Jtx. 35 Zweites Blatt. Sonntag den 10. Feviuuc 151 . Jahrgang 1901 MeßmerAnzeiger Heneral-Anzeiger Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- unb Kl* landes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzei-a entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 9L SSeiuflsprcU vierleljährl. Mk. 9JO monatlich 75 Ps>. mit Bringkrlohnr durch die Abholestel« »»erteltährl. Mk. 1.96 monatlich 65 PsH. Bei Postbezuß Mk. 2.— vierteljLhrl. ohne Bestellgeld. Erscheint tägNch nu LuSnahme de» Montag«. Die Gießener K«»itte»btLtter werden dem Anzeiger bn Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. LolkSkunde" t»SchU. 4 mal beigelegt. Slu«ah»e von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. N Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzei^eblntt fät den Ureis Gieren. Aedaktiov. Expedition und Druckerei: rchnlftratze Nr. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger •le**. Fernsprecher Nr. 51. GratisbeUagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Politische Tagesschau. wurden 1901 Armband, Aus- Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießens, den 9. Februar 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. den vom Abg. Rickert (Freis. Verein.) wegen der letzteren Wahrnehmung erhobenen Vorwurf der Verfasiungsverletzung. Er sei kein Antisemit. Selbst von dem verstorbenen Ober- andesgerichtSpi äsidenten Dr. Falk lägen Berichte vor, die in einzelnen Fällen die Anstellung jüdischer Beamten für nn« möglich erklären. Zum Komtzer Mord vei mochte der Minister z. Z. keine Aufklärung in sichere Aussicht zu stellen. Die Staatsanwaltschaft sei Unablässig bemüht, alle Spuren zu verfolgen. Die Bildung von privaten UntersuchungSkomitees inde er bedauerlich; es werde dadurch Mißtrauen gegen die Justizb-bördon Nwckwerufen. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. In der Zeit vom 2. bis 9. Februar in hiesiger Stadt gefunden: 1 Spazierstock und 1 silbernes verloren: 1 silberne Kravattennadel. zeichnung des Lord Roberts, der thatsächlrch Ritter desSchwarzen Adlerordens geworden ist, hingewiesen, sowie auf diejenigen an die Offiziere des britischen Regiments, das sich vor fünf Ighren aus Anlaß bea kaiserlichen Telegramms an Krüger grobe Taktlosigkeiten hat zu Schulden kommen lassen — verbieten der „Kreuzztg.", wie sie sagt, über Zuschriften mit Schweigen hinwegzugehen, in denen „schwere Sorgen" zum Ausdruck koniwen. Das deutsche Volk habe gerade in der Beurteilung kriegerischer Ereignisse Mitgefühl für diejenigen, die sich ihrer Freiheit wehren, namentlich, wenn sre einer erdrückenden Uebermacht gegenüberstehen; es könne sich nicht entschließen, auf die Seite der Unterdrücker dieser Freiheit zu treten, auch wenn sie im übrigen alle militärischen Tugenden zeigten. Aus diesen Gründen hält sich das Hauptorgan der konservativen Partei „für verpflichtet, zu reden, wenn zu befürchten ist, daß Monarch und Volk einander nicht verstehen". Soweit die „Kreuzztg.". Es läßt sich nicht leugnen, daß die kaiserlichen Aufmerksamkeiten England gegenüber sehr bemerkt worden sind, und nicht nur in Deutschland. Aber man muß den Anlaß der Anwesenheit des Kaisers bedenken. Was zu einem anderen Zeitpunkte als Handlungen von großer politischer Tragweite aufgefaßt werden könnte, erklärt sich hier vielleicht am einfachsten und ungezwungensten als impulsiver Ausdruck hochherzigen Empfindens mit der Trauer eines Volkes, das einen herben und tiefbeklagten Verlust erlitten hat. In dieser weichen und versöhnlichen Stimmung drängt es den Enkel der Königin Viktoria, Beweise seiner Sympathie zu geben und großmütig vergangene Kränkungen zu verzeihen und zu vergessen. Und ist es denn ganz unwahrscheinlich, daß, wenn jdiese Handlungen auch einen politischen Hintergrund haben sollten, der Kaiser seine einflußreiche Stimme zu Gunsten einer Beendigung des Südafrikanischen Krieges erhoben hat, und daß diese Vorschläge auf günstigen Boden gefallen sind? Eben jetzt trifft ein Telegramm aus London ein, wonach mit Zustimmung Chamberlains gewisse Friedensanträge gemacht werden sollen. Diesen Friedensanträgen würde die Abberufung Milners vorangehen. Wenn es dem Kaiser gelungen sein sollte, den Südafrikanischen Krieg aus der Welt schaffen zu helfen, so würde sicherlich die Öffentlichkeit dem Herrscher Dank dafür wissen und den Aufenthalt in England hoch bewerten. _______ Aus dem preußischen Abgeorduetenhause wird uns vom 8. ds. MtS. geschrieben: Die Justizverwaltungen sahen sich hart bedrängt. Mußte gestern im Reichstag der Staatssekretär des Reichsjustizamts, Dr. Nieberding, einer überaus heftigen Kritik der äußersten Linken an der Rechtspflege standhalten, so wurde heute im preußischen Abgeordnetenhause beim Justizetat Justizminister S ch ö n st e b t in ein Kreuzfeuer von rechts und links genommen Die Rechte erhob den Dorwurf, daß die Untersuchung in Könitz nicht mit der nötigen Energie geführt worden sei. Die Linke tadelte die ungleiche Behandlung von jüdischen und christlichen Assessoren und Rechtsanwälten in Bezug auf die Beförderung. Mit Enerke verwahrte sich Schönstedt gegen Aus Berlin, 8. Februar, wird uns geschrieben: Zur Rückkehr Sr. Majestät des Kaisers": unter dieser Ueberschrift veröffentlicht heute abend die konservative „Kreuzztg." an leitender Stelle einen Artikel, der nick)t verfehlen wird, Aufsehen zu erregen, eben weil er von einer Seite kommt, die nur äußerst selten an die Handlungen des Herrschers den Maßstab der Kritik legt. Die „weitgehenden Aufmerksamkeiten, die unser Kaiserlicher Herr einzelnen Personen und Einrichtungen erwiesen hat", wählend seines Aufenthaltes in England, — es wird insbesondere auf die 77 " Deutsches Reich. Berlin, 8. Febr. Der Ka iser hörte heute vormit ^ in Homburg den Vortrag des Reichskanzl Engländer und Buren. Eine Depesche des Generals Kitch euer aus Pretoria vom 7. Februar besagt, De Wet befindet sich, wie gemeldet wird, noch nördlich von Smithfield und rüat in östlicher Richtung vor. Eine detachierte Truppenabteckung überschritt die Bahnlinie bei Pompey Siding und rutft gegen Philippolis vor. General Methuen meldet aus Lillifontein östlich von Vryburg, er habe den Feind Art auseinander getrieben upd 12 Wagen sowie 200 Stuck -mEh erbeutet. Tie Kolonne des Generals F r e n ch befindet sich in der Nähe von Ermelo. — Das englische Kriegsamt, das diese Depesche Kitcheners veröffentlicht, fugt Hinzu, daßi dw vor kurzem gebrachte Meldung, De Wet befinde sich nördlich von Thabanchu, einem Telegraphiefehler zuzuschreiben sei. Eine Meldung des „Reuterschen Büreaus" aus Kapstadt bestätigt, daß dort zwei Fälle von Beulenpest vorgekommen sind, doch glaube man nicht, daß es sich um ein ernstes Auftreten der Seuche handelt. Heber die englische Kriegsführung erzählte der jetzt erkrankte junge De Wet in Frankfurt folgendes: Als Augenzeuge kann ich bestätigen, daß die Engländer die Besitzungen unserer Kommandanten noch gräßlicher verwüstet haben, als die der anderen Buren. Em englischer Offizier entriß einer Buren fr au das Bild ihres einzigen bei Ladysmith gefallenen vierzehnjährigen Sohnes unb wärfs in die Flammen, die das Haus der Mutter zerstörten. Vor Ladysmith wurde einem Buren, der sich schon ergeben hatte, von einem englischen Offizier die .*9 an fr abgehackt. Der Bruder des Buren schoß den England«^ nieder. Daraufhin ward er wegen „Hochverrats" füsiliert. Ein Brief des Pfarrers Broothuyzen aus Pretoria hegt hier vor mir: der dritte Teil aller Burenfrauen, so schreibt er, ist entehrt! (Heftige Pfuirufe, auch von weiblichen Stimmen.) Auf die bloße Beschuldigung von Kafsern hin haben die Engländer manchen unschuldigen Buren stanv- rechtlich erschossen. Aus den Farmen des Generals xe Wet hat man die Schutzdämme zerstört, unb die Frau des Generals wollte man durch Hunger zwingen, eine Ehrenerklärung für das Verhalten der englischen Soldaten zu geben. Das lehnte sie aber standhaft ab Wollen die Völker Europas diese Greuel länger dulden? ^ie Haager Friedenskonferenz verstehen wir Buren nicht ganz. War denn das Ganze nur ein Scherz, ein Zeitvertreib? Darf England jede einzelne Bestimmung dieser Konferenz übertreten. Giebt es da nicht eine Gelegenheit, uns zu Hfll« zu kommen? Die N o t der Buren ist trotz der augenblicklichen beffemr Nachrichten auf dem Höhepunkt. Sw haben aber beschlossen, auszuhalten und trotz ihrer Not zu kämpfen, so lange noch ein Mann im Felde steht. * • * Telegramm deS Gieß-ner A«zeigerS. L o n d o n , 9. Febr. Das Amtsblatt enthalt eine Kriegs- depcschc t>on Lord 9io6ertS Born 6. 5ebtuar 1 vembcr 1900. Eine derselben ^aSt. Sei [einer antun^r fanb er feinen organisierten Transportdienst vor. ^eme unb Kitcheners erste Sorge war, den Transpo^zug zu orga- niüprpti Buller telegraphierte am 6. Februar, bei ^or- inaricfi zum Entsätze Ladysmith's werde 3000 Mann erfordern. 5 Der Erfolg sei zweifelhaft. Roberts antwortete, ^adysmith müsse entsetzt werden, und koste es den angenommenen Preis. Buller telegraphierte am 9. Februar, die Operation [ei undurchführbar ohne Verstärkungen Be- züglich der Gefangennahme Delegierter englischer Truppenabteilungen sagt Buller: Die Möglichkeit solcher Unglucks- fälle war vorauszusehen, da vor der Einnahme Pretorias es unmöglich gewesen sei, die Bahnlinie nut ausreichende Streitkräften zu besetzen, ohne den Vormarsch des Haupttruppenkörpers zu schwächen. Eine andere Depesche besagt: So groß die verwendeten Streitkräfte gewesen waren, so waren sie doch zu schwach, für die von ihnen verlangte Aufgaben. Sie teilt Zahlen mit, wodurch die große Au^ bebnung des Operationsgebietes nachgewiesen wird, uno schreibt die Einbrüche der Buren, welche sich bereits geben hatten, hauptsächlich dem Mangel an Schutz durch englische Truppen und dem Drucke der Buren- kommandanten zu. __— — Die große Kolonialbahn. „Die wichtigste koloniale Verkehrsfrage, nämlich die der Verbindung Dar-es-Salaams mit den großen innerafrikanischen Seen, harrt noch der Lösung. Es ist deshalb mit besonderer Genugtuung zu begrüßen, daß die Regierung sich durch den vom Reichstag in seiner vorigen Session gefaßten ablehnenden Beschluß nicht hat abschrecken lassen, sondern die erste Rate zum Bau der ost afrikanisch en Zentralbahn in den Etat sür 1901 einstellt." So äußerte sich Herzo§Johann Albrecht von Mecklenburg in der Ansprache, mit der er bie Tagung des Vorstandes der Deutschen Kolonialgesellschaft am 1. Dezember v. I. eröffnete. Und ein führendes Preßorgan des Zentrums, der ausschlaggebenden Partei, schrieb dieser Tage: „Hoffentlich bereitet der Reichstag dem unglücklichen Projekt ein jähes Ende. Deutsches Geld Tann viel besser angewendet werden". Da nun der Reichstag, und nicht die Kolonialgesellschaft, über den Etat zu befinden hat, wird diese Verkehrsfrage wohl noch weiterhin der Lösung harren müssen. Es läßt sich in herThat nicht leugnen, daß die Stimmung parlamentarischer Kreise dem Zentralbahnprojekt gegenüber heute jo wenig günstig ist, wie nur je. Und das selbst bei Abgeordneten, die keineswegs den Daumen auf den Beutel zu halten pflegen, wenn finanzielle Aufwendungen für die Kolonien zu leisten sind. Selten haben sich die Ansichten von Fachmännern so schroff gegenübergestanden, wie in dieser Frage. Leitende Kolonialbeamte, z. B. Gouverneur v. L i e b e r t, halten dafür, daß mit der Scen-Bahn die Zukunft Deutsch-Ostafrikas steht und fällt. Forschungsreisende von Ruf hingegen, denen man doch auch ein Urteil zutrauen darf, wie Professor Schweinfurth, Prof. Hans Meyer, Eugen Wolf, warnen dringend vor diesem nach ihrer Ueberzeugung unrentablen Unternehmen. Der Reichstag würde einen Sprung ins Dunkle thun. Nun hat sich ja die Negierung bemüht, dieses Dunkel aufzuhellen. Sie sandte den Oberstleutnant Gerding vom Eisenbahnregiment nach Ostafrika zu eingehendem Studium über die allgemeinen Verkehrsverhältnisse. Der Bericht dieses Offiziers nebst einer vom Reichseisenbahnamt geprüften Berechnung des voraussichtlichen Ertrages der Bahn liegt dem Reichstag vor. Mer mit solchen Ertragsberechnungen ist es schon bei heimischen Verkehrsplanen ein eigen Sing. Das hat auch jüngst die Diskussion über die Rentabilität der Kanäle gezeigt. Um wieviel strittiger muß die Sache sein, wenn afrikanische Verhältnisse zu Grunde liegen. Nicht, daß es hier vollständig an E r fahr- ungen fehlte. Die Usambara-Eisenbahn bietet solche, aber Leider nur ungünstige. Denn bekanntlich mußte das Reich die Bahn ankaufen, um ihrem gänzlichen Versah vorzubeugen. Daß die „Reichs-Kaffeebahn" sich angemessen rentiert, dafür ist der Beweis noch immer zu erbringen. Das oben erwähnte führende Preßorgan des Zentrums verweist denn auch bereits die von Oberstleutnant Gerding angestellten E r t r a g s b e r e ch n u n g e n m das Gebiet der Phantasie. Das kennzeichnet zur Genüge die Stimmung des Zentrums. Es handelt sich am Ende auch nicht lediglich um die erste Baurate von zwei Millionen Mark, fondern der Reichstag legt sich eventuell auf das ProM überhaupt fest, dessen Kosten — für die Linie bis Mrogoro aus 15 Millionen veranschlagt sind. Er wurde durch Bewilligung der ersten Rate A sagen und bann auch B usw. sagen müssen. Wenn das „Reichsfaß" einmal angezapft, ist, der goldene Strom dahin — auf Nimmerwiedersehen, vi die kritische Zentrumsstimme meint. Und der Reichszuschuß für die Kolonien hält sich ohnedies hartnäckig auf der Hohe von 26 Millionen. . . . . , .. Daß das Reich in die Lage versetzt wird, die bahn auf eigene Rechnung zu bauen, erscheint .ssU" vor ®er Hand ausgeschlossen. Es bleibt noch die Möglichkeit des Baues der Bahn durch Private unter Ernährung der Zinsgarantie seitens des Reichs. Aber selbst diefe Möglichkeit steht auf schwachen Füßen, da eben das Privatkapital, «uch in kolonialfreundlichen Kreisen, sich einstweilen sehr zurückhält. N/W. muffe. Er hob auch hervor, daß Sonntagsruhe und Laden- Die Aus Stadt und Kand Neustadt im Mittelpunkt der Stadt, der Park- und Trink- Anlagen als ideal bezeichnet werden. Nennenswerte Opfer an Baumpflanzungen sind nicht zu bringen. Die Verkehrs- wege und Straßenanlagen bleiben unverändert und es lassem sich mit denselben die Vorfahrten und Eingänge der Klrche in der einfachsten Weise organisch verbinden. Außerdem sichert die geplante Stellung des Bauwerks unzweifelhaft eine günstige architektonische Wirkung von allen Standorten aus, namentlich aber von den im Verlaufe der Parkstraße gelegenen. Wenn die Kurverwaltung auch durch das Eingehen des alten Kursaals einen Pachtausfall erfährt, so ist doch andererseits die Errichtung eines schönen Monumentalbaues auch im Interesse des BadeS zu wünschen. Da das alte Kurhaus noch bis zn Ende des Jahres 1903 für ein jährliches Pachtgeld von 3444 Mk. zum Wirtschaftsbetrieb verpachtet ist, könnte eine Veräußerung frühestens zu diesem Termin zum Vollzug gelangen. Als Preis möchte sich mit 7 Mk. für den Quadratmeter, bei etwa 1120 bis 1200 Quadratmeter benötigter Fläche im Gebäudesockel gemessen, zu begnügen sein, da auch beim Bau der katholischen Kirche sowie anglikanischen Kapelle dieser Bauplatzpreis gestellt wurde. Daneben hätte die Kirchengemeinde das zum Abbruch bestimmte Gebäude zum Werte des Brandversicherungsanschlags zu übernehmen. Derselbe beträgt 30 630 Mk. Das Ministerium richtet nun zunächst an die zweite Kammer das Ansinnen, der käuflichen Abtretung des fraglichen fiskalischen Geländes in dem nach endgültiger Fertigstellung der Pläne erforderlich werdenden Umfang einschließlich deS alten Kursaals zuzustimmen. Verhältnisse der Arbeiter als durchaus im Jnieresse des kleinen Kaufmannsstandes liegend an, und betonte demgemäß, daß ver kleine Kaufmann und mit ihm der Handlungsgehilfen- — Eine Korrespondenz meldet: „Eine Amnestie anläßlich des .K-rönungsjubiläums und des Geburtstages des Kaisers ist aus unbekannten Gründen ausgeblieben, obgleich sie beschlossen war. Nichtsdestoweniger hat der Gießen, den 8. Februar 1901. ** Personal Nachrichten. Der Groß Herzog hat am 7. Februar den außerordentlichen Professor an der theologischen Fakultät der Gesamt-Universität Jena D. Dr. Paul DrewS zum ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der Landes-Universität mit Wirkung vom 1. April d. IS. und den Lehramtsassessor Dr. Wilhelm Kalbfleisch aus Ober-Moos zum Oberlehrer an der Ober- Realschule zu Darmstadt ernannt. Der Großherzog hat | ferner am 2. Februar den GerichtSschreiber bei dem Großh. Amtsgericht Darmstadt I Friedrich August Kümmel auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers in den Ruhestand versetzt, und ihm die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. In den Ruhestand wurde versetzt der Bahnwärter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Peter Schmidt XXV. in Rödgen mit Wirkung vom 1. Februar an. ** Ernennung. Aus Petersburg, wird gemeldet: Der GesandtschaflSsekrelär in Brüssel, StaatSrat Fürst Kudaschew, ist zum Ministerresidenten beim Großherzog von Hessen und beim Herzog von Sachsen Koburg-Gotha ernannt worden. * Zn unserer Sammlung zu Gunsten der Burenfrauen ist, obwohl wir sie für geschlossen erklärt hatten, noch ein recht beträchtlicher Nachtrag eingegangen. Der Chor der höheren und erweiterten Mädchenschule brachte am Freitag Nachmittag eine schon für den Beginn der WeihnachtS fetten geplante Weihnachtskomposition zur Aufführung. Der Text zu dem kleinen Merkchen wurde verkauft, wobei der Wohlthätigkeit keine Schranken gefetzt waren. Wie eifrig die jungen Mädchen für die gute Sache geworben haben, geht daraus hervor, daß uns die Direktion der höheren und erweiterten Mädchenschule heute 104 Mk. 40 Pf. Ueberschuß abliefern konnte. hEn. Eine Diskussion fand nicht statt. Im Schlußwort empfahl der Redner die Institutionen deS Verbandes als' Stellenvermrlt lang, Rechtsschutz, Auskunftei rc Nach dem v. Bütow. Um 11 Uhr unternahmen der Kaiser und die Kaiserin in Begleitung des Grafen Bülow einen Spaziergang durch den Kurpark. Am Nachmittag begaben sich der Kaiser und die Kaiserin zum Besuche der K a i s e r i n F r i e d- rich nach Eronberg und kehrten nach anderthalbstündigem Aufenthalte nach Homburg zurück. ko. Darmstadt, 8. Febr. Ein Student hatte sich gestern abend eine Büchse grüne Erbsen gekauft. Kaum hatte er davon genoffen, als ihm furchtbar Übel wurde. Es wurden BadNauheim, 8. Februar. Der evangelische Kirchen- Endrey vorstand har den Bau einer neuen Kirche, die den m ^»Dankeskirche" führen soll, beich offen und an in einer hiesigen Wirtschaft zwei Burschen in Streit, der durch Dazwischcntceten besonnener Minner nicht in Thällich- feiten auSartete. Der jüngere der Streitenden, ein Bursche namens Nagel von hier, ging nach Hause, lauerte aber auf den Gegner, einen Milchfuhrmann der Büdinger Molkerei namens Rückert, in der Nähe des ersteren Hofraite und ver- etzte ihm einen Stich in den Kopf. Durch die Rauferei aufmerksam gemacht, erschien auch der Vater Nagels, um sich mit einem Knüppel am Streit zu beteiligen. Die Affaire wird ein oerichtliches Nachspiel haben. N. Marburg, 8. Febr. Das mineralogische Institut der Universität hat seine Sammlung bedeutend bereichert durch dieBemühungen des Assistenten Dr. A.Schwandke. Die Gesteine entstammen einem Ausschlüsse vom hohen Berge bei Ofleiden. Ausland. Brüssel, 8. Febr. Repräsentantenkammer. Bei der Beratung einer Petition, in der die Vermittelung Belgiens in dem Konflikte zwischen England und Transvaal verlangt wird, für die sich die Petfiions- kommission ausgesprochen hatte, erklärte der Minister des Auswärtigen de Favereau einem Redner gegenüber, diese Rolle käme Belgien um so weniger zu, als eine Macht, die zu den Hauptbürgen der Unabhängigkeit Belgiens gehöre, in den Streitfall verwickelt fei. Trotz des Widerspruches des Ministers des Auswärtigen nahm die Kammer schließlich eine von Janson eingebrachte Tagesordnung im Sinne der Beschlüsse der Petitionskommission an. Madrid, 8. Febr. Der Graf von Caserta ist hier heute eingetioffen. Als der Wagen mit dem Grafen den Bahnhof verließ, ertönten aus der Menge Pfiffe und Schmährufe. Die Polizei mußte einschreiten, zerstreute die Menschenmenge und nahm 2 Verhaftungen vor. Anden Kundgebungen beteiligte sich hauptsächlich eine auS Studenten bestehende Menge. P. Der Landwirtschaftliche Lokal-Verein hielt am Freitagabend von 5—8 Uhr eine Sitzung im Lenz'schen Felsenkeller ab. öetonomicrat Schlenke sprach über die Regierungsvorlage, das Faselweseu betreffend. Zum Schluffe feiner Ausführungen kam eine Resolution zustande, die sich gegen den neuen Gesetzentwurf aussprach. Anwesend waren °~** Swbtth-at». DI- „Gobi. Ztg." schrieb über Herrn d"gistuugrsymptom° s-ftg-st-llt, di- nur durch rusch O. Bohns- oom Stabilster in Mn: ung-wund - MH-l wieder b-s-i.ig wurden. - Aulendiebach, 8. Febr. Am Mittwochabend gerieten -o- Nieder-Ofleiden, 7. Febr. Ein Schüler im Alter von 13 Jahren erbrach gestern die Sammelbüchse für die Schülerbibliothek und stahl den vollständigen Inhalt im Betrage von 5 Mk. 46 Pf. Bald war der Dieb entdeckt und der Betrag wurde noch zum größten Teile vorgefunden. Am Sonntagnachmittag sollte es angeblich zum Ankäufe von Schlittschuhen in Homberg benutzt werden. fc. Burkhards, 8. Febr. Gestern weilte hier ein ntersuchungsrichter aus Gießen. Eine Dienstmagd, früher bei dem Altbürgermeister Kunkel in Diensten, wurde nach ihrer Zeugenaussage verhaftet und durch die Gendarmerie nach Schotten abgeführt. Nachdem der Haftbefehl erlassen war, stellten sich bei dem Mädchen Ohnmachtsanfälle und Blutungen ein, so daß schleunigst ein Arzt von Gedern beordert werden mußte. i. Laubach, 8. Febr. Am Mittwoch fand im Saale des Gymnasiums der fünfte Vortragsabend in diesem Winter statt. Pfarrer Volp sprach eingehend über das Leben und Wirken des Grafen Zinzendorf, schilderte dessen Bedeutung als Gründer der Brüdergemeinde und Missionsmann, seine Niederlassungen in Oberhessen, seine Beziehungen zu dem Büdinger Grafenhaus und seine Verwandt- chaft zu dem Hause Solms-Laubach und schloß mit einer Erörterung darüber, wie Zinzendorf noch für die jetzige kirchliche Lage anregend wirken müsse. — Heute begann am hiesigen G y m n a s i u m die schriftliche Reifeprüfung, zu der 14 Oberprimaner zugelassen wurden. In der oorigen Woche weilten Geh. Oberschulrat Noduagel und Ministerialrat Eisenhut hier und besuchten mehrere Klassen. — Wie wir hören, soll uns der neue Fahrplan eine längst als Bedürfnis gefühlte Aenderung insofern bringen, als ein Morgenzug hier so rechtzeitig ankommen soll, daß er von auswärtigen Schülern der nächsten Umgebung benutzt werden kann. Auch haben die ersten Arbeiten für die Bahn von hier nach der Mücke begonnen, besonders Bohrungen für den durch das „Kaff" bei Freienseen geplanten Tunnel. Schlagen auf die Pulte die weitere Verhandlung ge bis nach Mitternacht zusammen. 9 ‘ "" * Die Sitzung mußte zeitweilig suspen Q Stangenrod, 7. Febr. Bei der gestrigen Verpachtung stürmischen Vorgänge im Saale sanden der Gemetndejagd wurden 210 Mk. gelöst. Der feit- @nbrenh b,Ur M bcLrU* 200W“ sinb wi-b°r zw-i Wien, 8. Febr. Das Abgeordnetenhaus wählte heute den 'Statthalterrat a. D. Dr. jur. Grafen Vetter öon der Lilie mit 344 von 360 gütig abgegebenen Stimmen zum Präsidenten. Derselbe übernimmt unter dem Beifall des Hauses den Vorsitz, spricht seinen Dank für die Wahl aus, betont seine vollste Unabhängigkeit und Objektivität nach allen Setten hin, und bittet alle Mitglieder des Hauses jedes s & m?UCn iu bQnncn' und eingedenk der väterlichen Worte ,.e ^ovarcheu das Gefawtwohl allem Anderen voranzustellen «rnaterIant,"-8- Erster Viz-piäsib-nt würbe «bg. Za-z-?' WI Sudermanns Schauspiel „Die Ehre- erledle g-st.-u eine pae.bg drei Mitglieder räkill (fr & Mittelpartei an, bielliche Wiedergabe. Im Vordergrund des Interesses stand der Gast, Herr Panbeflbaiihtmnnna^ qq l , ^ohn eine« mährischen I Ookar Bohn6, der den „Grafen Traft" gab. Er hat durch sein edles, p uianns- ov Jahre alt, und verließ vor zwei I mannhaftes Auftreten, durch tief empfundene Sprache, durch seine vor. jagten Den Politischen Staatsdienst mit dem SFiuT pinpa Ruhe imponiert. Seine Stimme ist von sympathischem Klange, Statihaltereirates. Er ist Dr. iar und mihmot r* I aller Modulationen fähig, zumal für große dramatische Kraftstellen aus" medizinischen Studien. Schönerer fnrhtrt • Ucb letzt giebig, wie auch für weiche, zu Herzen gehende Worte voller Wärme. P-llatwn bi- Regierung auf sür bi- LrhinT” 3”ttL I P' Deutschmatianaler Handlungsgehilfen.V-rb-mb, Ctt8. Waffen, unb !ßf erbefenbunqen "an bie^niitT W am Freilagabenb hielt im 6af6 Ebel Herr Armee zu sorgen und den Mincher bes Äeuftetn ?, C v au6 ^ambur9 c,nen Vortrag über „Sozial- « IT?» X .r r.L'U: äs »ub-pesi, 8. Febr. In ber heu,.gen Sitzung bes Ab. ^L°b-7L^r° 46^°M °Li^ L 'unb'in g-orbn-.-nhaus-S kam -s bei Besprechung der vorläufigen1600 Orten Deutschlands seine O.„gruppen hat, “u agitieur Wahl in Maro-Vasarhely zu überaus stürmisch- Der Redner -rkanni- -iu- B'fferung b-r Lohn- unb Lebens- Szenen. Der Ministerpräsident v. Szell, der Auf —«-«*-«- H x 9 flärungen geben wollte, winde Minuten lang nieder- aeschrieen und auch seine Erklärung, daß er zur Umer Buchung der Affaire einen besonderen Regierungskornmiffä' B rbano der geborene Gegner' aller' entsende, beruhigte die Opposition n cht. Als sodann der. müsse. ®r ^b au» ^eroor, bafe ©onntagerube unb ßaben“ emen Angriff auf den Richterstand «chluß nicht eine Notlage des Kleinhandels herbetgesührt tn der schärfsten Weise zurückwies, kam eS zu einer unbe- hntt<»n n-ir-.a .. ~ —a11 -» -MV.«.. yui .schreiblichen Lärmszene,' die Opposition verlangte den Monarch im kleinen amnestiert. Im Lauf der letzten Ordnungsruf für den Minister, was der Präsident verweigette, ^.«.usuuci-imu luuu «ntansun»« «»ar,,»..». m k jetzt wieder vor.^ Vom Schwurgericht zu Stolp wurde am L 16. November 1874 der Schneidergeselle Johannes Rosky aus IL s u k . ■ . - —• i-v—»• —» vluUH x.w Rawufen im Kreise Braunsberg wegen Mords zum Tode , "orey, der sich durch die Rede des Justizministers ver- Jäger aus hiesiger Gemeinde, verurteilt, von Kaiser Wilhelm I. aber zu lebenslänglichem "tzt sühlte, wollte diesen thätlich insultieren unb konnte Zuchthaus begnadigt. Jetzt, nach Verbüßung von 26 ein halb nur mit schwerer Mühe davon abgehalten werden. Gu'u«v VuMWm BEHunq des E TT & S‘6\ D°r Minist-rpräsib°n. Carp Kirch-ngem-inb- ba- Kronenorbcns 1 Klasse an ben beutschen Botschafter seDcm^Ni"°n bT T das Kabin-tl Gelänbe aus b-m sich bas fiskalische Hotel Kursaal beftnbe®, v. Holleben in Washington. «e Dem,:ssion eitnßn bei bene« o* B W 15*] ■ & w Schwacher war, den ar bei Gelnhar Haden. t>e ' Ver Festnahme b die gestern t Vottn <* Malers 8 »Jnfte borf fand h zwischen zwei, wurde der e beiden FSrstk • Pele Baku vom Naphtala! fd)ilb) ist ve einem entla vom Feuer Häuser, llw wobei 30 P in Jahrmark 20 Vastem mehrten. * Nen bei Duranf statt, bei de worden sein Mer p- Sffu g isügev Am Pws pro Bau blbliothe! hat sii tung unb aUgetr vrllkN, wiffrnschc Arbeiten, aufirl Anekdoten, foroi und fpanntnben , i Arsche, 1 Ünftt lehrlinge, 2 Lai , _ ^achftage /Spengler, 1 Wbner, 2 2)ieni 1 rstau zum SB betreffend b ft * FEchen u 0'60 m Breite flu wtfrafe oon ließen, ^roßl kn SDii ^trieben m., Um ÄS rrsr aS tec mite zen Inhalt im Dieb entdeckt t vorgesunden. i Änfdufe von ä'5 3Ä “J6 £übt"' Schlußwort °^drs, al3. Ii> dm "" «i»Alch • D» |(£ tt"b« toi ?* «M* bie btn ’n« u»d M “W'ityn JDI flWge befinde,, ^handluntzrn 'N aht Rut. w8 Auge in Mefe chkn Alt- und und Trink, «teerte Opfer Vie Verkehrs, und es lassen- Se der Zirihe Auße.-em n'felhaft eine filterten aus, ukfiratze qt= bas Eingehen i, so ist doch umentalbaues Da das alle für ein jähr« tSbetrieb Verns zu diesem ächte sich mit 20 bis 1200 itfel gemeßen, »lischen Sirche ^reis gestellt ; zum Abbruch dversicherungS- 30630 Mk. Itoeite Sammer fragilen ßs- tigfitflung der id) btt alten tüte hier ein Eine Dienst- -1 in Diensten, mb durch die em bet Sten* tädchen OHu- chleunigst em mb im Laale .nb in diesem Md über das bilderte defien und Rlss'ons- seine VE >jne Vemandt- hloß mit einer für bie jchige ite begann am eprüf^W Inder vorrM »2 Ä« JS& »*•5 , r.s L S* * •::ä M!' nnt)»«: ä#«Ä *#«!«• m. ng ^chteaudl - K-" ko. Frankfurt a. M., 8. Febr. Der Burenkommandan» De Wei b fieber sich auf dem Wege der Besserung. fc. Frankfurt a. M., 8. Febr. In Niederursel und Hausen sind zwei Typhuserkrankungen vorgekommen, bei denen als Ursache der Genuß ungekochter Milär ärztlich festgeslellt wurde. Es wird deshalb vor dem Genüsse ungekochter Milch gewarnt. fc. Hauau, 8. Febr. Kürzlich wurde in Westfalen der Schuhmacher Hilpert verhaftet, weil erbringend verdächtig war, den an dem Schuhmacher Neumann im vorigen Jahre bei Gelnhausen verübten Raubmord auf dem Kerbholz zu haben. Heute hat der hierher gebrachte Verbrecher vor dem Unte'-snchimasrichter fe-ne That e'ngestan den. Vermischtes. • Berlin, 8. Febr. Das Polizeipräsidium ersucht um Festnahme der flüchtigen Prostituirten Fanny Karnixt, die gestern einen Diebstahl von 20 200 Mk Bank noten ausgeführt hat, wie ihres Begleiters, des Zuhälters Schlächters Arthur Richter. * Insterburg, 8. Febr. Im Walde bei Großjägersdorf fand heute früh ein blutiger Zusammenstoß zwischen zwei Förstern und zwei Wilderern statt, von letzteren wurde der eine getödtet, der andere tödtlich verletzt, die beiden Förster blieben ohne Verletzung. * Petersburg 8. Febr. Die „Rossija" meldet aus Baku vom 7. Februar: Die Ursache des Brandes im Naphtalager der Kaspisch Schwarzmeer-Gesellschaft (Roth, schtld) ist vermutlich Brandstiftung, aus Rache verübt von einem entlassenen Wächter. Das erste Napthalager, daS vom Feuer ergriffen wurde, lag in der Nähe der Arbeiter- Häuser. Um 7 Uhr abends umfaßte der Brand alle Häuser, wobei 30 Personen umkamen. Die Verwundeten wurden in Jahrmarklbaracken untergebracht. Beim Löschen arbeiteten 20 Wasserrohre, die platzten und dadurch das Feuer ver mehrten. * New.York, 8. Febr. In der San Andrea-Grube aci Durango (Mexiko) fand eine Dynamitexplosion ftatt, bei der 87 Personen getötet, und viele verwundet worden sein sollen. Ktteratur, Wissenschaft und Kunst. ._.p" J^ustrie-te Hauö-Liblrotbek zur Unterhaltung und g tsttgen Anregung. (Verlag von W. Vobach u. Co. 'n Berlin. ®dnb 75 PfS) Diese im 4. Jahrgang erscheinende Haus- btvliothek hat sich trotz der kurzen Zeit ihres Erscheinens großer Verbreitung und allgemeiner Beliebtheit zu erfreuen. Sie bietet Romane, No- BrUen, wissenschaftliche und belehrende Artikel, Humoresken und kleinere Ärbeiien, außerdem eine reichhaltige und interessante Spiel- und Rätselecke, Anekdoten, sowie Briefkasten Notizen. Sie vereinigt neben einer reichen und spannenden Mterhaltungslektüre auch alle Gebiete des Wissens in einer Bibliothek. Schon der Titel zeigt die redaktionellen Ziele, die darauf gericht t sind, den L fern einen Ha.sschatz zu bieten. Der billige Preis ermöglicht es jedermann, die jährlich in 14 Bände in roter Leinwand gebunden, erscheinende Bibliothek sich anzuschaffen. Um bei den Lesern besonderes Interesse zu erwecken, hat der Verlag dem 2. Bande ein Preisrätsel beigefügt, deffen Lösungen bis zum 15 April 1901 an die Redaktion der ,Jllustr-erl-n Haus>B bliothek" gesandt ro-rben könn n Für richtige Lösung sind 257 Prei'e im Werte von 3'2 • Mk. ausgesetzt Man kann in allen Buchhand ungen auf die „Jllustri rte Haus Bibliothek" abonnieren Arbeiterbewegung. Paris, 8. Febr. Dle Abendblätter melden: Streikende Berg arbeitet in Monceau les Min.s zerstörten nachts die tephonischen Ver. bindungen der von Truppen besetzten Beigwerke. London, 8. Febr Die Bergleute von Mittel und Ost Lothians haben beschlosien, der von den B rgwerksbesitzern Schottlands angeregten Lohnherabsetzung von 1 Schilling pro Tag entgegenzutreten, da die Kohlen preise eine solche Herabsetzung d-s Lohnes nicht rechtfertigen. Dieselbe würde 6^ — >" 0 ■ Bergleute berühren. Kanbmirtfchaft. Der preußische Minister des Innern hat dem landwirtschaftlichen Verein zu Frankfurt a. M. die Erlaubnis erteilt, bei Gclegenheit der im Frühjahr und Herbst d. Js. dort stattfindenden beiden Pferde märkte je eine öffentliche Verlosung von Wagen, Pferden und anderen Gegenständen zu veranstalten und die für jede der beiden Lotterien in Aussicht genommenen 120 000 Lose in der ganzen Menarche zu vertreiben Haube! uub Verkehr. Volkswirtschaft. Gießen, 9. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. jK, 0.85—1.00, Hühnereier per St. 7—9 <5, 2 St. 00-00 3, Enteneier 2 St. 00—16 »3, Gänseeier per St. 00—00 d>, Käse 1 St. 5—8 3, Käsematte 2 St. 5—8 Erbsen per Liter 22 L, Linsen per Liter 34 3, Tauben per Paar JC 0.80—1.00, Hühner per St. JC 1.00—1.50, Hahnen per Stück JC 1.00—1.80, Enten per St. JC 2.U0—2 20, Gänse per Pfd. Jtt 0.60 bis 0 80, Ochsenfleisch per Psd. 68—74 3, Kuh- und Rindfleisch per Pfund 60—64 3 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 3, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 3, Kalbfleisch per Pfd, 60—66 3, Hammelfleisch per Pfd. 50—66 3, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00—6.00 J6, Weißkraut per St. 0"—00 3, Zwiebeln per Ctr. JC 6 00—6.50, Milch per Liter 18 3. Neueste Meldungen. London, 9. Febr. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, der Herzog von Cornwall und York werbe nach seiner Rückkehr von der Reise in die Kolonien, welche wie geplant vor sich gehen soll, zum Prinzen von Wales ernannt werden. Paris, 9. Febr. Ministerpräsident Waldeck-Rousseau erhielt den Alexander-Newski Orden. Paris, 9. Febr. Unter den Zöglingen der Staatsgewerbeschule in Lille brach gestern eine Meuterei aus. Die jüngeren Leute verbarrikartierten sich in ihren Schlafsälen und zerstörten zahlreiche Einrichtungsgegenstände. Der Schuldirektor mußte zur Herstellung der Ruhe die Gendarmerie herbeilwlen lassen. Madrid, 9. Febr. Die Kundgebungen gegen die Jesuiten dauerten den ganzen Abend fort. Die Gruppen bildeten sich steis von neuem, sobald sie zerstreut waren. Die föniqlid)e F> nnlie wurde auf dem Weg nach dem Theater lebhaft begrüßt. Als die Ruhestörer nach dem Th-ater ziehen wollten, verspeiNe die P.llizei ihnen den Weg. DaS Jesuiten- klöster ’ofl nit Steinen bombardiert worden sein. Schanghai, 9 Febr. Z,.r Feier der Vermählung der Königin Wilhelmine f nd in der deutschen Ge- sandtschaft in Peking, w' gegenwärtig der nieder- la Zische G fünfte Knob l wohnt, ein Festmahl ftatt. Bör-sennachr echten Berlin, 8. Februar. 4 % Deutsche Grnndschuld-Bank 1 u. 2 47.00 M. 4ti/o do 8. 5/S ank. b. 190-1 47.00 „ 3'/-"/ do. 8 7/8, unk. b. 1908 46 20 " 4 /0 D Hyp.-Bank (Berlin) S. 10 unk. 1908 97.30 M. SO.o/o do. unk. 1905 89 50 » 4°/o PretiBS. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 82 10 „ 4% do. 8. 15-18 unk. b. 1900 82 10 . 4 /fl do. 8. 19-20, unk. b. 1906 00 00 „ 3«,o/n do. 8. Id, 14 73.20 „ 81 * * * s./» °/c do. 8. 21, 22, unk. b. 1906 73.20 Ä Telephonischer Kursbericht. Franktart, aen 9. Februar. 8Vl°/o Reicbsanleibe . . 98.70 Kreditaktien..... 212.50 8 'm, do . . 89.80 Diskonto-Kommandit . . 182.49 8*/i c/q Koneols .... 98 45 Darmstädter Bank . . . 188.40 3 k/o do .... 89.30 Dresdener Bank . . . . 148 50 3,/a c/j Heesen .... 94.43 Berliner Handolsges. . . 152.00 5 °/ Italien. Rente . . . 96.10 Oestcrr. Staatsbahn . . 143.90 4 Vo Gi'iech Monop.-Anl. 40 7'. Gotthardbahn . . . . 164 90 3 o/o Portugiesen . . . 25.10 Laurahütte..... 198.00 3 0/g Mexikaner .... 25 50 Bochum . .... 177.70 4,/e o/g Chinesen .... 82.10 Tflnde Harpen er . . ... ”7 k- 8t. 168 70 Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzeu. Höchste Temperatur am 7.-8. Febr. 0 9° 0. Nüditgste „ „ „ „ 16,0° C. Flbiuar Baiou.eier auf 0° reduziert Tmperatu der Luft Absolute Feuckiickeit Relative Feuchltgteil Windrichtung Windstärke Wetter 8. 9« 755,9 -9,0 2,1 94 N. 1 9. 735 755,8 -4,2 3,1 93 8. 1 bedcckt 9. 225 755,0 1,9 3,6 90 SW. 1 Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenftratze 2. . der Arbeitnehmer: i Mälzer, 5 Heizer, 1 Haus- burfche, 1 Anstreicher, 1 Taglühner für leichtere Arbeit, 3 Mechaniker- lehrlinqe, 2 Lauffrauen, 1 Näherin. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Buchbinder, 1 Küfer, 1 Heizer 1 Spengler, 1 Anstreicher, 1 Schuhmacher, 2 HauSburschen, 1 Taglöhner, 2 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Lauffrau, 1 Putzfrau, 1 Frau zum Weckaustragen. Lehrlinge: 2 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Mechaniker, 1 Schreiner, 1 Schl off, r. Bekanntmachung, betreffend: Das Beschneiden der Hecken. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesitzer an den ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- ober Fußwegen einfriedigenden H cken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 m Höhe und 0,50 m Breite zurückzuschneiden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwider Handlungen auf Grund des Art. 31 des Fcldstrafgefetzer mit Geldstrafe von 1—10 Mark bestraft werden. Gießen, den 7. F-brinr 1901. 1214 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung, die Unfallversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen; hier: Fortführung der Umlagekataster pro 1900 betreffend. Beide Abteilung m des Umlagrkatasters der land- und forstwirtschaftlichen Becussgenoffenschaft für die Gemeinde Gießen, fortgeführt für 1900, liegen zwei Wochen lang, näm lich vom 11. Februar bis zum 24. Februar d. I., auf bei Bürgermeistern zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieser Kataster si d innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Offenlegung bei dem Vor ftande der !and- und forstwirtschaftlichen Berrrfszenoffenschaft in Darmstadt bei Me düng späterer Nichtberücksichligung vorzubringen. Gießen, den 8. Februar 1901. 1213 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________________I. V.: Wolff.__________________ Ortsgewerbeverein. Tie in ützter Gtneraloerfammtung in Aussicht genommt..: Besichtigung der Fabrikanlage« von Heyligenstaedt 8? Comp. si bet nächsten Montag den 1L Februar statt. Zusammenkunft nachmittags 5 Uhr am Eingang zur Eisengießerei am Au'weg. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 1221 Der Ausschuß. Bekanntmachung. In das hiesige Genoffenschaftsregister wurde heute betr. den landw. Konsumverein I zu Leihgestern, e. G. m u. H., einaetragcn: Ludwig Velten IX. ist aus dem Vorstände aus- geschieden u»d an seiner Stelle Johannes Schneidmüller IV. zu Lechgestern zum Vorstandsmitglieds bestellt worden. Gießen, den 7. Februar 1901. Großherzogliches Amtsgericht. 1208 Ml'anz am 31. Dezember 1900. Aktiva. JL H 1. An Kaffen Konto 126.83 2. „ Warenko^to 5781.27 3. „ Geschäftsutensil. 260.37 4. „ Debitorenkonio 1150.00 Summe 7öl8 47 Passiva. JL 1. Mitglieverguthaben 830.00 2. Kap talschulden 1500.00 3. Reseroefond 23^1.02 4. Betriebsrücklage 1200 00 5. Dividenden 1407.45 Summe 7313.47 Die Zahl der M tglieüer betrug Ende 1899 . . 89 Während 1900 gingen zu....... 3 “92 1218 h n ,, ab....... 5 Daher Stand der Mitglieder Ende 1900 . . . 8? Fluidvirtslhaftlilher Kossuuwkmn I. Feihgestcra Eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Der Vorftaud: Balthaser Schäfer. Johannc-s Textor IV. Holz-Versteigerung in der Areißerrlichen Köerförsterei Htaöenau. I voLoei-slnzx den 14. Februar 1. J., noch Zu- lanimeniunft m Distritl Eichwald, in der Näbe der Beuerner „Rutsch", be: Holmummer 1, vormittags 'O Uhr: Scheiter rm: Buche 425 I. Kl., 4 II. Kl, Elche 8; Knuppet rm; Buche 72, Eiche 10; Reiser rm: Buche 436, Elche 46; Stöcke rm: Buche 82 I. Kl, 4 II. Kl., Eiche 9. , H den 15. Februar 1. J., nach Zusammenkunft in Dlstrttt Nell bei Hoiznummer 647, vormittags 10 Uhr: Scheiter rm: Buche 524 I. Kl., 2 II. Kl, Eiche 8; Auüppek rm: Buche 136, Eicke 7; Aetser rm: Buche 496, Eiche 12; Stöcke rm: Buche 84, Eiche 2. Das unter Nr. II bezeichnete Holz sitzt sämtlich an und in unmittelbarer Nähe der Chauffee. — Nähere Auskunft erteilen auf Verlangen Forslwart Leyerer II. in Climbach, bezw. Forftwart Leyerer I. in Odenhausen. Londorf, den 8. Februar 1901. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Sckw^rer. 1281 zum Würzen ist all' seinen Aonäurrenteu üöer, um mit wenigen Krapfen jeder schwachen Suppe, Sauce s. w augenblicklich einen überraschen- d?n Wohlgeschmack zu geben. F-rner empfehlen wir angelegentlickst Maggt's Gemüse« und »raflsuppen und Maggi's Bouillon «apfeln. A. & tx. Wallenfels. Marktplatz. Westdeutsche Bodenkreditanstalt. Die ordentliche Generalversammlung findet am 9. März 1901, Nachmittags 4 Uhr, in unserem Bankgebäude, Komödwnffroß' 24/26, zu Köln statt. Gegenstände der Tagesordnung sindr 1) Entgegennahme des Geschäflsberichis, der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrecknung. 2) Entgegennahme des Berichts der Revisoren. 3) Feflwllung der Jahresbilanz 4) Feststellung und Verteilung des Reingewinns und der JahreS- dividende. 5) Erteilung der Entlastung an Vorstand und Aussichtsrat. 6) Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats und Revisoren. Wer an der Generalversammlung gemäß Artikel 27 des Statut« teilnebmen will, bat seine Aktien berw. Jnterimsscheine spätestens am 5. März cr. Köku bei der Gesellschaft, in Aachen bei Zlobt. Suer» mondt & Ga., in Aerttn bei der Mertiner Kandeks-Oesellschast oder der Aeutscheu Aank, tn Aoun bei Kokdlchmidt & Gte., in Gt0ersekd bei der Aergisch-Märkischen Aank oder von der Keydt-Aersten & -üh«e, in AranKsurt a. W. bet der Deutschen Heuosteuschasts-AanS von Soerget, z^arrlsius & Go., Gommaadlle Arauksurt a. 2Ü., in Hieße« bei Aron Keichelhelm, in Kalle a. S. bei Aeinyokd Steckner, in Aartsrnye bei Gd. Aoelle unter Beifügung eines mit seiner Unterschrift versehenen Nummernoerzeichniffes zu hinie,legen. Die Hinterlegung kann auch bei den Aiklaken der ZSergksch- WärKische« 2Zank ober der Deutschen Z3ank, sowie bei einem "glotar hattfinben. In letzterem Falle ist sie spätestens brei Tage vor bem Tag ber Generalversammlung bem Vorstanb zu bescheinigen. Aälu, ben 8. Februar 1801. 1227 Der Borttaud. Ueber das Vermögen des Albert Berger in Firma Albert Berger, G. Schäfer Nachfolger bahier, wird heute am 8. Februar 1901, nachmittags 7 y4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. DerKaufmannJeauBoeck wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 26. Februar 1901 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — und zur Prüft ung der angemeldeten Forderungen auf DouuerStag den 7. März 1901, nachmit tags rr Uhr, — vor dem unterzeichneten Gerichte Saal Nr. i8 Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkarsmaffe gehörige Sache in Besitz haben ober zur Konkursmasse etwas schulbig sinb, wird aufgegeben, nichts an den Ge- meinschuldner zu verabfolgen, ober zu leisten, auch die Verpflichtung auf er legt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus ber Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 26. Februar 1901 Anzeige zu machen. Gießen, 8. Februar 1101. Grvßh. Amtsgericht Gießen. (gez.) Trapp. VeröffcnU.lcht: 1220 haubach, G richt-schreibe, Vikar. Kgl. VbersirSerki Krofdorf Lohe-Verkauf Dienstag, den 12. Februar d.J., vormittazs 10*/2 Uhr im Hotel Vcktor-a in Gießen: Schutz-ez. Salzböden, Forstvrt Hasen- garten D str. 80 Schlag VII ca. 400 ZMr. Lohe Sckutz- vez. Stopp^lberg, Distr. 84 Schlag V, Distc. 89 II und Totalität ca. 160 Zentr. Lohe. MW I aÜ. . kl Rrühl’sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei ___ (Pietsch Erben) Ij Tr" Giessen. Schulstrasse 7. II E Lollar, den 6. Februar 1901. 1210 Versteigerung. | Statt jeder besonderen Anzeige. Zum Palmin 1216 bestes Kocköl 1224 I. A. des Vorstandes: Altendorf. 1215 sind nicht am Ort. 1232 1. 2. Giessen 1229 Geschäftliches. Erinnerungen und Eindrücke aus dem Burenkrieg. Kortrag eines Mitkämpfers. in großer Auswabi stets vorrätig. H. L. Allendörfer, Frankfurterstraße 88. 1194 vorzüglich. Sauerkraut, prima Salat-Kartoffeln empfiehlt 0468 ChripianWeinhardt,Schloßg.l0 Amaiie Oppenheimer Ferdinand Weil Verlobte. Höchst (Odenwald) im Februar 1901. Fst Sößrshmbütter sst. 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