tQr Lini,. , MI s 81/) Uhr; e en 151» Jahrgang «r. 186 Zweites Blatt. Smnstag 10. August 1901 es die Front der! Begrüßung im Rathause Sodann nach großer Sdrkffk für DepksH«». Anzeiger Sietzeu. Fernsprechanschluß Nr. fe. erfolgte i dem Telegramme des (Siebener Anzeigers. Berlin, 9. Aug. Während des Trauergeläutes anläßlich her Landestrauer löste sich der mehrere Zentner schwere Klöppel von der großen Glocke der Heiligen Kreuzkirche. Da der Boden der Glockenstube dem wuchtigen Anpralle standhielt, wurde ein Unheil verhütet. Athen, 8. Aug. Der königliche Hof legt für die Kaiserin Friedrich 4 Wochen Trauer an. Abfahrt saale ein tragen war. Zu danken ist es allein der Ueberzeugung des Kaisers, daß nur durch einheitliches Handeln ein Friede zu erreichen sein würde. Ter Name Deutschland hat seit Jahresfrist beim Chinesen einen anderen Klang. Tie Stellung der Deutschen in Oshasien sei eine andere und in der That bessere geworden. Da der Friede in naher Aussicht ist, so sehen unsere meist noch jungen, aber sichtlich aufblühenden Niederlassungen mit Vertrauen der Zukunft entgegen und werden frisch die Bahn betreten, die die/ Energie unseres Kaisers ihnen freigemacht hat. Jetzt ist es Sache deutscher Unternehmungslust und deutscher Intelligenz, entschlossen vorwärts zu gehen. Ich zweifle nicht, daß Hamburg es sich nicht nehmen lassen wird, auch hier an der Spitze zu marschieren, um mit althanseatischer Kraft und Zähigkeit Chinas reiche Schätze unserem Handel und unserer Industrie und dem ganzen Vaterlande nutzbar zu machen. Graf Waldersee schloß mit dem Ausdruck des wärmsten Dankes für die ihm von der Stadt Hamburg verliehene Ehrenbürgerschaft und mit einem Hoch auf die freie und Hansestadt Hamburg, sowie mit dem Wunsche, daß sie einer noch glänzenderen Zukunft entgegengehen und für alle Zeit der erste Handelsplatz des Kontinents bleiben und die gewaltigste Rhederei der Welt ihr eigen nennen möge. Nach der Rede überreichte der bayerische Spezialgesandte Graf Ortenberg Namens des Prinzregenten Waldersee die Insignien des St. Hubertus-Ordens. Der Feldmarschall dankte und bemerkte, daß es ihm vergönnt war, während des Krieges 1870/71 im großen Hauptquartier täglich mit dem Prinzregenten Luitpold zusammen zu sein, den er dort habe überaus schätzen und verehren lernen. Wie in diesem Kriege sich die bayerischen Truppen ausgezeichnet bewährt hätten, so hätte er auch zweimal an den Prinzregenten über die vorzügliche Haltung der bayerischen Truppen des ostasiatischen l^peditonskorps berichten können. Es sei ihm eine Freude gewesen, daß die Bayern in beiden Expeditionen, an denen sie beteiligt waren, ihren alten Ruf der Tapferkeit und Manneszucht bewährt hätten. Hieran schloß sich ein Frühstück im großen Rathaussaale. Nach der Beendigung desselben begab sich Graf Waldersee in das ihm zur Verfügung gestellte Quartier im Amsinck'schen Hause an der Binnenalster. Dann stattete der Graf dein General v. Wittich und den übrigen Generalen Besuche ab. Am Abend begab sich Waldersee nach Altona. Er wird in Homburg am Samstag früh eintreffen. Nach dem „Berl. Tagebl." sandte der Kaiser dem! Grafen ein langes Begrüßungstelegramm. Der Orden pour le merite mit Eichenlaub ist die höchste Auszeichnung für militärische Verdienste. Der Feldmarschall ist in unveränderter Gesundheit zurückgekehrt, „frisch und blühend wie am Tage seiner Abreise", sagt ein Bericht. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Am heutigen Tage haben wir die Freude, den General-Feldmarschall Grafen v. Waldersee wieder a uf deutschem Boden zu begrüßen. Er kehrt u ns zurück, in frischer Rüstigkeit, mit dem Bewußtsein der wohl erfüllten Pflicht und mit der Genug-i thuung, eine ihm durch das Verttanen vieler Mächte über-, tragene Aufgabe zur Befriedigung aller und zur Ehre des deutschen Namens gelöst zu haben. Daß für die verbündeten Truppen in Petschili ein gemeinsamer Oberbefehl nicht blos nützlich, sondern unentbehrlich war, haben die sachkundigen Beurteiler der verwickelten Zustände in jener chinesischen Provinz einsttmmig anerkannt, und durchs zahlreiche nach Beendigung des Oberbefehls von berufener Sette ergangene Kundgebungen ist bekräftigt worden, daß gerade in der Person des General-Feldmarschalls Grafen v. Waldersee dort der rechte Mann an dem rechten Platz! stand. — Die Erwartungen, die Se. Majestät der Kaiser und die Nation auf seine bewährte Thätigkeit setzten, hat Graf Waldersee gerechtfertigt. Für die Erreichung der Ziele, die unsere Politik in Uebereinstimmung mit anderen Mächten in China "kanstrebt, ist er ein verständnisvoller Förderer gewesen. Wir heißen den verdienten Feldherrn mit herzlichen Glückwünschen in der Heimat willkommen. bei strömendem Rathause, wo Empfang durch merite mit Eichenlaub und bestimmt, daß das Feld- Artillerie-Regiment Nr. 9 den Namen Feldmarschall Graf Waldersee, Schileswigsches Nr. 9 führen soll, damtt der Name für immer in der Armee erhalten bleibe. Außerdem wird der Feldmarschall in seine alte Stellung als General- Inspekteur dör 3. Armee-Jnspektton wieder eingesetzt. Hierauf gelangten die Orden an die Offiziere, Unteroffiziere.' und Mannschaften zur Verteilung, die dieselben sofort anlegten. Graf Waldersee, in der Uniform der Königsulanen, den Marschallstab in der Rechten, schritt Ehrenkompagnie ab. Politische Tagesschau. Man schreibt uns aus Berlin, 8. August: Heute kommt auch, einmal eine anerkennende Stimme über den Zolltarifentwurf aus dem Lager der Jn- dusttie. In der Sitzung des Vereins der Industriellen! des Regierungsbezirks Köln wurde, so meldet man soeben, der Tarif als im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprechend bezeichnet. Obgleich die Vieh- und Fleischzölle recht hoch seien, werde die Industrie die landwirtschaftlichen Zölle nicht bekämpfen. Es bleibt abzuwarten, ob und wieweit dieses Urteil Gefolgschaft findet. Bekanntlich ist bisher die Kritik aus Jndusttiekreisen wenig freundlich gewesen und namentlich die Verteuerung zahlreicher Rohstoffe und Halbfabrikate durch projektierte Zollerhöhungen getadelt worden. Die Höhe der Vieh- und Fleischzölle erregt auch bei den rheinischen Großindustriellen Bedenken. Das ist wohl der Beachtung wert von Seiten der Regierung. Der Name des bei der Umbildung des preußischen Ministeriums im Mai d. I. zum Mini st er desJnnern ernannten Frhrn. v. Hammer st; ein hatte bisher die Öffentlichkeit nicht beschäftigt. Jetzt ist das Interesse für ihn auf einmal überaus rege, ja, Frhr. v. Hammerstein hat bereits einen recht ernsten „Entrüstungssturm" gegen sich entfacht. Der Minister soll irgendwo geäußert haben, daß dem G a stwi r t s st a n d e nur Menschen angehören, die ihren anderweiten Beruf wegen Trunksucht nicht mehr -ausüben konnten, lieber diese herbe Kritik gerieten die Berliner Gastwirte in ihrer jüngsten Monatsversamm- Regen die im Kaiserden gesamten Znm Tode der Kaiserin Friedrich. Aus (Kronberg schreibt unser ko.-Sorrespoudent vom 8. August: Heute ist die Leiche der Kaiserin Friedrich in den Zinnsarg eingesargt worden. Die Berlölung erfolgte am Nachmittag in Gegenwart des Kaiserpaares und der übrigen Familienmitglieder, sowie des HauSministerS und des Hofmarschalls. — Prinz Heinrich traf heute Abend hier ein. Am Donnerstag Abend 6 Uhr fand eine Gedächtnisfeier statt, an der die Familienangehörigen und, auf besondere Einladung des Kaisers, auch Sir Frank LaScelleS, der eng« Itsche Botschafter am Berliner Hofe, teilnahmen. Die Leitung dieses lediglich liturgischen Gottesdienstes lag in den Händen de» Bischofs von Ripon, dem Canon Teignmouth Shore assistierte. Cs trafen im Laufe des Tages ein: Prinz Christian von Schleswig-Holstein nebst Sohn, der in Darmstadt als Oberleutnant stehende Prinz Albert, sowie der Großherzog von Hessen mit dem Prinzen und der Prinzessin Reuß XXX. Dem Sonntag Abend in Crouberg stattfindenden Trauergottesdienst werden von auswärtigen Fürstlichkeiten beiwohnen der König und die Königin von England, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Groß- Herzog und die Großherzogin von Hessen, der Herzog von Coburg Gotha, Prinz und Prinzessin Christian von Schleswig- Holstein, sowie Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein. Etwa 250 Einladungen werden weiter zur Feier ergehen; der Domchor von Berlin wird mitwirken. Ein für die Ueberführung der Leiche besonders geeig- ueter Wagen wurde von höheren Eisenbahn- und Hofbeamten ausgewählt und wird gegenwärtig im Hauptbahnhof zu Frankfurt mit den englischen Trauerfarben, lila und weiß, versehen, auch innen und außen reich auSgeftattet. Der Wagen läuft voraussichtlich Montag Abend in dem Trauer- Sonderzuge nach Potsdam. Die „Darmst. Ztg.- veröffentlicht folgende „Trauer- Ordnung-: Wegen des Ablebens Ihrer Majestät der verwitweten Kaiserin Victoria, Königin von Preußen, ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom heutigen bis zum 9. September 1901 einschließlich ange- orbnet worden. Die Damen erscheinen in schwarzen seidenen Kleidern uad zwar bis zum 19. August 1901 einschließlich mit schwarzem Kopfputz uud schwarzen Handschuhen, von da ab mit weißem Kopfputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken Oberarm, außerdem bis zum 19. August 1901 einschließlich schwarze Handschuhe. Darmstadt, den 8. August 1901. Der Großh. Ober-Zeremonienmeister. I. 23.: von Westerweller. Das „Dresdner Journal" veröffentlicht einen Armeebefehl des Königs von Sachsen, wonach die sächsische Armee drei Wochen Trauer anzulegen hat. Die außerhalb Sachsens stehenden Truppenteile haben Trauer in der für die Königlich Preußische Armee befohlenen Wttse anzulegen. — Der Weimarische Hof hat eine Hoftrauer von sechs Wochen an« geordnet, der zu Wien eine solche von 12 Tagen. Der Kaiser befahl, daß von der Einladung deutscher and fremder Fürstlichkeiten zu den Kaisermanöoern Abstand zu nehmen fer. Die in Aussicht genommene Indienststellung der Jacht „Kaiseradler- wird deshalb unterbleiben. „Die Engländer feuerten in ihrer Bedrängnis nunmehr scharf und töteten einen französischen Soldaten, während drei französische und fünf deutsche Soldaten verwundet wurden. Es bedurfte des schlichtenden Eingreifens Waldevsees, um ixe „verbündeten" Truppen davon abzuhalten, sich zuguterletzt noch einmal gegenseitig weitere Schlachten zu liefern." Wetter erzählt der „Vorwärts" mit offensichtlich gleichgroßem Behagen: „Dem „Oberkommandierenden" in China war während der Dauer seines Aufenthalts in Ostasien eine Remuneration svon 2000 Mark pro Monat und an Repräsentationskosten eine Summe von monatlich 10000 Mk. bewilligt worden. Da das etatsmäßige Gehalt Waldersees pro Jahr 30 000 Mk. betrug, bezog der Weltmarschall in China ein Jahreseinkommen von 174 000 Mk. Außer dem Asbesthaus und zwei kaiserlichen Leibgendarmen begleitete Waldersee ferner ein Leibkoch, dessen Jahresgehalt 10 000 Mark betrug." lieber den Verlauf des gestrigen Empfanges liegen aus Hamburg folgende Nachrichten vor: Die Ankunft in Hamburg. Die „Gera" mit dem Grafen Waldersee an Bord traf um 11 Uhr im Hafen ein. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte sich eingefunaen, die die Ankommenden mit Hurras begrüßte. Die Straßen Hamburgs sind festlich geschmückt. Gegen 1 lshr verließ der Generalfeldmarschall mit Gefolge die „Gera" und begab sich auf den festlich geschmückten Dampfer „Willkommen". Ohne Musik, aber unter brausenden Hochrufen der Menge fuhr der Dampfer vom Jonas- Hafen nach de.r St. Pauli-Landungsbrücke. An der Landungsbrücke wurde dar Marschall vom General v. Wittich und den Senatoren Pl>'Swald und Tr. Burkhardt empfangen und zu dem Empfangszelt geleitet. Hier waren anwesend: Kriegsminister v. Goßler, der Chef des Generalstabes Graf v. Schliessen, Admiral v. Köster, sämtliche kommandierenden Generale der 3. Armeeinspektion, die Spitzen der Behörden, zahlreiche weitere Generale und viele Offiziere. General v. Wittich begrüßte den Marschall im Namen des Kaisers, der leider durch tiefe Trauer am persönlichen Erscheinen verhindert sei. General v. Wittich betonte, daß gerade Hamburg der geeignete Punkt sei, um den Marschall in der Heimat zu begrüßen und bedauerte, daß er nicht im stände sei, in so beredten Worten wie der Kaiser ihn begrüßen zu können. Am Schluß der Rede überreichte General v. Wittich zwei Kabinettsordres und die verliehenen Ordensauszeichnungen. Der Marschall dankte sehr bewegt und ließ sich durch Generalmajor v. Gayl die Kabinettsordre vorlesen. Se. Majestät betont darin, daß der Marschall dem in ihn gesetzten! Vertrauen seiner ganzen militärischen Vergangenheit würdig und glänzend entsprochen habe, und spricht seinen wärmsten Dank für die hohen Verdienste des Marschalls in China aus. Zum äußeren Zeichen seiner kaiserlichen Anerkennung verleiht der Kaiser dem Marschall den Orden pour le Senat in der althistorischen Amtstracht und Bürgerschaftsmitglieder, das diplomatische Korps und die gesamte Generalität stattfand. Bürgermeister Dr. Hachmann feierte die Verdienste des Marschalls' um den Weltfrieden und die Erhöhung des deutschen Ansehens, die allein durch die große vorbildliche Vaterlandsliebe zu erreichen mar, brachte das Hoch auf den Kaiser aus und machte sodann dem' Feldmarschall Mitteilung von der Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Hamburg. Waldersee redet. In feiner Antwort auf die Ansprache des Bürgermeisters Dr. Hachmann äußerte Graf Waldersee, daß sein siebenjähriger Aufenthalt in Hamburg ihn Einsicht gewinnen ließ in die Bedeutung der Schiffahrt und des Handels für Deutschlands Gedeihen. Er habe sich freudig bewegt gefühlt durch den Befehl des Kaisers, bei der Rückkehr seinen Kurs auf Hamburg zu richten, da er wußte, daß er dort einen guten Empfang und freundliche Gesichter finden würde. Die ihm erwiesenen Ehrungen gingen aber weit über das hinaus, was sich auf seine Person allein beziehen könne ; er danke daher im Namen des Armeekommandos und der ihm unterstellt gewesenen deutschen Streitkräfte, sowie der Flotte und im Namen des tapferen Expeditionskorps. Er erinnerte an die schweren Kämpfe der Flotte bei Taku und die vorzügliche Haltung des Landungskorps. Auch das Expeditionskorps bewies vorzügliche Haltung und hat durch Tüchttgkett und Manneszucht die Achtung aller Nattonen erworben, doch nicht allein dies, sondern auch die Achtung unserer Feinde, der Chinesen, woraus er besonderen Wert legte, da der Asiate nur .Hochachtung vor der größeren Kraft habe. Nicht wenig dazu beigetragen, das Ansehen Deutschlands zu erhöhen, hat es, daß einem deutschen General das Oberkommando über- temspreis «l. 2.20, «0K4t(. 76 -n,1 vr,n ,«rlobn: öj Mbboleücfttn Mtnr!;. ’ Mk. 1.90, monatL 66 ©ci Postbezug okrulH^ v» 2.00 ebne ** uU; ar, unk flnjtigtn für t-M •Kfccntr tntf«m. ßttlcnf re*«. lokal 11 4* «ueeirte so Via- Der Empfang des (Stufen Waldersee. Selbst Blätter, die im übrigen nicht auf dem Boden der Chinapolttik stehen, sprechen heute dem Grafen Waldersee ein gut Teil des Verdienstes zu, daß der populäre Wunsch „Los von China!" der Erfüllung nahegebracht ist. .Ein konservatives Organ rechnet dem Feldmarschall besonders hoch an, daß er es verstanden habe, die Expeditton rechtzeitig und energisch zu einem scharfen Abschlüsse zu bringen. Wir bedauern, an einen solchen Abschluß immer noch nicht recht glauben zu können. Aber auch-die Stimmen Aus t u de s zollen seiner hervorragenden Befähigung ~i>b, Verwickelungen, Eifersüchteleien, die oft genug unter ben verbündeten Truppen entstanden, — mehr vielleicht noch, als bekannt geworden ist! — rasch einer friedlichen Rsung -zuzuführen. Nur der „Vorwärts" nörgelt, wie immer, und zwar in überaus hämischer Weise. Er erzählt wn „Waldersees letzter That" folgendes: „Ter verflossene Weltmarschall befand sich bereits auf der Reise nach! Japan, els er tn Tientsin nochmals eine pvogrammwidrige Station zachen mußte, diesmal nicht als Rache-, sondern als irriedensengel. In Tientsin war es nämlich zu einem ganz bösartigen .Krawall gekommen." Einige englische Soldaten die Polizeidienst ausübten, hätten, so fährt'das Sozialistenblatt fort, französische Soldaten abhalten wollen, in ein verrufenes Haus einzubrechen. Als die Franzosen die Eng- muder mit dem Bajonett angriffen und die Engländer ^ttecktthüsse in die Luft abgaben, sei eine Anzahl deutscher wltHTten den Franzosen zu Hilfe geeilt und es sei zu er venezolanischen auswärtigen Schuld von 1881 suspendiert eien, die Regierung aber die Rimessen bald wieder aufzu- nehmen beabsichtige. Paris, 8. Aug. Die Einnahmen aus den indirekten Steuern ergaben für den Monat Juli gegenüber dem Voranschlag einen Ausfall von 9 Millionen Francs und gegen- ber den Einnahmen im Juli 1900 einen Minderertrag von 20 Millionen Francs. Rom, 8. Aug. Der Deputierte Careano hat das Finanzportefeuille angenommen; er reiste heute nach Raccogni ab, um den Eid vor dem König abzulegen. Ster-ing, 8. Aug. Der bekannte italienische General Baratieri, der noch vor kurzer Zeit schwer krank in Frankfurt a. M. weilte, ist in vergangener Nacht hier gestorben. (Oreste Baratieri wurde 1841 in Condino (Tirol) geboren, kämpfte schon 1860 mit Garibaldi in Sizilien, dann 1866 mit ihm in Tirol und trat hierauf in das italienische Heer ein. 1891 wurde er Gouverneur von Erythräa, eroberte Deutsches Keich. Berlin, 8. Ang. Aus Homburg wird gemeldet: Ihre Majestäten verbrachten den heutigen Tag in stiller Zurückgezogenheit. Heute morgen machte Se. Majestät dem Herzog von Cambridge einen Besuch und unternahm darauf einen Spaziergang durch die Kuranlagen in Begleitung des Reichskanzlers Grafen v. Bülow. Später hörte Se. Majestät den Vortrag des Stellvertreters des Chefs des Civil- kabinetts. Geh. Regierungsrats v. Valentini. Am Nachmittag hörte der Kaiser die Vorträge des Hausministers Grafen v. Wedell und des Justizministers Schönstedt. — Zur Ernennung des Herrn v. Köller zum Staatssekretär von Elsaß-Lothringen schreibt die „Straßb. Post"": Die Bevölkerung hat, einmütig wie kaum je, gegen Herrn v. Köllers Ernennung zum Staatssekretär eine offene und loyale Opposition gemacht. Sie hat nichts gefruchtet. Herr v. Köller ist. Staatssekretär geworden. Es wäre ungerecht und widersinnig, diese Opposition jetzt ohne weiteres fortzusetzen. Die Gerechtigkeit erfordert, daß wir von jetzt ab den Staatssekretär v. Köller nach seinen Thaten, und lediglich nach Keinen Thaten beurteilen, gleich als ob er als ein „unbeschriebenes"" Blatt hierher gekommen wäre. Und das Landesinteresse erfordert es. — Dem „B. T." zufolge hat der Reichskanzler die Ausweisung des hiesigen Vertreters der englischen Preß-Association, Wolf v. Schierbrand, der in die Verhökerung des Zolltarifentwurfs verwickelt ist, angeord- net. Herr v. Sch. soll ferner in einem amerikanische Blatte den deutschen Kaiser schwer verunglimpfende Artikel veröffentlicht haben. — Die 45tägige Giltigkeitsdauer her Rückfahrkarten ist bis jetzt in nachfolgenden Verkehren zugestanden worden: Verkehr mit der Bröltbal-Eisenbahn, preußisch-hessisch^oldenburgischer Verkehr, norddeutscher Bekehr, rheinischer Verkehr, Verkehr mit der Reichs- und der Wilhelm-Luxemburg-Bahn, Verkehr auf der Eisenbahn oder den Rh ein dumpf schiff en zwischen Köln und Mainz, Verkehr mit den Nordsee-Inseln dcorderney, Juist usw., ausgenommen der Verkehr aus gewöhnliche Rückfahrkarten nach Borkum über Emden, Verkehr mit der nordbräbant-deut- schen Bahn, rheinisch--belgisch-niederländischer Verkehr, ausgenommen auf Strecken der belgischen Staatsbahn, rhei- nisch^westfälisch^hessisch^bayrisch-österreichischer Verkehr über Aschaffenburg, deutsch^englischer Verkehr über Herbesthal oder Bleyberg, deutsch-österreichisch-dänischer Verkehr, deutsch-österreichisch-schwedisch-norwegisch-finländischer Verkehr, österreichischj-ungarischi-deutsch-englischer Verkehr über Hoek van Holland oder Rotterdam oder Vlissingen, deutsch- österreichisch-ungarisch^rumänischer Verkehr über Oderberg, Oswiecim und Myslowitz und endlich deutsch^österreichisch- ungarisch-rumänischer Verkehr über Bodenbach, Ebersbach und Warnsdorf. Oldenburg, 8. Aug. Sechzig namhafte Oldenburger Landwirte fordern zur Einreichung einer Petition an die Regierung auf, sie möge im Bundesrat gegen jede Erhöhun g der Getreidezölle und für Fortsetzung der Handelsvertragspolitik eintreten. In der Begründung heißt es, die Erhöhung her Getreidezölle werde der getreidebauenden Landwirtschaft nichts nützen, der viehzuchttreibenden aber schaden. Die Handelsverträge seien auch im Interesse der Landwirtschaft dringend geboten. Memel, 8. Aug. Das Memeler „Tampfboot"" meldet, es sei auf Grund russischer Informationen von behördlicher Seite in der Lage, zu versick)ern, daß augenblicklich keine Maßregeln wegen Verhütung der Preußengängerei erwogen werden, noch voraussichtlich« zu erwarten sind. wall und York nach Durban eingeschifft haben. So ist bann also die Rundreise des englischen Thronfolgerpaares nahezu beendet. Auf afrikanischem Boden soll nun noch eine Begegnung mit Lord Kitchener statt finden. Ter Bericht des Höchstkommandierenden in Südafrika dürfte, sofern er die Kriegslage ungeschminkt schildert, die Stimmung her Reisenden einigermaßen trüben. Kitchener selbst soll seine gewohnte Kaltblütigkeit eingebüßt haben und nervös geworden fein. „Gesundheitsrücksichten", so sagt man, würden ihn zur Niederlegung des Kommandos veranlassen. „Daily Mail" veröffentlichte dieser Tage ein Telegramm aus Pretoria, worin es hieß, Lord Kitchener sei seit einigen Tagen sehr leidend, und habe nicht einmal nach Kapstadt kommen können, um das Herzogsvaar zu begrüßen. T-ie jüngsten Auskünfte über den Verlauf der Krankheit mel- ben, sie sei die Folge einer Verwundung; Kitchener wüsse gesundheitshalber daher nach England zurückkehren. Diese Nachricht wird aber stark bezweifelt. Was die Australfahrt des Thronfolgers betrifft, so sind in Melbourne, Sidney usw., rauschende Feste gefeiert, und die entsprechenden Reden gehalten worden. Politische Folgen wird die Besuchsreise aber schwerlich haben. Der neue australische Staatenbund ist auf lange Zeit hin noch reichlich mit innerpolitischen Angelegenheiten beschäftigt; den engeren Anschluß ans britische" Mutterland zu betreiben, darauf wird also einstweilen dieses letztere allein bedacht sein müssen. Es ist sich dieser Aufgabe auch bewußt und will zunächst, um die Zusammengehörigkeit Großbritanniens und Großaustraliens markanter zu kennzeichnen, die Zahl seiner auf der Südseestation befindlichen Kriegsschiffe verstärken. die nördlich von der Delagoabai-Bahn unter Walter Kitchener, dem Bruder des Lords, stehen, haben Viljoen über ben Olifantsfluß 'getrieben, während seine südlichen Kolonnen bei Carolina operieren. Kekewich und Allenby bewegen sich gegen die Buren in den Magaliesbergen. Von Featherstone oder Methuen liegen keine Nachrichten vor. Elliots Kolonnen nähern sich dem Modderflusse, wo Posten her südafrikanischen Polizeitruppe durch Charles Knox', Plumers und Bruce Hamiltons Kolonnen unterstützt werden. In der Kapkolonie hat Seobell Verluste Latigan beigebracht. eToran hat Smit erfolgreich angegriffen, und Gorringe bedrängt Myburgh nordwestlich von Kissenger, wo er 84 Pferde erbeutete und einige Buren gefangen nahm. Ein Telegramm des „Standard" aus Turban meldet, daß kleinere Burenabteilungen während der letzten vierzehn Tage in Natal beobachtet Worden sind. Einige Farmen in der Nähe von Tundee sind ausgeplündert worden, die Buren nahmen Pferde, Kleidungsstücke und Decken mit. — Ter Ausländerausschuß berichtet, daß jetzt in jeder Woche nur fünf Leuten erlaubt wird, an ihre Wohnstätten zurückzulehren. Ter Ausschuß machte darauf bei Lord Kitchener Vorstellungen und setzte ihm auseinander, daß es so den Buren, die auf Ehrenwort entlassen seien, leichter gemacht werde, auf ihre Besitzungen zurückzukehren, als den England ergebenen Kolonisten. — Ein Telegramm der „Daily Mail"" aus Lourenco Marquez meldet, daß au der Grenze des Swasilandes alles ruhig sei. Das Wetter sei auf dem Hochplateau außerordentlich heiß. Von Lourenco Marquez aus würden gegenwärtig große Massen Holz nach den Minen verschickt, was als ein besonders günstiges Zeichen angesehen werde. Tie Linie Telagoabai—Pretoria sei jetzt völlig sicher, die Blockhäuser, die an der ganzen Strecke entlang errichtet worden seien, ständen alle in Sehweite auseinander. .Tas Hospitalschiff „Avoca"" sei mit nur wenigen Kranken an Bord nach Turban abgefahren. An der ganzen östlichen Linie sei der Gesundheitszustand Pen durchaus gut. Heute meloet Lord Kitchener beschämt: Ein -Reitern gehöriger Posten von 25 Mann Sabyfluß von den Buren überrumpelt Tangen genommen. - nt schädig ungskornrnission führte der wC!!? " $ C Vertreter (Sieoeling aus: Viele Personen, hie erhoben haben, würden zur Vernehmung gern padji England kommen wenn sie nicht Kosten und Verlust jfe" Fällung zu furchten hätten. Der Präsident lehnte Sievettngs Ersuchen um Vertagung auf 6 Monate ab Da die Yeomanry in Südafrika jetzt wieder neue Ver- garfungen erhalten soll, so sollen entlassene Peomen, die Lust haben, woiter zu bienen, wieder ausgenommen werden. Die Wiedereintretenden sollen sich verpflichten, für bort_ am 17, Juli 1894 Kassala, schlug am 13. Januar 1885 RaS Mangascha von Tibre bei Coabit, am 16. Januar bei Senafe und besetzte im Mürz Adigrat. Als er die vorrückenden Schoaner nach langer Unthätigkeit am 1. März 1896 bei Adua angriff, erlitt er eine völlige Niederlage. Baratieri wurde hierauf sofort zur Disposition gestellt, aber in dem gegen ihn eingeleiteten Prozeß freigesprochen, worauf er im August 1896 seinen Abschied nahm.) Washington, 8. Aug. Der Geschäftsträger der Bereinigten Staaten in Caracas, Ruffel, meldet, daß Verwickelungen mit Columbien befürchtet werden, weil von dort her angeblich eine 5000 Mann starke Streitmacht nach Venezuela eingedrungen sei, und daß die Regierung von Venezuela die Frage berate, dem Gesandten Columbiens seine Pässe zuzustelleu. New-York, 8. Aug. Der Bürgermeister von Paterson in New Jersey hat den Anarchisten verboten, ein Schaustück, betitelt „Die Ermordung HumbertS- zur Aufführung zu bringen und kündigt seine Absicht an, die Anarchisten» gruppe auftulösen, weil sie die Stadt in Verruf bringe. Aus Stadt und Land. Nachrichten von allgemeinem Interesse find uns stets wMommen und werden angemessen honoriert. ** Ernennungen. Der Großherzog hat den Sekretär bei der BrandverficherungSkammer Georg Müller zu Darmstaot zum Rate bei der Brandversicherungskammer unter Verleihung des Charakters als Regierungsrat, und den Re- gierungsaffeffor Ludwig Scriba zu Darmstadt zum Sekretär bei der BrandverficherungSkammer ernannt. • * Die Gießener Ferien. Der Verfasser des -o- gezeichneten Artikels in Nr. 183 und 184 schreibt unS: Herr „St.- hat die Frage vom rein pädagogischen Standpunkt aus erörtert nnb ist im Wesentlichen zu denselben Folgerungen gekommen, wie wir. Er fordert Verlegung des Schulschluffes in den Herbst und bann lange, Anfang August beginnende und 6 bis 7 Wochen dauernde, Herbstferien. Die Eventualität: Juli- ferien und späte, kurze Herbstferien wird in den Vorschlägen des Herrn „St.- zurückgewiesen, da er in radikalerer Weise die Verlegung des Schulschluffes zur Bedingung einer geänderten Ferienordnung macht. Auch uns wäre dieser Weg der angenehmere. Der Verkürzung der Pfingstferien von 8 auf 4 Tage würden wir jedoch nicht zustimmen. Alljährlich finden zu Pfingsten wissenschaftliche Kongresse in Deutschland statt, die von den akademisch gebildeten Lehrern zahlreich besucht werden. Der zu Pfingsten hier tagende Mathematiker- Kongreß konnte z. B. von vielen Fachgenossen aus Hessen und Hessen-Nassau nicht besucht werden, weil vielfach der Unterricht bereit- in der Mitte der Woche wieder begann. — Die von Herrn „L. S.- angegebene große Zahl von 40 beurlaubten Gymnasiasten findet wohl darin ihre Erklärung, daß in den einzelnen Klaffen des Gymnafiums aus- drücklich mitgeteilt wurde, es werde in der liberalsten Weise Urlaub bewilligt, die Aussicht auf fiebenwöchige Herbstferien war dann doch vielleicht für viele so verlockend, daß den Eltern von ihren Herrn Söhnen ganz besonders zugeredet wurde, Urlaub nachzusuchen. Man hat in den Jahren 1881 bis 1898 niemals von großen Zahlen gehört und wir können uns nicht denken, daß alle Wünsche in dieser Richtung jähre- ' ang von vielen Eltern still im Busen bewahrt wurden. Dabei weisen die in der Notiz des Herrn „L. S.- gesperrt gedruckten Worte „bis jetzt- darauf hin, daß noch weitere Gesuche erwartet und gerne bewilligt werden. Wir können uns nicht denken, daß bei einer Schülerzahl von vielleicht 400 und bei ca. 60 Beurlaubungen noch von lehrplanmäßiger Weiterarbeit die Rede sein kann. Daß besondere Beziehungen am [alten „gymnasium illustre academicum* zu den Pro- efforen obwalten und „von Rechtswegen zu berücksichtigen sind-, unterliegt nicht unserer Beurteilung. Ob auch umgekehrt die gleiche Ansicht und die Erinnerung an die histo- rischen Beziehungen herrscht, ist uns nicht bekannt. Das Zand, welches noch zuletzt Gymnasium und Hochschule ver- nüpfte, besteht zurzeit nicht mehr. Wir glauben, es liegt ein Grund vor, daß das Gymnasium zu der „Bevölkerung», klaffe der Profefforen- stärkere Beziehungen pflegt, wie zu anderen Klaffen auch. Wir glauben auch, daß mit Aender- ung des Berechtigungswesens nicht mehr alle Söhne der Professoren dem Gymnasium zugeführt werden, schon heute restehen Ausnahmen. Der Gedanke an die uralten Beziehungen zu dem gymnasium illustre academicum wird dann auch nicht so stark sein, daß er die Professoren in der Wahl der ür ihre Kinder geeigneten Lehranstalt beeinflußt. ** Militärische». Ein sogenanntes „Jagbkommanbo-, restehend aus 1 Offizier, 5 Unteroffizieren und 18 Mann des Regiments Nr. 116 machte am 6. August von hier an» einen UebungSmarsch nach dem Weilthal, wohin feindlicher- eits ein ebenso zusammengesetztes Jagdkommando des In- aulerie-RegimentS Nr. 117 von Camberg aus entgegen marschierte. Bei Emmershausen kam eS zu einem kleinen Zusammenstoß. Die Gießener Abteilung bezog trotz deS Regenwetters am Abend Biwak bei Weilmünster, während )ie 117er in Rod an der Weil Quartier bezogen. • • Da8 „Wiesbadener Operetten-Ensemble", das hier in )efter Erinnerung steht, wird uns morgen, SamStag, nnb ben beiben folgenben Tagen wieberum besuchen. Am SamStag wirb es bie Operette „Der arme Jonathan", am Sonntag „Das verwunschene Schloß- unb am Montag als Novität „Wie man Männer fesselt- zur Aufführung iringeu. Mit ben beiben ersten Stücken erzielte baS Ensemble in WieSbaben einen guten Erfolg. • * Deutscher Flottenverein. Der Hauptausschuß für Berlin unb bie Mark Brandenburg deS Deutschen Flotten- vereinS beabsichtigt, in der Zeit vom 1. bis 8. September eine Sonderfahrt seiner Mitglieder zu unternehmen. Die Fahrt geht von Berlin über Bremen, Wilhelmshaven, Rotterdam, Scheveningen, Haag, Antwerpen bis Brüffelr UeberaK ollen die Sehenswürdigkeiten in Augenschein genommen werden. Der Preis für bie Fahrt einschließlich Unterbringung, Verpflegung, Eisenbahnfahrt u. s. w. beträgt 225 Mark. Teilnehmer müssen spätestens bis zum 24. August ben Betrag von 225 Mark an ben Hauptansschuß für Berlin unb bie Mark ©ranbenburg beS beutschen Flottenvereins, Berlin W, Wilhelmstraße 91 I einfenben. D. Fl. B. Schülerfahrten zur Wasserkante^ Um zahlreichen an ben Deutschen Flotten-Verein gerichteten A»i> V. ’«t ' " eine Slt 8»t i $tD, ?pioa ki„. '* *■) d", b«6 > ^^lnblenK ■. ?a«w. ^brmqe. 1 und ;oeb d-« s, ‘•“■mitete» m'S-“ teMe 1 gtlommtn, * L" b<» bnbft '°d! Wb 6 b(g ’ttlualitat: Snii, JJ SJarftögtg ‘äbiMertt ©eil, "0««8 einet 1 »äte dieset ®tg •Nlfetta !«'«• MHrlili '» Mm >i Mche«Mt. ff« m §efitn ^kil bielfad) btt toitbtt begann. rtt Zahl non dann ihre Lr. Aymafin«- am, liberalsten Weise chige Herbstfmen rlockend, daß den sonders Miedet den fahren 1881 nnb wir fönnen Ri'chtllkig fahre« toabtt toutbtn. iL. T." gchmt bab noch weitere >en. Wir tonnte fahl von vielleicht i lehrplamlißiger ndere Beziehungen nm“ zu den Pro- zu berücksichtigen g. Ob auch umring an die histo« 1 bekannt. Dar d Hochschule ver- glauben, eS liegt ■ ^Bevölkerung-' i * ba^ m\t ^tnbtr- aUt Söhne k erben, schon heult raltenBeziehunga i wird dann auch in der Dahl der inflnßt. Qaabtommanbo, „und 18 MM gnst von hier' wohin feindl'chN' ommanbo des > ans entgegen es u einem »em« j b-r°s ImüBfler. mH«"' 1 flfn Montag al- hielte *•*■* WS* . b» 0-^7 D" uoterurhv b«w» ßllch ^095 syiart bettSgi^ 0etr6j . Wf.'uib 16 oereiue, v l-Lerern lt Wünschen von Lehrern und 3d}ülcni nachzukommen, wird beabsichtigt, zwei Schülerfahrten zur Wasserkante zu ver- lwstalten, und zwar am 25. und 26. August nach Wilhelms- baven—Bremerhaven und am 1. und 2. September nach JHel—Hamburg. Anmeldungen zu der ersten Fahrt werden bis spätestens zum 15. August an die Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Flottenvereins, Berlin, Torothecnstraße 42II, erbeten. Die Hinreise nach Wilhelmshaven, bezw. nach Stieb und ebenso die Rückreise von Bremerhaven, bezw. von Saarn bürg soll gruppenweise derart erfolgen, daß sich die Schüler eines Ortes oder mehrerer nahegelegener Orte in Trupps von mindestens je 10 Personen (einschließlich der begleitenden Lehrer) zusammenthun und gemeinschaftlich ihre Fahrscheine lösen, welche sie für die 3. Wagenklasse bei Abnahme von mindstens 10 Fahrkarten zum Preise von 1,5 Pfennigen pro Kilometer erhalten. Abgesehen von den Eisenbahnfahrpreisen füf die Strecken: Heimatsort—Wilhelmshaven — Bremerhaoen — Heimatsort, bezw. Heimatsort — Kiel — Hamburg — Heimatsort, sind für jeden Teilnehmer 10 Mk. an die Kasse des Deutschen Flotten-Bercins zu bezahlen, wofür die Verpflegung, Unterbringung, Führung usw. bestritten wird. Es empfiehlt sich, daß jede Gruppe einen Reiseführer wählt, der die Korrespondenz mit dem Deutschen Flotten-Verein übernimmt und den Vertretern des Vereins während der Besichtigungen an die vand g eht. Die letzteren beginnen für die erste Fahrt in Wilhelmshaven am Morgen des 25. August und enden in Bremen am Spätnachmittag des 26. August, für die zweite Fahrt in Kiel am Morgen des 1. September und enden in Hamburg am Spätnachmittag des 2. September. Bei beiden Fahrten wird den Teilnehmern Gelegenheit geboten werden, sich eine große Anzahl von Kriegsschiffen, die Kaiserlichen Werften, und sonstige Marine-Institute, einige große Ozeandampfer usw. unter sachkundiger Führung anzusehen. Tie Vorbereitungen für Kiel werden durch den Verkehrs-Verein für Kiel und Umgegend getroffen. Alle Anfragen bitten wir aber an die Hauptgeschäftsstelle des Teutschen Flotten-Vereins, Berlin, Dorotheenstraße 42, zu richten, von welcher auch die Teilnehmerkarten, Programms usw. für die beiden Fahrten nach dem 10., bezw. 15. August an die Teilnehmer verschickt werden. B. Lang-GöuS, 9. Aug. In der dieser Tage fiattge- habten Versammlung der hiesigen Spar- und Leihkasse wurde zum Direktor Beigeordneter H. Henrich, zum Kon- troleur Gemeiuderat Ioh. Wagner VIH. und als Vorstandsmitglieder Joh. Müller XXXII., Kaspar Ioh. Wentzel und Ioh. Müller XXX. gewählt. tt Llch, 8. Äug. Auch die Webschule zu Lauterbach ist ans der Ausstellung von Zeichnungen gewerblicher Lehranstalten in der Provinz Oberheffen vertreten. Sie hat ihre Muster, Musterbücher und Webereierzeugniffe im großen Saale des 1. Obergeschosses ausgestellt. 4- Ober-Moos, 8. Aug. Bei dem Straßenbau an der neuen Kreisstraße von hier nach Bermuthshain verunglückte gestern der ledige Sohn des Landwirts Johannes Jäger von Bermuthshain. Ein Rollwagen kam bergabwärts in Bewegung und stieß dabei an einen anderen Wagen, wobei Jäger eine tiefe Wunde am Kopfe erhielt und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. fl. Aüddingshausen, 8. Aug. In der vergangenen Nacht ertönte Feuerlärm in den Straßen unseres Dorfes. Eine jum Anwesen einer Wittwe gehörige Scheune war in Brand geraten. Den Anstrengungen unserer Feuerwehr, die schnell am Platze war, gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Auch das Wohnhaus, sowie eine nur Va Meter von der brennenden entfernt stehende andere Scheune waren bedroht. Bei den Löscharbeiten ereignete sich ein bedauerlicher AnglÜckSfall. Dem Hauptmann der Feuerwehr fiel ein nieder- stürzender Balken auf den Rücken. Ob er einen Schaden fflr seine Gesundheit davongetragen hat, ist noch ungewiß. 9. Darmstadt, 8. Aug. Eigentümlich wirkte die in der heutigen Stadtverordnetenfitzung von feiten des Oberbürgermeisters abgegebene Erklärung, daß die Süddeutsche Sisenbahngesellschaft wegen der Verzögerung des Ausbau« der Elektrischen Bahn nach dem neuen Stadtviertel fortwährend anonyme Briefe erhalte, die von Beleidigungen strotzten. Er müffe feststellen, daß die Gesellschaft in diesem Falle nicht die Schuld trage. Man sei mit den Vorarbeiten beschäftigt, die dahin gingen, die Einfahrt in die Grafenstraße fallen zu lassen, dafür über den Mathilden- platz zu fahren. — Damit wird das s. Z. einstimmig genehmigte Projekt umgeworfen, was viel Mißstimmung Hervorrufen wird. k. Mainz, 8. Aug. Die Bahnbehörde hat sich mit zveien der bei der Offenbacher Tiseubahnkatastrophe am Z. November v. I. in Mitleidenschaft gezogenen Personen bezw. deren Hinterbliebenen von hier wegen der von der Sahn zu leistenden Entschädigung verständigt. Bekanntlich haben die Frau des Direktors Hoffmann vom GaSapparat- inb Gußwerk und der 31jährige Kaufmann Emil Klein in dem letzten Wagen des verunglückten Zuges den Ver- brennungStod gefunden, während der Schuhwarenhändler Jakob Ebert ein dauerndes Leiden davongetragen hat. Den Familienangehörigen des Kaufmann Klein wie auch dem Ilhuhwarenhändler Ebert hat die Bahnbehörde in Anerken- nmg ihrer Entschädiguvgspflicht die geforderte EntschädigungS- srnrnme gezahlt. Gegenüber den Hinterbliebenen der Frau Direktor Hoffmann hat die Bahnverwaltung bis jetzt noch nicht die gleiche Conlanz bethätigt, indem sie nicht allein alle ! kitschädigungsansprüche ablehnt, sondern sich auch weigert, rit die Wertsachen und das bare Geld, das Frau Direktor .-vfimann bei der Katastrophe bei sich führte, den vollen kisatz zu leisten. Wie wir hören, wollen die Angehörigen Gericht zur Entscheidung anrufen. Cbertab, 7. Aug. In der vergangenen Nacht entstand « der Schuhfabrik von H. Strauß hier Großfeuer. Da Schaden ist bedeutend. Gebäude und Mobiliar sind j iit 180,000 Mk. versichert. Die Ursache de« Brandes ist iwibefannt. Sämtliche Arbeiter find brodlos. *• Kleine Mitteilungen tul Hessen nnb den Nachbarstaaten, ’lm Mittwoch morgen wurde der Landwirt Johannes Müller i'Sabe) in seinem Hofe in Großseelheim tot ausge- sMden. Er ist am Abend vorher noch im Wirtshause ge- rvtsen, hat dann jedenfalls bei der herrschenden Dunkelheit •dnen Fehltritt gethan, ist hingestürzt und hat einen Schlag, »ailfall erlitten. — Am Mittwoch vormittag spielte der acht xihrige Sohn der Witwe Kantner in Mainz in der eiter* iii^en Wohnung im vierten Stock in der Boppstraße am N«ster. Das unglückliche Kind bekam dabei das Ueber- gewicht und stürzte hinab auf die Straße, von wo es mit zerschmettertem Kopfe tot hinweg getragen wurde. — Eine gewaltige Wolke von Eintagsfliegen senkte sich am Dienstag nachmittag auf das Städtchen Neunkirchen i. Pf. herab. Gegen Abend waren die Straßen wie übersäet von den Tierchen, die, nach einem in vollen Zügen genossenen Leben von nur einem Tage bereits dem Schicksale alles Irdischen verfielen. Vermischtes. * Berlin, 8. Aug. Der Staatsanwalt a. D. Adolf Laser ist vor einigen Tagen aus seiner Wohnung unter Umständen verschwunden, die darauf schließen lassen, daß er Schulden halber das Weite gesucht hat. Die Schulden Lasers, der Direktor der Motor-Fahrzeug- und Maschinenfabrik A.-G. Marienfelde war, belaufen fich auf rund l/4 Millionen Mark, von welchen ungefähr die Hälfte aus Borsendifferenzen resultieren. • Ueber die Lesselhavarie an Bord des „Aegir" erfährt die „Nordd. Allgem. Zig." nachträglich folgende«: Als kurz nach dem Loswerfen von der Boje ein Seffel avgefeuert werden sollte und hierzu die Feuerthür ge« öffnet wurde, drang infolge Reißen» einiger Rohre plötzlich eine Stichflamme in den Hetzraum und verletzte die Unteroffiziere Petermann und Held, den Oberheizer Kuhn, sowie die Heizer Schmidt und Gerlach. Letzterer ist nicht lazaret- krank. Sin anderer Heizer entkam durch den Bunker in das Zwischendeck. Woraus der Unfall zurückzuführen ist, wird durch die Untersuchung aufgeklärt werden. Zu bemerken ist, daß die selbstthätigen Absperrungsventile und Aschefallklappen tadellos funktionierten. Der leitende Ingenieur konnte un mittelbar nach dem Unfall den Heizraum betreten und Personal an die Übrigen drei in demselben Heizraum ausgestellten Kessel schicken. Den Verletzten geht es den Umständen nach gut. * Zur Rückkehr des Kaisers aus dem hohen Norden. Mit welcher Schnelligkeit der Kaiser ans Norwegen zurückgekehrt ist, dürste die Thatsache ergeben, daß die Kaiseryacht „Hohenzollern" und ihre Begleitschiffe die Fahrt von Bergen in Norwegen nach Kiel mit 21,5 Knoten Geschwindigkeit znrückgelegt haben. Hierbei bewährte fich der kleine Kreuzer „Niobe- ganz vortrefflich, auch das Depeschenboot „Sleipner" vermochte auf dieser langen Strecke die geforderte Fahrt zu halten; von der kolossalen Flammen- entwickelung in den Kesselfeuerungen aber hatte der achterne Schornstein des „Sleipner" derart zu leiden, daß an ihm der schmucke Farbenanstrich vollständig verbrannte. * Dresden, 8. Aug. In Deuben wurde der frühere Rechtsanwalt und Notar Unger unter dem Verdacht, Mündelgelder und Gelder aus von ihm geführten Prozeffen unterschlagen zu haben, verhaftet. • Regensburg, 8. Ang. Der pensionierte Generalauditor Adam Rottenhauser stürzte heute aus dem Fenster seiner Wohnung und blieb sofort tobt. Queenstown, 8. Ang. Der Dampfer der White Star Line, „Oceanlc", der heute auf dem Wege nach New- York hier ankam, berichtet, er sei im irischen Kanal mit dem kleinen Küstendampfer „Äincora“ aus Waterford zusammengestoßen. Der Dampfer sei gesunken, sieben Personen seien ertrunken. * Die Dame mit zwei Zwillingspaaren. Aus London wird geschrieben: In dem Pferdebahnwagen einer Londoner Tramway-Gesellschaft spielte sich vor einigen Tagen eine urkomische Szene ab. Eine Dame in Begleitung ihres Kinderfräuleins, dreier pauspackiger Knaben und zweier Mädchen forderte zwei Fahrscheine. „Wie steht es mit den Kindern?- fragte überrascht der Beamte. „Schon gut!" war die Antwort, „Die sind noch alle unter dem vorschriftsmäßigen Alter.- „Unmöglich, Madame! Fünf Kinder unter 3 Jahren, oder sind es nicht die Ihrigen? — - „O ja, sie gehören alle mir und find, wie ich Ihnen bereits sagte, unter 3 Jahren." „Das ist unmöglich, Madame, und ich bedauere, die Kinder nicht sämtlich passieren laffen zu können." „DaS ist nicht unmöglich," wiederholte die Dame, „sie find alle unter 3 Jahren. Diese vier Kinder find zwei Zwillingspaare und der Junge dort ist ans der Art geschlagen —!- Der Schaffner war verblüfft, gab sich aber schließlich doch zufrieden. * Paris, 8. Aug. Wie ans Pont Andener gemeldet wird, kam ein Pariser Kaufmann Namens Capelle unter sein Automobil zu liegen und erlitt durch das an«* strömende Petroleum so surchtbare Brandwunden, daß er nach wenigen Minuten verstarb. • Barcelona, 8. Aug. In der Gasanstalt de« Stadtteiles Barceloneta entstand infolge eines Brande« in einem in der Nachbarschaft gelegenen Hanse eine Explosion, durch die zwei Personen getötet wurden. • Hitze in Unteritalien. AuS Rom wird ge« meldet: In Unterhalten erreicht seit einigen Tagen die Temperatur 43 Grad C. im Schatten. Diese außergewöhnlich große Hitze hat bedeutenden Schaden angerichtet und reichlich die Hälfte der vielversprechenden Weinernte zerstört. * Budapest, 8. Aug. In Leutschau (Komitat Zips) ist gestern nacht eine Feuersbrunst ausgebrochen, bet der 7 Menschen umS Leben kamen. Meratur, Wissenschaft und Kunst. Sine Lermontow Stiftung. Vor kurzem wurde in der kaukasischen Fünshügelsiadt Pjatigorsk an der Stelle, wo der hochbegabte, erst 27jährige russische Dichter Michael Jurjewitsch Lermontow im Duell siel, ein Dmkmal errichtet und gleichzeitig eine Lermootow- Stiftung geschaffen, mit dem Zweck, Zöglinge höherer russischer Lehranstalten Unterstützungen verschiedener Art zu Teil werden zu laffen. Der einstweilen noch verhältnismäßig kleine Fonds rührt zum größten Telle von russischen Studenten und dem Emir von Buchara her. Durch die meisterhaften Uebersetzungen von Friedrich von Badenstedt find auch Lermontow- Dichtungen in die deutsche Litteratur übergegangen ; das Bekannteste unter ihnen ist „Lermontows poetischer Nachlaß". Gerichtssaal. R. Darmstadt, 8. Aug. (Kriegsgericht.) Der Gardeunteroffizier Gg. Keller von Nieder-Modau i. O., der seit ca. einem Jahre der Großh. Leibwache angehört, ist wegen Urkunden-undWechselfälschung, sowie wegen Betrugs angefiagt Er hat seinem Hauswirt, einen Kaufmann, durch Vorzeigen eines gefälschten Sparkassenbuches um ca. 300 Mk. für Waren und Bar- darlehn betrogen und später auch Wechsel auf dessen. Namen gefälscht und verwertet. Dadurch hat er einen hiesigen Bankier um ca. 1300 Mk. gebracht. Das Geld verjubelte er zum größten Teil in leichter Damengesetl- schaft; ein kleiner Betrag ist ihm angeblich in Frankfurt gestohlen worden. Er ist geständig und erhält er eine Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis, wird degradiert, in die zweite Klasse des- Soldatenstandes versetzt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. Die milde Spruchpraxis der Universitätsstadt Erlangen bildet den Gegenstand der Besprechung einiger bayerischer Zeitungen. Dort wurde wegen groben Unfugs "n stud. jur. zu einigen Tagen Gefängnis verurteilt, obgleich er einem Vizewachtmeister (von dem er gebeten worden war, sich ruhig zu verhalten) wohl ein Dutzendmai zugerufen hatte: Bauernfünfer dreckiger, Bauernsechser fünf«- erfiger. Ein anderer stud. jur., der wochenlang die Brief- rasten beschmutzte und durchnäßte, kam ebenfalls nach 3<>0, Ziffer 11 mit einer geringfügigen Strafe davon. Arbeiterbewegung. Pirmasen«, 7. Aug. Gestern Nachmittag halte der Verband deutscher Bäckergehtlfen eine Versammlung einberufen, in der über die Antwort der Meister auf die fettens der Gehilfen gestellten Forderungen beraten wurde. Letztere hatten von der Innung gefordert, wie die ^P.Ztg." meldet, den Teigmachern sollte 9Mk., den Schießern 12 Mk. per Woche Lohn bei freier Station bezahlt werden. Ueber 12 Stunden Arbeitszeit sollte die Stunde mit 40 Pfg. bezahlt werden. Diese Forderungen waren seitens der Innung abgelehnt worden. Ja der gesüigen Versammlung wurde nun beschloffen, jedem Meister einzeln diese Forderung zugehen zu lassen Fall« bis Donnerstag 12 Uhr die Meister die Forderungen nicht angenommen haben, werden die Gehllfen in den Ausstand treten. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft. L a n d st u h l, 8. August. Der Vorstand des hiesigen Vorschußvereins, Fabrikant Sperrte, Mitinhaber der Spritz- fabrik unter der Firma Bumb und Herrle, ist, der „Pf. Pr." zufolge, nachdem er Wechsel in Höhe von 200 000 Mark zum Nachteil des Vorschuß-Vereins diskontiert, flüchtig geworden. D^r Vorschuß-Verein besitzt für diese Wechselaccepte keine Deckung, sodaß der Konkurs des Vereins unausbleiblich erscheint. Die Staatsanwaltschaft Ijat gestern sämtliche Bücher des Vorschiußvereins beschlagnahmt. Die Firma Bumb und Herrle hat ihre Zahlungen eingestellt. Seit gestern ist ein amtlicher Revisor mit der Revision der beschlagnahtnten Bücher beschäftigt. Gerüchtweise verlautet, daß die von 5)evrle heroeigeführteni Wechselverbindlichkeiten zum Nachteil des Vorschußvereins eine weit höhere Summe als 200 000 Mark ausmachen. Der Staatsanwalt hat gegen den ungetreuen Vorstand einen Steckbrief erlassen. Herrle nahm vor ungefähr drei Wochen Urlaub, kehrte aber nicht mehr zurück. Er dürfte sich, mit großer: Barmitteln aus den diskontierten Wechseln versehen, bereits in Amerika befinden. Herrle soll Ansichtspostkarten aus verschiedenen Städten Deutschlands hierher gesandt haben, um den Anschein zu erwecken, daß er sich in der betreffenden Stadt aufhält. Kirchliche Nachrichten. Lvangeliskhe vemeintze. Sonntag den 11. August. 10. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe JohanneSkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. In der JohanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der LukaSgemeinde, Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die JohanneSgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. SamStag den 10. August. Nachmittag« um 4Ve Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hell. Beicht. Sonntag den 11. August. 11« Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6Ve Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste hell. Messe; vor und in derselben AuStellung der hell. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. M«ffe. „ um 9i/, Uhr: Hochamt mit Predigt, Nachmittags um 2 V, Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag den 10. August 1901. Vorabend 7« Uhr, morgens 8« Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 8ee Uhr. Gottesdienst der israelitischen Deligionsgesellschast. SamStag den 10. «ngust 1901. Freitag abends 7" Uhr, SamStag vormittag« 8 Uhr, nach mittags 4 Uhr, SabbaihauSgang 8" Ubr. Wochengottesdienst: morgens 680 Ubr, abends 7 Uhr. Monatliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. Monat Juli 1901. (Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900, inkl. 1600 Mann Militär.) Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im Lebensjahr: vom 2.—16. Jahrr Rose 1 1 —— •— Lues 1 fO 1 0) — — Lungenschwindsucht Tuberkulose anderer 4 (1) 4 (1) — — Organe S (3) 2 (2) — 1 (1) Lungenentzündung 2 1 1 — Gehirnschlagfluß 2 2 — — Herzfehler 3 (2) 2 (2) — 1 Darmkatarrh 6 1 5 — Lebensschwäche 2 (1) — 2 (1) — Krebs 2 (21 2 (2) —— Altersschwäche 1 (1) 1 (1) — — Anderen Krankheiten 15 (6) 8 (5) 6 (1) 1 Verunglückung 2 (2) 1 (1) — 1 (1) Summa: 44 (19) 26 (15) 14 (2) 4 (2) Anm Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf,von auswärt« nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Schisssnachrichten. Der Postdampfer „Nederland^ der „Red Star Linie/ in Antwerpen, ist laut Telegramm am 7. Aug. wohlbehalten in Philadelphia angekommen. ** Lebensversicherung. Die Dtkt or i« zu Berlin, A l l- SemeineVerstcherungs-Aktien-Gesellscdaft, schließt gesen jährliche Prämien Kepital-Versicherungen auf den TodeS- und L e b e n S f a l l mit und ohne Einschluß der Invalidität s Virficherung ab. Sie erreichte in dieser Blanche einen VerstcherungS- b-ft-nd von 478 4 Millionen Mark Todesfall Versicherung, 54,1 M'lllonen Mark Erlebensf»ll-Versicherung und 686 Tausend Mark Renken-Versicheruno. Die Prämien- und Zinsen-Einnahme betrug bi er für tn 1960: 28,9 Millionen Mark. Die Prämienreserven stiegen von 114 Million^n Mark auf 128 Millionen Mark. Aus den Ueber- fchüssen dieser Abteilung wurde den Versicherten «19 Dividende ein Betrag von 5 9 Millionen Mark überwiesen, wodurch die Zahlung einer Dividende von 3 Prozent der Summe der entrichteten Prämien big Mitte 1903 sichergeftrllt ist. Die Versicherten dieser Abteilung nehmen j doch am Gesamtgewinne der Verficherungs-Gesellschaft teil, weicher bei einem Bestände von 852 Millionen Mark und einer Vrämien'Einnahme von 71 Millionen Mark sich im abgelaufenen Zahr auf 14 Millionen Mark ft« llte. Dieser Gewinn ist der größte, welcher seit Bestehen der LebenS-Dersicherungs-Gesellschaften in Deutschland auSgewiesen worden ist. Neueste Meldungen. Darmstudt, 9. Aug. Der Großherzog hat sich gestern nachmittag nach Schloß Friedrichshof begeben und ist abends zuruckgekehrt. Paris, 9. Aug. Hier starb gestern früh Prinz Edmond de Polignac, der Sohn des letzten Ministers Karls X. Der Verstorbene war einer der ersten und eifrigsten Vorkämpfer Richard Wagners in Frankreich. Paris, 9. Aug. Santos Dumont, der durch sein Mißgeschick einen Verlust von 50000 Francs erleidet, will noch vor dem Ablauf des Zeitpunktes für die diesjährige Preisausschreibung, nämlich dem 15. September, einen neuen Apparat fertigstellen, welcher noch leichter sein soll als sein bisheriger. Was das Anerbieten des Preisspenders Deutsch anbelangt, der Santos Dumont einen von ihm konstruierten Apparat für die nächste Auffahrt zur Verfügung stellen wollte, so wünscht SontoS Dumont hierauf nicht einzugehen. Tiflis, 8. Aug. Infolge einer Explosion von Spirttusfässern brach auf einer Warenstation der transkaspischen Bahn Großfeuer aus. 5 Abteilungen der Warenparkhäuser und 16 mit Waren beladene Waggons find verbrannt. 3 Personen wurden erheblich verletzt. Madrid, 8. Aug. Die Stadtverwaltung von Eorunna wies die barmherzigen Schwestern aus dem Krauken- hause aus. Mehrere Damen aus der Stadt erboten fich bis zur Anstellung von Krankenpflegerinnen zur Hilfe- leistung. Sofia, 8. Aug. Die Offiziere der Garnison in Varna gaben gestern ein Festmahl zu Ehren des rusfischen Vizeadmirals Hildebrand und der rusfischen Offiziere. Der Ministerpräsident Karaweloff und Hildebrand wechselten Trinksprüche. Letzterer betonte in dem seiuigen, die rusfische Schwarze Meer-Flotte werde ihre künftige Aufgabe zu er- füllen wifien, und hoffe, eines Tages die bulgarische Flotte an der Seite der rusfischen zu sehen. Brisbane, 8. Aug. Von der Insel St. Mathias ein- gelaufenen Nachrichten zufolge, wurde das Kriegsschiff „Kormoran" dorthin gesandt, um die Eingeborenen wegen der Niedermetzelung MenkeS u. a. Mitglieder seiner Ex> pedition zu bestrafen. ES fand ein Gefecht statt, tn 9 ■3 August 2Be..cv 9 24 5° C. 11,7« C. Frankfurt, den 9. August Tendenz fest. 92 50 98 80 97.60 43.00 25.75 25 95 82 00 It. btw.HiwmeL. Sonnenschein Sonnenschein 1 2 dem 80 Eingeborene getötet und 17 gefangen genommen mürben. . 101 35 . 92 20 . 101.35 * °/a 5Ve’/o 8°/t 8Vlc/; L« S “ z x» 5 Ital en. Rente . 4% G riech. Monop.-Aol. 8 c/o Portugiesen 3 °/c Mexikaner , . . 4,/t ’/q Chinesen . . Kreditaktien . . Diskonto-Ko mman d it Rekshsanlefhe do Konsole . . do . . Hesse?1. . . Darmstadter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgee. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn Laurahütte . . . Bochum . . . . Harpen er 8S 5 Ä . 202 20 . 172 90 . 120 20 . 129 7© . 136 00 . 185 50 . 153.00 . 179 50 . 165 70 . 151 06 Meteorologische Beobachtungen der Gieße». 8. 9’8 750 4 19,0 132 81 StM 9. 7« 751,0 14 9 11,6 92 NE. 9. 2» 749,3 26 5 12 4 48 8- LE e Temp erttur im 7. bis 8. August Niedrigste „ 7. „ 8. * Stadttheater Stadttheater 549 Gießen, den 9. August 1901. 03089 Die bisher von <$,. Kann — Spirituosen - Handlung inne« bis 1 Uhr. 8959 5502 Der Borftaud in Steins Garten 5503 M Kartoffel 5486 Lonis Frohnhäuser 6 S«v lostgasse Ne. 6. 1189 Kähnchen, sowie Lahnsische 5494 gesucht. @mil Noll. Gartenwirtsch aft. Gute Küche« 1388 Vorarbeiter Ekkard. 03081 90 n Heller. 5495 d. Bl. erbeten. 03083 später zu vermieten. 4818 Südanlage 38. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. 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