6397 161» Jahrgang. Erstes Blatt. Mittwoch 7. August 1901 « Mit»»*« ■ Ldrrffe für T>cpff4wt Anzeiger Sietze«. Fkrnsprrchanfchluß Nr.IR. V* Montag«. M-Gtchma HeitUe« »wieB beet Kn. ******< !■*»■<«* *M „Blättzr ßtt NI« WoONttnOk" »ter« ** 1N»M betyf^t. -ezag«preis »kn■(»!»< Mk. 2.20, moeatL 76 SR* mit vrn.yrlohn; durch ich Äbhoktßkürv viert,ljSN< Mk. 1.90, tmmatl. 65 DH, 8ei Postbezug vierteljihiU. 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Unserem Kaiser ist die geliebte Mutter, unserem Großherzog die verehrte Tante durch den Tod entrissen worden. T-as Hinscheiden der hohen Frau kam nicht un- ' erwartet. Die Kaiserin litt schon seit längerer Zeit an einer schweren Nierenkrankheit. Eine .Heilung war unmög lick». Schon im vorigen Jahre, gerade um die Zeit des Geburtstages ihres vor ihr allzu früh dahingegangenen herrlichen Gemahls, tvar in ihrem Leiden eine arge Verschlimmerung eingetreten. Dann trat wohl eine vorübergehende, Monate währende Besserung ein, just wie seiner - ieit in dem schweren Leiden Kaiser Friedrichs. Doch in en letzten Tagen wieder lauteten die Nachrichten aus Cr-onberg im höchsten Grade Besorgnis erregend, und als man erfuhr, daß ihr kaiserlicher Sohn in der Nacht von -3>nntag auf Montag, seine Nordlandfahrt jäh beendigend, an das Krankenbett seiner Mutter eilte, und die Meldungen über das Abnehmen der Kräfte nahezu stündlich eintrafen, da wußte man, daß das End, der hohen Dulderin unmittelbar bevorstand. Am Abend des gestrigen Tages ist der Tod eingetreten itt das Schloß der hohen Frau, das sie zum Gedächtnis ihres Gemahls Friedrichshof genannt hat. Um sie verhimmelt waren alle ihre Kinder, mit Ausnahme des auf hoher See weilenden Prinzen Heinrich, Angesichts der Bahre erinnert man sich der Lebens- schicksale der hohen Frau, die früh von ihrem Heimatlande schied, um dem geliebten Gatten zur deutschen Erde zu fü teil. Bei der Eröffnung der ersten Weltausstellung in London am 1. Mai 1851 hatte Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen die englische Prinzeß Royal Bictoria zum ersten Male gesehen. Sie war damals ein Kind von 11 Jahren, das mit großen, dunkeln Augen, die ein frühreifes Geistesleben verrieten, in die Welt schaute. Am 21. November 1840 war sie geboren, im Buckingham Palace, und am 10. Februar 1841 — gerade ein Jahr vorher war der Hochzeitstag ihrer Eltern gewesen — hatte fte in der Taufe die Namen Victoria Adelaide Mary Luida erhalten. Ihr Vater, der edle Prinz regent Aibert, nannte fte damals schon voll väterlichen Stolzes »sehr aufmerksam und beobachtend". Zwei Jahre später tonnte „Puffy- — wie die Eltern ihre Aelteste riefen — englisch und französisch mit großer Geläufigkeit und in ge wählten Ausdrücken sprechen. Damals schenkte ihr der Himmel rin Schwesterchen, unsere nachmalige Großherzogin Alice, die so frühe schon, lange Jahre vor ihrer älteren Schwester, ins Grab steigen mußte, tief betrauert von allem Volke und »amentlich von den deutschen Frauen, die sie als warme und begeisterte Vorkämpferin für das Wohl und die Rechte des »eidlichen Geschlechts hoch verehrten. Die beiden Prinzessinnen erhielten eine möglichst ein« siche und häusliche Erziehung, und in sonniger, die Phan- tafie mit reicher Nahrung erfüllender Weise spielte sich ihr Zinderleben ab. Ihre Mutter, die Königin Victoria, sorgte aufs beste für die Entwickelung des Geistes ihrer Töchter. Unter ihrer Aufsicht lernten sie lesen, zeichnen, deklamieren zc. Die Königin zeichnete und malte bekanntlich vortrefflich. Diese Gabe ging besonders auf ihre älteste Tochter über. Htinzeß „Bicky-, wie sie als heranwachsendes Mädchen zu »eist genannt wurde, lernte schnell und korrekt zeichnen, und Ichon in verhältnismäßig jungen Jahren verstand sie sich auf tie Kompositionen von Landschaften und Gruppen, die sie jierjt in Kreide, später in Aquarell und Oel auSfühcte. Auch itt musikalische Unterricht kam nicht zu kurz. Während die Ereignisse des zwischen Rußland und der Nrkei nebst deren Verbündeten, England und Frankreich, mögebrochenen Krimkrieges lebhaft die europäischen Kabinette beschäftigten, tauchte plötzlich die Nachricht auf, Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen habe sich an den englischen Königs- Hof begeben, nm sich mit der Prinzeß Royal Bictoria zu verloben. Der Plan der Verbindung des zur Thronfolge berufenen preußischen Prinzen mit der ältesten Tochter der Königin von England hatte einen hervorragend politischen Charakter. Die starke Anlehnung Preußens an den „rnsfi schen Koloß- hatte begreiflicherweise in England keine großen Sympathien gefunden; um so überraschender kam den politischen Kreisen diese Kunde. Dee LieblingSwunsch des Prinz regenten Albert war es, seine viel versprechende, hoch begabte und früh gereifte Tochter Bictoria dereinst in einer großen Stellung, auf einem mächtigen Throne zu erblicken. Unter den Prinzen der Königshäuser Europas hatte Friedrich Wilhelm, der künftige Erbe des preußischen Throne», die Aufmerksamkeit des englischen KönigShofeS auf sich gezogen, und dem Prinzen Friedrich Wilhelm war das Bild der eng lischen Königstochter seit jenem Tage, als er sie zum ersten Male als fröhliches Kind gesehen hatte, nicht aus dem Ge dächtnis geschwunden. Er war am 14. September 1855 auf dem Hochlandschlosse Balmoral in Schottland eingetroffen, um die Hand der englischen Prinzessin sich zu erbitten. Seine Werbung wurde von den Eltern „Bickys- freundlich aufgenommen, sie baten ihn jedoch, da die Prinzessin noch nicht 15 Jahre alt war und erst im nächsten Frühjahre konfirmiert werden sollte, sich bis dahin zu gedulden. Damals schrieb Prinz Albert: „Der Prinz (Friedrich Wilhelm) ist ernstlich verliebt, und die Kleine strengt sich an, zu ge- fallen.- Als an einem schönen Septembertage das junge Paar durch die blühende Hochlandsheide einen Spazierritt unternahmen, da erschloß sich unter dem Eindrücke einer stimmungsvollen Naturumgebung das Herz des Prinzen. Er pflückte einen Zweig duftender weißer Heideblumen und reichte ihn als Liebeszeichen feiner Begleiterin. Weiße Heide- blumen aber bedeuten nach alter Ueberlieferuug Glück. Das Mädchen war durch die Gabe zu Thränen erschüttert. Die ersten Gerüchte von der Verlobung der beiden Königskinder wurden von beiden Völkern diesseits und jenseits deS Kanals zunächst mit gemischten Gefühlen entgegengenommen. Die Abneigung des englischen Volkes gegen alles Nichtenglische spielte dabei eine wesentliche Rolle. Die „Times- behandelten die bevorstehende Verbindung in einem Artikel von rücksichtsloser Schroffheit. In Preußen aber fürchtete man nicht ganz mit Unrecht „den kommenden Einfluß fürstlicher Verwandten-. Der Kreuzzeitungspartei war die Heirat vollends ein Greuel. Doch der um neun Jahre ältere Bräutigam freute sich seines jungen Glückes. „Es war nicht Politik, es war nicht Ehrgeiz, eS war mein Herz-, sagte Prinz Friedrich Wilhelm auf seiner Heimreise von seiner Brautfahrt. „Auf innige Hcrzensneigung gegründet, ist mein Verhältnis zu meiner heißgeliebten Braut die wahre Anbahnung meines zukünftigen häuslichen Glückes. Ihre für das verhältnismäßig jugend- liche Alter sehr gereiften und entwickelten Eigenschaften des Herzens und Gemütes ließen uns bald mit einander fertig werden.- Ein lieblicher und inniger Brief der Prinzessin Alice, der späterenMutter unseres Großherzogs, an ihren Schwager sei hier wiedergegeben: Lieber Fritz! Ich kann Dir garnicht lagen, welche große Freude und Ueberraschung es mir gemacht hat, von den lieben Eltern zu hören, baß Du unserer guten Vlcky fortan so nahe ttehen wirst, und daß wir an Dich wie an einen Bruder denken dürfen. Wir haben Dich ja alle so lieb und sind überzeugt, daß Vtcky überaus glücklich mit Dir werden wird. Es wird uns freilich leid thun, die liebe Vtcky von uns scheiden zu sehen, da sie uns immer die friedlichste, gütigste Schwester gewesen ist. Da ihr Weggehen von hier aber zu ihrem Glücke beitragen wird, fo müssen wir uns schon, aus Liebe zu Dir, mit dem Gedanken befreunden, daß Du sie uns entführen willst. Ich bitte Dich, Deiner lieben Mama die Hand zu küsien und die liebe Viot herzlich zu grüßen von Deiner Dich liebenden Alice. Den 9. April 1856. Der Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg Gotha nannte in seinem Gratulationsschreiben an den Prinzen Friedrich Wilhelm die junge Brant „ein sehr bedeutendes Kind, das Bild der Heiterkeit und der Lust aller derer, die sie kennen.- Moltke schrieb in demselben Jahre: „Die Prinzeß ist höchst liebenswürdig, Sie spricht deutsch ohne allen Accent, ist schlicht, freundlich und sehr gescheit. - Die Erziehung der Prinzessin erhielt von dem Tage ihrer Verlobung an eine erhebliche Wendung und wurde in erster Linie darauf gerichtet, sie mit dem Wesen, den Sitten unb der Geschichte des Landes genauer vertraut zu machen, das ihre zweite Heimat zu werden bestimmt war. Ihr Vater, der f. Z. die Ausarbeitungen seiner Tochter aus der römischen Geschichte selbst geleitet und korrigiert hatte, führte sie jetzt in den Geist der deutschen und preußischen Geschichte ein, und war mit den Fortschritten seines „kleinen Ministers-, wie er seine Lieblingstochter zuweilen scherzend bezeichnete, zufrieden. U. a. übersetzte sie die von dem bekannten Historiker Droysen 1857 herausgegebene Schrift „Karl August und die deutsche Politik- ins Englische, und mehr noch als Droysen war ob dieser tüchtigen Arbeit ihr Bräutigam Überrascht über den „männlichen Kopf- seiner Vtcky. Schwer aber wurde es der Prinzessin, von den Stätten ihrer glücklichen Kindheit zu scheiden. Mit allen Fasern ihres Herzens hing sie an ihrem Heimatlande, an ihrem an gebeteten Vater. Am 25. Januar 1858 fand ihre Hochzeit statt und unmittelbar daran schloß sich ihre Abreise nach Berlin, wo sie mit großer Herzlichkeit empfangen wurde und wo sie sich bald die Herzen gewann von Hoch und Niedrig. Das Haupt derer, die in der Prinzessin ein fremde» Element erblickten, General v. Gerlach, schrieb in sein Tagebuch: „Die Prinzessin sieht schärfer und richtiger al» viele Männer von hervorragendem Geiste, weil sie, im Besitze eines klaren Geistes und des reinsten Herzens, das Wort ,93orurteil- nicht kennt.- Zu seinem Heim hatte der Prinz jene denkwürdige Stätte gegenüber dem Zeughause „Unter den Linden- gewählt, die unter dem Namen „Feldmarschallhaus- im Volk«, munde bekannt und mit der Geschichte Preußens innig verknüpft war. Hier entfaltete sich bald ein musterhaftes Ehe- leben voll Innigkeit unb Herzlichkeit. Beibe begeistert für alles, was des Menschen Herz erhebt, genossen sie die Freuden des Eheglückes in voller Harmonie. Allerdings ging das anfangs entzückte und enthusiastische Publikum bald zu schärferer Kritik über. ES ist ja eine charakteristische Eigen- schäft des Norddeutschen, namentlich deS Berliners, sein erstes überwavendeS Gefühl alsbald in ScepticiSmuS zu wandeln, die markanten Personen anatomisch zu zergliedern. Mißtrauisch beobachtete man namentlich, und nicht ganz ohne Grund, die starke Sehnsucht der Prinzessin nach ihrem eng» lischen Heimatlande, und sie hat, wie ihr Vater eS ihr prophezeite, „manchen Puff im Leben aushalten müssen". Alle Welt aber sah mit Freuden die Ähnlichkeit der geistigen Anlagen des Fürstenpaares und die Gleichartigkeit ihrer Bestrebungen, die Harmonie deS Denkens und Fühlens in Bezug auf die wichtigsten Seiten des Lebens. Der bekannte Dr. Hinzpeter, der Erzieher ihres ältesten Sohne», unseres Kaisers Wilhelm II., spricht in einer trefflichen Charakteristik deS großen Eheglückes des prinzlichen Paare« von „der lebhaften, neue Ideen enthusiastisch ergreifenden, aber auch energisch festhaltenden jungen Frau". Ihre Zwanglosigkeit und ungesuchte Freundlichkeit paßte so ganz zu der schlichten Herzlichkeit und gewinnenden Liebenswürdigkeit ihres Gemahls, wie sie dem Volke vertraut ist. Allerlei hübsche Züge gehen noch heute in der Berliner Bevölkerung von Mund zu Mund. Man erzählt, wie die nachmalige Kaiserin Friedrich als Prinzessin und Kronprinzessin eine Gegnerin alles Formenzwanges war, wie sie aller Hofetikette entgegen, in ihrer stark ausgeprägten künstlerischen Neigung, unbegleitet die Berliner Museen besuchte, wie sie mit ihrem Gemahl bei Professor Schellbach mathematische und physikalische Studien trieb rc. Schön sind ihre Worte, die fte einmal an Theodor v. Bernhardt richtete: „Ich bin stolz darauf, diesem (dem deutschen) Lande anzn- gehören". Der erste große Schmerz, den das hohe Paar in seiner Ehe traf, war der Tod eines Sohnes, des Prinzen Siegis- munb, im Sommer 1866. Er traf namentlich die Kronprinzessin mit ganzer Wucht. Ihren Kindern war sie eine vortrefflich Mutter, eine strenge Erzieherin. Selten hat es wohl eine Fürstin gegeben, die sich in so eingehender Weise persönlich mit ihren Kindern beschäftigt hat. In der Familie waltete sie echt hausmütterlich. Sie fertigte einen Teil der Garderobe ihrer Kinder eigenhändig an, besorgte sich die Schnitte dazu, versah die Kleidchen mit eigenhändigen Stickereien, in denen sie eine Meisterm war, garnierte die Mützchen, häkelte Decken und beschäftigte sich selbst mit dem Spinnen der Wolle. „Im einfachsten schwerwollenen Kleide, durch das Haar nur ein schwarzes Band, ohne alle Frisur, spinnend und zwischen hindurch allerlei Lieder singend", so schildert sie Putlitz. „Sie sagt nie eine Phrase, und das übt eben einen so ganz besonderen Zauber aus. . . Sie sieht wunderhübsch aus mit den schönen ausdrucksvollen Augen; es liegt ein unbeschreiblicher Charme über der ganzen Gestalt." Ein anderes, frühes Wort von Putlitz ist von treffendster Charakteristik: „Man wird sich noch wundern über die hochbegabte, eigentümlich ausgebildete Natur, wenn einmal die Zügel ihres Willens frei schießen. Der Zauberlehrling wird viele Quellen entfesseln; ich glaube aber, er wird die Formel wissen, sie zu hemmen, damit fte nicht überschwemmen." | Oft erschien die hohe Fran schon in früher Morgenstunde in dem Unterrichtszimmer, folgte mit dem größten Interesse den Auseinandersetzungen des Lehrers über seine Unterrichtsmethode und freute sich über die Fortschritte ihrer Söhne. Ganz besondere Freude gewährte der hohen Frau die Pflege der Blumen. Der größte Teil der Beete in den Gärten um das Neue Palais bei Potsdam herum ist nach ihren Zeichnungen und persönlichen Angaben hergerichtet. „Meine Frau versteht alleS", pflegte der Kronprinz oft zu sagen. In der Unterhaltung liebte sie das dialektische Kreuzfeuer. Staunenswert war ihre Belesenheit und ihre Gedächtnisstärke. Sie sprach mit gleicher Kenntnis über deutsche und englische Siiteratur, kannte die Dramen Hebbels ebenso genau wie ihre englischen Lieblingsschriftsteller. Putlitz nennt sie „von Geist begabt wie wenig Menschen dieser Erde-. Dabei liebte sie einen fortwährenden Wechsel. In jüngeren Jahren pflegte sie Pistole zu schießen. „Eine geistige und körperliche Unermüdlichkeit ist in ihr, von der Graf Haeseler Wunderdinge erzählt-, schreibt Putlitz. „Ich wüßte nicht, worauf diese Frau nicht Pasfiou hätte, auf Musik, Kunst, Litteratur, Militär, Marine, Reiten, Jagen. Dabei spricht sie über Geschichte wie ein Historiker, und zwar sehr gut mrd bestimmt.- Gustav Freytag erzählt: Der Kronprinz rühmte ihr reiches Wissen und ihren Geist, zu dem er immer aufseheu müffe, und klagte, daß eine solche Frau nicht überall uach ihrem Wert Anerkennung finde, und mau empfand, wie wohl es ihm that, von der zu reden, an die er immer dachte. Bei den Empfängen zeichnete die Kronpriuzesfin gern auch das bürgerliche Element aus, und besonders gern uuter- hielt sie sich mit Künstlern und Gelehrten. Sehr lieb war ihr der Aufenthalt in Bornstedt, dem Gute ihres Gemahls. Dort war sie nichts als die tüchtige Hausfrau, die selbst im Keller erschien, um die Sahne zu prüfen und die Menge zu bestimmen, die am Nachmittag zum Thee in der Laube des herrschaftlichen Gartens getrunken wurde. Ganz besonders gern veranstaltete sie dort Kinderfeste- Mit geröteten Wangen und mit lachenden Augen eilte die Frau Kronprinzessin, unterstützt von den Prinzen und Prinzessinnen, zwischen den Tischen auf und ab, ordnete und prüfte und sorgte und war nicht eher befriedigt, als bis alle die Kleinen gesättigt vom Tische aufstandeu. In der Bornstedter Schule sorgte sie für gute Lüftung der Räume, für Reinhaltung der Klaffeuzimmer und gute Haltung der Kinder. Oft erschien sie dort noch am späten Abend an dem Krankenbette eines Kindes, um den Eltern Mut und Trost zuzu- sprecheu. In der schweren Krankheit ihres kaiserlichen Gemahls war sie ihm die treueste Pflegerin. Daß ihr Vertrauen auf die Heilkunst eines angesehenen Arztes ihres Heimatlandes unbegrenzt, übertrieben war, wird das deutsche Volk zwar allzeit bedauern, aber es wird auch ihre warmen und innigen Heimatsgefühle verstehen und zu würdigen wiffen. Die Jahre ihres WitweutumeS hat die hohe Dahingeschiedene in stiller Zurückgezogenheit verbracht, hauptsächlich beschäftigt mit der Lektüre der besten Werke der Weltlitteratur, mit Werken der Dichtkunst und der Wisievschaften. Reich aber war auch ihr Wirken in Wohlthaten und Liebesspenden. Wo ihre Hand eingriff, da wichen die Sorge und das Leid, da heilten Wunden, da verwandelten sich Jammer, Elend und Kummer in Freude und Glück. Nun ist sie verblichen. Ueber ihrem Leben hat eine lange Reihe von Jahren heiter und warm die Sonne geleuchtet. Sie hat die Früchte dieser Erde gekostet, sie hat das Herz de» treuesten und edelsten Gatten beseffen. Im Angesicht ihrer Lieben ist sie ruhig entschlafen. Wer hat mehr gehabt und muß nicht sagen: Dieses Mehr war vom Nebel! (Schluß im zweiten Blatt.) Die Handelshochschulen und der Bankkrach. Von sehr beachtenswerte Seite geht uns folgender Aufsatz zu: In der Berliner Zeitung „Der Tag" vom 17. Juli d. Js. beftndet sich ein Leitartikel über die Handelshochschulen. Er entstammt der Feder eines jungen Berliner Privatdozenten der National-Äekonomie, Chr. Eckert, der sich ganz kürzlich, 27 Jahre alt, habilitiert hat. In diesem Aufsatz werden die Aufsehen erregenden Ereignisse in der deutschen Bankwelt und in einzelnen industriellen Unternehmungen, die auf Grund eines überspannten und frU volen Bankkredits Gründungsschwindel getrieben haben, für den Beweis verwertet, daß Handelshochschulen, die volkswirtschaftlich durchgebildete Bankdirektoren und Leiter von industriellen Unternehmungen dem deutschen Wirtschaftsleben zusühren sollen, unerläßlich seien. Herr Eckert, der hier als Reformator auf unserem Kapitalmärkte auftritt, versteigt sich in seiner Beweisführung zu der Behauptung, daß der Grundfehler unseres BanUvesens darin beruhe, daß nicht tüchtige theoretisch ausgebildete Nationalökonomen im Rate der Banken säßen. Solche Leute seien nötig, weil sie an höheren Maßstäben messen. Ihnen seien die allgemeinen Gesetze der Wirtschaftsentwickelung geläufig, sie singen bei gewissen Symptomen an, ängstlich zu werden, und drängten zur Vorsicht. Herr Eckert, der irgend welche praktische Erfahrungen auf volkswirtschaftlichem Gebiet offensichtlich noch nicht hat, stützt sich in seiner eigentümlichere Reformioee auf eine gelegentliche Aeußerung des Börsenkorrespondenten der „Zukunft", der unter dem Namen „Plutus" seit Jahren pikante Plaudereien über die Berliner und Hamburger Börse liefert und den man für gelegentlich „gut informiert halten muß. Trotz dieses anonymen Gewährsmannes erscheint der Vorschlag, wissenschaftlich ausgebildete Nationalöko- nomen statt der kaufmännisch ausgebildeten Direktoren in die Spitze der großkapitalistischen Unternehmungen zu berufen, ungewöhnlich naiv. Gerade unsere Bankwelt zeichnet sich der Natur der Sache nach durch einen weitgehenden und umfassenden Ueberblick über die wirtschaftliche Gesamtlage aus, ohne daß sie theoretische Studien auf den Hochschulen gemacht hat. Der nationalökonomische Theoretiker kann vom Bankier auf dessen Spezialgebiet wahrscheinlich mehr lernen, als umgekehrt der praktische Finanzmann vom zünftigen Nationalökonomen. Die Wirtschaftspolitik ist eine Kunst, die man nicht aus Büchern allein lernen kann. Fürst Bismarck, der gewiß eine förmliche Umwälzung in unseren deutschen volkswirtschaftlichen Anschauungen zu Wege gebraclft hat, wie kaum ein anderer Staatsmann, hat sich mit begreiflichem Stolze gelegentlich gerühmt, daß er nie ein nationalökonomisches System zur Hand genommen habe. In unseren Tagen ist ein Industrieller an die Spitze des preußischen Handelsministeriums berufen worden, von dem man sich in allen Kreisen eine sachverständige Verwaltung seines Portefeuilles verspricht, und von dem man in erster Linie auch erhofft, daß er die zerfahrene deutsche Bürsengesetz- gebung wieder in verständige Bahnen lenken werde. Wenn die deutsche Nationalökonomie erst gelernt hat, dauernde Fühlung mit den wirtschaftlichen Vorgängen des täglichen Lebens zu unterhalten, wenn sie die einseitige Behandlung sozialpolitischer Probleme, bei der viele und wichtige andere Gebiete, gerade wie das Geld- und Kreditwesen, arg vernachlässigt worden sind, fallen läßt, erst dann wird sie darauf Anspruch machen dürfen, als Beraterin und Lehrmeisterin der Praxis gehört zu werden. An dieser Fühlung mit der Praxis fehft es aber gegenwärtig mehr, als wünschenswert. Speziell die historische Sckiule, die auch heute noch in Deutschland herrsckMid ist, und die meisten Lehrstühle mit reinen Wirtschaftshistorikern besetzt, exscheint am wenigsten geeignet, die Schäden, die sich in unserem Wirtschaftsleben auf den Geldmärkten zeigen, erfolgreich zu bekämpfen. Gegenwärtig hat Deutschland eine Häufle und eine Gründungsperiode hinter sich. Die aufsteigende Konjunktur war nicht immer gesund. Wie nach jeder stürmischen Auf- wärtsbewegung im wirtschaftlichen Leben kommt es jetzt zu einer gewissen Abrechnung. Die leichtfersig, ja verbrecherisch ausgerüsteten Kartenhäuser stürzen gegenwärtig jählings zusammen. Wie in den siebziger Jahren, so „kracht"" es bald da und dort, und es ist noch nicht abzusehen, rvann die Aera des Zusammenbruchs ihr Ende erreicht haben wird. Wer aber die ökonomische Situation seit Jahren genau verfolgt hat, der weiß, daß unser deutsches Bank- und Jndustriewesen im großen und ganzen intakt geblieben ist. Es müssen nur gewisse kranke Glieder rücksichtslos abgestoßen werden, damit der Geldmarkt wieder zur Ruhe tommen kann. Das giebt ja auch der Reformator des „Tages"" zu. — Wir würden uns hier nicht gegen seine Ausführungen gewendet haben, wenn er sie nicht durch ebenso verkehrte wie übertriebene wirtschaftspädagogische (Hnnahn- ungen, die ein ungewöhnliches. Maß von Gelehrtenhochmut beweisen, verziert hätte. Auch wir wünschen den neugegründeten Handelshochschulen in Leipzig, Köln und Frankfurt a. M. neidlos eine ersprießliche Wirksamkeit. Wogegen wir uns wehren, ist einerseits die Uebertreibung des segensreichen Einflusses der nationalökonomischen Doktrin auf das Wirtschaftsleben überhaupt, und andererseits die frühzeitige Reklame für die neugegründeten Schwesterhochschulen. In weiten Kreisen begrüßt man die Institute der freien Hochschulthätigkeit als Zeichen gemeinnützigen Geistes großer Städtewesen und opferwilliger Stifter. Vorläufig liegen aber noch keinerlei Erfahrungen vor, die irgend welche Anhaltspunkte geben, daß die Handelshochschulen ökonomische Besserungs - An- stalten werden. Nach amerikanischem Muster treten endliche auch bei uns Millionäre auf, die für den Hochschulunterricht große Summen gemeinnützig bereit stellen. Sie thun es gewiß nicht nur aus Lokalpatriotismus, um ihrem Heimatsorte universitätsähnliche Einrichtungen zu sichern, wenngleich auch dieser Gesichtspunkt eine große und wesentliche Rolle spielen mag. Wie weit sich aber die durchaus neuartige Institution bewähren wird, bleibt abzuwarten. Ob sie nicht besser an die bestehenden Hochschulen angegliedert wäre, ist eine Streitsiage, die wir trotz dem Versuche, der in Leipzig gemacht worden ist, vorläufig verneinen möchten. Wir sind der Ansicht, daß die Universitäten, die so wie so mehr als wünschenswert neuzeitlichen Reformen ausgesetzt sind, sich für solche nicht ungefährliche Versuche nicht hergeben sollen. Die Universitäten sind Trägerinnen alter und bewährter Traditionen, und unter ihrer Herrschaft ist das deutsche Kulturleben nicht zu kurz gekommen. Die Universitäten stehen in ihrem geschichtlich gewordenen Ansehen aber auch; zu hoch da, als daß sie die Handelshochschulen aus Konkurrenzmotiven bekritteln öllteN. Qui vivra, verra! Der Zweck dieser Zeilen war, vor Uebertreibungen zu warnen, und gleickMitig frühzeitige Prophezeiungen über die Wirkungen der Handelshochschulen zurückzuweisen. Die Nationalökonomie als Wissenschaft wird und kann an den Handelshochschulen keine andere sein, als an den Universitäten. Will sie da und dort Einfluß auf die Praxis gewinnen, so wird sie mehr Fühlung mit dem wirtschaftlich>en Getriebe unserer Tage nehmen müssen. Sie wird das Geld- und Börsenwesen durch sachverständige Männer fortlaufend zu beobachten haben und für die Popularisierung ihrer Studien Sorge tragen müssen. Aber auch dann wird ihr Einfluß nur ein relativer und mittelbarer sein. Was die Nationalökonomen zu erziehen haben, ist viel weniger die Intelligenz der Betriebsleiter von Banken und Industrie - Aktien - Gesellschaften, als das , große Publikum., das gegemvärtig die Handelskette unserer großen und angesehenen Blätter nicht versteht, das nicht zwischen den Zeilen zu lesen gelernt hat und deswegen leichtgläubig sein Geld unsoliden Unternehmungen opfert. Die Handelshochschulen mögen zur Besserung dieser Miß- tände ihr Teil beitragen — das ist sehr zu wünschen —, aber der Schwindel und die Unsolidität werden niemals durch Vorlesungen beseitigt werden. Denn einerseits giebt es Böswillige und Gewissenlose in jedem Stand und an- dererseits „werden die Dummen nicht alle." B Die Gietzeuer Ferien 5 i. Man schreibt uns von geschätzter Seite: In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurde u .a. die Verteilung der Ferien an den höheren Schulen unserer Stadt erörtert. Diese Besprechung ist wohl eine Folge des aus Hochschulkreisen an das Ministerium gerichteten Ge- üchs, die diesjährigen Herbstferien an den höheren Schulen früher beginnen zu lassen. Die Gesuchsteller betonten, daß durch den allzu späten Beginn der Herbstferien längere, in Gemeinschaft mit den Kindern auszuführende Reisen für viele Eltern vereitelt oder beeinträchtigt würden. Dieses Gesuch wurde von dem Ministerium, nach er- olgter Berichterstattung durch die drei hiesigen Direktionen, abgelehnt, allerdings mit dem Hinweis, wie wenigstens in der Stadtverordneten-Sitzung mitgeteilt wurde, daß im nächsten Jahre eine Neuregelung der Ferien erfolgen werde. Es sei uns hier zunächst gestattet, einen kurzen Ueberblick über die augenblicklich zu Recht bestehenden Verordnungen und über die thatsächlichen Verhältnisse an den verschiedenen Schiulen des Großherzogtums zu geben, ehe wir auf die von den Gesuchstellern vorgebrachten Gründe und den nach unserer unmaßgeblichen Meinung von dem Ministerium bei seiner ablehnenden Haltung wohl eingenommenen Standpunkt näher eingehen. Durch eine Verfügung vom 31. März 1881 wurde unter Wegfall der „bisher an einzelnen Anstalten üblichen sog. Sommerferien"" (Juliferien) folgende Ferienverteilung angeordnet: 1) . . . 2) . . . „3) Herbstferien 5 Wochen, von dem dem 15. AugustzunächstliegendenSonn- t a g e a n"". Fällt Sonntag und 15. August zusammen, so ist der Beginn der Ferien von diesem Tage an zu rechnen. Diese für das ganze Großherzogtum erlassene Ferienordnung wurde aber alsbald für Darmstadt durchbrochen. Darmstadt behielt auf Wunsch der sehr zahlreich vertretenen Offiziere die bis dahin dort üblichen vierwöchigen Juliserien und die im letzten Drittel des September beginnenden 14 tägigen Herbstferien. Eine Verfügung vorn 20. März 1882 nimmt Bezug auf die für Darmstadt abgeänderte Ferienordnung und erklärt, daß, „wenn ähnliche Verhältnisse die Abänderung der am 31. März 1881 getroffenen Einrichtung auf anderen Anstalten wünschenswert machen, wir geneigt sind, aus des- sallsigen motivierten Antrag die gleiche Aenderung eintreten zu lassen." Im Lause der Jahre haben nun eine ganze Reihe von Städten diese sog. Darmstädter Ferienordnung meist unter fteudiger Zustimmung der Lehrer angenommen, vielfach nach erfolgter Anregung aus Elternkreisen, häufig auch, nachdem allen Eltern Gelegenheit gegeben war, sich zur Sache zu äußern. Noch, in jüngster Zeit wurde unter Zustimmung der jetzigen Schulabteilung an verschiedener, Anstalten die Darmstadter Ferienordnung eingeführt, so, daß augenblicklich wohl die Mehrzahl der hessischen Schulen Juliferien hat, so Darmstadt, Mainz, Worms, Offenbachs Bingen, Oppenheim, Groß-Urnstadt, Alsfeld, Friedberg u. a. Die kleineren rheinhessischen Thülen haben für die dann folgenden späten Herbstferien sogar noch eine gewisse Freiheit der Wahl'mit Rücksicht auf die Weinlese. Für die Anstalten, die sich der Darmstädter Ordnung noch nicht angeschlossen haben, also auch für Gießen, sind nun von Wichtigkeit zwei neuere Verfügungen. Die Verfügung vom 22. Juli 1895 sagt, „daß die Herbstferien an dem Sonntage beginnen sollen, welcher dem 15. August voraus geht, bezw. am 15. August, wenn dieser auf einen Sonntag fällt." Tie zweite Verfügung vom 17. Juli 1898 bestimmt, ganz im Sinne der Gesuchsteller und angeblich auch veranlaßt durch damals aus denselben Kreisen laut- gewordene Wünsche, daß die ,^erbstferien an dem Montage beginnen, welcher dem 8. August zunächst liegt." Infolge dieser Verfügung wurde der Unterricht 1898 am 6. August, 1899 am 5. August, 1900 am 4. August ge-, schlossen. In diesem Jahre hätte am 3. August geschlossen werden müssen, während von 1881 bis 1895 durchschnittlich am 17. August, von da bis 1898 durchschnittlich am 12. August Ferienanfang war, ohne daß man in den 15 Jahren von 1881 bis 1895 in Lehrer- oder Elternkreisen Klagen über zu späten Beginn der Ferien vernahm, während um- gekehrt bereits die Verordnung von 1895 und noch mehr diejenige von 1898, die beide ohne vorher eingeholte Meinungsäußerung der im Schuldienst stehenden Männer erlassen worden waren, sofort, noch vor ihrer praktischen Verwirklichung, die allergrößten Bedenken hervorriefen. Bedenken, die durch die dann folgende^ Erfahrungen nicht nur nicht beseitigt, sondern noch verstärkt wurden. Die Folge der Verordnungen war nämlich eine ungewöhnliche Länge des an sich schon immer sehr arbeitsreichen Tertials von Herbst bis Weihnachten. Dieses Tertial umfaßte nunmehr eine ununterbrochene Schulzeit von 15 Wochen, eine Arbeitszeit, die bei dem heutigen intensiven Schulbetrieb die Kräfte von Lehrenden und Lernenden in ganz unverantwortlicher Weise in Anspruch nahm. Die Lehrer waren vielfach müde, abgespannt, nervöser wie gewöhnlich, die Schüler waren schlaffer, weniger zur Arbeit geneigt, weniger im Stande, mit Aufmerksamkeit dem Unterrichte zu folgen, in den Pausen weniger zum Spiel geneigt, mit weniger Eifer über das Frühstück herfallend. Jeder Lehrer konnte diese Erfahrung an sich und seinen Schülern machen, gewiß haben dieselbe Erfahrung auch all die Eltern gemacht, deren Kinder bestrebt waren, bis zuletzt pflichtgemäß und intensiv mitzuarbeiten. In dem Augenblick aber, wo die schon vorher gefürchteten Gefahren sich thatsächlich einstellten, war es Pflicht der Schulleitung, auf diesen Umstand hinzuweisen, und Entscheidung des Ministeriums herbeizuführen. Daß der Hinweis auf diese Gefahren gerade von Gießen ausging, ist ganz erklärlich, denn von allen Städten, die sich noch nicht der Darmstädter Ferienordnung angeschlossen haben, ist Gießen die größte, die Klassen sind hier viel stärker besucht, teilweise überfüllt, so daß an Lehrer und Schüler viel größere Anforderungen gestellt werden, als an anderen Orten, wo manchmal die Klassenzahl nur ein Drittel der hier üblichen Ziffern beträgt. Daß insbesondere die Anregung gerade von der höheren Mädchenschule ausging, ist ebenfalls erklärlich, es war zu erwarten, daß gerade bei den Mädchen die Mißstände sich zuerst zeigen würden. Die beiden anderen Anstalten konnten aber auf Anfrage wohl pflichtgemäß berichten, daß auch bei ihnen gleiche Erfahrungen gemacht worden seien. Die Folge loar eine, so viel wir wissen, bis jetzt allerdings nur für Gießen giltige Verfügung, wonach „die Ferien wieder nach Maßgabe der Verordnung vom 31. März 1881 zu erfolgen haben'". Dadurch war in diesem Jahre der Ferienbeginn vom 3. August auf den 17. verschoben und das Tertial zwischen Herbst und Weihnachten um 14 Tage verkürzt. So weit die thatsächlichen Verhältnisse. Aas Stadt und Land. Xachvichten von allgemeinem Interesse sind UNS stets willkommen und werden arrgemefferr honoriert. ** Personalnachrichten. Der Großherzog hat der durch die Dekanatssynode des Dekanats Grün berg füü den Rest der im Jahre 1908 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Karl Wagner zu Ettingshausen zum Dekan des Dekanats Grünberg die Bei tätigung erteilt, den Pfarrer und Dekanstellvertreter Georg Bayer zu Kelsterbach auf sein dtachsuchen von der ihm übertragenen Pfarrstelle zu Dornheim, Dekanat Groß^k- rau, wieder enthoben, und diese dem Pfarrer Philipp Münch zu Münster übertragen. •• Die Perseiden ober LaurentiuSmeteore sind eine seit Jahrhunderten mit großer Regelmäßigkeit wiederkehreude Himmelserscheinung; ihre Fülle hängt anscheinend fast nur von den äußeren Bedingungen ab, nämlich von dem Wetter und der Mondphase. In letzterer Hinsicht sind wir in diesem Jahre recht günstig gestellt, da die Aufgänge deS Mondes in der Zeit vom 7. an erst in späte Nachtstunden fallen. Nach- stehende Zahlen, die den Aufgang nach mitteleuropäischer Zeit geben, find für ganz Westdeutschland auf etwa zehn Minuten richtig: August 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 11.24 11.59 — 0.53 1.56 3.5 4.18 5.31 Das Phänomen läßt sich bei klarer Witterung etwa von 9i/a Uhr an, wenn es dunkeler zu werden beginnt, gut be- obachten. Die meisten scheinbaren Meteorbahnen weisen, nach rückwärts verlängert, auf einen Punkt im Perseus. Die Lage dieses Punktes zum irdischen Beobachter ist veränderlich, da er eben mit den Sternen auf- und untergeht. Außerdem verschiebt sich die Lage des Punktes unter den Sternen selbst von Tag zu Tag ein wenig nach Nordnordost. AuS beiden Thatsachen folgt bekanntlich die kosmische Natur der Erscheinung. Wer durch eine auffallende Himmelserscheinung veranlaßt wird, sich mit den Gestirnen zu beschäftigen, nimmt gern auch von anderen Dingen Kenntnis, die bei dieser Gelegenheit mitbeobachtet werden können. Der veränderliche Stern Algol im Perseus erfährt in denselben Tagen drer von seinen alle 69 Stunden wiederkehrenden LichtminimiS zu bequem liegenden Tageszeiten, nämlich August 7. 9. 12. kleinstes Licht 1.43 früh 10.32 abends 7.21 abends. Der Stern ist im vollen Lichte, wie wir es der Regel nach sehe», von der zweiten, im Minimum von der vierten Größe. Am 12. läßt sich nur der ausstcigende Ast der Lichtkurve verfolgen, am 9. wenigstens zum Teil auch der auffteigeude, am 7. der ganze absteigende Ast und der größte Teil des aufsteigenden. Die Ursache der Minima ist bekanntlich der Umlauf eine- verdunkelnden Satelliten. _ W. Hausen, 5. Aug. Ein liebliches, vom ichonsten Wetter begünstigtes Missionsfest würbe in der vergangenen Woche hier gefeiert. In dem .Hauptgottesdienst, der tn der restaurierten Kirche um 1 Uhr stattfand und der auch von Missionsfreunden aus Nachbargemeinden gut besucht war hielt Stadtpfarrer Schmidt aus Schlitz die Fest- Predigt auf Grund von Luk. 5, 1—11, darin den Zuhörern die Mahnung ans Herz legend: „Fahret auf die Hohe und werfet eure Netze aus!" Nach einer Pause begann um halb vier Uhr die Nachversammlung am nahen Walde. Auf Einladung des Kirchenvorstandes waren der Posaunenchor und der gemischte Kirchenchor aus Klein-Linden erschienen, von denen ersterer die Choräle und geistlichen Volkslieder begleitete, während der gleichfalls gut geschulte Kirchenchor in den Zwischenräumen untör Leitung des Dirigenten, des Werkmeisters Ludwig Weigel XII., trefflich ein geübte Gesänge vortrug. Tie die Not in der Heidenwelt schildernde und die Abhilfe durch Christum und sein Evangelium aufzeigende tüchtige Festpredigt wurde von PfarrerW a g n e r aus Ettingshausen gehalten. Nach einem Gesang des gemischten Chors erzählte sodann noch Pfarrer Nies aus Melbach in nahezu einstündigem, fesselnden Vortrag aus der Heidenwelt, insbesondere vom Leben der Taumlon in Vorderindien und dem Wirken der Missionare. Ter OrtS- pfarrer sprach sodann ein kurzes.Schluß- und Dankeswort. Auch in der Nachversammlung hatten sich Missionsfreunde aus der Umgegend eingefunden. Tie Kollekte für die Heidenbekehrung an diesem Tage erreichte die erfreuliche Summe von 58.22 Mk. Eine besondere Gabe von 40 Mk- wurde außerdem gespendet. , tt Lich, 4. Aug. Heute mittag sand die feierliche Eröffnung der Ausstellung der Schülerarbeiten gewerblicher Lehranstalten der Provinz Ober Hessen statt. Rathaus und Turm waren mit Fahnen in den deutschen, hessischen und solmsischen Farben beflaggt. Ter Eingang zum Rathaus, in dessen Sälen die Ausstellung eingerichtet ist, war nut Fahnentuch und Tannengrün geziert. Gegen 12 Uhr versammelte sich dort der Ausschuß, der Stadtvorstand und Mitglieder vom Schulvorstand. Gegen 12 Uhr traf auch der Fürst zur Besichtigung ein. Nun begrüßte der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins, Glasermeistier Scher ff, die An- tvesenden. Darauf hielt der von der Großl)erzoglichen Zentralstelle zu Darmstadt mit der Eröffnung beauftragte Hauptlehrer Schindel eine kurze Ansprache, in der er etwa folgendes ausführte: Tas gewerbliche Schulwesen unserer Provinz setzt sich zusammen aus unseren Sonntagszeichen-- schulen, unseren gewerblichen Abendschulen, unseren Gewerbeschulen mit vollem Tagesunterricht und der Großi- herzoglichen Webschule in Lauterbach. Alle diese Anstalten finden Sie in ihrer vollen Anzahl hier vertreten. Die ausgestellten Arbeiten erstrecken sich aber fast ausnahmslos auf Lehrgänge der zeichnerischen Unterrichtsfächer dieses Anstalten; nur die Webeschule in Lauterbach hat, da sie Fachschule ist, naturgemäß die Ergebnisse aus dem Gebiete ihres praktischen Unterrichtes ausgestellt. Man hat es schon oft versucht, den Wert unserer Schulausstellung! zu verneinen. Mit Unrecht. Ein materieller Erfolg wird ich allerdings bei denselben nicht aufweisen lassen. Ein olcher wird aber auch nicht erstrebt. "Der Wert unserer Ausstellungen liegt vielmehr darin , daß sie uns die Möglichkeit bieten, uns Über die einzelnen Anstalten ein Urteil zu bilden und die einzelnen Schulen in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit miteinander zu vergleichen. Nun führt man allerdings an, daß gerade durch derartige öffentliche Schaustellungen die Lehrer der einzelnen Schulen veranlaßt würden, auf Scheinersolge hinzuarbeiten. Dies ist nicht in annähernd dem Maße der Fall, wie man anzunehmen geneigt ist; denn dafür haben wir ja doch die vorgeschriebenen Lehrgänge und die Schulrevisionen. Auf den Lehrer wirken sie belehrend, auf den Schüler, der sich durch die Leistungen seiner Mitschüler übertroffen sieht, aneifernd. Damit ist der erzieherische Wert dieser Ausstellungen gekennzeichnet. Dazu kommt aber noch die Kritik der Handwerkerschulkommission, sowie auch zuletzt doch nicht zum wenigsten noch die Kritik der Allgemeinheit. Tie Schülerausstellungen stehen ganz unter dem Zeicl)en des Verlangens nach Kritik. Welche Gefahren aber ein Stillstand auf diesem Gebiete in* sich birgt, das vermag nur der voll und ganz zu beurteilen, der von den enormen Anstrengungen unterrichtet ist, die das Ausland macht, um uns mit seinem gewerblichen Schulwesen zu überflügeln. .Die mehr oder weniger fortgeschrittene Entwickelung und Ausbildung des technischen Unterrichtswesens eines Landes wird aber nach dem übereinstimmenden Urteil unserer bedeutendsten Volkswirte in Zukunft nicht zuletzt ausschlaggebend sein für den Rang, den ein Volk vermöge seiner technischen Tüchtigkeit im Wettkampf der Nationen mit seinen Jndnstriepro- dukten auf dem Weltmärkte einnimmt. Unsere G e w e r b e- vereine aber werden nach meiner Ueberzeugung sich durch nichts verdienter machen können, als wenn sie wie seither auch in Zukunst die Pflege des gewerblichen Unterrichtswesens als ihre vornehmste Aufgabe betrachten. — Hierauf eröffnete Redner die Ausstellung mit dem Wunsche, daß sie von reichstem Erfolge begleitet sein möge. — Der Fürst durchschritt nun unter Leitung des Hauptlehrers Schindel die Ausstellung und bekundete fein lebhaftes Interesse für die ausgestellten Schülerarbeiten, vor allen Dingen für den Grad von Selbständigkeit, die die Schüler bei schwierigen Arbeiten gezeigt hatten. Die Ausstellung hatte sich im Laufe des Tages eines zahlreichen Besuches zu erfreuen. D. B e l l e r s h e i m, 5. Aug. Bei der heute hier stattgehabten Bürgermeister wähl wurde der seitherige Beigeordnete Georg Bopp VI., der vor 9 Jahren nur mit einer Stimme unterlag, bei sehr reger Wahlbeteiligung mit 116 von 118 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Es ist dies ein erfreulicher Beweis der Eintracht, die in unserem Dorfe herrscht und des Vertrauens, das die Gemeinde ihrem netten Oberhaupt entgegenbringt. Darmstadt, 5. Aug. Der Großherzog hat bestimmt, daß das Gymnasium zu Büdingen hinfort die Bezeichnung „Wo lfg a n g Ernst-Gymnasium" führen soll. w. Nidda, 5. August. Tie hiesige Kleinkinderschule feierte gestern auf der städtischen Festwiese ihr Jahresfest. Sie wird von 63 Schülern im Alter von 2 bis 6 Jahren besucht und von einer Nonnenweierer Schwester geleitet. Die Feier wurde durch Gesang der Sonntags^- schüler eingeleitet. Nachdem die Klein kin der schule r einige geistliche Lieder gesungen hatten, hielt Namens des Vor- tandes Pfarrer Werner eine Ansprache. Er dankt nächst Gott auch allen Freunden und Gönnern der ©dyule und gedachte dann des schmerzlichen Verlustes, den die Scvule durch den Heimgang des Begründers und langjährigen Vor- itzenden des Vorstandes, Kircl>enrats und Dekans Hof-, m c t) c r erlitten habe. Im letzten Jahre starb trotz vieler Erkrankungen nur ein Kind. Die Scl>ule besitzt ihr eigenes! Haus. Die Kinder wurden nach der Feier mit Milch und Bretzeln bewirtet. S. Schlitz, 5. Aug. Bei dem aus Anlaß der Gau- tnrn fahrt desGauesHessen veranstalteten Preis- turnen erhielten folgende Teilnehmer Preise: 1. Preis! Michael Keller, Friedberg (38 Punkte), 2. Pr. Heinrich Wlolff, Nidda (36 P.), 3. Pr- Karl Kreiling, Wieseck und Karl Sprengel, Bad Nauheim (35 einen halben P.), 4. Pr- Erich Jung, Kirchhain, Otto Eisenhardt, Ufingen und Heinrich Erk, Ufingen (34 einen halben P.), 5. Pr. Karl Erb, Gießen (34 P.), 6. Pr. Hans Opper, Kirchhain (33 einen halben P.), 7. Pr. Ernst Wagner, Krofdorf (32 einen halben P.), 8. Pr. Heinrich Bauer, Lauterbach und Ernst Jung, Gießen (32 P.), 9. Pr. Fritz Blanz, Ufingen, Karl Bender, Msseld und Ferdinand £>ain, Friedberg (31 einen halben P.), 10. Pr- Wilhelm Wagel, Lich, August Eger, Gießen und Karl Kreiling I., Wieseck (31 P.). Im Ganzen wurden 161 Diplome an 171 Wettbewerber verteilt. Kttteratur, Wissenschaft und Kunst. Äöltl, 4. Auq. Der Mannergesangverein „Polyhvmnia" begeht vom 3. 616 6. Äupuft die Feier seines fünfzigjährigen Bestehens. Zu den Festlichkeiten sind zahlreiche Gesangvereine Westdeutschland-, namentlich »u8 dem Rbetnlande, sowie au8 Holland und Belgien erschienen. Zu dem Wettstngen haben der Kaiser, die Kaiserin, der Kronorinz. Prinz Heinrich und der Erbgroß Herzog von Baden, sowie der Oberpräsident Nasse u. a. m. Ehrenvreise gestiftet. Bet dem internationalen GesanaSwettstreit errangen in der ersten internationalen Klasse ©ocletö l'Orpheon de Trooz Toret auS Belgien den ersten, die Sänaerhalle-Mannheim den zweiten, die Rör- movd'sche Sang- und Musikvereinigung den dritten Preis in der zweiten deutschen Klaste die Union-RonSdorf den ersten, der Männer- a-sangveretn-Horbach den zweiten und Philomele-Düsseldors den dritten Preis. Nachmittags findet ein Preisstngen der höchsten internationalen Klage statt, an dem hervorragende ausländische und heimische Vereine teilnehmen. airfÄn,,0,,e'Samm,e'Velvet,«'-'i^ wltlwSi Dlusen, Besatz liefern wir direkt au «rioote. Man Verl. Muster unserer großen Auswahl, von Elten & Kernen,Krefeld. WTamwÄmam zur Notiz, dass meine Kur von Auerbach nach NCrVOSCll Bemagen am Rhein verlegt ißt. Combin. Methode. Topinardbad, Meeh an o- therapio u. Wachsuggestion Indio, b. Angst, Willensechw., Zwangsged., Herzerreg., Schwäche, Magenübel etc. Herstell, d. Darmkraft bei alter Darmträgheit. Prosp. üb. Art u. Wirkung frei. Dr. JBorcherdt. Die Blickensderfer •***« Leietu»^- . Fähigkeit keinem Schreibmaschine anderen Fabrikate No. 5 M. 175.—, No. 7 M. 225 — nach, oooooooo Katalog und Vorführung durch die Brühl’sche Druckerei, Giessen, Schulstrasse 7. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß Herr Schlachthofdirektor Liebe erkrankt ist und Herr Dr. med. 2cmgen für die Zeit der Erkrankung des Herrn Liebe die Dienstgeschäfte desselben übernommen hat. Gießen, am 3. August 1901. 5417 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________Mecum._______________ Bekanntmachung. Die Anfertigung von 200 Prämiieruugsbäudern fir die Prämiierung von Pferden gelegentlich der hiesigen Pferdemärkte soll vergeben werden. Ein Muster hierzu liegt auf dem Bürgermeisterei-Bureau — Zimmer Nr. 15 — zur Ansicht offen. Offerten sind bis zum 15.1. M. verschlossen mit entsprechender Aufschrift bei uns einzureichen. Gießen, den 5. August 1901. 5418 Die Pserdemarktkommtffion. _________________Wolff, Beigeordneter._________________ Großh. UiimfiM-KlbliHek. Alle Benutzer mit Ausnahme der Studenten haben die von ihnen entliehenen Bücher bis $um 10. August zur Musterung einzuliefern. Vom 15. August bis 26. Oktober ist die Bibliothek täglich von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Gießen, den 26. Juli 1901. Der Großh. Oberbibliothekar. __________________ Prof. Haupt.________________5176 Michtfeuenvehr. Donnerstag den S. August d. I , abends SV3 Uhr, im Tnrmhause am Braud: Uebung der 1., 3 u. 4. Rotte. Gießen, am 2. August 1901. 5357 __Der Branddirektor: Traber. Siimtl. farbige Huhmrea verkaufe za herabgesetzten Preise«. Sackaltn, Zegkltlltzschllhk, Kiudksschvhe äußerst billig. Friedrich Magnus, Wetdengaffe 10, 5884 Weivevgaffe 10. Merichtigung. In der Bekanntmachung betr. Konkursverfahren über das Vermögen des Zimmermeisters Heinrich GeißlerVII.in Staufen- berg muß es anstatt „Geißlers" Geißler heißen. Gießen, den 5. August 1901. Großh. Amtsgerichtsschreiberei. ________Fauldrath. 5409 Mittwoch den 7. 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Letztere findet auf dem Marktplätze statt. Wir gestatten uns noch, darauf aufmerksam zu machen, daß sich der Markt seither eines wachsenden Zuspruchs zu erfreuen hatte und laden daher zu recht zahlreichem Besuche hiermit ergebenst ein. 5385 Das Komitee. 5189 Kein Einlaufen ! Alleinverkauf für Giessen: Rathschlag, Seltersweg Hemden und Jacken mit nahtlosen Aermeln. Unterbeinkleider regulär mit nahtlosen Beinen. Reithosen, Hemdhosen etc. Dr. Lahmann’s Bettwäsche. Unübertroffen Kein Verfilzen! an Güte und Haltbarkeit. Gesündeste und praktischste Leibwäsche für jede Jahreszeit. Z >£>'7 \ 4. Großh. Heff. Andes-Mme. Lose zur 1. Klasse, Ziehung am 11. September empfiehlt zu Originalpreisen r/i Md. 28, 1/2 M. 14, y4 M. 7, Vs M 3.50 die amtliche Kollektur von A. Fröhlich, Gießen, Goethefirak«' 2» 5145 ■■ Bersicherungsftaud ca. 44 Tausend Policen. ■■■ Allgemeine Renten-Anstalt Hegründet 1833 zu Stuttgart Aeorgatristert 1855 B Gegenseitigkeits-Gesellschaft unter Aufsicht der K. Württ. 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