Mr. 138 Zweites Blatt. Sonntag 9. Jnni 1901 **• 5 > iet. 'abrikpreisen iVM bai düssthlige 1514 Jahrgang. apelle. 85W H. Gema er. Ldrrffe für Drpesch««, Anzeiger Siehe«. Fernsprrchanfchtuh vir. H, China. Zwei Nachrichten englischer Blätter werden durch die „Post" dementiert. Sie schreibt: „Ein englisches Blatt läßt sich au8 Berlin melden, Kaiser Wiltzelm habe den Mächten den Vorschlag unterbreitet, einem französischen Offizier an Stelle deö Grafen Waldersee den Oberbefehl übet die Truppen der Mächte in Tschili zu übertragen. Diese Meldung enrbehrt jedoch der Begründung. Thatsache ist, daß zwischen den Kabinetten gar keine Verhandlung bezüglich der Ernennung eines neuen Oberstkommantnerenden schweben, sondern daß man die Frage, westen Befehl die in China verbleibenden Truppen unterstellt werden sollen, der Entscheidung der Kontingents-Kommandeure an Ort und Stelle überlasten hat. Desgleichen ist eine weitere englische Meldung unbegründet, derzufolge Kaiser Wilhelm geäußert haben soll, die Truppen der Mächte würden noch eine unbestimmte Zett lang in China verbleiben. Die verbündeten Truppen werden lediglich bis zur endgUtigen Abwickelung der Friedensverhandlungen in Tschili bleiben, aber keineswegs länger." Man wird diese Erklärung allgemein mit Freuden entgegennehmen. Die Truppentransport-Dampfer „Dresden" (N. D. L.) und „Batavia" (H. A. L.) haben am 5. Juni die Ausreise nach Ostasien zur Abholung heimkehrender deutscher Truppen angetreten. Nach einer Mitteilung des Kriegsministeriums hat der Dampfer „Wittetind" mit dienstunbrauchbaren Mannschaften des Ostasiatifchen Expeditionskorps am 6. Juni die Fahrt von Aden nach Bremerhaven fortgesetzt. Leider wird aber wieder eine neue Schießerei aufl Tientsin gemeldet. Mittwoch Abend feuerten einige indische Soldaten, die von einer Abteilung französischer Soldaten iusultiert und angerempelt worden waren, auf ihre Angreifer, wobei sie zwei töteten und fünf verwundeten. Hoffentlich wird auch dieser bedauerliche Vorfall nicht zu weiteren Komplikationen führen und nur darauf zurückzuführen sein, oaß die Leute in ihrer Freude über die bevorstehende Rückkehr sich wieder einmal arg bezecht haben und dann in Streit geraten find, dem politische Bedeutung irgend welcher Art nicht beizumeffen ist. WisienSdrang die deutsche Kolonie besuchen wird. Er wird einen praktischen Zweck damit verbinden und vermutlich den, sich zu informieren über die Angelegenheit der ost afrikanischen Bahn, durch Besprechungen mit dem Gouverneur Graf Götzen u. s. w., um dem Kaiser mündlichen Bericht zu erstatten. In der kommenden RetchStagSsession wird diese Eisenbahnfrage unzweifelhaft zur Entscheidung gebracht werden. DaS Bankkonsortium hat sich zu einigen Konzessionen an die Regierung schon bereit erklärt. Vielleicht gelingt es auf den Bericht des Grafen Waldersee hin, den Garantievertag weiter zu gunsten des Reiches umzugestalten. ZT * Beltersweg. PMischr Tagesschau. Graf Waldersee hat in einem auS Shanghai an seine Gemahlin in Hannover gerichteten Telegramm sein Eintreffen in der Heimat für Ende Juli in Aussicht gestellt. Da die Schnelldampfer die Strecke non Ostasien bis Genua in längstens vier Wochen zu durchfahren pflegen, würden dem Grafen für einen Abstecher nach Deutsch Ostaftika Bekanntmachung. In der Zeit vom 1. bis 8 Juni l. Js. wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldenes Medaillon, 1 Trauring, 1 Korallen- armband, 2 Spazierstöcke und 1 Etuis mit Schere und Fingerhut; verloren: 2 silberne Damenuhren und 1 Packet mit Kleidungsstücken. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 8. Juni 1901. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Brauhaus 'hrü'S Vinhally. abends 8 W; S Bn. ‘.Äffe MA. @api'al adel ütt r/,2 Uhr, Abmarsch 2 M Mchiklt l!l. r KrtsMoorstand. sc® JÄÄ eine SW 2! Nr b- BejngspreU oiertefii^M Mk. 2.-0, monail. 75 mttBrn.gerlohNi butt) M Abholcstellrn viert'jöixrl Mk. 1.90, monatl. 6.« T4» Bei Postbezug öierteljäW. Mk. 2.00 ohne Bestellze». Alle Hnifietn-BtrntitilunfM» stellen de» und 81u6lanX nehmen Anzeigen für «irbrvcr Anzeiger entgeee«. getlcnpreis lu!a\ i> »Nh eu8»ärtl M Psg WM erlaßener Graf Posadowsky. Aus Berlin, 7. Juni, wird uns geschrieben: In der „Nordd. Allg. Ztg." befindet sich folgende offiziöse Notiz: „Tie verschiedenen in der Presse umlaufenden Gerüchte über die Wiederbesetzung des Oberprä- sidiums in Königsberg werde:: uns als falsch bezeichnet/' Ties lakonische Dementi hat eine nicht uninteressante Vorgeschichte. Es ist in diesen Tagen der Staatssekretär des Innern Graf Posadowsky als der mutmaßliche Nachfolger des Grafen Bismarck bezeichnet worden- Ter Reichskanzler fahnde längst auf ein freiwerdendes Oberpräsidium, in dem Graf Posadowsky, der begeisterte Verfechter des Toppeltarifs für die Handelsverträge, untergebracht werden könnte. Dies entspreche auch den Wünschen des Staatssekretärs. Daß das letztere der Fall ist, durfte von vornherein bezweifelt werden. Wäre dem Grafen Posadowsky die große und weitverzweigte Thätigkeit im Reichsamt des Innern nicht ans Herz gewachsen, so würde er sicherlich zu der Zeit seinen Rücktritt angeboten haben, als er den schärfften Angriffen wegen der 12000 Mark-Affaire ausgesetzt war, obwohl ihn nur eine formelle, keine persönliche Verantwortung für den „Miß- griff" traf. Graf Mlow hat damals im Reichstag zu erkennen gegeben, daß er nicht gesonnen sei, sich! von dem Angegriffenen zu trennen. Welchien Grund sollte jetzt der Reichskanzler haben, den Grafen Posadowsky, wie behauptet worden ist, „in die Provinz zu verschicken?" Graf Posa-- dowsky sei, so lautete das Argument, mit seinen Doppeltarif-Bestrebungen in der Zolltarif-Konferenz unterlegen; der Grundsatz des Einheitstarifs habe gesiegt. Wir gaben bereits gestern der Vermutung Ausdruck, daß derartige, sehr sicher auftretende Meldungen mehr als Wünsche denn als Informationen zu betrachten seien. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt jetzt, in einer zweiten Notiz, diese Auffassung Aus der Thatsache, daß die Teilnehmer an der Zollvonferenz absolutes Stillschweigen sich auferlegt hätten, folge daß die in verschiedenen Blättern verbreiteten Nachrichten über einzelne Ergebnisse der Konferenz lediglich auf willkürlichen Kombinationen beruhen. Tas Fazit der beiden offiziösen, mit Promptheit angeordneten Richtigstellungen, ist, daß die Position des Grafen Posadowsky einstweilen keine Erschütterung erfahren hat, und daß die Befriedigung über die angebliche Niederlage txr Doppeltarif-Bestrebungen verfrüht war. Die „Berliner Reuest. Nachr." und die „Berl. Börsenztg." sind es in crfter Reihe, die von dem Festhalten an dem Einheitstarif zu berichten wußten und nun die offiziöse Korrektur erfahren. Man soll nie voreilig triumphieren. Graf Posadowsky hat wie kaum ein anderes Mitglied Der Regierung an der Vorbereitung der Handelsverträge tsich beteiligt, er war der leitende Geist bei den Beratungen Les „Wirtschaftlichen Ausschusses" und bei den außer- »rdentlich umfangreichen Befragungen bei den Produzenten. -(Uf tzine solche bis in die kleinsten Einzelheiten einge- arbeitete Kraft zu verzichten, würde, abgesehen von anderen Gründen, wenig zweckmäßig sein. Graf Posadowsky hat (Hfttbrt täglich mit tat Montag» HttUr •erfreu btm An. MtGstU W Mechel mit „Hkff. •**•*** «Ufr „Blätter *H- UHtkSklrnbe" vier» ** «Ech-tlich betgelrgt. •n «Hielten ttUfl« für ben | erMjetnenbrn Wrw 10 Uhr iftn spätesten« Engländer und Buren. Tie „Times" veröffentlicht folgende Depesche aus Pre- toria: General Blood berät mit Lord Kitchener über die n-eiteren Truppenbewegungen im östlichen Transvaal. Tie Erfolge der letzten zlvei Monate haben eine optimistische Anschauung der militärischen Lage (Ach, das ist aber ganz roas Neues!) aufkommen lassen, doch werden die Buren die Feindseligkeiten fortsetzen. (So? Wie sich die Herren . Engländer vor der Welt gut zu verstellen wissen! D. Red.) während ihre sogenannte Regierung dem Lanoe fern bleibt. Tie Abreise der Frau Louis Botha nach Europa macht die Meldung glaubhafter, daß Botha dem Beispiel Krügers folgen und das Land verlassen wird (Ei, ei, ob das nicht eine bewußte Täuschung ist!), sobald dies seinen Interessen förderlich ist Ter Mitteilung eines Buren zufolge, der zugegen war, hielt Botha letzte Woche in Spitzkop südlich von Amsterdam eine Ansprache an seine Truppen, in der er wieder betonte, daß England durch europäische Verwickelungen in Bedrängnis sei. (Tas ist z. Z. auch keineswegs zu bezweifeln.) Er sagte ferner, die gute Behandlung, welche die Engländer den sich ergebenden Buren zu Teil werden lassen, sei ein Beweis, daß England nicht im stände sei, den Widerstand der Buren zu brechen. In der Depesche der „Times" heißt es zum Schlüsse, die Operationen Bloods hätten bewiesen, daß die Buren den Rat Bothas, sich nicht zu ergeben, sondern sich in den Bergen zu verstecken, befolgt hätten. Eine Proklamation, in der angekündigt wird, daß nach Ablauf eines Monats allesEigen- tum der auf Kommando befindlichen Buren konfisziert werden würde, und die Führer, wenn sie gefangen genommen worden seien, mit lebenslänglicher Deportation bestraft werden würden, dürfte eine heilsame Wirkung haben, da es bekannt sei, daß mehrere Burenführer in ihrer Haltung schwankend sind. Aus diesem Tratsch ersehen wir, daß die Buren nicht daran denken, sich zu ergeben, daß sie besten Mutes sind und daß die zuletzt ausgesprochene Drohung in leeren Wind geredet ist und nur den Zrveck hat, ein imposantes Mäntelchen zu zeigen. Höchst bezeichnend für englische Art ist die Behandlung der afrikanischen Tinge im Parlament . Im englischen Unterhause erwiderte Kriegsminister Brodrick auf eine Anfrage, Kitchener habe keine Weisungen erhalten, die ihn daran hindern könnten, Vorschläge der Buren entgegenzunehmen. Er sei verpflichtet, alle Vorschläge sofort der britischen Regierung zu übermitteln. Kitchener jedoch sowie die Regierung lehnten es ab, die Frage der Unabhängigkeit GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen einmal im Reichstag dargelegt, daß er in seiner amtlichen Thätigkeit häufig persönliche Ueberzeugungen stärkeren, allgemeinen Interessen unterordnen müsse. Und so wird der Staatssekretär wohl auch bei den Handelsverträgen nicht gleich eine „Kabinettsfrage" daraus machen, toenn seine Auffassung über die einzuschlagenden Wege von den Bundesregierungen überall geteilt werden sollte. Wie man auch über die handelspolitischen Meinungen des Grafen Posa-- dowsky denken mag — jedenfalls würde es gerade in den Kreisen der Industrie lebhaft bedauert werden, wenn er nicht bei den weiteren Handelsvertragsarbeiten mitzuwirken Gelegenheit hätte. Wir haben erst kürzlich Großindustrielle mit hoher Anerkennung von der Sachkenntnis und dem Entgegenkommen des Staatssekretärs sprechen hören. Die Zuspitzung der marokkanischen Frage. Seitdem Herr Delcassö, Frankreichs Minister des Auswärtigen, von seiner Petersburger Reise zurückgekehrt ist, hat sich die wichtigste auswärtige Angelegenheit des westlichen Nachbarstaates, sein Verhältnis zu Marokko, offensichtlich zugespitzt. Die französische Regierung befolgte von diesem Zeitpunkte an, im Gegensatz zu ihrer früheren reservierten Haltung, die Politik entschiedenen Vorgehens. Gälte dies lediglich dem Sultan von Marokko, dann hätte die Sache weiter nichts auf sich. Doch mau weiß allgemein, daß Frankreichs Partner im Drama „Marokko" kein anderer als England ist, daß der Kampf in Wirklichkeit um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer geführt wird, die England kraft seines Besitzrechts auf Gibraltar zurzeit ausübt. Minister Delcasts hat also in Petersburg einerseits die Begebung der russischen Anleihe auf dem französischen Markt vermittelt, andererseits der auswärtigen Politik Frankreichs die Unterstützung Rußlands erwirkt und so die Republik gegen ein zweites „Faschoda" gesichert Einer neutralen Haltung Rußlands hätte sich also England bei einem Waffengang mit Frankreich nicht mehr zu versehen. Das wissen die Herren an der Themse sehr wohl, und deshalb sind sie nach altbewährtem Brauch darauf aus, hinter einer anderen Macht Deckung zu suchen, und zwar hinter Deutschland, das für solche Zwecke den Britten noch stets gut genug war. Wenn man den in der Londoner Presse geflissentlich gegebenen Darstellungen glauben könnte, dann läßt sich auf dem weiten Erdenrund kaum ein Gebiet entdecken, in dem Deutschland so interessiert wäre als an Marokko. Demgegenüber muß betont werden, daß Deutsch land dort nur handelspolitisch interessiert ist. Und auch in dieser Beziehung herrschen vielfach übertriebene Vor stellungeu. Die offizielle Statistik berechnet den Wert des deutsch marokkanischen Handels auf wenig mehr als sieben Millionen, von denen der Löwenanteil auf die Einfuhr aus Marokko entfällt. Das politische Moment scheidet völlig aus. Eine etwaige Aufteilung deS Sultanats geht Deutschland nur insofern an, als es Sorge zu tragen hat, daß seine wirtschaftlichen Jntereflen keine Beeinträchtigung erfahren. Der offenbar von England beeinflußte Sultan von Marokko scheint allerdings gesonnen, der Regierung die po litische Rolle aufzudrängen. Anders kann wohl schwerlich erklärt werden, daß er seinen KriegSminister jetzt beauftragt hat, sich in außerordentlicher Mission nach London und Berlin zu begeben. Einer Meldung auS Tanger zufolge soll im Plane liegen, ein Protektorat Englands über Marokko in die Wege zu leiten. ES geht sicher etwas AehnlicheS vor, sonst wäre nicht eigens eine marokkanische Gesandtschaft nach London delegiert worden, um König Eduard zur Thronbesteigung zu beglückwünschen. Nun, der Standpunkt Deutschlands ist klar und dürfte auch vom Reichskanzler dem marokkanischen Kriegsminister gegenüber entsprechend vertreten werden. Sich mit Frankreich zu verfeinden, zu dem es jüngst in besonders freundschaftliche Beziehungen getreten ist, liegt für Deutschland nicht der mindeste Anlaß vor. Gerade im dunklen Erdteil haben Deutsche und Franzosen immer und überall im besten Einvernehmen gelebt. Die Besorgnis Englands ist freilich begründet. Von seiner Position in Marokko hängt wesentlich ab der ungefährdete Besitz Gibraltar», die Stellung Groß brittanniens im Mittelmeere, und damit seine Stellung als Weltmacht. Die neuesten Madrider Telegramme lasten übrigens erkennen, daß auch Spanie n, das als Eigentümerin der nordafrikanischen „PrefidioS" au der Marokko-Frage unmittelbar interessiert ist, die Entwicklung der Dinge mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt. und noch eine Reihe von Tagen zur Verfügung stehen. ES läßt t>ie Regierung lehnten es ab, Die y-rage oec unuoyungigiei sich wohl annehmen, daß Graf Waldersee nicht lediglich auSfzur Beratung zu stellen. Labouchere fragt, ob die Re- Bekanntmachung. Betreffend: Umbau der Ziegelsteige bei Grünberg; hier Enteignungsverfahren. Die in unserer Bekanntmachung vom 22. Mai 1900 (Gießener Anzeiger Nr. 120 vom 24. Mai 1900) bezeichnete Tagfahrt zur Verhandlung über den Plan und die Entschädigung muß verlegt werden und findet nunmehr nicht am 14., sondern am DovverStag, dem 580. Juni d. 3s., vormittags 9 Uhr, auf dem Gemeindehaus zu Grünberg, statt. Gießen, 8. Juni 1901. Der Vorsitzende der Lokalkommission. Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Erdarbeiten wird die Löwengaste am 10. dS. MtS. und die KaplanSgaste am 11. ds. Mts. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 8. Juni 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. ans und aus und gierung den Buren dieselbe Art von Unabhängigkeit zu- gestehen werbe, wie Kanada und Australien eingeräumt sei. Chamberlain erwidert: Sicher nicht im gegenwärtigen Augenblick. Kriegsminister Brodrick teilt sodann noch mit, daß Kitchener in einem Telegramm das Gerücht, die Bur en hätten in Vlakfontein 2 Gefangene getötet, für unbegründet erkläre. Wie aus London telegraphiert wird, hat der dortige Gemeinderat mit großer Mehrheit beschtlossen, Lord M i l n e r zum Ehrenbürger der Stadt zu ernennen. Ein kleiner Trost für die schlechten Nachrichten, die der neue Lord jeden Tag aus den seiner Verwaltung unterstellten Gebieten empfangen muß! Lord Milner lofiCapetown, der neuernannte englische Pear, beweist durch seine Laufbahn wieder einmal die Wahrheit des Satzes: „Ter beste aller Berufe ist der journalistische, vorausgesetzt, daß man ihn verläßt." Es ist, -nicht lange her, da arbeitete er noch für die „Pall Mall Gazette". Als er sich endlich entschloß, Politik zu machen, fiel er mit seiner Kandidatur in Harrow durch Und dies begründete sein Glück, denn nun nahm ihn Goschen zum Sekretär und machte ihn nach vier Jahren zum Finanz- Untersekretär in Egypten. So wurde der Journalist plötzlich zum Finanzmann und zum Diplomaten. Sein Wert „England in Egypten" bewies, daß er auf beiden Gebieten Hervorragendes zu leisten vermöge. Daher wurde er 1897 als Oberkommissär von Südafrika nach dem Kap geschickt. Seine rasche Laufbahn verdankt Milner seinem geschickten politischen Lavieren ; schon 1885 hatte er vorausgesehen, daß der nnionistischen Partei die Zukunft gehöre, ohne Zögern verließ er daher die Reihen der Liberalen und trat, wie er sich ausdrückte, zur winningside über. So wurde ein Wort zur Wahrheit, das Lord Granville ausgesprochen, als Milner noch Student in Oxford war. „Dieser junge Mann", äußerte Granville gelegentlich einer von Milner geleiteten Versammlung, „wird dem britischen Parlament willkommen sein, welcher Partei auch immer er anzugehören ihm belieben wird." Ter ehemalige Oxforder Student ist heute noch durch und durch „Oxforder", sein ganzes Tenken ist von dem' Geiste der Oxforder Universität beseelt. Er bekennt auch eine gewisse, Schwäche für die deutsche Metaphysik. Schlank, von etwas gebeugter Haltung, stark ergraut, zählt der jüngste Pear der vereinigten Königreiche 47 Jahre. Sein Gesicht ist in der Ruhe unschön und fast bedeutungslos; sobald aber Lord Milner zu sprechen beginnt, hellen sich seine Züge eigentümlich auf. Dies europäische Burendeputation ist jetzt in Budapest eingetroffen. De Wet wurde im Triumph durch die Stadt geführt. Viele Tausende Menschen folgten dem! mit Transvaalfahnen geschmückten Wagen De Wets, unter Absingung des Kossuthliedes und der Marseillaise und unter Schmährufen auf England. Ter Umzug dauerte bis gegen 11 Uhr nachits. Newyork, 7. Juni. Die Fabrikautenvereinigung beschloß auf ihrer Jahresversammlung, einen allgemeinen Konvent zur Beratung und Förderung von GegenseitigkeitS- Verträqen mit dem Auslande ein z ub erufen. Hazardspiele verbietet und für Spielunternehmer Strafen von acht Tagen bis sechs Monaten oder 100 bis 5000 FrkS. Geldbuße vorsieht. Nach Ablehnung der weiteren Artikel der Vorlage erfolgte die Annahme der entsprechenden Artikel der Vorlage der Senatskommission und des Artikels 8, der den Städten Ostende und Spaa das Spielprivilegium bis zum 31. Oktober 1903 beläßt. Brüssel, 7. Juni. Der Regierung des Unabhängigen Kongostaates ist die Nachricht zugegangen, daß die letzten aufständischen BatateleS, die der Expedition des Obersten DHanis angehört und schon seit 1895 den Aufstand unterhalten hatten, nördlich vom Luamafluffe geschlagen worden lnd. 300 Mann wurden durch die von Major Andersen befehligte 150 Mann starke Truppenabteilung des Kongo- taateS gefangen genommen. Damit ist der Aufstand >er BatateleS vollständig niedergeschlagen. Rom, 7.Juni. Kammer. Auf eine Anfrage über den Stand der Verhandlungen mit Deutschland wegen der über üe Anwendung des deutschen Uufallversicherungs gesetzes entstandenen Fragen erklärt der Unterstaatssekretär des Auswärtigen, Martino, daß die italienische Regierung im Laufe der in Berlin und Rom geführten Verhandlungen immer für den Grundsatz völliger Gegenseitigkeit eiugetreteu et. Die italienische Regierung sandte auf Ersuchen der »eutschen Regierung dieser die Abhandlung des früheren Ministers Piccard über diesen Gegenstand, woraus hervor« sthe, daß die Bestimmungen des deutschen und des ita« ientschen Gesetzes sich völlig auSgleichev. Die italienische Regierung habe das feste Vertrauen, daß die deutsche Regierung, die von den besten Absichten beseelt sei, nicht zögern werde, den Bundesrat um die Anerkennung des Grundsatzes völliger Gegenseitigkeit zu ersuchen. WaS die Frage »er rückwirkenden Kraft betrifft, die Deutschland den in das InfallverficherungSgesetz vom 30. Juni 1900 aufgenommenen Bestimmungen gab, so sei im Jstereffe der Familien der in Deutschland vor Inkrafttreten dieses Gesetzes verunglückten italienischen Arbeiter, deren Revtenbezug auf Grund dieser rückwirkenden Kraft eingestellt wurde, seitens der italienischen Regierung eine lebhafte Thätigkeit entfaltet worden. Nunmehr habe nach den Mitteilungen des deutschen Botschafters das ReichSverficherungSamt dahin entschieden, daß das Gesetz von 1900 keine rückwirkende Kraft haben könne. Budapest, 7. Juni. Nach dem Ausweis über die Brutto-Einnahmen und -Ausgaben der ungarischen StaatSkaffeu im ersten Vierteljahr 1901 betrugen die Einnahmen 229,095,930 Kronen, die Ausgaben 310,596,019 Kr. Das Ergebnis stellt sich insgesamt um 29,890,504 Kronen ungünstiger als im ersten Vierteljahr des Vorjahres. Dies-S ungünstige Ergebnis ist entstanden hauptsächlich >em Ausfall bei den Einnahmen aus VerzehrungS- Schanksteuern und von den StaatScisenwerken, sowie >en größeren Ausgaben bei den gemeinsamen Ausgaben dem Tabakgefälle. Schwurgericht. C- Gießen, 8. Juni. Der Gerichtshof ist heute wie folgt besetzt: Präsident: Landgerichtsrat Schmeckenbecher, Beisitzer: Landgerichtsrat Hellwig und AmtSgerichtSrat Schmidt, Vertreter der Staatsbehörde: Staatsanwalt Zimmermann, Gerichtsschreiber: Ausland. Loudon, 7. Juni. Der Wert der Einfuhr im Mai weist eine Abnahme von 1J/2 Millionen Pfund Sterling, der Wert der Ausfuhr eine Abnahme von iy8 Millionen Pfund Sterling gegen das Vorjahr auf. Brüffel, 7. Juni. Der Senat lehnte den von der Kammer angenommenen Artikel 1 der Spielvorlage, der Strafbestimmungen gegen Spieler enthält, ab und nahm Artikel 1 der Senatskommissiou an, der den Betrieb der GerichtSaccesfist Traber. — Unter Anklage steht der 37 Jahre alte B ah vassist ent Georg Fiege aus Nieder-Kau f- uvgen wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung im Amte. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt HooS. Seit März 1897 war Fiege als Bahnassistent nach Vilbel versetzt worden, in welcher Stellung er zuletzt einen Gehalt von nahezu 2000 Mk bezog. Seine Familie bestand nur aus ihm und seiner Frau. Um nun seine kleinen Bedürfniffe zu befriedigen, entnahm er der ihm unterstellten Güterkaffe im Laufe der letzten beiden Jahre kleinere Beträge, sodaß sich bei der am 20. und 28. März lf. Js. stattgehabten Kassenrevision ein Defizit von 451,80 Mk. ergab. Nach verschiedenen Ausflüchten legte er ein umfassendes Geständnis ob, wobei er auch behauptete, in der Summe von 451,80 Mk. seien auch einzelne Beträge enthalten, die er zur Deckung ihm unerklärlichen Defizits in der Kaffe verwandt hätte. Von solchen Fehlbeträgen hat er aber seinem direkten Vorgesetzten, dem Stationsvorsteher Mierse nichts mitgeteilt. Fiege wußte mit großer Gewandtheit seine Veruntreuungen zu verdecken, indem er die von ihm geführten Bücher und Register falsch führte und Belege unterdrückte oder fälschte. Sämtliche Zeugen stellen dem Angeklagten das beste Zeugnis aus. Nach Schluß der Beweisaufnahme verliest der Vorsitzende die auf Urkundenfälschung und Unterschlagung im Amte lautende Hauptfrage und die Nebenfrage auf mildernde Umstände. Der Staatsanwalt beantragt beide Fragen zu beantworten, welchem Antrag sich der Verteidiger anschließt. Nach kurzer Rechtsbelehrung der Geschworenen durch den Vorsitzenden ziehen sich diese zur Beratung zurück. Nach 5 Minuten verkündet ihr Obmann Bürgermeister Mascherosch von Burg-Gräfenrode den Wahrspruch dahin lautend, daß die Hauptfrage wegen Verbrechens im Amte bejaht worden sei, ebenso die Frage bezüglich der mildernden Umstände. Bezüglich des Strafmaßes beantragt der Staatsanwalt die Minimalstrafe von 6 Monaten Gefängnis, welchem Antrag sich der Verteidiger anschließt. Urteil: 6 Monate Gefängnis und Tragung der Kosten. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft erkennen die Rechtskraft des Urteils an. Deutsches Uetch. Berlin, 7. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin besichtigten heute früh aus dem Bornstedter Felde das Regiment Gardes du Corps und das Leib-Garde-Husaren- Regiment. Ter Kaiser ritt an der Spitze des letzteren nach Potsdam und nahm das Frühstück im Offizierkasino ein. Tas Kaiserpaar wohnte am Nachmittag dem großen Armee- Jagdrennen in Hoppegarten bei. Anwesend waren ferner, Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Joachim Albrecht, Minister v. Podüielski, der Chef des Militärkabinetts Graf Hülsen-Häseler. Erster wurde Leutnant Suerrnondt aus „Rautendelein". — Wie der Pariser Berichterstatter des „Daily Chro- nicle" wissen will, soll Telcasse beschlossen haben, den französischen Botschafter Marquis de Noailles von Berlin abzuberufen und ihn durch Leon Bourgeois z,u ersetzen. Der Beweggrund für diesen etwas unerwarteten Schritt stände in Zusammenhang mit dem Zwischenfall von Metz, der viel Mißfallen in Frankreich verursacht habe. Tie Nachricht klingt schon deshalb unwahr schein lick), weil der Marquis de Noailles auf die Vorgänge von Metz keinerlei Einfluß haben konnte. Es stand nicht in seiner Macht, den deutschen Kaiser an der Feier zu Ehren des Zaren, noch den russischen Botschafter an der hergebrachten Teilnahme ack dieser Festlichkeit zu hindern. Sollte die Meldung vielleicht nur bestimmt sein, der Möglichkeit einer Besserung der Beziehungen zwischen Deutschland und . Frankreich durch die Aufrührung von „Mißfallen" über »en „Zwischenfall von Metz" entgegenzuwirken? D. Red.) — Es verlautet, der Geh. Oberpostrat Gies ecke sei zum Direktor der ersten Abteilung des Reichspostamts ernannt worden. — Tie „Germania" meldet: Legationsrat Friedrich von Kehler, langjähriges Mitglied des Reichstages und des Landtages, ist heute früh im Alter von 80 Jahren hier gestorb en. — Der „Reichsanz." veröffentlicht eine aus Straßburg i. E. vom 10. Mai datierte Urkunde betreffend die Stiftung einer Denkmünze für die an den kriegerischen Ereignissen in Ostasien beteiligt gewesenen deutschen Streitkräfte. Tie Denkmünze wird in Bronze oder Stahl verliehen und zeigt auf der V-rderseite einen Adler, der einen Drachen unter seinen Fängen hält, auf der Rückseite den Kaiserlichen Namenszug, darüber die Kaiserkrone und Lei der bronzenen die Inschrift: „Ten siegreichen Streitern 1900 China 1901", bei der stählernen „Verdienst um die Expedition nach China". Tie Denkmünze wird auf der linken Brust am orangefarbenen, weitzgeränderten, mit rot und schwarzen Streifen durchzogenen Bande getragen. Tie Denkmünze kann auch Angehörigen der außerdeutschen, mit Den deutschen Truppen verbündet gewesenen Kontingenten verliehen werden. Aristlichsoziale Parteikonferenz für Mtmitfdüanb fand gestern in einem Saale des Stadtmissionshauses statt. Den Vorsitz führte Reichstagsabg. Hof- prediger a. T. Stocker. Tie christlichsoziale Partei, sagte £Lf11Jex nun selbständige (Gruppe fünf Jahre alt, habe sich geistig sehr gut entwickelt und fer nur körperlich etwas zurückgeblieben. Es sei Zeit, daß sie nun m dce Schule geh.-, etwas lerne und etwcls erreiche. Um twruber zu beraten, habe man diese Partei- ,onferenz ernberufem Nach Erledigung geschäftlicher Mitteilungen sprachen Stocker und Abg. Liebermann v. Sonnenberg über das geplante gemeinsame Vorgehen, über das Aebereinstimmung erzielt wurde. Ohne an eine Verschmelzung der beiden Parteigruppen zu denken, wird man sich in einer Anzahl westlicher Wahlkreise, wo es nach Lage der Verhältnisse angezeigt erscheine, gegenseitig unterstützen. In konservativ besetzten Wahlkreisen will man jedoch grundsätzlich nirgends vorgehen. Lübeck, 7. Juni. In der gestrigen Sitzung des Vorstandes der Deutschen Kvlvnialgesellschaft wurde Berlin zum Ort für die nächste Vorstandssitzung bestimmt. Am Abend fand feierlicher Empfang der Gesellschaft durch den Senat im Rathause statt, daraus gab der Senat im Ratsweinkeller einen Ehrentrunk. In der heutigen Hauptversammlung, der 200 Vertreter beiwohnten, wurde ein Antrag der -Abteilung Nordhausen auf Einführung der Markwährung in den Kolonien abgelehnt. Ein Antrag der Abteilung Stettin, die Reichsregierung um den Ausbau der Häfen von Dar-es-Salaam und Tanga zu ersuchen, wurde mit großer Majorität angenommen. Für die nächste Tagung der Kolonial-Gesellschaft wurde Halle gewählt. Dresden, 7. Juni. Der Kaiser hat dem Prinzen Johann Georg auf die Anzeige von der glücklich von statten gegangenen Taufe und dem Stapellauf des Linienschiffes Wettin" nachstehendes Telegramm nach Danzig gesandt: „Ich danke Dir für die Meldung vom glücklich erfolgten Stapellauf des Linienschiffes, welches ourch Deine Frau den Namen „Wettin" erhalten hat, und freue Mich, diese damit unter die Taufpathen Meiner Marine eingereiht zu sehen. Uebermittle ihr dafür mit Meinen Grüßen Meinen Tank." Stuttgart, 7. Juni. Die Geltung der Reichsbriefmarken in Württemberg ist beschlossen worden. Württemberg nimmt die Reichspostmarken an und verzichtet auch auf Anbringung irgend eines Sonderzeichens oder eines Sonderaufdruckes zur Kennzeichnung des Fortbestehens seiner Posthoheit. Stuttgart, 7. Juni. Der Landtag trat heute nachmittag wieder zusammen. Tie Genehmigung der durch das preußische Kriegsministerium beantragten strafrechtlichen Verfolgung des demokratischen Abg. Schmidt, des Redakteurs des Beobachters, wegen Beleidigung der deutschen Chinatruppen durcv die Presse wurde dem Gebrauche gemäß nicht erteilt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. Juni 1901. P. Aufgegriffen. Der „Gießener Anzeiger" brachte gestern die Notiz, daß in Todenhausen (bei Wetter) ein Mann namens Stephan Hoffmeister, der geisteskrank ist, vermißt wird. Freitagabend näherte sich den Schieß« ständen des hiesigen Infanterie-Regiments Nr. 116 ein Mann, der allerlei Dummheiten verübte und schließlich fest- gehalten wurde. Er wurde der psychiatrischen Klinik Überwiesen, wo sich herausstellte, daß es der vermißte irr- sinnige Steph. Hoffmeister ist. Den Auffindern steht eine Belohnung von 100 Mk. zu. •* Die Burschenschaft „Alemannia" veranstaltete heute morgen 11 Uhr einen Umzug durch die Stadt zum neuen Burschenhaus. Dort wurde das von den Alten Herren gestiftete Burschenhaus eingewciht. Als Vertreter der Uni- verfität war der Rektor Profeffor Dr. Schmidt erschienen. Nach der Einweihung besichtigten die erschienenen Dame» und Herren die innere Einrichtung. Ausführlicher Bericht folgt. ** Eisenbahn - Verein Gießen. Wir weisen auf die m dieser Nummer enthaltenen Einladung im Annoncenteil bin. ** Promenadenkonzert. Das Programm ist folgendes: Ouvertüre zu Rosamunde, Schubert. Wiener Blut! Walzer, Strauß. Finale a. d. Op. Lucia, Tonizetti. Czardas a. d. Op. Ter Geist des Wojewoden, Großmann. ** Montag-Konzerte. Unsere Rigementskapelle veranstaltet regelmäßig Montags abends 8 Uhr im Garten des Brauerei-Ausschanks Gießener Brauhaus (früher Röhrle's Bierhalle) ein Gartenkonzert. (Vgl. Inserat.) -a- Verkauf. Der Neubau des Herrn Aug. Scheppel- mann, Wallthorstraße 73, ging zum Preise von 45 000 Mk. an den Fabrikanten Adalbert Bindewald über. n. Ruttershausen, 7. Juni. Tie seitherige Brücke über die Lahn wird gegenwärtig abgebrochen. An ihrer Stelle wird im Laufe dieses Jahres eine gewölbte ieinerne Brücke erbaut. Ein neben der Brücke aufgestellter Steg dient für den Fußgängerverkehr. Die Gesamtkosten des Brückenbaues einschließlich der Abbruchsarbeiten belaufen sich aus rund 71000 Mk. c. Bad-Nauheim, 7. Juni. Trotz der schlimmen Voraussetzungen, die man zu Beginn der Saison hegte, i ’ti die Kur beständig im Aufblühen begriffen. Es langen jede Woche etwa 1200 Kurgäste aus allen Ländern der Welt hier an, während bei vielen anderen die Kurzeit schon zu Ende ist und diese Gäste nun wieder abreisen. Wie in jedem Jahre, so wurde Nauheim in der Vorkur, im April—Mai meistens von Deutschen, Schweden, Holländern und Engländern besucht, seit zwei Wochen kommen nun täglich Amerikaner an und auch die ersten Russen, Polen und Franzosen zeigen sich schon. Die F r e q u e n z betrug am 6. Juni 6029 Personen, wovon zurzeit noch 4389 anwesend sind. Vom 1. April bis zum 6. Juni wurden 56 323 Bäder gegeben. An den Badehäusern entwickelt sich in den Vormittag- tunden bereits ein ganz bedeutender Verkehr, wie sonst, eigentlich nur in der Hochsaison, die für Nauheim im Juli ein tritt. Schlechter ist also die Kur durchaus nicht und die drei Sprudelquellen tbun auch vollständig ihre Schuldigkeit, denn es werden täglich bereits 2500 Bader verabfolgt. Wenn nun doch von mancher Seite Klagen laut werden über eine schlechte Saison, so liegt das nur daran, daß in den letzten drei Jahren zuviel gebaut chorden ist. Diese große Konkurrenz spüren in erster Linie jene Vermieter, die in etwas entlegenen Straßen ihre Villen haben. Vor drei Jahren hätte das Bauen ein Ende nehmen sollen, statt diesen wurden immer mehr Straßen aufgemacht, es wurde so gewaltig gebaut, als würde Nauheim jedes Jahr 5000 Kurgäste mehr bekommen und Bauplätze und Häuser wurden zu oft ganz unvernünfttgen Preisen gekauft und wieder verkauft. Eine ganze Schar Spekulanten haben fleißig „gearbeitet"; leider klagen nun jetzt viele Damen, die vertrauensselig eine Billa für teures Geld kauften, über zu große Konnkurrenz. Aber noch im vorigen Jahre gab es auf ein Haus, dessen Grundmauern kaum aus der Erde ragten, eine ganze Menge- MD- laIRht nQl Lo°s. gti( J’Wie betfQlt »0« l««e lleita K««t aM et Sn»-, ’ ®'M«knU oh ufti* *** A iet $gst b iut ®eiu«j r ob« ÄÄ* Sill” Miet , 2 $ot' -MZ ZN- n? Bürgermeister MMM dahin lautend, daß •* bejaht worden • her mildernden Umstände, ’^gt der Staatsanwalt die Gefängnis, welchem Sntraa Urteil: 6 Monate Gefängnis ^geklagte und die Staais- kraft des Urteils an. u, den 8. Jnni 1901, Ketzevn Anzeiger- brachte enhavfen (bei Wetter) ei» ff meister, der geisteskranl d näherte sich den Schieß- cie. Regiments Nr. 116 ein verübte und schließlich ftß> t psychiatrischen Rlintt e, daß es der vermißte irr. Den Ausfindern sieht eine emannia" veranstaltete Henle durch die Stabt zum neuen f m bin Men Hrrm ge- . M Vertreter btt Uni« jx Dr. Schmidt erschienen, stev die erschienenen Dame» Achtung. AnSsühckcher 8t> :n. Wir weisen auf die ii llladuvg im Annoncenteil bin. i r t. Tas Programm ist sol- nde, Schubert. Wiener M ■p Lucia, Donizettr. Czardak , üben, Großmann. . Unsere RrgeinentskapcR gö °b-nds»W mS°» .18 Meß-»» Bt°° , [le) ein Gortenkonzert. W-. «u des Herrn ' 43000 8,11 M*Ai|* aufgeil^ "ehcnf* KeükW" Zen Ländern J Ende die Kurzes W ltl jedem Mt abreistn. W' ' Wt WÄ W ,-den. ich Nlen; ^tniqamG-f" :-4?sK 1 groß« s°” ettoo^ fc l". ^hren hi°2 en, jo eS WsS) «st * ’» uni>rol^er6t®^tS||t ■&<,»** Qnufer — freilich mit sehr Heiner Anzahlung — und einzelne ©torfwerfe waren nur zu sehr hohen Preisen zu mieten. Im Herbst sollen die Quellen r. T. neu verrohrt werden. Man kann in Nauheim ruhig der Zukunft entgegensetzen, nur sollte die Privatbauthätigkeit aufhören, solange bis die Sequenz Nauheims statt, wie jetzt: 23 000 pro Jahr 30000 Badegäste zeigt. — Das Kurhaus mit Wirtschaftsbetrieb i Jur ^Zerpachtun g ausgeschrieben, mit Wirkung vorn , • Januar 1902 an. Der Termin zur Eröffnung der Offerten ist aus den 15. Juli festgesetzt. Ter jetzige Pächter ist Herr Thilemann. W. Bad-Nauheim, 7. Juni. Bei der am 3. Juni Wt abgehaltenen Pferdemusterung wurde unter den •304 Pferden ein Tier vorgeführt, das seit einem Jahre einen erbitterten Hatz gegen alle Radfahrer in sich trägt. Wie noch jetzt eine lange Narbe am linken Hinterbein zeigt, ist dieser sonst äutzerst friedliche Gaul einmal von einem ungeschickten Radfahrer, der abends ohne Laterne fulyr, heftig angefahren und verwundet worden. Seit jener Zeit spitzt der Gaul immer die Ohren, lvenn ein Radfahrer nur in die Nähe kommt. Als nun das Pferd nach der Musterung abgeführt wurde, kreuzte zufällig ein Rad- ahrer den Weg. Mit einem Ruck riß sich das Pferd von einem Führer los und prüfte mit seinem Maul den Rad- ahrer im Nacken, glücklicherweise nur in den Kleidern, und chüttelte den ahnungslosen und sehr erschrockenen Stahl- rotzreiter recht kräftig. Nur durch das Dazwischentreten des Führers und mehrerer Personen, die mit Regensclfirmen auf den Rache suchenden Gaul einsckstugen, gelang es, den Radfahrer aus seiner mißlichen Lage zu befreien. ö- Hörnsheim, 7. Juni. Ein größeres Unglück hätte heute leicht einem hiesigen Manne passieren können. Er hatte mit anderen in den Gießener Waldungen Kiefernwellen geholt. Als er durch Klein-Linden fuhr, schlief er auf seinem Wagen. Seine brennende Zigarre entfiel ihm, die Nadeln finden Feuer und der alsbald auf- steigende Qualm weckte den Mann. Ter Wagen war voll ständig in Rauch gehüllt. Einige Klein-Lindener waren behilflich, und mit mehreren Zubern voll Wasser war das Feuer gelöscht. 0 Büdingen, 7. Juni. Mehrere hiesige Schulklassen wurden heute von Ministerialrat Dr. Eisenhuth besucht. -V- Nidda, 8. Juni. Boll freudiger Hoffnung und Erwartung sieht unsere Stadt dem am 15., 16. und 17. Juni hier stattfindenden 2 8. Turnfest des Gaues Hessen entgegen, und nach allem, was bisher zur Vorbereitung dieses Festes in Rat und That geschehen ist, darf man sich der Zuversicht hingeben, daß sich die Erwartungen im wesentlichen glücklich erfüllen werden. Der nach jeder Rich- uing vorzüglich für das Fest qualifizierte Festplatz wird zweifellos allen Anforderungen gerecht werden. Tie wick)-- lige und nicht leichte Wirtschaftsfrage hat eine völlig befriedigende Lösung gefunden. Die verschiedenen Wirtszelte werden sich soweit dies thunlich, erscheint, zu einem einheitlichen (vanzen harmonisch zusammengliedern und auch eine einheitliche Beleuchtung durch bewährtes Glühlicht erhalten, tiiihrend der Festplatz durch Washington-Licht erhellt werden roirb. Für Belustigungen mannigfachster Art hat der Ver- gnügungsausschutz ausgiebig Sorge getragen, doch wird hierdurch das Fest in seiner eigentlichen Bedeutung sicherlich nicht beeinträchtigt werden, sondern man darf nach allen Anzeichen zuversichitlich erwarten, daß dieses em echt turnerisches Gepräge tragen und seinen Vorgängern in Bethättgung turnerischen Geistes und Strebens nicht nach- stehen wird. Wir sind auch überzeugt, daß sich, unsere Stadt der Bedeutung des Festes bewußt werden und es iflii einem recht würdigen und feierlichen Empfang ihrer Gäste niche fehlen Taffen wird. Als günstiges Vorzeichen darf man wohl die erfreuliche Thatsache betrachten, daß bereits zwischen 400 und 500 Freiquartiere dem Wohnungs- ausschusse zur Verfügung gestellt worden sind. Die Leittmg des — erst beim Fest selbst in Aktivität tretenden — Empfangsausschusses und des Zug- und Ordnungsausschusses liegt in den besten Händen. Voraussichtlich wird auch, eine Festzeitung zur Ausgabe gelangen. Auch die Finanzfrage ist in günstige Bahnen geleitet und man darf hoffen, der (reichlich gezeichnete) Garantiefonds nicht wird Her- Halten müssen, wenn — der Himmel lacht. — Für die auswärtigen Festteilnehmer wird die Mitteilung von Interesse fein, daß, wenn mindestens 30 Personen gemeinschaftlich reifen, auf schriftlichen Antrag bei der Reifeantrittsstation eine wesentliche Fahrpreisermäßigung gewährt werden kann. Nähere Auskunft erteilen die Stationen. In der Richtung nach Gießen wird voraussichtlich am 16. Juni, abends halb 11 Uhr, noch ein Extrazug abgelassen werben. Darmstadt, 7. Juni. Zu der gestrigen Reunion i in Spielhaufe der Künstler-Kolonie hatte sich ein vornehmes Publikum eingefunden, unter dem neben den Mitgliedern der Kolonie mit ihren Tarnen namentlich die Hofgesellschaft, das diplomatische Korps und die jüngere Juristenwelt unserer Stadt vertreten waren. Dem Beispiele folgend, das die Fürstin Metternich mit ihren berühmten Festen in Wien gegeben hat, gab man dem Feste durch das Vorherrschen einer bestimmten Farbe einen eigenartigen Charakter und hatte hierzu Rot erwählt. Tie Blumenbeeten in der Umgebung des Spielhauses waren mit prächtigen roten Geranien und Rosen besetzt, den Festteilnehmern wurden feuerrote Mohnblumen in Fülle zum Schmucke gereicht, und als die Dunkelheit einbrach, leuchteten überall in den Anlagen rote Flammen auf, die sich mit dem dunklen Grün der Bäume und Rasen zu einem harmonischen und wirkungsvollen Bilde vereinigten. Auch die Tamen hatten in ihrem Kostüm der Farbe des Festes den Vorzug gegeben, und man sah einige entzückend elegante, ganz in Rot gehaltene Toiletten. Während man im Spielhause dem Tanze huldigte, bot das Theater-Restaurant in den Tanzpausen erfrischende Kühlung. Tas Fest dauerte bis Mitternacht. -k- Mainz, 7. Juni. Unter dem Vorfitz des Landtags- al>g. Tr. David sand vorgestern abend hier eine Protest- öerfammlung gegen die hessische Fahrradfi euer statt, die einstimmig eine Resolution annahm, in der gegen die im Art. 48 des Stempeltarifs ausgesprochene Steuerung der Fahrräder, die für alle diejenigen, die ctn Fahrrad zur Ausübung ihres Geschäftes oder Berufs benötigen, eine ebenso ungerechte wie schwer empfundene Lielastung darstelle, protestiert wird. (Wir können diesem Beschlüsse nur zusttmmen und Höften, daß dieser Protest nicht ohne Wirkung bleibt. D. Red.) fc. Münster (bei Bingen), 7. Juni. Die leidige Un- ntte, Petroleum zum Feueranmachen zu benutzen, hat hier wieder einmal ein Opfer gefordert. Tie 16jährige Tochter einer Ackerersamilie war mit Kochprbeiten betraut. Um das Feuer zu schüren, goß sie Petroleum zu. Dadurch fingen die Kleider des Mädchens Feuer, und das unglückliche Mnd erlitt so entsetzliche Brand wunden, daß es nach einigen qualvollen Stunden starb. fe. Frankfurt a. M., 7. Juni. Zwei weitere Personen wurden als blätter »verdächtig dem Städtischen Krankenhause überwiesen, ein Missionar der Mormonen und ein Postbeamter aus Würzburg. Ka s f e l, 7. Juni. Ein schwerer Ei f en bahn u n sa l l hat sich, wie schon gemeldet, gestern abend um 6 einhalb Uljr auf der Thüringischen Bahn, Strecke Kassel—Bebra— Leipzig zugetragen. Wie Reifende, die von dem Unglück betroffen würden, und mittels Sonderzuges ab Bebra mit einstündiger Verspätung hier eintrafen, berichten, ist der Nachmittags-Schnellzug Leipzig bezw. Berlin—Kassel - welcher um 5 Uhr 44 Minuten Eisenach verläßt, um 6 Uhr 30 Min. Bebra fahrplanmäßig berührt, und um 7 Uhr 51 Min. hier in Kassel einzutreffen hat, — kurz vor Einfahrt in den Bahnhof zu Bebra mit einem Güterzuge zusammengestoßen, welch letzterer in der Ausfahrt begriffen war. Trotzdem der Schnellzug im vollen Fahren war, und der Zusammenstoß mit großer Wucht erfolgte, ist das Unglück, welches kurz vor 6 einhalb Uhr, also bei ungetrübter Ta ges- helle sich ereignete, verhältnismäßig noch sehr glücklich und glimpslich abgelaufen, wie hier gleich bemerkt fein möge. Ter ausfahrende und noch im Rangieren begriffene Güterzug, wie es nach einer anderen Lesart heißt, fuhr nämlich in der Kreuzungsweicye dem einfahrenden Schnellzuge in die Flanke. Lokomottve und Packwagen des Schnellzuges waren schon vorbeigefahren, und außer Gefahr als die Lokomotive des Giiterzuges in die darauffolgenden zwei Perfonenwagen des Schnellzuges teils lfineinfiihr, teils dagegen anrannte und sie umwarf, sodaß die darin befindlichen Reisenden durcheinander geworfen wurden. Die beiden Personenwagen, ein Wagen 1. und 2. und auch ein solcher 3. Klasse wurden stark beschädigt, und das Untergestell von dem oberen Wagen abgestoßen; trotzdem ist glücklicherweise niemand zu Tode gekommen, noch anscheinend lebensgefährlich verletzt. Tagegen find 10 dis 14 Reifende des Schnellzuges leicht verletzt worden, sie haben Wunden am Kopfe, Armen, Beinen usw., konnten aber mit zwei Ausnahmen nach Anlegen von Notverbänden durch zwei rasch zur Stelle geholte Aerzte die Weiterreise fortsetzen. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Ein Glück war, daß der Schnellzug nur sehr schwach besetzt war; es waren nur 30—40 Personen im Zuge. ** Kleine Mitteilungen anl Hessen naD den 9latfibarttftateB. Ter Gastwirt Geffert in Runkel hat sich gestern mittag erschossen. Als Motiv wird angegeben, daß er ebenso wie der Kaufmann jAugust Nathan, der sich kürzlich im Untersuchungsgefängnis zuLimburg entleibte, in Grubenkuxen spekuliert habe. Genaues ist indessen noch nicht bekannt. — Von Mitte Juni ab wird im großen Saale des Hippodroms in Frankfurt, der 3000 Personen faßt, unter der Direktion Ben Tiebers aus Wien ein Variete in großem' Stile und mit einem Programm eröffnet, wie es beisviels- weise im Berliner Wintergarten zur TurcWhrung gelangt. — Gegen Stellung einer Kaution von 50 000 Mark wurde Tonnerstag abend die sich wegen Verleitung zum Meineid eit etwa drei Wochen hier in Untersuchungshaft befindliche Restaurateurin des Wormser Bahnhofes, Frau Wiesler, vorläufig auf freien Fuß gesetzt. UnioerssMs Nachrichten. — Aus Hannover vom 6. ds. wird berichtet: Durch Rektor und Senat der hiesigen Technischen Hochschule wurde gestern zum erstenmale die akademische Würde eines „Doktor-Ingenieur" verliehen, und zwar dem Chemiker Hermann Schreiber aus Hannover. — Die Statistik der Berliner Universität fürs Sommerhalbjahr weist einen Bestand von 5431 immatrikulierten Studierenden auf, gegen 5105 im vorigen Sommer und 6321 im Winter. — Man schreibt aus Leipzig: An der hiesigen Universität sind für daS Sommersemester 3517 Studenten inskribiert worden. Außerdem haben noch 276 Personen, ohne immatrikuliert zu ein, die Erlaubnis zum Besuche der Borlesungen erhalten, worunter sich 69 Damen befinden. — Zum Nachfolger des o. Professors der Physik Dr. Richarz in Greifswald ist der a.-o. Professor Dr. König daselst ausersehen. — Aus Wien wird berichtet: Der Vorstand der chirurgsschen Abteilung und Direktor-Stellvertreter deS Wiedener k. k. Krankenhauses Primarius Dr. Albin Kumar ist mit Rücksicht auf die mit dem vollendeten 70. Jahre erreichte gesetzliche Altersgrenze um seine Pensionierung ein; geschritten. — In Prag starb am 5. d. M. der Professor für Zivil-, Handels- und Wechselrecht Hofrat Dominik Ulmann im 66. Lebensjahre. Kunst und Wissenschaft. — Der Verein deutscher Bibliothekare hielt unlängst setre »weite JahreSvirsammlung tn Gotha ab. U. a. referierte Schulz- Leipzig über Wünsche der Bibliothekare an die VerlagSbuchhändler. In 10 SStz.n fahle der Vortragende feine Anträge zusammen. Sie betrafen das Papier, die Drahtheftung, den Einband, die Anordnung der Erscheinungsweise, die Fürsorge für Defektbogen, die Angabe der Vornamen des Verfassers, die Vermeidung schlecht angebrachter Doppel- unb Staffiltiteh die Vordatierung der Bücher, die Separatabdrücke und vieles andere. Bei der endgtltigen Redaktion dieser Thesen beteiligten sich außer dem Korreferenten Muller-Jrna noch LoubierBerlin, Berghoeffer-Frankfurt a. M., Schulze-Berlin, Dziatzko-Göttingen, o. Laubmann'München, Luther-Berlin, Ebrard-Frankfurt a. M., Grr- bard-Halle a. 6., Trommsboiff-Berltn, Haebler-Dresden, Valentin- Berlin, Harrassowitz-Leipzig, EhwaldGotha, Ermann-Berlin, Haupt- Gießen. Im Anschluß hieran wurde noch eine von Ermann-Berlin oorgeschlagene Resolution betreffend die Beibehaltung und eventuelle Erweiterung des Pflichtexemplarzwangs einstimmig angenommen. — In Thorn beabsichtigt man ein neues Theater durch die Finna F-llner & Hrllmer in Wien zu erbauen, das ohne Bauplatz 300000 Ml. kosten soll. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. R. Gieße», 8. Juni. Sm 8. Juli wird in Leisnig eine von der RetchSbank-Havptstelle in Leipzig abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Gieße», 4. Juni. Marktbericht. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JC 1.00—1.10, Hühnereier per St. 5—6 2 St. 10—11 j), Enteneier 2 St. 12—18 Gänse- eier per St. 10—11 4, Käse 1 St. 5—8 Käsematte 2 St. 6—8 Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 34 Tauben per Paar M 0.80—1.00, Hühner per St. JC 1.20—1.70, Hahnen per Stück JC 1.30—2.00, Enten per St. Jl 2.00—2.30, Gänse per Pfd. M 0.00 btt 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 , Kuh- und Rindfleisch per Pfund 60—64 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 4, Kalbfleisch per Pfd, 60—66 , Hammelfleisch per Pfd. 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 6.00—6.50 Jt, Weißkraut per St 00—00 Zwiebeln per Etr. JC 8.00—8.50, Milch per Liter 18 4. Kirschen per Pfd. 40—50 Pfg. Dauer der Marttzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. ko. Ara»kf«ri, 24. Mai. Heu- und Strobmarkt. An- gesahren: 11 Wagen mtt Heu, 1 mit Stroh. Heu Mk. 4.30—4.60. Stroh (Roggenstroh) Mk. 3.80—4.00. AleS per 50 Kilo. Kandmirtschast. Gieße«, 8. Juni. Von Tag zu Tag hoff-n unsere Landwirte auf einen auSgiebigen Regen, aber btv jetzt leider vergebens. Hier und da gingen zwar einige leichte Gewitterregen nieder, allein di ser mochte kaum in den harten Boden etnzudringen. Jnsoigcdessen macht sich der Mangel an Grünfutter bereits richt fühlbar und die Aussichten für die bevorstehende Heuernte werden immer schlechter. Viele Landwirte sind genötigt, bereits jetzt Daß Wtcsengras zu ver- '.uftern, da die Heuvorräte zur Neige gehen und die Heupreise auf 4,50 b>S 5 Mk. pro Zmtrer gestiegen find. ko. Frankfurt a. M., 7. Jun'. In hiesiger Gemarkung uud Umgegend wurde mtt dem Heuschnttl begonnen. Die Ernte verspricht recht gut zu werden. Ucberhaupt ist die Vegetation durch dte letzte» warmen Regen sehr vorangekommen. Die Kirschen beginnen zu retten. Dte Frühkartoffklo blühen Das Korn hat bereit« geblüht. Im Allgemeinen verspricht man sich eine leidliche Ernte, auch In Bezug auf Obst. Urueste Meldungen. -k- Maiuz, 8. Juni, (Orig.-Telegr. d. G. A.) Die Dampfmühle der Firma I. Schmitt hier, ein bedeutender Anwesen, ist verflossene Nacht nebst großen Vorräten total aiedergebrauot. W. Frankfurt a. M. 8. Juni. 2.15 Uhr. (Telephon- meldung deS „Gieß. Anz.") Frau Botha traf heute in Southampton (England) ein. Ein Interview hat sie abgelehnt. Berlin, 8. Juni. Sine Extra-AuSgabe des „Militär- Wochenblatte- veröffentlicht die Stellenbesetzung für die oft» asiatische Besatzungsbrigade. Die Brigade hat drei Jnfanterieregimenter, eine Eskadron Jäger zu Pferde, eine Feldartillerieabteilung, eine Pionierkompagnie, eine Tiain- kompagnie mit einem Pferdedepot, eine Sanitätshalbkompagnie, eine Etappenkommandantur und zwei Feldlazarete. Kommandeur ist Generalmajor v. Rohrfcheidt, bisher Oberst und Führer de» 3. ostafiatifcheu Infanterieregiments. Regiments- kommaudeure find die Obersten Graf Schlippenbach, Freiherr 0. Ledebur und Gruben. Wien, 8. Juni. In der österreichischen Delegation führte Marinekommandant Spann u. a. aus: Für die Kosten der Expedition in China fei ein Nachtragskredit deshalb nicht verlangt, weil die Ausgaben des Geschwaders in China zur Zeit der Aufstellung des Budgets unbekannt gewesen seien. Dem Minister des Auswärtigen würden alle Ausgaben mit» geteilt werden, damit der Gesamtbetrag in die von Lhina an die verschiedenen Mächte zu zahlende Entschädigung einbegriffen werden könne. Die Familien der in China gefallenen Soldaten hätten auf Versorgung keinen rechtlichen Anspruch, da eine Kriegserklärung nicht erfolgt sei, doch sei die Bewilligung besonderer Unterstützungen durch Vermittelung des gemeinsamen Finanzministeriums angeregt worden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Juni । Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 7. 9* 7506 14,4 6,7 55 N.E. 1 Heller Himmel 8. 7» 749,7 10,0 7.3 80 N.N.E. 1 Sonnenschein 8. 2^ 747,6 21,6 6,9 36 8.8.E. 2 Sonnenschein Höchste Temp eratur em 6. biS 7 Juni 22,IP C Niedrigste i , 6. „ 7 n 11,3° C. Telephonischer Kursbericht. ö2/i % Betohaanleihe . . 99 45 «% do . . 88 15 Bi/e Vo Konsole .... 99.15 8 °/o do .... 88.25 8Vs % Heeeee .... 95.75 5 % Italien. Rente . . . 96.85 4C/O Griech. Monop.-Anl. 44.20 8 0/0 Portugiesen . . . 26.00 8 0/ti Mexikaner «... 26.50 4*/t°/o Chinesen . . . . 81.10 Tendenz Frankfurt, den 8. Juni Kreditaktien.....215.30 Diskonto-Konnnandit . . 184 90 Darmstädter Bank . . . 181.40 Dresdener Bank .... 145.90 Berliner Handelsgee. . . 148.30 Oeeterr. Staate bahn . . 148 50 Gotthardbahn .... 157.80 Laurahütie . . . . 197 00 Bochum ...... 178.70 Harpen®......172.50 schwach. Brodpreise vom 9. bis 23. Juni 1901. Der hiesige» Bäcker. 1 Kg. (2 Md.) Tgfelbrob 28 Pfg i Kg. (2Pfd.)Schw«»brod 24 Pfg. 2 Kg. (4 Pfd.) Tefelbrod 56 , 2 Kg. l4Pfd.)Schw«r»brod 48 , l «g. (2 Md.) Weißbrod 26 , 3 Kg. (6Pfd.)Schw«tbrob 72 , 2 Kg. (4 Pfd.) Weitzbrod 52 , Der auswärtige» Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weitzbrod bei: 8. Schmidt, Gr.-Ltnden . 24 SB. Weitzel von Leug-GänS 24 , W. Stetnmüller, Lang-GönS 24 $ C. Post von Wiefeck . . 26 2 Kiloaramm (4 Mund) Weitzbrod bei: WUH. Febel von Wieseck 48 W. Steinmüller, Lang-GönS 48 L. Schmidt, Grotzen-Linden 48 „ W. Weitzel von Lang-GönS 48 , L. Steinmüller, Gr -Linden 48 „ C. Post von Wieseck . . 52 , 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot» bei: 8. Schmidt, Grotzen-Linden 22 W. Weitzel von Lang-GönS 22 A W. Steinmüller, Lang-GänS 22 , 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot) bet: 8. Schmidt, Gr^Ltnden . 44 H Gust. Jakoty, Alten-Buseck 44 L. Steinmüller, Gr.-Ltnden 44 , Karl Post von Wieseck . 44 _ W. Weitzel v. Lang-GönS 44 , W.Steinmüller o.Lang-Göns 44 , 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrot) bei: E. Post von Wiefeck . . 66 Gust. Jakoby, Alten-Buseck 66 H Wilh. Fabel von Wiefeck . 66 „ Ernst Christ, Wieseck 69 „ Der »rodverkäufer. Bei den hiesige» Brodverkäufern bestehen dieselbe» Presse roh bei den hiesigen Bäcker». Gießen, den 8. Juni 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __Hechler._______________ Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrühPsche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 Danksagung Giessen, den 8. Juni 1901. 02208 Giessen. den 8. Juni 1901. <078 Der Festplatz ist abends elektrisch beleuchtet. 02200 4066 Wolff. nach (geb) Gchoberth, Eisenbahn-Direktor. 4078 Schlafrock u. s. w. 4080 Friedberg in Hessen. 3904 den Vorzug. 4075 Wiesen in der Geben Wiesen in der Ge- den Q Wendeltreppen und eine Bade- einrichtung billig zu verkaufen. 4084 Vlarktstratze 2S. 02179 lich zu melden im 3825 «erantwortNch ftr de» «ügemetneo Sdl: W. f»r der, e«>ci|rotd(: H.n« »e< — ®ta< und Verl«, der Brühl'sche» MN»erstttt».»»ch. mrd «teindruckerei (Pietsch «rben) io Gießen. OQBOKOSOKI $1rlkii=(iklW IkrlWritcs KnWGelncho Zu vermieten Zn verkaufen Therese Adami, geb. Hamm. Fritz Adami. Sophie Adami. Unrtift Ztachkll>tttto,Z zu Gelee rc. geeign., 2—3 (Str., ganz oder geteilt, abzug. ä Psd. 15 Pfg. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Alle Arbeiter, Freunde und Gönner deS Vereins von Heuchelheim und Umgegend sind freundlichst eingeladen. Eintritt 20 Pfg. ü Person. Hute Speisen, ff. Wer, Glas 10 Pfg r»r Einsicht der Interessentin wiederholt offen. Langsdorf, den 7. Juni 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Langsdorf. Köhler. Rödgen, g) nachmittags V38 Uhr von markung Alten-Buseck, h) nachmittags Va4 Uhr von Ausverkauf sömtlichtt Wsren zn niedrigsten Preisen. Chr. Leo Wwe. Uhren-, «old- u. Silberwarenhandlung. Aas Haus wird unt. güust. ZSediugunge« verkauft. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verlust sagen innigen Dank Statt besonderer Anzeige. Am 7. Juni, nachmittags 2*/z Uhr, wurde uns ein liebes Töchterchen geboren. Professor Ludwig Hüter, Oberlehrer am Gymnasium, und Frau Marianne, geb. Weber. Offene Gehilfeustelle Bei der unterzeichneten Behörde ist die Stelle eines Schreibgehckfen ab 1. Juli laufenden Jahres zu besetzen. Erforderlich ist neben guter Schulbildung schöne Handschrift. Geeignete Bewerber werden ersucht, ihre Meldung unter Anschluß eines selbstgeschriebenen Lebens- lauseö und etwaiger Zeugnisse alsbald einzusenden. Vergütung wird nach den in dem Amtsblatt Groß- herzogl. Ministeriums deS Innern Nr. 20 vom 11. September 19C0 normierten Sätzen gewährt. Bewerber, welche bei einem KreiSamt oder auf einer größeren Bürgermeisterei beschäftigt waren, erhalten Heugras-Versteigerung der Stadt Hießen. Montag den 17. und Dienstag den 18. Juni 1901, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Heugras von dm städtischen Wiesen, von dem Friedhof und von den Anlagen vor dem Friedhof meistbietend versteigert «erden und zwar: Montag den 17. Juni: a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, sowie von einem Gras- und Kleestück auf dem Seltersberg, b) am Neuenwegerthor von dm Wiesen im Heegstrauch, c) an Ort und Stelle vom Friedhof (Abteilung 1—8), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland, d) im Philosophenrvald, nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wieseckthal und von zwei HoSpital- wiesen, sowie zwei Pfarreiwiesen in der Gemarkung Wieseck, und um Uhr von ca. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach, DieuStag den 18. Juni, e) von den Ochsenwiesen, einer Hospitalwiese, von den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen und Altentisch, f) nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Ernestine Hopfner Grünberoerstraße 17. MMgkhilfkil finden in Bremer, dauernde Beschäftigung bei einem M'.ndestlohn von 25 Mark bei 54stündiger Arbeitszeit. Schriftlich oder münd- Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Langsdorf für 1901/1902 liegt auf dem hiesigen Bürgermeisterei-Büreau vom 9. Juni, mittags 12 Uhr, bis 17. Juni, mittags 12 Uhr, Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrahe 2. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Glaser, 4 Schlosser, 1 Heizer, 1 Schreiner, 1 Hausdiener, 2 Taglöhnerinnen, 1 Waschfrau. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Schneider, 1 Schreiner, 2 Hausburschen, 1 Arbeiter, 2 Lauffrauen, 1 Waschfrau, 1 Köchin, 1 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen. Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Kellner, 1 Metzger, 1 Schlosser, 1 Schreiner, 1 Schneider, 1 Mechaniker. Versteigerung. Dienstag den 11. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich »enstadt 55 dahier gegen Barzahlung: Diverse Reste von Spezerei- waren, als: Erbsen, Linsen, Hafei flocken, Rosinen, Sago, Hafermehl, Nelken, Pfeffer, Zimmt, Soda, ca. 15 Pfr-nd Gelee, Kautabak, Schmalz, Back- und Puddingpulver, mehrere Büchsen CakeS; leere Säcke, 1 Schlaqzither, 1 Weckeruhr, Wein-, Likör« und Champagnergläser, je 6 silberne Eßlöffel, Gabeln und Messer, sowie 4 Dtzd. Theelöffel, 1 fein. Rauchservice, 3 Rehgeweihe, 1 Weinkühler, verschied. Kleidungsstücke, alsRadfahr-,Jagd- und Frackanzug, sowie ein Kunstverein- Die Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Braud dleibt vou Montag an Wege» vollständigem Wechsel der Gemälde 4 Tage geschlossen. Die Gemälde vou Jan Toorop, Java, find heute. Sonntag, zum letztenmal ausgestellt. 4088 NseMluitnria Giessen Einladung. Am Mittwoch dem 12. und 19. Juni d. I indet der diesjährige Sommer-Ausflug6 des Vereins mittelst Sonderzuges nach dem herrlichen Spiegels- lust bei Marburg statt, zu welchem alle Mitglieder des Eisen- bahnvereins und deren Familienangehörige ergebenst eingeladen werden. Abfahrt: Gießen 12.55 Uhr nachmittags. Ankunft: Marburg 1.35 Uhr nachmittag«. ÜMintmiriMB 3m Stricken u.Anstricken vou Strümpfe« empfehle ich mich ange-egenllichst. z»trickgarnestesteGusMAev> habe ich stets vorrätig. 8«* Heu und Stroh in Waggonladungen und einzelne Fuhren versendet I. L. Rappolt, Bekanntmachung. Die Verteilung der Zinsen aus der Wolf von To dien - wart-Stiftung findet stiftungsgemäß Montag dm 10. Juni a. c., morgens um 5 Uhr, in der Gtadtkirche statt. Gießen, 7. Juni 1901. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. GrasversteigerMg. Douuerstag, 13. Juni, nach Zusammenkunft 8 Uhr vormittags im Kloster, wird das Heugras der Gottesackerthal- und Großen Petersee- Wtese, um 10 Uhr bei Köln- hausen da-jmige der Vierzig Morgen, sowie das Heu- und Grummetgras im Langenzug versteigert. Armburg, den 6. Juni 1901. Gräfliche Oberförsterei. Koeniger. 4057 Offenbach, den 7. Juni 1901. Großhenoglickes Kreisamt. I. V : Dr. Valckenberg. verk. 1 runder Tssch, 1 Betl- -V stelle, 1 Kleiderschr., et!. Stühle, 1 Wasserbau! rc. Löwengasse 5, H. Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Marburg. — Pünktlich 372 Uhr nachmittags: Abmarsch mit Musik vom Hauptbahnhof Marburg aus nach Spiegelslust, woselbst gesellige Vereinigung und Waldfest stattfindet. Abends 87a Uhr: Rückmarsch mit Musik Arbeiterbildungsvereinlieiichelheiin Sonntag den 9. Juni 1901: lOjähr. Stiftungsfest im Harten des Ludwig Kröck. Kourert. - GesWsvortrSge. - Kmbcchicle. - taj. Nachmittags 8V1 Uhr: Feetzug. 896 an d. Exo. d. Bl. 02202] Aelteres Mädchen, welches gut kochen kann, sucht anfangs Juli Stellung bei 1—2 Personen. Näheres SelterSweg 64, pari. Arbeitsnachweis Gewerbehaus in Breme«. Tüchtigen Spenglergehilfen sucht [02198]