LSI. Jahrgang Samstag 6. Juli l 901 Wr. 156 Zweites Blatt t*e»ug« für »en leg erscheinenden MB WM. 16 Ht>r. 1sm<" fFittftenl Ddreffe für Dkpeschs», Anzeigrr Siehe«. Fkrnsprechanschluß 9k. WL Bfjugspreis vieneij-^tt 2)il. 2.20, ntonati. 76 mit Brn g.rlvhn; durch tot Adholesteilen Difvtiljä'rri Mt. 1.90, monakl, 66 ^4$ Bei Postbezug vierteljichtt. Mk. 2.00 ohne BestctiZeG Alle Anzetacn-vermUilUMOv, stellen ör4 In- und Vluf la«6el nehmen Sinzeißrn für Xe Llebcncr Anzeiger tntgqw. Zeilenpre,- lokal 1> au8»drtB SO Psz. IS-llch mit E.'/GchtzNdr M Montags. L-". öfeÄMwr §«»ilien- BtiMfrtX anektu dem An. Seshwiet* „Blätter *ML BvUfluMbe" »i ..windende Bedeutung der Ostseeflotte im Weltverkehr. Tie /hölzernen Fahrzeuge, zumal mit geringem Raumgehalt, haben sich nun einmal überlebt. Dieser Erkenntnis ver- -schließen sich auch die Ostsee-Rheder keineswegs. Tie Stadt Stralsund beispielsweise plant, gemeinsam mit den dortigen Interessenten, die Anlage einer Werft zur Erbauung eiserner Schiffe — ein anerkennenswerter Akt der Selbsthilfe. Günstig wird »ohne Zweifel die für Danzig in Aussicht genommene Errichtung einer technischen Hochschule auf die Schiffsbauthätigkeit in den baltischen Häfen -einwirken. Von Bedeutung für den Handel dieser Häsen ist sodann die Zollpolitik, vor allem in Bezug auf Getreide. Die geforderte Aufhebung des Zollkredits und der gemischten Privattransitläger würde den Verkehr der preußischen Ostseeplätze nicht unerheblich schädigen. Nolitische Tagesschau. Ter preußische Landtagsabgeordnete Frhr. v. Zedlitz- Neukirchj veröffentlicht in den „Prenst Jahrbüchern" einen Aufsatz über Miquel gls Finanz- und Staatsminister. Der Verfasser kommt von seinem kanalgegnerischen Standpunkt iaus dazu, dem Minister v. Miquel einen Vorwurf weaen des Verhaltens, das er in dieser Sache dem Monarchen gegenüber beobachtet hat, zu machen. „Tiefer Vorgang", so sagt der freikonservative Politiker weiter, „ist aber kein vereinzelter Ausnahmefall, sondern das Symptom einer krankhaften Rückbildung in unserem Staatsleben. Die Stellung der preußischen Minister ist allmählich weit unter das Niveau gesunken, das ihrer verfassungsmäßigen Aufgabe entspricht. Statt Berater der Krone mit selbständiger politischer Verantwortlichkeit, sind sie deren ausführende Organe geworden. Tas trat überall in Erscheinung, wo immer man es mit einer Willensmeinung des Monarchen LU thun hatte. Gerade bei wichtigen Entschließungen und in kritischen Momenten war die verfassungsmäßige Verantwortlichkeit der Minister, dieses wichtige Bindeglied zwischen Krone und Volksvertretung, geradezu ausge- schaltet, und die Krone nicht mit dem vollen Pflichtbewußtsein der persönlichen Verantwortlichkeit und deshalb nicht so beraten, wie e£_ im Interesse des Staates, des Volkes und der Krone selbst notwendig ist. Wenn über Niedergang der Autorität der Krone geklagt wird, so ist eine der Hauptursachen der Mangel der in der Verfassung vorgesehenen verantwortlichen Beratung. Der Pflicht dieser Beratung in vollem Umfange gerecht zu werden, war fidjer keine leichte Aufgabe, aber es ist leider anzunehmen, daß die politische Selbständigkeit der Minister am meisten dadurch gelitten hat, daß von dem Rechte der verantwortlichen Beratung wegen der damit verbundenen Schwierigkeiten und Gefahren nicht immer der volle pflichtmäßige Gebrauch gemacht worden ist. Herrn v. Miquel, den weitaus hervorragendsten Minister des letzten Jahrzehnts, trifft auch die Hauptverantwortung für den Niedergang der Stellung des Staatsministeriums, und Graf Bülow sieht sich vor die schwierige Aufgabe gestellt, die durch Nichtgebrauch verjährte selbständige politische Verantwortlichkeit der Minister wieder zu erringen." Während der Verfasser, der dem Minister v. Miauel nahe gestanden hat, im folgenden nochmals diese Ent- ivicklung als eine bedenkliche Schattenseite seiner ministeriellen Thätigkeit bezeichnet, erkennt er an, daß Herr v. Miquel sich als Staats- und Finanzminister nm den preußischen Staat die größten Verdienste erworben hat, die ihm in der Geschichte einen Ehrenplatz unter den großen Staatsmännern Preußens sicherten. „Die deutsche R ech t s chr e i b u n g s f r a g e", so ist ein langer Artikel in der „Nordd. Allg. Ztg." überschrieben. Auf den ersten Blick scheint er die in der preußischen Unterrichtsverwaltung herrschende Auffassung wiederzugeben; der Schluß des Aufsatzes begrüßt „das Werk der Orthographischen Konferenz und der Regierungen, die sie berufen und ihre Arbeit .gefördert haben", „mit Freuden". Wenn man sich freut, daß man immerhin Grund dazu haben. Aber der Verfasser des Aufsatzes erläutert leider nicht, worin im einzelnen die Verdienste der Rechtschreibungskonferenz bestehen. Wieweit die Konferenz ihre Aufgabe "gelöst habe, darüber werde sich ein abschließendes Urteil erst fällen lassen, wenn ihre Beschlüsse veröffentlicht werden. Tarnach ist es doch wohl kein „Eingeweihter", der in dem offiziösen Organ zum Wort gelangt, denn ein solcher hätte über die Beschlüsse der Konferenz einiges mitzuteilen tiermodjt. Im übrigen wird die „Erwartung" ausgesprochen, daß die Regierungen den Vorschlägen der Konferenz ihre Zustimmung geben und die Schulorthographie audji in den amtlichen Schriftverkehr einführen. Nicht uninteressant ist in der Einleitung des Artikels ein Angriff gegen die von Anhängern der Gr i m m sche n Schule unternommenen Versuche, das sogenannte „historische Prinzip" in die Rechtschreibung einzuführen. Nach dem Gesetz dieser historischen Schule: „Schreib, wie es die geschichtliche Fortentwicklung des Neuhochdeutschen verlang t"„ wäre, so meint der Artikelverfasser der „Nordd. Allg. Jtg.", z. B. statt Würde, Löwe, Licht, Mond.zu schreiben: Wirde, Lewe, Liecht, Mand. . . . Taß diese Beispiele eine ausreichende; Würdigung des historischen Prinzips enthalten, läßt fid)i kaum behaupten. Auch frie Puttkamersche Orthographie, die dem Fürsten Bismarck „unerträglich^ war und von ihm nicht geduldet wurde in amtlichen Schriftstücken, hat ihre Sonderbarkeiten, die .sich an drastischen Beispielen illustrieren ließen. Wir sind geneigt, das Werk der Rechtschreibungskonferenz erst dann zu loben, wenn nach Veröffentlichung der Beschlüsse der Konferenz sich herausstellt, daß jene Sonderbarkeiten, an die sich viele nicht gewöhnen können, aus der Orthographie ausgemerzt worden sind. Nach der „Kolon. Zeitschrift" hat Spanien der deutschen Regierung das Vorkaufsrecht über die Spanien gehörende Insel Fernando Poo eingeräumt. Etn Fernando-Pop-Kornitee sei bereits gebildet. Soweit die Meldung. Auch von einem kolonialfreundlichen Standpunkte, ja gerade von einem solchen aus, wird die weitere Erwerbung deutscher Kolonien vorläufig nicht zu empfehlen sein. Tas Reich hat schon genug zu thun mit seinem gegenwärtigen Kolonialbesitz. Es werden für ihn andauernd große Summen geopfert; man warte doch einmal die Früchte dieser „Aussaat" ab, ehe man sich in neue Unternehmungen hineinbegiebt! Viele, ungenügend rentierende Kolonien sind keine Wohlthat. Es ist für Deutschland durchaus keine „Ehrensache", überall dabei zu sein, wenn von einem geld- bedürftigen Staat eine Kolonie ausgeboten wird. Tie Insel Fernando Poo, int Golf von Guinea, umfaßt 1998 Quadratkilometer mit 25 000 Einwohnern. Es befindet sich dort eine deutsche Kohlenstation. Aus der Meldung ist nicht ersichtlich, ob Spanien das Vorkaufsrecht auf Fernando Poo der deutschen Regierung auf Wunsch ein geräumt hat oder ob die ganz geschäftstüchtige spanische Regierung bei dieser „Aufmerksamkeit" den Gedanken hatte, Deutschland werde am ersten einen hübschen Preis für die Erwerbung bewilligen. Vielleicht erfährt man demnächst Näheres darüber, wie sich die Regierung zu dem Anerbieten stellt, nachdem die Sache in die Öffentlichkeit gebracht worden ist. Seit Längerem herrscht zwischen dem sozialdemokratischen „Vorwärts" und konservativen und agrarischen Zeitungen eine Preßfehde über die Behauptung des ersteren Blattes, etliche Abgeordnete der Rechten empfingen vom Bund der Landwirte Beihilfen. Ter Bund der Landwirte bestritt das Vorhandensein solcher Subbentionen. Ter Aufforderung, doch die Namen der angeblich Subventionierten mitzuteilen, wodurch am einfachsten die Wahrheit festgestellt werden könne, ist der „Vorwärts" bisher nicht nachgekommen. Man wird von dem sozialdemokratischen Organ noch manchen Beweis, daß es „goldene Rücksichtslosigkeiten" wie „erfrischende Gewitter" schätzt, wohl kaum annehmen, es lasse in diesem Falle zarte Rücksicht walten. Tie „Kreuzztg." verlangt, daß der „Vorwärts" den Beweis für seine Behauptungen antritt. Ter Forderung ist von jeder objektivem Seite nur beizupflichten. Mit Enthüllungen wird nachgerade ein Unfug getrieben in der Politik. Wenn eine Notwendigkeit vorliegt, etwas aufzudecken, dann sollte audji alles gesagt werden.. Halbe Andeutungen und Ausweichen auf bestimmte Fragen nach Nam' und Art — das ist politischer Klatsch Wsskuschaftllchr {Itarbfitnug des CyilliskldMS Im Großen Generalstabe der Armee hält man mit der Rückkehr des Generalfeldmarschalls Grafen Waldersee und der Zurückberufung des größten Teiles des Expeditionskorps es an der Zeit, alles nur irgend auf diese Expedition bezügliche Quellenmaterial sdjou jetzt für eine spätere wissenschaftliche Bearbeitung ficherznstellen. In einem an die Truppen- und Bezirkskommandeure geridjteten Schreiben läßt Graf Schlieffen mitteilen: „Das amtliche Material lAkten, Gefechtsberichte, Tiensttagebücher) wird voraussichtlich schon einen sehr reichen Stoff für spätere wissenschaftliche, auf die Expedition bezügliche Arbeiten barbieren. Tie außergewöhnlichen Verhältnisse aber, unter denen die Expedition zu stände kam und verlief, die leidenschaftliche Teilnahme der gesamten Nation, in günstigem ebenso wie in absprechendem Sinne, machen es erwünscht, die Sammlung des Quellenmaterials nicht auf die Tienstpapiere zu beschränken, vielmehr schon jetzt dafür zu sorgen, daß auch Privatmitteilungen von Teilnehmern der Expedition aller Grade hinzutreten. Ter Wert solcher Mitteilungen vergrößert sich, wie hier vielfach gemachte Erfahrungen zeigen, von Jahr zu Jahr und vermag in mancher Richtung geradezu unschätzbar zu werden, wenn die Zeit einer neuen, der Gegenwart fernstehenden Generation gekommen ist." Demgemäß bittet Graf Schlieffen die Kommandeure um nachdrückliche Unterstützung, indem sie die Empfänger von Briefen, Besitzer von Tagebüchern und Erinnerungen veranlassen, diese Papiere dem Generalstabe abzulassen, der dafür sorgt, daß sie in seinem Kriegsarchlive?ine würdige und dauernde Stätte der Aufbewahrung finden. Tas gesamte abzugebende Material soll mit der größten Diskretion und als sekret behandelt werden, sodaß während- der nächsten 30 Jahre der Inhalt nur Offizieren des großen Generalstabes und auchi diesen nur zu dienstlichen Zwecken lediglich mit Genehmigung und unter Kontrolle des dem .Kriegsarchiv vorgesetzten Abteilungsichefs zugänglich werden darf. Taraus ergiebt sich, daß etwaige scharfe, int augenblicklichen Unmut ober in einer peinlichen Lage nieder- geschriebene Aeußerungen unb Urteile kein Hindernis für die 9tbtretung bilden können. Engländer und Buren. Tas Hauptinteresse unter den fechtenden Burenkom- rnandos nehmen zurzeit die kühnen, beweglichen Scharen in Anspruch, die sich in den sogenannten Mittelland-Be^ zirken der Kapkolonie herumtummeln. Tie englische Welt hat sich allmählich an diese Erscheinung gewöhnt, denn man findet in englischen Blättern keine Betrachtungen mehr darüber, wie wenig ehrenvoll für England es sei, fremdes Land erobern zu wollen, während das eigene Land von den Feinden hartnäckig mit Erfolg heimgesucht wird. In den letzten Tagen machte man sich in England um den Einfall des Kommandanten Fouche in den Bezirk Maelear große Sorge. Fouche brauchte frische Pferde, die dort reichlich vorhanden waren. Zum Trost mußten englische- Berichterstatter alsbald zu melden, daß Fouche nur in eine Falle gegangen sei, aus der er schwerlich entrinnen werde. Wer die Vorhersagungen englischer Berichterstatter während der beinahe zwei Jahre, die der südafrikanische Krieg dauert, verfolgt hat, machte sich gleich sein Fragezeichen hinter die Meldung. In der That wissen denn audj. die neueren Nachrichten nichts von einer Falle; im Gegenteil ist Fouche, wie wir bereits meldeten, ungehindert mit seiner Beute abgezogen. Es wirb ausbrücklich hinzugefügt, baß er verhältnismäßig offenes Laub vor sich hat. So wird also Fouche zusammen mit Kruitzinger, Malan unb anberen bie Rolle des, Wolfs in der Schafherde weiter spielen. Aus Johannesburg meldet Reuters Bureau: Buren, bie sich ergeben haben, berichten. Del ar e y habe sich mit Ke m p, der in der Nachbarschiaft von Rustenburg stehen soll, vereinigt. Eine in Pretoria veröffentlichte Proklamation bestimmt, daß, wenn bie Kontrahenten irgenb eines Kontraktes, ber sich auf Kauf ober Pachtung von Farmen unb den Erwerb von Minenrechten bezieht, wegen des Krieges außer stände sind, die Verpflichtungen eines solchen Kontraktes zu erfüllen, ber Zeitraum vom 11. Oktober 18.J9 an bis zu bem festgesetzten Tage bei der Berechnung ber Geltungsbauer bes betr. Kontraktes nicht einbezogen werden soll. Tie Proklamation hat für den Fall, daß ber Kontrakt aus befonberen Grünben nicht erfüllt rst, feine Giltigkeit; sie betrifft im übrigen Transvaal unb ben Oranjestaat zugleich. In Pretoria ist jetzt etn Bureau für die Eintragung neuer Gesellschaften eröffnet Bei Beratung der zweiten Lesung der Anlethebtll erklärte 5)icks Beach int englischen Unterhause: Es wurde uns nahe gelegt, den Krieg zu beenden. Von Kitchener ist ein Telegramm eingegangen, in dem eine Bekanntmachung der Burettführer in Transvaal wiedergegeben ist, wonack)" die Buren für ihre Unabhängigkeit kämpften, bie sie nie aufgeben würben. (Beifall bei den Iren.) Tas seien Bedingungen, die England nicht bieten könne. Ein wesentlicher Teil der Kriegskosten müsse Transvaal unb bem Oranjesreistaat auferlegt werben. Es könne aber nichts unternommen werben, che nicht ber Krieg vorüber unb das Laub beruhigt fei. Bei der Bemessung des Betrages der artigfeit des Grüßens ausgefallen sei. einen schwenken die Kopfbedeckung, die anderen behalten sie auf, nehmen eine gerade Haltung an und legen die Hände an die Hosennaht, die Tritten nehmen einfach bei strammer Haltung die Kopfbedeckung ab. Seine Majestät wünschen Einheitlichkeit im Grüßen der Kriegervereine und zwar dahin, daß die Kopfbedeckung abge- nommen wird." — Bei dem schon Wochen währenden Streik der Kupferschmiede haben sich den Hamburgern technische Hochschüler aus Hannover zur Verfügung gestellt- vorläufig wollen sie während der Ferienzeit die Arbeit der Kupferschmiede übernehmen; flott sind sie ans Werk gegangen. Tie sozialdemokratischen Agitatoren haben ihnen in einem Restaurant Artikel des sozialdemokratischen ,.Hamburger Echos" re. vorgelesen; die Akademiker haben sich für die Vorlesung bedankt und sind dann flotter ans Werk gegangen. Tie sozialdemokratische Presse ist empört über diese „als Kapitalsretter auftretenden Bonrgeois- söhnchen." Oldenburg, 4. Juli. Tie oldenburgische Staatsbahn giebt heute 4 51 ä g i g e R ü ck f'a h r k a r t e n im Verkehr mit den Stationen bet preußisch-hessischen Staatsbahnen aus. Im Verkehr mit anderen Bahnen, sowie im olden- burgischen Lokalverkehr tritt dagegen vorerst keine Aender- ung ein. Deutsches Reich. Berlin, 4. Juli.' Aus Saßnitz wird gemeldet: Ter Kaiser unternahm heute in Begleitung des Torpedoboots „Sleipner" eine Segelfahrt in der hiesigen Bucht. Außer der „Hohenzollem" ankert auch „Niobe" auf der hiesigen Rhede. — Kontreadmiral v. P r i 11 w i tz und G a f f r o n wurde zum zweiten Admiral des ersten Geschwaders ernannt, kontreadmiral Kirchhoff, unter Enthebung von der Stellung des zweiten Admirals des Kreuzergeschwaders zur Verfügung des Ehefs der Marinestation der Ostsee, Kontreadmiral Fischet zum Oberwerftdirektor in Kiel, Kontreadmiral Ahlefeld zum zweiten Admiral des Kreuzergeschwaders, Vizeadmiral v. Arnim für die Tauer der .Herbstübungen zum Ehef des zu bildenden zweiten Geschwaders der Uebungsslotte, Kontreadmiral Hugo Schuchmann zum zweiten Admiral desselben Geschwaders ernannt. Kapitän zur See, z. T. Ka l a u v o m H o f e erhielt den Charakter als Kontreadmiral. — Zum Fall N e i tz k e, der in Marinekreisen bedeutendes Aufsehen gemacht hat, erfährt das „Bert. Tgbl.", der Kaiser habe das Abschiedsgesuch abgelehnK Korvettenkapitän Neitzke, der mit der „Gazelle", wie wir gemeldet haben, am Regattatage in Kiel durch die Start- tinia gefahren war, hat das Kommando an den ersten! Offizier der „Gazelle" abgegeben. Neitzke gilt als ein außerordentlich tüdjitiger und befähigter Offizier. — Ueber das Grüßen der Kriegervereine beim Abreiten der Fronten durch den Kaiser wird in der neuesten Nummer der „Parole", des amtlichen Organs der Kriegervereine, eine Bekanntmachung des Vorsitzenden des Preußischen Kriegerverbandes, general der Infanterie z. T. v. Spitz, veröffentlicht, in der es heißt: „Seine Majestät der Kaiser und König, der Allerhöchste Protektor des Preußischen Laudes-Krieger-Ver- bandes, haben dem unterzeichneten Vorsitzenden mitteilen zu lassen geruht, daß Allerhöchstdemselben beim Abreiten der Fronten der Kriegervereine die Verschieden- Aus Stadl und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist NUk unter genauer Quellenangabe: »Gietz. gestattet.) *• Hessische Laudeslotterie. In der heutigen Ziehung fielen 1 Gewinn ä 100 000 Mk. auf Nr. 31616 (Kollekte Damm nach Friedberg). — 1 ä 5000 Mk. auf Nr. 34 487 (ebenfalls nach Friedberg). — 16 ä 3000 Mk. auf Nr. 1139, 3435, 5836,' 8621, 9703, 10 403, 11 798, 15 840, 18 930, 19 603, 25 614, 25 673, 30 375, 36 680, 39 422, 43 260. — 18 ö 2000 Mk. auf Nr. 7637, 10 255, 13 132, 14 490, 18157, 21 144, 24 793, 25 205, 26 797, 28 134, 29 280, 32 605, 32 663, 34 469, 35 515, 41 164, 43 433, 44 940. - 21 ä 1000 Mk. auf Nr. 1090, 1204, 3028, 3104, 4158, 7644, 8961, 12 270, 15 473, 15 657, 16 202, 18 525, 19 044, 21 293, 22 009, 26 761, 27 031, 30 159, 30 920, 32 701, 44 511. (Ohne Gewähr). berung doch auch im Interesse der preußischen Behörden liegt. _ — ** Personal nachrichten. Der Großherzog hat den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Geheimen Hofrat Tr. Schering zum Rektor der Technischen Hochschule für die Zeit vom 1. September 1901 bis 31. August 1902 ernannt und dem Oberwerkführer und Kalkulator'Philipp Vlasdeck zu Mainz, im Dienste der Möbelfabrik A. Bembe daselbst, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" am Bande des Philipps-Ordens verliehen. Ter Hilfsgerichtsschreiber bei em Amtsgericht Fürth Heinrich Dilling wurde zum Hilfs- gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Lauterbach ernannt. ** Personal Veränderungen im Ober-Post- )ir ektionsb ezirk Darmstadt. Versetzt sind die Pvstassistenten Laubach von Butzbach nach Alzey und Langsdorf von Alzey nach Butzbachs sowie die Telegraphen-Hilfs- mechaniker Laurens von Berlin nach! Mainz und Schütz von Berlin narf)i Gießen. Angenommen als Postanwärter: Vizefeldwebel Breuning in Gießen, Vizewachtmeister Erbeldinger in Mainz und Feldwebel Ringenwald in Oppenheim; als Postgehilfe: Ober-Realschüler Wamboldt in Darm- tabt, Progymnasiast Lawall in Mombach, Gymnasiast Seyfried in Mainz, die Realschüler Heil in Biblis, Rabenau in Nierstein, Schwalm in Alsfeld, Wilhelm in Mainz, Willenbücher in Sprendlingen (Rh ein Hessen) und der frühere Eisenbahn-Stationsgehilfe Schmidt in Darmstadt; als Postagent: Gastwirt Möller in Altenschlirf und Frau Margarethe Von Eiff, Witwe des verstorbenen Postagenten und Gastwirts Von Eiff. A n g e st e l l t als Postassistent: Post- anwärter Elzer in Mainz und Postassistent Neumann in Bad Nauheim. Ernannt: Postinspektor Seitz in Mainz zum Telegraphendirektor, Postsekretäre Braun und Stenz in Tarmskadt zu Ober-Postdirektionssekretären, der Telegraphensekretär Schneider in Darmstadt zum Ober-Tele- graphensekretär. Bestanden haben die Pvstsekretär- prüfung: Ober-Postassistent Möser in Offenbach (Main); die Postassistentenprüfung: die Postgehilfen Gröninger in Lampertheim, Loth in Ortenberg und Schüttler in Rüsselsheim. Freiwillig ansgeschieden: Postgehilfe Marquardt in Nierstein, Postgehilfin Luft in Darmstadt und Postagent Kleinen in Menschlirf. Entlassen: Ober- Telegraphenassistent Johann Schmidt in Offenbach (Main) Gestorben: Postdirektor Haag in Bensheim, Ober-Post- sekretär Schmidtgen in Mainz und Pvstagent Merz in Niederramstadt. ... ** ^senschaftlicher Fo r t b i ld u n g s ku r su s Tur Volksschullehrer. Zu unserem Bericht in der gestrigen Nummer sei noch ergänzend hinzugefügt, daß zu dem schonen Gelingen der Feier besonders die Herren Geh. Hofrat Oncken die Lehrer T ö n g e s-Dillenburg, N e i n ha rdt-Darmstadt und Römer- Hungen durch ihre : Vortrage beigetragen haben. Geh. Rat Oncken trug von der Kapelle begleitet und mit rauschendem Beifall belohnt Besteuerung der Goldminen müßten auch die Gewinnanteile erwogen werden, die ihnen aus der Beseitigung des ^y- namitmonopols erwüchsen. Tie Regierung würde mdesten nichts thun, was die Entwickelung der Minen behindern könnte. v ... Aus New-Orleans verschiffen die Engländer wDtqer Woche 7000 Pferde und Maulesel nach Transvaal. Weitere 13 000 Stück sind in Kansas City bereit. — Ter Vuren-Agent Pearson richtet einen Aufruf an das ameritanliche en ersten Tom in Amerika zu erbauen, für 60 Millionen Dollars. Etwas verblüfft wurde er, als er neulich einen Städtchen in Oberhessen empfing. Im „Gieß. Anz.^ hatte jemand von dem Vorhaben des Amerikaners gelesen und flugs schrieb er einen Brief, wenn ber $err Amerikaner für 60 Millionen Dollar einen Dom er* baue, so könne er auch, etwas für eine Anstalt für allein* frebenbe Frauen thun, mit einem Betrage von 50 Tausend Lollars wäre für alles gesorgt. „Ihrer gefälligen geneigten Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurt a. M, 4. Juli. Hebet das Vermögen der eingeschriebenen Hilfskaffe Nr. 198 Krankenkasse für Deutschland RoteS Kreuz hier ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Kassel, 4. Juli. Das Konkursgericht hat soeben im Gebäude der Trebertrocknungsgesellschaft die Bücher versiegel. Hier geht das Gerücht, Direktor Schmidt sei erschossen aufgefunden worden, es 'st aber bislang unbestätigt. Wahrscheinlich begab sich Schmidt ins Ausland. Gegen ihn ist auf dem Drahtwege ein Steckbrief erlaffen worden. — OonkrtrserSffnung über die Trebergesellschaft in Kassel. Zum Konkursverwalter wurde Justtzrat FrieS ernannt. Generaldirektor Schmidt wird vermißt. Der Vorsitzende deS AufstchtsratS, Hermann Sumpf, ist verhaftet worden. Direktor Bollmann ist auS der Direktion ausgeschieden. — Zum Konkurs der Leipziger Bank. De oberste Gerichtshof rilew-Aorks e-klSite Arrest auf bas Depot der Leipziger Bank in Höhe von 12 909 Dollars zu Gunsten der Firma Schiff L Boden- h im:r, Importeure in Newyork und Chemnitz. — Im „L. Tgbl." teilt Justtzrat Boyens, der Vorsitzende des Ausschusses der Freiwilligen Vereinigung der Aktionäre der Leipziger Bank mit, daß gestern die Beschlagnahme des Vermögens der verhafteten Direktoren der Bank erfolgt ist. ta— Leipzig, 3. Juli. Der Leipziger Bankkrach ist am Sonntag in der Thomatzkirche vom Superintendenten Dr. Pank zum Gegenstand seiner Predigt genommen worden. Dabet teilte Dr. Pank seinen Zuhörern mit, daß der Leipziger Hauptverein der Gustav-Adolf- Sstftung bet der Leipziger Bank „zeitweilig" sein ganzes Barvermögen vnloren habe. Auch baS Leipziger Dtakonissenhaus sei schwer inMtt- l ldenschast gezogen. Werdau, 4. Juli. Die „Flechsig und Bohle"-Werkt, Aktiengesellschaft, hiesige Streichgarn-, Vixozne- und Shoddy Spinnerei hat hcute Konkurs angrmeldet. (Wohl auch eine Folge drs Leipziger Bankkrachs. D. Red.) — Mannheim, 3. Juli. Von der Erfindung eines Arbeiters Montag, künstliche Kohlen aus Torf, Erde und Theer hrrzustellen, wurde vor zwei Jahren von hier aus viel Aufhebens gemacht. Die Geselllchaft, die sich damals zur Ausbeutung der Erfindung bildete, hat tndeß vergeblich gearbeitet und dieser Tage ihren Konkurs en* gemeldet. Sport. Mainz, 4. Juli. Zu d-r Mainzer Regatta em 21. Juli wurden heule uoa 18 Vereinen 46 Boote gemeldet. Zwei Rennen allen wegen Mangel an Betetlb.una aus. D? tage i? y3 1/02 bubet, M i» btr „v” Iw««. , w unt ■ B flenfejen. Ntone «»« sich 8°«w "-risch- W-rk Uta Sorgfalt Schi«, tet Wtit, Itu, [humi itt 'Bildung ab» jehe Gwtz. hrsbtstelümg, tte uob g,r /raum- 'er MdbteinU nmittriv, Ms» hattrv. Mtdbtimte, an» ^wtbtminntr >SM sein. Ket?, ochte zu heutiger e richtigen Stelle des (Sdrdbt btr ch onb Honneur- » Seche, als es n ist, entschieden für die vnioreve rege nur die zu- )rostssorm heran» i nicht nur einen n Taaelohnl Ist - W geäugt Md) einmal ein ist, daniWS sich die 'Hmm trotz $*iondteh ie schwerste Berück klarem Blick einander Itcujen, ibm gemcktschast- a wachen, ehe eS iriSmuS, der in mb die Interessen i ble bickMißm iletucg: int, baß dir bteS- ten btr Gftrckde- tt gar nicht möglich meutzWrr itarrkmuS ans ein als arbeitsam, ruhig, stumpfsinnig, gutmütig, aber auch' als verschlossen und jähzornig. Ter ärztliche Sachverständige, Prof. Tuczek, stellte zunächst eine Reihe von Fragen an den Angeklagten, aus deren Beantwortung hervorgeht, daß Kranfi am Morgen vorher das Messer geschärft hatte, weil er es benutzen muffte, und gab dann sein Gutachten dahin ab, daß wohl eine Trübung des Bewußtseins vorhanden gewesen sein könne, nicht aber in dem Sinne, um eine Straflosigkeit annehmen zu können. Tie _ben Geschworenen vorgelegten Fragen fassen sich dahin zusammen: Ist der Angeklagte schuldig, seine Frau vorsätzlich, aber nicht mit Ueberlegung getötet zu haben? Im Fall der Bejahung: War der Angeklagte ohne eigene Schuld zur That gereizt worden? Sind mildernde Umstände vorhanden? Tie Geschworenen bejahten die erste Frage und die Frage nach mildernden Umständen. Ter Gerichtshof erkannte demnach auf das gesetzlich zulässige Höchstmaß der Strafe, nämlich fünfJahreGefängnis, sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von fünf Jahren. Kleine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. Bei einer bedeutenden italienischen Geflügelimstorthandlung, die in Mainz eine Filiale unterhält, wurde die Geflügelcholera konstatiert. — Tie Leiche des seit sechs Wochen verschwundenen Rentners Gabel wurde bei Mainz im Rhein gekündet. — Tas Landgericht als Berufungsinstanz in Darmstadt hat der im Oktober 1899 auf Gegenseitigkeit gegründeten Hessischen Versicherungsbank „Adler", die ihre Thätigkeit im Frühsommer 1900 begonnen hatte, die Partei- und Prozeßfähigkeit aberkannt. — Wie die Blätter berichten, ist die Nirschenernte in der Wormser und Weis en he im er Gegend so gut ausgefallen, daß schon seit über drei Wochen täglich ein Extrazug eingelegt wird, dessen Ladung ausschließlich aus Kirschen besteht.' — Zwei kleine Knaben in Fauerbach fanden eine geladene Patrone, mit welcher sie spielten. Plötzlich explodierte sie und zerriß beiden Knaben die Hände. — Gelandet wurde am Fischthor in Mainz die Leiche des Privatmannes Balthasar Gabel, der seit sechs Wochen spurlos verschwunden war. Tie Witwe hat die Leiche ihres Mannes auf dem Friedhof anerkannt: — In der Gemarkung Laubenheim wurde vor einiger Zeit ein Stück eines römischen Grabsteines aufgesunden und in das städtische Museum nach Mainz verbracht. Terselbe wurde einem Soldaten der 16. römischen Legion gesetzt. Da die 16. römische Legion schon unter dem römischen Kaiser Claudius (42 v. Ehr.) nach Untergermanren verlegt worden ist, so gehört die Inschrift des Grabsteines zu den ältesten des Museums in Mainz. Vermischtes. ♦ Das Duell, das die „Köln. VolkSztg/' aus Bonn gemeldet hatte, soll nicht stattgefunden haben. Der angeblich im Duell gefallene Einjährig-Freiwillige v. R. befindet sich seit Wochen auf der Senne bei Paderborn und war dieser Tage gesund und munter in Bonn, wo er nicht wenig erstaunt war, als er von dem umlaufenden Gerüchte Kenntnis erhielt. Das betreffende Korps trägt seit voriger Woche Trauerrosetten um einen verstorbenen alten Herrn des Korps. • Ein dänischer Schooner in die Luft geflogen. Bei Aalborg (Jütland) ist der dänische Schooner „Anna" infolge Naphtaexplosion in die Luft geflogen. Zwei Personen, darunter der Kapitän, wurden sofort getötet, zwei schwer verletzt. Der Schooner, der eine Naphtaladung nach Göteborg zu bringen hatte, hatte seine Reise eben angetreten und war erst 8/4 Meilen von der Küste entfernt, als die Ladung explodierte und das ganze Schiff sofort in Flammen stand. Obwohl vom Lande gleich Hilfe gebracht wurde, hatten doch schon der Kapitän und ein Mann ihren Tod in den Wellen gesunden. An Bord wurden noch zwei Mann vorgefunden, welche beide Brandwunden und Quetschungen erlitten hatten. Sie wurden sofort ins Krankenhaus geschafft; einer von ihnen ist noch in der Nacht gestorben. * Cadix, 4. Juli. Bei den Uebungen der Torpedoboote im hiesigen Hafen wurde ein Torpedo, das am Ziel nicht explodiert war, nach der Lehranstalt für Torpeder geschafft, wo es Plötzlich explodierte. Ein Marineoffizier wurde getötet, 17 Matrosen und Zivilisten wurden verletzt. • Newyork, 4. Juli. Infolge der großen Hitze kamen gestern in Manhattan 102 und in Brooklyn 77 Todesfälle vor. ♦ Newyork, 4. Juli. Drei maskierte Räuber hielten gestern nachmittag bei dem Orte Wagner in Montana einen westwärts fahrenden Zug der Great-Northern- Eisenbahn auf und entnahmen aus dem Geldschranke, den sie mit Dynamit sprengten, 40000 Doll, an Bargeld sowie Wertpapiere und ritten sodann davon. Die Passagiere wurden nicht beraubt. Ein Passagier und zwei Eisenbahnbeamte wurden durch Revolverschüsse verwundet. Starke Polizeipatrouillen fahnden auf die Räuber. — In San Francisco wurde bei der am 28. Juni begonnenen Jahresrevision der Münze sestgestellt, daß der Regierung gehöriges Gold im Betrage von 30000 Doll, in rätselhafter Weise verschwunden ist. Kirchliche Nachrichten. Zvangelifche «emetstze. Sonntag dm 7. Juli. 5. nach Trinitatis. Gottesdienst In der StadMrche. Vormittag« 8 Uhr: Pfarrassistent KrauS. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmtertm der MatthLusgemeinde. Vormittags SV, Uhr: Professor 0. Stamm Vormittags 11 Uhr: Kindrrktrche für die Mmkusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. I« der JohamreSNrche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde. Vormittags 9i/2 Uhr: Pfarr-r Euler. Beichte und heil.Abendmahl für dteLukaS- undJohannesgemeinde. Anmeldung vorher bet dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 Uhr: Ktnderkirchr für die LukaSgemeinde. Pfarrer Euler. Nach sämtlichen Gottesdiensten wird eine Kollekte für die bedürftige evangel. Gemeinde Gonsenheim bei Mainz erhobm. Kunst und Wissenschaft. Künstlerkolonie Darmstadt. Man schreibt uns: Ernst von Wolzogens „Buntes Theater" wird bei seinem Darmstädter Gastspiel eine besondere Auslese auS seinem reichen Repertoire bieten. Es werden nur diejenigen Piecen zur Darstellung gelangen, deren Styl dem Charakter des Festspielhauses entspricht, wobei glücklicher Weise die erfolgreichsten Nummern des Repertoires nicht ausgeschieden werden müssen. Die Direktion der Ausstellung hat dem Ueberbrettl ihr Entgegenkommen bewiesen, indem sie den Besuchern freien Eintritt in die Ausstellung gewährte. Die Billets zu den Vorstellungen des „Bunten Theaters" be- rechttgen somit auch zum unentgeltlichen Besuche der Ausstellung ab 6 Uhr abends. — In dem am Samstag abend stattfindenden Orchesterkonzert wirkt das „neue philharmonische Orchester" mit. Die Leitung liegt in den Händen der Herren Nodnagel und Kapellmeister Stix. DaS Programm bringt außer Kompositionen des Herrn Nodnagel auch eine Fest- ouverture des Herrn C. Stix, mit der das Konzert eröffnet wird. Dieses Werk ist dem Großherzog gewidmet, der diese Widmung auch angenommen hat. Universitäts-Nachrichten. Aachen, 4. Juli. Der Senat der hiesigen technischen Hochschule verlieh gemäß § 12 der Promotionsordnung dem Wirklichen Geheimrat Friedrich Krupp zu Esten den Titel eines Doktor-Ingenieurs. Gerichtssaal. Gießen, 4. Juli. (Gewerbegericht). Den Vorsitz in der heutigen Sitzung führt in Vertretung des Beigeordneten Wolff Stadtverordneter Keller. Als Beisitzer fungierten Schreinermeister F. H. Müller und Schriftsetzer Adolf Hensel. In der Sache des Schuhmachergesellen Johs. Glitsch gegen den Schuhmachermeister JohS. Hecker fand Beweisaufnahme statt. Die Zeugen erklärten übereinstimmend, daß der Kläger gekündigt und der Beklagte darauf entgegnet habe, es sei gut, er könne gehen. Der Kläger habe erwidert, er gehe dann gleich und habe im Verlaufe der Unterredung den Hecker auch beschimpft. Da der Kläger bei seinem Anträge beharrte, mußte auf Antrag des Beklagten kostenfällige Klageabweisung erfolgen. — Die Zigarrenfabrik Julius Hahn hier klagt gegen die Zigarrenmacherin Elisabetha Stühler in Großen- Buseck auf Aufnahme der Arbeit bezw. Entschädigung. Die Beklagte gießt zu, als Zigarrenmacherin von der Klägerin engagiert worden zu sein, die Arbeit jedoch nicht angetreten zu haben, weil sie vom Hause nicht ganze Tage abkommen könne, vielmehr ihre Mutter in der Arbeit unterstützen müsse. Weitere Gründe wegen des Nichtantritts der Arbeit vermochte die Beklagte nicht anzuführen. Da ein Vergleich nicht zu erzielen war, das Gewerbegericht aber den angeführten Grund als belanglos betrachtete, wurde die Beklagte kostenfällig verurteilt, die Arbeit auf 12 Arbeitstage binnen 3 Tagen aufzunehmen, widrigenfalls sie eine Entschädigung von 9 Mk. an die Klägerin zu zahlen hätte. Das Gericht setzte die Entschädigung auf 9 Mk. in Gemäßheit des § 51 des Gesetzes über die Gewerbegerichte in Verbindung mit § 124b der Gew. Ord. fest. — Ein weitere Klage derselben Firma gegen die Katharine Hahn in Großen-Buseck endete mit einem Vergleich. Die Beklagte verpflichtet sich, auf 12 Arbeitstage die Arbeit bei der Klägerin aufzunehmen. — Der Bäckergeselle Arthur Otto klagt gegen den Bäckermeister Heinrich Faß auf Lohnzahlung. Es kommt ein Vergleich zustande. — Die letzte Sache bUdet die Klage des Reisenden Max Goldenberg gegen den Kaufmann A. Katz auf Entschädigung. Der Beklagte macht die Unzuständigkeit des Gewerbegerichts geltend, weil der Kläger Reisender in seinem Fruchtgeschäfte gewesen sei. Der Kläger giebt dies zu. Das Gewerbegericht ist der Ansicht, daß es im fraglichen Falle unzuständig sei in Gemäßheit der 88 1 und 2 des Gesetzes betr. die Gewerbegerichte. Der Kläger zieht deshalb im Einverständnis mit dem Beklagten die Klage zurück, um sie beim Amtsgericht anzubringen. Mainz, 4. Juli. Der 32jährige Buchbinder Viktor Eugen Becker aus ^aargemünb kam aus der Wanderschaft am 17. Mai hier an. Um Unterkunft im Gefängnis zu finden, übergab er auf der Straße einem Schutzmann einen geschriebenen Zettel, der Beleidigungen gegen den Kaiser enthielt. Becker hat sich deshalb vor der Strafkammer wegen Majestätsbelechigung zu verantworten. Er ist schon dreimal wegen Majestätsbel tdigung bestraft worben, zuletzt in Straßburg mit zwei Jahren Gefängnis. Die Beleidigung hat er jedeSmal mit Zetteln verübt, um ins Gefängnis zu kommen, weil er als kranker Mann nirgends Arbeit erhalten kann und seine Heimat- gemetnde sich seiner nicht annimmt. AuS diesem Grunde wurde er vom Gericht milde beurteilt und gegen ihn nur auf sechs Monate Gefängnis erkannt. Düffeldorf, 4. Juli. Der 37jährige Arbeiter Jakob Krüll hier, der am 20. April seine Ehefrau durch zwei Revolverschüsse tötete, wurde vom hiesigen Schwurgerichte fr ei gesprochen; die Geschworenen nahmen an, daß bei Angeklagte, der gleich nach der That einen Selbstmordversuch beging, im Affekt gehandelt habe. Die Verhandlung hatte dargethan, daß die zu Tode Gekommene schon seit Jahren den lüderlichften Lebenswandel geführt, daß sie ihren Mann wiederholt verlassen und ihn zu vergiften versucht hatte. r Aachen, 4. Juli. Die aus dem Aachener Sternbergprozeß bekannte Frau Postassistent Dahmen war wegen Entführung eines minderjährigen Mädchens und Verleitung zur Unzucht heute vor dem Schwurgericht angeklagt. Sie wurde freigesprochen. LuiMsck, :ag, nachmittags ihr JohannM iläiim ihres der- M ., 30. Juni ve- das Festkomitee >nh. Es wurde > von allen an- et. , t der Unao- :gtenStaa- ulSultM ifan sonders I-tM. mit [ab es ,Meat hielte die W raffe »ot dem J öanau und gEn SA net 632 toe«; s-L reckssn al TM Lf wenu der fei raufet Zuweisung dieses Betrages dankbar entgegen sehend, zeichne 2c. . . ." Sch-ad e, der Amerikaner hat nicht gewollt. t. Darmstadt, 4. Juli. Die Stadtverordneten bewilligten in ihrer heutigen Sitzung zum Bau des SchriststellerheimS in Jena einen einmaligen Beitrag von 100 Mark. r . , f. Pfungstadt, 4. Juli. Seine 57. Jahresversammlung hielt der hessische Hanptverein der Gustav-Adolf- Stiftung am 2. und 3. Juli hier ab. Nachdem der Präsident, Prälat v. Ha bicht, und Pfarrer Koch tn Psung ftübt die Erschienenen begrüßt hatten, begann die Beratung über die Verteilung der vorhandenen Geldsumme von 31600 Mk Davon wurden 6000 Mk. dem Zentralvorstand 'm Leipzig überwiesen, 2500 Mk. an 5 hessische Gemeinden juc Amortisation vom Hauptverein garantierter Kapital- schulden, 18155 Mk. an die 24 hessischen Pfleglinge des Hauptvereins und 4945 Mk. an außerhesfischen Gemeinden gegeben. Prälat D. Habicht, Landgerichtsrat Dr. Weiß und Pfarrer Dingeldey wurden sodann wiederum auf drei Jahre in den BerwaltungSrat gewählt. 1902 wird die Hauptversammlung in einer rheinhessichen Gemeinde abgehalten werden. Am 3. Juli, vormittags 9 Uhr, fand ein Festgottes- dienst statt, bei dem Pfarrer Dr. Grein-Gießen die Fest- predigt hielt. Sodann ergriff Prälat I). Habicht das Wort zu einer begrüßenden Ansprache, worauf der Sekretär des Vereins, Prof. Trümpert, über das Vereinsjahr 1900 be richtete. Aus dem Bericht ist hervorzuheben, daß der Gustav Adolf-Verein gegenwärtig 1911 Gemeinden und Anstalten unterstützt, wozu 45 Hauptvereine mit 1918 Zweig- und 590 Fcauenvereinen zusammenwirken. Von oberhessischen Gemeinden genießt Herbstein die Unterstützung des Vereins, wo ein neues Pfarr- und Schulhaus gebaut werden müssen. Nach mehreren anderen Ansprachen verlas Prälat D. Habicht Begrüßungsschreiben des Vorstandes des Zweigvereins des evang. Bundes in Darmstadt und des Seminar.Direktors D. Weiffenbach in Friedberg, der früher Geistlicher in Pfung. stadt war. An die kirchliche Versammlung schloß sich ein Festmahl, in dessen Verlauf D. Habicht auf den Kaiser und den Großherzog als die Protektoren des Vereins toastete. An den letzteren wurde ein Huldigungstelegramm abgeschickt. Eine nachmittags abgehaltene stark besuchte Nachversammlung beschloß die Feier. Mainz, 4. Juli. Gestern abend wurde einem von Frankfurt a. M. hierher gereisten Engländer seine Brieftasche mit etwa 70 Pfund Sterling in englischem Papiergeld gestohlen. Zwei dem Bestohlenen unbekannte Persönlichkeiten, die anscheinend bereits in Frankfurt den Zug bestiegen hätten, drängten sich an den Engländer im Bahnhof heran. Diese Unbekannten sind verdächtig, den Diebstahl angeführt zu haben. — Der Weinwirt Christoffel ist verhaftet worden — nicht flüchtig gegangen, wie anderwärts gemeldet wurde — weil er im Verdacht steht, ihm gehörige Gegenstände beseitigt zu haben, um sie einer drohenden Zwangsvollstreckung zu entziehen. -o- Frankfurt a. M, 4. Juli. Die Ausstellung Samoa im Zoologischen Garten geht ihrem Ende entgegen, und vielen täglichen Besuchern des Gartens wird eS leid thun, wenn die freundlichen „Wilden" mit ihrem munteren Treiben und ihren melodischen Gesängen verschwunden sind. DaS gestern etwas vom Regen beeinträchtigte Ruder- und Schwimmfest soll Samstag wiederholt werden, zu welcher Gelegenheit nochmals das Abonnement von 1 bis J/27 Uhr aufgehoben wird. Sonntag vormittag wird der Eintrittspreis ermäßigt und die Samoaner werden an diesem Tage schon von 8 Uhr morgens, wie immer ohne Extra- EintrittSgeld, zu sehen, die VormittagSvorführungen um 1/29, 10 und 11 Uhr sein. Vormittags und nachmittags wird Bratfest abgehalten und je ein ganzes Schwein, auf samoanische Art zubereitet, verzehrt — die Konsumtions- fähigkeit der Leute scheint ja unbegrenzt zu sein. Um 12 Uhr wird der Garten für die Vormittagsbesucher geschlossen. Dann kommt als letzter Tag der Montag, an dem wohl schon Vieles eingepackt wird, da gegen Abend Schluß der Ausstellung ist. Frankfurt a. M., 4. Juli. Heute vormittag fuhren die Mitglieder der Institution of Electrical Engineers mit ihren Damen und einer größeren Anzahl hiesiger Herren, einet Einladung der Elektrizitäts-Aktien - Gesellschaft Lahmeyer folgend, zur Besichtigung der Kucanlagen nach Wiesbaden. Von da aus fand am Nachmittag ein weiterer Ausflug nach Homburg und der Saalburg statt. — Staatsminister Dr. von Miquel hat sich heute zum Kurgebrauch nach Langen- schwalbach begeben. ** § a n a u, 4. Juli. In der gestrigen Sitzung der Strafkammer II wurde gegen den Maurer Enders und dessen Frau wegen fortgesetzter Mißhandlung des von der letzteren in die Ehe mitgebrachten unehelichen fünfjährigen Sohnes Otto verhandelt. Beide hatten den Knaben fortgesetzt in unmenschlicher Weise behandelt, ihn blutig geschlagen, an den Ohren in die Höhe gezogen, im strengen Winter in eiskaltem Wasser gebadet usw. Enders wurde zu anderthalb Jahren, seine Frau zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. T. M arbur g, 4. Juli. Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den Schreiner Tavid Kranfi von hier, der beschuldigt ist, in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai feine Ehefrau Margarethe, geb. Erlemann vorsä filichge- tötet, die Tötung aber nicht mit Ueberlegung ausgeführt zu haben. Aus den Aussagen des Angeklagten über den Hergang der That geht hervor, daß er an jenem Tage zunächst allein und dann nochmals mit seiner Frau in einer Wirtschaft gewesen fei. Zu Hause habe er darauf einen Wortwechsel des Nachss mit seiner Frau gehabt, die ihm vorgeworfen habe, daff er früher mit einer anderen Frau in Verkehr gestanden hätte. Darüber sei er sehr aufgeregt geworden. Von dem eigentlichen Verlauf der That habe er kein Bewußtsein. Wie er zu dem Messer gekommen sei, mit dem er seine Frau getötet habe, wisse er nicht. Nur soviel entsinne er sich, daff er zuerst die Absicht gehabt habe, sich selbst zu töten, und daff er seine Frau mit der linken Hand um die Taille gefaßt habe. In der That hatte Krantz bei seiner Verhaftung an den Taumenwurzeln zwei Schnittwunden, von denen er annehmen konnte, sie würden den Tod herbeiführen. Tie Zeugen schildern den Angeklagten Wetter X Juli D B 68 9,9 fii/e o/, BelohsanlefD-o . do Tendenz matt. ■EGA®1 Bilanz am 31. Dezember 1900 Marktstraße S. Wettergafse. Tchuldeu. 9942,36 348802,44 148721,13 TA (Ktnc Stube mit Zubeh. an einz ^2- Frau zu verm Gr Mühlg. 21, 26000,— 25944,- 60010,67 Sa. 675574,68 Sa. 675574.68 S“Wst“r±£ W1901’ S°Wtasdki,3.AMstM1, die >°in-° 6W.au L u.Äe"„ iS & Heinrich Rausch. 4736 >r“tf "nb 8tclfl« d-r vrühl'sch.a i- ma 6tür die Bedienung einer einzelnen V Dame w. Stube, Kammer,Küche unentg. abg ^u erfr.Frankftstr 13 p. Unter welchen Bedingungen wird wöckentlich eine Stunde Unterricht in der englischen Sprache erteilt? Offerten unter Nr. 4710 an die Expedition d. Bl. 02594] 6- bis 6-Zimmerwohnung mit allem Zubehör und Gartenant. per r. Oktober zu verm. Daselbst Nt Pferdestallung mit Burschenstube per 1. 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