Nr. 364 Erscheint tSgNch vut Ausnahme des Montags. Die Sietzener Familien, blätter werden dem An- -eiger Im Wechsel mit dem Hess. Landwirt* ^d den ^Blättern für hessische Volkskunde* viermal wöchentlich bet- gelegt. ßeboftum, Erpedttioa und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen, FernsprkchanschlußNr.51. Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 9. November 1901 GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger ” ** Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Giehen Annahme von Anzeige» zu der für den folgenden Tag eficheinendcn Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungssteucn des In-und Auslandes nehmen An» zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen. UntversitätS - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Li Hung Tschang. ^ueusten Blätter widmen dem verstorbenen chinesischen Staatsmann Li-Hung-Tschang längere Nachrufe, in denen die Bedeutung des Verstorbenen als Reformator hervorgehoben wird, der die erste Bresche in die chinesische Mauer gelegt, und zwar indem er das Vaterland der europäischen Kultur näher zu bringen suchte. Wir haben keinen Grund, uns über den Tod dieses klugen Chinesen irgendwie aufzuregen. Er hat die sonst immer mit großem Fleiße verbreiteten Nachrichten über seinen baldigen Tod, wenn schwierige diplomatische Verwickelungen im Entstehen waren, nun der Abwechslung halber bewahrheitet. Alle die bisherigen Meldungen über seine Krankheit wurden mit besonderer Skepsis aufge- uommen, denn wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, um wie viel weniger aber einem Li-Hung-Tschang, von dem es nicht erwiesen ist, daß er auch nur eine Wahrheit in seinem Leben gesagt hat. Li-Hung-Tschangs Tod wird man in China und in Rußland bedauern. China verliert wenn nicht seinen be- fähigsten, so doch jedenfalls seinen gewandtesten Diplomaten, und das Zarenreich einen im Stillen wirkenden, eifrigen Förderer russischer Wünsche. In Deutschland erweckt der Besuch, den Li-Hung-Tschang im Sommer 1896, während der Berliner Gewerbeausstellung abstattete, ebenso verdrießliche Erinnerungen, wie jene so arg mißlungene Ausstellung. Es fand ein förmlicher Wettmuf statt um die Gunst und — um die Bestellungen des Mannes aus dem fernen Osten ;der besichtigte alles, lobte manches und lleß sich Festmähler und Ehrungen herzlich behagem Aber der erwartete Nutzeffekt dieser übertriebenen Veranstall- ungeu blieb aus. Nicht einmal eine wohlwollende Gesinnung wurde in der Folge von Li-Hung-Tschang Deutschland gegenüber an den Tag gelegt. Rußland nahm Li ganz für sich in Beschlag. Ob und wieweit der Verstorbene Tell hatte an den von der Kaiserin-Witwe eingeleiteten Fremdenverfolgungen, darüber fehll es an zuverlässigen Anhaltspunkten. Ein Freund der Fremden, ein Anhänger der Zivllisation im Umfassenden Sinne des Wortes, ist Li ebenso wenig gewesen, wie ein Freund der Wahrheit. Er konnte sehr liebenswürdig fremde Besucher empfangen. Das that er z. B. auch, als er sich ein paar Tage lang in Essen aufhielt, um die großen Krupp'schen Werke zu besichtigen. Er widersetzte sich auch nicht gegen die Einführung von Eisenbahn und Telegraph; aber er war nicht zu haben für politische Reformen in China. Hier vereinten sich die Anschauungen Lis und der Kaiserin-Witwe. Die Kaiserin hat es wesentlich seinem Einfluß zu danken, daß sie von einem gerechten Strafgericht verschont geblieben ist. Meisterlich geschickt war die Art und Weise, wie Ls-Hung-Tschang von dem Moment an, als die Mächte das Uebergewicht in China erlangten, den Frontwechsel der Regierung und des Hofes arrangierte, wie ec das große Schauspiel vorzuführen wußte, das die chinesische Regierung als ein „Opfer der Verhältnisse" hinstellte. Gegen die verblüfften Boxer und die Mitglieder anderer Vereinigungen, die sich als Stützen des Thrones betrachtet hatten und ein wohlgefälliges Werk mit der Fremdenverfolgung gethan zu Haven glaubten, richteten Chinas Streitkräfte die Schärfe des Schwertes. Und wie äußerst schlau verstand Li die Verhandlungen mit den Mächten hinzuziehen, die Bedingungen des Friedensschlusses auf ein erträgliches Maß für China herabzudrücken! Er war hier der leitende Geist; Prinz Tsching, von dem es jetzt heißt, daß er die Regierungsgeschäfte übernehmen werde, während Tschou-fu als Gouverneur von Tfchile fungieren wird, bis Li-Hung-Tschangs Nachfolger ernannt ist, hatte mehr wie ein Mitspieler nach den Instruktionen und den Sttchworten Li's zu agieren. Die Mitteilung, daß Juanschikai, der gegenwärttge Gouverneur von Schantung, als Nachfolger Li's ausersehen sein soll, muß der „Nat. Ztg." zufolge, stark bezweifelt werden. Für die hauptbeteiligte, am meisten einflußreiche Macht in China, Rußland, ist die Person des Nachfolgers ziemlich gleichgiltig. Es ist von russischer Seite längst der Anschluß an die Kaiserin-Witwe gesucht und erreiche worden. Und daraus kommt, so lange diese Frau lebt, alles an. . . Li-Hung-Tschang hat, im Jahre 1821 rn der Provinz Ng.anhui als Sohn eines armen Gelehrten geboren. ein Alter von 80 Jahren erreicht. Andererseits freilich wird behauptet, er sei nur 74 Jahre alt gewesen, und nur seine Freunde gaben chn für einen Achtzigjährigen aus, um ihm zu schmeicheln, denn in China gehört es zu den größten Artigkeiten, jemand für älter zu erllären, als er ist. Li-Hiing-Tschang hat seinem Vaterlande auch als Feldherr gedient. Im Kriege gegen Frankreich 1883 bis 1884 führte er den Oberbefehl über die im Felde stehenden Truppen und leitete auch schließlich den größten Teil der Friedensverhandlungen. Im Kriege gegen Japan war er Vizekönig der Provinz Tschili und ging 1895 als Friedensunterhändler nach Shimonoseki, wo ein Japaner ihn durch einen Revolverschuß ins Gesicht schwer verwundete. Ms Großkanzler des chinesischen Reiches schloß er bekanntlich gerneinsam mit dem Prinzen Tsching im laufenden Jahre dezr Frieden mit den Großmächten ab. Die „Köln. Ztg" schließt seinen Li-Leitarttkel mit den Worten: „Wie man auch Li-Hung-Tschang beurteilen mag, jedenfalls scheidet mit ihm eine der eigenartigsten Gestallen unserer Zeit, und sein Tod läßt eine Lücke, die vorläufig nur durch ein Fragezeichen ausgefüllt werden kann. Zum frarrzöfisch-türkijchen Konflikt. Die „Franks. Ztg" meldet aus Konstanttnopel: Au dem hier stationierten französischen Kriegsschiff „Vautour" wurde ein Tagesbefehl verlesen, wonach kein Mann das Schiff verlassen darf und dasselbe für alle Eventualitäten bereit sein soll. Der Minister des Aeußeren, Tew- fik Pascha, sandte eine Note an die französische Botschaft nebst eine Anzahl monatlicher Tratten nu: die Zollverwaltung; diese sino auf die französische Botschaft ausgestellt und beginnen vom 1. Dezember- Der Betrag jeder Anweisung ist 25000 türkische Pfund und das Ganze entspricht den gesamten für Lorando geltend gemachten Foroerungen. Ferner benachrichtigte Tewsik Pascha den Botschaftsrat Bapst, daß der kaiserliche Ferman, der den chaldäischen Patriarchen anerkennt,' bereits erlassen sei,und daß Die Anerkennung der anderen französischen Forderungen, die in der am Sonntag übergebenen Note gestellt wurden, auf gutem Wege sei. Es gilt aber für höchst zweifelhaft, ob Frankreich nunmehr der Lösung der Lorando-Angelegenheit zustimmt ohne die volle Lösung für die in der Sonntagsnote gestellten und für die Herstellung des französischen Prestige in Syrien und Palästina wichtigen Ansprüche erhalten zu haben. Ern vom türkischen Telegraphen befördertes Telegramm der „Agence Havas" aus Mytilene meldet, daß Admiral Caillard die Zollämter von Mytilene, ohne au' Widerstand zu stoßen, besetzt hat. Der Admiral teilt ferner das Eintreffen der Kreuzer „Linois" und „Epee" rn Myttlene und die Vereinigung mit dem Geschlvader mit. An die Mächte ist von der französischen Regierung eine Cirkularnvte versandt worden, in der entsprechend den Erklärungen, die Minister Delcasse in der Kammer gegeben hat, die Absichten Frankreichs dargelegt werden. Aus den bereits ein gelaufen en Antworten der Mächte ergiebt sich, daß die Note überall gut ausgenommen worden ist. Ter Fortgang der französischen Maßnahme läßt also die Angelegenheit für die Türkei ernster erscheinen, als anfangs angenommen werden mußte. Jetzt wird auch noch als ein bedenkliches Moment die entschieden kriegerische Stimmung der türkischen Armee bezeichnet. Die französische offiziöse Bemerkung von der guten Aufnahme der Zirkularnote läßt darauf schließen, daß alle Mächte einstweilen auf gleicher Linie sich befinden und ruhige Zuschauer bilden. Man glaubt auch nicht, daß irgend eine Macht geneigt sein werde, aus ihrer Reserve heraustreten, und Frankreich wird gewiß alles vermeiden, was die Rechte und Interessen anderer Mächte verletzen könnte. Me Londoner Meldung, England werde Lemnos und Rußland Teuthero besetzen, falls die Okkupation von Mytilene fortdauern sollte, scheint man als Manöver zu betrachten, um über die Absichten der Kabinette von Paris und Petersburg Genaueres zu erfahren. Politische Tagesschau. König Eduard von England. Am 9. November vollendet König Eduard VII. von Großbritannien sein 60. Lebensjahr. Als rechter Onkel unseres verehrten Großherzogspaares wie als Bruder der verstorbenen Kaiserin Friedrich steht er auch dem deutschen Volke näher als andere europäische Monarchen, und gerade für diesen Tag ziemt sich der Ausdruck des Wunsches, daß alle Gerüchte über die Krankheit des Königs, die ein allen Zweifel ausschließendes Dementi immer noch nicht erfahren haben, sich als unrichtig erweisen. Eduard VII. ist am 9. November 1841 in London als ältester Sohn des Prinzen Albett und der Königin Victoria von Großbritannien und Irland geboren. Er wurde selbstverständlich sehr sorgfältig erzogen und besuchte die Universitäten Oxford und Cambridge. 1860 machte er eine Reise nach Amerika und 1862 eine solche nach dem Orient. Seine Vermählung mit der Prinzessin Alexandra von Dänemark, Tochter des Königs Christian IX., erfolgte am 10. März 1863. Dieser Ehe entstammen fünf Kinder: zwei Prinzen, von denen der älteste Sohn, Herzog von Clarence, am 14. Januar 1892 gestorben ist, und drei Prinzessinnen. König Eduard VII. trat als Oberst in die Armee ein und avancierte bis zum Generalfeldmarschall, ohne indessen einen mehr als vorübergehenden Anteil an den Heeresangelegen- hetten zu nehmen. Im preußischen Heere hat er seit 1883 den Rang eines Generalfeldmarschalls inne und ist Chef der Blücher'schen Husaren. 1875 bis 1876 machte er eine große' Reise nach Indien, wo er mit vielem Enthusiasmus empfangen wurde. 1885 bereiste er mit seiner Gemahlin Irland. Meist residiert er in Marlborough House zu London und in Frogmore bei Windsor. Bis zu seinem Regierungsantritt hat er sich von allen Staatsgeschäften ferngehalten, imd auch jetzt vermag er auf die Parlamentsregierung seines Landes keinen großen Einfluß auszuübep. Cs ist darum durchaus ungehörig, wenn ihm die schweren Sünden des englischen Heeres in Südafrika zum Vorwurf gemacht werden. Die deutschen Kundgebungen gegen Chamberlain nehmen ihren Fortgang. Den Greifswalder Studenten schlossen sich solche in Berlin, Marburg, Tübingen und Jena an, dem Krregerverbande „Hassia" ist jetzt der ^Darmstädter Kriegerverein gefolgt (siehe besondere Mtttellung) und in Leipzig soll heute abend eine akademische Protestkundgebung stattfinden. Wir haben bereits unsere Ansicht darüber ausgesprochen und finden sie jetzt unterstützt durch zwei Berliner Blätter. 'Die „Nattonalztg." befürchtet, daß lediglich die englische Einbildung gesteigert würde, wenn man in Deutschland zur Zurückweisung jener Bemerkungen noch weitere hejondere Veranstaltungen träfe. In ähnlichem Sinne schreibt die „Voss. Ztg.": „Die große Mehrheit der Bevölkerung ist über Herrn Chamberlains Rede mit einem A^?Blzucken zur Tagesordnung übergegangen. . . Wer keine Straßenpolitik treibt, wird sich hüten, den Andeutungen eines englisch/n Redners übertriebene Bedeutung beizumessen." Einen Sturm durch das ganze Reich gehen zu taffen wegen einer lächerlichen Thorheit Chamberlains, das heißt mit Kanonen auf Katzen feuern. Etwas anderes wäre es noch gewesen, hätten die Demonftrationen unmittelbar, nachdem die Worte gefallen waren,' eingesetzt. Aber Tag um Tag verging bis zu der Versammlung und dem Beschluß der Studentenschaft in Greifswald. Ein Mann, wie Chamberlain, der gerne von sich reden macht, sollte nicht in die Lage kommen, ftch etwas darauf zu gute zu thuu, daß er eine große und ihrer Würde bewußte Nation in Bewegung zu setzen vermag. Zum Zolltarif. Gegenüber anderslautenden Blättermeldungen erfahren die „Berl. N. N." an maßgebender Stelle, es sei nacht richtig, daß der Zolltarifentwurf im Bundesrate wich- tigeVeränderungen erfahren habe. Ebenso unrichtig sei die Behauptung, daß die baldige Einbringung der Vorlage im Reichstage zweifelhaft geworden sei. Nach wie vor bestehe die begründete Hoffnung, daß dem von allen Parteien gehegten Wunsche, die Vorlage dem Reichstag bei Zusammentritt unterbreitet zu sehen, wird Rechnung getragen werden können. Mit dem Zolltarifentwurf wird schier „Fangball" gespielt. Die widersprechendsten Nachrichten über die Gestaltung des Tarifs in den Bundesratsausschüssen gehen um. Balo heißt es, es sei wenig geändert worden; bald, die Aenderungen seien so wichtig und zahlreich, daß es zweifelhaft erscheine, ob die Vorlage dem Reichstag gleich bei seinem Wiederzusammentreten zugehen könne. Da nun einmal der Tarif veröffentlicht ist, wird hoffentlich die Regierung auch die Abänderungen demnächst zur öffentlichen Kenntnis bringen und dadurch der Ungewißheit ein Ende machen. Nach der „Kreuzztg." wird das Plenum des Bundesrats am 12. Mvember zum Ergebnis der Beratungen der Bundesrats-Ausschüsse Stellung zu nehmen haben. Deutsches Reich. Berlin, 7. Nov. Der Kaiser unternahm, wie aus Potsdam gemeldet wird, gestern einen Spaziergang im Park von Sanssouci. Zur Mittagstafel beim Kaiserpaar war Gräfin Sarah Henckel-Donnersmarck geladen. Heute hörte der Kaiser die Vorttäge des Kriegsministers General von Goßler, des Chefs des Generalstabes General Grafen von Schliessen unv des Chefs des Militärkabinetts Generalmajors Grafen von Hülsen-Häselcr. Später empfing der Monarch den Bildhauer Brütt, sowie den Fürsten zu Hohenlohe und den Fürsten von Lichnowsky. — Die Uebersiedelung des kaiserlich enHof- lagers nach Berlin wird nach den bisherigen Bestimmungen erst Anfang Februar stattfinden. — Der Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung die Vorlagen, betreffend die Uebersicht der Reichs- ausgaben und - Einnahmen für das Rechnungsjahr 1900, betreffend die Uebersichten über die Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete für 1899 und 1900, betr. den Entwurf einer Verordnung wegen Festsetzung der Gebühren der Rechtsanwälte int Verfahren vor den Schiedsgerichten und dem Reichsversicherungsamte, betreffend den Entwurf von Bestimmungen über das Verfahren zur Feststellung der bei Anträgen auf Einführung eines früheren Ladenschlusses erforderlichen Zahl von Geschäftsinhabern den zuständigen Ausschüssen Stuttgart, 7. Nov. Zur Personentarifreform schreibt der Staatsanzeiger: „Wie uns von zu- tändiger Seite mitgeteilt wird, entbehrt die in sehr vielen Zeitungen enthaltene Nachricht, wonach die Verhandlungen der süddeutschen Eisenbahnverwaltungen zur Herbei- uhrung eines gemeinsamen Personen- und Gütertarif es dadurch ins Stocken geraten feien, daß die NücHußerung Badens und der Reichslande noch immer wie man es gethan hat, in den Maiorca die Aufseher über und Mediziner an die Zentren ihrer Wissenschaft, nach Italien Sache leite. ; schlüsse, die sich aus den: gesäurten Material für den Maio rat ergeben. Nach der Absolvierung des Magisteriums .wurden die Minores, sofern sie sich ausgezeichnet hatten, zu Jüngeren; sie blieben noch 5 Jahre, erhielten 40 fl. und , übernahmen damit die Pflicht eigener wissenschaftlicher Thättg- -keit. Deshalb ist es falsch, bei dieser (Änrichtung etwa nur, wenigen Tagen einige von Bad Salzhausen gegen Abend hierher zurückkchrende Damen von einem Wegelagerer bedroht worden. Infolge der Hilferufe der Damen zog es der Mensch jedoch vor, sich rasch aus dem Staube zu machen. Hoffentlich gelingt es unserer rührigen Polizei, ihn ausfindig zu machen, damit er seiner wohlverdienten Strafe nicht der Landgraf wollte sich in den Maiorca die künftigen leitenden Beamten erziehen, und zwar in allen Fächern. Theologen Maiorca ernannt und damit gewissermaßen Führer der durch die Versetzung des seitherigen Dirigenten Dr. Waas nach Alsfeld einen empfindlichen Verlust erlitten. Waas war ein durchaus tüchtiger Schulmaun und von großem Eifer für seinen Beruf erfüllt. Man sah ihn nur ungern von hier scheiden. An seine Stelle als Dirigent trat der seitherige Lehrer der Schule, Lehramtsassessor Zimmer, ferner trat Lehrerkollegium Lehramtsaeeessist B ö r st e l von Ländern. , . fc. Westerburg, 7. Nov. In Rennerod sind ewige Typhusfälle vorgekommen. Der hieftge Landrat warnt deshalb vor dem Wasser des Holzbaches, das wahrscheinlich durch Typhusbazillen insiziert sei. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein heiteres Vorkommnis berichtet man aus Bingen. In einem kleinen Orte bei Bingen, A., schellte kürzlich anläßlich der Anwesenheit des Großherzogs der Gememdedlener folgendes aus: „Morje kommt der Großherzog von Hesse nach Binge; wer ihn sehe will, derf hinfahre!" — In Darmstadt finden die Stadtverordnetenwahlen am 23. November slatt. — Der Seminar-Direktor Dr. Friedr. Quentell in Friedberg ist von dem Gartenbau-Verein Worms anläßlich dessen 20jährigen Stiftungs-Festes am 22. Sept, in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt worden. — Ein fein gekleideter Reisender, der in 4. Klasse fuhr, beschwerte sich am Mittwoch in der Nähe des Südbahnhofes in Marburg über den im Wagen herrschenden Tabaksqualm. Er zog denn auch die Notleine, um dem Schaffner seine Beschwerde vorzubringen. Auf deni Nordbahnhofe wurden indessen die Personalien des Reisenden festgeslellt, bannt ihm die Rechnung über das Ziehen der Leine im Betrage von 30 Mk. zugestellt werden könnte. haben. -k- Mainz, 7. Nov. Vor Eintritt in die Tagesordnung der heutigen Stadtverordnetensitzung brachte der Oberbürgermeister em Schreiben der sozialdemokratischen Stadtverordneten zur Verlesung, worin diese an die Bürgermeisterei die Anfrage richten, welche Maßnahmen sie zu treffen gedenke, zur Verminderung der Arbeitslosigkeit. Mainz, 7. Nov. Gestern hielt Prof. Dr. Sievers aus Gießen hier eine Vorlesung über „Handelsgeographie". Der Redner behandelte die geographische Verteilung des Mineralreichs, des Pflanzenreichs und des Tierreichs. Das Vorhandensein der Mineralien ist an keine geographische Bedingung gebunden. Diese sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, deni Zufall überlassen, wahllos über die Erde ver- treut. Das Gedeihen von Pflanzen und Tieren dagegen längt von den klimatischen Verhältnissen d. h. von Feuchttg- keit und Wärme ab. An der Hand einer Regen- und einer Vegetations-Wandkarte wies Prof. Sievers nach, wie sich die Vegetation ganz nach dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Regen und Wärme richtet und wie man hiernach die Weltkugel in ganz bestimmte Zonen einteilen kann. Die Pflanzen- und Tierwelt ist in den Tropen eine ganz andere, wie in den Subtropen, und hier wieder eine ganz andere, wie in unseren gemäßigten Zonen. Der Mensch vermag wohl einzugreifen und durch Einrichtung von Bewässerungsanlagen usw. die Natur gewissermaßen zu korrigieren, im Laufe der Zeit werden aber die klimatischen Verhältnisse immer wieder ihr Recht geltend machen. Den interessantesten Teil des Vortrags bildeten eingehende Darlegungen über die Verbreitung und die Heimat der wichtigsten Pflanzenprodukte wie Holz, Getreide, Reis, Zucker, Kaffee, Kakao, Gewürze, Baumwolle, Thee, Tabak, Oel, Wein, Seide u. v. a. sowie der Nutztiere und tierischen Produkte nebst statistischen Angaben über den Ausfuhrwert der verschiedenen Erzeugnisse in den einzelnen entgeht. w. Nidda, 6. Nov. Unsere höhere Bürgerschule I)a: auf sich warten lasse, der Begründung. Zur Herbei- wie man es gethan hat, in den Maiorca die Aufseher uver sührung einer Verständigung der süddeutschen Bahnverwalt- die Minores zu erblicken; ihre Bedeutung liegt viel tiefer: ungen über ein gemeinsames Vorgehen in der Frage der der Landgraf wollte sich in den Maiorca die künftigen leitenden Reform der Personentarife sollen noch vor Ablauf dieses Beamten erziehen, und zwar in allen Fächern. Theologen Jahres mündliche Verhandlungen stattfinden. Eine Re- amaen meist nach Wittenberg oder Tübingen, die Juristen form der Gütertarife ist von keiner Seite be- b J - ■ - - — ri ■* in Hand zu gehen. Das ist jedenfalls noch weiter ge> K Qatols^n, als °on den Gießener N°twn°llib°r°l°n. “ s^en mi dadurch veranlaßt, v 3 , p Darmstadt, 7. Rovbr. Der Großherzog wrrd am Sanistag früh aus Italien wieder hier eintreffen. Darmstadt, 7. Nov. In der gestrigen Monatsversammlung des Kriegervereins wurde einstimmig folgende Resolutton angenommen: „Der Kriegerverein Darmstadt spricht seine Freude darüber aus, daß das Präsidium des Landesverbandes in der Zurückweisung der Ehamberlain'schen Angriffe auf unsere Kameraden-Veteranen den anderen Verbänden vorangegangen ist, und schließt sich der Zurückweisung der Lügen mit vollem Herzen an." . Darmstadt, 6. Nov. Dem Verband Rhernhessi- scher Weinhändler ging die Mitteilung zu, daß im Ministerium nicht die Absicht besteht, mit der Kontrole gemäß § 10 des Weingesetzes die Steuerverwaltung zu betrauen, lieber die Art der Lösung dteser Frage werde eine in Kürze zu erlassende Bekanntmachung Auffchluß geben. S. Darmstadt, 7. Nov. In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurden außer den aljährlich vorgesehenen Winter-Notstandsarbeiten, für unvorhergesehene Fälle 25 300 Mark zur .Herstellung von Straßen-Chaussrer- ungen, Kanalbauteu, bewilligt, obwohl der Oberbürgermeister erklärte, daß die hiesige Industrie vorerst so gut beschäftigt sei, daß voraussichtlich außerordentliche Arbeiterentlassungen nicht eintreten dürften. — Der 4. Ausschuß der 2. Kammer beschäftigte sich! gestern mit der K r e i s e i n t e i l u n g der Provinz O b e r h e s s e n, bem Vernehmen nach ist aber noch keine bestimmte Eu t-- scheioun g gefallen. Offenbach, 6. Nov- Ein gräßliches Unglück hat sich, heute früh um einhalb 7 Uhr auf dem Bahnübergänge der Bebraer Bahn an der südöstlichen Ecke des Friedhofes (Grenzstraße) ereignet. Der 69 Jahre alte Portier Franz Joseph Sommer aus Bürgel, der bei der Firma Wallerstein, hier, beschäftigt ist, war auf dem Wege nach Offenbach. Als er sich in der Mitte des Bahngeleises befand^ brauste ein Zug in der Richtung nach Ofsenvachj heran« erfaßte den Unglücklichen und zermalmte ihn derartig, daß die einzelnen Körperteile bis zur Unkenntlichkeit zer- stümmelt und auf etwa 100 Meter Entfernung zerstreut wurden. Ob die Barriere nicht geschlossen war, oder ob Sommer unter der geschlossenen Barriere durch gekrochen ist, konnte bis jetzt mit Sicherheit nicht festgestellt werden. o. Mainz, 7. Nov. Nach einem aus Bingen an die hiesige Polizei gelangten Telegramme ist gestern nachmittag in Ockenheim an einer Person ein Raubmordversuch verübt worden. Als Thäter kommen zwei Italiener im Alter, von 30 und 45 Jahren in Betracht. Der eine trägt einen schwarzen Vollbart, der andere einen Anflug von Schnurrbart. Beide sind dunkel gekleidet und führen Revolver und Dolche bei sich. Sie sollen den Weg nach Mainz «ungeschlagen Vermischtes. * Koblenz, 7. Nov. Wie die „Kobl. Ztg." meldet, stieß heute vormittag bei Kruft auf der Strecke Andernach- Niedermendig em Personenzug mit einer Lokomotioe zusammen. Es heißt, eine Person fei getötet und fünfzehn verletzt. * Kiel, 7. Nov. Auf dem Schiffe „Barbarossa' brach heute früh 81/, Uhr beim Einsetzen der Dampfpmasst r n m H YYTT q? ph 6 ober Frankreich. So erklärt sich z. B. bie Vortrefflichkeit i «. L. der wühr'end Anes AuftntKlts inkognito im frrttf bcS oon Kleinschmidt verfaßten Kagene-nbogener Landrechts , Rheinischer Hof wohnte, ist gestern nach Bozen abgereift, - daraus, daß er seine Studien m Italien vertieft hatte. ! Angekommen und in den nachbenannten Hotels abgestiegen I Der Veremspräfibent Dr. Frhr. Schenk zu Schwemsberg sind: Großherzog Ernst Ludwig von Hessen mit teilte sodann mit, daß Prinz Ludwig von Battenberg Gefiolg^; Erbprinz Moritz zu Hohenlohe - Schil-laus der Heiligenberger Bibliothek des verstorbenen Prinzen l.ingsfürst (Hotel Bayerischer Hof). Alexander ein interessantes Buch habe übersenden lassen, " das er den Vereinsmitgliedern zur Einsicht vorlege. Es ist । Ausland. das vom Landgrafen Moritz von Kassel verfaßte lateinische London, 7. Nov. In einer Depesche des Gene- gereimte Psalterium, das 1593 gedruckt wurde. Nach dem rals Kitchener aus Pretoria werden weitere Einzel- Einband und den Einträgen der Besitzer zu schließen, wird heiten über das Gefecht bei Be r ke n s l a a g t e ge-lcs ein Dedikationsexemplar für D. Faber sein, der es weiter meldet. Hiernach erreichte die Kolonne Vensons den Lager- an Mag. Joh, Mylius verschenkte, den Lehrer, späteren Rat platz bei heftigem Regen. Die Buren erhielten Verstärkung Landgrafen Philipp von Butzbach, der bekanntlich durch Louis Botha, der mit 600 Mann im Eilmarsch bis I sein reiches Wissen auf vielen Gebieten auszeichnete. dicht an die Nachhut Bensons heranruate. Zuverlässigen I derselben Schloßbibliothek hat ferner bie Prinzessin Nachrichten zufolge wurden auf Sette der Buren 44 Manul ^n Battenberg ein seither ganz unbekanntes öet°JL die „Times" aus Tokio meldet, überwies Tagebuch der „Großen Lanbgrafin" Caro^ine aus dem Korea an Japan ein Gebiet Landes von 650 Jahre 1772 m eigenhändiger Abschrift dem Herein zur Em- Acres bei Chapokpo in der Nähe von Masampo zu einer sicht mitteilen lassen. besonderen Mederlassung, welche von Japan verwaltet L. ....... . .- ■■■■■-■ werden wird. Dieser Landstrich war früher von einem JUrtM iittil russischen Kriegsschiff vermessen und avgestecktworden. n b°son^rs wuusehenLw rt i» bem t t 3 * 6a6 auch em ^d rün a t werd- b - uts ch e r Brs ch ° s aus. ^^^^atischer Kandidat von den be.de» bürgerl.chen 3 _ Ein Abgeordneter wird der Kammer den Vorschlag iParteioerfammlungen aufgestellt wurde, hat in hiesigennationalunterbreiten, das französische Kupfergeld durch solches I liberalen Kreisen eine gewisse Aufregung hervorgerufen, und es soll aus Alllurni.ni.um zu ersetzen. I sogar, wie wir hören, bei manchem die Absicht bestehen, aus dem — Der deutsche Botschafter, Fürst Radolin,»hiesigen Nationalliberalen Verein auszutreten. .Und doch darf man sprach dem Handelsminister M i l l e r a n d im Allerhöchsten n^t außer acht lasten, daß, wenn die bürgerlichen Parteien Auftrage die Erkenntlichkeit des Kaisers ausJur I erreichen wollen, dies nur auf breitester liberaler Basis die künstlerisch vollendete, kostbare Er:nnerUn g^,-Pla-1 pßpn fanu Das bat die Generalversammlung der Ä.C» naftonallibemlen Partei vor allem in betracht gezogen, »nd Förderung, die der Kaiser durch Ueöerfendung von Kunst-»auch wir meinen, daß eine Zersplitterung det bürgerlichen werken aus seinen Privatfammlungen der Pariser Welt- Stimmen durchaus vermieden werden niuß. Wie uns aus ausstellung angedeihen ließ. Millerand gab seiner Freude Mainz mitgeteilt wird, haben auch dort die Nationalliberalen über die Kaiserliche Aufmerksamkeit herzlichen Ausdruck. |in einer zahlreich besuchten Versammlung fast einstimmig Wien, 7. Nov. Abgeordnetenhaus. In Beant-l^en Beschluß gefaßt, bei der Stadtverordnetenwahl mit den Wortung mehrerer Interpellationen wegen der^ VorgängeiDemokraten, Freisinnigen und Sozialdemokraten Hand au der .Ä^usbrucker Univerlität erklärt Unter- Hand zu gehen. Das ist jedenfalls noch weiter ge- ?^se £ gangen, als von den Gießener Nationalliberalen. Es er- M sich eben unter v-rschi°b°n°n Voraussetzungen bie Ver- Nicht zutrauen sollte, eine agitatorische Thätigkeit ent- schiedenartigkett der Kartelle. . faltet werde. Die Regierung habe feit Jahren gesucht, durch ** Die Zweite Kammer der Landstande wird, rote row be- die in Ausführung eines einstimmigen Beschlusses des reits gestern telegraphisch berichteten, am Dienstag, dem Tiroler Landtages eingeführten italienischen Parallelkurseiig. November, zu einer kurzen Session zusammentreten. Die der juristischen Fakultät, durch die der urfprüngliche Eha-I^auptverhandlungen werden im Januar beginnen. rafter der Innsbrucker Universität nicht berührt werden ** Rezitation. Die gestern abend auf Lonys Bierkeller konnte, dem Bedürfnis der italienischen Jugend nach Vo^ veranstaltete Rezitation des Schauspielers Emil Walkotte sXbinmUnto ‘^a'tu’ugbex Thcokro.MnS.ocst-II.ng »°ch in libh°st-cEnnn«nng mischen Behörden der Innsbrucker Universität anheim- sein wird, machte auf die Zuhörer einen überwältigenden gestellt werden sollte. Wenn die dabei gehegten Voraus- Eindruck; sie wird hoffentlich das Jntereffe weiter Kreise für setzungen nicht Mreffen, roerb» es Pflicht der Regierüng- derartige Veranstaltungen wach erhalten. jein, in anderer Weise für das Studium der italienischen •* Bier Jahreszeiten. Wir wollen nicht verfehlen, auch Jugend zu sorgen; die Regierung werde nicht anstehen, bt«fer Stelle nochmals auf die Konzerte aufmerksam zu in diesem Falle, die verfassungsmäßige Zustimmung des machen, die allabendlich in den vier Jahreszeiten von dem Reichsrates einzuholen. — ^is.^^Seordnetenhaus hat die ^atischcn Damen Ensemble „Lika" gegeben werden. Notstan d s v o r l a g e der Regrerung und die in den Not-l BeüdweMel Wie wir hören, ist die vor noch nicht oiugebrachten Drmglrchteftsautrage! Malern 74-2-8° Äa^nen Herr» Textv'r a ,rI ----1 erworbene Kinzenbach er Mühle durch Kauf in den Besitz "377---37 13 -a der Herren Völzel-Gießen und Schimmel-Heuchelheim über- Historr^cher Gereru sur das Grotzh. Heyen. Zangen. ö In der 1. Monatsversammlung am 4. hielt Pfarrer! ** Ein Unglücklicher. Ein älterer Mann aus Wansleben Lic. Dr. Diehl aus Hirschhorn einen Vortrag über das wurde in verwahrlostem Zustand und halberfroren gestern Thema: Kulturgeschichtliche Mitteilungen aus den vormittag in einem Backsteinhäuschen im Neustädterfeld auf- älteren Stipendiatenakten der hessischen Uni- gefunden. Er ist im Haftlokal untergebracht worden. An- versitäten. Den Ausführungen des Redners lag, wie die!scheinend ist der Mann geisteskrank. "Darms:. Ztg." berichtet, seither unbenutztes Aktenmaterial zu! A. Nidda, 7. Nov. Dem Vernehmen nach sind vor Grund, das sich vorzugsweise beider Universität Gießen findet. Es besteht aus zahlreichen Briefen, Reskripten und dem Sttpendiatenalbuni, vor allem aber aus dem von Johann Steuber 1630 zusammengestellten Stipendiatensalbuch. Aus dem für kulturgeschichtliche Studien überreichen Material konnte der Vortragende nur einen Ausschnitt bringen; er behandelte die Zeit von 1559 bis 1604, denn von da an beginnen mancherlei Schwierigkeiten, die mit der Gründung der Universität Gießen zusammenhängen. An Stipendiengeldern, die zur Verteilung tarnen, standen Ende des 16. Jahrhunderts rund 1860 fl. zur Verfügung, roomit 50 Minores und 10 Maiores unterhalten werden sollten. Es waren meistens Theologen, doch auch einzelne Mediziner und Juristen; der Zweck der Einrichtung war aber nicht die bloße Ernährung, sondern die Erziehung, nur die Tüchtigsten wurden dazu zum ausgewählt. Heppenheim. * Jni normalen Fall wurde der Student, der am Beginn! s. HartmannShain, 7. Nov. Zu der Mitteilung unseres seiner akademischen Laufbahn oft erst 15 bis 16 Jahre all Korrespondenten in Nr. 262, daß die Durchführung der Bahn- roar, nach 2 Jahren Baecalaureus, nach weiteren 2 Jahren strecke Grebenhain—Gedern (über Berniuthshaln—Völzberg- Magister; dann folgte das eigentliche Theologiestudium, vor Volkartshain—Ober-Seemen—Gedern) endgiltig beschlossen dessen Beginn aber die meisten die Universität verließen, um fei, schreibt uns ein Leser, er habe von gewisser Sette gehört, in den Schuldienst einzutreten. Während der Studentenzeit daß die andere Richtung, über Hartmannshaim, die lebten die Stipendiaten gemeinsam nach christlicher Haus- größere Aussicht zur Venvirkttchung habeweil die ordnung unter der Aufsicht des Ephoriis, eines Professors. Strecke cme viel kürzere ist als jene. Auch das ^erram fei Wichtig für die Geschichte des Pfarrwesens, der Familien nicht so schwer, wie es in unserem Bericht heißt. Ueberhaupt und des Gelehrtentunis jener Zeit sind vor allem die Auf-!sei der Beschluß der hessischen Landjtände noch abjuroarten. — Ferner wird uns zii der Meldung unseres Korrespondenten, daß die Wassermessungen im Vogelsberg eingestellt seien, mitgeteilt, daß das Frankfurter Tiefbauamt ruhig weiterarbeite, ja, in noch größerem Umfange als bisher Messungen vornehmen lasse. Sogar einen ständigen Bauführer habe es in Hartmannshain, der als technischer Beamte die ganze das stählerne Heißtau, als sich das Boot in der Hohe des Scheinwerferpodestes befand. Die Dampfpinasse stürzte ins Wasier und versank. Die auf dem Boot befindlichen Leute wurden durch die nachspringenden Offiziere Korvettenkapitän von Levetzow, Kapitänleutnant Maurer und Leutnant z. S. Knorr gerettet, bis auf den Torpedo-Obermatrosen Kairies, welcher ertrunken ist. Die Leiche ist noch nicht aufgefunden. Man nimmt an, daß sie unter das Schiff gekommen ist. 'Wilhelmshaven, 7. Roo. Das neue Linienschiff „Kaiser Karl der Große" das gestern bei einer Probefahrt auf der Unterelbe an Böschungen festgeraten war,m)urde alsbald wieder frei und traf gestern Abend wohlbehalten in Cuxhaven ein. ' Schneidemühl, 7. Nov. Die Maschine eines aus Dirschau kommenden Personenzuges fuhr auf eine Rangiermaschine. Letztere wurde zerschmettert. Ein Lokomotivführer und ein Heizer sind lebensgefährlich verletzt worden. ' Zu dem Jnsterburger Duell bringt die „Ostd. Volksztg." nähere Mitteilungen. Danach hat das Ehrengericht in Anwesenheit des Regimentskommandeurs Obersten v. Reißwitz viele Stunden hindurch getagt. Die Bedingungen waren dreimaliger Kugelwechsel bei 20 Schritt Barriere. (Nach einer anderen Lesart Kugelwcchscl bis zur Kampfunfähigkeit.) Die Entscheidung des Ehrengerichts wurde vom Brig-de- kommandeur, Generalmajor Stamm in Gumbinnen, und vom Divisionskommandeur, Generalleutnant v. Alten, zur Kenntnis genommen bezw. bestätigt." Beim zweiten Waffcngang erhielt Leutnant Blaskowitz den tätlichen Schuß. Er war einer der besten Schützen im Regiment, soll sich aber beim Duell in begreiflicher Erregung befunden haben. Der ärztliche Befund besagt, daß das Geschoß unter der achten Rippe eindrang, die linke Niere zerschmetterte und einen Bluterguß in den Unterleib herbeiführte. Der Schuß war unbedingt tätlich. Zeugen waren Oberleutnant Kreyher vom Jnf.-Regiment Nr. 147 und Leutnant Spletthöfer vom Art.-Regiment Nr. 37. Außerdem waren zwei Militärärzte anwesend. Es wird der „Ostd. Volksztg." versichert, daß Leutnant Blaskowitz bisher gehofft hatte, durch eine rückhaltlose Ehrenerklärung gegenüber den beleidigten Kameraden diesen eine ausreichende Ge- rmgthuung gewähren zu können, und daß es nicht an ihm gelegen hat, wenn das Duell stattfinden mußte. Der getötete Offizier war der älteste, 26jährige Sohn des Pfarrers Blaskowitz in Walterkehmen (Kreis Gumbinnen). Pfarrer Blaskowitz und die Braut Anna Riege veröffenllichen in der „Kreuzzeitung" „statt besonderer Meldung" folgende Traueranzeige: „Heute entriß uns iu Insterburg der unerbittliche Tod unseren ältesten, hoffnungsvollen Sohn und Bruder, meinen heißgeliebten Bräutigam Curt Blaskowitz, Leutnant und Adjutant im Jnf.-Regiment Nr. 147. Um sttlles Beileid bitten namens der tiefgebeugten Hinterbliebenen Pfarrer Blaskowitz, Anna Riege." * London, 7. Nov. Ein Telegramm aus Sheerneß meldet, daß der holländische Postdampfer „Köningen Regente" in der letzten Nacht infolge Nebels mit dem britischen Kreuzer „Proserpine" zusammenstieß. Die Passagiere des Postdampfers sind wohlbehalten an Bord des Kreuzers gebracht worden. Der Postdampfer ist auf den Strand gesetzt. * Bei einem Brande im Dorfe Skarboszewo, im Kreise Wreschen, sind drei Kinder eines Arbeiters verbrannt. * Theaterbrand. Nach einem Telegramm der „Franks. Ztg." aus New-York sind bei einem Theaterbrande in Hurley (Wisconsin) zehn Darsteller umgekom- men, darunter die deutsche Schauspielerin Clara Bonne. Gerichtssaal. Mainz, 7. Nov. Der Volksschullehrer Valentin Bechtel aus Eick, zuletzt an der Volksschule in Pfiffligheim bei Worms chätig, ist oes Sittlichkeitsverbrechens angeklagt. Die Verhandlung vor der hiesigen Sttafkammer, in der 29 Belastungszeugen zu vernehmen waren, erfolgte unter Ausschluß der Oeffenttichkeit. Tie unsittlichen Handlungen wurden von dem Anklagten an seinen Schulkindern in den letzten Monaten verübt. Er wurde für schuldig erachtet und zu 3 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Ehrverlust verurteilt. Kassel, 7. Nov. Das Schwurgericht verurteilte den Garnison Verwaltungs-Inspektor Heydler von Hofgeismar wegen Unterschlagung von 10000 Mk. zu zwei Jahren Gefängnis. Kiel, 7. Noo. Korvettenkapitän von Cotzhausen wurde nach lOstündiger Verhandlung von der Anklage des Unterganges des Kreuzers /Wacht" bedingungslos freigesprochen. Kiel, 7. Nov. An Bord des Linienschiffes Kaiser Wilhelm II. begann heute unter Ausschluß der Oeffenttichkeit die kriegsgerichtliche Verhandlung wegen der Vorgänge auf dem kleinen Kreuzer „Gazelle. Dre Anklage richtet sich in erster Linie gegen den Obermattosen Weiß, der aus der Garnisonarrestanstalt an Bord gebracht worden ist, dann gegen den Obermatrosen Genz, den Mattosen Gröger und gegen den Wachtmeistermaat Kunze. Universitüts Nachrichten. Berlin, 7. Nov. Der „Reichsanzeiger" veröffentticht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, wonach der Bundesrat beschloß , die Zulassung der Realgnmnsial-Abitu- rienten, welche ihr medizinisches Studium vor dem 1. Oktober er. begonnen haben, zur Ablegung der ärztlichen Prüfungen nach den bisherigen Vorschriften nicht von der Ergänzung des Reifezeugnisses durch eine Nachprüfung im Lateinischen und Griechischen abhängig zu machen. Wien, 6. Nov. Der Triester Gemeinderat erneuerte telegraphisch an den Ministerpräsidenten fein Anerbieten, für den Bau einer italienischen- Universität in Triest 1 Million Kronen beizuttagen, und als jährlichen Beittag für die Erhaltung der städtischen Krankenhäuser sowie der Bibliotheken zu Universitäts- zweckcn 10000 Kronen zuzuschießen. Innsbruck, 7. Nov. Aus Wien und Graz eingetroffene Studenten verstärkten die Anzahl der Italiener unb halsen ihnen, gegen den Akademischen Senat Protestierern Pfui- und Pereattufe erschollen in allen Korridoren. Da drang die Polizei mit ge° ?ogenem Säbel in die Universität em; die Studenten drängten ie mit Gewalt wieder hinaus. Auch der Rektor protestterte lebhaft gegen das Vorgehen der Polizei. Unterdessen wurde Militär in Bereitschaft gehalten. Die Vorlesungen an den drei roelt- sichen Fakultäten wurden bis auf weiteres e i n g e st e l l t. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurt a. M.» 7. Nov. Rach dem Ledermartr ist die Ledernrma Hugo Eli as insolvent. Die Passiven betragen 125 000 Matt. Köln, 7. Nov. In der Umgegend von Köln sind sehr große Vorräte von Braunkohlenbriketts aufgestapelt. Tas Bri- kettssyndikat ermäßigte den Vettragspreis um 10 Mk. pro Waggon, hiwrach den Preis pro Centner um 0/46 Mk. BreSlau, 7. Nov. Der Grobblechvvrbnn-d hat den Lokomotiofabriken eine Ermäßigung der Preise für Flußeisen- Keffelbleche, Lokomotiv-Rahmeirbleche usw. bewilligt. Tie Lokomotiv- fabttken mußten bekanntlich ihrerseits erhebliche Preiszugeständnisse machen, um vom Fiskus die Lieferung der unlängst vergebenen Lokomotiven zu erhalten. Ter ossizielle Preis für Keffelbleche beträgt 180 Mk. pr. Tonne. Der Sonderpreis wird nicht bekannt gegeben, da er nur dieses Einzelabkommen betrifft. — Tas Bankhaus Wiram & Lmoliau in Riga stellte die Zahlungen ein. Der Zusammenbruch dieses ältesten Riga- schcn Bankhauses ist durch die Beteiligung der verschiedenen Aktienunternehmungen herbeigeführt worden, die liquidieren mußten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 10. November. 23. nach Trinitatis. Gottesdienst. Iu der Stadtkirchc. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kindettirche für die Mattusgemeinde. Pfarrer Tr. G r e i n. Abends 5 Uhr: Professor D. Drews. Festgotlesdicnst aus Anlaß des Stiftungsfestes des Evangelischen Arbeitervereins. Donnerstag den 14. November, abends 8 Uhr, B i b e l st u n d e im unteren Konfirnrandensaal, Kirchstraße 9. Pfarrer Dr. Grein. In der Johauucskirche. Vormittags 9'/. Uhr: Pfarrer Euler. Vornrittags 11 Uhr: Kindergottesdienft für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Montag den 11. November, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfinnanndensaal der Johanneskirche. Ps. 90. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag dcil 9. 91ovember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 10. November. 24. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Meße; vor unb in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 8. Nov. Prinz Heinrich von Preußen ist heute vormittag 10 Uhr 4 Mm. in Begleitung seines Adjutanten, Kvpitänleutuauts Schmidt v. Schwind, zum Besuch des Großherzogs hier eingetroffen, der um 7 Uhr von Capri ankam. Ter Prinz wurde von dem Generaladjutant v. Wachter am Bahnhof empfangen und wird einige Zeit zum Besuch der Jagden hier verweilen. Frankfurt a. M., 8. Nov. Der Geistliche Rat Bernhard, der am 28. Oktober einen Gehirnschlag erlitt, ist heute früh 43/44 im 76. Lebensjahr gestorben. Kassel, 8. Nov. Im Bergwerk „Glückauf" hinter Wil- Helmshöhe wurden zwei Bergleute verschüttet. Der eine von ihnen, ein 19jähriger junger Mann namens Krug, wurde gelötet. Kiel, 8. Nov. Die gesunkene Dampfpinasse des Linienschiffes „Kaiser Barbarossa" wurde durch einen Schwimmkrahn der Krupp'schen Germania-Werst gehoben. Die Pinaffe ist so schwer beschädigt, daß eine Wiederherstellung kaum ausführbar fein dürfte. London, 8. Nov. Die „Times" veröffentlicht ein Schreiben William Harcourts, worin sich dieser gegen die Politik der Regierung und die Kriegführung wäh- rend der letzten Zett wendet. Er erklärt, die Verbannung der Buren und die Konfiskation ihres Eigenttms seien verfassungswidrig und könnten weder durch das Kriegsrecht noch durch das bürgerliche Recht begründet werden. Paris, 8. Nov. Die von Millerand dem deutschen Kaiser Wilhelm übersandte goldene Ausstellungspla- cette stellt auf der Vorderseite den Genius des 20. Jahrhunderts dar, der dem scheidenden 19. Jahrhundert die leuchtende Fackel aus der Hand nimmt, um laut der Umschrift das unvergängliche Licht den kommenden Geschlechtern zu übermitteln. London, 8. Nov. Wie die „Daily News" melden, ist Fräulein Hobhouse, die sich so sehr bemüht hat, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die hohe Sterblichkeit in den Konzentrationslagern zu lenken, in Südafrika verhaftet worden. Man glaubt, sie sei deportiert, d. h. au Bord eines nach England abgehenden Fahrzeuges gebracht worden. Peking, 8.Nov. (Reuter.) Ueber die letzten Augenblicke Li-Huug'Tschangs wird noch folgendes bekannt: Li-Hung-Tschang kam in der Nacht wieder zu sich, nachdem er seit Dienstag bewußtlos war, und nahm etwas Nahrung zu sich. Er schien seine Verwandten zu erkennen. Die fremden Aerzte zogen sich frühzeitig zurück und erklärten, es sei nichts mehr zu machen. Der Leibarzt blieb allein bei ihm. Als heute früh die fremden Aerzte erfuhren, daß die chinesischen Aerzte an das Krankenbett gerufen worden seien, weigerten sie sich, Li-Hung- Tschang weiter zu behandeln. Während man um diese Frage herumstritt, starb Li-Hung-Tschang. Es wurde daun sofort auf dem Hofe ein grüner Palankin (ein in Ostindien früher sehr gebräuchliches Tragbett, das mit Dach und Seitcnvorhängen versehen ist und dem Ruhenden gestattet, auf den im Innern be- findlicheu Matratzen und Decken ausgestreckt zu liegen. D. Red.) mit 8 Trägern und 8 schwarzen Pferden, alles ans Papier, in natürlicher Größe hergerichtet und dann angezündet, damit die Seele des Verstorbenen in den Flammen zum Himmel befördert werde. Die Leiche wurde heute vormittag in einen Sarg aus Teakholz gelegt, den Li-Hung-Tschang aus seiner Reise um die Erde mit sich geführt hatte. Am Sonntag findet die feierliche Aufbahrung statt, worauf die chinesischen Beamten an der Leiche defilieren. Es wird ein besonderer Tag festgesetzt, an dem die fremden Gesandten zugelaffen werden. Die Beerdigung findet in dem kleinen Dorse statt, wo Li-Hung-Tschang geboren wurde. Der Tag der Beerdigung ist noch nicht festgesetzt. Die Nachricht von dem Ableben Li-Hung-Tschangs wurde dem Hofe telegraphisch mitgeteilt. Man erwartet das Eintreffen eines Edikts, durch das Li noch nach dem Tode gewiffe Ehrentitel zueckamtt werden. Er wird wahrscheinlich zum Marquis eruanut werden, welcher Titel von seinem ältesten Sohne weitergeführt wird Die fremden Gesandten empfingen die Todesanzeige und antworteten durch Beileidsschreiben. Berlin, 8. Nov. Wie die „Nat. Ztg." hört, sind noch gestern mehrere Mächte darunter aiidji Deutschland in den Besitz amtlicher Erklärungen Frankreichs über den Aiveck der Flotten-Expedätion nach Mytilene gelangt. Diese Erklärung bestärkt in der Zuvev» sicht, daß eine dauernde Festsetzung aufLesbos, die zu Kompensations-Ansprüchen der anderen Mittelmeer- Mächte hätte Anlaß geben können, nicht in Frage steht. Die Erledigung in dem Rahmen der bekannten, keine Aenderung der B e s i tz v er h ä ltnis s e im Mittelmeer einschließenden Forderungen Frankreichs scl>eint hiernach gesichert. (?) Ter türkisch-französische Konflikt ist, wie der „Post" seitens der hiesigen türkischen Botschaft mitgeteilt wird, nunmehr erledigt. (?) Wie nach einem Telegramm aus Neapel verlautet, wird am Samstag die erste italienische Panzerflotte in die türkischen Gewässer abdampfen. Berlin, 8. Nov- Gestern abend wurde das Urteil in dem Prozeß gegen den Z ah n te ch n i ke r Bo ld t gesprochen. Es lautet auf 5 Jahre Gefängnis, 1000 M. Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust. Der Staatsanwalt hatte 6 Jahre Zuchthaus beantragt. Bunzlau, 8. 9ioü. Bei den gestrigen Stadtvervrd- netcnwahien wurden sämtliche vier sozialisiischen Kandidaten der dritten Abteilung zu Stadtverordneten gewählt. Tübingen, 8. Nov. Die Studentenschaft nahm nach dem Vortrag des Historikers Professor Busch einmütig die Erklärung an, in welcher sie mit ihrem Professoren protestiert gegen den Vergleich des deutschen Vollsheeres mit dem englischen Söldnerheer und die Erwartung ausspricht, daß die übrigen deutschen Hoch? schulen sich biesem Protest auschließen werben. London, 8. Nov lieber Li-Hung-Tschangs Tod wird noch aus Peking gemeldet. Li-Hung-Tschangs Gattin, zwei Söhne und eine Tochter waren an seinem Sterbelager. Bi. chinesiscke Beamte drängten sich int Namen. Prinz Tschun, der dem Hofe entgegenreist, wurde herbeigerufen. Wie Dr. Coltmann, einer der behandelnden Aerzte, erklärte, wurde er am 1. November zu Li gerufen. Er fand ihn sehr schwach infolge starker Blutungen, die durch Geschwüre in der Nase veranlaßt waren. Die Blutungen wurden leicht gestillt, doch konnte nur leichteste Nahrung eingeführt werden. Am 6. Mvember 2 Uhr morgens wurde Lt bewußtlos und Symptome von Kohlensäure- Vergiftung traten ein. Die Behörden hegen Befürchtungen für feindliche Demonstrationen gegen die Ausländer. Generale verteilten deshalb Truppen über die Stadt. Mehrere ausländische Gesandte statteten bereits Beileids- Besuche ab. — In politischen Kreisen wird versichert, daß Kabinett habe b e s ch lv s s e n, den Buren gegenüber unbedingte Unterwerfung zu verlangen und darnach erst Friedens-Bedingung en zu stellen. London, 8. Nov. Aus Peking wird gemeldet: 'Der Statthalter Ehoufon ist zum Nachfolger von Li- Hung-Tschang ernannt worden. London, 8. Nov. Reuters Bureau meldet aus Brett spruit vom 6. Nov-: Drei Kolonnen führten gestern abend und heute früh einen Marsch von 18 Meilen aus und griffen die in Bretspruit stehenden Buren an. Feld- kornet Kroop und fünf andere wurden gefangen genommen. In Winberg ergaben sich zwei Buren. London, 8. Nov. Die Regierung beschloß die Entt sendung von 16 400 Mann Verstärkungstruppen nach Südafrika. — „Daily Mail" berichtet von den Bermudas-Jnfeln: Der Kommandant Gorfork des englischen Kriegsschiffes „Hvthpor" fei infolge eines Unfalles ertrunken. Southampton, 8. Nov. Der Transportdampfer „Bavarian" ist mit 73 Offizieren und 1223 Unteroffizieren und Mannschaften nach Südafrika abgegangen. Paris, 8. Nov. 'Dem „Echo de Paris" zufolge ist im Ministerium des Auswärtigen die Nachricht eingetroffen, daß die arabischen Stämme und die Eingeborenen von Tripolis augenblicklich, nach der tunesischen Grenze unterwegs sind, um sich unter französischesProtektorat zu stellen. Paris, 8. 9Ä>V. Der „Matin" berichtet aus Athen: Fürst Maurocordato, der Vertreter Griechenlands in Konstantinopel, berichtet dem Auswärtigen Amte, die Pforte habe sich b er eit erklärt, die Lor an do-Schuld summ e von 3 4 4 000 türkischen Pfund bei einer Bank nieder zül egen. Die Pforte erkläre sich ferner bereit, Frankreich das Protektorat über die katholischen Schulenund Wohlthätigkeits-Anstalteri in der Türkei zu überlassen. Sie ist bereit, mit dem Bau derjenigen Schulen, welche die französische Regierung verlangt, vorzugehen. Außerdem verpflichtet sie sich, diejenigen Schulen wieder auszubauen, welche während der Unruhen von 1894 und 189b zerstört worden sind. Paris, 8. Nov. Der gesamte Eisenbahnver- k e h r sowie die Schiffahrt aus der Seine und dem Kanal sind infolge des dichten Nebels unterbrochen. Paris, 8. Nov- Ein großer Teil von Li-Hung- Tschangs Riesen-Vermögen, besonders die Liegenschaften wird an den Staat zurückfallen. Schon als Li einen Teil seiner Agenden abgab, war von solchen Operationen die Rede. Damals lagen sogar seitens mehrerer großer europäischer Gesellschaften Anträge vor, diesen Besitz in europäischer Manier zu exploitieren. Malta, 8. 9äov. Das englische Kriegsschiff „Formidable", befehligt vom Prinzen von Battenberg, ist hier eingelaufen. Die meisten Kriegsschiffe der englischen Mittelmeerflotte sind nun im ägäischen Meere versammelt und. haben Befehl erhalten, vorläufig in Malta zu bleiben. Wien, 8. 9ioo. In hiesigen politischen Kreisen zirkuliert das Gerücht, daß der Besuch des Königs von Griechenland hauptsächlich der macedonischen Frage gelte, deren endgiltige Lösung für das nächste Frühjahr bestimmt zu erwarten fei. Es könne schon jetzt als Thatsache betrachtet werden, daß in dem 9Jtoment, wo die makedonische Frage ins Rollen komme, Oesterreich-Ungarn, Rumänien, und Griechenland Hand in Hand ihre Interessen wahrnehmen und ihre Ansprüche zur Geltung bringen werden. New-York, 8. Nov. In Haveeuorth (Kansas) meuterten 30 der im dortigen Gefängnis befindlichen Strafgefangenen, entrissen den Aufsedern die Waffen, töteten einen und verwundeten zwei derselberr. Sie entflohen bann. Die Meuterer, von denen ebenfalls einer getötet und mehrere verwundet wurden, wurden von Kavallerie verfolgt. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. JEL, 8. November. 372% Beichsanleiho . . 100.30 3% do. . . . 89.15 37,% Konsole . . . 100.40 8% do. . . . . . 89.15 37a% Heaeen . . . . 98.05 5% Italien. Rente . . . 98.70 4 /o tiriech. Monopol-Anl. 41.40 3% Portugiesen .... 25.50 8% Mexikaner .... 25.50 4%% Chinesen .... 83.75 Tendenz: Kreditaktien.....193.70 Diskonto-Kommandit . . 170.70 Darmstädter Bank . . . 117.75 Dresdener Bank .... 117.90 Berliner Handelsges. . . 130 40 Oesterr. Staatabahn , . , 132.80 Gotthardbahn.....154.50 Laurahütte......179.00 Bochum.......160.75 Harpener ...... 156^80 schwach. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Bureaus des Stadtbauamts nach dem Hause des Herrn Professor Thaer, „In den Reueu-Bäuen Rr. 43", verlegt worden sind. Gießen, 7. November 1901. Das Stadtbauamt. Schmandt. 7332 Große AiisioM ongrkkilirter PiWkit von den billigsten brs zu den feinsten. 7333 Gelentpuppen in allen Grötzen Trouffcaik eit. KievenzWermeill für Gieße« v. Umg. Versammlung 7335 Sonntag den 10. November, nachmittags 3 Uhr, im bekannten Lokale. sowie alle Puppenteile, Puppenwäsche, -Kleider, -Schuhe, -Strümpfe. PllMn-Keilaustalt. PuM-Seilachlt. Sonnenstrasse 25. J. H. Fuhr Sonnenstrasse 25. Tagesordnung ist durch die Biene bekannt. Die Haftpflichtbeteiligten bitte ich dringend um Angabe der Völkerzahl (Stand vom 1. November) und Entrichtung der Beiträge. Drill. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: AchswSeislh 50 Pfg. Maronen empfi-hu Amil Kischöach. IVack-Pnlver Vanille Zucker Padding-Pulver L 10 Pfg. Millionenfach bewahrte Rezepte gratis von den besten ___________Geschäften.________231 O wiebeln, prima Winterware, V ftu haben heute Samstag in der Markttaube Nr. 10. Per Pfd. 5 Pfd. Frau Rühl. 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