Nr. 34 Samstag den 9. Februar (5t'?< s BlaN 151. Jahrgang 1901 Wetzerrer Anzeiger Heneral-Inzeiger Annahme von Anzeigen zn der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vor«. AO llhr, Abbestellungen spätestens abends vorher. £!(*pi3$preis »ieneljaMl. Mk. 220 nonatnd) 75 Pjg. mn Brinqcrlohn; durch tue AbholrsteUni »iirteljährl. Mk. 1.90 Bwiiathdi 65 Psg. Bei Pollbkzug Mk. 2.— oierkeljährt. ebne Bestellgeld. Erscheint täglich w" AuSnadme de- MonkagS. Die Gießener Ar« m t k t t n 6 f ä f t e t werden dem Anzeiger ün Wechsel mü „Hess. Cenbroirt" u. ^Bläller für hrff. Volkskunde- »ichtl. 4 mal beigelegt. AUe rlnzeigen-Bermitllungsstellen des In- und An», landes nehmen Anzeigen für den Siebener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf. Amts- und Anzeigeblutt für den Tkveis Großen. Redaktion, Expedition und Druckerei: rchulftrahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereiuigung in der Gemarkung RüddingShausen i In der Zeit vom 12. Februar l. I. btS einschließlich 25. Februar I. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh Bürgermeisterei RüddingShausen folgende Akten zur Einsicht -er Beteiligten offen: 1. das topographische Güterverzeichnis des Feldbe« reinigungsbezirks. In dem topographischen Güter Verzeichnis ist die Wahrung der Rechtsverhältnisse zur Darstellung gebracht. (Art. 25 des Feldbe reinigungSgesetzeS.) 2. das Verzeichnis derjenigen Grundstücke, welche infolge der Feldbereinignng an Stelle der verpfändeten alten Grundstücke getreten sind. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Aus schluffes innerhalb der obenangegebenen OffenlegungSfrist schriftlich oder zu Protokoll bei Großh. Bürgermeisterei Rüd dingshausen anzubringen. Friedberg, den 5. Februar 1901. Der Großh. BereinigungSkommiffär. Spamer, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung RüddingShausen. In der Zeit vom 12. Februar l. I. bis einschließlich 18. Februar l. I. liegt auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei RüddingShausen die Rechnung über Einnahmen und Ausgaben rubr. Feldbereinigung nebst den dazu gehörigen Urkunden zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Aus schluffes innerhalb der obenangegebenen OffenlegungSfrist bei Großh. Bürgermeisterei RüddingShausen schriftlich einzureichen. Friedberg, den 5. Februar 1901. Der Großh. BereinigungSkommiffär. Spamer, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Gemäß § 8 des ReichSgesetzeS vom 30. Juni 1900 betreffend die Abänderung der Unfallversicherungsgesetze wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bei der am 31. Januar 1901 stattgehabten ersten Spruchsitzung des Schiedsgerichts aus der Zahl der am Sitze des Schiedsgerichts wohnenden approbierten Aerzte als Sachverständige gewählt worden sind die Herren: 1. Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Haberkor«, 2. Kreisarzt, Dr. Koeniger, 3. Professor Dr. Poppert, 4. Professor Dr. Riegel, , 5. Professor Dr. Sommer, 6. Professor Dr. Steinbrügge, 7. Prof.ssor Dr. Vofsius, 8. 1. Assistenzarzt an der chirurg. UuiversitätS-Klinik Dr. Boetticher, 9. prakt. Arzt Dr. Haupt, 10. prakt. Arzt Dr. Zinser. Gießen, den 4. Februar 1901. Schiedsgericht für Arbeiterversicherung. Dr. Heinrichs. Scherf. Ter Stampf um die Kanäle. IV. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 7. Februar aus dem preußischen Abgeordnetenhause: Das heiße Ringen der ersten Tage der Kanaldebatte rst zum harmlosen Geplänkel geworden. Wenn der Vergleich des preußischen Parlaments mit einer Stätte des Kampfes noch beibehalten werden darf, dann trifft er nur insofern zu, als die Reihen der Abgeordneten derart gelichtet sind, wie die einer Truppe nach stattgehabtem Gefecht. In alle Winde sind die Tiätenbeglückten Gesetzgeber zerstoben; es läßt sich sozusagen eine „Kanalflucht" konstatieren. W^nn da» so weiter gegangen wäre — man kam heute glücklich sum Schluß der Generaldebatte — dann waren am l^noe nicht mehr Herren im Parquet anwesend, als zur Bildung der Kommission für den wasserwirtschaftlichen Entwurf be- «ötigt werden, nämlich 28. Und an eine Kommissions- Verhandlung erinnerte auch die heutige Diskusswn mit ihrem Für und Wider vom Standpunkt der heimischen, der „Kirchturms"-Interessen. Die Ausgleichsdiagonale zwischen all diesen Spezialwünschen kann ja nur in der Hochzeitszug zu passieren hatte, und besonders ani Palais versammelt. Vor dem Schloß stand als Ehrenwache eine Abteilung Grenadiere mit der Musik, auf dem Wege bis zur Kirche bildeten Truppen Spalier, und vor der Kirche hielt Bürgergarde die Ehrenwache. Die Tribünen, die Fenster und Balkone und selbst die Dächer waren vom Publikum dicht besetzt. Gegen 11 einhalb Uhr vormittags versammelten sich die Mitglieder der hier anwesenden königlichen und fürstlichen Familien mit den Trauzeugen im Weißen Saale des Schlosses. Nachdem das Brautpaar erschienen war, nahm der Justizmin ist er die Ziviltrauung vor. Er verlas die Trauungsurkunde und richtete an die Königin und den Prinzen Heinrich kurze Ansprachen. Zum Prinzen sagte er: „Aus Liebe zu Ihrer königlichen Braut haben Sie Ihr teures Mecklenburg verlassen und versprochen, der Königin treu zu sein: bet Liebe und Dankbarkeit des niederländischen Volkes dürfen Sie versichert sein." Zur Königin sich wendend, sagte der Minister: „Das niederländische Volk hat Sie heranwachsen sehen von der Wiege an, es hat Ihnen bei Ihrer Krönung gehuldigt, es teilt heute Ihre Freude und fleht zu Gott, daß alles, was Sie beglücken kann. Ihnen zu teil werde, und daß Ihre Vermählung dem Vaterlande zum Heil und Segen gereichen möge." Nachdem die Königin und Prinz Heinrich, ihr Jawort gesprochen hatten, erklärte er, daß die Ehe dem Gesetze gemäß geschlossen sei. Alsbald setzte sich der aus acht sechsspännigen Gala-Equipagen bestehende Hochzeitszug nach der Kirche in Bewegung- Das Königliche Paar nahm in einer von der Amsterdamer Bevölkerung als Geschenk dargebrachten vergoldeten Karosse Platz, die von Edelleuten eskortiert wurde. Das Publikum brach beim Erscheinen der Neuvermählten in stürmische Hochrufe aus, die Spalier bildenden Truppen präsentierten, und die Trommeln wirbelten. Sobald der Zug an der Kirche anlangte, stimmte die Orgel Haendels Sanctum an. Nachdem das Hochzeitspaar und die Gäste Platz genommen, hielt der Hofprediger van der Flier die Traurede, der er Psalm 4, Vers 7 zu Grunde legte. Er führte aus, das ganze Volk nehme teil an dieser Stunde, die aller Herzen höher schlagen lasse. Nicht in äußeren Dingen sei das eheliche Glück zu suchen, sondern im Zuge des Herzens, und der Zug des Herzens sei nie besser, als wenn das Herz erfüllt sei von Gottesfurcht und Liebe zu Gott. Wie jede Ehe, lege auch diese Ehe Opfer auf, sie verlange von dem Neuvermählten, daß er sein Land und sein Volk, von der Neuvermählten, daß sie die teure Mutter verlasse. Nur Liebe, so schloß der Hofprediger, könne das Band der Ehe knüpfen und es erhalten. Nach der Vermählung fand ^im königlichen Schlosse eine Frühstückstafel statt, die Königin-Mutter brachte das Hoch auf die Neuvermählten aus, Prinz Heinrich dankte. Sodann fuhr die Königin mit ihrem Gemahl im offenen Wagen unter stürmischem Jubel der Bevölkerung zur Bahn, um sich nach dem Schlosse Loo zu begeben. Die Königin verlieh ihrem Gemahl Sitz und beratende Stimme im Staatsrat. Sie hat anläßlich ihrer Vermählung eine Amnestie erlassen, wodurch 364 Verurteilten ihre Strafe ganz oder zum Teil erlassen ist. Das Brautkleid ist eine Stickarbeit aus Goldbrokat Der Rock, der vorn offen fällt, wurde in der Amsterdamer Industrieschule 6 Monate hindurch mit Silberdraht und Perlen gestickt. Die Schleppe ist zwei und einen halben Meter lang. Auf der Taille befindet sich ein Strauß von Orangeblumen und ein gleichfarbiger Kranz in den Haaren. Der Kranz hält einen glatten Schleier, der lang über die Schleppe herabfällt. . . Utrecht, 7. Febr. Anläßlich der Hochzeit der Königin Wilhelmina wurde heute hier ein festlicher Aufzug veranstaltet. Der Zug hielt vor dem Hotel des Pays-Bas, m dem Präsident Krüger wohnt. Sieben Musikkorps spielten die Transvaalhymne. Krüger erschien am Fenster und die Menge brachte ihm stürmische Ovationen dar. Schwerin, 7. Febr Aus Anlaß der Vermählung des Herzogs Heinrich trägt die Stadt festlichen Flaggenschmuck. In den Schulen fiel der Unterricht aus. Viele Vereinigungen sandten Glückwünsche nach dem Haag. Bei einem Diner brachte gestern Staatsrat Dr. v. Amsberg da» Hoch auf das hohe Paar aus. Ter neue Titel des Herzogs ist: Prinz der Niederlande, Herzog zu Mecklenburg, Königliche Hoheit. Königin Wilhelmina fügt ihrem Namen den Titel: Herzogin zu Mecklen- burg ein. Wien, 7. Febr. Die „Wiener Abendpost" gedenkt in warmen Worten der Hochzeit im Haag und erklärt, die Königin Wilhelmina genieße allerorten verehrungsvolle Sympathien. Tie österreichisch-ungarische Monarchie pflege herzliche und freundschaftliche Beziehungen zu den Nieder landen. Aufrichtig werde auch in Oesterreich-Ungarn der Wunsch geteilt, daß der heute geschlossene Herzensbund dem erlauchten Paare zur Quelle reinsten Glücks und dem Königreiche und seinem tüchtigen, strebsamen Volke zr« Bürgschaft einer frohen Zukunft werden möge. ., Petersburg, 7. F^br. In der hellanducken Kirche fand heute anläßlich der Hochzeltsserer im Haag Kommission gefunden werden. Deswegen beschränkten sich die Regierungsvertreter darauf, den die hauptsächlichsten Momente betonenden Rednern zu erwidern, so in erster Reihe dem schlesischen Zentrumsmann Graf Strachwitz, der die Frage der seiner Heimatprovinz zu gewährenden Entschädigungen eingehend behandelte. Graf Strachwitz — er ist dem agrarischen Flügel des Zentrums, dem auch Graf Ballestrem angehört, zuzurechnen — war vor zwei Jahren anfangs ein entschiedener Gegner des Mittellandkanals. Dann aber bekehrte er sich zu der Auffassung, daß Schlesien, bei Zuweisung angemessener Entschädigungen für die gesteigerte Konkurrenz der westlichen Industrie, von dieser Wasserstraße doch Vorteil haben werde, und trat in Wort und Schrift für den Mittellandkanal ein — zu spät, um ihn damals zu retten. Ob er jetzt die Mehrheit des Zentrums für seine Ansicht gewinnen wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hatte er heute die Genug- thuung, eine ausführliche Entgegnung seitens des Eisenbahnministers v. Thielen zu veranlassen. Sehr wirksam sprach wiederum der Fraktionskollege des Grafen Strachwitz, Abg. Tr. am Zehnhoff, gegen den preußischen Landwirtschaftsminister polemisierend. Er wies erneut auf die schweren Bedenken der rheinischenLand- wirtschaft gegen das Kanalprojekt hin. Diese dürften nicht einfach ignoriert werden. Zentrum und Rechte, die sich „nach der Kaffeepause" zahlreicher präsentierten, spendeten lebhaften Beifall. Es kam so etwas wie „Stimmung" in die hohe Versammlung. Der wahre Grund sollte jedoch alsbald klar werden: Präsident v. Kröcher verkündete feierlichen Tones, daß ein — von den Mehrheitsparteien gestellter — Antrag auf Schluß der Diskussion vorliege. Die Annahme des Antrages stand natürlich außer Zweifel; die Kanalschlacht im freien Felde war also zu Ende. Diejenigen, die solcher Art um ihre wohlausgearbeitete Kanalrede gekommen waren, drückten ihr schmerzliches Bedauern über diese Wendung der Dinge aus. Dann wanderte der wasserwirtschaftliche Gesetzentwurf an die 28gliedrige Kommission. Erst nach Monden, wenn die linden Lüfte durchs Land wehen, wird er wieder ans Licht des Plenums kommen. Von anderer Seite wird uns aus Berlin geschrieben: Mit sehr herabgestimmten Hoffnungen sieht die preußische Regierung, sehen die Kanalfreunde das „große Wasserbauprogramm für die nächsten 15 Jahre" in die Kommission abgeschoben. „Gestoßen" ist vielleicht der richtigere Ausdruck, denn so unglimpflich ist selten einem Gesetzentwurf in dem gutartigen, regierungsfrommen Abgeordnetenhaus mitgespielt worden. Tre schöne Einführungsrede des Grafen Bülow, die zweite Erklärung zu Gunsten gesteigerter landwirtschaftlicher Schutzzölle haben die Kanalgegner der Rechten nicht entwaffnet. Nur um einer formalen Höflichkeit zu genügen, wurde eine eingehende, sogar eine „wohlwollende" Prüfung der Vorlage zugesagt. Man muß jedoch schon heute mit der Ablehnung des Mittellandkanals rechnen, und da die Regierung wenig Neigung zeigt, auf die neugeforderten Entschädigungen für diejenigen Landesteile einzugehen, die eine Benachteiligung in den Kanalprojekten erblicken, so ist es sehr möglich, daß auch der Dortmund-Rheinkanal dem Unmut zum Opfer fällt. Beachtenswerter Weise hat Graf Bülow in seiner neuesten Rede beim Festmahl des Deutschen Landwirtschaftsrates, in der er im Gegensatz zum Kanzler „ohne Ar und Halm", Graf Caprivi, die Bülows als Landwirte „seit Jahrhunderten" kennzeichnete und dadurch sein Interesse für die landwirtschaftlichen Bestrebungen hervorhob, mit keinem Worte der Kanalvläne Erwähnung gcthan. Giebt auch Graf Bülow die Sache verloren, oder will er in der Kommission, oder mehr hinter den Coulissen die Kanalgegner durch die Entfaltung seiner ganzen diplomatischen Kunst auf die Seite der Regierung bringen? Wir glauben, Graf Bülow ist ein zu praktischer Politiker, um sich der Gefahr einer Niederlage auszusetzen. Wenn selbst der sonst geradezu als „Zauberformel" wirkende Hinweis auf die Notwendigkeit der Kanäle für die L a n d e s - V e r - teidigung vollkommen wirkungslos geblieben ist bei den konservativen Parteien, dann ist eben nichts zu wollen. Gegen ein Handelsgeschäft „Zölle für Kanäle" haben sich die Wortführer der Rechten so nachdrücklich verwahrt, daß diese Grundlage einer Verständigung ernstlich nicht mehr in Betracht kommen kann. Auch Die Auslassungen der „Kreuzztg." in der heutigen Abendausgabe des konservativen Organs beweisen, daß die finanziellen Bedenken der Rechten gegen die Kanäle unvermindert fortbestehen. Herr v. Miquel selbst habe diese Anklänge an solche Bedenken erkennen lassen. Der Minister hat wirklich Pech — auch diesmal vernahm die Feinhörigkeit seiner Verehrer Worte gegen die Kanäle in seiner Rede für die Kanäle. Man hält ihn also im agrarischen Lager doch nicht für ganz „bekehrt". Dre Hochzeitsfeierlichkeiten tm Haag. Haag, 7. Februar. Seit den frühen Morgenstunden waren trotz des rauhen Wetters große Menschenmassen auf den Straßen, die der feierlicher Gottesdienst statt, zu dem auch sämtliche Mitglieder der deutschen Botschaft geladen waren. Hierauf empfing der niederländische Gesandte Abordnungen der niederländischen Kolonie. Diesem Empfang schloß sich ein Frühstück ui der Gesandtschaft an, zu dem ebenfalls die Mitglieder der deutschen Botschaft geladen waren. Tic niederländische Kolonie bringt der Königin Wilhelmina eine künstlerisch ausgeführte Adresse, sowie eine prächtige Schale dar, deren Griff mit einem großen südafrikanischen Brillanten verziert ist. Sie spendete ferner verschiedenen hiesigen russischen Wohlthätigkeitsanstalten und den Armen der Stadt zusammen 20000 Rubel Die hiesige Presse gedenkt der heutigen Feier im Haag in herzlichster Weise. Engländer und Buren. General Fr e.n ch ist mit genau östlicher Marschrichtung von Bethel nach Ermelo vorgedrungen, und hat diesen letzteren Ort scheinbar bereits hinter sich. Amsterdam liegt 70 Kilometer ostsüdöstlich von Ermelo, nur etwa 20 Kilometer von der Grenze des Swazilandes in einem sehr gebirgigen Gelände, in das sich die Ausläufer der Drakensberge erstrecken. Hier beginnt erst Frenchs Hauptaufgabe, denn hier werden die Buren viele geeignete Schlupfwinkel finden. Auch das zerklüftete Swaziland ist ihnen offen, da es der Oberhoheit Transvaals untersteht. Frenchs Absicht ist vermutlich, sie durch Swaziland auf portugiesisches Gebiet zu drängen, und sie dort zur Waffenstreckung zu rwingcn. Im Verhältnis zu den übrigen Truppenteilen, die an der Delagoabaibahn angesctzt sind, dringt er zu stürmisch vor, sodaß in seinem Rücken Burenabteilungen rurückbleiben, die seiner Verbindungslinie gefährlich werden, und ihn vorzeitig zur Umkehr zwingen können, wenn sie es verstehen, ihren Verfolgern auszuweichen. Die eigentliche Idee des konzentrischen Angriffs, den Buren durch Vorschieben der Brigade Smith-Dorrien von Wander- fontein aus von vornherein ein Entweichen in die östlichen Gebirgsgegenden unmöglich $u machen, ist, wie man sieht, nicht gelungen. Was Kitchener von De Wet meldet, steht im Widerspruch mit seinem letzten Bericht. Rach diesem befand sich De Wet am 3. Februar südlich von De Wets Dorp. Wenn es jetzt heißt, er stehe nock) immer nördlich von Thabanchu, so muß man annehmen, daß die frühere Meldung falsch war. Möglicherweise hat aber Kitchener nur aus der Beschädigung eines Transportznges bei der Station Pomply Swing (nördlich von Bloemfontein?) auf die Anwesenheit De Wets in dieser Gegend geschlossen. Aus der Kapkolonie liegen in den Londoner Blättern eine Reihe von ausführlichen Reutermeldungen vor. Im Norden bilden im Bezirk Elanwilliam die sogenannten Kitcheners Zkund- schafter die äußerste Vorhut der Engländer; als ihr Führer erscheint ein Mann Namens Colenbrander. Auf dem Marsche von Elanwilliam nach Van Rhyns Dorp hatte die Spitze dieser Abteilung zunächst bei Windhoek einen Strauß mit den burischen Vorposten, konnte sich aber halten, bis der Haupttrupp herankam, und die Buren nach hartem Gefecht von ihren Kopfes vertrieb. Bei der Fortsetzung des Marsches fand ein z w e i t e s G e f e ch t an der D o o r n f l u ß b r ü ck e statt. Die Buren hatten das Nahen der Abteilung erwartet und versuchten die Brücke zu halten, kamen aber zu spät und mußten ihre Verschanzungen räumen. Am Sonntag Morgen (3. Febr.) rückte Eolenbrander in Van Rhyns Dorp ein, das die Buren bereits vorher geräumt hatten. Die Operationen gegen k r u i tz i n g e r s Kommando in dem Jogenannten Midlandgebiet der Kapkolonie nahmen folgen ich Verlauf. Nach der Abwehr des Angriffs auf Willow- more teilte sich das Kommando. Der eine Teil wandte sich südwestlich und zog durch Uniondale; der andere marschierte ans Oudshoorn über Busfelsklip und Vlakte- vlaats. Die Vorhut, 330 Mann stark, folgte dem Laufe des Krtlisfluffes und überschritt über den Paß Meirings- poort die Zwarten Berge. Freiwillige und Stadtgarde von Oudtshoorn wandte sich gegen sie, worauf sie in den zerklüfteten, südlich von Oudtshoorn gelegenen Kamman- nassie-Bergen verschwand. Hier wurde sie durch Bewachung des Montagupasses und der Oudtshoornausläufer festgehalten und zersplitterte fich noch weiter. Am 2. Februar gelangte ein kleiner Teil durch den Paß Tover Waters Poort nach dem nördlich gelegenen Klaarstroom, wo er den Telegraphenapparat zerstörte. Während der Nacht zum Sonntag soll er in ein heftiges Gefecht verwickelt gewesen sein. Ein anderer Splitter des Kommandos überschritt auf Gebirgsfußpfaden den Spitzkop und gelangte in das Thal des Kouga. Dieser Teil ist inzwischen, wie aus Kitcheners Meldungen hervorgeht, bis Steytlerville zurückgetrieben. ♦ ♦ ♦ Der Kuriosität wegen teilen wir Nachstehendes mit: Das „A m t s b l a t t für das Deutsche Kiautschou- Gebiet" vom 22. Dezember vor. I. enthält folgende Kabelmeldung : Shanghai, 15. Dezember 1900. Im Deutschen Reichstag hat eine viertägige scharfe Debatte Über die neuliche Zurückweisung des Ex- Präsidenten Krüger in Berlin stattgefunden. Graf von Bülow gab infolgedessen eine Erklärung, die allgemeine Befriedigung hervorgerufen hat. Er legte die nüchternen Thatfachen dar, und hat damit den deutschen Enthusiasmus für die Buren, der auf irrtümlichen Voraussetzungen beruhte, gründlich zerstört. Hat unser amtliches Organ in Tsingtau nur englische Quellen zur Verfügung? Die Deutschen in Tsingtau wer- den beim Lesen dieser Nachricht sich wohl recht gewundert haben. • • • Telegramm des Gießener Anzeigers. Kapstadt, 7. Febr. (Reuter-Meldung.) Der Herausgeber der „South African News" wurde unter der Beschuldigung verhaftet, ein verbrecherisches und auf r ühre- ri s ch e s P a m p h l e t geschrieben zu haben, aber später gegen Bürgschaft wieder freigclassen. Deutsches Reich. Berlin, 7. Febr. Der Kaiser und die Kaiserin sichren heute nachmittag von H o m b u r g in einem Schlitten durch den Taunus nach F r i e d r i ch s h o f und kehrten um 6 llhr zu 'Wagen nach Homburg zurück. Neber den Abschied des Kaisers aus Lou- Kon ist noch folgendes zu berichten: Beim Luncheon im Marlborough-House brachte König Eduard einen Toast aus, worin er dem Kaiser in seinem Namen und dem des britischen Volkes dankte und chm herzlich Lebewohl sagte Der Kaiser erwiderte ebenfalls aufs herzlichste. Beide nahmen auf das gute Einverständnis zwischen ihren beiden Völkern in der Förderung des Friedens und der Zivilisation Bezug. Auf dem Charing Croß- Bahnhof stellte der König selbst den Lord-Mayor dem Kaiser vor. Nachdem der Kaiser ihm die Hand gereicht, erwiderte der Lord-Mayor, die Bürger Londons erkennten die Wichtigkeit seines England abgestatteten Besuchs an. Kaiser Wilhelm erwiderte, ein sehr enges und liebevolles Verhältnis habe zwischen ihm und der verstorbenen Königin bestanden. Er habe für sie nicht anders handel:: können, als zu dieser Zeit nach England zu kommen. Er fügte hinzu, daß das wunderbare Schauspiel am Samstag bei dem Leichenbegängnis in London tiefen Eindruck auf ihn gemacht habe; er habe nie zuvor so etwas gesehen, und es habe sich seinem Herzen tief eingeprägt. Der Reichstag feierte am Dienstag im reich geschmückten Neichstagshause den Geburtstag des deutschen Kaisers. Den Trinkspruch auf den Kaiser, den einzigen, der gehalten wurde, brachte der Präsident des Reichstags, Graf v. B a l l e st r e m, aus. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge hob er insbesondere rühmend die Durchführung der ostasiatischen Expedition hervor. Die lange vorbereiteten Pläne von Mobilmachung, Einberufung, Augmentation konnten hier nichts nützen. Hier mußte die herrliche Maschine mit dem wunderbaren Räderwerk, die man die preußische Armeeorganisation — oder vielmehr die deutsche Armeeorganisation nennt —, ein Werk verrichten, was sonst Maschinen nicht verrichten können. Aber das ist eben eine Maschine, nicht wie eine andere, das ist eine durch Jahrhunderte der Intelligenz und der Selbstaufopferung gehobene Maschine, und sie hat die Arbeit verrichtet. In allerkürzester Zeit wurde eine Truppenmacht auf die Beine gebracht, ebenso organisiert wie die deutsche Armee und dennoch ihr nicht einverleibt; in der kürzesten Zeit wurden von unserer Handelsmarine, von unserer Post- dampfschiffsmarine die nötigen Schiffe gestellt, um diese Truppen und alles, was dazu gehört, ausschließlich auf wutschen Schiffen nach Ostasien zu bringen. Es war jeden- alls ein großartiges Werk, wie es noch nicht dagewesen ist. Graf Ballestrem betonte dann noch besonders, daß der Kaiser stets im Dienst sei, und der Reichstagspräswent :nag im Stillen manchem Reichsboten einen ähnlichen Pflichteifer gewünscht haben. Der Landgraf Alexis von Hessen-Philippsthal ist unter Fiebererscheinungcn erkrankt. Der Landgraf steht im 72. Lebensjahre. — Dem preußischen Abgeordnetenhause ging der Gesetzentwurf über Abänderung derLandesgrenzegegen Dänemark an der Norderau und der Kjaermühlenau zu. Die Grenzänderung geschieht gemäß dem Staatsvertrag vom 12. Februar 1900. — Gegenüber der Behauptung der „Tägl. Rundschau", der bisherige Konsul von Sansibar, Freiherr von Rechenberg habe den Platz räumen müssen, weil er lvegen seines thatkräftigen Eintretens für die deutschen Interessen den Unwillen der Engländer sich zu- gezogen und er sei in Ungnaden an ein kleines russisches Konsulat geschickt, erklärt die „Nordd. Allg. Ztg.", Nechen- berg sei thatsächlich als Konsul nach Moskau versetzt. Die Versetzung erfolgte aber lediglich in dem mit den Dienstinteressen zusammengehenden eigenen Interesse des betreffenden Beamten und ans dessen Wunsch aus Gesundheitsrücksichten. Das Konsulat in Moskau sei übrigens gewiß nicht klein. — In der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses wurde gefragt, ob im Zusammenhang mit der Verleihungvon Kommerzienratstiteln Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien. Der Minister konnte die Frage verneinen und teilte mit, daß bei den betreffenden Personen, von denen die Aufforderung um Mitteilung von Wünschen üach Verleihung von Titeln ausgegangen sei, Haus- uchung stattgefunden habe. Das Material sei der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Eine Verbindung im Ministerium hatte:: die Personen nicht angeben können. Ueber die Verwendung weiblicher Personen im Eisenbahndienst hat sich neuerdings der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten in einem Erlaß an die Eisenbahndirektionen ausgesprochen und dabei be- mänaelt, daß die Einstellung weiblicher Personen, namentlich für die Fahrkartenausgabe und für den Telegraphendienst, nicht in dem erwünschten Umfange vor sich gegangen ei und in einzelnen Dircktionsbezirken Frauen überhaupt noch nicht beschäftigt werden. Es soll bei den Verwaltungen künftig auf eine vermehrteEinstellung vonHilfS- Fahrkarte nausgeberinnen Bedacht genommen und in jedem Falle beim Abgang männlichen Personals geprüft werden, ob nach Lage der Verhältnisse die frei gewordenen Stellen nicht durch Hilfs-Fahrkartenausgeberiuneu wahrgenommen werden können. Ferner soll die Verwendung weiblicher Personen im Fernsprechdienst der Eisenbahn überall da ins Auge gefaßt werden, wo dies nach den Vorschriften zulässig ist und die örtlichen Verhältnisse es gestatten. Der Minister behält sich vor, nach Jahresfrist von neuem Erhebuugeu über den Umfang der Beschäftigung leiblicher Personen gnzustellen, um daraus zu ersehen, ob die in Frage kommenden Vorschriften überall die gehörige Beachtung gefunden haben. Ausland. London, 7. Febr. Die „Evening News" will erfahren, baß Testament der Königin vermache die Schlösser Oßborne und Balmoral dem König und Osborne Cottage der Prinzeß Beatrix. Von den übrigen Kindern de: Königin erhalte der Herzog von Connaught das größte Vermächtnis, das Gros ihres Privat vermögens geht jedoch an den König. Rom, 7. Febr. Infolge des g steigen KommervotumS überreichte Saraco heule früh dem König die Demission Des K ab in et s. Der König behielt sich die Entscheidung oor. Er beriet die Lage mit dem Kammerpräsidenten Villa und dem Senatspräsidenten Cannizzaro. Die Abendblättei galten es für wahrscheinlich, daß der KammecpräseS Villa »der Saracco den Auftrag zur KabinetSbildung erhalten. — Zur gemeldeten Verhaftung des Anarchisten, der plante, den Herzog der Abruzzen zu ermorden, teil' ..Fanfulla" mit, daß der verhaftete, bei dem man Papier« «and, die auf eine Verschwörung gegen das Leben des Herzogs schließen ließen, heute in Rom vor dem General orokurator verhört wurde. Ueber das Ergebnis des Verhör- werde Schweigen beobachtet. Petersburg, 7. Febr. Zar Nikolaus hat den Typhus zwar sehr gut überstanden, trotzdem muß doch immer in Betracht g zogen werden, daß der Zar nur eine zarte Konstitution hat und eine böSariige Krankyeit doch immerhiu auch «ine robuste Natur noch auf Wochen schäd'gt Ueber intakte Lung n soll der jetzige Thronfolger Michael nicht verfügen. In Kreisen, die Gelegenheit gehabt haben, den Kaiser in größerer Nähe zu sehen, sind leider die Befürchtungen nicht ganz gehoben, daß auch letzterer nicht ganz gefeit gegen die verheerende Krankheit ist Zu Be« fürchtungen irgend welcher Art liegt heute noch nicht der ge« rinafte Anlaß vor. Politische Tagesschau. Auch in der zweiten Sitzung des österreichischen Abgeord- netenhanses ist eS recht bunt zugegangen und man hat auf- neue bewiesen, daß man im Wiener Parlament jedes Gefühl für Würde, ja selbst für Anstand verloren hat. Es wird gemeldet: Abg Ratgj (tschechischer Agrarier) und Genossen, ebenso wie Abg. Klosac (ticpech sch-nattovaler Sozialist) und Genossen h,b,n in tschechischer Sprache abgcsatzte N chltzveiWährungen üver'.icht, die von einem Schriftführer gleichwie die deutsch abgefaßten Erk.äruoge» verlesen werden. Abg. Wolf (während der Verlesung der letzten E kiä'ung): Ja, was ist denn daS für eine Komödie? Was wird bm bet den Tschechen.) Abg. Stein (deutsch-radikal, zu den Tschechen): G«ht nach Tschechovten 1 Abg. Sehnal (tschechisch-nationaler Sozialist): Eine schöne Kultur, die deutsche! Abg. Wolf: Deutsch rtbcnl Herr Präsident, sorgen Sie dafür, daß deutsch gesproch-n wird! (Anbauernver Lärm. — Rufe bei den Tschechen: Ihr ruft: Heil den Buren! und die Tschechen wollt Ihr unterdrücken! — Großer Lärm) AlterSp ästdent Dr. Weigel: Meine Herren! ES war seit dem Jahre 1879 UsuS im hohen Hause, daß solche Erklärungen zur Der- icsung kommen. (Fortdauernde Unruhe.) Abg. Kaiser (deutsche BoikSpartei) beantragt, die nächste Sitzung am F-ettag stattsinden zu lassen, und protestiert entschiedenst dagegen, daß RechtSverWahrungen verlesen und b«n D>utlch,n daS Wort nicht erteilt wurde. (Lebhafte Zustimmung links.) Mit dem Heutigen haben Sie dem Parlament die R^chtsgrundlaite entzogen (Lebhafter Beifall und Zustimmung links. Rufe bet den Tschechen: Das ist eS ja, waS wtr wollen. Sie tragen die Schuld! Beifall links) Bet der Abstimmung wird der Antrag Äeifer, Freitag Sitzung zu halten, mit großer Majorität angenommen. Diese« Resultat ruft auf der Linken großen Beifall hervor. Gegen den Antiag stimmten oloS die Christlich-Sozialen, die Feudalen und die Jungtschechen. Abg. Wolf: DaS ist die Majorität für die deutsche Staatssprache. ^(Widerspruch und Gclädter bet den Tschechen.) Darau» w«rd dte S'tzung geschlosien. Aus Stadt und Mud. Gießen, den 7. Februar 1901. *• Universität. DaS Vorlesungverzeichnis für das Sommerfemefter 1901 ist soeben erschienen und für 20 Pfg. in den hiesigen Buchhandlungen zu haben. Von den Vorlesungen scheinen uns für ein breiteres Publikum besonder- vemerkenswert: „Grundzüge der Kriminalpolizei" von Professor Dr. Günther, „Forensische Psychiatrie" für Juristen und Mediziner von P:of. Dr. Sommer, „Finanzwisseu- ichaftltche TageSftagen" von Piof. Dr. Biermer, „Handel und Handelspolitik" von Dr. Lief mann, „Neueste Geschichte 1850—1900 mit besonderer Rücksicht auf die soziale Bewegung" von Prof. Dr. Oncken, „Deutsche VerfassungS- geschichte" von Prof. Dr. Höhlbaum, „Henrik Ibsen, sein Leben und seine Werke" von Dr. Collin, „Le Roman räalißte en France au löieme ei^cle® von Lektor Goet schky und „deutsche Malerei und Plastik" von Prof. Dr. Sauer. p. Vortrag. In Lonys Bierkcller rezitierte gestern abend der Schauspieler Walkotte die Gerh. Hauptmann'sche dramatische Jugenddlchtung: „Bor Sonnenaufgang". Die vom hiesigen Gewerkschaftskartell einberufene Versammlung war sehr gut besucht. DaS wahrhaft künstlerisch wiedergegebene düstere, tief ergreifende, wenn auch dramatisch noch ziemlich unauSgereifte Schauspiel, daS sich in einer von Alkohol durchzogenen schwülen Atmosphäre mit unheimlicher Lebenstreue abspielt, wurde von den Anwesenden mit lautem Beifall ausgenommen, und c« hegten wohl die meisten der Anwesenden den Wunsch, daß öfter solche Darbietungen vom GewerkschaftSkartell arrangiert werden mögen. -p- Deutscher und Oesterreichischer Alpen Verein. Der Thätigkeitsbericht der Sektion Gießen über die Jahre 1898 bis 1900 ist soeben erschienen. Ihm entnehmen wir, daß die Zahl der Mitglieder 103 beträgt, außerdem daS Ehrenmitglied Geh. Just'zrat Prof. Dr. Gareis in Königsberg, früher bekanntlich in Gießen. DaS Sektionslokal ist Restaurant Weidig „Zum Andres" in der Sonuenstraße, Vorsitzender ist Stadt-Baurat Schmandt. Nächst den Mitgliederversammlungen waren die gemeinschaftlichen Sektionstouren vor allem geeignet, das Vereinsleben zu klüftigen. Außer 7 Nachmü- tagSwanderungen kamen in den Jahren 1898 und 1899 je 9, in dem letzten Berichtsjahre 11 Tagestouren zur Ausführung. Lahngau, Westerwald, Taunus, Wetterau und Vogelsberg bildeten in reicher Abwechslung das Ziel der Touristenschar. Hervorragender Beliebtheit erfreute sich stets die herkömmliche Januanour auf den Dünsberg; diese in Bethätiguug freundnachbarlicher Beziehungen gemeinsam mit dem TaunuSklub Wetzlar auszuführen, ist feit einer Reihe von Jahren zur Gewohnheit geworden. — Auch sonst wird der Dünsberg als Beherrscher der Gegend 6,8 •"Ä" M «««• ü °ich' 1 ’* Ru 9b !0$ nitl nu 'M« «w. 10 toUD Hal aus- !nt IM Trsühl U Ts wird ? nn tb ist bk bratet (LiLmstchr lst der btbylonischr chechm): Glht nach »list): 6tne schöne ent, sorgw Sie 6» Lärm. - Stuft bd blt Tschechen wollt i! ES mit srtt dem ttliiungtn zur Der« t, die Mste Sitzung evtschtkdmst digegkn, schm daS Wo>l nicht dem Hwtigrn habm i (Lcdhistn Betsill Da« ist eö ji, eil ti.) tr, fretttg Sitzung )ufti SMulltt ruft i grtiafl stimmte« U btiHW Wb hechm.) inü. Februar 1901. :uichmS für da» i und für 20 Pfg. Bon de» Vor« \blitum besonders lolizei" von W trie- für Jurist» c, >«1* ietu«, in, nNeuefte Ge- jit auf die foziak MeSer«' „Henrik Ibsen, \M in, „Le Roma» geffor Aoetschky pro . Dr. Sauer. aufs«»/' X twbiwl®. ji ,chh°st nut orf h«®11114 :4 s."? ‘88fl1, «nein. ®K„ WBÄ 1898 6« thrw«^ !°ß>. r.-rtlld1®”' L per«10* 'ÄS*> 5'55 ir-^g »t*,, feit «hl-«- ><«■ _> nhelt. A her bei den Wanderungen bevorzugt, namentlich seitdem ern steinerner AuSfichtSturm nebst einfachem Unterkunftshaus der. rin iwallumgürteten Gipfel hont. Die Vollendung diese? Baues im Herbst 1899 mutzte der Sektion zur besonderen Freude gereichen. Die vor einigen Jahren in der Umgebung O3n Gießen durchgesührten farbigen Wegebezeichnungen wurden wählend des letzten Sommers nach Verständigung mit den Touriftenvereinen der Nachbarstädte ergänzt und zum großen Teil erneuert, zum Teil für das kommende Jahr zur Er^ Neuerung vorgesehen. — In der gestrigen Versammlung hielt Oberlehrer Dr. Trapp einen breit angelegten, mterefsanten Vor-rag, dem es nicht an Humor fehlte, über seine vor jährige Schweizerreise und die Besteigung deS Titlis. r— Konzert verein. Wie neulich schon hervorgehoben wurde, setzt sich das Programm des nächsten Symphonie-Konzertes am Samstag im wesentlichen aus modernen Kompositionen zusammen. Es fei daher gestattet, «uf eine der interessantesten Nummern des Programms, die selten gehörte Tschaikowsky'sche Symphonie in einigen Worten hinzuweisen. Die genannte Symphonie pathetique, die sechste und letzte Tschaikowskys, die, wie man sagen fann, von allen seinen symphonischen Werken am meisten anerkannt ist, wurde kurz vor seinem am 5. November 1893 erfolgten Tode vollendet und stellt somit gewissermaßen den Schwanengesang des Komponisten dar. Sie giebt Zeugnis von der reichen Erfindungsgabe des genialen russischen Tonschöpfers und beweist deutlich die künstlerische Individualität desselben. Es zeigt sich bei ihr eine Abrundung und Vollendung, wie sie, außer der G-dur Suite, kaum ein anderes orchestrales Werk Tschaikowskys aufweist. Immerhin weicht sie in ihrem Ausbau von demjenigen einer „Symphonie" als sicher ab. Schwer und düster gehalten setzt sie sich zwar auch aus vier Sätzen zusammen, doch schließt sie nicht, wie sonst übliche mit einem lebhaften Satze ab, sondern klingt in einen Trauerepilog aus. Ter mit einem Düsteren Thema beginnende erste Satz geht nach einer vollendeten Durchführung allmählich in ein freundlicheres Thema über, durch welches das reizende Allegro con gratzia, der zweite Satz (anstatt des üblichen Adagios) eingeleitet wird. Gerade dieser Satz ist einer der gelungensten der Symphonie, nicht nur als rein musikalisches, freundlich gehaltenes Stück, sondern wegen des Reizes einer musikalischen Seltenheit, insofern er völlig im Fünfviertel-Rhythmus durchgeführt ist. Das Serzo, das mit flimmernden Triolen- Figuren beginnt und mit allen erdenklichen Mitteln moderner Jnstrumentationskunst ausgestattet ist, gestaltet sich allmählich, wie schon zu Anfang durch die Oboe angedeutet wird, zu einem Marsch, welcher gleichsam als Siegesmarsch jbic Vorhand gewinnt. Um so schroffer erscheint dazu der in Form eines Trauergesanges (Adagio lamentoso) gehaltene letzte Satz, welcher gewissermaßen das Erlöschen der Lebenskraft malt und wohl dem auf dem Felde der Ehre verwundeten Helden als Klagegesang gilt. So ungewöhnlich und abweichend auch darnach der Aufbau der Symphonie erscheinen mag, so ist doch die Wirkung auf den Zuhörer eine so unmittelbare, daß das Werk nunmehr wohl die erste Stelle unter Tschaikowskys orchestralen Kompositionen einnimmt und sich sowohl den klassischen als auch den modernen symphonischen Werken würdig anreihen dürfte. — Liszts dritte symphonische Dichtung, les Preludes, stellt eine Reihe von Bildern aus dem menschlichen Leben dar, ernste und heitere, unter denen die letzteren vorwiegen. Sie genießt unter den symphonischen Dichtungen Liszts wohl die größte Popularität, schon wegen ihrer reizenden Instrumentation, und verfehlt auch in ihrer Art die zündende Wirkung auf den Zuhörer niemals. •• Die Feier des Geburtstages GabelSbergerS beging, wie alljährlich, der hiesige Gabelsberger Stenographen-Verein am Donnerstag in Form einer Abendunterhaltung. Die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder, die diesmal ihre Aufgabe, den Abend genußreich zu gestalten, mit den zu einem Kränzchen vereinigten Jüngerinnen GabelSbergerS geteilt hatten, wurden vom 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Pitz begrüßt. Der Redner feierte den Meister Gabelsberger als Begründer der Kurzschrift, dem die Bekenner aller Systeme Dank schuldeten, der zuerst die Notwendigkeit erkannte, an die Stelle der alten Kurzschriften ein neues System zu setzen. In dieser schweren Aufgabe fei sein ganzes Leben und Trachten aufgegangen; aber auch unerreicht fei seine Schrift, trotzdem die Zahl der Kurzschriftsysteme sich ungefähr auf 200 belaufe. Der deutsche G^belSberger Stenographenbund umfasse 1500 Vereine mit 60000 Mitgliedern; in ca. 60 staatlichen Körperschaften ist die Gabelsberger'sche Stenographie zum Teil ausschließlich, zum Teil mit anderen Systemen amtlich ein geführt. Das Ziel, die Gabelsberger'sche Stenographie zur deutschen Einheitsstenographie zu machen, wurde durch ein- mütigks Zusammenarbeiten erreicht. Der Redner schloß seine mit Beifall aufgenommene Ansprache mit einer dem Verein vor Jahren gewidmeten Ode Ernst Ecksteins. — Es folgte ein allegorisches Festspiel: „Franz Xaver Gabelsberger- und ein Lustspiel: „Heimlich verlobt", beide Stücke von Damen und Herren des Vereins ausgeführt. — Die schön verlaufene Feier schloß mit einem Ball. *• „Die KouigSkiuder", 12 Künstlerkarten in feiner Ausführung. Nach Original-Aufnahmen aus der Oper von E. Humperdinck. — Unter diesem Titel gab die Verlagshandlung von Carl Seyd in Boppard a. Rh. eine Reihe von . Postkarten heraus. Es werden die wichtigsten Szenen der Oper vorgeführt. Für Ansichtspostkarten-Sammler und Sammlerinnen wird die Serie eine wertvolle Bereicherung ihres Albums, für jeden, der die Oper zu hören Gelegenheit hatte, wird sie eine Erinnerung bilden, auch jeden Nicht- kenner der Oper werden die Bilder, in Bereinigung mit dem Texte befriedigen. KaruevalKouz-rt. DaS Szepter des Prinzen Karneval hält augenblicklich auch in unserer Stadt viele Herzen und Sinne gefangen und das mehr als in sonstigen Jahren. Unseres Erachtens tragen die humoristischen Konzerte, die unsere Regimentskapelle in Steins Saalbau veranstaltet, wesentlich zu dieser heiteren Karnevalsftimmung bei. Das letzte Konzert am Sonntag war vorzugsweise dazu geeignet, bei den zahlreichen Besuchern Stimmung zu machen. Wir wollen nur des „Abschiedskonzert des Musikdirektors Anastasius Äüllecke- mit seinem originellen Dialog und des in diesem Konzerte vorkommenden neuen Orchesterinstruments, aus lauter Weinflaschen bestehend, sowie der „Wiener Damen kapelle" Erwähnung thun. Auch die vorzüglichen Karnevalslieder verfehlten ihre zündende Wirkung nicht. — Am nächsten Sonntag nachmcktag i/,5 Uhr findet nun wieder ein Karneval konzert statt (siehe Inserat). Nachfolgend geben wir einen Auszug aus dem Programm: „Die verbogene Lenkstange". Radler-Jux Marsch von Hintze. Ouvertüre zum „Karneval auf dem MarS" von Rudloff. „In Chma", Lied zum Mitsingen, Auftreten „des berühmten Kapellmeisters von Venedig", von Max Eilenberg. Humoristische Dari ationen über den „Bierwalzer" von Schreiner. „Bei der Versteigerung", Lied zum Mltsingen. „Eine Konzertprobe zu Klein Grimmelshausen" mit urkomischem Dialog. „Der größte Narr", humoristischer Karnevalsmarsch von Scholz „Am Sonndag Morje", Lied zum Mitsingen. „Ein luftiges Quartett", von Krämer. A f allgemeines Verlangen: „Eine kuriose Gesch'chte", von Mvckenberger. •* Zur Forderung der Volksbibliotheken. An die Kreis ämter des Großherzogtums ist jüngst ein Minister! al erlaß ergangen, der die Förderung der DolkSbibliotheken zum Ziele hat. Durch diese Verfügung haben die im Juni vorigen Jahres dem Großh. Ministerium kundgegebenen Wünsche, eS wolle bei der Gutenbergfeier den auf dem Ge biete des Volksbibliothekwesens lebendigen Bestrebungen kräftige Förderung verheißen, eine erfreuliche Erfüllung gefunden. Der Erlaß ehrt dessen Stifter, die Staatsbehörde, die in der Volksbibliotheksbewegung zeitgemäße Forderungen erkennt und bereit ist, der freien VereinSthätigkeit eine so wertvolle Stütze zu leihen. Alle Freunde der Volksbildung werden den Erlaß aufs wärmste begrüßen. [.] Aus de» Mddathal, 7. Febr. Auf den bis jetzt in unserem Thale abgehaltenen Holzverfteigerungen haben die Holzpreise eine Höhe crre'.cht, wie solche in den letzten 20 Jahren nicht. Auf der gestern im Fürst!. Revier Ran stadt abgehaltenen Versteigerung hat das Scheitholz 1. Klasse pro rm 10 Mk. und mehr gekostet, 2. Klaffe 7 Mk. Ast prügel 5,50 Mk. und Astreiser pro Meter 1 Mk. bis 1,20 Mk. Auf der in voriger Woche in Gedern abgehaltenen Ver steigerung soll 1. Klasse Scheitholz auch 9 Mk. gekostet haben. Die Preise stehen nicht im Einklang mit den Ge treidepreisen. ko. Gedern, 7. Febr. Der hiesige Bezirkstierarzt Adam Schaich, früher evangelischer Pfarrer zu Burkhards, erhielt einen Ruf nach Wimpfen am Neckar. Darmstadt, 7. Febr. Die „Darmst. Ztg." meldet: Dei Großherzog und die Großherzogin sind von den Be weisen herzlicher Anteilnahme und treuen Mitempfindens an läßlich des Hinscheidens Ihrer Majestät der Königin Viktoria, die Allerhöchstdenselben aus allen Teilen des Landes und den verschiedenen Kreisen der Bevölkerung zugingen, aufs wärmste berührt worden und laffen Allen, die in den Tagen tiefer Trauer ihre mitfühlende Gesinnung bekundeten, herzlichen Dank aussprechen. — Der Großherzog empfing am 7. Februar den Staatsminister Rothe und den Präsidenten des Ministeriums der Finanzen Gnauth zum Vortrag. — Der Großherzog wird künftigen Samstag, 9. ds. MtS., im Großh. Residenzschloß Audienzen erteilen, sowie Meldungen und Vorträge entgegennehmen. ko. Bingen, 6. Febr. Kaum hat sich die öffentliche Meinung mit den Fällen Frank, Schnabel und Maurer einigermaßen abgefunden, so kommt schon wieder eine Alarmnachiicht aus Gensingen, wo der Weinhändler und Poftagent Schärte unter Umständen verschwunden ist, die auf eine „Pleiteschließen lassen. -Frankfurt cu M., 7. Febr. Hier ist eine Ortsgruppe des Handelsvertrags-Vereins begründet worden, der sich bekanntlich zur Abwehr der handelsvertragsfeindlichen Bestrebungen und zur Förderung einer weiteren gedeihlichen Handelspolitik aus den Handel- und Jndustrie- kreisen des ganzen Reiches zusamrnengethan hat. Die neue Ortsgruppe veranstaltet am Sonntag um 10 einhalb Uhr im Saale des Zoologischen Gartens eine große öffentliche Protestversammlung. Der Aufruf, den wir auch im Anzeigenteil unseres Blattes bringen, ist von angesehenen Männern freisinniger, demokratischer, nationalliberaler und sozialdemokratischer Richtung unterzeichnet, und es ist ein starker Besuch der Versammlung au erwarten. Als Referenten werden die Herren Lanotagsabg. Funck und Adolph Baumann sprechen; wie wir hören, wird auch der Vorsitzende des Handelsvertragsvereins, Reichstagsabg. Dr. v. Si e m e n s aus Berlin in der Versammlung das Wort ergreifen. Bei dem Interesse der Frage dürfte wohl auch aus den benachbarten Städten Frankfurts zahlreiche Beteiligung zu erwarten sein. ** Kleine Mineilrmgeu ans Heften und den Nachbarstaaten Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitglieds der freiwilligen Feuerwehr zu Offenbach Emil Georg Knauer. — Man plant den Bau einer elektrischen Balm durch den Rheinaau. vermischtes. * London, 7. Febr. Der Dormittagsgottesdienst in der Paulskirche wurde durch einen Pistolenschuß unterbrochen. Alles eilte zu der Stelle, woher der Schuß kam, und man fand den Körper eines etwa 50 Jahre alten Mannes zwischen den. Sitzen liegen, der in Stirn und Hals Schuß wunden hatte. Auf einem Stück Papier stand sein Name: Giuliano Antonio Mucci, und seine Adresse, die auf eine stark von Italienern bewohnte Gegend Londons hinweift Seinem Anzug nach war er ein Arbeiter. Der Gottesdienst wurde alsbald wieder aufgenommen. Nach seiner Beendigung drängte alles zu der Stelle hin, wo der Selbstmord begangen war. Aber die Blutlache war inzwischen entfernt, sodaß keine Spur von der That mehr sichtbar war. Der Selbstmörder starb kurz vor 2 Uhr im Spital. • Wien, 7. Febr. Die vorjährige Volkszählung ergab für Wien 1,635,647 Einwohner, gegen 1894 eineVer- mebruna um 293,750. Weratur, Wissenschaft und Kunst. — Irene Triesch vom Frcmkfurter Stadttheater ist, wie wir schon gemeldet haben und wie die Direktion nun bestätigt, soeben für das „Deutsche Theater" in Berlin verpflichtet worden. Frl Triesch wird am 16. d. 3R als „Nora* im ,D. wichen Theater" gastieren — Wie uns mitgeteUt roirb, ist d r Künstler-Kolonie iw Darmstadt das „neue phrlharmonilche Orchester" unter 2 iturg bei Heirn Carl Stix aus $3i-n, für de Ausstellung MUI gewonnen worden. Für die Ausstellung dürfte dieses Engagement ein äußerst wichtiger Faktor roetben, umsomehr, als neben den täglich stattfindenden Konz-rten auch solche von größerem Umfange stattfinden sollen Eö sind große Symphonieab nde und jUmmerton^vte geplant und es wird zu diesem Zwecke ein eigener Saalbau errichtet werden. St'x, von Geburt e n Wiener, hat sich in Wien durch die Gründung seines Orchesters einen ausaez-'ckm ten Namen rworben Gcrichtssaal. Mainz, 7. Febr. Der 18jährige Schlosser Albert Ernst au8 Lahn (Kreis Wiesbaden) wurde von der hiesigen Strafkammer wegen Körperverletzung mit tätlichem E'so g zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte in der Nacht des 14. Februar v. I. auf dem Bahn- hoftzplatz bei einem unbedeutenden Streit den 22 Jahre alten Glaser Johann Haspel von hier niedergestochen. Haspel starb acht Tage später an den erhaltenen Verletzungen. Eisenbahn Zeitung. KalkrückvLnde. Nachdem die Landwirtschaft zur W^nn« ser Düna-.rw.rkung von Ka krückständen aus der Ac-tv'engasber.itun, versuche angeftat hat, fetten zur Förderung solcher Versuche b e oa» für von Landwirten tngeforberten K-lk-ückfländc -uf den P eußts^ hessischen Sta«tsetsenbahnsi. Uhr, Vereinigung der konfirmierten Mädchen der LukaSgemetnde im Schwesternhaus (Johannesstraße). 5Pfanet Euler. Nächstfolgenden Sonntag, den 17 Februar, findet Beichte mw heil. Abendmahl für die Lukas« und die JohanneSgemeinde rm Abend- gotteSdienst statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer isder tSe- meinde erbeten. , Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der krrw- lieben Trauung auch em kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es recktzertig — spätestens erne Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische ©emeinbe. SamStag den 9. Februar. Nachmittags um 4Vi Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit gut heil- Beichte. Sonntag den 10 Februar, rexagefima. Vormittags von 6Ve Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe: vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Ubr: Die zweite heil. Messe. „ um 9Vi Ubr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Hottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israekitische ^eltgiousgemetude. Samstag den 9. Februar 1901. Vorabend 5^ Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Gchrift- erfläntug, SabbatbauSaana *15 Ubr Ration entfernt find, geliefert werden. Die @Qtera6ferf>gunß5ftf1Ifr beiörbern hiernach das Matt.ta ohne Erhtbu-'g von Fiackt. (Äir einigen nöidlichm und nor.ö Utchen Bahnen wird bnft änorbnur.p bereite b-fo'gt.) Neueste Meldungen. Berlin, 8. Febr. Die Stadtverordneten beschlossen ki geheimer Sitzung mit 58 gegen 55 Stimmen, den Posten rines zweiten Bürgermeisters nicht auszu- schreiben. London, 8. Febr. Den „Times" zufolge, ist endgiltig beschlossen worden, daß das Herzogspaar von Cornwall und York Ende März oder Anfang April nach Australien reist. Madrid, 7. Febr. Der hohe Gerichtshof beschäftigte sich mit den Angelegenheiten eines 24 jährigen Mädchens namens Ubab, welches vom Beichtvater verleitet worden war, in ein Kloster einzutreten, weil es sehr reich ist. Salmeron verlangte als Anwalt der Familie Ubab die Herausgabe des Mädchens, welches nach den Bestimmungen des Zivilgesetzbuches nach ihrem väterlichen Domizil zurückkehren muß, da sie noch nicht 25 Jahre alt ist. Das Gericht vertagte die Urteilsfällung. Nach Beendigung der Sitzung begleitete eine Gruppe von Leuten Salmeron unter den Nufen: „Es lebe die Freiheit" und veranstaltete Kund- gedungen vor mehreren Anstalten der Jesuiten. In einer derselben wurden die Fenster mit Steinen eingeworfen. Die Manifestanten wurden von der Polizei auseinander getrieben und zwei Verhaftungen vorgenommen. Dien, 8. Febr. (Privattelegvamm.) Wie die „deutsch- natiouale Korrespondenz" meldet, wird in der morgigen Sitzung des Abgeordnetenhauses der Abg. Haiden an den Handelsminister eine Anfrage richten, in welcher er gegen die beabsichtigte Erhöhung der Viehzölle seitens Deutschlands protestiert, und fragt, was Oesterreich zu thun beabsichtige, um diese drohende Zollcrhöhung zu verhindern. Wien, 8. Febr. (Von einem Privatkorrespondenten.) Da die Kandidatur Prade's bei den Polen und Klerikalen auf Widerstand stieß, wurde sie abends von den deutschen Parteien fallen gelassen. Da zur Stunde überhaupt keine Kandidatur für die Präsidentenstclle besteht, so soll, wie verlautet, morgen die Vertagung der Präsidentenwahl auf Dienstag beantragt werden. New-Aork, 8. Febr. Bei dem bereits gemeldeten Unglücksfall auf der Erie-Eisenbahn wurden 6 Personen getötet, 10 verwundet. --- Börsennachrichteiu Berlin, 7. Februar. 4% Deutsche Grandschnld-Bank 1 e. 2 47 80 M. 4-7* do. 8. 6/6 unk. b. 1904 48 00 , W! do. 8. 7/8. nnk. b. 1906 45 00 w 4 8/e D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 enk. 1908 97.30 M. S'/.'/o 4°/* do. nnk. 1905 89 50 , PreuM. Hyp--A.-Bank 8. 8-12 81 80 . 4«/o do. 8. 16-18 unk. b. 190» 81 80 , 4’/s do. 8. 19-20, unk. k 1905 00.00 „ do. 8. 18, 14 73.00 Ä do. 8. 21, 22, unk k 1965 73.00 » Telephonischer Kursbericht. 81 ie/o Reicbsanleihe . . 98 45 8<>/o do . . 89 30 S*/| ö/o Konsole .... 98 85 3 Vg do .... 89.00 3* । % Hessen .... 94 45 5 'y Ital en. Rente . . . 96.( 0 4 ; ,o Griech Monop.-A.nl. 43 O'> 8 /o PortniEpesen . . . 25.10 i o/o Mexikaner .... 25 55 |i/i /o Chinesen .... 82.25 Tendenz ■ankfurt, den 8 Februar. Kreditaktiea .... 211.30 Diskonto-Kommandit . . 181.50 Darmstädter Bank . . . 133 20 Dresdener Bank .... 147.90 Berliner Handelsgee. . . 150 40 Oesterr. Staats bahn . . 142 70 Gotthardbahn .... 164.00 Laurahütte.....198.00 Bochum . . . . . . 178 50 H-rpener . . ... 168 50 fest. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Höchst, Temperatur am 6.-7. Febr. 0 7* •. Niedrigste , „ , 11,0' 0. Februar yaiouieur auf 0« reduziert T mperatul ber Luft □ cx 11 to Rcksstpe Feuchtigkeit Wtndrtchtuni K C g Wetter 7. 9“ 753,7 -11,2 1,9 100 U. 5 h« 8. 7« I 7550 - 15,0 1,3 91 w. 8. 2« 755,0 — 3.4 2,4 70 I. Soancvschew Zteity Zsslim. 1186 Sonntag den IO. Februar 1901: Großes liimimldinurtl. Anfang V25 Uhr. Neues Programm. Eintritt 50 Pfg. Handelsvertrags - Herein 1172 sucht feindseligen Bestrebungen I. V.: Dornsei ff. 1179 1180 9 meffer werden sauber geschnitten Sägewerk Srdka«terweg 20 (Rabenau) erbeten. 1072 A- Pfeffer, Marktplatz 6. Lieh 706 bei Apotheker "W« IVeber. 1169 Der Vorstand. Berrntwortlich für den allgemeinen Teil. P. Li.lko, für den Anzeigenteil: Hans Beck. — Druck und Verlag der Lrühl'schen UniverfitätS-Buch« und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße». Die heutige Yummer umfaßt 10 Seite» Stclleii=(6efnd)f verschlt-eilts Mietgeluche (Offene Stellen 3n vermieten SesklligKkitsvkkkm Sießea. Sonntag den 10 d. M., 7*/e Uhr: tzum. Saruevalistischer Abend tm Beremslokal (Carle). M, 2,60 M. 3,- M. 3,50 M.4,- pr. J/i Literflasche käuflich in: U81] Beletage Altcestratze 23, große, elegante Wohnung, beklebend aus 8 Zimmern (inkl. Badekab.) nebst Zubehör, Bleichplatz, Garten anteil, zu bald ober 1. April zu vermieten. Näheres Weserstratze 4, 1 Tr. hoch. bruar, mittags 12 Uhr, soll die Gemewde-Feldjagd bet August Becker dahier aus sechs Jahre verpachtet werden. 1174] Zwei saubere Msttcherr, 16 und 17 Jahre, letzteres hat zwei Jahre bei befieren Leuten aebient, suchen Stellung. 25 Pfg. Porto S. Wallenstein, Scholien. Ein Hausbursche sofort gesucht. 1185 Alte Klinik. Georg Schubecker. 657 Pension in christlichem Hause zu müßige« Preise für einen gut erzogenen Junge« gekuckt, der zu Oster» tn bas Gymnasium (mittlere Klaffe) eintritt. Offerten unter Angabe der nüberm Verhältnisse (Preis rc.) balbigst an Pfarr« Verwalter Seriba i« Londorf Touatag den 10. Aebr., nachmittags 4 Uhr: Erste Hauptversammlung m Bereinölokal(H ff Hof). Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 6. d. Mts. ist genehmigt. Empfang der Abfuhrscheine bet Großh. Beztrkskaffe Gießm II., Holzttberweisung und erster Ab- fuhrtag am 14. Februar. Treis, den 7. Febr. 1901. Großh. £> bei förderet Treis. Schneider. 1173 (fiefuebt zum 1. Jun» b I ober 'S! früher eine zuverlässige, v> opere Kinb^rfrau ober älteres Kinder« mäbcken. Frankfurterftr. 10, pari. Referenten: Hm Landtags-Adgkorduettt Funck: Die schwere Schädigvng von Kandel und Gewerbe bei Wt- Verlängernng anserer Handelsverträge. Herr Adolf Baumann: Die Gefahr der Krot- vkrtenernng durch Erhöhung der Getreidejölle. Wir spreche« die Erwartung aus, daß a« dieser Versammlung, 1« welcher u. a. auch der Vorfitzende des Handelsvertrags - Vereins, Herr Reichstags ■ »-geordneter Dr. v. Siemens• BtvUn, das Wort ergreifen wird, ohne Rückficht auf die Parteistellung Alle teilnehmen werden, welchen die Fortsetzung einer gesunde« Handelspolitik und damit daS Gesamtwohl der BevSlkerung am Herze« liegt. Iür den KrtsAusschuß: Stabtrat Heinrich Flinsch, Vorsitzenber bcs Orts-ÄuSschuffeS, Kommerzienrat Dr. L. GanS, stellvertretenber Vorsitzenber bes Orts- AuSschuffes, Direktor I. Andreas, Konsul BraunfelS, Karl Donner, I. L. Flink, Ad. Haeffner, Eugen Hartmann, Dr. jur Hatschek, Brauereibesitz'-r Fkiedr. Henrich, Phil. Herz-MillS, Direktor Z. Hochschtld, Otto Höchberg, Rich. A. Holz, Fritz Horkheimer, Adolf Hüttenbach, Karl Küchler, Ernst Ladenburg, Direktor LavdSberg, Hugo ManeS, G. Meier, Redakieur Rudolf Oefer, Kommerzienrat Rich. Paflavant, Moritz Poafik, Direktor Dr. Heinr. Rößler, Dr. G. Rumpf, Professor B. Salomon, I. M. Schäfer, Remi Schepeler, I. Scklotzmacher, ReickStagsabgeorbneter Wilh. Schmidt, Nebakteur Franz Schreiber, Leop. Sonnemann, Emil Stiebet, Direktor Fr. Thorwart, Dtegmnud Una, Emmerich W-iSmüller, W. Wiemer. Ortsgruppe Frankfurt a. M. Sonntag den 10. Februar er., vormittags 10V2 Uhr, im Saale des Zoologischen Härtens: Oeffeutliche Protest-Versammlung gegen die der bisherigen bewährten Handelspolitik des Deutschen Reiches R eder-Gemünden, den 7. Februar 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Nteder-Gemünden. Berg. 1178 ÜIMiiHlritai!!! Im Stricken u.AnstrickmvonStrümpsen empfehle ick mick angelegen^lickst. ZtriLgarnesbesttGllglitättn) habe rck stets vorrätig. 864 W Preise billigst. Ernestine Hopfner Grünbergerstraße 17. Spar- und Aihtraffe Gießen. Einladung. Die verehrlichen Mitglieder des Spar- und Leihkaffevereins Gießen »erden zu einer außerordenllichen gauptortfammlnng welche Freitag den 15. l. Mts., nachmittags 4 Uhr, im Saale der höheren Mädchenschule (Schillerstraße) dahier staltftnden soll, ergebcr.fi emgeiad n. Fages-Hrduung: Entwurf eines Gesetze» über d e öffentlichen Sparkassen, hier: Statutenänderung. Die entsorechend zu ändernden Statuten werden den Mit gliedern im Entwürfe noch vor obiger Versammlung zugthe». Gießen, am 6. Februar 1901. Direktion der Spar« und Leihkaffe Gießen. Stadt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen: Vihsknflkisih 56 pfg. Zchwmkflcislh 50 pfg. 1182] Der von Aug. Haßler seither innegehabte Fade» mit Wohnung ist anderweitig zu vermieten. 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