151t Jahrgang jlrr. 236 Dienstag 8. Oktober 19VI UolMsche Wochenschau. Zur Einleitung der parlamentarischen Tha- keit erfolgte am verflossenen Donnerstag der Erstes Blatt. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Famillen- blätter werden bet Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den „Blättern für • hessische Volkskunde" orermalwöchentlich bei* gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr.51. tage nach seiner Wiedereröffnung alsbald zugehen kann. Tie Arbeit des Bundesrates wird dabei keine leickftr sein, alle die widersprechenden Urteile und Ansichten zu sichten. Bemerkenswert ist, daß eine nicht unerhebliche Minoerheit des Handelstages der geplanten Zollerhöhung zugestimmt hat, und sogar die Delegierten-Versammlung des Verbandes deutscher Industrieller dieser Tage einstimmig erklärte, daß gegen diese Erhöhung nichts einzuwenden sei. Da es sich hier um Jnteressentengruppeti handelt, die in einem gewissen Gegensatz zur Landwirtschaft stehen, welche dieses Schutzes zu behürfen erachtet, dürfte es nicht unmöglich sein, einen Weg der Verständigung zwischen den beiden großen, in Frage kommenden Erwerbsgruppen zu finden. — Die bayerische Kammer hat in der vergangenen Woche ihre Beratungen begonnen und der Ministerpräsident Graf Crailsheim hat sich am Freitag für Zollerböhung auf Getreide ausgesprochen. Heute (Montag) wird die Beratung über den Zolltarif in der bayerischen Kammer fortgesetzt. In Sachsen und Baden haben die Kammer-Wahlen in den letzten Tagen stattgefunden. Bemerkenswert ist es, daß der badische Minister Dr. Schenkel kürzlich in einer Rede geäußert hat, nicht der sei der größte Wohlthäter der Landwirtschaft, der ihr bohe Zölle ocwährt und die Zölle so weit erhöhen will, daß die Lebenshaltung des Volkes darunter leidet, sondern der sie lehrt, wie der Wirtsch>aftsbetrieb rentabler zu gestalten ist unter Anwendung aller Errungenschaften der Technik, der Wissenschaft und der Erfahrung, durch Verbesserung des Kreditwesens usw. — Bei uns in H e s s e N ist es politisch noch still. Nur der 2. Sonderausschuß zur Vorberatung über die Anfrage, betr. die Revision der landständischen, Geschäftsordnung hat am letzten Freitag und Samstag unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Schmitt-Mainz Sitzungen abgehalten. Inzwischen wird die Frage, ob und in welcher Form die österreichisch-ungarische Negierung gegen den deutschen Zolltarifentwurf Protest erhoben hat, in der Presse mit unverminderter Lebhaftigkeit fortgesetzt. Der offiziöse „Magyar Nemzet" meldete, daß die österreichische und ungarische Regierung durch den Minister des Auswärtigen ihren Bedenken bei ihrem Berliner Botschafter Ausdruck gegeben haben. . Es sei nicht ein diplomatischer Mtenwechsel erfolgt, sondern auf dem^ gewohnten Wege und in freundschaftlichster Form die Auffassung der leitenden Männer der österreichisch-ungarischen Monarchie zur Kenntnis der deutschen Regierung gebracht worden. — Gegenüber dieser Darstellung des Sachverhalts wird auch der Münchener „Allg. Ztg." auf Grund zuverlässiger Informationen bestätigt, daß von feiten Oesterreichs-Ungarns wegen des Zolltarif-Entwurfs weder vertraulich noch amtlich in Berlin Vorstellungen erhoben worden sind. tigi . „ ... - ... Diederzusammentritt des deutschen Bundesrates zur Plenarberatung. Diese dürfte sich vor allem zunächst mit der Beratung des vorläufigen Entwurfes des künftigen Zoll- tarifes zu beschäftigen haben, damit derselbe dem Rerchs- Tie leidige Angelegenheit der Wegfichrung der Pekinger astronomischen Instrumente sollte durch eine neuerliche Erklärung der „Nordd. Allg. Ztg." klargelegt werden. Die ,>Nat. Ztg." meint, letztere saniert den Fall nur insofern, als deutscherseits anerkannt wurde, daß wir kein Recht hatten, die Instrumente fortzuschaffen und als sie seitens Chinas durch einen ausdrücklichen Verzicht dem deutschen Reiche überlassen, wurden. Aber da der Vorschlag, den Chinesen, den Wert der Instrumente durch Abzug von der Kriegsentschädigung, zu erstatten, wohl auf die Schwierigkeit einer Wertfeststellung stoßen werde, der Rücktransport nach China aber von den Chinesen mißdeutet werden könne,' so werde män die Sache wohl auf sich beruhen lassen müfsen. Uebrigens naht man sich!. in Chin'ä. selbst der Einfügung des Schlußsteins int Bestreben der Wiederherstellung der Beziehungen zum Ausland', indem sich der Hof zum Wiedereinzzug in Peking rüstet. Die gleichzeitig erfolgte Proklamierung des modernen Regierungssystems dürfte aber vielleicht, trotz den gelegentlichen werteren Unruhen, die keine wesentliche Bedeutung zu haben scheinen und zu deren Unterdrückung die jetzt die fremden Missionäre beschützende chinesische Regierung, nach Meldungen: aus Canton vom 5. d. M., neuerdings Truppen ausgesandt hat, den Grundstein zu einem Prachtgebäude abgeben, in dem die Wiedergeburt des chinesischen Reiches Platz finden könnte. Daß eine, derartige Entwickelung nicht als Unmöglichkeit zu betrachten ist, lehrt das Beispiel Japans, das in einem Menschenalter sich aus wirren, krausen, weltftemden Verhältnissen zu einer anerkannten Großmacht europäischen Stils, die in militärischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Beziehung zum Wettbewerb, ausgerüstet ist, entfalten konnte. Eine „gelbe Gefahr" ist aus diesem Umschwünge im japanischen Kaiserreiche nichts erwachsen. Die Engländer scheinen aus den rn Südafrika gesammelten für sie sehr unfreundlichen Erfahrungen absolut nichts zu lernen, denn schon wieder wiegen sie sich in der vagen Hoffnung, die „Rebellion" werde in allernächster Zeit „zertreten" und bet, Krieg zu Ende sein; daraufhin halten sie es für unnötig, neue Verstärkungen nach Südafrika zu senden. Die Buren dürften ihnen aber bald wieder zu Gemüte führen, daß das „Zertreten" eines zwar kleinen, aber freihritsbegeifterten Volkes so leicht nicht ist, und am wenigsten leicht für eine Kriegsleitung wie die englische, welche einen Fehler an den anderen reiht. Die eben in Üngärn stattgehabten Wählen haben den Liberalen den Verlust einer Anzahl bon Sitzen gebracht, namentlich wurde unter den Führern der Mehrheit stark aufgeräumt.' , Der alte Koloman Tiszä wird beim Namensappell im Äbgeordnetenhäuse nicht mehr antworten können, aber auch Apponyi, der Bundesgenosse von rechts, hat seinen angestammten Sitz eingebüßt, allerdings an einen Bänffyaner. Jedenfalls haben die Unabhängigen Kossuth'scher Farbe Erfolge erfochten und auch die Volkspartei Zuwachs erhalten. Möglicherweise bietet das neue Haus ein weniger einheitliches, aber der Wirklichkeit gerade darum besser entsprechendes Bild. UolMsche Tagesschau. Graf Bülow und das Offiziösentum. Män schreibt uns aus Berlin, 4. Oktober: Still und fast unbemerkt hat sich eine Reform des offiziösen Preßwesens' biollzoüen. Man trifft jetzt lange nicht mehr soviel Offiziöse in der Presse an, wie zu der Zeit, als Minister v. Miquel noch im Amte wär. Damals wimmelte es förmlich von Personen, die für die Auffassung mehr oder minder „maßgebender" Stellen eifrig Stimmung zu machen suchten. Aber nicht nur Herr v. Miquel hatte seine Leute an der Hand, andere zögen auch die Drähte, ntit# dem Effekt zuweilen, daß die Offiziösen grimmig aneinander gerieten, indem jeder für sich in Anspruchs nahm, von der „Regierung" inspiriert zu sein und das allein Richtige zu wissen. Ter gute älte Fürst Hohenlohe ließ philosophisch den Dingen ihren Lauf. Vom Grafen BÜlöw dagegen wurde sehr bald bekannt, daß er Jein Freund des Offiziösentums ist und die Regierung lieber durch ihre Thaten als durch dienstwillige Federn empfohlen sieht. Ter Reichskanzler hat aber Wohl noch ein anderes Moment im Auge: je mehr Offiziöse äm Werke sind- um so leichter kann es Vorkommen, daß die Regierung nicht.als einheitlich und einig erscheint. Als Kanzler und Ministerpräsident will Graf Bülow den Don angeben und sich keine Entscheidung durch offiziöse Auslassungen vorweg nehmen lassen. Die Selbständigkeit der Staatssekretäre des Reichs, die unter Hohenlohe bei dessen häufigen Reisen eine große war, ist unter Bülow erheblich eingeschränkt worden; in manchem Einzelfälle beriefen sich die Staatssekretäre vor dem Reichstag ausdrücklich auf die vom Grafen Bülow empfangenen Direktiven. Män darf sichtet: sein, daß jetzt keine offiziöse Notiz von einiger Bedeutung veröffentlicht wird, die nicht zuvor die Genehmigung des ^Mannes am Steuer" gefunden hat. Und das führte aüf einfache Weise dazu, daß mit offiziösen Verlautbarungen^ viel spärlicher als vordem umgegangen wird. Das auffälligste Beispiel der schärfen Sichtung bieten die „Berl. Pol. Nächssickften", einst ~ das Organ Miquels. Man hätte geglaubt, daß sich bald ein anderer. Staatsmann dieses werthitt tragenden Sprachrohres bedienen werde. Aber die „Pol. Nachrichten", obschon sie in der Lage sind, manche Information zu bringen^ haben äufgehört, ein ministerielles Organ zu sein; sie ver-, treten ausschließlich den „Zentralverband deutscher Industrieller", und aus diestn, durchs ausgedehnte Beziehungen gut unterrichteten Kreisen mag wohl manche Meldung der' ,,P. N." herrühren. Professor Spahn. Zu der sö viel erörterten Berufung des ProfessorsI Dr. Spahn, Sohnes des Reichsgerichtsrats und bekannten' Zentrums-Mitgliedes des Reichstages Spahch von Bonn nach Straßburg hätte jüngst die „Bonner Ztg." gemeldet/' Spahn gehöre zu jenen Katholiken, die „innerlich anti-ultra- montan" sind. Hmzugefügt wurde, es sei in Berliner Kreisen bekannt, daß Spahn, als er noch Privätdozent in Berlin war, wiederholt dem bekannten Vorgehen des Grafen Paul Hvensbvoech zugesfimmt und sich auch erboten habe, an der „Tägl. Rundschau", deren Mitherausgeber damals Graf GietzeimAnzeiger s ' General-Anzeiger w '*•' FS“«*, v UnwerstiatZ - Druckerei Amts- unö Anzeigeblatt für den Kreis Gießen *2 ’ rJF zeigenteil: Hans Beck. Feuilleton. Theater, Kunst und Wissenschaft. — Darmstadt, 6. Okt. Der General-Direktor unseres Kunstinstitutes schickte, so lesen wir in Mainzer Blättern, dieser Tage seinen Sekretär zu dem Verleger eines hiesigen Blattes und denunzierte bei diesem den gleichzeitig als Theaterreferenten thätigen Redakteur des Blattes, indem er ein ganzes Sündenregister vorlegte und seine, d. h. des General-Direktors Wünsche über die zukünftige Gestaltung der Besprechungen eingehend kundgab. Der erwartete Erfolg blieb aber aus. Der Verleger setzte sich sofort in loyaler Weise mit seinem Redakteur in Verbindung und das Ende der Affäre war, daß der Beherrscher der Bühne den Rückzug antrat und um Frieden bat. Straßburg, 4. Okt. Die 46. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner beschloß heute, dem Reichskanzler, dem Reichsamt des Innert: und dem Reichstag ihren besonderen.Dank auszusprechen für die in der letzten Tagung des Reichstages befürwortete Erhöhung des Reichszuschusses, der für die bon Pwf. Dr. Herbach begründeten und geleiteten Veröffentlichungen zur deutschen Studien-, Schul- und Erziehungsgeschichte (Monumenta Ger- maniae Paedagogica, Texte und Forschungen) ausgeworfen worden ist. Der Zuschuß, der bisher 30000 Mark betrug, soll darnach auf 50000 Mk. erhöht werden. Die Versammlung wurde heute nachmittag geschlossen, nachdem sie zum Ort der nächsten, in zwei Jähren stattfindenden Tägung Halle an der Saale gewählt hatte. — Auf der Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Straßburg i. E. sprach Prof. Dr. Die- derich-Gießen über „Die Himmelfahrt der Seele, eineMithrasliturgie. Professor Diederich hat eine antike Liturgie in einem griechischen Zauberpapyrus als dort übernommenes heiliges Buch der Mithrasmysterien erkannt: es ist die Weihe des höchsten Grades des Eingeweihten zur Unsterblichkeit. In sakramentaler Handlung wird die Himmelfahrt der Seele durch die Planetensphäre und Fixsternsphäre zu der Sonne und zu Mythras selbst dargestellt: es ist eine Liturgie, die einst in den wohlbekannten Grottenheiligtümern aufgeführt ist. Es würben Proben der vorgeschriebenen Gebete gegeben. Die liturgischen Bilder, die dieser einzigen uns erhaltenen Liturgie eines alten Kults ihren religiösen Inhalt geben, der Vereinigung mit Gott, der Gotteskindschaft, der Wiedergeburt, altes vereinigt zum heiligen Akt der Erhebung zum Himmel, sind die gleichen, in denen die alte Kirche ihre religiösen Gedanken formuliert hat, die sie allen Kirchen weiter überliefert hat bis auf den heutigen Tag. Das Ziel der Betrachtung alter Liturgieen und ihrer Bilder ist eine wissenschaftliche Formenlehre aller Liturgie. Es lasse sich geradezu, ein religiöses Denkgesetz nachweisen in der immer wieder gleichen sakramentalen Fassung des höchsten religiösen Gedankens: der Erhebung zu Gott und der Vereinigung der Menschenseele mit Gott. Straßburg, 4. Okt. Eine' neuerdings hier gebildete „Gruppe Elsäß-Lothringen" der Gesellschäft für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte überreichte dem Kongreß deutscher Philologen und Schulmänner eine Sammlung wertvoller Beiträge zur Schul- und Erziehungsgeschichte von Elsaß-Lothringen. — Im Sitterar. Echo, 4. Jahr Ro. 1, 1. Oktober- Heft (Verlag von F. Fontane u. Co. in Berlin,' vierteljährlich 3 Mk.) findet sich neben einer größeren Anzahl interessanter Aufsätze auch eine Besprechung der neuesten Bücher von Wilh. Holz am er (Im Dorf und draußen) und Alfred Bock (Der Flurschütz) aus der Hedet von Th. Schäfer. Vom „Flurschütz" sagt Schäfer ü. a.: „Die unaufhaltsam vorwärts strebende Handlung, in der älle überflüssigen Schilderungen vermieden sind (das Buch umfaßt nur gegen 10Ö Seiten), ist glänzend äufgebaut und entwickelt sich unerbittlich und eindringlich äus den Charakteren. Es ist viel realistisch ge- treue Lebenswahrheit in dem Dorftoman enthalten, die wohk zum Teit der Wirklichkeit entnommen sein könnte. Der Verfasser ist Realist. Man erkennt schon an den Stoffen, die er sich erwählt, daß Wirklichkeitsleben in ihnen enthalten ist. Der Flurschutz und die Nebenpersonen der Handlung, die enge Welt des Dorfes, in der sie sich äbspcelt, das alles atmet frisches, derbes Leben, Man fühlt die Lebenskraft, den Zwang, unter dem der Flurschütz handelt, und es ist genug geschehen, um seinen Willen zu motivieren. Es steckt viel unvüchsige Kraft, viel kraftvolle psychologische Lebensfühnmg in diesem oberhessischen Dorftoman:" — 1 Der Aufsatz wird begleitet von den wohlgelungenen Porttät? der Verfasser. — Der Mitarbeiter des ,-Gieß. Anz." Dr, Max Meyerfeld spricht über den irischen Romanschriftsteller George Moore, Otto Jul. Bierbaun: leitartikelt über die litterarische Frage „Wo stehen wir?" Von Holzamer wird eine Novelle „Sein letztes Hochamt" abgedruckt, die von der feinen psychologischen Kunst des jungen hessischen Poeten bestes Zeugnis ablegt. Was sonst diese Zeitschrift aber besonders wertvoll macht, das ist das sehr umfängliche Echo der Zeitungen und Zeitschriften des In- und Auslandes, durch das wir von allen auch nur einigermaßen beachtlichen litterarischen Aufsätzen erfahren, die in den einzelnen deutschen, französischen, schweizerischen, spanischen, amerikanischen rc. 2c.' Blättern enthalten. Zumeist sind die erwähnten Aufsätze so-' gar kurz charakterisiert. „Das litterarische Echo" ist für jeden Litteraturfreund geradezu unentbehrlich. Petersburg, 6. Okt. Die Regierung erteilte die Genehmigung zur Sammlung von Beiträgen für die Errichtung eines der Heilkunde dienenden Virchow-Instituts in Moskau. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. im Bremer Ratskeller/ ) Anfang, wenn nicht anber§ bemerkt, abends um 7 Uhr. Opernhaus. Dienstag, 8. Okt.') „Die brei Pintos". Hierauf: Phantasien « Mittwoch, 9. Okt. Erstes Abonnement- könzerü'' Donnerstag, 10. Okt. .Fibelio". Freitag 1U Okt. „Der Waffenschmieb". SamStag, 12. Okt. ^Ter Bawzzo." Hreraus: „Cavalleria rnsticana“. Sonntag, 13- Okt. s,Der Rmg des 9hbe4 lunqen". Vorabend: „Tas Rhemgold". Montag, 14. Okt., abends '/,8 Uhr: „-Marie oder Die Regrmentstochter". Schauspielhaus. & Dienstag, 8. Okt. „Tie Zwillingsschwesser". Mittwoch, 9. Okt. .Die Fee Kaprice." Donnerstag, 10. Okt. „9k>rä,r. Freitag, 9. Okt. '^obannisfeuer". Samstag, 12. Okt. „Vtinna von Barnhelm". Sonntag, 13. Okt. 3-/2 Uhr. „Das Glück." (La reine). 7 Uhr.' Tie versunkene Glocke". Montag, 14. Okt. „Liebelei" und "Iephtas Tochter". Paris, 1. Okt. Wie berichtet wird, steht die Gnindüna einer russischen Universität itt Paris bevor. Dieselbe soll geleitet werden von dem Moskauer Professor Olmoeky unter Assistenz des Professors üM Pasteur'schen Institut Mentschikoff. Aus Stadt und Land. Pcrsonalreform im Reichspostamt. Ein heruntergekommener Staat. Hoensbvoech war, mitzuarbeiten. Tie „Germ." wand^ sich daraufhin sofort an Professor Spahn und bekam nachstehen- Schwurgericht. m. Gießen, 5. Oktober. des brasilianischen Marktes für das Königreichs Jahre 6 Monate Zuchthaus und Verlust der bürger- ist. Es war wiederum ein Portugiese, Cabral, der zuerst lichen Ehrenrechte. Rechtsanwalt Leun tritt für ein ge- iden Fuß auf dieses Weichste Land der Erde setzte und von ringeres Strafmaß ein, der Angeklagte sei noch nicht bestraft ihm im Namen Portugals Besitz ergriff. Seitdem sind bier I un^ ^a5e sich bisher gut geführt. Das Urteil lautet dem Jahrhunderte dahingegangen, und heute zählen die Por- Antrag des Staatsanwalts gemäß. Straferschwerend, • l tugiesen zu den in ihrer einstigen^Kolonie am wenigsten . begründet der Vorsitzende das Urteil, komme in Betracht einflußreichen und beliebten überaus gemeingefährliche S^at. Es hätten bei der Art gesprochen!^ aber^ der Umfang der Handelsbeziehungen des engenGebmides,dasder AngeklagtemGefahr gebracht zwischen Brasilien und Portugal erhielt sich bis in die hat, sehr leicht Menschenleben m Gefahr kommen können, neuere Zeit auf ansehnlicher .Höhe. Das änderte sich erst, als wenn das Feuer nicht frühzeitig gelöscht worden wäre Hierzu Deutschland, England und Italien die brasilianischen komme die Persönlichkeit des Angeklagten, der die ^hat leugne Häfen in ihr Schiffsliniennetz einbezogen, und der über- und nicht die mindeste Reue an den Tag lege. mächtigen Konkurrenz ihrer Kaufleute — zu denen sich 1Qm alsbald die nordamerikanischen gesellten — den ergiebigen m. Gießen, den 7. Oktober 1901. Brasitmarkt öffneten. Von diesem Zeitpunkte an ging es Am Samstag Vormittag wurde vom Schwurgericht mit dem Handel Portugals rapid abwärts. Seine Schiffe gegen die unverehelichte Emilie Kirschmann, zuletzt in konnten gegen die großen und schnellen Dampfer der foiid $icgen, wegen Kindesm ordes verhandelt. Die Anklage kirrrierenden Rhcdtt'eien nicht ankämpfen; die Lissaboner I uertrat Staatsanwalt Reuß, die Vertheidigung führte Rechts- Regierung erkannte die der .Handelsflotte drohende Gemhr Ealt Arnold. waren 4 Zeugen und der Kreis-Assi, nicht oder kümmerte sich wohl überhaupt nicht darum; die Koniaer w hören. hauptsächlich die Brasilroute unterhielt, ihre Fahrten sie bestreitet, ihr Kind mit Absicht getötet zu haben, obgleich ein stellen mußte. Die zu derartigen Liebesdiensten sie dem Untersuchungsrichter eingestanden hat, daß sie das ! stets erbötigen Freunde und Bundesbrüder Portugals, die Kind während der Geburt in den Abort hat stürzen lassen. Briten, wollen das gesamte Dampfermaterial der «^hiff- Die Beweisaufnahme gestaltet sich sehr einfach. Der Sach- fahrtsgeseltschaft erwerben und haben bereits den Kauf-1 ^ändiqe erklärt, das Kind habe gelebt und sei wie ein ertrinfcnber ben Erstickungstob gcftorben. Der Wahrspruch X Äte PÄr®S ÄÄb ban'eiitb in U-r Geschworenen lautete auf schulbig beS Kinbesrnorbes unb cugtische Sänbe überaesirn. Und zur Geschichte vom Unter- Blähung ber Frage nach nnlbernben Umstanden. Ctatos. gang portugiesischer Del Herrlichkeit Dickt sich England in anwalt Reuß beantragte 3 Jahre 6 Monate Gefängnis. Der I Südostafrika an, das Schlußkapitel veizusteuern. . . . ! Verteidiger bat um ein weit geringeres Strafmaß. . Der Ge- ~ " 1 Irichtshof erkannte auf 2 Jahre 6 Monate Gefängnis. Lust ein Ms gebitbet hat, das ^obtedifi. Damit war die Beweisaufnahme erschöpft. — An die I aus anderen derartigen Quellen hatten sie sich ewiges Geschworenen wurde die Schuldfrage wegen Brandstiftung Reisegeld zu verschaffen gewußt. Da sich beide noch Tags gestellt. Staatsanwalt Reuß nimmt zur Begründung der».^a^r genau über den Wea n ach Paris erkundigt haben, Anklage das Wort. Im vorliegenden Falle ist der Thäter»^ nimmt man an, daß. sie ihren Weg nach Frankfurt ge- .überrascht worden durch die Explosion, mit der er nicht ge- Kommen haben: während nach einer anderen Behauptung rechnet bat. Der Angeklagte sei ein verschlagener Mensch,IHolland resp. ÄranSvaal ihr Reiseziel sew soll. Die lmüb-ss-u Ehrlichkeit es nicht weit her ist. Debus sei ein Eltern haben die nötigen Dritte emge leite, nm dr- Phrasenhelb, ber lügt, unb ein ftSmmÄnber Heüßl«. N einem unbe- Beweisaufnahme habe bewiesen, baß ber Angeklagte basiVcr-’L en Augenhii/ erwischte ber h reijühr i g e Jun g e »brechen begangen hat. Debus war ohne Mittel, er wollte» Ler|qen Arbiters hie Streichholzschachtel, biß von heiraten und sich durch die Brandlegung, da er wußte, oie»^^^ 20 Schwefelhölzchen die Köpfe ab und ver- Versicherung bezahle ihm was, bereichern. Zu welchem Zwecke I spuckte sie. Obwohl sehr bald der Arzt zur Stelle war, hat der Angeklagte seine Betten und seine besseren Schuh-1 konnte der Aermst-e nicht mehr gerettet werden. Er startz »waren, ehe es brannte, sorgfältig verpackt, denn in der kurzen »am Donnerstag nach wochenlangem qualvollen Leiden. Zeit des Brennens habe er dies nickt gethan, wenn er es» .0. Butzbach, 7. Okt. Im Kriegerverein hielten am auch behauptet. Es sei auch bewiesen, daß Buchacker nicht »Samstag Abend die Herren Lehrer Hab er mehl und Chma- der Brandstifter gewesen ist. Dieser hat gering versichett und veteran I 0 st aus Offenthal einen durch Lichtbilder unterhatte kein Interesse daran, seine Habseligkeiten in Flammen süßten Vortrag über die Chinareisen, und am Sonntag, Herr aufgehen zu lassen. Der Staatsanwalt bittet die Geschworenen, Lehrer Storch im Verein zu Hochweisel über „die Lützowcr . die Schnldfrage zu hejahen. I— Slnstelle des nach Rieder-OfleidLn versetzten Herrn W I Rechtsanwalt Leun meinte, die Geschworenen hätten zut^rs Schwamb wurde Fräulein A. Best aus Mainz eine prüfen, ob es möglich sei, daß der Zeuge Pfaff aus seiner » Stelle an hiesiger Stadtschule übertragen. Wohnung Über bi- Straß- Hinweg burch bas Oberlicht ber § Butzbach, e Okt Gestern morgen wu^»e heBe. Ladenthür und des Erkers etwas bestimmtes wahrnehmen weidete Le ich e der Eh e s r au des im Gesang 3 I könne. Wenn aber hierüber Zweifel bestehe so müsse dieses stabt pichen frnherenArFfeh-^ Umständen gefunden, 'zu gunsten bes Angeklagten m b.e Wagschale allen Gbm1o ^^^6= sei es nut der Prüfung ber anberen belaftenben Auslagen, me ‘U Selbstmorb vorliegc Nachdem die Gerichts- Der Berteibiger sucht bie Belaftungsmomente zu entkräften glgörbc am Vormittag Augenschein von dem Funde ge- unb bittet, ein Nichtschuldig auszusprechen. nentmcn hatte, wurde der Leichnam rn d^ Dotenhaus Nach ber Rcchtsbelchrung burch ben Vorsitzenbcn unb f,cm Friedhöfe verbracht, mo am Nachmittag eine uetaujt weiden sollen. ‘ ' ---------------- ' I oi-Mstündigec Beratung verkündet ber Obmann, Kommcqien- g^WzärMche Untersuchung,, m «^nw^rt M-rerAmt-. Alle dresc Rüchchritte Portugals im Welthandel sind rat Gail, den Spruch der Geschvorcncn, der auf schuf dl g Behörde stMnd, wie _8 bis, b sybeL wrttem rttM Mwernttesertt»« wie eZ der BerLu^Ider Br,a«dftifttmg lautet. Staatsanwalt Reuß beantrag em Ler-IKlvL de« wwf ben Brief von ihm: ~ .. ., Es ist nicht richtig, daß ich in Berliner Kregen mich zu dem anti-ultramontanen Vorgehen des Herrn Grafen Hoeusbvoechi als solchem zusttmmend ausgesprochen habe Daaeaen aab int Jahre 1898 die Mitherausgeberschaft des Her^ru Grafen an der „Täglichen Rundschau" Anlaß zu einem kurzen Briefaustausch zwischen ihm selbst und nm gelegentlich eines Beitrages für die „Rundschau . habe bei dieser ersten Begegnung dem Herrn Grasen bemerkt, daß ich fein Vorge h en gegen das „Ultra- montane" in der Kirche, also gegen gewiße Erscheui- unaen des kirchlichen Lebens, nicht gegen die Kirche und die Kirchenlehre selbst, „in vieler Beziehung" als berechtigt und wünschenswert anerkannte. Auf einen höflichen Brief von ihm habe ich geantwortet, daß ich gegebenenfalls meine Anschauungen auch in der „Tagl. Rundschau" vertreten würde, mir jedoch Vorbehalten müßte, die Gelegenheit dazu selbst zu bezeichnen. Zu solcher Mitarbeiterschaft ijti es nicht mehr gekommen. Wer in Hinweis auf diese letzte Thatsache behauptet, daß ich meine Ansichten überhaupt nicht äußerte und zwischen meinem Wort und meinen Gedanken ein Widerspruch bestände, urteilt, ohne meiner schriftstellerischen Thätigkeit gefolgt zu sein. Es ist mir unerfindlich, welchen Wert ihr gegenüber ein von mir vor drei Jahren geschriebener Privatbries für die Oeffentlichkeit hat. Das genannte Blatt bemerkt dazu: Wir stehen nicht an, zu erklären, daß diese Enthüllungen in den weitesten Kreisen des katholischen Volkes das peinlichste Aufsehen Hervorrufen und das Ansehen des jungen katholischen Historikers auf das Empfindlichste schädigen werden : • Wir stehen, hier heute noch einem Rätsel gegenüber; das wir uns beim besten Willen nicht lösen können. Keinerlei amtliche, gesellschaftliche oder wissenschaftliche Rücksicht nötigte Herrn Privatdozenten Dr. Spahn, sich der „tagt Rundschau" und ihrem Herausgeber zu nähern. Tie einfachsten prinzipiellen Erwägungen und alle Regeln der Klnglseit hätten ihn vielmehr von einem auch nur brieflichen Verkehr abhalten müssen. Zu Ehren des Herrn Spühn muß allerdings hervorgehoben werden, daß der junge Gelehrte ganz gewiß nicht beabsichtigt hat,, seiner katholischen Ueberzeugung untreu zu werden .... Wit sind fest überzeugt und haben auch dafür die Beweise in Händen, daß Herr Spahn heute über die Methode, Mangelhaftes in t .. ganz anders denkt als vor drei Jahren. Von dem einst.weltumspannenden Sck)iffsverkehr Por- . tugals; das im südafrikanischen Krie^ als Englands Helfer I so unrühmlich von sich reden macht, ist nur ein kärglicher»: Rest geblieben. In den Häfen Afrikas, in denen Por- : Pugals Flagge in früheren Zeiten am zah reichen vertreten s tvar wird nur vereinzttt ein portugiesisches Handelsschiff l üngetroffen. Zwischen Lissabon und den afrikanischen Ko-» fonien, Madeira und Kapverden- ^steht. zwar eme regel- i mäßige Dampferverbttttmffg. Doch von tinem bedeutenden vder gar ausdehnungsfahigen Warenverkehr kann dabei nicht | bie Rede sein. Und im Wunderlande Indien, wohin der Portugiese Vaseo de Garna einst als erster den Seeweg» Lnd, zeugest nur stoch die für den Handel fast bedeutungs-l losen Küstenflecken Diüustd G^a von entschwundener Pracht» portugiesischer Herrlichkeit. Und das in China — wo Por-» tugals Schiffe schon im 16. Jahrhundert die Flagge zeigten .r— gelegene Macao, lange Zeit hindurch der einzige Han-1 delsplatz der Europäer mit China, ist heute stark verfallen, I Hi den Hintergrund gedrängt durch das. nahe britische Hongkong, dessen Häüptstadt Viktoria säst dreimal so stark bevölkert ist, als Macao. Auf (einer Sundakolonie Timor -ieht Portugal gegenüber Holland den Kürzeren. Ter in jener Gegend sehr lebhafte Gewürzhandel geht von den Molukken an der vortugiesischeii Osthälste Timors vorbei^ nach den niederlänoischeil kleinen und großen Sundainseln. ^Der andere Pyrenäenstaat, Spanien, hat freilich^ in jenem Mrenzstreit zweier Weltteile noch härtere Einbußen erlitten. pStie spanische Handelsflagge ist dort überhaupl nicht mehr heimatberechtigt, seitdem das Sternenbanner über den Philippinen weht, die beiläufig, damit der Besitzerwechsel auch äußerlich gekennzeichnet sei, in „Mac Kinley-Jnjeln" umhöheren Postbeamten au Kraetke nun endlich zu i. v t besteht die Reform in der völligen Trennug - - subalternen Laufbahn von der höheren, -^abeii dürften gußer den Titeländerungen für die höheren Beamten lediglich fürdie Kassierer einige pekuniäre Vorteile erfolgen. Die Inspektoren werden künftig im Reichspost-Amte Die Bezeichnung „Geheimer expedierender Sekretär" nicht mehr anzunehmen brauchen, sondern auch hier ihre eigentliche Benennung beibehalten. Wie schwierig Vie ganze Reform bezüglich der höheren Beamten des Reichs-Postamts ist, erhellt am besten aus der Verschiedenheit des dortigen Personals. Außer den vortragenden Räten, den Hilfsarbeitern und Bureauvorstehern giebt es nämlich: Geheime expedierende Sekretäre (Posttnspektoren), Geheime expedierende Sekretäre- die auf ihren Wunsch nicht Posttnspektoren geworden sind, Geheime expedierende Sekre- 'täre dte aus dienstlichen Gründen nicht Posttnspektoren geworden sind ferner Postkasfierer und Ober-Postdirektions- »sack bei Debus nie fefcetM bie nach dem der höheren Prüfung erklärt, -r sei am 16. Mm auf »er «ranofttue gewqen 1« U'iel^^^'"dL'Mm 'erst nach mehreren Jahren auf die Ernennung öUni Pasttns^kwr warten^ solche Be^ es nicht zweifelhaft, baß bas Feuer angelegt roai. » baS fic sich durch die Anstrengunacn bes Krieges tonte, die auf chren Wunsch nicht Pöstanspektor werden, und [eicn im Laden weder Spuren verbrannten Strohes no-y ^°„°a-n haben, und auch bei ber wohlwollendsten Be- solche Beamte, dee ans dienstlichen^ Gründen nicht Po, - ^ste eines Strofackes vorhanden gewesen. Alle Angaben "rteilung seitens der Behörden ließ sich nicht nachweisen, .insprktor werden. Recht bunt ist dl! Charakteristtk I r s(nqcf(agten, bie er betreffs bes Strohsackes gemacht hat, h,afj bas Leiben eine Folge de? Krieges sei. Solche Not Subalternen des Reichs-Postamts. ber Ml Un « haben sich als unwahr h-ransgestellt. du lindern, ist die edelste Pflicht der Kameradschaft, ber iefrctai■ Seattle e^nwaette «b«"fa® anftaben fo«. Unt 9 sonstigen Zeugenaussagen sind nicht von Belang, ffich bie $riegeiberetne aerae unte^teben. SSenn te bte SWÄÄÄUf L Sachierstinbige, Dr. Günther, erklärt, daß -r weder Mittel nicht. » ta Asche unb^ begatt mtt Jäte aus der Expediententtässe, Ober-Poftdirektronsiekre- Petroleum noch Benzin an den Beweisstücken gefunden hat. .f A u besten Erfolg. Wir hoffen, täre aus der Elevenklasse (ohne höheres Examen) Ober- Die Blechkanne habe ferne ©puren von Scbercemcnt b ^serer Stadt gerne ihr Scherflein Postdirektivnssekretäre aus der Expediententlassc, Bureau- fei im Innern wie neu geraden. Es fei möglich, baBLupeinem derartig wohlthätigen Zweck beitragen, ganz ab- iiffiftenten mit bestandener ^Sekretarprusuria (Swanztg I Schwefelkohlenstoff oder Benzin in der Kanne war. Beson- ^sehcn davon, daß die Darstellungen wirklich künstlerische Fragen), Bureaüässisteuten mit bestandener PoUsekremrpruf-i Benzin könne, wenn es von außen erhitzt fei, Gase ent-i^nd, und jeder Zuschauer sich in seinen Erwartungen jing, BureauassisteEtt aus t^r ^Apedieü^rlasse, Bur aü- eine Flamme verursacht habe, wie sie von Zeugen nicht getäuscht sehen wird. fcä Münd. ‘h'.t WSschi Einheitlichkeit in der Beförderung und Benennung der»a..^ W. hns ernlnbtert ift. > — Beamten herbeizuführen. Schluß der Verhandlung gegen den Schuh- (Der Abdruck der unter dieser Rubrik boffndlichen Origmal-Nachrichten wacher Debus aus Gießen wegen Brandstiftung, ist nur unter genauer Quellenangabe:,, ©tefe. «n». fleftattet.) Am Samstag Mittag um 3 Uhr wurde in der Beweis- Gießen, den 7. Oktober 19 . aufnahme fortgefahren. Es sind von der Verteidigung und ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 63 enthält das Gesetz, ,oon ber Anklagebehörde noch vier weitere Zeugen geladen.»die Ergänzung der Bestimmungen über die Pensionierung Lr SriSi befkrn Zuerst deponiert der Zeuge Schneidermeister Pfaff, der dem der Volksschullehrer, betreffend. Damit wird Schul- o ' Debusschen Laden gegenüber wohnt, er fei in der fraglichen lehrern, die nach zeitweiser Pensionierung Mi Schuldienste Nacht durch den Feuerlärm geweckt worden, habe von seinem wieder angestellt worden sind, bei Berechnung der Pension Fenster aus gesehen, daß die Wohnstube des Debus hell, »die Zeit ihrer früheren Pensionierung in Anrechnung gebracht. Wie die „Monatöbl. für Post und Telegraphie" von »dagegen der Laden ganz dunkel war. Debus habe vom» . ** Die Werningschen Festspiele. verlässiger Seite erfahren, soll die Personalreform der Hausflur aus die Ladenthür geöffnet und dabei keinen größeren ldas kürzlich in. unferem ^atte gemeldete Untern h L ---------- -uf Veranlassung des Staatsse retärs ^genstand in der Hand gehabt. Beim Oeffnen der Laden- der hiesigen Milttarvere^ von 1870/71 End- werden. fii es im Laben an4flammt, wie etwa bei einem Ra- 5-n Besten^ fetenfcucr. Debus sei zuruckgetreten und im Laden sei es ^adschaftliche That. Wackere Männer Mächen sich ans Werk, wieder dunkel geworden. km durch große Mühe und Arbeit Mittel zu gewinnen Debus, der bisher erklärt hat, es habe der von ihmLlir Linderung von Rot und Armut, die sich der allge- angeblich in den Laden geschaffte Strohsack gebrannt, erklärt meinen Kenntnis entzieht. Unsere Veteranen gehören meist nun, der Strahsack fei gewiß erst im Laden aufgeflammt, als »zu den fogenannten verschämten Armen. Die Inhaber CI ihn dort hingeworfen hat. Zeuge-tack. Hcchler, der bei der Kriegsdenkmünze wollen den breiten ^c^enmq- Frau Magen gewohnt hat, sagt mchts erhebliches aus Debus ert n.cht als ^abe die Quf ba^.öeberc^^cn^ ! bei einer Behörde zum Empfang einer Unterstützung melden. >Magen als Zeugin fugt hinzu, daß Debus das Feuer im ^^. Kameraden gegenüber wird das bedrängte Herz aus- Laden damit erklärt hat, daß er m denselben den brennenden! Angehörigen der Kriegervereine thun, was Strohsack geworfen. Frau Buchacker: In ihrer Küche feiLie fönnen. Aber sie sind meist mit Glücksgütern nicht das Feuer nicht ausgebrochen, man fand in derselben zwar »allzureich, gesegnet und können der wirklichen _9tot nicht mehrere Gefache und ein Fenster herausgedrückt, doch ist dies »in der Weise steuern, wie sie gerne möchten. Die Jnva- durch die Erplosion geschehen. Die Zeugin hat einen Stroh-ilidengelher, die das Reich bezahlt, sind langst als ganz " ,ie aeseben Krimmälschutzmann Pfeffer »unzureichend anerkannt. Em großer Teil unserer Veteranen U W aewÄiü strW «4. «icht..in bei Sage, solche zu beziehen. Bet gar 15. -Uiat auf der -örano|teue geroeien, füri ' ... . Qpihpn pr^ „ack mehreren Jahren mittag wurde in der hiesigen Apotheke die dort bedienstete Jäger aus Holzheim vom Herzschlage getroffen, und rm Schlafzimmer ihrer Herrschaft tot aufgefunden. 1. Büdingen, 6. Okt. Der in Langenbergheim Verletzte (vergl. unsere Nr. 232, 2. Bl.) soll seinen Wunden erlegen sein. Der Streit war wegen der bevorstehenden Bürgermeisterwahl entstanden. — Daß ein neuaufgestellter Bürgermeisterkandidat schon vor der Wahl ein Zimmer zu seinem Bureau Herrichten läßt, dürfte zu den Seltenheiten gehören. Thatsache ist, daß in einem Dorfe des Kreises an emem Hause Handwerker bauliche Veränderungen vornehmen zur Einrichtung einer Bürgermeisterei-Schreibstube, ohne daß man überhaupt etwas Sicheres über den mehr als zweifelhaften Ausgang der Wahl weiß. -i- Nieder-Ofleiden, 6. Okt. Beim Fahren von Pflastersteinen aus dem Hillschen Bruche stürzte das Pferd des hiesigen Pachters St. und brach ein Bein. Man konnte es nicht weiter von der Stelle wegbringcn und es wurde geschlachtet. Der Besitzer hat einen bedeutenden Suaden, da das Pferd nicht versichert war. Im benachbarten Tecken- bach wurde in diesem Sommer das Pferd des Landwirts Sch. vom Blitz erschlagen. Es war versichert auf doppelte Art, Feuer- und Pferdeversicherung. Klugerweise machte er seine Ansprüche bei der Feuerversicherung geltend und bekam den vollen Wert ausbezahlt. — Der große Basalt- bruch dahier, seither im Besitz von.Herrn Busch u. Co., ist von den Herren Kanitzer und Pi stör, Freiburg-Gießen, käuflich erworben worden. Die Kaufsummc soll 55 000 Mk. betragen. Weitergeführt wird der Betrieb unter der Firma „Ohmthal-BasaltWerke-Niederofleiden". Tas schon jetzt sehr ausgedehnte Unternehmen soll noch bedeutende Erweiterungen erfahren. So hat die Firma ein angrenzendes Gebäude für 2000 Mk. angekauft, um die Zahl der Arbeiter, hiesige, Italiener und Polen, zu vermehren. Ein zweiter Petroleum-Motor soll aufgestellt werden. Für die Verwaltung hat die Firma ein besonderes Haus hingestellt. l. Bad-Salzhausen, 5. Okt. Mit Hilse der seit einigen Tagen aufgestellten großen Dampfmaschine ist man nun im stände, die neuerbohrte Quelle leer zu pumpen. Dieselbe wirft eine große Menge falzhaltigen Wassers aus, hat aber nur wenig Kohlensäure. Durch Pumpen hält man das Ansaugen von Kohlensäure für möglich. Diese würde dann auch unsere Salzquelle zum Sprudel machen. k- Kaichen, 6. Okt. Nachdem in der hiesigen Gemarkung die Ueberweisung der Grundstücke und der Verkauf des Massengeländes durch den Vereinigungskommissär Amtmann Sandmann erfolgt ist, ist die Feldb ereiig- ung hier vollendet. Durch den Verkauf der Massengrundstücke, 68 Morgen, wurden 90 465 Mark erzielt, von welcher Summe, wie man hier hofft, der größte Teil gedeckt werden dürfte. 0 Schwickartshausen bei Ortenberg, 6. Okt. Gestern wählte die hiesige Gemeinde wieder ihren Bürgermeister Seum, der eine lange Reihe von Jahren sein Amt mit Treue und Eifer verwaltet. Effolderbach, 6. Okt. Der Bau einer neuen Kreis- /kraße von hier nach dem Pachthof Leustadt wurde in Angriff genommen. Bisher führte der Weg zur Station Stockheim über Selters; man erreichte Stockheim erst in anderthalb Stunden, während die neue Straße um die Hälfte kürzer wird. Darmstadt, 6. Okt. Der Großherzog empfing am 5. Oktober eine Anzahl von zur Dienstleistung beim 2. Großh. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61 Kommandierten Offizieren, Kreisrat Fey von Friedberg, den Professor Dr. Hansen, Rektor der Universität Gießen, den Lehrer Loos von Södel u. cl, ferner auch den Belgischen Minister-Residenten Ledeganck. — Der Großherzog und die Groß- h er zog in trafen gestern mittag gegen 3 Uhr mit dem Prinzen Nikolaus von Griechenland, der Erbprinzessin von Pleß und dem Grafen Kozniebrotzki hier ein, besuchten das Residenzschloß und das Neue Palais, die dortigen Restaurierungsarbeiten besichtigend, und kehrten um 5.45 Uhr nach Wolfsgarten zurück. Der Großherzog gedenkt morgen dem Festakte der Einweihung des neuen Hauses der Turngemeinde Darmstadt beizuwohnen. — Von der Ausstellung der Künstlerkobonie ist zu berichten, daß das Stixsche Philharmonische Orchester sein Abschiedskonzert am 10. Oktober geben wird, während der offizielle Schluß der Ausstellung erst für den 15. Oktober angesagt ist. Für diesen Tag hat man zunächst nachmittags im Festsaal des Ernst-Ludwig- hauses die feierliche Ueb Erreichung der Diplome an die Prämiierten geplant, Woran sich ein großes Festbankett anschließen soll. Das Wetter wird es entscheiden, ob der Platanenhain noch einmal in prächtiger Beleuchtung erstrahlen, ein Feuerwerk stattfinden und das junge Volk im Spielhaus das Tanzbein schwingen wird. — Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung fand aestern mittag die Beerdigung des so jäh aus dem Leben geschiedenen Landgerichtsrats Dr. Schneider statt. Unter den Leidtragenden bemerkte man Justizminister Dr. Dittmar, Ministerialräte Pückel und Dr. Best u. a- Die Gießenev Burschenschaft „Germania" ließ durchs eine Deputation einen herrlichen Oorbeerkranz mit Blumen und den Couleurfarben am Grabe mit einer Ansprache niederlegen. sä. Darmstadt, 6. Okt. Der Dragoner im Regimen: Nr. 23 Heinrich Fischer geriet gestern Abend V28 Uhr in einer Wirtschaft der Arheilgergasse mit dem Taglöhner Heinrich Rapp, 20 Jahre alt von hier, in Streit; er zog den Säbel, wurde aber von Rapp mit einem Taschenmesser mitten in das Herz getroffen, sodaß er sofort to war. Die Wunde ist nur 3 Zentimeter tief. R. wurde sofort festgenommen. — In Anwesenheit des Großherzogs, der Adjutanten von Westerveller, von Röder, von Wachter, der Kammerherren von Bellersheim und von Riedesel, ferner der Divisions-Kommandanten van Perband, des Stadt-Kommandanten von Daum, der Minister Dr. Rothe und Gnauth, des Provinzialdirektors, des Oberbürgermeisters Morneweg, sowie zahlreich erschienener Ehrengäste fand heute Vormittag die feierliche Einweihung des von der Turngemeinde neu erbauten Festhauses statt. Prof. Friedrich hielt die Festrede, der Großherzog ließ sich einige turnerische Uebungen vorführen. Er verlieh dem Verein, der za. 55 Jahre besteht, die Medaille für Kunst und Wissenschaft, sowie dem seit der Gründung dem Vereine noch angehörenden Betriebsinspektor V. Appel den Ritterorden 2. Kl. Philipp des Großmütigen. Heute Abend fand große Feier statt. Es wurde ein hübsches Festspiel von Ernst Heß aufgeführt. Ansprachen hielten Turnvertreter Schmuck des Mittelrheinkreises, Oberbürgermeister Morneweg, sowie ein Vertreter des Mainzer Turnvereins. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf. fc. Offenbach a. M., 6. Okt. Feilenfabrikant Fuhr < von hier, der am vergangenen Sonntag auf der Jagd < im Taunus durch einen fahrlässigen Schuß in den Rücken : chwer verletzt wurde, schwebt noch, immer in Lebensgefahr. Er befindet sich im Lieberschen Spital in Cam- berg. Ter unvorsichtige Schütze ist noch nicht festgestellt. Fuhr ist 35 Jahre alt. fc. Höchst a. M., 6. Okt. Faßhändler Georg Hebauf 1 und der Aufseher der Farbwerke Bruno Zwarg von hier, haben die Farbwerke dadurch betrogen, daß Zwarg mehr Fässer in die Bücher eintrug, als thatsächlich geliefert wurden. Den „Erlös" teilten sie sich. 1135 Fässer wurden Weniger geliefert und 3500 Mark teilten sich die Kumpane. Zwarg erhielt jetzt von der Wiesbadener Strafkammer 6 Monate Gefängnis und 150 Mark Geldstrafe; Hebauf, der geständig war, 1 Monat Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe. -i- Wetzlar, 7. Okt. Neben den Ferien aus Anlaß der drei hohen Feste werden für sämtliche Landschulen des Kreises alljährlich 7 Wochen Ernteferien gewährt. Die Verteilung derselben ist je nach den ländlichen Arbeiten eine verschiedene, entweder zur Heu-, Getreide- und Kartoffelernte, also eine dreiteilige, oder <^s werden nur sog. Sommer- und Herbstferien gewährt. Laut Verfügung des Landratsamtes hat am heutigen Montag in sämtlichen Schulen der Unterricht seinen Anfang genommen. (:) Krofdorf, 6. Okt. Das Bürgermeisteramt hat in den einzelnen Ortschaften der vereinigten Bürgermeisterei bezüglich Festsetzung ber (Sin f o m m en steue r an sämtliche Hausväter ein Formular verteilen lassen. Frankfurt a. M.> 5. Okt. Die Eröffnung der Un f allsch utz-Aus stel lun g fand heute 12 Uhr mittags tatt. Die Protekborin Prinzessin Friedrich Karl von Hessen konnte der tiefen Stauer, wegen die Ausstellung nicht persönlich eröffnen, nahm sie jedoch um 11 Uhr vor der Eröffnungsfeier in Augenschein und batte den Oberpräsidenten beauftragt, die Ausstellung in ihrem Namen für eröffnet zu erklären. In Vertretung des Staatssekretärs Grafen Posadowsky sprach Geh. Oberregierungsrat Werner bei der Eröffnung im Namen des Reichs. Die Staatskommissäre von sämtlichen Regierungen sind in Frankfurt eingetroffen. Kassel, 6. Okt. Zu dem im westfälischen Nacytschncll- zuge verübten R a u b a t t e n t a t ist noch folgendes zu berichten: Ter Attentäter ist der Sohn achtbarer Leute, eines Eisenbahnunterbeamten in Esch Wege, er hat in Kassel bei ber Infanterie freiwillig gebient und ist bisher noch nicht bestraft. Nachdem er Srationsdiätar in Eschwege gewesen, war er bei einer Privatbahn, ber westfälischen Landeseisenbahn, in Stellung; vorübergehend würbe Nathgeber auch auf dem Telegraphenamt des Efchweger Bahnhofes und zuletzt in Bielefeld beschäftigt. Hier hat er Gelegenheit gefunden, sich das Formular eines Freifahrtscheines zu verschaffen und zu fälschen, woraufhin er in den letzten Wochen anscheinend in Deutschland zweck- und beschäftigungslos umhergefahren ist, wobei ber Mordplan vermutlich gereift, auch die Ausführung in anderen Zügen 'geplant, aber weil die erforderlichen Nebenumsiände nicht pagten, unterblieben ist. In der Donnerstag Nacht fuhr Rathgeber nach Kassel, um in einer Privatklage wegen Körperverleyung vernommen zu Werden. Er wurde auch von zwei Schutzleuten eskortiert vorgeführt, auf seine Vernehmung jedoch verzichtet. Wie nun die andern Zeugen aus Eschwege bestimmt erzählten, wollte Rathgeber in 14 Tagen Hochzeit machen. Er hat also, anscheinend um die Kosten hierfür und für Haushalteinrichtung ic. zu beschaffen, den Reisenden von Westrum erschießen und berauben wollen. Bei dem Kampfe im Eisenbahnabteil hat er übrigens auch Wunden davongetragen, eine Hand ist verletzt, das Gesicht zerschunden. Während der Räuber anfänglich ein freches Benehmen zur Schau trug und leugnete, ist er jetzt geständig, scheint auch Reue über seine Unthat zu fühlen. Der Ueberfallene War dem Räuber an Statur und Körperkraft überlegen, sonst Wäre dem letzteren der Versuch nicht mißlungen, ihn nach dem Fehlschüsse aus dem Abteil auf die Schienen zu werfen. Der Attentäter hat jetzt zugegeben, daß er sich durch einen Raub in den Besitz größerer Geldmittel setzen wollte, um dann nach Berlin zu fahren, wo er sich in einer Fabrik persönlich vorstellen sollte, um eventuell eine Stelle, um die er sich beworben, zu erhalten. ** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Ein kolossales Glück hatte ein Dienstmädchen namens Eckert aus Michelstadt. Dasselbe diente 4 Jahre bei einer auswärtigen Herrschaft. Kürzlich starben die alten Leute rasch hintereinander und vermachten dem Mädchen 100000 Mk. und ihr ganzes wertvolles Mobiliar ihrer Villa in Neapel. — Der Streckenarbeiter Karl Küfer von Garbenheim wurde in einem Wiesengraben unweit Wetzlar von seinem Sohn tot aufgefunden. Er wurde schon seit Donnerstagabend vermißt. Es ist anzunehmen, daß K. in der Dunkelheit vom Weg abgeraten und so den Tod gefunden. Er hinterläßt eine Witwe und mehrere erwachsene Kinder. Vermischtes. * B erlin, 6. Okt. Hier wurde ein raffinierter Falschmünzer, der ehemalige Kaufmann Polster, verhaftet, der des gleichen Vergehens halber bereits eine längere Zuchthausstrafe verbüßt hat. * Berlin, 5. Okt. Heute morgen hat (wie wir bereits am Samstag kurz meldeten) in der Fürstenwalder Straße der 19jährige Arbeiter Arthur Beier gegen die 30jährige geschiedene Frau Gerwine Zimmermann, bei der er Wohnte, ein Revolverattentat ausgeführt -md sie überdies durch Messerstiche verwundet. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst. Erstere wird vermutlich mit dem Leben baoonBommen, der junge Mensch ist heute nachmittag bereits in der Charitee gestorben. Es scheint sich hier um eine Liebesaffaire zwischen Vermieterin und Schlafburschen zu handeln. Frau Z. hatte den B- bei sich aufgenommen. Der Bursche hatte zum 1. d- Mts. seine Stelle verloren und infolgedessen wohl auch eine Kündigung der Wohnung durch Frau Z. erhalten. Frau Z. bestreitet freilich, daß ein Verhältnis zwischen ihr und dem Thäter bestanden habe; sie erklärt vielmehr, daß sie sich mit Mühe seiner Zudringlichkeiten erwehren konnte. Heute morgen trat die Katastrophe ein. Gegen 8 Uhr hörten die Hausbewohner Schüsse; bald darauf schwang sichs die blutende Frau durch das Parterrefenster ber Wohnung und rannte Hilfe rufend in das auf ber anderen Seite ber Straße belegene Schanklokal, wo sie zusammenbrach. Sie hatte einen Schuß in den Unterleib und einen tiefen Messerstich in den Arm erhallen. Aerztliche Hilfe War schnell zur Hand. Während die Verwundete verbunden und dann nach dem Krankenhaus uber- geführt wurde, drangen Schutzleute in die Wuhnung der Frau Zimmermann ein, wo sich der Thäter aufhrelt. Er lag auf dem Sopha, zusammengesunken in ftmem Blute, der Revolver neben igm,. Wie ärztll^ Untersuchung ergab, hatte er sich drei Schüsse in die Brust beigebracht^ Bewußtlosigkeit war sofort eingetreten, so daß eine Ver- nehrnung nicht möglich war. * Breslau, 5. Oll. Auf einem Neubau in der Alser» straße wurden heute morgen drei Arbeiter beim Ausschachten einer Baugrube durch einstürzende Erdmassen verschütt tet. Zwei von ihnen wurden als Leichen hervorgeholl^ während der dritte noch lebend herausgebracht wurde. * Tuch el (Westpr.), 7. Okt- In Kelpin hat ein Arbeiter im Säuferwahnsinn seiner Frau den Hals durchs schnitten und sich dann erhängt. * Köln, 6. Okt. Ter Leiter einer Schlaswagengeselbi chaft Wurde hier von seiner Braut aus Eifersucht chwer verletzt. Darauf suchte das Mädchen finj zu vergiften. „ . . * Kaschau, 5. Okt. Die Ortschaft Redecz rst nredev. gebrannt. Der Schaden ist bedeutend. * Neapel, 6. Okt. Die Besserung des Zustandes aller im Lazarett von Nisida befindlichen Pestkranken, mit Ausnahme eines, hält an. In Neapel und Umgegend ist kein weiterer verdächtiger Krankheitsfall vorgekommen. * Vor kurzem getaugte an ein Blatt in Florenz ein anonymer Bries, ber ocn Abvokaten Giulia Corsi, einen in Vinci bei Campoli wohnhaften Millionär, einest grauenhaften Verbrechens beschuldigt. Danach hat ber Advokat mit seiner taubstummen Schwester Adele von 20 Jahren die Millionen des Vaters geerbt. Als fidji aber die junge Adele itt einen T-iener verliebte und diesen hei-, raten wollte, überantwortete ber Bruder bie Schwester einer Kupplerin, bie sie in bunkler Kammer einschloß uno auf bas grausamste behandelte. Die Polizei nahm sich auf diesen Brief hin der Angelegenheit an und fand In der Thal das Mädchen, in kaum menschlichem Zustande auf. Der Bruder wurde sofort verhaftet. * P a ris - 6. Okt. Gestern astend nach zehn Uhr e x p l o dierte auf dem Place Trinite ein Blechgesäß, Wobei eine Person leicht verletzt wurde. Es scheint sich nur um einen schlechten Scherz zu handeln. Tas Gefäß enthielt gewöhnliches Pulver. * Paris, 5. Okt. Gestern überfiel ein Unbekannter den Militär posten vor dem Gerichtsgebäude und xkx* suchte, ihm bas Gewehr zu entreißen. Es gelang jeboch, ben Angreifer mit Hilfe eines Polizisten zu verhaften. * Paris, 6. Okt. Nach Meldungen aus St- LouiI ist in Hajes bas gelbe Fieber ausgebrochen. * London, 5. Okt. Als gestern bie beiben Torpedo- bootszerstorer „Salmon" und „Angler" auf ber Höhe von Margate Fahrtübungen machten, rannte ber „Angler", als er in voller Fahrt um bas Feuerschiff herumfuhr, gegen Vas Heck bes „Salmon" unb riß mit ber Schraube bent „Salmon" bie Stahlplatten ab. „Salmon" signalisierte, baß er sinke. Ein britter Torpedobootszerstörer „Lee" leistete aber sofort Beistanb. Beibe schwer beschäbigten Schiffe wurden später nach Sheerneß geschleppt. Menschen sinb nicht ums Leben gekommen. Tie kriegsgerichtliche Untersuchung ist ein-, geleitet- _ , , * Konstantinopel, 5. Okt. In Samsun rst etn neuerlicher Pestfall vorgekommen. verbessert. Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredienzen, wie sie uns von ersten medizinischen Autoritäten neuerdings an die Hand gegeben worden sind, ist Toering's renommierte Eulen-Seife, bekannt unter der Devise: „Die beste der Welt“ abermals verbessert und durch diese Verbesserung in ihrem Einflüsse auf die Erhaltung der Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, sodaß sich keine Seife zur Tollette mehr eignen dürfte, als die m ihrer Art unübertreffliche Eulen-Seife. Namentlich ist es gelungen, dis Seife auch so zu parfümieren, daß das Parfüm selbst die empfindlichsten Geruchsnerven angenehm berührt. Damit ist allen Denen, welchen das früher kräftigere Parfüm nicht zusagte, Gelegenheit gegeben, jetzt einmal einen Versuch zu machen; sie roerbeit es nunmehr sicher nach ihrem Geschmacks finden und Doering «Isalen- Seiie roieder von Neuem zu ihrer Alltaüssene wah en. Doering* Eulen-Seite ist für 40 Pro. überall erhältlich 649a — In wenig Tagen 11. und 12. Oktober findet die letzte — Einen neuen Beweis von seiner Vorzüglichkeit hat das Mondamin, dessen alleinige Aabttkanten Brown u. Polson find, dadurch erfahren, daß es auf 5er fo glanzend beschen Allgemeinen Ausstellung für Kochkunst zu Würzburg die höchste Auszeichnung Go dene Medaille" erhalten hat. Wir nehmen gern hiervon Notiz, da sich Brown u. Polson angelegen fein lassen immer dieselbe gute Qualität zu bttngen, welche ihnen emen mehr denn 4(hahrigen Weltruf verschafft hat. Die Verwendbarkeit des Mondamins tm Haushalte ist eine sehr vielseitige: Mondamm .ist nicht nur zu Flammeris, Puddings usw. vorzüglich, sondern eignet sich aanz be- sonders zu warmen Milch- und Fruchtspeisen, Souflles, Desserts re, Auch für Kinder und Kranke ist Mondaniin mit Müch zu Suppe oder Brei gekocht ausgezeichnet, da es diese Speisen bedeutend leichter verdaulicher macht und wird es von den Herren Aerzten besonders gern empfohlen. Daß Mondamin in allen einschlägigen Geschäften unserer Stadt zu haben ist, möchte wohl genügend be- kannt sein. _________________________________________________ Baden-Badener Geldlotterie statt, bei welcher 2288 Bargewitme mit Ml. 42 000. — Haupttreffer Mk. 20 000 verlost werden. Lose zu M. 1, 11 Lose 10 Mk. Porto und Liste 25 Pfa. extra sind beim General-Agenten I. Stürmer Straßburg i. Els. und allen LySgeschästen zu haben. Man beeile sich, wer der Glücksgöttin die Hand bieten und M. 20 000 für M. 1 erhalten will, 6612 Eingesandt. (Für Form und Inhalt -aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum ge; nüber; keinerlei Verantwortung.) Klingelbachß Klage. Ein Waldbach rauscht im Tannengrün Und plätschert lieblich leise; Den Blunien, welche ihn mnblüh'n, Erzählt er seine Reise. Hoch oben auf des Berges Höh'n Hat ihn der Quell geboren; Tas Thal dehnt sich so wunderschön, Das er zum Ziel erkoren. Er weiß, daß dort ein Freund sich naht, Dem will ir sich verinählen. Er will die blühend reiche Stadt Zum Hochzeitshaus sich wählen. Doch kaum betrat er ihren Bann, Wünscht er ihr zu entrinnen ; Demi was kein Mensch ertragen kann, Tas treibt auch ihn von hinnen. .Llbmasser da, Abwasser dort, Welch häßlich schwarze Brühe! Ach, schaffte mich nur einer fort, Wie dankt ich ihm die Mühe!" Ein Nachbar hört's an Ufers Rand, Stimmt ein in Bächleins Klagen; Und weil er selbst es mitempsand, Will er es laut nun sagen: Stadtvater Gaffky, hilf uns du, Und deck' den Klingelbach uns zu! Der Nachbar. 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Die Errichtung des neuen Empfangsgebäudes, sowie das Versetzen des Güterschuppens auf Haltepunkt Nieder -- Obmen soll öffentlich vergeben werben. Termin 21. Oktober 1901, vormittags 11 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Inspektion. Die Verdingungsunterlagen können daselbst eingesehen, auch gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 1,50 Mk. von dort bezogen werden. Tie Angebote sind mit der Aufschrift „Angebot auf Empfangsgebäude Nieder-Ohmen" zu versehen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 5. Oktober 1901. Großh. Hessische 6661 Eisenbahn-Betriebsinspektion 1. Mvbiliar- Versteigermrg. Dienstag, 8. Oktober, nachmittags 2 Uhr, werden im Biekerschen Saale, Neustadt 55 dahier, nachverzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: Ein sehr seines Sopha mit 2 Sesseln in gepreßtem Plüsch, ein seiner Herrenschreibtisch in Eichen mit Sessel, ein sechseckiger Tisch in Eichen, ein Bild, 1 Mehers Conversations- Lexikon, neueste Auflage, noch nicht gebraucht in Prachtband usw. 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Die Erben des verstorbenen • Großh. Bürgermeisters Johannes Stumpf III. zu 'Burkhardsfelden, nämlich: Eh Heinrich Stumpf III., r2. Friedrich Stumpf V., 13. Anna Hase geb.Stumpf, 4. Elise Bernstein geb. ^Stumpf, haben das Aufgebot bezüglich der in Band I S. 68 ,Rr. 61 des Hypothekenbuchs !^>er Gemarkung Burkhardsfelden eingetragenen, für -Großherzogl.BürgermeisterJo- .Hannes Stumpf III. daselbst .von Philipp Brück II. Ehe- fleuten in Höhe von 420 Gulden errichteten Hypothek beantragt. Die Urkunde ist abhanden : gekommen und kann nicht mehr vorgelegt werden. Der Inhaber der Urkunde ^wird aufgefordert, spätestens in .dem auf Donnerstag den 1. Mai 1902, vormittags H Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufge- botstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vor- ^ulegen, widrigenfalls die Krast- '.losecklärung der Urkunde er- Ernestine Hopfner Grunbergerstraße 17. . ^Äl Städtisches Technikum Limbach i Maschinenbau. Elektrotechnik. Hoch- und Tiefbau. Staatliche Aufsicht. Progr. kostenlos. TS ÄoooeooyeosevsossoS zxz Gietzener Dienstag den 8. Ettobcv 1901. Hans SMeiii. Schwank in 3 Akten von Blumenthal und Kadelburg. In Vorbereitung: Die Macht der Finsternis. Das Bild des Signorclli. Neber unsere Kraft. Zelle i Me auf bem lich en Wi und die kaiserliche [aiMrun [Ijifye ff al 'Set j ins (tinüei Lessing ein des im sii kommen si sand er i geführt h langte vo in dem war, bei sollte ba Kommun Werk vm beschäftig Male wi Kaiser ha flnfefjeine: im Aufti gefiihrt r Tie M ^ltzesordm 6601) Ein fast neuer, araner Militärmantel zu verkaufen. ______Grünbergerstraße 11. SU verkaufen. 03958 Jungblut. Gießen, 1* Oktober 1901. .Großherzogliches Amtsgericht. Submission. Für die Gr. neuen Universitäts-Kliniken in Gießen soll die Lieferung nachbenannter Verzehrungs-Gegenstände auf hem öffentlichen Submissionswege vergeben werden: 20 Centner Aepfel,