Nr. 260 Erscheint täglich mtt Ausnahme des Montags. Die Gießener Zamillen- vlatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem .Hess. Landwirt" und den .Blattern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprcchanschluß Nr.51, Blatt. 151. Jahrgang. Dienstag 5. November 1901 GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger w '4Sä' Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzriaeit zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witiko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen; hier den allgemeinen MelioraüonSplan vom 2. Felde. In der Zeit vom 4. November L Js. bis einschließlich 18. November l. Js. liegt auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen der allgemeine Meliorationsplan vom 2. Felde nebst Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll zu demselben zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Dienstag den 19. November 1901, vormittags von 9% bis 10 Va Uhr, auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen, wozu ich die beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens 1/i Bogen) einzureichen. Fri edb erg, 26. Oktober 1901. Der Großh. Bereinigungskommissär. Epamer, Kreisamtmann.____________. Politische Tagesschau. Hebet bett französisch-türkischen Konflikt orientiert im großen und ganzen unsere heutige „Politische Wochenschau", die wir aber mit den bis gestern vorliegenden Meldungen abschließen mußten. Schon die Bemerkung der französisch offiziösen „Agence Havas", bei der Flottendemonstration handle es sich „natürlich" nicht um eine Gebietsabtretung, mußte stutzig machen. Jetzt verlaute aus Paris, Frankreich werde nicht nur das religiöse, sondern auch das politische Protektorat über Syrien verlangen. Es habe hierzu bereits die Zustimmung Rußlands und sogar auch Englands erhalten. — Das also war des Pudels Kern, darum haben sich unsere lieben westlichen Grenznachbarn so außerordentlich aufgeregt und eine winzige Angelegenheit aufgebauscht, eine Mücke zum Elefanten gemacht. Sie wollen es den Engländern und Russen in derAufschlnckungs- politik nachmachen und dem kranken Mann am goldenen Horn daß alte Kulturland Syrien, das annähernd eine Bevölkerung von 3 Millionen hat und regen Schiffsverkehr unterhält, dessen Handel eine große Zukunft haben könnte, in aller Gemütlichkeit ohne Schwertstreich abnehmen, wie Algier und Tunis, wie Pondicherry, Cochinchina, Annam, Tanking, wie Madagaskar re. zc.. in ihre großen roten Hosentaschen stecken. L’appötit vient en mangeant, sagen die Franzosen. Wenn Lorando Zins und Zinseszinsen verlangt, roanim soll nicht auch die Französische Republik, da sie einmal im Zuge ist, ihre Forderungen so hoch schrauben, daß die Welt darüber in Staunen gerät? Man darf gespannt sein, wie sich die Pforte diese starke Zumutung gefallen lassen wirb. Die Nachricht ist ja allerdings z. Z. noch gänzlich unverbürgt. Daß Frankreich trotz aller bisherigen Zugeständnisse des Sultans nicht daran denkt, seine Flotte zurückzuziehen, daß vielmehr eine Verstärkung des nach der Levante unterwegs befindlichen Geschwaders bevorfteht, besagt eine Meldung aus Toulon, wo zwei Kreuzer unter Dampf gestellt sind, um gen Osten abzudampfen zur Unterstützung des Admirals Caillard. Auch das französische Kanonenboot „Condor" verließ Canea, um, wie verlautet, dem Geschwader-Chef Caillard die Aufträge der französischen Regierung zu überbringen. Natürlich bemüht man sich in Paris, die Sache so harmlos als möglich hmzustellen. In Paris, so heißt es, sei man in politischen Kreisen der Ansicht, die Mission Caillard würde eine friedliche fein, nachdem der Sultan die Absicht kundgegeben hat, sämtliche Streitfragen zur Zufriedenheit Frankreichs zu regeln. Es heißt ferner, der Sultan habe die notwendigen Gelder dadurch erhalten, daß er dem deutsch en Syndikat in Kleinasien neue Konzessionen gemacht habe. Dann würden also bei der Sache die Deutschen auch einen kleinen Profit einheimsen.__________ Deutsches Wich. Berlin, 3. Nov. Der Kaiser hörte gestern die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmariue-Amts und des Chefs des Marinekabinetts. Heute trafen in Wildpark Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen ein. Das infolge des Ablebens der Kaiserin Friedrich verschobene Ordenskapitel zur Einweihung des Marienburger Schlosses wird dem Vernehmen nach in Gegenwart des Kaisers und des Erzherzogs Eugen von Oesterreich sowie unter Teilnahme der österreichischen Deutschherren und der deutschen Johanniterritter im Mai künftigen Jahres abgehalten werden. — Ein Potsdamer Berichterstatter verbreitet nachstehende Mitteilung, die wir wiedergeben, ohne eine Bürgschaft für ihre Richtigkeit zu übernehmen: Das kaiserliche Hoflager, das bisher immer mit Beginn des neuen Jahres vom Neuen Palais nach dem Schloß in Berlin verlegt wurde, wird in diesem Winter, wie wir aus guter Quelle erfahren, überhaupt nicht nach Berlin verlegt werden, sondern in dem Neuen Palais verbleiben. Maßgebend für diesen Entschluß ist in erster Linie der Gesundheitszustand der Kaiserin, der erfordert, daß sich die Kaiserin allem geräuschvollen Treiben thunlichst fern hält. Der Aufenthalt im Neuen Palais ist in diesem Jahre bei weitem angenehmer als früher, weil der niedrige Wasserstand des vergangenen Sommers das lästige Eindringen von Grundwasser in die Kellerräume des Palais verhindert hat und infolge dessen das Gebäude gründlich ausgetrocknet ist. Wegen der Haustrauer um die Kaiserin Friedrich werden auch die Hvffestlichkeiten in Berlin auf das geringste Maß eingeschränkt sein. Zu diesen wird das Kaiserpaar nur vorübergehend in Berlin Aufenthalt nehmen. Andererseits wird auch als Grund des Fernbleibens des Hofes von Berlin die Verstimmung bezeichnet, die in letzter Zeit bei dem Kaiser gegen Beschlüsse und Maßnahmen der städtischen Behörden der Reichshaupt- stadt eingetreten ist. Sollte der Winter besonders hart werden, ist indessen immer noch möglich, daß plötzlich der Hof nach Berlin übersiedelt. — Neue angebliche Aeußerungen des Kaisers zu handelspolitischen Fratzen bringt jetzt ein Franzose in die Oeffentlichkeit. Pierre de Segur, einer jener Pariser Herren, die Kaiser Wilhelm bei seiner letzten Fahrt nach Norwegen zum Diner auf die „Hohenzollern" lud, erzählt in der „Revue de Paris" seine Eindrücke. Der Kaiser sprach nach Tische von den Gefahren, die Europa von Amerika und speziell von den amerikanischen Trusts drohten. Wenn es irgend einem Morgan gelänge, mehrere Ozeanlinien zu vereinigen und daraus Zwischenfälle entständen, in die eine fremde Macht verwickelt würde, an wen könnte die fremde Macht sich halten, fragte der Kaiser; weder an die amerikanische Regierung noch an den Privatmann Morgan. Er betonte ferner die Notwendigkeit eines europäischen Zollvereins gegenüber Amerika nutz erklärte rückhaltlos, England würde sich in diesem Falle füroder gegen Europa zu entscheiden haben. — Der „Kreuzztg." zufolge spricht mancherlei für die Annahme, daß die Entgegnung des „Reichsanz." auf angebliche Aeußerungen des Kaisers in ihrer schroffen Form vom Kaiser selbst veranlaßt worden ist. Köln, 2. Nov. An Stelle Benzlers wurde Dr. phil. et theol. Pater Fidelis Lektor an der theologischen Schule in Beuren, zum Abt in Maria-Laach gewählt. München, 2. Nov. Minister Graf v. Crailsheim wies, um der Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit zu steuern, die Generaldirektion der Staatseisenbahnen an, alle im Bereiche der Staatseiseubahnver waltun g auszuführenden Bauarb eiten in jeder Weise zu beschleunigen. Die Verwendung ausländischer Arbeiter ist zu beschränken. Unter den inländischen Arbeitern sollen in erster Linie verheiratete berücksichtigt werden. In gleich>er Weise wurde die Generaldirektion der Posten ermächtigt, mit den Arbeitern für die Einführung des Doppelleitungsbetriebes iit München und mit der Erweiterung der Ortstelephonnetze fortzufahren. — Prinzregent Luitpold richtete ein Handschreiben an das Staatsministerium, in dem darauf hingewiesen wird, daß die Er richt un g t> e r f chiedener Monumentalbauten teils für jetzt, teils für die Zukunft in Erwägung stehe. Die Aufftellung des formellen Programms für diese Bauten sowie die damit zusammenhängende Erörterung über die Verwendung von im staatlichen Besitze befindlichen größeren Barchlätzen und älteren Gebäudekomplexen in München soll schon jetzt erfolgen. Die Festlegung Derartiger Grundzüge bedeute einen Schritt weiter auf b en von König Lud wigl. ein geschlagen en Bahnen. (Auch dadurch würde zugleich die Arbeitslosigkeit verringert werden. D. Red.) Ausland. London, 2. Nov- Das Fachblatt „Medical Preß and Circular" bestätigt, daß der König an Halskrebs leide. Brüssel, 3. Nov- Es bestätigt sich, daß König Leopold demnächst eine Reise nach Amerika zu unternehmen gedenkt. Der König beabsichttgt ein großes Unternehmen in Afrika und China, wozu er Geld und energische Leute in Amerika zu finden hofft. — Prinzessin Albert von Belgien ist heute nachmittag von einem Prinzen entbunden worden, der den Namen Leopold erhielt. Antwerpen, 2. Nov. Wie aus dem Kongo eingetroffene Nachrichten besagen, sind im Kassai-Distrikt 12 eingeborene Soldaten von feindlichen Stämmen getötet und aufgefressen worden. Paris, 2. Nov. Der Bürgermeister von Bourges wurde von der Regierung ab gesetzt, weil er Militärpflichtig e vor ihrem Abgang zum Regiment zur Un- botmäßigkeit aufgefordert hat. Roubaix, 3. Nov. Zwei französische Grenzwächter gerieten mit einer Bande belgischer Schmugler, vier Männern und einer Frau in Konflikt. Äe Schmuggler versuchten, als sie die Grenzbeamten bemerkten, dieselben zu erschießen, worauf die Beamten ebenfalls von der Waffe Gebrauch machten. Ein Schmuggler wurde schwer verwundet und ein Unbeteiligter von einer von einem Stein abprallenden Kugel schwer verletzt. Die übrigen konnten sich nach Belgien flüchten. Madrid, 2. Nov. In der Deputiertenkammer führte Alba darüber Klage, daß die Erziehung des Königs zu religiös sei; es würde besser fein, die militärisch e Seite derselben mehr zu berücksichtigen und den König auf die wahren Bedürfnisse des Landes aufmerksam zu machen. Seitens der Regierung wird erwidert, daß die'Erziehung des Königs im Hinblick auf eine glänzende Zukunft Spaniens geleitet werde. (Stolz lieb' ich mir den Spanier!) Rom, 3. Nov- In der Basilika San Giovanni in La- terano fand heute die Konsekration des Weihbischofs von Straßburg, Barons Zorn von Bulach statt. Der Zeremonie, welche vom Kardinal Sa- tolli unter Assistenz zweier Erzbischöfe vollzogen wurde, wohnten der preußische Gesandte Frhr. v- Rothenhan, mehrere Prälaten, Zöglinge des deutschen Seminars und Mitglieder der deutschen Kolonie bei. — Kardinal Svampa in Bologna, einer der bekanntesten Kandidaten für die Nachfolge des Papstes, erlitt einen Schlaganfall der eine Gesichtslähmung herbeiführte. Wien, 3. Nov. Die Vermählun g der Erzherzogin Elisabeth mit dem Prinzen Windischgrätz wird am 25. Januar im kaiserlichen Schlosse Hetzendorf statt- finden. Der Vermählung werden nur die allernächsten Verwandten des Brautpaares beiwohnen. Petersburg, 3. Nov- Der „Rossija" zufolge ist die mandschurische Ei sen b a h n v e r w a 11 u n g in großer Unordnung. Beim Bau der Bahn wurden ganz bedeutende Unter schleife verübt. Die meisten wichtigen Dokumente, Kassabücher usw. sind in auffallender Weise während der vorjährigen Wirren spurlos verschwunden. Sie wurden angeblich von chinesischen Ausrührern gestohlen und verbrannt. Der Gehilfe des Finanzministers, Geheimrat Romanow, wird das Rechnungswesen revidieren. New-dork, 3. 9!ov- Johann Most ist bis zur Entscheidung über seine Appellation gegen eine Bürgschaft von 1500 Dollars auf freien Fuß gesetzt worden. Washington, 2. Nov- Nicaragua kündigte den Vertrag vom Jahre 1867, welcher den Vereinigten Staaten das Recht giebt, einen Kanal durch Nicaragua zu bauen, sowie den Auslieferungsvertrag vom Jahre 187Q Ein Gruno für die Kündigung wurde nicht angegeben. Peking, 2. Nov. Wie ans Missionarskreisen gemeldet wird, soll auf die Kaiserin-Witwe, als sie auf dem Wege nach Honanfu vor dieser Stadt sich über den Fluß setzen lassen wollte, ein Mordanfall ausgeführt worden fein. Der Angreifer, dessen Waffe ein Speer gewesen, tötete einen Begleiter. Die Kaiserin blieb unverletzt- Der Verbrecher wurde niedergeschlagen. Der,Hof verließ gestern nach fünftägigem Aufenthalte Honanfu. Vom Bureukriege. Der Führer der Burenabteilung, die den schneidigen Angriff aus.Ober ft Benson machte, war, wie jetzt auch von Reuter bestätigt wird, Louis Botha, der sich mit einem anderen Kommando vereinigt hatte, das kürzlich in der Nähe von Bethel operierte. (Vgl- unsere „Politische Wochenschau".) Von anderer Seite verlautet, die Buren, -die Bensons Nachhut angriffen, hätten aus Kommandos von Grobelaar und Erasmus bestanden, verstärkt durch Ueberbleibfel der Kommandos von Ermelo und Karolina; dis sich zurückziehenden Buren wurden sich wahrscheinlich Botha am Chrissiesee anschließen. Die Verinutung ist wohl nicht ganz richtig, vielmehr anzunehmen, daß die Vereinigung dieser Kommandos bereits vor dem Gefecht stattgefunden hat. Aber undenkbar ist es keineswegs, daß dieser Burensieg auch ohne Botha erlangt worden ist. Einige Londoner Blätter betrachten übrigens die Aufreibung der Nachhut der britischen Kolonne nicht als eine große Katastrophe, andere, einsichtsvollere dagegen stellen recht trübe Betrachtungen an. „Westminster Gazette" glaubt, die Stärke der Burentruppen werde fortgesetzt sehr unterschätzt, ihre völlige Besiegung werde noch immer eine langwierige und kostspielige Sache sein, wozu ansehnliche Verstärkungen erforderlich fein werden. „Pall Mall Gaz." ist ähnlicher Ansicht und yofst, das Kabinett werde in der nächsten Sitzung am Dienstag beschließen, eine große Streitkraft frischer Truppen nach Südafrika zu senden. Vorbereitungen dazu scheinen auch thatsächuch bereits getroffen zu werden. Einer Blättermeldung zufolge, hat ein Warschauer Handlungshaus mit der englischen Regierung einen Vertrag auf Lieferung von 20 000 Pferden, für die englische Kavallerie abgeschlossen. Einige Tausend sind bereits geliefert In Newcastle (Natal) ist die betrübende Nachricht eingegangen, daß Christian Botha, ein Führer der Aufständischen des Bezirks und Vetter des Generals Botha, in Volksrust gefangen genommen worden ist. Botha war früher bei der Verwaltung von Natal angestellt, und führte seit Beginn des Striegel ein Kommando. In Pretoria ist am Samstag wieder ein Verzeichnis von 17 Burenführern veröffentlicht worden, gegen die gemäß der Proklamation Lord Kitcheners vom August d. I. auf dauernde Verbannung erkannt ist. Der König von England hat am Freitag eine bemerkenswerte Kriegsrede gehalten. Anläßlich der Rückkehr des Herzogs und der Herzogin von Cornwall fand an Bord der königlichen dacht in Portsmouth eine Festtafel statt. König Eduard brachte einen Trinkspruch aus, in dem er unter anderem sagte: Leider dauert der Krieg immer noch fort, aber wir beten inbrünstig um Wiederherstellung des Friedens und der Wohlfahrt. Gebete allein werden den Krieg nicht zu Ende führen, das weiß der fromme Paul Krüger auch. Sie können sich verwirklichen durch ernsthafte Thatkraft, durch den hohen und schönen Entschluß, einen Frieden den Buren zu geben, der beiden Teilen Ehre macht. — Der König empfing ferner die General-Agenten der Kolonien. — Sie überreichten Adressen, auf die ihnen eine schriftliche Antwort des Königs überreicht wurde, welche auf die von den loyalen Untertanen in den Kolonien bekundete Gesinnung hinweist, für deren Patriotismus der König einen deutl^eu DitterL 1 CM4-J ein Theaterstück, „Der Türke Neumann", wurde aufgeführt. Die Spieler ernteten viel Beifall. Darauf folgte der übliche Ball, der die Teilnehmer bis in die frühen Morgenstundeu in der fröhlichsten Stimmung zusammenhielt. Am Sonntag unternahmen die Mitglieder einen Ausflug nach dem „Schützcn- ihm wurden dafür zuerkannt 1. und Ehrenpreis, 2 2. Preise. 4 3. Preise und 4. Preis. Für Brieftauben wurden ferner vergeben 1. und Ehrenpreis Gg. Döring-Marburg, 1. Preise I. Schlitt-Gießen und Kraus-Marburg, 2. Preise Gg. Walther - Bauernheim, Friedrich Rosenbaunr - Gießen, Max Rüger-Gießen, Karl Neuling - Gießen, L. Mengel - Marburg, 3. Preise Ad. Brauer jr. - Marburg, I. Hecker- Gießen, Friedrich Rosenbaum-Gießen, W. Schäfer-Gladenbach, H. Krauß - Marburg, Karl Neuling - Gießen und Friß Schreiner, Bäckermeister Gießen, 4. Preis erhielten Ad. Brauer jr. Marburg, Georg Döring-Marburg, I. C. Dcucker- Rodhenn a. d. B. und Fritz Schreiner, Bäckermeister, Gießen. Pfaffentauben 1., 2. und 3. Preis, PH. Södler-N.-Ge- münden, Dongon (schwarz) 3. und 4. Preis I. Schmidt- Friedberg L Hessen, Straßer (schwarz) 3. Preis G. W.Heil- Fränk.-Krumbach. Auf Eier (rebhf. Italiener) 1. Preis D. Kuhl-Gießen, (Welsche), 2. Preis Ludwig Hanau-Gießen. Kanarienvögel (Konkurrenzsänger) W. Meyer, Gastwirt- Gießen, 1. und Ehrenpreis, 2. und 2 3. Preise, Aug. Felsing, Gastwirt, Gießen 2. und Ehrenpreis und 2 3. Preise, Georg Haubach-Gießen 2. und 3. Preis, Jean Erb, Schuhmachermeister. Gießen 2 3. Preise und 2 Lobende Anerkennung, Louis Rolloff-Gießen 3. Preis, Hrch. Riebel-Gießen (für Pariser Tronrpeter) 3. Preis. Spratts-Patcnt, Vertreter Gustav Walter, Mäusburg, erhielt für Futterartikel und Geräte 2. Preis, während Karl Eichmann-Gießen für ausgestelltes Vogelfutter den 1. Preis erhielt. — Heute Montag gegen Abend findet die Verlosung im Philosophenwald statt. I Die Gewinne können schon von morgen Dienstag Vormittag Beweis in den ausgezeichneten Diensten erhalten habe, die sie dem Reiche in Südafrika geleistet hätten. in schöner, gemütlicher Weise. **Der Wohlthätig teitsverein „Eontentia" hatte am Samstagabend in Steins Garten seine Winter ein neues Beispiel. In einem Teile von Tage erzählt, der englische Staat sei bankerott, und das Geld in den Postsparkassen werde für Kriegszwecke verwandt. Hierauf wurden über eine halbe Million Mark zurückgezogen, und niemand will weiter Einlagen machen! — Wenn's nun auch wohl noch lange nicht soweit ist, dahin kommen kann es aber. Feder Brunnen erschöpft sich schließlich. Fischer, Wolmarans, Wessels, Boeschoten und Dr. Leyds haben z. Z. fortwährend mit dem Präsidenten Krüger Besprechungen. Diese Konferenz steht, wie verlautet, mit einer angärlich bevorstehenden holländischen Friedensvermittelung in Zusammenhang, an die man natürlich nicht ernstlich zu glauben braucht. hausen 3. Preis Daniel Kuhl Gießen, 4. Preis G. H. Keil aus Strcbendorf und G. Walther aus Baucrnheim icri imcgiuL, -x. ------ —• Größere Kollektionen aller Arten Hühner: Wyandolles 1. Preis L. Dittert-Wetzlar, Italiener (silberhalsig) 1.Preis Ph. Ruhland-, Fr. Krumbach-Langshorn, 1. und Ehrenpreis L. Adam-Gießen, Bantam (silber) 1. und Ehrenpreis L. Dittert-Wetzlar, (gold) 2. Preis L. Dittert-Wetzlar, Italiener (rebhuhnfarbig) I. Zimmer-Bingmühle b. Lauter,. Minorka A. Preis K. Neuling-Gießen. — Truthühner (bronze) 1. und Ehrenpreis sowie 2. Preis I. Zimmer- Bingmühle b. Lauter.— Peking-Enten 3. Preis Konrad Rübsamen- Gießen, 4. Preis H. Schmalz—Ober-Hörgern. !Ayasburg-Enten 1. und Ehrenpreis sowie 3. Preis Ph. Södler-N.-Gemünden, 2. Preis Ad. Theiß jr.-Gladen- bach. Rouen-Enten 1. und Ehrenpreis Konrad Rübsamen - Gießen. Tauben, Malteser 3. und 4. Prüs L. Dittert-Wetzlar. Luchstauben 1. Preis G. W. Hell, Fr. Krumbach, 3. Preis Joh. Gg. Alles 4.—Ober - Hörgern und L. Mengel - Marburg. Deutsche Kröpfer 1. unb; 2. Preis Fritz Schreiner, Bäckermstr.-Gießen, 2. und 4. Preis Gg. Sauerbier-Butzbach, 3. Preis K. Walther-Bauernheim,. 4. Preis Joh. Gg. Alles 4.—Ober-Hörgern, Brünner Kröpfer 2. und 4. Preis H. F. Fräse-Vilbel, 3 3. Preise A. Theiß jr.-Gladenbach, Indianer 2. Preis Ehr. Scheer> Angersbach, Pfautauben 1., 2., 3. und 4. Preis Apotheker Th. Schwieder-Gießen, Anatolier 1. und Ehrenpreis, Egyptische blaue Mövchen 4. Preis und Bluetten 3. Preis Ehr. Scheer-Angersbach. Tümmler (gelbe Elfter) 1. Preis L. Mengel - Marburg, 3 Preise (schm. Bärtchen), A. Weickhardt-Butzbach und (Elster) L. Dittert-Wetzlar. IFarbentauben, Koburger Lerchen 1. Preis L. Mengel- lMarburg, Nürnberger Lerchen 3. und 4. Preis A. G. Walther-Bauernheim, Lockentauben 1. Preis Karl Goetz- Wetzlar, 2. Preis Fritz Schreiner, Bäckermeister-Gießen. Kupfergimpel 2. Preis Gg. Lampert—Bad - Nauheim. M L r m o r st a a r e 2. Preis L. Dittert-Wetzlar. Die beste Kollektion Brieftauben Bäckermeister Gg. Forbach-Gießen, Haus". *» Der Kaufmännische Verein und der Ortsgewerbe Verein veranstalten morgen Dienstag Abend im Hotel Einhorn den zweiten Vortragsabend. Schriftsteller Theodor Hermann Lange aus Posen wird über das moderne Rußland sprechen. Lange hat auf dem Gebiete der Volksbildung sich ganz besondere Verdienste erworben; er konnte im vorigen Jahr das Jubiläum seines 2000. Vortrags feiern. ** Von der Geflügel-AuSstellung im Philosophenwald Ter Besuch der Ausstellung war im Allgemeinen befriedigend, wenn er auch den Erwartungen, die man infolge des guten Wetters gehegt hatte, nicht ganz entsprach, lieber die Qualität der ausgestellten Tiere sprachen sich die Preisrichter im Großen und Ganzen lobend aus. Redakteur Rudolf Kramer drückte sein Erstaunen aus über das vorzügliche Hennen-Material, besonders unter den Italienern und Minorka-Hühnern. Es sei zu loben, daß man in unserer Gegend nicht nur Wert! lege auf schöne Hähne, Oberhessen habe in der Zucht dieser beiden Rassen seit einem Jahre große Fortschritte gemacht. Schade dagegen sei es, daß ein Rückschritt in dunklen Brahma und Langshan zu verzeichnen sei, während früher gerade die l Züchter um Gießen herum in diesen Raffen auf der Höhe waren. Mit dem Resultat in Wassergeflügel könnte der Verein sehr zufrieden sein, nur scheine die Zucht der Rouen- Ente in Oberheffen nachgelassen zu haben. Rentier Marten, der das Taubenmaterial zu richten hatte, erklärte, daß neben vielem Vorzüglichen auch viel Minderwertiges ausgestellt worden sei. Der Beurteiler der Provinzial-Geflügel-Abteilung für Oberheffen, Direktor Alfted Beeck-Halle äußerte sich anerkennend über das, was der Gießener Verein in Nutz- •* Stiftungsfest. Am Samstag feierte der Gießener Keil Strebendoch Bantam (silber) 3. Preis . ______________________ ..... , Kutscher-Verein sein 9. Stiftungsfest. Vorträge des Ge- Wetzlar, (gold) 1. und Ehrenpreis, 3. und 4. Preis Dit- Was sür^wunderliche'Terüchte"der 'Krieg zeitigt, d-fur sangv^eins „Gemütlichkeit- unter der Leitung seines Diri- tert Wetzlar, 4. Preis Waldschrmdt Wetzlar, neues Beispiel. In einem Teile von Wales wurde oieser QenVen Schönhaber boten eine angenehme Abwechselung. Auch Ramelslohn 3. Preis W. Fries-Rockenberg, Hamburger Silbersprenkel 4. Preis Ph. Södler, N.-Gcmünden. Die Stämme der Gießener Zuchtstation rebhuhn- farbiger Italiener erhielten 1. und 2. Preis und Ehren-1 preis. Der Verein leistete jedoch auf diese Preise Verzicht/ da er die Stämme ohne Konkurrenz ausstellte. — In der Allgemeinen Abteilung erhielten in Oberhessen und in i unserer Umgebung wohnende Aussteller folgende Aus- ! Zeichnungen: Auf Hühner: Brahma Ph. Södler- N.-Gemünden 3. Preis, L. Dittert-Wetzlar 4. Preis. Langshan rebhuhnf. L. Adam-Gießen 3. Preis. Wyandottes PH. Södler-N.-Gemündcn 2. Preis. 3. Preise: R. Krause- Frankenberg und G. Heil-Fränk. Krumbach. 4. Pr.: G. H.Keil Strebendorf. Spanier: 2. Preis: Georg Schäfer-Gießen. Minorka: 2. und 3. Preis: Karl Stötzer-Diez a. d. L., geflügelzucht durch seine Zuchtstation leiste. In rebhuhn-1 farbigen Italienern und in Minorkas sei die Verbands-1 Abteilung außerordentlich gut beschickt. Beeck sprach sich über die Verordnung des Bundesrats betr. die Verschleppung der Geflügelseuche durch die Ausstellungen tadelnd aus. Die I Verordnung sei streng und mache Ausstellungen fast unmöglich. — Das Resultat der Prämiierung fft folgendes: Hamburger Hühner H. Maus II. Ruppertenrod (Goldsprenkel 2., 3. und 4. Preis. Gg. Fischer Burg-Gemünden Silber- sprenkel 4. Preis. — Für Silberlack erhielten Joh. Bill 4. N.-Weisel 3. und G. H. Kell Strebendorf 4. Preis. — Auf rebhf. Italiener 1. Preis und Ehrenpreis Jul. Stohr Gießen- 2. Preis und Ehrenpreis G. H. Keil Strebendorf. 3. Preis Peter Berg Gießen und G. H. Keil Strebendorf. 4. Preis Ludw. Hanau Gießen, G. H. Keil Strebendorf, Aug. Gust. Walther Bauernheim und H. Preßes Oberroßbach. Auf lschwarze Italiener 1. Preis und Ehrenpreis sowie zwei 2. Preise und 4. Preis, I. Knaup Heldenbergen, Joh. Bill IV. N.-Weisel 3. Preis. Auf weiße Italiener 2. Preis Ludwig Hanau Gießen. Auf gelbe Italiener 3. Preis! Konrad Rübsamen Gießen, 4. Preis Ludw. Hanau Gießen. Auf schwarze Minorka 1. Preis und Ehrenpreis Gg. Fischer, Nieder-Gemünden 2. und 3. Preis, Peter Berg Gießen. Auf Langshan. 2. Preis. Konr. Hildebrand Udenhausen bei Alsfeld. Auf Wyandottes 2. Preis. Ph. Södler Nieder-Gemünden, 3. Preis Joh. Merte in Strebendorf. Emdener Gän.se 1. Preis und Ehrenpreis Konrad Rübsamen Gießen. Toulouser Gänse 1. und Ehrenpreis Conrad Rübsamen Gießen. Rouen-Enten 3. Preis Conrad Hildebrand Udenhausen und Robert Zieglers Londorf. Peking-Enten 1. Preis und Ehrenpreis. Conrad Rübsamen Gießen. Aylesbury-Enten 2. Preis. Ph. Södler Nieder-Gemünden, 3. Preis G. H. Keil Streben- Idarf, 4. Preis I. Merte Strebendorf. Indische Laufenten 4. Preis C. Albach Lich und H. Preßer Oberroßbach. Größere Stämme landwirtschaftlicher Nutzschläge 1. Preis und Ehrenpreis auf gelbe Wyandottes Ph. Södler Nieder-Gemünden 2. Preis, auf Minorka Conrad Hildebrand Udenhausen bei Alsfeld 4. Preis. >Auf Minorka Aug. Felsing Gießen. Auf rebhuhn- fm Theatcrverem mit außerordentlichem Erfolge in Szene gegangene Novität „Die Hoffnung" („Op Hopo van Zegen“), Seestück in 4 Akten von Hermann Heyermans, wird am Dienstag wiederhott und zwar als volkstümliche Vorstellung. Der hohen Honorarkosten wegen sind an diesem Abend die Preise für Loge und Saal gegen die sonst üblichen Eintrittspreise um 10 Pfg. pro Billet erhöht und betragen für Loge Mk. 1.30, für Saat 60 Pfg.; Gallerte wie immer 30 Pfg. Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 4. November 1901. * * Universität. Prof. Paul Martin aus Zürich hat den Ruf als Professor der Anatomie an der Veterinäranstalt angenommen und trifft voraussichtlich Ende der Woche hier ein. • • Lotterie. Bei der heuttgen Ziehung der 3. Klasse der Hess. Landeslotterie siel ein Gewinn von 50 000 Mk. auf | Nr. 1946 (nach Worms), ein Gewinn von 15 000 Mk. auf! Nr. 44309 (nach Mainz), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 37993 (nach Worms), 2 Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 32520 (nach Darmstadt) und Nr. 36328 (nach Worms), 3 Gewinne ä 1000 Mk. auf Nr. 776 (nach Mainz), 8415 (nach Darmstadt), 30358 (nach Mainz), 5 Gewinne ä 500 Mk. auf Nr. 22932, 30062, 34443, 34598, 39868, 10 Gewinne ä 400 Mk. auf Nr. 962, 1761, 11045, 18871, 20973, 25448, 28702, 28866, 34776, 35036, 15 Gewinne ä 300 Mk. auf Nr. 1699, 2534, 2558, 12317, 14791, 15738, 22127, 23055, 23270, 30731, 34045, 34512, 35638, 36937, 37767. (Ohne Gewähr.) k- Stadtverordnetcnwahlen. Der nationalliberale Verein hält heute abend im „Andrees"» der freisinnige Verein im Restaurant Feidel seine Generalversammlung ab, um Stellung zu den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen zu nehmen. Es wäre wünschenswert, wenn die beiden bürgerlichen Parteien, wie in früheren Jahren, auch diesmal einen gemeinsamen Wahlvorschlag zu Stande brächten. * * Wernings Kriegsfestspiele. Die beiden letzten Tage brachten je 2 Vorstellungen, die sämtlich gut besucht waren. Die Aufführung am gestrigen Nachmittage stellte an die Herren des Festausschusses außergewöhnlich große Anforderungen, denn der Andrang des Publikums war so stark, daß die Zugänge kaum ausreichten. Die auswärtigen Kriegervereine kamen vielfach in den letzten Minuten an, und nun gab es! ein Drängen und Stoßen, das fast lebensgefährlich war. Die Herren des Festausschusses waren ihrer Aufgabe gewachsen,! und mit Ruhe und Besonnenheit brachten sie bald Ordnung! in das Chaos. Die Darstellung der einzelnen Bilder muß! man als eine gute bezeichnen; auch ohne den begleitenden Text würde jeder Besucher den Sinn des einzelnen Bildes! verstehen können. Der Leiter und die Darsteller sind mit I Leib und Seele bei der Sache und leisten ihr bestes. Jede einzelne Pose ist gut durchdacht, sodaß jedes Bild ein harmonisches Ganzes darstellt, das seinen Eindruck auf die Zuschauer nicht verfehlt. Die Abwechslung zwischen ernsten und heiteren Szenen- ist glücklich gewählt und schützt vor Ermüdung. Bezüglich des zweiten Bildes können wir der Auffassung des Direktors Werning nicht ganz beipflichten. Er will durch Massenentfaltung wirken, und gerade hier, läßt er die historische Treue zu gunsten des malerischen Effektes ganz fehlen. Von geradezu ergreifender Wirkung ist das Bild „Tod des Majors Gräff im Bois de la Cusse" aus der Geschichte unseres Regiments. Das sehr schöne Schlußbild mit dem Niederwalddentmat im Hintergrund ist leider auf den- hinteren Plätzen und von den Gallerten nicht vollständig sichtbar, da der Aufbau im Verhältnis zur Bühne zu hoch ist, sodaß die Figur der Germania teilweise verschwindet. ** Sitzung des Kreisamtes für das Buchdruckergewerbe. Bei den kürzlich in Berlin erfolgten Tarifverhandlungen des Deutschen Buchdruckergewerbes war von den Vertretern der ., w ~ , w Prinzipale und der Gehilfen die Schaffung von Kreisämtern farbige Italiener 2 Preis Conrad Hildebrand Uden- beschlossen worden, denen u. a. auch die Regelung der Lokal-!' ' .....1 A Zuschläge für die einzelnen Orte der Kreise überwiesen wurde. | Die erste Sitzung des Kreisanttes für den 3. Kreis I (Mainkre.is) fand gestern in Frankfurt statt. Von Seiten der! Prinzipale waren Vertreter aus Kassel, Darmstadt, Gießen,! Friedberg, Nauheim, Frankfurt, Ntainz, Marburg und Worms erschienen. Von der Gehilfenschaft hatten Kassel, Darmstadt, Gießen, Friedberg, Nauheim, Hanau, Frankfurt, Mainz, Marburg, Wiesbaden und Worms Vertreter geschickt. Die Gehilfen in diesen Orten hatten einen Antrag auf Erhöhung bezw. Neueinführung von Lokalzuschlägen zu dem in Deutschland geltenden Tarif gestellt. Der Antrag gab Anlaß zu! einer lebhaften Erörterung. Die Erhöhung wurde nach mehrmaliger Abstimmung für Kassel, Gießen, Mainz, Marburg und Wiesbaden abgelehnt. Erhöht wurde der Lokalzuschlag für Darmstadt, und zwar von 82/3 auf 11 und für Hanau von 5 auf 10 °/0; neueingeführt wurde für Friedberg und Nauheim ein Zuschlag von 5 und für Worms ein solcher von 2i/r %* Der Vertreter der Gießener Gehilfenschaft ^Udenhausen b. Alsfeld. (M. Keßler) begründete die Notwendigkeit einer Erhöhung für Gießen eingehend und wies besonders auf die hohen Lebens- mittelpreise in Gießen hin. Der Vertreter der Prinzipale (O. Kindt) gab das auch zu, glaubte aber, daß man von einer Erhöhung absehen müsse, da die Konkurrenzverhältnisse Gießens diese weitere Belastung der Geschäfte nicht zuließen. ** Aus dem Theaterbureau. Die in der vorigen Woche 3. Preis: K. Neuling-Gießen. 4. Preis: K. Hildebrand- ' , Hamburger Silbersprenkel: 1. Preis und Ehrenpreis, 2. und 4. Preis: Ph. Södler- N.-Gemünden. 1. und Ehrenpreis sowie 2. Preis: Joh. Schäser III.-Gießen. 3. Preise: A. Feiß jr.-Gladenbach und Chr. Scheer-Angersbach. 4. Preis: Joh. Korrel IV.- Strebendorf. Hamburger Goldlack: 3. Preis: Eberh. Helmes II.-Ober-Hörgern. Italiener (rebhuhnfarb.): 1. Preis u. Ehrenpreis, 2. u. 3. Preis: G. H. Keil-Strebendorf. 4. Preise K. Hildebrand Udenhausen bei Alsfeld und F. !Zimmer Bingmühle bei Lauter. Italiener (silberhalsig) 1. Preis G. W. Heil, Fr. Krumbach, (schwarz) 1. Preis I. Bill IV., N.-Weisel, 4. Preis G. W. Heil, Fr. Krumbach, (blaue) 3. Preis Ed. Moritz Butzbach, (weiße) 2. Preis und Ehrenpreis Ludwig Hanau Gießen. Zwerg-Coch in 4. Preis W. Holland Marburg. Zwerghühner (mille ileur), 2. Preis W. Holland Marburg, 3. und 4. Preis ^Pb. Södler Nieder-Gemünden, (porzellänf.) 4. Preis G. H. dort in Empfang genommen werden. S. Personal-Nachrichten. (Telephon-Meldung des „Gieß. Anz.") Der Regierungs-Assessor Karl Schnittspa h n in Friedberg wurde bis auf weiteres mit den Dienst- verrichtungen eines Feldbereinigungs-Kommisjärs in Friedberg und der Gerichtsassessor Schreiber in Gießen mit der Wahrnehmung der Dienstverrichtunaen eines Amtsrichters in Offenbach beauftragt. ** Ab schie d s feie r. Der seit 31 Jahren bei dem hiesigen Gas- und Wasserwerk thätig gewesene Gasmeister Friedrich May ist mit dem 1. November in den Ruhestand getreten. Im Retortenhaus hatten sich am Abend des 31. | Oktober die Beamten und die Arbeiter des städt. Gas- und Wasserwerks versammelt, um sich nach einer Ansprache des Direktors Bergen von dem geschätzten und beliebten Mitarbeiter und Vorgesetzten zu verabschieden. Am Samstag abend sanden sich im kleinen Saale von Steins Garten Bürgermeister Meeum, die Beigeordneten Wolff und Georgi sowie die Mitglieder der Deputation für das Gas- und Wasserwerk und eine große Anzahl städtischer Beamten ein, um mit dem aus dem Kreise der im Dienst der Stadt Gießen thätigen Beamten scheidenden Gasmeister noch einige Stunden beim Glase Bier in gemütlichem Beisammensein zu verbringen. — Nachdem Buchhalter Wetter die Erschienenen begrüßt hatte, gedachte Bürgermeister Meeum der Verdienste, die Herr May sich während seiner langjährigen Thätigkeit beim Gaswerk erworben hat, und wies auf die Schaffensfreudigkeit unb große Pflichttreue hin, mit der er feinen verantwortungsvollen Posten bekleidet habe, um nun die wohlverdiente Ruhe zu genießen unb 1 feine angegriffene Gesundheit zu pflegen. Die tiefen Eindruck hinterlassenden kernigen Worte klangen aus in einen auf den Scheidenden geriebenen Salamander. Direktor Bergen feierte darauf den in den Ruhestand Tretenden als seinen treuen Mitarbeiter, der namentlich auch in Zeiten des Ueberganges des Werkes in den Besitz der Stadt, in denen die grüßten Anforderungen an die Beamten des Gas- und Wasserwerks gestellt worden sind, wie z. B. bei den Um- und Erweiterungsbauten des Werks während des Betriebes, sich stets als unermüdlich und arbeitsfreudig erwiesen habe, wenn es galt, Ruhe und Erholung den Interessen des Werkes und ber Stadt zu opfern. — Im Namen seines Vaters dankte Prokurist May dem Bürgermeister ! und der Stadtverwaltung, sowie auch dem Direktor Bergen für das ihm während der langen Dienstzeit stets bewiesene Wohlwollen und schloß seine Ausführung mit einem Hoch auf Bürgermeister Mecum. — Der erste Assistent des Gaswerks, Ingenieur Frahm, feierte die Familie des Scheidern den. Unter dem Gesang einiger Lieder, die von Mujiklehrer Hahn in liebenswürdigster Weise begleitet wurden und die mit humoristischen Vorträgen abwechselten, verlief die Feier T “?9) ,Ä ^•.ärnuiia. • WOl ?.3- L k ir.-Aaden- H°nrab M. ri 5 D. Heil, 'Oer-HörgL pser 1. U “•unb 4. Pr-j» '-Bauerns 7' dünner er?31 Preise ^hr. Scheer. Preis unb ^hrenpreiL lnö Bluetteu (gelbe Uster) M. Bärtchen), Mert-Wetzlar, ^reis L. Mengel- 4- Preis A. G re>s Karl Goetz- Deisler-Gießen. -Bob-Nauheim. N. Die beste Horbach-Gießen, eis, 2 2. Preise. 1 wurden ferner >rburg, 1. Preist 2. Preise 0g. r - Gießen, Mai Mengel-M.- wg, 5- Heckcr- Zchäfer-GlabD lg - Gießen m Preis erhielte lrg,J.C.Deuckr- ermeisrer, GiefL ). Sodlec-N.-!^ reis I. Lchmiül. Preis G.WHnl- liener) 1. Preis ! .panau-Gießvi. lener, GastwD- , N- t&N Preise, ®eorg Schuhmacher- btV-^tn W FuÜeraÄel unb .-Gießen für caL — Heute Mom Lfophenwald slck ienstac, DormiN LelePhon-MelbM >r Karl Schnitt- ces mit den Dich nmissars in >- er in Gießen' aen eines ÄV ein ^Scid^14: ^«5'S ^"riief*n fahren bei & ivesenc Gasrneiilc in den A« am Abend des & iner Ansprache ^ "nb beliebten en Am SmnM WZ s& alter SB hrend > '" nd [&en Atreiic hjy 1119™”“’ Stil# amand^ Ä-l'°° ?Vch J ’amen-hher Stad!- « dn f.. <8. ij ailorfv festlichkett veranstaltet. Die Beteiligung der Mitglieder und Freunde des Vereins war so stark, daß der große Saat dicht gefüllt war. Verschiedene Darbietungen heiteren Inhalts wurden mit großem Beifall ausgenommen und trugen zur Erhöhung der Fröhlichkeit viel bei. Daran schloß sich der übliche Tanz, bei dem sich die Teilnehmer bis zum grauenden Morgen vergnügten. _ ** Ter Bauer' sche Gesangverein hielt am Sonntag in Steins Saalbau eine Abendunterhaltung ab. Tie unter der bewährten Leitung des Kapellmeisters Polster vorgetragenen Lieder sanden bei den Zuhörern die verdiente Anerkennung. Ehrenmitglied Todt gedachte in einer Ansprache der 25jährigen Vereinsthätigteit des Vorstandsmitgliedes Rosenbaum und überreichte ihm das Diplom als Ehrenmitglied. Ein flott gespieltes Theaterstück wie das übliche Tänzchen bildeten den Schluß der schönen Feier. *• Unfug. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurden in der Westanlage mehrere Gas-Laternen von unbefugter Hand angezündet. Der Thäter wurde in der Person eines hier in Kondition stehenden Buchhandlungsgehülfen auf frischer That abgefaßt. — In derselben Nacht wurde einem Wirt zum zweiten Male das an der Haustreppe befindliche eisene Geländer mutwillig abgerissen, wodurch er einen empfindlichen Schaden erleidet. Als Thäter wurde ein Student ermittelt, gegen den Anzeige wegen Sachbeschädigung erhoben wurde. ** Verhaftungen. In der vergangenen Nacht mußte ein Radaubruder, der troß Verwarnung durch die Schutzleute fortfuhr zu lärmen und diese fortwährend belästigte, 'verhaftet werden. Ebenso mußte ein Mann ins Amtslokal gebracht iverden, der dem Alkohol derart zugesprochcn, daß er sich das Straßenpflaster zum Nachtlager auserkor. E Ruttershausen, 4. Nov. Der Neubau der Brücke über die Lahn zwischen Ruttershausen und Kirschberg ist dank der günstigen Witterung so weit vorgeschritten, daß sie jedenfalls gegen Ende dieses Jahres dem Betrieb wird übergeben werden können. Die Brücke gleicht im Großen und Ganzen der Gießener Lahnbrücke; die vier Bogen von je 15 Meter Spannung ruhen auf 3 Strom- und 2 Landpfeilern. Die Breite der Brücke beträgt 5 Meter, wovon 3.4 Meter auf die Fahrbahn und je 80 (Zentimeter auf die beiderseits vorgesehenen erhöhten Fußwege kommen. Die Fahrbahn wird nm etwa 1 Meter höher liegen als die der alten Holzbrücke, was eine Aenderung der Zufahrtswege, sowie in Ruttershausen selbst eine Erhöhung der Ortsdurchfahrt nötig macht. Die alte, in den 40er Jahren errichtete Holzbrücke hatte nur eine Bahnbreite von 3J/2 Meter und keine besonderen Fußwege; die Träger mußten im Jahre 1871 erneuert werden; im Laufe der Jahre machten sich weitere Reparaturarbeiten nötig, die indeß den fortschreitenden Zerfall der Brücke nicht oufhielten, so daß nur noch Fuhrlasten bis zu 25 Ctr. Gewicht mit einiger Sicherheit passieren konnten. Die Kosten der neuen Brücke werden sich auf ca. 65 000 Mk. belaufen, wovon drei Achtel aus Staatsmitteln, der Rest je zur Hälfte aus Mitteln der Provinz und des Kreises gedeckt werden. r. Butzbach, 2. Nov. Gestern Nachmittag waren Justiz- minifter Dr. Dittmar Exz. und Professor Dr. Kittler aus Darmstadt hier anwesend zur Besichtigung der elektrischen Zentrale sowie der elektrischen Leitung und der Licht-Anlage, in der Zellenstrafanstalt. et. Butzbach, 3. Nov. Samstag fand in der Restaura- fion W. Steinhäuser die Generalversammlung und das Stif- äungssest des Gesangvereins „Orpheus" statt. Der Vorsitzende A. Storch erstattete den Jahresbericht. Dabei gedachte er der Freuden und der Arbeiten innerhalb des Vereinslebens, erwähnte die drei im Lause des Sommers von den Butzbachern besuchten Feste, referierte über die außerordentliche Generalversammlung vom 27. Aprll l. Js. und über den Wetzlarer Delegiertentag (18. August l. Js.) und schloß, dem Verein gedeihliches Fortentwickeln wünschend, mit einem Hoch auf den „Orpheus" und den deutschen Männergesang. — Der Rechnungsablage, die Steuerbeamter Faust erstattete, entnehmen wir, daß dem Reservefonds weitere 83 Mark zugeführt werden konnten. Der Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt, und als 8. Mitglied Metzgermeister H. Schneider neugewählt. — Weitere Toaste wurden dem Präsidenten, dem Dirigenten (Anstaltslehrer Felsing) und den alten Herren gewidmet. Besonders begeistert wurde ein Trinkspruch aufgenommen, in dem die Buren und chre neuesten Siege gefeiert wurden, während das Vorgehen der Engländer scharf verurteilt wurde. In anregendster Weise verliefen die Stunden. k- Darmstadt, 3. Nov. Im Saale der „Stadt Pfungstadt" tagte heute der geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Landespartei für das Großherzogtum Hessen unter dem Vorsitz des Justizrats Schmeel I. Auf der Tagesordnung standen a) die Anstellung eines Parteisekretärs, b) Stellungnahme der Partei zur Vorlage der Groß- herzoglichen Regierung, die Landstände betreffend (direktes Wahlrecht). — Für letzten Punkt der Tagesordnung hatten Rechtsanwalt Dr. Osann II. (Darmstadt) das Referat und Rechtsanwalt C a l l m a n n (Alzey) das (Korreferat übernommen. Die Diskussion soll sehr lebhaft und heftig gewesen fein, ohne daß man einen definitiven Beschluß faßte. — Für die Provinz Oberhessen nahm Graf Oriola, Justizrat Jäckel (Wahlkreis Büdingen-Friedberg) Kirch (Gießen), Korndörfer (Wahllreis Gießen-Grünberg-Nidda) an der Versammlung teil. Vermischtes. • China fordert immer neue deutsche Opfer. Aus Tientsin liegt beifolgende Meldung des „Reutettschen Bureaus" vom 2. d. Mts. vor: In vergangener Nacht brach hier ein Feuer aus. Mehrere Warenhäuser und die Baracken der wallisischen Füsiliere wurden vernichtet. Wie es heißt, sind zwei Füsiliere und zwei Deutsche erstickt. Gerichtssaal. Mainz, 2. Nov. Ter Unteroffizier Karl Metelmann vom hiesigen Bezickskommando hatte sich vor dem Kriegsgericht wegen StttUchkeitsverbrechen zu verantworten. Der Angeklagte wurde zu 10 Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. Berlin, 3. Nov. Die Ausgrabuna von Leichen- ' eil en zu ärztlichen Zwecken beschäftigte gestern die Strafkammer des Landgerichts II. Der Direktor der Biesdorfer Irrenanstalt, Hebold, hätte das Grab eines in seiner Anstalt verstorbenen Patienten Öffnen lassen; ohne Wissen der Angehörigen hatte er einzelne Teile der Leiche aus der Grabstätte entnommen und zu medizinischen Untersuchungen verwandt. Daraufhin erstatteten die Hinterbliebenen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Diese erhob gegen Hebold die Anklage wegen Leichenschändung. Unter Anklage standen ferner der Leichendiener und Barbier Franz Tiedtke, der Pfleger Hermann Klabunde. Tie beiden ersten An- geklaalcn wurddn beschuldigt, gemeinschaftlich unbefugt ein Grab veschadigt zu haben. Scbold stand unter der Anklage, sie zu der strafbaren Handlung durch Mißbrauch seiner Amtsbefugnihe bestimmt zu haben. Tr. Hebold wurde zu brei Tagen Ge- f ä n g n i s verurteilt und die beiden andern Angeklagten srci- gcwrociicn. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft Markte. fc. Frankfurt a. M., 4. Novbr. (Orig.-Telegr. des „Gießen' Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 16.25—16.50, Kurhessischer Alk. 0.000—00.00, La Plata Mk. 16.75—17.00, Kansas Mk. 00.00-00.00, Roggen (hiesiger) Alk. 13.75—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.00—16.25, Kleie Mk. 00.00—00.00, Hascr Mk. 14.50—00.00, Mais Mk. 13.00 bis Alk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 24.00—24.50, 2. Qualität Mk. 22.00 bis Alk. 22.50, 3. Qualität Mk. 20.00—20.50, Roggenmehl 0 Mk, 21.50—22,00,1. Qualität Mk. 20.25—20.50, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Mk. 00.00, Roggciülcie Mk. 9.50—9.75, Maiskeiine Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Frankcnpfälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a.M.» 4. November. (Telegr. Oria.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen 376 Ochsen, darunter 120 aus Oesterreich, 42 Bullen, darunter 0 aus Oesterreich, 841 Kühe, Fersen, Sttere und Rinder, 354 Kälber, 719 Schafe und Hämmel, 1300 Schweine, 1 Ziegen, 0. Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 71—73 Mk'. 2. Qual. 65—67 Alk., 3. Qual. 59—62 Mk.; Butten I.Qual. 55 bis 57 Mk., 2. Qual. 51—53 Alk.; Kühe 1. Qual. 60—62 Alk., 2. Qual. 56—58 Mk., 3. Qual. 42—45 Alk, 4. Qual. 32—34 Mk., 5. Qual. 30—32 Mk. Kälber: 1. Qualität??—79Pfg., Lebendgewicht 46—48 Pf., 2. Qual. 68—70 Pfg., Lebendgewicht 40—42 Pfg., 3. Qual. Schlachtgewicht 54—56 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 58—60 Pfg., 2. Qual. 48—50 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 54 Pfg., 2. Qual. 67 Pfa., Lebendgewicht 53 Pfa., 3. Qual. 58 bis 60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh gut, bei Kleiiwieh gut; Markt geräumt. Ueberstand bedeutend. Heilbronn, 2. Nov. In der heute unter Vorsitz des Landgerichtsrats Geyer stattgehabten Gläubigerversammlung der Heilbronner Gewerbebank stellte der Konkursverwalter fest, daß nach der Schätzung, soiveit solche bis jetzt möglich ist, die Aktiva sich auf 3 757 000 Mk. belaufen und die Gesamtsumme der S chulden 3 869 000 Mark beträgt, sodaß nach Abzug der Konkurskosten die Gläubiger etwa 95 Prozent zu erwarten haben. Die Konkurs- kosteu werden auf 60 000 Mk. geschätzt. Als Grund der Ueber- schuldung werden die Spekulationen der Direktoren angegeben, die durch Bücherfälschungen die Verluste verheimlicht und an die Aktionäre Dividenden von 6‘/e Proz. verteilt hätten, lieber die Vermögen der Direktoren Fuchs und Käfer und des Pro- kuristen Krug ist der Konkurz eröffnet worden. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfrage» bleiben unberücksichtigt.) A. B. Ihre Vermutung über den Verfasser unserer mit „G. S." gezeichneten Arttkel, die die Konföderation der evangelischen Landeskirchen behandeln, ist unrichtig. Diese Artikel stammen von einem nicht in Gießen wohnhaften Geistlichen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungcn des Gießener Anzeigers. Athen, 4. Rov. Die Kammer wird auf deu 12. November einberusen. Man glaubt, datz der König nach feiner Rückkehr wichtige Erklärungen über die Annektion von Kreta abgeben wird. Wien, 4. Rov. In der gestrigen Sitzung des sozialistischen Parteitages wurde die Diskussion über die Re- Vision des Parteiprogramms fortgesetzt. Bemerkenswert war die Erklärung des Dr. Adler, daß es in Oesterreich keine Anarchisten gebe. Bebel erklärte, an der Beratung der ganzen Angelegenheiten, die nur Oesterreich beträfen, sich nicht beteiligen zu wollen. Wien, 4. Nov. Die Gerüchte, daß der Kaiser wegen der angeblichen Krisis früher in Wien eintreffen werde, als beabsichtigt war, find unbegründet. Der Kaiser kehrt an dem früher bestimmten Tage nach Wien zurück und wird hier eine Begegnung mit dem König von Griechenland haben. Lyck i. Ostpr-, 4. Nov. In Wohnitzen erschlug ein Maurer seine Ehefrau auf offener Dorfstraße. Der Thäter wurde verhaftet. London, 4. Nov- Es laufen Gerüchte um, wonach die Auflösung des Parlaments als bevorstehend betrachtet wird. In ministeriellen Kreisen erklärt man dagegen die Nachricht für unbegründet, da nichts eine solche Maßregel rechtfertigen würde. London, 4. Nov- Aus Peking wird gemeldet: Li- Hung-Tschang leidet an einem Magengeschwür. Die Krankheit wird jedoch nicht als ernst betrachtet. — Die Mitglieder des diplomatischen Korps zweifeln an der Richtigkeit des Gerüchtes von einem Attentat gegen die Kaiserin-Witwe. London, 4. Nov. Der Korrespondent der „Daily Mail" in Kapstadt meldet, das Eintreffen einer geheimnisvollen Kommission, die zur Aufgabe zu haben scheine, eine Untersuchung über größere oder geringere Veruntreuungen vorzunehmen. Die bei gewissen englischen Einrichtungen Südafrikas begangen sind. Wenn nur ein Zehntel von dem wahr ist, was man sich in den verschiedenen Teilen des Landes in kaufmännischen Kreisen erzählt, so wird das britische Publikum, vorausgesetzt, daß der Untersuchungsbericht veröffentlicht wird, köpf st eh en und der Steuerzahler wird erfahren, daß verschiedene Millionen Pfund jedenfalls meist in die Taschen Englands geflossen und nicht für die Zwecke verwendet worden sind, für die sie bestimmt waren. Amsterda.m, 4. Nov- Hier weilende Buren haben in den Hügeln von Nijverdal in der Provinz Overyssel Goldminen entdeckt, welche sich zur sofortigen Ausbeute eignen. (?) Paris, 4. Nov. Der ministerielle „Petit Parisien" schreibt: Die Division Caillard der französischen Flotte wird heute an dem Punkte anlangen, der ihr zum Ziele gegeben ist und wo sie die weiteren Instruktionen der Regierung erwarten soll. Die Schiffe sind schon in den griechischen Gewässern. Caillard wird wahrscheinlich feine Division in die Rhede von Midilla führen, welche die wichtigste von Mytilene ist, zuerst diese Insel besetzen und wenn diese Demonstration nicht genügt, wird er Truppen auf dem Konttnent ausschifsen und sich der Zoll- bureausvonSmyrnabemächtigen. — Ein anderes Blatt erklärt, daß alle im Orient interessierten Mächte sich in dem französisch-türkischen Konflikt absolut neutral verhalten wollen. Rom, 4. Nov- Die Reise des Kö nigspaares nach Rußland ist trotz aller Dementis beschlossene Sache. Die Zusammenkunft mit dem Zaren findet in Warschau statt, wo das Königspaar vier Tage Aufenthall nehmen wird. Bon dort wird das Königspaar die Reise nach Petersburg und Moskau fortsetzen. Rom, 4. ykov. Der „Osservatore Catolieo" wiederholt- in freundlicher Form, daß nach sicheren Berichten an der orthodoxen Ueberzeugung des Professors Spahn nicht mehr zu zweifeln sei und lobt die große Zurückhaltung des jungen Gelehrten, der sicher bald durch die That beweisen werde, daß er die Hoffnung, die d-e deutschen Katholiken auf ihn gesetzt, zu rechtfertigen in der Lage sei. Pretoria,!. 'Rov. (Reuter.) lieber das Gefecht vom 30. Okt- wird weiter gemeldet: Die Buren griffen die Nachhut Bcnso n's an und erbeuteten zwei Kanone n. Benson fiel bald nach Beginn des Kampfes- Major Woods Sampson übernahm das Kommando, sammelte die Truppen und nahm eine Verteidigungsstellung an. Tie Buren machten verzweifelte Ansttengungen, die ganze Streitmacht der Engländer niederzuwerfen, und gingen wiederholt auf deren Linien los, wurden aber unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Ter Gesamt-- Verlust der Buren wird auf 200 bis 400 geschätzt. Die Verteidigung der Engländer wurde standhaft aufrechterhalten, bis Oberst Barter am 1. November früh mit Verstärkung eintraf. Alsdann zogen sich die Buren zurück. — Major Sampson gelang es, den ganzen Convoi der Truppen und Wagen zu retten. Die Buren ließen in ihrem Angriff nicht nach und feuerten aus guter Deckung und Verschanzungen auf das eilig formierte Lager. Sie ber< mochten aber die beiden Kanonen, welche in offenem Felde 500 Yards von den Kämpfenden entfernt waren, nicht fortzuschaffen. Barter half nach seiner Ankunft den Feind zerstteuen. Die Buren, welche gehofft hatten, die ganze Truppenmacht gefangen zu nehmen, hatten das Gefecht bis zur Ankunft Barters fortgesetzt. Andere Truppen sind nunmehr zur Verfolgung des Feindes ab- gegangen. Die Engländer machten einige Gefangene- Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgea. Oesterr. Staatabahn . Gotthardbahn , , . Laurabütte . . . . Bochum . . . , . Harpener . . . . . 100.35 . 89.30 . 100.50 . 89.40 . 98.15 . 98.80 . 41.40 . 25.40 . 25.55 . 84.20 8V8% 3% 3‘/,% 8% 3l/2% Hessen . . . 5% Italien. Rente . . 4 /p Grieoh. Monopo.l-Anl, SO/j Portugiesen ... 3u/p Mexikaner . . . 4*/2% Chinesen . . . Reichsanleihe do. Konsole . do. . . . 195.0$ . 171.26 . 117.96 . 118.16 . 130.86 . 134.06 . 155.06 . 178.56 . 160.36 . 155.76 Telephonischer Kursbericht- .Frankfurt a. 31., 4. November. Tendenz: still. Zahlreich sind die Tolletteseifen. welche zur Schönheitspflege mit den größten Versprechungen dem Publikum angepriesen wurden^ aber wie sie gekommen, so sind auch viele wieder verschwunden- da sie das Versprochene nicht gehalten haben. Die „Patend- Myrrholin-Seife" hat infolge ihrer Reizlosigkeit, Milde und unübertroffenen Wirkung bei den verschiedensten Hautstöruügen und zur Erzielung eines schönen Teints das Feld behauptet. Für die zarteste Häut der Frauen und Kinder ist sie von unschätzbarem Wert. Die fortwährend zunehmende enorme Verbreitung, welche die „Patent-Myrrholin-Seife" gefunden hat, sind der beste Beweis, daß sie als hygienische Toiletteseife zum täglichen Gebrauch von jedermann dauernd benutzt wird, der ihre Vorzüge unb ber überaus wohtthätigen Einfluß auf bie Haut kennen gelernt hat Ueberall, auch in ben Apotheken, erhältlich. Man nehme keine anbere. Bekanntmachung, Aus ber Friedrich Bücking'schen Stiftung sind für das Jahr 1901 an zehn bedürftige und würdige Bewohner Gießens» Familienhäupter oder einzeln stehende Personen, Unterstützungen zu vergeben und zwar zwei mit je 150 Mk. und acht mit je 100 Mk. Bewerbungen haben bis längstens 30. November ds. Js. bei bex unterzeichneten Behörbe, — Zimmer Nr. 2 — zu geschehen. Gießen, ben 31. Oktober 1901. 7226 .Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Zinsen der zum Gedächtnis des früheren ordentlichen Professors der Theologie an der Landes-Universität Karl August Credner errichteten „Karl August Creduer- Stiftung" zu Gießen sind am 10. Januar 1902 von Neuem auf 5 Jahre zu vergeben. Anspruch auf Berücksichtigung haben alle Witwen unb hinterlassenen ehelichen nicht im Haushalte der Mutter lebenden Töchter, deren Gatte bezw. Vater zur Zett seines Todes ordentlicher oder außerordentlicher Professor oder Privatdozent an der Landes-Universität war, unb deren Verhältnisse eine Zuwendung aus der Stiftung rechtfettigen. Schriftliche Bewerbungen sind spätestens bis zum 1. Dezember d. I. an den Engeren Senat der Landes-Universität einzureichen. 7247 Gießen, den 1. November 1901. Großherzogliche Landes-Universität. Hansen. Schäffer. Seltersberg-Verein. Nächsten Mittwoch deu 6. ds. Nits., abends 8 Uhr: Außerordentliche Generalversalnnilnng bei Restaurateur Otto, Frankfutterstraße. 7200 Tagesordnung: Verschiedene Vereinsangelegenhetten. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. .zümWürzeü; Saucen, Gemüse re. findet sett Jahren bei allen, die auf eine lchmaLyalte, gcsuude und doch spar/ame »s Wasch- x Extract.z Rattentod (Felix Jmmifch, Delitzsch) ist das beste Mittel, um Ratten u. Mäuse schnell und sicher zu vertilgen. Unschädlich für Menschen uno Haustiere. Zu haben in Paketen ä 50 Pfg. bei 6667 Aug. Zimmermann, Lollar. (&m eichen. Kleiderschrank (2Utet> tum) zu verk. Südanlage 7. zu kleinen Preisen: Die Hoffnung. (Op Hope van Zegen.) Ein Seestück in 4 Akten von Lermann Heyermanns jr. Anfang 8 Uhr. Ende 11 Uhr Eintrittspreise: Loge Mk. 1.30, Saal 60 Pfg., Gallerie 30 Pfg. Unterzeuge Jacken [7259 Hosen PrimaWaren. — Billige Preise. August Waag 60 Seltersweg 60. c>reundl. 4-Zimmerwohnung Xj neu hergcrichtet, per sofort od. später zu vermieten. I. Krämer, Konditorei, Neuenbäue. 5587 Schottstraste 3 Mansardenwohnuna per 1. Jan. ev. früher an ruh. Leute zu verm. 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