Nr. 338 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 10. Oktober 1001 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Giehener Zamillen- blätter werden dem An» er im Wechsel mit »Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstrasre 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FcrnsprechanschlußNr.51. General-Anzeiger Si Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Annahme von Anzeigen au der für den folgenden ^ag erscheinenden Nr. bis vonnittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt» lungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. 7. Allgem. Parteitag her deutsch-sozialen Resompartei. n. Leipzig, 8. Okt. Die Verhandlungen am Montag eröffnete der Vorsitzende der. Partei, Chefredakteur Zimmermann- Dresden. „lieb er die deutsche Miachtpolitik, wie sie ist,und wie sie sein sollte,, berichtet der Reichstags- abg. Werner. Man klagt — so begann der Redner — oft über das Sinken des Llnsehens des Parlamentarismus. Die Hauptschuld hieran trägt die Regierung und der Bundesrat. Wenn irgend welche wichtigen Initiativanträge aus der Mitte des Reichstages gestellt werden, dann pflegt der Bundesrat oft durch Abwesenheit zu glänzen, so z. B. bei den Anträgen betr. oen Schutz der Bauhandwerker und bei den Schwerinstagen. Dies Verhalten ist natürlich für die Mitglieder des Reichstages kränkend. Andere Momente dafür, daß das Ansehen des Reichstages immer mehr finkt, liegen in der Verflachung der Debatten und in der Ausdehnung der Verhandlungen, die selten etwas Interessantes bieten. Daher ist es unverständliche wie man ohne Anwesenheitsgelder ein beschlußfähiges Haus zu bekommen und zu erhalten suche. Was die Thätigkeit des 'Reichstages anlcmgt, so bleibt auch hier manches auszusetzen. Wieviel Jahre hat es gedauert, ehe der Reichstag die Ehrenpflicht erfüllte, für die Veteranen des Krieges 1870/71 in würdiger Weise zu sorgen. Bedauerlich bleibt ferner, daß die Gesetzgebung seit Caprivi viel zu wenig für das Wohl des Mittelstandes sorge, besonders auch in der Beamtenfrage. Bedauerlich ist weiter, daß wichtige Petitionen von der Petitionskommifsion sehr en bagatelle behandelt werden. In der inneren Politik kann somit noch viel aufgebessert werden. Doch auch in der äußeren Politik ist noch manches nicht so, wie es sein sollte. Graf Bülow wird seit seinem ersten Auftreten als Reichskanzler von mancher Seite in den Himmel gelobt, obwohl er bisher, ohne etwas besonderes zu leisten, sich nur als schlagfertiger formvollendeter Redner bewiesen hat, der es meisterhaft versteht, seine Gedanken in seiner Rede zu verbergen, ähnlich wie das Orakel zu Delphi. Abg. Lotze tadelt die gegen das vom Reichstag beschlossene und pom Kaiser vollzogene Börsengesetz gerichteten Angriffe im Reichstag und ist mit der Haltung der „Wirt- schaftlichen Vereinigung", die freilich jetzt so gut wie in der Versenkung verschwunden iffc, diesen Angriffen gegenüber durchaus nicht einverstanden. Dr. Giese kam auf die bei der Beratung des Zolltarifs im Reichstage von der Linken angedrohte Obstruktion zu sprechen, und empfahl zur schnellen Erledigung namentlicher Llbstimmungen einen — elektrischen Abstimmungsapparat. Böckler-Berlin schnitt mit herber Verurteilung das Thema von den chinesischen Instrumenten an. Nach einer lebhaften Mahnung pes Stadtv. Clausen-Dresden, des schwer ringenden Mittelstandes immer eingedenk zu sein, sprach Reuter- Offenbach für die Solidarität zwischen Handwerker und Bauer und polemisierte mit Lebhaftigkeit gegen das Ein- brlngen fremden Geistes ins deutsche Land, des jüdischen ebensowohl wie des englischen. lieber die Kass e n v e r h ä lt ni s s e entstand dann eine längere Debatte, da man von einigen Seiten eine Erhöhung der Beiträge befürwortete. Bom Vorsitzenden wurde hiergegen opponiert, vielmehr dem Wunsche aus schnelle Abführung der Beiträge Ausdruck verliehen. Die Debatte führte zu einer Polemik gegen den „Volksbund" und Herrn von Mosch. Namentlich, Reichstagsabg. Bindewald l wandte sich in scharfen Ausführungen gegen Herrn von I Mosch, und sprach ihm die Fähigkeit zur Gründung einer neuen Partei, unc> überhaupt zur Leitung einer politischen Bewegung ab. Boeckler-Berlin gab bekannt, daß Herr von Niosch unter der Vorspiegelung, daß Abgeordnete der Partei oer Mosch'schen Sache sich anschließen wollen, Propaganda für sich mache. Die Parteileitung solle dies ihm verbieten und ihm mitteilen, daß sie, falls er sein Verfahren fortsetze, der Staatsanwaltschaft Anzeige machen würde. Nach dem Schlußworte des Kassenwarts Tr. Giese, wurde diesem Decharge erteilt. Als von allgemeiner Bedeutung für die Partei bezeichnete der Vorsitzende einen Antrag der Berliner Stimmführer, den Redakteur Bo eckler-Berlin begründete. In Berlin hat ein großer AntisemitenpvozeH stattgefunden, bei dem der Buchhändler De Wald zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, weil er zwei Postkarten verbreitet hat, in welchen nach dem Ausspruch des Staatsanwalts Kanzow die Religion der Juden „in die Gosse" gezogen worden ist. Ob es zulässig sei, der Bevölkerung durch derartige Karten einen derben Rippenstoß zu geben, wenn Knabenmorde, wie in Könitz, Xanten usw. nicht gesühnt werden, oder nicht, das sei eine andere Frage. Durch Postkarten aber, so meint der Redner, wird eine Religion indessen nicht in die Gosse gezogen. Wenn das als ein so großes Verbrechen angesehen werde, dann solle der Staatsanwalt auch mit derselben Strenge eingreifen, wenn der Rosenkranz der Katholiken durch die Judenblätter gezogen wird. Bei der Verhandlung gegen Dewald hat Herr Kanzow geäußert: „Für einen gebildeten Menschen giebt es überhaupt keinen Ritnatur o r d^. Dieser Ausspruch hatte Befremden gefunden. Tas Urteil sei unmaßgeblich, sagte Herr Boeckler. Der Verteidiger meinte, daß ihm der Staatsanwalt doch nicht die Bildung abspreche, denn er glaube an Ritualmord. Der Referent beantragte schließlich im Auftrage der Berliner Stimm führ er: Der Parteitag beschließt, den Aba. L. Werner zu ersuchen, den preußischen Landtag und den Justizminister darauf aufmerksam zu machen, daß der Berliner Staatsanwalt Kanzow in völliger Verkennung seiner Aufgaben bez. Rechte als Vertreter der Anklagebehörde den Prozeß Dewalo benutzt habe, seine einerseits durchaus unmaßgebliche, andererseits aber für weite Kreise unseres oeutschen Volkes, bezw. preußischer Staatsbürger beleidigende Privatansicht der OeffentlichLeit zu übergeben. Der Parteitag spricht die Erwartung aus, daß der gleichen staatsanwaltschaftliche Uebergriffe, durch die das Vertrauen auf die Rechtsprechung im Volke schwer erschüttert wird, künftig unterbleiben. In der Debatte wurden alle möglichen Erfahrungen, die die Antisemiten mit der Justizpflege gehabt haben, zum Besten gegeben. Man beschloß schließlich, den Antrag der Berliner Stimmführer einstimmig anzunehmen. Nur an Stelle des letzten Satzes wurde auf Antrag des Dr. Giefe der Passus einzufügen beschlossen: „Der Parteitag spricht sich dahin aus, daß die Vertreter der Anklagebehörde sich nur bur^i den Thatbestand, durch beglaubigte Judicien und beschworene Zeugnisse leiten lassen und frei von vorgefaßten Meinungen fein müssen, wie sie aus den Ausführungen des Staatsanwalts Kanzow spricht". Ein Antrag des Dr. Giese, den Ausschluß aller jüdischen Religionsgesellschaften vom Genuß der Korporatrons- rechte betreffend, wurde der Parteileitung zur Erwägung überwiesen, für den Fall, daß eine Aenderuug des Parteiprogramms erfolge. Ein Antrag des Reformvereins zu Dresden, dahingehend, den Vorort des nächsten Parteitages, sowie den Zeitpunkt dafür stets auf dem tagenden Parteitage selbst festzustellen, wurde abgelehnt und beschlossen, die Festsetzung dem Gesamtvorstande zu überlassen. Landtagsabg. Werner erstattete einen kurzen Bericht über seine Landtagsthätigkeit. Der Redner ist der einzige Vertreter seiner Partei im preußischen Landtage und während der letzten, kurzen Session besonders hervorge- treten durch seine Rede über den Mord in Könitz, wobei der preußische Justizminister selbst zugestand, daß Fehler bei der Voruntersuchung des Konitzer Falles gemacht worden sind. Auch in der nächsten Session würde er — so hob er hervor — auf den Fall wieder zurückgreifen, wenn neue Momente in dieser Sache zu tage getreten seien. Eingegangen ist weiter folgender Antrag des Herrn Piohlmann-Halle a. S.: Der Parteitag wolle beschließen, einen Ausschuß niederzusetzen, der mit dem Abg. Dr. B eockel, mit den Deutsch- und Christlich-Sozialen über folgende Punkte zu verhandeln hat: Der historisch gewordene Besitzstand der verschiedenen antisemitischen Gruppen wird gegenseitig feierlich anerkannt. Ueber die Verteilung der strittigen Werbegebiete ist eine thun- lichst weitgehende Einigung anzustreben. In den für neutral erklärten Bezirken verpflichten fich die Vertragschließenden zu gegenseitiger Duldung. Von der Aufstellung von Gegenkandidaturen bei den Wahlen Abstand zu nehmen, soll künftig eine antisemitische Ehrensache sein, zur wirksamen Bekämpfung der gemeinsamen Feinde. Der Vorsitzende Zimmermann begrüßt diese Anregung dankbar, hält es aber für unzweckmäßig, über diese Angelegenheit auf dem Parteitage in eine breitere Erörterung einzugehen, da bann manches zur Sp rache kommen würbe, woraus hüben und drüben Kapital gefchlagen werben würbe. Man beschloß, bem Wunsche des Vorsitzrn- ben gemäß, ben Antrag Pohlmcmn der Parteileitung zur Berücksichtigung zu überweisen. Ein Antrag bes deutsche-sozialen Reformvereins für Weißensee und Umgegend, zu beschließen, daß seitens der Parteileitung bafür gesorgt n>ird, daß in bie Kreise, welche auf bem Parteitage burch Delegierte vertreten sind, einmal im Jahre ein Reichstagsabgeordneter auf Wunsch des be- treffenoen Vereins auf Kosten der Parteikasse zum Dortrage entsenbet wird, wurde der Parteileitung zur Berücksichtigung überwiesen, ein Antrag des Deutschen Vereins in Frankfurt a. M., die Parteileitung der deutsche- sozialen Reformpartei möge hauptsächlich der Agitation in Hessen und den angrenzenden Gebieten ihre Haupt- aufmerksamkeit entgegenbringen, wurde zurückgezogen. Zu den Bankkatastrophen lagen nicht weniger als drei Anträge vor. Sommer-Berlin beantragte, zu beschließen, die Reichs- und Landtagsabgeordneten der Partei zu. ersuchen, dahin zu wirken, daß die Banken und sonstigen Geldinstitute einer staatlichen Kontrolle unterworfen werden. Dr. Giese-Berlin, der eine langatmige Erklärung zur Annahme empfahl, hielt den SommerfchM Antrag nicht für annahmefähig, da dem Staat schon genug aufgebürdet würde und auch Staatskommissäre betrogen werden können. Redner bekämpfte das ganze System der Aktiengesellschaften in ihrer heutigen Ausdehnung und trat für ' eine schrittweise Unterdrückung der Hypothekenbanken ein. Am Schlüsse seiner Ausführungen zog er indessen infolge der vorgerückten Zeit seine Anträge zurück. R e u t h e r - Offenbach schließlich, der in seinem Anträge eine Verbesserung des Aktiengesetzes und eine ftmgere Verantwortlichkeit und Haftbarkeit der Aufsichtsratsmit- Gießener Madttheater. Hans Huckebein. Schwank in 3 Akten von Blumenthal und Kadelburg. Die Komik beginnt nachgerade einen gar breiten Raum in dem Repertoire unserer Bühne ftinzunehmen. Allmählich sehnt man sich nadj Abwechselung, nach einer Bühnendichtung ernsten Genres. So gern man mit Fröhlichen lacht, so wenig zuträglich ist es, in dieser alten Lebensphilosophie ganz aufzugehen und Abend für Abend mit und um sich Scherze treiben zu lassen. Um ein Wort aus Lessings „Minna" zu variiren: wir wünschen endlich ernsthafte Dinge von ernsthaften Leuten ernsthaft traktiert zu sehen. Die Bühnenschaumweinfabrik Blumenthal und Kadelburg, die zuweilen einen ober den anderen Associa wechselt, bringt seit Jahren mit größter Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit zu Beginn jeder Theatersaison eine neue Marke in den Handel. Die diesjährige Marke, die „Fee Capriee", ist vor wenigen Tagen von unserem Berliner xy-Mitarbeiter an dieser Stelle besprochen worden gelegentlich ihrer ersten Berliner Aufführung. Aus dem vorigen Jahre stammten „Die gestrengen Herren", von 1899 „Als ich wiederkam", von 1898 „Im weißen Rößl" und von 1897 der närrische Schwank mit der schönen Benarnsung „Hans Huckebein". Daß dieser unglückselige 9inme aus den guten alten Weinschläuchen des Meisters Wilhelm Busch geschöpft ist, versteht sich von selbst; ebenso selbstverständlich ist, daß an der 1897er Marke der genannten deutschen Sektfirma mindestens so viel auszusetzen ist als an allen übrigen. Der Schwank bringt die verbrauchteste Gelegenheitskomik, und mit den gewöhnlichsten Redensarten werden die Effekte zu erzielen versucht. Wir würden vielleicht weniger gegen ihn einwenden, wenn er uns einmal, gleichsam aus liebenswürdigem Ucbcrmut, etwa zwischen Ibsen und Hauptmann übet den Weg gehuppt wäre; unter den ob-• waltenden Verhältnissen aber rühmen wir an ihm nur die Kraft seiner Anregung gum Appetit auf wertvollere Kost. Wenn wir trotzdem nach der gestrigen Aufnahme sagen muffen, es hat den Anschein, daß „Hans Huckebein" bei uns noch einige Abende der Wiedergeburt erleben wird, so wird sich der alte Unglücksrabe schließlich wohl überzeugen, daß der Anschein nichts gegen ihn hat. Die Paten, die an der Wiege Hcms Huckebeins bes Jüngeren standen, werden von aller Welt seit Jahren anstandslos zu den erfahrensten Bühnenkennern gerechnet. Viel Schmeichelhaftes ist ja sonst über die beiden Herren nicht zu reden, eine wertvolle Eigenschaft aber hat jeder von ihnen: Oskar Blumenthal ist ein Meister des leichtesten Genres tändelnder Satire, und Gustav Kadel- burgs Spezialität ist die Situationskomik. Wer diese Eigenschaften der beiden Herren kennt, der wird sich fast in jeder Szene ein paarmal sagen: Jetzt redet Blumenthal, und jetzt Kadelburg. Der amüsantere ist stets Blumenthal. Schpn lange nicht mehr geizt der bisherige Hausdichter des Berliner Lessingtheaters kühn nach den Lorbeern Lessings; er hat sich fein beschießen, und mit Paul Lindau ringt er jetzt jahrein jahraus um den Iiuhmestitel eines „deutschen Sardou", obwohl dieser wie jener selbst gegen diesen französischen Theatermamr weit zurückstehen. Seit dem Zeitpunkte seiner Resignation hat sich das verglimmende Feuer des mm fast 50 jährigen Herzens Blumenthals das einträglichere Genre der Schwankdichtung reserviert und seit Jahren ist der „samose" Autor von „Charleys Tante" auch sein Vorbild geworden. Zwar unsterblicher Lorbeer ist dabei nicht zu gewinnen, aber die Produktion lohnt sich, und für den „Segen des Mans- felber Bergbaues", den so ein Stück einbringt, kann man schon daraus verzichten, künftigen Geschlechtern in der Litteraturstunde als der „große Blumenthal" gepriesen zu werden. Die ominöse 1897 er Fabrikmarke der erfolgreich leistungsfähigen Kommanditgesellschaft sichert dem Schwanke von vornherein eine glückliche Einführung. Dws Stück bewegt sich in ben Regionen bes höheren Blödsinns, aber wer ein empfängliches Herz für überraschende Einfälle und brollige Situationen ins Theater mitbringt, ber wird seine Rechnung nicht ohne Blumenthal und Üäbelburg gemacht haben, denn sie haben hier wie sonst wohl nur noch im „Weißen Rößl" das ihnen Mögliche in Aufbietung ihres Witzes geleistet und überschütten uns mit einem prasseln- bcn Raketenfeuerwerk von Wort- und Situationswitzen. Der „Held" des Stückes trägt ben Spitznamen „Hans Huckebein" mit dem Epitheton ornans „Der Unglücksrabe", weil bei allem, was er anfängt, fein für ihn selbst sprüchpwrtlich geworbenes Pech ihm ein Schnippchen schlägt. Das geht so von morgens früh bis abenbs spät tagaus tagein und bringt ihn faum mehr aus der Fassung. Aber bet passiert ihm einmal bock etwas ganz besonbers Pochmeierhaftes. Er ist auf ben Kinematographen gekommen unb wirb alle Tage in Berlin W. Unter ben Linben gezeigt in einer Stellung, bie seine Stellung als Gatte unb Schwiegersohn arg erschüttert. Man hat ben Unglücklichen in Ostenbe photographiert, als er mit einer anberen als seiner Gattin auf ber Sanbbcmk saß und die Lippen zum Kusse spitzte, und dieses Bild auf die Walze bes Kinematographen gebracht. Und ber Unglücksrabe als Bärenführer bringt ahnungslos bie liebe Schwiegermama und seine Frau zu dieser Vorführung. Armer Hans Huckebein, „wie ward dir da, als dies geschah" und die 9h:. 6 „Szene aus dem Strandleben von Ostende" mit deiner eigenen Person int Vordergründe vor dir auftauchte! Selbstverständlich kommt er nun bei aller Welt in den Verdacht, daß es für ihn am schönsten ist, wo es am „saus geneften" ist. Was sich dann weiter ereignet, davon mag sich unser Leser selbst überzeugen, und möge er seine Freude daran haben! Gespielt wurde im allgemeinen recht brav, abgesehen von einigen kleinen Unzuträglichkeiten, die bei Erstaufführungen selten sich vermeiden lassen. Es griff nicht immer alles prompt in einander, namentlich nicht im Dialog, in dem die kurzen Einwürfe wie, „So hör mich doch" ober dergl. nicht Schlag vertreten vom führte Rechtsanwalt En gisch. 26. Mai, dem Nealz in Gießen wurde, wie bereits gemeldet, Justizrat Metz in Gießen gewählt. Die bereits gelegentlich der außerordentlichen Tagung vom 26. Januar besprochenen Anträge Grünem w a l d in Gießen und Genossen wurden größtenteils abgelehnt. wenn er auch die Notwendigkeit der Handelsverträge etwas zu stark betonte, doch ganz entschieden für die Notwendigkeit eines höheren Zollschutzes für die Landwirtschaft aus- aesvrochen. Wir meinen, man sollte auf landwirtschaftlicher Seite vielmehr darauf bedacht sein, die freundliche Gesinnung der Minister für den Zollschutz der Landwirtschaft, den He ja auch vorgeschlagen hat, den vielen Angriffen gegenüber zu erhalten, statt zu den Angriffen der Gegner wegen der Zollvorlage auch noch den bitteren ^>pott zu fügen. Wie da eine Einheit zwischen der Regierung und den Mehrheitsparteien im Reichstage für den Zolltarif zu stände kommen soll, ist schwer verständlich" total abgeschnitten. , Q Bergheim bei Ortenberg. Die hiesigen Basaltwerke beabsichtigen, eine Drahtseilbahn nach Ortenberg anzulegen und eine Steinklopfmaschine mit Dampfbetrieb auszustellen. Der Bruch ist an eine Frankfurter Gesellschaft für 400 Mk. jährlich verpachtet. x Obec-Ohmea, 8. Okt. Unsere Gemeinde hat eine neue Feuerspritze bezogen. Unter Anwesenheit des Kreisamt. mannes und des Kreisfeuerwehrinspektors wurde sie einer Probe unterzogen, die glänzend ausfiel. Unsere Pfarrkirche hat einen Turm von ganz respektabler Höhe, aber der gewaltige Wasserstrahl der neuen Spritze übersprang den Turm. «Die Einlegung des Saugrohres, das das mühsame Wasser- tragen ersetzt, funktionierte sehr gut. -o- Burkhardsfelden, 8. Okt. Am nächsten Sonntag findet die E i n w e i h u n g unserer neuen Schule statt. Anschließend an diese Feier wird dem hiesigen Kriegerverein durch einen Vertreter des Großh. Kreisamts Gießen und den Bezirksvorsteher Bruchhaußer-Gießen eine von dem Kaiser gestiftete Fahnenschleife zu seinem 25jährigen Bestehen überreicht werden. Der Festzug nimmt Aufstellung bei dem alten Schulhause um 1 Uhr mittags. fc. Büdingen, 8. Okt. Kürzlich versuchte em gewisser IAugust Wolf aus Breslau hier seine Geliebte durch einen Schuß in den Mund zu töten. Er ist nunmehr von Worms, wohin er zu Fuß durchgebrannt war, hierher zurückgekehrt und hat sich der Polizei gestellt. Darmstadt, 7. Okt. Gestern fand die Einweihung Ides von der Odenwaldklubsektion Darmstadt erbauten Ohly- Ith ii rin es auf dein Felsberg statt. Bei der Ungunst der Witterung mußte sich der Hauptakt im Hotel Haberkorn vollziehen, wobei der Kliibvorsitzende, Ministerialrat Braun, in einer Ansprache die Bedeutung Albrecht Ohlys um die Odenwaldklubsache hervorhob. Architekt Scherer, nach dessen Entwurf und unter dessen Leitung der Bau ausgeführt wurde, übergab den Schlussel. Danach Überbrachte Amtsrichter Wünzer von Waid-Michelbach namens der dortigen Sektion Glückwünsche ! und einen Erinnerungskranz. Weitere Ansprachen folgten. I Später fand in Jugenheim im Hotel Rindfuß ein Mahl statt, wobei der Kluboorsitzende den Toast auf den Großherzog, den findet am 15. d. M. in Mainz statt. Die Versammlungen sollen alle zwei Jahre abgehalten werden. § Salz, 7. Okt. Hier wurde der sehr sehr beliebte seitherige Bürgermeister Muth (früher auch Landtagsabgeordneter) einstimmig mit 46 Stimmen wiedergewählt. Es hatten nur wenig Stimmberechtigte von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. i Grebenhain, 8. Okt. Zu der Arzt stelle für unsere Kirchspiel-Gemeinden haben sich 27 Aerzte gemeldet. Die Gemeinden haben dem Dr. Koch aus Büttharb in Bayern die Stelle übertragen. — Metzlos'Gehaag, 7. Okt. Gestern fand hier die Obduktion der Leiche des Kindes der Witwe Klug statt. Auch letztere wurde diirch die Gendarmerie vorgeführt. Dem Vernehmen nach soll das Kind nach Aussage des Arztes tot zur Welt gekommen sein. Die verhaftete Witwe Klug soll in die ! Klinik nach Gießen verbracht werden. — Dem hiesigen Landwirt Georg Sichert wurden beim Häckselschneiden drei Finger Das Schwurgericht verhandelte gestern gegen den Fabrikarbeiter Friedrich Kaut II, geboren 1852 zu Lauterbach, wegen Meineides. Die Anklage wurde Gerichtsassessor Dr. Hetzel, die Verteidigung liche gesegnet haben wird, und es scheint uns, sein Ende sei recht JMnht 1UT1I $111111 nahe, dann wird er seinen Erzeugern unendlich mehr an <*\**il I1UU1 1UIV * an zeitlichen Gütern gebracht haben, als ihm und ihnen zu- < . kommt, ergo ift der Unglücksrabe, der es reell verdient hätte I ist nur unter gen eine Eintagsfliege zu fein, eigentlich ein Glückskind, wie ja auch manchmal ein Russe warmherzig, ein Athlet ein guter Ehemann und ein Backfisch schlau fein kann. P. "W. tzchmurgericht. in. Gießen, 9. Oktober. Protektor des Klubs, ausbrachte. Mainz, 7. Okt. Vor einigen Wochen hat der Schulvorstand den Beschluß gefaßt, daß die noch schulpflichtigen Kinder nicht mehr bei Theateraufführungen Verwendung finden dürften, und zwar, wie in einem Rundschreiben an die hiesigen Votksschullehrer mitgeteilt worden war, „zur Abwendung schwerer sittlicher Schäden und Nachteile." Nunmehr hatte sich die Theaterdirektion Beschwerde führend an die Bürgermeisterei gewendet, da die I prinzipielle Nichtzulassung von schulpflichtigen Kindern zur Mithilfe bei theatralischen Aufführungen die Aufführung einer Anzahl Vorstellungen zur Unmöglichkeit mache. Der | Schulvorstand hat dieserhalö den von ihm gefaßten Beschluß (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichteu er.-|ier deutscher Firmen, welche zum Teil ganz neue Patente ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz. gestattet.) und Gebrauchsmuster vorführen, Gebrauchsartikel und pro- Gießen, den 9. Oktober 1901. phylaktische Tinge von verblüffender Einfachbeit und kom- •• tzjne Versammlung der Notare des Großherzogtums, pliziertester Konstruktion. Die Krankenpflege, das freiwillige die zweite seit dem Bestehen des Notariats in unserem Lande, Lanitätswesen ist sehr gut vertreten. Die nicht"ganz" angebracht Vva^ die",Nat.Utg/^ nennt sie eine\°“ Tie* an die Geschworenen gerichteten Schuldfragen sind knabenhafte Treiftigfeit, während der „Reichsbote" d^" ; ' . " ? ' . - ? “ bemerkt: „Uns will es scheinen, als sei die Zeit für solche yeit für den Angeklagten eine Verfolgung wegen einer Scherze, durch welche man die Minister schwer verletzt, viel strafbaren Handlung nach sich ziehen? Auf Antrag der Es sind 10 Zeugen zu hören. Der Thatbestand ist der folgende: Ain 1. Pfingsttage, befand sich Kaut zu Lauterbach m feiner L Wohnung. Die Nachbarn, darunter der L/chuhmachermeister I' Dufeberg und andere, befanden sich in reger Unterhaltung auf offener Straße in unmittelbarer Nähe der Kaut'schcn! Wohnung. Kaut erschien am Fenster und rief dem Duseberg I etwa folgendes zu: „Kuschelschuster, verdorbener Schuster,! schlechter Schuster, geh heim zu Deiner Frau" 2c. Dabei ahmte der Sprecher einen Sprachfehler des Duseberg nach. I Duseberg geriet in begreifliche Erregung, ergriff einen Well-1 prügel, ging damit auf Kaut los und schlug oder stieß durch I das offene Fenster diesem einige Male in den Rücken. Kaut I erstattete am 5. Juni dem Gendarmeriewachtmeister Anzeige wegen Körperverletzung gegen Duseberg, verschwieg aber, daß er diesen beleidigt hatte. Am 22. Juli stand vor dem Schöffengericht Lauterbach gegen den Duseberg Termin an. I Es war hierzu außer dem Verletzten nur noch ein Zeuge geladen, der nur aus der Ferne die Affaire mit angesehen, nicht aber gehört haben wollte, daß Kaut geschimpft habe; dieser beschwor, daß er den Duseberg nicht beschimpft hat, daß I dieser vielleicht die Worte „verdorbener Schuster" oder „ver-I dorbene Schusterei" irrtümlich auf sich bezogen habe und nun I ohne weiteres thätlich geworden sei. Kant war wiederholt vom | Richter auf das Recht, die Antwort auf die bezüglichen Fragen zu verweigern, ausdrücklich hingewiesen worden, aber er blieb bei seiner Behauptung. Aus Antrag des! Duseberg wurden zur zeugeneidlichen Vernehmung Elisabeth Stoll, sowie die Eheleute Götz zur Stelle geschafft. Tiefe bestätigten im vollen Umfange die Behauptung des Duseberg, daß Kaut diesen, bevor er thätlich geworden sei, beleidigt und gereizt habe. Nun gab Kant zum Teil zu, daß er gelogen habe, legte aber keineswegs ein volles | Geständnis ab, behauptete vielmehr, die Zeugen hätten mehr ausgesagt als wahr sei. Tic Anklage behauptet, daß die Angabe des Angeklagten vor dem Schöffengericht wissentlich unwahr abgegeben sei und das; dessen Vernehmung unter Eid beendet war, . bevor die drei neuen Zeugen vor Gericht erschienen. Kaut erklärt, er glaube, daß er schuldig sei; gewußt habe er nicht, als er den Eid leistete, daß dieser falsch ist; der Irrtum bestehe darin, daß er annahm, er habe mit Bezug auf sich selbst im Gespräch mit seiner Tochter geäußert: „Wozu brauche ich ein Patent? Meine Schusterei ist doch verdorben." Kaut war früher Schuster und arbeitete seit über einem Jahre in einer Hutfabrik. Tie Tochter hatte kurz vorher, so erzählt der Angeklagte, die Steuer bezahlt und so sei die Rede daraus gekommen, daß er noch 40 Pfennig für ein Patent zu zahlen hätte. Duseberg glteber befürwortete, stellte den Antrag sämtliche drei Anträge der Fraktion des deutschen Reichstages als Material zu überweisen, welchem Anträge stattgegeben wurde. Mit einem Heil auf den Parteitag schloß der Vorsitzende die Tagung. Bruhn-Berlin brachte noch auf den Vorsitzenden, Reuther-Offenbach auf Leipzig ein dreifaches Heil aus. Es sei noch erwähnt, daß im Verlaufe des Kommerses am Sonntagabend folgende Depesche an den Präsidenten Krüger abgeschickt wurde: „Ew. Hochedeln senden die Antisemiten vom Parteitage 'in Leipzig treudeutsche Grüße! Heil und Sieg den Buren! Im Auftrage: Dr. Bennewitz." Frankfurt, 7. Okt. Man wird wohl nächstens mit dem Bau des neuen Ostbahnhofs beginnen. Das Terrain der früheren Akkumnlatoren-Fabrik ift durch freihändigen Verkauf in den Besitz des Eisenbahnfiskus über» gegangen und falls der Minister zustimmt, soll schon tm nächsten Frühjahr mit dem neuen Bahnhof begonnen werden. Es sind für den Dau des Bahnhofs, der mtt dem Hauptbahnhof verbunden fein wird, 3 Jaftce Bauzeit vorgesehen. Auch der neue Bebauungsplan für das Ost^id wird den Stadtverordneten demnächst Dorgelegt. cm Nundgang durch die am Sonntag eröffnete Un f a Il schutz- und Sanitäts-Ausstellung beweist sofort deren seriösen Charakter. Eine Sehenswürdigkeit erften Ranges Zft die Nachahmung der Zeche König im Saarbrücker Steinkohlenbergwerk, eine umfangreiche, naturgetreue Ausführung. Dann beanspruchen die teilweise in Pans ausgestellt aewefenen statistischen Materialien, Karten, Zeichnungen Pläne, welche den Stand des,Unfallwesens vorführen, großes Interesse. In elegant ausgestatteten, grotzen Sonder-Ausstellungen sind das Kaiserliche Gesundheitsamt, das Reichv- versicherungsamt, die Staaten Bayern, Baden, Württemberg, | SS e f f e n , Sachsen vertreten. Fast jede Industrie verfugt über ausführliches Zahlenmaterial, Ph^MaPhieri und Litteratur, in welchen Unfallschutz und Verhütung, sanitäre und hygienische Einrichtungen erläutert werden. Tas weite Feld der technischen Industrie ist bi*t befefrt• »w Eine Versammlung des Bundes der Landwirte in Korbach hat nach einem Vortrage des Abg. Dr. Tie- derich Hahn folgenden Beschluß gefaßt: „Die heute in Korbach tagende, nach vielen Hunderten zählende Versammlung des Bundes der Landwirte erlaubt sich an den Herrn Reichskanzler die ergebene Bitte zu richten, Hochderselbe wolle angesichts der Reden, welche der preußische Handelsminister Herr Möller neuerdings Politische Tagesschau. Deutsche Börsen und Auslandsbörsen. Aus Handelskreisen wird uns geschrieben: Es ist in letzter Zeit von Finanzkreisen Klage geführt worden, daß die Berliner Börse immer mehr ihren internationalen Charakter verliere. Begründet wird dies u. a. durch den allerdings sehr bedeutenden Rückgang in der Emission ausländischer Wertpapiere, der naturgemäß eine entsprechende Verrinaerung der Umsätze sowie einen Ausfall in den Erträgen der Börsensteuer zur Folge hat. Tie Frage, ob es zu bedauern ist, daß Auslandspapiere nicht mehr in dem Umfange wie früher an deutschen Börsen zur Emission gelangen, soll hier unerörtert bleiben. Fest steht, daß, wer solche Fonds erwerben will, auch heute nicht in Verlegenheit kommt. Ter Kurszettel weist noch immer eine so beträchtliche Anzahl ausländischer Papiere auf, wie die Auslandsbörsen zusammengenommen deutsche Fonds oder Aktien in ihren Kurstafeln nicht entfernt verzeichnen. Wenn man den Charakter der Jnternationalität danach bemißt, dann wird den Börsen von Wien, Paris, London und New- York das Attribut „großprovinzial" mit größerem Recht beigelegt werden können. Mit Bezug auf die Pariser Börse hieß es auch vor nicht langer Zeit, daß das deutsche Geschäft mehr und mehr nach dort „auswandere". Besonders sollten Papiere in Betracht kommen, in denen der Terminhandel an deutschen Börsen verboten ift, vor allen wiederum Mvntanaktien. Soweit bekannt, werden in Paris nach wie vor ausschließlich Anteilscheine der Harpener Bergbau-Gesellschaft gehandelt .Tie „Uebersiedelung" von Aktien der Laurahütte und des Gelsenkirchener Bergwerks nach dem französischen Finanzmarkt ift bis jetzt nicht erfolgt, obwohl die Pariser Arbitrageure diesen Papieren angeblich Interesse entgegenbringen. Die deutschen Werte werden eben von den Auslandsbörsen bei weitem nicht so bereitwillig ausgenommen, wie die fremdländischen an den deutschen Börsen, und wenn die Ausnahme deutscher Fonds an nichtdeutschen Plätzen in der Thal erfolgt, so ift zumeist und jedenfalls zutreffend, daß diese Fonds nicht in den festen Besitz der Erwerber übergehen. Es wäre da interessant, bei der Beratung des nächsten Reichshaushalts- etats vom Schatzsekretär Frhrn. v. Thiel mann zu erfahren, wieviel von den unlängst in New -York begebenen 80 Millionen deutscher Schatzanweisungen bereits nach Deutschland zurückgeflossen sind. Ter Vermuten g, daß dies alsbald und in größerem Umfange statt- sinden werde, wurde seinerzeit von Parlamentariern offen ausgesprochen. Der Landsmannminister. VvL X)Vv.\XYyv\w\v -----------o I 'r i......u I ' < « < • < - tandsmitglieder Motz m Darm- r < r r C (3:P;iPn fspinl- falschen Eides und ob er die Ausführung der beabsichtigten stadt, Dr. Gut fleisch in Gießen, (laufe und Struve m auf Schlag sielen, sondern öfter mif beiden^ Setteni e aufgegeben hat, ohne daß er an derselben! Mainz wurden wieder nominiert; an Stelle des gleichfalls Stockungs - Pausen verursachten. Die Darsteller der fagumstände gehindert worden sei, die von seinem ausscheidenden Mttglieds des Vorstandes Geh. Justizrat Dr. sämllich aus alteren Schwanken sattsam bekannten Hauptrollen, ^^en unabhängig waren. Der Vertreter der Staatsbehörde ■ -■ - * * '*■ -1 QT> A u die Herren Gerlach, Woisch, Ramseyer, SchneiderI «Ijfeffor Dr. Hetzel plaidiert für schuldig des Meineids, und Sandor, und die Damen Feige, Feist-Schaubauch für Bejahung der Frage ein, die auf Grund und Brand au zeigten aber doch alle Lust an der Sache. § 187, MA 1 des Str.-G. zu 2 gestellt ist. Rechtsanwalt Insbesondere war der ivorläs ebampion des Herrn Ramseyer eine En gisch führt aus, naiü], seiner Ansicht tonne die Mein- Abs-Kopie, die das Heiterkeitsfluidum massenweise ins Pub- eidsfrage nicht bejaht iverden. Man könne nur die Fragen likum trug. Man konnte ihm fast zuttauen, daß er seinen wegen des versuchten Verbrechfens des Meineids bejahen, K- WWW Briefmarke." Diefluchtbcr-lt- Huckebeinigkclt des gleich emeni be- Angmagi Vögelchen böse verfolgten Herrn Martin Hallerstädt hätte ja ^ach der Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden und vielleicht in der Maske durch geringe Philistrosität, und diel halbstündiger Beratung der Geschworenen verkündet eheliche Autorität der Damen in erheblicherer Weise zum Aus- L^ren Obmann, Kommerzienrat Wilhelm Gail, den Wahr- _ druck kommen können. Auch Boris Mensky hätte wohl spruch, der den Angeklagten schuldig spricht des Mein- gefei etwas herzlicher, wärmer und einnehmender und ebenso eids, der aber auch die Frage bejaht, daß die Abgabe der h"’1 noch etwas temperamentvoller und stürmischer sein Wahrheit gegen ihn selbst eine Verfolgung wegen eines können, es fehlte das rechte sarmattsche Kolorit; dagegen ge- Vergehens nach sich ziehen tonnte . , langen dem Darsteller drollige Verlegenheit und Hebend 2bür?er^en ZWe und Beschränktheit recht gut. Die; buchen --Dame laßt! ^rnde Eidesunfähigkeit. Rechtsanwalt En gisch weist sich durch wenige Sttiche zu mafunscher Kultur modeln. ^arflU- ^aß durch die That ein Erfolg zum Nackfteil Allen^Herren und Damen sei generaliter gesagt«, daß sie nicht ! .ne- 'gst^ern nicht eingetreten sei, er bitte daher nur auf zu sehr ins Publikum spielen mögen. Sie leisten wohl alte ^ne Gefängnisstrafe zu erkennen. Das Urteil lautet recht Erfreuliches und es will uns scheinen, als stünden diel^em Antrag der Anklagebehörde gemäß, doch sal) der Ge- meisten von ihnen, namentlich die Herren, einige Stufen höher! richtshof von der Aberkennung von der Eidesfähigkeit ab. Der als die Herrschaften vom vorigen Jahre. Den armen Un- Angeklagte habe, um seine Rache und Gehaffigkeit auszuuben, glücksraben begleiten wir auf seinen ferneren Lebenswegen gefehlt, dies habe strafbeschwerend m e r ji gezogen mit unseren Glück- und Segenswünschen. Wenn er das Zeit- werden müssen. -----——— । — Universitäts-Uachrichten. en FÜR REN ARBEITSMANN Alles andere ist Nachahmung. 6711 Quaker Oats. I 19 Oefen irischen und amerikanischen Systems in jeder Ausführung. Haushaltungsmaschinen emaillierte Gesehr > ' WM WA empfehlen Telefon 284. Seltersweg 12. AUS MOT O: Pb e I iS 3 MGGGGW Ä» OG GO OO GOGOL« N Kaplansgasse 18 und 25. 5757 Nur noch kurze Zelt! 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Wööeffabriklager H. C- Werner Nernlischtes. ♦ Wilhelmshaven, 8. Okt. Tie 10000 Mark enthaltende Kassette des Torpedobootes D. 2, welche Ende August verschwunden ist, wurde heute morgen auf dem Torpedo-^Exerzierplatz versteckt wiedergefunden. Es fehlten nur wenige Mark. „ * Breslau, 8. Okt. Hier ist das sensationelle Gerücht entstanden, daß sich, in dem Nachlaß des durch Eelbstznord geendeten Dire ktors der Rhederei vereinigter Schiffer u. a. auch! der Goldschmuck der vor einigen Jahren von unbekannter Hand ermordeten Halbweltdame «Else Groß gefunden und beschlagnahmt worden sei. In der That ist eine Untersuchung der Behörde rn dieser Richtung eingeleitet. Dieselbe hat indes bis jetzt noch keine Anhaltspunkte dafür gegeben. ♦ Memel, 8. Okt. Auf dem Gute Warupvnen bei Pillkalleu wurde ein zweijähriges Kind von einem achtjährigen Mädchen verstümmelt. Die eine Hand wurde chm am Handgelenk rund umschinitten, die andere total ab geschnitten. * Die Pestt Sämtliche Kranke im Lazarett zu Nistda ibei Neapel sind in Besserung begriffen, mit Ausnahme Wartungen haben wie z. D. Frankfurt ihre Elektrizitats-rc. Einrichtungen und deren Betriebssicherheit an großen Modellen veranschaulicht. Tie Eisenbahnbehörde stellte einen aus vielen Achsen bestehenden, komplett eingerichteten Sanitätszug im Verein mit dem Roten Kreuz aus. Die Ausstellung übertrifft teilweise alle Erwartungen und wird zweifellos eine große Anziehungskraft ausüben, weil sie ihre Aufgaben in geradezu mustergiltiger Weise gelost und alles nicht unmittelbar zur Sache gehörige streng ausgeschieden hat. le. Bockenheim, 8. Okt. Hier fand die Versammlung des Vereins großh. hessischer Forstwarte statt, in der die Lage der Forstwarte, insbesondere ihre Gleichstellung mit andern Beamten, namentlich hinsichtlich des Kleidergeldes besprochen wurde. Es soll eine Eingabe an die obere Forstbehörde und die Landstände gemacht werden. Die nächstjährige Versammlung soll am 31. August auf Forsthaus Glaubzahl bei Nidda stattfinden. fo. Kassel, 8. Okt. Bei dem offenen Geständnis des Attentäters Rathgeber wird der Fall wahrscheinlich schon in der am 4. November beginnenden Schwurgcrichts- periode spruchreif sein. Herr von Westrum dürfte schon in za. 14 Tagen als vollständig geheilt entlassen werden können. — Wie die „Nat.-Ztg." hört, ist an TheodorW. Richards, einen jüngeren amerikanischen Gelehrten, eine Anfrage wegen Uebernahme der in Göttingen neubegründeten ordentlichen Professur für anorganische Chemie ergangen. Es i* indessen nicht gelungen, ihn zu gewinnen, weil man sofort alles aufbot, um ihn seiner Heimat, wo er an der Harvard-Universität in Boston wirkt, Morgen Mittwochabend: G LebeiWel !!. Sauerkraut. I ee ee eeeeeeoe Theater, Kunst und Wissenschaft. — Ter Geiger Willy Kruse, bekanntlich ein geborener Gießener, ist mit Beginn dieser Wintersaison Erster Konzertmeister des städtischen Orchesters in Elberfeld geworden, lieber sein erstes Auftreten lesen wir in dortigen Blättern viel Anerkennendes. Einer der Rezensenten schreibt u. a.: Sarasate's „Zigcuncrwctsen", die sehr wohl als Prüfstein für die Befähigung eines Geigers gelten dürfen, fanden in dem Genannten einen durchaus berufenen Interpreten. Tas will besagen, daß Herr Kruse vor allem mit dem technischen Rüstzeug seiner Kunst aufs innigfte vertraut ist. Mit energischer Bogensührung entlockte er feinem Instrument einen runden, klanggesättigten Ton, der auch im Fortissimo niemals unedel wurde, während sein Piano und Pianissimo ungemein süß und einschmeichelnd klang. Tie Reinheit der Intonation blieb auch in den höchsten Sagen und beim Flagcolettspiel aufs schönste gewahrt, das Passagen- und Figurenwerk kam perlend und exakt heraus. Die ganze Auffassung des Stückes war eine gesunde. Hervorragend schön brachte Herr Kruse die con soräino-Stelle. Das Auditorium spendete ihm äußerst warmen und wohlverdienten Beifall. Allem Anschein nach hat man mit dem Engagement des neuen Konzertmeisters einen sehr glücklichen Griff gethan. — Der in Halle tagende Kongreß der deutschen Geologischen Gesellschaft wählte Kassel als nächstjährigen Versammlungsort. Porzellanplatten Emailleplatten liefert und verlegt 6626 Emil Horst, Giessen, Baumaterialien-Fabrik und Grosshandlung. g Konserven (Moitrier) 53 zu Original-Fabrikpreisen. Versandt nach auswärts sehr prompt, da nur 4 AUnulen von den IZahnhösen u. Kanptpollamt. JürLebkiicheiiblilkmi^" "Ä** BiMchnig, V/ Rohgenuß vorzüglichen Kalifornischen Tafclhouig. 6688 Otto Schaaf, Seltersweg 39. m crbnlten. Kirchliche Kachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 10. Oktober, abends 8 Uhr, im Konfirmandensaal (Kirchstraße 9): Bibelstunde. Psalm 25. Pfarrer Schlosser. — In wenig Tagen 11. und 12. Oktober findet die letzte Baden-Badener Geldlotterie statt, bei welcher 2288 Bargewinne mit Alk. 42 000. — Haupttreffer Mk. 20 000 verlost werden. Lose zu Mk. 1, 11 Lose 10 3)lt. Porto und Liste 25 Pfg. ertra sind beim General-Ageiüen I. Stürmer Straßburg i. Elf. und allen Losgeschäften zu haben. Alan beeile sich, wer der Glücksgöttin die Hand bieten und All. 20 000 für 9)lf. 1 erhalten will. 6612 des zuletzt erkrankten jungen Mädchens. Auch die isolierten Personen befinden sich wohl. Ein Arbeiter, welcher im Freihafen beschäftigt war, und sich der Einschiffung aus dem „Oreto" zu entziehen wußte, lvurde jetzt, da er er: klärte, sich krank zu fühlen, sicherheitshalber nach Nisida gebracht. Ein verdächtiger Todesfall wurde aus der Umgebung von San Sepoloro gemeldet, doch ergab die Lechen schau, daß es sch nicht um Pest handelt. Im übrigen sind keine verdächtigen Fälle zur Kenntnis gelangt. — Der unter verdächtigen Erscheinungen vor einigen Tagen aus dem in Marseille eingelaufenen Fiumer Tampser „Syarary" erkrankte Matrose ist, wie festgestellt wurde, an der Pest erkrankt und in der letzten Nacht gestorben. Wien, 8. Okt. Der Schnellzug Wien-Budapest ent- gleiste infolge eines Achsenbruches des Schlafwagens in der Nähe der Station Blansko. Verletzt wurde niemand. * Bukarest, 8. Okt. Die Stadt Calasat steht in Flammen. Drei Straßen sind bereits nicdergebrannt. Gerichtssnal. fc. Mainz, 8. Okt. Tie hiesige Strafkammer verurteilte den 36 Jahre alten Schreiner Karl Gottlieb Laubsch aus Witzen, wohnhaft in Osthofen, wegen fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens, uerubt an seinem eigenen 13jährigen Töchterchen, zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahreit Ehrverluü. •5 » ~L - O i 'Ss. r V' Er lieschiifls-E 0 Hiermit beehre ich mich anzuzeigen, dass ich in meinem Hause unter der Firma 6703 Hochachtungsvoll ein Brogen«, ©hemslkaSiien», Farbwaren- und ParfiimerieaOeschäft eröffnet habe. Indem ich mein neues Unternehmen bestens empfehle, zeichne Giessen, den 8. Oktober 1901. Adolf lieier Die tdaschinenBOhreiberei von la» Mutfrische Nordsee Frankfarterstrasse 4. Telephon Nr. 270. Sprechstunden vonn. 10—1 Uhr, naohm. 2—3 Uhr. Alle 6415 frisch eingetroffen. 6648 ä in grösster Auswahl. [6644 3751 | 03 S 03 CD Brüder Schmidt, seitersweg ns $ C5 o «1 2000 2000 2000 2000 2800 4200 Postabonnenten belieben der Einfachheit halber den Betrag v. 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