Är. 183 Zweites Blatt. Mittwoch 7. August 1901 rechtzeitig Privatgebäude 6279 W StCÜCII •r in ruh. Lag« Jjreofc %, \W auf ein. Ldreffe für Deprsch««, Anzeiger Sieben. Fernsprrchanfchluß Nr. SN. 151. Jahrgang Mau schreibt uns aus Berlin, 5. August: Die Bevölkerung der Reichshauptstadt steht unter dem Eindruck der Trauernachrichten aus Schloß Friedrichshof. Bvn Leuten jeden Standes hört man innige Anteilnahme kn dem herben Geschick, das die kaiserliche Familie betroffen hat, und besonders dem Kaiser an Stelle der festlich- frohen Stunde (Begrüßung des Grasen Waldersee usw.) solche tiefster Trauer bringt. Der Heroismus, mit dem die Witwe Kaiser Friedrichs ihre schweren Leiden trug, wird allgemein bewundert, und die Volkstümlichkeit, bereit sie sich auch in Berlin erfreute, kommt jetzt in ergreifender Weise zum Ausdruck. War Kaiserin Friedrich auch in den letzten Jahren der Reichshauptstadt ferngeblieben, so ljatte Jie sich doch zu Lebzeiten ihres Gemahls mit Vorliebe hier, nicht selten mitten unter den Bürgern sich bewegend, tnrfgehalten, und durch ihre Einfachheit und Seelengüte fille Herzen gewonnen. Cronberg, 5. Aug. Bereits um halb 6 Uhr trafen der Kaiser, die Kaiserin Auguste Viktoria und der Kron- priing in offener Equipage vor dem Schlosse ein. Der Kaiser, der die Uniform der Leibhusaren trug, deren Chef ie. M DU te ,Mütter seine Mutter ist, sah übernächtigt und abgespannt ans. Die hohen Herrschaften begaben sich alsbald in die Gemächer der Kranken. Die Kaiserin Friedrich war noch bei vollem Bewußtsein, sie erkannte die Eintretenden und winkte ihnen zu. Tief ergriffen weilt der Kaiser an dem Sterbelager der Mutter. Professor Renvers überreicht ihm dcks Bulletin, das die Abnahme der Herzthätigkeit meldet. Im Hotel Fürstenhof in Frankfurt harrten inzwischen Prinzeß Viktoria und Prinzeß Feodora von Reuß, die Enkeltöchter der Kaiserin, weiterer Nachrichten. Cronberg, 5. August. Sanft und schmerzlos ist die Kaiserin Friedrich dahingegangen. Der König von England, der ebenfalls " WM MSarbnt- 5331 Bekanntmachung. Auf Grund des § 42 der Verordnung, die Anlegung ceS Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betreffend, vom 13. Januar 1900 hat das Großherzogliche Ministerium der Justiz bestimmt, daß das Grundbuch und Berggrundbuch für die Gemarkung Hausen vom 1. Oktober 1901 au als angelegt auzusehen ist. Die Vorschriften darüber, waS seitens der Beteiligten «och bis zu dem angegebenen Zeitpunkte zu geschehen hat, können aus der Amtsstube des Großberzoglichen OrtSgerichtS- vorsteherS zu Haufen und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel ersehen werden. Gießen, den 3. August 1901. Großh. Amtsgericht. nicht mehr auch viele mast, gegen 7 Uhr ertönte von den Türmen der Stadt Trauergeläute, und bald bildeten sich auf der Straße Gruppen, die mit herzlicher Teilnahme die Trauerkunde einander mitteilten. War doch die verblichene Kaiserin die Wohl- thäterin Cronbergs, das ihr so viele gemeinnützige Anstalten und Einrichtungen verdankt. — Ob eine öffentliche Aufbahrung vorgenommen wird, ist noch nicht entschieden. Es ist möglich daß man in Anbetracht des Aussehens der Kaiserin, die ganz zusammengefallen ist, davon absieht. Man hört, daß no-dji etwa zwei Tagen die Leiche nach Potsdam übergeführt werden soll, wo sie in der Friedenskirche neben Kaiser Friedrich bestattet werden wird. Cronberg, 6. August. Die Kaiserin Friedrich war dem Vernehmen nach bis zu den letzten Augenblicken bei vollem Bewußtsein, und in voller Kenntnis ihres Zustandes. Sie starb sehr ergeben. — Der Kaiser übernachtete in Homburg. König Eduard fährt jetzt^direkt nach Potsdam zur Beerdigung. Cronberg, 5. August. In Schloß Friedrichs- Hof herrscht tiefste, schmerzlichste Ergriffenheit, auch bei den Hofbeamten und der Dienerschaft der Kaiserin. Die Mitglieder der Gesellschaft beginnen sich in die ausliegenden Trauerlisten einzutragen. London, 5. August. „Daily Telegraph" sagt in einem Artikel über die Krankheit der Kaiserin Friedrich: Das britische Reich sei mit seinem ganzen Herzen bei dem deutschen Kaiser und bringe ihm Zuneigung und Mitgefühl in dem Grade entgegen, wie dies vielleicht niemals vorher von der großen Nation einem fremden Herrscher gegenüber geschehen sei. dem Wege ist, traf Die öffentlichen und flaggten alsbald Halb- VH. 1.00 3m „R eichsanz." b rin gl der Kriegsmi nisten Dr. K. Büdingen, 5. Aug. 1901. ynter°Weren und Auch der Montag begann mit Hellem Sonnenschein; um Mannschoften dienstlich verboten ist rede Beteiligung holb 11 Uhr fond akademische Feier in der Tum- Festlichkeiten und Geld- Holle statt. Eröffnet wurde die erhebende Feier mit dem sammlungen, zu welchen Nicht vorher eine besondere dienst-! Gesang eines Chorals, worauf der Primaner Hellwig Offenbach, 5. Aug. Zu dem in unserer gestrige» Nummer bereits mitgeteilten Eisenbahnunglück auf der Lokalbahn strecke Offenbach-Sachsenhausen bringt die „Offenb. Ztg." folgende Einzelheiten: Als der um 8.20 Uhr von Offenbach abgefahrene Zug in den Bahnhof Oberrad, wo der Sachsenhäuser Zug soeben eingetroffen war, ahren wollte, stellte sich unter dem fahrenden Zuge, aus dem richtigen (rechten) Geleise ein gefahren »vor, Weiche um, wodurch mehrere Wagen aus der Mitte gestern kurz meldeten, interviewen lassen. Henri des Houx,! i der jetzt den Figaro vertritt, ist der erste Interviewer der I von den auf die außerordentlichen Teckungsmittel^ ange- französischen Presse. Erfand den Präsidenten wie gewöhn- wiesenen Ausgaben in Vergleich zum Etat in runden lick» in Gesellschaft seiner Bibel und seiner Pfeife, voll-! Summen, wie folgt: Beim Reichsheer stellte sich das Geständig wiederhergestellt von seiner Augenkrankheit. NachI samtergebnis um 2 444 000 Mk. günstiger gegen den Etat, einer Redewendung, die sein vollständiges Vertrauen auf l^ie Marineverlvoltung erforderte 5 490 000 Mk. mehr, der Gott ausdrückte, ging Krüger auf eine Widerlegung der l Reichstag 88 000, das Auswärtige Amt 1156 000 Mk., das Greuel über, die Lord Kitchener den Buren zur Last!Reichsamt des Innern 1189 000 Mk., die Reichsschuld gelegt hat. Teit 21 Monaten fei es das erste Mal, daß l. 312 000 Mk., der allgemeine Pensionsfond 55 000 Mk. solche Anklagen erhoben würden; offenbar sei das die mehr, beim Reichsinvalidenfonds war der Kapitalzuschuß Antwort der Engländer auf die früheren Anschuldigungen 1051000 Mk. geringer. Im Ganzen waren 9 240 344.50 Mk. der Buren. Aber er würde die Burensache in den Augen Mehrausgaben. Zölle und Tabaksteuer brachten 7 558 000 Gottes für gerichtet halten, wenn die Buren auch nur den Mark weniger, die Verbrauchsabgabe für Branntwein Zwanzigsten Teil der Greuel verbrochen, deren sich die! 1 213 000 Mk., Reichsstempelabgaben 11682 798.79 Mk. mehr. Engländer schuldig gemacht hätten. Tenn die düstere Im Ganzen wurden an Einzelstaaten 6 467 228.52 Mk. we- Schilderung, die Fräulein Hobhouse von den sogenannten I Niger überwiesen. Die Zuckersteuer erbrachte 21 442 000 Mk., Konzentrationslagern entworfen habe, wo Greise, Frauen! die Salzsteuer 1783 000, Brausteuer 1313 000, Spielkarten- und Kinder gefangen gehalten würden, bliebe hinter der! sampel 63 000, Wechselstempelsteuer 2 040 000 und die sta- Wahrheit zurück. Was die Vermittelungsversuche betrifft,! tistische Gebühr 93 000 Mk. mehr. Maischbottich- und Brannt- so habe er, Krüger, sie sicherlich nicht angeregt, wenn er sie weinmaterialsteuer M2 000, Brennsteuer 786 000 Mk. weniger, auch nötigenfalls unterstützen werde. Den Frieden habe er Posb- und Telegraphenverwaltung 25 434 000, Reichseisen- schon einmal vorgeschlagen, und zwar auf ehrenvoller Grund-1 bahnen 1974 000 Mk. weniger, Ausgleichungsbeträge für tage, er brauche daher den schon bestehenden Vorschlag I nicht allen Bundesstaaten gemeinsamen Mnnahmen nicht zu erneuern. „Wir sind", so sagte er schluchzend, I 324 000 Mk. weniger, Bankwesen 11093 000, verschiedene „nicht die Angreifer gewesen. Will man uns unsere Frei-1 Verwaltungseinnahmen 3 267 000 Mk. mehr. Im Ganzen heit gewährleisten, so legen wir die Waffen nieder, vorher kommen an ordentlichen Einnahmen, soweit sie dem Reiche nicht! Wenn die Väter nicht mehr sind, werden die Söhne I verbleiben, 18 990575.80 Mk. auf; die Mehrausgaben be- den Kampf fortsetzen und nach ihnen die Enkel; denn man I tragen 9 240 344.50 Mk., da die Mehreinnahmen aus den kann eine Rasse nicht vernichten, und eine starke Rasse ent- Reichsstempelabgaben 11 682 798.79 Mk. gemäß dem Reichs- sagt ihrer Freiheit nicht." Daß die Buren erschöpft seien, stempelgesetz vom 14. Juni 1900 zur Verstärkung der Be- will Krüger nicht zugestehen; die Engländer hätten dies triebsmittel der Reichskasse zu dienen haben, ergiebt sich schon wiederholt behauptet, und der Krieg dauere immer für das Rechnungsjahr ein Fehlbetrag von 1 932 567.79 Mk. woch fort. An Lebensmitteln fehle es nie, ebenso hätten sie Hamburg, 5. Aug. In der heutigen Sitzung der nie Mangel an Waffen, Schießhedarf und Pferdei: gehabt. Bürgerschaft wurde folgende Kundgebung einsttmmig und Die Vorsehung sorge dafür. Nach diesen Worten wurde endgilt:g genehmigt: Die Bürgerschaft ftimmt ihrerseits Krüger immer heftiger. Wenn jeder Zoll der beiden Re- wit Freuden der Verleihung des hamburgischen Ehren- publiken in den Händen der Engländer wäre, wenn Cham-1 b ü r g e r r e ch ts -an den Generalfeldmarschall Grafen berlain genug Soldaten schickte, um den Boden damit §u I Waldersee zu; sie erblickt in dieser höchsten Ehrens bedecken, würde der Krieg doch noch ebenso heftig a::= oe^eugung, die unsere Freie und Hansestadt zu gewähren dauern. Die Hinrichtungen schüchterten niemand ein, sie! bat, den Ausdruck dankbarer Anerkennung, die auch 5^am- schüsen nur Märtyrer; dem Blute der Märtyrer entsttegen burgs Bevölkerung den hervorragenden Verdiensten des die Rächer. Aus die Frage des Interviewers, ob er einem Grafen Waldersee zollt. Protektorate, das die Sicherheit der inneren Verwaltung! Hamburg, 5. Aug. Die französische Kanalgewährleisten würde, zustimmen könne, antwortete Krüger! v m m i s s io n, die gestern abend von Bremerhaven einverneinend: keine Schutzherrschaft, nur eine Kriegsentschädig- getroffen war, besichtigte heute vormittag die Schiffswerft ung in Geld; dabei Beibehaltung der Burenflagge unixlOon Blohm und Boß und die Reiherstteg-Schiffswerft und volle Amnestte für die Afrikander vom Kap und aus Natal; begab sich heute nachmittag durch den Kaiser Wilhelm-Kanal sie selbst als Kriegführende bedürften keiner Amnestie. Da ^^ch Kiel. dies Krügers letztes Wort zu fein scheint, verlohnt es sich, .. Homburg, 5. Aug. Reichskanzler Graf v. Bülow seine Auslassungen wörtlich wiederzugeben; sie sind gleich-ch Begleitung des Kaisers hier eingetroffen und fam im voraus die Antwort auf Chamberlains letzte Rede, Königlichen Schloß abgesttegen. worin er den Buren die Rolle von Kriegführenden ftreiHgl „ Breslau, 5. Aug. Das Er bprinze np aar von zu machen scheint: „Was die Unterhandlungen betrifft", Sachse n ein in gen ist gestern nachmittag von Erd- so sagte er, „werden wir erstens nie auf unsere Flagge I mannsdorf nach Schloß Friedrichshof abgereist. verzichten, sie ist das Symbol unserer Rasse; zweitens!— % können wir nur verhandeln, wenn man uns volle Amnestte! AHStoltiL für die Afrikander vom Kap und aus Natal zusichert. | «___ ~ ... . . Wir selbst haben als Kriegführende keine Amnestie nötig. I "Temps glaubt zu wissen, daß Was bedeutet das, eine Schutzherrschaft? Wollen die Eng- "^n tm Ministerium des Aeußeren den von Constans ge- länder uns noch beschützen, nwlchem sie gegen uns Krieg I machten Vorschlag erwäge, welcher dahin geht, wegen der in geführt haben? Ebenso gut könnte man einen Schafstull I Konstantinopel bezüglich der „Sociäte des quais" gemachten unter den Schutz eines Wolfes stellen! Wenn wir beschützt! Schwierigkeiten ihn von seinem Posten abzuberufen und dem werden wollten, so würden wir uns doch nicht an die türkischen Botschafter in Paris Munir Bey die Engländer wenden. Indessen, wir können augenblicklich keine P ässe zuzu stellen. Schutzherrschaft annehmen. Wir haben Ruinen wieder her- Budapest, 5. Aug. Der deutsche Botschafter Fürst zu zustellen, das Land wieder zu bevölkern; eine schwere Auf Eulenburg hat an den Ministerpräsidenten v. Szell aus Kiel gäbe, ^azu brauchen wir e:ne vollständige, unbe I folgendes Telegramm aeridbtet ■ Se Maieität der Kailer Strick Jm ■ drnHaä9b^d-pihnan^en N-gF-nder Allerhöchst fein aufrichtiges Bei- Wand und sagte ihm dann: „Deine Beine sind frei, mar ^b. ““ Tode de« Herrn Szilagyi auszusprechen Se. schiere! Deine Arme find frei, arbeite!" Nein, nur keinen Majestät ermessen durchaus die Grüße des Verlustes, der Ihr Strick um den Hals! Das einzige, was wir des Friedens Vaterland betroffen hat. Ich selbst darf dieser Allerhöchsten wegen bewilligen können, ist Geld. Wir können die Sicher- Kundgebung mein tiefempfundenes Mitgefühl hinzufügen, ich heit unserer Unabhängigkeit und unser Recht, als freie werde niemals den hohen Geist vergeffen, der mir aus der Natton zu leben, nicht teuer genug bezahlen. Ich habe die Persönlichkeit Ihres unvergeßlichen Landsmannes entgegen^ Uebtzrzeugung, daß die Engländer uns schließlich doch leuchtete. unser Recht bewilligen werden. Ich hasse sie nicht, die Eng- Sinaja, 5. Aug. Der russische Vizeadmiral Hildebrand lä::der; ich beklage nur ihre Verblendung. Alle Tage bete und die Offiziere deS russischen Geschwaders find heute mittag ich zu Gott für f:^ für ewigen, die da drüben als hier eingetroffen und am Bahnhofe vom Adjutanten des Ovfer einer ungerechten -ache gerben, sur die Regierung/- Königs General Warthiadi empfangen worden. Zu Ehren 30 des Admirals und der Offiziere fand sodann ein Galafrüh- Kemiches Kelly. stück im Schlöffe Pelesch statt. hielt b», „ to(h int ?Ä Ä !lls die ite n aus wft- BZ !e^°»Ä • ,,e- footoyi £ M r.Frese, ^ünn von enb, J* & er- ?Merialraj ^ngerGym. *e Redner ^tteilnehmer le mit Preis- ^Zug zuvi ^spräche hielt Mnasium er- ^der Leitung ett|tobt, Der. efthalle. Der w fern, Kreis- >erung darauf irrer Göbel V iwtt) agderKan- |ie bat heute oglichen Obn- beteiligen sich der Provinz !einhessen sind über die von ing berichtet, getragen: Ak !/s einer gol« n and einer pttxt Tchmh : Ä3uvpayiie» Mannschaften ing mit, Dffi« [e sie bei der Radfahrer« Mte sich dm und allerlei »hl der ö* is der an? t war wie an ;es wiederholt rüngliche $n* j: nachmittags ifyrt nad) dem >ie Rad-Mo- tfgeM, A n. Das W gen in ÄH de herab eirra rt dem <8egE aus bet M ern zu ie»ij rbt, bwm r erhielten «B geht an den seiden; W’ Medaille. - rt Jenny w nta? eint t Setten. ™ tüte Sier™ reiche« Sen® md #' ” itet, biei«.*? -tfeitoW1* jenSfi«»» W* s ”2 ein ’S’««? nferer^ M 2 * 2*5 s August Wetter •g L i e c. Höchste Temperatur «m 4. biß 5. August Niedrigste « 4. w 5. r 23 80 12.6° C. Frankfurt, den 6. August Kreditaktien 8f/i% Beiohsanleihe a/o do 8i/i 5/o Koasola . do d/e 4i/e o/g Chinesen . Tendons fest. 101.50 93 40 101 25 92.60 43.30 25.50 25 85 82 50 . 199 00 . 17140 . 120 00 . 127 70 . 132 50 . 185 20 . 153 00 . 177 00 . 163.50 . 148 50 8 c» 4 3 r tr« es M Z ’S 855 «P 3) Münch-Kögel-Mannheim. X. Meisterschaft von Hessen über 25 Kilometer mit Schrittmacher. Dem ersten flolbwvft Ehrenzeichen, sowie den Titel Meiste» fahr er von Hessen über die lange Strecke für 1901/02, dem zweiten und dritten je einen Ehrenpreis. Verteidiger Ludwig Opel. 1) Drescher-Mainz, 2) Schmtdt-LudwigShafev. 3) Gortz-Gießen. 1=2 Meteorologische Beobachtungen der Stativ» Gietzeu. aus Jenbach ab. Der Verunglückte wurde in die Erfurter' Hütte gebracht, wo ihm ärztliche Hilfe zu Teil wurde. '/e e/a Hessen . . . % Italien. Rente . . o/q Griech. Monop.-AnL o/o Portugiesen . . o/g Mexikaner . . . Arbeiterbewegung. _ Rttoliorf, 5. Aug. SHafter, der Vorsitzende be« Verbandes der Stahlarbeiter, erklärte in PtttSburg, alle Mitglieder des Vei- k un& aIIe' die ihm zustimmten, würden aufgcfordert werden, ftch dem AuSstcmde anzuschlikßen. Er glaube, eß dahin bringen z« tonnen, daß alle Werke des StahldrusteS geschloffen werden. Morrison, . ®e‘re,6r der amerikanischen Arbeiteroereinigung, erklärte in ;üJfljbinflton, daß die Bereinigung dm Verband der Stahlarbeiter in lebet Weise unterstützen werde. Universstüts Nachrichten. Der ordentliche Profeffor deS Strafrechts Dr. Reinhard Frank in Halle (bekanntlich früher in Gießen, geb. 1860) hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Tübingen angenommen und wird voraussichtlich schon im Herbst dorthin übersiedeln. — Am 4. d. Mts feierte der Gynäkologe Profeffor L. Landau sein 25jährigeS JubUäum als Berliner Universitätslehrer, heute begeht Profeffor A. Martin, der Gynäkologe der Greifswalder Hochschule, den Tag seiner 25jährigen akademischen Wirksamkeit. — Der Privatdozent Dr. Graf v. d. Schulen bürg in München wurde, wie man uns mitteilt, alS außerordentlicher Profeffor für das Chinesische und Malaische an die Universität Göttingen berufen. — An der Technischen Hochschule zu Dresden haben im Studienjahr 1900/01 sieben Doktor Promotionen stattgefunden. Die Diplomvorprüfung bestanden 62, die Diplomschlußprüfung 58 Studierende. Die Vorprüfung für den höheren technischen Staatsdienst im Baufache bestanden 40, die Hauptprüfung hierin 36 Studierende. — AIS Rach- folger deS Romanisten der Züricher Universität, Profeffor H. Mors, der einem Rufe an die Frankfurter Handelshochschule folgt, ist, nach der Ablehnung des Profeffor W. Meyer-Lüdte Wien Dr. Bopet, zur Zeit Privatdozent an der Universität Rom, in Aussicht genommen. In zweiter Linie Profeffor Dr. Ph. A. Becker in Budapest. — An der Dominikaner Lehranstalt in Freiburg in der Schweiz tritt „mit ausdrücklicher Billigung und dem besonderen Segen des heUigen Vaters" eine Gregorianische Akademie für Kirchengesang ins Leben. — Die Zulaffung des Oberingenieurs Ludwig Ritter v Stockert als Privatdozent für Effenbahn- Maschinendienst und Eisenbahnbetrieb an der Technischen Hochschule in Wien, des Profeffors an der Staatsrealschule in Karolinenthal A. Adler als Privatdozent für darstellende Geometrie an der deutschen Technischen Hochschule in Prag und des Profeffor- an der Lehranstalt für Textll- Jndustrie in Brünn G. Ulrich als Privatdozent für chemische Technologie der Theerfarbstoffe. an der deutschm Technischen Hochschule in Brünn ist bestätigt worden. In Breslau wurde zum Rektor der Universität für daß Studienjahr 1901/02 Prof. Dr. Hildebrandt von der philosophischen Fakultät gewählt. Neueste Meldungen. W. Crouberg, 5. Aug. (Telephon-Meldung der „Gieß. Anz.-) Der Großherzog von Hessen traf 1 Uhr nachmittags hier ein. — Die Aerzte sind augenblicklich mit der Einbalsamierung der Leiche der Kaiserin Friedrich beschäftigt. Berlin, 6. Aug. Die „Berl. Pol. Nachr." bemerken zu dem Finalabschlusse des Reichshaushalts, die lleberweisungen an die Bundesstaaten werden um 6 Vr Millionen Mark hinter dem Voranschläge zurück- b leib en. Dresden, 6. Aug. Hofschauspieler Albin Swoboda ist gestorben. Zürich, 6. Aug. Tine fünfköpfige Touristenkolonne, Holländer und Schweizer, bestiegen vor 8 Tagen den Mont Blanc und werden vermißt. «.s Humoristisches. International. A.: Wenn ich mir überhaupt ein Automobile anschaffe, bann nur em französisches; z. B. eine MercödöS . . . — B.: Das verwechseln Sie: Mercödös ist eine deutsche Maschine. — A.: So-l Da hat wohl der Deutsche Katzenstein ... — B.: Sie irren sich; Katzen- ftein ist Franzose. — 2t.: Was Sie sagen! Ein Landsmann des Grafe« Talleyrand-Psrigord, deS Präsidenten des französischen Automobilklubs? — B.: Keine Spur; der Graf Talleyrand-Pörigord ist Präsident des deutschen Klubs. — A.: Ach lassen Sie mich zufrieden, daraus kann ja kein Deubel klug werden! Sport. hs. Wißmar, 5. Aug. Das em Sonntag von dem Radfehr- klub Wißmar ommftaltcte Radfahrerfest nahm einen schönen Verlauf. Früh um 8 Uhr fand ein 15 Kilometer-Straßenrennen statt. ES starteten 19 Fahrer. Da die Zahl zu groß war, mußten zwei Borläufe gefahren werden. Beim Entscheidungslauf starteten 8 Fahrer, die in heißemIKampfe um den Sieg stritten. Die Strecke Wißmar— Odenbausen und zurück wurde in 22 Minuten gefahren. Als Erster ging Wilhelm Görtz, als Zweiter Willy Hamel, als Dritter Phllipp Bauer und alS Vierter Fritz Unverzagt auS Gießen durch« Ziel. Dieselbe Strecke wurde beim VeretnSfahren zurückgelegt. Hierbei starteten 4 Fahrer, die die Strecke in 21 Minuten fuhren. Erster wurde mit ungefähr 200 Meter Vorsprung Willy Hamel-Gießen, Zweiter Friedrich Schmidt, Dritter Otto Schmidt, beide aus LaunSbach. Mittags 2*/e Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug durch unteren Ort nach dem Festplatz, der bald dicht gefüllt war. Hier entwickelte sich nun ein reges Treiben, das, begünstigt durch das schöne Wetter, bis tief in die Nacht dauerte. VtaitU, 4. Aug. Radwettrennen. Begünstigt vom herrlichsten Matter fand heute Nachmittag auf dem Sportplätze hier ein internationales Radrennen statt. DaS Programm umfaßte zehn Rennen, zu baten weit über 100 Meldungen erfolgt waren. Die einzelnen Rennen gingen ohne erhebliche Unfälle glatt von statten und nahmen folgenden Verlauf: I. Erstfahren. 2000 Meter. 3 Ehrenpreise. Nach 3 Vorläufen im Endlauf. 1) Müller - Bretzenheim, 2) Lnrz-Kitzingen, 3) Beßler-Lubwigshafen. II. Meisterschaft von Hessen über 2000Meter. (VerteidigerGottton-Mainz.) Dem Ersten ein goldene« Ehrenzeichen und der Titel Meisterfahrer von Hessen über die kurze Strecke für 1901/02, dem Zweiten und Dritten j« ein Ehrenpreis. Nach 3 Vorläufen 1) Struth, 2) Gottron, 3) Drescher, sämtlich von Manz. HL Sportplatzfahren. 1000 M-ter. Drei Ehrenpreise. 1) Drescher-Mainz, 2) Kögel-Mannheim, 3) Boos- Mainz. IV. Ermunterungsfahren. 1000 Meter. Drei Ehren- preise. Nach 3 Vorläusin 1) Gesitz-Würzburg, 2) Münch Mannheim, 3) Görtz-Gießen. V. Große« Hauptfahren. 3000 Meter. Drei Ehrenpreise. Nach 2 Vorläufen 1) Maitrot-Pari«, 2) Struth-Mainz, 3) Gotzron-Mainz. VO Jugendfahren mtt Vorgabe. 1000 Meter, drei Ehrenpreise. 1) LeiS-Main, (200 M), 2) Schneider-Mainz (30 M), 3) RückeShäuser (50 M.) VII. Vorgabefahren. 2000 Meter, 3 Ehrenpreise. 1) Gottron-Mainz (20 M.). 2) G ersitz. Würzburg (65 M.), 3) Maittot-PariS (Malmann). VIII. Mtlttär- fahren. 1000 Meter, 2 Ehrenpreise. 1) @ierer, 2) Melhose, beide vom 87. Infanterie - Regiment. H Tandem-Haupt fahren 2000 Meter, 2 Paar Ehrenpreise. Nach 2 Borläufen 1) Maitrot- Pari« und Bellinger - Ludwigshafen, 2) Gottron - Struth-Mainz, (Afcrt (Gewerbegericht.) Den Vorsitz q toOt?nettr Wolff. Es steht nur die Klage deS Kutscher» S'gen den Lohnkutscher Wilhelm Huhn, beide von n*tt6enbI^.n0- 2ückel verlangt noch 6 Mark Lohn Huhn zufrieden'$ 8UC S*6lun0 Don 2 Mark. Der Kläger erklärt sich damit Diskonto-Kommandlt Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsgee. Oesterr. Staats baba Gotthardbahn . . . Lanrahütte . . . . Bochum..... Harpen er..... Kenaisihter. * Berlin, 5. Bug. Die vorübergehend in Berlin weilende Gräfin Tyszkiewicy wurde mit Tochter und Nichte aus einer Droschke, deren Pferd durchgegangnn war, herauSgeschleudert und verletzt. Die Tochter wurde in ein Srankenhaus gebracht, wo sie bald nach der Ueberführuug starb. • Gent, 5. Aug. Heute mittag brach in einem mit Seide, Wolle und anderen leicht brennenden Stoffen ge- Mten Lagerraum eines Speichers ein Brand aus. Um 2 Uhr gelang es, das Feuer zu bewältigen. Der Lagerraum bi-ldet nur noch einen Trümmerhaufen. Der Schaden ist bedeutend. Bei den Rettung-arbeiten verunglückte ein Arbeiter. • Aus den Bergen. Am 3. d. M. ist im Walser- thal beim Brenner der Hornist des Innsbrucker Landes- schützen-RegimentS Franz Mayr beim Edelweiß-Pflücken abgestürzt. Er wurde tot aufgefunden. — Am Dalfazerjoch -itm Achensee stürzte beim Edelweißsuchen ein Tischlergeselle 'Die bei dem Dauerritt gleichzeitig zu lösenden Aufgaben ivaren verschiedener Art. Die an dem Ritt beteiligten Ritt- nieifter und Oberleutnants hatten eine Rekognoszierung bei Lich auszuführen, den Leutnants lag die Erkundung einer von einer Abteilung des 116. Jnsanterie-Ro- aiments südlich von Wetzlar genommenen Vorposten- 'lufstellung, sowie der Passierbarkeit der Lahn unterhalb von Wetzlar ob. Hierüber mußte rasch und gut Meldung erstattet werden. Das Ziel war wiederum die Husarenkaserne in Bockenheim. Trotz der durch Regen aufgeweichten, steinigen Wege des Taunus kamen die Pferde durchweg in Outer Verfassung an. Die Ankunft erfolgte zwischen 12 bis halb 3 Uhr Samstagmittag. Zurückgelegt wurden Strecken von etwa 130 Kilometer. Die Reiter haben 12 bis 14 Stunden ununterbrochen im Sattel gesessen. Der Zl'aiser- preis ist ein Wanderpreis und muß zweimal hintereinander errungen werden, um endgiltig in den Besitz des Siegers überzugehen. Der Sieger im vorjährigen Tauerritt war St. v. Gienauth vom 1. Großh. Hess. Dragoner- Regiment Nr. 23, der aber diesmal nicht konkurrierte, da er zum Militär-Reit-Jnstitut nach H»annover kommandiert ist und dieses Institut für sich! einen Ehrenpreis zu er- ftteiten hat. Vor zwei Jahren errang den Kaiserpreis St. Krell vom 1. Hess. Husaren-Regiment Nr. 13. Homburg, 4. Äug. Das hiesige Bataillon des Regiments von Gersdorff (Hess. Nr. 80), welches sich am Samstag schon auf dem Marsch nach Mainz befand, wo das Regiments-Exerzieren stattfindet, ist auf die Nachricht von der Hierherkunft des Kaisers wieder zurückbeordert .worden. — meine Mitteilungen au« Hessen und den Rachbarstaaten. Die „Leipz. N. Nachr.- wiffen ihren Lesern mitzuteilen, daß Lu Leipzig der „Erbgroßherzog von Hessen- mit dem Nord Süd Expreßzug von München eingetroffen sei und in einem Hotel Wohnung genommen habe. Bisher hat man in Heffen von einem Erbgroßherzog unseres Landes noch nichts g-wußt. Die Sonne scheint jetzt wohl in Sachsen allzuhell. — Versetzt wurde der RegterungS- und Baurat Zimmermann, bisher in Wiesbaden, zur Königlich Preußischen und Groß- berzoglich Hessischen Eiseubahndirektion in Mainz. Kandel mü» Uerkchr. UMswirtschast. wa*on Mark zu reduzieren durch Zusammenlegung von je 16 Aktien zu 5 und 1 Million Mark Aktien neu auSzugeben. Letzter« werben durch ein Bankkonsoltium, welchem die Kasseler Firmen Kredit- vttein, Hauer und Plant und L. Pfeiffer avgehören, übernommen. Der Auffichtsrat wurde neu gebildet. — Die NLlschnnaen Gerhard LerttndenS. In dieser An- gelegenheu wird al6 interessantes Kuriosum mitgeteilt, daß Terlinden die von ihm zu Unrecht ausgegebenen 1'/, Millionen Mark Aktien seiner Gesellschaft, die er bei feinen Bankverbindungen als Sicherheit hinterlegt hatte, sogar mit einem gefälschten deutschen Aktienstempel versehen hat. Der für seine Zwecke eigens angefertigte Stempel ist bei Oeffnung eine» Kaffenschranks vorgefunden worden. Terlinden fürchtete wahrscheinlich entdeckt gu werden, wenn er die von chm gefälschten Aktien der Behörde zur Abstempelung einreichte. Leipzig, 5. Aug. Die freiwillige Vereinigung der Aktloaä e btt „Leipziger Bank" macht bekannt, daß fie zur Hinterlegung der Aktien bezw. Depotscheine für die Generalversammlung im städtischen Kaufhause in der UnioersitätSstraße ein Bureau eingerichtet hat, das bis zum 12. August täglich von 9 bi« 1 Uhr geöffnet ist. Da zur Erlangung der absoluten Mehrheit immer noch Anrneldungeer dringend erwünscht seien, mürben auch neue Meldungen in dem Bureau angenommen. Siesten, 6. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. M 1.05—1.25, Hühnereier per St 6—7 $), 2 St 13-14 Enteneier 1 St 7—8 Gänse, eiet per St 11—12 4, «äse 1 St. 5—8 Käsematte 2 St 5—8 S. Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 34 Tauben per Paar M 0.75—0.90, Hühner per St. JC 1.00—1.50, Hahnen per Stück M 0.70—1.20, Enten per 6t M 2.00—2.20, Gänse per Psd. M 0.00 biB 0.00, Ochsenfleisch per Psd. 66—76 , Kuh. und Rindfleisch per Pfund 60—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 64—80 4, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 84 , Kalbfleisch per Pfd, 60—66 4, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 d, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00—8.00 JC, Weißkraut per St. 90—00 4, Zwiebeln per Ctr. JC 8.00—10.00, Milch per Liter 18 4. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittag« bis 1 Uhr mittags. Theater, Kunst und Wissenschaft. Ttrastburg, 5. Aug. Die 12. Hauptversammlung deS allgemeinen deutschen Sprachvereins beendete heute vormittag die geschäftlichen Beratungen. ES wurde ein Antrag deS ZweigvereinS Reichenberg angenommen, welcher besagt: „Der Gesamtoorstand hat die Frage, ob eine deutsche Sprachakademie zu errichten ist zu beraten und auf der nächsten Hauptversammlung darüber zu berichten oder einen Antrag zu stellen " Die nächste Hauptversammlung findet tat Jahre 1903 statt, lieber den Ort ist noch keine Bestimmung getroffen. — Hofkapellmeister Staven Hagen ist, wie amtlich bekannt gegeben wirb, zum Dircktor der Akademie der Tonkunst in M Ü n ch e n ernannt worben. Zu den Ausführungen Robert Kochs über die Uebertragung der Tu berkulose vom Vieh auf die Menschen schreibt die „Berl. Korresp.": Die Ergebnisse der Koch'schen Untersuchungen waren den Reichsund Staatsbehörden nicht unbekannt. Sck>on Anfang Juli beschäftigte sich auf Anregung Kochs, der selbst eine Nachprüfung seiner Angaben wünschte, eine vom Gesundheitsamte zu diesem Zwecke einberufene Kommission mit der vorliegenden Frage. Es wurde dabei allgemein die Not- wendigkeiit anerkannt, auf diesen Punkt gerichtete Forschungen in größerem Maßstabe in Angriff zu nehmen. Auch wurde ein entsprechender Versuchsplan ausgearbeitet. Natürlich bedingen derartige Versuche erhebliche Kosten, weil mit größeren Haustieren, wie Rindern, Schafen und Schweinen oder mit schwierig zu beschaftenden kleineren Tieren, wie Affen, gearbeitet werden muß. Hierin ist auch zum Teil der Grund zu suchen, weshalb solche Untersuchungen früher unterblieben. Nachdem nunmehr von Koch selbst Zweifel geäußert worden sind, wird durch Heranziehung großer Tiere ein abschließendes Urteil zu erstreben sein. Schon jetzt die Maßnahmen gegenüber der Verbreitung der Tuberkelbazillen durch Milch und Milchprodukte zu ändern, liegt iedoch kein Grund vor, zumal vielleicht mehrere Jahre vergehen, bevor die Versuche endgiltig abgeschlossen sind. Es darf nicht vergessen werden, daß eine der wichtigsten Maßregeln im Kampfe gegen die Ausbreitung der Tuberkulose unter dem Rindvieh und den Schweinen die Verhütung der Verschleppung lebender Tuberkelbazillen mit Nrolkereiabfällen darstellt. Die Molkereien werden also auch künftig im Interesse der Produzenten für die Beseitigung dieser Gefahr durch Erhitzung der Milch in geeigneten Apparaten schon aus veterinären Gründen sorgen müssen. Ebenso kann den Konsumenten nicht dringend genug geraten werden, Milch vor dein Genuß wie bisher gründlich abzukochen, um auch Erkrankungen durch andere, in Milch unter Umständen enthaltene ansteckende Keime vorzubeugen. Couverts mit Firma liefert billigst rühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 ^eleis für die Ä)kalzüge Sachsenhausen-Offenbach geworfen '.vurden, sodaß dieses Geleis völlig gesperrt ist. Ein Wagen mit drei Abteilen dritter und einem Abteil zweiter Klasse liegt gänzlich auf dem Rücken, sodaß die Räder in die Luft ragen; auf ihn hat sich ein Wagen zweiter Klasse getürmt, rvährend ein Wagen vierter Klasse schräg auf der Seite liegt. Tie Wagen haben das starke eiserne Gelänüer, durch das die Lokalgeleise von den Geleisen der Frankfurt- Bebraer Bahn getrennt sind, völlig durchbrochen und ge. knickt, sowie einen eisernen Gaskandelaber nmgeworfen; schwer beschädigt sind besonders die beiden Wagen dritter und zweiter Klasse. Als ein großes Glück ist es zu bezeichnen, daß der Zug verhältnismäßig schwach besetzt war. Leider hat das Unglück trotzdem ein Menschenleben gefordert. Der Schaffner Jäckel aus Offenbach erhielt so schwere innere Verletzungen, daß er denselben bald nach seiner Einlieferung in das Offenbacher Hospital erlegen ist. Mehrere andere Personen erlitten leichtere Verletzungen, so Gastwirt Kle ment, Pianist und Klavierlehrer Lüdicke, eine Frau Weber, sowie noch eine andere Frau und ein Mann aus Offenbach. Die übrigen Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Tausende von Menschen besuchten im Laufe des Tages die Unfallstätte, die mit ihren übereinandergetürmten Wagen einen schauerlichen Anblick gewährte. Mainz, 5. Aug. Die Eisenbahnbehörde hat es mit der Ausführung der neuen Bahnlinie Mainz-Wiesbaden sehr eilig. Erst am verflossenen Mittwock) haben die zwisck>en der Stadt und der Bahnverwaltung wegen dieser Bahnanlage getroffenen Vereinbarungen die Sanktion der hiesigen Stadtverordneten erhalten und schon am Samstag hat man mit den ersten Arbeiten für die neue Bahnlinie auf dem diesseitigen Rheinufer begonnen. Aus diesen Arbeiten läßt sich genau die nunmehr endgiltig fest- gestellte Sage der Rhein Überbrückung erkennen. Die lieber» brückung überschreitet den Floßhafen in .seinem oberen Teil etwa an oer Stelle, an der sich der Durchlaß in dem dortigen Hasendamrn befindet. Die Petersau wird von der Ueberbrückung ünmittelbar unter dem dort befindlichen großen Fort berührt. — Zu Ehren des gestern stattgehabten ..Goldenen Jubiläums" des hiesigen Katholischen Gesellen Vereins waren sämtliche städtischen Gebäude und viele Privatgebäude festlich beflaggt. An den Feierlichkeiten beteiligten sich Tausende von Personen, darunter nicht allein aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem Auslande. Die Brudervereine aus dem ganzen Bistum Mainz, die Gesellvereiue von Bensheim, Bingen, Darmstadt, Dieburg, Gießen, Offenbach und Worms, sowie Vertreter von Gesellenvereinen aus weiter Ferne, von London, Brüssel usw. waren erschienen. Vormittags wurde ein Festakt in der Stadthalle abgehalten, an dem auch die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden teilnahmen. Nachmittags fand ein Festzug durch die Hauptstraßen der Stadt statt, an dem sich über 100 hiesige und auswärtige Vereine mit ca. 80 Fahnen beteiligten. Frankfurt a. M., 5. Aug. Vom 2. zum 3. August erfolgte seitens der Kavallerie-Offiziere des 1 8. Armeekorps der Ritt um den vom Kaiser gestifteten Ehrenpreis. Ausgangspunkt war die Husaren- Kaserne in Bockenheim. Kurz nach Mitternacht des 2. erfolgte gruppenweise der Abritt der Teilnehmer, deren Zahl über 30 betrug. Von dem 6. Ulanen-Regiment und den 23. und 24. Darmstädter Dragonern beteiligten sich je 7 -Offiziere, die übrigen waren vom 13. Husaren-Regiment. 5. 9*» 746.9 18 0 11.4 75 N. 2 beb. Himmel 6. 72s I 746.3 14 3 9,1 75 w. 1 beb. Himmel 6. 2» 744,5 18,2 8,3 54 SW. 2 bew. Himmel Danksagung G. 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