Nr. 109 Zweites Blatt Freitag 10. Mai 1901 aucw4rt6 >> Vfg. 8. Im Reichsparlament herrschte heute eine ungewöhnlich 1S1. Jahrgang. WAdHtea, Edition und MKIItoM T. Künstler die Faustpartie in Bezug auf Auffassung und Tongebung in einer Weise, die wir als mustergiltig bezeichnen möchten. Die zweite Baßpartie, die Herr H e l l m - rich aus Frankfurt übernommen hatte, tritt gegen die erste etwas zurück, doch führte sie der Künstler mit Geschick und Glück durch. Einen sympathischen Tenor besitzt Herr Aremberg v vezugsprel» vierielj^tt SWt. *2 *20, monatl. 75 mit Brirgcrlohn; burd- **» Abholestctlen vierteliLbr! Wk. 1.90, monati. 65 Äi, Bci Postbezug oictttljäkiL Mk. 2.00 ohne Bestellzrtd 8UU Anzetaea Verin>rrlvnß*- fttdcn btt itnb «IndienKf ntbmcn «(iijriuen lür Der Kampf nm die Diäten. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm Mai: Adresse fflr T'p'scheAf Anzeiger Oietze». FernspcechanwNusib'tr.tt. Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Die Licherftraße zwischen Wolfstraße und Sandmann straße wird neu eingedeckt und eingewalzt und daher am 10. und 11. L MtS. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. i i Gießen, den 9. Mai 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Gießen erwähnt war, lagen in den Händen tüchtiger Dilettanten und wurden befriedigend durckzHeführt. Vom Ehor und Orchester wiederholen wir, was wir oben schon kurz andeuteten: sie waren musterhaft. Die ganze Aufführung machte den Eindruck hoher Voll endung, und der Lorbeerkranz, der Herrn Musikdirektor Trautmann am Schluß des Konzerts überreicht wurde, war der wohlverdiente Lohn für die viele Mühe und Arbeit, die im Publikum ihre volle Anerkennung gefunden haben. Richard Fischer aus Frankfurt, der sich kürzlich im Konzert des evangelischen Krrchengesangvereins rülMlich auszeichnete, und sich auch gestern als großen Fähigkeiten erwies. Namentlich Herr v. Miquel läßt sich in aller Form „interviewe n". Bon mehreren Seiten liegen Berichte über Unterredungen mit ihm vor. Aus den Bemerkungen des Exministers klingt ein etwas melancholischer Ton. „Enthüllungen" nach dem Muster des Fürsten Bismarck hat Herr v. Miquel einstweilen nicht gemacht, obgleich er sicherlich manches auf dem Herren trägt, und namentlich vom Grafen Bülow, der ihm die Demission nahe legen ließ, nicht allzu entzückt sein wird. Als im Sommer des Jahres 1890 die ersten Unterredungen mit dem verabschiedeten Altreichskanzler in der Presse erschienen, gab Herr v. Miquel in politischen Kreisen einer sanften Mißbilligung dieser scharfen Beurteilung des „neuen Kurses" Ausdruck. Herr v. Miquel ist denn auch nie in Friedrichsruh zu Gast gewesen, trotzdem Fürst Bismarck wiederholt seinen Besuchern sagte, es würde ihm ein Vergnügen sein, mit Herrn v. Miquel politische Aussprache zu pflegen. Nach der Ernennung Miquels im Sommer 1890 wurde bei den Nationalliberalen der Plan gefaßt, dem Altreichskanzler das Reichstagsmandat Miquels (Kaiserslautern) anzubieten. Herr v. Miquel riet seinen ehemaligen Parteifreunden von diesem Schritt ab, denn das könne als eine Demonstration CaHBUpM, Wfrageh. w J'S* [98S3 Akademischer Gesangverein. Gießen, 9 Mai. Wenn eine öffentliche musikalische Darbietung von günstigem Erfolg gekrönt ist, dann hat auch der Kritiker stets eine dankbare Arbeit, und es ist für ihn eine angenehme Verlegenheit, wenn er nicht weiß, wo er am meisten anerkennen soll und wenn er vor allen Dingen bemüht fein muß, von dem vielen Schönen, was geboten wurde, möglichst nichts unerwähnt zu lassen. Das gestrige, in Steins Saalbau abgehaltene Konzert des akademischen Ge- tangvereins, der unter der Leitung des Universitätsmusik- virektors und unter Mitwirkung hervorragender Solisten, joroie der verstärkten hiesigen Regimentskapelle Schu- mranns „Szenen aus Goethes Faust" zur Aufführung brachte, war thcttsächlich eine Glanzleistung aller- eHten Ranges, die in den Annalen des Vereins für alle Seiten eine hervorragende Stellung einnehmen wird. Man chatte gestern so recht dje Empfindung, daß Herr Traut- »t anti jetzt den reichen Lohn für all die Mühe und Arbeit erntet, die er sich von Beginn seiner hiesigen Thätigkeit en zur Hebung und Förderung des akademischen Gesangvereins gemacht hatte. Die ganze gestrige Aufführung war durchweht vom Geiste einer künstlerischen Sicherheit, die wvhl- gegen die Krone aufgefaßt werden. Fürst Bismarck seinerseits erklärte, er wolle sich nicht der Unannehmlichkeit eines Durchfalls bei der Wahl aussetzen. Herr v. Miquel kann also jetzt nicht gut in Interviews Kritik üben, denn er würde sich in Widerspruch bringen zu seiner damaligen Auffassung. Aber vielleicht legt er seine Gedanken in den Denkwürdigkeiten nieder, die er zu schreiben beabsichtigt. Beiläufig, eine deutsche Zeitung war Herrn v. Miquel von jeher antipathisch — es beruhte übrigens auf Gegenseitigkeit —: die „Köln. Ztg.". Schon als nattonalliberoler Parteiführer äußerte Herr v. Miquel oft seinen Verdruß, daß die Kölnerin ihm seine Pläne zu durchkreuzen suche. Engläuver und Buren. Tie Kriegsberichte aus Südafrika bringen den Engländern stets neue Enttä u schunge n. Man hatte erwartet, daß demnächst bei Hartebeestfontein, tuA Delarey wieder ein größeres Burenheer gesammelt hat, wieder einmal ein entscheidendes Treffen in Aufsicht stehe, als eine neue Depesche meldete, diese Streitmacht habe sich in kleine Trupps aufgelöst und zerstreut, und Delarey habe sich nach Süden gewandt. Nun haben die Engländer wieder das Nachsehen. Die „Central Nervs", vielleicht die unzuverlässigste von den minder vertrauenswerten Agenturen, hatte ganz umständlich gemeldet, daß Lord Kilchener neue Verhandlungen mit den Buren begonnen habe oder beginnen wolle. Von Amts wegen wird das sehr bestimmt in Abrede gestellt, und die Nachricht war vermutlich nur eine Kombination, die sich auf die Thatsache stützte, daß Frau Botha neuerdings wieder ihren Mann besuchte. Was die immer wieder einlaufenden Nachrichten über an- gehaltene, von den Schienen geworfene oder in die Luft gespren gte Eisenbahnzüge anbelangt, so schreibt ein Berichterstatter der „Times" aus Pretoria unter dem 6. April anläßlich einer Reise von der Delagoabai nach dec Hauptstadt Transvaals von den Leistungen der Buren auf dieser Strecke: „Hier im östlichen Teile von Transvaal schwärmen 15 Kilometer nördlich und südliche der Bahnlinie einige fünfzehn verschiedene Burenabteilungen umher, vou denen zwei wenigstens die Zerstörung von Bahnzügen als ihren besonderen Daseinszweck angekündigt haben. Dieser Teil der 4500 Kilometer langen Verbindungslinien ist häufiger heimgesucht worden als irgend ein anderer, allein das ift, bezeichnend für die allgemeine Unsicherheit des Landes und den gewaltigen Umfang der den britischen Truppen gestellten Aufgabe. Zwischen Pretoria und Komati- Poort sind 12 000 bis 15 000 Mann britischer Truppen verteilt, allein ein paar Abteilungen Buren von 100 bis 200 Mann können die Linie fast an jedem beliebigen Punkte unterbrechen und werden das auch noch eine Weile thun. In dem Maße, wie mehr Truppen eintreffen, werden wir in der Lage sein, diese Streifbanden mehr als bisher in die Enge zu treiben,- allein dazu gehört Zeit und Geduld. Leute, die von den Strapazen eines Feldzuges erschöpft sind, der sich unter unerhörten Anstrengungen schon über anderthalb Jahre hinzieht, müssen einige Monate Rast haben, ehe sie wieder zur Verwendung kommen. Ein praktischer Schritt in dem rechten Wege war die Anlage von Blockhäusern eigener Konstruktion, die die 23. Ingenieur-Kompagnie unter Major Rico ersonnen und hergestellt hat. Tie Wände sind von zwei Eisenblechplatten gebildet, die einen mit Steinen ausgefüllten sechszölligen (15 Zentimeter) Zwischenraum haben. Sie sind vollkommen kugelsicher, und man baut sie rasch mit dem im Lande verfügbaren Material, rechteckig, achteckig ober kreisrund in der Größe, um einen bis sechszehn Mann beherbigen und schützen zu können. Eine besondere Schießscharte mit Winkel von 90 Grad wird eingeschnitten, der Eingang wird durch eine besondere Mauer gedeckt, und um das Ganze zieht sich ein Spinngewebe von Stacheldraht." Eine etwas wirre Depesche meldet von verschiedenen Streifzügen, die von der Eisenbahnlinie Heidelberg- Volksrust angesetzt worden sind. Danach sind von Stcmder- ton einige britische Kolonnen abgegangen, um sich mit thuend wirkte und den Zuhörer zum vollen Genuß des Gebotenen kommen ließ. Sämtliche Mitwirkende, Solisten, Chor und Orchester, thaten im vollsten Maße ihre Schuldigkeit, und dieser aufopfernden Hingabe ist es vor allen Dingen zu danken, daß die Bemühungen des tüchtigen Dirigenten in so schöner Weise belohnt wurden. Auf Schumanns herrliche Tonschöpfung selbst näher einzugehen, dürfen wir uns heute um so eher versagen, als dies vor dem Konzert an dieser Stelle in ausführlicher Weise geschehen ist. Mir wenden uns daher zur Aufführung selbst und erwähnen zunächst die Solisten, von denen Frau Emma Hiller-Rückbeil gestern zum vierten Mal in Gießen auftrat, und sich wie früher wieder einen beispiellosen Erfolg ersang. Alle die schönen Vorzüge, die wir schon früher an ihr zu erwähnen Gelegenheit nahmen, kämen auch gestern wieder in herrlicher Weise zur Geltung, und wenn wir einen Wunsch äußern dürfen, so kann es nur der fein, die geschätzte Künstlerin bald wieder in Gießen zu hören. Herr Adolph Müller aus Frankfurt, der die Titelpartie sang, zeigte sich seines alten Ruhmes als Konzertsänger auch diesmal in jeder Beziehung würdig und veranlaßte das Publikum wiederholt zu lebhaften Beifallsäußerungen. Stimmlich vortrefflich disponiert, bot der angeregte Stimmung, wie das meist der Falt zu sein pflegt, wenn die Erwählten des Volkes „in eigener Angelegenheit" beraten. Und zwar bewegte die brennende Diätenfrage die Gemüter der Gesetzgeber. In zweiter Lesung sollte über ben Antrag Gröber (Zentr.) und Genossen auf Gewährung von Anwesenheitsgeldern und freier Eisenbahn fahrt entschieden werden. Ter Reichstag ist sich lQ dieser Sache ziemlich einig, aber die Regierung, bic Regierung! Wird sie endlich „ein Einsehen haben" und durch eine entgegenkommende Erklärung des Zweifels Nebel jerftreuen? Man hatte ja in letzter Zeit wiederholt gehört und gelesen, daß Graf Bülow für diese alten Schmerzen der Neichsbvten volles und hilfsbereites Verständnis besitze. Andererseits^will das Gerücht nicht zur Ruhe kommen, wonach eine hohe Stelle von der Zweckmäßigkeit oer Tiäten- gewährung sich noch nicht überzeugt habe. Die Erwartung, authentisch zu erfahren, wie die Regierung denkt, oder welche Aussichten in Bezug auf die Stellung des Bundesrats sie eröffnet, war also wohl begreiflich Doch sie sollte wicht sogleich befriedigt werden. Es galt zunächst, das Weingesetz in dritter Lesung, und damit endgiltig, -u erledigen. Ta wurde, zumeist von den Herren aus Süd- uiid Westdeutschland, noch manche Rede gehalten und in fast allen das Gesetz, ungeachtet einiger Schwächen, als ein Fortschritt auf dem Wege zur Bekämpfung der Wein- joantfajerei begrüßt. Die Abstimmung ergab die Annahme der Vorlage mit großer Mehrheit. — Berichterstatter der Kommission für denDiätenantrag war Abg. Bassermann (nl.). Er referierte, wie stets, genxmbt im Ausdruck, klar auszeichnete, und sich auch gestern als einen Sänger von großen Fähigkeiten erwies. Namentlich in der hohen Lage scheint uns sein Organ die größten Erfolge zu erreichen. Tie kleineren Solopartien, von denen aus dem Programm nur die Altpartie des Fräulein Anna Walther au5 in der Sache. Tie Kommission will den Abgeordneten, „solange der Reichstag versammelt ist, sowie acht Tage- vor Eröffnung und acht Tage nach Schluß desselben, freie Uahrt auf den Eisenbahnen, und für die Tauer ihrer Anwesenheit in Berlin Anwesenheitsgelder mit 20 Mark für den Tag" bewilligt wissen. Der Anwesenheit in Berlin foll es gleichstehen, wenn der Abgeordnete durch Arbeiten für den Reichstag verhindert ist, in Berlin anwesend zu fein. Man wird nicht behaupten können, daß dieser Be- fchluß nach Form und Inhalt eine Musterleistung darstelle. Als Herr Groeber vom Zentrum das Wort nahm, um die ßkotwendigkeit der Gewährung von Anwesenheitsgeldern nochmals eindringlich darzulegen, sah er eine stattliche Anzahl Kollegen um sich versammelt. Seine Mahnung an ben Bundesrat „tua res agitur!" weckte ein brausendes Echo unter den Parlamentariern Doch die also apostrophierten Herren vom Bundesrat —amvesend waren Staatssekretär Graf PosadowAky, die Vertreter Bayerns, Sachsens, Vadens und einiger mitteldeutschen Staaten — saßen da, wie aus Erz gegossen. Sie schienen nichts weniger als durchdrungen davon, daß sie durch Gewährung vonPräsenz- tzeldern ihre eijgenften Interessen fördern würden. Die Konservativen sind Gegner des Kommissionsbeschlusses, wie Abg. v. L e v e tz o w erklärte. Er meinte, daß durch Gewährung von Diäten das Niveau des Reichstags bedenklich berabgedrückt würde. (Stürm. Protestrufe). Abg. Singer (Soz.) erwiderte ihm in äußerst scharfer Weise. Im übrigen erwähnte er auch die Preßgerüchte, toonady an hoher Stelle Haus an Seltnsweg, Laden, Runter, Zimmer und STlanfarbflifiuben, er Sofort ober Später fit otmuten, -ent. ju verkaufen. Wen- 40 ftttttltHl 'N, L (cheuer und Stall zu verminen. ) 01621 NeuSadt 45. Abneigung gegen die Diätenbewilligung bestehe. Das veranlaßte den Staatssekretär Graf Pvsadowsky, das Wort zu nehmen. Mit starker Aeeentuierung und leiser Erregung in der Stimme stellte er fest, daß neuerdings sich in steigendem Maße das Bestteben zeige, unwürdige Zwischen- träge reie n öffentlich zu erörtern, die absolut unwahr und erftlnden seien. Das gelte auch namentlich dem von Herrn Singer erwähnten Gerücht. (Lebhafte Bewegung.) Zum Kommissionsantraa selbst sich zu äußern, liege für ihn zurieit keine Veranlassung vor. Abg. Rickert (frs. Vg.), der würdige Danziger Ehrenbürger, glaubte, der Wichtigkeit des Gegenstandes nicht besser Rechnung tragen zu können, als indem er namentliche Abstimmung über den Kvmmissionsbeschluß beantragte. Schließlich kam der bayerische Zentrumsmann Lerno auf die einer Zeitungsnotiz zufolge ungünstige Stellung der bayerischen Regierung zur Diätenfrage zu sprechen und rief dadurch den bayerischen Gesandten Grafen Lerchenfeld auf den Plan. Dieser erklärte, daß die bayerische Regierung mit der Diätenfrage sich überhaupt noch! nicht beschäftigt habe, und fügte humorvoll hinzu, man mochte die Schaufenster-Telegramme des „Berl. Lok.-Anz." mit größerer Vorsicht beurteilen. (Schallende Heiterkeit.) Erst gegen G Uhr abends konnte Präsident Graf Batlestrem die Annahme des Kommissionsbeschlusses mit 185 gegen 40 Stimmen konstatieren Nun hat der Bundesrat das Wort. önung, bAenb X rV* Lorplcck ofl? Mntm. sch2 "“Je, Aäd-tn, Selben wE^wtert Rieten. Berdel; äSP ** bei ySlaolage 38"-' ‘““fatbtnlöflis 4 Qitnm wSJnUn0 unb -—JtoMnt, NtueEu, 7, parfme Ebelstrasse 5 .bN zu mieten. Eeö MüW trte fr3fle. Durch Verletzung vrrbnchellorS Engeln 8864 Lchmilage 48 i obere Clock lMgft zu Dem W b-bön möbliertes^ er sofort zu vermieten. ReutUM 1, n, Ecke vabd. ipilltafej Jfaraer iu ommeien. gl Aarnmlhafte IS 1t [(um 01765) Freunölub möbl. zimmer 1 vermieten. 1786) Schön möbl ßimmer an sol. >etm zu vem. Kene,»et 1», IL Herd« * 83 iSÄ'A"-' Politische Tagesschau. Mit einer Ansprache hat am Mittwoch Graf Bülow die neuernannten preußisckren Staatsminister eingeführt. Der Reichskanzler bekannte sich zwar neulich vor dem preußischen Herrenhause als ein Gegner von Programmen; gleichwohl ist anzunehmen, daß diese Ansprache über den Rahmen einer „Begrüßung" hinausging, und die Ziele der preußischen Regierungspolitik seststellte. Ist dies der Fall gewesen, so wäre eine Veröffentlichung der Rede von Interesse, umsomehr, als die neuen Männer durch den Schluß des preußischen Landtags in längerer Zeit keine Gelegenheit haben, sich über ihre Grundsätze zu äußern. Tie Frage „Was nun?" ist während und rrach oer Regierungskrisis allenthalben aufgeworfen worden. Ta eine Regierung nicht nach dem bequemen Rezept „Kömmt Zeit, kommt Rat" handeln kann, wird das umgebildete Ministerium schon jetzt darüber klar sein müssen, was zu thun und zu lassen ist. Daß die Kanalvorlage sich in der letzteren Kategorie befindet, wird man wohl so lange vermuten dürfen, ehe nicht die ganz bestimmte Erklärung erfolgt, daß sie in der nächsten Session des Landtags wiederkehrt. Eine „Verschiebung" in die übernächste Session würde dem Verzicht sehr ähnlich sehen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen täglich »h M Moma,-. Saellkn- »nben bas An. ■eatorirr u*b „Blätter De HL W»1tSkrmb«" vier« ■Kd »ichenMch bttgekgt. »ee Hnitlot* m ■***H«g8 fet Xn Xaf erhbeinenben $■:=■*« He Mm 10 Uhr •>♦»♦««<■■#€* späte»,n4 einer von Platrand (einer 30 Kilometer südöstlich gelegenen Bahnstation) aufgebrochenen Kolonne zu vereinigen. Während des Marsches unterhielten die Buren ein ständiges Feuer. Tie von Platrand kommende Kolonne erreichte noch in derselben Nacht Weltevreden (einen Punkt am Vaal, der die Spitze eines über der Linie Standerton-Platrand konstruierten gleichschenkeligen Treiecks bildet); die Buren leisteten einigen Widerstand. — Am nächsten Tage (6.) wurde das Burenlager bei Uitkyk von Oberst Colvilles Kolonne aus Heidelberg überrumpelt, wobei drei verwundete Buren gefangen genommen sowie 4 Wagen, 13 Pferde, 500 Stück Vieh und Munitionsvorräte erbeutet wurden. Ter Nebel machte eine Verfolgung des Feindes unmöglich. Die Kolonne setzte sodann ihren Marsch nach Süden fort und griff ein anderes Burenlager an, ohne daß die Buren Widerstand leisteten; ein Maxim-Nordenfeldt-Geschütz und einige Wagen mit Vorräten fielen in die Hände der Engländer. — Inzwischen ging die von Platrand angesetzte Kolonne gegen den Vaal vor. Am 5. machten die Buren einen en er gisch enAn griff auf diebritischenAufklärungs- rruppen; letzteren gelang es jedoch, ihre Stellung zu behaupten. Tie Engländer hatten drei Tote und zwei Verwundete. Schließlich wurde der Feind vertrieben. Taraus kann man mit Sicherheit soviel erkennen, daß je eine Kolonne ausgegangen ist von Platrand, von Standerton und von Heidelberg. Tie beiden ersteren operieren zusammen nördlich der Eisenbahn, die letztere unter Colville dagegen offenbar südlich davon, da es heißt, daß sie nach Ueberrumpelung des Lagers von Uitkyk ihren Marsch nach Süden fortgesetzt habe. Die von Standerton und Platrand ausgegangenen Abteilungen scheinen sich bei Weltevreden am Vaal vereinigt zu haben. Ob sie identisch sind mit den englischen Aufklärungstruppen, die am 5. einem energischen Angriff der Buren ausgesetzt waren, laßt sich bei der unklaren Fassung des Berichtes nicht entscheiden. Nach einer Meldung aus Pretoria vom 8. d. M. hatte die englische Kolonne, die nach Durchquerung der Distrikte Roossenkal und Totesburg aus Middelburg in Belfast eintraf, auf dem Marsche nur ein einziges Gefecht, als sie die Buren aus ihren Verstecken vertrieb, in welchen die Familien verborgen waren. Botha und Viljoen vereinigten ihre Kommandos und halten Carolina besetzt. Wie Londoner Abendblätter vom 8. d. M. aus Kapstadt melden, finden in Nord- und Ost-Transvaal größere Gefechte statt. Tie Buren erleiden schwere Verluste (?). 40 Buren wurden bereits getötet, 200 verwundet und 160 ergaben sich Zahlreiche Dokumente, Banknoten, 220 Wagen und 9000 Pferde wurden erbeutet. Unter den Streitkräften der Buren herrsche nach Meldungen der Blätter eine große Demoralisation. — Glaubwürdigere Berichte melden gerade, daß die Demoralisation im englischen Heere ihres Gleichen suche- Tie durch Rudyard Kipling in Bloemfontein seinerzeit ins Leben gerufene Feldzeitung „The Friend" brachte vor einiger Zeit eine kleine Anekdote über einen der adelstolzesten englischen Gardeoffiziere, Lord Raleigh, der mit den Gardegrenadieren unter Methuen am Modderriver lag und eines Tages an einer Stelle des Flusses badete, die ausdrücklich als gefährlich für die Truppen verboten worden war. Ein patrouillierender Korporal forderte den Schwimmer mit barschen Worten aus, sofort ans Land zu kommen, damit er seinen Namen feststellen könne, worauf der entrüstete Lord in seiner ganzen göttliche Nacktheit ans Ufer sprang und den verblüfften Korporal zornig mit den klassischen Worten anschnauzte: „Können Sie Schaf nicht nicht sehen, daß ich Offizier bin?"_______________________ Die Lage in China. Aus China kommt eine Verheißung. Die Antwort der chinesischen Regierung auf die gemeinsame Note der Mächte hinsichtlich der Entschädigung wird zu Ende der Woche erwartet. Daß diese Antwort die langwierigen und langweiligen Verhandlungen, die seit Monaten gepflogen werden, zum Abschluß bringt, wird im Ernst niemand erwarten. Die Antwort ist aller Wahrscheinlichkeit nach nur ein neuer Anknüpfungspunkt für die „Erwägungen" der chinesischen Staatsmänner, die diesen Prozeß in die Länge ziehen, um den Gegner zu ermüden, zugleich in der stillen Hoffnung, daß Konflikte der Mächte untereinander — langes Warten macht nervös — China von der Entschädigung ganz befreien möchten. Ein italienisches Sprüchwort sagt: „Wer klug ist, läßt die Zahlung schweben. Es können Dinge sich begeben, welche die Zahlung ganz aufheben." Nach dieser Weisheit wird von den chinesischen Ehrenmännern treulich gehandelt. Eine Ausgabe des „New-Jork Herald" meldet aus Peking: Bei einem Feste, das der englische General Gaselee zu Ehren der amerikanischen Offiziere gab, hielt der amerikanische General Chaffee eine Rede, in der er u. a. sagte: „Mögen Könige, Minister und Politiker sagen, waS sie «ollen, ich kann mich dafür verbürgen, daß Amerikaner und Engländer niemals auf dem Schlachtfelde einander gegenüberstehen werden. Die internationale Politik mag das Bestreben haben, internationale Verwickelungen zu vermeiden, aber wenn die Umstände uns zwingen, zu wählen und Partei zu ergreifen, dann würden wir gewiß auf Seiten der Engländer stehen." Deutsches Kelch. Berlin,8. Mai. Aus Donaueschingen wird gemeldet Der Kaiser fuhr gestern abend und heute früh zu Wagen zur Auerhahnjagd bei Mistelbrunn und Herzogenweiler. — Anläßlich des jüngsten Ministerwechsels in Preußen schreibt die Schles. Ztg. gelegentlich eines Artikels, den sie dem abgegangenen LandwirtschaftSminister widmet: „Ernst Frhr. v. Hammerstein-Loxten bezog die Universität Göttingen, wo er dem Corps Bremenfia angehörte." Unter den Männern, die als Ministerkandidaten genannt werben, befindet sich auch der Obrrpräfident von Branden« bürg. In Nr. 313 der Schles. Ztg. heißt es: „Der Ober Präsident von Brandenburg v. Bethmann Hollweg ist ein Corpsbruder des Kaisers (Sperrsatz in der Schles. Ztg.) und gleichzeitig mit diesem in Bonn gewesen." Dazu meint der Reichsbote.- Ob diese Betonung der 86.-Zugehörig leit im Sinne des Kaisers ist? Es lesen doch nicht blos frühere CorpSburscheu die Schles. Ztg., sondern auch noch einige andere Leute. Wenn die Akadem. Monatshefte, das Organ der deutschen Corpsstudenteu, auf die CorpSange Hörigkeit in der Oeffentlichkeit bedeutsamer Männer Hinweisen, so versteht sich daS von selbst. Tageszeitungen haben diese Spezialität nicht zu pflegen. Solche Tageserscheinungen helfen dazu, daß der längst vorhandene Wunsch immer lebhafter und nachdrücklicher in die Oeffentlichkeit tritt, es möchte den studierenden Söhnen des Hohenzollernhauses, es möchte vor allem dem zukünftigen deutschen Kaiser Gelegenheit geboten werden, als Studenten nicht bloS mit Bonner Borussen und Scheuten, sondern auch mit anderen bedeutsamen und eigenartigen studentischen Kreisen in engere lebensvolle Berührung zu treten. Die Burschenschaft!. Blätter schreiben: „Bei einseitigem Verkehr müssen Vorurteile entstehen, welche später schwer oder gar nicht zu überwinden sind, und welche dem Gemeinwesen zum Nachteil gereichen." — Der „ReichSanz." veröffentlicht nachstehendes auS Schlitz vom 5. Mai datiertes Handschreiben des Kaisers. DaS Schreiben an Minister Freiherrn von Hammerstein- Loxten lautet: „Nachdem Ich Ihnen durch Erlaß vom heutigen Tage die nachgesuchte Dienstentlassung in Gnaden erteilt habe, kann Ich es Mir nicht versagen, Ihnen für die ausgezeichneten Dienste, welche Sie in treuer Hingebung an Ihr verantwortungsvolles Amt Mir und dem Vaterlande geleistet haben, Meinen wärmsten Dank auszusprechen. Als Zeichen Meines Wohlwollens verleihe Ich Ihnen die Königliche Krone zum Großkreuz des Roten AdlerordenS und lasse Ich Ihnen die Insignien hierneben zugehen." Das Schreiben an den Minister Brefeld lautet: „Um Ihnen bei Ihrem Ausscheiden aus dem Staatsdienst für die langjährigen und treuen Dienste, welche Sie in allen Ihren bisherigen Aemtern Meinen Vorgängern an der Krone, Mir und dem Staate ge« leistet haben, Meinen Königlichen Dank und Meine Anerkennung zum Ausdruck zu bringen, verleihe Ich Ihnen das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub, dessen Insignien hier angeschloffen sind." — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Die Nachricht, daß Unterstaatssekretär Fritsch den Abschied nachgesucht habe, ist unbegründet. — Ter „Schwäb. Merkur" will erfahren haben, der Kaiser habe auf der Wartburg bei Gelegenheit einer politischen Unterhaltung mit dem Großherzog geäußert: „Der Bewilligung von Diäten an die Reichstagsabgeordneten werde ich nicht eher zustimmen, bis das Reichswahlgesetz eine entsprechende Aenderung in Bezug auf die Wahlberechtigung erfahren hat. Oppositionelle Volksvertreter haben wir mehr als genug, und die Leistungen der bezahlten Landtagsabgeordneten, wenigstens in Preußen, sind auch nicht die hervorragendsten." Die Aeußerung, die hier dem Kaiser in den Mund gelegt wird, kann, sagt die „Freis. Ztg.", unmöglich zutreffen, denn die Tiäten sind doch keine Prämie für oppositionelle Volksvertreter. Gerade diejenigen Abgeordneten, welche auch gegen die Monarchie und die bestehende Gesellschaftsordnung opponieren, leiden am wenigsten unter dem Tiäten- mangel. Wie sehr das Zustandekommen von Vorlagen, an denen der Regierung besonders gelegen ist, durch den Diiätenmangel erschwert wird, das erfährt man gegenwärtig sattsam im Reichstag. Gegen Aendermngen des Wahlrechts als Kompensation für Tiätengewährung hat sich der gegenwärtige Reichskanzler sehr bestimmt ausgesprochen, denn er verkennt nicht, daß die Abgeordneten alsdann sich dem berechtigten Vorwurf aussetzen würden, Volksrechte gegen Gewährung eines persönlichen Vorteils zu verkaufen. — Herrn v. Miquel ist von nationalliberaler Seite vorgehalten worden, daß er die beinahe sichere Ernennung eines zweiten nationalliberalen Führers zum Ober- iräsidenten direkt oder indirekt vereitelt habe. Der wirk- iche Sachverhalt ist, der „Post" zufolge, der, daß Herr v. Miquel gegenüber einer Anregung von nationalliberaler 1 Seite die Ernennung eines würdigen, seit Jahren im Ruhe- tand befindlichen nationalliberalen Parlamentariers (wohl Hobrecht) zum Oberpräsidenten mit allem Eifer betrieb, obgleich er bezweifelte, daß der schon bejahrte Kandidat noch frisch genug für das wichtige Amt sei und obgleich er dadurch den Schein der Parteilichkeit für seinen früheren Parteigenossen Hervorrufen konnte, daß seinen Bemühungen aber der Erfolg versagt geblieben ist. — Ter Herausgeber des „Bayer. Vaterl." Tr. Sigl schreibt in seinem Blatt: Die Preußenthaler weisen auf ihrer Reversseite ergötzliche Unterschiede auf. Alle Thaler, die vor 1866 geprägt wurden, haben einen mageren Adler mit dürren Schwingen. Sein Schnabel ist weit geöffnet. Die Krone schwebt in ziemlicher Entfernung vom Kopfe. Alle nach 1866 geprägten Thaler aber zeigen einen ungleich fetteren Aar mit wuchtigen Schwingen. Die Krone sitzt fest auf seinem Kopfe. Tas Tier scheint jetzt weniger Hunger zu haben, obwohl sein Schnabel noch nicht ganz geschlossen ist! Ist nun das Zufall oder Absicht? Jedenfalls ist der Aar auf dem Preußenthaler noch nicht ganz gesättigt, da fein Schnabel noch etwas geöffnet ist. Am bayerischen Wappen ist merkwürdig, daß der Löwe den Schweif empor hält. Zu welchem Zwecke wohl? Ter Mann scheint doch etwas zu früh aus der Kalt- wafserheilanstalt an seinen Redaktionstisch zurückgekehrt zu fein. — Ter Unfug, den jetzt die Polen mit der Adressierung von Briefen treiben, wird nun auch der katholischen „Germania" zu toll. Das Blatt weist darauf hin, daß der Kamps der Polen gegen die Reichspost immer seltsamere Formen annimmt. Manche Polen adressieren jetzt nämlich die Briefe von beiden Seiten, und zwar auf der einen deutsch, auf der anderen polnisch. Neben jede Adresse kleben sie dann eine Fünfpfennigmarke. Au cheinend wollen die Herren mit diesem albernen Manöver einerseits die Verzögerung in der Bestellung vermeiden, anderseits ihr vermeintliches Recht auf polnische Adressen aufrechthalten. Jedenfalls entsteht durch solche Treibereien der Postverwaltung viel Schererei und überflüssige Arbeit, die sie wohl kaum andauernd nur wegen der schönen Augen der Polen auf sich zu nehmen gesonnen sein wird. Tilsit, 8. Mai. Ter Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis Menwl-Heydekrug Smalakys ist heute hier gestorben. (Sm. nannte sich, nach Analogie der Polen, Elfäfser, Tänen: „Litlauer", war in Wahrheit ein Anhänger der Freisinnigen, die ihn als Kandidaten aufgestellt hatten, um die ländliche littauische Bevölkerung für ihn zu gewinnen. T. Red.) Leipzig, 8. Mai. Wie bereits gemeldet, ist der bekannte sozialdemokratische Reichstagsabg. Dr. Schönlank nach einem Tobsuchtsanfall in eine Nervenheilanstalt gebracht worden. Tr. Schönlank war schon seit längerer Zeit hochgradig nervös und machte mehrfach den Eindruck eines geistig nicht mehr ganz normalen Menschen. Infolge seiner Erregbarkeit kam es öfters zwischen ihm und seinen Untergebenen zu erregten Auftritten. Wie weit er sich dabei hinreißen ließ, zeigt die Ohrfeigenaffaire zwischen ihm und dem Parteigenossen Katzenstein, die vor kurzer Zeit in der Presse lebhaftes Aufsehen hervorrief, wobei allerdings nicht ganz klar gestellt wurde, welcher von beiden der agressive Teil gewesen ist. Dr. Schönlank ist ein geistig hochbegabter Schriftsteller, der schon durch seine Tissertationsschrift über das Kartellwesen die Aufmerksamkeit der gebildeten Welt auf sich zog und seither im Dienste seiner Partei ein eifriger und tüchtiger Kämpfer geworden war. Sein trauriges Geschick wird auch bei denen, die politisch seins Widersacher sind, Teilnahme erwecken. Stuttgart, 8. Mai. Im Landtage teilte Minister Freiherr v. Soden bei der Beratung des Eisenbahnetats mit, auf seine Anfrage an die süddeutschen Regierungen wegen einer neuen Konferenz über eine süddeutsche Tarif gemein- chaft seien übereinstimmend ablehnende Antworten ein- ;etroffen, da der gegenwärtige Zeitpunkt politischer Un- icherheit und wirtschaftlicher Depression der denkbar ungünstigste sei zur Verbilligung der Tarife. Er persönlich lehe einer solchen, namentlich für den Naheverkehr, durchaus sympathisch gegenüber, müsse aber auch zu großer Vor- icht mahnen. Ausland. Brüssel, 8. Mai. Die Mitglieder der Rechten beider gesetzgebenden Körperschaften hielten heute vormittag eine gemeinsame Sitzung ab, in der die Vorlage betreffend Abschluß eines neuen Vertrages mit dem K o n g o st a a t zu» Beratung stand. Man kam einstimmig zu der Ansicht, daß die Vorlage unzureichend sei. Aus dem eingehenden Meinungsaustausch in der Versammlung scheint hervorzugehen, )aß man, da der Kongostaat sich weigert, einen anderen Vertrag abzuschließen, nur die Wahl hat, die Vorlage anzunehmen oder den Kongostaat sofort zu annektieren. — Tie sozialistische Linke der Repräsentantenkammer be- chloß einstimmig, die Gesetzesvorschläge der Regierung hin- ichtlich der Kongo-Konvention abzulehnen. Rom, 8. Mai. Der König richtete an Zanardelli ein Schreiben, in dem es heißt, die Majestäten seien erfreut über die Kundgebungen, welche zur Feier der bevorstehenden Geburt ihres Kindes in Vorbereitung seien, aber ie wünschten, Ausgaben von Seiten der Behörden und Bürger vermieden zü sehen. Tie Majestäten würden ein Geschenk annehmen und bitten, etwa dafür bestimmte Gelder zu wohlthätigen Zwecken zu verwenden. — „Mariens Rosengarten, amtliches internationales Organ vom Orden der Verteidiger des heil. Petrus" heißt eine in Paris und Rom erscheinende Zeitschrift, die in ihrem 16. Heft des 47. Jahrgangs eine katholische Persönlichkeit mit folgenden Titeln belegt: „schurkisches, verkommenes (degenerato), epileptisches, vom Ver- olgungswahnbesessenesSubjekt". Wer ist das? Kein Geringerer als König Viktor Emanuel III. von Italien!!!! Unweit seiner Residenz im Quirinal im Haus» Nr. 2 der Straße vom alten Zollamt, wird von den Priestern dieses Rosengärtlein verkauft, unbehelligt von Staatsanwalt und Gericht. Washingtons. Mai. Die leitenden Marinebehörden richteten ihre Aufmerksamkeit auf die Vorteile der Erwerbung einer Azoreninsel als Kohlenstation und Sammelpunkt für die Marine und bringen in die Regierung, Schritte zu thun, um hierauf hinzielende Rechte von Portugal zu erlangen. Aus Stadt und Land. Gießen, 9. Mai. Ernennung. Der Großh. Hess. Geh. Oberschulrat obnagel zu Darmstabt ist zum Mitgliebe ber ReichSschul- kommission berufen worben. ** Telegramme. Beim Telegraphenamt I in Gießen Inb im Jahre 1900 30 584 Telegramme ausgegeben, und 32 540 Telegramme eingegangen, beim Telegraphenamt II 14 513 Telegramme aufgegeben, und 10 478 Telegramme eingegangen. Auf unsere Stadt folgt, waS den Depeschen« verkehr inOberheffen anbetrifft, Bad-Nauheim, wo rund 30 000 Telegramme aufgegeben und eingegangen sind. Dann ommt erst Friedberg mit rund 8500 Telegrammen, während die andern durchschnittlich 1 bis 2000 Telegramme und die kleineren Telegraphen-Anstalten nur einige hundert aufweisen. ♦* Bowlen. Tie Zeit der Maibowle und mit ihr di» Saison der Bowlen überhaupt ist gekommen. Wenn nUn auch die Bowlen nicht jedermanns Sache sind, da die Wein- 1 enner den reinen Wein der Mischung vorziehen, so darf man doch nicht verkennen, daß eine in sachverständiger Weise zubereitete Bowle in der wärmeren Jahreszeit eine wahre Erfrischung gewährt. Die folgenden drei Rezepte, welche man ohne Vermittelung des Apothekers sich in der Häuslichkeit selbst Herstellen kann, dürften daher für unser« Leser von Interesse fein. Was zunächst die beliebte Maitrank-Bowle betrifft, so übergießt man, um eine solche herzustellen, in einer Terrine einen Büschel frischen Waldmeister ohne Blüten mit zwei Flaschen billigem Moselwein, deckt die Terrine zu und läßt die Kräuter eine halbe Stunde auf Eis ziehen, worauf man sie aus der Terriye nimmt. Kurz vor dem Anrichten thut man nach Geschmack gestoßenen Zucker hinein und gießt eine halbe Flasche Champagner, sowie eine Flasche Selterwasser hinzu. Nur der Dekoration halber streue man schließlich auf die Bowle einige wenige Blätter des Waldmeisters. Eine Erdbeer-Bowle bereitet man, indem man aus 1 Liter schöner Waldbeeren, die freilich vorläufig noch etwas auf sich warten lassen werden, dibesten, vielleicht die Hälfte heraussucht, sie in die Terrme schüttet und mit Zucker bestreut. Die übrigen Erdbeeren übergießt man mit dreiviertel Liter heißem Zuckersyrup, läßt diesen ungefähr zwei Stunden mit den Erdbeeren ziehen und bringt ihn darauf durch ein Tuch in die Terrine, gießt zwei Flaschen leichten Moselwein darüber, stellt die Bowle auf Eis und gießt vor dem Aufträgen noch eine Flasche Champagner hinzu. Für eine Gesellschaft, Tendenz fest. (Fi ii Polini Ulnfdililiifcii 8 0/0 8Vi7o 5 °/c 8V« O/ö . 219 '^0 . 191 20 . 184 40 . 149 90 . 154.60 . 148 30 . 168 00 . 216.CO . 199 00 . 182 15 do Konsole do Hessen Kreditaktien . . . . Diakon to-Konunandft . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsgee. . Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum..... Harpen er , . . . , unter den Lebenden, es ist der im hohen Alter stehende Kirchenrat Buchhold in Friedberg. — Der Kaiser hat den Landrichter Wachenfeld in Frankfurt a. M. zum Postrat und ständigen Hilfsarbeiter im Reichspostamt ernannt. Theater, Kunst und Wissenschaft. — Die dritte Kunstausstellung der Berliner Sezession ist am 8. d. M. feierlich eröffnet worden. Präsident Max Liebermann und der Charlottenburger Oberbürgermeister, Schustehrus hielten bet der Eröffnung Reden. lieber der Rechten beider ten heute vormittag eint , die Vorlage betreffend ;t dem Kongostaatzu» mig zu der Ansicht, daß 1 dem eingehenden Mein- '9 scheint hervorzugehen, weigert, einen anderen ahl hat. die Vorlage an- >jort zu annektieren, lepräfentantenkammer be- chläge der Regierung hin« abzulehnen. richtete an Zanardelli ein Majestäten seien erfreut r Feier der bevorstehenden Vorbereitung- seien, aber Seiten der Behörden und Tie Majestäten wurdest en, etwa dafür bestimmte st verwenden. amtliches internationales er des heil. Petrus" heißt inende Zeitschrift, die in is eine katholische Non« t: „schurkisches,ver- Fisches, vom Ver- Subieft". Wer i)tdoe? tor EmanuelIII. von i im Quirinab im tzaus» MM wird von den »erlauft, unbehelligt von > leitenden Marinebehörden ius die Vorteile der Er« ftl als ft»“1“" nb dringen in die Regier mf Kleide Achte von . 98.50 . 88.15 . 94.70 . 96.00 44.30 . 25.90 . 27.40 . 82.20 Vermischtes. 'Flensburg, 8. Mai. Auf der hiesigen Föhrde ertranken durch Kentern eines Segelbootes zwei Arbeiter. * Königsberg i. Pr., 8. Mai. Die 70jährige Hausbesitzerin Fräulein Gustin e Ley de ist hier tobt aufgefunden worden. Anscheinend liegt ein Raubmord vor; der Kopf ist mit einer Säge vom Rumpfe getrennt worden, nachdem die Leyde zuvor erwürgt worden war. Der Körper selbst ist noch nicht gesunden. -Nürnberg, 8. Mai. Heute morgen erfolgte im umschlossenen Hofraum des Untersuchungsgefängnisses die Doppelhinrichtung der Schreiner Wolfgang Höfling und Christian Schalle r. Mit dem Glockenschlage 6 Uhr wurde Höfling mit dem Sterbekleide angethan, herauSgeführt; er nahm dann auf dem Stuhl vor dem Tische, auf dem ein Kruzifix stand, Platz. Der Erste Staatsanwalt Tauchert, die Landgerichtsräte v. Löwenich und Philipp und Land« gerichtSarzt Bürgl standen an dem Tisch. LanbgerichtS- sekretär Goller verlas das Schwurgerichtsurteil, das Höfling, bleich, aber ohne mit einer Wimper zu zucken, anhörte. Stadtvikar Wenglein betete dann, sich gegen Höfling neigend, ein stille- Vaterunser, worauf Höfling die Augen verbunden und er zur Guillotine geführt wurde. Rasch war er auf dem Brette angeschnallt, dasselbe vorgeschoben und das Darniedersausen des Beiles verkündete, daß der irdischen Gerechtigkeit Genüge geleistet worden war. Der Vorhang wurde zugezogen, und nach einigen Minuten bereits der Sarg mit dem Körper des Hingerichteten, dessen Kopf in einem an der Guillotine angebrachten Netze aufgefangen wurde, herauSgeschafft. Der Vorhang wurde dann wieder zurückgezogen, von dem Blut, das bei der Hinrichtung weggespritzt war, war nichts mehr zu sehen, da dasselbe durch das in der Nähe des Fallbeils auSgestreute Sägspähnmehl aufgesaugt worden war. Nun wurde Schaller herausgeführt, und eS wiederholte sich derselbe Vorgang wie bei Höfling. Auch er saß regungslos. Der Pfarrer am Zellengefängnis, Brunco, betete ihm nach Verkündigung des Urteils mit lauter Stimme das Vaterunser vor. Nach Verbinden der Augen machte Schaller mit weit unsicherem Gange als Höfling die Schritte zur Guillotine. Nasch war dann auch der zweite HinrichtungSakt vollzogen. Nachdem der Vorhang zugezogen war, hielt Pfarrer Brunco eine ergreifende Ansprache, in der er erwähnte, daß die beiden Hingerichteten reumütig gestorben seien. Einschließlich dieser Ansprache nahm die ganze traurige Handlung ungefähr 20 Minuten in Anspruch. Eine große Menschenmenge hatte sich in der Nähe des Schauplatzes aufgestellt; eS waren umfassende Absperrungsmaßregeln getroffen worden. Zum Schluffe erwähnen wir noch, daß Höfling und Schaller die Schwiegermutter des Ersteren in der Nacht vom 20. auf 21. Januar 1900 ermordet hatten; Höfling hatte sich auch der Blutschande schuldig gemacht. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Würde Herr Pfarrer Weber in Lang-GönS nicht die Güte haben, eine Rede bei Gelegenheit der SchulhauSeinweihung weiterer Kreisen durch Druck ,uoönc»t-ch zu Gin Schulfreund- 6% Italien. Bente . . 4% Griech. Monop.-AnL 8 ’/o Portugiesen . . 8 i/c Mexikaner . . . 4’/b % Chinesen . . . Universität und Hochschule. — Wie auS Halle berichtet wird, hat Prosessor o. Brama nn die auf ihn gefallene Wahl zum Rektor der Halle'schen Unioersttäl abgelehnt. — Aus Heidelberg wird geschrieben: Geh-Rat Prof. Dr. Kuno Fischer lieft im laufenden Sommersemester seine „Kritischen Vorträge über GoetheS Faust" vor einem eingeschriebenen Publikum von 800 Personen in der Aula unserer Universität. Besonders zahlreich ist unter der Zuhörerschaft die Damenwelt und die Fremdenkolonie vertreten. — Wie auS Leipzig berichtet wird, ist dem Assistenzarzt an der medizinischen Universitätsklinik Dr. W. Müller nach abgehaltener Probevorlesung die venia legendi von der medizinischen Fakultät der dortigen Universität erteilt worden. Meteorologische Beobachtungen bet Station Giesteu._________ Arbeiterbewegung. Hamburg, 8. Mai. Heute früh bat, entsprechend dem gestern abend gefaßten Beschluffe, der Ausstand der Kupferschmiede begonnen. Der Betrieb der Werften geht indeß vorläufig noch unbehindert weiter; es ist keine merkbare Einwirkung deS Ausstandes auf den Gesamtbetrieb der Werften zu konstatieren, da die Kupferschmiede nur einen geringen Teil der Werftarbeiter bilden. London, 8 Mai. Die Konferenz der Bergarbeiter deS vereinigten Königreichs beschloß, eine allgemeine Arbeitseinstclluna nicht zu empfehlen. Falls die Grubenbesitzer in irgend einem Difirckte die Löhne herabsetzen, dann soll eine allgemeine Konferenz einberufen werden, um darüber zu beschließen, ob die Arbeiter sämtlicher Bergwerke in den Ausstand treten sollen 8V| % Be'chsanleihs . . 98.60 88.20 Muse mit reicher Iäktchen Haruitur 2 50 Wk Muse mit Stickerei Kinlähen 3.— und 3.50 Mk empfiehlt als ganz besonders preiswert Carl Nowack Aarnen-Konfekttort. Spezialität: Seidenstoffe. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 9. Mai. bie nur aus Herren besteht, kann man das Getränk ohne i jede Zuthat von Zucker bereiten; für Sperren genügt der ; Zuckerinhalt des Champagners vollkommen, um die Bowle ; schmackhaft zu modert. Als dritte sei eine Sellerie-Bowle empfohlen. Man sckMt zu dieser Bowle drei frifck)e Sellerie- , tnollen, schneidet sie in dünne Scheiben, bestreut sie in einer Terrine dick mit Zucker, übergießt sie mit einer halben Flasck>e Kognak und läßt sie fest zugedeckt ungefähr zwölf Stunden stehen. Hierauf gießt man den Kognak durch ein Sud), fügt drei Flaschen leichten Rotwein und eine Flasche Champagner hinzu, stellt die Bowle zwei Stunden auf Eis, giesst sie durch ein Tuch und serviert sie, indem man zum Schlüsse noch etwas gestoßenes Eis hinzuthut. Diese Bowle, eine amerikanische Erfindung, ist im Geschmack einer Ananas-Bowle außerordentlich ähnlich. Und nun — Prosit! •• Nach Ostafien.' Die nächsten nach China, Hongkong und Kiautschou abgehenden Posten sind folgende: a) über Neapel mit Schiffen des Norddeutschen Lloyd bis Schanghai, dann Rhederei Jebsen am 15. und 29. Mai, sowie am 12. Juni, abends 9 Uhr; b) über Brindisi mit Schiffen bei Penlns. and Orient Stearn. Nav. Cornp. bis Schanghai, dann Rhederei Jebsen am 12. und 26. Mai, sowie am 9. Juni, 10 Uhr abends, — oder von Port Said ab mit Marseiller Schiffen am 19. Mai und am 2. Juni, abends 10 Uhr; c) über Marseille mit Schiffen der MessagerieS »atü. bis Schanghai, dann Rhederei Jebsen am 19. Mai, sowie am 2. Juni, 4 Uhr nachmittags, d) über Londonderry (über Kanada) am 10. und 31. Mai, sowie am 21. Juni. Die Beförderungsdauer ist auf den Wegen über Neapel, Brindisi und Marseille auf 27 bis 29 Tage, bis Hongkong, auf 31 bis 33 Tage bis Schanghai, auf 34 bis 37 Tage bis Kiautfchpu festgesetzt; über Kanada dauert die Beförderung bis Schanghai 37 Tage, bis Hongkong 40 Tage, dazu tritt die Beförderungszeit von hier bis zum Abgangshafen mit durchschnittlich 3 Tagen. Auf Verlangen des Absenders werden die Sendungen nach China auch über Newyork, sowie Briefsendungen nach Peking, Tientsin und Port Arthur auch über Rußland befördert. A Elpenr,d (Oberheffen), 8. Mai. Wer es mit der Steigerung feines Bedarfes an Brennholz nicht zu eilig hatte und warten konnte, der hat noch bei den letzten Brennholz Versteigerungen sehr billiges Holz er. steigert. Bei der gestern hier abgehaltenen Holzversteiger uug in den angrenzenden Domanialwaldungen war das Brennholz um fast die Hälfte billiger, als bei den seitherigen Versteigerungen. Diese Verbilligung am Ende der Holz Versteigerungen hatte nach der seitherigen Preislage niemand erwartet, um so weniger, als früher gerade bei den letzten Holzversteigerungen die Preise meist äußerst hoch gewesen sind. Gestern wurden 4 Raummeter Buchenscheit zu 23 bis 24 Mk. verkauft gegen 30 bis 40 Mk. im Winter, 4 Raummeter Buchenprügel zu 16 bis 18 Mk. gegen früher .34 bis 36 Mk. und 10 Raummeter Buchenreifer zu 8 bis 10 Mk So find die letzten Holzpreise wie die Kohlenpreise bedeutend von ihrer ungewöhnlichen Höhe herabgegangen. W, Ridda, 8. Mai. Für bad Turnfest im Juni ist die Kapelle des 115. Regiments unter Leitung des Musikdirektors Hilge gewonnen worden. Für das Fest ist eine besondere Festpostkarte entworfen und angefertigt worden, welche auf dem Fefiplatze ausschließlich zum Verkaufe kommen wird. Die Zeichnungen zu dem Garantiefonds nehmen einen guten Fortgang. Bei dem am Vorabend deS Festes statt- findenden Kommerse werden die hiesigen Gesangvereine (Männergesangverein und Gemischter Chor) Lieder vor« tragen. Büdingen, 9. Mai. Heute mittag fand die Trauung der Prinzessin Thekla zu Isenburg-Büdingen mit dem Grafen Manfred von Collalto im Schloß statt.. Das Schloß ist prachtvoll geschmückt. Die Bewohner haben zu Ehren der Festlichkeit geflaggt. Das neu vermählte Paar reiste heute abend ab. Darmstadt, 8. Mai. Der Großherzog empfing am 8. Mai u. a. den Hauptmann Morneweg, Bezirksoffizier beim Landwehr-Bezirk Gießen, den Dekan Meyer von Friedberg. ko. Worms, 8. Mai. In der Brauerei Elephantenbräu öffnete gestern der Heizer Huff ein Rückschlagsventil der Dampfspeiseleitung, ohne vorher das Absperrungsventil zu schließen. Durch den ausströmenden Dampf wurde der Unvorsichtige derart verbrüht, daß der Tod sofort eintrat. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und 5 Kinder. Er stand im 35. Lebensjahre. Worms, 8. Mai. Der Landtagsabg. Reinhart erklärt, daß er mit keinem Wort das Zugeständnis abgegeben habe, daß er den in der Kammersitzung vom 28. Februar ds. IS. in der Arbeiterfrage vertretenen (liberalen und humanen) Standpunkt verlassen habe. Weilburg, 8. Mai. Der Kaufmann und Fruchthändler Hermann Zimmermann hat, da er kinderlos und bereits mit Glücksgütern gesegnet ist, einen ihm zugefallenen Lotteriegewinn von Mk. 135 000 ganz für wohlthätige Zwecke bestimmt. Die Stadt Weilburg erhält Mk. 50000, uud zwar Mk. 25 000 zum Hospitalbaufonds und Mk. 25 000 zu sonstigen Zwecken. Limburg als Geburtsstadt des freigebigen Spenders empfängt ebenfalls Mk. 50 000, davon Mk. 25 000 zu Händen des StadtpfarrerS und Mk. 25 000 zu Händen deS Bürgermeisters. Der Rest von Mk. 35 000 soll zu sonstigen Zwecken bestimmt sein. •• Kleine Mitteilungen auS Heflen uud den Rachbarstaateu. Gegenwärtig besucht in Friedberg der tausendste Kandidat daS Predigerseminar. Der erste Kandidat weilt auch noch Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Mainz, 8. Mat. Der Regierung sind von der Aktten-Gesellschast „Matnketle" für die Aufgabe ihres Aufsichtsrechts über die Gesellschaft 30000 Mark geboten worden. Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha. Tie Geschäftsergebnisse der Gothaer Lebensversicherungsbank, der ältesten und nach der Versicherungssumme größten unter den deutschen Anstalten dieser Art, sind auch im Jahre 1900 wieder recht günstig gewesen. Neue Twdesfallversicherungen — auf Lebenszeit oder mit Abkürzung auf ein bestimmtes Lebensjahr — "'»“‘"sl'fck. L-Kch ,weit r lauter- "Haire L? habet J hohl ’n dkl ISÄfc enen, bie hnSE ecken. feine SM Neueste Meldungen. (Telephon Meldungen des „Gießener Anzeigers".) W Stuttgart, 9. Mai. 2.10 Uhr. In der Kammer be- antragte Abg. Hausmann den Fortfall der württem- bergischen Postmarken und Einführung von Reichs« marken. W. M e l b o u r n e, 9. Mai. 2 Uhr 20 Min. Ter Herzog von Cornwall eröffnet das Bundesparlament in Anwesenheit von etwa 12 000 Personen, er vertanem -icle* gramm des Königs von England, der dem ■arlament Glück wünscht. A. Barcelona, 9. Mai. 1.45 Uhr. Die Arbeiter sämtlicher Fabriken find in den AnSstand getreten. Die Fabriken find polizeilich bewacht. W. P e t e r s b u r g , 9. Mai, 2.15 Uhr. Die von vielen Blättern gebrachte Nachricht von einem Gefecht, das bie Russen mit den Chinesen bei M u ck d e n gehabt und bet dein ein russischer General gefallen sein soll, bestätigt ich nicht. Neumünster, 9. Mai. Hier wurden zwei Personen durch eine Gasexplosion schwer verletzt. Donaueschingen, 8. Mai. Tie vorgestrige Mittags- und Abendtafel im Fürstenschlosse fand nur im engsten Kreise statt. An derselben nahmen der Kaiser mit Gefolge, das Fürstenpaar Fürstenberg und das Prinzenpaar Reuß, Heinrich XIX. Teil. Auch die gestrige Mittagstafel fand im engsten Kreise statt. Um 5 Uhr nachmittags beab- ichtigte der Kaiser mittels Sonderzug zur Auerhahnjagd nach St. Georgen zu fahren, aber wegen ungünstiger Witterung wurde in letzter Minute die Fahrt abbestellt, der Zug jedoch zu heute früh parat gehalten. Antwerpen, 8. Mai. Ter deutsche Tampser „Le- villa" mit einer Ladung von 7000 Tonnen Eisen, ist beim Verlassen des hiesigen Hafens gescheitert. Es wird befürchtet, daß das Schiff in zwei Teile zerbrochen ist. tzvgl. Kottesdienste der Methodisten-Hemeinde. Neuenweg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe. Sonntag den 12. Mai, nachmittags 4«/, Uhr. Jedermann ist freundlichst eingeladen.Prediger C. Wendt wurden im Betrage von 43 172 600 Mark abgeschlossen. Insgesamt bestanden Ende vorigen Jahres 114 063 Versicherungen über 790 307 100 Mark. Tie thatsachliche Sterbefall aus gäbe von 14 331617 Mark blieb um 2 756 463 Mark hinter dem erwarlungsmäßiAcn Betrage zurück. Ter reine I ah r e s ü b e r s ch u ß stellt sich auf 9 551 759 Mk.; er ist um 1 330909 Mark höher als im Jahre 1899 und überhaupt höher als in allen früheren Jahren. Zu diesem Ergebnis hat neben dem beträchtlichen Gewinn aus unterrechnungsmäßiger Sterblichkeit und neben dem überrechnungsmäßigen Zinsertrag lxsondcrs der Umstand beigetragen, daß die Verwaltungskosten auf dem außerordentlich niedrigen Satz von nur Proz. der Jahreseinnahme gehalten werden konnten. Tie Fonds der Bank erreichten- die Höhe von 258 117 344 Mark. Hierunter befinden sich die als Sicherheitsfonds zurückgestcllten reinen Uebcr- chüsse der letzten Jahre im Betrage von 39 541300 Mark, welche in diesem und den nächsten vier Jahren an dis Versicherten als Dividenden zur Verteilung kommen. Im ganzen hat die Bank während ihrer nun 72j.ährigen Wirksamkeit gegen 364 Millionen Mark an fällig gewordenen Ver- icherungssummen ausgczahlt und mehr als 182 Millionen Mark als Tividende an ihre Versicherten zurückgewährt. W. Nidda, 8. Mat Der heutige Mitmarkt (Krämer - und Viehmarkt) war ziemlich stark besucht. Die Preise der Schweire waren hock, so ein Paar Ferkel von 6 Wochen 45 Mark. r Limburg -. d. Lahn, 8. Mat. (Fruchtmarkt.) (Durchschnittspreis pro Malter.) Roter WUzen Mk. 13 35, weißer Wehe.. Mk. 00.00, Korn Mk. 1128, Guste M. 0 00, Hafer Mk. 7 10______________ nü M Ätefitlt, 9. , lilld I Depefthen' ...» äSs?. na Zache ^n\(.cn io darf eine 8reszeit eM” r Mineren^i RezeA -MW "Lch-l ti«r*vcb $ -WM Mai Barometer auf 00 reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 8. 9“ 741,2 4- 8,8 6,5 77 8W. 1 Sternh. Himmel 9. 7« 743,6 + 7,1 6,3 84 SSW. 1 Bew. Himmel 9. 2“ 746,4 4- 10,7 6,5 68 SW. 1 ■ • Hü Ni 1 chste Temperatu edrigste „ r am K 7.- e -8. Ma e 4- 17. + 4. 40 C. 4° C. «WW* Del Wttntl mit teilt der P Metz dm Mn 6e: h-lt-n h°d Bei bti Wein «akthrs 1 «bg. Rtzfi 65 «bg. 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