Nr. 238 Erscheint täglich mit Ausnahme- der Montags. Die Siebener Familienblatter werden dem An- Zeiger im Wechsel mit dem .Hess. Landwirt" und den Plättern sür hessische Volkskunde- viermal wöchentlich bei- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. JernsprrchanschlußNr.51. Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 10. Oktober 1901 - Amtz- und Anzeigeblatt sür den Kreis Gießen Annahme von Anzeige«! zu der für den folgenoen Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Ameigen-Vermitt- lungsstellen des In- und, Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Ps, auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für der allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Afghanistan. Turch den Tod des Emirs Abdurrahman wird die Auf- inerksanrkeit auf den in den letzten Jahren wenig genannten vorderasiatischen Staat gelenkt, der die politische Reibungsfläche zwischen England und Rußland darstellt und -in dieser Beziehung eine wechiselvolle Geschichte hat. Me Bedeutung Afghanistans für eine Politik, deren Ziel die Erreichung Indiens auf dein Landwege ist, hatte bereits der Zar Peter der Große erkannt. Wäre die Expedition, die er .unter dem Fürsten Bekowitsch in jene Gegenden entsandte, nicht durch Verrat den Speeren der Chiwaner zum Opfer gefallen — die Vorbereitung der Entscheidung nm den Besitz Indiens hätte vielleicht eine den Engländern weniger günstige Wendung genommen. Doch so konnten sie die Vorteile, die ihnen aus dem Besitz/ ihrer Flotte erwuchsen, lange Zeit hindurch ungestört ausnutzen und ihren Einfluß auch! in Afghanistan geltend machen. Hatte indessen schon der Krieg, den England in den Jahren 1839—42 mit dem Emir von Afghanistan führte, das Prestige Englands beeinträchtigt, so sah es seine Stellung mehr bedroht, als die russischen Staatsmänner die mittelasiatische Polittk auf die Tagesordnung setzten und zu den Emiren von Chiwa und der Bucharei, wie zum Schah von Persien in freundschaftliche Beziehungen traten. Als auch, der Emir Schir-Ali von Afghanistan der russischen Einflüsterungen sich zugänglich zeigte, wurde er von den Engländern aus dem Lande gejagt. Wahrscheinlich hätte Rußland schon damals die afghanische Frage in aller Form aufgerollt, wenn seine Kraft nicht durch, den Krieg mit der Türkei und die sich! ständig wiederholenden Balkan- Verwickelungen in Anspruch genommen worden wäre. Der jetzt verstorbene Emir Abdurrahman hat volle 21 Jahre die Regierung in Afghanistan geführt. Ohne für England oder Rußland ausgesprochen Partei zu ergreifen, galten seine Sympathien schließlich doch! mehr den Briten, oder richtiger wohl der Königin Viktoria, die auch bei den Indern beliebt war, so zwar, daß die von der britischen Regierung und den indobrittschen Offizieren ausgesaugten und hart behandelten Eingeborenen ihr trauriges Loos ohne Murren trugen, in dem festen Glauben, die „weiße Kaiserin" werde ihr indisches Volk nicht vergessen und ihm helfen. Gelegentlich ihres Krönungsjubiläuins ließ denn auch die greise Herrscherin Englands den indischen Rajahs Ehrenpreise in reichem Maße zu Teil werden. Mehr zu thun, war sie außer stände. Die Regierung des JnselreichK und seiner Kolonien liegt ja in den Händen der Minister, und Chamberlains Faust ist hart. Nach, dem Tode der Königin Viktoria und infolge des südafrikanischen Krieges — die Kunde von Englands Raubpolittk und seinen Niederlagen ist natürlich längst auch nach Vorderasien gedrungen — sind die Sympathieen für Großbritannien in Indien wie in Persien und Afghanistan stark gesunken. Es ist nichl unwahrscheinlich, daß der Nachfolger Abdur- rahmons sein ältester Sohn, eine mehr russenfreundlichss Politik einschlägt, gleich dem Schah von Persien. (Bereits drücken die Londoner Blätter ihre Besorgnis vor „russischen Jnttiguen" aus.) Ob England es wagen würde, auch den Nachfolger Abdurrahmans des Landes zu verweisen, darf zweifelhaft erscheinen. Denn die Herren in London, oder in ihrer Vertretung der Bicekönig von Indien, haben zur Zeit Ursache, alles zu vermeiden, was sie in einen Gegensatz zu Rußland bringen föimte. Der Zar hat allerdings zugesagt, England in Asien keine Schwierigkeiten zu bereiten, so lange der Burenkrieg währt. Aber die Vertreibung eines russenfreundlichjeu Emirs aus Afghanistan würde Rußland keinenfalls durchgehen lassen. Tenn es ist nicht zu vergessen, daß trotz der politischen Abmachungen der wirtschaftliche Kampf Rußlands und Englands in Vorder- und Mittelasien, speziell um den persischf-indischen Handel, fortdauert. Und bei diesem Wettbewerb kommt die Gunst des Emirs von Afghanistan wesentlich in Betracht. Petersburger Regierungskreise legen, wie uns heute „Herold" meldet, dem Tode des Emirs keine besondere Bedeutung bei, da die russische und die englische Regierung sich verständigt hätten, den Status quo aufrecht zu erhalten. Nun wird abzuwarten sein, inwieweit diesen Versicherungen zu trauen ist. Das Land Väterchens ist die Quelle mancher überraschender Dementts. — Die britischindische Regierung hat bisher keine Truppen an der Grenze mobilisiert; ihre, weiteren Schritte hängen natürlich von den zu erwartenden,Nachrichten aus Kabul ab. In englischen^ Rcgierungskrersen hat der Tod des Emirs große Bewegung hervorgerufen. Tie Blätter drücken Besorgnis vor russischen Jütrigüen aus und mahnen zur Unterstützung des Thronerben Habib Ullah Chan, von dem sie eine Fortsetzung der England freundlichen Politik des verstorbenen Emirs erwarten. > Folgende persönlichen Nachrichten sind schließlich noch von Interesse. Der Emir hat seit einiger Zeit an der Gicht gelitten. Das Leiden hatte sich jedoch vorübergehend etwas, gebessert. Ain vergangenen Mittwoch verschlimmerte es sich wieder; es wurden Gebete in der Moschee zu Kabul für den Erkrankten dargebracht. Donnerstag früh 3 Uhr verschied der Emir. Ter Thronfolger, Habib Ullah Chan, weilt in Kabul, und man glaubt annehmen zu dürfen, daß die Thronfolge friedlich, geregelt werdeü wird. __— Politische Tagesschau. -Eine kaiserliche Auszeichnung für den Präsidenten Loubet. Aus Paris kommt die Nachricht, daß Kaiscr Wil- h e lm dem Präsidenten Loubet die deutsche Chinamedaille verliehen habe. Die Verleihung soll von einem s e h r w a r yr e n Schreiben begleitet gewesen fein. Dem Zaren hat der Kaiser die Chinamedaille während dessen Anwesenheit in Danzig persönlich überreicht. Auch die übrigen Souveräne der an dem Feldzuge gegen China beteiligten Mächte haben das deutsche Erinnerungszeichen an diese Zeit gemeinsamer Waffenbrüderschaft erhalten. Also die Brust des französischen Staatschiefs schmückt fortan eine deutsche Medaille. Ein neues Glied in der Kette deutscker Aufmerksamkeiten Frankreich gegenüber! Gesteigert wird die Bedeutung der kaiserlichen Auszeichnung dadurch, daß die Verleihung von einem sehr warmen Schreiben begleitet gewesen sein soll. Vorausgesetzt die Nichtigkeit der Meldung, ist es wohl das erste Mal, daß nach dem deutsch!-französischen Kriege das Oberhaupt Frankreichs ein Handschreiben des deutschen Kaisers empfängt. Vermutlich wird Loubet auf demselben Wege geantwortet haben. Jedenfalls giebt die Ehrung zu erkennen, daß man an unseren maßgebenden Stellen Herrn Loubet die zum teil etwas auf den Ton der Revanche-Männer gestimmten Trinksprüche beim Besuch, des Zaren nicht übel genommen hat und diese Toaste estten ihn derart, daß er besinnungslos liegen blieb. Zwei hinzukommende Gendarmen folgten nun dem liehenden Fuhrwerk und erreichten es auch noch vor der mssischeu Grenze. Der eine der G e n d a r m e n wurde von >en Russen jämmerlich zu gerichtet, über die Grenze geschleppt und liegen gelassen. Ein in der Nähe patrouillierender russischer Grenzsoldat warf das Seitengewehr und den Helm des Gendarmen in die Proßna. Erst am folgenden Nachmittag wurde der Schwerverletzte reigegeben, und liegt nun s ch w e r k r a n k darnieder. Die Berliner Regierungsbehörden sind von dem Vorfall bisher noch nicht in Kenntnis gesetzt worden. Tie Ausschreitungen russischer Grenzsoldaten und Einwohner der an der Grenze gelegenen russischen Ortschaften gegen die Deutschen häufen sich« in bedenklicher Weise. Es ist dringend zu wünschen, daß das Deutsche Auswärtige Amt dieserhalb in Petersburg vorstellig wird, damit zum wenigstien die russischen Grenzsoldaten ihres Amtes vorschriftsmäßig walten. Diese obendrein meist angetrunkenen „Aufsichtsorgane" nehmen so willkürlich! Verhaftungen deutscher Unterthanen vor, und sind mit den Gewehren so schnell bei der Hand, daß die Grenzanwohner ihres Lebens nicht mehr sicher sein können. Kaiser Wilhelm hat der russischen Regierung durch, sein hochherziges Verhalten gegenüber den Bürgern des russischen Grenzortes Wisztisten durchaus Veranlassung gegeben, daß sie lieber» griffe gegen Deutsche mit äußerster Strenge ahndet und Wiederholungen ein für allemal verhütet.________________ Deutsches Reich. Berlin, 8. Okt. Der Kaiser ist heute vormittag im Jagdschlösse Hubertus stock eingetroffen und empfing daselbst mittags im Beisein des Geh. Käbinetschefs Dr. von Lucanus den Oberbürgermeister Berlins Kirschner und den Stadtbaurat Hoffmann. Der Aufenthalt des Kaisers in Hubettusstock ist bis zum 15. d. M. in Aussicht genommen. — Der Erlaß des Oberpräsidenten bezüglich der Bürge rmei st er wähl ist heute seitens des Magisttats den Stadtverordneten zugegangen. Gleichzeitig ist diese Entscheidung nachttäglich auf die Tagesordnung der nächsten Stadtterordneten-Versammlung gesetzt worden, sodaß an diesem Donnerstag die Sache die Vertreter der Bürgerschaft beschäftigen wird. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung bett, den Schutz deutscher Warenbezeichnungen in Costarica. — Im „Ministerialblatt für Medizinal- und medizinische Unterrichtsangelegenheiten" sind drei Entscheidungen des ärztlichen Ehr engerichtshofes veröffentlicht, die sich mit der Frage beschäftigen, ob ein Arzt, der fortgesetzt oder in marktschreierischer Weise seine Berufsthätigkeit in der Presse annonciert, sich einer Verfehlung gegen die ärztliche Standesehre schuldig macht. Der Ehrengerichtshof hat die Frage bejaht und die angeschuldigten Aerzte mit entsprechenden Strafen belegt. München, 8. Okt. Kammer der Abgeordneten. Bei der heute fortgesetzten Besprechung der Interpellation über die Stellung der Regierung zum Zolltarif sprachen Hilpert (Bauernbund), v. Vollmar (Sozialdemokrat) und Steininger (Centrum), die nochmals alle Gründe für bezw. gegen den Entwurf beleuchteten. Nach kurzen Erklärungen der Minister Freiherr v. Riedel und Freiherr v. Feilitzsch wurde, obwohl noch eine größere Zahl Redner vorgemerkt war, ein Antrag Doller auf Schluß der Debatte angenommen. Damit ist die Interpellation erledigt.__ Ausland. Paris, 8. Okt. Auf dem Platze vor der Sacre Coeur- Kirche explodierte gestern abend eine Bombe. Mehrere Scheiben, sowie eine Laterne wurden zertrümmert. Lissabon, 8. Okt. Wie aus Oporto gemeldet wird, sind bei dem dottigen 6. Infanterie-Regiment Ausschreitungen vorgekommen. Zur Unbotmäßigkeit auffordernde Plakate wurden an den Mauern der Kaserne angeschlagen. Den Soldaten wurden die Patronen fortgenommen und es wird erwogen, das Regiment in eine andere Garnison zu verlegen. Graz, 8. Okt. Die evangelische Bewegung ist in fortwährender Steigerung begriffen. Im September haben im Bereiche des Grazer evangelischen Pfarrsprengels 74 Per- onen den liebertritt aus der römischen Kirche vollzogen; im August waren es 70, im Juli 48, sodaß sich für das dritte Quattal die Summe von 192 Uebertritten ergiebt. Es sind dies die höchsten bis jetzt erreichten Ziffern. In Stainz wurde die evangelische Kirche, die zweite aus der Los von Rom-Bewegung entstandene in Steiermark (die erste ioar die in Mürzzuschlag), feierlich eingeweiht. Peking, 8. Okt. Der Hof hat Singanfn am 6. d. Mts. verlassen und die Reise in der Richtung auf Kaifangfu angetreten. Der Hof wird sodann die Route Hankau—Peking nehmen. — Li-hung-tschang ist wiederhergestellt und hat die dienstlichen Geschäfte wieder übernommen.____________________ Bom Burenkriege. Lord Kitchener telegraphierte unterm 7. Oktober: Die Operationen an der Natalgrenze haben an Bedeutung verloren. (?) Tie dort stehenden britischen Heeresteile und andere Truppen töteten in der vorigen Woche 50 Buren, 26 wurden verwundet, 244 gefangen, 60 ergaben sich. (Wie viel Engländer getötet wurden, verschweigt des Oberfeld- Herrn Vorsicht.) Am 6. Oktober waren Kitcheners Truppen 15 Meilen nordöstlich von Vryheid im Kampf. Der Feind suchte nach Norden auszuweichen. In Halazetebergen kämpft Hamilton mit den Buren. Tie Generäle Methuen und Fetherstonehangh wandten sich gegen Delarey und Kemp, deren Kommandos sich nach dem Angriff des Oberst Kekewich zerstteuten. Kekewich ist von seinen Wunden wieder hergestellt und übernimmt heute sein Kommando. In der Kapkolonie ist das Kommando My- burgs durch die jüngsten Ereignisse im Nordosten der Kolonie völlig lahmgelegt. J o u ch e und Wessels stehen an den Südabhängen der Drakensberge. .S m : t s ist nach Norden getrennt und steht in der Nähe von Barrington. Scheep-er s Kommando steht bei Niederockertskraal. Allen diesen Burenkommandos sind die Engländer dicht auf den Fersen. Fast täglich finden Gefechte statt. — Nach einer Privat-Meldung a- s Matjesfontein hatte Major Ca- vagnac ein Gefecht mit dem Kommandanten Scheeper bei LoverocLertslraal, wobei ein Bur getötet und 8 gefangen genommen wurden. — Man ersieht auch aus diesen höchst einseitig gesandten englischen offiziellen und nichtofsiziellen Berichten, daß. zur Zeit eine sehr lebhafte Kriegsthätigkeit auf südafrikanischem Boden herrscht. Das Kriegsglück ist bald den Buren, bald den Anderen hold. Der Geburtstag des Präsidenten Krüger, der auf Donnerstag fällt, wird mit Rücksicht aus die Trauer des Präsidenten weder in Hilversum, noch von den südafrikanischen Vertretern im Haag offiziell gefeiert werden. .Nur Wessels und Wolmarans werden sich am Donnerstag nach Hilversum begeben, um ihre Glückwünsche zu über- bringen. Dr. Krause erschien am Dienstag wiederum vor dem Bowstreet-Polizeigericht in London. Er wird des Hochverrats und der Aufreizung zum Morde, bezichtigt. Der öffentliche Ankläger führte aus, bei der Übergabe der Stadt Johannesburg habe Krause, der damalige Burenkommandant der Stadt, von Lord Roberts einen 24 stündigen Waffenstillstand auf die Angabe hin zugebilligt erhalten, daß dadurch ein Straßenkampf vermieden werden würde. Krause habe die Zeit aber dazu benutzt, die Machtmittel der Republik zu Wirken, indem ter 180 000 Pfund Sterling von Johannesburg nach Pretoria svrtschaffen ließ. Die Anklage brachte sodann Material bei, das geeignet war, darzuthun, daß Krause mit dem erst vor wenigen Tagen wegen Hochverrats Hingerichteten Broeksma in Verbindung gestanden hat. Dr. Krause soll danach in englische und festländische Blätter bestimmte Auslassungen lanziert, und diese als wahre Aeußerungen der öffentlichen Meinung nach Südafrika gesandt haben, um den Widerstand der Buren zu beleben, in der Hoffnung, daß eine fremde Macht sich einmischen werde. Tie Anklage bemüht sich des Weiteren nachhuweisen, daß der Angeklagte in Briefen an Broeksma diesen aufgesordert hätte, den dem Stabe des Lord Roberts zugeteilten Rechtsanwalt Douglas Foster zu erschießen, gegen den Krause einen Groll hegte. Krause soll ferner Flugblätter geschrieben haben, in denen er die Buren aufforderte, ihren Eid zu brechen und die Verräter zu erschießen. Tie Verhandlung erregte intensives Interesse und sand vor dichtgedrängtem Auditorium shatt. Dr. Krause sah elend, aber gefaßt aus und lächelte seiner unter den Zuhörern befindlichen Schwester zu, als er seinen Sitz auf der Anklagebank nahm. Der Staatsanwalt Muir beantragte, daß über den Angeklagten Tetention im Gefängnis verhängt werde, bis er nach Transvaal deportiert worden sei. Vorerst aber wurde die Prozeßverhandlung auf eine Woche vertagt, um dass Eintreffen weiterer Schriftstücke abzuwarten. Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, den 9. Oktober. * * Das Regierungsblatt Nr. 64, ausgegeben am 7. Okt., enchäll eine Bekanntmachung, die Zurückziehung des der Gemeinde Kostjheim zur Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber am 25. März d. I. erteilten Genehmigung betreffend. * * Personaluachrichten. Der Großherzog hat am 28. September den von der Dekanatssynode des Dekanats Büdingen für den Rest der lausenden Wahlperiode vollzogenen Wahlen des evangel. Pfarrers Eduard Ellenberger zu Ortenberg zum Dekan und des evangel. Pfarrers Johannes Göbel zu Büdingen zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Büdingen die Bestätigung erteilt. • * Aus dem Theaterbureau. Mit vollständig neuer Ausstattung an Dekorationen und Kostümen geht am Freitag den 11. d. M. Shakespeares „Kaufmann von Venedig" in Szene. * * Der Theater-Verein bringt in seiner ersten Vorstellung am Dienstag, den 2 9. Oktober, eine Novität, das Schiffeidrama „Die Hoffnung" des Holländers Heijer- manns zur Aufführung. Daffelbe wurde vor 14 Tagen erstmalig vom Schauspielhause in München und vom Deutschen Theater in Berlin gegeben und wird seitdem am letzten Theater z. B. jeden zweiten Abend wiederholt. Auch in Köln wurde es in der vorigen Woche erstmalig aufgeführt. Für die Hauptrolle der Frau Kniertje hat der Theaterverein Frau Teller-Habelmann vom Kölner Stadttheater gewonnen. — Es dürfte sich empfehlen, die Beitrillserklärrmgen zum Theatervcrein möglichst bald (bei Herrn Challier, Neuenweg) abzugeben, da in der nächsten Woche die Verlosung der Sperrsitzplätze stattstndet. ** Die gestrige Monatsversammlung des Kriegervereins war ziemlich gut besucht. Es wurde zunächst vom 2. Vorsitzenden Bericht erstattet über die im Gang befindlichen Vorbereitungen zu den Werning'schen Kriegsfestspielen. Sodann berichtete Kamerad Bommersheim über die Gefechte bei Briare im Dezember 1870 und Jauuar 1871, in denen unser hiesiges Regiment einer großen feindlichen Ueber- macht gegenüber stand. Nur seinem schneidigen Draufgehen hatte das Regiment es zu danken, daß es nicht völlig eingeschlossen wurde. Der Vortrag war um so anschaulicher, als Kamerad Bommersheim über Selbsterlebtes sprach. Sein Bericht wurde noch ergänzt durch Mitteilungen der Kameraden Landgerichtsrat Sandmann und Margolf, die an jenen Gefechten ebenfalls teilgenommen haben. — Das außerordentlich unfreundliche Oktober-Wetter hält an. Der kalte, schneidende Wind hat ja nachgelassen, aber es fällt ein übler, feintropsiger Regen. Die Temperatur hat sich dabei erheblich gehoben, doch der Barometer unterliegt unausgesetzt heftigen Schwankungen und ist über Nacht wieder beträchtlich gefallen. Das Wetter ist so ungemütlich, wie die Zustände in Ungarn nach den Wahlen. Und bei all der Feuchtigkeit in der Luft prophezeite der scherzhafte Herr Falb für die Zeit vom 7. bis 10. Oktober „ziemliche Trockenheit"! Ach nein, wir haben jetzt den richtigen nassen Herbst, der auf den Straßen Tümpel an Tümpel reiht, der Schnupfen und Schnupfenfieber mit all ihren lästigen und bösen Folgen vielen Unvorsichtigen bringt. Auch in unserer allgemeinen Lebens- ,Haltung macht die Witterung, die uns den Winter ankündigt, bemerkbar. Die große Frage der Heizung wird entrollt, und ängstlich denkt du Hausfrau an den Kohlenkrieg. Aber wenn der Herbst auch ein unfreundliches Gesicht macht, so braucht man noch nicht zu glauben, daß er, trotz Falb, diese verdrießliche Miene immer behalten wird und daß er ein Vorbote eines so strengen Winters ist, wie er uns vergangenes Jahr zu teil wurde. Er kann auch ganz freundlich sein, und manchmal fördert er recht hübsche Scherze zu Tage, ohne daß er's selber weiß. Jedes Käseblättchen muß nämlich jetzt seinen üblichen Oktoberartikel bringen und der fällt dann mitunter außerordentlich komisch aus. So erzählt gerade bei dem jetzigen Unwetter die „Butzb. Ztg." allerlei Schönes von der unübertrefflichen Malkunst dieses Monats. Sie hat ja damit nicht so Unrecht, aber man höre nur, was sie ihren Lesern zu erzählen weiß. Sie schreibt u. a.: Es ist geradezu staunenswert, welche Farbenreflexe auf diese Blätter gezaubert werden. Große Künstler, wie Kaulbach, Defregger, Menzel und Piloty haben vergeblich versucht, diese Farvenschatlierungen aus die Leinwand zu bannen. Es ist immer riskant, von schönen Dingen zu schreiben, von denen man nichts versteht. Von den genannten vier großen Malern hat Menzel vielleicht an zwei oder drei Herbstskizzen sich versucht, die aber sehr wenig bekannt geworden sind und zu seinem Ruhme wahrlich nicht das allergeringste beigetragen haben. Kaulbach aber und Piloty haben bekanntlich niemals Landschaften gemalt, sondern sind allezeit Figurenmaler gewesen, und ein oder zwei Defreggersche Genrebilder müßten eigentlich auch dem Butzbacher Zeitungsschreiber bekannt sein; von Landschaften und gar Herbstbildern Defreggers aber dürfte kein Galeriedirektor je gehört haben. Daß die großen Künstler von Fontainebleau, daß Rousseau, Corot u. a. wundervolle Herbstlandschaften geschaffen haben, daß die Worps- weder und Dachauer, daß Wilh.Trübner im nahen Frankfurt und Hans Thoma in Karlsruhe Herbststimmungen der Natur nachempfunden haben, die ebenbürtig sind den schönsten Naturliedern Eichendorfs und Uhlands, das braucht ja schließlich ein Butzbacher Redakteur nicht zu wissen. Aber wir möchten ihm doch ein gutes Buch empfehlen, aus dem er mancherlei lernen könnte. Es ist für 80 Pfg. schon zu haben und behandelt unsere neueste Malerei. Verfasser ist der bekannte Prof. Rich. Muther in Breslau (Verlag von Göschen in Leipzig). Wenn er dieses niedliche kleine Büchelchen, den letzten Teil einer „Geschichte der Malerei", gelesen hat, dann wird er nicht mehr solche Märchen anderen Leuten auftischen. — Die Verheerungen, die der orkanartige Sturm angerichtet hat, werden erst allmählich bekannt. An der Straße Ober- Ohmen—Ulrichstein entwurzelte der Sturm mehrere starke Bäume und warf sie quer über die Straße. Der von Ruppertenrod kommenden Abendpost mußte erst durch Wegschaffung der Baumstämme Bahn geschaffen werden. An der Straße Ruppertenrod—Ermenrod stürzten ebenfalls verschiedene Bäume. Durch den starken Gewitterregen floß die Ackererde von den Aeckern an Bergesabhängen ins Thal, so daß bei verschiedenen Mühlen ganze Wagen voll Muttererde angeschwemmt wurden. In Ermenrod wurde einem Landwirt vom Sturme der Wagen umgestürztRrnd von den Wasserfluten eine Strecke weit fortgetrieben. Wo noch Kartoffeln in der Erde staken, da wurde diese samt den Furchen aufgerissen und fortgeschwemmt. Ueber dem ganzen Vogelsberg donnerte und blitzte es. Soweit unser ^-Korrespondent. — Unser -n-Mitarbeiter schreibt aus Mainz: lieber den Orkan laufen hier noch fortgesetzt Hiobs- posten ein. Besonders großen Schaden hat er an Reben- geländen angerichtet. Die meisten Chausseen um die Stadt herum, sind mit umgestürzten Bäumen, Baumkronen und Aesten bedeckt. Stellenweise ist das Laubwerk so massenhaft auf den Landstraßen, daß der Verkehr sehr beschwerlich ist. — Unser ke-Korrespondent schreibt: Im Frankfurter Stadtwalde sind bei dem Sturme ca. 2000 Kbm. Holz gefallen. Ein überraschendes Vorkommnis aus dem Taunus verdient Erwähnung. In Hofheim kam am Sonntag Vormittag ein 2 Vs Jahre altes Kind abhanden. Am Montag Vormittag wurde es auf dem Feld mit dem Gesicht nach unten schlafend aufgefunden. Es hatte während des schweren Unwetters und der kalten Nacht zugebracht, ohne daß sich bis jetzt Nachteile für seine Gesundheit gezeigt haben. — Bei Siegen erfolgte ein Dammbruch des Eisenzecher Weihers. Große Wassermassen ergossen sich in das angrenzende Gelände und richteten namentlich in Eiserfeld großen Schaden an. — Bei einer in einem offenen Segelboot auf der Weser unternommenen Fahrt von Hammelwarden nach Rönebeck (Groß. Oldenburg) verunglückten die Insassen. Schiffsbaumeister Schierloh, dessen Sohn und der Schiffszimmermann Schmers sind durch Kentern des Bootes ertrunken. — Auch an der Ostseeküste hat der Orkan überall großen Schaden angerichtet. Der Wasserstand im kurischen Haff erreichte eine seltene Höhe. In Vorstadt Schmelz bei Memel stürzte ein bewohntes Haus ein. — Im ganzen Alpengebiet ist die Temperatur rapid gesunken. Alle Berge sind bis zur Thalsohle in Schnee eingehüllt. — Der Bautechniker Spoetel und die Beamten Melzer und Kuchne aus Innsbruck unternahmen am Samstag einen Ausflug insKarwendelg ebirge, nm noch die nicht er stiege ne Spitze Jägerkar zu erklettern. Seitdem ist von ihnen keine Nachricht eingelaufen. Wahrscheinlich sind sie von einem Schneetreiben überrascht worden. Eine Rettungsaktion ist eingeleitet worden, die alsbald Melzer tot auffand. Die andern hat man noch nicht finden können. — Der Sturm hat endlich auch in ganz England großen Schaden angerichtet. Zahlreiche Verletzungen sind vorgekommen, darunter viele mit tätlichem Ausgange. — In Indien dagegen ist lange kein Regen gefallen. ** Der Verein zur Züchtung reiner Hunderaffcn hält am 20. Okt. auf der Schönen Aussicht sein Herbstpreisschliefen ab. Es soll das größte werden, das bisher voran "'.aitet worden ist. 36 Nennungen sind eingelaufen, darunter von den größten Dachshundzüchtern. ** Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Garn.-Bau- insp. Schild bei dem Garn.-Bauamt Darmstadt das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. —k— Merinz, 8. Oft. Auf Veranlassung des Finanzministeriums in Darmstadt finbet morgen Mittwoch unter Zuziehung von Interessenten, darunter Vertretern der Handelskammern in Mainz, Worms und Bingen, eine Befahrung des Rheins von Worms bis Bingen statt, bie den Zweck hat, Gelegenheit zu geben, die im letzten Jahrzehnte ausgeführten Strom- und Hafenbauten kennen zu lernen und etwaige in dieser Richtung vorhandenen Wünsche zur Kenntnis der Behörden zu bringen. An diese Rheinbeftrhruug reiht sich am 10. Oktober sine fZü- sammenkunst der Interessenten auf dem hiesigen Krers- amte, bei welchem etwaige Beanstandungen und Wünsche zu Protokoll genommen werden. — Zu dem Entwürfe einer neuen Maß- und Gewichtsordnung für das Deutsche Reich hat die hiesige Handelskammer in ihrer letzten Sitzung folgendermaßen Stellung genommen: Die Handelskammer erklärt sich damit einverstanden: 1. Verstaatlichung des Aichwesens. 2. Einführung der sach- licken Rechtseinheit mit Bayern und Anerkennung der ge- aichten Gewichte und Wagen im ganzen Deutschen Reiche. 3. Obligatorische Nachaichung innerhalb bestimmter Fristen an Stelle der seitherigen technischen und polizeilichen Revision. 4. Ausbehnung des Aichzwanges auf Fässer für Obstwein und Bier. 5. Milderung der Strafbestimmungen durch Fortfall des Paragraphen 369 des Strafgesetzbuches. 6. Ermächtigung des Bundesrates und der Landeszentral- lehörden, vorzuschreiben, daß bestimmte Waren im Verkehr nur nach Maß ober nur nach Gewicht gewerbsmäßig verkauft oder feilgehalten werden dürfen. Offenbach, 8. Okt. Ueber den in vor. Nr. berichteten blutigen Vorfall in der hiesigen Kaserne wird der „Offb. Ztg." mitgeteilt, daß der im Schlaf überfallene Einjährig-Freiwillige mit seinen Angreifern vorher keinerlei Auseinandersetzungen usw. hatte, sondern lediglich den Befehl seiner Vorgesetzten befolgte, die Mannschaften nicht in unnötiger Weise mit Bier, Cigarren usw. zu traftiren, wodurch er das Mißfallen der beteiligten „Schlagfertigen" hervorrief. Offenbach, 8. Okt. Der Sparkasserechner Maier ist unter Mitnahme von Kassengeldern ver- chwunden. Die „Ofsenb. Ztg." meldet hierzu: Ueber die Flucht und die Veruntreuung des Sparkassenrechner- Franz Maier erfahren wir noch folgenbes: Die Gattin Maiers erhielt gestern vormittag einen ziemlich verworren abgefaßten Brief ihres Mannes, worin dieser ihr mitteilt, er müsse sie verlassen und werde, sobald er auf icherem Boden sei, dem Oberbürgermeister Aufklärung über den Anlaß zu seiner Flucht geben. Die Fran ließ sofort den Brief durch den Bruber Ätaiers der Bürgermeisterei überbringen, worauf der Oberbürgermeister ungesäumt die Mitglieder des Sparkassenvorstandes zusammenrief. Auch der Polizei wurde Mitteilung gemacht, und diese sandte augenblicklich eine Anzahl Depeschen nach allen Richtungen, um eine Festnahme des Geflüchteten zu bewirken. Auf dem Kassenbureau, wohin sich bie Vorstandsmitglieder begaben, war man wegen bes Ausbleibens Maiers bereits tutzig geworden. Gegen 1 Uhr wurde eine Revision der Kasse vorgenommen. Das Resultat derselben war: Die Hauptkasse mit 82 000 Mk. Bestand wurde samt allen Wertpapieren inkl. der Koupons völlig in Orbnung gefunden; bagegen stellte sich bei der Tageskasse, in welcher 1200 Mk. gefunden wurden, ein Manko von ca. 11340 Mk. heraus, welche Mluier veruntreut hat. Tie Bücher und Belege der Kassen wurden, ebenso wie bei der letzten, im August vorgenommenen Revision, in Ordnung gesunden. Von Frankfurt aus hat Maier am Sonntagabend an eine hiesige Bankfirma sowie an einen Freund ihm früher geliehene Geldsummen im Betrage von 1200 bezw. 600 Mk. gesandt. Am Sonntag hat Maier noch bis 11 Uhr im Bureau gearbeitet; wahrscheinlich hat er bei dieser Gelegenheit den Fehlbetrag an sich genommen. Auch Sonntagnachmittag ist Meyer noch hier gesehen worden. Ein in der Stadt verbreitetes Gerücht, daß der Defraudant in Basel festgenommen worden fei, bestätigt sich nicht. Erwähnt sei noch, daß Maier 42 Jahre alt und seit 1884 im Dienst ist. Zum Rechner der Sparkasse wurde er am 19. Oktober 1899 gewählt. Maier ist Vater von fünf Kindern. Er war sonst ein pflichteifriger, gewissenhafter Beamter, der sich in seiner früheren Stellung bei der Sparkasse, die er 15 Jahre bekleidete, gut bewährt hatte. — Heute nachmittag 6 Uhr findet eine dringliche Staotverordnetensitzung statt, auf deren Tagesordnung als einziger Punkt die Veruntreuung Maiers steht. Bad-Nauheim, 8. Okt. Wie der „Wett. Anz." meldet, sind zum Nachteil des hiesigen Turnvereins Unterschlagungen vorgekommen. Hanau, 8. Ott. Ein Juwelen -Dieb stahl in Leeds (England) hat den Reisenden einer hiesigen Firma betroffen. Am 30. September machte der Reisende der Firma W. Behrens-Hanau, um die Mittagszeit bei einem Juwelier in Leeds eine Offerte. Beim Verlassen des Wagens war der Dienstmann, welcher den Musterkoffer auf einem Handkarren nachfuhr, mit diesem verschwunden. Infolge der sofort gemachten Anzeige, wurde von der Polizei ein Steckbrief erlassen. Ein Teil der Waren wurde in Manchester ermittelt, und der Bruder des Thäters, sowie zwei andere Personen wurden verhaftet. Ter fragliche Kommissionär war bereits feit Jahren zur Beförderung der Koffer im Hotel Metropole thätig und dem Reisenden durch einen Angestellten empfohlen. Der Inhalt des Koffers hatte einen Wert von ca. Mk. 20 000 und ist bei der Versicherungsgesellschaft Allianz Berlin gegen Tiebstahlsgefahr versichert. *• Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wegen fottgesetzter körperlicher Mißhandlung seines Schwiegervaters wurde in Wiesbaben der Landwirt Wilh. Müller von Laubach zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. — Der deutsche Bädertag, der in Kolberg dieser Tage stattfand, wählte für den nächstjährigen Versammlungsort Bad-Nauheim. — In der Herbstoersammlung der Freien Vereinigung Deutscher Installateure in Saarbrücken wurde als zur Errichtung einer deutschen Installateur-Fachschule Frankfurt a. M. in Aussicht genommen. — Herr Dr. med. Pulzner in Allendorf a. d. Lda. teilt uns mit, daß das von ihm behandelte dreijährige Söhnchen eines Arbeiters zu Nüdingshausen nicht an den Folgen einer Phosphorvergiftung durch 23er- schlucken von Phosphorköpfen gestorben ist. Bei dem Knaben sind überhaupt keine Symptome einer solchen aufgetreten; vielmehr war die Todesursache eine schwere beiderseitige katarrhalische Lungenentzündung im Anschluß an Keuchhusten. Theater, Kunst und Wissenschaft. Breslau, 8. Okt. Die Generalversammlung des evangelischen Bundes zur Wahrung der protestantischen Interessen wurde abends mit einer Begrüßungsversammlung in der neuen Börse eingeleitet. Generalleutnant Schuch brachte ein Hoch auf den Kaiser aus und begrüßte die Versammlung im Namen des fehlest- scheu Hanptvereius. Gerichtssaal. Gießen, 8. Okt. G e w e r b e g e r i ch t. Unter dem Vorsitz des Beigeordneten Wolfs kam die Klaae des Knechtes Ludwig Becker gegen den Unternehmer Albett Rübs amen zur Verhandlung. Der Kläger verlangte 41 Mk. rückständigen Lohn, ermäßigte diesen Anspruch jedoch aus 21 Mk., nachdem ihn der Beklagte bis aus diesen Betrag hefriedigt hat. Der Beklagte wendete ein, das; mit dem Kläger im Mai ds. Js. vereinbart worden fei, daß allwöchentlich 1 Mk. von dem Lohne einbehalten würde mrd daß die S Wetter Oktober § W ÖD Höchste Temperatur Niedrigste „ g 6t|ang= irt Miemtmicht erteilt gründlich 6505 6707 + 9,4 + 7,8 + 12,9 61 92 95 739,6 738,9 729,8 W. 8. W. 4 4 5 83.60 Harpener Tendenz; still. Laurahütte . Bochum . . 5,4 7,2 10,4 25.60 25.85 Kreditaktien . . . Diskonto-Komm andit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeleges. 50/d Italien. Rente . . 4 Iq Oriech. Monopol-Anl. 3 /o Portugiesen . . . 3O/o Mexikaner . . . 4,/a% Chinesen . . . 4- 10,6° C. + 6,4° C. 372°/o 3O/o 3°/o 3‘/2°/ü 2« 9” tjM Reichsanleihe do. Konsole do. . . Hessen . . i Hausrath vom Jahre 1894, daß der Hosprediger Fromme! dem Kaiser bei der Tafel folgendes Rätsel aufgegeben habe: „Wer ist der beste Seelsorger in Preußen?" — Miquel — „weil er die Menschen vor Selbstüberschätzung bewahrt." Bew. Himmel Bed. „ Leichter Regen 99.00 Oesterr. Staatsbahn . 42.50 Gotthardbahn . . . Gießen, am 7. Oktober 1901. Großherzogliches Amtsgericht. . 100.50 . 90.00 . 100.25 . 90.00 . 98.30 . 194.40 . 170.90 . 115.90 . 118.20 . 129.00 . 133.80 . 154.50 . 175.50 . 158.50 . 151.50 Neueste Melsungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Berlin, 9. Okt. Die gestrige Berufung des Oberburgcr- Meisters Kirschner und des Stadtbanraics Hoffmann nach Hubertusstock erfolgte auf eigenste Initiative des Kaisers. Ter Empfang war überaus gnädig. Erörtert wurde die Burger, meisterwahl, die Lindenüberführung durch eine Straßenbahn und der M'ärchenbrunnen. Nach der Konferenz folgten die Herren einer Einladung zur Tafel. Ein amtlicher Audienzbericht ist von Kirschner alsbald zu erwarten. Tie Preffe urteilt, tue strittige Angelegenheit sei durch die Audienz in ruhigeres Fahr- wasser geleitet. Köln, 9. Okt. Ter Rhein ist in anhaltendemStergen begriffen. Heute zeigte der Pegel 4,09 Mir. Die Mosel ist eit gestern um 1,45 Mir. gestiegen. „ Lüttich, 9. Oki. Die Zahl der ausständigen Gru- b en ar beit er betrug gestern ruud 15 000. Zn Grand Flemalle, wo sich die Sozialisten in zwei Lager geteilt haben, kam es gestern morgen zu einem Handgemenge zwischen den Anhängern derjenigen, die für den Ausstand sind, und denjenigen, die dagegen sind. Es wurde von Revolvern und Meffern Gebrauch gemacht. Ein Gendarm, der einschreittn wollte, wurde essen." . w Hamburg, 9. Okt. Schwere Stürme rrrrt Regen, Hagel- und Gewitterböen herrschen zur Zeit auch in der Nordsee. Aus Cuxhaven wird gemeldet, daß der dortig-2 Hafen mit Schutz suchenden Schiffen aller Art gefüllt ist. Tie Seeschiffahrt stockt. Alle elbabwärts kommenden.' Dampfer gehen in der Nähe der Flußmündung vor Ankers wo sich bereits ganze Darnpferflotten angcsammelt haben. Tie Seewarte erläßt zu wiederholten Malen Sturmwarnungen. "Wegen einiger abfälliger Schiffe herrscht große Besorgnis und man muß damit rechne::, daß von dar See her bald Hiobsposten einlaufen. London, 9. Okt. Bon den Seichellen-Jnseln wird! berichtet, daß der König von Uganda und ein anderer Regertönig, welche abgesetzt wurden, dort eingetroffen sind, um dauernden Aufenthalt daselbst zu nehmen. Lo n d 0 n, 9. Okt. Reuters Bureau meldet aus Washrng^ ton: Der zwischen England und den Vereinigten Stachen abgeschlossene neue Vertrag über den Nicaragua-Ka.-. n a l bestimmt, daß der Kanal für alle Zeiten neutral serN soll Der Vertrag enthält im Wesentluhen die Bestimmungen des Hay-Pauncefote-Vertrages, die vom Senat genehmigt worden sind, ohne dadurch bei einer der beiden Parteien das Fallenlassen der Hauptbestimmungen des' Clayton-Bulwer-Vertrages zu bedingen. Budapest,, 9. Okt. In Fejerpatak (Liptauer Komitat) zerstörte ein B r a n d 207 Gebäude mit Nebengebäuden. Viele Haustiere sind mitverbrannt. Rom, 9. Okt. Der König verlieh dem Generalfeldmarichall Grafen Waldersee den Groß-Cordon des Ordens von Savoyen. Turban, 9. Okt. Die Buren haben sich bei Vryheit vereint und versuchen, ihre Familien und ihr Vieh nach Norden zu bringen, wohin sie denurächst folgen werden. S i m l a, 9. Okt. Nachrichten aus Eingeborenen-Quellen zufolge hat nach dem Tode des Emirs von Afghanistan die Proklamation und Thronbesteigung des neuen Emirs ohne Ruhestörung amtlich! stattgefunden. am 8. Okt. » 6. „ 8. 8. 9. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. BI., 9. Oktober. Bekanntmachung. Wegen Verlegung von Wasserleitungsröhren wird der Wetzlarerweg und die Hollergasse, von der Frankfurterstraße bis zur Hofmannstraße, für den Fuhrwerksverkehr bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 9. Oktober 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen zur Sache bett. die Firma „Friedr. Müller jr." zu Gießen: Der frühere Inhaber Friedrich Müller ist verstorben und jetzige Inhaberin Elise Müller gebor. Rumpf, Witwe des Verstorbenen. Vermischtes. • Wien, 8. Okt. Heute nachmittag wurde im Mllitär- Reitbahninsütut der Husarenleutnant v. Sojka im Duell von seinem Gegner, Namens Löwenfeld, erschossen. Letzterer blieb unverletzt. Die Ursache des Zweikampfes ist die Eifersucht des Fabrikanten L. auf Ltnt. 0. S. * Eine amüsante Miquel-Anekdote, die jetzt besonders interessieren wird, findet sich in den soeben erschienenen Briefen Otto Ribbecks, des bekannten Leipziger- Philologen. Er erzählt darin in einem Briefe an Adolf Städtischer Arbeitsnachweis Gieren Gartenftrake 2. Angebot der Arbeitnehmer: 3 schlosser, 1 Schremer, 2 Hausburschen, 1 Erdarbeiter, 1 Dienstmädchen, 1 Köchin zur Aushilfe, 1 Lauffrau. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Spengler, 1 Schloster, 1 Metzger, 1 Schuhmacher, 2 Dienstmädchen, 1 Lausfrau, 1 Putzfrau. chw er verwundet. Paris, 9. Okt. In der Budgetkommission stellte der Sozialist Sembat den Antrag auf Streichung des Kultus budgets. Rouvier bekämpfte den Antrag, indem er erklärte, es sei die Aufgabe der Kommission, über diese wesentlich politische Frage zu entscheiden. Die Trennung der Kirche vom Staat könne nicht durch bloßes Streichen des Etats herbei- Kommission beschloß mit 12 gegen 6 Die Aufnahme der Schülerinnen findet Donnerstag den 10. Okt, morgens 10 Uhr, im Schullokale statt. 6631 L. Möser, Hberlehrerirr. UMjMien hochfeine frische Ware, cingetrosi. 6717 L. Kalkhof. budgets vorzulegen. Wien, 9. Okt. Zum Statthalter von Oberösterreich soll der frühere Unterrichtsminister Graf Bylandt - Rheydt aus- ersehen sein. Wien, 9. Okt. Dem Parlament wird demnächst das neue Pensionsgesetz für die Offiziere und deren Hinterbliebene zugehen. Das Pensionsminimum wird auf 600 Kronen erhöht, dagegen die zur Pensionierung mit vollem Gehalt erfor- derliche Dienstzeit herabgesetzt und die mittleren Pensionen der Militärs mit den Pensionen der Witwen von Cwilbeamten in Einklang gebracht. Budapest, 9. Okt. In der Nähe von Hatozcy wurde ein Postwagen auf der zur Eisenbahn führenden Landstraße aus- geraubt. Es wurden 15 000 Kronen in Bar und 30 eingeschriebene Briefe geraubt. Ter Kutscher des Wagens ist als mitverdächtig verhaftet worden. Madrid, 9. Okt. Wie dem „Heraldo" aus Tanger ge- meldet wird, bewilligte die spanische Regierung dem Sultan einen Aufschub von 50 Tagen, um die Gefangenen in Freiheit zu setzen.. Simla, 9. Okt. Der älteste Sohn des verstorbenen Emirs, Habib-Ullah, wurde zum Emir ausgerufen. Die Thronbesteigung ist von seinen Brüdern anerkannt worden. Berlin, 9. Okt. lieber die gestrige Audienz Kirschners und Hoffmanns beim Kaiser berichtet man noch: Bon Kirschner war nicht der geringste Versuch mehr gemacht worden, eine Audienz beim Kaiser zu erlangen. Völlig unvermutet traf am Montag nachmittag kurz nach Beendigung der außerordentlichen Magistratssitzung, in der sich das Kollegium mit dem Bescheid des Oberpräsidenten in der Affäre Kauffmann beschäftigte, im Rathause ein an den Oberbürgermeister gerichtetes Telegramm ein, in dem Arbeitsvergebung Die zur Erbauung einer Arbeitshalle bei demPro- vinzial-Arresthaus zu Gießen erforderliche Dachdecker- und Schreinerarbeit wird hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionswege ausgeschrieben. Ausführungsbedingungen u. Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und sind die Angebote bis zum 14. Oktober d. Js., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Auffchrist portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, 4. Oktober 1901. Großherzogliches Hochbauamt. Neuling. 6637 geführt werden. Die Stimmen, der Kammer den Antrag auf Streichung des Kultus- Kkvklbkshilk Gieße«. Das Wintersemester der unter Oberaufsicht Großherzogl. Centralstelle für bic Gewerbe stehenden Gewerbeschule — mit Fachunterricht für Maurer, Zimmerer, Steinmetzen, Schlosser, Schreiner, Glaser, Maler re. — beginnt am 14. Oktober d. Js. und schließt Ende März des k. I. Nähere Auskunft über Programm und Lehrplan durch die Schulleitung. Anmeldungen haben schriftlich zu geschehen und sind Zeugnisse über die Vorblldung beizufügen. Gießen, am 2. Oktober 1901. 6592 Der Aufsichtsrat: Die Schulleitung: L. H e y l i g e n st a e d t. Traber.* WWWnM S@g3^aie Schulde, Grünbergerstratze 17, part. Schülerin des Conservatoriums zu Weimar, bisher £ Opernsängerin am Hofthealer zu Neu-Sttelitz. Scrtaii wn 11Morgen AKnrz. Samstag den 12. Oktober d. Js., uackmittags 3 Uhr, werden durch den Unterzeichneten obige 11 Morgen Dickmurz öffentlich meistbietend auf dem Stand verkauft, in Größe von ca. */, Morgen. Stück 1, ca. 6 Morgen, aegenüber der Vlendstein- sabrik; über Sttick 1 erteilt nähere Auskunft Herr Flurschütz Müller, Nahrungsberg. Stück 2, ca. 5 Morgen, am Krosdorferwcg; über Stück 2 erteilt nähere Auskunft Herr Flurschütz Steuer- rvald, Wesersttaße 23. , Die Versteigerung beginnt bei Stück 1 um 3 Uhr, bei Stück 2 nach 4 Uhr. Bei genügender Bürgschaft Zahlungsfrist bis ersten Januar 1902. 6721 Gießen. H-olsrtch, O^SgerichtZmamr. £err v. Lucauus im Auftrage des Kaisers Kirschner und Hoffmann erdicht, „in Angelegenheit tret städtischen Bauten" morgen vormittag nach Hubertusstock zu kommen. Berlin, 9. Okt. Wie das „B- T." feststellt, ist von einem Rücktrittsgesuch desamerrkanchchen Bo t- schafters am Berliner Hofe, White, auf der hiesigen Bot-- schäft nichts bitannt Auch die Gemahlin des Bot- schasters wußte von einem Entschlüsse desselben, aus feinem Amte zu scheiden, noch nichts. _ . . . Elberfeld, 9. Okt. Durch den Einsturz eines F a b r i k s ch v r n st e i n s in der Herdfabr ik in Gevensberg wurden drei Personen getötet und eine schwer verletzt. Breslau, 9. Okt. Die Generalversammlung! des evangelischen Bundes sandte an den Kaiser nachfolgendes Telegramm: „Eurer Majestät bringt Die tn Breslau tagende 14. Generalversammlung des evangelischen Bundes ihre allerunterthänigste Huldigung. Gott ber Herr hat Eure Majestät in harten Schilägen zu tiefer Trauer gebeugt, es aber auch nicht an j einem Trost fehlen lassen. Bewegt durch die innigste Teilnahme befehlen wir Eure Majestät Gottes starker Hand, und verharren in unerschütter-- liriier Treue Ew. Majestät allerunterthänigster evangelischer Bund zur Wahrung der deutschen protestantischen Inter- 15 Sorten feinstes Tafelobst aus der Hofgärtnerei des Herrn General von Keydrvolff zu verkaufen durch 6725 Sß inainhaTm Delikatessen-, Fisch- u. Geflügel-Handlung. ■ U. DilvÄUUvlllLfig Bahichofstrsße 59. Telephon 66. Proben sämtlicher Sorten sind mit Preisangabe in meinem Schaufenster ausgestellt. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der bisherige Hilfsschutzmann Theodor Kliffmüller dahier als Feldschütze ernannt, verpflichtet und in seinen Dienst eingewiesen worden ist Gießen, den 7. Oktober 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 6720 einbehalteiren Beträge bei ordentlicher Führung Weihnachten d. I. rur Auszahlung kommen sollten. Der Kläger habe sich am o. d.M. aber derart betrunken, daß ihm das Fuhrwen nicht habe anvertraut werden können, das daher ohne Verdienst zu bringen da gestanden fjabe. Aus diesem' Grunde zahle er die einbehaltenen 20 Mk. nicht aus. Der Kläger bestreitet diese Angaben. DaZi Geruht erließ über die Behauptungen des Beklagten Beweisbeichluß. In Erledigung desselben sollen drei Zeugen am 15. ds. Mts. ver- uommen werden. Kandel und UerKehr. Volkswirtschaft. Märkte. fo. Frankfurt a. M., 8. Okt. (Heu- und Strohmarkt.) Angefahren 5 Wagen mit Heu, 4 mit Stroh. Heu Mk 4.60 bis Ml 4.90, Stroh (Roggenstroh) All. 3.60 bis Mk. 3.80. Alles per 50 Kilo. , . . , Cassel, 8. Okt. Hiesige Zeitungen verdrecken em bis letzt noch mcht bestätigtes Gerücht, wonach der verschwundene Direktor Schmidt von der Eaffeler Trebergesellschaft einen Brief an die Konkursverwaltung gesandt habe — auffallenderwelle mit dem Poststempel Cassel — worin er die Hauptschuld an dem-vreberkrach nuf sich nimmt, und die Auffichtsräte entlastet, die durch ihn ge- täuscht worden seien. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Kttikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Kaufmännischer Verein. Dem Versaffer des gestrigen „Eingesandt" diene zur Beruhigung, daß die Einladungen bereits vorigen ^ainstag zuin teil ausgetragen ,wurden und der Rest inzwischen auch zugestellt worden ist. Bei hem schlechten Wetter konnte die Dienerin, die man gern das Porto sich verdienen läßt, die Einladungen nicht rascher besorgen, und oiefe ließen sich leider nicht früher fertigstellen, weil sich die Verhandlungen bezüglich des Programms unliebsam in die Lange zogen. -Es darf ivohl angenommen werden, daß die zum Stiftungsfest gewählten Darbietungen als schön und gediegen allgemeinen Anklang .finde:: und der Be,uch des Festes ein guter ivird. H. Arbeiterbewegung. ko. Hanau, b. Okt. In der Etuisfabrik von Zeh und >Schieh haben heute Morgen die Arbeiter (24) wegen Derweige- -rung der geforderten Lohnerhöhungen die Arbeit eingestellt. Familien-Nachrichteo. Eheschlietzuugeu. Regierungsasseffor Konrad Ernst August !L o e h l e r n in Heppenheim mit Mathilde Oktavie Marie Freiin Löw von und zu Steinfurth in Darmstadt. Todesfälle. Frau Pfarrer Marie Anthes, geb. Herzog, Reichenberg. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Versteigerung. Montag den 14. d. Mts., nachm. 3 Uhr, versteigere ich die Ernte (51artoffel u. Gemüse re.) von einem Trieboiertel. Zusammenkunft Schiffenbergerweg, Eingang nach dem alten Feld. Versteigerung bestimmt. 6726 Gießen, 9. Oktober 1901. __________Mulch, Psandmeister. Donnerstag den 10. Oktober, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich eine Schiffsschaukel mit Zubehör gegen Barzahlung. Zusammenkunft: Brandplatz, Ecke der Brandgasse. 6692 Geißler, Gerichtsvollzieher. Beim 3. Bataillon Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (Nr. 116) soll die Lieferung ber in dem Küchen-» b et riebe erforderlichen Victualien vom 1. November L Js. ab auf 1 Jahr vergeben werden. Vertragsbedingungen liegen auf dem Geschäftszimmer 69 des Bataillons zur Einsicht auf., Offerten sind verschlossen mit eicksprechender Aufschrift versehen der Küchenverwaltung bis zum 17. Oktober L I. einzureichen. Die KüchenverwalMng III Kaiser Wilhelm. 6675 Unsere in Blatt Nr. 115 erlassene Bekanntmachung wird dahin berichtigt, daß der Stand der Mitglieder Ende 1900 nicht 30, sondern 32 betrug. 6724 Großen-Buseck, 9. Oktober 1901. Spar- und Leihkasse e. G. m. u. H. Statt. Schlachthaus. Freibank. Heute mic tuutßeu: Sdjmrintfltildi 50 jjfg. Neue Berliner Minne per Stück 6 Pfg., per Hundert 5,50 Mk., Sardinen, Bismarckherinqe marin rrrinfle, Sardellen .mehlt billigst 6709 •fe'i W '■'A$ i rn^i g KD ■ ■ W MWW^W^WWW^^W^WWW^^^WWW, />-■'■ I j l 1 -:>:v ■1111M ~ l L> 1. TB k v: I •! i M Darcksagning. Allen, welche uns bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Frau Elise Kurz Wwe. geb. Scäiwaner ihre Teilnahme zuwendeten, insbesondere auch Herrn Pfarrer Dr. Grein für seine liebevollen Worte, sagen herzlichen und innigen Dank Die trauernden Kinterölieöenen. Gießen, den 9. Oktober 1901. 6719 ■V&>\ M r Qht* t fifif 1 Los, 11 Lose 10 Mark, vUu 2*U* Porto u. Liste 25 Pfg. extra, durch das ebit Alfred van Perlstein & Comp., Mainz, Große Bleiche 3. 6401 In Gießen bei Aich. AuchaiLer, sowie sämtlichen Lotteriekollekteuren und Loseverkaufsstellen. 10. chiitoöer 1901 Ziehung der Frankfurter Ausstellungs-Lotterie. Hanz-Anterricht. Mein Tanz-Unterricht beginnt wieder Montag den 14. Oktober. Gefl. Annreldungen erbitte ich vorher in meiner Wohnung: Weidengaffc 7. 6005 Frwdr. Keese, Nnid. - Tanz - und Fechtlehrer. Fertige Federbetten mit 6 Pfund Federn gefüllt, Stück zu 12.-, 15.-, 18.-, 21.- Mk. und besser, Kissen mit 272 Pfund gefüllt, 6321 Stück zu 4.75, 5.50, 6.70, 8.— Mark und besser, halten stets in großer Auswahl vorrätig C-. Böhr & Co. 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