151> Jahrgang 1901 Donnerstag den 10 Januar Nr 8 Aintr- und Zlnzsigeblntt für den Nreis Gieren. KeS>", Vereine Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf. Bezugspreis vierlcljährl. Mr. 2.20 monatlich 75 Pjg. mit örtngcrlobn; durch die Abholcstellen vierteljährl. Ml. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierteljährl. ohne Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Blätter für hessische UolKsKnnde. ________ gemeinden unter sich wieder große Verschiedenheiten auf. Für den Nationalökonomen ist es längst kein Geheimnis mehr, daß die reicheren Leute mit weniger Kindern „gesegnet" find als die ärmeren, ärmere Gemeinden darum eine größere Schülerzahl zu verzeichnen haben als reichere. Vor uns liegt zufällig ein Verzeichnis der Kommunalsteuerkapitalien eines Kreises Oberhessens. Wir sehen da eine Gemeinde mit einem Steuerkapital von 16269,1 Mk., in der drei Lehrer wirken. Die Gemeinde hat nach der neuesten Zählung rund 800 Seelen und zählt zu drn ärmsten des Kreises. Eine andere reiche Gemeinde mit fast gleicher Seelenzahl hat ein Steuerkapital von 35418,3 Mk. und zwei Lehrer, eine dritte mit rund 500 Einwohnern 18009,7 Mk. Steuerkapital und nur einen Lehrer. Diese letztere Gemeinde hat dem nach nur f/3 der Aufwendungen für Schulbedürfnisie von dem, was die erstere, um nahezu 2000 Mk. ärmere Gemeinde bedarf, die wiederum i/3 mehr braucht, als die fast noch einmal so reiche zweite Gemeinde. Das sind schreiende Miß Verhältnisse. Der sozial Gerichtete wird für eine Verschiebung der Lasten eiutreten müssen. Aber noch ein anderer gewichtiger Grund spricht dafür, der in der Debatte nicht be ' rührt wurde. Daß die Gemeinden von Anfang an sämtliche Schullasten trugen, liegt in der ganzen Entwickelung des Schulwesens, und für eine Aenderung spricht der Politische Fortschritt, den daS Deutsche Reich genommen hat. Die Volksschulen find hervorgegangen aus den Kirchenverbänden. Die in bei Schule genoffene Bildung kam, da die Leute meist seßhaft waren, wiederum der Gemeinde zu gut. Die Freizügigkeit hat ein großes Fluktuieren in der Bevölkerung her- vorgerufen und die Entvölkerung des platten Landes nimmt immer größere Ausdehnung. Dadurch neigt fich zugleich raS Interesse an der Bildung des Volkes mehr dem Staate zu, dem es nicht mehr gleichgiltig sein kann, welchen Bildungs nand die Bevölkerung hat. Dazu kommt die allgemerne W hrpflicht. Wir erblicken hiermit Umstände, die für den erwähnten Antrag sprechen, der im Prinzip als richtig anerkannt werden muß. Ob er zur Zeit aber wirklich durchführbar ist, ist freilich eine andere Frage. Die hessischen Staatsangehörigen find sowohl bezüglich der Vermögenssteuer, als auch der Einkommensteuer stärker herangezogen, als die preußischen. Ein Staat wie Hesien muß sich auch in seiner inneren Ge- s tzesgebung nach den benachbarten größeren richten, er mag wollen oder nicht, namentlich in den Bestimmungen, die tief in den Geldbeutel greifen. ES ist die neue Erhebung abzuwarten, die uns die zukünftige Gesamtlage hoffentlich klar veranschaulichen wird. Wir können daher den Standpunkt Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtetzru. Fernsprecher Nr. 51. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Kamttleuklätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wächst. 4 mal beigelegt. GMes Blatt. schlug in den höfischen Chroniken seiner Heimatstadt nach, forschte auch in Gutzkows „Zopf und Schwert" und stoppelte dann m>t Fleiß und Geschick, mit Schweiß und Glück fein Werk zusammen. Er schilderte einen Hofstaat und einen Herrn, die lebhaft an das Königlein Aoettot in Berangers berühmtem Chanson erinnern, der auf einem Eselein durch sein Ländlein reitet und alles weiß, was darinnen vorgeht. Fürst Leopold verkehrt z. B. sehr vertraulich mit der alten patzigen Hökerin Martha, die ihren Obststand vor dem Hause des Brauers Herre hat. Sie ist noch gröber als er, da? imponiert ihm, der sonst die Willkür in Person ist, wohlgemerkt in begnadetem Fürstenbewußtsein. Seine Annalise sagt uns: das ist adelige Kraft, G'öße, Temperament, und er selber meint, wenn er zu seinem Herrgott, seinem Freunde, spricht, dann muß ihn der Herrgott allein anhören. Fü die gewöhnlichen Bürger hat der liebe Gott nicht so viel Zeit, die müssen kompagnieweise vor ihm antreten. Während nun die Büraerschaft im Durchschnitt vor bet patriotischen Würde des Dessauers, seinem recht tüchtigen dynastischen Absolutismus einen heidenmäßigen Respekt hatte, war der Brauherr Herre so „bockig", den Fürsten durchaus nicht zu mögen. Teils dieserhalb, teils jenerhalb. In seiner Jugend hatte Herre gleichfalls die schöne Annaliese geliebt und der Leopold hatte sie heimgeführt. Das verwindet schließlich auch ein simpler „Viertelsmeister" schwer; und bann hatte Fürst Leopold eine neue Steuer aus geschrieben, und es gab Kerls in Dessau, die wollten sie durchaus nicht bezahlen, sie nannten sie ungerecht und hieben einem Konflikt zu. An der Spitze der Bewegung stand Bruno Herre, der „Steuerrebell". So etwas aber verwindet wiederum ein Fürst schwer. Nun wollte man aber in Dessau Herre zum Bürgermeister haben. DaS litt der Fürst nichi und den „Rebellen" zum Trotz wollte er auS eigenem Recht den Löwenwirt Woche zum Bürgermeister machen, zumal ei wußte, daß Herre seinem Nachbar Woche spinnefeind war. So kam er denn in die Ratsverfammlung in höchst eigener Schulsragen in Hessen. II. In beiden Begründungen liegt viel Wahres. Jedoch glauben wir, daß die Verhältnisse, wenn die von dem Staats- Minister in Aussicht gestellte neue Erhebung über die finanzielle Tragweite des Antrages vorliegt, sich günstiger gestalten werden. Wer die Kommunalsteuerveranlagungcn studiert, wird finden, daß die Landgemeinden mehr kommunal belastet sind, als die Städte, daß in jenen ein Ausschlag von 50 Pf. aui die Mark Normalsteuerkapital keine Seltenheit ist, während diese geringer veranschlagt sind trotz der großen kostspieligen Unternehmungen der letzten Jahre. Mann weisen die Land- Gießener Stadttheater. Wie dre Alten fangen. Lustspiel in 4 Akten von Karl Niemann. Niemanns „Wie die Alten sungen" ist eine Fortsetzung von HeischS „Anna Liese". Für Niemann lag der Stoff sozusagen auf der Straße. Ec ist in Dessau zu Hause, feines Zeichens übrigens Redakteur, und da für jeden Dessauer keine historische Figur am geistigen Horizont sich schärfer abhebt als Fürst Leopold, der alte Dessauer, so ergab sich für ihn die Wahl für seine Bühnendichtung von selbst. Hersch hatte mit unverhofftem und unverdienten Glück den Herzensroman Leopolds auf die Bühne gebracht. Niemann wählte das Zwitschern der Jungen rach der Liebesweise der Alten, die Geschichte von der Liebschaft des Sohnes Leopolds, des Prinzen Gustav, mit einer Tochter des Dessauer Bierbrauers Herre. Im Winter 1894/95 ist bas Stück Niemanns über 150mal im Berliner kgl. Schauspielhause aufgeführt worden, sub auepiciis Imperatoris. Nach Schluß der ersten Berliner Aufführung ließ der Kaiser den Verfasser zu sich in die Loge rufen, um ihm feine Freude auszubrücken über „bad gesunde und forsche Stück". Der Kaiser erkundigte sich, wie der Verfasser auf den alten Dessauer gekommen sei; gerade diese Figur interessiere ihn ganz besonders. Niemann äußerte, daß er schon als Knabe von 5 Jahren vor dem Pfeifenkopf seines Vaters mit dem Bilde des alten Dessauers hätte Reverenz machen müssen. Mit besonderem Jmereffe erfuhr der Kaiser, daß eine der im Stücke vorkommenden Haupt ftguren, der Barbier Melde, der Urgroßvater des Verfassers deS Stückes, Überhaupt der ganze Inhalt des Stückes streng historisch sei. Man weiß ja, daß der Kaiser solche „forschen" Stücke — es brauchen nicht gerade „Lustspiele" zu sein, historische» Bilder thuns auch — mit Vorliebe schaut Allerdings bereichern solche Stücke die deutsche Litteratur zumeist nicht. Niemann machte sich seine Historie leicht. Er Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Nachdem der Großh. KreiSveterinärarzt, Herr Proseffor Dr. Winckler zu Gießen, in Ruhestand getreten ist, ist Herr KreiSveterinärarzt Schmidt von Nidda zum Vorstand deS Großh. Kreisveterinäramts Gießen ernannt worden. Derselbe hat seinen Dienst am 5. Januar b. IS. Übernommen unb wohnt Lonystraße 20, Ecke der Bleichstraße, dahier. Gießen, den 8. Januar 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung, betteffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich. In der Zeit vom 10. Januar l. Is. bis einschließlich 16. Januar l. IS. liegen die Akten über den Abtrieb des Waldes in dem Waldbezirk „die Sträuchen rechts des Gilder PfadS" auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Garbenteich zur Einsicht der Beteiligten offen. Aus diesen Akten sind insbesondere die in Betracht kommenden Privatwaldparzellen mit Angabe der Bonitierung«* werte, sowie des Wertes des auf diesen Parzellen bestandenen Holzes zu ersehen. Einwendungen hiergegen find bei Meldung des AuS schluffeS innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Garbenteich schriftlich einzu- reichen. Friedberg, 2. Januar 1901. Der Großh. Bereinigungskommiffär: Sandmann. Gießener Anzeiger General-Anzeiger 6o, Person, und als die Stimmzettel abgegeben waren, machte sich der alte Dessauer, spaßhaft-sozial wie er war, mit dem dummen Bürgerpack den Scherz, einen Stimmzettel nach dem anderen zu verbrennen, und auSzurufen: Woche ist einstimmig gewählt! Den Protest erenben Herre nannte ber Fürst in gnädiger Laune einen Hund, unb wer weiß, ob Woche nicht nad Bürgermeisteramt angetreten hätte, wenn er nicht wie ein Rinbvieh Inach des alten Dessauers allerhöchsten Ausspruch sich benommen hätte. Dem Fürsten waren nämlich zehn lange Kerls desertiert. Nach ihnen wurde gejagt und der Löwenwirt meinte einen dieser Deserteure in deS Nachbars Gartenlaube gesehen zu haben. Ec erkannte einen weißen Militärmantel, der aber niemand anderem gehörte als dem Filio Gustavo, dem Erbprinzen. Der zwitscherte genau so wie sein alter Herr fung und koste in der Gartenlaube mit Herres Töchterlein Sofia. Dem alten Dessauer „wackelte der Bauch vor Lachen", al« er seinen Filium als ve> meintlichen Fahnenflüchtling vor sich sah. Den dummen Spion aber, den Woche, trommelte er nächtlicher Weile au« dem Sette, und mit der Nachtmütze und im bloßen Hemde mußte dieser in HerreS Wohnung gehen unb ber Bürgermeisterei entsagen. DaS amüsierte den Fürsten allerhöchlichst. Oer dritte Akt schildert das Familieninterieur bei DessauerS. Während ber 'alte Dessauer sich rasieren läßt, werden die Regierungsgeschäfte mit erledigt. Hauptsächlich dient der Akt zur Verhimmelung von Leopolds „Lowischen", der Anneliese mit dem goldenen Gemüt, deren milde Besonnenheit gut macht, was das herrische, heißblütige Wesen Leopolds etwa gesündigt hat. Als fittige Hausfrau waltet Lowischen in ihrem Hause, unb während Leopold stramm darauf sieht, daß der junge Prinz Moritz ordentlich salutiert unb bie Gewehrgriffe richtig handhabt, sorgt die Mutter für das Herzliche in der Erziehung. Ihr gelingt es auch, den starren Sinn HerreS m Handumdrehen zu brechen, und die alten Starrköpfe, ber Dessauer wie ber Herre, geben, von LowtSchenS schlauen Augen freunblichst geleitet, ihren Segen. mancher Abgeordneten verstehen, die dem erwähnten Antrag nicht unsympathisch gegenüber standen, aber auS praktischen Erwägungen heraus gegen ihn stimmten. Was den Antrag auf Einführung der obligatorischen Volksschule betrifft, so wundern wir uns über die große Stimmenzahl, die er auf sich vereinigte, 17 gegen 19. Er stellt ein ganz unverhülltes Bild sozialdemokratischer Zukunftsideen dar und paßt nur in den Zukunftsstaat hinein, kann aber bei den jetzigen Verhältnissen, die selbst im ZukunftS- staat wiederkehren werden, keinensallS Gestalt gewinnen. Es ist nicht« mit der Einheitsschule der Sozialdemokratie, den einzig richtigen Gesichtspunkt hat der Abg. Graf Oriola betont. Er teilte die Meinung gewiegter Schulmänner, daß Halbbildung das Schlimmste fei; das Beste fei eine in sich abgeschlossene, einheitliche Bildung und diese werde sich in ihren einzelnen Teilen zu richten haben nach dem Berufe und dem Lebenszweck des einzelnen Bürgers. DaS sind goldene Worte, auf bie merkwürdiger Weise keiner der anderen Redner mehr zurückkam. Damit ist die Ansicht des Abg. Dr. David widerlegt, ber in der Einführung der obligatorischen Volksschule daS Fundament aller Bildung sieht. Im Gegenteil hierzu finden wir hierin den Bildungsgang unb Bildungsstand großer Kreise bedroht. Gewiß ist es ein soziales Moment, wenn „der Sohn des Ministers mit dem des Arbeiters auf einer Schulbank sitzt", wie er auch im Heere neben ihm steht. Aber Schule und Militär sind doch zwei ganz verschiedene Dinge. Wir würden nichts dagegen einzuwinden haben, wenn die Vorschulen an den höheren Bildungsanstalten verschwänden und jeder, der in eine höhere Schule eintreten will, bie elementarsten Kenntnisse sich in ber Volksschule holte. Zu etwas weiterem können wir uns nicht verstehen. Der Bilbungsgang, der zu nehmen ist, hängt ganz und gar von dem zu wählenden „Berufe unb Lebenszweck" ab. Für den gewöhnlichen Mann, ber acht Jahre bie Schule besuchen will, um bann Bauer, Hanbwerker, Arbeiter u. dgl. m werben, ist bie Bildung, die er sich in der Volksschule holt, Diel umfassender, einheitlicher, gründlicher, passender, als wenn er sich eben so viele Jahre in den unteren Klassen einer höheren Schule herumdrückt, unb vielleicht bazu noch einmal sitzen bleibt, wo er von allem nur bie AnsangSgründe, und gar oft noch nicht einmal diese, lernt. In ber Volksschule werben schon Dinge unterrichtet, die in den höheren Schulen erst in den oberen Klaffen vorgetragen werden, die aber zur einfachsten Bildung notwendig sind; wir nennen nur die Naturkunde. In ber Volksschule werden davon bie “fahrangg. Corsas fern, 1111». Mot 6.1 laiNniann. Rechnen M, Dechselleh„, ltXJtembauSötütfe Ma- mnon r*. ' aiM oder xu vermieten. reS Maettplatz IS. Ml MU 43t l6=, MM-, M-, ihnltheis,* -- .L» ,, -'ianuflT' Ä*w' yorbwuuMunierriit Mt tzrsM g schert, bette 6^ Stil. 290 LudtviySratzt 81, Lutbt i" seiner fit finftl Arbeiten, wie (tragen usv tfi. unter an b'e Ero.b. b. $1. r Philologe ett. engt unb 'temtMb? CffuGtf on die EM d. 81 Kn gebrauchter kleiner er vsen ju lausen gesucht. NemN'VLm 18. r v.rb in unb außer bmt nie an«. Mer.Lammstr« Zerloren $ rAßenreg ein Utberärnet rütiem Eatrmt'. äbiug. geh. elohn «oeiheüratie »8. Pension mgeS Mdchen irn israelil. ilt Ingebote mit PreiL u. M an bie Errnd. b, ZI be pmanben wr Abschrift »ifftnfd)aftild)cn ilrbtif. ’tin urter iffr. 084 an bie ipit biete Sld'ftS. DamnrgürtN gesunden, en rttphanftrab 80. t Lid"' notwendigsten und wichtigsten Naturgesetze in ihrem Zusammen^ Hang einheitlich gelehrt, sodaß ein normaler Schüler sich eine unverächtliche Kenntnis verschaffen kann. In den höheren Bildungsanstalten dagegen muß der Unterricht in den einzelnen Disziplinen auf eine viel breitere Unterlage gestellt, müssen weniger wichtige Dinge zur Erfaffung der Ursachen und Wirkungen und zur Beherrschung der ganzen Materie heran gezogen werden, weil diese hinwiederum notwendige Bildung« stoffe für andere Disziplinen darstellen. Wer sich eine höhere Bildung aneignen will, muß sich eine viel tiefere, genauere, sagen wir mehr wissenschaftliche Kenntn s einzelner Fächer zu eigen machen, als der gewöhnliche Mann. So schön darum auch die Theorie von der „Einheitsschule" klingen und für einige etwas Bestechendes haben mag, so wenig durchführbar, ja sogar verderblich und schädlich würde sie für den Mann der Praxis sich gestalten. Der Antrag Backes, die Regierung um eine Gesetzesvorlage über die Einführung der all- gemeinen Volksschulen zu ersuchen, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Wir werden sehen, was Praktisches dabei herauskommen wird. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, die erste Ständekammer muß auch um ihre Meinung gefragt werden. Deutscher Reichstag. Berlin, 8. Januar. In der üblichen schwachen Besetzung trat der Reichstag heute wieder zusammen und begann nach einigen Begrüßungsworten des Präsidenten Graf Ballestrem die erste Beratung des Entwurfs über das Urheber- und Verlagsrecht. < Abg. Spahn (Zentr.) begrüßt den Entwurf im allgemeinen, macht aber verschiedene Einzelbedenken geltend und beantragt die Verweisung an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Abg. Tr. Esche (nl.) wünscht ebenfalls teilweise verbesserte Formulierung und bedauert, daß die Revision nicht auch auf Werke der bildenden Kunst und Photographie ausgedehnt worden ist. „Aög. Tietz (Soz.) hält das Urheberrecht mit einigen Veränderungen für annehmbar, das Verlagsrecht aber für unzureichend und zum Teil verfehlt. So namentlich wegen der bedingungslosen Uebertragung des Urheberrechts beim Verlagswechsel ohne Befragung des Autors, welches den Schriftsteller einem seinen Interessen feindlichen Verleger preisgiebt. Für die Schriftsteller sei vor allem eine gute Kampforganisation aegen die Verleger nötig. Redner Willkür die Verleger das Aenderungsrecht an den Werken wegen der gerichtlichen Verantwortung. Abg. Tr. Arendt (Reichsp.) ist in letzteren Punkten entgegengesetzter Meinung, stimmt ihm aber in Bezug auf die Kritik an der Uebertragung des Verlagsrechtes bei. Abg. Friedr. Haußmann (Deutsche Volksp.) beleuchtet die mannigfachen Schwierigkeiten dieser Gesetzgebung, die der Lösung in der Kommission bedürfen; namentlich zur Schaffung präziserer Fassung, so auch darüber, in welchem Umfange Quellenangabe erforderlich ist. Nach § 17 des Urheberrechts wird die Wiedergabe unserer Reden im Reichstag nur dann als Nachdruck angesehen, wenn wir den Ehrgeiz haben, unsere Reden gesammelt zu veröffentlichen. Dadurch wird amtlich anerkannt, daß unsere Reden hier durchaus belehrenden Charakter haben. Tas gilt auch von den Reden der Herren vom Bundesrat. Es ist mir nur nicht recht klar, ob diese amtliche Feststellung zur Hebung des Fremdenverkehrs und der Frequenz hier im Hause besonders beitragen wird (Heiterkeit), und vielleicht empfiehlt es sich, daß den Herren, die die Reden hier anhören müssen, nicht nur Mitleid gewährt wird, sondern das, was das Urheberrecht in seiner Sprache eine Vergütigung nennt. Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr. (Fortsetzung der heutigen Beratung, 2. Lesung des E t a t s: Reichstag, Reichskanzler, Reichskanzlei, Reichsamt des Innern mit Ausschluß des Extraordinariums.) Können die Stadtverordneten ständige Aus chüffe unter besonderen Vorsitzenden bilden? Schluß. Durch diesen Zusatz sollte nicht etwa anerkannt werden, daß bisher oder jetzt schon solche vorbereitende Stadtverord- neten-Ausschüsse rechtlich begründet wären, im Gegenteil, es sollte erst die gesetzliche Grundlage für sie geschaffen werden, und ihre Bildung auf dieser Grundlage sollte nicht der Geschäftsordnung überlassen werden, sondern statutarische Bestimmungen erfordern. Denn es heiße in der Begründung des Gesetzentwurfes ausdrücklich: Die Ausschüsse, bezüglich deren Art. 37 Bestimmung trifft, haben sich aus eine kontrollierende Thätigkeit zu beschränken. Von den Ausschüssen zur Vorbereitung bürgermeisterlicher Vorlagen, welche ebenfalls eine gesetzliche Grundlage erheischen, handelte der letzte Absatz des Art. 38. Nähere Regelung muß statutarischer B e st i m m u n g der Stadtverordneten-Versammlung Vorbehalten bleiben. Durch die Wahl des Wortes „erheischen" sollte doch aber offenbar die unbedingte Notivendigkeit der gesetzlichen Grundlage betont werden. Sodann sollte insbesondere nicht die G e s ch ä f t s o r d n u n g, die keiner Genehmigung einer höheren Behörde bedarf, ausreichen, sondern ein Statut, $u dem nach Art. 9 der Städteordnung nach Anhörung des Bürgermeisters die Genehmigung des Ministeriums des Innern einzuholen ist, notwendig sein, um die Bildung der Ausschüsse in den einzelnen Städten genauer zu ordnen, nachdem das Gesetz die Ausschüsse überhaupt als zulässig geschaffen hatte. Der Sonderausschuß der Zweiten Kammer wollte aber, so führte Brink weiter aus, die nähere Regelung, insoweit es sich dabei um die Zusammensetzung der Ausschüsse und die Stellung des Bürgermeisters ihnen gegenüber handelt, nicht durch Ortsstatut, sondern ebenfalls durch Gesetz herbei- gesührt wissen. Dies geht aus dem von den Abgg. Reinhart und Dr. Weber erstatteten Bericht dieses Ausschusses hervor, der folgendermaßen lautet: „Zu Art. 38. Während der Art. 37 von den Ausschüssen handelt, welche gewählt sind zur Kontrolle der Ausführung gefaßter Beschlüsse der Stadtverordneten-Versammlung, spricht Art. 38 in seinem letzten Absatz von Ausschüssen, welche zur Vorbereitung geeignet scheinender Gegenstände für die Stadtverordneten-Versammlung eingesetzt werden. Bezüglich der Ersteren sind in Art. 37 Spezialvorschriften über den Vorsitz und über die Beteiligung des Bürgermeisters und der Beigeordneten an den Sitzungen getroffen, bezüglich der Letzteren ist dies nicht geschehen. Nähere Ordnung dieser Angelegenheit mit dauernder bindender Kraft könne und müßte auch in Anwendung der Vorschriften des Art. 9, durch Statut getroffen werden. Der Ausschuß war jedoch der Ansicht, hier ebenso wie bei Art. 37 die Ordnung dieser Angelegenheit int Gesetze vorzunehmen. Tatsächlich bestehen in allen Städten solche Ausschüsse und in ihnen liegt der Schwerpunkt der ganzen Verwaltung, weit mehr als in den Ausschüssen des Art. 37. In den meiste« Städten wählen die Ausschüsse ihren Vorsitzenden aus ihrer Mitte. Dieser bestellt die Referenten. Den Ausschußsitztlngen wohnt der Bürgermeister oder bearbeitende Beigeordnete mit beratender Stimme bei. In der Stadtverordneten-Sitzung trägt der bestellte Referent den Gegenstand und die hierzu beschlossenen Anträge des Ausschusses vor. Diese Einrichtung wird als sehr erprobt gepriesen, und betont, daß das Interesse der Stadtverordneten an den einzelnen Beratungsgegenständen wesentlicb hierdurch geweckt und erhöht werde. Anderwärts jedoch ist der Bürgermeister Vorsitzender dieser sämtlichen Ausschüsse und alleiniger Referent in allen Angelegenheiten mit vollem Stimmrecht. Auch bei dieser Einrichtung sind Mißstände nicht hervorgetreten. Wenn auch der Ausschuß Der ersterwähnten Einrichtung entschieden den Vorzug giebt, so glaubt er doch die Möglichkeit der Fortdauer der zweiterwähnten Einrichtung nicht abschneiden zu sollen. Der Zusatz zu Art. 38 wird also diese Freiheit der Entschließung der Stadtverordneten-Versammlung sowohl als der Ausschüsse zu wahren haben. Geht man davon aus, daß die Stadtverordneten-Versammlung befugt ist, auch den Bürgermeister oder einen Beigeordneten (in die Ausschüsse) zu wählen — was nicht beanstandet werden kann — so ergiebt sich alles übrige nach der freien Entschließung der Beteiligten von selbst. Daß Bürgermeister oder Beigeordneter den Sitzungen, wenn erforderlich, zur Auskunftserteilung beiwohnen muß, ist selbstverständlich. In Anlehnung an die Bestimmungen des Art. 37 beantragen wir: 1) am Ende des letzten Absatzes beizufügen: Die Ausschüsse wählen aus ihrer Mitte den Vorsitzenden und einen Stellvertreter desselben. Bürgermeister und Beigeordnete, wenn sie nicht Mitglieder des Ausschusses sind, können ohne Stiminrecht an den Beratungen desselben teilnehmen, und sind' auf Verlangen hierzu verpflichtet." Nun gehe aus diesem Bericht deutlich hervor, daß man zu unterscheiden hat zwischen dem, was thatsächlich besteht, und dem, was gesetzliche Berechtigung hat. In Mainz hatte man schon vor der Städteordnung die jetzt dort noch bestehenden Ausschüsse und hat sie unter der Städteordnung beibehalten. In einer Mainzer Geschäftsordnung vom Jahre 1871 sei von den Ausschüssen gesagt, daß sie, wie bisher, so auch ferner bestehen sollte«. Dort handle es sich also um einen historischen Zustand, tfcr nach Erlaß der Städteordnung von 1874 bestehen blieb. Denn in dem § 14 der Mainzer Geschäftsordnung sei ausdrücklich ausgesprochen, daß den Ausschüssen ständige Arbeiten „durch die bestehenden Gemeinderatsbeschlüsse und das Herkommen übertragen sind." Man habe also dort nur eine althergebrachte Einrichtung beibehalten, gegen die bisher ein Einspruch nicht erhoben wurde. Allein auf das dort bestehende und in Worms und Darmstadt vermutlich nachgebildete that- sächliche Verhältnis könne unmöglich Bezug genommen werden, wenn es sich darum handle, sestzustellen, ob, wie jetzt in Offenbach, ein Bürgermeister zur Anerkennung eines ungesetzlichen Zustandes gezwungen werden soll. Sodann führt Oberbürgermeister Brink weiter aus, daß die Ausschüsse sein Besitz seien, den er nicht entbehren könne und in dem das Gesetz ihn schützen müsse. Wollten die Stadtverordneten andere Ausschüsse schassen, so könne das nur nebenher geschehen, keinesfalls aber unter Aufhebung der bestehenden Ausschüsse, die trotz des deutschen Ausdruckes durchaus unter den Artikel 52 fallen. Er bestreitet nicht, daß eine anberroeite gesetzliche Regelung der ganzen Angelegenheit erwünscht wäre und erwähnt, daß auch früher schon die Stadtverordneten Ausschüsse, ähnlich denen, die jetzt angestrebt werden, gewünscht hätten. Aber dazu fehlte eben die gesetzliche Unterlage, die die Regierung bei der Vorlage des Städteordnungsentwurfs von 1892 als notwendige Vor au ssetzung für die cmderweite Regelung erachtete und darum schaffen wollte. Aber diese Vorlage ist eben nicht Gesetz geworden, die Regierung muß auch heute noch wie damals das Gesetz erst schaffen, das sie selbst als notwendig erachtet und bis dahin bleibe man eben auf das angewiesen, was heute Gesetz und als gesetzmäßig zugelassen werden könne. Und was nicht im Gesetz stehe, das könne weder eine Geschäftsordnung der Stadtverordneten möglich machen, noch könne es durch Kommentare der Kammer und der Regierung geschaffen werden, wenn diese Kommentare einer Gesetzesvorlage gelten, die, wie die Städteordnung von 1892, nicht Gesetz geworden sei. Ter Rekurrent kommt nach alledem zu dem Schluß, daß dem Rekurs stattzugeben, die Entscheidung der Vorinstanz und ebenso auch der Beschluß der Stadtverordneten vom 25. Januar als ungesetzlich aufzuheben sei. Als Vertreter der Gegenpartei waren Justizrat Tr. Gutfleisch-Gießen und die Stadtverordneten Ulrich und Stadtmüller II erschienen, und von ihnen nahm zunächst Justizrat Tr. Gutfleisch das Wort. Er erklärt in Uebereinstimmung mit seinen Ausführungen vor dem Kreisausschuß, daß die Stadtverordneten das Recht hätten, sich eine Geschäftsordnung zu geben, und daß in einer solchen Geschäftsordnung naturgemäß auch Bestimmungen darüber enthalten sein müßten, wie die Vorbereitung der Stadtverordnetenbeschlüsse zu geschehen habe. Und darauf allein ziele der Beschluß vom 25. Januar ab. Tie Ausschüsse, die damit gefordert würden, hätten mit den Kommissionen im Sinne des Artikels 52 nichts zu thun, sie seien vielmehr nur vorbereitende Ausschüsse, wie sie anderwärts unbe- Die dürftige'Handlung entwickelt sich sehr schwerfällig. In den beiden ersten Akten fehlt ihr das Lebensvolle. Man sieht schon früh in aller Gemütsruhe: die kriegen sich! und läßt sich durch die weinerlichen Hindernisszenen nicht viel aufregen, denn man weiß, das Lied der Jungen wird wie das der Alten jubilierend ausklingen. Aber zwei frische humoristische Figuren sind dem Autor doch gelungen, der alte Dessauer und die Hökerin. Bei dem Fürsten Leopold wurde ihm die Charakterisierung leicht, die Hökerin aber ist hübsch erfunden und mit Geschick gezeichnet. Mehr Behagen als die eigentliche Liebes- und Leidensgeschichte des jungen Paares, die öde Strecken brachte, über denen der Geist der Langem weile schwebte, erregte das lustige Beiwerk, in dem sich freilich manches findet, was man, entschieden gegen den Willen des Autors, als schneidenden Hohn nehmen kann auf unsere Kulturepoche. Die spielerische Verherrlichung eines allweisen Absolutismus nahm man hier mit bewundernswerter Selbst- entäußerung auf und applaudierte am lebhaftesten gerade die tollsten absolutischen Seitensprünge des alten ehrlichen DeffauerS. Herr Ramsey er spielte den Fürsten mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft des Herzens und der Stimme derb und kernig, treuherzig und bieder. DaS war mal wieder etwas für ihn, wo er so recht nach Herzenslust poltern und wettern konnte, daß der Marktplatz erzitterte Die prächtige Komik der Frau Helm als Hökerin wirkte wie erfrischende Natur, jedes Wort war ein Treffer. Herr Ramsener und Frau Helm dürfen sich den größten Anteil am Erfolge gutschreiben. Die Annaliese des Frl. Schölerrnann war eine edle, warmherzige und entschiedene Frau von freundlicher Klugheit. DaS Liebespaar war durch Herrn di Balthyni »nd Fräulein v. Lin den au vertreten; beide wußten den schwachen, unergieb gen Rollen kein rechtes Leben einzuhauchen Herr B. nahm seine ganze Aufgabe wieder viel zu leicht. Einen 90jährigen kindischen Greis, der in seiner Alters schwäche nur noch in Gesangbuchversen lebt und webt, gab Herr Helm mit gemütlichem Humor ganz wirkungsvoll. Zu nennen sind sonst noch die Herren Liebscher, Marlitz, Lachmann und Kirchner, sowie die Damen Kugler und Wohlbrück, die für ein zufriedenstellendes Zusammenspiel sorgten. P. W. Kollege Grampton. Von Gerhart Hauptmann. (Zu seiner Freitag, den 11. b. M., bevorstehenben Aufführung im Gießener Theater-Verein.) Am Weihnachtstage würbe int Deutschen Theater in Berlin ein neues Drama von Gerhart Hauptmann auf- gesührt, bas auch in biefen Blättern jüngst besprochene Künstlerbrama: „M ichael Krame r". Daß ber Aufführungserfolg biefer Novität gering sein würbe, barüber war wohl niemand, der sie gelesen hatte, im Zweifel; denn das Drama krankt an einem bedenklichen Mangel an Handlung. Es ist das zweite Künstlerdrama, welches Hauptmann geschrieben hat, das erste war sein an Erfolgen reicher „Kollege Crampton". Beide spielen in der Kunstschule einer schlesischen Stadt. Um seine Vorliebe für Künstler-Komödien zu begreifen, braucht man sich nur seines Lebenslaufs zu erinnern. Hauptmann ist bekanntlich Schlesier, er ist in Salzbrunn 1862 geboren. Da er der Sohn wohlhabender Eltern — fein Vater war Hotelbesitzer — ist, so haben ihn die Sorgen des täglichen Lebens nie berührt. Er konnte sich den Luxus erlauben, mehrfach feinen Beruf zu wechseln, mit 21 Jahren zu heiraten, und einen , großen Teil seiner Zeit auf Reisen zuzubringen. Zuerst für den Beruf eines Landwirts bestimmt, fühlte er plötzlich Talent zur Bildhauerei und bezog die Kunstschule in Breslau. Auch da litt es ihn nicht, er bezog die Universität Jena, reifte dann in Italien, studierte in Berlin, darauf in Zürich, wo er hauptsächlich medizinische, speziell psychiatrische Studien trieb. Endlich uiebeCt bauemb in Schreiberhau im Riesengebirge Es sind also wohl ureigenste Erlebnifse, Die Hauptmann im „Kollege Crampton" unb neuerbings im „Michael Kramer" verarbeitet hat. Im „Kollege Crampton" begegnen wir bent ganze« Personal einer Kunstschule: Lehrer, Schüler, Faktotum, Pebett unb Mobell werben uns in prachtvollen Typen vorgeführt. Mit bem Akabemieschüler Max Strähler, ber mit 19 Jahren schon in bett Ehestanb treten möchte, hat sich Gerhart Hauptmann vielleicht selbst auf die Bühne gestellt. Die befonbere Gunst, in der bie Komödie „Kollege Crampton" beim Publikum steht, erklärt sich zunächst burch bie prächtige Hauptrolle, sobann aber auch aus bem Umstanbe, baß es viel von ber alten beliebten Lustspielschablone an sich hat. Ganz meisterhaft burchgeführt ist bie Charakterzeichnung bes Malers Crampton, dieses Gemischs aus Genie, Gemüt und liebenswürdiger Verkommenheit. Die Rolle liegt in den Händen des Charakter-Komikers am Kölner Stadttheater, des Herrn Otto Beck,*) welcher hier durch feine Teilnahme an den lebenden Bildern, bie bei Gelegenheit des großen Schützenfestes gestellt wurden, und durch feine Rezitationen rühmlichst bekannt ist. Eine prachtvolle Figur ist ferner die des Faktotums Löffler, den Herr Liebscher darstellen wird, und eine die Kindesliebe in rührender Weise verkörpernde Gestalt die der Gertrud Crampton, welche Frl. Ku g l e r spielen soll. *) B ld r des Künstler- in der Rolle des Kollege Crampton sind in den Schaufenstern der Herren Frees, Challier und Balser ausgestellt. Humoristisches. ~ Serenisfima. »Diese moderne Malerei ist einfach entsetzlich. Und dabei hat mein Mann den Leuten so ost gesagt, wie sie malen sollen." — WeidnachtSztgarre«. .Deine Frau hat Dir gewiß auch Zigarren zu Weihnachten geschenkt?" »Nee, davon hab' ich sie kuriert." „98ie denn?" -Ich habe bie vorjährigen alle zu Hause verraucht." („Jügmd.") jjidii dann Itr* Art « znnnge lie'ü bell. M erledigen rvLsdeinok gegen dl-J% Fr. gebe zn, • es not allein & über S MnM ^Plenum J, S Wittel, de« “1 Lm weit« t d°» ! de" Er N i' itjncn STCgitnetm w. Attch ””” w Mutige «rSeitfei l« Mißt, die aus hr und suche sich uberaüe Tie Aushebung der K allerdings gestr^ ohne das alte W die geforderten Ausschu lange auch garkeme 6 reichend untemchten. . der Fraktionsberatung u Iisihers Landgerichtsrc darüber entstanden sei, Ausschüsse als Kommis, rusassen seien", antwort 'nie gestritten habe. We: jeiuen Ausschüssen alle daraus zu erklären, daß gewesen sei. Redner fo- Antrag, den Rekurs al Rach einer kurzen ll Brink, die sich gegen redners wendete, zog si ratung zurüli. Tie Ent Ter Provinzialm Hebung des Urteils tember wird die Be Beschlusses vom 25. ( bett., für begründet i und die Stadt Offen! und in eine an die Pi strase von 25 Mark' Mn Die Hei obiger Stiftung WM Zinsen mit 525 roütbige und bedürftige 6 fleh. Anmeldungen weil N dm Areau der Wtt genommen. Netzen, Qm Z, Want ÄX- nach nicht iHr MM fr ^rpslichtuna ! sSä «Ml* ff & M I« etmiÄ«. »-Ich« » h°i- Welche di- gu * ^^vteisi Sä e Al-" H \i9eotb«eten r; t ^eöttftanbet l n nach kp (et werde» -rsiZKist-r W selbstve^! iur n. des Absatzes L3JI$.S-- ltte den S Nn: Vürgerme NLsZ $S.®i *«»■ ”nni5 M ftt anäbnidh* 't«eiten,q ■t"^.Wommen ■t nur eme altherae- ibbaab?SVin Ew- ?^bort bestehende »ch nachgebitdete that- 'ezug genommen wer. (UfteUen, ob, wie jetzt Erkennung eines un- >en werden soll, örink weiter aus, daß n er nicht entbehren >utzen müsse. Wollten e schaffen, so könne As aber unter Auf- ie trotz des deutschen tikel 52 fallen. Er gesetzliche Regelung wäre und erwähnt, rordneten Ausschüsse, sen, gewünscht hätten. ie Unterlage, die die ädteordnungsentwurD au sseßung für die )arum schaffen wollte. Gesetz geworden, die ie damals das Gesetz otwendig erachtet und as angewiesen, was ig zugelassen werden ehe, das könne weder dneten möglich machen, Der Kammer unb der ieje Kommentare einet Stäbteorbnung Dom {efurrent kommt nach kurs staUzugeben, die auch der WM ‘ : als ungesetzlich auswaren Justizrat Tr. dtverordneten Ulrich und von ihnen nahm s Wort. Er erklärt n rangen vor dem ürel.- das Recht hätten, M > daß in einer solchen Bestimmungen darüber -bereitung der Stadt' ie Und daraul allem l Tie Ausschüsse, die den Kommissionen m ° sie seien vielmehr $ **rti u»b-. - -KZ S,5äS*l e gestellt- ,p ^1Iege die Kom^ G ^rch ilärt l'ch zuu^ftandk, ' iutÖflU-öe(X.nblone an Ährt aus Genie, menfjeii- @ai* ilers am,^l" rd) seine roe(^1, b'ei1®'*^! - »S’Ss: »ll«LÄ-s-Ä '«nstandet bestehen und zu aller Zufriedenheit wirten. Wolle man befa Stadtverordneten das Recht auf solche Ausschüsse streitig machen, dann treibe man sie ins Wirtshaus und zwinge sie, dort zu erledigen, was sie sonst im Stadthaus erledigen würden. Brink wende sich in seiner Rekursschrift gegen die sozialdemokratische Fraktion, und er, Redner, gebe zu, daß das Fraktionswesen nicht unbedenklich sei; allein hier sei es notwendig und ein Ausfluß des Bedürfnisses, sich über Beratungsgegenstände vor der Verhandlung im Plenum zu besprechen. Ausschüsse, wie sie mit dem angefochtenen Beschluß gefordert werden, seien das beste Mittel, dem Fraktionswesen zu begegnen. Der Redner hebt weiter hervor, daß es die Zeit des Ober- biirgermeisbers doch gar nicht erlaube, in 23 Ausschüssen den Vorsitz zu führen, wenn die sonstigen Geschäfte nicht teiden sollten. Was er habe und brauche, wolle ihm niemand nehmen, aber auch die Stadtverordneten verlangten, was ihnen gebühre. Schließlich tadelt der Redner die verspätete Uebergabe der obenerwähnten Druckschrift an ihn als Vertreter der Gegenpartei, und dann kommt er zu dem Antrag, der Rekurs möge als unbegründet abgewiesen werden. Stadtverordneter Ulrich erklärt, daß er bei seinem Antrag lediglich von dem Wunsche geleitet worden sei, so weit Einblick in die Akten zu erhalten, als notwendig sei, um mit gutem Gewissen Beschlüsse fassen zu können. Die heutige Mehrheit sei sich der schweren Verantwörtung bewußt, die aus ihr ruhe, sie nehme ihre Aufgabe nicht leicht, und suche sich über alle Tinge nach Kräften zu unterrichten. Tie Aufhebung der bisherigen Ausschußeinteilung habe er allerdings gefordert, weil man nichts neues schaffen könne, ohne das alte aufzuheben. Mit den Deputationen seien die geforderten Ausschüsse nicht zu verwechseln, man verlange auch gar keine Exekutive, man wolle sich nur ausreichend unterrichten. Jetzt bleibe dazu nur das Mittel der Fraktionsberatung übrig. — Auf eine Zwischenfrage des Beisitzers Landgerichtsrats Buff: „ob jemals ein Streit darüber entstanden sei, daß die 1881 vorhanden gewesenen Ausschüsse als Kommissionen im Sinne des Art. 52 auf- jufaffen feien", antwortet der Redner, daß man darüber: nie gestritten habe. Wenn Brink meine, es sei bisher mit (einen Ausschüssen alles gut gegangen, so sei das eben daraus zu erklären, daß der früheren Mehrheit alles recht gewesen sei. Redner kommt schließlich gleichfalls zu dem Antrag, den Rekurs als unbegründet abzuweisen. Rach einer kurzen Erwiderung des Oberbürgermeisters Brink, die sich gegen einzelne Ausführungen des Vorredners wendete, zog sich der Provinzialausschuß zur Beratung zurück. Tie Entscheidung lautete: Ter Provinzialausschuß hat entschieden: Unter Aufhebung des Urteils des Kreisausschusses vom 26. September wird die Beanstandung des Stadtverordneten- Beschlusses vom 25. Januar, die Bildung der Ausschüsse betr., für begründet erklärt, dieser Beschluß aufgehoben und die Stadt Offenbach in die Kosten des Verfahrens und in eine an die Provinzialkasse zu zahlende Aversional- strafe von 25 Mark verurteilt. Tie ganze Angelegenheit, die außerordentlich bedeutungsvoll für die hessischen Städte ist, wird auch noch das Ministerium beschäftigen, da die Vertreter der Offenbacher Stadtverordneten-Mehrheit wiederholt angekündigt haben, daß sie bis zur höchsten Instanz gehen würden. Vermischtes. * Köln, 7. Jan. Gestern nachmittag gegen 6 Uhr ist auch da« zweite Kind des Hrn. Ries, das hei dem Brande in der Follerstraße noch lebend gerettet wurde, den erlittenen Brandwunden erlegen. Die Zahl der Opfer der schrecklichen Katastrophe ist damit auf sieben gestiegen. * Dortmund, 8. Jan. Aus der Zeche Adolf von Hansemann, welche von starken Wafserzuflüssen heimgesucht wurde, fand heute auf Zeche 2 eine Explosion schlagender Wetter statt. Vier Bergleute, darunter ein Steiger werden vermißt. Dieselben gelten als verloren. * Drahtlose Telegraphie zum Mars. Es sch-int, als ob wir demnächst in einen ausführlichen telegraphischen Verkehr mit den Marsbewohnern treten würden. Die erst. Meldung ist schon da, der Apparat, mit dem wir drahtlos hinüber telegraphieren werden, ist in Aussicht gestellt, — fehlt nur noch das Alphabet, über das wir uns mit den Leuten von drüben zu verständigen haben. Nikola Tesla, der bekannte Forscher auf dem Gebiete der Elektrizität, ist der Wundermann, der zu dem Vielen, was er schon versprochen hat, auch dieses noch hinzusügt. Wie nämlich englischen Blättern aus Newyork telegraphisch gemeldet wird, erklärte er in einem Interview: „Ich te-le den Glauben anderer Männer der Wissenschaft, daß der Planet MarS bewohnt ist und daß die Marsbewohner den Versuch machen, mit der Erde in Verbindung zu treten.“ TeSla ist vor Kurzem aus Colorado zurückgekehrt, wo er eine Reihe von Versuchen mit drahtloser Telegraphie in großer Höhe in den Rocky-MountainS geleitet hat. Während dieser Versuche be- merkte er eine geheimnisvolle Energiekundgebung, die weder von der Sonne, noch von der Erde stammt, und von der er glaubt, daß sie von einem Planeten herrührt. Eins der Instrumente, das zur Beobachtung der elektrischen Beschaffenheit der Erde gebraucht wurde, war eines Tages in unerklärlicher Weise beeinflußt und registrierte nacheinander deutliche, obgleich schwache Bewegungen; diese wurden nicht ein Mal, sondern viele Male beobachtet. . . Wem aber das noch nicht genügt, für den fügt TeSla hinzu: „Ich habe meinen Uebertragungsapparat so weit vervollkommnet, daß ich eine Maschine bauen kann, die genügend Energie zum MarS übertragen kann, um auf den Telegraph oder das Telephon der Leute dort einzuwirken. Ich baue darauf, daß die Marsbewohner versuchen, zu unserer Erde zu signalisieren. Wer weiß aber, ob sie nicht weiter vorgeschritten sind als wir, Botschaften zu übermitteln? Mit verbesserten Forschunas Mitteln werden wir schließlich entdecken, ob diese Störungen oaS find, was ich bestimmt meine. Die Zeit ist gekommen, c>aß der Elektriker sich mit dem Astronomen verbindet, um ie Nachborwelten zu erforschen. . ,N Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. «etraute. MatihSusgemeinde. Den 1. Januar. Christian Ldfrer, Schuhmacher zu Gießen und Anna Martha Wagner, Tochter des Taglöhners Christian Wagner zu Röddenau. Getaufte. Matth äusgemeinde. Den 1. Januar. Dem Fuhrmann Wilhelm Schmidt ein Sohn, Willy Heinrich Jost, geboren den 3. Dezember. Markusaemeinde. Den 30. Dezember. Dem Lehrer am Gymnasium August Hagge» müller eine Tochter, Julie Johanna Emmy, geboren den 27. November. Lukasgemeinde Den 80. Dezember. Dem Verwalter Johann Heinrich Hermann Wißner ein Sohn, W lli Eugen Franz Max, geboren den 29. November. Denselben. Dem Kürschner Otto Richard Frenzel ein Sohn, Otto Richard, geboren den 28 November. Denselben. Dem Bahnarbeiter Friedrich Lauster ein Sohn, Heinrich Karl, geboren den 13. Dezember. Denselben. Dem Heizer Georg Hartmann ein Sohn, Adolf Albert, geboren den 14. Dezember. Den 1. Januar. Dem Lackierer Karl Volz ein Sohn, Friedrich, geboren den 30. November. Denselben. Dem Schmied Heinrich Gemmer eine Tochter, Erna, Elisabeth, geboren den 21. Okiober. Johannes gemeinde. Den 30. Dezember. Dem Rechtsanwalt Friedrich Engisch ein Sohn, Ludwig Arthur, gefroren den 30. November. Beerdigte. Matthäusgemeind e. Den 31. Dezember. Wilhelmine Kreiling, Privatin, Tochter deS verstorbenen Fuhrmanns Konrad Krelling, 79 Jahre alt, starb de« 29. Dezember. Den 4. Januar. Katharine Schneider geb Wagner, Ehefrau des Knechts Johannes Schneider, 30 Jahre alt, starb den 2. Januar. Lukasgemeinde. Den 29. Dezember. Karl Friedrich Wilhelm Grüneberg, Werkmeister, 62 Jahre alt, starb den 27. Dezember. Den 8. Januar. Ludwig Lind, Lackierer, 39 Jahre alt, starb den 31. Dezember. DüüH-Älil.-Rsdk Mk. 16.20 und höher — 12 Meter! — porto- und zollfrei zugesandtl Muster umgehend ebenso von schwarzer, weißerund farbiger „Hennefrerg-Seide" von 85 Pfg. bis 18.65 p. Meter. 228 G. Henneberg, Seito-FabnWu.k.HolL) Zürich. Bekanntmachung, betr.: Die Hetchelheim'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 27. April b. I. die halbjährigen Zinsen mit 525 Mk. an eine in Gießen wohnhaft würdige und bedürftige christliche Familie ober Person zu vergeben. Anmeldungen werden von heute an bis 20. Februar er. auf dem Büreau des Armenamtes — Zimmer Nr. 2 — entgegen genommen. Gießen, am 3. Januar 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 486 Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in § 25 der Wchrordnung werden alle im Jahre 1881 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine drfinitive Entscheidung erhalten und entweder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirtschaftsbeamte, Handlungsgehilfen, Lehr linge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter ober in ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit ausgefordert sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierung-, stammrolle in der Zeit vom IO. bis 20. Januar d. I. bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden und dabei, wenn fit dahier nicht gehöre« find, ihre» Geburtsschein, welcher von dem betreffenden Standesamt zu er roh Een ist, und, wenn sie bereits bei einer früheren Musterung konkurriert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldung unlerlaffen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 80 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losung ausgeschloffen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militärpflichtigen auf Grund des § 32. pos. 2, lit. a, b, c, ä, s, f und g der Wehrordnung recht- zeüig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubringen sind, da verspätete Gesuche keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 3. Januar 1901. 378 Der Bürgermeister: I. V.: Wolff. Das General-Depot s»r Konserven von E. Moitrier in M-tz befindet sich bei: C. G. Kleinhenn DE^" ,Nsch-u.Geflü lhandi , u. u. uicmucuu, Bahnhofstraße 59. Telephon 66. ®ett H-uptwaggon 'st eingetroffen, 473 ^agroSverkaufzuOriginal-Fabrikpreisen;einzelneDosen ebenfalls billigst. AWruchs-Mrsteigerung bestehend in größeren Partim alten Eichen Breun und Nutzholzes. Die Versteigerung findet nächsten Montag den 14. Januar 1901 in meiner Hofraite, Zozelrgaffe Nr. 9, statt. 481 C. Roth II. U Nr Magenleidende! Allen benen, ble sich durch Erkaltung oder Uekerladmig de« Magen«, durch Genuß aianael^afttt, schwer verdaulicher, zu heißer »der |H kalter Speisen »der durch unregel. mäßige Lebentaxtsc ein Magenletdea »ie: Wagenkatarrh, Wagenkrampf, Magenschmerzen, schwere Kerdauuag -der Kerschleimnng zugezoge» habru, sei hiermit ein gute« Hausmittel empsohlen, dessen vorzügliche Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sink. E« ist dir« da« bekannte Wcrdauungs- und ZZlutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich’sche Kräuterwein 3>ief«r «rSuterwein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet und stärkt und belebt den verdauungS-rgattiSmu- d«» Menschen ohne «in Abführmittel zu fein. Uräuterwein besettigt Störungen In den Blutgefähen, reinigt da» Blut von verdorbenen, trank, machenden «tosten und wirkt fördernd auf di« Neubildung gefunden Blute». Durch rechtzeitigen Gebrauch de« Kräuter-Weine« werden Magenübel meist schon im Iketme erstickt. Man sollte also nicht säumen, sein« Anwendung anderen scharsen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerzen, Auf- ftotzeu, «odbrennen, Blähungen, Uebelkeit Mil Erbrechen, die bei chronisch«» ^veralteten) Magenleiden um so heftiger austreten, werden oft nach einigen Mal Trtnkm bescittgi. Stuhkverstopsung Ä» sowie Blulanstauunaen tn Leber, Milz und Psortadersystem (Hämorrhoidalleiden) werden durch ßräuterroeln rasch unb gelind beseitigt, ffräulerwein behebt Nnver» daulichkeit, verleiht Kem B-rdauungssysiem einen Aufschwung unb entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe au« dem Magen und den Gedärmen. Kageres, ökeiches Aussehen, ZZkut- mangel, Entkräftung geb er. Sei gänzlicher Appetitlosigkeit unter nervöser Abspannung unb ®«. müthSverstimmnng, sowie häufigen «opsschrnerzen, schlaflosen Nächte«, stechen »ft solche Kranke langsam bahin. Kräuterwein gtebt bet geschwächten Leben«krast einen frischen Impuls fträuterroein steigert ben Appetit, besördert Verbauung and Emährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert dte vlutdtldung, beruhigt bte erregten Nerven unb schafft bem Kranken neue -ebett-lust. Zahlreiche 8tu erkennungen unb Dankschreiben beweisen dte«. tkräuter-Wein ist zu habm in Flaschen i Mk. 1.26 und 1.75 in den Apotheken von »tehen, Grotzen-Linden, Wehlar, Fronhausen, Braunsei», Buhbach, Brandoberndors, Gladenbach, Weitburg, «rotzen-Buseck, Allendorf, Grün- berg. Sich, Hungen, Laubach, Bad.Nauheim, Marburg u s. w., sowie tn ganz Deutschland in ben Apotheken. Such versendet blt, Firma „Hubert Ullrich, Setpzia, weftstratz« Sk", 8 unb mehr Flaschen Kräutern»rin za Originalpreifm nach allen Orten Deutfchiand» pottv' unb ktstefret. Vor Nachahmungen wird gewarnt! 53 Man verlange autdriicklich er Hubert Ullrich’eehen ■^»0 Kräuterwein. Ilergeöung von Mauaröeilen. Die zur Erbauung eines Kohlenschuppens bei dem K.ffel- hause der neuen Kliniken zu Gießen erforderlichen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich: Maurerarbeit, Tteiuhauerarbeit in Basaltlaoa (— 6 cbm), Zimmerarbeit (— 19,6 cbm geschnittenes Tannenholz, ca. 386 qm Wand- und Dachverschalung rc) Gchreiuerarbeit, Gchlofferarbeit, Weißbinderarbeit, Gpeuglerarbeit (— 249 qm Zinkbedachung), und Pflaster und Wegeregulterungsarbeit werden hierdurch unter Hinweis auf den Mmisterialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submiffionswea- ausgeschrieben. Zeichnungen, Ausführungs-Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem A>2tslokal, Stephanstraße 18, zur Einficht offen und können lktztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebotsvermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 28. d. Mts., vormittags 11 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei bei uns einzureichen. — Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 7. Januar 1901. Großherzogliches Hochbauamt. Reulina. 488 Heffentliche Aufforderung. Ja Gemäßheit der letzten Willensordnung der Christoph Philipp Vogel Eheleute aus Gießen (Heffen) d. d. 5 Fe« bruar 1866 ffordere ich deren Sohn Ferdiuaud Theodor Christian Martin Bogel, geboren zu Gießen am 22. November 183k, oder deffen eheliche Abkömmlinge hiermit auf, innerhalb der nächsten drei Monate, vom 1. Januar 1901 an, dem Unterzeichneten ober dem Großherzoglicheu Amtsgericht Gießen ihren Aufenthaltsort mündigen, widrigenfalls nach Vorschrift des Testaments Verzicht auf die ihm dfferierte Erbschaft unterstellt und über den Nachlaß der Christoph Philipp Vogel Eheleute, so wie dies in deren Testament vom 5. Februar 1866 für diesen Fall an- geordnet ist, verfügt werden wird. Gießen, 1. Januar 1901. R. Hirschhorn, 238 Justizrat. WDWWN I^azzen eingetroffen. 407 Ja föl. Schulhof. Kehr gnte SpeiseKartosselu magnum bonum empfiehlt billigst 03 E-ttard Rieger, Asterweg 3. 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Gießen, den 9. g Großhcrzogli z-B Die Eröffnung' Die Eröffnung £anbi des berliner Sdjlo '»rasen Bülow ftattgtfun terimsdomkirche und in üblichen Gottesdienste ab Meißen tzaale erst zwei 9 begann sich der Laat ras vom Abgeordneten- und Ausnahme der U ■Ratibor und zwei junger erschienen. ^nsiterinm den Saal ?ör mit m wtfviiloiv, -er wegen - *‘;Pury vollzog, Itel unb verlas mit Ilan ff» M die fo£ M aates hingewiesen ES»1#! .ssäSÄ ^sns der ZE ^rechendk LLZS", Ä L"" Mer Sn P «och ^t- ’ da ij^ nicht r Sr-L,Kz