ftr. 182 Erstes Blatt. 161. Jahrgang. Dienstag 6. August 1901 *t*,«I>B. iXMt T- >■■■>■< »m «nthm W M* iichiMW.»» f«< >en MNta M trMehunkn Irmm M Nm. ie u»t. GiehenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Be$egsptei$ oierteltlNt Mk. 2.20, nronatt. 76 W tptt®rii.geriof)n; durch Mr dbijoleflrüen nitrtei'ä^el Ml. 1.90, monatl. 66 Ptzg Bet 'Postbezug üifvtelje^wl Ml. 2.00 ohr t'.QeHf*, «Ur «n»daen-e3eimtttluN* stellen de» < und üueU*6m • neümen Anzelyen für Mo Siebener Anjciqcr entgew. «etlenpret«. lotaX 11 VBk, auewdrtf 80 Pfg. Amts- und Anzergeblatt für den Kreis Gießen Bekanntmachung. Betr.: ErgänzuNgSwahl des Kreistages des Kreises Gießen durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstäude. Bon den durch die Bevollmächtigten der Gemeinde Vorstände gewählten 16 SreiStagSabgeordneten scheiden in Gemäßheit des Art. 26 der Kreis« und Provinzialorduung mit Ablauf dieses Jahres acht aus. Bon diesen acht find zurzeit noch vorhanden: 1. Kommerzienrat Georgi, Gießen; L Wahlbezirk (Gießen Stadt); 2. LandgerichtSrath Dr. Schäfer, Gießen; I. Wahlbezirk (Gießen Stadt); 3. Gemeinde-Einnehmer Maid, Watzenborn; IV. Wahl» bezirk (Watzenborn); 4. Gemeinderatsmitglied Demper , Großen - Buseck; V. Wahlbezirk (Großen-Buseck); 5. Apotheker Welcker, Allendorf a. d. Lda.; VII. Wahl« bezirk (Londorf). Ferner haben Ersatzwahlen stattzufindeu 1. für den Präsidenten des Finanzministeriums Exz. Gnauth, I. Wahlbezirk (Gießeu-Stadt); 2, für die durch Tod abgegangenen Kreistagsmitglieder: a) Stadtverordneter Scheel, Gießen; I. Wahlbezirk (Gießen-Stadt); b) Bürgermeister Geißler, Lollar; VI. Wahlbezirk (Staufenberg); v) Bürgermeister Roth, Muschenheim; XI. Wahlbezirk (Eberstadt). ES find sonach bei den bevorstehenden Ergänzungswahlen in dem I. Wahlbezirk 4, in dem IV., V., VI., VII. und XL Wahlbezirk je ein Abgeordneter zu wählen. Nachstehend wird das Verzeichnis der zu den einzelnen Wahlbezirken gehörenden Gemeinden mit Angabe der Be« völkerungsziffer und der von jedem Gemeindevorstand zu wählenden Anzahl von Bevollmächtigten mit dem Anfügen bekannt gegeben, daß Anträge auf Berichtigung dieses Ber« zeichvifies binnen einer unerstrecklichen Frist von 4 Wochen nach Ausgabe dieses Blattes bei dem KreiSauSschufie anzubringen find, gegen deffen Entscheidung die Berufung an den Provinzialausschuß innerhalb 10 Tagen offensteht. Gießen, den 29. Juli 1901. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. Namens desselben: v. Bechtold. .....«. .. - Kreistags- Seelenzahl nach der Bevollmächtigte Wahlbezirke Abgeord- Volkszählung vom nete 1. Dezember 1900 der Gem.-Vorstände Gießen I. Wahlbezirk (Gießen-Stadt) 4 25564 Stadtvorstand IV. Wahlbezirk (Watzenborn) Watzenborn-Steinberg 1729 7 Leihgestern 1260 5 Garbenteich 755 3 Hausen Steinbach 451 2 984 4 Großen-Buseck 1 5179 V. Wahlbezirk (Großen-Buseck) 1705 21 7 Alten'Busrck 1219 5 Rödgen 661 3 Oppenrod 313 1 Trohe 172 1 Beuern 999 4 Staufenberg 1 5069 VI. Wahlbezirk (Staufenberg) 734 21 3 Lollar 1523 6 Ruttershausen 446 2 Daubringen 746 3 Mainzlar 473 2 TreiS a. d. Lda. 1138 5 1 4927 ‘20 1 5060 21 VII. Wahlbezirk (Londorf) Londorf 850 3 Allendorf d. Lda. 1109 4 Kesselbach 437 2 Odenbausen m. Appenborn 307 1 Geilshausen 475 2 WetterShatn 526 2 RüddingShansen 701 3 Allertshausen 268 1 Climbach 249 1 1 4922 19 XI. Wahlbezirk (Eberstadt) Eberstadt mit Arnsburg 480 2 Ober-Hörgern 342 1 Holzheim 1103 4 Grüningen 722 3 Dorf-Gill 417 2 Muschenheim mit Hof Gill 639 3 Obbornhofen 576 2 Bellersheim ___ 648 3 Bekanntmachung. Betr.: Beurlaubung des Großh.KreisveterinärarzteSSchmidt in Gießen. Der Großh. Kreisveterinärarzt Herr Schmidt zu Gießen ist für die Zeit vom 10. bis zum 25. d. Mts. (einschließlich) beurlaubt. Die Dienstgeschäfte des Großh. Kreisveterinär- amteö Gießen werden während dieser Zeit für die Orte Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Langd, Utphe, Trais- Horloff, Inheiden, Bellersheim, Obornhofen, Hungen. Langsdorf, Bettenhausen, Muschenheim, Birklar, Eberstadt, Dorf« Gill, Lich, Grüningen, Garbenteich, Steinbach, Albach, Watzenborn, Steinberg und Hausen von dem Großh. KreiSveterinär- amt Nidda, für die übrigen Orte von dem Großh. KreiS- veterinäramt Grünberg versehen. Gießen, den 3. August 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen. __________________v Bechtold.___________________ Bekanntmachung, Betr.: Gesuch der Stadt Gießen um Genehmigung zur Errichtung eines städtischen Elektrizitätswerks in Gießen. Die Stadt Gießen beabsichtigt auf dem Grundstück Flur 17 der Gemarkung Gießen bei der Neumühle eine Generatorgasanlage und Dampskeffelanlage zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeitung an ge rechnet auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermetsterei Gießen zur Einsicht der Jntereffenlen offen. Etwaige Einwendungen find binnen dieser Frist bei Mei düng des Ausschlusses bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Gießen vorzubriugen. Gießen, den 3. August 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________v. Bechtold.__________________ Gießen, den 1. August 1901. Betr.: Feier deS 2. September. Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, rubr. Fest wie seither in den Ihnen unterstehenden Schulen feiern zu laffen. ____________________v. Bechtold.___________________ Gießen, den 5. August 1901. Betr.: Den Zeichenunterricht in der Volksschule. Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Die nachstehende Verfügung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 24. Juli l. Js. teilen wir Ihnen zur Nachachtung mit. v. Bechtold. Darmstadt, den 24. Juli 1901. Betr.: Wie oben. Das Großh. Ministerium des Innern (Abteilung für Schulaugelegenhetten) au die Grostherzogl. KreiS-Schulkommisfiouen. Im Kommissionsverlag von Hermann Graudhomme in Schotten ist erschienen: Zeichenlehrplan für die Volksschule mit ausgeführten Präparationen von Dr. D. Greiner 1. Teil, 1. und 2. Jahr. Das Werkchen wird von fachmännischer Seite sehr günstig beurteilt und erscheint als wohl geeignet, dem Lehrer wertvolle Anregungen zu geben und zur Förderung des Zeichen- unterricht- in der Volksschule beizutragen. Sie wollen die Ihnen unterstellten Lehrer aus die genannte Schrift aufmerksam machen und die Anschaffung für die vorhandenen Lehrer- und Schulbibliotheken anordnen. Ferner empfehlen wir Ihnen, in einzelnen Schulen, deren Lehrer dem Zeichenunterricht besonderes Interesse entgegenbringen, Unterrichtsversuche nach Maßgabe der Greiner','chen Schrift anzuftellen und, sobald ein sicheres Urteil ausgesprochen werden kann, über die Ergebnisse zu berichten. Hierbei werden die Leistungen im Gedächtnis z eichnen besonders zu berücksichtigen sein. Eisenhuth. ______________v. Beauclair. Zum Zolltarifentwurf. Nach der erfolgten Veröffentlichung des neuen Zolltarifentwurfes ist der Ausfcyuß des Handelsvertragsvereins in Berlin zusammengetreten und hat folgende Resolution gefaßt: Die feste Hoffnung des deutschen Volkes auf Fortführung der deutschen Handelsvertragspolitik ist durch den neuen Zolltarifentwurf vernichtet. Gegen alle Erwartung ist nicht an dem bewährten System des Einheitstarifs festgehalten, sondern für Getreide ein Doppeltarif vorgesehen. Der einmütige Beschluß der .Handelskammern, der gesetzlichen Vertretungen von Handel und Industrie, ist für nichts erachtet. Wenigen Großgrundbesitzern zu Liebe soll das Deutsche Reich auf die Bahn eines verhängnisvollen Wagnisses gedrängt werden. Die Beschränkung des Doppeltarifs auf Getreide vermindert die Gefahr nicht. Die für uns wichtigsten Staaten legen entscheidenden Wert auf den Absatz ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Mit dem Doppeltarif für Getreide wird unseren Unterhändlern die Möglichkeit genommen, die Zollherabsetzungen einzutauschen, deren unsere Ausfuhr bedarf. Da überdies die vorgelegten Minimaltarifsätze sogar die Spitze des heutigen Generaltarifes übersteigen, welcher bisher nur auf Vertrags feindliche Staaten Anwendung findet, so droht uns eine Periode der Zollkriege, zum mindesten eine Zeit wachsender gegenseitiger Absperrung. Deulscbland ist seit Jahrzehnten in steigendem Maße auf die Ausfuhr gewerblicher Erzeugnisse angewiesen. Seit Absckstuß der Han- delsverträge ist dieselbe gewaltig gewachsen. Allein das letzte Jahr weist einen Mehrbetrag von 1100 Mill. Mark gegen das Jahr 1894 auf. Ueber ein Fünftel unserer Bevölkerung ist unmittelbar für die Ausfuhr thätig: insgesamt leben nahezu zwei Fünftel des deutschen Volkes schon heute vom und für den Außenhandel. Lassen wir unseren Export verfallen, so kann das Deutsche Reich seine Bevölkerung nicht mehr ausreichend ernähren, seine wirt- schaftliche und infolgedessen auch seine politische Machtstellung nicht aufrecht erhalten. Eine Erhöhung der Schutzzölle für ihre Erzeugnisse vermag der Industrie nicht annähernd Ersatz für die ihr drohenden Verluste zu bieten; der bei starker Jnlandsproduktion unvermeidliche Preisdruck vereitelt den Nutzen des Zollschutzes. Ebenso ist es bitterer Hohn, die deutsche Industrie, die deutschen Arbeiter damit zu trösten, daß eine durch ZollsckMtz kaufkräftiger gemachte heimische Landwirtschaft Ersatz für den Verlust des Weltmarktes bieten werde. T-er den wenigen Getreiden Verkäufern vorübergehend zusließende Gewinn wird weit überwogen durch die aus der Verteuerung der Lebensmittel folgende Schwächung der Kaufkraft der breiten Schichten der Bevölkerung. Einen Ausgleich durch Steigerung der Arbeitslöhne kann die Industrie nickst gewähren, wenn gleichzeitig der Abschluß brauchbarer Handelsverträge unmöglich gemacht wird. Im Gegenteil: Sie wird gezwungen, die zu erwartende Erhöhung der Auslandszölle durch Ermäßigung ihrer Produktionskosten auszugleichien, wäre also sogar darauf angewiesen, die Löhne zu erniedrigen. Eine beispiellose Krise muß die Folge einer derartigen Politik sein, eine Auswanderung der besseren Arbeiter, die im Inland keine ausreichende Beschäftigung mehr finden, eine Auswanderung auch des Kapitals, das in Ländern mit günstigeren Produktionsbedingungen bessere Verwertung findet. Und dieses wagt man „nationale Wirtschaftspolitik" zu nennen. Vorteil tcmii auf die Dauer selbst die Landwirtschaft von einer solchen Politik nicht haben. Hat doch die große Mehrzahl ihrer Betriebe, deren Schwerpunkt ja in der Viehzucht liegt, sogar nur Nack)teile von steigenden Getreidepreisen, Nachteile, die auch durch etwaige Erhöhungen der Vieh- und Fleischgölle nicht ausgeglichen werden. Die Zeit der höchsten Getreidepreise — von den fünfziger bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts — weist gleichzeitig die stärkste Zunahme des Großgrundbesitzes, die größte Entvölkerung des platten Landes, die gewaltigste überseeische Auswanderung auf. Gerade der kleine Grundbesitz hat ein Lebensinteresse daran, die breiten Schichten der industriellen Bevölkerung kaufkräftig zu erhalten für Milch, Butter, Käse, Eier, Fleisch, Obst usw.; hohe Brotpreise vermindern aber die Kaufkraft hierfür. Wer die Zukunft der deutschen Landwirtschaft nicht in einer Ausdehnung des Großgrundbesitzes sieht, sondern darin, daß die heimische Scholle eine möglichst große Zahl selbstän-, diger Landwirte ernährt, muß die durch den Doppeltarif unabänderlich werdende Erhöhung der Getrei-, dezölle bekämpf-en. Deutschland hat sich mit Einsetzen seiner ganzen Mrtschaftllichen Kraft zu hervorragender Bedeutung auf dem Weltmärkte emporgeschwungen. Es hat seine Handelsmarine in kurzer Zeit verdoppelt, eine mächtige Kriegsflotte zum Schutze des auswärtigen Handels geschaffen, die Leistungsfähigkeit seiner Industrie weit über den eigenen Bedarf hinaus für den Absatz an die ausländische Kundschaft eingerichtet. All dies wird wertlos, ein großer Teil des Nationalvermögens wird mutwillig zerstört, wenn die bisherigen Verkehrsbeziehungen mit dem Auslande erschüttert werden. Die Hoffnung, daß die Regierung einen festen Halt gegen derartige verhängnisvolle Pläne bieten, daß sie das Werk der Handelsverträge, diel das Wort unseres Kaisers als eine „rettende That" be-i zeichnet hat, fortführen werde, ist mit der Veröffentlichung des neuen Tarisentwurfs geschwunden. Nur eine gewaltige Bewegung in den weitesten Kreisen des Volkes kann jetzt verhüten, daß unabsehbares ünheri über unser Wirtschaftsleben, unser Vaterland, unser Volk hereinbricht. In dieser ernsten stunde wendet sich ber Handelsvertragsverein an alle, die dem ‘Stebexter bte Arbeitsgelegenheit, dem Volke gesunde und billige Nahrung, dem Vaterlande die jetzige wirtschaftlich^ und politisch« Machtstellung erhalten wissen wollen, mit der Mahnung, alles Trennende beiseite zu stellen, mu> einmütig mn- zutreten in den Kampf für den Schutz der nationalen Arbeit durch Sicherung unserer schwer errungenen Stellung auf dem Weltmarkt. Gegenüber den Umsturzbestrebungen einer kurzsichtigen Jnteressentengruppe gilt es der ^nser- vativen Forderung zum Siege zu verhelfen: Fortführung unserer bewährten Handelsvertragspolitik. Politische Wochenschau. Im Vordergründe der politischen Erörterungen der Jn- und Auslandspresse stand auch in der vergangenen Woche der deutsche Zol l ta ri fen twur f, der zur Veröffentlichung gelangte, ehe noch der Bundesrat sich mit den neuen Tarifsätzen befaßt hat. Sie drangen bekanntlich in die Oeffentlichkeit infolge einer süddeutschen Indiskretion. Zudem erfuhr man, daß eine Londoner deutsche finanzielle Wochenschrift durch Bestechung mit einer Lappalie sich in den Besitz des ganzen Tarifentwurfs hatte setzen können.! Eine Untersuchung hat die Schuldigen zu Tage gefördert. Ob die zum Schutze der deutschen Landwirtschaft bedeutend erhöhten Sätze die Genehmigung von Bundesrat und Reichstag finden werden, steht noch oahin, zumal auch politische Umstände in Betracht kommen, die für den Abschluß der neuen Handelsverträge mit dem Auslande maßgebend sind; nach der bisherigen Haltung der Reichsbehörden zu urteilen, sind die im Entwurf verzeichneten Zollsätze für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit dem bestimmten Entschlüsse angesetzt worden, mit alter Kraft daran fest>- zuhalten. Daß die Erhöhung dieser Sätze im Auslande wenig Freude erregt, war vorauszusehen; es ist selbst von einem Zollkrieg die Rede. D-em ehemaligen preußischen Knltusminister Bosse, Der in der vergangener! Woche gestorben und am Samstag beerdigt worden ifa, widmet die gesamte Presse Naclsrufe. Er hat verhältnismäßig lange an der Spitze seines Ressorts gestanden. Dr. Bosse war der Nachfolger des Grafen v. Zedlitz-Trützschler, des Urhebers des bekannten reaktionären Schulgesetzes. Gegen dieses machte seiner Zeit der Liberalismus mit aller Macht mobil und erreichte auch, daß der König an der Opportunität des Gesetzes zweifelhaft wurde. Graf v. Zedlitz nahm seine Entlassung- Daj trat nun Dr. Bosse auf den Plan; er mußte den Standpunkt der von den Liberalen geforderten Negation gegenüber den Forderungen des Zentrums und der Konservativen hinsichtlich des Schulgesetzes vertreten, während ihm anderseits die Ausgabe erwuchs, den durch die Preisgabe des Zedlitzschen Entwurfes bei der Rechten erweckten üblen Eindruck zu mildern. Das war sin heiUes Dilemma, aus dem Herr Bosse sich mit immer erneuten Versicherungen seines Wohlwollens nach beiden Seiten hin nicht herauszuziehen vermochte. Thaten von Bedeutung sind dem verstorbenen Minister nicht nachzurühmen. In der Frauenwelt hab Dr. Bosse berechtigte Mißstimmung s. Z. hervorgerufen, als er die Gründung eines Mädchengymnasiums in Breslau verhinderte, obwohl seine verstorbene Tochter Eva Apothekerin Ivar, und seine andere Tochter Lehrerin ist. Die Töchter des Verstorbenen haben eben freiere und erfreulichere Anschauungen als ihr hochgestellter Vater. In den Beziehungen Frankreichs zu Deutschland spielen die chinesischen Angelegenheiten eine bedeutende Rolle. Graf Waldersee steht schon feit längerer Zeit in persönlichen Beziehungen zu dem Kommandanten des in Algerien liegenden 19. Armeekorps, General Caze; dieser hatte ihn eingeladen, ein paar Tage Aufenthalt in Algier zu nehmen, was Graf Waldersee denn auch that. Mit der Eile, die der Feldmarschall haben sollte, nach Deutschland zu kommen, ist es also nichts. Sehr bemerkt wurde auch, daß Graf Waldersee für Algier so viel Zeit übrig hatte, dagegen seinen Dampfer „Gera" Neapel nicht anlaufen ließ; dorthin sollte doch nach einer Zeitungsmeldung ein Prinz des Hauses Savoyen dem Feldmarschall die Insignien des Ännuneiatenordens bringen. Ob es mit Italien nicht mehr so recht stimmt? In Algier fand, wie angedeutet, Graf Waldersee einen sehr freundlichen Empfang, ebenso auch die Mannschaften von der „Gera", die unter Führung französischer Unteroffiziere die Stadt besuchten. Da ein deutsches Geschwader unter der Führung des Prinzen Heinrich dem Feldmarschall nach Cadiz entgegen gefahren ist und Briefschaften für dasselbe nach dem ftanzösischen Kriegshafen Brest adressiert sind, glaubte man in Frankreich schon, der preußische Prinz, habe die Absicht, mit seinem Geschwader diesen Hafen anlaufen zu lassen, was zum Ausdruck von Beklemmungen in der ftanzösischen Presse führte. Es ist aber in Wirklichkeit kein solcher Besuch beabsichtigt, der sich auch bei der Eifersucht der Franzosen auf ihre Kriegshafengeheimnisse nicht so leicht hätte bewerkstelligen lassen. Dieser Nichtbesuch läßt alle die Franzosen aufatmen, denen die den Deutschen erwiesenen Aufmerksamkeiten schon viel zu weit gehen. Ein drastisches Gegenstück zu diesen letzteren ist aus Nancy zu berichten. Der Haß französischer Arbeiterkreise gegen den Wettbewerb ausländischer Arbeiter hat sich bisher m der Hauptsache nur gegen Italiener gewandt und zu blutigen Ausschreitungen geführt; jetzt kommen auch die Deutschen an die Reihe. Ein Fabrikant bei Nancy, der in die technischen Fähigkeiten deutscher Monteure bei dem Bau von Koksöfen besonderes Vertrauen setzte, hatte zwanzig Arbeiter aus Deutschland kommen lassen, die einen Koksofen nach neuem System bauen sollten. Die übrigen Arbeiter der Fabrik murrten darüber und teilten ihren Unwillen der Bevölkerung mit, vornehmlich als sie hörten, daß eine Essener Firma in den Mitbesitz der dortigen Eisenwerke eingetreten ist. Die französischen Arbeiter befürchteten, allmählich durch Ausländer verdrängt zu werden. Es wurde beschlossen, die Fremdlinge mit Gewalt zu vertreiben. Nachts zog ein Arbeiterhaufe, mit Stöcken, Steinen und Revolvern bewaffnet, vor das Quartier der Deutschen. Alle Fenster wurden eingeworfen, und da auch einige Schüsse fielen, flüchteten sich die Belagerten in eine Bodenkammer. Am folgenden Tage verweigerten sie die Arbeit, und die meisten von ihnen fuhren sofort nach Metz zurück. Die Lage der fremden Arbeiter in Frankreich hat die französische Kammer bereits öfter beschäftigt, und ein Ausschuß des Abgeordnetenhauses hat einen Bericht veröffentlicht über den Antrag des Sozialisten Coutant, wonach die Zahl der fremden Arbeiter zu beschränken und zugleich den Arbeitgebern zu befehlen ist, den Fremden für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn zu zahlen wie den Einheimischen. Der Ausschuß hat zwar Coutants Antrag abgelehnt, aber durch einen anderen ersetzt, der feine Grundsätze auf die Arbeiter des Staates, der Departements und der Gemeinden anwendet. Nach dem Vorschlag des Ausschusses soll der Minister bezw. der Präfekt den Prozentsatz feststellen, in welchem fremde Arbeiter zulässig sind. Diese müssen auf dem gleichen Fuße bezahlt werden wie die Einheimischen. Das ist gegen die Preisdrückerei gerichtet. Nun hat aber der Nancyer Fall mit Preisdrückerei nichts zu thun, da die deutschen Techniker nicht wegen billigerer Bezahlung herangeholt worden waren, sondern wegen ihres besseren Könnens. In den Verhandlungen der Gesandten der ftemden Mächte über die Lage Chinas bestanden zuletzt noch größere Meinungsverschiedenheiten zwischen Rußland und England, die aber durch einen Kompromiß beigelegt wurden. Rußland wollte nämlich die Zahlung der Entschädigungen auf möglichst hohe Seezölle gründen, wohlweislich, da es mit China Landhandel treibt und die Zollzahlung den seehandeltreibenden Nationen, an erster Stelle England, zufällt. China wird, wenn die Schuldzahlung regelmäßig sich vollzieht, nach vierzig Jahren die Mächte befriedigt haben; die Gesamtsumme, die hierzu nötig sein wird, beträgt an Kapital und Zinsen mehr als das Doppelte der festgesetzten Entschädigung von 450 Millionen Taels. Die Frage der Bestrafung der bei den Wirren schuldigen Chinesen ist endgiltig erledigt; auch hat jetzt, gemäß dem Verlangen der Mächte, das Tsungliyamen aufgehört zu bestehen, und es ist ein verantwortliches Auswärtiges Amt geschaffen worden, in dem zwei Minister in die Arbeit und wohl auch in die Täuschung der Mächte sich teilen werden. Sehr bemerkt wurde die achtungsvolle Art, mit der der bisherige ftanzösische Gesandte in Peking, Pichon, über den Oberkommandierenden, Grafen Waldersee, sich aussprach, als er in Paris eintraf. Die Unermüdlichkeit, scharfe Auffassung, das große Geschick und vor allem das Taktgefühl des Feldmar,challs haben auf den Franzosen einen großen Eindruck gemacht. Von den Beziehungen zwischen deutschen und französischen Truppen in China erzählte Pichon in wärmster Weise und stellte sie als eine Art Verbrüderung dar. Dem Grafen Waldersee ist für seine Rückkehr aus China in die Heimat ein glänzender Empfang in Aussicht gestellt worden. Man wird durch die Vorbereitungen dazu an die Ueberschwänglichkeiten erinnert, zu denen seine Abfahrt nach Ostasien Anlaß gab, die sich als so sehr unangebracht und durch die Ereignisse als verfehlt herausgestellt, darum auch die Spottlust herausgefordert haben. Wenn wir Deutsche den Erfolg in China in die Worte zusammenfassen, daß wir froh sein müssen, aus diesem Lande heraus zu sein, so ist damit genugsam die Frage beleuchtet, ob Anlaß zu einem triumphierenden Einholen des Feldmarschalls vorliegt. Nach allgemeiner Auffassung ist diese Frage zu verneinen. Dabei kann das Verdienst des Feld- marschatts um die Erhaltung de? Einigkeit unter den fremden Truppen voll anerkannt werden. Zu den Nachrichten, die in England die Hoffnung auf baldige Beendigung des Burenkriegs nähren sollen, gehört auch die, daß Lord Kitchener demnächst sein Kommando abgeben werde, da die Hauptarbeit angeblich ab- gethan sei. Nun ist Lord Roberts aber schon lange Zeit abgefahren, ohne daß die Arbeit bald gethan gewesen wäre; General Baden-Powell, der den Tauerpösten des Anführers der südafrikanischen Polizeitruppe erhalten hatte, ist ebenfalls bereits auf englischer Heimaterde, ohne seine Ausgabe gelöst zu haben, und es würde auch die Abfahrt Kitcheners noch nichts für die Vollendung der Unterdrückungsarbeit beweisen. Selbst die chauvinistische „Daily Mail" bezeichnet es als entmutigend, wenn dieser Winter, von dem man bestimmt gehofft hatte, daß er das Ende des Krieges bringen würde, den Feind noch in so großen Mengen im Felde sehe. Wahrscheinlich werde aber im August die Kapkolonie wieder das Hauptoperationsseld werden. Die Hauptmacht der Buren in der Kapkolonie steht in dem Quadrat, das Beaufort West, De Aar, Stormberg und Queenstown bilden; dieselbe ist in kleine Abteilungen aufgelöst, die 10 bis 150 Mann stark sind. Eine andere Gruppe steht in dem Herrschel-Aliwaldistrikt, und eine dritte wird im Westen von den Bewohnern des Distriktes, die im Lande herumziehen, unterstützt. Die Behandlung von Kapburen, die sich den Buren angeschlossen haben, als Verbrecher — eine Anzahl derselben wurde von den Engländern hin- gerichtet — hat den Burenkommandanten Kritzinger zu Vergeltungsmaßregeln veranlaßt; Kritzinger operiert in dem Gebiete der Kapkolonie, das seiner Zeit für den Oranjefreistaat annektiert wurde; Kapburen, die die Engländer im Kampfe unterstützen und in seine Hände fallen, werden erschossen. Der Uebertritt eines größeren Trupps Buren mit zwei Kanonen auf portugiesisches Gebiet spricht für deren Kampfesmüdigkeit, da ja gerade im nordöstlichen Transvaal den Buren noch viel Bewegungsfteiheit geblieben ist. Radfahrfest des Gietzener Radfahr-Vereins 1883. D. Gi eßen, 5. August. Der erste Tag des Radfahrer-Festes, das der Gießener Radfahrer-Verein 1885 gestern und heute veranstaltet, nahm, begünstigt vom herrlichsten Sommerwetter und dank der Bemühungen der Leiter des Vereins, einen trefflichen Verlauf. Leider war die Beteiligung auswärtiger Vereine nicht so stark, als man wohl hätte erwarten dürfen. Der Grund dafür ist hauptsächlich darin zu suchen, daß eine große Anzahl von Vereinen, deren Kommen sonst sicher gewesen wäre, durch Festlichkeiten im eigenen Kreise verhindert war. Von 10 Uhr vormittags an fand im Hotel Schütz, dem Vereinslokal des ft stg ebenden Vereins, Empfang >er Sportkameraden statt. Daran schloß sich ein Friih- choppen mit Konzert, aus den ein zwangloses Mittagessen in dem genannten Hotel folgte. Nachmittags gegen 2 Uhr ordneten sich die Vereine am Wallthor zum Preis- und Bl um en-Korso, und kurz vor 3 Uhr setzten sie sich unter den Klängen zweier Musikkorps, die unsere Regimentskapelle stellte, durch die Straßen der Stadt nach Dem Festplatz am Schützenhaus in Bewegung. Es war ein eigenartiges, reizvolles Bild, das die mit Blumen, bunten Bändern und Schleifen in den Vereinsfarben geschmackvoll verzierten Räder und die mit den Vereinsabzeichen festlich geschmückten Radfahrer gewährten. Auch einige mit Schärpen geschmückte Radlerinnen hatten es sich nicht nehmen lassen, sich an dem Zuge zu beteiligen. Den Korso eröffnete der Radf.-Ver. „W an der li e b e" Frankfurt a. M., auf ihn folgten der Radf.-Ver. 1890 Alsfeld, der Radf.-Ver. 1887 Wetzlar, der Radf.-Ver. 1891 Marburg, der Radf.-Klub „Germania" Gießen, der Radf.-Ver. Wieseck und der Radtouristen-Klub „W an = derlust"-Marburg. Den Schluß bildete der Gießener Radf.-Ver. 1885. Auf dem Festplatz ließ man sich zunächst nieder, um sich von der eben durchgemachten Anstrengung zu erholen. Auch der geräumige Festplatz prangte im schönsten Schmuck. Ueberall sah man die Farben des Gieß. Radf.-Ver. 1885. Zahlreiche Bänke und Zelte waren aufgeschlagen, und es schien anfangs fast, als ob diese teilweise leer bleiben würden. Aber es dauerte gar nicht lange, da war alles dicht besetzt. Auch die üblichen Volksbelustigungsmittel, wie Karoussel, Schießbude und Panorama, fehlten nicht. Dem Schützenhause gegenüber war die Rennbahn errichtet, auf deren Hinteren Seite sich die Sitze für die Preisrichter erhoben. Gegen 5 Uhr wurde das Signal zum Beginn des Reigenfahrens gegeben. Im Nu war die Bahn von Hunderten von Menschen umgeben, die dicht gedrängt mit gespanntester Aufmerksamkeit den Leistungen der Fahrer folgten. Dabei wurden allerdings die in den vordersten Reihen Stehenden so dicht an die Umfriedigung der Bahn gedrängt, daß der Festausschuß )id>, mehrere Male genötigt sah, die Menge aufzufordern, zur Vermeidung von Unglücksfällen etwas zurückzutreten, da doch leicht einer der Reigenfahrer aus der Bahn geraten könnte. Den Reigen eröffnete der Radf.-Ver. Alsfeld. Er erzielte im ganzen eine gute Leistung. Allerdings widerfuhr gleich zu Anfang einem der Fahrer das Mißgeschick, daß seine Maschine defekt wurde. Er benutzte aber eine andere und fuhr so den Reigen doch mit. Als zweiter folgte der Rod.-B. Wetzlar. Der von ihm gefahrene Reigen war wohl der schwierigste und wurde bis auf einige Kleinigkeiten gut und sicher zur Ausführung gebracht. Nun trat die Kunstfahrerin Jenny Daßler auf. Sie erntete reichen Beifall; und in der That, was sie bot, war gut. Wenn sie auch hier und da etwas unsicher zu sein schien, so muß doch vor allen Dingen, was gerade auf dem Rade zu erzielen so schwierig ist, die Schönheit der Form, die bei allen ihren Ausführungen zu Tage trat, anerkannt und hervorgehoben werden. Nach ihr fuhr der Radf.-Ver. M a r b u r g feinen Reigen. Er hatte am meisten Pech, was wohl teilweise seinen Grund darin haben Durfte, daß er zu 12 Mann auf Dem Kanipfplatz erschien, wahrend die beiten vorher genannten Vereine nur mit je 8 Mann sich an dem Turnier beteiligten. Für 12 Fahrer aber 1 ehren der Platz etwas zu eng zu sein. So geriet der Verein ichon im Anfang in Unordnung. Er erfolgte ein Zusammenstoß. Zwei Fahrer stürzten und das Rad des einen wurde um» brauchbar. Zwar nahm er auf einer Wetzlarer Maschine auch weiter am Fahren teil. Aber auch letzt wollte es nicht klappen, und der Verein trat schließlich ab, ohne fernen Reigen beendigt zu haben. Nun trat Der Kuustsahrer Alban Daßler auf. Wenn vorhin bei seiner Partnernr hier und da etwas Unsicherheit festgestellt werden mußte, sd muß von ihm gesagt werden: Er war Meister nicht nur im Sattel, sondern auf allen Teilen, Die Das RaD yat. Am meisten Beifall wurde ihm gespendet, als er eme Maschine fuhr. Deren Vorder- wie Hinterrad Pedale hatte, und nun bald vom, bald hinten radelte. Plötzlich löste et durch Lockerung einer Schraube die beiden Teile, sodaß es den Anschein hatte, als ob die Verbindungsstange gebrochen fei, und fuhr auf dem einen Teil der so zum Einrad gewordenen Maschine lustig weiter. Der letzte der teigen» fahrenden Vereine war der erst gegen 5 Uhr eingetroffene Rad.-Ver. Herborn. Er fuhr mit nur 6 Mann. Seme Leistung war glänzend. Er führte feinen Reigen ohne Zwischenfall zu Ende. Natürlich muh dabei in Betracht gezogen werden, daß er infolge feiner geringen Zahl einen größeren Spielraum hatte. Nach einer längeren Pause erfolgte Die Preisverteilung. Das Preisgericht für 1) Den; Korso beftanD aus Den Herren A. Petitjean, 2. Vorß des Gaues 9, M. Ober Hoffer, 2. Schriftf. des Gaues 9, W. Ruh 1,1. Bors, des Biedenkopfer Radf.-Ver., C. He r De r, 1. Bors, des Gießener Radf.-Ver. 1885, und L. Huhn, Ehrenmitglied desselben Vereins; 2) für Blumenschmuck aus den Herren Petitjean, Oberhofter, Ruhl, Huhn und W. Sch eich, Gießener Radf.-Ver. 1885 ; 3) für Reigenfahren aus den Herren V. Beck-Wiesbaden, Oberhofter, Herber, L. Schmidt, 1. Vors. des Butzbacher Radf.-Ver., und L. Seu- ling, Gießener Radf.-Ver. 1885. Für den Korso erhielt in Abt. 1 den 1. Preis (ein vom G. R. V. 85 gestiftetes Bierservice in Hirschgeweih) der R.-V. „Wanderliebe" Frankfurt a. M. mit 12,96 Punkten, den 2. Preis (einen vom G. R. V- 85 gesh. Pokal) der R.-V. Marburg mit 12,86 Punkten, den 3. Preis (ein von den Brauereien Gg. Bichler und Friedel u. Asprion geft Trinkhorn) Der R.-V. Ms seid mit 11,98 P.; in Abt. 2 Den 1. Preis (einen vom G. R. V. 85 Pokal) Der R.-KI. „Germania" Gießen mit 6,45 P.; für Blumenschmuck in Abt. 3 Den 1. Preis (einen vom G. R. B- ß5 gestifteten Pokal) der R.-KI. „Germania"' Gießen mit 3 Punkten. Für Reigenfahren erhielten Den 1. Preis (ein vom G. R- V. 85 geft. Trinkhorn) Der R.-V. Wetzlar mit 12,6 P., Den 2. Preis (eine von Den Brauereien Gg. Bichler wimD Friedel u. Asprion geft. Bowle) der R.-B. Herborn mit 12,2 P. und Den 3. Preis (einen von Der Firm« Trageser u. Mayer geft Tafelaufsatz) Der R.-V. Alsfeld mit 9,9 P. Außerdem erhielten der R.-V. Wetzlar und die beiden außer Konkurrenz fahrenden, weil nicht Dem Bunde an gehörenden Vereine, R.-KI. „Germania" Gießen und R.-Tur-Kl, Marburg Diplome zuerkannt, die ihnen später zugestellt werden. Nach einer kurzen Ansprache des Festleiters C. Herber, in der er den Vereinen kür ihre Leistungen feine hohe Anerkennung aussprach uno diejenigen, die nicht erste Preise erhalten hatten, mit einem „Vielleicht nächstes Mal besser" tröstete, trat nochmals das Künstlerpaar Jenny und Alban Daßler auf, die nunmehr auf den seltsamsten Radgestalten ihre Künste zeigten, so auf einem Achteck, einem Sternrade ohne Reifen, dem vorderen und Demi hinteren Teil eines Hochrades usw. Es folgte nun der gemütliche Teil des Festes. Der Platz, auf dem eben noch die Radler sich in heißem Kampfe gemessen hatten, ver- wandelte ftch im Nu in einen Tanzboden, auf Dem sich die Paare nach Den luftigen Klängen Der Musik unter dem Scheine vieler Lampions noch manche Stunde drehten. Eine bengalische Beleuchtung des Festplatzes bildete abends den Schluß Der festlichen Veranstaltungen des ersten Tages. Kus Stadt und Land. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. * • Auszeichnungen. Der Großherzog hat dem Bürgermeister I. Müller IV. in Kettenheim und dem Zimmermeister Andreas Otto zu Gießen daS Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Bernhard Euler zu Heusenstamm, im Dier^fte der Firma Mayer & Sohn zu Offenbach, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit- verliehen. * ♦ Ernennungen. Ernannt wurden der Steueraufseher- Aspirant, Militäranwärter Georg Bungert aus Ockenheim mit Wirkung vom 15. August, der Steueraufseher-Aspirant, Militäranwärter Konrad Stock aus Wolf mit Wirkung vom 22. August zu Steuerauffehern. • • Für die Hauptversammlung der Mitglieder des Landes- gewerbevereiuS für 1901, die am Sonntag, 18. August, in Lich stattfindet, ist folgende Tagesordnung festgestellt: Empfang der auswärtigen Gäste von 8>/4 Uhr vormittags ab und Befichtigung der Ausstellung von Schülerarbeiten im Rathause zu Lich. Vormittags 11 Uhr Beginn der Hauptversammlung in der Turnhalle. Begrüßung der Anwesenden. Mitteilung über Entwickelung und Stand der Gewerbethätig- keit in Lich. Geschäftliche Mitteilungen. Tätigkeitsbericht der Zentralstelle. Bestimmung deS Ortes für die nächste Hauptversammlung in der Provinz Starkenburg. Mitteiluug über daS gewerbliche Unterrichtswesen. Berichterstatter: Herr Gewerbeschulinspektor Meyer. DaS Reichsgesetz vom 12. Mai 1901 über die privaten VerficherungSunternehmungen und sein Einfluß auf die Sterbekaffe für Mitglieder deS hessischen LandeS-Gewerbevereins. Berichterstatter: Herr Handwerkskammer-Sekretär Engelbach. Mitteilung über die Umgestaltung des vergebungswefenS in Heffen. Anträge. Verschiedenes. Gemeinsames Mittageffen, nachmittags 2% Uhr im Saale des Gastwirtes Heiland. Gedeck ohne Wein 1,50 Mark. BadNauheim, 5. Aug. Unterhaltungen. Früh- kouzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr vormittags am Kurbrunnen. Dienstag, 6. August, Kouzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Der Bibliothekar-. Mittwoch, 7, August, Kouzert der Kurkapelle. Abend» und auf der Prinzgau-Bahnstrecke Mühldach-Bramberg ist Wagner-Konzert. Donnerstag, 8. August, nachmittags von Nr. 6 aus Hanau. Abends von 8—10 Uhr im Saale Tanz. Bei gutem Wetter abends von die Universitäts-Nachrichten. die schlagende Antwort des Kellners. Der Fürst soll sich so 4266 habe schon hohe Herrschjaften bedient, die waren stets mit unserer Speisekarte zufrieden und Sie dürfen es eben- D. R. P. 76 912 von denn überhaupt, wer ich bin, und mit wem Sie es zu thun haben!" „Nein", erwiderte der Kellner. „Nun, denn, ich der dortigen Kliniker bestimmt, das; zum medizinischen Studium nur solche Ausländer zugelassen werden sollen, die ein dem deutschen Aditurientenexamen gleich zu aclstcndes Examen bestandet! haben. Ferner soll ein Verzeichnis derjenigen ausländischen Mediziner, ivelche die Berechtigung zum Praktizieren haben, in den Kliniken ausgehängt norden. Im übrigen werden in Rußland deutsche Reichsangehörige so wenig wie Ausländer überhaupt an den kaiserlich russischen Universitäten oder Hochschulen als Studierende oder ^?örer zugelassen. Deutschlands für den telegraphischen Huldtgunpsgruh bestens danken. Aus allerhöchsten Beseh! der geheime Kadtnettsrat, in Vertretung „Trink hier, so lange der Wein noch schmeckt. Noch kannst Du das Leben genießen, Denn was in Meran Deine Zunge schleckt, falls sein." T-er Fremde erwiderte darauf: „Wissen Sie Gerichtssaat. — Sperrung von Giroüberweisungen. Ein di« weittsten HandelSkrrise tnteresfierenber Vorgang in Bezug auf den Giro» verkehr hat sich nach dem Zusammenbruch der Letppger Bark frei her Ltloziger RetchSbaokhauptstelle ereignet. Etwa vierzehn Tage nach der osfiztellen Bankerotte»ktarunr der Leipziger Bank war von einem auswärtigen Bankier bet einer der Retchsbankstellen auf Girokonto der falltlen Bark cm namhasler Betrag emgezad't worden, womit der betr.ffende Bankier sein Konto bet letzterer unter ÄuSIötuvg der noch bei ihr d,panierten Effekten völlig saldierte. Einige Tage svöter erhielt tndetz der Bankier von dec RetchSbankhauptstelle in Leipzig die Nachricht, daß die ihr überwiesene Einzahlung nicht an die Leipziger Bank, bezw. deren Masse gelangen könne, weil solche auf Girokonto bet der R-tchsbank eingehenden Beträge zur Aufrechnung gegen ihre (der Retchsbank) Forderungen an die Leipziger Bank bezw. die Konkursmasse verwendet werden solle. Gegen diesen Anspruch wurde der betroffene Bankier sowohl in Leipzig wie in Berlin alSbald vorstellig. Beide Instanzen waren jedoch zuerst nicht gewillt, von dem von der Leipziger RetchSbankhauptstelle eingenommenen Standpunkt ab- zugehen, w'e-oohl noch der jurififfche Beistand deS geschädigten Bankiers darauf binwieS, daß bereits ein Urteil des ReichSgertchtS vom 30. Januar 1884 vorltege, das in einem ganz analogen Falle das Verfahr», der Reichsbank nicht gebilligt und die Auszahlung deS überwiesenen Betrages an die bezügliche Konkursverwaltung entschtedm habe. Dieser damaligen reichsgertchtltchen Entscheidung hat sich dann auch in dem neuen Falle die RetchSbankoerwaltung schließlich wieder untergeordnet, denn rote Leipziger Blätter jetzt berichten, ist die RetchSbankhauptstelle in Leipzig angewiesen worden, die gesperrten Gelder an die KonkurSmaffe der Leipziger Bank nun zur AuSzahluns zu biingen. Dieses Emlenken von Seiten der ReichSbank liegt nur in ihrem eigenen wohlverstandenen Jntereffe, da daS unbegrenzte Vertrauen, das sie in allen Schichten deS deutschen Volkes genießt, un- fehlbar einen schweren Stoß erlitten hätte, wenn solche hone Lds-Handlungen der Einzahler die Retchsbank zu Ihrem eigenen Vorteil und zum Schaden der Ersteren auSnützen wollte. bin der Fürst von Bulgarien!" „Weiter nichts?!" . . . war Meratur, Wissenschaft Md Kunst. Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns: In der neuarrangierten August-Ausstellung des Kunstsalon Hermes, Goethe-Eck, beim Opernplatz, sindet sich eine Reihe Werke unserer ersten Meister vereinigt, von denen zu nennen sind: Hans Thoma mit 7 seiner besten Werke, Max Liebermann mit 5 EKmälden, Fritz v. Uhde mit 4, G. Schönleber mit 5 Werken, F. v- L e n b a ch mit 5 Portraits. Mit Einzelwcrken sind vertreten W. Lei bl, Fritz Thauloiv, Franz Courtens, Viktor Gil«, foul, Paul Mathieu, F. A. v- Kaulbach, G a b r. Max, Jos. Wen glein , Ad. v- Menzel und viele andere mehr. Bon Max Klinger-Leipzig und Jes! Lambeaux-Brüssel sind Bronzen ausgestellt. Wagener & Schilling Oberkauf ungen tragen. Diese Einlagen stad nach aUttt Setten biegsam, unzerbrechlich und rostfrei. Man verlange ausdrücklich nur Corsels oder Mieder mit Stempelr Wagener & Schilling’sche Hercules Spiral-Einlagen, oder Hercules-Spiralen D. B. P.76918 gy Ueberall zu haben. ______ W/ii« ninmnl die Pit. Myrrrolin-Seife im Gv> wv tJIlllllill brauch gehabt und deren wohl- thättge, unerreichte Wirkung auf die Haut kennen gelernt hat, der wird sich niemals mit rtvec anderen Seife waschen! Die Vorzüge dieser hygienischen ToUettesetse allerersten RangeS find so bedeutende, daß ihr gegenüber eine gewöhnliche Toiletteseife zur wirklich rationellen Haut» und Schönheitspflege gar nicht in Frage kommt. Tausende von Aerzten haben das „Myrrholtn" erprobt und d ffen antiseptische, neubtldende, konservierende und heilende Eigenschaften rühmend her vor gehoben. Deshalb ist die Pat. Myrr Holm- Seife einzig tu ihrer Art zur erfolgreichen Haut- und Schönheitspflege, zur Verhütung von Ansteckungen u. f. w. jedermann als tägliche Tollettefeife dringend zu empfehle». Ueberall, auch tn den Apotheken, erhältlich. nach voraufgegangenem Streit durch Erwürgen getötet. | Darmstadt, 3. August. Die bei der feierlichen Eccarius, der die fürchterliche Thal in angetrunkenem Uebergabe des Rektorats für das Studienjahr Zustande begangen hat, rourde sofort festgenommen unb 1900/01 am 16. Oktober v. I. gehaltenen Reden des Pro^ gefesselt in das Ober-Schöneweider Spritzenhaus geschafft, rektors. Geh. Baurat Professors Koch (Bericht über die Stu- Bon dort erfolgte noch in später Abendstunde die Ueber-Idienjahre 1898/99—1899/1900), und die Antrittsrede des! sührung des Gattenmörders nach dem Coepenicker Amts-1 P^xssiors Dr. Karl Sch e r in g (über die geschichtliche Ent- gerichtsgefängnis. «Wickelung der Hypothesen in der Physik, besonders in der * Thorn, 4. Aug. Leutnant Preu st vom 15. Artill- Lehre vom Licht und der Elektrizität), sowie die Festrede Regiment hat sich gestern in seiner Wohnung mit einem ,um öeburt§fefte des Grostherzogspaares am 24. November Revolver erschossen; die Kugel ist ihm mitten durch JZ. des Professors Putzer (über Tenkmalskunst) sind den Kopf gegangen. Der Beweggrund zu der unseligen „unmehr im Druck erschienen. That ist unbekannt. Münster, 1. Aug. Die Angehörigen des Verbände« der * „W eiter nichts!" Von der schlagenden Antwort!fat h 0 lt s ch e n S t u d ev t«n v er ei n e D e u t f ch l a nd s hatten eines Kellners erzählt die „Int. Zeitschr. für Hotelindustrie" I fich gestern abend zur Feier des FestkommerfeS eingefunden. Spontane folgendes Geschichtchen. Dem morgens 3 Uhr in C a s s e l I Beffallsbezeugungen wurden lauf, als Stud. phil. Hävers in seinem ankommenden Schnellzuge entstieg kürzlich ein elegant ge-I Toast »uf die beiden höchsten Autoritäten bemerkte, daß vom Papst flpibetcr tSprr her firf> itadubeni er fein Geväck ttbaefertiat I ^nb oon dem Kaiser auf die Begrüßungstelegramme des Verbandes b-tt- in den Svo ^iaa? erster ^Klasse um einen '°'°n auf dem Drahtwege eingelaufen feie». Da« «Ni- hatte, in oen öpetfefaat eqrer m Lane oegno, um einen 1 m0tfgte^earamtn r fßaterS lautet•Illmo donuno Wilhelmo Tewea. Imbiß zu nehmen. Er setzte sich gleich^an einen der^ersten I Roma, gl Jaii. 9,50. Quae nomine praesidum eocietatam catholi- Tische und bestellte die Speisekarte. Der Kellner btcul)ite I corum in Germania etudioeorum deprompsigti dovotionis senea, boatis- ihm die Karte und bediente unterdessen seine oilbcren I simus pater peraccepta habuit, ideoque tibi tuiaque oonlegia apostolicam Gäste, während der Herr die Karte studierte. Nach einigen I benedictionem peramanter impertitua eet. M. Card. Rampolla.“ Minuten kam der Kellner wieder und wollte die Bestellung I Das Antwoitsteiegramm des Kaisers lautet: „Berlin, 31. Juli. 3.40. ausnehmen, doch hatte der Herr nickfts seinem Gaumen An H-rrn W. Tewes. S->. Majestät der Kaffer und König lassen der Passendes gefunden. Dieser fragte nun den Kellner, ob Gm-ralverfamwlung deS Verbandes der katholischen Studentenver.ine er ihm etwas Besonderes empfehlen könnte. Der Kellner,' h.nPm der sah, daß er es mit einem sehr feinen Herrn zu thun habe, zählte noch verschiedene Delikatessen vor und bot alle seine Beredsamkeit auf, um den Herrn zu bewegen, etwas zu genießen. Trotzdem meinte der Herr, als der Kellner geendet hatte: „Weiter nichts?" Der Kellner, der erst etwas verblüfft dreinschaute, sagte: „Erlauben Sie, ich 0. Valentin! Grh. RegierungSrat." Aus Greifswald teilt man mit: Die theologische Fakultät er» nannte den als Nachfolger Beyschlags nach Halle berufenen Profeffor Lütgert zum Ehrendoktor. — Aus Leipzig wird geschrieben, daß der Prtvatdozent in der juristischen Fakultät Dr. H. Siber einem Rufe als außerordentlicher Profeffor an die Universität Erlangen folgen wird.— Von der philosophischen Fakultät der Universität Göttingen ist zur Beneke-Pretsstiftung für das Jahr 1904 folgende Preisaufgabe gestellt worden: „Die Fakultät wünscht eine historische und beschreibende Darstellung der neulateinischen Lyrik Deutschlands während des 16. und 17. Jahrhunderts und im Anschluß daran eine Untersuchung deS Einfluffes, den diese Lyrik auf die in deutscher Sprache verfaßte Dichtung des 17. Jahrhunderts ausgeübt hat. Die außerdeutschen Neulateiner, insbesondere der Niederlande, werden dabei ausgiebig berücksichtigt werden darüber amüsiert haben, daß er den Kellner in seine I müssen." Bewerbungsschriften sind bis 31. August 1903 an die Fakultät Dienste nahm. (Bekanntlich stammt dieses Schlagwort aus einzustnden. Der erste Preis beträgt 3400 Mk., der zweite 680 Mk. —- Sudermanns „Ehre". Graf Traft beantwortet die Bemerk-|Der Bibliograph Profeffor Dr. Moriz Steinschneider rn Berlin hat ung des jungen Kaufmanns Lothar Brand, daß er Re-1°°rige Woche das 84. S-mest-r seiner Vorlesungen der B-rlmer Un^ serveoffizier im ^Regiment Kronprinz sei, ch" Dr/ullmann°von der juristischen Fakultät der deutschen Universität in frage: „Sonst nichts?" Drose kleine „Weiter mchts-Geschichte' Ln wurde der Profeffor an der Czernowitzer Universität Reichsratshat das obengenannte Hotelblatt offenbar danach erfunden. abgeordnet„ Dr. Arthur Skedl für die Lehrkanzel des österreichischen D. Red. des „Gieß. Anz.") I CivUprozeßrechtes primo et unico loco vorgeschlagen. — Man schreibt * Aus der Schweiz. Durch eigene Unvorsichtig-! aus Zürich: An Stelle des an das Polytechnikum in Wien übersiedeln« feit hat sich ein Tourist in den Savoyer Hvchalpen für das! den Professors 2. Tetmajer wurde der außerordentliche Profeffor für ganze Leben unglücklich gemacht. Dr. Joshiva aus Prag Baukonflruktion an derUniversität Lausanne^(Technische Sektion der machte von Chamounix aus eine Tour über die Mer de I "^"^^Enschaftlich-mathemathischen Fakultät) Franz Schüle von Genf alace ohne einen Führer mitiunehniprr ßr ftiürifp ab lum ordentlichen Profeffor für Baustatistik, Technologie der Baumaterialien, giace, oyne einen ^uyrer niitzuneymen. Er stürzte ab, ^auIonatuflion unt Materialprüfung am eidgenössischen Polytechnikum fiel in ^^^l^^tspalte und konnte erst nack> mehreren!^ ernannt: — An den Hochschulen Frankreichs haben sich im Stunden sehr erheblich verletzt emporgezogen werden. — Studienjahr 1899 bis 1900, über welches jetzt, nach Versendung der Bei einer Radtour über den Fluelapaß stürzte der eng-1 Thfeses, erst Bericht möglich ist, 51 Damen den Doktorgrad erworben, lische Pfarrer Perrin von St. Morgan vorn Belo und b r ach I bis auf 1 Pariser Pharmazeutin, sämtlich Medizinerinnen. Die Mehrzahl, das Genick. — Der kürzlich von den Geschflvorenen zu 35, stammt aus Rußland, 1 aus Italien. 11 bezeichnen sich a[6 „Mme.-* Freiburg in der Schweiz wegen Raubmordes mit 20 Das Gros dieser Promotionen (37) entfällt auf die medizinische Fakultät Juhren Zuchthaus bestrafte Italiener Giovanni Riva wurde der Universität Paris, 5 auf Montepellier, 4 auf Nancy, je 2 auf Bor- von der Krirnüialkarnmer in Luzern wegen eines gleichen Kea“I j uPsTuttaa?tnhb ÜSäÄarw” Verbrechens zum .Tode verurteilt. — Auf dem Bierwald- ^ seiner^Zeit hierher berufenen Profeffor^Graf v. Kalckreith wurde ftätterjee kippte ein mit sechs Mannern besetztes Boot um. I neuerrichtete Haupllehrerftelle an der Akademie der bildenden Künste Drei der Jufafsen ertranken, drei wurden gerettet. — abertragen. — Der ehemalige Profeffor für Geschichte an der Universität Infolge vierzigstündiger Regengüsse wurde der BahndammILausanne Jules Duperrex ist im Alter von 77 Jahren in Lausanne der elektrischen Bahn von Stansstat nach, Engelberg ober-!gestorben. halb Grafenort auf etwa 200 Meter unterwaschen. DieI Ausländische Studenten an deutschen Uni- Passagiere müssen eine Viertelstunde zu Fuß zurücklegen, v e r s i t ä t e u. Wie in Leipzig, so werden nunmehr auch Die Post traf heute noch nicht ein. Man hofft die Strecke in Heidelberg, wie es sich auch von selbst gehört, an die bis Montag herzustellen. ! Ausländer, die die Universität besuchen wollen, dieselben * Hochwasserschäden in Tirol und B a y e r^i. I Anforderungen gestellt, wie an deutsche Reichsangehörige. Auf der Borarlberg-Bahnstrecke Hard-Fussach--Margarethen«Der Senat der Universität H eid el der g hat auf Ansuchen * Petersburg, 4. August. Das Panzerschiff " ist bei heftigem Sturmwind Während des Stapellaufs gmg hkutk ftüh auf feinem Sutter m «rtMUllg naq, E' d^-zLinL die auf dem Hebekrahn befestigte Flagge Aschaffenburg weiter, um allmählich alle deutschen Flüffe zul^rad, deren Stock einen Offizier und einen Kadetten bereisen. so unglücklich traf, so daß sie sofort getötet wurden, ! während ein Kadett schwer und der Kommandant des EnHifrtjttS» Schiffes, zwei Kadetten und ein Zeichner leicht verletzt * Krefeld, 3. August. Ein Waldbrand, der! Algier, 3. Aug. In dem großen Pulvermaga- geftern morgen bei Bracht ausbrach, und ungefähr 1200 L । n Pri^z Eugen sand man Spuren eines Anschlages, Hektar Kieferbestände vernichtete, dauerte bis gestern abend 1^ darauf abzielt, das mehrere tausend Kilogramm Pulver gegen 9 Uhr. Die Bewohner der umliegenden Ortschaften enthaltende Magazin in die Luft zu sprengen. Eine er- Kaldenkirck>en, Breyell und Brüggen waren zur Hilfeleisb-1 joscheue Kerze stand mitten im Pulverhaufen, der eigens ung bei den Löscharbeiten hinzugeeilt. Der Schwaden ifthür den verbrecherischen Zweck auf dem Erdboden aufgebedeutend: die Kleinbahn Bracht—Brueggen hat durch, schjckffet war. Wahrscheinlich hatte ein Windstoß die Kerze den Brand eine Betriebsstörung erlitten. vorzeitig zum Erlöschen gebracht. Bon dem Urheber des * Gatt enmo rd in Oberschöne weide bei Ber -1 Anschlages hat man keine Spur. (in. Der Restaurateur Rudolf Eccarius, Inhaber der in1 ----- Ober-Schöneweide belogenen Schankwirtschaft „Zur Leuchtkugel" hat seine im 52. Lebensjahre stehende Eheftau Emma Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenübev keinerlei Verantwortung.) In dem Geschäftsbericht der hiesigen Ortskrankenkrsse für das Jahr 1900 ist eine Bemerkung enthalten, der wohl bis dahin nicht widersprochen wurde, die aber int Interesse derjenigen, die es angeht, einer Richtigstellung bedarf. Es ist in dem Bericht gesagt, „daß bei vielen Betriebskraukenkassen der Aufnahme eine ärztliche Untersuchung vorangehen müsse." Hiermit zeiht der Bericht die Betriebskrankenkassen einer von ihnen gesetzwidrig gehandhabten Maßregel. § 63 des Krankenversicherungsgesetzes bestimmt: „Ber sicher ungs-- iflichtige Personen, welche in dem Betriebe, für welchen eine Betriebs-(Fadrik-)Krankenkasse errichtet ist, beschäftigt werden, gehören, vorbehaltlich der Bestimmungen des § 75, mit dem Tage des Eintritts in die Beschäftigung der Kasse als Mitglieder an." Also, versicherungspflichtige Personen ind sofort kraft Gesetzes beim Eintritt in die Beschäftigung Mitglieder der Bettiebskrankenkasse, sofern sie nicht nachweislich Mitglieder einer den Anforderungen der Krankenversicherungsgesetzes genügenden Hilfskasse sind. Die Aufnahme kann nicht abhängig g e m a ch, t iv e r - den von dem Resultat einer ärztlichen Untersuchung. Das Recht einer ärztlichen Untersuchung kann gesetzlich und auch nur dann, wenn dies statutarisch bestimmt ist, wahrgenomm.'n werden bei nicht versicher- ungspslichtigen Personen, welche der Betriebskrankenkasse als sreiwillige Mitglieder beitreten wollen. — Soweit Einsender die hiesigen Betriebskrankenkassen kennt, bewegen sich deren Statuten sämtlich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Beweis hierfür ist auch die denselben seitens des Großh. Kreisamts erteilte Genehmigung^ Beregte Bemerkung gehört daher in das Gebiet halt- loser Nachreden. 1'1' .Jeder Familienvater sollte darauf sehen, daß seine Frau und Töchter im Jntereffe ihrer Gesundheit nur nieder oder Coraets mit Hercules-Spiral-Federn 4—6 Uhr unb abends von 7—9V. Uhr auf der Terraffe infolge von 5?ochwassersck)äden der getarnte Verkehr ein Soniert ber Kapelle des Thüringischen Manen.Regimen,s Sefteltt. Zwischen Lcchthal und Tannheim ist der Post X a « in nfir Im Tan« und Telegraphenverkehr durch Hochwa er gestört. — Bon Nr. 6 ans Hanau. Abends von 8-10 Uhr im Saale Tanz. Binswangen bis Sonthofen sind alle Fabriken und bte an 50ei gutem Wetter abends von 7 9y8 Uhr am Teiche öercn Gebäude unter Wasser. D-as Elektrizitätswerk zu Konzert der Kurkapelle und Lampionsbeleuchtung. Freitag, Sonthofen sowie andere Jndusttiebetriebe stillten den Bc- 9. August, Konzert bet Kurkapelle. AbenbS 8 Uhr Theater- trieb ein. Durch einen Bergrutsch bei Thalkirchdorf wurde Vorstellung unter Mitwirkung ber Kurkapelle: Benefiz für! der Bahnbetrieb zwisckstii Kempten und Lindau zeitweise Herrn Reaiffenr Jerome Lenoir. „Die schöne Helena", gestört, ist jetzt aber wieder offen. Die Iller ftihrt bei SamStaa, 10 August, Konzert der Knrkapelle. Abends Kempten das höchste Hochwasser seit 1871. Zahlrerckie Hauser Wiener Komvonisten - Konzert. Abends 8 Uhr Theater in der Flußnähe stehen unter Master. Auch bie ^far finn (äcköller- Borlänsiae Anreiae ^eigt hohen Manerstand, und überschwemmte die Auen bet Vorstellung: ^cDfion Schöllet. Boriaustge Nach Meldungen aus Traunstein und Marguart Donnerstag, 15. dluffust. Einmaliges 7« ’rein richteten auch Traun und Ack)en Schaden an, indem Stefane mit ihrer Gesellschaft, vom Baudemlle.Theater tn I t-c tei[1Dci|-c Straßen und Felder überschwemmten und Paris. — Demnächst werden auf mehrseitiges Verlangen .v>ochwasserdämme durchbrachen. Außer den Lokalbahnen allwöchentlich an einem Nachmittag Führungen zu den Sonthofen-Oberstdorf und Murnau-Partenkirchen ist die Sprudeln sowie zu den sonstigen Quellen, den Gradier- Lokalbahn Traunstein-Ruhpolding gestört. — In der Gebauten und der Saline stattfinden. ES werden habet Ec-1 genb von Wcrnberg (Oberpfalz) verursachte ein Wolkenbruch klärnngen über die Einrichtungen deS BabeS, Gewinrung Ueberschwemmungen, beschädigte Häuser, Fluren und des Salzes unb ber Mutterlauge gegeben. Die Führungen drücken. . , , r*AU,rT:A,M leitet bet Borstanb ber Babe-Direklion ober ein von biesem ®ud einem ?rembenbuch. beauftragter Beamter. Vorahnungen scheint ein Kurgast nach Meran gegangen Seligenstadt, 2. Ang. Der ^Wasser läuf er-Kapitän r» sein, der auf bemöege^01^1 3« $80^ ma^ Großmann au« Nord-Deutschland traf gestern auf seinem und in das Fremdenbuch des berühmten Batzenhausels daselbst mit einem Bretterhäuschen überbauten Ankerkahne im Schlepp-»den ^ioßseufzer eintrug: tau eines Kettendampfers, von Groß-Sleinheim kommend hier' Tr,nf hi,r tn Ienfle b8r ®ein noA f4metfL ein und gab am Abend bei Latern- und Fackelschein vor ....... einem nach Hunderten zählenden Publikum auf dem Main I Mag Arzt unb Teufel wissen." Proben feiner Wasserkünste. Mit feinen etwa 2,5 Meter! O, über biefen Schlecker! langen cylinderförmigen Zinkschuhen überschritt er wieberholt * Wien, 2. Aug. Aus emer Fußreise um den Main der ganzen Breite nach in wenigen Minuten. Welt begriffen, traf der bulgarische Student Popow Die zahlreichen Zuschauer folgten mit wachsendem Jntereffe nachmittags in Wien ein. Von hier setzt er seinen Weg den waghalsigen Evolutionen des Kapitäns, der während »nach Paris fort. seines 8jährigen Dienstes auf Norddeutschen Lloyddampfern ttt« zu feiner Erfindung gekommen sein soll. Der Wafferläuser ^mp^awr Aleran^E ging heute früh auf seinem Sutter ,u der Richtung nach Stapc getaf en w Von 6182 Zubehörteile sind stets in grosser Auswahl am Lager. 6258 5N später zu vermieten. 4818 Handschuhe etc. 4986 Julius Schulze nach 5800] I. «r «chulhof sucht. [6364- /^chuhmacher «ehilfe gesucht. 02972 Reustadt 20. großes Lager in 5166 S>arnrnstr. 42 Mansarde, zwei Zimmer nebst ZubehSr, zu - Plank. vermiete». weg 2. 4675 I. MSbs 8697 für Toilette u. Haushalt RS Nachhülse, bes in den Ferien, Spirituosen - Handlung 5849 inne« erteilt stad. phil. ree. empfiehlt 4970 Dirtktor: E. Bollt. Mail»z. Vermittler verbeten. 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