Nv 32 Zweites Blatt. Donnerstag den 7. Februar 151. Jahraana 1901 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für bcn folgenden Tag erfcheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr, Abbestellungen spätestens abends vorher. Alle Anzeigcn-Dermittlungsstcllen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Siebener Anzeige, entgegen. Zeilenprets: lokal 12 Ps., auswärts 20 Pf. Grschei>1 lägsich mit Äu-nahmt M Montag». Die Gießener »«milieuötätter Werden dem Anzeiger ta Wechsel mit „Hess. Amdwirt" u. „Blätter Mr lzeff. volk-kunde" M»chtl. 4 mal beigelegt. ^ezugsprela vierlcljiihU. 'DiL 2.20 moiioliid) 75 Psg. mit Brniqerlohn; durch die Adholestellrn viertrljahrl. Mk. 1.90 monatlich l‘>5 Psg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierieljahrt. ohne BrsteUgrld. und Anzeigeblatt für den Kvek Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrabe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Dalbslrnnde. Adresse für Depeschen: Anzeiger 6lt|te. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Betr.: Die veterinärpolizeiliche Ueberwachung der Vieh, und Pferdemärkte. Im Hinblick auf die am 12., 13. und 26. diese-, sowie am 5., 6., 19. und 20. de- folgenden Monat- bringen wir die von uns unterm 28. März 1900 (Gießener Anz. Nr. 78) getroffenen Anordnungen wiederholt zur Kenntnis der Beteiligten. Gießen, den 5. Februar 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Die Rückreise des Kaisers von.England. KönigEduard,KaiserWilhelm, der deutsche Kronprinz und der Herzog von Connaught verließen am Dienstag Windsor. Eine Kompagnie der königlichen Leibgarde eskortierte die a la Daumont bespannten Wagen. Der König trug die Uniform seines preußischen Dragoner-Regiments, Kaiser Wilhelm englische Feldmarschalls-Uniform. Die Menge begrüßte auf dem Wege zum Bahnhofe mit lauten Zurufen die Majestäten, die um halb 2 Uhr auf dem Paddington-Bahnhofe in London eintrafen. Nachdem die Klänge der Nationalhymne verhallt waren, traten die Herrschaften in königlichen Wagen die Fahrt zum Marlborough-House an. Auf der ganzen Fahrt wurde dem Kaiser Wilhelm, der zur Seite des Königs in dem von Leibgardisten eskortierten offenen Wagen saß, von der die Straßen entlang in dichtgedrängter Masse aufgestellten Bevölkerung ein begeisterter Empfang zu Teil. In der Nähe des Marlborough-House nahm das Gedränge immer mehr zu und immer lautere begeistertere Hochrufe tönten den Majestäten entgegen. Sie steigerten sich im Augenblick der Ankunft vor dem Palaste zu wahrhaft großen Huldigungen für beide Monarchen, die fortwährend militärisch grüßend dankten. An vielen Stellen in den Straßen wehte die deutsche Flagge neben der königlichen Standarte und dem Union Jack. Im Marlboroughhouse fand eine Frühstüüstafel statt. Sodann wurde die Fahrt zur Charing Croßstation angetreten. Dort hatten sich eingefunden: Der Herzog von Connaught und eine große Anzahl hoher Offiziere, darunter Lord Roberts, Mitglieder der deutschen Botschaft, Abordnungen von preußischen Regimentern, der Erzbischof von York, der Herzog von Portland, der Lordmayor und andere. Mannschaften der Goldstreamguards stellten die Ehrenwache. Kaiser Wilhelm und König Eduard schritten die Front ab, der Kaiser unterhielt sich einige Zeit mit dem Lord- mayor und sprach verschiedene zur Verabschiedung anwesende Persönlichkeiten an. Sodann verabschiedete sich der Kaiser herzlichst vom Konia, und bestieg mit dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm und dem Herzog von Sparta den Waggon, unter den brausenden Hurras der auf dem Bahnhof Versammelten. Unter den Klängen der deutschen Nationalhymne und dem Salut der Ehrenwache verließ der Zug den Bahnhof zur Fahrt nach Port Viktoria. — Der König ernannte den Prinzen Friedrich von Schleswig-Holstein und den Herzen von Teck zu Rittern des Großkreuzes des Viktoriaordens, den Herzog von Sachsen- Koburg-Gotha zum Ehrenritter des Großkreuzes desselben Ordens, und den Prinzen Heinrich von Preußen zum Ehrenvize-Admiral der britischen Flotte. — Der Eiscnbahnzug mit dem Kaiser Wilhelm traf 5 Uhr nachmittags in Port Viktoria ein. Seesoldaten und Matrosen waren als Ehrenwache aufgestellt. Die auf dein Medway- fluß liegenden Kriegsschiffe feuerten den Königssalut. Der Kaiser begab sich sofort an Bord der „Hohenzollern", die gegen 5,30 Uhr abging. Alle Londoner Blätter hatten aufgefordert, dem Deutschen Kaiser eine herzliche Abschiedsovation darzubringen. „Daily Telegraph" sagt nach einer Schilderung der großen Charaktereigenschaften des Kaisers: Gute Beziehungen zwischen Deutschland und England können nur auf der Basis gegenseitiger Würdigung und gleichmäßiger Zugeständnisse gesichert und gefördert werden. Die Wage neigt sich jetzt auf die Debetseite unserer Rechnung. Wir haben jetzt gute Gelegenheit, dem Kaiser zu zeigen, wie uns der Gedanke mit Wärme erfüllt, daß jetzt an uns die Reihe ist, zurückzuzahlen. — Die „Times" führt aus: Das deutsche und das englische Volk fühlen, daß die Gefühle des Kaisers Wilhelm für die Königin Viktoria ein Beweis seines edlen Herzens sind. Wir haben das Vertrauen, daß die herzlichen Gesinnungen für den Kaiser, die in allen englischen Herzen wachgerufen sind, zur Förderung besseren Verständnisses »wischen den beiden Nationen beitragen wird, aber un übrigen kann man nicht annehmen, daß Familienbande einen direkten Einfluß auf internationale Angelegenheiten ausüben. — „Standard" sagt, alle Handlungen Kaiser Wilhelms sind zugleich königlich und menschlich und haben dem Kaiser in den Herzen auch der britischen Nation einen Platz gesichert, aus dem er nicht leicht wieder verdrängt werden wird. Wir wußten schon, daß der deutsche Kaiser ein Fürst ist von außerordentlicher Gewandheit, von ungewöhnlichen Fähigkeiten und männlicher Energie des Charakters und haben jetzt gesehen, daß er mit allen diesen hohen Gaben einen Adel des Naturells und eine Wärme des Gefühls verbindet, die in solcher Weise selten und nicht weniger anziehend sind. Es gießt keinen fremden Herrscher, der mehr, als er, unsere Hochachtung und unsere Dankbarkeit verdient hätte. — „Daily Mail "schreibt: Obgleich Kaiser Wilhelm noch nicht sehr lange regiert, so hat er doch umfassende Beweise großer Staatsklugheit gegeben. Als Soldat steht er in der vordersten Reihe in Europa; als Seemann hat er seine Flotte aufgebaut und organisiert. Wir begrüßen in ihm nicht nur den großen Herrscher, sondern wir müssen in ihm auch den großen Menschen huldigen, wenn wir nicht undankbar sein wollen, und wir werden ihn e m pfangen, wie nie zuvor ein Herrscher von einem fremden Volke empfangen worden ist. SMSS. „Baden", „Hagen", „Viktoria Luise" und „Jagd" und SM. Tpdbte. „S 93" und „S 96" unter Befehl des Vize-Admirals Prinz Heinrich von Preußen, traten am 5. Februar abends von Portsmouth aus die Rückreise nach Kiel bezw. Wilhelmshaven an. * * * Telegramme deS Gießener Anzeiger-. London, 6. Febr. Der König bat den Kaiser, die Offiziere und Mannschaften der Abordnungen des ersten preußischen Garde-Dragonerregiments und des Blücher-Husaren-Regiments, noch einige Tage als seine Gäste in London behalten zu dürfen. Sherneß, 6. Febr. Die „Hohenzollern" init dem Kaiser fuhr um 6 Uhr früh nach Vlissingen ab. Die Hochzeitsfeierlichkeiten im Haag. Die Liebe, die das ganze niederländische Volk der anmutigen jungen Königin entgegenbringt, kommt jetzt bei ihrer Hochzeitsfeier zum herzlichen Ausdruck. Auch dem mecklenburgischen Herzog, auf den die Holländer zuerst mit etwas eifersüchtigen Empfindungen sahen, werden jetzt die aufrichtigsten Sympathieen entgegengebracht, lieber der schlichten alten Stadt, dem „Haag der Grafen", liegt eine heitere Festesstimmung, doch halten sich alle Vorbereitungen in durchaus angemessenen Grenzen, und der prangende Schmuck fügt sich harmonisch in die ernste historische Umgebung. Am Dienstag brachten 1000 Männer Hollands der Königin ihre Huldigung dar, indem sie von dem weiten Halbrund des Palasteinganges aus in feierlicher Serenade die altehrwürdigen Verse des niederländischen Liedes intonierten, das einst Marnix von Sint, „Aldegonde der Geuse", zu Ehren seines Herrn, Wilhelmus von Nassauen, des Prinzen von Oranien, in der Zeit der schweren Not gedichtet hat. Die Königin erschien mit ihrem Verlobten am Fenster und begrüßte die Sänger. Obwohl Wilhelma eigentlich keine ausgesprochene Schönheit ist, weiß sie doch durch ihr liebenswürdiges Lächeln und die Anmut ihrer Bewegungen zu entzücken, und sie riß die Volksmasse zu lauter Bewunderung hin. Der Herzog trug Marineuniform und sah recht stattlich aus. Die Königin sprach dann den Leitern der Aufführungen ihren Dank aus. Später machte sie in Begleitung ihres Verlobten und der Königin-Mutter eine Rundfahrt durch die herrlich geschmückten und be leuchteten Straßen der Stadt; die Bevölkerung gab überall, wohin die Fahrt führte, ihrer freudigen Stimmung in lebhaftester Weise Ausdruck, sie umdrängte so lebhaft den Wagen, daß die Pferde Schritt für Schritt gehen mußten. Vorher empfing die Königin die Gesandten fremder Mächte, welche die Glückwünsche ihrer Souveräne überbrachten, mit ihren Damen. Unter denselben befanden sich der englische Gesandte Sir Howard, der portugiesische Graf Selir und der Gesandte der Südafrikanischen Republik Dr. Leyds. . Am Abend fand in der königlichen Schauburg Galavorstellung statt. Tas kleine Theater war mit hellblau seidenen Draperien und Tannengewinden geschmackvoll verziert. Im Parket herrschte unter den Uniformen die deutsche vor; besonders sah man Gardejäger-, Husaren- und mecklenburgische Grenadier-Offiziere. Dre Königin in einem weißen Brokattteid mit einem kleinen Diadem auf dem Haupt, sah reizend aus. Sie nahm zwischen ihrem Verlobten und dem jungen Großherzog von Mecklenburg-Schwerin Platz. Nach dem Liede „Wilhelmus", der mecklenburgischen Hymne und Mendelssohns Hochzeitsmarsch wurde eine Dichtung von Ritter, die die Huldigung der holländischen Provinzen darstellte, aufgeführt. Man sah, wie die Königin ihrem Verlobten viele Stellen übersetzte. Nach verschiedenen weiteren Darbietungen schloß der Abend mit dem „Wilhelmus". Darauf fand eine Soiree bei dem deutschen Gesandten Graf Pourtales statt, der aber die Königinnen nicht beiwohnten. Der Kampf um die Kanäle. ii. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt au- dem preuß. Abgeordnetenhause unterm 5. Februar: Heute loar das Interesse an der Diskussion wesentlich geringer, wie die schwächere Besetzung und andauernde: Unruhe im Parauet erkennen ließen. Als erster aus der Rednerliste sprach Namens der freisinnigen Volkspartei der „persönliche Adjutant" Eugen Richters, der noch jugendliche Abg. Dr. Wiemer. Der Wille, es diesem, den .ivrank- heil fernhielt, gleichzuthun, war vorhanden. Aber zuw Parlamentsredner von der Art Richters fehlt Herrn Wiemer noch mancherlei. Er müßte vor allem von seiner Vorliebe für tönendes Pathos zurückkommen. In der Sache selbst plädierte Dr. Wiemer natürlich zu Gunsten des Kanals. Von der Rede des Landwirtschaftsministers Frhr. v. Hammerstein, der cm Heiserkeit laborierte, war leider wenig zu verstehen. „Ohne Mittellandkanal keine Kompensationen!" — Dieser bedeutsame Satz bildete den Gipfelpunkt der Darlegungen des Ministers. Durch sein kraftvolles Stimmorgan erzwang sich alsdann der konservative Redner v. Pappen heim die Aufmerksamkert des anfcheinend bereits „kampfsatten" Auditoriums. Er wandte sich im Besonderen gegen den Abg. v. Eyuern, de» gestern den ostelbischen Grafen Kanitz und Schwerin-Löwitz Feindseligkeit gegen die Industrie nachgesagt hatte. Herr v. Pappenheim verwahrte seine Fraktionskollegen gegen diese Nachrede und belehrte die Nationalliberalen dahin, daß solche Taktik nicht zuletzt geeignet sei, die Kanalvorlage zu gefährden. Der „Chor der Landräte", wie Abg. Pichte« die Herren von der Rechten zu bezeichnen pflegt, siel hie» mit grundgewaltigem Beifall ein. Im übrigen griff die Debatte heute schon stark in Einzelheiten über, und daS machte sie nicht gerade kurzweilig. Namens der freisinnigen Vereinigung sprach Abg. Ehlers mit Humor zu Gunsten des Kanals. Anders als von der heiteren Seite ließ sich vor allem sein Wunsch, die Kommissionsberatung möge in knappen Rahmen gehalten sein, nicht auffassen. Es erübrigt fast, zu erwähnen, daß das Lied von der „sorgfältigen Prüfung" der Vorlage in der Kommission auch heute wieder zu vollen Ehren kam. Herren uns dem Osten und dem Westen einigen sich auf diesen „Refrain", «und als „Weltkind" aus Mitteldeutfchland schloß sich der freikonservative Herr Stengel ihnen an. Er zerpflückte das „Kanalbvuquet" der Regierung in reichlich einstündiger Rede, und mit stille» Resignation nahm das Ministerium, Exzellenz v. Miquel voran, von dieser herben Kritik Kenntnis. Die Kanalopposition quittierte mit demonstrativem Beifall. . . Je weiter der Zeiger der Parlamentsuhr vorrückte, desto leerer wurde es auf den Tribünen. Die Hofloge blieb heute völlig verwaist. Bald sah man auch diesen und jenen Landboten sein Kanal- oder sonstiges Material zusammenpacken und durch die säulenflankierte Pforte verschwinden. Zum Teil mochten die Herren ihre Schritte zum Königsplatz hin lenken, um den Schluß der Reichstagssitzung „mitzunehmen" . . . Der Eisenbahnminister v. Thielen griff auch heute in die Debatte ein und schien sich an den Strohhalm" klammern zu wollen, daß selbst der grimme Kanalgegner Stengel die Möglichkeit einer Verständigung in der Kommission nicht rundweg geleugnet habe. Dieser ungewöhnliche Optimismus versetzte Rechte und Zentrum in aufgeräumte Stimmung. Doch Exzellenz v. Thielen ließ sich dadurch nicht beirren, sondern brach für die verpönten Wasserstraßen nochmals herzhaft eine Lanze. Die Kanalreden des Eisenbahnministers tragen das Gepräge der unbedingten Ueberzeug- nng, aber auch ein glänzenderer Redner hätte hier einen schweren Posten. Die Konservativen besonders, die dem Minister seit der Zeit nicht sonderlich gewogen sind, da er das geflügelte Wort au8fprad>: „Die Agrarier smd doch nicht allein auf der Welt!", zeigten sich hartnäckig verstockt. Ihr kühles Schweigen wurde lediglich durch spöttisches Lachen abgelöst. Der Beifall der Linken mußte Herrn v. Thielen einigermaßen trösten. In vorgerückter Stunde nahm noch Minister v. Miquel das Wort, um die finanziellen Bedenken der Kanalgegner zu zerstreuen. Er sprach eindringlich mit weithin schallender Stimme und lebhaftem Gestenspiel unter anteilvoller Aufmerksamkeit des Auditoriums. Die Ungläubigen zu bekehren dürfte auch ihm nicht gelungen sein, obgleich er sogar die „Festigkeit der Minister" und die „Weisheit diejes hohen Hauses" ins Feld führte. Man nahm die bedeutungsvollen Hinweise mit verständnisinnige» Heiterkeit auf. Persönliche Bemerkungen, teilweise heftige» Art, machten den Schluß. Der Hunnenbrief eines Malers. Gießen, 6. Februar. An der Expedition nach China nimmt bekanntlich auch der Schlachtenmaler R o ch o l l teil, der sich darin gefällt, von dort aus Briefe in die Welt zu senden, die von unzweifelhaften Unwahrheiten voll sind und offenbar keine anderen Motive haben als Effekthascherei, und en sensationslüsternen Menge imponierenden Gesprächsn-ofs liefern wollen. Auf diese Weise macht der frerr Reklame für sich und seine rtunft! Besonders charakterrstrsch für die Auffassungsfähigkeit, die unparteiische Sachlichkeit und das taktvolle Feingefühl dieses Herrn, der übrigens aus dem Fürstentum Waldeck gebürtig ist, ist folgende Schilderung: „Oft, ja sehr oft, war ich überrascht über die Eleganz, d. h/große geschmackvolle Einfachheit der Zimmereinrichtungen, die' fast immer, wenigstens in wohlhabenden Bauern- und Ackerbürger-Minen, vollständig zusammen paßte. Und ebenso oft auch mußte man wohl oder übel sich wundern über eine gewisse Oberflächlichkeit so mancher Reisebeschreibung, in denen es meist von Schmutz und Ungeziefer nur so wimmelt. Ja, diese beiden Dinge geben fast den Lokalton ab. Und doch, wenn ich an so manche Bauernstube in Hessen oder Südhannover denke, in der wir als junge Gymnasiasten auf großen Fußtouren nächtigen mußten, s o bin ich denn doch keinen Augenblick im Zweifel, wo in den meisten Fällen der größere Schmutz und die zahlreicheren Insekten zu finden sin d." Das kennzeichnet zur Genüge diesen Menschen, der sich nicht entblödet, von der „Oberflächlichkeit so mancher Reife- Dcschreibung" anderer zu reden auf Kosten seines deutschen Vaterlandes. Wir zweifeln keinen Augenblick, wem wir nach diesen Worten mehr Glauben schenken dürfen, ihm oder den Anderen. Der Herr begeistert sich weiter für den pittoresken Effekt abgeschlagener Boxerköpfe und läßt seiner künstlerischen Phantasie in folgender Weise die Zügel schießen: „Eben bringen sie auf unfern.Hof einen gefangenen Chinesen. Er hat in die Bank einbrechen wollen, und als er gefaßt wurde, sich ausgeredet, er sei von den Deutschen befohlen. Er wird der Ortspolizei übergeben werden. Ob er so glimpflich wegkommt, wie ein anderer gestern, ist die Frage. Dieser hatte die Nacht vorher einen der Kulis, die mit unsren Truppen von Tientsin mitgekommen sind, in Ketten legen helfen und verhauen. Abgesehen davon, daß sie ihn vermutlich schon auf unserer Wache nicht mit Glacehandschuhen angefaßt haben werden, bekam er gleich kurzerhand auf unserem Hof sein vollgerütteltes Maß überzogen, sodaß sein Geschrei weithin zu hören war. Kann sich immer noch freuen, daß es ihm nicht ergeht, wie jenen Burschen, deren Köpfe im Norden und Süden von Kalgau fein sorgfältig aufbewahrt sind in gut gearbeiteten Lattenkästen, auf Buchenstangen angebracht. Die Haut, aschgrau, hat sich schon fest über die Knochen gespannt, und die pechschwarzen Zöpfe hangen fast bis zur Erde, sind aber, wie ich mich überzeugte, nur zur Hälfte echt. Die untere Hälfte ist aus Wolle drangeflochten. Immerhin eine eigenartige Staffage für diese öde trostlose Landschaft, die aber in der Abendsonne glüht in den herrlichsten Tönen." Immerhin interessiert sich Herr Rocholl auch für die "Physiognomie solcher Chinesenköpfe, die noch nicht zur Verschönerung der Landschaft von den dazu gehörigen Leibern getrennt worden sind. Und nach seiner Schilderung ist China auch insofern ein Dorado für Maler, als es Dort Modellschwierigkeiten nicht giebt. Hören wir darüber Herrn Rocholl: „Wenn ich mir ein Huhn erstehen, oder ein Wasch- gcfäß requirieren will, wenn ich meinem Pferd eine Handvoll Gaulian oder Maiskolben geben will, oder einen Eimer Wasser — nun, jede Thür steht mir offen, wenn der Säbel über die Steine klirrt und die Sporen accompagnieren. Das war heute eine Komödie er'st er Klasse. Von 9 Uhr ab, wo das Kohlenbecken anfing seine Wirkung Zur thun, ließ ich von der Straße weg von meinem Burschen nach einander 5 Einwohner in mein Zimmer holen. Erst ein demütiger Kniefall mit entsetzlich ängstlicher Gebärde. Die gelbe Stirn berührt den Boden, daß der lange schwarze Zopf fliegt, bis endlich ein Verständnis der Situation aufdämmert, und wir beide uns geeinigt haben über Stellung usw. Und nun das verklärte Gesicht, wenn er merkt, daß ihm der Kopf nicht abgeschnitten werden soll. Und dann das Staunen, wenn er die Studie sieht." Die Tonart dieses Briefes zeugt von einer so niedrige Gesinnung, daß man sich mit Absck)eu fortwendet. «Charakteristisch aber ist dieser Brief. Er lehrt uns vollauf, was wir von den meisten der sogenannten „Hunnenbriefe" zu halten haben. Engländer und Buren. Der Berichterstatter der „Morning Post" in Pretoria ^iebt in einer Meldung vom 1. Februar folgenden Ucber- Dlick über die britischen Streitkräfte, die zur Zeit den konzentrischen Angriff auf die Burenscharen zwischen den drei Bahnlinien Vereeniging-Pretoria, Pretoria-Delagoabai und der Natallinie unternehmen: Smith-Dorrien von Wonder- fpntein, Campbell von Middelburg, Alderson von Eerste Fabriken, also von Stationen der Delagoabaibahn aus, W. G. Knox (nicht zu verwechseln mit dem Verfolger De "Wets) von Kaalfontein, Mlanby (?) von Zuurfontein, Dart- nell von Springs, also von Stationen der Hauptlinie aus, endlich Colville von Greylingstad (Natalbahn) aus. Die einzelnen Kolonnen brachen an: 27. Januar aus. Tas Oberkommando über die südlicheit Abteilungen hat French, über die nördlichen Lyttelton. Tie Absicht kann bei einer so ausgedehnten Operation nur gelingen, wenn die einzelnen Abteilungen in Fühlung bleiben und im Einverständnis nntcinander handeln. Daß cs zwei Oberkommandicrende giebt, ist für die Buren recht günstig. In der That scheint Denn auch die Unternehmung Smith-Dorriens, der zwar Carolina erreichte, aber alsbald wieder nach Wonderfontein zuruckglng oder zurückgehen mußte, den Mangel an Einheitlichkeit der Führung und an Zusammenwirken jchon dargethan zu haben. French allerdings steht bereits ,n der Nahe von Bethel und hat den Puren einen Fünf- zehnpfunder abgesagt und ein anderes Geschütz in Trümmer geschossen. Von den nördlich augcsetzteu M'teilunqen hat uach Kitcheners Meldung nur Campbell, der von Middelburg «us vorgegangen ist, mit den Buren Fühlung gewonnen rndem er eine 500 Mann starke Abteilung zurückschlug. Wenn aber, wie anzunehmen, das Netz im Norden Löcher behält, durch welche die Buren entschlüpfen können, so wird die ganze Operation wieder nur einen vorübergehenden Erfolg Haben. Inzwischen hatte De Wet am 3. schon Dewetsdorp Hinter sich, befand sich also nur etwa noch 100 Kilometer nördlich vom Oranje. Tie Engländer haben that.' sächlich die Verfolgung des gewandten Führers aufgegeben und statt dessen auf der Bahn Truppen nach Süden geworfen, um die Oranjeflußlinie zu besetzen. Man kann annehmen, daß ihnen das nicht rechtzeitig gelingt. Daß der Kampf in der Kapkolonie neues Leben gewinnt, wenn De Wets Plan, wie zu wünschen ist, diesmal gelingt, kann man bei der Volkstümlichkeit dieses Mannes wohl annehmen. Nach Kitcheners letzter Meldung^vom 3. rücken dort die äußersten Spitzen der englischen Truppen im Norden und Osten langsam vor. Im Norden trafen Kitcheners Kundschafter (Scouts) an der Doornfluß-Brücke, die vermutlich nordwestlich von Calvinia liegt, mit den Buren-Vorposten zusammen und trieben sie mit Pferde- und Materialverlusten zurück, während im Osten Oberst Haig die Buren in Willowmore aus den Kougabergen nach dem nördlicher gelegenen Steytlerville zurückgedrängt haben soll. * « • Telegramm des Gießener Anzeigers. London, 6. Febr. (Reuter-Meldung.) Tie vom Kriegsamt veröffentlichten Verlustlisten weisen als englische Verluste in dem am 31. ds. gemeldeten Gefecht zwischen Genarl Knox und Dewet bei Welcome auf: 1 Offizier tot, 4 verwundet, 5 Mann tot, 38 verwundet. China. „Nowoje Wremja" teilt aus zuverlässiger Quelle mit, daß von den im Meerbusen von Korea gelegenen Inselgruppen vier Blonde-Inseln und neun Elliot- Inseln kraft einer russisch-chinesischen Konvention mit dem Kwantunggebiet an Rußland übergeben würden. Unterhändler seien der russische Generaloberst Wogan und der Chinese Tungindaj gewesen. Seitdem würden beide Insel gruppen durch die russische Behörde in Biziwo faktisch verwaltet. Feldmarschall Graf Waldersee meldet am 4. ds. aus Peking: Kolonne Trotha hat über San-kia-tien (22 Km. westlich von Peking) vorgestern 9)ang fang (30 Km. nordwestlich von Peking) erreicht und gestern von dort Streifzug in das westliche Gebirge unternommen. Ich reise morgen zu Besichtigungen nach Shan hbi-kwan und kehre am 9. ds. zurück. LaffanS Bureau meldet aus Peking, die Hungersnot in den Provinzen Schansu und Schensi sei eine der schlimmsten, welche die chinesische Geschichte kennt. Zwei Drittel der Bevölkerung sei ohne genügende Nahrung. Ochsen, Pferde und Hunde seien aufgegessen. Der Kannibalismus bürgert sich bereits ein, und die Männer verkaufen, wie Prinz Tsching erklärt haben soll, ihre Frajuen und Kinder zum Aufessen. Kindesmord ist an der Tagesordnung, da die Eltern durch das Geschrei ihrer hungernden Kinder zum Wahnsinn getrieben werden Die Männer in den Städten geberden sich wie die Raubtiere und reißen denen, die etwas essen, die Nahrung aus cer Hand. Der Bundesrat hat beschlossen, die Behörden zu ermächtigen, bei der Ausfuhr von Tabakfabrikaten, die für die in China stehenden deutschen Truppen bestimmt sind, sofern über die thatsächlich erfolgte Ausfuhr und über die Bestimmung der ausgeführten Gegenstände als Liebesgabe kein Zweifel besteht, die Ausfuhrvergütung aus Billigkeitsrücksichten auch dann selbständig zu bewilligen, wenn den Vorschriften wegen der auszusührenden Mindestmenge, der Anmeldung, Vorführung und Abfertigung der auszufüh renden Ware nicht genügt ist. Politische Tagesschau. Aus Berlin, 5. Februar, wird uns geschrieben: Abg. v. Kardorff (Rp.) hat kürzlich den Vorsitz in der Budgetkommission des Reichstags niedergelegt, um mehr Zeit zur Bethätigung im Plenum zu haben und auch seinen Freund Frhr. v. Stumm, den Krankheit vom Parlament fern hält, kräftig zu vertreten. Wie es gewöhnlich mit Freundschaftsdiensten geht, daß sie nur matte Anerkennung finden, so ist es auch hier der Fall. Herr v. Kardorff hat doch gewiß zu öfteren Malen das Feuer seines Geistes und seiner Beredsamkeit im Reichstag auflodern lassen, aber dem Frhr. v. Stumm genügt der schöne Eifer nicht. Er äußert sich in einem Erlaß an „seine- Handelskammer und „seine" Vereine für die wirtschaftlichen Interessen im Saarrevier mit tiefem Unmut, wie während seiner Abwesenheit von Berlin im Reichstag alles drunter und drüber geht, daß das Manchestertum und der Sozialismus immer drohender ihr Haupt erheben. Frhr. v. Stumm traut den Regierungen kaum die Kraft zu, diesem gemeinsamen Drängen zu widerstehen „Ohne sich zu überheben", spricht er die Befürchtung aus, daß sein Fernbleiben sehr nachteilig auf die weitere Ent Wicklung einwirken wird. Man schaudert, wenn man bedenkt, daß Frhr. v. Stumm vielleicht gesundheitlich nicht im stände ist, sich als „starker Mann", als Retter des Vaterlandes zu bewähren und schlimme Katastrophen hintanzuhalten. Welcher wertvollen Mitwirkung ist da Graf Bülow beraubt! Aber auf dem Wege des „Erlasses" kann ja der getreue Eckart seine Donnerworte ertönen lassen, bis er Gehör findet. Aber, so muß man fragen, warum hat Frhr. v. Stumm nichl schon Gehör gefunden? Sollten etwa Pforten minder zugänglich sein, die ihm früher offen standen? ES'sieht fast so aus, wenn ein Mann wie Frhr. v. Stumm durch solche Kundgebungen in die Oeffentlichkeit flüchtet. Deutsches Reich. Berlin, 5. Febr. Tie Kaiserin ist heute mittag in Karlsruhe eingetroffen, und dort vom Großherzog und der Großherzogin auf dem Bahnhofe empfangen worden. — Die gestern von dem „Reichsanzeiger" veröffentlichte Ansage wegen Verlängerung der Hoftrauer wird aufgehoben. Dafür tritt folgende Bestimmung in Kraft: Auf Spezialbefehl des Kaisers wird die Trauer um die Königin ,!\Pria vom königlichen Hof im ganzen ztvei Monate, al)o Ins zum 22. März getragen, bis zum 8. März in tiefer, bts ium 22. März in weniger tiefer Form. Tie allerhöchste Familie trägt diese Trauer als Familientrauer noch einett Monat länger. — Der bekannte antisemitische Agitator Graf Pückler teilte in einer antisemitischen Versammlung mit, daß er von dem Oberverwaltungsgericht endgiltig seines Postens als Amtsvorsteher enthoben worden ist. — Tie zahlreich beschickte 29. Vollversammlung des deutschen Landwirtschaftsrats wurde heute vormittag vom stellvertretenden Vorsitzenden von Soden- Frauenhofen in Gegenwart zahlreicher Regierungsvertreter eröffnet. Graf Schwerin-Löwitz wurde mit 55 von 66 Stimmen zum ersten Vorsitzenden gewählt. Der Antrag auf Erhöhung der Jahresbeiträge von 200 auf 250 Mark wurde fast einstimmig angenommen. Sodann begrüßte Staatssekretär Graf Posadowsky die Versammlung un"d sprach die Hoffnung aus, daß die Verhandlungen des Landwirtschaftsrats beitragen werden. Außenstehende darüber aufzuklären, welche Bedeutung die Landwirtschaft innerhalb unseres Wirtschaftslebens hat, und in welcher Lage gegenwärtig sich die. Landwirtschaft befindet. Bezirkspräsident v. Hammerstein erstattet den Kommissionsbericht über die Reform der Amortisationsschuld und die Lebensversicherung als Mittel zur Schuldentlastung. Die Versammlung erklärte, die Lebensversicherung sei in vielen Fällen geeignet, die Schuldentilgung wirksam zu fördern und stimmte den Grundzügen des Entwurfes eines Gesetzes über private Versicherungsunternehmungen zu. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Im Reichseisen- b a h n a m t e beginnen am 14. d. M. kommissarische Beratungen der Maßnahmen zu der weiteren Erhöhung der Betriebssicherheit. Dem Reichseisenbahnamte gingen auf die von ihm zur Verhandlung gestellten Fragen sehr gründliche umfassende Vorarbeiten von den beteiligten Regierungen zu. — Der Verband fortschrittlicher Frauenvereine hat an das Kaiserliche statistische Amt ein Memorandum zur Berufsstatistik gerichtet. Es wird darin der Antrag gestellt: „Das Kaiserliche statistische Amt wolle bei der nächsten Volkszählung eine Gruppierung stattfinden lassen, durch welche die Thätigkeit der Ehefrau in der Hauswirtschaft diejenige Bewertung findet, die ihr in Ausübung einer der volkswirtschaftlich wichtigsten Berufsarten in der Berufsstatistik zukommt." Die jetzt in der Volkszählung übliche Gruppierung der Berufsarten entspräche, so lange die Hauptberufsart „Hauswirtschaft" fehle, weder der thatsächlichen Arbeitsleistung der Frauen überhaupt, noch der Wichtigkeit der häuslichen Frauenarbeit für den Volkswohlstand. Sie sei deshalb als ein Fehler zu betrachten, ergebe unzutreffende Resultate und sollte in Zukunft richtig gestellt werden. Ausland. Paris, 5. Febr. Dem „«Siede" zufolge unterbreitete Mercier dem Finanzausschüsse des Senates einen Antrag, eine Summe für das Studium eines Projektes einer Landung an der englischen Küste in das Budget einzustellen. — Wie )er „Figaro" meldet, soll der Besuch eines italienischen Ge- chwaders in Toulon nunmehr offiziell beschlossen fein. Der- elbe werde Ende März oder Anfang April stattfinden und mit der Reise des Präsidenten Loubet nach Nizza zusammenallen. — Der Minister des Aeußern Delcaffe empfing gestern eine Abordnung der Cichorienfabrikanten, die sich über die von Deutschland geplante Erhöhung der Cichorienzölle be- chwerten. Der Minister versprach, Alles aufzubieten, um eine Erhöhung der Zölle auf französische Cichorien hint- anzuhalten. Petersburg, 5. Febr. Fürst und Fürstin Radolin haben heute Petersburg verlassen. Der Minister des Aeußern Graf Lamsdorff hatte der Fürstin eine Bonbonniere mit Schleifen in den russischen Farben übersandt. Im Auftrage der Großfürstin Alexandra Josiphowna überreichte der Hofmarschall Baron Buxhoevden ein Blumenarrangement und ein kostbares Heiligenbild. Der kaiserliche Salonwagen, in dem der Fürst und die Fürstin Platz nahmen, war mit den herrlichsten Blumenspenden angefüllt. Bukarest, 5. Febr. Verschiedene Blätter melden, daß infolge der Schwierigkeit, ein Einvernehmen zwischen der Kommission der Deputiertenkammer und der Regierung in Betreff der neuen Steuern herzustellen, eine Ministerkrise ausgebrochen sei._______________________________________________ Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. Februar 1901 ** Wegen des Schneefalls wird der Verkehr der Gießener Omnibusse eingeschränkt, die Wagen fahren nur noch zu den Hauptzügen und zwar dreispännig. *♦ Landes Lehrerverein. Der langjährige Obmann des LandeS-LehrervereinS, Oberlehrer Backes aus Darmstadt, der mit Rücksicht auf fein hohes Alter gebeten hatte, auf der diesjährigen Hauptversammlung (11. April) von seiner Wiederwahl abzusehen, hat nun dem Drängen des Vorstandes nachgegeben und sich zur Freude der Lehrer bereit erklärt, eventuell den Vorsitz auf weitere zwei Jahre zu übetnehmen. *• Der hiesige evangelische Arbeiterverein veranstaltete seine Kaiser feier am Sonntagabend in Steins Garten. Der Saal war, wie bei allen derartigen Veranstaltungen des Vereins, dicht besetzt; auch zahlreiche Gäste waren erschienen, und eS nahm die ganze Feier einen schönen und würdigen Verlauf. Der Vorsitzende, Pfarrer Dr. Grein, begrüßte die Versammlung. Musikalische Darbietungen des gemischten ChorS, ein sehr vollendet und wirkungsvoll vorgetragenes Trio (Musikdirektor Krause, Frau Tochter und Sohn) sowie Sologesänge umrahmten die Festrede, die Prof. Dr. Stamm, der Ehrenvorsitzende des Vereins, übernommen hatte. Der geschätzte Redner zeigte in der ihm eignen meisterhaften Alt, was wir an Kaiser und Reich haben, was wir aus.der Vergangenheit lernen sollen, wie wir uns frei halten sollen von Dem gewohnheitsmäßigen Kritisieren und Nörgeln, und mahnte daran, daß wir auch bereit fein müßten, Opfer zu bringen für das Vaterland. Auch die theatralischen Darbietungen ^eS Abends waren sehr gelungen und fanden reichen Beifall. ES verlief alles schön und harmonisch, und allen Mitwirkenden gebührt Anerkennung und Dank. Her Frauen- he Amt ein Me- Ev wird darin bei der nächsten 'n lassen, durch Äauswirtschast tlnsübung einer sarten in der Gruppierung der berufsart „haus- i Arbeitsleiskmg it der häuslichen ' sei deshalb als Äsende Resultate -rden. Uec N >sgr unterbreitete les einen Antrag, le5 einer Landung lzuftellen. - Wie ! italienischen ®e> ilossöll sein. Der- l ftatlpnbtn unb jufuuimw die sich über die Cichorienzölle be« auszubieten, um je Cichorien hint« kürstin Radolin Mr des Aeußern Aonbonniöre mit bt. >*? erreichte der Hof- arrangement und che Salonwagen, nahmen, war mit älter melden, daß M-I> 1»* b' d-r R-g'--"°S ' it KinifWt1'1' ? W b«e ‘ ,fy V« Ün,n^u,I9 bei öon Soden- ^gsvertreter «rsti»- >50 aus Ä*S * unseres L gegenwärtig Aent v. Ham? tfi2* Reform Scherung als "9 erklärte, die >net, die E" Endzügen ^ersrcherungs. Reichseisen- "lsarische Berat- . Erhöhung der ^nomte gingen len Fragen sehr ick gÄ „ ^teu « triat Di««16?'8 r««» ®,r*; L,il) w« I11”1' ’ he3 Vorstands !ehrer bet« chre Am i« 6SLin w “ (taen, lönt« di- Äi) (* er «« NB«. ®‘r en ,, wW1’ '"'Ä'h'Ä? Berlin, 209.2t) do 8% 3Vi °/o Konßolfl . Höchste Temperatur am 4—5. Febr. 3 5° Niedrigste ,, „ " 0,1" do Hessen 8% Wh C. c. 4% 4«/b 3V, °/o 8Vl% . 98 15 . 88.60 . 00.00 . 96.00 42.60 . 24.50 . 25.50 . 81.60 Tendenz . 179 70 . 182 80 . 146 80 . 149 20 . 142.20 . 162 00 . 193 75 . 174 50 . 16.3 50 der kleine Racker lächelnd vor ihnen, er hatte auch nicht den flerinpften Schaden genommen. Welches Glück im Unglück! Kleine Mitteilungen and Hesse» und den Nachbarstaaten. In Kal sei wurde bei Kutscher Ässauer aus Arnmenhaustn, der seine Geliebte Volkwein im Wäldchen bei Arolsen er» mordete, weil seine Liebschaft Folgen gehabt hatte, im Gc- inaniSbof^.durch den Scharfrichter Reindel bingerichtet. 8. 19-20, unk. b. 1905 8. 18, 14 8. 21, 22, unk b. 1905 •• Falsches Gerücht, Heute vormittag wurde in der Stadt das Gerücht verbreitet, daß der früher hier wohnhafte Eementwerkbefitzer Th. in der vet floffenen Nacht in Marburg, wo er jetzt wohnhaft ist, mit seiner ganzen Familie Selbst mord verübt habe. Wir wandten uns telephonisch an die Redaktion der „Oberh. Ztg." in Marburg und erfuhren, daß dieses Gerücht ihr vollkommen unbekannt sei -k. Die Ceutrumspartei hat in der zweiten Kammer den Antrag eingebracht, die Regierung zu ersuchen, eine Gesetzes Vorlage zu machen, durch die die V olks schul! ehr er in der Berechnung der Dienstzeit den Civilbeamten insofern gleichgestellt werden, daß auch den früher pensionierten BolkSschullehrern im Falle ihrer Wiederanstellung die Pen- sionSzeit ebenso angerechnet wird, wie den übrigen Beam'en. -k- Zn Sachen der schrecklichen Offenbacher tzisenbahnkata strophe im Noo. v. I. teilt man uns von inviieki beteiligter Seit von Frankfurt mit, daß die Bahnverwaltung bezüglich der Entschädigung der Verunglückten und deren Angehörigen eine sehr große Coulanz bethätige. Zwar sei die Entschädigung erst in vereinzelten Fällen geleistet worden, doch habe die Bahnverwaltung sofort anerkannt, daß bei dem Unfall keine „force majeur“ vorliege und der Bahnsiskus zu der gesetzlich ungeschriebenen Entschädigung verpflichtet fei. Auch bei der Feststellung der Höhe der Entschädigung hat die Bahnverwaltung sich gegenüber den bei dem Unglück Beteiligten oder b ren Hinterlassenen eine« großen Wohlwollens befleißigt, und in einzelnen Fällen sogar darauf verzichtet, daß die Hinterbliebenen Verunglückter die Richtigkeit der Angaben über die erlittenen Verluste durch Eid bekräftigen. Die Regulierung dieser Entschädigungsangelegenheit wird durch die Eisenbahndirektion Frankfurt betätigt, in deren Auftrag ein Direktionsmitglied, Regierungsassessor Michel, teilweise mündlich mit den bei der Sache Beteiligten verhandelte. V. Daubringeu, 5. Febr. Bei der heutigen Verpachtung der Gemeindejagd blieb Rechtsanwalt Dr. Jung aus Gießen Höchstbietender mit 645 Mk. per Jahr. Das Jagdrevier war seither im Besitze der Familie Buderus für einen Jahrespacht von 450 Mk.; es ist das erste der zu einem größeren Jagdbefitz dereinst gewesenen Reviere, das leihfällig geworden ist. fc. Friedberg, 5. Febr. Infolge des heftigen Regen wetterS gegen Ende des vorigen Monats ist an dem Rohbau der Strecke Friedberg-Homburg, der erst im Spät herbst fertig wurde, von den Böschungen hinter Fauerbach vielfach der Mutterboden abgeschwemmt worden, wodurch den Unternehmern ein bedeutender Schaden entstanden ist. fc. Lauterbach, 4. Febr. Die Schlußarbeiten an der neuen Bahnstrecke Lauterbach-Grebenhain, sowie das Legen der Schienengeleise wurden dem Unternehmer Feldmann aus Griesheim überttagen. fc. Ilbeshausen (Kreis Lauterbach), 5. Febr. Vor einigen Tagen kam ein schulpflichtiger Knabe auf traurige Weise um das eine Auge. In einem Hause war eine Spinnstubengesellschaft. Der Sohn einer in dem betreffenden Hause wohnenden zweiten Familie sah durch das Schlüsselloch der kreuzfidelen „Spinnstube" zu. Ein Bursche nahm das wahr und stach mit einer Stricknadel durch das Schlüsselloch. Die Nadel drang dem Knaben direkt ins Auge. Man schaffte ihn sofort in die Gießener Augenklinik (Balserstift). Allein das Auge war nicht mehr zu retten. z. Gedern, 4. Febr. Gestern Nachmittag gingen die Pferde eine« Schlittens aus Wenings durch, wurden jedoch wieder zum Stehen gebracht. Hätte man nun die aufgeregten Tiere eine Strecke geführt, so hätten sie sich ganz gewiß wieder beruhigt. Der Pferdelenker aber setzte sich wieder auf den Schlitten und knallte den Pferden um die Ohren. Die Pferde wurden nun rasend, rannten abermals durch die Straßen und bogen in eine Nebengasse ein, auf deren Mitte ein dreijähriges Kind stand. Jeder hielt es für verloren. Das eine Pferd schleuderte beim raschen Ausschreiten des Vorderfußes das Kind hoch im Bogen quer über die Gaffe gegen die Wand des Rathauses, wo der Junge liegen blieb. Die herbeieilenden Leute hatten jedoch nicht nötig daS tot geglaubte Kind aufzuheben; denn ehe sie herbeikamen, stand Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . Harpener . . . . fest. Kirchliche Nachrichten. Epavgelifche «emeinoe. Donnerstag den 7. Februar, abendö 8 Uhr, VibelflNidr im Konfirmandensaal (Kirchstraße 9). Ev Joh. 17. 9 ft M.irrer D'. Gr.'in. Meteorologische Beobachtungen der ^tßtiou Gießen. 5. Februar. 46 60 M. 46.60 „ 44 80 „ 97.80 M. 89.50 , 81 30 „ 81.30 , 00.00 „ 73.00 „ 78.00 „ Vermischtes. • Wien, 5. Febr. Wegen einer politischen Kontroverse and heute zwisch n dem ocr Deutschen Volkspartei ange hörigen Linzer Abgeordneten Uhrmacher Boeheim und einem Studenten der Technik em Säbelduell statt. Boeheim erb'elt eine nicht gefährliche Verletzung am Arme. do. do. do. do« Sport. fc. Das diesjährige Deutsche M-isterschaftsrudern findet am 23. Juni in Frankfurt a. M. als letztes Rennen der Regatta des dortigen Reaaltavereins statt. Eigentlich hätte das wertvolle Rennen bei uns in Gießen stattfinden sollen, wo bekanntlich der Meisterschaftsruderer Alberi Rtibsamen seinen Wohnsitz hat. Allein hier war die vorgeschrtebene Rennstrecke von 2500 Mir. nicht herzustellen, weshalb die Gießener Ruder gesellschaft auf Vorschlag RübsamenS selbst den Frankfurter Regattaverein um Uebernahme des Rennens onging. Neueste Meldungen. Darmstadt, 6. Febr. (Tel..Meld. deS „Gieß. «nz.") Der Abgordnete Jakob Brunner in Stockyetm (Odenwald), Vertreter des 2. Wahlkreises der Provwz Starken bürg, Mitglied der nationallibcralen Partei, ist Dienstagab-ud plötzlich gestorben. Berlin, 6. Febr. Die Delegiertenversammlung des ZentralverbandeS deutscher Industrieller prach sich mit allen gegen eine Stimme für eine aus- reichende Erhöhung der Getreidezölle in einen mit dem Gemeinwohl vereinbaren Umfange aus, der insbesondere nicht langfristige Handelsverträge ausschließt, die unbedingt notwendig sind. Die Versammlung nahm ferner eine Re- olution an, in der energisch die Kanalvorlage befürwortet wird. _____ Telephonischer Kursbericht- Frankfurt, den 6. Februar. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Preise am Aruchtmarkt zu Frankfurt a. M. Montag den 4. Februar. Per 100 Kgr. gute marktfähige Ware je nach Qualität, loko Frankfurt a. M. Weizen, hiesiger 16.50-16 60 Mk. Roggen, h-es. 14.60—14 75 Mk. Gerste, neue Ried- und Pfälzer- 15.50 — 16 00 Mk, Wetterauer 15.50-16 00 Mk. Hafer 13.25-14.50 Mk. Raps, hiesiger nominal 30-31 Mk. Mais 11.40-11.50 Mk. - Preise am vorigen Montag. Weizen 16.50—16.60 Mk. Roggen 14.60—14.80 Mk. Gerste, Ried- und Pfälzer 15.25—16 00 Mk., Wetterauer 15.25—16.00 Mk. Hafer 13.25—14.50 Mk. Mais 11.50 Mk. Gerichtssaal. Mainz, 5. Febr. Der 16jährige Realgymnasiast Schüttner aus Caub ist der Urkundenfälschung und des Betrugs angeklagt. Der Angeschuldigte, dessen Eltern in Darmstadt verstorben sind, wohnt bei einer Tante in Wiesbaden. Im November kam er hierher aus das Real gymnasium. Er lernte auf der Schule den Sohn eines hiesigen Ingenieurs kennen und aus den Namen des letzteren fertigte er gefälschte Bestellungen auf Südweine, Chokolade, Waffeln, süße Mandeln, Gebäck rc. an und nahm die Sachen, die er auf Kredit für den Ingenieur bei hiesigen Geschäftsleuten bestellte, gleich an sich. Auch gab er noch Bestellungen auf. Er wurde zu 12 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde mit der erlittenen Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. — Die 18jährige Schülerin Dorothea Bermond aus Alsheim hatte in der Wohnung eines Nachbarn eine Kommode mit einem Schürhaken erbrochen und daraus Gegenstände gestohlen. Die Angeklagte wurde von dem aus dem Felde H.imkehrenden bei der That erwischt. Das Gericht verurteilte die jugendliche Diebin zu 5 Tagen Gefängnis. Hannover, 5. Febr. Wegen Herausforderung zum Zweikampf mit tötlichen Waffen bezw. wegen Kartelltragens hatten sich der Arzt Dr. med. Grahn, früher tn Hannover, jetzt in Hamburg wohnhaft, und der Rechtsanwalt Dr. jur. Fidow-Hannover vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts zu verantworten. Es handelt sich um folgendes: Dr. Grahn hatte im Januar vor. Jahres den Dr. phil. Jensen und Dr. phil. Meyer zum Zweikampf auf Pistolen gefordert und Dr. Fidow hatte als Kartellträger fungiert. Die Veranlassung zu der Herausforderung war ein Vorgang im Wiener Cafö in der Nacht vom 6. zum 7. August 1899, bei dem die Geforderten ein im Jahre 1898 zwischen Dr. Grahn und Apotheker Bauermeister vorgekommenes Rencontre zur Sprache brachten und sich tn beleidigenden Ausdrücken gegen Dr. Grahn ergingen, dem vorgeworfen wurde, er habe sich gesellschaftlich unmöglich gemacht, weil er einer thätlichen Beleidigung des Apothekers Bauermeister gegenüber sich mit einer einfachen Revozierung begnügt hätte. Dr. Grahn erklärte, er sei damals noch Sanität« osfizier und infolge der schweren Beleidigung zu der Forderung gezwungen gewesen. Auch habe er geglaubt, dadurch seine gesellschaftliche Stellung rehabilitieren zu können. Dr. Fidow war Kartell- träger des Dr. Grahn und hat seiner eigenen Angabe nach ohne Sühneversuche die Forderungen übertragen. Dr. Meyer hat sich auf Verjährung berufen und die Herausforderung abgelehnt, während Dr Jensen sie angenommen hat. Ein Duell hat nicht stattgefunden, die Beleidigungen sind vielmehr gerichtlich gesühnt und die Geforderten zu je 400 Mk. und Dr Grahn ebenfalls wegen Beleidigung zu 300 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Die Affaire Grahn-Bauermeister wurde weiter nicht erörtert, nur der Verteidiger hob hervor, daß sie damals ein wahres Kesseltreiben gegen Dr. Grahn zur Folge gehabt hätte, und daß Dr. Grahn deshalb seiner Heimat den Rücken gekehrt hätte und auch aus dem Ossizierfiande aus geschieden sei. Das Gericht kam in Anbetracht der ganzen Sachlage zur Zubilligung mildernder Umstände und verurteilte Dr. Grahn zu 2 Wochen, Dr. Fidow zu 3 Togen Festungshaft. 5n/c, Italien. Kents . . 4»/o Griech. Monop.-Anl. 3 % Portugiesen . . 8 0/0 Mexikaner . . . 41/, % Chinesen . . . Derlrägt Aaby immer die Mitch? Ein Wort nn Mütter und Wöchnerinnen. Zuweilen vertragen Säuglinge und Kinder die Milch nicht, weil sie im Magen zu schnell gerinnt. Mondamin dagegen besitzt den kostbaren Vorzug dies zu verhindern. Mankoche mir em,sie Minuten eine Obertasse Milch mit einem Theelo,fiel Mondamin gut durch. In größeren Mengen ist Mondamin mit Milch gekocht eine gcsnnde, leicht verdauliche Speise für die Kleinen, allerdings erst nach dem Zahnen. 014 8«/. 0/ Beichsanleihe . . 98 20 ■ -'' 88.60 ist zu haben in Paketen ä 60, 30 und 15 Psg. Börsen nachricht en. 4 o/o Deutsche Grundsohuld-Bank 1 u. 2 4 0/0 do. 8. 5/»t unk. b. 1904 31/» 0/, do. 8. 7/8, unk. b. 1908 4 o/o D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 8‘/,°/o do. unk. 1905 4 o/n Preuss. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 8. 15-18 unk. b. 1900 Februar 8 Barometer auf 0° reduziert T'MperatUl der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit ' BT Z d jO G § Windstärke Wetter 5 9“ 733,6 0,5 43 90 —— 1 bedeckt 6 715 735,8 1,2 4,2 100 NE. 1 Schneclull 6 2“ 740,6 1,1 3,9 92 N. 1 Bekanntmachung. Donnerstag den 7. d. ®u, nachmittags 3 Nyr, sollen dahier Neustadt 55 Haus- und Kuchen« fleräte aller Art, sowie ein Posten Schuhwaren zwangsweise gegen bar versteigert werden. 0426 Gießen, den 6. Februar 1901. Seipel, Gerichtsvollzieher. tMlklllUNM Statt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: Schmiveflkisch 50 psg. Zchmlj 60 pfg. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftraffe 2. Nrrgevot der Arbeitnehmer: 1 Mälzer, 6 Heizer, 2 HauS- burschen, 1 Taglöhner, 1 Fahrbursche, 1 Mechamkerlehrlmg, 1 Dienstmädchen, 1 Flickerin. Nachfrage der Arbeitgeber r 1 Buchbinder 1 .Küfer, 1 Hetzer 1 Spengler, 1 Anstreicher, 3 Hausburschen, 2 Dienstmädchen, 1 Kinderwärterin, 1 Lauffrau, 1 Frau zum Weckaustraqen, 1 Fuckfrau. Lehrlinge r 1 Mechaniker, 1 Glaser, 1 Schreiner, 1 Buchbinder, 1 Schlosser.___________________ Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkasse und der Plocktschen Stiftung für 1899/1900 liegt zu Jedermanns Einsicht acht Tage lang auf dem Armenamt offen. Gießen, den 2. Februar 1901. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. _____________________Wolff.LIL? Bekanntmachung. In bas hiesige Handelsregister wurde heute eir getragen, bafe tue Filmen ,M. Sartor, Apotheker" M Großen. Linden; .Josekiel Strauß" zu Gießen und „©. Weimers, heim's Nachfolger' daselbst erloschen sind, sowie daß M die Firma „@g. Heinr. Schirmer" zu Gießen dem Rauf, mann Louis Wolff dahier Prokura erteilt ist. Gießen, am 4. Februar 1901. ________________Gro^herzogliches Amtsgericht. Couverts mit Firma V vrühl'sche Unloerfitäts-Vruckerel. Verdingung. Nachstehende Cement«, Beton- und Terrazzo arbeiten für die Hochbauten auf dem neuen Friedhof am Rodtberg zu Gießen sollen Kamstag deu 16. februar, vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werben. Kreuz- u. Tonmn« gewölbeinBtton rb. 110 qm Horizontale Betondecken „ 210 „ Beton- u. Cem nt- höben „ 120 „ Terrazzoböben „ 360 „ Cement-Sockel rb. 225 Ifb. m. Plär.e, ArbeilSbeschreibung unbBedingungen liegen währenb ber Dienftstunben bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vorbruck, ber baselbst erhältlich, sind mit entsprechender Aufschrift ver« sehen bis zum genannten Termin bei uns einzuretchrn. Zuschlagsfttst 4 Wochen. Gießen, 5. Februar 1901. Das Stadtbauamt. Schmandt. 1135 Kekanntnmchung. A« Montag dem 18. Fe« bruar d. I., um 10 Uhr vor. mittags, sollen bei dem hnsiuen Postamt 1 (Bahnhofstraße Nr. 85) zwei auSgemustert,, Lachfige Vaketb- stcllwagen öffentlich meistbietend unter den bei der Versteigerung bekannt zu machen« den Bedingungen verkauft werden Gießen, 4. Februar 1901. Kaiserliches Postamt 1. Schäfer. 1115 Kolzverkauf Kgl. Oberförstern Krostorf Donnerstag den 14. Februar 1901, vormittags 10 Uhr, im Weibbrodt'schen Saale zu Salzböden. Schutzö. Watdhaus. Distr. 56 und 58 Lindenschied: Kichert: 7 rm Knüppel, 300 rm Reiser; Arrcheu: 226 rm Scheite und Knüppel, 825 rm Reiser. Schrrhv. Salzböden, D.str. 77a b Kardt: Kichert: 52 rm Scheue und Knüppel, 56 rm Stockholz, 520 rm Reiser; Aucherr: 51 rm Scheite unb Knüppel, 439 rm Reiser. 1128 Der Kgl. Forstmeister. Bekanntmachung. In unserem Handelsregister wurdr die Firma Heinrich Köhler XI. Witwe in Langsdorf gelöscht. 1125 Ltch am 4. Februar 1901. (Äroßb. Amtsgericht. Brennholz- Versteigerurrg im 1119 Gememdeumld Nitderkleeir am Mittwoch de» 13. Februar d. IS. Beginn vormittags 9 Uhr im Dtftrrkt Pfingstweide. Buchen: 29 rm Derbholz, 20 rm Stöcke und 87 rm Reiser. Weichholz: 81 rm Reifer. Nadel: 87,5 rm Derbholz, 81 rm Stöcke u. 486 rm Reiser. Gioß-Rechtenbach, b. Wetzlar, den 5. Februar 1901. Das Bürgermeister-Amt. Versteigerung. Mittwoch den 13. b. Mts-, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal, SelterSweg 11, gegen Barzahlung: 1 Kaffenschrank, 1 Sekretär, mehrere SofaS, Kommode u. a. m. 1130 Gteßen, den 6. Februar 1901. Johann, Gr. Pfandmeister. Ale sparsame Hausfrau verwendet MAGGI Maggi zum Märzen, Maggis Hemüse- n. Krastsuppea, Maggis ASouilkon-Kapset«, Waggts Htuten-Kakao 1026 bestens emofohlen von H. Wallach, SrlterSwev- Wirfiilg,Rot-u Weibkraul, sowie Endivien empfiehlt 0*25 Carl Kaufmann, Bahnhofstr t i. Frau Katharina Gerlach, geb. Becker Die tieftrauernden Hinterbliebenen 1140 Die Beerdigung findet Freitag den 8. Februar, nachmittags 2% Uhr, in Lollar statt, Morgens 0427 wert zu verkaufen. 1133 Neu! Neu! LSwengaffe 17 mieten Hari Gerlach und Kind. Ludwig Becker. Wilhelmine Becker. Vertreter sucht rhein. Weingrotzhandlg. gegen hohe Provision. Ofterten unter B. M. 606 an Kaasenstein & Aogter, A.-H., Zviesvadeu. mit 4'Zimmerwohnungen, fchön angelegtem Garten, in nächster Nähe der Anlagen, einige Jahre bewohnt, Verhältnisse Halver preis« x'-' für einige Stunden vormittags gesucht. Gartenstratze 8, III. quarium Donnerstagabend: 1085] Einen Sckneiderlehrling sucht________Heinrich Siever. 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Februar 1901 heute früh 6 Uhr nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen Um^stille Teilnahme bitten Verwandten, Freunden und Bekannten die tiefschmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen unsere innigst geliebte, unvergessliche, treusorgende Gattin, Mutter, Tochter, Schwägerin und Tante Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass unsere liebe Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin, Tante und Grossmutter Das beste bei Erkältung, Hüften, Heiserkeit, Mheln im Haise rc. re. und zur Erfrischung sind Pascoes Brustpastillen ä Schachtel 25 Pfg. sieht — nach dem Ausspruch vieler Kenner — in Bezug auf seine hervo>ragenden Eigenschaften unerreicht da und wird ärztlicherseits vielfach empfohlen und verordnet. Es liegt daher im eigensten Jmeresie eines jeden Magenkranken und an Verstopfung Leidenden, einen Versuch mit Kuhfu*’ Grahambrod zu machen. Jede Gestellung wird frei ins Kaus geliefert. 1188 Allein-NklKailf bei Ph. Herrmann, Seltersweg 33 Die Beerdigung findet Donnerstag den 7. Februar, nachmittags 41/» Uhr, vom Sterbehause, Sandgasse 30, aus statt. 1132 Für das Kontor einer hiesigen Cigarrenfabrik wird zu Ostern, evtl, auch früher, ein Lehrling gesucht. Selbstgeschriebene Offerten bittet man unter 0422 in der Ex- pedilion d. Bl. niedermlegen. Ern und zweispännige Schlitten, sowie ein fast neuer Frder-Vritschenwagkn 60 bis 60 Gentner Tragkraft, mehrere KreaKs, Sommerwage« Kalboerdkcks und souftige offene Wagen billigst zu verkaufen. 1141 Konr.Stephan, Wagenbauer, ______Großen» Vuseck. Fentt-Dttfi-rrilW. Die Haupt-Agenlur einer eiugefüyrte» erstklassigen deutschen Versicherungs-Aktien Gesellschaft ist für die Stadt Sietzen neu zu be» setzen. Geeignete Reflektanten belieben Offerten sub W W 659 an Kaaseustein & Mogler, A.-H., AranKfnrt a. 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