1901 Donnerstag den Kk Januar . Hayrgan Zweites Blatt Anits- und Anzeigeblntt für den Tkreis Giefzen iasität 24t il: Alle Anzeigen-Vcrmittlungsftellen Les In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Siebener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf„ auswärts 20 Pf. Uejugspreis vierrcljährl. Mt. 2.20 uionatlid) 75 Psg. mit Drinqrrlohn; durch btt Abholestcllea vierteljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mt. 2 — vicrlcljährt. ohne Bestellgeld. Maschinen. mgsfähige Maschi« ibrif, welche als Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für de«-folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. tO Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. wird die Bewilligung eines hierfür ausreichenden Betrages gefordert werden. Die Staatsregierung giebt sich der Hoffnung hin, daß die erweiterte Vorlage die Zustimmung )er Landesvertretung finden wird. Alsdann wurden in der Thronrede Gesetzentwürfe angekündigt, betreffend die lmlegung von Grund st ücken in Frankfurt am Main. (Ter Entwurf verfolgt den Zweck, der in Frankfurt am Main herrschenden Wohnungsnot durch die Schaffung von Baugelände abzuhelfen), betreffend Regelung der Heranziehung gewerblicher Unternehmungen zu Vorausleistungen für den Wegebau, betreffend.Ausführung des Reichsseuchengesetzes und betreffend Neuordnung ider allgemeinen Landesverwaltung für Berlin und dessen größere Vororte. Am Schlüsse wurde 'in der Thronrede noch der demnächstigen Zweijahrhundertfeier des Königreichs Preußen gedacht. An keiner Stelle wurde die Thronrede durch einen. Gratisbeilagen: Gießener Famitiendläkter, Der hessische Landwirt, Witter für hessische Volkskunde._________________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Sieben. Fernsprecher Nr. 51. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftrahe ttr. 7. Telegram« deS «ietzeuer Anzeigers. Loudon, 9. Jan. Aus Kapstadt wird berichtet: Die Zahl der Buren, die im Westen der Kapkolonie eingedrungen sind, nimmt jeden Tag zu. Die Mehrzahl dringt nach Su"en vor, indem sie der Eisenbahn folgt. Die Buren gebrauchen. Die Eröffnung des Preußischen Landtags Die Eröffnung der beiden Häuser des Preußischen Landtags hat am 8.'d. M. im Weißen Saale des Berliner Schlosses durch den Ministerpräsidenten Grasen Bülow stattgefunden. Vorher wurden in der Jn- terimsdomkirche und in der katholischen Hedwigskirche die üblichen Gottesdienste abgehalten. Um 12 Uhr waren im Weißen Saale erst zwei Abgeordnete anwesend; dann aber begann sich der Saal rapide zu füllen; etwa 150 Mitglieder vom Abgeordneten- und vom Herrenhaus fanden sich ein. Mit Ausnahme des Fürsten zu Wied, des Prinzen von Ratibor und zwei jüngeren Herren waren alle Abgeordneten im Frack erschienen. Bald darauf betrat auch das gesamte Ministerium den Saal. Tie Minister trugen kleine Uniform. Der Thron war mit einem sammtenen Purpurtuch bedeckt. Graf Bülow, der wegen derUnpäßlichkeitdesKönigs die Eröffnung vollzog, stellte sich vor den Stufen des Thrones auf und verlas mit klarer Stimme die Thronrede, in der zunächst auf die fortdauernd günstige Finanzlage des Staates hingewiesen wurde. Tas abgeschlossene Rechnungsjahr 1899 habe wiederum einen beträchtlichen Ueberschuß ergeben. Für das laufende Jahr dürfe ein Gleiches erwartet werden. Ter Staatshaushaltsetat für 1901 halte in Einnahme und Ausgabe das Gleichgewicht. Tie wirtschaftlichen und finanziellen Ergebnisse der Staats- ei^enbahnen seien zufriedenstellend. Zur Erweiterung und Vervollständigung des Staatseisenbahnnetzes und zur Förderung von Kleinbahnunternehmungen werden wiederum erhebliche Mittel erbeten werden. Dann hieß es in der Thronrede, daß die Staatsregierung beabsichtige, in Ergänzung der Dotationsgesetzgebung den Provinzen, für bestimmte Zwecke weitere Staatsrenten zu überweisen, insbesondere zur Ausgleichung der Verschiedenheiten in der Ausstattung mit Mitteln für den Wegebau; sie werde bemüht sein, dem Landtage noch in seiner gegenwärtigen Tagung eine entsprechende Vorlage zu machen. Ter Hauptpassus der Thronrede handelt von der neuen Kanalvorlage. Er lautet: Die bei den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über die Kanalvorlage des Jahres 1899 ausgesprochenen Wünsche haben der Staatsregierung Veranlassung gegeben, einen neuen und erweiterten Plan aufzustellen, der bestimmt ist, den Bedürfnissen der verq schiedenen Landesteile der Monarchie auf dem Gebiete der Wasserwirtschaft durch den Bau von Kanälen und Ver- besfarung der Flußläufe gerecht zu werden. Der dem Landtag alsbald vorzulegende Gesetzentwurf fügt demgemäß dem Rhein-Elbe-Kanal hinzu: Den Bau eines Großschiffahrtsweges von Berlin nach Stettin, die Herstellung einer leistungsfähigeren Wasserstraße zwischen der Oder und der W eich s el und die weitere Regulierung der Warthe von der Mündung der Netze bis Posen, die Verbesserung der Vorflut in der unteren Oder sowie in der unteren Havel und den Ausbau der Spree. Zum lebhaften^ Bedauern der Staatsregierung haben die Ermittelungen darüber, ob und in welcher Gestalt der M a - surischF Schiffahrtskanal zur Ausführung zu bringen sei, noch nicht zum Abschlüsse gebracht werden können, da über den wirtschaftlichen Wert einer solchen Anlage in der Provinz Ostpreußen selbst noch gewichtige Ztveipel bestehen, und aus Rücksichten der Landeskultur große, bisher nicht beseitigte Bedenken gegen den Bau erhoben worden sind. Um die Verbesserung der Wasserstraße zwischen O b e r s ch l e s i e n und Berlin weiter zu fördern und die dafür geeigneten Mittel zu erproben, Erscheint la glich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamikienvtätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter Hess. Volkskunde" wSchll. 4mal beigelegt. Beifall unterbrochen; schweigend wurde ste entgegengenommen. Nach Beendigung der Verlesung trat Fürst zu Wied vor und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Im preußischen Abgeordnetenhause wurde in der ersten Sitzung, die vom bisherigen Präsidenten v. Kröcher eröffnet wurde, festgestellt, daß das Haus beschlußfähig war. Die nächste Sitzung zur Bureauwahl und Entgegennahme von Vorlagen der Staatsregierung findet morgen vormittag tatt. — Im Herren hause wurde das bisherige Prä- idium, Fürst zu Wied als Präsident, Freiherr v. Manteuffel als erster und Oberbürgermeister Becker-Köln als zweiter Vizepräsident, sowie die bisherigen Schriftführer wiedergewählt. . Bei Besprechung der Thronrede heben die Berliner Blätter hervor, daß sie trocken und geschäftsmäßig sei und nichts Ueberraschendes bringe. Im Vordergründe stehe natürlich die Kanal-Vorlage neben dem Etat. Daß die Finanz- lage günstig sei, wird freudig ausgenommen. * «1... . » Neu ^meldet. wt. sä »r @olöQtbetleT' Amtlicher Ml. Oberhess. Obstbauverein Vereinsbezirk Gießen. Die Hauptversammlung des Bereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins findet am Touutag, de« 13. Januar nachmittags 3 Uhr auf Lonys Felsenkeller in Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Neuwahl des Vorsitzenden des Bereinsbezirks. 2. Baumwärter als Obst- und Baumhändler, Referent: Direktor Dr. v. Peter-Friedberg. 3. Welche Elfahrungen wurden mit den vom Ober- hessischen Obstbauverein verbreiteten Sorten gemacht? Referent; Oberlehrer Reichelt-Friedberg. - 4. Wünsche und Anträge aus der Versammlung. Die Mitglieder des Obcrhessischen Obstbauvereins sowie sonstige Interessenten werden hiermit zu der Versammlung eiugeladen. Die Großh. Bürgermeistereien des Kreises wollen dieselbe in ihren Gemeinden bekannt geben, Gießen, den 9. Januar 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: C. Heinrichs. " Hi* Gorringe, um bie Gegend zwischen der östlichen und westlichen Eisenbahnlinie abpatrouillieren zu lassen. An Hilfe aus dem Freistaate und Transvaal ist vorderhand gar nicht zu denken. Das fand schon darin fernen Ausdruck, daß Kitchener sein Hauptquartier nach wenigen Tagen von Te Aar wieder nach Pretoria verlegte. Im Frei- staate ist Te We t zu neuer Thätigkeit übergegangen. Seine- Verfolger, wie die Engländer sie nennen, hatten sich nach dem Passieren von Ficksburg in drei Kolonnen geteilt, die auf Hammonia, Commandonek und Wolmaranshoek mar- chierten. Tie eine davon ist es offenbar, die, wie Kitchener vom 6. ds. meldete, bei Lindley schwereBerluste erlitt (3 Offiziere, 15 Mann tot, 2 Offiziere, 20 Mann verwundet) Zn Transvaal bedroht Louis Botha von Bethel aus Elandsfontein; es scheint, daß dieser Ort identisch ist mit dem Eisenbahnknotenpunkt, wo die Bahn nach Johannesburg abzweigt. Westlich von der Bahnlinie ist De la- rey noch immer in Thätigkeit. Nach einer Depesche aus Rietfontein zeigten sich Burenabteilungen unter Delarey, Steenkamp und Boshoff in bedeutender Stärke am 1. Januar in der Umgebung von Busselspoort. ^hre Zahl wurde auf 5000 geschätzt. Paget und andere Truppenteile rückten aus, um die Buren zu umgehen und abzuschneiden. Tiese zogen sich zurück, die Mehrzahl rückte über den Breedtnek. Es scheint sicher zu sein, daß die Buren in diesem Gebiet bedeutende Verstärkungen aus Waterberg er- balten haben. Ein Kaffernhäuptling meldet, daß 3000 Bur^i durch die Zoutpantsdrift nach den Magaliesbergen geruckt sind. Tie Magaliesberge selbst bieten große Vorteile den -d Buren. „ . Wie verlautet, ist eine aus einflußreichen Personen bestehende Kommission in der Bildung begriffen, um De Wet, Steijn und andere Burenführer im Oranjefreistaat aufzusuchen, diesem die Bedingungen der Proklamation Lord Kitcheners in Bezug aus die freiwillige .Ergebung der Bürger auseinandevzusetzen und sich zu bemühen, sie zur Uebergabe zu überreden. Tie Kommission wird vergebliche Arbeit thun. , , Wie aus mehreren Zeitungsberichten hervorgeht, find in der letzten Zeit z a h lr e i ch c Bur e n f r a u e n Mit ihren Gatten aus ihren Farmen ausgezogen und beteiligen sich an den Kriegs-Operationen. Wie der „Birmingham Post" aus London geschrieben wird, hat ein sehr wichtiger Depeschenwechsel zwischen der deutschen und holländischen Regierung Mtt- gefunden hinsichtlich der Haltung der letzteren den Buren gegenüber und insbesondere wegen des Gebrauches, den Krüger und Dr. Leyds von ihrem Asyl in Holland machen. So soll jüngst Dr. Leyds versucht haben, die niederländische Regierung in einer Weise zu kompromittieren, die einen Vertrauensbruch seitens einiger ihrer Mitglieder andeute. (?) Die Folge des Depeschenwechsels sei, daß, wenn die Möglichkeit irgend einer amtl irh e n Sympathie*Deutschlands für die Buren vorher fern gewesen, sie jetzt ferner als je sei. Der Gesandte der Südafrikanischen Republik, Dr. Leyds, hat, wie die „Volkswacht" mitteilt, an den Vorsitzenden des Hessischen Bauernbundes, Reichs- und Landtagsabgeordneten Köhler-Langsdorf, folgenden Brief gerichtet: Ew. Wohlgeboren , Habe ich im Auftrag des Herrn Staatspräsidenten die Ehre, den ganz besonderen Dank «einer Hoch-Edel für die warme Anteilnahme auszusprechen, die Ew. Wohlgeboren und deren Kollegen an der gerechten Sache der Boeren zu nehmen belieben und die in dem von Ew. Wohlgeboren gemachten Antrag in der Großherzoglich Hessischen Zweiten Kammer in so unzweideutiger Weise zum Ausdruck gebracht worden ist. Der Präsident, hat von demselben mit Dank Kenntnis genommen und stellt den Versuch Ew. Wohlgeboren und der mitunterzeichneten Herren die Einsetzung eines internationalen Schiedsgerichts zur Entscheidung der schwebenden Streitfragen zwischen Großbritannien und den Südafrikanischen Republiken zu befürworten, auf um so höheren Preis, als die Regierung der Südafrikanischen Republik zur Lösung der politischen. Schwierigkeiten mit England- schön seit Jahren und in jedem Sonderfall ein Schiedsgericht vorgeschlagen hat und auf Grund eines solchen eine Friedensvermittelung der an der Haager Friedenskonferenz beteiligten Mächte noch immer erwarten zu können glaubt. Genehmigen Ew. Wohlgeboren bei diesem Anlasse den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung. Der Gesandte der Südafrikanischen Republik: W. I. Leyds. Engländer und Buren. Nun ist beinahe ein Monat vergangen, seit die ersten Burenhaufen über den Oranjefluß in die Kapkolonie einfielen, und bis heute hat die englische Militärbehörde so gut wie nichts dagegen zu thun vermocht. Die Buren haben heute tatsächlich fast ungehindert die ganze Kapkolonie bis zur westlichen Meereski'tste durchquert. Nichts bezeichnet die kritische Lage dort besser als die Reutermeldung aus Kapstadt vom 7., nach der über die Bezirke in Ealvinia, Clanwilliam, Piuqetberg, Malmesbury, Tul- bagh, Paarl und Stellenbosch das Kriegsgericht verhängt worden ist. Die genannten Bezirke liegen in der südwestlichen Ecke der Kapkolonie und umschließen den Bezirk Cape, in dem die Hauptstadt Kapstadt liegt, auf der Landseite vollkommen. Dieser Zustand ist f ü r d i e e n g l i s ch e n Behörden um so beschämender, als es sich nur um kleine Häuflein streifender Buren handelt, die hier ihr Wesen treiben. In einer Meldung der „Daily Mail" aus Matjesfontein (im Bezirk Worcester) vom 7. ds. wird die westliche Abteilung auf 1500 Mann geschätzt. Diese Abteilung wurde von Kitchener am 4. auf dem Marsche durch den Bezirk Fraserburg nack) Ealvinia gemeldet. Am 5. berührte sie nördlich die östlich gelegene Stadt Frasersburg, in einer Entfernung von 40 Kilometer. Nach einer Reutermeldung aus Clanwilliam hat sie am 7. Ealvinia erreicht und wird in einigen Tagen in Clanwilliam erwartet, das 120 Kilometer südwestlich liegt. In Clanwilliam wird si ihre westliche Marschrichtung ändern müssen, denn hier i sie nur noch 50 Kilometer von der Küste entfernt. Was die Engländer außer der Verhängung des Kriegsrechtes über die gefährdeten Bezirke bisher dagegen gethan haben, ist nicht viel. Sie haben 125 Mann berittener Kolonialtruppen nach Piquetberg geschickt, das 80 Kilometer südlich von Clanwilliam liegt, und nach dem südlicher gelegenen Malmesbury 400 Mann. Im übrigen sind Freiwilligenkorps, darunter auch eine Stadtgarde für die Hauptstadt, eine freiwillige Artillerie und ein j ü d i s ch e s F r e i k o r p s in der Bildung begriffen. Zwei Freiwilligenkorps, die infolge des jüngsten Appells errichtet worden waren, sind in Piquetberg-Road eingetroffen und nach Westen vorgerückt. Oberst Henniker hält mit einer gemischten Abteilung die Hügel südlich von Sutherland besetzt. Eine Versammlung von dem Asrikanderbund angehörigen Mitgliedern des Parlaments hat beschlossen, Merriman, Sauer und Hofmeyer nach England zu entsenden und über den Stand der Dinge der Regierung, dem Parlament und dem Volk Vorstellungen zu machen. Tie östlich von der Eisenbahn in die Kapkolonie eingebrochene Burenabteilung hat sich nach Kitcheners letzter Meldung vom 4. in kleine Kolonnen aufgelöst, aber, neuerdings aus dem Freistaat Zuzug erhalten. Einen Ueberblick über sie zu gewinnen, ist nicht leicht. Die englischen Kolonnen Grenfell und Williams, die sich einzeln ihren Gegnern gegenüber als zu schwach erwiesen hatten, haben sich in Middelburg am 4. vereinigt. Auch Brabant befindet sich hier, um eine neue Kolonialabteilung zu bilden, nachdem seine alte in der aktiven Truppe aufgegangen ist. Er plant besonders eine fliegende Kolonne unter dem Obersten Gießener Anzeig er General-Anzeiger per mit qQ, RzrM JE Mold zu beim LAMnEMmkr echifftri-ergerwtgis, Steins Garten. Sabrikrävmlichkeite«, 'Jen die Fiima U. Acker. Mat, nebst Bureau, Slal- misen usw., sind ganz ober per 1. April 1901 ander- oermieten Dieselbeneignen . ru lebent Engrosgeschäft, aukfirrterkraße zs.vri. GM ühlanlagen sucht an hiesigem Platze ter, welche in Metzgereien elikaltsien-Tefchästen gut M sind. Offert, unter ,F. 83 an haaseustem i r, O, Strasburg i. 6. ijrr HttiimM und Wbllg'such! Tau« Arbeit. Lohn 10 Mark hi) bei freier Station, nei mit Maschinenbetrieb tl Neuhof, tzobeosolmS. Ickitsbursche aus Hangen , ur Sieben gesucht bft frew ; Expedition dieses Blattes QA__—--- O MM ,in B°t-E 1" or ep»— wie es heißt, Gewaltmaßregeln geqen die Holländer, die sich weigern, sich ihnen anzuschtießen. Ihre Zahl wird jetzt bereits auf 18000 geschätzt. Sie sind mit guten Pferden versehen und haben große Vorräte an Kriegs Munition. China. Der „TempS" veröffentlicht ein langes Interview des Bischofs Favier, der die ganze Schuld an dem Boxer aufstand auf die Deutschen schiebt. Nach Favier fand Prinz Tuan keinen größeren Anhang als in Schantung, wo das Volk, durch die Niederlassung der Deutschen in Kiautschou, gereizt war und wo schon ein Jahr vorher Unruhen aus gebrochen waren. Auf den Ruf des Geheimbundes marschierten die Boxer sofort und zuerst aus Schantung nach Peking. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht einen Artikel eines höheren Offiziers aus Tientsin, der sich gegen die Anschuldigungen verwahrt, daß deutsche Soldaten durch besondere Grausamkeiten und barbarische Kriegführung sich hervorthäten. Wer einen friedlichen Chinesen ohne Ursache niederschieße, werde vom dortigen Kriegsgericht als gemeiner Mörder bestraft. Es fehle zwar im Kriege nicht an grausamer, indessen unvermeidlicher Härte So mußten vor der Ankunft der deutschen Truppen auf der gesamten Strecke zwischen Tongku und Peking sämtliche Städte und Dörfer zerstört, die Bevölkerung vertrieben werden. Die verbündeten Truppen waren auch nach Ansicht der Missionare zu diesem Radikalmittel gezwungen, um zu verhüten, daß die hinter- li rtigen Chinesen den verbündeten Truppen in den Rücken fallen. Die Chinesen könnten nur durch Furcht und Schrecken zur Unterwerfung gebracht werden. Waldersee lasse im Lande verbreiten, daß die deutschen Truppen die Einwohner gegen die Bedrückung der Boxer und Räuber schützen werden, weshalb zahlreiche Gesuche um deutsche Besatzungen kämen; wo aber die Einwohner die Räuber unterstützten, würden sie in Strafe verfallen. Jeder bewaff neter Widerstand, jede Hinterlist und Verrat werden naturgemäß mit der größten Strenge geahndet. Mit den Orts- behöcden, die den Christenmord nachweislich begünstigen, werde nach Kriegsrecht verfahren. Aus Peking wird gemeldet, daß Graf Waldersee sich weigert, die Expeditionen gegen die Boxer einzu- stellen. Er erklärte, diese Expeditionen seien keine Kriegsoperationen; es seien einfach Schutzmaßregeln, die bezweckten, das Eigentum und das Leben der bedrohten Fremden und Christen zu schützen. Eine deutsche RekognoSzierungS-Abteilung traf im nördlichen Distrikt bei Szehatkoo, 20 Mellen nordwestlich der Kreuzung der Großen Mauer, auf dreitausend Chinesen. Die Deutschen zogen sich auf Luipinpu zu rück, wo sie durch eine Expedition verstärkt wurden, die am 29. Dezember von Peking aufgebrochen ist, und deren Ziel, wie man annahm, der Distrikt von Paotingfu sein soyte. Die Gegend ist außerordentlich bergig. Das Dorf liegt in einem Thale, dessen Eingang befestigt ist. Die Deutschen gingen zum Angriff vor. Die Chinesen verteidigten den Befeftigungs- wall, auf dem 10 Geschütze aufgefahren waren. Nachdem die Gebirgsbatterie eine Stunde gefeuert -hatte, wurde die Stellung mit dem Bajounet genommen, worauf noch ein dreistündiger Kampf folgte, bis der Feind aus dem Thale vertrieben war. Auf deutscher Seite wurde ein Mann getötet, vier verwundet. Aus den erbeuteten Flaggen geht hervor, daß der Feind aus Milizsoldaten bestand. ♦ • ♦ Telegramme des Oietzeuer Anzeigers. London, 9. Jan. Nach einer Meldung aus Peking erhielten die chinesischen Bevollmächtigten ein kaiserliches Dekret, die Kollektivnote nicht zu unterzeichnen, es sei denn nach Streichung der Bedingung bezüglich der Schleifung der Taku-Forts, der Etablierung ständiger Militärposten, der bewaffneten Gesandtschaftswachen und des Waffen Einfuhrverbots. Die Bevollmächtigten beschlossen, die Note dessen ungeachtet zu unterzeichnen. Sie telegraphierten zurück, falls sie die Annahme revoziereu würden, würden die Feindseligkeiten wieder eröffnet werden. Jeder Widerstand Chinas sei unmöglich. London, 9. Jan. Eine Newyorker Meldung vom 8. Jan. besagt, der russische Botschafter habe in seiner Zuschrift an den Staatssekretär Hay die bestimmte Versicherung seiner Regierung abgegeben, daß kein russischer Vertrag mit China besteht, der die Erklärung, Rußland beabsichtige nicht, irgend einen Teil der Mandschurei zu erhalten, ändere. Dem Vernehmen nach gab der russische Botschafter diese Erklärung freiwillig ab. Washington, 9. Jan. Amtlich wird hier zugestanden, daß die Vereinigten Staaten den formellen Vorschlag an die Mächte erlassen haben, eine Konferenz über die Frage der Handelsverträge mit China und Auszahlung der Ent schädtgungsgelder an die Christen und sonstigen Personen einzuberufen. Deutsches Reich. . in, 8. Jan. Der Kaiser nahm heute vormittag dalarsden Vortrag des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke, des Chefs des Admiralstabes der Marine v. Die- derichs und des Chefs des Marinekabinetts Freiberrn von Senden-Bibran entgegen. Um 12 Uhr erteilte der Kaiser dem Herrn Antonius Proust in Gegenwart des Chefs des Civilkabinetts v. Lucanus, des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts Freiherrn v. Richthofen und des Ministers Dr. Studt eine Audienz. i— Tie Erkrankung des Kaisers ist recht unbedeutend; er hat sich etwas erkältet und deshalb das Neue Palais nicht verlassen. Die Thatsache, daß er lang aus gedehnte Konferenezn mit den leitenden Personen unserer Marine usw. gehabt hat, ist wohl der beste Beweis, daß die Unpäßlichkeit ganz geringfügiger Natur ist. Der Kaiser hofft ganz bestimmt, in der Lage zu sein, an den Beerdigungs- seierlichkeiten für den von ihm so hochverehrten Großherzog Karl Alexander in Weimar tellnehmen zu können. Sollte die Unpäßlichkeit nicht gehoben sein, so ward wahrscheinlich der Kronprinz seinen Vater vertreten. Der neue Großherzog ist nur Oberleutnant; selbstverständlich wird er demnächst vom Kaiser einen weit höheren militärischen Rang erhalten; irren wir nicht, so lag amf) ein ähnlicher Fall bei dem Großherzog Ern t Ludwig von Hessen vor; derselbe tvurde vom Oberleutnant sofort zum Oberst befördert, übersprang so die Chargen eines Hauptmanns, Majors und Oberstleutnants. Der neue Großherzog Wilhelm Ernst ist mit *£eib und Seele Soldat, dabei natürlich auch als weimarischer Prinz den Dingen der Kunst und der Litteratur volles Verständnis entgegenbringend. Sehr lebhaft interessieren ihn auch die landwirtschaftlichen Angelegenheiten. — Ein Handschreiben des Kaisers an den Grafen Zeppelin lautet: Nachdem Mir über die Aufstiege mit dem von Ihnen erfundenen Luftschiff berichtet worden ist, gereicht es Mir zur Freude, Ihnen Meine Anerkennung für die Ausdauer und Mühe aussprechen, mit der Sie trotz mannigfacher Hindernisse die selbstgestellte Aufgabe erfolgreich durch- gesührt haben. Die Vorzüge Ihres Systems: Teilung des langgestreckten Ballons in Kammern, gleichmäßige Verteilung der Last durch zwei getrennt arbeitende Maschinen, ein in vertikaler Richtung zum ersten Male erfolgreich thätiges Steuer, haben Ihrem Luftschiff die bisher größte Eigengeschwindigkeit sowie Steuerbarkeit verliehen. Die erreichten Resultate bedeuten einen epochemachenden>Fort- schritt in der Konstruktion von Luftschiffen und haben eine wertvolle Grundlage für weitere Versuche, mit dem vorhandenen Material geschaffen — solchen Versuchen will Ich Meine Unterstützung dadurch gewähren, daß Ihnen der Rat und die Erfahrung der Luftschifferabtellung jeder Zeit zur Verfügung stehen sollen. Ich habe daher befohlen, daß die Luftschisserabteilung, so oft es nützlich sein sollte, einen Offizier zu Ihren weiteren Versuchen zu entsenden hat. Um Ihnen aber auch äußerlich einen Beweis Meiner Anerkennung zu geben, verleihe Ich Ihnen hiermit den Roten Adlerorden 1. Klasse. Neues Palais, den 7. Januar 1901. Wilhelm. — Zu der heute im Architektenhause begonnenen Vollversammlung des deutschen Handelstages waren die Delegierten der deutschen Handelskammern, kaufmänni- chen Korporationen und wirtschaftlichen Vereine außerordentlich zahlreich eingetroffen. Geheimrat Frentzel eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf den Kaiser. Hierauf hielt Staatssekretär Graf Posadowsky die Begrüßungsansprache, in der er u. a. hervorhob, daß man mit einiger Sicherheit annehmen könne, es werde auch in diesem Jahrhundert der Wissenschaft gelingen, sich zum Besten der Menschheit die Kräfte der Natur immer mehr dienstbar zu machen und damit der Industrie und dem Handel fortgesetzt neue Gebiete der Tl)ätigkeit zu eröffnen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Zolltarifgesetz und Handelsverträge, empfahl der Berichterstatter, Generalsekretär Dr. Soethbeer- Berlin eine Resolution, die sich für langfristige Handelsverträge und gegen Erhöhung der Zoll- ätze ausspricht. Heller diese Resolution entspinnt sich eine lebhafte, teilweise erregte Debatte. Schließlich wurde die Resolution mit einer Reihe von Abänderungen angenommen. Ein Zusatzantrag, wonach der Handelstag sich entschieden gegen jede Erhöhung der Zölle auf Lebensmittel aussprichl, wurde mit 147 gegen 143 Stimmen angenommen. Stadtrat Kämpf-Berlin befürwortete einen Antrag, in dem eine Aenderung des Börsengesetzes für erforderlich erachtet wird, namentlich nach der Richtung hin, daß der Verletzung der Vertrauenstreue bei Börsentermingeschäften in allen Fällen der gesetzliche Schutz entzogen, das Börsenregister beseitigt und die Untersagung des Terminhandels in Getreide- und Mühlenfabrikaten und in Anteilen von Bergwerks- und Fabrikunternehmungen wieder aufgehoben wird. Dieser Antrag gelangte zur Annahme, worauf die Weiterverhandlung auf morgen vormittag vertagt wurde. ,— Dem Londoner Korrespondenten der „Dresd. N. N." ist von dem Vorsitzenden der De Beers Company folgende Erklärung zugegangen: Tie ganze Bestechungsgeschichte ist rein erfunden. Die De Beers-Gesell- chaft hat niemals einer Zeitung direkt oder indirekt irgend welche Zuwendungen gemacht, besonders aber keinem deutschen Blatte und die Gesellschaft ist erfreut, daß die „Köln. Ztg." durch die Anstrengung des Prozesses des! Dr. Liman in die Lage gesetzt ist, die Grundlosigkeit des falschen Gerüchtes öffentlich darzulegen. — In ähnlichem Sinne äußert sich eine längere Korrespondenz des „Hann. Couriers". Weimar, 8. Jan. Gestern abend fand unter großer Beteiligung der Bürgerschaft die Uebersührung der Leiche des Großherzogs vom Schlosse nach der Garnisonkirche statt. Militär bildete bis zur Garnisonkirche Spalier. Feuerkandelaber und dazwischen aufgestellte Pechfackeln beleuchteten die Straßen, die der Zug passierte. Vor dem Sarge schritten die Dienerschaft, die Hofbeamten, Teputationeu und Vereine. Dem Sarge folgten der Großherzog, der Herzog Johann Albrecht, Regent von Mecklenburg-Schwerin, die beiden Prinzen Reuß, der Landtagsvorstand, das Ministerium und Abordnungen der Militärvereine mit den Fahnen. Am Kircheneingang empfing der Oberhofprediger den Sarg, der sodann auf dem .int Kirchenschiff befindlichen Hochplatz aufgebahrt wurde. Zu beiden Seiten nahmen die Ehrenwachen Aufstellung. Nach einem kurzen Gebet der Geistlichen verließ das TrauLrt- gefolge die Kirche. Aus Stadt und Land. lZuschristen über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünscht und werden auf Wunsch gut houoriert.) Gießen, 9. Januar 1901. * • Militärisches. Frhr. v. Starck, charakt. Major und persönlicher Adjutant weiland des Prinzen Heinrich von Hessen und bei Rhein Gcoßherzogl. Hoheit, wurde zum Major ohne Patent befördert. • • Patenterteilung. Der hiesigen Firma Rudolf WelkoborSky wurden Patente erteilt: 1) auf eine Bor Achtung zum Messen von Flüssigkeiten, bestehend ans einem halbmondförmigen, Kammern bildenden Flügelrade und einem durch die Welle deS letzteren abgetriebenen Zählwerke, W. 10571; 2) auf einen Rohrauslauf o. dgl. mit Schnell Verschluß nach Gebrauchsmuster 142 326, mit dem jede FlÜ sigkeit mit einem Handgriff zum A'-sloufen oder zum Ltillnchen gebracht werden kann, W. 10156; 3) auf einen Verschluß für Behälter mit GaS, Wasser, Säuren u. dgl., bestehend aus Excenter, Scherenhalter und Berschlußhakeu, W. 10330. * * Vom Landtag. Wie man hört, wird im Laufe der Wintertagung dem Landtag einGesetzentwurfirber die Rechts;verhältnisse der nicht richterlichen Beamten zugehen. Gelegentlich der Fälle des vorvergangenen Jahres hat sich eine Revision der bisher geltenden Bestimmungen als unerläßlich erwiesen. * * Varietee. Aas seiner Reise durch Deutschland giebt Herr Leo Arnim in Gießen im Restaurant zu Den „Vier Jahreszeiten" diese Woche jeden Aden) Große Elite Vorstellungen. A. ist Instrumental Künstler und Damen- Jmitator. ** VI. Vortrag im kaufmännischen Verein. Am Dienstagabend sprach Realgymnasiallehrer N. Ko ob über „Unsere Planeten, insbesondere den Mar s". Ter kleine Saal im Hotel „Einhorn" war gut besetzt, leider herrschte eine bittere Kälte, sodaß die Anwesenden gezwungen waren, in Mantel und Pelz gehüllt, dem Vortrag zuzuhören. Man kann es der fesselnden Vortragsweise des Redners verdanken, wenn nicht laute Klagen über diese gesundheitschädliche Temperatur hörbar wurden. An Hand einiger vorzüglich ausgeführter Lichtbilder zeigte uns Herr Koob zuerst den Planeten Merkur und wies nach, daß auf ihm die Existenz von menschlichen Wesen unmöglich sei. Auch sei der Merkur wegen seiner schnellen Bewegung sehr schwer zu beobachten, unter den Astronomen führe er den Beinamen „Quecksilber". Nachdem der Vortragende die Venus in Bildern vorgeführt, ging er zu. dem, uns am meisten interessierenden Planeten, dem Mars über. Unterstützt durch klare und wohlgelungene Lichtbilder erklärte er den Fortschritt der Astronomie, zeigte, wie sich von Jahr zu Jahr unsere Kenntnisse über den Mars erweiterten und meinte, daß menschenähnliche Lebewesen ihn wohl bevölkern könnten. Ter Planet, dessen Entfernung von uns ca. 33 Millionen Meilen ist, kommt im Jahre 1907 um ca. 6 Millionen Meilen der Erde näher. Er ist dann „nur" noch 27 Millionen Meilen entfernt. Man hofft 1907 viele bisherigen Hypothesen aufklären und das Dunkel, das noch in der Astronomie betr. des Mars herrscht, lichten zu können. Mit dem Wunsche, uns nach 6 Jahren Wiedersehen und uns von neuen Erforschungen, berichten zu können, schloß der Redner seinen eineinhalbstündigen Vortrag. Reicher Applaus belohnte Realgymnasiallehrer Koob für die belehrende Unterhaltung, trotz der bitteren Kälte waren die Hände der beifallspendendew Anwesenden nicht steif gefroren. ** Wohlthätigkeitskonzert des Kronbauerscheu Quartett- Vereins am Sonntag, 20. Januar. Im Februar v. I. nab der Kronbauersche Quartettverein auf Anregung unseres früheren Oberbürgermeisters ein Wohlthätigkeitskonzert, dessen Reinertrag (800 Mk.) der städtischen Verwaltung zur Verfügung gestellt wurde zur Bestreitung eines Teiles der Kosten, die durch Verabreichung warmen Frühstückes an bedürftige Schulkinder hiesiger Stadt entstehen. Die Stadt war durch diese Spende in die Lage versetzt, nicht nur im vergangenen Winter einer stattlichen Anzahl von Kindern die Wohlthat ^es Frühstückes zu gewähren, sondern auch besonders schwäch' lichen Kindern wahrend der Sommermonate dieses Frühstück zu Teil werden zu lassen. Das Frühstück besteht aus einem halben Schoppen abgekochter warmer Mich und einem Brötchen; die Auswahl der Kinder, die bedacht werden sollen, erfolgt auf rationelle Weise, indem bei den periodischen Unter- >uchungen durch den Schularzt die schwächlichsten und kränklichsten Kinder unter Mitwirkung der Lehrer ausgesucht werden. Der Schularzt, wie die Lehrer sind über die guten Wirkungen der Gewährung des Frühstückes einer Ansicht.— In diesem Winter werden 154 Schulkinder feit Anfang November mit diesem Frühstück bedacht. Die zur Ber- fügung stehenden Mittel — der Rest aus dem Ertrag des - rwähnten Wohlthätigkeitskonzertes und die Zinsen der Konrad Koch Stiftung — sind nahezu verbraucht und eS werden weitere Mittel benötigt, soll nicht die gute Einrichtung grabe jetzt in den kalten Monaten abgebrochen werden. In dankenswerter Weise hat sich, wie wir erfahren, der Kron- nauersche Quartettverein bereit erklärt, auch in diesem Jahre seine künstlerischen Leistungen in den Dienst der Wohlthätig- keit zu stellen, und ein Konzert zu veranstalten, beffen Reinerlös wie im Vorjahre Berwenbung finben soll. Angesichts bes Erfolges, ben baS letzte Konzert in jeber Beziehung zu verzeichnen hatte, steht zu erhoffen, baß auch durch Veranstaltung des diesjährigen Konzertes die Mittel geschaffen werden für Fortführung einer Einrichtung, die für einen großen Teil unserer armen Schulkinder so wohlthätig sich in ihren Folgen gezeigt hat. Allen Freunden unserer Schuljugend sei der Besuch der geplanten Veranstaltung schon um ihres schönen Zweckes willen recht warm empfohlen, ganz abgesehen von dem hohen musikalischen Genuß, den die Darbietungen des Quartettvereins gewährleisten. * * Trauer. Aus Anlaß des Ablebens des Großherzogs von Sachsen-Weimar haben sämtliche Offiziere der Armee einer kaiserlichen Armee-Verordnung zufolge auf 3 Tage Trauer angelegt. - k. Lollar, 8. Jan. Die Bürgermeifterwahl steht n unserer Gemeinde unmittelbar bevor und eS liegt im Interesse jedes Bürgers, nur eine wirklich geeignete Persönlichkeit, die im Stande ist, dem ziemlich schwierigen Posten in jeder Weise gerecht zu werden, zu wählen, Es wäre sehr bedauerlich, wenn eine Zersplitterung der Stimmen statt- finden würde und dadurch vielleicht schließlich eine ganz ungeeignete Persönlichkeit durch Zufall aus der Urne als gewählt hervorginge. Die Stimmung ist, wie man vernimmt, nach reiflicher Ueberlegung einer größeren Anzahl Bürger für Gewerbcbank-Direktor Hermann Nies und aus zuverlässiger Quelle erfährt man, daß Herr N. nicht abgeneigt ist, bei einer event. Wahl das Amt anzunehmen. Wir halteu ihn für die geeignetste Person für dieses Amt. Darmstadt, 8. Jan. Der Präsident des Großherzogl. Verwaltungsgerichtshofs, Wirk!. Geheimerat Dr. v. Knorr, Exz., feierte heute fein 50jährigeS Dienstjubiläum. Ä” Sj® in 8. 3° öSÖV tretet von W M grlnde»,B ° ji ^re' Ian. r Alexan bu fiÄ Mit Mi L Die Herren trage Mainz, 1- 3^. : Itnt KchMzid-rch «ttota! Wlt a« L" stapft eine ansehn^e su g-tb MMihr mit iler ii angriff genommen merte Mitling der nächsten Kathol Bayerns verzichtet werden i LüAutschland nicht angäni ■<3 CentralkomiteeS die Au Lestsnlen oder dessen o -gleichzeitig wurde für daS Ddeutschen Stabt als Or Aussicht genommen. $etne s ie Arbeiter der einzelnen Veneraloersammlungen der ti sördern geeignet sind. •k- Mainz, 7, Jan. Nacht mehrere Grad zuri peilte noch größere Massen »war meistens in ganz gro1 <-in Witterungsumschlag ei Stiottti an den Krümmui 2it utiltrljalb her Strafa *i hier und Safte/ m tK$ Eisganges eingestellt tuet Nolt oberhalb der Straßen -usiecht erM. Der Main ii hein noch in Bewegung, Wenn Stellen festgesetzt1 Mainz, 8. Jan. In ^senbahndireltivn stattaesm l ,i «iHnbafjnftrtm M k bie Iwl/ii lot f, ”e ®M»ethif8 bti M S* ** «it ben H Ä™ !• Ohobet 11 «W Zage dii . ML: em er sich M ih ? 9etoorf£n Nie »e« bm t1,ir H ?»=" k'HS4ie k * reich ujjf ft - Messest & ? don WS des » , Ist hqa >6 l»«az b'» iebt 156; 3\ jUtz b a^g: i’^Ää ;,? "««utant i» ü m 9b'"5 •<* ?u"ftler unb £aw "isAen Sertiu etoT *’U Andere hPn ’Wn" war gut t>t- N bie ®Mnt J'jM'Wit, dktn ■Ä S ** ■jarur hörbar war- fe Achtbild,r b" Merkur und wies menschlichen Wesen L seiner sWeu m AstronmeL .Mchdem der Vor- Zührt, ging er zu Planeten, dem Mars ohlgelungene Licht- Astronomie, zeigte enntnisse über deu mschenähnliche Lebe- Ter Planet, dessen Meilen ist, kommt ilen der Erde näher, en, Meilen entfernt, hesen aufklären und mie bett, des Mars Wunsche, uns nach neuen Erforschungen !t feinen eineinhalb- ins belohnte W de Unterhaltung, trotz, der beifallspendende» inbanerschm Quartett' . Februar v. I. auf Anregung unseres ^ätigkeitSkonzert, dessen Verwaltung zur inc? Teiles bei Kosten, ftürfts an bebürftifle )te Stadt war durch nur im vergangenen nndrrn bit Woistchat WM mit dieses Frühstück iück besteht aus einem gk^ch und einem Brüt, bedacht werden fvüen, den periodischen Unler- wächl'chsten und ier Lehrer ausgesucht ;r sind über die guten ülkeS einer Ansicht.- Minder seit Anfang ■dacht. Dte zur Bev aus dem Ertrag deS nicht Md e« »erd» g.br°ch-° M s »w Sfe'Stf »P "" 3 fett“"* h M®ieI,$witt $ ®äHe,"' glitt«1’ schliß M«" 5 'au« *£ ist. ®l( Lhl „rö6ir'fl a in» !«"5 MjeS abgt^ '--'..fett- ^-uneh^ , f ”>'@t oe“ Zahlreiche Glückwünsche und mannigfache Ehrungen wurden dem hochverdienten Jubilar zu Teil. — Der neu ernannte Superintendent der Provinz Starkenburg, Oberkonsistorialrat D.Dr Friedrich Flöring, seither Professor am Prediger- seminar zu Friedberg, wurde heute vormittag auf dem Ober konsistorium durch Herrn Oberkonsistorialpräsiventen Buchner in feierlicher Weise in fern neues Amt eingeführt. 8. Darmstadt, 8. Jan. Nachdem vor einiger Zeit bt kannt geworden, daß die Stadt Frankfurt a. M. sowohl in O berhessen wie im Odenwalde wiederholt größere Grunderwerbungen zur Anlage von Tiefbohrversuchen zur evenl. Herstellung von Wasserleitungen gemacht hat, hatte die Großh. Regierung für gestern nachmittag eine Anzahl Der tretet von Kreisen und Gemeinden, sowie sonstige Sachverständige zu einer Besprechung in das Ministerium ein geladen, um Feststellungen hierüber zu machen und eventuell Maßregeln zur Aowendung eintretender Schädigungen und Benachteiligungen zu ergreifen- Darmstadt,8. Jan. Wegen des Ablebens des Groß- Herzogs CarlAlexandervonSachsen - Weimar ijt eine Hoftrauer bis zum 18. Januar einschließlich angeordnet worden. Die Damen erscheinen in schwarzen seidenen Kleidern mit weißem Kopfputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken Oberarm. Mainz, 7. Jan. Das Centralkomitee für die Generalversammlungen der Katholiken Deutsch landS irrt unlängst hier zu einer Sitzung zusammen. Zu dem RechuungSbericht über die Katholikenversamwlung in Bonn wurde mitgeteilt, daß das durch den Bau der Festhalle entstandene Defizit am Orte gedeckt ist. Die Rechnung über die deutschen Jubiläumspilgerzüge nach Rom ergab, daß dem Papste eine ansehnliche Summe als PeterSpfennig überreicht wurde. Die Geschichtsschreibung der Katholikenversammlungen 4vrd nunmehr mit aller Wahrscheinlichkeit in aller Kürze in Angriff genommen werden können. Nachdem auf die Ab- baltung der nächsten Katholikenversammlung in einer Stadt Bayerns verzichtet werden mußte, dieselbe auch im übrigen Süddeutschland nicht angängig ist, wurde dem Vorsitzenden des Centralkomitecs die Auswahl eines geeigneten Ortes in Westfalen oder dessen angrenzenden Bezirken überlasten. Gleichzeitig wurde für das Jahr 1902 die Gewinnung einer süddeutschen Stadt als Ort der Katholikevversammlung in Aussicht genommen. Ferner wurden Beschlüsse gefaßt, welche die Arbeiter der einzelnen Ausschüffe sowie der geschlossenen Generalversammlungen der Katholikenversammlungen wesentlich zu fördern geeignet sind. -k- Mainz, 7. Jan. Trotzdem die Kälte verflossene Nacht mehrere Grad zurückgegangen ist, führt der Rhein heute noch größere Massen Treibeis mit wie gestern und zwar meistens in ganz großen Platten, die, wenn nicht bald ein Witterungsumschlag eintritt, ein rasches Zuläufen des Stromes an den Krümmungen und Inseln voraussehen läßt. Die unterhalb der Straßenbrücke gelegene Trajektverbindung zwischen hier und Kastel mußte bereits am Samstag wegen des Eisganges eingestellt werden, wogegen die zweite Trajekt- snstalt oberhalb der Straßenbrücke noch mühsam den Verkehr- aufrecht erhält. Der Main ist an seiner Mündung in den Rhein noch in Bewegung, während er sich oberhalb an mehreren Stellen festgesetzt hat. Mainz, 8. Jan. In einer dieser Tage auf der Eifenbahndirektion stattgefundeneu Konferenz, an der als Vertreter der Garnison Major a. D. Strecker, sowie Vertreter des Eisenbahnfiskus und der Korpsintendantur Teil nahmen, wurden die bisher noch schwebenden Verhandlungen wegen NS Geländeverkaufs bei Mombach zu Ende gebracht, so daß nunmehr sofort mit den Arbeiten zur Errichtung der neuen Husarenkaserne begonnen werden kann. Die Kaserne vuß bis zum 1. Oktober 1902 fertiggestellt sein, bis zu welchem Tage das ganze Husaren-Regiment Nr. 13 hierher und das Feld Art.-Reg. Nr. 63 nach Frankfurt bezw. Bocken- deim verlegt wird. fc. Kassel, 7. Jan. Ein hartnäckiger Selbstmord- Ian d i d a t ist ein vor Kurzem aus Aachen hier zugereister Italiener namens Antonio Geovanni, gebürtig aus der Gegend von Mailand. Nachdem er sich vor einigen Tagen vor die eiet 'tusche Bahn geworfen hatte, wobei er dadurch gerettet wurde, bafc ihn das vor den Nädern angebrachte Schutzblech bei Seite schob, brachte er sich am Samstag Mittag mehrere Schnitte an den Hals bei. Aber auch diesmal hatte er kein Mck? Die Wunden find nicht tätlich, und im Landkr?nken- hmse sieht der lebensmüde Italiener seiner Genesung entgegen. - Heute abend entgleiste im hiesigen Hauptpersonenbahnhofe infolge Weichenbruchs ein aus Westfalen kommender Pertöne n zu g, Lokomotive mit Tender und zwei Personen- evagen sprangen aus'den Schienen und liefen zirka 15 Meter «eben denselben. Dann stand der Zug. Die Paffagiere kamen mit dem Schrecken davon. — Das Grab des letzten Ällrfürsten von Hessen war auch heute am 26. Todes- iage, reich mit Kränzen und Blumen geschmückt. Gar Biele, i>ic des angestammten Herrscherhauses noch in Liebe gedenken, vallfahrten nach der Grabstätte auf dem Alten Friedhöfe. Vermischtes. * Berlin, 8. Jan. Ein schwerer Unglücksfall auf dem Me ereignete sich gestern abend in Cöpenick. Dort brachen leim Schlittschuhlaufen auf der Dahne zwei junge Mädchen ein und ertranken. * Eine höchst ärgerliche Affaire hat sich in der Mtischen Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten bei Aerlin zugetragen. Ein dort verstorbenes 16jähriges Gotisches Mädchen ist nach seiner Beisetzung auf Vermassung des AustaltSdirektors Dr. Hebold während der -toatjeit wieder ausgegraben und seines Kopfes beraubt ?Dr ?ett* Begründet wird dieser Vorgang von dem Direktor «mit, daß jener Kopf für Studienzwecke ein außerordentlich NeressanteS Objekt gewesen, und daß in solchen Kranken E«lten dte Sezierung einzelner Leichenteile durchweg üblich IJht Rücksicht auf die zum Begräbnis erschienenen Eltern ®fr Toten habe mau davon abgesehen, den Kopf schon vor der Beisetzung vom Körper zu trennen. Dieser unerquickliche Vorgang beschäftigt zurzeit den Berliner Magistrat und die königliche Staatsanwaltschaft. Letztere hat gegen den Direktor Dr. Hebold ein Ermittelungsverfahren eingeleitet, und es steht bereits am 7. ds. Mts. Termin an. * Herr August Scherl soll, der „Welt am Montag" zufolge, dem Oberstaatsanwalt in Berlin folgenden Vorschlag unterbreitet haben: er wolle für jeden Insassen der Preußischen Strafanstalten ein gebundenes Exemplar der „Woche- zur Verfügung stellen, wenn ihm dafür die Erlaubnis erteilt würde, die ihm intereffani erscheinenden Strafgefangenen für die „Woche" Photo graphieren zu lassen. Die Behörde habe sich aber gegen diesen Vorschlag ablehnend verhalten. Das ist recht schade. Die Herren Mörder und Einbrecher werden nun auf einen Teil der Berühmtheit und Volkstümlichkeit,^auf die sie wohl' erworbenen Anspruch haben, verzichten müssen, offenbar weil die hohen Staatsbeamten und berümten Schriftsteller, die sich „in ihrem Arbeitszimmer" oder „im Kreise ihrer Familie" für die „Woche" photographieren lassen, die Konkurrenz fürchten. Es wäre so schön gewesen, etwa auf der einen Seite den mehrfachen Raubmörder X. in seiner Zelle und gegenüber den Staatsminister A. im Kreise seiner Lieben zu bewundern. Aber für solche veredelnden und volksbildenden Bestrebungen haben unsere Behörden kein Verständnis. * Ein Zweikampf auf Pistolen sand dieser Tage im Timmenlocher Gehölz bei Braunschweig statt. Als Gegner standen sich zwei Referendare gegenüber, die zugleich auch Offiziere des Beurlaubtenftaudes sind. Einer der Duellanten wurde durch einen Schuß in den Oberschenkel kampfunfähig gemacht und mußte sofort eine Braunschweiger Klinik aufsuchen. Ein weiteres Duell fand zwischen zwei polnischen Adeligen in der Nähe von Obornik im Posenschen statt; hierbei soll einer der Duellanten schwer verletzt worden sein. Die Ursache zu dem blutigen Ehrenhandel war an geblich ein Streit im Spiel. * München, 8. Jan. Der Räuber Kneißl, auf d^ seit mehreren Monaten von einem außergewöhnlich starken Gendarmerieaufgebot gefahndet wird, ist noch immer nicht gefangen. Mehr als 150 Sicherheitswächter halten allein die Umgebung von Altomünster besetzt. Aber es scheint, daß der schlaue Geselle in der ihm wohlbekannten Gegend nordwestlich von München überall bei den der Gendarmerie keineswegs wohlgesinnten Banern-Unterschlupf und Hilfe findet. Neuerdings soll man auf den Gedanken gekommen sein, eine Moorgegend, in der man Kneißl vermutet, förmlich einzuschließen. Dagegen wird der von der hiesigen Pceffe angeregte Plan, um dieses einzelnen Mannes willen einige Bataillone Infanterie in die betreffende Gegend zu entsenden, wohl schwerlich zur. Ausführung kommen. Vielleicht aber bewirkt auch schon der plötzliche Umschlag der Witterung, was unserer Polizei bisher nicht geglückt ist. Während bis zum Jahresschluß die ganze oberbaierische Hochebene bei frühlings- artig mildem Wetter vollkommen schneefrei war, ist in der Sylvesternacht Schneefall und weiterhin grimmige Kälte eingetreten, die dem Räuber des Nächtigen im Freien unmöglich machen und ihn zwingen wird, in Ställen oder Heuhütten Unterkunft zu suchen. ♦ Paris, 8. Jan. Die große Kälte in der Provinz dauert an. Die Loire führt Treibeis. * Wien, 8. Jan. Der Einbrecher Waniek wurde von der Schlossersgattin Sieghardt heute Vormittag bei einem Einbruch ertappt. Er erschoß diese, tötete auf der Flucht noch eine Person und verwundete zwei sehr schwer. Den ihn verhaftenden Polizisten verletzte er leicht. * Feuersbrunst. Die „Frkf. Ztg." meldet ans New- Iork: In Rochester ist das Waisenhaus niedergebrannt, wobei zwei Frauen und 17 Kinder getötet und 7 Personen schwer verletzt wurden. — Nach einer der «Frkf. Ztg." aus London zugehenden Privatdepesche ist dort die Meldung eingetroffen, daß bei dem Brande des Habbel Park-Waisenhauses gegen 30 Insassen umgekommen und über 100 verletzt worden sind. — Nach einem Telegramm aus Worcester explodierte in einem Spital ein Dampfkeffel, wodurch zwei Frauen und zwei Kinder getötet wurden. Es entstand eine Feuersbrunst, die einen Teil des Spitals zerstörte. Sämtliche Kranken konnten gerettet werden. Gerichtssaal. L. L. Gießen, 8. Jan. Strafkammer. Der 18jährige Maurergeselle Konrad Schäfer aus Langd, wird zweier Sittlichkeits« verbrechen beschuldigt, begangen im Oktober 1898 an einem 14jährigen und am 25. September 1899 an einem 15jährigen Mädchen, die, wie die Anklage voraussetzt, unbescholten waren. Die Verhandlung sand hinter verschloflenen Thüren statt. Die Zeugenvernehmung förderte leider reckt traurige sittliche Zustände zu Tage. Von Unbescholtenheit vor der That kann bet den beiden Mävchcn keine Rede sein. DaS Gericht erkennt deshalb auf Freisprechung des Angeklagten. — Auch gegen den, wegen Stttlichkettsveidreckens mit 4 Jabren vorbestraften, 61jährigen Zimmermann Christian Moll autz Ulfa wird wegen StitlichkeitSoerbreckens verhandelt, begangen an zwei Töchtern im Alter von nunmehr 13 und 11 Jahren einer mit ihm die Armenwohnung seines Heimatortes teilenden Familie, an der alteren Tochter in drei Fällen. Auch diese Verhandlung findet unter Ausschluß der Orffmtltchkeit statt. Der Staatsanwalt beantragt gegen den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von 6 Jahren, das Urteil lautet 4J«hre Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. -1. Gieße«, 8. Jan. Schöffengericht. Das heutige Schöffengericht verhandelte u. a. in der Strafsache gegen einen hiesigen Glaser wegen Bedrohung und Ruhestörung und erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gefängnisstrafe von 1 Woche bezw auf eine Geldstrafe von 5 Mk. Darmstadt, 8. Jan. Der Streit um die Jsenburgischen Waldungen hat gestern vor dem hiesigen Oberlandesgericht seine end- giltige Erledigung durch einen Vergleich gefunden. Fürst Isenburg zu Wächtersbach hat seinen Einspruch gegen die Veräußerung der Waldungen zurückgezogen. 8. Darmstadt 8. Jan. Der längere Jahre im Dienst der Eisenbahngemeinschaft stehende frühere Bahnmeister Franz Stegner, zuletzt in Lampertheim wohnhaft, hatte im Jahre 1898/99 den Umbau der Bahnstrecke Sandhof—Bürstadt auszuführen und im Auftrag seiner vorgesetzten Behörde mit seinen Arbeitern einen Accord zu 1.80 Mk. pr. lfd. Mtr. ab geschloffen; Geschirr rc. stellte die Bahn; die Arbeiter hatten hierbei einen ;anz hübschen Verdienst, während St, trotz der vermehrten und an. trengenden Arbeit nur seinen festen Gehalt bezog. Er spiegelte nun den Arbeitern vor, daß sie für Abnützung des Geschirrs an die Bahn eine Vergütung zu zahlen hätten und zog ihnen 3 pEt. von ihrem Verdienst a6r was manchen derselben um 6-8 Mk den Monat schädigte und ihm zusammen einen Vorteil von ca. 250 Mk. einbrachte, die er für sich verbrauchte. Seinen Vorarbeiter Becker hatte e> veranlaßt, die Leute von der Rrchtigkcit des Abzugs zu überzeugen Der Angeklagte leugn.te vor der heutigen Strafkammer, behauptet, daß die Zeugen beeinflußt seien, ungünstig über ihn auszusag^n; iw übrigen sollte der Abzug ein Aequioalent für s.ine vermehrte Arbeit durch Kon'rolle rc. bilden; auch habe er die Arbeiter vor dem Accordabichluß auf diese Abzüge aufmerksam gemacht und diese erklärten sich einverstanden. Die Beweisaufnahme konnte aber bie Richtigkeit dieser Behauptungen nicht erbringen. St. wurde wegen Vergehen gegen §2- 3 St G.B. für schuldig erkannt und in eine Gefängnis st afe von 8 Monaten und in die Kost-u verurteilt. Wegen semes Leugnens wurde ihm die Untersuchungshaft nicht angerechnet Dav Gericht nahm seine Beamlenetgenschaft als erschwer nd an, während >s strafmildernd berücksichtigte, daß St. schon mit Schulden nach Lampertheim kam und er zudem durch die Krankheit seiner Frau und die Kinder rc. in sehr bedrängten Verhältnissen lebte, sowie daß ihm s.rne Borges, tzlen sonst ein gutes Zeugnis ausstellten St. wird sich demnächst vor dem Schwurgericht auch wegen Vergehens im Amt zu verantworten haben, da er s. Z. auch Eisenbahnschwellen rc, beiseite schaffte. Hannover, 7. Jan. Wegen Zweikampfes mit lötlichen Waffen bezw. wegen Kartelltragens hatten sich der Chemiker Dr. Erwin Myer von hier und der Arzt Dr. med. Egeln aus Krrchrode vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. In der Nacht vom 14. zum 15. Aug. v. I. kam es in der Erven Lukas Bols'schen Schankstube hier zwischen Dr. Meyer und dem Privatdozenten Dr Arnsperger zu Reibereien, bie ersterer durch sein unhöfliches Auftreten provozierte. Als schließlich Dr. M.yer dem Dr. Arnsperger eine Ohrfeige gegeben, sandte dieser am nächsten Vormittag dem Gegner durch Dr. Egeln eine Forderung auf Pistolen (Bedingungen waren: dreimaliger Kugelwechsel bei zehn Schritt Distanz). Das Duell kam am 17. Aug im Misburger Holze in d r Weise zum Austrag, daß Dr. Arnsperger nach zweimaligem erfolglosem Kugelwechsel infolge der Sühneversuche der Sekundanten Dr Egeln und Dr. Jünger auf den dritten Kugelwechsel verzichtete. Dr. E^eln gab zu, vor dem Duell nur formelle Sühneverfuche angefteöt zu haben, während der Kartell« träger wirklich ernste Sühneversuche zwischen den Duellanten anstellen soll. Dr. Arnsperger ist als Reserveoffizier vom Kriegsgericht abgeurteilt worden, das Urteil gegen ihn ist aber noch nicht publizrert. Das Urteil der Strafkammer lautete gegen Dr Meyer auf 6 Monate Festungshaft, gegen Dr. Eaeln auf 2 Wochen Festungshaft. Kirchliche Nachrichten. Lvaugelische Gemeinde. Donnerstag den 10. Januar, abends 8 Uhr, BibelstttNde im Konfirmandensaal (Kirchstraße 9). Eo. Job. 16, 5 ff. Pfarrer Dr. Grein. Gbkrhksßschk ftrbrsgobrn ffiribit fronen, Sranmale. Wetter gingen etn:»Frau W. Mk. 5, Runder Tisch im Augustiner Mk. 16 65, Frau Sahlfeld Mk. 2, E. S. Mk. 1, Sablfeld, Gr üntg, R umann, Rahn und Mabrinaer Mk. 6.50 E. P. Mk. 2. Sch. Mk. 8, Frau S., Frankfurt a. M. Mk. 10, O. N. Mk. 10, E. N. Mk. 10, *. B. Mk. 3, E. W. Mk. 2, I. B. Mk. 10, Ungenannt Mk. 5. — Zusammen Mk. 293.70. Dre Expedition des Gießener Anzeigers. Wir bitten dringend, Geldspenden persönüch abzugeben und nicht in unseren Briefkasten zu werten. Wir bitten dringend, geschäftliche Mitteilungen, Anzeigen, Geldsendungen rc. stets nur an die Expedilion deS „Gieß. Auz.", Nachrichten ans Stadt und Land, Briefkasten- Anfragen rc. dagegen stets nur an die Redaktion des „Gieß. Auz." — nicht an die Redakteure — zu adressieren. Nur dadurch können Verzögerungen vermieden werden. Kriefkasten der Redaktion. R. Der Name „Spielhagen-Banken" für die Preußische Hypotheken- und die Deutsche Grundschuld-Bank datiert seit dem Gründungsjahre 1864. Der Gründer und erste Direktor der beiden Bankinstitute hieß Spielhagen. Schisssnachrichtes Norddeutsche Aoyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Eerl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 7. Jan. sPer IranSatlantisckm Telegrapb.j Der Doppelschrauben - Schnellpostdampfer ^Kaiserin Maria Theresia", Kapitän A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremm, ist gestern 7 Uhr morgenS wohlbehalten in New-Aork angekommen. Bremen, 7. Jan. sPer transatlantischen Telegrapb.j Der Doppelsckrauben Postdampfer „Trier", Kapitän F. Mcyerheine vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr morgenS wohlbehalten in Newyork angekommen. Börsennachrichten. Berlin. 8. Januar. 4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 53.70 M. 4 % do 8. 5/-1 unk. b. 1904 53.70 „ 3Va% do. 8. 7/8, unk. b. 1908 52.70 „ 4i7o 0 , Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 96 80 , 3'/.°/o do. unk. 1905 89.30 „ 4O/o Preuss. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 83 00 , 4°/o do. 8. 15-18 unk. b. 1900 83.00 M. 4% de 8. 19-20, unk. b. 1905 83.00 „ 3% o/0 do. 8. 13, 14 79.00 „ 8Vi% do. 8. 21, 22, unk. b 1905 79.00 „ Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 9. Januar. 8V1 % Reichsanleibe . . 96.20 ßo/o do . . 86.20 ßi/a % Konsole .... 96 20 3 Vo do .... 85.60 SVgO/o Hessen .... 93.30 5 n/j Italien. Rente . . . 95.40 4fi/o Griech Monop.-Anl. 43 30 8 °/o Portugiesen . . . 24.40 3°/3 Mexikaner .... 25.80 4Vi % Chinesen . . . 80.90 Tendenz: Kreditaktien . . . Diskonto-Kommun dit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oosterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . | Harpener , . . . schwach. . 208 20 . 176.60 . 131.10 . 144.50 . 147.60 . 143 40 . 157.20 . 191 90 . 173 00 . 170 50 Neueste Meldungen. Berlin, 9. Jan. Gegen den Bankier Sternberg find anläßlich der Verhaftung der Witwe Rüwe jetzt zwei Fälle feftgeftellt worden, derentwegen er sich vor Gericht zu verantworten hab-n wird. Der eine umfaßt ein Vergehen gegen ein 14jährigeS, der andere ein solches gegen ein 15jährigeS Mädchen. Des letzteren wegen ist seitens des Vaters ein Strafantrag wegen Verführung gestellt worden. Die Voruntersuchung in diesen beiden Sachen ist noch nicht beendet. Kopenhagen, 9 Jan. Hier verlautet, der Zar leide an einem Lungenü^I da? ja Hber in der Zar-tt Familie gl Emil Horst, Giessen Cementwaren- und Kunststein-Fabrik Liebigstrasse 43/45 und An den Bahnhöfen. Rasche Lieferung in gediegener Ausführung zu billigen Preisen. 192 Vrißeo Lager in Triltstyfeu, Platten, Aachfalrsirgelv, Krippen, Trögen nsw. 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Ein Telegramm an daS hiesige Marineamt berichtet, daß der Dampfer Ville de Tamatavo, der daS 13. russische Infanterie-Regiment von China nach Odessa bringen soll, noch immer nicht in Odessa eingetroffen ist. Man hegt indessen ernfte Befürchtungen für das Schiff. — Infolge des Schneetreibens sind die Eisen bahnverbindungen nach Odessa unterbrochen. Bekanntmachung. Donnerstag den 10. d. M., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Neustadt 65 HauS- und Kücken« gerate aller Art, zwangsweise gegen har versteigert werden. 0100 Gießen, den 9. Januar 'SOI. Seipel, Gerichtsvollzieher A. & G. Wallenfels Marktplatz 21 Hetephon 46 empfehlen 602 Reue getr. Zwetfcheu, ä 25, SO und 35 Pfg., , Bordeaux-Pflaumen, "O 60 und 60 Pfg , „ californ. Birneu,ä65Pfg, „ , Aprikosen, ä 80 und 100 Pfg, . ital. Grünellen, L 7b Pfg., „ amerikanische Ringäpfel, ä 45 Pfg., Pa. vorjährige Rtngäpfel, L 30 und 20 Pfg., , Misch-Obst, k 60 u. 65 Psg. in nur besten Qualitäten. Gießener Zither-Klub Wohühätisktilgvereiv). Montag den 14. Januar 1901, abeuds 8V2 Uhr pünktlich: General-Versammlung im Mälzer Kos (A. Wahnescld), Schanzenstraße. Holzschuhe empfiehlt billigst 817 Louis Lony, Kahnhofkr. 27. Bekanntmachung. In dem hiesigen Gknoffenschastsregisier wurde gewahrt, daß an Stelle des durch Tod abgegongenen Vorstandsmitgliedes Heinrich Rau III. von Wieseck in den Vorstand der Sparund Darlehnrkasse Wieseck e. G. m. u. H. am 15./12. 1900 neu gewählt worden ist: Heinrich Schreiner I. zu Wieseck. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteustratze 2. Angedot per «rbettnedmee: 1 gepr. H?''zer, 1 Bauschremer. 1 Fuhrknecht, 2 Taglöhner, 1 Hausbursche, 1 Ft.ckerm und Strickerin Wer kennt sie nicht, nehmlich» feiten, welche Lautstörungen, wie Pust In, Hautröte, Schuppen, Sommersprossen, aufgesprungene Haut und viele andere, besonde.S den Dame« bereiten? Wie leicht sind diese Störungen zu vermeiden, wenn man sich des hierzu am besten geeigneten Mittels, der Patent-Myrrholin-Seife, bedient. Alle Hautleidende sollten nicht säumen, die von einer großen Anzahl hervorrag. nder Professoren und Aerzte erprobten Pat. Myrrholtn- Seife in «glichen Gebrauch zu nehmen Die unübertroffenen antiseptischen, konservierenden und heilenden Eigenschaften des Myrrholins berechtigen dazu, der Pat Myrrholin-Seife unter den hygienischen Toilettesetfen den ersten Platz einzuräumen Em Versuch wird das alles bestätigen. Ueber- all, auch in den Apotheken, erhältlich. Sonntag den 20. Januar, abends 8 Uhr: Großer Maskenball im Gießener Zlestsaal' (Käse Leib). Etotrittskarteu -WsiL fkr Herren L 1 Mk., für Damm ä 40 Pfg. ,u baben bei den Herren H-rsiardt, Lindmplatz, Weiler, Marktplatz, G-ipet, Markt- platz, Salomo«, Schuistraße, Stier, Neuenbäue, und Wirstg, Eeltersweg, sowie abends an der Kaffe. Der Vorstand. M fattfftnb: fylbbtttinißu, 3" btr frit oom K J6 Gannor l. 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Abmbolen Wolfflraste 4 HL «T « I ■ Voe ärzüidiea AatoriUUen gUnzenie Er~ R eurastheme »*. -*• |b| v Zu haben m Apotheken und Drogerien. 11 (Nervenschwäche) Bauer & Cie., Berlin SO. 16. verslMkllts Vermietungen Wietsir suche (Offcur Slfilcii it verünufen