I Herr»... 1,1 c:i v- ' tl fiCftgi],, >v>tzr '” 'kh-cn'2^ !-:> b;: Lj«litt Q"SirlS,n' NN man'q ^n man i; ®eme'n= HanÄs?^ we136cm .dL'n-nsL 'ung der 'Ä 3 uct -arbeitet 111 bat tu s. jfaptun« Jx »tt*1 JQn" hätte fie V^>' M e" i" öer Hand 'S! recht; T L°m«L wyiunbbcht) fo brsSoben;jc!hjlln ot hl°le Erricht °*9e dessen immer ®enn Sie ruhiger a$tn link-. Lehr r(b ben laril wird *> Ich habe ä.L’ iehi sich auf Wn. bodj mebt e'e sehen, tme u^Ianbe abhängt. man ben in. ’ne aukerarbentlich =■) Sir müfien die e stärken Lie. sehen, at eine iehr cncrgifdje n können Sie jehen ütz l rechts.) fHcbntr gen bet hertlchenbea glonb, dessen Entwich Beispiel ictit mässe. 6 wir iermilö unser,. er wir müßten M mbe imidicn De Ätmahme liege tu Jcr 5bg. Mel ti ranltoortlidi, datz h SonijoOe fingctrc; .) Jn Sachse» ® leböllerunii, uni> i.t dem sie erkannt tri. recht.) Nach SnM Es trifft nicht jii, gemeinen gut sind. adlfifdie ’trginung auf btn hu filier» kichert vtanlpunlt m ^chreäWrt M- V\t i$W an 'hu abt. W bet ben finden, das; ich Henn i solch ein Fall hier ist, datz in der reichen och dort keine Arbeits- , Ich suhlte mich zu mhlreidtc, tics schMtz- ailien, deren Srnahtec jf den EntriistungSrii! I sch mit feinen Addie Stirn hat, zu bf ist unparlamentarisch- Sras «mim erklärt, et eich' die Mw 1 -ine grobe «« -Im hat feine Frage hberipluch rechts. 8“ »gtamm 6ol»«®!' fit»** * Äh** Bebel W* ef“url6cil , h,n. Steno1 liof'V„«WC * /grc*6clt?ir| ein >->- m 3% jch MC” )onn ru|C l ’ch Nr. 28» Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 8. Dezember 1901 Erscheint täglich Bitt Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien. Matter werden dem An- feiger im Wechsel mit dem .Hess. Landwirt' and den «Blättern für hessische Volkskunde' viermal wöchentlich bei» gelegt. Redaktion, Erpeditioa und Druckerei: Schulstrave 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger «leben. Fernsprechanschluß Nr.51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von AnzeigeR au der sür den folgenden- Tag erscheinenden 91t. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungssteuen des Irr- und Auslandes nehmen An» zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal ILPs* auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Vev» lag der Bruhl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). tBerontwortlich für den allgemeinen Teilt P. Wrttko; für den An» zeigenleil: Hans Beck. Dementis, das Mieder prompt erfolgt ist, und die Ehe als durchaus harmonisch darstellt, hätte es also nicht so sehr bedurft. Thatsache ist allerdings, daß Major van Tets an Unterleibsentzündung erkrankt ist. Um der Sache auf den Grund zu gehen, telegraphierte der Korrespondent der „Chicago Daily News" an Professor Dr. Narath, den Major van Tets behandelnden Arzt, und erhielt folgende Antwort: „Am 3. Dezember habe ich an Major van Tets eine Operation wegen Unterleibsentzündung und Ileus vvr- genommen, verursacht durch eine Blinddarmentzündung. Der Patient hatte den ersten Anfall von Unterleibs-Entzündung im Januar, den zweiten vor drei Wochen. Tie Lage des Blinddarms in der Bauchhöhle ist eine solche, daß dieser gegen äußere Gewalt vollständig geschützt ift Nicht das geringste Anzeichen einer äußeren Verletzung, lag -vor. Es ist absolut ausgeschlossen, daß die Krankheit durch äußere Gewalt verursacht worden ist. Alle derartigen Gerüchte fallen gegenüber den Thatsachen zu Boden." Hornvieh losschlagen sah, da erfaßte sic Grimm und Entrüstung, und empört rief sie aus: „Laßt doch mei Keuche gehn, mei Keuche thun Euch ja nichts!" — Endlich ließen sich die Kühe doch erweichen und gaben das Geleise frei. •• Die Sektion Gießen des D. u. Oe. Alpenvereins hielt Donnerstag Abend ihre ordentliche Jahresversammlung ab. Den Berichten des Vorstandes entnehmen wir: Im Jahre 1900 betrug die Mitgliederzahl 101; 23 Herren wurden neu ausgenommen, sodaß im laufenden Jahre 115 Mitglieder und 1 Ehrenmitglied der Sektion angehärten. Vorträge alpinen oder touristischen Inhalts sanden an sechs Abenden statt. Zu frischer, fröhlicher Wanderung boten die gemeinsamen SektionStouren allmonatlich Gelegenheit. Der erfreuliche Stand der Rechnung gestattet nicht allein eine erhebliche Aufwendung zu alpinem Zwecke, auch für die farbige Bezeichnung der Touristenwege in Gießens Umgeb u ng konnten wie in den Vorjahren die entsprechenden Mittel bereit gestellt werden. — Auf die Berichterstattung folgte die Festlegung der Sektionsausflüge für 1902, dann als letzter Punkt der Tagesordnung die Vorstandswahl. Da Stadtbaurat Schm andt den Wunsch aussprach, nach dreijähriger Wirksamkeit als Vorsitzender von der Geschäftsleitung zurückzutreten, und deshalb bat, von seiner Wiederwahl abzusehen, so wurden Prof. Hedderich zum Vorsitzenden, und Privatdozent Dr. Eid mann zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Für die übrigen Aemter wurden die seitherigen Inhaber von neuem bestätigt, nur an Stelle des auf seinen Wunsch aus dem Vorstande ausscheidenden Kaufmanns Vaubel tritt Prof. Dr. Sturmfels als Beisitzer in die Sekttonsleitung ein. ** Ausländische Schweine in geschlachtetem Zustande aus jenen Ländern, aus denen die Einfuhr lebender Schweine nach Deutschland verboten ist, wurden in dieser Woche auf den Frankfurter Fleischmarkt gebracht. Der Centner wurde zu 58 Mk. ohne Eingeweide, mit Eingeweide zu 60 Mk. gekauft. Auch unsere Gießener Schweinemetzger sind bereits in Verhandlungen eingetreten, um sich bei den hohen Preisen des Borstenviehes im Lande in gleicher Weise zu helfen. sn. Leihgestern, 6. Dez. Im Frühjahr 1900 wurde hier eine 3. Schulklasse eingerichtet und ein 3. Lehrer angestellt. Damit wurde unseren schon längere Jahre segensreich wirkenden beiden Lehrern ihre Arbeit wesentlich erleichtert. Als weiteres Schullokal wurde das Rathaussälchen eingerichtet und dem 3. Lehrer Wohnung in einem Privathause überwiesen. Daß diese Einttchtung nur vorübergehend sein konnte, darüber war sich die ganze Gemeinde einig. Einmütig beschloß deshalb der Schul- und Ortsoorstand, einen Neubau (Schicksal und Lehrerwohnung) aufzuführen. Trotz der Vorstellung der Schulbehörde, man verlange ein so großes Opfer von der Gemeinde garnicht, sondern es genüge schon die Herstellung eines Schullokals, beharrte man in schöner Einmütigkeit bei dem Entschlüsse: „Wir wollen ein Haus bauen, das unserem Orte zur Zierde und uns und iktferen Mitbürgern zur Ehre gereicht." Und so erhält denn unser Ort ein neues stattliches Schulgebäude, das, am Eingang zu unserem Dorf besindlich, in seinem Rohbau bereits vollendet ist. Ein Bravo den Bürgern, die so opferfteudig für ihr „Bestes" sorgen! Der Bau wird von Maurermeister Sames- Grüningen und Zimmermsister Weller von hier unter der bewährten Leitung des Kreisstraßenmeisters Rohrer ausgeführt. Die Steine liefert das in der Gemarkung gelegene Wilson'sche Thonwerk. Nicht unerheblich tragen diese Steine zum geschmackvollen, sauberen Aussehen des Baues Aus Stadt und Aand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik besindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 7. Dezember 1901. ** Gerichtsvollzieher-Prüfung. Bei der im Oktober stattgehabten Gerichtsvollzieher-Prüfung hat der Vizefeldwebel Glenz vom Regiment „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 als zweitbester, der Bezicksfeldwebel Diehl in Alsfeld als drittbester bestanden. ♦* Gemälde-Ausstellung. Neu ausgestellt sind vier Gemälde der Gießener Künstlerin Emmy Dingeldein. ** Französische Vorträge und Rezitationen. Die unent- gellliche Rezitation, die Lektor Go etschy am Schlüsse seines letzten Vortrags für nächsten Mittwoch um die gewöhnliche Zett angekündigt hat, wird nachstehende Stücke bieten: a) Pierre Loti, Pecheur d’lslande (Hauptszenen.) b) Fontaine, La Fdte de Noel en France; c) Th. Gautier, Noel (poeoie); d) G. Auriol, Le Noel d’un etudiant; e) A. Daudet, La Fdte des toits (conte de Noel). ** Aus dem Theaterbureau. Somttag wird die humorvolle Posse „Der Viehhändler von Oberösterreich" oder „Stadt und Land" von Friedrich Kaiser anfgeführt. Das vor einiger Zeit mit lebhaftem Beifall aufgenommene Kindermärchen „Aschenbrödels goldener Pantoffel" wird auf vielfachen Wunsch am kommenden Mittwoch Nachmittag wiederholt werden. ** Ein Kleinbahnidyll. Auf der Kleinbahnstrecke Nieder- Ofleiden—Kirchhain hat sich letzthin folgendes amüsante Geschichtchen zugetragen: Läßt sich eine Kuhherde häuslich auf dem Bahngeleise nieder. Da kommt ein Zug angefahren. Die Viehhüterin giebt sich alle Mühe, die ihr anvertrauten Tiere von dem Geleise herunterzutreiben. Vergeblich! Inzwischen kommt der Zug immer näher. Nun merkt auch der Zugführer das Hindernis. Er vereint fein Pfeifen, Rufen und drohendes Winken mit den Bemühungen der Hüterin. Alles umsonst. Da kommt ihm ein rettender Gedanke. Flugs ergreift er den sonst zu anderen Zwecken dienenden Besen, beugt sich zur Lokomotive heraus, und beginnt damit den Rücken der gehörnten Tiere zu bearbeiten. Da setzen sich diese in Bewegung und laufen vor dem ruhig weiter- fahrenden Züglein auf dem Geleise her. Dem fernen Zuschauer aber kam es vor, als ob dem Schnauserle die Puste ausgegangen wäre und es die Kühe als Vorspann benutzen wollte. Händeringend lief die Hüterin daneben her; wie sie aber den Lokomotivführer so unbarmherzig auf ihr geliebtes Politische Tagesschau. Die Gerüchte über Zerwürfnisse am niederländischen Hof e rhalten sich trotz aller Dementis. Jetzt ttscht das durch i eine Depeschen vom südafrikanischen Kriegsschauplätze hinlänglich als unzuverlässig bekannte Londoner Bureau Meuter wieder neue Geschichten über den angeblichen Zwiespalt beider Gatten auf. Das Bureau meldet aus „ver- trauenswcrter Quelle": Vor Königin Wilhelminas Krank- lheit fand beim Diner eine leicht er r e g te Dis ku ss ion zwischen Ihrer Majestät und dem Prinz-Gemahl statt. Die Königin, durch seine Unaufmerksamkeit geärgert, brauchte etwas herrische Worte. Der Prinz beleidigte darauf die Königin. Ihrer Majestät Adjutant warf idarauf dem Prinzen unpassendes Benehmen vor. iCs fand darauf ein Säbelduell nach dem Diner statt, enorm der Adjutant van Tets-Schiver verwundet wurde vmd schwer krank an Peritonitis (auf deutsch: Bauchfellentzündung) darnieder liegt. Der Prinz focht darauf ein zweites Duell mit einem anderen Herrn aus, den er ebenfalls verwundete. Der Prinz soll zu viel getrunken haben. So weit Reuter. Die Sache klingt aber wirklich zu abenteuerlich, als daß man ihr wenigstens in den Einzel- tjeiten irgend welchen Glauben beimessen könnte. Des Warnung. Neuerdings wird wieder in hiesigen und auswärtigen Blättern durch Reklame-Inserate der echte russische ttnöterich-Thee (Polygonum aviculare) von Ernst Weidemann in Sieben bürg a. H. als sicheres Heilmittel ojegen Erkrankungen der Luftwege (Husten, Heiserkeit, Asthma rc.) inngepriesen. Die Pflanze, aus der dieser Thee besteht, ist der Vogel- Inötettch (Polygonum aviculare). Dieser wächst auch hier zu Lande auf Aeckern, Wiesen und Gärten in großer Menge mnd besitzt die ihm zugeschriebene Heilwirkung nach der Ansicht von Sachverständigen nicht im Grit ferntesten» Der Preis des Thees ist em verhältnismäßig hoher. Dieselbe Pflanze wird mich unter dem Namen „Hom eriana" als Heilmittel gegen Lungenschwindsucht migepriesen. Der OrtsgesundhettSrat zu Karlsruhe hat schon wiederholt durch öffenttiche Bekanntmachungen auf baS Schwindelhafte dieser Anpreisungen aufmerksam gemacht. Gießen, 5. Dezember 1901. Großherzogliches Polizeiamt &iefren. Hechler. Gießen, 6. Dezember 1901. 23etr.: Die Ausführung des Gesetzes vom 10. Sept. 1878 über den Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreiseS. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 14. November 1893 Amtsblatt Nr. 10, 26. Febr. 1896 Gießener Anzeiger Nr. 50 sehen wir der Einsendung der in rubr. Betreff erwachsenen Ueberwachungsbogen, bezw. der Ihnen .»büegenben Berichterstattung, im Falle in Ihrer Gemeinde i olche Kinder nicht versiegt worden find, bis zum 5. Januar 1902 entgegen. I. V.: Dr. Wagner. Gießener Stadttyealer. „Romeo und Julia." Jedes Shakespeare'sche Stück hat sein besonderes Klima, seine bestimmte Jahreszeit und seine örtlichen Eigentümlichkeiten. Wie die Personen in jedem seiner Dramen, so haben auch Erde und Himmel, die darin sichtbar werden, eine besondere Physiognomie. In „Romeo und Julia" sind wir, wie im „Kaufmann von Venedig", über die Alpen gestiegen und befinden un5 im sonnigen Verona. Italienisch, heißblüttg sind demzufolge die Figuren, und diese auflodernde Leidenschaft un8 näher zu führen, ist eine Kunst, die wir, wenn sie gelingt, nicht hoch genug anrechnen können. „Romeo und Julia" ist die Tragödie der Liebe, jener glühenden Liebe, die so stark ist, daß sie nicht davon absteht, sich zum Bundesgenosien den Tod zu wählen. Un§ diese Leidenschaft in ihrer allsiegenden Kraft nahezubttngen, ist die Aufgabe der Darsteller der Titelrollen. „Tages Arbeit, abends Gäste",' hieß es am Freitag wieder einmal in unserem Stadttheater. Herr Willy Löhr vom Hoftheater in Darmstadt spielte den Romeo. Herr Löhr ist uns kein Fremder. Im vorigen Jahre sahen wir ihn hier im „ Rosenmontag", als Galeotto und als Reif, und alsRomeo habe ich ihn auch schon einmal gesehen, wenn ich nicht irre, au „Berliner Theater"; damals war er wohl ein Mitglied der Braunschweiger Hofbühne. „Romeos Gemüt ist viel finsterer als das der Julia; in der Gartenszene blüht feine Seele licht auf. aber im Glück wie im Un-- glück ist er heftig und rauh. Diese Männlichkeit, welche so leicht Die Grenze des Wilden und Zarten überspringt, die sich und andere verletzt nnd in Zorn und Wildheit Maß und Haltung verliert, sie ist es aber auch, die so vielfällig im Leben Leidenschaft in anderen erregt und selber groß und kräftig empfinbet Diese Ueberfülle des Lebens reißt sich und den geliebten Gegenstand in den Abgrund, früher oder später, auf diese oder andere Weise." Es ist, als ob in den meisten Einzelheiten nach dieser von Ludwig Tieck entworfenen Charakteristik des Shakespeare- schen Liebeshelden Herr Löhr seinen Romeo geformt hätte. Er ist männlich, mttunter fast düster, ungestüm; die zärtliche Lyrik der echten Liebe steht ihm nicht so natürlich zu Gesichte, wie der Sturm und Drang der empörten Leidenschaft, der zornigen Verzweiflung und des Todestrotzes wider das feindselige Geschick. Seine Glut für Julia — der erste Brand in einer Jünglingsseele, die bisher von Liebesflammen nur den Schein kannte — war ziemlich deklamatorisch, mehr Spiel, mehr auf den äußeren Effekt gestimmt. Hier schwelgte Herr L. förmlich in seinem klangschönen, ziemlich hochliegenden Organ. Die Szene des ersten Sehens und Liebens mit den wundervollen Versen (in Wilh. Jordans meisterhafter lieber» setzung): Wenn meine Hand ein Heiligtum entweiht, So werden das zwei Pckger sühnen müssen: Die Lippen sind's, errötend und bereit, Die Spur des ranhen Drucks hinweg zu küssen, sah ich leider nicht. DaS mit Auge und Ohr wonneberückt lauschende, in Liebesbeteuerungen überfließende, in heißer Sehnsucht und im Vorgenusse künftiger Freuden schwelgende, nachtblumenduftige Liebesduett der Balkonszene ist so unendlich schön, daß selbst ein Kainz dem Ideal -Doch nur bedingt zu entsprechen die Fähigkeit hat. Neckisch aufgeräumt aber war dann Herr L. bei den Spässen seiner Freunde mit der Amme, und vortrefflich wußte er auch der Herausforderung Tybatts gegenüber den jähen Ausbruch seines reizbaren Temperaments in zärtlichem Zurückblicken auf die eben erst seinem Auge entschwundene Julia zu bezähmen. Allein bei dem Gefecht dieses wilden Eapulet mit Mereutio, das er so unheilvoll zu verhindern sucht, hätte ich doch die Erregung deutlicher her- oortreten sehen mögen. Die Worte, in denen bei der Botschaft von seines Freundes Tode sein unheilahnendes Gefühl hervorbricht: Der Tag mit seiner dunklen Schicksalswende Beginnt das Weh, — ein andrer bringt's zu Ende entbehrten doch wohl der inneren Ergriffenheit. Von vortrefflicher Wirkung war dann aber die Szene mit Lorenzo, die haltlose, jammernde, blind wütende Verzweiflung Romeos mit dem Stichwort „Verbannung", lieber der Brautnachtszene mit dem Wechselaecord „Es war die Nachtigal und nicht die Lerche" lagerte die ahnungsvolle Schwermutswolke kommenden Unheils, aber man vermißte doch den echten Liebeszauber. So zeigte uns denn Herr Löhr wieder einmal, daß er ein hervorragender Sprechkünstler ist, ein Künstler von mitreißendem Temperament, dessen lebenglühender Romeo- Darstellung das Publikum mit größter Spannung folgte, um ihm am Ende aller feiner Szenen lebhaftesten Beifall zu spenden. Der Lorbeerkranz, der ihm überreicht wurde, war wohl verdient. Uebrigens kann man nicht behaupten, daß Herrn L. die Uniform der Liebe, das übliche feurige Rot, besonders gut zu Gesichte steht. Frl. Feige gab die Julia. Mit vielem Eifer kämpfte sie gegen eine Aufgabe, der ihre Mittel nicht voll entsprechen, weder die äußeren noch die inneren. Julia ist 14 Jahre alt, Frl. F. doch wohl ein ganz klein wenig älter; Julia ist eine heißblütige Tochter des heißen Landes Italia, eine spezielle Landsmännin Paolos Veronese, dem Glanz und Freud-- bei. Noch ein Jahr etwa wird e§ dauern und wir bieten unfern Kindern und Lehrern Lokalitäten, mit denen wir uns jeder Gemeinde im Lande würdig zur Seite stellen können. a. Watzenborn, 7. Dez. Hohe Güterpreise wurden bei einer vor einigen Wochen hier stattgehabten Versteigerung erzielt. Der Erlös für 17 192 Quadratmeter Acker und Wiesen betrug 10 015 Mark. Für den Normalmorgen (2500 Quadratmeter) ergiebt sich mithin ein Durchschnittspreis von 1456 Mk. Ein anderer Acker von 1556 Qm. -Flächeninhalt wurde mit 1350 Mk. bezahlt. fc. Ilbenstadt, 5. Dez. Wie wir meldeten, hat der hiesige Bürgermeister Jakob Zwier seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Wie uns nun mitgeteilt wird, bekleidete Z. das Bürgermeisteramt seit 3 Jahren. Er hatte eine zahlreiche Familie und ist in seinen VermögenLverhält- nissen sehr zurückgegangen. Das von ihm gepachtete größere Gut ist ihm gekündigt worden, da er seinen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte. Dies alles hat ihn in den Tod ‘^trieben. t Vvm höchsten Vogelsberg, 5. Dez. Unser ^--Korrespondent hält gegenüber der uns aus Leserkreisen zu- tgegangenen Mitteilung, die wir in Nr. 285 aufnahmen, seine Behauptungen aufrecht und schreibt: Sogar die Bewohner von nicht interessierten Gemeinden sind erstaunt darüber, daß die Dahn über Hartmannshain geführt werden soll. Scherzweise spricht man hier von einer oberhessischen Schweiz, weil man versuchte, Bahnen auf Berge zu bauen. Alle Bewohner der hiesigen Gegend sind entrüstet. In der Begründung jener Vorlage heißt es, daß die Linie über Hartmannshain den im hohen Vogelsberg gelegenen waldreichen Distrikten des Oberwaldes mit seinen Ausläufern bei Hartmannshain und Herchenhain näher komme. Diese Äus- Iäu|er haben aber nur wenig nutzbares Holz. Man braucht 'sich nur einmal einen Buchenhock)wald hinter Herchenhain ianzusehen. Von dieser Qualität Holz, das höchstens als Brennmaterial verwendet werden kann, wird wohl wenig mit der Bahn versandt werden; und was aus diesem Bezirk zur Bahn gefahren wird, ist doch viel schwerer über Hartmannshain oder gar Herchenhain zu schaffen, da der Oberwald nordöstlich hinter der Herchenhainer Höhe liegt und um diese herum zu fahren ist. Die Statton Ilbeshausen dagegen liegt nur eine Viertelstunde nördlich vom Lberwald und Grebenhain dreiviertel Stunde südlich vom -Oberwald. Im Winter aber ist es unmöglich, aus dem Dberwald nach den beiden Orten Herchenhain und Hart- .maunshain mit Fuhrwerk zu gelangen. Ferner ist in der 'Begründung angegeben, daß bei Hartmannshaiu und (Herchenhain Thonlager von erheblicher Mächttgkeit, und ^Basalte vorhanden sind. In der Gemarkung Herchenhain aber befinden sich gar keine Thonlager und in der Gemarkung Hartmannshaiir nur ganz unbedeutende. Die vorhandenen Basalte aber sind zu Bau- oder Pflastersteinen ungeeignet, weshalb die Herchenhainer und Hartmanns- hainer Thon aus der Gegend unterhalb Volkartshain (anderthalb Stunde entfernt) und bei Grebenhain (ebenso weit entfernt) holen müssen, und Bausteine (Basalt) holen sie aus den Steinbrüchen bei Gedern (2 Stunden entfernt). Basalt- Steinbrüche finden sich bei Hartmannshain und Herchern- ^hain nicht. Auch aus den Gemeinden Sichenhausen, Kaul- ;stos und Burkhards gelangt mau viel früher nach Gedern als nach .Hartmannshain. Diese Orte liegen fast in einer ; geraben Linie, und die Kreisstraße von Siechenhausen nach i Herchenhain ist so steil, daß die Steigung in einer Entfernung von einer halben Stunde ea. 180 Meter beträgt Ebenso ist die Steigung von Hartmannshain nach Herchenhain nicht viel geringer. Diese Orte haben somit kein Interesse an der Bahn. Auch wird von Sachverständigen be- !zweiselt, daß sich das Projett über Hartmannshain billiger (stellt als über Bermutshain-Bölzberg-VvlLartshain. Wenn die Bahn über Bolkartshaiu usw. geführt wird, wie ur- isprünglich beabsichtigt war, dann würden noch viele Waldungen (nämlich südöstlich dieser Linie) und auch, wie in Iber Begründung erwähnt, große Thonlager erschlössen wer- !den können, was zur Rentabilität der Bahn gewiß beitragen iwürde. Ferner giebt es in der Bolkartshainer Gemarkung 'eine Eisensteingrube, deren Abbau den Verkehr ebenfalls -heben würde. Die 13 petitionierenden Gemeinden wollen 'eine Terrainbesichtigung durch die Abgeordneten der Zweiten ! Sammer beantragen und sind bereit, falls ihre Angaben nicht den Thatsachen entsprechen, die Reisekosten der 'Herren zu decken. Es wird allgemein bedauert, daß die 'beiden Abgeordneten Schmalbach und Weidner in dieser 'Weise ihre Wahlkreise vertteten. Der Hauptverkehr geht tür 'die meisten der 13 Gemeinden nicht über Grebenhain ooer iEteinau, sondern nach Süden, nämlich über Gedern nach Gelnhcmsen, Hanau, Frankfurt usw. Hanau, 6. Dez. An der zwischen Offenbach und -Mülheim liegenden, durch das Eisenbahnunglück vom vorigen Jahre bekannte^ Blockstation wird jetzt zur größeren Sicherheit der durchfahrenden Züge in Verbindung mit dem Hauptsignal ein Vorsignal aufgestellt. Ter Ersenbahnuufall im Frauksurter Hauptbahnhof. Frankfurt, 6. Dez. lieber den Hergang des Unfalls werden folgende Einzelheiten bekannt: Der hier um 3 Uhr 33 Minuten fällige Orient-Expreßzug Ostende-Wien war, von Ostende kommend, von Mainz mit 85 Minuten Verspätung abgefahren. Um etwas Zeit einzuholen, hat der Lokomotivführer zwischen Mainz und Frankfurt ein sehr schnelles Tempo eingeschlagen. Bei der Einfahrt in den Frankfurter Hauptbahnhof soll der Zug mit einer Geschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde gefahren sein, während das vorgeschriebene Einfahrtstempo auf 20 Kilometer bemessen ist. Der Zug war aus drei Schlaftvagen und einem Post- und Gepäckwagen zusammengesetzt, mit zusammen 15 Achsen. Als Vorspann diente eine große Schnellzug-Maschine Mainz 329" mit Tender. Der Zug fuhr vorschriftsmäßig in Geleise 3, Bahnsteig 2, ein. Dort überführ er zunächst die Kiesschüttung und das dahinterliegende, etwa 20 Zentimeter starke Asphaltpflaster, riß dann den schweren, eisernen und stark verankerten Prellbock wie ein Streichholz zusammen, fegte im Weiterrasen die Vaternahm-sche Buchhandlungsbude Nr. 1 mit ihrem gesamten Inhalt weg, überfuhr den Querperron und durchschlug die Vorderfassade des Empfangsgebäudes zum südlichen Wartesaal erster und zweiter Klasse. Die Fassadenmauer ist an jener Stelle etwa L20 Meter stark- Der Durchbruch verursachte ein klaffendes Loch, das bei einer Breite von über zehn Metern etwa zwölf Meter hoch sein mag. Im Wartesall machte die große Schnellzugsmaschine endlich Halt, aber nicht freiwillig. Einige zentnerschwere Quadersteine legten sich vor und unter die Vorderräder! der Maschine, die somit am weiteren Vordringen gehindert wurde, indem sich der Vorderteil etwas aufbüumte. Hatte sich dieses Hindernis nicht in den Weg gestellt, so hätte man wohl das noch ungewöhnlichere Sci-auspiel erlebt, daß der Train quer durch das Empfangsgebäude bis auf den Bahnhofsplatz gelangt wäre! Der schöne Saal bietet ein Bild der Zerstörung. Die ganze nach den Perrons zu gelegene Wandseite ist verschwunden. Trümmerwerk und Eisenteile sind umher zerstreut, öde und verlassen liegt das sonst so wirlliche Buffet. Äe Maschine ist verhältnismäßig wenig beschädigt Völlig vernichtet sind die Schutzvorrichtung, die Puffer und Laternen; der obere Tell dcs Schornsteins ist verloren gegangen. Der Kessel und die Zylindergehäuse sind stark verbeult, das Laufbrett ist verbogen. Auch der Führerstand hat Beschädigungen erlitten, dagegen sind die inneren Teile der Maschine, wie die Feuerbuchse, die Heizrohre und auch die Armaturen, merkwürdigerweise ganz intatt geblieben. Während Maschine und Tender etwa 15 Meter weit in den Wartesaal borget) ruu gen sind, blieb der Pack- und Postwagen auf dem Querperron; der vorderste Schlafwagen gelangte noch zum Teil bis aus den Perron, dagegen blieben die beiden anderen Schlafwagen auf dem Gelesei stehen. Die Schlafwagen wurden überhaupt nicht beschädigt, und konnten schon um 5 Uhr 15 Min., also 20 Väinuten nach der Katastrophe, mit einer Ersatzmaschine in der Richtung nach Wien weiter- gesahren werden. Verunglückt ist niemand. Der hier nwhnende Lokomotivführer Christ und der Heizer Peter blieben auf der Maschine, nur ersterer erlitt leichte, unbedeutende Quetsch- ungent Im Zuge selbst befanden sich außer dem Zugführer F l e t t n e r und vier Schlafwagenbeamten der Internationalen Schlafwagengesellschaft nur wenig Passagiere, die erst später erfuhren, in welcher Gefahr sie sich befunden hatten. Hierbei sei bemertt, daß der verunglückte Zug auf Rechnung der genannten Gesellschaft gefahren wird. lieber die Vorgänge im Wartesaal zur Zeit der Katastrophe wird erzählt: Der diensthabende Portter hatte eben zum Orient-ExpreßHug ab gerufen. Es hatten sich darauf mehrere Anwesende aus dem Wartesaal bereits entfernt; in ihm befanden sich noch der Bahnhofsportier, zwei Kellner, zlvei Büffetdamen und von Paffagieren sieben Herren und eine Dame. Dem Portier siel das ungewöhnlich starke Geräusch, das beim brausenden Mherkommen des Eilzuges entstand, auh- Er ließ, Unheil ahnend, den Ruf ertönen: „Rette sich wer kann!" und brachte sich schnell in Sicherheit. Das that auch der eine Kellner auf den Zuruf des Portiers. Der andere Kellner wollte einem Herrn gerade Kaffee servieren, ihm siel vor Schxeck das ganze Tablett aus der Hand. Die beiden Buffetdamen waren entsetzt, an Stelle von Gästen plötzlich die rauchende, schnaubende und keuchenöe Lokomotive im Wartesaal vor sich zu sehen? Ein Herr, der links in der Ecke auf dem Svpha schlief, konnte aus dem Trümmerwerk nur schwer den Ausgang sinden; später fand man in der Ecke sein Gepäck. Ein anderer Herr wurde von vorgeschobenen Stühlen arg bedrängt. Auch er konnte erst nach vieler Mühe von seinem gefahrvollen Platz — dicht vor der Maschine? — befreit werden. Es ist thatsächlich eine wunderbare Fügung des Schicksals, daß bei der so gefahrvollen Situation nie- ntaitb zu Schaden gekommen ist. Der Führer, der mit dem Heizer, als die ßoEomotioe hielt, ab gestiegen war, begab sich wieder hinauf, um den Dampf abzustellen, da die Maschine furchtbar „blies", und so die Gefahr einer Explosion abzuwenden. Noch um 9 Uhr vormittags sül der Kessel Dampf gehalten haben. Der dienstthuende Bahnsteigschaffner H a l b l e i n schwebte in größter Lebensgefahr. Er war gerade mit dem Visieren eines Fahrscheinheftes beschäftigt und wäre unfehlbar überfahren worden, hätte ihn nicht im letzten Augenblick der bei ihm stehende Schlaf. Wagenkontrolleur Hügel zurückgerissen,. Hätte die Kato- stvophe einige Stunden später sich ereignet, dann wären lich die Folgen schrecklich gewesen. Trotz des Unfalles verkehren fast sämlliche Züge voll- ständig fahrplanmäßig. Nur der Luxuszug nach Ostende, welchem der Unfall zustieß, hatte über drei Stunden Verspätung. Prinz und Prinzessin Friedrich Carl von H e s ss e n mit den ältesten Prinzen besichtigten heute vormittag die Unfallstelle. • * • Unser Originalberichterstatter meldet uns noch folgendes: Das war ein eigentümlicher Anblick, der sich den m die drei mächtigen Hallen einfahrenden Passagieren bot. Eine Trümmerstätte, eifrige Räumungsarbeiten und ein Massenandrang seitens des Publikums, den die zahlreich aufgebotenen und an allen Eingängen postierten Schutzleute kaum zu flauen vermochten. Alles wollte den toten Lokomotivdrachen, der sich da gerade dem Buffet gegenüber im Restaurationssaal 2. Klasse, rechts von der Ankunftshalle aus, festgefahren hatte und der noch bis über die Mittagsstunden hinein auf seinem mit cyklopischem Ungestüm erstampften Terrain verharrte. Wie wenig das Publikum noch von Selbsterziehung weiß, zeigt sich bei solchen Gelegenheiten. Unvernünftige Neugier behauptet den Vorrang vor jeder vernünftigen Ueberlegung. Und dann tauchen im Maffengewirr urplötzlich jene Gestalten auf, denen man selbst im hellen Tageslicht nicht gern begegnet, die Typen der Herumlungerer, die das Strafgesetzbuch nur notbürftig im Zaum hält und die bei Brandunglücken und dergleichen am ersten zur Stelle sind, mit dem Instinkt des Raubtiers. Dazwischen auch feingekleidete Herren, denen es nicht darauf ankommt, da, wo Niemand sie sieht, den Rücken der Frauen, die sich ihrer Meinung nach nicht schnell genug vorwärts beroegen, einen Faustschlag zu versetzen. Die Schutzleute haben unter solchen Umständen ein schweres Amt. Immer auf dem qui vive, immer genötigt, die Zudringlichen, die den scharf gezogenen Cordon durchbrechen möchten, abzuwehren, werden sie schließlich selbst nervös und zuwellen grob gegen harmlose Fahrgäste, die nur das Recht auf Weiterbeförderung und Zulassung zu dem Bahnsteig, auf dem ihr Zug hält, beanspruchen. Vermischtes. * K a s ch a u 6., Dez. Bei Baches Z^edovka ertranken infolge (Äsdurchbruches auf dem Bvorog-Fluß 4 Fischer. * Zu dem Mord Prozeß in Gotha. In dem zweiten Teile der Verhandlungen gegen den Berliner Siu- i>enten Fischer vor dem Schwurgerichte in Gotha, hacte der Vater des Angettagten unter anderem Folgendes bekundet: Sein Sohn habe einmal von seinen Berliner Erlebnissen erzählt und dabei erwähnt, daß er dem Alord- prozeß Gönczy und dem Sternberg-Prozeß beigewohnt habe, über die später Franz v. Liszt eine Vorlejung gehalten habe. In dieser Vorlesung habe Professor o- Liszt — nach der Behauptung des Angeklagten — ausgeführt, daß jeder Mensch %utn Verbrecher geboren sei, und daß es nur der Erziehung, den Lebensgewohnheiten des Menschen zuzuschreiben sei, wenn diese seine Verbrechernatur nicht einmal zum Durchbruche komme. Diese Anschauung habe sich der Angeklagte vollständig zu eigen gemacht, und er sei nicht mehr davon abzubringen gewesen. Geheimrat Professor v- Liszt sendet dem „Berl. Tagebst" dazu folgendes Schreiben: Die Angabe des An- getlagten ist vollständiger Blödsinn. Ich bin seit 1889 Jahr aus Jahr ein gegen die Theorie Lombrosos vom geborenen Verbrecher aufgetreten, habe auch niemals eine Vorlesung über Gönczy oder Sternberg gehalten. ♦ Kartoffelduell. In Badersleben bei Halberstadt macht eine Duellgeschichte, die zwischen einem Osterwiecker und einem Halberstadter aus dem Scheibenstande stattgefunden hat, und bei dem nicht Säbel und Pistolen, über alles geht, des schwelgerisch Genießenden. Es sei aber anerkannt, daß Frl. F. an zarter Innigkeit, hingebungsvollem Mut, an Seelenkraft des geprüften Weibes, an tragischer Entschlossenheit der Heldin vieles in überzeugender Wahrhell gab, und daß ihre Leistung durch die schöne Wärme der -Empfindung im ganzen recht ansprechend war, wenn es ihr auch an Bestimmtheit der Form fehlte und ihrem Leid an Weichmut zu viel anhaftete. Wie Julia ein Geschöpf der üppigen Renaffsance-Kultur (ist, das ohne die geringsten Gewissensbedenken ihre Eltern hintergeht und sich von einem Waldmönche spornstreichs mit ihrem Seladon trauen läßt, so ist ihr Vater eine Abart jener Rasse italienischer Notabeln, deren Typus die von Andrea Verrocchio gemeißelte Coleoni-Statue im Berliner Museum verkörpert. Herr Ramsey er gab uns den trockensten und iherbesten Realismus, unbändige Heftigkell, bar alles Zere- 'moniells. Er traf damit wohl zumeist das Richttge. Frl. v. 'Hellbronn blieb als Gräsin Eapulet farblos; wer aber vermag wohl aus dieser starren Figur eine lebensechte mater dolorosa zu machen! Ms Mercutio war Herr Gerl ach frisch und tüchtig. Ganz verfehlt, wie sein Rektor Wiedemann in Sudermanns „Glück im Winkel", war Herrn Herzogs Lorenzo. In seiner steif pedantischen Deklamation kam die sinnige Bettachtung über die Kräuter gar nicht zur Geltung; Herr H. redete das Kräutermönchlein wohl, aber gestattete es nicht. Dazu hätte die Behaglichkeit und gute Laune des Herrn Woisch weit bester gepaßt, der die kindliche gutherzige Unschuld dieses naiven Seelsorgers, von dem sich nur Kinderherzen beraten lasten können, besten Gelahrtheit höchstens einer Amme imponiert, gewiß recht gut getroffen hätte. Frau Kruse ließ als Amme nach der Sette der Charakterisierung manches zu wünschen. Den Ton des grimmen Tybald traf Herr Leßmann ganz wohl. Wie schwierig die szenische Einrichttmg des Trauerspiels mit seinem fortwährenden Ortswechsel für die Regie ist, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. Für die erwünschte Vereinfachung der Szenerie war denn auch zumeist das Richtige getroffen. P. W. • Der Dichter Shakespeare ein Sohn der Königin Elisabeth? Mr. Mallock, der in dem „XIX. Century“ die bekannte Ansicht verttitt, daß nicht der Schauspieler Shakspcre, sondern Bacon der eigentliche Dichter Shakespeare sei, will in den geheimen Schriften Bacons den Beweis dafür gefunden haben, daß Bacon ein Sohn der Königin Elisabeth gewesen sei. Er sagt: „Bacon erklärt in seiner Geheimschrift immer wieder, daß er nicht der sei, der er zu sein scheine. Er war nicht, wie die Welt annahm, der Sohn von Nicholas Bacon, sondern der Sohn der Königin von England und entsproffen einer geheimen Ehe mit Leicester. Demnach war er der älteste Sohn und berechtigte Thronerbe." Als Bacon von seiner Abstammung Kenntnis bekommen habe, sei er unter der Aufficht von Sir Amyas Panlet nach Frankreich geschickt worden imd sei von hort erst beim Tode seines Stiefvaters Sir Bacon zurückgekehrt. Die Königin fei fest entschlossen gewesen, ihn niemals und unter keinen Umständen als ihren Sohn öffentlich anzuerkennen. In Frankreich habe sich der junge Bacon in die Gemahlin Heinrichs von Navarra verliebt und diese habe seine Neigung erwidert. Bacon habe beabsichtigt, die Fürstin nach ihrer Trennung zu ehelichen, Königin Elffabeth habe aber diesem Plane heftigen Widerstand entgegengesetzt und so wäre die Ehescheidung unterblieben. Diese frühe Liebe habe auf Bacon einen solchen Eindruck gemacht, daß er lange nachher seinen tiefen Gefühlen in „Romeo und Julia" Ausdruck gegeben habe. — (Selbstverständlich sind solche Entdeckungen mit allergrößter Vorsicht aufzunehmen. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß schon einmal der Nachweis versucht wurde, Bacon sei ein Sohn Maria Stuarts gewesen.) lieber Shakespeare's Konsession haben, wie der „Gaulois" behauptet, viele Franzosen tiefgründige Untersuchungen angestellt. Nun hat Mgr. Rougemont das Testament des Dichters entdeckt, und dieses beginnt mit folgenden Worten: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes erkläre ich, William Shakespeare, unwürdiges Mitglied der heiligen apostolischen und römischen Religion usw.!" E§ soll also jetzt geschichtlich fesfftehen: Shakespeare war katholisch! Uns ist Shakespeare's unvergängliches Lebenswerk jedenfalls wichtiger als sein Glaubensbekenntnis. Darmstadt, 6. Dez. Gestern abend gelangte hier zum ersten Male das vierakttge Lustspiel „Der Tugend- Hos" von Rich. Skowronnek zur Aufführung und fand eine recht freundliche Aufnahme. Das Stück, mit dem Engels „Ausflug ins Stttliche" manche Aehnlichkeitcn aufweist, wenn letzteres auch derber und in der Schilderung krasser ist, ist gewandt gearbeitet, geht aber schärferen Konflikten aus dem Wege, weshalb es mehr unterhaltend als spannend ist. Am meisten gefiel der dritte Akt, der mehrere hübsch erdachte und humoristisch behandelte Szenen^ aus dem Soltzatenleben enthält. sondern — je 25 Kartoffeln die entscheidende Rolle spielten, viel von sich reden, -sitzt da eines Abends bei Peter Pudenz eine fröhliche Gesellschaft beim Glase Bier und kritisiert sehr lebhaft die Jnsterburger Duellaffaire. Aus einer Meinungsverschiedenheit entspinnt sich ein Streit, man springt aus, und es langt bereits jemand nach dem Bierglase, als ein dritter ein Duell auf Kartoffeln vorschlägt. Gesagt, gethan- Man einigt sich auf 15 Meter Abstand und 25 maligen Kartoffelwechsel, es werden die Unparteiischen ernannt, sowie auch der Arzt sofort benachrichtigt. Am nächsten Nachmittag 4 Uhr war alles Pünktlich zur Stelle. Resultat: Sechs blaue Stellen, einige demolierte Fensterscheiben in Pudenz' Veranda und unbändiges Lachen der Zuschauer, darauf Versöhnung und gemütliches Beisammensein bis zu später Abendstunde. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 4. Dezember 1901. In Gießen herrscht eine große Unsitte, nämlich die des Peitfchenknallens. Welchen Einfluß der dadurch verursachte Lärm auf jeinand, das schwer krank zu Bette liegt, haben muß, liegt aus der Hand. Kann da die Polizei nicht einschrerten? In Frankfurt a. M. toirb dieser Unfug nicht geduldet. Ich war schon in Amerika u. a. in Newyork. Dott haben die Kutscher keine Peitschen, sondern Reitgerten. Ein Abonnent. Auszug ans den Stgutzkssmtsrkgistera der Statt Gießen. Geborene. Am 23. November. Dem Eisendreher Justus Horn eine Tochter, Margarethe. Am 27. November. Dem Schneider Christian Vaubel eine Tochter, Anna. Am 26. November. Dem Schaffner Karl Hermann Henkel ein Sohn, Ludwig Heinrich Karl. Am 30. November. Dem Taolöhner Konrad Döring ein Sohn, Wilhelm. Dem Lackirer Philipp Weigel ein Sohn, Wilhelm Heinrich Gottlieb. Am '1. Dezember. Dem Buchhalter Peter Cnstein eine Tochter, Clara. 2. Dezember. Dem Locomottvheizer Karl Buseck ein Sohn, Ludwig. Am 6. Dezember. Dem Schlaffer Hermann Güldenpsennig eine Tochter, Minna. Aufgebote. Am 3. Dezember. Karl Alexander Berg, Bäcker dahier, mit Anna Marie Hinkler, geb. Backhaus Hierselbst. Am 4. Dezember. Fram Emil Kummer, Gymnasial-Oberlehrer Dr. phil. in Chemnitz, mit Marie Elise Rudolph dahier. Am ö. Dezember. Emil Maner, Kaufmann in Wiesbaden, mit Elsa Friedberger dahier. Am 6. Dezember. Friedrich Wilhelm Deiß, Schlosser dahier, mit Anna Ottilie Nicolai hierfelbst. Eheschließungen. Am 30. Dezember. Wilhelm Schmidt, Bahnarbeiter in Alten- Buseck, mit Katharina üartmetz dahier. Georg Zimmer, Bahnarbeiter dahier, mit Anna Maria Röhrig Hierselbst. Wilhelm Hedderich, Schreiner dahier, mit Friederike Berthel Hierselbst. Am 4. Dezember. Gustav Maisch, Zimmermann dahier, mtt Kacharine Haas in Annerod. Gestorbene. Am 30. Dezember. Wilhelm Friedrich Ailmann, 1 Jahr alt, Sohn des Stationsgehilfen Wilhelm Aumann dahier. Am L Dezenter. Hermann Hornberger, 62 Jahre alt, Fabrikant dahier. Am 2. Dezember. Victoria Wagner, 1 Monat alt, Tochter des verstorbenen Rechtsanwalts August Wagner dahier. Ernst Lotz, 49 Jahre alt, Rentner dahier. Am 4. Dezember. Wilhelm Karl Hirdes, 4 Monate alt, Sohn des Vahnhilsshcizers Wilhelm Hirdes dahier. Johann Schneider, 63 Jahre alt, Schlosser dahier. Am 6. Dezember. Margarethe Jörg, geb. Glas, 51 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Heinrich Jörg dahier. Kunst und Wissenschaft. Mainz, 5. Dez. Dor ausverkauftem Hause ging am Sonntag Verdis Oper „O t h e l l o" in S^ene und fand dank der mustergiltigen Interpretation unseres unter der kunstverständigen Leitung seines Kapellmeisters Steinbach wohlgeschulten Orchesters und der mitwirkenden Künstter eine begeisterte Aufnahme. Da alle unsere einheimischen Kräfte das ihrige thaten, die Gestalten gesanglich, wie darstellerisch charatterrsttsch zum Ausdrucke zu bringen, und auch die Dekorationen, teilweise dem Atelier unseres hiesigen Malers Schilling, teilweise der Wiener Künstler Kautsky und Rottonara entstammend, sowie die farbenprächtigen Kostüme und verständige Inszenierung zu einer harmonischen Gesamtwirkung sttmmten, so erfuhr die Oper in der That eine muftergütige Wiedergabe. Auch das leider nur einmalige Gastspiel von Frau Sigrid Arnvldson in Donizettis „Regimcntstochter" und der Schattentanzszene aus Meyerbeers „Dinorah" gewährte hohen Genuß. Die glockenreine, einschmeichelnde Stimme und das temperamentvolle Spiel der gottbegnadeten Künstlerin bezauberten und entzückten das dicht besetzte Haus, das wiederholt in stürniische Beifallsbezeugungen ausbrach. I Rammte, Velvets. 1 Man verlange Muster, lonbluna Krefeld. Literarische Neuerscheinungen. (Besprechung Vorbehalten.) Heyse, Paul, Tantalus, Mutter und Kind. Zwei Novellen Jllustr. von Renä Reinicke und Fritz Reiß. (156 e>.) Stuttgart Karl Krabbe. 2 Mk. Spielhagen, Friedr., In 12. Stunde. Jllustr. von Karl Zopf. (155 S.) Ebda. 2 Mk. Voß,. Rich., Ter Adonis vom Molarathal u. a. Novellen. Jllustr von Karl Zopf. (162 S.) Ebda. 2 Mk. Wolzogen, Ernst v., Ein königl. Weib u. a. Geschichten. Jllustr. von F. v. Reznicek. 3. Ausl. (92 S.) Ebda. 1 Mk. Sommerlad, Fritz, Streik. Ein Zeitstück in 5 Aufzügen (179 S.) Dresden, E. Pierson. Mk. 2.50. Warnung vor Fälschung in Pillen noch in Pulverform noch mit Cacao Wvliyi gemischt, sondern 708! nilp in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist UHL Dr. Hommel’s Haematogen echt. moderne Mensch scheint gegen Belehrungen über Zahn- pflege immun geworden zu sein. Anders ist die geradezu haarsttäubende Vernachlässigung unserer Zahnverhaltnifle nicht mehr zu erklären. Es ist einfach ein Rätsel. Beinahe täglich erscheinen in Zeitschriften, Broschüren u.s.w. die eindringlichsten Belehrungen über die unausbleiblichen körperschädigenden Folgen, die eine ungepflegte Mundhöhle heroorruft. In den Wochenschriften hat die Rubrik „Zahnpflege" einen Stammplatz inne, und doch ist (gering eingeschätzt) jedem dritten Deutschen eine übelriechende, unsaubere Mundhöhle eigen. Ich frage mich: Wie in aller Welt ist das möglich? Nutzt sich die Sprachwirkung ab? Wird das Wott fadenscheinig? Ist die Abneigung des Kulturmenschen gegen Glauben so stark, daß er Merhcnrpt nichts mehr glaubt? Vielleicht wird zuviel geschrieben; der Mensch ist übersättigt. Er liest, aber es hastet nicht. In keinem Zeitalter war es mit den Zähnen der Menschheit so traurig bestellt, wie in unserem so viel gerühmten Jahrhundert. Untersuchungen haben ergeben, daß schon unter 100 Schulkindern nur 10, in manchen Gegenden sogar nur drei, gesunde Gebisse hatten. Also zirka 90% aller Schulkinder sind schon zahnkrank! Die indirekten Ursachen der von Generation zu Generation rapid zunehmenden Zahnverderb- nis liegen in unseren Lebensgewohnheiten und in unserer Ernährungsweise begründet: weichliche, nährsalzarme Nahrung, unzweckmäßige Säuglingsernährung, ererbte Disposition zu schlechter Zahnbildung, intensive Kopfarbeit, vor allen Dingen aber Unreinlichkeit und mangelhafte Mundpflege. Die direkte Ursache für das Hohlwerden der Zähne haben wir in den Spaltpilzen zu suchen, die in der Mundhöhle Fäulnis und Gährung verursachen. Ist der Mund ungepflegt und unsauber, so bildet er eine vorzügliche Brutstätte (Temperatur 37°) mit den denkbar günstigsten Lebens- und Ernährungsbedingungen für diese kleinen, aber sehr gefährlichen Lebewesen. Nährstoffe für die Bakterien sind: Speffereste, Mundschleim, abgestoßene Zellen der Mundschleimhaut, fteiliegende Zahnnerven u. s. w. Aus diesen Nährstoffen produzieren die Spaltpilze schädliche Stoffwechselprodutte, namentlich Milchsäure, die den Zahnschmelz auflöst. Bedenklich ist, daß neben diesen zahnzerstörenden Spaltpilzen zahllose krankhettserregende (pathogene) Bakterien in diesem natürlichen Mundbrutofen sich nähren und jederzeit zum Angriff auf den Gesamt-Organismus bereit sind. Neben vielen anderen sind in hohlen Zähnen und unsauberen Mundhöhlen (Väter und Mütter merkt Euch das!) Erreger der Diphtherie nachgewiesen worden. Darum legen Aerzte und Zahnärzte mit Recht einen so großen Wert auf die sorgfältige Mundpflege bei Kindern! Für den denkenden Leser (nur dieser kommt in Betracht) ergiebt sich aus Vorstehendem von selbst, daß täglich mehrmaliges Säubern der Mundhöhle ganz unbedingt notwendig ist. Es ergiebt sich ferner klar, wie die Mundpflege zweckmäßig ausgeübt werden muß. Die Sache ist einfach: den Spaltpilzen den Nährboden verderben, also chre Entwickelung unmöglich machen. Das geschieht durch mechanisches Entfernen der obengenannten Nährstoffe und durch chemische Beeinflussung der Spaltpllze selbst. Die mechanische Entfernung der Nährstoffe wird mit der Zahnbürste, die chemische Vernichtung der Spaltpilze durch antiseptische Mundwässer besorgt. Die Bürste sei mittelhart. Als Mundwaffer hat sich Odol am besten bewährt. Wir wiffen aus sorgfältig nachgeprüften Forschungen sowohl, als durch vielfach praktische Erfahrungen, daß Odol das antiseptisch wirksamste und unschädlichste Mundwasser ist, das uns gegenwärtig zur Verfügung steht. 7989 Selbstverständlich darf man auch dem Odol keine Zauberwirkung zuttauen. Bereits hohleZähne kann auch Odol nicht wieder gesund machen; diese müssen vom Zahnarzt gefüllt werden. Die aus längst vergangenen Zetten (als die Schmiede sich noch nebenbei mit den Zähnen beschäftigten) stammende Furcht vor dem Zahnarzt ist lächerlich. (Zahnarzt A. Werkenthin-Berlin.) Der folgende Artikel erscheint in der nächsten Sonntags-Nummer. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenftraffe 2. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Buchbinder, 2 Hausbuftchen, 1 Schlosser, 1 Schmied, 1 Schreiner, 8 Taglöhner, 1 Laufmädchen, 1 Dienstmädchen. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Buchbinder, 1 Dienstmädchen, 10 bis 12 Aushelfer für hiesiges Postamt für die Weih- nachts- und Neujahrszeit, d. h. voin 20. bis 24. Dezember bezw. 31. Dezember und 1. Januar. Das Tagegeld beträgt 2,20 Mark. Meldefrist spätestens bis 12. Dezember l. I._______________________ Krotpreise vom 8. bis 22. Dezember 1901. 1 Kg. (2 2 „ ;1 , '3 , (4 (2 (4 Der Pfd.) Tafelbrot „ ) „ ) Weißbrot M ) if hiesigen Bäcker. 28 H 1 Kg. (2 Pfd.) 56 „ 2 „ (4 „ ) 26 , 3 , (6 „ ) 52 „ Schwarzbrot 24 H , 48 „ . 72 „ Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrot bei: L. Schmidt, Gr.°Linden. . 24 H W. Weitzel, Lang-Göns . . 24 W. Steinmüller, Lang-Göns 24 „ W. Fabel, Wieseck . . . 25 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: L. Schmidt, Gr.-Lirrden . . 48 H W. Weitzel, Lang-Göns . . 48 W. Steinmuller, Lang-Göns 48 „ W. Fabel, Wieseck ... 50 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot bei: L. Schmidt, Gr.-Linden. . 22 H W. Weitzel, Lang-Göns. . 22 W. Steinmüller, Lang-Göns 22 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot bei: L. Schmidt, Gr.°Linden. . 44 W. Weitzel, Lang-Gons. . 44 „ W. Steinmüller, Lang-Gons 44 „ 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrot bei: W. Fabel, Wieseck . . . 66 Ernst Christ, Wieseck . . 69 „ Der Brotverkäufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 6. D^ember 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Nachdem Großh. Ministerium des Innern die von der Stadtverordneten - Versammlung beschloffene Festsetzung der Baufluchtlinien für die in Aussicht genommene Straße in , Flur XXVII in der Stephansrnark zwischen Bismarck- und Goethesttaße genehmigt hat, bringen wir dies in Gemäßheit des Art. 7. der allgemeinen Bauordnung mtt dem Anfügen zur Kenntnis, daß die Einsicht des Planes auf dem Stadt- bauamt Jedermann frei steht. Gießen, den 4. Dezember 1901. 7994 .Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Der Bedarf an Kornftroh für das städtische Schlachthaus, ca. 100 Centner Maschinendrusch oder Preßstroh, soll im Wege der Submission zur Lieferung vergeben werden. Angebote hierauf sind verschlossen, mtt entsprechender Auffchrift, bis zum 14. d. Mts., vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Gießen, den 7. Dezember 1901. 8013 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Mecum._______________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rodheim a. d. Horloff für das Jahr 1902/03 liegt vorn 9. Dezember l. I. ab acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten offen. Rodheim a. d. Horloff, den 7. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim. ____________________Schäfer._________________7984 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hungen für das Jahr 1902/03 liegt vom 9. Dezember I. I. an acht Tage lang auf hiesigem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Jntereffenten offen. Hungen, den 7. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Buttron. 7982 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Nieder-Beffiugen für das Jahr 1902/03 liegt vom 10. Dezember 1901 an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht offen. Nieder-Bessingen, den 6. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Bessingen. ___________________________Horst.____________________7988 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Grüningen für das Jahr 1902/03 liegt vom 10. Dezember 1901 an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Grüningen, den 7. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert. 79971 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ober-Bessingen svr das Jahr 1902/03 liegt vom 10. l. Mts an auf hiesigem Bürgermeisterei - Bureau acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten offen. Ober-Bessingen, den 5. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Kühn. 7987 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rödgen für das Jahr 1902/03 liegt vom 9. Dezember 1901 an acht Tage lang auf demBürgermeistereibüreau zurEinsicht derJnteressenten offen. Rödgen, den 7. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. Stein. 7996 Bekanntmachung, betreffend: Die Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischer Religionsgemeinde Gießen. Bei der heute vorgenommenen rubr. Wahl ist Herr I. Stern dahier zum Mitgliede des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde wiedergewählt worden. Es wird dies mit dem Anfügen öffentlich bekannt ge* macht, daß wahrend dreier Tagen, nämlich am 9., 10. und 11. Dezember d. I., das Wahlprotokoll mit allen Anlagen auf dem Büreau des ersten Vorstehers, Herrn Kommerzienrat Heichelheim, offengelegt sein wird, und daß während der unerstrecklichen Frist dieser drei Tage die Stimmberechtigten, sowie der Gewählte von dem Wahlprotokoll und dessen Anlagen Einsicht nehmen und Einwendungen gegen die Wahl oder gegen den Gewählten, beziehungsweise auch Ablehnung der Wahl, bei Vermeidung des Ausschlusses bei Großh. Kreisamt Gießen vorbringen können. Gießen, den 6. Dezember 1901. 7985 Der Wahlkommiffär: N. Stamm. Couverts mit Firma liefert billigst Brühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 ■ ■■ BWI ■■ III!.....Illi............. tieschw. Allenpohlp“ Spezial-Mederlage der Lhocoladen-Labrik Hartwig & Vogel in Dresden. Grosse Weihsachts-Ässstellüng. 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Indem ich hiermit zu gefälligem Besuch meines Ladens freundlichst einlade, gebe ich meiner werten Kundschaft die Versicherung, daß ich bestrebt sein werde, nur gute und preiswürdige Waren zu coulanten Preisen abzugeben und empfehle mich 7980 Hochachtungsvoll <*ebr. Adami, Mäasbnrg 12. p. V. Flasche v. Mk 2.50 — Alk. 12 empfehlen 7983 PüdscIi essenz von Bassermann & Herrschei, Mannheim garantiert rein, nur aus Arac, Bum oder Portwein bereitet. 39^8 Niederlage bei: Ang. Noll II., V. Herber, Emil Bvnder. 311 verkaufen - 3=Xr gutes Heu verkauft 04926 Oekonom Kitz, Marburgerstraße. Aellschaulelvserd, troch wie neu, brll. zu verkaufen. Ebelstr. 2, UI. Ein Herreumantel m. Krage« fast neu, wann gefüttert, zu ver° ckaufen. Sternstraße 13, parterre. 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