Nr. 387 Erscheint tägNch mit Ausnahme beä Montags. Iie Siebener ZamMen« blätter werden demAn- »eiger im Wechsel mit bem .Hess. Landwirt* und den .Blättern für hessische Volkskunde* viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußRr.51. esGBQBseHBe™ Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Freitag 6. Dezember 1901 GietzenerAnzeiger w Seneral-Anzeiger ** Annahme von Anzeigen au der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungSsteÜen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Universiläts - Druckerei Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ ” i KT zeigenteil: HanS Beck. Politische Tagesschau. Eine Poleninterpellatiov. D. B- Hd. meldet uns heute aus Berlin: Die polnische Reichstags-Fraktion ist heute zusammen- getreten, um die Interpellation festzustellen, worin der Reichskanzler angescagt werden soll, wie er sich zu der Wreschener Schul-Assaire stellt und welche Folgen diese haben werde. Es wurde beschlossen, die Interpellation einzureichen, sobald die nötige Anzahl Untersr^isten vorhanden sein wird. Möglicherweise ist diese parlamentarische Anfrage der Regierung garnicht unwillkommen, weil sie dadurch Ge- l^enheit erhält, zu den polenfreundlichen und antipreußi- sschen Kundgebungen und der etwas eigentümlichen Haltung, die in der Bewegung die österreichische Regierung einnimmt, wenn auch rücksichtsvoll, Stellung zu nehmen, ''liach einer Meldung aus Wien, veranstaltete der dortige polnische Studentenverein Oynisko eine Mickiewic^-Feier, deren Reinertrag für die Verurteilten des Gnesener Prozesses bestimmt wurde. Au derselben nahm .der Minister Dientak mit mehreren höheren polnischen Beamten aus den Ministerien teil. — wie man annehmen muß, doch wohl kaum nur, um sich amtlich zu informieren, sondern als Mitfeiernder. Das in Berlin ausgesprochene „Bedauern" 'der österreichischen Regierung über die Polenkundgebungen Hat, darnach zu urteilen, einen bescheidenen Wert. Man darf gespannt fein, was Graf Bülvw zu dem Fall zu -sagen hat; weiterhin, wie sich bei der Interpellation das Z e u t r u m zu den nicht mehr so befreundeten Polen stellen wird; endlich wie die Konservativen die Schul- Krawalle in Wreschen beurteilen. Bei aller Mißbilligung der polnischen Propaganda hat die „Kreuzztg." es ebenso getadelt, daß anläßlich der Wreschener Schulkrawalle auf die widersetzlichen polnischen Schulkinder im Religions- «uterrrcht mit Züchtigungen eingewirkt worden ist. Inzwischen nehmen die antideutschen Demonstrationen im polnischen Landen ihren Fortgang. In Lemberg zogen llim Mittwoch ungefähr 500 Hochschüler in die Mozhnazbi- Dasse, um vor dem deutschen Konsulatsgebäude KU demonstrieren. Ehe sie angelangt waren, wurden sie (allerdings von einer Polizerpatrouille zurückgedrängt, ooorauf sie unter ALsingung nationaler Lieder nach der Mademiestraße zogen. Hier wurden sie von einem Polizei- caufgebot zersprengt, wobei zehn Studenten wegen Widersetzlichkeit gegen die Polizeigewalt verhaftet und nach Auf- »,iahme eines Protokolls wieder in Freiheit gesetzt wurden. (Gleichzeitig versuchten mehrere hundert Gymnasiasten nach »einem Gottesdienst in der Dominikanerkirche vor dem «deutschen Konsulat zu demonstrieren, wurden jedoch eben» 'falls von der Polizei daran verhindert. Die Polizei nahm .auch hier 10 Verhaftungen vor. Die in der juristischen, philosophischen und medizinischen Fakultät der Lemberger Universität sistierten Vorlesungen toerden am 7. Dezember wieder ausgenommen. Wie die „Neue freie Presse" meldet, hat in der Angelegenheit der antideutschen polnischen Demonstrationen in Lemberg zwischen dem deutschen Botschafter Fürsten Eulenburg und dem Grafen Goluchowsky eine Besprechung stattgefunden, die zu einer befriedigenden Erledig- aug dieser Angelegenheit geführt haben soll. Wir werden abzuwarten haben, wie sich die Sache in der Oeffentlich,- keit erledigen wird. Auch in Warschau griff am Mittwoch! mittag eine Anzahl Studenten das deut s che Ko n sulats gebäude an. Das Kvnsulatsschild wurde heruntergerissen und zerstört und das Erdgeschoß, wo sich die Amtsräume des Konsulats befinden, mit Steinen beworfen. Auch itt die Privatwohnung des Generalkonsulats im ersten Stock wurden Steine geschleudert. Der Angriff dauerte eine Viertelstunde. Alsbald erschienen ein Oberpolizeimeister und ein Staatsanwalt zur Feststellung des Thalbestandes. Das Konsulat wird polizeilich bewacht. Der Reichszufchuß für Kiantfchou. W. T. B. meldet heute: Im Etatsentwurf für Kiau- tschou belaufen sich die eigenen Einnahmen auf 360000 Mark gegenüber 300 000 im Vorjahre, der Reichs zu-, schuß auf 12168000 gegen 10750000 im Vorjahre. Unter den mehrgeforderten fortdauernden Ausgaben befinden sich für die Militär-Verwaltung 339 994, davon für die Geldverpflegung der Marineteile 191670 (Zugang 3 Oberleutnants, 1 Leutnant, ein Roßarzt, 15 Unteroffiziere, 119 Gefreite und Reiter.) Diese alle mit Ausnahme eines Oberleutnants für die Marineinfanterie zur Bildung einer Ma- rinereiter-Kompagnie, ferner zur Verstärkung der Matrosenartillerie im zweiten Halbjahre ein Korvettenkavitän, ein Kapitänleutnant, zwei Oberleutnants, 16 Deckoffizrere, Feldwebel, Vizefeldwebel, Oberartilleristenmate, Artilleristenmate, 159 Obermatrosen - Artilleristen, Matrosen-Artilleristen; für Versuchforrnationen 55 000; die zur Bildung einer Eingeborenentruppe angestellten Versuche sollen nach einer anderen Richtung als bisher fortgesetzt werden. Im Ganzen werden 5 083303 fortdauernde Ausgaben gefordert, gegenüber 4383399 im Vorjahre. Tie Gesamtsumme der einmaligen Ausgaben beträgt 7 375 000. Unter den Mehr- forderungen befinden sich 515 000 zu Hoch- und Tiefbauten, 350.000 zur Beteiligung an der Beschaffung einer elektrischen Zentrale. Im Ganzen werden nach Abzug von 180 000 Mark Mindersvrderung 800 000 Mark mehr gefordert. Also um annähernd 1 ein halb Millionen Atark sind die Ausgaben, und nur um 60 000 Mark die Einnahmen höher eingeschätzt. Diese wenig günstige Entwicklung des Budgets der ostasiatischen Kolonte dürfte eine kritischere Beurteilung der einzelnen Ausgabepositionen seitens des Reichstags zur Folge haben, und zur Kürzung bezw. Streichung besonders bei den einmaligen Ausgaben führen. Vielleicht hätte auch hier die Regierung besser gethan, den Etatsrahmen enger zu fassen in Rücksicht auf die Lage der Reichssinanzen. Der Reichstag wird von dem neuen Etats- Voranschlag im Ganzen nicht gerade angenehm überrascht sein. Deutsches Deich. Berlin, 4. Tez. Der Kaiser ijc heute abend um 6 einhalb Uhr in Mo s che n (Reg.-Bez. Oppeln) eingetroffen. — Von dem gestrigen Diner beim Reichskanzler, dem auch das Kaiserpaar beiwohnte, wird noch mitgeteilt, daß nach Beendigung des Mahles sich der Kaiser mit dem Reichskanzler zurückzog, und diese Unterredung so lange währte, daß der Kaiser auf Wunsch seiner Gemahlin auf den Beginn des sich anschließenden Konzertes aufmerksam gemacht werden mußte. — Korvettenkapitän von Cotzhausen, der frühere Kommandeur des gesunkenen Kreuzers „Wacht"', der wegen dieses Unfalles vom Kriegsgericht freigesprochen worden ist, ist jetzt auf kaiserliche Ordre zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee gestellt worden. — Die Wahlprüfungstommission des Reichstages hat die Wahl des Abg. Dr. Hänel (frsg. Vg.) und des Abg. von Gersdorfs (Sons.) für giltig erklärt. — In der heutigen Sitzung des Bundesr ats wurde dem Ausschußbericht über den Entwurf des Etats für den Reichsinvalidenfonds und zum Reichshaushaltsetat für 1902 in Verbindung mit der Resolution des Reichstags betreffend die Etatisierung der Mittel für die Veteranen-Ver- sorgung dem Ausschußbericht über den Entwurf eines Gesetzes betreffend die Feststellung des Haushaltsetats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr 1902 und den Ausfchußberichten über die Entwürfe von Etats zum Reichshaushaltsetat für 1902 und zwar 1) für das Auswärtige Amt, 2) für die Reichsschuld und endlich dem Entwurf des Gesetzes die Feststellung des Reichshaushaltsetats für 1902 Zustimmung erteilt. — Die „Nvrod. Allg. Ztg." schreibt: In einer hiesigen Zeitung wurde angedeutet, die Erörterungen über den Alldeutschen Verband im ungarischen Abgeordnetenhause seien vielleicht durch Aeußerungen des Reichskanzlers in einem Gespräch mit dem österreichisch-ungarischen Botschafter beeinflußt. Diese Annahme ist unzutreffend. Stuttgart - 4. Dez. Tie Oberstudienbehörde hat das Gesuch um Ueberlassung der Ulmer Knabenturnschule für den Katholikentag abschlägig beschieden, weil eine Unterbrechung des Turnunterrichts nicht statthaft sei. Ausland. Paris, 4. Dez. Der offizielle Bericht über die gestrige Kammerrede des Deputierten Mass abu au (vgl. unser gestriges „Ausland") enthält noch folgende Stellen: Wenn ich vor der Notwendigkeit gestellt werde, zum Heil meines Vaterlandes mit den Feinden Frankreichs zu verhandeln, dann werde ich einer An näh erun g an Deuts chland den Vorzug geben. — Deputierter Destournelles unterbrechend : Ja, aber unter welchen Bedingungen? — Massa- buau: Das werden wir im gegebenen Augenblick in Gegenwart des Ministers des Auswärtigen erörtern. Ich bin in jedem Falle. Anhänger eines modus vivendi (Bewegung, Sozialist Constant unterbrechend: Sie sind ein Internationalist). Massabuau sortfahrend: eines modus Vivendi, der uns, indem wir die Regelung anderer ernster Fragen ab- warten, gestatten würde, uns zu verständigen, wie wir uns in China gegen den gemeinsamen Feind verständigt haben. Oessnen Sie das Gelbbuch, und Sie werden darin ein Protokoll sehen, an dessen Spitze Graf Waldersee steht, der int Namen des Deutschen Kaisers verhandelt. Wir haben unfern Namen und unsere Unterschrift daruntergesetzt und nicht geglaubt, daß wir uns durch dieses vorübergehende Einvernehmen mit unserm Feinde von gestern entehren. Ich sehe nicht ein, warum wir nicht morgen wieder thun sollen, was wir gestern gethan haben, und warum wir nicht unsere Interessen mit andern kontinentalen Interessen gegen einen gemeinsamen, jährhunderte- langen Feind üeretnigen sollen. — Die meisten Blätter begnügen sich damit, zu der Erklärung Massabuaus ironische oder höhnische Bemerkungen zu machen. (Nichts desto- toeniger sjnd die Worte dieses mutigen Mannes eine bemerkenswerte That und bezeichnend für den allmählichen Wandel der Stimmung in Frankreich gegen den Vermeintleichen „Erbfeind". D. Red. des „Gieß. Anz.") — Die Abendblätter melden aus Genf: In den letzten 48 Stunden sind hier russische Spione eingetroffen; die beauftragt sind, festzustellen, ob die feit einigen Tagen in Polen verbreitete Zeitung „Glocke der Freibeit" in Genf herausgegeben wird, und wer die Redakteure dieses Blattes seien. Diese Entsendung von Spionen steht in Zusammenhang mit der revolutionären Bewegung, über die zur Zeit in Russisch-Polen Erhebungen angestellt werden. Man glaubt, daß das Blatt in besonderer Verpackung nach Lodz eingeschmuggelt wird. Die Genfer Polizei ist ihrerseits beauftragt, die anwesenden Fremden ftreng zu überwachen, da sich unter denselben in letzter Zeit eine große Rührigkeit bemerkbar gemacht hat. Man nimmt an, daß die hiesigen Revolutionäre in den verschiedenen^ Ländern Erhebungen angeordnet haben, und daß demnächst eine große Bewegung ins Werk gesetzt werden soll. Budapest, 5. Dez. Ter ungarische Land es-Agrikultur-Verein beschloß, den Handels- und Ackerbauminister aufzufordern, die landwirtschaftlichen Maximalzölle ebenso hoch zu bemessen, wie der deutsche Zolltarif; ferner mit Deutschland blos bei völliger Reziprozitätsbasis einen Handelsvertrag abzuschtießen. Das Gesamtkabinett wurde aufgefordert, im Einvernehmen mit Oesterreich bei, allen europäischen Staaten die Idee der Differenzialzölle; bei der überseeischen Produkteneinfuhr anzuregen. Einzelne Redner forderten den Zollkrieg mit Deutschland. Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angernefferr honoriert. Gießen, 5. Dezember 1901. * ' Das Regierungsblatt veröffentlicht in Nr. 68 eine Bekanntmachung, die deutsche Wehr ordn ung betreffend. • * Pensionierung. Der Großherzog hat den Gerichtsschreiber bet dem Amtsgericht Hungen Konrad Koch auf ' sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. • • Die Erste Kammer der Stände wird Donnerstag den 20. Dezember zu einer Sitzung zusamrnentreten. " Warnung. Durch Polizei-Verordnung vom 2. März ist das Tragen von Metzgerbollen, Bäcker- und Marktkörben, landwirtschaftlichen Geräten sowie sonstiger Gegenstände, die durch Form, Größe und Beschaffenheit geeignet sind, Vorübergehende zu beschädigen, zu beschmutzen oder zu belästigen, auf Auff-Strauß-Kovzcrt. Der am Mittwoch von unserem geschätzten Landsmann Herrn Hofopernsänger Buff-Gießen ün großen Saal des Gesellschaftsvereins veranstaltete Liederabend mußte hier um so größeres Interesse erwecken, als der gesangliche Teil des Programms nur Kompositionen des durch seine symphonisv)e Dichtungen zu Weltruf gelangten Hofkapellmeisters Richard Strauß enthielt, der persönlich zur Begleitung der zahlreichen Gesangsnummern erschienen war. Richard Strauß ist als Liederkomponist hier noch wenig bekannt, und ob er bei der großen Schwierigkeit seiner meisten Klavierbeglettungen einmal populär werden wird, ist mindestens zweifelhaft. Wer ihn aber nur als Symphoniker kennt, der ist erstaunt über die Fülle herrlicher ^vrik die seine Lied-Komposttionen enthalten und über ben Reichtum an wechselnden Empfindungen, mit dem er ben Stimmungen feiner Liebertexte in der Komposition gerecht zu werden weiß. Frellich gehört zur Begleitung stets ein Meister, wie er selbst einer ist, und als berufener Interpret seiner Lieder kann nur ein Künstler mit großem musikalischen Können und feinem Verständnis für die Intentionen des Komponisten auftreten. Daß Herr Buff ein vorzüglicher Richard Stranh-Sänger ist, wird jeder gern zugeben, der seine gestrigen Darbietungen nur mit einigem Interesse verfolgt hat. Sein schöner wohlklingender Tenor scheint in Bezug auf Ausdauer und Höhe thatsächlich keine Schwierigkeiten zu kennen, und die etwas geringere Kraft in der tieferen Lage kommt — im Kvnzertsaal wenigstens — feinen übrigen Vorzügen gegenüber kaum in Betracht. Es würde uns zu weit führen, wollten wir uns auf Einzelheiten einlassen, doch das eine erscheint uns sicher: In einer Wiedergabe wie gestern werden sich Lieder von Richard Strauß überall viele Freunde erwerben. Die Begeisterung des Publikums war außerordentlich groß und der Beifall so reichllch und herzliche daß Herr Buff, dem während des Konzerts zwei prachtvolle Lorbeerkränze überreicht wurden, die Lieder „Freundliche Vision", „Heimliche Aufforderung" und „Kling. - .!" wiederholen mußte. Zwischen den verschiedenen Gesangsnummem spielte Fräulein Hedwig Strache aus Berlin, eine hier noch unbekannte Geigerin, ein Violinkonzert von Spohr, dessen Begleitung Fräulein Amalie Holzapfel aus Gießen in dankenswerter Weise übernommen hatte und geschmackvoll durchsührte. In dem Violinkonzert, sowie In den später von Herrn Hvfkapellmeister Strauß begleiteten Solvstücken für Violine von Strauß, Saint-Saens und Brahms-Joachim zeigte sich Fräulein Strache als eine Geigerin von großen Vorzügen und glänzenden Fähigkeiten, die alles bestätigte, was in den Vorankündigungen von ihr gesagt war. Ihre sämtlichen Darbietungen bildeten eine würdige Verschönerung des Programms und fanden ebenfalls jo viel herzlichen Applaus, daß sie sich zu einer Zugabe — Madrigal von Simonetti — verstand. Möge die Anhänglichkeit des Herrn Buff an seine Vaterstadt nicht erkalten; er darf versichert fein, bei wieder- hollem Auftreten in Gießen mit gleicher Freude begrüßt- zu werden wie gestern. Pr. — Aus Frankfurt a. M. meldet man: Unter persönlicher Leitung des Komponisten hatte das Singgedicht ^Feuersnot" von Richard Strauß und Wolzogen bei der hiesigen Premiöre einen glänzenden, durchschlagenden Erfolg; Strauß wurde stürmisch acclanüert, ebenso die Hauptdarsteller. Frl. Schweitzer imö Herr Brinkmann sowie Oberregißeur Kraehmer, der das Werk mit großem Geschick inszeniert hatte. Tie Chöre und Einzelleistungen verdienen höchste Anerkennung. — Zum ersten Male wurde das Gluck' sche Schaierspiel ,D i e M a i e u k ö n i a i n" aufgeführt, eine zwar etwas urgroßväterliche, aber recht graziöse Idylle, die von den Tarnen Schacko, Hohenleitner und Fesca, sowie den Herren Schramm und Mantler anmutend gegeben wurde. den Bürgersteigen innerhalb der Stadt verboten. Trotzdem bisher seitens der Polizei mit Verwarnungen vorgegangen idoüben ist, sieht man täglich die gesetzlichen Vorschriften in .fahrlässiger Weise übertreten. Wie wir hören, ist die Schutzmannschaft nunmehr angewiesen worden, UeberLretungen solcher -Art unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. E. CH. Konzert-Verein. Das Weihnachts- Mysterium wird am Montag, den 16. Dezember, zur Aufführung kommen, die Hauptprobe am 15. Dezember stattfinden. An beiden Tagen handelt es sich um eine vollgiltige, unverkürzte Darstellung, bei welchen die farbenprächtigen, mimischen Darstellungen (lebenden Bilder) ohne jede Hinweglassung geboten werden, lieber das Nähere äußern wir uns später, für heute möchten wir nur noch darauf Hinweisen, daß die Aufführungen in der Turnhalle stattfinden und an beiden Tagen für ausreichend bequeme Plätze Sorge getragen wird. Wir betonen das hier ausdrücklichst, weil bei allen Unternehmungen, die von der Gunst des Publikums getragen sind, jedesmal voreilige Freunde, (oder sind es Freundinnen?) „Ausver- fauft" kolportieren, wenn kaum der Kartenverkauf begonnen hat. Gleichzeitig machen wir die Mitglieder des Vereins darauf aufmerksam, daß es sich am Montag um ein Abonnements-Konzert handelt, ihnen also chre Plätze, trotz der enormen Kosten, ohne jede Nachzahlung reserviert sind. * * Aus dem Theaterbureau. Der jugendliche Held und Liebhaber des Großh. Hoftheaters in Darmstadt, Hofschauspieler Willy Loehr wird hier am Freitag ein einmaliges Gastspiel als „Romeo" in Shakespeares „Romeo und Julia" absolvieren. Herr Loehr hat «diese Rolle erst kürzlich in Darmstadt mit großem Erfolge gespielt. * * Emm illustrierten Weihnachtskatalog hat die F e r b e r s ch e Universitäts-B uchHandlung (C.Koch)wiederum herausgegeben. Der prächtig ausgestattete Katalog enthält ein reichhaltiges Verzeichnis von Werken der schönen Litteratur, von Jugendschriften, Pracht- und Bildwerken, Gedenk- und Tagebüchern und dergl., Eneyklopädieen, Philosophie, Litteratur- geschichte, Kunst und Kunstgeschichte, Musiklitteratur, Geschichte, Lebensbeschreibungen und dergl., Erdbeschreibung, Reisen und dergll, Atlanten und Karten, Naturwissenschaften, Astronomie, Erbauungsschriften, Forst- und Jagdwesen usw., Hauswirtschaft usw. usw. Es giebt wohl fein Gebiet unseres geistigen Lebens, über das der Katalog nicht orientierte. Der Katalog, der jedem überallhin unentgeltlich zugeschickt wird, kann deshalb Eltern beim Einkauf von Weihnachtsgeschenken warm empfohlen werden. * * Leichenlauduug. Heute vormittag wurde am hiesigen Schweinemarktplatze die Leiche eines bis jetzt noch unbekannten Mannes aus der Lahn gekündet. • • Ein seltmes Jubiläum konnte am 1. Dezember Herr Rendant und Beigeordneter Karl Grüneberg in völliger körperlicher und geistiger Frische begehen. Er sah an diesem Tage auf eine 60jährig e Dienstzeit zurück. — Der Jubilar ist am 29. Mai 1827 in Gießen geboren. Mit 14 Jahren trat er in die Dienste der Provinzialdirektion Oberhessens und des Kreisamts Gießen, wo er 36 Jahre hindurch thätig war, in den letzten 10 Jahren als erster Gehilfe und Protokollführer bei dem Provinzialausschuß und Provinzialtag, ferner dem Kreisausschuß und Kreistag. Seit 1852 war er außerdem noch Rechner verschiedener Kassen. Aus seiner Stellung bei der Provinzialdirektion und dem Kreisamt schied er im Jahre 1877 aus, wo ihm die Verwaltung noch größerer Kassen anoertraut wurde, z. B. die ber Provinzialkasse Oberhessens und der Kreiskaffe Gießen. Im Ganzen hatte er jetzt nicht weniger als 10 Kaffen in seiner Obhut; auch die Verwaltung größerer Privatvermögen lag in feinen Händen. 1877 wählte ihn unsere Bürgerschaft in Anerkennung seiner bewiesenen Tüchtigkeit in den Stadtrat. Am 21. Februar 1878 wurde er auch Beigeordneter. 1885 verlieh ihm der Großherzog den Charakter als „Rendant". 1892 wurde er als Beigeordneter wiedergewählt. Am 1. Dezember 1891 zeichnete ihn der Großherzog in Anerkennung feiner vielfachen Verdienste anläßlich seines 50jährigen Dienstjubiläums durch die Verleihung des Ritterkreuzes 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen aus. Am 1. Dezember dieses Jahres erhielt er zu dem Ritterkreuz die Krone. Von allen Seiten sind dem greisen Jubilar an diesem Ehrentage Glückwünsche in Gestalt von Briefen und Telegrammen zugegangen. U. a. sandte ihm der ftühere Staatsminister v. Starck ein in den herzlichsten Worten gehaltenes Glückwunschschreiben. Im Namen der Provinzialdirektion über- ■ brachte ihm anstelle des durch Unwohlsein verhinderten Herrn Geheimrats v. Bechtold Herr Regierungsrat Dr. Wagner herzliche Glückwünsche, namens des Stadtvorstandes Herr Bürgermeister Mecum, namens der Stadtverordneten eine .aus den Herren Wallenfels und Petri bestehende Depu- «tation. — Em Beweis für die große Rüstigkeit, deren sich Herr Grüneberg noch erfreut, ist die Thatsache, daß er auch jetzt noch 5 Kaffen verwaltet. Auch wir vereinen unsere Glückwünsche mit den vielen anderen und wünschen, daß seine Thätigkeit noch viele Jahre zum Wohl der Stadt erhalten bleiben möge. * * Statistisches aus dem Grohherzogtum Heffen. Im Groß- cherzogtum Hessen sind im abgelaufenen Jahre 38 264 Geburten und 22 999 Todesfälle vorgekommen. Die Zahl der Ehescheidungen belief sich auf 90, davon allem in Mainz 20. -1- Heuchelheim, 4. Dez. Unter unserer Schuljugend, und besonders den jüngeren Kindern, tritt schon seit einigen Wochen der Mumps in heftiger Werse auf. — Die Betriebsinspektion 4>er Bieberthalbahn macht bekannt, daß vom 1. Dezember an auf unserer Station täglich morgens von 8 bis 10 Uhr gewöhnliche Güter, Eilgüter jedoch auch zu anderer Zeit, an den Zügen aufgegeben werden können. § Groß-Felda, 4. Dez. Wieder ein Diebstahl durch Zigeuner l Auch in früheren Jahren waren um diese Zeit ine Zigeunerhorden ständige Besucher unserer Gegenden. Durch fie verübte Diebstähle gehörten aber doch zu den Ausnahmen. Jetzt hört man aus den verschiedensten Gegenden von Diebereien, die Zigeuner sich zu Schulden kommen ließen. So besuchten letzthin wieder sechs Wagen unseren Ort. Die Weiber klopften bettelnd die Häuser ab. In einem Hause gelang es den Zigeunerweibern, einer alten Frau die „Wahrheit" sagen zu dürfen. Die Frau, die mit Garn handelt, hatte gerade einen größeren Betrag an Geld in der Tasche. Mil den „Wahrsagerinnen" war auch aus der Tasche der Frau wie Summe von 118 Mark verschwunden. Da die Wageu der Zrgeunn noch vor dem Orte anwesend waren,. fand eine Durchsuchung statt, aber ohne Erfolg. Nach der Untersuchung gaben die Zigeuner F«ffengeld. Inzwischen war der Gendarm Dörr von Ruppertenrod herbeigerufen worden, der die Bande verfolgte und bei Schellnhausen erreichte. Den Zigeunern wurde ein Pferd als Pfandobjekt abgenommen und der bestohlenen Familie übergeben, von der sie es innerhalb acht Tagen auslösen können. x Ober-Ohmen, 4. Dez. In unmittelbarer Nähe unseres Dorfes wurden dieser Tage eine Frau und ein erwachsenes Mädchen von einem Handwerksburschen in unsittlicher Absicht bedroht. Die Ankunft von Leuten verjagte den ftechen Patton. Leider erhiett die Polizei zu spät Kenntnis von dem Vorkommnis. Darmstadt, 4. Dez- lieber ein neu aufgefundenes Hockergrab aus der Steinzeit wird der „Darmst. Ztg" geschrieben: Am Samstag abend fanden Arbeiter an einem von der Seeheimer Straße nach dem Frankensbein führenden Wege, im Walddisttikt „Bremster", Flur 9, der Gemarkung Eberstadt bei Darmstadt, bei Planierungsarbeiten zwei Skelette, von denen das eine zerstört, das andere aber, dank der Fürsorge des Oberforstmeisters Joseph erhalten wurde. Hvfrat Kofler, den man von dem Funde benachrichtigt hatte, ließ das ganze Grab mit seiner Umgebung unterfangen, hob dann dasselbe aus dem Boden, verpackte es unverrückt und unversehrt in eine große Kiste und sandte es an das Museum in Darmstadt, dem die Gemeinde den Fund überwiesen hat. Das Skelett liegt auf der linken Seite, mit auswärts nach dem Kinn gerichteten Armen und Beinen, in der Richtung Nordweft nach Südost. Ein in der Nähe des Hinterkopfes stehendes reich verziertes Thongefäß reiht das Grab der jüngeren Steinzeit an. Darmstadt, 5. Dez. Die „Darmst. Ztg." widmet dem verstorbenen Generalleutnat Wern her folgenden Nachruf: „Mit dem gestern nach langem, schwerem Leiden verstorbenen Generaladjutanten a la suite S. K. H. des Großherzogs Generalleutnant z. D. Paul Wernher Exzellenz ist ein in jahrzehntelangem Dienste tteubewährter Offizier und ein durch Vornehmheit und Liebenswürdigkeit seines Charakters ausgezeichneter Mensch aus dieser Zeitlichkeit geschieden. In dem Verblichenen betrauern S. K. H. der Großherzog einen allezeit treuerprobten Diener, die Generaladjuiantur und das Ofsizierskorps beklagen den Verlust eines ehemaligen durchaus gerechten Vorgesetzten und erprobten Kameraden, weite Kreise der Bevölkerung einen durch warme Empfindung für alles Wahre und Edle ausgezeichneten Mann. — Wernher war am L Oktober 1855 bei der reitenden Batterie des Großh. Art.-Korps eingetreten und wurde 1858 in das 1. Retter-Regiment versetzt. Den Feldzug von 1866 machte er als Brigade-Adjutant der Kavallerie-Brigade, deren Kommandeur Prinz Ludwig, der spätere Großherzog K. H., war, mit. Am 24. November 1870 zeichnete er sich bei der Reiter- Attacke bei Bois Communs, bei der er eine Verwundung durch einen Lanzenstich erhielt, hervorragend aus. 1878 erfolgte seine Ernennung zum Flügeladjutanten. Am 15. De- §ember 1890 wurde Wernher zum Generalmajor und Generaladjutant ernannt Am 22. März 1899 wurde er zum General der Kavallerie ernannt Am 18. September desselben Jahres wurde Wernher auf sein Ansuchen unter gleichzeitiger Stellung ä la suite des 2. Großh. Dragoner-Regts. Nr. 24 zur Disposition gestellt und am 22. September desselben Jahres erfolgte seine Ernennung zum Generaladjutanten ü la suite. Sehr zahlreiche Orden, darunter das Großtteuz des Ludewigsordens, schmückten die Brust des Heimgegangenen. — Der Großherzog sprach den Hinterbliebenen im Sterbehause Beileid aus. Die Beerdigung des Verblichenen erfolgt voraussichtlich am Freitag. Mainz, 4. Dez. Professor Dr. Biermer aus Gießen hielt gestern abend hier seinen zwetten Vortrag über „den Handel und seine vollswirffchaftliche Bedeutung". Er beleuchtete zunächst, dem „Mainz. Anz." zufolge, die produktive Thättgkeit des Handels. Unter Produktion muß man die Steigerung der Werffähigkett eines Gegenstandes verstehen. Der Grubenbesitzer wirkt produktiv, indem er die Kohle aus der Tiefe in vertikaler Richtung nach oben befördert, der Kohlenhändler wirkt in derselben Weise produktiv, indem er die Kohle in horizontaler Richtung von der Grube zum Konsumenten befördert. Der Grubenbesitzer kann auch direkt mtt dem Konsumenten in Verbindung treten und die Tätigkeit des Kohlenhändlers ausschalten. Es kann dies aber nicht als die höhere Unternehmungsform gelten. Auch der Korbflechter, der die von ihm verfertigten Waren hausierend absetzt, der Landwirt, der seine Bodenerzeugnisse auf den Wochenmarkt bringt, tritt direkt mit dem Konsumenten in Verbindung, und dies ist die primitivste Form des Warenabsatzes. Die Großindustrie bedarf jedoch zur Erzielung eines regelmäßigen Warenabsatzes der vermittelnden organisatorischen Thätigkeit des Handels und des Eingreifens des Handelskapitals. Der ftonfument bedarf der vermittelnden Thätigkeit des Handels ebenfalls, weil nur dieser dafür sorgen kann, daß ihm die Quantitäten der Waren, die er gebraucht, stets zur Verfügung stehen. Der Redner ging dann zu Bettachtungen über die Bedeutung der Spekulation und der Börse für den Handel über. Die Spekulation, wie sie im Warenterminhandel zum Ausdruck kommt, ist ein volkswirtschaftlicher Vorteil. Der Terminhandel entspricht dem Bedürfnis der beteiligten Kreise, das Risiko verteilend abzuwälzen und wirkt gewissermaßen als Versicherungsanstalt. Prof. Dr. Biermer erläuterte zum Schluffe das heutige Verhältnis des Großhandels zum Detailhandel. Letzterer befindet sich in sehr schwieriger Lage und läuft Gefahr, von den großen Warenhäusern und Versandgeschäften erdrückt zu werden. Diese ungünstige Lage wurde zum großen Teile durch die außer- ordenttiche Vermehrung der Detattgeschäfte ohne vorhandenes Bedürfnis herbeigeführt. Der Redner glaubt, daß die Krisis im Detailhandel, der zu einem großen Teile weder über die nötigen Mittel noch Fähigkeiten verfügt, ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, und daß die Notlage sich noch steigern wird. — Polizeirat Travers ist bei der Bürgermeisterei um seine Pensionierung eingekommen. Der erst kürzlich durch die Stadtverordneten zum Bezirkskommissär gewählte Polizettornmiffär v. Toussaint, zurzeit in Frankenthal, hat die hiesige Stelle abgelehnt. — Infolge der jüngsten polizeilichen Vorkommnisse hat sich Oberbürgermeister Dr. Gaßner veranlaßt gesehen, jeden Schutzmann einzeln zu sich zu bescheiden, um ihn eingehend md dringend auf das dien-st/l-che Verhalten und die Pflichten sowohl gegen das Publikum, wie gegen die Vorgesetzten aufmerksam zu machen. b. Mainz, 5. Dez. In der am Sonntag hier ver- anstalteten großen Protest Versammlung gegen die Auslassungen Chamberlains wurden 1242 Mk. vereinnahmt. Dieser Betrag ist zum besten der Buren-Frauen und -Kinder bestimmt. — Wie verlautet, sind einleitende Schritte geschehen, um einen Frauenausschuß zu bilden, welcher die Liedes- thättgkeit für die Burenfrauen fördern soll. Schierstem, 4. Dez. Bei der Einweihung des Dewet- D en km als war eine Begrüßungsadressc an den Präsidenten Krüger gesandt worden. Der greise Präsident dankt jetzt in einem Schreiben allen Festteilnehmern. Frankfurt, 4. Dez. Professor Rehn, der Chef der chirurgischen Abtettung des städtischen Krankenhauses, behandelte dieser Tage einen eigentümlichen Fall. Ein 35 Jahre alter Arbetter war bei einer Schlägerei durch einen Stich in den Rücken verletzt worden. Ein hiesiger Arzt nähte die Wunde zu, doch brach dieselbe nach 14 Tagen unter den eigentümlichsten Symptomen wieder auf. "Professor Rehn nahm einen operativen Eingriff vor, wobei sich herausstellte, daß eine 1 x/2 Ctm. große abgebrochene Messerspitze im Rückenwirbel saß. Die Verletzungen des Wirbels waren so schwere, daß der Mann verschied. Der erste Arzt hatte den Fremdkörper in der Wunde nicht gefunden. Vermischtes. * Berlin, 4. Dez. Der 21jährige Student Jet Medizin Kurt Volk, Sohn eines Mainzer Kaufmannes, hat sich aus unbekannter Ursache in seiner hiesigen Wohnung erschossen. * Budapest, 4. Dez. Bei Fuzesabony stieß ein von hier kommender Schnellzug mit einem Lastzüge zusammen. Die Lokomotive des Schnellzuges entgleiste. Von dem Lastzüge wurden drei Wagen zertrümmert. Angeblich ist Niemand ernstlich verletzt. * Warschau, 4. Dez. In dem Orte Zawiercze wurden 28 Personen von einem tollen Hunde gebissen. Ein achtjähriges Mädchen ist bereits gestorben. Universitäts-Nachrichten. Die „Nordd. Allg- Ztg." erklärt im Anschluß an die Wiedergabe von statistischem Material, daß auch vom statistischen Standpunkte aus dem Straßburger Prof. Michaelis der Vorwurf nicht erspart werden könne, er habe sich, wenn auch unwissentlich, zum Träger und Verbreiter unrichtiger Bepauptungen gemacht- Nun hat Prof. Michaelis wieder das Wort. — Der „Voss. Ztg." wird geschrieben: Schwerlich konnte die preußische Universitätsverwaltung ihre Abwehr gegenüber der Michaelissä>en Kritik ungeschickter und unglücklicher beginnen, als indem sie den Fall Schweninger wieder an die Oessent- lichkeit zog. Dr- Schweninger war infolge bekannter Vorgänge aus der in München begonnenen wissenschaftlichen Laufbahn herausgekommen. Er war als behandelnder Arzt erst zu dem Sohne des Reichskanzlers, dann zum Reichskanzler in Beziehung getreten. Er wünschte sich eine äußere ordentliche Professur und eine Stelle an der Charitee, unbr Fürst Bismarck dekretierte, daß dieser Doppelposten Schweninger übertragen wurde. Man weiß, wie hart es dem Kultusminister Goßler ankam, diesen Befehl auszu-> führen. Das Fach der Hautkrankheiten, das sich Dr- Schweninger auserwählt hatte, war ausreichend besetzt; die Abteilung für Hautkrankheiten, die er beanspruchte, war zweckentsprechend von je her mit einer verwandten Abtettung verbunden. Es lag für die medizinische Fakultät, keine Spur einer Nötigung vor, sich durch Dr. Schwenmger zu ergänzen. Aber was that es? Fürst Bismarck wünschte die Ernennung Schweningers zum Professor, und sein Wunsch war für die preußische Universitätsverwaltung ein sttikter Befehl. Das Kultusministerium mußte eigens für Dr. Schweninger eine außerordentliche Professur einrichten und die Abteilung für Hautkrankhetten aus chrer bisherigen Verbindung herauslösen und Schweninger überweisen. Wenn je von dem Rechte der Regierung, Professoren ohne Befragen der Fakultäten zu ernennen, ein übler Gebrauch gemacht worden ist, so geschah es im Falle Schweninger. Offensichtlich erfolgte die Ernennung ganz allein auf das Geheiß einer Persönlichkeit, die ganz außerhalb des Uni» versitätswesens stand — daß diese Persönlichkeit ein Bismarck war, thut nichts zur Sache — und die Professur war nichts als ein freundliches Angebinde. Die Folge hat auch- gelehrt, daß die Auszwingung Dr. Schweningers ein Fehlgriff war. Trotz der Kommandierung von Studierenden der militärärztlichen Bildungsanstalten uv Schweningers Kolleg und troH der von ihm gegründeten^ „Aerzte schule" hat er niemalseine auchnurirgend» wie bedeutendere Lehrthätigkeit entfalten^ können. Ein Lehrauftrag für Hautkrankheiten wurde dem Nachfolger Georg Lewins (Lewin mußte 1884 die Hautklinik an Schweninger abtreten) wieder zugeteilt. Für den Ethiker Paulsen ist es hart, daß er als Kronzeuge im Falle Schweninger herangezogen wird. Das hat er sich sicher niemals träumen lassen. J ena, 4. Dez. Eine Adresse hiesiger ordentlicher Universitäts-Professoren geht heute an Mommsen ab. Gegenüber der von uns nutgeteilten Erklärung des Prof. Dr. Spahn in Straßburg verwahrt sich der Rektor der dortigen Universität, Prof. Spitta, int Einverständnis mit seinen Kollegen gegen die willkürliche Deutung, die Prof. Spahn den Worten der Professorenadresse an Mommsen gegeben habe, und gegen Spahns daran geknüpfte Schlußfolgerungen. Als absolut erfunden bezeichnet die „Germania" die Straßburger Mitteilung eines Regensburger Blattes, daß die Alumnen des Priester-Seminars die Vorlesungen des Professors Spahn nicht besuchten, und daß ferner die als bevorstehend bezeichnete Note der preuß. Regierung über die Errichtung dertheologischenFakultät dem Vattkan bereits übermittelt und von ihm abschlägig beantwortet worden ist. Thatsächlich besuchten Alumnen des Priester-Seminars Spahns Vorlesungen, thatsächlich sei die letzte Note der Regierung über die theologische Fakultät von der Kurie nicht abschlägig beschieden und thatsächlich betreibe die Regierung die Berufung eines katholischen Philosophen an die Universität zu Straßburg. — In Jena starb am 4. d.M. Profeffor Henry Settegäft, Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der dortigen Universität, nach längeren Leiden. (Settegast war der Sproß einer angesehenen Gutsbesitzersamille aus dem Kreise Ragnit in Ostpreußen. Er promovierte m Leipzig zum Doktor und habttrtierte sich bei der Uni-» rsrsttät Leipzig, wurde dort außerordentlicher Professor und 1896 fl.im Ersatz für v. d. Goltz zum ordentlichen Professor und Direktor ter Institute für Landwirtschaft in Jena berufen. Er rocir aus- gezeichnet durch vortreffliche Gaben des Geistes und des Herzens und bei feinen Schülern sehr beliebt. In ganz Thüringen hatte er durch Vorträge in landwirtschaftlichen Vereinen sich eine gewisse Popularität erworben. D. Red. des Gieß. Anz.) Kunst und Wistenschasl. — Hermann Sudermanns neues Drama „Es lebe Las Leben* wird im „Deutschen Theater* zu Berlin am 17. Januar zum ersten Male gegeben werden. — Adolf L'Arronges neues Lustspiel „Der Wohl- t h ä t e r" wird am 1. Weihnachtstag im Lessing-Theater zu Berlin gespielt werden. Gerichtssaal. Kiel, 4. Dez. Das Oberkriegsgericht der^Ostseestation verwarf heute die Berufung des Oberleutnants zur See, B l o ck - h u i s, welcher am 12. November zu 3 Tagen Stubenarrest verurteilt worden war, weil er bei den Herbstmanövern ein Geheim- duch der Alarine hatte liegen lassen, wodurch der Verlust desselben entstanden ist. Die Sitzung sand wegen Besorgnis einer Gefährdung der Staatssicherheit und militärdienstlicher Interessen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Leipzig, 4. Dez. Tas hiesige Schwurgericht verurteilte heute den hiesigen Rechtsanwalt Dr. jur. James Breit wegen Zweikampfes mit tätlichem Ausgang zu ZJahren 6 Monaten Festuna und wegen qualifizierten Hausfriedensbruchs zu 3 Wochen Gefängnis. Tre Veranlassung zu diesem Zweikampf war, wie sich unsere Leser wohl erinnern, folgende: Ein Student K. befand sich im Juli d. I. mit einem Bekannten im ^Palmenkarten" und wollte dem stud.. Oettinger vorgestellt Sein. Letzterer lehnte dieses aber ab. Tie dadurch entstandene Differenz sollte Dr. Breit beilegen. Bei den Verhandlungen kam «es zu einer verletzenden Aeußerung Oettingers gegenüber Breit, lder von Oettinger als „Kneifer" bezeichnet wurde. Als Oettinger darauf nach Plauen zu Verwandten reifte, fuhr Breit ihm nach, ffuchte ihn in feiner Wohnung auf und schlug ihm mit einer Reitweitsche ins Gesicht. Oettinger folgte Brett nach dem Bahnhof, wo es zu eurer Prügelei kam, der eine Forderung Oettingers an Breit folgte. Das Duell fand am Morgen des 16. August im deutscher Holz statt. Oettinger wurde beim dritten Schuß in die Brust getroffen und starb bald darauf. Arbeiterbewegung. Charleroi, 4. Dez. Der Ausstand der Grubenarbeiter wurde in einer gestern abgehaltenen Versammlung abg elehnt. Cadtx, 4. Dez. Aus ständige Bäckergesellen bewarfen heute einige Bäckerläden mit Steinen und zertrümmerten die Fensterscheiben. Die Polizei mußte eingreifen, einige Personen wurden verwundet. Es herrscht in der Stadt große Aufregung. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Buderus'fche Eisenwerke, Wetzlar. Unter üblichem Vorbehalt teilt die Vermattung mit, daß sie beabsichtigt, bei der nächsten ordentlichen Generalversammlung für das laufende Jahr eine Dividende von 6 bis 7 Prozent bei gegen das Vorjahr wesentlich erhöhten Abschreibungen in Vorschlag zu bringen. Frankfurt a. M., 4. Dez. Die hiesigen Fleischer haben, um dem Fellhändlerringe ein Gegengewicht zu bieten, vor einiger Zeit eine Vereinigung gegründet, die bezweckt, gemeinschaftliche Versteigerungen von Häuten zu veranstalten. Die erste derartige Auktion fand dieser Tage statt. Sie war gut besucht, auch aus entfernter liegenden Städten. Das sämtliche Material, 600 Ochsen- und 500 Kuh-, Rinder- und Bullenhäute, wurde verkauft. Landwirtschaft. AuS Starkenburg, 3. Dez. In der Provinz Starkenburg, besonders in den Kreisen Erbach und Bensheim, greift die Mau l- u n b Klauenseuche immer mehr um sich. Die Dienstagsferkelmärkte in Bensheim wurden deshalb bis auf weiteres unterlagt ____________________________________________________ Litterarische Neuerscheinungen. Hauptmann, Gerhard, „Der rote Hahn." Tragikomödie in 4 Akten. 4. Aust. (144 S.) Berlin, S. Fischer. 2B0 Mk. Kirchliche Nachrichten. Hotteso lenst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, den 7. Dezember 1901. Vorabend: 415 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Predigt. Nachmittags: 3 Uhr. Sabbathausgang: 516 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesrllschaft. Sabbathfeier am 7. Tezember 1901. Freitagabend 4". Samstag vormittag 8*°. Predigt. Nachmittag 330. Sabbathausgang 5". Wochengottesdienst: morgens 7 Uhr, abends 400 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Tendenz: fest. 205.40 180.10 126.10 127.50 140.20 140 40 163.70 187.00 172.50 164.40 3Vt% 3% S'/.o/o 3% Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresd n t Bank . . Ber.iner Handeleges. Oesterr. Staatabahn . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . . , . Harpener . . . . 3l/e% Hessen . . 80/j Italien. Rente . 4 /q Griech. Monopo 1- 5°/c Portugiesen . . 3u/o Mexikaner , . 4,/a7o Chinesen . . Reicheanleihe do. Konsole . do . . . . 100.70 . . 89.60 . . 100.90 . . 89.80 . . 98.05 . . 100.30 Anl. 43.65 . . 27.20 . . 25.50 . . 87.60 Telephonischer Kursbericht. .Frankfurt a. 31., 5. Dezember. Dezember 4. — 2,1° C. 2 Wetter 756,0 756,0 755,9 3,9 3,7 2,9 70 94 95 NE. ESEL SE. 4. 4. 5. e & 5* S 3. bis 3. „ + 2,7 — 2,1 — 5,6 2« 925 7“ 4. Dez. + bew. Himmel ^Stem. Himmel heller Hinunel 5,1° C. höchste Temperatur am stieorigste „ „ Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Kiel, 5. Dez. Die geheimnisvollen Attentate finden fast allabendlich ihre Fortsetzung, seit mehreren Tagen nur mit dem Unterschied, daß Männer die Opfer fiud. Zn der letzten Nacht verwundete der Attentäter 2 Straßenpassanten. Sondeibar ist, daß die Verwundeten erst nach Minuten sich der Wunden bewußt werden, die in allen Fällen von einem sehr scharfen Instrument herriihren müssen. Dieser Umstand hat bisher die Ergreifung des geheimnisvollen Verbrechers erschwert. (Nach einem uns heute stütz zugegangenen Telegramm glaubt man in der Person des Malers Zastrow dem Th'äter auf der Spur zu sein. D. Red.) Hannover, 5. Dez. Generalfeldwarschall Graf Wald erste wird demnächst mit dem Kaiser in Oberschlesien zu- sammeutreffen, wo sie au den Zagdeu bei dem Fürsten Henckel zu Donnersmark tettuehmeu werden. Hannover, 5. Dez. Die Postverwaltuug stellte einige 100 Arbeitslose ein für den Weihuachtspäckerei- verkehr. Madrid, 6. Dez. General Weyler teilte in der Kammer mit, daß er mit dem Staude der Armee zufrieden fei, und im Mai n. Z. ein Armeekorps probeweise zu mobilifieren beabsichtige. — Der Ministerpräsident erklärte, et sehe keinen Grund zur Demission des Finauzmiuisters. Kadix, 5. Tez. Znfolge des Bä cke raus stand es find Mannschaften des Heeres und der Marine mit dem Backen von Brot für die städtische Bevölkerung beauftragt worden. Brünn, 5. Dez. Eine große von 1500 Frauen und Mädchen besuchte Versammlung nahm eine Resolution au, daß alle Deutschen Brünns für die Wiederherstellung einer deutschen Universität in dieser Stadt wirken sollten. Lemberg, 5. Dez. Das ruthenische Studenteukomitee fordert die ruthenischen Hörer auf, den angedrohten Austritt aus der Universität bis zum 6. Dezember zu bewerkstelligen. Es wird angenommen, daß 600 Studenten austreteu werden. Berlin, 5. Dez. Die 7. Abtettung des Reichstages hat gestern abend die Wahl des Abg. Goth ein von der freisinnigen Vereinigung geprüft, und da ein Protest von konservativer Seite vorgelegen hat, die Wahlakten der Wahl-- prüfungs-Kommission überwiesen. — Die Frage der ander- weiten Regelung der Branntweinsteuer ist unausgesetzt Gegenstand interfraktioneller Besprechungen im Reichstage. Dabei treten immer neue Vorschläge zu Tage. U. a. wirt» ein solcher vorbereitet dahingehend, eine 6 Mk.-L>teuer ein* zuführen für den Brenner, welcher das doppette Quantum als das, welches ihm zukommt, brennt. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, hatten in den letzten Tagen die Mitglieder der Reichspartci, die Abg. v. Kardorff unb Gamp, eine Besprechung wegen der Branntweinsteuer mit dem Landwirtschaftsminisler o. Podbielski. — In den Wandelgängen des Reichstages wurde im Anschlüsse an die vorgestrigen Ausführungen des Reichskanzlers Grafen Bülom erzählt, daß der preußische Landtag sicher am 8. Januar zur neuen Tagung zusammentreten werde. Münster l W., 5. Dez. Gestern abend 7 Uhr traf bie Königin Wilhelmina von Holland mittelst Extrazuges in Burgsleinfurt ein, um den Fürsten Bentheim zu besuchen. Posen, 5. Dez. Die Sammlungen für die wegen der Wreschcner Krawalle Verurteilten haben mehr als 50,000 Mk. ergeben. Ein neuer Aufruf wird vorbereitet. Der Prozeß gegen den polnischen Schriftsteller Rakowski beginnt heute. London, 5. Dez. Aus Pietermaritzburg wird gemeldet: Eine große Anzahl Buren versucyre die Eisenbahn-Linie von Natal nach Prätoria zu überschreiten. — Es wird konstatiert, daß unter den englischen Soldaten wieder viele an Unterleibs-, Krankheiten leiden. Diese Krankheilen waren vor einiger Zeit in der Abnahme begriffen, treten aber neuerdings wieder sehr stark auf und erfordern viele Opfer. — Abteilungen von je zwei Offizieren und vier Mann vom Genie- Korps werden in jede der englischen Kolonien entsandt werden zur topographischen Aufnahme der betreffenden Gebiete, um eine Wiederholung der Zwischenfälle zu verhindern, welche sich in Natal infolge der Unkenntnis des Gebietes während des jetzigen Krieges ereignet haben. London, 4. Dez. Der Staatssekretär des Innern, Ritchie, hielt gestern in Croydon eine Rede, in der er erklärte: Wir sind keine aggressive Nation, aber eine Nation, welche sich nach friedlichem Handel und Wandel sehnt. Alle Länder werden jetzt die Gewißhett haben, daß sie, falls sie mtt England in Streit geraten, auch mtt den Brüdern jenseits des Meeres zu thun haben. Madrid, 5. Dez. Ein großer Teil der Polizei ist in der Umgebung des Palastes auf gestellt, um eine Wiederholung der tumultuösen Demonstrationen, die gestern in der nächsten Nähe des P a l a st e s stattgefunden haben, zu verhindern. Gerüchttveise verlautet, der Polizeipräsident von Madrid beabsichtige infolge der Kundgebungen zu demissionieren. Wien, 5. Dez. Der slowenische Gemeinderat der Stadt Laibach votierte nnter Entrüstungsrufen gegen die preußischen Richter 200 Kronen für die Opfer aus dem Wreschener Prozeß. Bürgermeister Hribar hielt eine sehr scharfe Rede gegen Preußen. Lemberg, 5. Dez- Die meisten hiesigen Blätter warnen aufs eindringlichste die polnische Bevölkerung, sich in diePolitik einzumischen und den polnischen Volksgenossen in Preußen durch weitere Demonstrationen zu schaden. — Der hiesige städtische Gefängnis-Direktor; Cricowiez erschoß sich wegen eines heftigen Nervenleidens. Sofia, 5. Dez. Gerüchtweise verlautet, daß es nunmehr dem amerikanischen Konsul gelungen sei, eine direkte Verbindung mit den Entführern der Miß Stone herzustellen, und daß wahrscheinlich deren Freilassung binnen kurzem erfolgen dürfte. Belgrad, 5. Dez. Gestern nachmittag fand eine Pw- test-Versammlung der Bürger statt, die einen Druck auf die Skuptschina ausüben wollen, damit diese die Gesetzes- Vorlage über die Presse und das Vereinswesen in liberalem Sinne abändere, ehe sie ihnen die Zustimmung erteilt. Reto-Hark, 4. Dez. Einem Telegramm aus Colon zufolge, ist die Friedenskommission dorthin zurückgekehrt und meldet, sie habe den Führer der Aufständischen, Diaz, gesehen, welcher bereit fei, sich zu denselben Bedingungen, wie die Aufständischen in Colon zu ergeben. Verdingung. Für die Befesttgnng der Bahnsteige auf Bahnhof Gießen werden ca. 3000 qm Belag aus Cernent- platlen benötigt, deren Lieferung und Verlegung im Wege des öffentlichen Verdings vergeben werden soll. Die besonderen Bedingungen können gegen gebührenfreie Einsendung von 0,50 Ätk. durch die Unterzeichnete bezogen werden. Unter der Aufschrift: „Angebot auf Herstellung des Platlenbelags für die Bahnsteige des Bahnhoss Gießen" sind die Angebote bis -um 20. d. Mts., vorm. 11 Uhr bei der Unterzeichneten verschlossen und gebührenfrei abzuliefern; zu diesem Zeitpunkt findet die Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bieter stall. 7907 Zuschlagsfrist 14 Tage. Hroßh. Yess'. Eisenb.-Betriebs- ______inspektion 1, Gießen.______ Versteigerung. 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