Nr. Ä6Ä Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 7. November 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener FamUlen- olatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei^ gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr.51. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen c Annahme von Anzeigen Bu der für den folgenden. Tag erscheinenden 9tcJ bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt^ lungsstellen des In-und! Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Ver- lag der Brüh l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Politische Tagesschau. Das Kolomalarmee-Projekt. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 4. November: In der Generaldiskussion zum Reichshaushaltsetat pflegt bekanntlich alles zur Sprache gebracht zu werden, was dre politische Tagesgeschichte der parlamentslosen Zeit an bemerkenswerten SNomenten aufwies. Namentlich die Führer der Opposition befleißigen sich in dieser Sache einer sorgfältigen „Listenführung", und so kommt es, daß die Re- gierungsvertreter über Fragen Auskunft, zu erteilen haben, die seit Monaten aus der öffentlichen Erörterung ausge- schieoen sind. Dahin gehört beispielsweise das Thema von der Schaffung einer deutschen Kolonialarmee. In der Presse sind verschiedenartige Meldungen über die bezüglichen Absichten der Regierung laut geworden. Me Unklarheit besteht auch heute noch, eine jeden Zweifel ausschließende amtliche Erklärung ist bisher nicht erfolgt. Immerhin erscheint die Vermutung begründet, daß die nichtpreußischen Bundesregierungen dem Projekt wenig Sympathie cntgegenbriugen. Die Kolonialarmee-Frage wird voraussichtlich im Anschlüsse an die Kritik der Ausgaben für die China-Expedition zur Erörterung gelangen. Die Unterhaltungskosten für die in China zurückgebliebene deutsche Besatzungsbrigade sind, wie erinnerlich sein dürfte, in die an Deutschland zu zahlende Kriegskostenentschädigung — 280 Millionen Mark — nicht einbegriffen. Sie müssen also für jedes Jahr etarifiert werden, was eine Belastung des Reichshaushaltsetats von rund 40 Millio- nen Mark bedeutet. Umsomehr ist eine authentische Auskunft darüber erwünscht, wie lange diese Besatzungsbrigade noch in China belassen werden soll. Hier und da ist die Vermutung geäußert worden, es handle sich bei dieser Brigade um eine dauernde Einrichtung, es liege in der Absicht, dieses Truppenkontingent allmählich zur Kolonialarmee auszugeftalten. Nun, die ^hatsache, daß die Meldungen von Freiwilligen zur Ableistung der Wehrpflicht bei der Besatzungsbrigade weniger zahlreich eingehen, als erwartet wurde, wird auf die Verfolgung solcher Pläne nicht gerade. ermutigend einwirken können. Ganz abgesehen von den finanziellen Begleiterscheinungen; der Bestand in der Reichskaffe verbietet wohl fürs nächste die Inangriffnahme kostspieliger Projekte dieser Art. Man darf deshalb gespannt sein, was die Regierung im Reichstag hinsichtlich des Kvlonial-Armee-„Programms" zu sagen yaben wird. Frankreich macht Ernst. ' Nicht lange hat die Wißbegier über das Ziel der französischen Flotte im Konflikt mit der Türkei sich gedulden müssen, das so sorgfältig gehütete „Staatsgeheimnis ist am Tage: die drei Häfen der Insel Mytilene sind vom Admiral Caillard ohne Widerstand besetzt uno wahrscheinlich auch die Zölle beschlagnahmt worden. Vorläufig ist weder davon die Rede, die Zölle von Smyrna zu beschlagnahmen, noch die Aktion auf andere Inseln des Archipels oder gar auf Syrien auszudehnen. Weitere Maßregeln sollen ergriffen werden, falls sich der Sultan nicht unterwirft. Admiral Caillard hat in dieser .Hinsicht eine gewisse Aktionsfreiheit und der französische Botschaftsrat Bapft hat der Pforte eine im entschiedensten Tone gehaltene Mitteilung zukommen lassen, daß er angesichts des Verhallens! der türkischen Regierung gegenüber den ftanzösischen Forderungen nunmehr im Auftrage der Regierung rückhaltlose Erfüllung folgender Bedingungen fordern «müsse: offizielle Anerkennung sämtlicher Schulen von Religions- genossenschaftcn, die unter dem Schutze Frankreichs stehen oder französischer Nationalität sind, Anerkennung sämtlicher französischer Spitäler und ihrer Dependenzen; Ermächrig- ung zum Wiederaufbau der gelegentlich der armenischen Unruhen von 1895—96 zerstörten Schulen und anderer ähnlicher Anstalten, Anerkennung des neuen kaldaeischen Patriarchen. Die Mitteilung schließt mit der Erklärung, daß weitere Winkelzüge unzulässig seien. Nach anderweitigen Meldungen fordert Frankreich von der Türkei u. a. die Garantie der freien Ausübung der französischen Ausbeuter- rechte für die orientalische Bahn. Außerdem soll die Pforte die Garantie der ftanzösischen Schutzherrschuft Über die armenischen Christen erneuern resp. bestätigen. Endlich wird die Türkei aufgefordert, diejenigen Aerzte, welche ihr Diplom an der Hochschule von Beirut erlangt haben, in der Ausübung ihres Amtes nicht zu behindern. Von dem Zeitpuntt der Besetzung an sind alle Mittelmeer-Mächte interessiert an der weiteren Entwicklung der Dinge. Zunächst: was wird Italien thun? Nach Mitteilungen, die der „Nat.-Ztg." zugehen, dürfte die italienische Schiffsdivision sich bei der Insel Tenedos befinden, einem geeigneten Beobachtungsposten für die Vorgänge bei der Insel Mytilene, dem allen Lesbos. Darnach hätte also Italien bereits Gelegenheit gehabt, sich von der prompten Ausführung der Ordre zu überzeugen, die dem Admiral Caillard auf den Weg gegeben war. Der Telegraph meldet bisher nichts von der Verwirklichung der düsteren Drohung der „Tribuna": Italien könne eine Besetzung von Mytilene ,,nicht ruhig mitansehen". Auch ein englisches Geschwader >ist unterwegs. Einer Pariser Privatmitteilung zufolge wäre eine Einmischung Englands in den französisch-türkischen Streit nicht ausgeschlossen. Wir möchten bezweifeln, daß England zu seinen südafrikanischen Sorgen sich' im gegenwärtigen Augenblick eine neue, viel ernstere aufladet, denn die Erinnerung an die Demütigung in Faschoda ist in Frankreich noch frisch- und es bedürfte nur eines geringen Anlasses, um den Zorn der Republik gegen England hell «uflodcrn zu machen. Italien, England und Griechenland — das stolze Land der Hellenen hat sich zur Entsendung ^on vier Kriegsschiffen aufgeschwungen — müssen sich schon ltzarin finden, das „Publikum" bei diesen Vorgängen auf dem Welttüeater abzugeben. Mitspieler ist aber vermullich Rußland, dessen Mittelmeer-Geschwader gegebenenfalls den Verbündeten unterstützen soll. Das Aufrollen der orientalischen Frage durch Frankreich — nach« der langen Reihe von Bedingungen zu schließen, deren „rückhaltlose Erfüllung" die französische Regierung in Konstantinopel fordert, will Frankreich ganze Ordnung schaffen — geschnm zwe.,.. los im engsten Einverständnis mit dem Verbündeten. Die finanziellen Forderungen Frankreichs treten ganz in den Hintergrund, diese zu bewilligen, war der Sultan „schweren Herzens" bereit; nunmehr liegt der Ton aus den politischen Ansprüchen, und das verleiht dem Konflikt einen well ernsteren Charakter, als man ihm bis jetzt selbst in unseren amtlichen Kreisen beigelegt hatte. Was nun immer entstehen mag, wir hegen die Hoffnung, daß sich Deutschland in keiner Weise, auch nicht als Vermittler, in diese Verwicklungen hineinziehen läßt! In Konstantinopel fand ein Ministerrat statt, am eise definitive Antwort an die französische Regierung zu beschließen, da man in Paris die nunmehr türtischersells zu- gefagte Zahlung von 348 488 Pfund zur Ebnung der Lo- rando-Angelegenheit insofern als nicht ausreichendes Entgegenkommen zurückweist, weil die Türken keinen Zeitpunkt für die Zahlung bestimmen wollen und keine Garantie geboten hätten. Bemerkenswert ist der Umschwung in den russischen diplomatischen Kreisen zu Gunsten der französischen Forderungen; es läßt dies darauf schließen, daß Frankreich seine Aktion mll der Billigung Rußlands einleitete. Deutsches Reich. Berlin, 5. Nov- Der Kaiser hat folgenden Armeebefehl erlassen: „Nachdem nunmehr das ost asiatische Expedi- tionskorps, soweit ich es nach Erfüllung der ihm gestellten Aufgaben in das Vaterland zurückgerufen habe, den heimischen Boden wieder betreten hat, drängt es mich, ihm für seine Leistungen meine vollste und wärmste Ane.rrennung auszusprechen. Unter ungewohnten und schwierigen Verhältnissen hat es den Erwartungen zu entsprechen gewußt, mit denen ich es in den fernen Osten entsanpt habe, und wenn es ihm auch nicht be- schiöden gewesen war, in großen Schlachten seine Kriegs- tuchtigkeit opferfreudig zu erweisen, so hat es doch überall, wo es dem Feinde entgegentrat, in zahlreichen Kämpfen und unter schwierigen Verhältnissen des Klimas wie des Geländes Proben glänzender Tapferkeit, zäher Ausdauer und treuer Pflich terf üllung geliefert. Dadurch hat es dem alten, uns allen so teueren Ruhme der deutschen Waffen neue Ehren hinzugefügt. Me gleiche Anerkennung zolle ich allen denen, welche bei der Vorbereitung und Durchführung der Expedition thätig gewesen sind, deren Hingebung die Ueberwindung der so großen und so plötzlich auftretenden Anforderungen ermöglicht hat. Mit gerechtem Stolze darf das Vaterland auf diese Leistungen zurückblicken, und in ihnen eine Bürgschaft bafür finden, daß trotz der friedlichen Zeiten das deutsche Heer und Volk seinen kriegerischen Geist und seine Opferwilligkeit nach dem Vorbilde der Väter bewahrt hat, und daß es der hohen, gemeinsamen Aufgabe sich bewußt ist, für deutsche Ehre und deutsches Recht an allen Orten mll Gut und Blut einzustehen, gez. Wilhelm." — Die Nachricht, daß König Eduard eine Einladung Kaiser Wilhelms zur Jagd nach Springe angenommen habe, bestätigt sich keineswegs. Hierbei muß ausdrücklich betont werden, daß dies nächt etwa mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Königs geschehen ist. Me Richtigkeit des Dementis, wonach die Meldung von dem angeblichen Kehlkopfleiden des britischen Monarchen auf Erfindung beruht, wird fortwährend von den verschiedensten Seiten bestätigt. — Nach einer Meldung aus London verlautet, Graf Waldersee werde im September England besuchen und zwar während eines Teiles seines Aufenthaltes als Gast König Eduards. — In der Hofkirche zu Koburg fand heute die Trauung der Prinzessin Marie von Hohenlohe- Oehringen mit dem Braunschweiger Hoftheater-Jnten- danten Freiherrn von Wangen heim statt. —Der frühere deutsche Botschafter in Rom, von Ken dell, veröffentlicht demnächst Erinnerungen an den Fürsten und die Fürstin Bismarck. — Wie die „Kreuzztg." vernimmt, wurde der Vortragende Rat des Reichsschatzamts, Henle, zum preußischen stellvertretenden Bun de sr a t sb e vo llm äch- ten während der Beratungen des Zolltarifs im Bundesrat und im Reichstag ernannt. (Henle hat an der Vorbereitung des neuen Zolltarifs einen wesentlichen Anteil. Er ist geborener Bayer. Red.) — Wie die „B. N- N." hören, ging dem Bundesrat der Entwurf einer kaiserlichen Verordnung zu, die verfügt, daß das Gesetz über die privaten Versicherungs- Unternehmungen vom 12. Mai 1901 mit dem 1- Jan. 1902 in vollem Umfange in Kraft tritt. — Zwischen der Reichspostverwaltung und der Königl. württembergischen Postverwaltung ist, wie wir bereits gestern kurz meldeten, ein Übereinkommen abgeschlossen worden, wonach vom 1. April 1902 ab für das Gefamtgebiet der beiden Verwaltungen einheitliche Postwertzeichen zur Verwendung kommen werden. Der „Reichsanz." giebt den Wortlaut des Uebereinkommens wieder. Auf den Postwertzeichen wird sich der Vordruck „Deutsches Reich" befinden. Die Einrichtung soll derart durchgeführt werden, daß die reichsverfassungsmäßige .Selbständigkeit - der württembergischen' Poswerwallung-ins- besondere in finanzieller Beziehung erhalten bleibt. Me besonderen Wertzeichen Württembergs für den amtlichen und den Bezirksverkehr werden beibehalten. Das Ueber- einkommen ist bis 31. März 1906 unkündbar- — Eine neue deutsche Schule soll in der chinesischen Provinz Schautung gegründet werden. Bischof Anzer wird in Yen-Cho u-Fu mit Unterstützung der Provinzialregierung die Schule errichten, in der ein Teil des Unterrichts in deutscher Sprache erteilt werden soll. Die deutschen Lehrer wird Bischof Anzer, die chinesischen der Gouverneur stellen. Tas Offizierskorps der Besatzungstruppen von Shanghai hat der dortigen deutschen Schule eine Beihilfe von 600 Mark zugewendet. Münster i. W., 5. Novbr. Die Landwirtschafts- kämme r der Provinz Westfalen legte ihre Stellung zum Zolltarifgesehentwurf in folgender Entschließung nieder: 1. Die Gewährung von ünsfreien Zollkrediten für Produkte der Waldwirtschaft ist im Gesetz zu untersagen. 2. Für Weizen und Roggen muß ein Zoll do» 7.50—9.00 Mk. und für Hafer und Gerste von 6.00—7.50 als unbedingt notwendig erachtet werden. 3. Neben zulänglichen Zöllen für Getreide und die Produkte der Viehzucht ist für 'tnc westfälischen Land- und Forstwirte insbesondere ein ausreichender Zollschutz für die Produkte der Forstwirtschaft erforderlich. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer erachtet die stir die forstwirtschaftlichen Produkte und Gerbstoffe im Tarisentwurfe vorgesehenen Zölle für zu niedrig und hält als Mindestzoll hierfür die in seiner Sitzung vorn 8. August v. I. ausgestellten Sätze für notwendig. 4. Der von dem deutschen Land- wirtschaftsrat beantragten Erhöhung auf Tabakblätter und Hopfen vermag der Vorstand nicht zuzustimmen. Auch die ausgedehnte westfälische Zigarren- und Tabakfabrikation hat sich, weil sie durchaus auf den Import von Tabak angewiesen zu sein glaubt, gegen die Erhöhung der Zölle auf Rohtabak ausgesprochen. Danzig, 5. Novbr. Die Stadtverordneten bewilligten 25,0 00 Mk. zur sofortigen Inangriffnahme von Arbeiten, um der Arbeitsnot des kommenden Winters cntgegen- zutreten. München, 5. Nov. Abgeordnetenhaus. Die Beratung des Militäretats wird fortgesetzt. Casselmann (liberal) führt aus, die staatsrechtlichen Bedenken gegen die Ausrüstung der Chinaexpedition ohne die vorherige Be- ftagung des Reichstages wären seiner Zeit vollauf begründet gewestn. Nachdem aber durch den Reichstag selbst Indemnität erteilt, sei diese Angelegenheit auch für Bayern erledigt. Das Verhalten der deutschen Soldaten in China sei musterhaft gewesen. Weder die Verunglimpfungen Chamberlains, noch die Angriffe von sozialdemokratischer Seite seien im Stande, das volle Vettrauen Deutschlands zu seinen Truppen zu erschüttern. Geiger (Zenttum) meint, es wäre Alles in Ordmmg gewesen, wenn durch vorherige Befragung des Reichstags eine gesetzliche Grundlage geschaffen wäre. Darauf hätte die bayerische Regierung hinwirken müssen. Ministerpräsident Graf Crailsheim verteidigt nachdrücklich das Vorgehen der Reichsregierung, die vor der Chinaexpedi- tton ihr Programm dem diplomatischen Ausschüsse des Bundesrats vorgelegt habe. Während der ganzen Chinaexpeditton seien die Verbündeten Regierungen stets einig gewesen. Da der Reichstag nicht etwa durch Resolution den Reichskanzler von der persönlichen Verantwortung gegenüber dem Reichstag entlastet, sondern Indemnität in einem formellen Reichsgesetze erteilt habe, seien alle Schritte der Reichsregierung, darunter auch die Mitwirkung der bayerischen Regierung, voll le- galisieriund eine besondere Indemnität durch den bayerischen Landtag nicht erforderlich. Daß sich Bayern unter keinen Umständen von der Teilnahme an der Chinaexpedition ausschließen durfte, sei selbstverständlich, das wäre ein Flecken auf Bayerns Ehre gewesen. (Zustimmung.) Graf Crailsheim schließt mit dem Hinweise, daß er seit 21 Jahren an diesem Platze stehe, einerseits die nationale Fahne hochhaltend, andererseits jeden Eingriff in Bayerns Selbstständigkeit abwehrend. Diese Politik habe für Bayern gute Früchte getragen. Der Finanzminister Frhr. v. Riedel und der Kriegsminister Frhr. von Asch rechtfertigen besonders nach der finanziellen, bezw. nach der militärischen Seite das Vorgehen der Regierung bei der Chinaexpedition. Sodann tritt das Haus in die Spezialdiskussion des Militäretats ein. Ausland. Paris, 5. Nov. Gemeinderat Barillier, ein Fleischer, der Derouledes Leibgarde bildete, wird von Havre aus wegen Beschimpfung des Staatsoberhauptes gerichtlich verfolgt, weil er in einer Volksversammlung folgenden Satz sprach: Wenn der Präsident der Panamisteu, die gehiru erweichte Gurke des Elysee, sein Mandat vom Volke erhalten hätte, so würde er sich seinen Ministern widersetzt haben und würde der Zar nach Paris gekommen fein." Nach diesen Worten wurde im Saale „vive Loubet" gerufen. Nachdem die Ruhestörer an die Lust gesetzt worden waren, fuhr Barillier fort, nur ein Verrückter oder ein Panamift kann vive Loubet rufen. — Der heute der Kammer zugegangene Gesetzentwurf betreffend die Alterspensionen der Bergarbeiter trifft Vorkehrungen, daß das Gesetz über die Alterspensionen der Bergarbeiter vom Jahre 1894 schon jetzt seine Wirksamkeit entfalten kann. Me zum Bezug der Altersrente berechtigten Bergarbeiter erhalten darnach« von jetzt ab eine Rente von 300 Francs. Zu diesem Zweck soll der Staat einen Jahreszuschuß von 5 Millumen Francs leisten uni) der Betrag des den Arbeitern auferlegten Lohnabzuges und des Arbeitgeberbeitrags etwas erhöht werden. Wien, 5. Nov. In der heutigen Sitzung des Partei-, tag es der österreichischen So zba'bbemo traten re-1 erwarten. 1 ** Wilde Rössel. Die Pferde eines hiesigen Fuhrwerksbesitzers scheuten gestern nachmittag aus dem Lud- wigsplatz und gingen durch. Der Energie des Eigentümers gelang es, die Tiere in der Bergstraße wieder zum Stehen zu bringen, ohne daß ein Unfall geschehen vergangenen Samstag in einem hiesigen Spenglergeschäft Arbeit bekommen, zog es aber vor, schon am Montag morgen seine Stelle wieder zu verlassen, um sich, wie er sagte, durch einen guten Kognak auf die durchgemachte Anstrengung hin zu stärken. Er hatte sich auch bereits eine Abschlagszahlung geben lassen. Er kehrte aber nicht wieder zur Arbeit zurück, da ihm das Betteln besser gefiel. ** Selbstmord eines Unehrlichen. Heute morgen schoß sich nationalliberalen Partei wird uns zur Vermeidung irriger Meinungen ergänzend mitgeteilt, daß nicht die gesamte Generalversammlung den Beschluß, Herrn Orbig als Kandidaten auf die gemeinsame Wählerliste zu setzen, gutgeheißen hat. Vielmehr fand dieser Beschluß nur eine sehr geringe Majorität. *• Ter Vorstand des Hessischen Bauernbundes giebt bekannt, daß am 27. Oktober zu Frankfurt a. M. seitens des Vorstandes des Ausschusses der Beschluß gefaßt wurde: 1. Daß hinfort einem eigenen geschäftsführendeu Ausschuß die Leitung der Geschäfte des Bundes übertragen werden solle. 2. Daß dieser Ausschuß alsbald eine Revision der Statuten in Angriff nehmen solle. 3. Daß man als Tag der Generalversammlung den letzten Sonntag im Februar 1902 ms Auge gefaßt habe und 4. daß zu Mitgliedern des geschäftsführendeu Ausschusses gewählt wurden Bürgermeister Köhler- Langsdorf als Vorsitzender, Völp-Bergen als dessen Stellvertreter, Redakteur Hirschel als Schriftführer, Bürgermeister a. D. Habicht-Echzell als Rechner, Fenchel-Griedel und Acker-Berstadt als Mitglieder sowie daß alle Zahlungen an den Bund nunmehr an Bürgermeister a. D. Habicht in Echzell einen kleinen Zagdausflug. Er gab in einer Pause das geladene Gewehr seiner neben ihm stehenden Gattin zu halten; kaum hatte Frau v. Stein das Gewehr mit dem Kolben auf die Erde gestellt, so krachte ein Schuß. Die Kugel drang der Frau in den Unterleib und in die Lunge, bald darauf war sic eine Leiche. Frau v. Stein war erst 24 Jahre alt und ein halbes Jahr verheiratet. ein junger Mann von hier, der wegen Unterschlagung zur Polizei gebracht werden sollte, in seiner Wohnung eine Kugel in die Brust. Er sollte in die Universitätsklinik gebracht werden, ist aber, wie wir hören, auf dem Transport dorthin bereits gestorben. Der junge Mann war Büreauvorsteherl bei einein hiesigen Rechtsanwalt und hatte mehrfach erhebliche Geldbeträge, zu deren Empfange er nicht berechtigt war, cntgegcngcnornmen und für sich verwendet. u Albach, 4. Nov. Bei der heutigen Beigeordneten-! wähl wurde unser seitheriger Beigeordneter Philipp Lenz mit 49 Stimmen wiedergewählt. Herr Lenz tritt hiermit seine dritte Amtsperiode an. Ein Gegenkandidat war nicht i aufgestellt worden. Es ist dies gewiß ein Zeichen für die ! Einigkeit, die in unserem Orte herrscht. )( Großen-Buseck, 6. Roo. In der Nacht vom 4. auf den o. November wurde in dem Hause des Kaufmanns Salomon Berlin ein schwerer Einbruchsdieb st ahl verübt. Der Einbrecher, der durch Ausbleien einer Fensterscheibe sich in das Kontor eingefchlichen hatte, erbrach dortalleverschlossenen Gegenstände, wobei ihm etwa 100 Mk. bares Geld sowie goldene Schmucksachen im Wert von ca. 500 Mk. als Beute in die Hände fielen. Auf demselben Weg, auf dem er gekommen, schleppte er seine Beute fort, ohne bemerkt zu werden. | Von der Person des Diebes hat man keine Spur. eh. Inheiden, 5. Nov. Unsere Einwohner wurden in letzter Zeit zweimal durch Feuerlärn^ erschreckt. Glück- I licherweise wurde in beiden Fällen das Feuer rechtzeitig be- I merkt und konnte gelöscht werden, ohne daß nennenswerter Schaden entstanden wäre. Nachdem vor kurzem kleine Kinder in einer mit Stroh gefüllten Scheuer ein „Kartoffelfeuerchen" gemacht hatten, entstand in der vergangenen Nacht in einer Ärbeiterwohnung durch die Ofenfeuerung ein Zimmcrbrand, der ebenfalls gelöscht wurde, ehe er größeren Schaden anrichten konnte. I r. Vom Vogelsberg, 3. Nov. Wie verlautet, ist die Genehmigung zum Weiterbau der am 1. November eröffneten Bahn Lauterbach —Grebenhain —Crainfeld von letzterer Station nach Gedern erteilt und zwar nicht, wie vorgesehen, über Hartmannshain, sondern via Bermuthshain, Völzberg, Volkartshain, Ober-Seemen. Die letztere Route bietet bedeutend weniger Terrainschwierigkeiten. Nachdem diese Strecke sowie die projektierten Linien Stockheim— Frankfurt resp. Stockheim—Vilbel ausgebaut sind, ist unser ! Vogelsberg dem weiteren Verkehr vollständig erschlossen. fc. Friedberg, 5. Nov. Eine sozialdemokratische Vertrauensmänner-Versammlung des Wahlkreises Friedberg-Büdingen beschäftigte sich mit der Kandidatenfrage zur nächsten R e i ch s t a g s w a h l. Man beschloß, den Gastwirt Prinz-Frankfurt, der bereits 5—6 mal ohne Erfolg in dem Wahlkreise kandidierte, nicht wieder aufzustellen und nominierte den hiesigen sozialdemokratischen Gemeinderat Busold als Kandidaten. M. Wiesbaden, 5. Nov. Das Infanterie-Regiment Nr. 80 (Chef Prinzessin Friedrich Karl von Hessen) soll, wie verlautet, eine neue Auszeichnung erhalten, nämlich schwarze Roßschweife | auf dem Helm, die zur Parade getragen werden. Frankfurt, 5. Nov. Die Ausstellung für llnfall- !schutz und Verhütung ergab einen 11 eberschuß von 20 000 Mark, der für wohlthätige Zwecke verwandt wird. I Für das nächste Jahr ist eine größere medizinische Ausstellung I irr Frankfurt vorgesehen, deren Arrangement wieder dem in I letzter Zeit viel genannten Ausstellungs-Unternehmer Chiger I übertragen werden soll. Das günstige Endresultat der Aus- l stellung hätte die zahlreichen Nachforderungen an die Aus- I steller eigentlich erübrigt. Sogar die Ansstellungslotterie hat einen kleinen Ueberschuß ergeben. haben. Die armen Engländer! Jetzt werden ihre Gefangenen von den bösen Buren schlecht behandelt! Sie selber aber gehen so außerordentlich zart mit ihren Gefangenen um, das; sie nur die Kommandanten und Offiziere erschießen und die wehrlosen Weiber und kranken Kinder langsam hinmordenll Wirklich, die Engländer haben allen Grund, über schlechte Behandlung ihrer Gefangenen durch die Buren sich zu beschweren. Reuters Bureau meldet aus Barberton vom 28. Oktobers Mehrere Minenbesitzer sind hierher zurückgekehrt, um Berg-^ werke in stand zu setzen, damit die Arbeiten demnächst wieder ausgenommen werden können. Die Bergwerke sind im allgemeinen verhältnismäßig unbeschädigt. Man glaubt, daß man ohne Schwierigkeit genügende Arbeitskräfte finden wird. Dr. Krause erschien wiederum vor dem Londoner Polizeigericht. Da die Untersuchung gegen ihn noch nicht soweit vorgeschritten ist, daß in die Verhandlung eingetreten werden konnte, wurde Dr. Krause wieder in Untersuchungshaft zurückgeführt. Das reguläre kanadische Infanterie-Regiment meldete sich fteiwillig zum Dienst in Südafrika. Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 6. November 1901. ** Wahlaufruf. Wir machen auch an dieser Stelle auf | den im Inseratenteil unserer heutigen Nummer enthaltenen 1 Wahlaufruf der freisinnigen und nalionalliberalen Partei für die bevorstehenden Stadtoerordnetenwahlen aufmerksam. ** Generalversammlung der national!iberalen Partei. Zu unserem gestrigen Bericht über die Generalversammlung der Vermischtes. 'Köln, 5. Nov. In dem benachbarten Bachem ist eine Typhus-Epidemie abgebrochen, die gestern da? erste Opfer gefordert hat. In einem Hause liegen vier Personen an de<' Seuche darnieder. Die beiden öffentlichev Brunnen sind behördlicherseits geschloffen. Man ist eifrigst bemüht, von Frechen ein Wasserleitungsrohr nach Bachem zu legen, um diesen Ort mit frischem Waffer zu versorgen. * Ueber die Vorgeschichte des blutige» Duells in Insterburg erfährt die „Ostd. Votts-Zta. - daß lediglich der Alkohol sein furchtbares Spiel getrieber hat. Leutnant Blaskvwitz hatte am Donnerstag abend der letzten Woche zuerst im Kasino und dann im HotÄ „Königl. Hof" „des Guten" zu viel zu sich genommen und sollte deshalb von einigen Kameraden, unter denen sich Oberleutnant Hildebrand befand, nach Hause geleitet wer- den. Dem widersetzte er sich und vergaß sich in seinem 3u> stände so weit, daß er gegen seine Begleiter thätlich wurde Diesen blieb darnach nichts anderes übrig, als den Vorgang dienstlich zu melden. Das Ehrengericht trat zusammen und erklärte den Zweikampf für unvermeidlich, während Leut- inant Blaskvwitz am selben Morgen zu seiner Braut nach Deutsch-Eylau gefahren war, angeblich in völliger Unkenntnis dessen, was er im Rausche begangen. Den Polter. abend-Dorbereitungen machte in tragischer Weise ein Tele< | gramm ein Ende, das ihn nach Insterburg zurückberief. in (cZrfitnprhprtmtnhpfp spiner f duneren Unter- ferierte Koutsky-Berlin über die Zoll- und Handelspolitik,! wo hei er auf das Schärfste gegen die Schutzzölle auftrat und ankündigte, daß das Proletariat den Kampf gegen die Agrarier, wenn nicht anders, allein, dafür aber rücksichtsloser fuhren werde. N e w y o r k, 5. Nov. Eine Depesche aus Panama meldet, daß die Mannschaft des kolumbischen Kanonenbootes „Da- rien", das an der Südseite der Landenge von Panama operierte, gemeutert hätten und das Schiff in die Hände der Insurgenten gefallen sei. Jerusalem, 4. 9Lov. (Reuter.) In der Kir che v om Heiligen Grabe kam es zwischen Römisch-Katholischen und Griechisch-Orthodoxen zu einer großen Schläg er ei, welche auf beiden Seiten Verwundungen zur Folge hatte. 5.Franziskaner sind lebensgefährlich verwundet worden. Der Ausbruch des Streites ist den Römisch-Katholischen zuzuschreiben, die wiederholt einen Teil des die Kirche umgebenden Hofes ausfegen wollten, während die Griechisch-Orthodoxen den Anspruch erhoben, daß dies ihr ausschließliches Recht sei. Schon seit mehreren Tagen sind Truppen an dieser Stelle aufgestellt worden, um einen Zusammenstoß zu verhindern, aber plötzlich nahm die Zahl der Streitenden so zu, daß die Truppen ihnen nicht gewachsen waren. Manila, 5. Nov. In Moncada, Provinz Tarlak, ist eine weitverzweigte Verschwörung entdeckt worden, in! die mehrere Mitglieder der Ortsverwaltung verwickelt sind. I Die Verschwörung wurde durch die Frau eines Verschwörers^ verraten. Ein Detektiv versteckte sich in dem Hause, in dem die Verschwörer zusammenkamen, um..ihr Verhalten zu beobachten. Eine Anzahl Personen sind verhaftet und viele belastende Papiere gefunden worden. Die Verschwörer beabsichtigten am 1. Dezember gleich nach Sonnenuntergang das Haus anzuzünden, das neben den amerikanischen Militärbaracken stand. Wenn dann die amerikanischen Soldaten zum Löschen herb ei eilen würden, sollten 150 Verschwörer sich auf die Wache der Amerikaner stürzen, sich chrer Waffen bemächtigen und mit der Nie der me tzel-, ung der Soldaten beginnen. * Vom Straßenbahnunglück bei Elberfeld, das sich, wie kurz berichtet, am Freitag abend zutrug, wird weiter gemeldet: Die Strecke steigt von Elberfeld bis Kronenfeld, fällt dann bis Gerstau stark und steigt dann wiederum ganz gewaltig in starken Kurven bis Remscheid. Am tiefsten liegt Gerstau. Hier geriet nun abends gegen 7,Uhr ein von Elberfeld kommender Wagen ins Rutschen, weil viel nasses Land auf den Schienen lag. Der Wagen, sichrer verlor die Gewalt über den Wagen, und dieser raste infolgedessen mit Schnellzugsgeschwindigkeit die Strecke hinab. In Gerstau sprang der Wagen dort, wo das GeM aufhört und sofort die rapide Steigung beginnt, kurz vor einer Brücke, die über den augenblicklich reißenden Mors- wäre. " Ibach führt, aus den Schienen, rannte eine den Morsbach ** Verhaftung. Gestern mittag wurde ein zu- ab grenzende Schutzmauer mit donnerartigem Getöse ein gereifter Spengler wegen Bettelns verhaftet. Er hatte am und zerschellte dann, sich mit dem Vorderteil fast send - - • * ’ auftürmend, an der am anderen. Uier des Daches befindlichen, mehrere Meter hohen Schutzmauer. Die In, fassen des Wagens wurden mit großer Vehemenz sämtlich in das hintere im Wasser liegende Ende des Wagens ge- schleudert. Sie lagen alle bewußtlos, einen Menschen, knäuel bildend, im Wasser und wären vielleicht ertrunken, wenn nicht mehrere Schreiner und Zimmerleute, die ganz in der Nähe gearbeitet hatten, sofort helfend eingegriffen hätten. Sie schlugen, da sowohl der Vorder- als auch der Hinterperron eingedrückt war und die Thüren infolgedessen verbarrikadiert waren, mit Aexten und Beilen eine (Seiten* wand ein, setzten Leitern an und holten — alles beim Schein zweier »Stalllaternen — die Verwundeten heraus. Gräßlich waren die Verletzungen, die einige von diesen erlitten hatten. Der Reisende Ernst Schmitz aus Remscheid hatte eine fingerbreite, über den ganzen Kopf gehende Wunde, aus der bei jedem Atemzuge das Blut herauswallte. Er ist wahrscheinlich inzwischen schon verschieden. An seinem Halse hing sein neunjähriger Sohn Karl, ebenfalls aus einer schweren Kopfwunde blutend. Der Wagensührer- dem die Scherben der zertrümmerten Fenster ins Gesicht | geflogen waren und viele Wunden beigebracht hatten, hat außerdem schwere Brust- und Rückgratverletzungen erlitten. Dem Schaffner Kleinmann waren beide Beine umgedreht, sodaß die Fußspitzen nach hinten standen; er hat einen doppelten Beinbruch erlitten. Auch ist ihm von einem Wagensparren ein Auge ausgestoßen worden. Vier andere Personen, der Kaufmann Ewald Schmahl aus Kronenberg, der Likörfabrikant L. Müshövel von hier, ein Wilhelm Schneider von hier und ein Karl Ehring von Barmen sind ebenfalls erheblich, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Vier Aerzte aus Remscheid und Kronenberg waren bald an der Unglücksstelle erschienen und legten den Verwundeten Notverbände an. Inzwischen waren auch Sanitätswagen von Remscheid angefcommen, die die Schwerverletzten aufnahmen und nach Remscheid ins Krankenhaus brachten. Die Unglücksstelle war Freitag abend schon und Samstag morgen von Hunderten von Menschen belagert. Am Samstag waren der Staatsanwalt von hier und ein Regierungsbeamter, sowie ein höherer Beamter der hiesigen Eisen- bahndireltion an Ort und Stelle. Ob den Wagenführer ein Verschulden an dem Unglück trifft, bleibt abzuwarten. • Görz, 4. Nov. Gestern abend uni 9*/3 Uhr explodierte der große Kochkessel der Celluloscsabrik in Pödgora. Ein Arbeiter wurde getöbtet, einer schwer, fünf leicht verletzt. * Budapest, 5. Nov. Die Blätter melden folgenden Unfall der erzherzoglich Friedrich'schen Familie. Als diese in Gesellschaft des Fürsten und Prinzen Salm nach einem Kirchenbesuch in Taras nach dem erzherzoglichen Jagdschloß zurückfuhr, verfehlte der Wagen in der Finsternis den Weg und geriet auf den Donau-Tamm. Der Wagen mit der Erzherzogin Christine und Marie stürzte um. Beide sind unverletzt. Nur der Kutscher wurde schwer verwundet. * Jagdunglück. Aus Linz wird berichtet: Der Lehrer Karl v. Stein m Unter-Weißenbach machte mit feiner Frau Vom Burenkriege. Eine Depesche Lord Kitcheners aus Pretoria vom 4. ds-1 meldet: General Fr en ch berichtet vom 2. November, daß! er gegen Fouche, Myburg und Wessels mit ungefähr 400 Mann zwischen Barkly East und Rhodes operiere; I im übrigen sei die ganze Kapkolonie östlich von der! Westbahn „gesäubert". Eine oder zwei Burenabteilungen, von denen jede aus 20 oder 30 Mann besteht, ziehen „ziellos" umher. French sandte zwei Kolonnen ab, die sie verfolgen sollen. Van Deventer und Botha mit 130 Mann überschritten die Eisenbahn bei Victoria Road und rücken in westlich er Richtung vor, nachdem! sie von zwei britischen Kolonnen verfolgt wurden. Sie verloren viele Pferde. Eine andere Depesche Kitcheners vom 4. November enthält nähere Einzelheiten über das Gefecht mit Oberst! Benson, und besagt, daß Bensons Kolonne das Lager nördlich von Bethel am 30 Oktober bei Tagesanbruch ver-1 ließ und nach Vrugspruit marschierte. Es verlautete, daß die Buren Brakenlaagte besetzt hielten, wo sie ein Lager aufzuschlagen beabsichtigten. Das Wetter war feucht und stürnnisch. Der Feind wurde während des Marsches mit Leichtigkeit ferngehalten, und Brakenlaagte um 1 Uhr nachmittags besetzt. Die Nachhut mit zwei Geschützen unter Bedeckung von einer Schwadron Kavallerie war innerhalb der Schußweite vom Burenlager ausgestellt. Der Angriff der Buren auf die Flanke der Nachhut wurde zurückgeschlagen. Hierauf führten die Buren, gedeckt durch das wellige Terrain, eine Umgehungsbewegung aus, und griffen den Berg kämm an, auf dem die Geschütze standen. Infolge des starken Sturmes, Regens und Hagels im Rücken wurde dieser Angriff nicht eher bemerkt, als bis die Buren sich der'Stellung auf d em Kamm inner h alb kurzer Schußweite der Kanonen bemächtigt hatten, deren Begleitmannschaften und Pferde s i e n ie d er s ch o s s e n. O b e r ft Benson und Oberst Gninneß fielen beide bei den Geschützen. Infolge des gleichzeitigen Angriffes auf das Lager wurde keine nennenswerte Verstärkung nach । der Stellung auf dem Bergkamm gesandt. Die Buren waren jedoch nicht im stände, die Geschütze fortzuschaffen, erst als britische Ambulanz auf dem Gefechtsfelde erschien, schafften b ie Suren, durch dieselbe gedeckt, die Geschütze fort. Sodann zogen sie sich auf eine weite Entfernung zurück, und unterhielten während der ganzen Nacht zum 31. Oktober vereinzeltes Feuer, machten jedoch keine weiteren Angriffe auf das Lager. Die Buren hatten zweifellos schwere Verluste; näheres ist darüber noch nicht bekannt. Kommandant O pp e r m a n n gefallen, Christian Botha verwundet. Die Buren sollen unsere Gefangenen schlecht behandelt Gerichtssaal. Breölau, 5. Novbr. Vor dem hiesigen Schöffengericht kam heute vormittag die Privatklage Carlo Böcklins, des<20l;nes von Arnold Böcklin, gegen denLUmstkrililer Profeßor Richard Muther iveqen Beleidigung z»lr Verhandlung. Muther hatte seinerzeit, ivie wir damals meldeten, in einem Berliner Blatte die aus dem Nachlaß Arnold Böcklins auf der venetianischen KunstausneUung ausaestellteii Bilder einer sehr abfälligen Kritik unterzogen und die Echtheit derselbeii bezweifelt, sowie Carlo Böcklin Pietätlosigkeit qcgcii seinen großen Vater vorgeworfew Die heutige Verhandlung wurde zu weiterer Beweiserhebuna vcttagt. em privat!lager wurde Qiiiqeqebeii, innerhalb dreier Monate ein Ve^eichms der aus der venetianischen Kunstausstellung ausgestellten Büder emzurerchen. Tavoii soll dann der Beklagte eine Abschrift erhalten nut dem Ersuchen, die über die Angelegenheit zu vernehmendeii Kunst-Sachverständigen und unter ihnen besonders diesenigen namhast zu machen, welche die venetianische Kilnstausstelluna besucht und sich mit der hiev m Betracht kommende,t Frage selbst schon beschafngt Ihaben. (Oberhessen) zu richten seien. **Der evangelische Kirchengesangverein wird Sonntag, den 17. November, abends ein viertel 7^Uhr, unter der LeiMng seines Dirigenten, des Universitäts-Musik-, .... ------ v- . ■ direktors Trautmann, eine Geiftliche Musikaufführ-I Inzwischen ist der Schwerverwundete ,einer schweren Unter- ung veranstalten, bei der er unter anderem Joh. Seb. leibsverletzung erlegen. . Bachs gewaltige Reformationskantate: „Ein' feste Burg ist' * . unser Gott" für Chor, Soli und Orchester zu Gehör bringen wird. Da eine Reihe geschätzter hiesiger Kräfte und aus- wärttger Künstler, u. a. Frl. Dorothea Schmidt (Sopran), Sperr Noe (Tenor) und Herr Leimer (Baß), sowie auch Konzertmeister Hegar (Cello), sämtlich aus Frankfurt a. M., dabei mitwirken werden, so steht ein großer Kunstgenuß zu Kiel, 5. Nov. Neben der Anklage gegen den Obermatrosen Weiß von der „Gazelle" wegen Ueberbordwcrfens von Geschütz- icilen ist auch Anklage erhoben wegen Singens eines auf den Kommandanten Korvettenkapitän Neitzke gemünzten Liedes. In der Sache fmb beteiligt Obermatrose Genz, Matrose Gröger und Wachtmeistersmaat Konze. Gröger, welcher der Verfasser des Liedes sein soll, ist verhaftet. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Leipzig, 4. 9lov. Tie „Leipz. Vztg. teilt mir, daß der Konkursverwalter Justizrat Dr. Barth, der als zweiter Kontursver- walter im Konkurse der Leipziger Bank seines schwierigen Amtes waltete, verschwunden sei. Barth hatte namentlich die Angelegenheiten mit der Casseler Tr c b e r g e s c l l s ch a f r zu ordnen. Tie vielen Reisen, welche Barth zum Teile bis nach Bosnien, Finnland, Italien und Frankreich zu diesem Zwecke inachen mußte, sowie die sonstige angestrengte geistige Thäligkeit, welche die Konkursverwaltung mit sich brachte, riesen nach Angabe seiner Familie bei Barth eine derartige körpert,che und geistige Abspannung hervor, daß eine Storung der Geistesthätigkcit eingetrcten ist. Authentisches ist bisher über die Angelegenheit nichts bekannt Anwersitiits Nachrichten. — Dr. Stanislaus v. Provazek, der im Wiener Zoologischen Institut erfolgreiche Forschungen über die Protozoen gemacht hat, wurde von Prof. Ehrlich nach Frankfurt a. M. berufen. — Zwei Ministertöchter als Berliner Studentinnen. Unter den Gastzuhörcrinnen der Berliner Universität befinden sich in diesem Winterhalbjahr auch Töchter von zwei aktiven Staatsministern : Elisabech Gräfin v. Posadowskn-Wehner und Fräulein Irmgard Möller. Die Tochter des Chefs vom Reichsamt des Innern studiert-Philosophie, die Tochter des neuen Hcmdels- munsters Kirchcngeschichte. Der Zudrang von studierenden Frauen ist in diesem Winter trotz aller verschärfenden Bestimmungen wieder sehr stark, und schon jetzt überschreitet der Besuch die früheren Ziffern bei weitem. Dem Vernehmen nach sind bereits 490 Damen als Hörerinnen zugelassen, also mehr, als kleine Universitäten Studenten zählen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 7. November, abends 8 Uhr, Bibel st unde im oberen Konfirmandensaal, Kirchstraße 9. Pf. 32. ____ Pfarrer Schloss er. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Kiel, 6. Nov. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen sind heule früh wieder hier eingetroffen. u- Kiel, 6. Nov. Der Untergang des kleinen Kreuzers „Wacht" wird demnächst das Geschwaderkriegsge- richt beschäftigen, da gegen den Kommandanten, Kor- vellenkapitän v. Kohhausen, Anklage erhoben ist. Die Verhandlung wird wahrscheinlich an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." stattfinden, da die Marinebehörde bislang wenig Lust zeigte, Prozesse gegen Offiziere öffentlich zu fuhren. Elbing, 6. Nov In einer hiesigen Dampftischlerei brach heute früh Feuer aus, das die Fabrik und drei Wohnhäuser völlig vernichtete. Auch mehrere Nebengebäude sind teilweise zerstört, teilweise stark beschädigt worden. Der angerichtete Schaden ist sehr erheblich. Menschen wurden nicht verletzt. Bonn, 6. Nov. Das Dampfsägewerk von Mosel u. Co. ist in der vergangenen Nacht niedergebrannt. Große Holz- Vorräte wurden durch die Feuerwehren von Bonn und Kessenich gerettet. Der Schaden ist bedeutend. -i- München-Gladbach, 6. Nov. Die hier tagende Pfarrkonferenz beschloß, sämtliche evangelischen Geistlichen der Rheinprovinz zu einer gemeinsamen Kundgebung gegen die englische Kriegführung in Südafrika und Chamberlains anmaßende Rede aufzufordern. Karlsruhe, 6. Nov. Eine von dem sozialdemokratischen Abg. Mannheims geführte Abordnung der Mannheimer Not- staudskommi ff ion ist vom Zustizmiuister und vom Generaldirektor der Staatsbahnen behufs Anordnung staatlicher Not> standsarbeiten empfangen worden. Breslau, 6. Nov. Der schlesische Bezirksvercin des deutschen Fleischer-Verbandes hat in seiner gestrigen Tagung, zu der fast alle Obermeister der schlesischen Innungen erschienen waren, einstimmig eine Resolutiau gegen die Erhöhung der jetzigen Viehzölle und gegen die Festsetzung der Zölle für Ochsen und Schweine nach Lebendgewicht, aber für höhere auf im Ausland zubereitetes Fleisch und Speisefett angenommen, soweit es dem im Inland bereitetem im Preise gleichsteht. Brüssel, 6. Nov. Anläßlich der Geburt des Prinzen hat der Justizministec dem Könige eine Liste von 500 Verurteilten zur Begnadigung unterbreitet. Weitere Begnadigungsgesuche sollen folgen. Berlin, 6. Nov. Von den einzelnen Abänderungen, die der Zolltarif im Bundesrat erhielt, dürfte eine die Position für Bleche in dein Abschnitt über unedle Metalle und Waren betreffen. Bon der Aenderung ist sowohl die Verzollung als auch die Deklaration betroffen. Durch eine besondere Ausgestaltung der letzteren hofft man, den Beschwerden vorbeugen zu können, welche bisher wegen unzureichender Deklaration erhoben wurden. London, 6. Nov. Aus Standort on wird berichtet: Die Kolonne Rom ingto n ist hierher zurückgekehrt, nachdem sie 14 Tage im Osten des Transvaalsraates operiert hatte. Das schlechte Wetter hat die Operationen sehr beeinträchtigt. Loudon, 6. Nov. Die „Times" meldet aus Buenos- .Ayres vom 5. ds.: Es verlautet, Kolumbien traf ein geheimes Abkommen mit Chile, nach dem Kolumbien es übernimmt, Chile auf dem panamerikanischen Kongreß zu unterstützen. Chile verspricht dagegen, Kolumbien Munition zum Kriege gegen Venezuela zu liefern. Chile soll früher Ecuador ein Kriegsschiff angeboten haben. London, 6. Nov. Der Justrzausschuß des Ge- heiimen Rates verwarf in seiner gestrigen Sitzung, • an welcher auch der Oberrichter der Kapkolonie teilnahm, das Berufungsgesuch des Notars Marois inPaarl (Kapkolonie), der dort am 15. August von den Militärbehörden wegen Uebertretung der militärischen Vorschriften ohne genauere Angabe des Vergehens verhaftet und nach Beaufortwest gebracht wurde, wo er seither gefangen gehalten wird, ohne vor den Richter geführt Au werden. Das Gesuch Marois lautet auf Zulassung seiner Berufung gegen die Entscheidung des obersten Gerichtshofes der Kap- tolonie, weHher seinen Antrag auf Freilassung aus dem Militärgewayrsam ablehnte. Die Ausführungen seines Anwalts bewegten sich hauptsächlich um die Frage, ob das Kriegsrecht in Paart unnötigerweise verkündet wurde oder nicht. London, 6. Nov. „Daily Mail" zufolge hat Tewfik Pascha versprochen, monatlich 19000 türkische Pfund zur Begleichung der Forderungen Frankreichs in der Lorando-Angelegenheit zu zahlen. Dieser Vorschlag sei jedoch von Frankreich abgelehnt worden. Brüssel, 6. Nov. Das „Petit Bleu" erklärt in einer Meldung aus dem Haag formell die Nachricht für unrichtig, daß Vertreter Frankreichs und des Oranjefrei- staates in geheimen Zusammenkünften in Holland Repressalien gegen die gefangenen englischen Offiziere beschlossen. Paris, 6. Nov- Die Fassung der vier, durch den Geschäftsträger Bapst in einem Briefe an Tewfik Pascha der Pforte übermittelten Forderungen schließt jeden Zweifel darüber aus, daß Frankreich sich nur für die französischen Anstalten in der Türkei interessiert. Es wird ausdrücklich hervorgehoben, daß die Anstalten aller von Frankreich geschützten Kulte gemeint sind. Somit ist es keineswegs das traditionelle rein katholische Protektoratsrecht, auf welches Frankreich sich beruft. Die Regierung der Republik tritt vielmehr als Schätzerin der Interessen ihrer Angehörigen ohne Unterschied der Konfession aus. Frankreich ist offenbar bestrebt, fern Prestige an der Levante zu erhöhen, ohne die Jnteressen-Sphären Deutschlands, Oesterreichs, Italiens, Rußlands und Griechenlands beeinträchtigen zu wollen. Bezüglich der Beschlagnahme von Zöllen wird die Norm anerkannt, daß Zoll-Einnahmen fremder Häfen in dem Falle wie der gegenwärtige nur sequestriert werden können, eine Konfiskation aber erst? nach der Kriegserklärung zulässig wäre. St. Eti enn e, 6. Nov. Man verstehert hier rmt aller Entschiedenheit, daß der Generalausstand der G r n b c n et r b e i t c r unmittelbar bevorsteht. Derselbe wird jedenfalls noch diese Woche ausbrechen. Barcelona, 6. Nov. Der Direktor der hiesigen Garantie- bank namens Echt ermeyer ist auf Verlangen des deutschen Konsuls verhaftet worden. Nom, 6. Nov. Ein Professor der medizinischen Fakultät von Neapel ist zur Königin berufen worden und hat festgestellt, daß dieselbe sich seit drei Monaten in gesegneten Umständen befindet. W i e n, 6. Nov. Die hiesige Presse drückt bei Besprech-, ung der französischen F lotten-D e monstra- t i o n die Hoffnung aus, daß der Sultan durch kluge und» rasche Nachgiebigkeit sowohl seinem Reiche wie ganz Europa einen großen und wichtigen Dienst leisten werde. Es sei nicht ausgeschlossen, daß die Besetzung von Mytilene durch Frankreich auch andere Mächte veranlassen könnte, sich bei dem geringsten Anlaß türkischen Gebietes zu, b emäcf)tigen. Iamn itz (Mähren), 6. Nov. Hier wurde ein Manu verhaftet, welcher über Namen und Herkunft jede Angabe verweigert. Man fand bei ihm Vorschriften zur Herstellung von Sprengstoffen, a n a r ch i st i s ch e Schriften, einen Revolver 2C. Die Polizei glaubt einen gefährlichen Au,-' archi st e n gefaßt zu haben. Sofia, 6. Nov. Gestern abend 7 Uhr fand ein Zusammenstoß z w e i e r Z ü g e zwischen den (Stationen Gornak und Bania der Linie Sofia—Radomir statt. Drei Personenwagen wurden zertrümmert. 20 Passagiere liegen unter den Trümmern tobt oder verwundet. Petersburg, 6. Nov. Großfürst Wladimir wird, einer Einladung Kaiser Wilhelms folgend, an den Hofjagden zu Letzlingen teilnehmen. Moskau, 6. Nov. Beim Brande einer Apotheke erfolgte eine Benzin-Explosion, wobei 9 Feuerwehrleute schwer verletzt wurden. Sx/2% Heesen Tendenz: still. . 193.80 . 170.80 . 117.30 . 117.7a . 130.00 . 133.00 . 154.50 . 177.00 . 159.50 . 154.30 80/., Portugiesen . 89/o Mexikaner 4V2V0 Chinesen . . 100.40 . 89.10 . 100.30 . 89.30 . 98.10 5°/j Italien. Rente . . . 98.80 4 /o Griech. Monopol-Anl. 41.40 Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Gotthardbahn . . , Laurahütte . . . . Bochum . . . . Harpener . . . . . 25.50 . 25.50 . 83.70 Reichsanleihe do. Konsole do. . . 372% 30/0 37,% 30/0 Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. 11., 6. November. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 'öchste Temperatur am 4. bis 5. Nov. + 8,7° C. fiebrigste „ „ 4. „ 6. „ — 3,6° C. November Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 5. 215 758,5 + 7,9 4,0 61 NNE. 1 Sonnenschein 5. 9-5 758,6 — 1,7 — 5,6 4,0 100 NNE. 1 slernh. Himmel 6. 72J 756,7 3,0 100 Still — Heller Himmel Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Erdarbeiten wird die Kaplans- gasse, von der Bahnhofstraße bis zur Katharinengasse, am 7. L Nits, für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 6. November 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Nach einer Mitteilung Großh. Bezirkskasse Gießen II können öie diesjährigen Holz- und Grasgeldcr bis zum 25. d. Mts. noch ohne Kosten an genannte Kasse berichtigt werden. Wir bringen dres zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 5. November 1901. 7296 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Donnerstag den 19.Dez. 1901, nachmittags 21/, Uhr, werden auf biefigem Ortsgericht die Liegenschaften der Wilhelm Steinbach Eheleute, hier die dem Wilh. Steinbach zustehende ideelle Hälfte an denselben öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 6. November 1901. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 7300 Stadt. Schlachtham. Freibank. Heute und morgen: Ochskkißeisch 50 plg. BtzirlpVereitt Xoril-Ost Montag, den 11. d. Mts., abends 9 Uhr: Achmdentlilhe GeMckersMmlNg bei Bourgeois (Brandgasse). Tagesordnung: Stadtverordnetenwahl. Um recht zahlreiches Erscheinen wird ersucht. 7297 Der Vorstand. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 Clrömpfe und Wen in prima Qualitäten, ganz besonders empfehle einen sehr dauerhaften schwarzen Kinderstrumpf in allen Größen zu sehr billigen Preisen. 729. Julius SchuSze. Deutsche, 6869 englische u. französische Parfums in eleganten Flacons, auch lose iin Anbruch, empüeblt Victoria-Drogerie Adelt Bieter, Marktstr. 5. 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In wenigen Tagen werden die Wahlen zur Stadtverordnetcn-Versammlung stattfinden. Geleitet von der Ueberzeugung, daß das Einzelinteresse zurückzustehen hat gegenüber den Interessen der Allgemeinheit, haben auch diesesmal die unterzeichneten Vereine sich auf eine gemeinsame Vorschlagsliste geeinigt, und schlagen hierdurch folgende Herren zur Wahl als Stadtverordnete vor: llrrfdiiriniicri OWe ÄMeil