Nr. 157 151. Jahrgang Zweites Blatt a9en 85 BBS tterie. iit 200 Mark gezogen. h-?*S SM- Sonntag 7. Juli 1901 rr ken irnben CS2* 8» wn. 16 Uhr VlrttiWwM«* fHUflenl Sdrefft für DeprfchEl Anzeiger «etze». Frrnsprechanschluß Nv.GL. Postbezug viertelj-h^. Mk. 2.00 ohne BesteS^V KOc «Ridflen:Bennittlu*e|te fttfien bei Kn- u*b HuCImM «ehmnr Anzeigen für bee »»ebener Anzeiger entKM geilen^rd«; lokal it Au auswärts X) Pf,. Anerkennung. Auf der Berliner Zollkonferenz ist der Ge- nugthuung darüber Ausdruck gegeben worden. Natürlich sind auch hier Meinungsverschiedenheiten aufgetreten, aber in sachlichster, gelassenster Form, und keine, die nicht die Hoffnung gäbe, auf Erzielung des Einverständnisses. Es werden gewisse Kompromisse über die Gestaltung der Handelsverträge auch zwischen den Bundesregierungen, wie später zwischen den Parteien, zu schließen sein. Tas ist auch eine Probe auf die Einheitlichkeit der Regierung, eine Probe, die zweifellos glänzend bestanden werden wird. In der Rechtschreibungsfrage, in der Einführung der 45 tägigen Eisenbahnrückfahrtskarten hat sich gezeigt, wie rasch und wie glatt jetzt Verständigungen zu erzielen'sind. — Herrn v. Miquels Bedeutung als Staatsmann ist gewiß hoch zu veranschlagen. Aber es mag doch nicht ganz zufällig sein, daß seit seinem Rücktritt, man möchte sagen, die „Temperatur" des Verhältnisses unter den Bundesstaaten behaglicher geworden ist. Herr v. Miquel war sich bewußt, ein sehr maßgebender Mann zu sein. Er konnte, bei aller liebenswürdiger Verbindlichkeit in der Form, sehr bestimmt bei seiner Meinung bleiben, und das führte doch mitunter zu Unträglichkeiten. Graf Bülow ist konziliant, er beharrt nicht darauf, daß gerade seine Auffassung gelten soll. Der Reichskanzler hat die Sympathien der Bundesregierungen. Tie Ruhe ünd die Mäßigung, die seine Thätigkeit als Leiter der auswärtigen Politik so vorteilhaft ausgezeichnet haben, sind doppelt wohlthätig für die innere Politik. . . Alles in allem: es herrscht eine gute und vertrauensvolle Stimmung; man darf von einer geschlossenen Regierungspolitik sprechen. Tank dieser inneren Festigkeit läßt sich die parlamentarische Kampagne ohne Besorgnis erwarten. Tas Haupistück ist und bleibt der Zolltarif. Ter Reichshaushalt-Etat wird kaum Ueberraschs- ungen enthalten. Steuervorlagen sind nicht wahrscheinlich; es soll nicht bestritten werden, daß auch amtliche Steuer- Projekte existieren, daß noch Vorrat davon vorhanden ist — aber von der Ausarbeitung bis zur Einbringung der Vorlage im Reichstage ist ein weiter Schritt, Ob das Reich neue Steuern, neue Einnahmequellen braucht, kann erst die Zukunft entscheiden. Ueber die Heeresvermehrung, die angeblich im Plane liegen sollte, hat sich die Oeffent- lichkeit inzwischen beruhigt, nachdem entgegenstehende Aeußerungen des preußischen Kriegsministers bekannt geworden sind. Tie ganze Kraft wird auf die Behandlung der zollpolitischen Fragen verwendet werden. Tas nicht unbedingt Notwendige bleibt einer späteren Zeit Vorbehalten. Völkische Tagesschau. Als die Aufsehen erregenden Veröffentlichungen der „Nationalztg." über den Gumbinner Militärprv- zeß erfolgten, schwiegen die offiziösen Zeitungen, obschon es sehr wünschenswert gewesen wäre, daß man von amtlicher Stelle aus auf die erhobenen Beschuldigungen geantwortet hätte. Man begnügte sich jedoch damit, die Mitteilungen anderer Zeitungen, die das Verhalten der Militärbehörde in Schutz nahmen, lakonisch zu bestätigen. Tann erschien die scharfe Kritik des Reichsgerichtsrats a. D. St en gl ein. Es scheint, daß diese Beurteilung seitens des ehemaligen Mitglieds des höchsten Gerichtshofes doch die Besorgnis erweckt hat, sie könnte in weiteren Kreisen der Oefferttlichkeit Beachtung finden. Jetzt läßt nämlich die „Nordd. Allg. Ztg." die bisher beobachtete Reserve fallen Und giebt einer Zuschrift von juristischer Seite „Zum Fall Hickel" Raum. Ta wird „als noch nicht dagewesen" bezeichnet, daß „in einem noch anhängigen Strafprozeß die öffentliche Meinung zu Gunsten eines Angeklagten unter Mitwirkung eines hohen richterlichen Beamten in gleicher Weise allarmiert worden ist". Hickel sei nicht freigesprochen worden wegen erwiesener Unschuld, sondern wegen unzureichenden Beweises. Tas mag sein; aber auf die Motive kommt es nicht an. Jedenfalls mußte, — das ist immer wieder zu betonen - der Angeklagte nach den Bestimmungen des Militärstrafprozesses in Freiheit gesetzt werden. Tas ist aber nicht geschehen. Die Quintessenz der Zuschrift liegt darin, daß zugegeben wird, es seien seitens der zuständigen Kommandostellen Formfehler vorgekommen, die bei der kurzen Zeit der Geltung der Militär-Strafgerichtsordnung erklärlich und entschuldbar seien. Entschuldbar, gewiß Aber es ist unverzüglich! öffentlich) auf diese „Formfehler" aufmerksam gemacht worden; es konnte mithin eine rasche Korrektur eintreten. Eben w e i l es sich) um ein neues Verfahren handelt, dessen Anwendung die Oeffentlichkeit in hohem Grade interessiert, würde das Vertrauen zu diesem Verfahren gestärkt worden sein durch die peinliche Handhabung der prozeßrechtlichen Vorschriften. „Tem Formalisten",' meint die Zuschrift an die „Nordd. Allg. Ztg.", gilt allerdings die peinliche Handhabung prozeßrechtlicher Vorschriften mehr als die Gefahr, daß. dadurch die Sühne der That vereitelt werde." Tas braucht durchaus nicht der Fall zu sein; die Vorschriften zur Sicherung der Rechtspflege sind dazu da, daß sie erfüllt werden. Sonst ist eben keine geordnete Rechtspflege möglich Es ist, um mit dem Juristen der „Nordd. Allg. Ztg." zu sprechen, auch, „noch nicht dagewesen", daß ein Freigesprochener in Haft behalten wurde. Tie offiziöse Rechtfertigung schließt: „Ist Hickel unschuldig, so mag er sich über die Fortdauer der Untersuchungshaft damit trösten, daß er gelitten hat im Dienst der strafenden Gerechtigkeit. Zu einer Hetze nach bekannten Mustern ist kein Anlaß gegeben." Ob wohl der IL-ttch mit M Montag-. ®* fuwitkn- «KSSU« dem An, «Ss-r t-r Seihtet mit „Hkss. „Blätter £2* £3$. »irr- Wd brt-rle-t. -^^ 4702 sen, Uhr «b, vtZNgkprelr viertelte Mk. 2.2G, monotl. 75 jfta. mit Bringedobn; durch £ Abholestkllen üiertrlfö^ Exreichskauzler Hohenlohe Kurz vor Schluß der Redaktion erhallen wir folgendes Telegramm: Ragaz, 6. Juli. (Tel. des „Gießener Anz.") Alt- reichskauzler Fürst Hohenlohe, der hier zur Kur weilte, ist nachts gestorben. So hat dena der greife Staatsmann nach seiner langen Ehrenvollen staatsmännischen Laufbahn nicht lange die reich- verdiente Ruhe genossen. Am 17. Oktober v. IS. wurde sein EntlafsunqSgesuch vom Reichskanzleramte bewilligt, zu dem er am 29. Oktober 1894 nach Caprivis Rücktritt be rufen worden war. Die vielen und großen Verdienste, die sich Fürst Chlodwig um das deutsche Reich erworben hat, werden in der Geschichte unvergessen bleiben. Schon in den •40er Jahren des vorigen Jahrhunderts macht er von sich reden, als er in der Kammer der bayerischen Reichsräte die österreichisch klerikale Politik der Ministerien Schrenk und v. d. Pfordten bekämpfte. Nach dem Kriege von 1866 forderte er offenen und ehrlichen Anschluß Bayerns an Preußen und Stellung der süddeutschen Kontingente unter Preußen- Führung im Kriegsfälle. Auf dieses Programm hin wurde er Sylvester 1866 Minister de- königlich bayerischen Hauses uud des Auswärtigen. Gegen den Widern stand der klerikalen und bayerischen Partikularisten setzte er die Zolleinigung der süddeutschen Staaten mit Preußen durch. Seine preußenfreundliche Haltung fand scharfe Anfeindung, mehr noch seine Anregung zum Vorgehen gegen die Jesuiten und der Versuch, zunächst die katholischen Staaten Deutschlands, dann alle katholischen Mächte Europas zu einer gemeinsamen Abwehr des von Seiten des vatikanischen Konzils drohenden Angriffes zu bestimmen. Die Neuwahlen der bayerischen Kammer im November 1869 ergaben eine Majorität der Klerikalen, und bald gab Hohenlohe seine Entlassung. Als bayerischer Reichsrat stimmte er im Dezember 1870 für Eintritt Bayerns in das Deutsche Reich. In den ersten deutschen Reichstag gewählt, schloß er sich der liberalen Reichspartei an. 1874 wurde er deutscher Botschafter in Paris, 1880 interimistischer Staatssekretär des Auswärtigen, 1885 Statthalter von Elsaß-Lothringen, wo infolge seines Regiments ruhiger Festigkeit bereits 1886 die Gemeinderatswahlen einen Fortschritt des Deutschtums bedeuteten. Des hochbetagten Fürsten Wirksamkeit als Reichskanzler ist gewiß größer gewesen, als man seinerzeit wahrgenommen hat. Seine Hauptthätigkeit hat, wie oft versichert wurde, im „Verhindern" bestanden. Chlodwig Karl Victor Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, Prinz von Ratibor und Corvey, war geboren zu Rotenburg a. d. Fulda am 31. März 1819 als Sohn des Fürsten Franz Joseph und seiner Gemahlin Konstantia, geb. Prinzessin von H. Langenburg. Er vermahlte sich 1847 zu Frankfurt a. M. mit der Prinzesin Marie von Sayn- Wittgenstein-Berleburg, die 1897 starb. Dieser Ehe sind vier Kinder entsproßen, von denen sich namentlich der jüngste Sohn, Prinz Alexander, als Mitglied des Reichstages be« kannt gemacht hat. Nachfolger in der Fürstenwürde ist der bisherige Erbprinz Philipp Ernst. Der verstorbene Fürst war u. a. auch Ehrendoktor der Universitäten Würzburg und Straßburg. sehoB aren, Einheitlichkeit der Regierung. Aus einer Unterredung, die einer unserer Berliner Mitarbeiter mit einer politisch hervorragenden Persönlichkeit hatte, sei das Folgende wiedergegeben: . . .„Tas vielleicht Erfreulichste an unseren gegenwärtigen politischen Zuständen ist das ausgezeichnete Verhältnis, das unter den deutschen Bundesregierungen herrscht. Es ist nicht nur Entgegenkommen, es ist eine aufrichtige Herzlichkeit, welche die „Einheitlichkeit der Regierung" mehr gewährleistet, als alles andere. Manche Frage konnte früher einfach nicht aufgeworfen werden; man ging still darüber hinweg, um nicht da oder dort eine Regierung zu verletzen, die auf gewissen Gebieten, berechtigter Weise, auf cttsolute Selbständigkeit hält. Man steht heute auf einem freieren Standpunkte; ohne im Geringsten eines jener Rechte anzutasten, diskutiert man ^>och darüber, was sich zum Wohle des Ganzen gemeinsam thun läßt. Früher wurde nicht ohne ein leises Mißtrauen nach Berlin hingesehen; dies Mißtrauen ist geschwunden. Von Berlin aus wird durchaus nicht die Führung beansprucht — sondern man nimmt dort ebensogern Anregungen und Wünsche entgegen. Dergleichen dürfte nicht leicht wieder Vorkommen wie z. B. seinerzeit unter dem Grafen Caprivi, oder richtiger wohl aus Betreiben Miquels, das Reichs-Wemsteuerprojekt, das den entschiedensten Widerspruch Württembergs herausgefordert hatte, und trotz dieses Widerspruchs als Vorlage eingebracht wurde, aber prompt absiel. Graf Bülow hat — tote Fürst Hohenlohe — das Prinzip, daß innerhalb der Bundesregierungen in wichtigen Fragen volle Uebereinstimmung herrschen soll, und daß es geraten ist, die Hand von Plänen zu lassen, die, wenn auch nur von einer Minderheit als eine Beeinträchtigung der Landes- interessen empfunden wird. Und diese Rücksichtnahme findet Engländer uud Buren. Erklärungen des Kriegsministers Brodrick im englischen Unterhause enthalten wichtige Mitteilungen. Man erinnert sich, daß vor einigen Wochen aus holländischen und belgi- schen Quellen mit großer Hartnäckigkeit Nachrichten kamen, Lord Kitchener habe dem Buren-Oberkommando den Draht zur Verfügung gestellt, um mit dem alten Krüger in Verbindung, zu treten, und es seien neue Friedensver- handlungen im Gange. Ta man auf Bestätigung dieser Gerüchte von englischer Seite vergeblich wartete, so nahm man an, daß es eben nur Gerüchte seien, die vielleicht aus der gleichzeitigen Zusammenkunft der Frau Botha mit Krüger ihre Nahrung gesogen hätten. Jetzt ergiebt sich aus den Mitteilungen Brodricks, daß sie auf Wahrheit beruhten. Louis Botha hat thcttsächlich von Lord Kitchener die Erlaubnis erhalten, chiffrierte Telegramme an Krüger abzusenden. Es geht ans den Worten Brodricks nicht hervor, ob' Botha um die Erlaubnis nachgesucht oder ob Kitchener sie ihm angeboten hat. Ter Ausgang des ganzen Zwischenspiels und das Verhalten Kitcheners bei den Friedensverhandlungen im April und Mai lassen vermuten, daß dieser auch diesmal die Annäherung gesucht hat. Jedenfalls! in ar auck) dieser Versuch ein Schlag ins Wasser. Botha und die Burenregierung benutzten die gewährte Erlaubnis, mit Krüger in telegraphischen Verkehr zu treten. Was sie an ihn berichteten, ist unbekannt, da sie sich holländischer Chiffreschrist bedienten; aber Hoffnungslosigkeit wird darin nicht zum Ausdruck gekommen sein, Krügers Antwort wurde am 20. Juni dem englischen Oberkommando zur Kenntnis gebracht in einer Mitteilung, die von Schalk Burger, als dem stellvertretenden Präsidenten von Transvaal, und Steijn, als dem Präsidenten des Oranje-Freistaates, unterzeichnet ist. Brodrick hat von dieser Mitteilung den Absatz bekannt gegeben, der die Erklärung Krügers enthalt. Diese aber bedeutet: Krieg bis aufs Messer!,und dw Versammlung der Hauptburenführer, an ihrer Spitze Botha, Te Wet, Delarey, hat sie zu der ihrigen gemacht, indem sie den Beschluß faßte, keinen Frieden, dessen Preis die Unabhängigkeit oder die Interessen der mitkämpfenden Kap- holländer seien, anzunehmen, vielmehr den Krieg dis aufs Lebhafteste fortzusetzen. Danach! ist also kein Zweckel, daß die Hartnäckigkeit der Buren trotz der rücksichtslosesten Mittel der englisch^ Kriegführung sich um nichts vermindert hat. Tie Unbeugsamkeit der Buren hat in Der That etwas Heroisches. r « <- An den seit dem letzten Besuch der Königin von Holland in Berlin immer wieder auftauchenderi Gerüchten, daß eine Intervention zur Beendigung des -rransvaalkrieges bevorstehe, ist natürliche nichts Wahres, ^a. güt aua} bon. der neuesten Version, wonach Kaiser Wilhelm mit dem König von England und die auswärtigen Aentter in London und Berlin in dieser Angelegenheit in einem Depeschenwechsel ständen. Es findet, wie von Berlin aus sehr bestimmt versichert wird, nichts Derartiges statt. _ Inzwischen geht der Kneg Wetter seinen Gang. Eine Depesche Lord Kitcherrers meldet ans Pretoria, daß em oon Pietersburg kommender Zug fünf Meilen nördlich von Naboonspruit von Buren in die Luft gesprengt worden ist. Ein Offizier, elf Soldaten, der Lokomotivführer, der Seiner, ein Schaffner ttnd vier Eingeborene wurden getötet. Dies ist der erste Fall dieser Art auf der nördlichen Linie. — Selbstverständlich kommt aber gleichzeitig auch eine neue Sieges-Nachricht der Engländer. Oberst Grenfell soll am 1. Juli bei Hopewell 93 Buren gefangen genommen, 56 Wagen, 100 Gewehre und große Mengen Munition von dem Kommando Beyers erbeutet haben. Ein Sergeant Hickel an dieser ihm d arg er eicht en Tröstung volles Genügen findet? Uebrigens beschäftigt sich auch die „Nationalztg." wieder mit dem „Fall Hickel". Das Blatt nimmt für die öffentliche Meinung dasselbe Reckst und für die Presse die nämliche Pflicht in Anspruch, die Gesetzmäßigkeit eines militärgerichtlichen, wie die irgend eines anderen gerichtlichen Verfahrens zu überwachen. Daß mit strenger Gesetzlichkeit verfahren werde, sei eine berechtigte Forderung, zumal es sich hier darum handelt, auf Grund von Indizien, die ein in seiner Mehrheit aus Offizieren bestehendes Gericht ungenügend für eine Verurteilung erachtet hat, nochmals über Leben und Tod zu entscheiden. Wir hatten die Meldung der „Nowoja Wremja", daß Graf Bülow demnächst eine Reise nach Petersburg in zollpolitischen Angelegenheiten antreten werde, gleich mit Zweifeln begleitet. Mehrere Berliner Blätter glaubten aber an die Absicht des Reichskanzlers, dem russischen Finanzminister, Herrn v. Witte, einen Besuch zu machen. Wie nun die „Nationalztg.", jedenfalls nach! Erkundigungen an der in Betracht kommenden Stelle erfährt, ist eine derartige Reise nicht in Aussicht genommen. Tas russische Blatt habe eine Ente auffliegen lassen. Bekanntermaßen gönnen sich russische Zeitungen, wegen der Zensur, unter der sie stehen, äußerst selten das Vergnügen, namentlich in der Politik, mit einer freien Erfindung aufzuwarten. Möglicherweise haben andere, höher stehende Personen diese Nachsicht „lanciert", etwa zu dem Zweck, die Diskussion über die künftige Gestaltung der deutsch-russischen Handelsbeziehungen wieder einmal in Fluß zu bringen und Herrn Witte Gelegenheit zu geben, nochmals seine bekannten kategorischen Anforderungen an die deutsche Handelspolitik kund zu thun. 95 525 47 1400] 79 53 63 90 [1000] 115 74 466 76 82 526 61 »6 96 199 211 42 53 l 28 [1000] 33 [400] 0 42 96 770 8111500] 9 428 29 728615001 r400] 80 [500] [400] 567 (500] 73 § 75 224 85 330 46 U 1013 39 109 58 20001 43 44 [1000] 001 59 68 80 94 609 >7 840 77 903 36 41 115 90 94 240 56 300 700 [500] 3 [3000. iOOO] 338 44 56 403 93 [500] 900 [500] 2 1 [400] 73 373 416 19 )0l 89 98 [3000] 810 0001 90 99 326 50 59 18 20 90 [400] 13011 JO 1500) 531 605 58 77 [500] 218 25 27 69 833 97 [500] 941 )00] 513 48 61 90 9» 3 56 58 [5OO] W H 18 562 622 717 867 477 586 693 704 5 k 08 48 81 476 94 (400 52 89 1901444 1000 )] 80 81 90 709 826 # Qi 533 47 615 809 30 54 342 [400] 57 ?J°00] 214 20 ^ »Mm Mm UZ 8 300 M q/v) 81 42o (uvV Shsw 7l8°8Äfe^ NH®» 1 89a3^3 * 3*1'21 30 SS AÄÄ ,0 37036 W go 88 tnÄ4® 3 934?n ÄöljS ÄßoorK'ÄZ rft» ' 4550 >®*WtnSMe L'L **■ 1 ’m Freien. 4, nut für Mitglieder Vorstand. GiehenerAnzeiger w General-Anzeiger v ** Amis-und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 1 schluß ermöglichen. — Abschiedsbewilligungen, v. Biebahn, Gen.-Lt. mit dem Range eines kommandierenden Generals, Tirektor des Versorgungs- und Justizdepartements im Kriegsministerium, wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuches, unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie, und v. Ka m p tz, Gen.-Lt. und Kommandeur der 14. Tiv., in Genehmigung seines Abschiedsgesuches, mit .Pension zur Disposition gestellt. Erfurt, 5. Juli. Gestern fand die Generalversammlung der landw. Zen tral>Darlehns-- Kasse (Raiffeisen-Organisation, statt. In der Versammlung am 3. Juli erklärten die hervorragendsten Vertreter aller deutschen Raiffeisen-Verbünde, daß sie im Gegensatz zu den in letzter Zeit im Rheinlands erhobenen Angriffen an den altbewährten Traditionen festhalten werden. In der Hauptversammlung erstattete Generaldirektor Heller den Jahresbericht. Derselbe wurde mit Befriedigung ausgenommen und einstimmig auf jede Aenderung der Statuten verzichtet. Baden-Baden, 5. Juli. In der Konferenz süddeut- scher Eisenbahn-Verwaltungen, an der auch Vertreter der preußischen Direktionen Mainz und Frankfurt teilgenommeu haben, ist vereinbart worden, daß den Rückfahrkarten sowohl im gegenseitigen Verkehr zwischen Bayern, Württemberg, Baden, den Reichs- und Pfälzischen Bahnen, als auch im direkten Verkehr mit Stationen der Preußischj- Hessischen Staatsbahnen ebenfalls die verlängerte Giltigkeitsdauer von 45 Tagen zugestanden wird. München, 5. Juli. Vom 6. Juli ab werden die 45tägigen Rückfahrkarten auch für den inneren bayerischen Verkehr eingeführt. 886, 1545, 1686, 3433, 5436, 8990, 9067, 9580, 11 358, 13 069, 13 637, 15 237, 17 553, 22 455, 23 238, 23 710, 23 933, 24 838, 24 896, 25 704, 28 652, 29 536, 31 265, 31 728, 32 221, 32 559, 34 544, 35 631, 36 397, 36 569 40 210. (Ohne. Gewähr). ** Omnibus-Verkehr. Für das morgen im Philosophenwald stattfindende Turnfest verkehren die Wagen der Gesellschaft von 3 Uhr ab zwischen Marktplatz und Philosophenwald. ** Das morgen in der Ostanlage stattfindende Konzert hat folgendes Programm: Ouvertüre z. Optte. „Tie Frau Meisterin" von Suppe. Phantasie über Koschats „Verlassen bin i". Schatz-Walzer von Strauß. Melodien a. d. Op. „Tie Bärenhäuter" von Siegs. Wagner. ** Ja der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand sind 7 Aquarelle von W. Barthel-Düsseldorf, bekanntlich einem Sohne unserer Stadt, neu ausgestellt. Gleichzeitig sei noch bemerkt, daß die gegenwärtigen Gemälde nur noch 14 Tage ausgestellt bleiben. ** Todesfall. In der vergangenen nacht starb der Besitzer des Hotels „Prinz Carl-, Herr Karl Hein. Herr Hein stand im 45. Lebensjahre. Im Oktober würde er 14 Jahre im Besitz des Hotels gewesen sein. Ein lang- jährkges innerliches Leiden bildete die Todesursache, Heute not 14 Tagen war er aus dem Bade Neuenahr, in dem er 4‘/2 Wochen lang Heilung, oder doch Linderung seiner Leiden gesucht hatte, sehr schwer erkrankt heimgekehrt, um vom Krankenbette nicht mehr aufzustehen. Herr Hein erfreute sich in weiteren Kreisen der Bevölkerung unserer Stadt und unserer Provinz Oberhessen außerordentlicher Beliebtheit, und zahlreiche Geschäftsreisende von nah und fern schätzten den tüchtigen, umsichtigen Hotelwirt, der ihnen hier bei ihrem regelmäßigem Besuche Gießens den Aufenthalt angenehm und bequem zu machen wußte und sie aufs trefflichste bewirtete. Sie alle wußten aber auch, daß ein quälendes Leiden an ihm zehrte, das seinem arbeitsreichen Leben nun ein frühes Ziel gesetzt hat. Man wird dem Toten ein dankbares Andenken bewahren. ** Hessische Handwerkskammer. Die am 25. Juni in Darmstadt stattgehabte Plenarversammlung der Kammer genehmigte die für die Bornahme der Gesellenprüfungen in Betracht kommende Prüfungsordnung, ferner die Bestellung der Prüfungsausschüsse, die Bestimmungen über die Höchstzahl der Lehrlinge wie die Dauer der Lehrzeit. Sämtliche Vorschriften und Bestimmungen, die demnächst amtlich sowie in den Kreisblättern zur Veröffentlichung gelangen werden, find nach sorgfältigsten Beratungen im zuständigen Ausschüsse unter Berücksichtigung der von den Innungen, Gewerbevereinen und Fachvereinigungen im Bezirke der Kammer gemachten Vorschläge zu Stande gekommen. Ins. besondere haben eingehende Beratungen über die Höchstzahl der zu haltenden Lehrlinge im Schlosser- und den Baugewerben unter Zuziehung erfahrener Meister aus diesen Gewerb- zweigen stattgefunden. Was die Dauer der Lehrzeit anbelangt, so ist die Kammer dem Vorschläge des Ausschusses, allgemein eine dreijährige Lehrzeit einzuführen, beigetreten. Eine Ausnahme hiervon besteht bei den Feinmechanikern, für welche die Lehrzeit für die Zukunft durchweg 4 Jahre be tragen wird. Der Forderung der hessischen Bäckerinnungen auf 2i/2jährige Lehrzeit konnte nach reiflichen Beratungen im Ausschuß, zu welchem Vertreter dieses Gewerbes zugezogen waren, nicht stattgegeben werden, und zwar mit Rück sicht auf eine Anzahl anderer Gewerbe, welche daraufhin die gleiche Vergünstipung beansprucht hätten. Die Bestellung der Prüfungsausschüsse ist gemäß den Vorschriften der §§ 131 unb 131a d. G. O., der §§ 28 bis 30 des Kammerstatuts sonne der Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 30. Januar 1901 erfolgt. Die Versendung der bezüglichen Vorschriften und Bestimmungen, welche z. Z. noch ministerieller Genehmigung bedürfen, wird erst in einiger Deutsches Reich. Berlin, 5. Juli. Aus Swinemünde wird gemeldet: Ter Kaiser'ist nachmittags halb 7 Uhr an Bord der „Iduna" vor Heringsdorf eingetroffen. „Iduna" ging vor der Heringsdorfer Landungsbrücke vor Anker. Tas Schulschiff „Charlotte" mit dem Prinzen Adalbert an Bord, ist um 5 Uhr hier eingetroffen. — Der Kaiser wird seine Nordlandsreise, die am 8. /b. W. ihren Anfang nehmen soll, von Swinemünde aus antreten. Tsm Kommandanten der Hofyacht „Hohenzollern", Grafen v. Baudissin, sind für die Dauer der Reise diesmal sechs Schiffe und Fahrzeuge unterstellt. Ter kleine geschützte Kreuzer „Niobe", Kommandant Korvetten-Kapitän Graf v. Oriola, dient der Kaiseryacht als Begleitschiff, um ihr für unvorhergesehene Fälle in See behilflich zu sein: der „Sleiptner", Kommand. Kapt.-Leutnant Mischte, zu Sonderfahrten, soll in den Scheeren der nordischen Fjords benutzt werden, in welche die „Hohenzollern" infolge ihrer Größe und ihres Tiefganges nicht eindringen fami, und die drei Torpedoboote ,,S. 70", „S. 72" und „S. 73" haben die Aufgabe, die Kuriere mit den Postsachen ?c. der „Hohenzollern" von den nächsten Häfen heranzubefördern und ständig einen Verkehr des Schiffes mit den nächsten Telegraphenstationen aufrecht zu erhalten. Tie „Hohenzollern" ist jetzt mit Einrichtungen versehen, die dem Schiff beim Ankern in einem Hafen direkt einen telegraphischen Auf- Zeit vorgenommen werden können, da noch AussührungS- bestimmungen hierzu erlassen werden. *♦ Von der Direktion der chirurgischen Klinik geht uns unter Bezugnahme aus den in unserer Nr. 151 auSzugS- weise wiedergegebenen, im Druck erschienenen Geschäftsbericht der Ortskrankenkasse Gießen folgende Mitteilung mit der Bitte um Veröffentlichung zu: «In dem Geschäftsbericht der Ortskrankenkasse Gießen findet sich eine keltische Acußerung über daS Verhalten der hiesigen Kliniken, insbesondere der chirurgischen Klinik, bei der Aufnahme von Mitgliedern dieser Kasse. Zur Aufklärung dieser Angelegenheit seien folgende Punkte hier festgestellt: 1. Die Kliniken besitzen keinerlei Vertrag mit der Ortskrankenkasse. Eine Verpflichtung zur Aufnahme der Kassmmttglieder ist dem« nach nicht vorhanden. 2. Da die Kliniken neben der Aufgabe der Krankenbehandlung auch die Jnteress-n als Unterrichtsinstitut zu wahren haben, sind fie genötigt, bei der Aufnahme, aba-sehen von Schwerkranken, für die selbstverständlich stets Platz geschaffen wird, vor allem solche Patient« zu berücksichtigen, welche klinisch wichtige Kra. kheitserschetnungen dar- dtrten. Aus diesem Grunde mutz auch den Aerzten der Kl'.ntk das Recht zustehen, selbst die Entscheidung über die Notwendigkeit der Aufnahme zu treffen. 3. Was den in dem Bericht erwähnten Krankheitsfall betrifft, so handelte es sich um einen einfachen Bruch am Ellbogengelenk (Epicon- dylusbruch), bei welchem eine Krankenhausbehandlung nicht notwendig ist. Derartige Verletzungen werden hier und wohl auch an den meisten anderen Kliniken, die an Ueberfüllung leiden, fast ausnahmslos ambulant be« handelt; das Bedenken, daß hierdurch die Krankheit „in die Länge" gezogen werde, ist bei einer derartigen einfachen Verletzung unbegründet. Dem betreffenden Kranken war nur von dem dienstthuenden Assistenzarzt der Bescheid gegeben worden, daß eine Behandlung in der Klinik nicht erforderlich sei, zudem sei seine Aufnahme wegen Ueberfüllung des Krankenhauses nicht möglich. (Es sei hier nebenbei bemerkt, daß bei dem großen Andrang säst täglich Leichtkranke von der chirurgischen Klinik abgewiesen werden müffen, darunter nicht selten solche, die aus weiter Entfernung gekommen sind). Der Pattent erhielt einen sachgemätzen Verband und die schriftliche Mitteilung an die Krankenkasse, daß die Klinik die wettere Behandlung ambulant übernehmen werde. Als nun der betreffende Verletzte des Abends nochmals zurückkehrte und die Aufnahme in sehr entschiedenem Tone mtt der Begründung verlangte, daß er eine Unterkunft habe« müffe, wurde Ihm eingehend auseinander gesetzt, daß es nicht Aufgabe der Klinik sei, hierfür zu sorgen. Um dem Kranken dies verständlicher zu machen, mag möglicherweise von dem betreffenden Assistenten der Ausdruck gebraucht worden sein, „die Klinik sei ein Krankenhaus, aber kein Hotel." Die von dem Schreiber jenes Berichts gegebene Schtl- rerung dieses Vorkommnisses dürfte demnach auf einer durchaus ein- eitigen Darstellung des Patienten sich gründen. ** Der H ess. Landwirtschaftsrat hielt am 29. Juni in Darmstadt eine Plenarsitzung ab. Nach Festsetzung des Gesamtvoranschlages über die Verwendung der Mittel zur Förderung der Viehzucht, des Obsb- und Gemüsebaues "für 1902/03 mit einem Gesamtbetrag von 223 750 Mk. wurde die Beschickung der Wanderausstellung der ^Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Mannheim 1902 mit einer Landesherdbuchsammlung hessischer Simmenthaler 5eschlossen. Für Beschickung der Gerstenausstellung in Berlin im Oktober 1901, zur Veranstaltung einer Dor- irämiierung und zur Verstärkung, des Prämienfonds wurde auf einstimmigen Beschluß, die Regierung um Bewilligung von 500 Mk. ersuchst. — Eine Anfrage des Ministeriums >es Innern betr. den Antrag des Abg. Köhler-Darm- tadt auf Erlaß einer Milchverkaufsordnung wird erledigt. (Das uns vorliegende hektographierte Manuskript enthält an dieser Stelle leider eine erhebliche Lücke. Tr Red.) —. ko. Meffel, 5. Juli. Der 26 Jahre alte Bergmann Wendelin Schenk aus Dieburg fand gestern morgen in den Meffeler Gruben feinen Tod. Beim Loshauen und Zer- rleinern von fettreichen Kohlenschichten löste sich plötzlich eine Kohlenschicht über ihm ab, riß ihn auf der abschüssigen Bahn nach dem Schachte zu mit fort und begrub ihn unter großen Kohlenmassen. Der Unglückliche konnte erst nach mehreren Stunden als Leiche hervorgeholt werden. Bur wurde getötet, die Engländer hatten kerne Verluste, meldet Kitchener weiter. ,, pnrnnh Aus eine Anfrage des sozmldemokratlMn -orand in der belgischen Kammer, betreffend die Au-weyung Wets, antwortete der Justrzminister, der Drrekur der Sicherheitspolizei habe keinen «uswetsungsbe ehll gegen £t »et erlassen. Er habe ihn gefrag, reelle er zu treffen gedenke, um antrenglrsche Kundgebungen zu £4üten 3« Sozialist Temblon unterbrach bet dresen Worten den Redner mit den Worten: Chambertarn rft ein Schurke! Ich habe allen Respekt vor England, aber ul irviederhole: Chamberlain ist ein ^churke! Demblon ergeht fick, weiter in Schmährufen gegen Eirgland und groben Beschimpfungen gegen König wrederholt zur Ordnung gerufen wird. Ter Mmrster des Auswärtigen protestierte gegen die Worte Demblons. Ausland. London, 5. Juli. (Unterhaus.) Bei der fortgesetzten Beratung des Marinebudgets erklärt Arnold Forster, die Admiralität beabsichtige hinsichtlich des Angriffs der Verteidigungskraft der Schlachtschiffe einen Schritt vorwärts zu thun. Es würden drei neue Schiffe gebaut mit 16 500 Tons Gehalt und 18.5 Knoten Geschwindigkeit. Tie Schiffe würden mit einer verbesserten Panzerung versehen und könnten, soweit der Admiralität bekannt, einen Vergleich mit jedem Schiffe aushalten, das irgend eine andere europäische Mackst baut. Ferner beabsichtige die Admiralität den Bau von sechs gepanzerten Kreuzern mit 9800 Tons Gehalt und 23 Knoten Fahrgeschwindigkeit. Diese Kreuzer können nach Ansicht der Admiralität jedem feindlichen Kreuzer die Spitze bieten. Die neuen Torpedobootzerstörer seien stärkerer Bauart als jetzige Typs. 'Eine große Anzahl Schiffe seien mit Apparaten für drahtlose Telegraphie ausgerüstet worden. Alle neuen Schiffe und alle zur Ausbesserung kommenden Schiffe würden mit solchen Apparaten versehen werden. Hinsichtlich der Kessel- srage sei die Admiralität entschlossen, alles zu thun, um den heften Kesseltyp zu erlangen. — Der „Times" wird aus Buenos-Ayres vom 4. Juli gemeldet: Gestern abend verhöhnten Studenten und Volk die Präsidenten Roca und Pellegrini. Die Wohnungen derselben wurden mit Steinen beworfen, die Fenster und Glasthüren zerbrochen, verschiedene Schüsse wurden gewechselt. Beide Häuser werden jetzt bewacht. Pellegrun wurde aber durch einen Steinwurf' am Kopfe verwundet. Tie Polizei war außer stände, den Tumult zu unterdrücken. Die feindseligen Demonstrationen dauern fort, x-tc Stadt wurde für sechs Monate in Belageruna-,- zustand versetzt. a' r • (Seuat.) Minister des Aeußern ^.elcasse beantwortet eine Anfrage Chaumies über den Stand der Beziehungen zwischen Frankreich und Marokko. Ter AUmster fuhrt aus: Sie Anwesenheit der marokkani- V»e" ®‘'chast m Paris ist ein Beweis für die herzlrchen Gefühle, ine die beiden etaaten verbinden Als die Ereignis,e uns dahm brachten, die Oasen von Südalgeriei, z„ besehen, erklärten wir sei rlich ' daü wir ös^ liest von der Ersenbahnliitie noch, Jg« Herren aus "nierew Gebiete [ein wollen, aber darüber hinaus nichts „„m- nchmen wurden Dieses Versprechen haben wir gewissenhaft Gerichtssaal. D. Gießen, 5. Juli. (Strafkammer.) Die unverehelichte in Dorf-Gill geborene zur Zett in Gießen wohnhafte Fabrikarbeiterin Elise Braun ist angeklagt, durch Fahrlässigkeit da« HauS des Wirtes Hofmann hier in Brand gesteckt zu haben. Das Feuer war in Abwesenheit der Angeklagten dadurch entstanden, daß ein hölzerner Aschenkasten, in dem sich glimmende Kohlenreste befanden, in Brand geriet. Ein besonderer Schaden war dem Eigentümer deS Hauses nicht entstanden. Die Angeklagte ist in vollem Umfange geständig rind bereut ihre Nachlässigkeit. Sie wird unter Annahme mildernder Umstände in eine Geldstrafe von 20 Mk. und in die Kosten deS Ver- ahrens verurteilt. — Der aus Darmstadt gebürtige, ptzt in Hannover wohnhafte Kaufmann Theodor Kresse! ist beschuldigt, im Mai und Juni 1899 das Vermögen des hiesigen Kaufmanns S. H. Sond- üeim durch Einsendung fingierter Kundenauftiäge um den Betrag von 445 Mk. geschädigt zu haben. Der weitgereiste Angeklagte, der ttnen sehr gewandten Eindruck macht, gibt die teilweise Abgabe fio- gierter Bestellungen zu, bestreitet aber, jemals die Absicht gehabt zu ^aben, den Kaufmann Sondheim zu schädigen. Die zeugenschaftliche Vernehmung des Geschädigten ergibt die Schuld des Angeklagten in vollem Umfange. Die Staatsanwaltschaft beantragt, gegen den Angeklagten unter Verurteilung gemäß § 263 des Str.-G.-Bs. auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahre zu erkennen, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren abzuerkennen, und ihm h!e Kosten des Verfahrens zur Last zu setzen; außerdem beantragt fie, die sofortige Verhaftung des Angeklagten amuorbnen. Der Angeklagte ergeht sich in längeren Ausführungen zum Zwecke seiner Verteidigung. Das Urteil lautet auf eine Gefängmsst'ase von neun Monaten und Tragung der Kosten des Verfahrens. Die sofortige Verhaftung deS Angeklagten wird angeordnet. — Die Anklageschrift legt dem früheren Lokomotivführer, jetzigen Gastwirt Daniel Friedrich Georg Wiechard irt Gießen, im Jahre 1843 in Kassel geboren, zur Last, im Januar -uf dem Speicher seines Hauses, Hammstraße 14, ein« den baupolizeilichen Bestimmungen nicht entsprechende Räucherkammer errichtet, sowie am 10. Februar durch Fahrlässigkeit den Speicher des genannt«! Hauses in Brand gesetzt zu haben. Der Angeklagte hatte, wie er ielbst zugtbt, einen Ofen auf seinem Speicher aufgestellt, um seine Würste und Fleischwarm dort zu räuchern. Auf irgendwelche Weise berieten dann dies- und sodann auch die Seitenwände deS Speicher« H Brand; ein besonderer Schaden entstand jedoch nicht. Wegen Uebertretung der Bauordnung mußte vor der H-uptoerh-ndlung das '^gestellt werden und zwar wegen eingetretener Verjährung. Das Urteil lautet au eine Geldstrafe von 30 Mk. und Kostentraguna. Der 22jährige HeinrichAlbachin Hattenrod ist^^beschuldigt 10 Marz seinen Vater Konrad Albach VII. vorsätzlich mittels eine« MesftrS korpnlich verletzt zu haben (S§ 223, 223a Str.-G.-Bs.) durch U^na^elfter0sbt daß der Angeklagte ein äußerst ge- waltthätiger Mensch ist, dem das Schlimmste zuzutraum ist, besonders, 8“ das klare Bewußtsein raubt. Der Sach- b konsta"ert, daß ein geistiger Defekt bei dem Angeklagten Ucht alö vorliegend angmommm werden darf, daß er aber äußeren Esirwirkungm gegenüber leicht erregbar und reizbar erscheint, inS- w™? bf6 im Uebermaße genossenen Alkohols. ^E^anwaltschaft beantragt unter Berücksichtigung seine» psychischen Zustands auf eine Gefängnisstrafe von vier Monatw zu erkennen, sowie auf Einziehung des gebrauchten Messers. Das Gericht erkennt dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß. — D,r Taglöhner gehalten und werden ihm treu bleiben. Wir haben die marotkanische Regierung ermahnt die an ^lg^en grenze den Stämme 5u 6et zk'Wn" Tt 'MefTÄen Wohlwott-n haben wir bie freundschaftlichen Versicherungen der ma- rot«™ Gestmdt,chast beantwort^ Gehorsam' de?Gesetzen die Sn haben und Die selbstverständlich zu unserm Vorteil lauten; schreiende Ungereckftigkeit Kampf der Geschlechter an Stelle des Klassenkampses. So wert haben wrr es mit unserem rohen Egoismus gebracht Wir smd dre Emporkömmlinge der Freiheit, der Glerchhert. Wrr benehmen uns wie der Lakai, der seinen Herrn au» dem Besitze vertrieben hat, wie der Verwalter, derSchloMerr geworden und um so härter um so Die anderen Tiener als seme Erhebung jungen Datums ist. Aus Stadt und Kand. lDer Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist ttUk unter genauer Quellenangabe: ^Gieß. Apz.^ gestattet.) •• Hessische Laudeslotterie. In der heutigen Ziehung fielen 2 Gewinne ü 15 000 Mk. auf Nr. 10 041 (Offenbach), 34290. - 1 ü 10 000 Mk. auf Nr. 1667. - 2 L 5000 Mk. auf Nr. 6882, 8654 (Butzbach). — 13 L 3000 Mk. auf Nr. 822, 1631, 4094, 4764, 5166, 11 302, 15 081, 15 405, 17 925, 22 782, 34 052, 38 511, 42 239. — 16 A 2000 Mk. auf Nr. 4841, 6194, 6354, 10 980, 14 121, 15641, 19 444, 19 465, 20 811, 21 564, 26 851, 34 689, 35 021, 37 878, 43 197, 43 558. — 33 ä. 1000 Mk. auf Nr. 638, 641, , Käsematte 2 St. 5—8 , Erbsen per Liter 22 , Linsen per Liter 34 L, Tauben per Paar 0.80—1.00, Hühner per St. JC 1.00—1.50, Hahnen per Stück JC 0.80—1.50, Enten per St. JL 2.00—2.30, Gänse per Pfd. JC 0.00 bis O.Oü, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh« und Rindfleisch per Pfund 60—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 L, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 L, Kalbfleisch per Pfd, 60—66 «J, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 4, Kartoffeln per 100 Kilo 0.00—7.00 JC, Weißkraut per St. Oo—OO i), Zwiebeln per Ctr. 8 00—8.50, Milch per Liter 18 Kirschen per Pfd. 15 —20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. Neueste Meldungen. Berent (in Wefipreußen), 6. Juli. Amllich. Gestern überfuhr auf der Strecke Hohenstein-Lippusch auf einem unbewachten Chausseeübergange zwischen Berent und Lubiennen in Revifionssonderzug ein einspänniges, von der Ehefrau drs Besitzers Böttcher aus Berent geleitetes, mit fünf Per« ionen besetztes Fuhrwerk. Die Witwe Felskowski und ein 12jähriger Knabe aus SkorzcwS wurde getötet. Die Fühöerin des Fuhrwerks, die vor dem ankommenden Zage voi beifahren wollte, wurde schwer verletzt. Yokohama, 5. Juni. Die Unruhen in der Mand- ichurei dehnen sich weiter aus. Ein Trupp aufrührerischer Chinesen überschritt den Ialufluß, wurde aber von koreanischen Truppen zurückgeworfen. Die Chinesen verloren 12 Mann. — Der Kaiser von Korea verbot die Ausrüstung der korea- I nischen Garde mit japanischen Gewehren. Ragaz, 6. Juli. (Telephon.Meldung des „Gieß. A«z.-> Der Tod des Exreichskanzlers Fürsten zu Hohenlohe erfolgte reute früh 5 Uhr. Mereoroiogifche Beobachtungen der Station Gießer». Juli Barometer auf Co reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit s5 2 'S "G E N Windstärke Wetter 5. 9“ 750,1 4- 14,2 10,2 85 Still — Heller Himmel 6. 7« 750,2 4- 11,4 9,4 95 N. 1 Nebel 6. 2« 748,8 + 23,5 11,7 55 SW. 2 Sonnenschein Höchste 2 emperat ur am 4.-5 Juli 4- 22.2 o C. Niedrigste n - 4- 13.10 C. Telephonischer Kursbericht- 8,/i% Roicheanleihe . . 100 80 8 0,-0 ' do . . 89 60 81/bI/q Konsole . . . . 103 15 8 0/a do .... 90.10 $Vg °/s Hesse« .... 97.00 5% Ital en. Hente . . . 97.10 i o/g G riech. Monop.-AnL 44.00 8 o/o Portugiesen . . . 25.80 8 o/o Mexikaner e . . . 26.40 41/b % Chinesen . . . . 82.40 Frankfurt, den 6 Juli Kreditaktien ..... 199.50 Diskonto-Kommandit . 173 10 Darmstädter Bank . . . 126 00 Dresdener Bank . , 129.80 Berliner Hondelages. , : 33 50 Oeaterr. ßtaatabahn . 3^20 Gotthardbahn . . . . 153 00 Laurahütte..... 180 20 Bochum ......163 OC Harpener .... .15050 : still. Grünberg, 6. Juli. Fruchtmark!. Durchschnittspreis pro 100 Kilo. Weizen 17,50 Mk., Korn 15,50—16 Mk., Gerste 15,10 Mk., Hast, 16,00 Mk., Erbsen 20,00 Mk., Linsen 00,00 Mk., Samen 00,00 Mk., Wicken 00,00 Mk., Kartoffeln 6,00-0,00 Mk. Q Schützen - Hierein Todesanzeige Die Beerdigung findet Sonntag den 7. Juli, vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Wetzsteingasse 19, aus statt. 4775 SohanniS» und Dtachetdeeren l 4673] Mansardenwohn. Grün« l Eine schöne ö.Zimmerwohnung sind abzugeben. 4761 hcrgerstraße 3, 5 Zimmer mit III. S'. mall. Zubeh. ist wegenVer- ZÖ' _ . 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Weit im Station der S ginnt bie pochbc durch bie Stalls unceM, am jii von da aus folc des Potsdamer B Tenain der Vor Bahnen, und da berühmte „durchs« Mße, schon im dorsplatz geht di und führt als f tüche und am Z wieder aus „der und nach Sharlo m Ter als Hoch Wesentlichen ferst grundbahn bedeut sie bis unter da geht. Die Pumpe Mtigkeit sein, gemacht werden- toirb sich au de nächsten Jahre j wird? b«, in Lmbach i von der BMl das außerq iinMpt11^ ^en von 40 r er qU; । eM d, 'ZI Zv.; «MZir 5*s r« GinS Irgend »'« de Äiilano^^^d, Sm ^'d Ausj Statt besonderer Anzeige« Heute abend verschied sauft nach langem, schwerem Leiden unser innigst geliebter Gatte, Bruder, Schwager und Oukel Herr (-M'l Heill drünberg (Hessen), den 5. Juli 1901. 4774 Im Namen der Hinterbliebenen: SJchütz, geb. Krieger. Die Beerdigung findet Montag, nachmittag 3-/r Uhr, vom Trauerhause aus statt. HU-.«.: 6... •« - »r«. lra> ett[l| J im Alter von 45 Jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen Greta Hein, geb. Asch. Giessen, den 5. Juli 1901. 1 476 Die Beerdigung findet am Montag dem 8. Juli, vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Seltersweg 8, aus statt. Giessen, den 6. Juli 1901. Der Vorstand, Verein der Gastwirte von Giessen n. Umg. ali KÜD8eren Mitgliedern die traurige Nachricht von dem gestern erfolgten Ableben unseres lieben Kollegen, früheren Vorsitzenden und langiähriffen Vorstandsmitgliedes des Vereins J b Herrn Kari Hein« Er ruhe sanft! Die Beerdigung findet Montag den 8. Juli, vormittags 11 Uhr statt, und ersuchen wir um allseitige Beteiligung. 8 ’ Zusammenkunft bei Kollege Herr, Seltersweg. Tod@S’Anzdg@. Teilnehmenden Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Johann Pater Malzen Gerichtsschreiber i. P. nach langem, in Geduld ertragenem Leiden heute früh sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten _. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, am 6. Juli 1901. Die Beerdigung findet Montag den 8. Juli, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Ederstrasse 2, aus statt. 4783 unser innigst geliebter, unvergesslicher Todes-Anzeige, Mann entSchlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden Mann, A ater, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Apotheker Christian Schütz im Alter von 34 Jahren.