Nr. 286 Erschein« täglich nul Ausnahme bed Montags. Die «letzener Familie«. Dl«»er werden dem An- Beiger im Wechsel mit dem .Hess. Landwirt' und den .Blattern sür hessische Volkskunde' viermal wöchentlich bet- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Adresse sür Depeschen: Anzeiger Gießen. FkrnsprrchanschlnsjNr.51. ^Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 5. Dezember 1901 / Y O Annahme von Anzeige» GleßenerAnzeiger General-Anzeiger 1 » V UniversitätS - Druckerei und Anzelgeblatt für den Kreis Gießen 1^—MMM— zeigentcil: Hans Beck. D.-Ctr. Mk. iStück pro 20 . 37« fache 20prozentigem Zuschlag der 10> be- ,bi5 die größten Schwierigkeiten bietet und meist nur durch Straf- versetzung besetzt werden können. Namentlich sei in Erwägung zu ziehen, daß an solchen Orten jeder in das Amt eintretcnde junge Schulverwalter schon oon vornherein von einer besonderen Abneigung ergriffen wird. .Erwägt man ferner, daß bei einer Reihe solcher Schulstellcn Entbehrungen mancherlei Art, wie unzureichende Wohnungen, Mangel an Kost geben für alleinstehende Lehrer, Mangel an Bäcker- und Metzgerlädcn um die notwendigsten Lebensbedürfnisse beschaffen zu können und andere unliebsame Dinge mehr, welche geeignet sind, das Leben an abgelegenen Orten zu erschweren, vorlicgcn, so kommt man zu dem Schluffe, daß es Pflicht des Staates ist, zum Zwecke ausglcichcnder Gerechtigkeit etivaS zur Beseitigung der Mißstände zu thun, was geeignet erscheint, Abhilfe zu schaffen." für Mühlenfabrikate das 2l/3= bis treffenden Getreidezölle; Malz. Klee- und Grassaat. Rübensamen. Frühkartoffeln vom 16. Februar bis 3L Juli. ™ " über Wein in Flaschen. Schauinweine. Parlamentarisches aus Hessen. Der Zweiten Kammer ist neuerdings eine Vorstellung der Gehilfen bei den Staatsantvaltschaften der Landgerichte zu Darmstadt, Mainz und Gießen, ihre Gehaltsverhältnisse 2c. betr., zugegangen. Es wird darin die Bitte zum Ausdruck gebracht, daß ihnen die gleichen Verhältnisse zu teil werden wie den Landgerichts-Gehilfen. Ferner schließen sich die Staatsanwalts-Gehilfen dem bereits der Kammer eingereichten Gesuch der Gehilfen der Landgerichte in dem Sinn an, daß der Höchstgehalt der übrigen Gehilfen bei den Staatsanwattschaften dem Anfangsgehalt der Kanzlisten bei den Landgerichten festgesetzt und nach löjähriger Dienstleistung die Gehilfenstelle als Kanzlistenstelle festgelegt werden möge. Abg. Weidner beanttagt, die Kammer wolle beschließen, bie Regierung zu ersuchen, im nächsten Staatsbudget 100 00 Mark zur Remunerierung von Volksschullehrer, -Verwalt und -Aspiranten, welche an besonders ungünsti legenenOrten Verwendung finden müssen, einzustellen. r Begründung führt Weidner u. a. folgendes aus: ES befinden sich im Großherzogtum, insbesondere in den Gebirgslagen Odenwald und Vogelsberg u. a. O. eine Anzahl Volksschulstellen, deren Besetzung für die Negierung o) Einführung von UrsprungSattesten; a) gesetzliche Festlegung des Anfangstermins des neuen Zolltarifs für den 1. Januar 1904. 2. Zum Zolltarif; 7 Mk. 50 Pf. pro 6 5 14 30 20 12 1 2 1 8 12 125 100 6 12 12 50 20 300 100 500 300 30 36 2-30 7 3 75 18 80 40 60 100 30 80 40 30 40^-60 40 4 bezw. 6 20 , 32 40 60 30 60 . 100 24 , 20 , 40 , 160 , 240 , 36 , 48 , 160 60 . 120 „ Ferner: medatlle am Bande mit der Auffchrift: »Für Rettung von Menschenleben." Oeffcutliche Lesehalle. Im Monat November wurden 1996 Bände ausgeltehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 930, Illustrierte Zeitschriften 503, Jugendschriften 260, Litteraturgeschichte 12, Versdichtungen 13, Länder- und Völkerkunde 74, Kulturgeschichte 30, Geschichte und Biographien 41, Seewesen 13, Hauswirtschaft 7, Naturwissenschaft, Technologie 79, Kunst 8, Religion und Philosophie 15, Fremdsprachliches 11 Bände. Es wurden verliehen an Männer: Handwerksmeister 256, akademisch Gebildete 25, Kaufleute 172, Beamte 20, Unterbcamte 98, Techniker, Schriftsetzer 127, Diener, Hausburschen 60, Arbeiter, Taglöhner 117, Lehrlinge, Gehilfen 249, Studenten 124, Rentner 14, zusammen 1262 Bände; an Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 226, Gewerbetreibende 125, Dienstmädchen, Lauffrauen 52, Arbeiterinnen, Ladenmädchen 95, Beamtinnen 40, Pflegerinnen 28, junge Mädchen, Lehrmädchen 168, zusammen 734 Bände. Nach auswärts kamen 129 Bände. Ter Deutsch-Oesterreichische Alpeuvcrein, Sektion Gießen, unternahm am Sonntag einen Ausflug über Steinberg, Gröningen, den Pfahlgraben entlang nach Butzbach. Es beteiligten sich außer den Gießener Mitgliedern auch Wetzlarer und Butzbacher Herren. Nach eingenoinmenetn Abendessen im „Hess. Hof" kehrten die auswärtigen Teilnehmer mit dec Bahn in ihre Heimat zurück. Eisverein. Im Interesse unserer Leser machen wir auf die Bekanntmachung des Vorstandes des Eisvereins besonders aufmerksam. Hiernach ist denjenigen Mitgliedern, die beim Einkassieten der Beiträge die Quittungen nicht ein gelöst haben, Gelegenheit geboten, diese bis zuin 10. d. Mts. bei Herrn H. Hochreuther Südanlagc 5 (Geschästsstunden von 9—1 und 3—7 Uhr nachmittags) ab- holen zu lassen. Wer seine Quittung bis zu diesem Tage nicht eingelöst, gilt als ausgetreten und muß event. nochmals Eintrittsgeld bezahlen. Daselbst werden auch Neuanmeldungen entgegengenommen. Die Anlage der elektrischen Beleuchtung der Eisbahn ist der Elektrizitäts-Akten-Gesellschaft (vorm. Schukert) übertragen und dürfte erstere bereits nächste Woche betriebsfähig sein. für Holz die Sätze des Rcaierunasenuvurfs mit für bearbeitete Hölzer. ** Einen lillerarischcn Weihnachtskatalog für 1901 gab, wie. alljährlich, auch diesmal die Großh. Hof- und Universitäts-Buchhandlung von August Frees heraus. Tas Itattlrche, schön illustrierte Buch gicbt eine vollständige Biographie der heutigen Weltlitteratur. Den Besprechungen einer Anzahl von Neuerscheinungen auf allen litterarischen Gebieten folgt der eigentliche, fast unerschöpfliche Katalog, der namentlich den Eltern sehr beachtenswerte Winke giebt. Der Katalog wird, wie man uns mitteilt, überallhin gratis versandt. ** Zum Besten der Burenfrauen und -Kinder gingen bei der Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes ein aus 5er Gemeinde Reiskirchen 23 Ml., aus der Gemeinde Burkhardsfelden /0 Mk. (Der Druckfehlerteufel vertauschte in unserer früheren Mitteilung die Ziffern. D. Red.) — Weiter gingen ein: Ungenannt 2 Mk., Krlegeroerein Lich, gesammelt bei Großherzogs Gebi,rtStag, Mk. 10.10. Zusammen jetzt Mk. 2198.10. J ** Maria Reisenhofer-Gastspiel. Wegen der großen Nach- frage, die in den letzten Vorstellungen des Theatervereins nach nummerierten Plätzen herrschte, hat der Vorstand beschlossen, für das Gastspiel von Maria Reisen Hofer am Dienstag, 10. d. Mts., zu welchem voraussichtlich ein besonders starker Andrang sein wird, den größten Teil der Gallerte, nämlich die Mittelgallerie und die linke Seitengallerie, mit nummerierten Stühlen zu versehen. Diese Plätze, welche den Sperrsitzen in keiner Weise an Güte nachstehen, werben unter der Bezeichnung „Balkonplatz" zum Preis der Hinteren Sperrsitzreihen, nämlich zu 2.25 Mk. abgegeben, an Studierende im Vorverkauf von 1.50 Mk. Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 4. Dezember 1901. Das Regierungsblatt Rr. 68, ausgegeben am 30. November enthält eine Bekanntmachung, die deutsche Wehrordnung betreffend. (Der Inhalt umfaßt den Text der Ordnung vom 22. November 1888 mit Berücksichtigung der inzwischen emgetretenen Änderungen). — Nr. 70 des Regierungs- b lattes, zur Ausgabe gelangt am 2. Dezember enthält: 1. eine Verordnung, dte Handhabung der Feldpolizei in der Gemarkung Kastel betreffend. 2. eine Bekanntmachung, landesrechtliche Anordnungen zur Durchführung des Reichsgesetzes über den Verkehr mit Wein, weinhaltigen und weinähnlichen Getränken vom 24. Mai betreffend (Reichsgesetzblatt 5.175). Auszeichnung Für ihre hervorragende Beteiligung an den Nettungsarbeiten bei dem s. Z. erfolgten Hauseinsturz in der Trommelgasse in Worms erhielten Bäckermeister Märthes- hcimer in Worms, Schreinermeister Kleinkauf und Maurer- polier Minmch in Wies-Oppenheim, die silberne 9tcitimg§= Flacks und Hanf, roh. Flachs und Hans, mbereitet Tabak. Hopfen. gewöhnliches Gemüse oom 1. Juli bis 30. November. Die Erste Kammer ist dem Beschluß der Zweiten Kam- Abänderung des Gesetzes, die Versicherung von Mobilien in Feuerversicherungsanstalten betreffend, nicht betgetreten, uni> hat Beschlüsse gefaßt, welche der Erste Ausschuß der Zweiten Kammer nun abzulehnen beantragt. Um aber den Gesetzentwurf noch vor dem 1. Januar 1902 zu verabschieden, und der Staatskasse 20800 Mark zu er» galten, beantragt der Erste Ausschuß der Zweiten Kammer der Vorlage folgende Fassung zu geben: Von sämtlichen Mobrltar-Verstcherungs-Anstalten, deren Geschäftsbetrieb fach auf das Gebiet des Großherzogtums erstreckt, ist eine Steuer von jährlich vier vom Hundert ihrer Brutto- Pramren-Eirmahmen für die von ihnen im Großherzogtum übernommenen Versicherungen an die Hauptstaatstasse zu entrichten. Unser Ministerium des Innern ist ermächtigt, diese Steuer auf drei vom Hundert zu ermäßigen, falls eine Vereinbarung mit den Mobiliar-Verstcherungs-An- l'talten über die Versicherung der von der Versicherung zuruckgewtesenen Versicherungsanträge 'Zu stände kommt. .Mefe Vereinbarung hat insbesondere die Bestimmung zu enthalten, daß der höchste Prämiensatz der Gesellschaft n^cht über das Doppelte von der Landes-Branbversicher- ungs-Anstalt erhobenen Prämien - Betrags hinausgehen darf. Von dem Ertrag dieser Steuer wird das Ministerium des ^nnern ein Dritteil zu Zwecken des Feuerlöschwesens und zwei Drittecke für öffentliche und gemeinnützige Zwecke verwenden. Von den auf Okgeiiieitigfeit beruhenden Vcr» ttcherungs-Gefellschaften kann bei Berechnung chrer Brutto- Pramien-Einnahme derjenige Betrag in Abzug gebracht werden, welchen sie von den im Borans-erhobenen Prämien nach dem Jahresabschluß ben Versicherten zurückerstatten. Un)_er Ministerium des Innern wird mit'der Aussühruna dieses Gesetzes und mit dem Erlaß der außerdem erforderlichen Vorschriften über die Versicherung von beweglichen Sachen gegen Feuerschaden beauftragt Eine dringliche Anfrage des Abg. Leun lautet: Welche ^ntte gedenkt das Staatsministerium zu thun, um seinen Wünschen und Anoronungen Achtung zu verschossen und sein Versprechen einzulösen in Bezug aus die Unterrichtszeit in den Fortbildungsschulen7 Eine Vorstellung des Gerichtsvollziehers i. P-'Rettig zu Herbstein betrifft seine Pensionsverhältniffe Die Abg Schönberger und Lang beantragen, die rtammer wolle, angesichts der von der Negierung am ver- ftonenen Samstag erteilten Antwort auf die Anfrage des Abg. Korell, die Entschädigung direkter Verluste der infolge des letzten Maul- und Kauen- e.stA ^-Ausbruchs gefallenen Tiere, betreffend, bbsch^ben: die Regierung zu ersuchen, die Thatsacke der letzten Einschleppung fraglicher Seuche aus Bayern, mangels genügender staatlicher Beaufsichtigung seststellen zu lassen: die Angelegeichett als eine sehr dringliche zu behandeln und schlieistich aus Grund allgemeiner Reckstsbestimmungen die Schadensersatzpflicht des Staates für vorbe- Falle anzuerkennen, und demgemäß entsprechende Entschädigung eintreten zu lassen. Abg. Korell beantragt, unterstützt durch 27 seiner Kollegen, bie Zweite Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, in Erweiterung der bereits best"hen- den Vieh-Seuchengefetzgebung, die sich auf staatliche Entschädigung bei Verlusten an Vieh durch Milz- und Rausch- brand, sowie Rotlauf bezieht, unverzüglich den Land- standen einen Gesetzentwurf zu unterbreiten, der die Entschädigung der durch, den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche entstehenden Verluste vorsieht Betr. der Weihnachtssendnngen richtet das Reichs-Postamt auch m diesem Jahre an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit bie Packetmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen, wodiirch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet. Bei dem außerorbentlichen Anschwellen bes Verkehrs ist es nicht thunlich, bie gewöhnlichen Be- sörberungsfristen einzuhalten und namentlich auf weitere Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Ziistellung vor dem Weihnachtsfeste zu übernehmen, ivenn die Packete erst am 22. Dezember oder noch später eingeliefert werden. Die Packete sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Papp- kasten, schwache Schachteln, Eigarrentisien rc. sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht m deutlicher Weise auf das Packet selbst gesetzt iverben so empflehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers welches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß' Bei ..nschsendungen und solchen Gegenständen in Leinwanb- verpa.i.mg, bie Feuchtigkeit, Fett, Blut :c. absetzen, bart' die UlufKh.-i : nicht auf die Umhüllung geklebt werden 9(m zwecknm-ngsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem e^gegcn. dürfen Formulare zu Postpacketadressen für Packetaus,christen nicht venvendet werden. Der 9lame des Bestimmungs orts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder getchrieben sein. Die Packetnufschrlft niuß s-imt- gewöhnliches Gemüse vom 1. Dezember bis 30. Juni. seines Gemüse vom 1. Juli bis 30 Rov. feines Gemüse vom 1. Dezember bis 30. Juni. Mlnbestzoll sür Weizen, Roggerl, Gerste- Hafer, Speisebobnen und Lpeiseerbsen. Oelfrüchte, Buchweizen, Reis. . Mais. Dari, Hirse, Futterbohnen, Futtererbsen, Wicken. Pflanzschulprobukte. frische Blumen. Binoegrün. Eycaswebel. getrocknete Blumen u. s. w. Weintrauben. Weintrauben, gemostet. Obst und Beeren je nach Qualität. Quebrachoholz. andere Gerbrinden. Pferde bis zu 300Mk.; darüber 25 Proz. vom Wert. Kartoffeln oom 1. Aug. bis 14. Febr. Heu und Klee. Stroh. Der Zolltarif des Bnndes der Landwirte. des Bunde? der Landivirte zum neuen Zoll- derungen- " hauptsächlichsten Punkten folgende For- 1. Zum Tarifgesetz: a) Vollständige Aufhebung der gemischten Transitlager, Mühlenkonten und Zollkredlte für Getreide und Mühlenfabrikate; b) einen Mindesttarif für alle landwirtschaftlichen Produkte ; pro D.-Ztr. Lebendgewicht für Rindvieh, Schafe und Schweine. „ Federvieh. „ frisches Fleisch. „ einfach zubereitetes Fleisch. „ zuiic feiner. Tafelgenuß zubereit. Fleisch. „ Süßwasserfische. Seefische frei. „ Schmalz und Tala. „ Butter. n Magerkäse. „ Fett- und Delikateßkäse. „ Margarine. i. frische Milch und entkeimte Milch. " fRafjm „ H Rahni. „ Eier. „ Honig und Kunsthonig. „ Rohwolle, ungewaschene. „ Wolle, Naturwäsche. „ do. Fabrikwäsche. „ Oele aller Art. „ Stärke. « Zucker. „ Branntwein in Fässern. „ do. in anderen Behältnissen. „ Wem in Kaisern, bis 14 Proz. Weingeist. u u 14-20 ; liche Angaben der Begleitadresse enthalten, zutreffenden Falles also den Frankovermerk, den Nachnahmebetrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Eilbestellung u. s. to., damit im Falle des Verlustes der Postpacketadresse das Packet doch dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Packeten nach größeren Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Packeten nach Berlin auch der Buchstabe des Postbezirkes (C., W., 80. u. s. w.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, wenn die Packele frankiert aufgeliefcrt werden. Die Vereinigung mehrerer Packe;e zu einer Begleitadresse ist für die Zeit vom 15. bis 25. Dezember im inneren deutschen Verkehre (Reichspostgebiet, Bayern und Württemberg) nicht gestattet. + Beuern, 3. H)ez. Zum Besten der K lein lind er - schule in hiesiger Gemeinde ist vor kurzem aus der Feder des früheren Geistlichen von Beuern, nuninchr in Seehcim an d. B., Georg Vogel eine in Winnen, Kreis Marburg, von ihm gehaltene Missionsfestpredigt über Marei 16, 14 bis 20 erschienen und bei dem Verfasser für 20 Pfg. zu beziehen. Der in weiten Kreisen beliebte Prediger, der stets Wohldurchdachtes und darum Gediegenes — hier auch für einen guten Zweck — darzubieten pflegt, redet über das Thema: „Wie der Heiland vor seiner Auffahrt Missionsfeste gehalten hat mit den Seinen" und lenkt unsere Blicke 1. auf den Missionsherrn und sein Gebot, 2. auf die Missionsgemeinde und ihre Verheißung. Der als Dichter bekannte Autor stellt Worte wie Lied in den Dienst seiner alten Gemeinde. b. Flensungen, 2. Dez. Noch hat sich kaum die Aufregung über den Einbruchsdiebstahl in dem benachbarten Stockhausen gelegt, und schon ist der oder die Einbrecher wieder am Werk. Diesmal stattete man unserem Orte einen Besuch ab. Boni Samstag auf Sonntag Nacht wurde bei Ehr. Deubel hier eingebrochen. Nachdem die Diebe ein Brett am Scheunenthor abgerissen und sich so den Zugang in diese verschafft hatte, gelangten sie durch den daranstoßenden Kuhstall ins Wohnhaus. Hier stand im Hausflur ein Küchenschrank, in dem eine größere Summe Geldes — man spricht von 70 Mk. — aufbcwahrt war. Die Schrankthüren wurden ausgehoben und das Geld herausgenommen. Der oder die Einbrecher müssen sehr „ortskundig" gewesen sein, sonst hätten sie so leicht die „Fährte" nicht gefunden. Man hat bis jetzt noch keinen bcftinunten Anhalt, wer den Diebstahl begangen haben könnte. ak. Ranstadt, 3. Dez. Heute fand hier die Wahl eines Kreistagsmitgliedes für die Orte Ranstadt, Stockheim, Ober-Mockstadt, Glaubcrg, Selters, Effolderbach und Wallernhausen statt. Es wurde der seitherige Vertreter des Bezirks, Bürgermeister Birkenstock-Ranstadt einstimmig wieder- gewählt. Mörlenbach, 2, Dez. Ein erschütternder Schicksals- schlag traf dieser Tage eine hiesige Handwerkerfamilie. Dort verschied nach längerem Leiden im besten Mannesalter der Tünchermeister Taufertshöfer. Sein in einem badischen Grenzorte wohnender verheiratete Sohn wollte am Bestattungsmorgen dem entschlafenen Vater das letzte Geleite geben, verfehlte aber in Weinheim den Anschlußzug der Wesch- nitzthalbahn. In fliegender Eile marschierte er darum nach Mörlenbach, um das teure Antlitz des Verstorbenen noch einmal schauen und sich dem Leichenzuge anschließcn zu können. Infolge der Aufregungen und wohl auch der Anstrengung erlitt er unterwegs einen Schlaganfall, dem er bald darauf erlag. r Eberstadt, 3. Dez. Am Samstag machten zwei Unteroffiziere der Darmstädter 23. Dragoner einen Distanzritt nach ihrer Heimat hierher. Sie waren Samstag früh um !/26 dort abgeritten und trafen am Nachmittag x/24 Uhr hier ein. Am andern Morgen um 5 Uhr ritten sic wieder ab und trafen um 2 Uhr wieder in ihrer Garnison ein. C. Darmstadt, 3. Dez. In der Weihnachts-Bescherung für unsere Armen wird sich voraussichtlich in diesem Jahre eine große Lücke ergeben: Die bisher durch die Großherzogin vollständig bekleideten zwölf Mädchen kommen in Wegfall, und sodann ist die Turngemeinde, die immer eine sehr reichliche Bescherung veranstaltet hat, durch das Brandlinglück nicht in der Lage, ihren sonstigen Gewohnheiten nachzukommen. — Als Handelsartikel in den Papierläden sind die Photographien und Ansichtspostkarten mit den Bildern der Groß Herzogin und Prinzessin Elisabeth stark zurückgegangen. Im vorigen Dezember konnten die Firmen kaum den Bedarf decken. Die Verhältnisse bringen es leider mit sich, daß das unmittelbare Interesse auch an dem kleinen Mädchen, das bereits m Begleitung seiner governess die Weihnachtseinkäufe zu machen pflegte und in vielen Geschäften ein herzlich willkommener Gast gewesen ist, nachzulassen beginnt. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Höchste Temperatur am 2. bis 3. Dez. + 7,7' C. Niedrigste . „ 2. , 3. „ + 3,0° C. Dezember Baronreter auf 0° reduziert Temperatur der Lrist Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 3. 2" 749,3 4- 6,3 6,2 87 W. 2 bed. Hm. Regen 3. 92S 750,5 + 3,4 5,3 92 w. 2 Stern. Himmel 4. 7” 753,0 + 3,6 5,8 98 NNW. 1 bew. Himmel Kan-wirtschaft. — Hairptversaunuluug des laudw. Provinzialverein- der Provinz Obcrheffeu. Zu unserem vorgestrigen Bericht sei noch folgendes nach^etragen: In der Ausschußsitzung wurden wieder gegen 40 n e u e Mi t g l i e d e r ausgenommen. In unserem vorgestrigen Bericht hat sich übrigens insofern ein Irrtum eingeschlichen, als nicht der Gießener Geflügelzuchtverein, sondern die Gcflügelzuchtvereine Oberhessens 1000 Mk. Unterstützung durch den Provinzialoerein und der Gießener nur 225 Mk. erhält. Petersburg, 2. Dez. Nach amtlicher Statistik betrug im Jahre 1901 in 72 russischen Gouvernements die Ernte an Wjntcrweizcn 306,610,000 Puds, Winlerroggen 1,152,412,000 Puds. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 5. Dezember, abends 8 Uhr, im Ron-i ftrmandcnsaal (Kirchstraße 9): Bibelstunde. (Psalm 37). Pfarrer Schlosser. Beim Herannahen des W e i h n a ch t s f e st e s richten die Pfarrer unb Kirchenvorsteher der vier Gemeinden an ihre Ge° ineindeglicder die herzliche Bitte, ihnen dazu behilflich sein zu wollen, auch den ärmeren vlemcindegliedern eine Weihnachtsfreude zu bereiten., Gaben an Geld, Naturalien oder Gcbrauchsgegenständcn für diesen Zweck enlgegenzunchmen, sind für jede Gemeinde Pfarrer, Kirchen- vorstehcr sowie die Gemeindeschwester bereit. Dagegen werden An» ntclbuiujeii zum Empfang einer Bescherung n i ch t gewünscht. <3* * kk * XX '1 was Gott Dir in der Natur m iiinjt mit Men, liegen zu Jedermanns Einsicht bereit.) Es schreiben: Herr M., Bürgermeister in M. Herrn Ernst Weidemann, Liebenburg a. H., ersuche ich ergebcnst, mir noch einmal 5 Packele russischen Knoterichthee übersenden 311 wollen zum Gebrauch gegen Katarrh und Husten. — Nach den: Gebrauch der ersten Sendung ist bereits eine Wendung zum Besserer: eingetreten. Herr Dekan B. in R. Bitte nochmals die gleiche Senduna pet Nachnahme (Mk. 16.30) von dem Knöterich-Thee an mich gelangen zu lassen. Ter Thee löst den Schleim rmd hat m. Nachbar gut airgeschlagen. Herr B. G. in N., Bayern. Ersuche Sie hierdurch höflichst, mir gefl. gegen Nachnahme rvieder 10 Packetc ihres russischen Knö- lerich-Thees senden zu ivollcn, da derselbe mir vorzügliche Dienste bei meinem 25jährigen Leiden leistet rmd rch den Thee noch fortsetzen will, weil rch schon lange an Asthma leide und ich schon 71 Jahre alt bin. Herr G. in H. Senden Sie nur umgehend 10 Päckchen von Ihrem russischen Brustthee, ich habe derrselben bereits im Jahre 1895 oder 96 mit gutem Erfolg gebraucht. Im Boraus besten Dank und Gruß. Herr A. P. in P., Oberlaufitz. Ersuche Sie um umgehende Zusendung von 5 Packeten Ihres ausgezeichneten Brustthees, will derrselben gegen meinen Nachenkatarrh in Anwendung bringen. Derselbe hat mir im vorigen Herbst bei meinem, vergeblich von Aerzten behandelten Lungenspitzenkatarrh vortrefflich) geholfen. Um den wirklich echten Weidenrann'schen russischen Knöterich zu erhalten, beziehe man denselben nur van dem Importeur E. Weidemanrr in Liebenburg am Harz. tzz> 3 ”0 2. IA 3 51 «-ft G 0 OS» 'F --r FO LE re er 3» -5 ? •S 3 CD § 3 fe 1 1 rv *~L 1 rt er «■ ST ff s CD Ö 3 Sv — er O H 2 3 er > er er 3 83 e. 3 er ro r° 2 n- 3 5 COD Cf» E 3 re h. » re re re 0 CD & er 0 re ö-S' 3 3 s 3 er 'S re 3 -LT 0» re" -LT 3 v Z E 3 CD er re § D r3> re 3. (5 -LT P SSäwE «> ff^^3Z ^EP-2. « 3 ~ " 0 3 re CD ?®)©-er3 -O, re- © re re Z re D re er 2 re er — ' re re E p -« er re 3 re E 3 S =»» re g' re" iS re p__re re 37»^ CT ®3 3re 3 re re- 2 re § 3t § re 3 f re X. e er re s f-s S) 5 er 0 =• 5 y« 2 " coacr er 3 cV?cod re re erä rsDC'Oo” «re 1 g ? Ö?§ ff CD S’ 5 3 ä8« « « 2-5 p geS T? ^cd rtsbaustatut . V.: Dr, Wagner. 3«’-* « er 3 P? « HAffr c —. 0^ 3 ffff' UA O- 5 O <^7? CO re ? « S" es 3 re 3 3 re'co _ a § 0 2 CD O n 5 re re* S er re «0 et re. 2 zogliche Kreisamt Gießen Gießen, 3. Dezember 1901. Z Frostnachtspanners. zogliche Kreisamt Gießen Bürgermeistereien des Kreises. Ihnen, welche unserer Auflage vom , Gießener Anzeiger" Nr. 263) noch nicht verden an deren Erledigung erinnert, v. Bechtold. CD er g 3 K er to D 3 Or CD ff arte O CO 0 -o 00 w cz -e r» n re ae o CD D CD re 3 CD O- e Ö ft B CF er, S Q 1 3 3 3 CD o 3- g G. S S» 3 3 n ro 2? CS ® 5 - D- 3 M CD £ re u * e* ft * *0 2 y * e* m ft 3cd"2 ^re Z © sl s • H E= E « 3<° CD £ e 5 cr_C.; er re t/3 5 ui b cv — a c — c er to D er Sb to E 9 2) B. « "o 3 •” O er -Cp' = Z CD 2. E *■* 3 er es l m S3 p ■■ l3 e* fE 0 y B £ E® 7* re- O e* tu ft y 5 2 cd er 3 re e- s.gjg -* re p D =5 -er re —5 13^ er so er re e « 2 3 .°°3 3 3 ~ 00 cd 2. o" 5" 3 er * re a s - - ^3 re CT 2 " 3 2 -►cd 2 2 re « " Z 3 re 0 re er re, re er re rs y ÖH O Z c? Bekanntmachung. nächsten Jahre soll wieder eine Anzahl armer scrophulöfer Kinder in der Kinderheilanstalt zu Bad- Nauhetm behufs Gebrauchs einer Badekur auf Kosten der Sparkasse unlergebracht werden. .. ^geht daher an diejenigen Bewohner des Spar- kassenbezirts Gießen, welche solche kranken Kinder haben, aber mchl in der Lage sind, die Kosten selbst bestreiten zu tonnen, die Aufforderung, sich bei ihrein Pfarramt oder dec betr. Bürgermeisterei zu melden. Bei der Anmeldung ist em ärztliches Zeugnis abzugeben, in welchem die Notwendigkeit einer Badekur bescheinigt sein muß. Es können auch solche Kinder berücksichtigt werden, welche bereits auf unsere Kosten eine Badekur durchgemacht haben, falls dies ärztlicherseits für notwendig gehalten wird. Die Pfarrämter und Bürgermeistereien werden gebeten, die einlaufcnden Meldungen mit den ärztlichen Attesten und einer Bescheinigung der Mittellosigkeit^ der betreffenden Eltern bis zum 15. Dezember l. Js. hierher einzusenden. Später einlaufende Niel düngen können mir dann berücksichtigt werden, wenn rechtzeitig angemeldete Kinder aussallen sollten. — Es wird nod) bemerkt, daß Kinder unter 3 Jahren, sowie Knaben über 14 und Mädchen über 15 Jahren in die Anstalt nicht ausgenommen werden. Gießen, den 28. November 1901. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. __________Wien er.________________ 7833 Neubau derRkichsbauk mWehiar. Die Schreiner-, Schlosser-, Glaser-, Austrcichcr- unb Tapeziererarbeiteu, ferner die innere Einrichtung, die Gas- und Wasserleitung, sollen öffentlich vergeben werden. Termin: Dmmtsz öeii 12. Dezember, mittag 12 llhr. Verdingungsanschläge, Zeichnungen und Bedingungen können vorher bei dem Unterzeichneten cingesehen iverdcn. Wetzlar, den 30. November 1901. 7889 W. Witte, Kreisbaumcister. MBB BerfichcruugSstaud ca. 44 Tausend Policen. leaaBSa Allgemeine Nenten-Anstalt gegründet 1833 gll Stuttgart. Aeorgauistert 1855 Gegenseitigkeits-Gesellschaft unter Aufsicht d. K.Württ. 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