus in die Erscheinung treten ließ, der bisher stets zur Stelle war, wenn es gegen Deutschland zu demonstrieren galt. Die französische Presse zwar hat es sich nicht versagen können, dem unerschrockenen Deputierten mit Hohn zu begegnen; aber die Zeiten vergehen, und mit ihnen vernarben die Wunden. — Sogar der Gedanke einer Allianz zwischen Deutschland und Frankreich ist jetzt laut geworden. Allerdings scheint uns die Idee eines deutsch-französischen Bündnisses oder gar eines europäischen Kontinentalbundes gänzlich unausführbar, wenn auch die Beziehungen zwischen den beiden Großmächten zu keinerlei Bedenken, Anlaß geben und heute durchaus normal sind. Von symptomatischer Bedeutung sind auch' die preußen- feindlichen Ausschreitungen der Polen, die aus Lemberg und Wien, sowie aus Warschau gemeldet wurden. Ausschreittlngen, die sich gegen die berufenen Vertreter der deutschen Regierung wandten, und ihrer begleitenden Umstände halber die Diplomatie der beteilige ten Länder in Thätigkeit versetzten. Als Ausfluß groß- polnischer Bestrebungen verdienen sie die ernsteste Beachtung der regierenben Gewalten, denn sie sind ein Symptom dafür, daß diese Bestrebungen im geheimen bereits weite Greife erfaßt haben, und auf dem Punkte angelangt find, wo sie staatsgefährlich zu werden drohen. Die Polen sind überaus leidenschaftlich veranlagt, und ihr Glaube an das „'Roch ist Polen nicht verloren", mit dem einst ihre Vorfahren in der Schlacht bei Maciejowice Kos- ciuszkos Weherufe „Finis Poloniae" beantworteten, ist heute noch so stark, daß auch der leisesten ihrer Regungen Be- achttmg geschenkt werden muß, umsomehr, als sie ja auch aus parteipolitischem Gebiete immer größere Neigungen zu selbständigem Vorgehen bekunden, Neigungen, die, falls sie verwirklicht und von Erfolg begleitet werden, sehr leicht ihr Bewußtsein noch mehr stärken und ihren nationalen Ideen weitere Nahrung zusühren könnten. Je mehr aber die Polen in Rußland, Oesterreich und Deutschland ihre nationale Solidarität betonen, umsomehr werden sich die drei Regierungen zu einer gemeinsamen Abwehr der Gefahr bereinigen. Daß Polen fein Recht auf Selbständigkeit verwirkt hat, daß dieses Voll nicht fähig ist, sich selber zu regieren, das hat man bei uns bereits anno 1848 gewußt. Wie manches andere Volk, so würde auch das polnische seinem Untergänge geweiht sein, wollte man es sich selber überlassen. Nach Mitteilungen ans Berliner Regierungskreisen und nach den Fraktionsverhandlungen der Konservativen und Nationalliberalen erscheint es absolut sicher, daß dem Ansturm, der von ben Polen in ihrer Reichstags- Interpellation beabsichtigt wird, sehr träfiig entgegen getreten wird. Wie verlautet, wird am morgenden Dienstag der Reichskanzler die Grundlosigkeit der polnischen Auffassung betonen. Für die Konservativen wird Graf Limburg der Stimmung der Partei Ausdruck geben, und namens der Nationalliberalen wird Dr. Sattler sprechen. Sonst ist aus dem Auslande von der verflossenen Woche wenig zu verzeichnen, das Anspruch auf eingehendere Beachtung erheben könnte. Die mancherlei Gerüchte, die über einen Zwist zwischen der jungen Königin von Holland und ihrem Gemahl, dem einstigen Herzog aus dem Lande der Oootriten kursierten, mußten mehr und mehr der Wahr- heit weichen, die da kundthat, daß der eheliche Himmel keinerlei schwarzes Gewölk zeigt. Die Urheber der Gerüchte über ein angeblich am niederländischen Hofe bestehendes Zerwürfnis werden gerichtlich belangt werden. Dem zweiten aus dem Haag kommenden Gerüchte, das . von Friedenssondierungen zwischen England und den Burenstaaten erzählte, ist von Brüssel aus widersprochen worden. Nach einem alten Sprichwort pflegt zwar da, wo es raucht, auch Feuer zu fein, aber hier scheint es 1 nicht zuzutreffen. Man wird sich deshalb wohl noch gedulden i müssen, bevor England einzusehen beginnt, daß es so nicht weiter gehen kann, wenn es nicht völlig in Südafrika ver- i- r?egen den Schutz der Landwirffchast durch Zölle auf aus- ianolfches (betreibe führt man aber an, baß baburch em notwenbiges -Lebensmittel in ungerechtfertigter Weife verteuert werbe. Nie ist ein so sinnloses und so perfides Wort in Umlauf gefetzt worben, cvS, m vcn„ *)cm. /Brotwucher" unserer Agrarier und Junker, wäre nich; möglich gewesen, wenn nicht gerobe bet ber ftabttfepen Bevölkerung, für bie es bestimmt war, sich oft bie krasseste ttnwtsienheit über lanbwirtschastliche Dinge fönbe, Darum seien rJ11 Paar allbekannte ThalsachenDins Gedächtnis zurückgerufen. Der Preis bei Getreides ist in den über zwanzig Jahren, feit wir Zone neben, nicht gestiegen, sondern immer gefallen, und besagt heute nicht -gmet Drittel des Preises vor Einführung der Zölle. Damals kostete der Doppelzentner Roggen meist zwanzig Mark, heute dreizehn Mark. Ein Zoll von fünf Mark soll iveniger eine wesentliche Steigerung des Getreidepreises bewirken, als das rapide und unaufhaltsame weitere Sinken desselben verhindern. Die Landwirte werden sich nach ber Bewilligung auch bes neuen Zolles aus einige Jahre aus einen Getreidepreis von etwa 15 Mk. einrichten dürfen. Während das Brotgetreide sonach seit Einführung der Zölle ' um mehr als ein Drittel billiger rourbe, sinb alle Löhne g e- stiegen. Tie Landarbeiter — ich nehme absichtlich bie Klasse, bie den billigten Lohn bezieht — erhielt um 1878 herum in meiner Heimat einen Tagelohn von 1 Mk. 50 Psg. vielleicht auch 1 Mk. 60 Psg., heute 2 Mk. bis 2 Mk. 20 Psg. In Gießen um Umgebung werben bic Verhältnisse ähnlich liegen — eine Erhöhung des Ar- beiteröexbieiiiies um etwa 30 Prozent wirb sich auch hier finben. Während sonach ber Arbeiter etwa um ein Drittel Hetzer bezahlt wirb, kostet bas (betreibe, bas er zu seinem Unterhalt braucht, ein Drittel weniger. Eine Verschlechterung ber Lebenshaltung weitester Kreise ist also durch bie Getreibezölle seither nicht bewirkt worben unb wird auch sicher in Zukunst nicht erfolgen — hunbertmal wichtiger als bie Frage, ob bas Getreide 13 ober lo Mark kostet, ist die Erhaltung einer dauernben und lohnenden Beschäftigung. Der Schreiber dieses will offen bekennen, daß er in den allgemeinen Jubel über das Aufblühen unserer Exportindustrie nicht einslimmen kann. Statt in ihr ein Moment ber Stärke zu sehen, muß er sie vielmehr als den schwächsten unb angreifbar st e n P u n f t unseres Wirtschaftslebens betrachten. Jebe Ausfuhr nach einem fremden Lande ist abhängig von ben politischen Zuständen unb ben Zollgesetzen biefes srentden Lanbes, Die sich änbern können, unb auf die wir in jebem Fall in Deutschland feinen Einfluß haben. So hat Amerika immer neue Ehikanen unb Zollschranken gegen den beutschen Hanbel gebraucht unb ihn dadurch lahmgelegt. Wo ist unser einst großer Export nach den Vercimgten Staaten hin? Er ist gewesen. So hat Kanada den Engländern einen Vorzugszoll erst von 25 Prozettt, später von 33 Prozent gewährt und dadurch andere Länder beinahe konkurrenzunfähig gemacht. So ist in England eine beträchtliche, wenn auch jetzt etwas kleinlaut gewordene Partei am Werk, um zwischen England und seinen Kolonien einen „Zollverein" zu errichten mit gegenseitigen Vorzugszöllen. Zwar hat der neugegrünbctc australische Staatenbund stch zunächft ablehnend dagegen verhalten, aber schutzzöllnecische Neigungen bekundet, und für endgiltig beseitigt bars man jenen Plan eines englischen Zollbundes nicht halten. Und sollte es England gelingen, die Buren niederzuwersen, was die Götter verhüten mögen, so ist ein südafrikanischer Zollbund in Sicht, der seine Spitze gegen die nicht englischen Staaten richten wird. Und was ist bann bie Folge, wenn plötzlich ber deutsche Produzent in einem fremden Lande ungünstiger als der einheimische ober als der englische behandelt wird? Doch dies, daß er mit geringerem Gewinn, vielleicht sogar mit Verlust verkauft und bald den Export ganz aufgiebt. Tausende von Arbeitern werden dann brodlos und auf die Straße gewiesen. Tie Erport- industrie ist bem immer ausgesetzt, wenn nicht das Land, nach dem exportiert wirb, eiuigermapcii unter feinem direkten Einfluß steht. Das ist am nacktesten von den Vertretern des englischen Jmpertalts- mus verkündet worden, die erklärten, die Zukunft Englands als Industrie- und Handelsstaat hänge davon ab, daß es nach einem möglichst großen Gebiet unter günstigeren Bedingungen als andere Staaten exportieren könne. Der Krieg gegen die Buren ist sogar oft genug unter dem Gesichtspunkte gerechtfertigt worden, baR es nur so möglich sei, A'rika für den englischen Hanbel zu gewinnen. Daß unsere deiilsche Exportinbustrie diesen Zilsalligkeiten, wte Erhöhung der Zölle in den Einfuhrländern nicht ausgesetzt sei, wird niemand zu behaupten wagen. Es ist sogar zu befurchten, daß fte in nicht ferner Zeit der Anlaß eruftcr Kriege werden wird, von denen die heutige wirtschaftliche Depression nur ein harmloses Vorspiel ist. Nie darf man bei Beurteilung unserer wirtschaftlichen Lage bie Möglichkeit außer Augen lassen, daß durch Erhöhung ber Zollschranke in einem fremden Lande ein ganzer Zweig unserer heimischen Industrie im hanbnmbrehen lahmgelegt werden kann und tausende oder hundertlausende von Arbeitern nun ohne Beschäftigung dastehen. Ties ist ein Schatten in bem Bilb, das man nur in ben hellsten Farben zu malen liebt. Derweilen nimmt 4m Reichstag der vor acht Tagen begonnene Großkampf um den Zolltarif seine Fortsetzung. Um noch einmal mit Mephisto zu reden, „mit Worten läßt Politische Tagesschau. „Zur Anklage gegen die preußischen Universitätszustände" veröffentlicht Professor Wilhelm Förster, der Berliner Astronom, einen Aufsatz, in welchem er zu der Anklage des Professors Michaelis gegen das System Alt ho ff bemerkt: „Sicherlich wäre es nicht denkbar, daß ein solcher Mann in solcher Stellung ein Bild, wie dieses, ciihvorfcn hätte, wenn nicht an den betreffenden Stellen großa Fehlgriffe begangen worden wären, und noch begangen würden. Auch dort fehlt es empfindlich an der ruhigen Weisheit und Menschenfreundlichkeit, welche gerade der Geistesverfassung des Professorentums gegenüber durch weiterblickende Klugheit und Feinheit so sehr geboten wäre und so sehr viel wirksamer sein würde . . . Uebrigens ist hierbei noch zu bemerken, daß an den vorgekommenen Fallen schlechtester Behandlung der Universitäten nicht eigentlich die Untcrrichtsbehörde, sondern die Gesamtregiernng mit ihrer so kläglich rückständigen polizeilichen Auffassung der sozialen Entwickelungsprobleme und Zustände schuld gewesen ist." Professor Förster sucht gleichwohl die Berufung Spahns, eines „Katholiken von namhafter Herkunft", zu rechtfertigen und schließt seine Betrachtungen wie folgt: „Ist denn die konfessionelle Einschränkung des reinen und freien Wahrheitsstrebens an unseren Universitäten die größte Gefahr für die geistige und sittliche Klärung und Festigung der Jugend, und für die Eintracht des Zusammenlebens? Ich glaube das nicht, halte vielmehr dafür, daß die trennenden Wirkungen der konfessionellen Verschiedenheiten und Befangenheiten auch nicht entfernt so unheilvoll find, wie diejenigen Trübungen des reinen Wahrheits- und Gerechtigkeitssinnes, von denen in dem Fieber nationaler Erregungen und Begeisterungen nicht wenige der Universitätsprofessoren, nicht blvs der deutschen, ergriffen sind, und mit denen sie das Urteil der Jugend, sowohl hinsichtlich des Rassenhasses, als hinsichtlich der angeblichen Vaterlandsfeind- lichkeit der Besttebungen der unteren Volksklasscn, mitunter so byzantinisch verwirren. Neben aller berechtigten Kritik der Fehler, die auch von der Negierung begangen werden, wäre hier für die ausgezeichneten» leitenden Männer des Universitätslebens ein reicheres Bethätignngsfeld für das Streben nach dessen Reinhaltung im Sinne intellektueller Wahrhaftigkeit." Wir können es uns versagen, noch irgend etwas zum Falle Spahn zu bemerken, und geben diesen Auszug in .einer zweiten Hälfte lediglich der Vollständigkeit halber. Aus Bonn verlautet, daß dort ebenso wie in H a l l e Geneigtheit besteht, sich mit Mommsen solidarisch zu erklären, lieber bic Gründe wird aus der rheinischen Universitätsstadt geschrieben, daß Bonn schon eine katholische Geschichtsprofessur und obendrein eine große katholisch-theologische Fakultät besitze, eine Zustimmungsbewegung also die Professorenschaft in zwei Lager teilen würde, während man augenblicklich froh sei, daß zwischen den Fakultäten ein leidlicher Friede herrscht. „Dann nimmt man auf den Umstand Rücksicht, daß der deutsche Kronprinz zur Zeit und noch auf zwei Semester hinaus, Schüler der Universität ist. Käme eine Zustimmungs-Adresse zu stände, so würde dies die vielen Lehrer des Kronprinzen, die persönlich alle auf Mommsens (Seite stehen, zu einer nicht angenehmen Entscheidung drängen. Endlich scheint auch die persönliche Abneigung des einen oder anderen gegen den Wortführer der deutschen Profefsorensreiheit mitzufpielen. Würde aber eine gemeinsame Adresse der gesamten deutschen Pvofessorenschast vorbereitet werden, so würde sicher auch der größere Teil der Lehrer der Friedrich Wilhelms-Universität darin ihren Platz finden." Auch hieran irgend welche Bemerkilngen zu knüpfen erübrigt sich ri Die Polen zu Hause. Wie die Polen in Galizien, die jetzt so eifrig gegen Preußen hetzen, sich in i.jrepi eigenen Hause gebärden, schildert die „Natioyal-Zeitung" folgendermaßen: Blicken wir nach Galizien, der Heimat des Polenklubs, wo diese Herrschäften ihre ideale Landesautonomie- GietzenerAnzeiger z General-Anzeiger w v *5 Unrversftats - Druckerei Amts- Md Anzeigeblalt für den Kreis Gießen MM i_ i- '________ R-r jcigentcil: Hans Beck. |Hygiene= Absölütlbesfes iMündwasseiü 'M A r___G iWW G. Trautmann zu danken ist. tiai3£ni n b m u 11). Äus der Zeit beS Bonifacius. Oktav 150 Seiten mit Titelbilb. Verlag von Emil R-oth ir Gießen — T-ieie Jugenb- unb Volksschrift hat alle Vor züae: geschichtliche Färbung, heimatlich unb vuterlanbischer Geist, spannenbe Hanblung, fesselnde Charakterzeichffiung schöne Sprache unb einen, wahrhaft poetischen Hauch. Ern. einfache, in bie geschichtliche Ucberlieferung geschickt vev flochtene Hanblung in klarer Aufeinanderfolge, verbunber 1 j ■ * - —? Stosses würdige. Aus Stadt und tzand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen I und werden angemessen honoriert. Gießen, 9. Dezember 1901. ♦* Audienzen. Der Großherzog empfing am 7. Dezember u. a. den Beigeordneten Dr. Glässing, Lie Forstmeister Schneider von Grünberg und Andrs von Laubach, den Hochbauaufseher Häusel von Friedberg, die Kreisstraßenmeister Ritsert von Friedberg, Stumpf von Lauterbach, Ling von Friedberg, Metzger von Butzbach, den Geheimen Medizinalrat Dr. Abbo von Bad-Rauheim. Um 10»/. Uhr empfingen der Großherzog den Großbritanischen Geschäftsträger Mr. Johnstone und den Englischen Geistlichen Dr. Roß. ’ *• Ernennungen. Der Großherzog hat den Vorstand der Betriebsmspektion Worms, Regierungs- und Baurat Jakob Geibel, zum Mitglied einer Eisenbahndirektion in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft, sowie den Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Arthur Wolpert zu Worms §uni | Vorstand einer Betriebsinspektion in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinichaft, beide mit Wirkung vom 1. Dezember an ernannt. r.,P1 *• Postpersonalien. Versetzt find: der Ober-Postaßistent Habicht von Michelstadt nach Butzbach, der Postassistent Born von Gießen nach Waldmichelbach. — Angenommen .sind als Telegraphengehilfinnen: Elwine Engelhardt, Margarete Krug, Anna Ritter und Luise Scheid in Darmstadt iowie Elisabeth Hoffniann, Susanna Philipp: und Eva Witzel werden kann. * Budapest, 8. Dez. Der Personenzug, m welchem sich die Gemahlin des Erzherzogs Josef, Erzherzogin Augusta, zum Jagdaufenthalt nach Kisjeno begeben wollte, entgleiste zwischen den Stationen ©immer und Radab. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. * Budapest, 7. Dez. Im Petrosenyer Kohlenwcr! fand durch Entzündiing von Grnbenluft eine Explosion statt; fünf Arbeiter fanden dabei den Tod, sieben wurden i verwundet. * Heber Durch st echer eien in den Spandauer Militär-Werkstätten wird von einer Korrespondenz berichtet : Peinliches Aufsehen erregt in Spandau die Entdeckung von Diirehstechereien, die ein Meister des Feuerwerk--abora- I toriunv. im Einverständnis mit einem Angestellten einer Berl f Metallwarenfabrik begangen haben soll. Der Meister ivar >.a. 20 Jahre im Dienst der Militärverwaltung und I hatte eine pensionsberechtigte Stellung. Die Angelegenheit swird noch ein gerichtliches Nachspiel haben. genießen, Weitweg von dem „gemeinsamen germanischen i Feinde", und unbehindert von demselben ihre freiheitlichen Ideen an dem slawischen „Brudervolk , den Ru- , thenen, ausüben können — wo sie „für unsere und eure Freiheit" nicht erst kämpfen müssen. Galizien, dessen kleinerer westlicher Teil polnisch ist, wird als ein integrierender Bestandteil des polnischen Zukunftskonigreichs betrachtet und mit Gewalt polonisiert. Noch vor kurzem war die größere Hälfte der galizischen Volksschulen rern ruthenisch, sehr viele deutsch. Heute besteht in Galizien I keine einzige ruthenischc oder deutsche Voltsschule. All^. Lehrerbildungsanstalten sind polnisch; ore Hochschulen sind ebenfalls polnisch. Von den 37 Mittelschulen (Gymnasien und Realschulen) sind nur 3 ruthenisch und 2 deutsch. Wie aber an diesen uichtpolnischen Schulen gelehrt wird, zeigt folgendes Beispiel: Am deutschen Gymnasium in I Brody wurde ein eingewauderter polnischer Patriot. aus Preußen (ohne jede Qualifikation!) als Lehrer augestellt. Der Mann trägt nun seinen Gegenstand nur polnisch vor und sagt öfters seinen Schülern, die deutsche ^p r a ch e sei eine „Sprache d e r S ch ö p s e, die abgeschafft werden muß". „Ich mache euch alle zu Polen und werde deren Hauptmann sein, wenn es zur polnistyeii Revolution kommt" — sagte wiederholt in der schule dieser Patriot, was ihm natürlich als Verdienst angcrechnet wurde. Diese Ausschreitung wurde im Jahre 1898 von den ruthenischen Abgeordneten im galizischen ^.andlage^ zur Sprache gebracht, kann jedoch leine Sühne finden, ocnn Galizien muß polonifiert werden! Vor altem wird m Galizien die Statistik „polonisiert". Ganze ruthenische und deutsche Dörfer werden aus dem Grunde als von Polen bewohnt bezeichnet, weil sich die^ Bewohner zur^ römisch-katholischen Kirche bekennen. So exipiert^ im Cieszanower Bezirke eine notorisch deutsche Kolonie ^ycv feld die nach der Statistik keinen einzigen deutschen Einwohner besitzt, sondern lauter Polen. Tie noch vor kurzem deutsche Volksschule in Freifeld wurde letzthin in eine polnische verwandelt, auch die Religionslcyre w.rd den deutschen Kindern in der polnischen Sprache erteilt, ^n allen Volts- und Mittelschulen Galiziens wird das L.ed clszeze Polska" als eine offizielle Volkshymne gelehrt. Die galizischen Wahlen im Jahre 1897 haben den Ruthenen 10 Opfer an Ermordeten, 49 an Schwerverwundeten und 762 an Verhafteten gekostet; die Summe aller bezüglichen Freiheitsstrafen betrug 138 Jahre. Was wurden die Herren Polen sagen, wenn ihnen so etwas in Preußen passieren würde! Als nach den genannten Wahlen der Vorsitzende des polnischen Zentralwahlkomitees, Graf Dzieduszycki (der heute so eifrig gegen die preußischen Bedrücker" agitiert), den Sektionschef im Ministerium I des Innern, Ritter v. Gniewosz, einen Polen, begrüßen wollte, verweigerte ihm derselbe den üblichen Händedruck mit den Worten: „Wischen Sie sich, Herr Graf zuerst das Blut von den Händen ab, das Sie bei den Wahlen in Galizien vergossen haben!" Tie Polen haben bekanntlich in Galizien zwei Universitäten; die Ruthenen verlangen nun auch die Errichtung einer ruthenischen | Universität in Lemberg. Dies haben auch die, ruthenischen Studenten jüngst in einer Versammlung verlangt, deshalb wurden sie von den Professoren und von den Pedellen äußerst grob behandelt, was bis jetzt nur an einer polnischen Hochschule vorgekommen ist. Der akademische Senat nimmt aus demselben Anlaß Massen- relegierungen vor, außerdem soll noch die Staatsanwaltschaft gegen die „Aufwiegler" einschreiten. Bezeichnend ist daß dieselben Versammlungen, welche Resolutionen gegen die „preußischen Besehder" und gegen das Gnesener Urteil einhellig beschließen, zugleich auch gegen btc Errichtung l>er ruthenischen Universität protestieren und strengste Bestrafung der ruthenischen Studenten verlangen, die sich erdreistet haben, eine ruthenische Universität M verlangen, obwohl sie polnisch lernen können." Können denn die Polen in Preußen nicht deutsch lernen? Aufsehen erregen und hat das bereits gethan; denn von auswärtigen Orchesterdirigenten liegen bereits Anfragen vor, auch gelangen die Programme des Konzert-Vereins in btc Hände aller deutschen und ausländischen vornehmeren Konzert-Institute. So dürften denn der 15. und 16. Dezember für das Kunst- ! leben in Gießen bedeutsame Tage werden, was allen Mit- wirkenden, namentlich aber unserm kunstsinnigen Musikdirektor in Worms. •• Vortragskurs für praktische Landwirte m Gießen. Wie wir bereits mitteilten, veranstaltet der Landwirtschaftsrat vom 7.—10. Januar 1902 hier einen Vortragskurs für praktische Landwirte. Der Kurs hat den Zweck, praktischen Landwirten unb anberen Interessenten Gelegenheit zu bieten, sich über bie neuesten Fortschritte auf. bem Gebiete ber Lanbwirtschaft unb einschlägiger Fächer von sachverständiger Seite Kenntnis! zu verschaffen und in den an die Vorträge angeschlosfenen Diskussionen eine gegenseitige Aussprache über eigene Erfahrung und Klärung gegenteiliger Ansichten oder streitiger Fragen in Gegenwart und Mitbeteiligung von Sachverständigen zu ermöglichen. Als Vortragende und Vortragsgegenstände sind vorgesehen: Professor Dr. Albert-Gießen über: 1. Neuere Fortschritte auf dem Gebiete des Molkereiwesens. 2. Futterbau unb Fütterung nach bem heutigen Stanbe von Wissenschaft und Praxis. — Oberlehrer Dr. Freybe-Weildurg über: „Wie kann die neuzeitliche wissenschaftliche Wettervoraussage für bie Lanbwirtschaft nutzbar gemacht werben?" _ Professor Dr. Hansen-Bonn über: „Maßregeln zur Ein stets willkommenes Gejcheist ist die in der ganzen Damen roelt roegen ihrer Vorzüglichkeit jo febt betiebte Seife". Einzig in ihrer Art zur Haut- und SchonheUspstege, mild und erfrischend im Gebrauch mit angenehmstenPaiw'w sie taf iintcrni WchichMml nicht Wien. Die „Patent-Mnrrholin-Seife" ist überall, auch m den Apotheken, erhältlich. 9lad) Orten ohne Niederlage ver,endet die Niyrrholuu Gesellschaft in Frankfurt a. M. 2 Eartons ä 3 Stuck franko gegen Nachnahme von Mk. 3.—. Vermischles. mit einer abgeklärten, schönen unb des Stoffes würdige! • gurTin 7 Der Großes Aufsehen in der Berliner Sprache, erhebt bas Buch wett über den Durchschnitt bei Gesellschaft erregt bas Berschwinben des Dr. W-v.Lieber- ™n Martt werftn.' Ta?Buch toirt mann. Der Verschwundene hatte nm Pariser Platze Nr. i 9 .-^en Weg in alle Schul- unb Volisbibliotheker bis zum 1. April d. I. eine luxuriös eingerichtete Wohnung ein gutes Stück echter Heimatkunst unl inne. Einzelne seiner Gemälde hatten einen Kunstwerk von I weiter aus dem Wege: „Ter Jugend und den 30 bis 40000 Mk. Er war Mitglied des Union-Klubs und ^Ike bas Beste". Unser Großherzog hat die Wibmunc nicht nur als Sportmann, sondern überhaupt in der Berliner ^eses Buches, das den dritten Band einer vortrenlicher Gesellschaft eine bekannte Persönlichkeit, die für sehr reich Sammlung von „Erzählungen aus Hessens ^orzeit DUbct galt. Hierauf ließen auch seine Neigungen zu großen Geld-1 angenommen. _______________ S6& -----UmmrM-N-ch-ichl-L • Gelsenkirchen, 7. Dez. In der zu Ende gegangenen Petersburg, 8. Dez. Ter „Regierungsbotc" veröffentlich Wocke sind im Stadt- und Landkreise Gelsenkirchen fünf einen Erlaß des Ministers zur Volksauiktarimg, nach welchem samt. Typhuskranke gestorben 180 wurden als genesen ent= ji^c lassen. Der gegenwärtige Krankheltsbestand betragt 4o5. ^prn's der Chemie an diesem Institut relegiert werden. Air * Dresden, 8. Dez. Der König verlieh dem Igg, November wurde demselben die von den Studenten des erster aeanten Mühlberg vom Pionierbataillon Nr. 12, der bei der! Kursus unterzeichnete Aufforderung überreicht, den Lehrstuhl sosov Leitung L genauen »vunn^ Ä Thiele in Grimma wesentlich imtbctcihgt war, bie htberne Sg'unb=3riinbct an. , , Rettungsmedaille. — Dr. Wilhelm Sonne, Vorsteher der Prufungs-und Aus- • Marseille, 7. Dez. Der Dampfer „Paiho" ist, kunftsstelle für die Gewerbe in Darmstadt, ist zum strossorp ans dem Kongo kommend, hier eingetroffen. An Bord des-1 ernannt worden. — !selben befindet sich ein Soldat, der schwer an der Pest er-! ! krankt ist. Infolgedessen wurden sieben Passagiere 1. Klasse, I acht Soldaten und 58 syrische Auswanderer auf dem Dampfer I isoliert. Das Schiff muß eine lOtägige Quarantäne durchmachen unb feine Waren besinfizieren. • Marseille, 8. Dez. Hier werben feit einigen Sagen I umfangreiche Versuche zur M a s s e n v e r t i l g u n g ber Ratten l mittels Ko bl en gas veranstaltet, welches bas^Holz der Schiffe nicht so angreift wie die bisher venvandten Schwefel- I bänipfe. Der größte Vorteil besteht aber darin, daß durch diese Methode die Quarantänezeit bedeutend abgekürzt Steigerung ber Reinerträge in ber einzelnen Wirtschaft. — Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Paasche-Charlot enburg über zwei wirtschaftspolitische Fragen (genaue -l)emata noch nicht bestimmt). — Regierungsbaumeister Schiller-Berlm, Geschäftsführer ber Deutschen Lanbwirtichasls-Gesellschaft, über: „Welche landwirtschaftlichen Maschinen und Gerate haben sich nach dem Ergebnis der Prüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft unter Berücksichtigung verschiedener Verhältnisse als die cmpfchlenswerthcsten envicsen?" — Kreis- 'veterinärarzt Dr. Schmidt-Gießen über: „Neuere Ergebnisse lin der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche." — Geh. Hofrat Professor Dr. Wagner-Darmstadt über: „Einige Qcits unb Streitfragen aus bem Gebiete ber Dungerlehre. Die Eröffnung findet Dienstag den 7. Januar, vormittags I Joi/ uhx, statt. Die Vorträge werden in der Zeit von 101/ bis 123/4 Uhr abgehalten, nachmittags von 3—5 Uhr schließen sich die Diskussionsstunden an. Die Teilnahmegebühr beträgt für die ganze Dauer des Kurses 5 Mk. (Dauerkarte), für einen Tag 3 Mk. (Tageskarte). Bestellungen von Dauerkarten sind möglichst frühzeitig an den Hesstschen Landwii-t- schastsrat, Darmstadt, Bismarckstraßc 78, unter Einsendung des Betrages zu richten, von iuo auch die Programme (Stundenpläne) bezogen werden können. ** Francillon, das morgen Dienstag, im -rcheaterver- cin mit Mana Reisenhofer vom Berliner Restbenz- theater zur Aufführung gelangende Schauspiel des jüngeren • Die Professorenprüfung hat ein Geistes, kranker dieser Tage an der Pester Universität mv Glanz bestanden, lieber diesen wohl noch nie dagewesener Fall berichtet das „N. W. Tgbl.": Bei den Mitgliedern bei Prüfungskommission ber philosophischen ^yafnltat erregte c? nicht geringes Befremben, daß der Kandidat Viktor L. vov einem Arzt und einem Wärter der Irrenanstalt un Lepolbi. selbe in den Saal begleitet wiirdc. Der Arzt teilte ber Examinatoren mit, baß Viktor L., ber früher an einen Provinzgymnasium Hülsslehrer mar, durch ange]trengte? Studieren geisteskrank geworden sei und gegenwärtig m de, Irrenanstalt gepflegt werde. Ter junge Mann, die einzig. Stütze seiner armen Mutter, äußerte auch im Irren haust unaufhörlich den Wunsch, die Professorenprüfung abzulegen und dies wurde ihm endlich durch den Chefarzt geliattet Nach dem Ende der Prüfung wurde ihm das Professurdiplow auf der Stelle ausgefolgt. Dann begleiteten ihn der Arzt und der Wärter in das Irrenhaus zurück. * Aus der Neapolitanifchen Gesellschaft. I» Neapel ist ein neuer Skandal ausgebrochen. Man ha< eine Fabrik falscher Pässe' entdeckt, bie für 600 bu 1000 Lire für solche Personen Pässe her>tellte, welche aus irgend einem Grunde Italien verlassen wollten und denen du nötigen Papiere hierzu fehlten. Die Gemeindebehörde ha! eine Untersuchung in dieser Angelegenheit eingeleitet und zwai gegen fünf Magistratsbeamte, gegen bie schweres Be- Dum--,' ™ eine 7im ÖS iimgc^u,* wL OTn-mbetcn Sk-nd-lL, ,s- mit .feiner Geliebten und den ->^°nKomplwer iS ÄuciS*S SwKX inbem sie sich für ihre Zwillingsschwester ausgicbt, bei Dumas Aburteilung von fünf Räten bes Neapeler Apellhofes vor benl ää1 jgÄ ä* “Spi: ä sä? "r “ dort so''das! ihr Mann an ein wirkliches Verhältnis glauben sensationellen Bctrugsprozeß gegen Susta und Genohen |tan !mnß — einen Geliebten und lent 'Kren Mann auch sofort lonipronnttien ,eni. Iselbst davon in Kenntnis. So steht m FMicillon die IN- Lvechnachtstltkerarur. von Maria Reisenhofer. in noch erhöhtem Maße beschieden fein. Sonnenschein ** Konzert-Verein. (Am 15. unb 16. Dezember 1901.) k-yg^^ schönerer unb passenderer Name hatte dieser Philipp Wolfrums Weihnachts-Mysterium hatk^ tiefstem Empfinden herausgeschriebenen Geschrchtcher bereits eine stattliche Reihe von wohlgelungenen Aufführungen mit auf den Weg gegeben werden lönuen. Was da er !Teil ausgeführt, sobaß biesmal Gießen zur Piemioren-l ^e]. H^lt und an den Menschen zu wecken unb zu er Stadt sich aufgeschwungen hat. Die hiermit erste, unver-- h^n. Hier ist ein solches! Wer es in den langen trüber kürzte Aufführung wird jedenfalls in der musikalischen Welt Winterabenden in die Hand nimmt, wird ein paar genufr i ■ ' 1 1 - * - -ir- ""^reiche Stunden durchleben unb Sonnenschein im Herzer khnfteschenlilg-erKltillkill-cr-BmilhrllHiilt Arn 4. Advents-Sonntag, den 22. Dezember d. I., soll die Christbeschcruug für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben in diesem Jahre für 220 Kinder die Bescherung herzurichten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Gcldgabcu, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden ,zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Frau Dr. Brüel, Moltkestraße 3, Frau Amtsgerichtsrat Gebhardt, !Bergstraße 3, Frau Rechtsanwall Grünewald, Liebigstratze 21, Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7, Frau Burger- meister Mecum, Loberstraße 23, Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8, Frau Luise Ottens, Bismarckstraßc 11, Frau Fabrikant Lina Schwall, Ostanlage 36, Fräulein Luise Wortmann, Asterweg 16. Auch die Schwestern unserer Anstatt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 9. November 1901. Der Vorstand der Kleinkiuder-Bewahranstatt. ____________________Tr. Nau mann._________________7363 KHenbeMs-Lereichllllg des (1 1L. Ginkadung zur Heneralversammkung auf Montag den 9. Dezember, abends 9 Uhr pünktlich, in der Herberge zur Heimat. Tages-Ordnung: 1 Bericht. — 2. Aenderung der §§ 9 und 10 der Satzungen. 7840 Gießen, den 30. November 1901. Der Vorstand. Marktstr.3. Gi SCilUlthOlS Marktstr.3. Grösstes Pelzwarenlager* Pelzkoiliers mitKöpfen und Schweifen in unübertroffener Auswahl von den einfachsten bis zu den edelsten Pelzarten. Moderne Muffen, Pelzhüte, Baretts, Pelzbesätze. Herren- und Knaben - Pelze. Pelzteppiche und Fusssäcke. Reparaturen und Umänderungen. Paris 1900 „Grand Prix“ Höchste Auszeichnung. Mk liWWkN WchuihtsMkM. 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