jiekng “«St». 8 1 , 7»°K.tz ’Ä* “te k», z,M^ .7^' Wlj. W ? 9eW, ^"lnisien d. Dffett ürugn^schr. Wp*Ä ^erbeten. wird per ^gen Bureau ?'/}' '»der lü- Nr. 5862, Ur ftiiiil ”• Komptoik 'äter gesucht. ’dr Arbeit ge> [6361 ilar. n fauftnäflnb det ein luiw unger Mar» fdjrift fpfoti unter O8(* 2 BMet \W ritz Plauk. tthUft flt|ud)L teustadt 20. terin fio MN, ,®fK ilüäneü b- ^ Difeiten u.5 n^ickZdlaM VoiT»’fD1 llrbeilen binM tPnep iSepl.M Etat lahnhofp^- äö Ä, rfabr^K sKr $5? BI«wrSS*| cb.-’-fed "*ÄÄ sofort gesucht. amen=Ronfehioi äuc 16. 6295 lSmädchen find« ) eine unabhäng. m auf mehrn! über geq. boh» zalltdorvr.22 it ein Mgu ara falftnnn 'S» gmtn W 'prechende CRtritn unter Spedition, alleres W* vigkra^l^ > ium 1. eötL t6. weS.solW^ enhüuSlIrbM Sermaim-E _— «r. 182 WM'EtUl «ONH ■* Ts**** M «MHefl. Hettle*. w»w **♦*! Hai Kx. ect0**8f «M „Witter Ab« MUHtf* Mer* >’ ■»<■■*« bMyktL Zweites Blatt. LSI. Jahrgang. Dienstag 6. August 1901 GietzenerAnzeigers y General-Anzeiger " WWW Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen säi Kaiserin Friedrich ans dem Sterbebette. Neber das Befinden der Kaiserin Friedrich trafen im Laufe deS gestrigen Sonntag« und heute vormittag folgende da« Schlimmste befürchten lassende Telegramme bei uns ein: «ronbers, 4. August, 2 Uhr 46 Min. nachm. Bulletin «uß »Lxhloß Friedrichshof: „D«ß fett Jahren langsam fortschreitende Süßere Seiden der Kaiserin Friedrich hat sich im Verlaufe der letzten Wochen auf die inneren Organe ausgedehnt. Bet nicht genügender Nahrungsaufnahme erfolgt die Abnahme der KrLste rasch. Ihre Majestät ist bet vollem Bewußtsein und gegenwärtig ohne Schmerzen. Gez. Reaverß. Spielhagen. Ceonberg, 4 August. Am Krankenlager der Kaiserin Friedrich weilen gegenwärtig die Kaisern Augusta Victoria, die Prinzessin von Schaumborg-L.ppe, Prinz und Prtnzesstn Friedrich Karl von Hessen, der Kronprinz, di« Prtozm Ettel Friedrich und August Wilhelm, die Kronprinzessin vou Griechenland und die Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein (Prinzessin Helena von Großbritannien). Cron berg, 5. «lug. Bulletin von «'/- Uhr früh. Dar Schwäche,ustand der Kaiserin Friedrich nimmt stündlich *** ?Lautttagr. g<,.: Staatsmintster v. Thielen. Von Setten der Stabt wird hierzu mitgetetlt, daß die Feier progr«.nmmLßtg stattfindeu wird. . . Hamburg, 3. Aug. Der Kaiser hat den Kronprinzen mit Ann Vertretung bei dem Empfange des General - Feldmarschalls Grafen o Waldersee beauftragt und davon dem Senate aus bergen Kenntnis gegeben: Die von dem Krankenlager Meiner geliebten Frau Mutter ein* gelaufenen Nachrichten haben Mich veranlaßt, Meinen in Aussicht genommenen Bespch in Hamburg auszugeben. Ich habe Meinen Sohn, den Kronprinzen, mit Meiner Vertretung beauftragt. Wenn ich auch der schmerzlichen, allerseits verstandenen Sohnespfllcht nachkomme, so will Ich doch nicht Unterlasten, dem Senate und der Stadt Hamburg fl!r die Bereitwilligkeit, mit dem Meinem hcimkrhrenden Feldmarschsll Grafen v. Waldersee großartiger Empfang bereitet werden soll, Meinen Kaiserlichen Dank auSzusprechen. Die Stadt Hamburg bet Bethätigung deutsch patriotischen Geistes stets im Vordergrund zu sehen, gewährt Mir besondere Gmugthuunq. Wilhelm, I. R. &o ist denn also der erlauchte Sohn der kaiserlichen Dulderin von seiner Nordlandsfahrt ohne Verzug direkt nach Schloß Friedrichshof geeilt, uud inniger ist das Mitempfinden des deutschen Volkes heute, da es seinen kaiserlichen Herrn am Schmerzenslager seiner Mutter weiß, als hätte er zu festlichem Gepränge nach Hamburg sich begeben, den Grafen Waldersee zu begrüßen. Wenu der römische Feldherr fug» "ich heimkehrend im Triumph die via sacra hinauf zum Forum zog, war es weiser Brauch, ihm,. während das Volk ihn jubelnd begrüßte, die Mahnung zuzurufen: „Bedenke, daß du ein Mensch bist". Das Wort galt nicht dem Gefeierten allein, sondern auch den Feiernden. Wie eine er< schütternde Erinnerung an den Zoll, den die Menschlichkeit der Ewigkeit zu zahlen hat, muten die mitgeteilteu trüben Nachrichten an, die jetzt zur schwersten SohneSpflicht den Kaiser anhalten. Es war im Jahre 1893, als sich in dem alten Herrenschlosse der Herren von Cronberg die Kaiserin Viktoria ihren Witwensitz schuf, wo sie in wehmutsvoller Trauer, von der Liebe ihrer Kinder und Enkel umgeben, den Erinnerungen an ihren Gemahl lebte, den ihr und dem deutschen Volke in schweren Tagen, als die durch den Hingang des Helden* kaiserS geschlagene Wunde noch blutete, ein tückisches Leiden entriß. ES ist ein trübes Witthum gewesen Ein schweres Leiden hat die hohe Frau heimgesucht, und sie hat gelitten, ergeben und klaglos, auch so daS schöne Erbe verwaltend, daS Ser sterbende Siegfried auf dem deutschen Kaiserthron allen Edlen hinterlassen, ob sie auf der Menschheit Höhen von der Vorsehung gestellt find oder im Kampfe des Lebens für die I-hrigen ringend, geduldig das Leid des Erdendaseins tragen. Professor Dr. RenverS aus Berlin ist bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf Schloß Friedrichshof eingetroffen und wird dort einstweilen bleiben. König Edward von England steht im Begriff, feine Reise nach Friedrichshof anzutreten. e Kurz vor Schluß der Redaktion* geht uns noch folgende telephonische Meldung zu: Crorrberg, 5. Aug. 1.03 Uhr. Das Befinden der ilaiserin Friedrich ist unverändert. Sie ist bei vollem Bewußt- [:iv und verlangte heute früh nach dem euglischen Pfarrer aus Homburg, der eine Stunde bei ihr verweilte. Alle Kinder, laßer dem P'inzeu Heinrich, find jetzt im Krankenzimmer versammelt. Zum Wachtdienst im Schlöffe ist die 11. Kompagnie ies 80. Infanterie Regiments, dessen Chef die Kaiserin Friedrich iß, hierher beordert und hat Privatquartiere bezogen.__ Politische Tagesschau. ' Wir haben bereits am Samstag mitgeteilt, daß der von Seat Rheinischen Kourier gebrachten Meldung über den Neber- -tritt der Laudgräfin vou Hessen zum Katholizismus von einem Fuldaer ZeutrumSorgan widersprochen wird. Non wird die Nachricht des genannten Blattes auch vou dem Chef des Hofstaates der Laudgräfin, von Bothmer, dementiert. Herr o. Bothmer erklärt, daß die Nachricht von dem Uebertritt der Landgräfin zur katholischen Kirche unrichtig ist, wahr sei nur, daß die Laudgräfin in letzter Zeit häufig deu katholischen Dom besuchte. Laudgräfin Anna kann auf merkwürdige Lebensschicksale zurückblicken. Ihr ältester Sohn ertrank kurz nach dem Tode des Vaters vor reichlich einem halben Menschenalter unweit von Sumatra auf einer Studienreise; ihr zweiter Sohn, Landgraf Alexander, ist erblindet und sucht seinen ganzen Trost in Musik und Poesie; ihre Tochter Sibylle heiratete im Jahre 1898 einen Freiherrn v. Vincke, der Offizier im Bockenheimer Husarenregiment war und jetzt mit seiner Ge mahlin und einem Kinde in keineswegs glänzenden Verhältnissen in München als Privatmann lebt, gegen den entschiedenen Willen aller ihrer Angehörigen mit alleiniger Ausnahme ihrer Mutter, deren Beziehungen zum preußischen KöuigShause dadurch erheblich getrübt wurden. Auch politisch hat die Landgräfin Anna merkwürdige Wechselfälle erlebt. Als Bruders-Tochter des späteren ersten deutschen Kaisers geboren, wurde sie die zweite Gemahlin des dänischen Thronerben Landgrafen Friedrich von Hessen; die erste Gemahlin des genannten Prinzen, Großfürstin Alexandra, eine Tochter Nikolaus I., und ihr am 10. August 1844 nach kinderloser kurzer Ehe erfolgter Tod hat für die verwickelten Erbfolge- Verhältnisse in der vormaligen dänisch holsteinischen Monarchie eine bedeutende Tragweite bekommen. Landgraf Friedrich war zugleich präsumtiver Erbe des Kurfürstentums Hessen und zog diese Zukunftsaussicht der Kopenhagener vor; aus diesem Grunde übertrug er sein Erbrecht auf seine Schwester Landgräfin Luise, die mit dem Prinzen Christian von Holstein* Glücksburg vermählt war: es ist die am 29. September 1898 verstorbene Dänenkönigin Luise, „Europas Schwieger mutter". In ihrer Kopenhagener Zeit war die als preußische Prinzessin geborene hessische Laudgräfin persönlich allgemein beliebt und noch nach der Katastrophe von 1864 hat es dort eine Partei für ihren Gemahl gegeben. Jetzt sind die Verhältnisse längst darüber hinweg geschritten. Das Jahr 1866 vernichtete den Staat Kurhessen; zeitweilig soll eine Tendenz für die Belassung von Fulda und Hanau bei der bisherigen Dynastie bestanden haben: Fürst Bismarck erwähnte dergleichen einmal im preußischen Abgeordnetenhause. Man er- Zählt, daß die Landgräfin Anna im Herbst des genannten Jahres mit der Reisetasche in der Hand zu Fuß von Schloß Rumpenheim nach Frankfurt a. M. ging, um unbemerkt zu dem königlichen Oheim nach Berlin zu fahren und dort für die politische Stellung ihrer Kinder einzutreten; in Magdeburg wurde sie von einem hohen Offizier zur Rückkehr bewogen. Der Herbst 1868 brachte dann bei der ersten landesherrlichen Reise des Königs in Schleswig-Holstein die Versöhnung; der Monarch hob auf dem ostholsteiuischen Schloß Panker den jüngsten Sohn der Nichte aus der Taufe und dieser erhielt nach dem berühmten Bruder seiner Mutter den Namen Friedrich Karl. Er ist mit der jüngsten Schwester des Kaisers vermählt, und bei dem Schicksal seines älteren Bruders steht er an der Spitze des landgräflich-hesfischeu Hauses. Engländer uud Buren. Es ist ja bereits zur Genüge bekannt, bo$ die Buren ihren Proviant, Gewehre und Munition von den Engländern beziehen und dadurch der Sorge überhoben sind, sich den Kopf zu zerbrechen, woher sie Ersatz für die von den Engländern erbeuteten Kriegsmaterialien hernehmen sollen. Es ist aber wenig bekannt geworden, daß. die Buren auch Bargeld erbeutet haben. Kommandant ^cheepers hat es fertig gebracht, von der „Standard Bank of South Afrika", die eine Filiale in Murraysburg hat, bei der Einnahme der Stadt eine hübsche Summe Geldes zu erbeuten, über deren Höhe sich die englischen Blätter ausschweigen. Infolge-^ dessen hat die Bank viele Filialen in der Kolonie geschlossen und wird sie vor Beendigung des Krieges nicht wieder eröffnen. Hermanus Steijn, ein Vetter des Präsidenten, ist am 31. v. Mts- bei Ficksburg gefallen...In Kroonstad sind Buren als Ueberbringer eines Briefes des Präsidenten Steijn eingetroffen. — Weiter kommt aus Kroonstad folgende Meldung: Da sich herausgestellt hat, daß die im Felde stehenden Buren ihre Vorräte aus den Kaffernkraalen ergänzen, so ist beschlossen worden, die Eingeborenen zu sammeln und sie in besonderen Lagern unterzubringen. Meldungen aus Kimberley besagen, Buren und Auf- 'tändische rückten in den Distrikt Barkly West ein. Außerdem sollen Buren in den Cedar-Bergen in der Nähe von Clanwilliam stehen. Präsident Krüger ist mit seinem Gefolge von Scheve- ningen nach Hilversum zurückgekehrt. In Scheveningen interviewt, erklärte Krüger es für unrick)tig, daß Botha ins Kapland eingedrungen sei. Unwahr sei ferner, daß seitens der Buren neue Friedensvorschläge gemacht worden seien. Ein englisches Protektorat sei unannehmbar, die sogenannte relative Aktionsfreiheit, die England den Republiken zugestehen wolle, bedeute mit dürren Worten: Ich schnüre Dir den Hals zu, aber lasse Dir die Freiheit, mit Armen und Beinen zu zappeln. Die Republiken müssen ihr Fahnenrecht erhalten und volle Amnestie für, ihre kapländischen Waffen geführten erwirken. Auf dieser Basis könne unter- handelt werden. England möge den denkbar größten Geld- trtbut fordern, die Republiken nullen und werden be-> nur tej11 Protektorat. Hätten wir Schutz gesucht, konnten wrr einen weit angenehmeren Protektor er» sprach Krüger die Hoffnung aus, daß zwischen beiden Republiken und England ein freundnachbar- lick>es Verhältnis hergestellt werde. China. Der Kaiserlich Chinesische Gesandte übermittelte der Deutschen Regierung folgendes Telegramm des Prinzen Tsching: Nach einer telegraphischen Mitteilung vom Staatsrat (Kün ki chu) hat der Kaiser am 9. Tage des 6. Mondes, (24. Juli 1901), durch ein Edikt die Umwandlung des Tsungliyamen in ein „M inisteriuin für die Auswärtigen Angelegenheiten" befohlen und zwar mit dem Vorrang vor den Liu Pu (Sechs höchsten Verwaltungsämtern.) Durch dasselbe Edikt ist Prinz Tsching zum Oberpräsidenten des Amtes für die äußeren Angelegenheiten ernannt worden, der Großsekretär Wangwenchao sowie der Minister Kü hung ki zu Präsidenten und die Herren Hsü-Shew-peng und Lienfang zu Senior- resp.Junior- Vizepräsidenten dieses Amtes. 2>er Kaiserliche Gesandte Lü Hai hwan ist angewiesen, das obige Edikt dem Kaiserlich deutschen Auswärtigen Amte zur Mitteilung zu bringen. Aus Hongkong nürd dem Reuterschen Bureau der Text des folgenden fremdenfeindlichen Anschlags mitgeteilt, der in der Nähe der fremden Kapellen in Kanton gefunden wurde: „Diese Haussteuer dient nur dazu, die Entschädigung zu zahlen. Alle Lebensmittel sind jetzt teuer, und doch wird uns die Steuer auferlegt. Weshalb bekämpft man die Fremden nicht, wenn Geld einkommt? China ist noch nicht besiegt. Nur die Augen der Regierung sind durch ^untreue Minister mit Blindheit geschlagen worden. Wenn wir uns weigern, zu kämpfen, so sind wir begierig, zu leben, und fürchten den Tod. Gegen wen anders können unsere mühevoll erworbenen militärischen Kenntnisse verwandt werden, als gegen die Fremden? Wie anders können wir unsere Regimenter verwenden? Im Jahre 1900 wurde viel Geld aus Lotterien und Steuern eingenommen. Weshalb also eine Haussteuer? ($>ie sind wirklich niemals zufrieden. Wenn daher eine Haussteuer eingetrieben ioerden sollte, ioerden wir die Kapellen zerstören und die Christen vertreiben.' Für den Fall, daß der Kaiser im stände ist, zu zahlen, haben wir Boxer einen ausgezeichneten Plan vorbereitet, um den Sieg über die Fremden zu erringen. Wenn danach nicht gehandelt wird, ist ein Aufstand sicher." Deutsches Keich. Merlin, 4. Aug. Der Kaiser ist an Bord bec „Hohenzollern" heute vormittag 10.45 Uhr in Kiel eingetroffen. Er wurde von den im Hafen liegenden Schiffen mit einem Salut begrüßt. Bald nach der Ankunft des Kaisers begaben sich Admiral Köster sowie der Stadtkommandant an Bord der „Hohenzollern". zkurz nach 12 Uhr mittags reiste der Kaiser mit Sonderzug nach Wilhelm s h ö h e. Der Reichskanzler begleitete ihn auf ber? Reise von Kiel nach Wilhelmshöhe und reiste von dort nach Emden. — In den Reichslanden bereitet sich, Privatnachrichten zufolge, auch an der höchsten Stelle ein Personenwechsel vor. In gut unterrichteten Kreisen in Straßburg verlautet, der Rücktritt des Statthalters Fürsten Hohenlohe-Langenburg sei beschlossene Sache. Ter Fürst 5>ohen- lohe, der gegenwärtig seinen Urlaub auf seinem Stmnm- chloß Langenburg verbringt, soll nicht mehr als Statt» ,alter zurückkehren. Graf Waldersee sei zu feinem Nachfolger auserfehen. — Ter Vize-Admiral z. D. Rudolf Schwerin g ist in- olge eines Nierenleidens gestorben. In seiner letzten Tienststellung war der Verstorbene Direkwr des Bildungswesens der Marine. Der frühere Direktor im Ministerium des Innern, Exzellenz Haase, ist gestorben. — In der Matthäittrche fand die Trauerfeier für den Kultusminister D. Dr. Bosse statt- Kultusminister Studt legte im Auftrage des Kaisers einen Kranz am Sarge nieder, desgleichen Oberhofmeister Frhr. v. Mirback) iw Auftrage der Kaiserin. Der Reichskanzler war durch Ge Heimrat v. Günther vertreten. Das Staatsministerium, da- Kultusministerium und verschiedene dem Kultusministerium unterstehende Behörden legten ebenfalls Kränze nieder. Per- onlich erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre Minister Thielen, v. Goßler, Moeller, Staatssekretär Nieberding, die früheren Minister v. Boetticher und v. Heyden, ferner waren anwefend Vertreter der kirchlichen und der Unterrichtsbehörden, der Akademien und anderer Körperschaften. Die Beisetzung fand sodann auf dem Alten Matthäikirchhose.statt. — In der Angelegenheit der Verfchachecung des Z o l l t a r i f e n t w u r f s an ein Londoner Finanzblatt meldet ein Berichterstatter, zweiSubalternbeamte seien in» olge von Geständnissen und Ueberführungen bereits vom Dienste suspendiert worden. — Seit Freitag ist der in Verbindung mit der Verkaufsaffaire eines Exemplars vom Zolltarif genannte Journalist Dr. Hamburger spurlos verschwunden. Er hatte seiner Gattin von einer Vergnügungsfahrt nach Wannfee gesprochen. Möglich ist, daß Dr. Hamburger den.Weg ins Ausland gefunden hat. — Der Vorstand des Zentralvereins der deutschen. Lederindustrie ist persönlich bei dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe, Möller, wegen der im neuen Zolltarif beabsichtigten Einführung von G e r b » Materialienzöllen vorstellig geworden, hat dem Mi-» nister bie aus solchen Zöllen unbedingt folgende schwere Schädigung der gesamten deutschen und namentlich auch der norddeutschen Lederindustrie auseinandergesetzt und ihn gebeten, seinen Einfluß, zur Beseitigung der vorgeschlagenen Gerbmaterialienzollsätze aus dem neuen Zolltarifentwurf geltend zu machen. *- — Auf zwei Inselchen der We st karo li n^n , Tobi und Helenriff, ist Anfang lApril die deutsche Flagge gehißt worden. Bezirksamtmann Seufft in Yap berichtet darüber im Deutschen Kobonialbl. Er schätzt die Bevölkerung auf Tobi auf 500—600 Köpfe. Ein verhältnismäßig großer Teil der Tobileute war mit Kleidungsstücken bei dem Festakt versehen. Bezüglich des Helenriff erfährt man aus der Mitteilung, daß es weit ausgedehnt ist, „an manchen Stellen unter Wasser liegt", „an anderen herausragt bis zu kleinen Sandinselchen". Auf der Rückfahrt passierte der Bezirksamtmann die Inseln Pul, Svnsorol und Ngulu, wo einige Monate früher die deutsche Flagge gehißt war und die Besitzergreifung durch Einrammen eines schwarz-weiß-rot gestrichenen Pfahles erfolgt war. Bezirksamtmann Seufft schreibt: ^,Jch fand die jüngst gesetzten Pfähle in Ordnung und hinterließ dem Häuptling von Pul eine Flagge." — Nach der „Neuen Bad. Landesztg." soll der b a d i s ch e Staatsmini st er v. Brauer sich dahin geäußert haben, daß zwischen den Regierungen und den Hauptparteiführern es ausgemachte Sache sei, die Tarife durchzubringen. Die Tische Tagesztg." stellt diese Nachricht in Zweifel und behauptet, daß was die konservative Partei anlangt, keinerlei Abmachungen zwischen einem ihrer Führer und den verbündeten Regierungen stattgefunden haben können. — Rudolf Lindau, der früher lange Jahre Vortragender Rat im Auswärtigen Amte war und seit etwa zehn Jahren Vertreter der deutschen Gläubiger bei der Verwaltung der türkischen Staatsschulden in Konstantinopel ist, wird sich demnächst in den Ruhestand zurückziehen und auf Helgoland seinen Wohnsitz nehmen. Rudolf Lindau ist bekanntlich auch ein sehr beliebter Novellist- Dortmund, 3. Aug. Die französische Kanalkommission ist heute vormittag in Begleitung eines Chefs der Firma Haniel u. Lueg hier eingetroffen. Sie besichtigte den Hafen und fuhr dann nach Henrichenburg, wo sie das Hebewerk unter Führung des Oberingenieurs Gerdes besichtigte. Bremen, 3. Aug. Tie zum Studium der Kanalbauten und Hafenanlagen nach Deutschland entsandten Mitglieder der französischen Teputiertenkammer sind heute abend hier eingetroffen und im Auftrage des Senats von dem Stellvertreter des Oberbaudirektors de Thierry begrüßt worden. Königsberg j. Pr., 3. Aug. Der „Königsb. Hart. Ztg." wird von einem Privatkorrespondenten aus Petersburg gemeldet: Ich erfahre von authentischer Seite, daß Rußland als Erwiderung auf die deutschen Agrarzölle die Grenze für Preußengänger sperren wird. Ausland. Cadiz, 3. Aug. Heute nachmittag fand zu Ehren des deutschen Geschwaders in der mit deutschen und spanischen Fahnen geschmückten Arena ein großes Stiergefecht statt. Zu demselben waren den Offizieren und Mannschaften der deutschen Sckiffe mehr cüs 2000 Plätze zur Verfügung gestellt worden. Prinz Heinrich von Preußen wohnte dem Schauspiele nicht bei. Vorher hatten der Präfekt und der Militärgouverneur dem Kontreadmiral Geißler an Bord des Linienschiffes „Kurfürst Friedrich Wilhelm" Besuche abgeshattet. Pilsen, 4. Aug. Vorgestern nacht wurden in der deutschen Turnhalle und im Gebäude der deutschen Aktien- Bierbrauerei die Fensterscheiben eingeworfen. Acht Fir- men-Schilder deutscher Geschäftsleute wurden mit Theer besudelt. Merkwürdigerweise ist kein einziger der Thäter bekannt geworden, trotz des Wachdienstes! Bezeichnend für die fanatischen czechischen Wüteriche ist der Wortlaut eines Aufrufes, der in den Straßen verstreut, ausgefunden und, soweit die Exemplare zu haben waren, polizeilich beschlagnahmt wurde. Ter Aufruf ist mit roter Tinte geschrieben. Bemalt ist er mit Dolchen, Revolvern, Tresch- ftegeln, Sensen u. dgl. Es wird durch diesen Aufruf an die „czechischen Brüder in Pilsen" die Aufforderung gerichtet, die „Schmach von Karlsbad" in solchem Maße zu sühnen, wie es die Ehre der czechischen Nation verlange. Dann heißt es weiter: „Zeiget den Franzosen, unseren geliebten Freunden und Verbündeten, wie rasch das czechische Volk mit der Revanche bei der Hand ist? Vielleicht nehmen sich die tapferen, jedoch zu gutmütigen Franzosen ein Beispiel an uns. Wie entschlossen und mutvoll hat das czechische Volk int Dezember 1897 unser getretenes Recht in den Straßen von Prag verteidigt! Wir in Pilsen werden nicht zurückstehen. Durch die gestrigen Vorfälle, fürwahr Czechen, ist die Karlsbader Schmach noch nicht gesühnt. Man hat dort unsere geheiligte slawische Tricolore zerrissen und das erfordert blutige Rache!" In diesem Tone geht es fort. Das Pamphlet, das mit „OmladiNa" unterfertigt ist, reizt direkt zur „tapferen Verteidigung des czechischen Rechtes auf der Straße", wie es in Prag im Jahre 1897 der Fall war, auf. Damals plünderte, stahl und raubte der czechische Mob tagelang in den deutschen Häusern Prags, bis das Standrecht endlich dem Gesindel Furcht einjagte. Jubelfeier des Gymnasiums in Büdrngen. (Originalbertcht de« „Gieß. An-.") I. Dr. K. Büdingen, 4. Aug. 1901. Am 3. Juni waren es 300 Jahre, seit der damalige Graf Wolfgang Ernst zu Dfenburg und Büdingen durch eine reiche Stiftung seinem Heimatsstädtchen ein Gymnasium schenkte. Das Jubelfest wird nun am Schlüsse des Sommersemesters von Sonntag bis Dienstag bezw. Mittwoch durch eine Reihe von Festlichkeiten begangen, zu denen die ehemaligen Schüler in erster Linie eingeladen sind. Ganz Büdingen ist in Bewegung, um den mit jedem Zuge ankommenden Gästen frohe Stunden zu bereiten; am Bahn Hofe befindet sich das Quartierbureau, zu jedem Zuge begiebt sich das aus Gymnasiasten gebildete Trommler-Korps nach dem Bahnhofe, um die Ankömmlinge abzu- holen und durch die grüne Ehrenpforte in die Stadt hinein zu geleiten, deren mit hessischen und ysenburgischen Fahnen, mit Tannengriln und Guirlanden geschmückte Häuser die Anteilnahme der Bevölkerung zeigen. Prächtig steht das Swdtchen aus tn seinem festlichen Gewände; oor allem der Festplcch ist wunderschön geworden. Draußen »Sl &te Halle aufgeschlagen mit Uber 1000 Sitzplätzen, mck Tanzplatz und Bühne; auch eine besondere Loge ist errichtet snr den Patron der Anstalt, den Fürsten und feine Familie. Zahlreiche Gäste sind schon eingetroffen und haben das ihnen bereitwilligst zur Verfügung gestellte Quartier bezogen, fremden und doch bekannten Gesichtern begegnet man überall. Alte Freunde finden sich wieder, grau geworden in Amt und Würden, aber das Herz voll Jugendlust tytb Festesfreude. Wie manche frohe und heitere Erinnerung aus alter Zeit mag in diesen Tagen wieder auf» gefrischt werden, wie mögen die alten und jungen Herren ihrer gemeinsam auf der Schulbank verbrachten Zeit sich freuen. Es ist ja bekannt, wie sehr die Büdinger Penäler das alte Städtchen in Andenken halten, wie gerne sie jederzeit in seine Mauern zurückkehren. Und auch die Bürgerschaft weiß das, mit offenen Armen wird jeder ausgenommen; sind doch die Beziehungen zwischen Stadt und Gym- nasiuni immer sehr freundliche gewesen, und die Bürger sind nicht ohne Grund stolz auf ihre „Klassiken, die in dem ältesten Gymnasium des" Landes herangebildet werden. So trägt das Fest mehr wie andere einen intimen, vertraulichen Charakter, den ihm auch die große Zahl der Besucher nicht nehmen kann, und gerade das macht das Fest so eigenartig gemütlich. Vom Festkomitee ist eine offizielle künstlerisch ausgeführte Festpostkarte ausgegeben worden in zwei verschiedenen Ausstattungen: in antikem Druck das fürstliche Schloß, die beiden alten und das neue Gymnasialgebäude, dazwischen die Medaillenbilder des Grasen Wolfgang Ernst und des jetzigen Fürsten Bruno, umrahmt von einer roten Aufschrift. Die offizielle Festschrift ist in hübschem Gewände erschienen ; sie enthält eine kurze Geschichte des Gymnasiums von seinen Ansängen bis zur Gegenwart und wird- viele Liebhaber finden, ebenso das Festalbum, das zahlreiche humoristische und ernste Beiträge ftüherer Schüler enthält. Samstagabend fand di- Hauptprobe zur. Aufführung von Wallensteins Lager statt; alles ging glatt von statten und zeugt von dem Fleiße, den die spielenden Gymnasiasten beim Einüben aufgewendet haben. Unter gewaltigem Andrange sand am Sonntagnachmittag das erste öffentliche Konzert statt; es mögen nach ungefährer Schätzung etwa 2000 Personen den Festplatz besucht haben. Schon am Abend vorher war eine starke Anzahl ehemaliger Schüler eingetroffen; es wurde ihnen aber nicht leicht gemacht, sich zurecht zu finden, denn der Zudrang war zu groß. Es war das wohl eine Folge der Anziehungskraft, die die am Abend stattfindende dramatische Aufführung übte. Kein Platz war mehr zu finden, und auch diejenigen, die einen gefunden, konnten zum großen Teile nichts sehen und nichts hören. Man scheint auf eine solche Besucherzahl nicht gerechnet zu haben. Die Aufführung selbst war gut, und sehr fleißig einstudiert. Tie jungen, ungeübten Spieler sanden sich mit überraschender Sicherheit in ihren Rollen zurecht. Vielleicht wird die Aufführung am Waldfest wiederholt, dort sind nur geladene Gäste, und da würde mancher sich ander Aufführung erfreuen. —.Vorder Darstellung hielt der Bürgermeister eine Ansprache, in der er namens der Stadt die Gäste willkommen hieß und ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen dankte. Leider muß, wie am Sonntagabend bekannt wurde, der Staatsminister infolge einer Erkrankung auf eine Teilnahme am Feste verzichten. Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser SRubtit befindlichen Original-Rachrichlen ist mrr unter genauer Quellenangabe: „eUfc* «rrz.* gestattet.) -k. Kouzertvereiu. Dieser Tage fand die ordentliche Generalversammlung deS KonzertvereiuS statt. Der Rechner erstattete Bericht über die finanziellen Ergebniffe des JahreS: trotz erhöhter Einnahmen hat sich infolge der größeren Aufwendungen, die gute Konzerte heutzutage verlangen, wieder ein Defizit ergeben. Die Generalversammlung sah sich hierdurch zu einer Aenderung des § 4 der Statuten veranlaßt: der unentgeltliche Besuch der Hauptproben wurde auch für die Mitglieder des Konzertvereins aufgehoben. Man hofft hierdurch eine wesentliche Erhöhung der Einnahmen zu erreichen, ohne daß die Güte der Konzerte dabei Not zu leiden braucht. Gerade für die kommende Saison ist, wie mitgeteilt wurde, ein hervorragend intereffantes Programm in Aussicht genommen. So wird z. B. der Altmeister der Geige, Joseph Joachim, der fier schon sehr lange nicht mehr gehört worden ist, uns beuchen. Um die Weihnachtszeit wird der Konzertverein in Verbindung mit dem akademischen Gesangverein ein modernes Werk aufführen, das überall, wo es bis jetzt gehört wurde, tiefen Eindruck hinterlasien hat: Wolfrums Weihs achts- mysterium; und zwar wird es hier in Gießen zum ersten- male in der vom Komponisten eigentlich gewollten Gestalt mrgestellt werden. Lebende Bilder und Pantomimen werden )te Musik begleiten. Nicht bloS für Gießen, sondern für )ie musikalische Welt überhaupt, dürfte diese Aufführung ein reachtenSwertes Ereignis werden. Weitere Mitteilungen aus rem Winterprogramm werden später erfolgen. Zum Schluffe der Generalversammlung, die leider nur spärlich besucht war, wurde der seitherige Vorstand durch Acclamation wiedergewählt. ♦* Oeffentliche Lesehalle. Im Juli wurden 1576 Bände auSgeliehen. Davon kommen auf: Illustrierte Zeit- chriften 353, Erzählende Litteratur 757, Jugendschriften, Märchen, Sagen 261, VerSdtchtungen 13, Litteratur- geschichte 16, Länder- und Völkerkunde 31, Geschichte und Biographieen 45, Naturwissenschaft, Technologie 62, See- wesen 14, Philosophie 7, StaatSwiffenschaft 6, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 5 Bände. ES wurden verliehen an Männer: Handwerksmeister 240, akademisch Ge- bildete 29, Kaufleute 157, Unterbeamte 82, Techniker, Schriftsetzer 109, Diener, HauSburscheu 41, Arbeiter, Tagelöhner 73, Lehrlinge, Gehilfen 198, Studenten 113, zusammen 1042 Bände; an Frauen: Eheftauen, Witwen, ältere Unverheiratete 227, Gewerbetreibende 112, Dienstmädchen, Lauffrauen 47, Arbeiterinnen 36, Beamtinnen 15, Pflegerinnen 10, junge Mädchen, Lehrmädchen 87, zusammen 534 Bände. Nach auswärts kamen 31 Bände. — Vom 15. August bis zum 2. Oktober ist die Bücher-AuS- gabe geschlossen. •• Tötung. In der Nacht vom Freitag auf SamStag in der vorigen Woche tötete ein hiesiges Dienstmädchen ihr neugeborenes Kind dadurch, daß sie es in das Hausklosett warf oder fallen ließ. Bon der Verhaftung der Thäterin mußte vorerst Abstand genommen werden, well sie sich in der Klinik befindet. •• Schlagerei. In der Nacht des SamStagS entstand in der Frankfurterstraße eine Schlägerei zwischen jungen Leuten, wobei einer der BeteUigten verletzt wurde. — Ferner wurde in der vergangenen Nacht ein Kellner beim Radfahrerfest wegen einer Zahlungsdifferenz mit einem Unteroffizier von dem letzteren mit einem Bierglas im Gesicht verletzt. ♦* Ruhestörer. In der Nacht des SamStagS wurden gegen mehrere Personen Anzeigen wegen Ruhestörung erhoben. •• Befitzwechsel. Die Stadt Gießen kaufte das Anwesen des Dr. Ploch, Asterweg, für 91000 Mark. Zu dem Be- sitztum gehört ein neues größeres Gebäude und ein sehr geräumiger Garten. Es besteht die Absicht, dieses Anwesen zu einem Schulhause auszubauen, da der ursprüngliche Plan, ein neues Schulgebäude in der Wiesenstraße zu errichten, aufgegeben werden mußte. Gegen das letztere Projekt hatte nämlich das Gesundheitsamt schwerwiegende Bedenken, und außerdem wäre der Bau deS Fundaments zu teuer gekommen, da erst bei 3 bis 4 Meter Tiefe fester Baugrund gefunden wurde. e* Der Gießener Zither-Klub feierte am Samstagabend im „Pfälzer Hof- die Einweihung seine- neuen VereinslokalS. Der festlich geschmückte Raum war bi- auf den letzten Platz gefüllt. Der 1. Vorsitzende legte ju einer längeren Ansprache die Ziele deS Vereins dar, der neben der Pflege des Zitherspiel« es sich zur Aufgabe gemacht habe, alljährlich für eine größere Anzahl armer Kinder eine Weihnachtsbescherung, bestehend in Kleidern und Schuhen, zu veranstalten. Weitere Ansprachen wechselten mit Zithervorträgen, so daß der Abend einen angeregten Verlauf nahm. Gleichzeitig mit der Einweihung feierte man auch die Silberhochzeit eines Vorstandsmitgliedes. § Kleinliuden, 3. Aug. Der Gärtner Karl Pfeiffer von hier rettete dieser Tage ein Mädchen im Alter von 15 bis 16 Jahren vorn Tode des Ertrinkens. Das Mädchen war beim Wafferholen in den gegen 3 Meter tiefen Weiher auf der Bleiche gefallen. S. Schlitz, 4. Aug. Zum ersten Male seit Jahren feierte unsere Stabt ein von gutem Wetter begünstigtes Fest Das benutzten denn auch die hiesigen sowie viele auswärtige Turn- und Festfreunde und halfen das Fest der Gau turn fahrt des Gaues Hess en verschönern. Die Stadt hatte reichen Flaggenschmuck angelegt. Auch die Salz- schlirser Badegäste hatten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einige fröhliche Stunden in festlichem Kreise zu verleben. Am Samstag abend wurde die Feier durch einen Kommers auf dem Festplatze eingeleitet. Die Gäste mußten dabei tüchtig dem Bacchus und Gambrinus huldigen, um bei der plötzlich stark gesunkenen Temperatur nicht zu frieren. Der Hauptsestztag wurde heute morgen! durch Tagreveille eingeleitet. Gegen 2 Uhr nachmittags bewegte sich ein imposanter Festzug durch die Straßen unserer Stadt. Cs eröffnete ihn auf reichgeschmückten Räderns der hiesige Radfahrerklub, daran schlossen sich der Stadtvorstand und die geladenen Turn-, Krieger- und Militärvereine. Auch 72 Festdamen befanden sich in dem Zug, die zwischen die einzelnen Korporationen verteilt waren. Nach dem Umzug begann das vollstümliche Preisturnen, bestehend in Weitsprung, Stemmen, Steinstoßen und Wettlaufen, woran sich gegen 200 Turner beteiligten. Auch der Gießener Turnverein und Männerturnverein waren vertreten. Den 1. Preis errang ein Friedberger. Abends stellte der hiesige Turnverein prachtvolle Pyramiden und andere lebende Gruppen unter bengalischer Beleuchtung. Er erntete großen Beifall für feine Leistungen. — Auch morgen findet auf dem Festplatze Konzert und Schauturnen statt. Büttelborn, 2. Aug. Beim Umpflügen eines Ackers wurde dieser Tage der Landwirt Häfner, um seinen! Pflug vor Beschädigungen zu schützen, genötigt, Steine von seinem Acker zu entfernen. Dabei wurde er, den „N. Hess. Volksbl." zufolge, gewahr, daß diese Steine eine Schicht bildeten, die bis einen Meter unter die Oberfläche reichte und auch etwa einen Meter breit war. Häfner will die Wahrnehmung gemacht haben, daß eine zweite, ebensolche Steinschicht die erste quer durMchnitten habe, so daß beide Schichten die Form eines Kreuzes gebildet hätten. Aller Wahrscheinlichkeit nach befindet sich hier ein geschleiftes! Hügelgrab; denn in dem Schutt befanden sich die Stücke eines demolierten Thongefäßes. Tie schwarzgebrannten, auf ein dickwandiges, großes, urnenartiges Gefäß hinweisenden Scherben lassen durch ihre Beschaffenheit auf eine sehr frühe! Kulturepoche schließen. Für die hiesige, an prähistorischen Funden reiche Gemarkung ist dies Grab deshalb von besonderem Interesse, da es bis jetzt das erste ist, dessen Gefäße von einer Steinsetzung vollständig umschlossen sind. Weil man auf Untersuchung der Stätte vom Gr. Museum hofft, wurde die Fundstätte nicht weiter durchwühlt. Frankfurt a. M., 3- Aug. Drei Wagen, hoch mit Tierkäsigen beladen, und gefolgt von einem Möbelivagen, in dem gebeugten Hauptes eine Giraffe stand, trafen gestern int Tiergarten ein. Ter Tierhändler Menges, der fieben Monate im Sudan dem Tierfange oblag, langte mit feiner Beute an. Pferdeantilopen mit krummen Hörnern und langen Ohren, eine große Kudu-Antilope, zentralafrikanische Füchse, ein junger Elefant von den Ufern des Gasch, diverse Exemplare des unglaublich häßlichen Man-Schweines, kolossale Paviane einer erst kürzlich entdeckten Art, eine ganze Herde junger Strauße und Riesenschildkröten von über einem halben Zentner Gewicht enthielten die zahlreichen Kisten und Kasten, und eilig sah manj die Besucher von Haus zu Haus wandern, um überall die Ankömmlinge zu besichtigen und sich ihre erste Wartung anzusehen. Wegen des befirutiöen Ankaufs einer Anzahl dieser Tiere, die sich zunächst hier von ihrer über zweimonatlichen Reise erholen | sollen, steht der Garten bereits in Unterhandlung mit dem 1 Besitzer. Zunächst sind die Tiere in den verschiedenen Tierhäusern ausgestellt. — Vom 23.—31. August wird hier ein Sp ielkursus für Lehrerinnen abgehalten. Der Kursus ist unentgeltlich. Anmeldungen sind an Tum- inspektor Weiden dusch in Frankfurt a. M. zu richten, *• Kleine Mitteilungen «ml Hetzen und den Ngchbnrtzaatt». Der 16jährige Turn-Zögling Peter Dietrich in Eltville machte am vergangenen Dienstagabend ohne Aussicht den Riesenschwung, stürzte dabei auf den Kopf nut» blieb besinnungslos liegen. Zwei Aerzte und ein Heil' gehilse leisteten den ersten Beistand und ordneten die Uebersührung in die elterliche Wohnung au, wo er am Mittwochabend gestorben ist. — Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, die Schwester des Königs von England, ist mit Gefolge zum Kur gebrauch in Nauheim ein getroffen. — Ein Fran kfur ter Lokal-Poet, Johann Jacob Fries, bekannt unter dem Pseudonym Johann Jacobus/ ist dieser Tage im Alter von 75 Jahren gestorben. In seinen humoristischen Arbeiten schilderte er das alt-srank- surterische Leben. Auch existieren einige spezifisch-frank- surterische Theaterstücke und hochdeutsche Dichtungen von '«tlejt, 113011 ■ÄS ii% j* I-Hr KL t8eb i-tab» ^ttinsiofaij “ff$to Plat «4% I|i6tf4etuig' L Ä®“» ’W'» M ”«tr in 15 ®“ Riblh« 1 «f|m «chn k. W Ähm Sunskgles Feit. viele E 1 das Fest bet Schonern. Dir ^uch die Salz, 'heil nicht eni- esüichem Kreise ,ie Feier durch Jtet. Tie Gäfie »ambrinus hui, en Temperatur heute morgen nachmittags be- > die otrafc-n ichzeschmMen W\\w. sich Kneger- imt m sich in dm rtioncn verteil: ämlichePre irren, Steinstoßer, rner beteiligten ännerturnvereit 'in Friedberger achtvolle Pyro er bengalische: ir seine Leift- en eines Aäer- x, um seiner tigt, Steine tor r, den „91. hes' ine eine Schilt: lberfläche reicht! i will die Wahi ebensolche Steii? >, so daß beite :t yätten. 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August die Ehefrau des Fabrikarbeiters Karl Kirchbach in Ost ho f e n durch Hinzugießen von Petroleum das Feuer besser anfachen wollte, schlug die Flamme zurück und erfaßte die Kleider der Frau. Sie verbrannte so sehr, daß sie im städtischen Zkrankenhause zu Worms um Ausnahme nachsuchen mußte. Auch thr Mann zog sich beim Löschen der brennenden Kleider solche Verletzungen zu, daß er erwerbsunfähig ist. Vermischter. e Röln, 4. Aug. Amtliche Meldung. Der 3 Uhr nachmittags hier fällige Persoueuzug 255 von Biugest- brück kam heute bei der Einfahrt in das für denselben durch die Fahrorduuug vorgesehene Gleise 4b nicht rechtzeitig zum Halten und fuhr gegen den hydraulischen Prellbock; elf Reisende und ein Zugbeamter erlitten ganz leichte Verletzungen, bezw. Beulen. Der Materialschaden ist ganz unbedeutend. Betriebsstörungen find nicht vorgekommev. ♦ Berlin, 4. Aug. Eine erlaubte „Hinterthür" benutzen hier einige Zigarrenhändler, um beim Reun-Uhr-Ladenschlutz geschäftlich nicht zu kurz zu kommen. Sie haben sich mit Gastwirten in Verbindung gesetzt und übergeben diesen ihre Zigarren mit einem Rabatt von 20 Prozent, damit die Restaurateure sie zum Ladenpreise an ihre Kundschaft weiter verkaufen. Tie Verkaufsschränke sind mit der Firma der Zigarenhandlung versehen, sodaß die Kundschaft weiß, von wem sie kauft. Die Gastwirte verlaufen beliebige Mengen, und da sie den erheblichen Rabatt genießen, so machen sie auch, ohne Erhöhung des Ladenpreises noch ihr Geschäft. Auch die Zigarrenhändler kommen aus ihre Kosten, da sie für diesen Teil ihres Absatzes die Ladenbeleuchtung und die Arbeitskräfte sparen, oen hohen Nachlaß also wohl gewähren können. • Noch ein Opfer de» Leipziger Bankkrachs. Der „Erf. Trib.- nach ist Hau» Blum, der Sohn Robert Blums, früher Leipziger Rechtsanwalt, infolge von finanziellen Verlusten, die er durch den Leipziger Bankkrach erlitten, derartig affiziert worden, daß er in eine Heilanstalt überführt werden mußte. * Bayreuth, 4. Aug. Bürgermeister Dr. Casselmann nahm in der Magistratssitzung das Wort zu einer Mitteilung, für die man ihm in weiten Kreisen Dank wissen wird. Er beklagte, daß die Fremden in dem Hotel „Zur Sonne" über die Maßen ausgebeutet werden. „Ein schon seit langer Zeit zu unterem Festspielen komme irder Herr bemerkt ,daß ihm auf seine Anfrage nach einem belegten Brödchen erklärt worden sei, das gebe es nicht, man könne nur kalten Aufschnitt, die Schüssel zu 3 Mark, erhalten. Für ein Glas Himbeerlimo- n a d e sei 1 M a r k verlangt worden, auf Vorhalt habe der Wirt sich geäußert, daß der Preis richtig sei. Eine Portion Rühreier sei mit 2 Mark berechnet worden usw. Von einer hochgestellten Persönlichkeit wurde amtlich Klage darüber geführt, daß für ein einfenstriges Zimmer 30 Mark, für ein Dienerzimmer 20 Mark hätten bezahlt werden müssen, für einen kalten Ausschnitt seien so hohe Preise verlangt ivorden, daß die in Frage kommende hochgestellte Persönlichkeit erklärte, noch niemals, nicht einmal in dem teuersten Luxusbad, so übernommen worden zu sein. Ta gesetzliche Mittel nicht zu Gebote stehen, so bleibt der Stadtverwaltung deshalb weiter nichts übrig, als das reisende Publikum auf solche Vorkommnisse öffentlich aufmerksam zu machen, mit dem Hinweis, daß diese nur vereinzelt vorkommen und die entschiedene Mißbilligung der gesamten Bürgerschaft finden. Sport. ** Siebener Ruderverein. Am kommenden Sonntag, dem 11 August, findet d,8 Abrudern der Gießener Ruderaesellschaft statt. Neben Unterhaltung mannigfacher Art, Konzert, Wafierfptcken, Tombola u. dgl. dürften die internen Wettfahrten größeres Interesse beanspruchen. Die Mannschaften sind fleißig bet der Arbeit, sodaß die Rennen äußerst scharf und spannend zu werden versprechen. Näheres wird noch durch Inserat bekannt gegeben. - Arankfurt, 4. Aug. Bei dem heute stattgefundenen Achterrennen um den städtischen Wanderpreis ging die Frankfurter Rudergesellschaft „Germania" alS überlegene Siegerin hervor. Beteiligt waren an dem Rennen aufrr der „Germania" der Frankfurter Ruderverein und die Sachsenhäuser Rudergesellschaft. Die Germania-Mannschast erNärte sich bereit, am 25. August in Paris gegen die Pariser Mannschaft zu starten. Kandwirtschast. Budapest, 3. Aug. Der amtliche Bericht über den Saatenstand vom 31. Juli schätzt die mutmaßliche Ernte an Weizen auf 347/e Millionen Meterzentner gegen 35'/, Millionen, Roggen auf 11,5 Millionen gegen 11,6 M'lbooen, Gerste auf 10% Millionen, unverändert, Hafer auf 9,6 Millionen, unverändert gegen den AußwriS Dom 20. Juli. Be» Weiz n und Roggen find die Qualitäten schwächer el6 im Vorjahre. Die Qualität der Gerste litt viel durch die H tze, die der B>augerst« wenig. Die Mat^pflanzen litten in der Körnrr- 6Übung infolge der Hitze, Zuckerrüben sind befriedigend, bedürfen aber auSatediaen Reaens. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. «astet, 3. Aua In der heutigen Versammlung d:r G äuvtger der Aktiengesellschaft fürTrebertrocknung berichtete der £ontu§- »erwalter, die Akliomafst betrage 1682926 Mark, die Ausstände 38 Millionen Mark, wovon nur 2 Millionen sicher seien, und schilderte die ganze Lage als überaus traurig. Die Versammlung beschloß, die Betrirbe der Gesellschaft fortzusetzen, insoweit dies wegen günstiger Lteferu-aSverträg- und sonstiger Geschäfte erforderlich sei. SStu, 3. Aug. Der „Köln. DolkSztg." zufolge hat der GaS- »öhreaoerband die Preise um 10 Mark pro Tonne erhöht durch Herabsetzung der Rabattsätze um ein Prozent. — Die Lage der Schuckeri Gesellschaft. In einer auSiühr- ttchen Darlegung stellt di- Gesellschaft fest, daß außer der Transaktion betreffend das Unternehmen in Jejca keinerlei Beziehungen zu der Leipziger Bank oder der Trebertrocknungs Gesillschaft bestehen. Mitglieder dieser beiden Gesellschaften, welche der Direktion der Elektro- boSna angehören, schieden aus, sobald die Aktien der letzteren über» Kommen waren. Die Erklärung schließt: „Im klebrigen können wir unseren Aktionären die beruhigende Versicherung geben, daß der Gc- IchättSgang verhältnismäßig befriedigend ist und daß z. Z. Auftrage •m Betrage von ca. 50 Millionen Mark vor liegen; für die finanziellen Bedürfnisse unserer Gesellschaft ist durch die DtSpofittonen des Finanz- LonsortiumS in htnretchender Weise oorgesorgt." Märkte. Gründers, 3- Aug. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro 100 Kilo. Weizen 18,50—17,00 Mk., Korn 14,50—15 Mk., Gerste 13,00 Mk., Hafer 15,50—16 Mk., Erbsen 20 Mk./ Linsen 00,00 Mk., Samen 00,00 Mk., Wicken 00,CO Mk., Kartoffeln 0,00—0,00 Mk. FC. graatfttrt /r Uhr vormittags kurz vor der Einfahrt in de« Bahnhof Oberrad, 3 Wagen wurden völlig aus den Schienen geworfen und stürzten um. Der Schaffner Jaeger wurde schwer verletzt. 5 andere Personen wurden leichter verletzt. Köln, 4. Aug. Bei den Festlichkeiten anläßlich des 50jährigen Bestehens der Polyhymnia fand nachmittags ein internationaler Gesangwettstreit um Geldpreise ftatr. woran. 7 Vereine beteiligt waren. Den ersten Preis erhielt die Soeicte l'Orpheon de Trooz Foret in Belgien, den zweiten die Sängerhalle in Mannheim, den dritten die Roevmow- lische Zanj en Muziek Tareenegnig-Holland und den vierten der Verein Sanssouci-Dortmund. P i t t s b u r g , 4. Aug. Die hiesigen Vertreter der United Staates Steel Corporation erhielten ein Telegramm von der Generalvertretung in Rewyork, welches besagt, der stampf müsse durchgekämpft werden: keine Nachgiebigkeit solle Platz greisen. Tie Korporation werde alles dransetzen, um die Mitglieder des Stahlarbeiterverbandes von allen Werken der Korporation auszuschließen. Portsmouth, 4. Aug. Der Torpedobootszer- st ö r c r „Viper", der eine Geschlvindigkeit von 34 Knoten hatte, ist auf der Höhe der Insel Alderney auf einen Felsen aufgelaufen und gesunken. Die Offiziere und Mannschaften sind gerettet. P a r i s, 5. August. Santos Dumont machte gestern nachmittag mit seinem Luftschiff einen neuen Aufstieg. Doch mußte er wegen leichter Havarie wieder landen. Er wird heute vormittag wiederum einen Aufstieg unternehmen. Rom-, 4. Aug. Der König hat das Entlassungsgesuch des Finanzministers Wollenborg und des Unterftaatssekretärs des Aeußern, di Martino, genehmigt. Guido Baccelli wurde Ackerbauminister. Cadix, 4. Aug. Eine ungeheure Menge füllte die Hafenanlagen und Terrassen, um dem abdampfenden deutschen Geschwader Abschiedsgrüße zuzurufen. Kurz vor der Abfahrt begaben sich die Spitzen der Civil- und Militärbehörden an Bord zur Verabschiedung. Vor der Abreise übermittelte Kontreadmiral Geißler dem Bürgermeister 2000 Francs für die Armen. Caracas, 4. Aug. Meldung der „Agcnec Havas". Eine von der Regierung veröffentlickfte Mitteilung besagt, die kolumbische Invasion sei abgeschlagen worden und die Eindringlinge seien nach den Kämpfen vom 29. Juli über die Grenze zurückgegangen. Sie hatten 900 Mann verloren, während auf venezolanischer Seite 300 Mann gefallen seien. Belgrad, 5. Aug. Bei den Wahlen für die Skup- schtina erhielt die radikal-fortschrittliche Regierung 884, die Liste der unabhängigen Radikalen 670, die Liberalen 501 Stimmen. Somit ist Stichwahl erforderlich Ferner wurden gewählt in Risch der Kandidat der Regierung K'o- pitsch gegen den Führer der Liberalen Awatumowitsch, in Kragujewatz der Kandidat der Regierung Maritsch in Sck>a- batz und Mokupolie die Kandidaten der liberalen Opposition Jllitna und Dautschewitsch Im ganzen wurden bisher gewählt: 88 Anhänger der Regierung, darunter 76 Radikale, ferner 4 unabhängige Radikale, 7 Liberale, darunter ihre beiden Führer Awakumowitsch im Kreise Vrange und Ribaraz im Kreise Passaremetz. In Kreisen, in welchen 30 Mandate zu besetzen sind, haben Stichwahlen zwischen Regierungslisten und unabhängigen Redikalen stattzufinden. Konstantinopel, 5. August. Ter englisch-türkische Zwischenfall im Hinterlande von Aden ist noch nicht abgeschlossen. Der Zusammenstoß zwischen den englischen und türkischen Truppen erfolgte auf dem Gebiete von Husabis. Die Pforte behauptet, daß die englischen! Truppen bei der Verfolgung des Araberscheiks Makbul einige Ortschaften in türkischen Gebiete besetzt hätten. Sie hat deshalb Schritte in London zur Zurückziehung der englischen Truppen unternommen. Wie verlautet, wird die Untersuchung zur Feststellung des Thatbestandes eröffnet. Von britischer Seite wird behauptet, daß die Araber, unterstützt von türkischen Truppen, in unter englischem Protektorate stehende Gebiete eingefallen seien. England iverde deshalb Genugthuung verlangen. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 5. August. 8«/•% Reichsanleihe . . 101.50 3 o/q do . . 92 50 8Va l/o Konsole . . . . 101 65 3 2/e do .... 92.45 Si/t 0/0 Hesses .... 98.80 5% Italien. Rente . . . 97.30 4 c*/o Griech. Monop.-Anl. 43.80 8 o/o Portugiesen . . . 25.40 8O/o Mexikaner «... 25.80 41/« »/o Chinesen . . . . 82.80 Kreditaktien.....199.50 Diskonto-Kommandlt . . 170.40 Darmstädter Bank . . . 120 00 Dresdener Bank . . . . 127 30 Berliner Handelsge*. . . 136 50 Oesterr. Staatsbalm . . 185 40 Gotthardbahn .... 152.50 Laurahütte ..... 175.50 Bochum...... 152 25 Harpener......146.00 Tendenx fest. Meteorologische Beobachtungen btt Stativ« Gietzeu. August i s «Uf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit =1 *2*6 8$ 5 «: Windrichtung 3. 9" 752,7 15,6 10,7 81 B. 4. 7« 751,7 12,1 9,4 90 E. 4. 2» 743,9 22,4 9,0 45 8. 4. 925 747,8 17,4 115 78 8. 5 725 747,4 15,4 10,5 81 SW. 5. 225 746,8 23,3 9,2 43 SW. Höchste Temperntur am 3. bis 4. August Niedrigst« „ „ 3. „ 4. Höchste Temperatur am 4. „ 5. August Niedriaste „„ 4. „ 5. Wetter 2 2 2 2 2 4 Deroölti Sonnenschein Sonnenschein bewölkt bewölkt beb. Himmel 25° C. 14.5° C. 25 8° C. 10.7° C. äMälepartus ^ankfurt?M. Gr Bockenheimer Str. 30. nahederOper. Wein Restaurant i. rg_s Berühmte Küche, hervorragende Weinkarte. Kleine u.grosse Men uszu festen Preisen u. nach der Karte. Salons für kleinere u. grössere Gesellschaften. * Unerreichter Insectentödter! Kaufe aber nur in Flaschen, wo Plakate aushängen. 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