Nr. 260 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Dienstag 5. November 1001 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener FamNien- vlatter werden dem An- seiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt* und den -Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. IRebafhon, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger «Sieben. Fernsprechanschluß Nr. 51. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeige« aii der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen UniversitätS - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Politische Wochenschau. Angebliche kaiserliche Aeußerungen zu den schwebenden wirtschastlichenFragen wurden dieser Tage in die Oefsentlichkeit getragen und haben, obgleich sie in der Art, luie sie gefallen sein sollten, schon nicht glaubhaft erschienen, doch noch ein offizielles Dementi im „Reichs- anzeiger" hervorgerufen. Danach sind die fraglichen Mit- tellungen „von Anfang bis zu Ende erlogen". Man könnte es. auffällig finden, daß die also charakterisierten Worte nicht iwch näher bezeichnet worden find, da eine ganze Reihe derartiger Kundgebungen mitgeteilt worden ist, z. B- die Bemerlung: „Der Doppeltarif ist Unsinn; Bülow ist auch der Meinung". Indes ist das Zurückgreifen auf Pri- vatgefpräche immer ein Symptom der Unsicherheit der Lage, und man könnte es nur dadurch beseitigen, daß die Regierung ihrerseits über Richtung und Ziel ihrer Politik keine Zweifel aufkommen läßt. Die „Magdeb- Ztg." meint, es könnte in der Stellung, die man in den offiziösen Organen zu dem Zolltarifentwurf jetzt einnimmt, ein amtlicher Unterschied gegen die Erklärungen gefunden werden, mit denen die Veröffentlichung des Entwurfs offiziös eingeleitet worden ist. Damals hieß es, daß weder die Vorschriften des Gesetzes, noch die Sätze des Tarifs unabänderlich festständen; jetzt scheine man aber eine andere Lesart zu haben. In Frankreich muß wieder mal recht lebhaftes Bedürfnis herrschen, kleine Pfelle gegen Deutschland zuzuspitzen und abzuschießen, um nach altbewährtem Rezept die Aufmertsamleit der Bevölkerung von den innerpolitischen Verhältnissen abzulenken. Der bisherige Berichterstatter des Pariser „Figaro", Bonneson, erzählt anläßlich der „Eidesleistung" des neuen Bischofs von Metz allerlei, was beweisen soll, daß Elsaß-Lothringen im Herzen französisch bleibe. Der Reichstagsabg. Abbe Wetterle, so versichert er, habe ihm eine Darstellung der dortigen Lage zugestellt, woraus sich jene Folgerung ergebe. Das ist aber noch das Wenigste. Der Redakteur eines großen rheinischen katholischen Blattes habe Herrn B-oruieson versichert:„Wir westfälischen (!J) Katholiken würden nichts dagegen haben, von Frankreich annektiert zu werden, wenn es tolerant (?) sein wollte." Herr Bonneson findet dies auch sehr natürlich, denn in dem ehemaligen Königreich Westfalen habe eine dreijährige französische Herrschaft (Jerome!) bewirkt, daß man dort rwch immer im Herzen französisch sei. Herr v- Köller habe zugegeben, daß Deutschland sich in Lothringen einer überlegenen Zivilisation gegenüber befinde. Und „Herr Wagner, der Rektor der Universität Berlin" habe in Gegenwart des Herrn Bonneson gesagt: „Die wirlliche Grenze Deutschlands ist nicht der Rhein (!), sondern die Elbe." Man kann den „Figaro" zu diesem vortrefflichen Berliner Mitarbeiter, der ein Meister darin ist, Thatsachen und Verhältnisse auf den Kopf zu stellen, nur aus vollem Herzen beglückwünschen. Die Veröffentlichung der Briefe des französischen Generals Voyron an Waldersee sollte augenscheinlich den Beweis liefern, daß Voyron im chinesischen Feldzuge verstanden hat, dem Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen Schwierigkeiten zu bereiten und die Selbständigkeit der Franzosen zu wahren. Deutscherseits dürste man diese Afsaire offiziell ignorieren, da man annehmen darf, daß das Ministerium Waldeck-Rousseau, das der Veröffentlichung dieser Briese schwerlich sernsteht, damit angesichts innerpolitischer Schwierigkeiten eine bequeme Di- version nach außen gemacht hat, um den für die'Deputiertenkammer angelündigten Chinainterpellationen zu begegnen und die Chinaanleihe durchzudrücken. Gleich Voyron, oder wenn man wlll, gleich dem französischen Ministerium hat sich auch der nur zu wohl bekannte englische Minister Chamberlain in seinen letzten Reden an die Wähler Ausfälle gegen Deutschland gestattet, die von Seiten der deutschen Diplomatie die gebührende scharfe Zurückweisung leider noch nicht gefunden haben, im allgemeinen aber nicht ernst genommen zu werden brauchen, da sie nur Ausflüsse der Verlegenheit über den Krieg in Südafrika darstellen, der freilüch nicht mit der bei diesem Staatsmanns üblichen Großsprecherei zu Ende geht, sondern im Gegenteil den Engländern erst in den letzten Tagen wieder zlvei sehr schwere Schlappen durch Delarey und Botha gebracht hat, an die sie noch recht lange denken werden. Ober ft Ben fonsschwere Niederlage wird selbst in den imperialistischen Blättern Englands als eine der schwersten Katastrophen des ganzen Krieges bezeichnet. Man erwartet in London sensationelle Wendungen. Das Kriegsamt teilt mit, daß in dem Gefecht bei Barkenlaagte noch zwei Offiziere gefallen sind. Ferner ist noch ein verwundeter Offizier gestorben, außerdem sind noch zwei Offiziere verwundet worden. Es verlautet weiter, außer den zahlreichen Verlusten an Toten und Verwundeten hätten noch mehrere hundert Mann die Waffen gestreckt. Die Soldaten seien von den Buren nach Wegnahme der Waffen wieder freigelassen worden. Die Offiziere wurden dagegen zuruck- bchalten, um an ihnen Rache zu nehmen für die Hinrichtung der verschiedenen Burenführer. Es herrscht deswegen in London die größte Aufregung, und es staut sich eine ungeheure Menge vor dem Kriegsamt, um nähere Einzelheiten zu erhalten, ein Blld, wie es aus den ersten Tagen des Krieges noch in aller Erinnerung ist. — Der Kommandant : der Buren in dem Gefechte bei Barkenlaagte ist zweifelns Louis Botha gewesen. Nach den letzten Meldungen befand er sich in der Gegend von Ermelo, und Bethel ist kn der i Nähe dieses Orts. Der „Verfolgte", Gehetzte, der „beinahe" ; schon in englische Gefangenschaft Geratene, dessen Armee sich schon vollständig aufgelöst haben sollte, bringt es trotz- .dem fertig, mit einer Streitmacht von 1000 Mann sich auf > seinen (Gegner zu stürzen und dessen Nachhut zu vernichten. : a§ müssen die englischen Berichte doch über seine .Ver- ! । «Neu anzustellende akademisch gebildete Landivirtschafts- : lehrer fassen das Gelehrte abschnittsweise und systematisch au öffent- ; lichen Vorträgen (auch für Erwachsene) zusammen. Die Ausgaben . für die neu änzustellenden akademisch gebildeten Landwirtschafts- lehrer sind in erster Linie aus bent Kapitel des Hauptvoranschlags „zur Förderung der Landwirtschaft" zu bereiten.'7 Es ist noch nicht allzu lange her, daß Herr Köhler sich an dieser Stelle in der maßlosesten Weise gerade gegen die Vertreter der akademischen Bildung ausgesprochen hat. Die Schlußbemerkung Köhlers in seinem Entwurf lautet wörtlich: „Ich halte die Ausgabe für Ausbildung der Bauern als die . allerwichtigste und notwendigste. Ihr zu Liebe sollten alle anderen ’ Aufwendungen im Landwirtschafts-Etat zurückstehen. Aufs Höchste die Ausbildung des Landwirts in seinem Beruf zu sördern, ist eins 1 der allergrößten Mittel, um den Bauernstand zu erhalten und zu kräftigen. Tenn nur ein intelligenter Bauernstand kann die gegenwärtigen Zeiten schwerster Not überwinden, nur ein intelligenter Bauernstand wird den Ansturni seiner mächtigen Feinde ! aus den Lagern des Handels, der Industrie, der Bureautratic und ; der Sozialdemokratie siegreich zurückschlagen können." In der viel besprochenen Angelegenheit des Lehrers i. P. : H. Baumann zu Lampertheim hat der 3. Ausschuß nunmehr - Stellung genommen. Zur Orientierung wird zunächst ein : kurzer Abriß des Herganges gegeben. Baumann wirkte an : der katholischen Gemeindeschule zu Lampertheim, zunächst als Lehrer, dann seit 1890 als Oberlehrer bis zu seiner „im ‘ Interesse des Dienstes" 1898 erfolgten Versetzung als Lehrer an die katholische Schule in Hirschhorn. Mit den ihm unterstellten Lehrern Dölcher und Deubler kam es zu Zwistigkeiten und schließlich zum vollständig feindlichen Bruch auf der Amtsstube des Oberlehrers. Auf Anzeige des Oberlehrers bei der Kreisschulkommission Bensheim mit dem Anträge ■ Dölcher und Deubler aus Lampertheim zu versetzen, erfolgte von dieser Behörde Untersuchung der Angelegenheit, und das Resultat derselben war, daß die drei in Streit geratenen Lehrer versetzt wurden. Diese Versetzung sollte nicht den ; Charakter einer Strafversetzung an sich tragen, und daher erhielten die Lehrer keine Kürzung ihres festen Einkommens. Baumann mußte allerdings seinen Funktionsgehalt als Oberlehrer (300 Mk.) einbüßen, da er in gleicher Eigenschaft in Hirschhorn nicht angestellt werden konnte. Er bezog diese Stelle nicht, sandte das Dekret an das Ministerium zurück mit der Begründung, „daß er wegen Krankheit nicht in der Lage wäre, sich dienstlich zu bethätigen." Mehrmals auf- gefordert, seine neue Stelle anzutreten, erklärte er „wegen nervöser Erregung" die Stelle nicht antreten zu können. Es erschien nun eine Broschüre von Baumann, „Aus Notwehr", deren Inhalt die Großh. Kreisschulkommission Heppenheim zu der Erkenntnis der Entlassung aus dem Schuldienste veranlaßte. Sein Rekurs wurde abgewiesen, das Ministerium erkannte jedoch in Berücksichtigung des aufgeregten Zustandes Baumanns nur auf eine Geldstrafe von 100 Mk. Die Stelle in Hirschhorn trat Baumann nicht an, erwirkte Verlängerung seines Urlaubs und ließ sich im Dezember 1899 pensionieren. Nun erschien von Baumann eine zweite Broschüre, betitelt „Herrn Kargs glänzende Rechtfertigung". Auf Grund der in dieser Schrift ausgesprochenen Beleidigungen, insbesondere gegen den Kreisschulinspektor Karg, stellte das Ministerium Strafantrag, und Baumann wurde in eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen verurteilt, die er im-Gefängnis zu Butzbachs verbüßte. Der Ausschuß muß sich nach gründlicher Prüfung der Akten dahin aussprechen, daß die Regierung dem Wortlaut des Gesetzes entsprechend gehandelt hat, in dem Falle der Bestrafung mit 100 Mk. an Stelle der Entlassung sogar eine wohlwollende Milde hat walten lassen. Gleichwohl bemerkt er in Berücksichtigung der Verhältnisse folgendes: Es ist eine eigentümliche Stellung, die man den Oberlehrern an den Volksschulen einräumt. Der Funktionsgehalt wird nach fünfjähriger Versehung des Amtes pensionsfähig, gleichwohl gehört er nicht zu dem festen Einkommen und kann jederzeit dem Inhaber auf Grund der Widerruflichkeitsanstellung von der Negierung entzogen werden. Man könnte denken, daß eine Probezeit von fünf Jahren genügen könnte, um einem Beamten, der bis zur Ernennung als Oberlehrer schon längere Zeit im öffentlichen Schuldienst Verwendung gefunden, das Damoklesschwert der immerwährenden Anstellung auf Widerruf abnehmen zu können. Der Ausschuß hat den Eindruck gewonnen, daß die untaktmäßigen Handlungen der drei Beteiligten ziemlich gleich bemessen werden können, und muß es deshalb als eine empfindliche Härte bezeichnet werden, daß nur der eine Teil einen um 300 Mk. jährlichen Abzug seiner Einnahmen verschmerzen sollte, während der andere Teil vollen Ersatz derselben fand. Der Ausschuß muß betonen, daß er eine Aenderung in dem Dienstverhältnis der Oberlehrer für dringend geboten erachtet und beantragt, dem Baumann ausnahmsweise eine Erhöhung seiner Pensionssumme um 174 Mk. (58 pCt. von 300 Mk.) zu gewähren. Im übrigen beantragt er die Ablehnung aller weiteren Anträge Baumanns, von dem er schließlich mit schönem Wohlwollen bemerkt: Baumann wird als tüchtig ausgebildet und geschickt bezeichnet. Er ist jetzt erst 46 Jahre alt und könnte noch mehrere Jahre erfolgreich im Lehramt wirken. Der Ausschuß möchte es deshalb der Regierung zur Erwägung anheim geben, ob nicht auf Gesuch des Baumann eine Wiederverwendung im Lehramt stattfinden könnte. Eine Vorstellung der Kanzleigehilfen bei den Landgerichten betrifft ihre Besoldungs- und Anstellungsverhältnisfe. Darin heißt es: Im Jahre 1898 wurde die Anstellung von je drei Kan-listen bei den Landgerichten Darmstadt und fvlgung" zusammengelogen haben! Höchstwahrscheinlich sind die englischen Truppen wieder in üblicher Weise in eine i Falle gegangen, die ihnen die Buren gestellt haben. Näheres i wird man hoffentlich bald erfahren. Wir sind gespannt ' darauf, was Joe Chamberlain nun wieder reden wird. ’ Die Antwort Bothas auf seine jüngste Ankündigung noch r „strengerer Maßregeln" hat er weg. Ob der englische König Edward krebsleidend ist : oder nicht, vermag man leider trotz aller Dementis und : Wiederholungen bon Meldungen nicht klar zu erkennen. : Nicht minder fraglich erscheint es zur Zeit noch, ob der Plan der niederländischen Hafenarbeiter, England mit einer : neuen Kontinentalsperre zu verfolgen, ins Werk gesetzt wer- ; den kann; sie haben zwar in verschiedenen Hafenstädten des europäischen Festlandes schon Zustimmungen und Zusagen - erhalten, doch steht diese entschieden sehr gut gemeinte, : aber schwer durchführbare Sache noch in weitem Felde. Uebrigens beginnt sich in England selbst mehr und mehr die Erkenntnis Bahn zu brechen, daß man sehr übel beraten war, als man die Politik einleitete, die den Krieg in Südafrika herbeiführte. John Morley geißelte diese Politik in einer Ansprache an seine Wähler in Arbrouth auf das Heftigste und sagte, der Krieg arte in einen Vernichtungskrieg aus und erzeuge eine eiternde Wunde im Fleische der Kapkolonie. „Wäre es nicht endlich an der Zeit", fuhr er fort, „andere Schritte zu ergreifen, als alles in Südafrika^ den Truppen zu überlassen? Hinsichtlich der zerrütteten Finanzen und des geschwächten Ansehens Englands in Eurwpo sollte die Regierung nicht länaer mit verschränkten Armen dasitzen, sondern der gefährlichen Lage des Landes ein rasches Ende setzen." Unter dem Eindruck der neuesten Hiobsbotschaften dürfte die Bewegung gegen die Ehamberlain'sche Politik noch stärkeren Boden gewinnen. Die beabsichtigte Flottendemonstration Frankreichs, um von der Türkei die reklamierten Beträge in möglichst kurzer Zeit zu erhalten, soll, wie am Samstag gemeldet wurde, durch in letzter Stunde vom Sultan abgegebene Vorschläge sich erledigt haben, man meldet aber jetzt aus Paris, es verlaute, daß mit der durch den letzten Depeschen wechsel zwischen Paris und Konstantinopel erledigten Geld-Afsaire Lorando itod) nicht alle französischen Forderungen erfüllt sind. Die Türkei, das ist die Anschauung der französischen leitenden Kreise, schulde noch Genugthuung für die dem Botschafter Constans widerfahrene Behandlung. Das französische Geschwader werde nicht heimkehren, ohne für Frankreichs Prestige im Orient etwas wesentliches errungen zu haben. Am Samstag besuchte der erste Sekretär der türkischen Botschaft in Paris den Minister des Aeußern, Del- casse, und teilte ihm amtlich mit, daß der Sultan die Forderung Lorandos, sowie die übrigen Forderungen sofort erledige, wenn das ftanzösische Geschwader zurückgezogen werde. Darauf wies Delcasse den Botschaftsrat Bapft an, den Sultan zu fragen, was für Garantien für die Erfüllung des Versprechens gegeben würden. Der Ausgang der Streitsache ließt jetzt gänzlich beim Sultan. Es besteht wenig Wahrscheinlichkeit, daß eine befriedigende Antwort den Minister Delcasse zeitig genug erreicht, um ihm zu ermöglichen, die dem Admiral Caillard gegebenen Instruktionen zu widerrufen. Die Division Caillard ist jetzt unterwegs und die französische Regierung wird sie wohl auch nicht mehr zurückberufen, und sich nicht mit den unbestimmten Versprechungen der Pforte oder des Sultans beruhigen, die bekanntlich selten gehalten werden. Wie überdies verlautet, wird die ftanzösische Regierung die Anwesenheit ihrer Schiffe in den türkischen Gewässern dazu benutzen, um noch verschiedene andere strittige Punkte mit der türkischen Regierung zu regeln. Es handle sich natürlich nicht um eine Gebietsabtretung, noch irgendwie die orientalische Frage wieder zu eröffnen, sondern man will nur einer Wiederholung von Vorgängen vorbeugen, die „dem Rechte und der Würde Frankreichs widersprechen." Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß der Sultan in aller Eile den Eingang der Dardanellen sowie die Häfen von Saloniki und Smyrna habe besetzen lassen. Da eine Landung französischer Truppen möglich scheine, seien unterseeische Sprengminen gelegt und die Truppen inobil gemacht. Im ganzen türki- chen Reiche mache sich eine heftige franzosenfeindliche Bewegung bemerkbar, und man hege für die in gewissen Städten lebenden Franzosen starke Befürchtungen. Der „Gaulcsts" veröffentlicht eine Unterredung mit einem hohen Beamter: des Marineministeriums, der erklärte, daß Caillard sehr strenge Weisungen erhalten habe, die er'genau ausführen werde. Für den Fall, daß eine bloße Flottendemonstration wirkungslos bleiben sollte, würde man die Kanonen sprechen lassen. Der „Matin" läßt sich aus London melden, der türkische Finanzminister werde in Kürze eine Anleche von 2 Mill. Pfund aufnehmen, um Lorando und Tubini zu befriedigen und der Ottomanbank Zahlung zu eisten.__________________________________________________ Parlamentarisches ans Hessen. Der Abg. Köhler-Langsdorf hat zu seinem Anträge betreffend Umgestaltung der ländlichen Fortbildungsschulen zu Ackerbau-Vorschulen der zweiten Kammer den Entwurf eines Lehrplans, „der seine Entstehung der guten Gesinnung und dem Eifer einiger Volksschullehrer verdankt," vorgelegt. In der Einleitung dazu macht Köhler darauf aufmerksam, „daß ein tüchtiger Bauernknecht oder Viehschweizer über bedeutend mehr Kenntnisse und praktische Fähigsten verfügen muß, als ein Durchschnitts- । Fabrikarbeiter," und will „diesen — oft der Landwirt- . chaft und ihren Betreibern feindlich gesinnten — Kreisen die Rückkehr aus den unsicheren Bezirken der Exportindustrie zur < Mutter Erde einigermaßen erleichtern helfen." In seinem 1 Lehrplan-Entwurf sagt Herr Köhler u. a.: Mainz und zwei bei dem Landgericht Gießen beschlossen. Im verflossenen Jahre wurden die Gehaltsverhältnisse der Kanzlisten in der Weise festgesetzt, daß sie mit einem Gehalt von 2100 Mk. anfangen und von drei zu drei Jahren um 150 Alt. steigen und dann mit dem Höchstgehalt von 2700 Mk. abschließen. Da die Anzahl der Kanzlistenstellen bei den drei Landgerichten gesetzlich festgelegt ist, so darf wohl angenommen werden, daß die Vorstellenden vorerst keine Aussicht haben, zu Kanzlisten befördert zu werden. Wenn nun auch die Vorstellenden einsehen, daß der Unterschied zwischen dem Höchstgehalt der Kanzlisten nnd dem der Kanzlcrgchilfen niemals ausgeglichen werden kann, so dürfte doch die Differenz (1000 Mk.) etwas zu weitgehend sein. Da momentan in Gießen keine Kanzlisten angestellt sind, so müssen hier sämlliche vorkommenden Arbeiten durch die vier'Kanzleigehilfen erledigt werden, wozu hier die Aufstellung der tabellarischen Arbeiten über Hypotheken und Standesamtswesen, die monatlichen Uebcrsichten und die Auszahlung der Zeugengebühren gehören, und diese Arbeit ist nur mit Mühe und ausdauerndem Fleiß zu bewältigen, da der Kanzleiinspektor durch Aushilfe in der Registratur und bei dem Sekretär in Anspruch genommen wird und infolgedessen einzelne Arbeiten, welche dem Kanzlei-Jnspeitor zustehen, durch das Gehilfenpersonal angefertigt werden müssen. Um einigermaßen einen Ausgleich herbeizuführen, unterbreiten die Vorstcllenden der Ständekammer folgende Abänderungsvorschläge: 1. die Kanzleigehilfen schließen mit dem Mindestgehalt der Kanzlisten 2100 Mk. ab; 2. können die Kanzleigehilfen diesen Höchstgehalt bei einwandfreier Führung bereits mit dem 45. Lebensjahr erlangen; 3. bei den jüngeren Ge- hllfen wird der Gehalt derart festgesetzt, daß dieselben mit dem 30. Lebensjahr doch mindestens 1700 Mk. beziehen; 4. nach einer 15jährigen einwandfreien Dienstzeit kann jeder Kanzleigehilfe zum Kanzlisten befördert werden. Die Arbeiter der Zentralwerkstätte der Main-Neckar- Bahn petitionieren, die Zweite Kammer wolle bei der Staatsregierung ihre Versorgung „in der gleichen Weise anregen, wie dies für eine besondere Gruppe von staatlichen Arbeitern bereits stattgefunden hat, und zwar so zeitig, daß bei einem etwa in Bälde erfolgenden liebergang der Main-Neckar-Bahn in die Preußisch-Hessische Gemeinschaft die Arbeiter noch die Wohlkhateu einer selchten Bestimmung genießen können." Der bereits erwähnte Antrag der Abga. Ulrich und Genossen, betreffend die Minderung der Arbeitslosigkeit lautet: Die Kammer wolle beschließen, die Großherzogliche Regierung zu ersuchen, behufs Milderung der überall sich fühlbar machenden Arbeitslosigkeit alle irgendwie in Frage kommenden Staatsarbeiten in beschleunigter Weise in Angriff nehmen zu lassen und eventuell den Ständen Vorlage über Notstandsarbeiten zugehen zu lassen. Die Zweite Kammer hatte bekanntlich beschlossen, die Regierung zu ersuchen, baldmöglichst eine Gesetzesvorlage zu bringen, welche eine feste Entschädigung von zu Unrecht verhafteten Personen vorsieht. Diesem Beschluß ist die Erste Kammer nicht beigetreten. Der zweite Ausschuß der Zweiten Kammer beantragt nun, 6et dem Beschlüsse der Zweiten Kammer zu beharren. Der Abg. Weidner richtet an die Regierung die Anfrage, ob und was in Bezug auf den Kammerbeschluß betreffend das Dien stein ko mm en der Bürgermeister geschehen ist. Ein sehr wichtiges Schrift ft ück des 4. Ausschusses beschäftigt sich mit einer Sammelausgabe sämtlicher geltenden Verfassungs- und Ver- waltun g s-Gesetz e. Die Abgg. Ulrich und Genossen hatten den Antrag gestellt, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, die Neu- Herausgabe sämtlicher geltenden Verfassungs- und Verwalt- üngsgesetze in übersichtlicher, jedermann leicht zugänglicher und verständlicher Form zu veranlassen. Hierauf erfolgte die Antwort des Staatsministeriums: „---daß nach Ansicht der Großh. Regierung mit Rücksicht auf die in Aussicht genommene Revision der Verwaltungs- und eines Teiles der Verfassungsgesetze es wohl nicht erforderlich erscheint und eine unnötige Belastung der Staatskasse Wäre, wollte jetzt noch eine Sammelausgabe sämtlicher geltenden Verwaltungsgesetze veranstaltet werden. Der 4. Ausschuß erklärt sich mit dieser Antwort „keinesfalls einverstanden". Er ist der Ansicht, daß es eine dringliche und sehr verdienstvolle Aufgabe für die Regierung wäre, wenn sie dazu sich entschließen könnte, „endlich einmal den alten Schutt der Gesetzgebung vergangener Zeiten aus dem Staatshause hinauszufegen, und ein einheitliches, festgefügtes und zweckentsprechendes Gesetzeswerk an die Stelle des aus tausend und aber tausend Flicken und Stücken zusammengeschusterten Verfassungs- und Verwaltrmgsrechles zu stellen", und fährt dann fort: „Ob zu der beantragten Revision und Sammlung freilich die gegenwärtige Zeit, deren Signatur der nervöse Wechsel, das unausgesetzte Hin- und Her- Pen d e l n, das ewigeZick-Zack von widerstreitenden Bewegungen aus dem Markte des öffentlichen Lebens ist, drüber ließe sich streiten. . Darum erachtet es der Ausschuß von hoher Bedeutung, wenn er empfiehlt, ohne Verzug die gewiegtesten Kenner des Hessischen Verfassungs- und Verwaltunasrechtes zu einer Kommission zu vereinigen und dieselben — unter zeitweiliger Entbindung derselben von allen anderen Amtsgeschäften — einzig und allein mit der Untersuchung der einschlägigen Gesetzgebung zu betrauen, sowie dieselben mit der genauesten Berichterstattung an den Landtag zu beauftragen darüber: 1. welche (namentlich und inhaltlich bezeichnete) landesherrlichen Verordnungen und Edikte re., herrührend aus der ältesten Zeit des Staates bis zum Jahre 1806 (eigentlich 13. August 1806), 2. welche (namentlich bezeichneten) Verordnungen des Großherzogs und der Großh. Regierung von dem Jahre 1806 bis zum Erlaß der Verfassung (20. Dezember 1820) und 3. welche Gesetze und Verordnungen vVon diesem Datum bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt, heute noch giltiges Verfassungs- und Verwaltungsrecht darstellen. Erst auf Grund dieser äußerst sorgfältig vorzunehmenden Untersuchungen könnte wirkliche Klarheit geschaffen und nur auf diesen Grundlagen könnte das wohlgefügte, den Anforderungen der neuen Zeit angepaßte Gebäude derverjüngtenGesetzaebungbetr. das Verfassungs- und Verwaltungsrecht im Großherzogtum Hessen sich erheben. Der Ausschuß beantragt demnach, unter nachdrücklicher Betonung der Wichtigkeit der Sache: 1. Annahme des Antrages der Abgg. Ulrich und Gewossen; 2. die Regierung zu ersuchen, alsbald das nach diesen Ausführungen Erforderliche zu veranlassen. Eine Vorstellung der Feld schütz en des Kreises Gießen, betreffend Anstellung und Gehaltsregulierung besagt: Es besteht zur Zeit in den Landgemeinden unseres Kreises der Usus, daß das Feldschützenpersonal von dem Gemeiudevorstande gegen ein jährliches Entgelt gewählt wird: es wird dabei in einzelnen Kreisen in der Regel dem Wenigstforderndeu das Amt übertragen. Dieses Ver- ahren ist unseres Erachtens nicht das richtige. Die Gemeinden sollten bei der Anstellung des Feldschützenpersonals vielmehr darauf sehen, daß sie nicht dem Wenigunehmenden, andern demjenigen das Amt übertragen, welcher auch in jeder Beziehung demselben gewachsen ist und die Rechte der Gemeinden zu wahren weiß, sowie daß derselbe auch in jeder Hinsicht den Anforderungen, welche an ihn gestellt werden, entspricht. — Die Feldschützen stellen nun folgen- )en Antrag: 1. Anstellung des Feldschutzpersonals nach Ablauf einer 10jährigen untadelhaften Führung dienstlich wie außer- dienstlich. 2. Pensionierung im Falle einer eintretenden Erwerbsunfähigkeit oder wegen hohen Alters. 3. Witweu- und Waisenversorgung. 4. Regelung der Gehaltsverhält- nisse je nach den Verhältnissen der Gemeinden. 5. Die Anstellung bezw. Gehaltsregulierung könnte dann nach Abschluß der Verhandlungen am 1. April 1902 erfolgen, selbstverständlich unter Hinweis auf die abgeleistete Dienstzeit. Eine Vorstellung des ärztlichen Landesvereins )es Großherzogtums spricht zunächst dessen Beftiedigung über den Entwurf eines Gesetzes, betr. die Standesordnung unddieEhrengerichtefürdieAerztedesGrotz- herzogtums aus, bittet jedocb darum, daß das am Sitze jeder Aerztekammer zu bildende Schiedsgericht sich nicht, wie es der Entwurf will, aus einem Rat der Provinzial- )ireftion und einem von der Aerztekammer zu wählenden Arzte, der dem Vorstand der Aerztekammer als Mitglied nicht angehören darf, noch aus dem Vorstand des Kreisgesundheitsamts am Sitze der Aerztekammer (Ziff. 2) bestehen soll, — sondern außer dem Provinzialdirektronsrat, aus zwei von der Aerztekammer aus ihren Mitgliedern zu wählenden Aerzten, welche dem Vorstand der Aerztekammer als Mitglieder nicht angehören dürfen. Politische Tagesschau. Zum Falle Spahn. Die unerwartetste Folge der Ernennung des Professors Spahn ist wohl der häusliche Krieg, der darob in der katholischen Presse „diesseits und jenseits der Berge" ausgebrochen ist. Wir haben mitgeteilt, daß die römische „Voee della Verita" sich in der heftigsten Weise gegen Spahn ausgesprochen, von einem „Skandal Spahn" geredet und in der bestimmtesten Weise behauptet hatte, der Bischof von Straßburg habe den Seminaristen den Besuch der Vorlesungen Spahns verboten. Jetzt wird gemeldet, daß der z. Z. in Rom weilende Bischof von Münster die Nachricht dorthin gebracht hat, daß der Straßburger Bischof Fritzen seine den Straßburger Seminaristen gegebene Lizenz zurückgezogen habe. Als Verfasser der Auslassungen des genannten römischen Blattes wird jetzt der Innsbrucker Professor Pastor genannt. Diese Auslassungen haben eine ziemlich einmütige Abfertigung von Seiten der deutschen katholischen Presse erfahren. Am schärfsten und bestimmtesten spricht sich der „Elsässer .Kurier" in Kolmar aus: Das römische Blatt „La Voee della Verita" führt nun einen Kampf gegen Spahn mit den Mitteln der Unwahrheit und Verdrehung, welche eine große Feindseligkeit und daneben einen Mangel an Ehrlichkeit konstatieren lassen. Das Blatt gebährdet sich, als ob es in seiner Macht läge, die Ernennung Spahns rückgängig zu machen und die Besörderung eines anderen katholischen Gelehrten zum Geschichtsprofessor an der Universität Straßburg durchzusetzen. Man braucht die Verhältnisse nur wenig zu kennen, um einzuseben, wie naiv falsch diese Anschauung ist. In bedauerlicher Weise spielt sich das nicht offiziöse Blatt so auf, als ob es die Anschauungen der höchsten, dem Vatikan nächststehenden Kreise wiederaebe, was gänzlich ausgeschlossen erscheinen muß. Es ist kaum der Mühe wert, von den Auslassungen des Blattes Nottz zu nehmen. Das dem „Elsäss. Kur." benachbarte „Journal de Colmar" des Reichstags- und Landesausschußabgeordneten Wetterlö schreibt: Die „Voce della verita" ist offenbar zu weit gegangen, wenn sie von einem „Skandal Spahn" sprach und Nachrichten verbreitete, die durch den Fortgang der Angelegenheit nicht bestätigt worden sind. Es kommt in einem Kampfe, in welchem so wichtige Interessen auf dem Spiele stehen, vor allem baranf an, Maß zu halten. Indessen ist der Artikel der „Voce della Verita" snmptomatiscb, weil er beiveist, daß man in beit dem Vatikan nahestehenden Kreisen die Erezgnisse, welche sich abspiele,i, aufmerksam verfolgt u. s. w. u. s. w. , Die „Voce della Verita" gilt so ziemlich allgemein als Organ der Jesuiten und des Kardinal-Staatssekretärs Ram- polla; jedenfalls giebt die „Voce della Verita" die Ansicht einflußreicher Leute wieder. Das empfindet wohl auch die „Köln. Volksztg.", wenn sie ausführt, die „Voce della Verita" schlage zwar auf Herrn Spahn, meine aber ganz andere Leute. Mau benütze die Gelegenheit, um den Fall Spahn, die Straßburger Fakultät, die „Weltgeschichte in Charakterbildern" und sogar die Görresgesellschaft möglichst eng zusammenzupacken. Das sei ein Symptom und lasse auf bedenkliche Treibereien schließen. Diese „Weltgeschichte in Charakterbildern" ist, wie wir zum besseren Verständnis hinzufügen wollen, eine z. Z. erscheinende große historische Encyklopädie, zu deren Redakteuren Prof. Dr. Spahn gehört und an deren Ausarbeitung bedeutende Männer des Katholieismus teilnehmen. Einer dieser war bisher auch der Bischof von Rottenburg, der aber infolge des Falles Spahn seinen Rücktritt angemeldet hat in einem Briefe, der, wie es heißt, demnächst veröffentlicht werden soll. Man darf gespannt darauf sein, welche Gründe der Bischof zur Motivierung seines Verhaltens der Oeffentlichkei: anvertrauen wird. Professor Dr. Spahn hat inzwischen für dieses Wintersemester seine Vorlesungen an der Universität Straßburg angekündigt. Sie behandeln die „Deutsche Geschichte vom Augsburger Religionsfrieden bis zu Friedrich dem Großen" und die „Geistige und staatliche Entwickelung Frankreichs von 1789 bis 1870". Hebet die Anstellung verabschiedeter Offiziere hat das preußische Kriegsministerium neue wichtige Bestimmungen getroffen, während die früheren Anordnungen vom 1. September 1898 außer Kraft gesetzt werden- Der neue Erlaß enthält folgende hauptsächliche Verfügungen: Verabschiedete Offiziere, denen die Aussicht auf Anstellung im Zivildienft verliehen worden ist, haben das Recht, sich um alle den Militäranwärtern vorbehaltenen. Stellen zu bewerben. Im Bereiche der Reichspostverwaltung ist eine gewisse Anzahl von Postämtern zur ausschließlichen Besetzung mit solchen pensionierten Offizieren bestimmt, denen bei oder nach ihrem Ausscheiden aus dem preußischen Heere die Aussicht auf Anstellung im Zivildienst verliehen wurde. Ferner sind für gewisse Stellen der Heeresverwaltung Einrichtungen getroffen, durch die ehemaligen Offizieren die Erreichung der höheren Aemter erleichtert wird. Tie in dieser Hinsicht erlassenen Bestimmungen können bet den Truppen und den Bezirkskommandos von den Reflektanten eingesehen werden. Besonders namhaft gemacht sind in einer tabellarischen liebersicht diejenigen Stellen, die im Bereich der preußischen Civilverwaltungen, sowie der .Heeresverwaltung und der Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung nebst anderen, den Militäranwärtern nicht vorbehaltenen Stellen zur Besetzung mit verabschiedeten Offizieren vorzugsweise geeignet sind. Ein Anrecht auf eine bestimmte Stelle kann den Bewerbern nicht eingeräumt werden. Pensionierte Offiziere, welche die durch eine informatorische Beschäftigung bei einer Behörde entstehenden besonderen Ausgaben nicht aus eigenen Mitteln &u bestreiten vermögen, können auf begründeten Antrag durch Vermittelung des Kriegsministeriums Zuschüsse zu ihrer Pension, je nach Bedürfnis und nach Verfügbarkeit der Fonds, erhalten. Die in Frage kommenden Stellen sind außer den aus dem preußischen Heere auch den aus der Marine ausgeschiedenen Offizieren zugänglich. Auf Zeug, und Feuerwerksoffiziere der Armee und Marine, sowie auf Torpedooffiziere, Torpedo- und Maschineningenieure und Deckoffiziere der Marine finden die Bestimmungen Tein» Anwendung. __ Von den evangelischen Arbeitervereinen. Nach dem Naumaunschen Wochenblatt „Die Hilfe" soll Lie. Weber dem preuß- Minister des Innern eine Darstellung über die Meinungsverschiedenheiten in den evangelischen Arbeitervereinen gegeben habe, worauf die sogenannte Bochumer Richtung, die den Namen Evangelischer Ärbeiterbund trägt, beschlossen habe, an den Minister des Innern eine Gegeneingabe zu richten. Der neue Evangelische Arbeiterbund steht unter der Leitung des nationalliberalen Reichstagsabg. Franken- Starken Rückhalts scheint sich Herr Naumann innerhalb der württembergischen evangelischen Arbeitervereine zu erfreuen. Der württembergische Landesverbandsvorstand hat sich in feiner Sitzung vom 20. v- M. in einer Resolution scharf gegen die Umtriebe gegen Naumann ausgesprochen, die nur den Frieden im Gesamtverband schädigten. Der Landesverband will sich für Naumanns ferneres Verbleiben im Gesamtverbandsausschuß einsetzen. „Die Hilfe" bringt folgende Statistik über die evangelischen: Arbeitervereine: Evangelische Arbeitervereine giebt es in Deutschland augenblicklich 509, in Ostpreußen 11, in Westpreußen 2, in Posen 1, in Schlesien 8, in Pommern und Brandend bürg 22, in der Provinz Sachsen und den Thüringischen Staaten 24, im Königreich Sachsen 36, in Braunschweig 1, in Hannover 3, fn Schleswig-Holstein 9, im Regierungsbezirk Kassel 5, im Regierungsbezirk Wiesbaden 11, im Großherzogtum Hessen 5, in Baden 26, in Württemberg 46, in der Rheinpfalz 30, in der Saargegend 24> im übrigen Rheinland sowie Westfalen 176, im rechtsrheinischen Bayern 69. Die Gesamtzahl der Mitglieder dieser Vereine beträgt etwa 103 386, wovon 72 386 im Gesamtverdande zusammengefaßt sind. Außerhalb eines Provinzialverbandes stehen in Rheinland und Westfalen; etwa 24 Vereine mit 6000 Mitgliedern, zur Bochumer Separation gehören ebenfalls etwa 24 Vereine mit 6000 Mitgliedern, die linksrheinischen Vereine Bayerns umfassen etwa 12000 Mitglieder, die vom sächsischen Landesverband losgelösten Chemnitzer und Zwickauer Vereine umfassen 6000 Mitglieder und 8 fonftige Vereine etwa 1000 Mitglieder. Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ift mir unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 4. November 1901. *• Entlassung. Am 31. Oktober wurde der 2lmtsgerichtL- diener am Amtsgericht Grünberg Johannes Pullmann seines Dienstes entlassen. ** Gesellenprüfungsausschüsse. Im Einvernehmen mit der Handelskammer hat das Ministerium eine Prüfungsordnung zur Vornahme der Gesellenprüfungen erlassen, die unter den Rubriken: Zweck der Prüfung, Bildung und Zuständigkeit der Prüfungsausschüsse, Anmeldung und Zulassung zur Prüfung, Prüfungstermiu, Prüfungsverfahren, Gesellenstück, Arbeitsprobe, Theoretische Prüfung, Ergebnis der Prüfung, Gesellenbrief, Geschäftsführung/ Prüfungsgebühren, Schlußbestimmungen — die bei den Prüfungen in Betracht zu ziehenden Gesichtspunkte regelt. < Gesellenprüfungsausschüsse sind für den Kreis Gießen von Zwangsinnungen errichtet in: Gießen für das Bäckergewerbe. Vorsitzender: Bäckermeister Fr. Hennings, Stellvertreter: Bäckermeister W. Löber, 1. Meisterbeisitzer: Bäckermeister Jakob Horn, 2. Meisterbeisitzer: Bäckermeist»c Ludwig Engelhardt. Von freien Innungen in: Gießen für das Barbier- und Friseurgewerbe. Vorsitzender: Friseur Gustav Gerhardt, 1. Meisterbeisitzer: Friseur Franz Klenker, 2. Meifterbeisitzer: Friseur Phllipp Stier, 1. Gesellenbeisitzer: Friseurgeselle F. Schmidt, 2. Gesellenbeisitzer: Frifturgeselle Fr. Büttner. Gießen für das Metzger-Gewerbe. Vorsitzender: Metzgermeister Ludwig Pirr, 1. Meisterbeisitzer: Metzgermeister Adolf Möhl, 2. Meisterbeisitzer: Metzgermeister Fritz Schlörb, 1. Gesellen- beisitzer: Metzgergeselle Georg Müller, 2. Gesell enbeisitzer: Metzgergeselle Philipp Senkler. Bon Ortsgewerbe- v er ein en errichtet in: Gießen, zugleich für Heuchssl-i heim, Wieseck, Alten-Buseck, Beuern, Großen-Buseck, Burkhardsfelden, Hausen, Watzenborn-Steinberg, Leihgestern, Lang-Göns, Großen-Linden und Klein-Linden, für das Brauer-, Glaser-, Mechaniker-, Schlosser- und Schmiede-, Schreiner-, Schuhmacher-, Spengler-, Steinhauer-, Wagner- unb Weißbindergewerbe. Vorsitzender: Hauptlehrer SL Traber, Stellvertreter: Maschinenfabrikant L. Heyligen- staedt. Grünberg, zugleich für Reiskirchen, Bersrod, Reinhardshain, Beltershain, Groß- und Klein-Lumda, Atzenhain, Nieder-Ohmen, Wettsaasen, Ilsdorf, Lardenbach, Weickartshain, Lauter, Queckborn, Harbach, Hattenrod, für das Bäcker-, Bildhauer-, Metzger-, Schlosser- und Schmiede-, Schneider-, Schreiner-, Schuhmacher-, Spengler- und Installateure-, Schriftsetzer-, Steinhauer- und Weißbindergewerbe. Vorsitzender: Fabrikant Heinrich Schmidt II. zu Grünberg, Stellvertreter: Schuhmachermeister Louis (Sefc ringer L zu Grünberg. Sief), zugleich für Holzheim, Grunin gen, Steinbach, Albach, Ettingshausen, Ober-Bessingen, Nonnenrod, Hungen, Langd, Rabertshausen, Steinheim, Utphe, Obbornhofen, Muschenheim, Ober-Hörgern, Eberstadt, für das Küfer-, Sattler- und Tapezier-, Schlosser- und Schmiede-, Schneider-, Schreiner-, Spengler- und Installateure-, Weißbinder- und Zimmerergewerbe. Vorsitzender: Glasermeister Ludwig Scherfs zu Lich, Stellvertreter: Schreinermeister Heinrich Reger zu Lich. Lollar, zugleich für Staufenberg, Mainzlar, Trais a. d. Lda., Daubringen und Ruttersyau,en, für das Maurer-, Metzger-, Schlosser- und Schmiede-, Schneider-, Schreiner-, Schuhmacher- und Spengler-Gewerbe. Vorsitzender: Schreinermeister Heinrich Rohrbach IV., zu Lollar, Stellvertreter: Zimnicrmeister Balthasar Nuhn zu Lollar. Londorf, zugleich für Allendorf, Rud- dingshausen, Weitershain, Geilshausen, Allertshausen und Climbach, für das Schlosser- und Schmiede-, Schreiner-, Schuhmacher-, Spengler- und Installateur-, Wagner- und Weißbindergewerbe. Vorsitzender: Schreinerrncister Hrch. Winkelhaus zu Londorf, Stellvertreter: Steinbildhauer Wilh. Schnecker zu Londorf. ** Monats-Bericht der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein. Ende Oktober befanden sich auf der Kolonie stellen- resp. arbeitslos 70 Mann. Seit dem Bestehen wurden Personen ausgenommen 4053 und entlassen 3983, der Bestand am 1. Oktober betrug 44, dazu kamen 40, während 14 wcggingen. Auf eigenen Wunsch wurden 14 entlassen. § Butzbach, 3. Nov. Heute Nachmittag hielt Reallehrcr Kahl von Darmstadt im Gasthaus zum Löwen einen gut besuchten Vortrag über „Schutz und Sicherung der Bauhandwerker gegen den Bauschwindel." i. Laubach, 3. Nov. Eine größere Anzahl Christlich- Sozialer hatte sich dieser Tage im „Solmser Hof" zur Besprechung von Partcifragen zusammengefunden. Zunächst wurden zwei Herren zu Delegierten für den Barmener Parteitag gewählt. Sodann . wählte man Fabrikant Röm Held von der Friedrichshütte zum Vorsitzenden für. Oberhessen und Pfarrer Fritsch zum Stellvertreter. Den Delegierten zum Parteitage wurden verschiedene Instruktionen mitgegeben. Hauptsächlich schloß man sich den Ausführungen des Dr. Vogel an, daß das Recht der agrarischen Interessen auf besondere Berücksichtigung bei den Zöllen stark betont werde, da in der Weiterentwickelung Deutschlands zum Industriestaat eine große Gefahr für das Vaterland liege. Bezüglich des Parteiblattes „Das Volk" wurde von einer Vergrößerung abgesehen, aber die Anstellung eines geeigneten Redakteurs und überhaupt die innere Förderung des Blattes als dringend nötig erklärt. 8. Muschenheim, 3. Nov. Bei der Beigeordneten- wahl am vorigen Freitag wurde der Direktor des hiesigen Bauernvereins, Heinrich Eifer, mit 69 Stimmen gewählt. Der Gegcnkandat, Sparkassenrechner Konrad Reif, erhielt 35 Stimmen. 40 Stimmberechtigte machten von ihrem Wahlrechte keinen Gebrauch. Vermischte-,. *WieStettenheim-WippcheneinEhemann wurde. Der jetzt 70jährige liebenswürdige Humorist Stettenheim hat sich echt Stettenheimisch verheiratet. Er schrieb für den „Freischütz", ein Hamburger Blatt, Theaterkritiken imb hatte eines Tages eine sehr schöne, aber nicht ebenso begabte Schauspielerin, eine junge Wienerin, Fräul. Schweitzer, getadelt. „Gefalle ich Ihnen denn gar nicht?" fragte ihn die junge Künstlerin gekränkt. „Oh, Sie gefallen mir ganz außerordentlich", erwiderte Stettenheim, „aber mehr zum Heiraten als zum Komödiespielen." „Nun, so heiraten Sie mich", entgegnet schlagfertig Frl. Schweitzer. „Aber gern!" ruft verblüfft und doch sehr vergnügt Stettenheim, und so hatte er sich denn verlobt, weil er sich vorher — vertadelt hatte. Er hat dieses merkwürdige Ergebnis der Theater-Kritik niemals bereut. * Gelsenkirchen, 2. Nov- In den letzten acht Tagen sind im Stadt- und Landkreise 25 Personen an Typhus gestorben, 165 wurden als genesen entlassen. Gegenwärtig werden noch 1363 Cdranfungen gezählt, 34 mehr wie Ende der lq;ten Woche. In den letzten Tagen haben sich die Fälle der Neuerkrankungen stark verringert. * Ein Pistolenduell zwischen einem Poli- zeiossizier und einem Studenten hat, wie wir bereits am Samstag kurz meldeten, in der Tegeler Forst bei Berlin stattgefunden und nach einem einmaligen Kugelwechsel einen unblutigen Verlauf genommen. Den Anlaß zu der Herausforderung gab ein Streit, der zwischen dem Polizeileutnant Sydow und dem stud. pharm- Zimmermann in der Nacht zum letzten Mittwoch in einem Restaurant ausgebrochen war. Dort verkehrten feit langem der jungverheiratete Polizeileutnant S. und der ihm früher befreundet gODCiene Student Z. Als Z- zu vorgerückter Nacht- jhnibc zufällig an dem Tische vorbeiging, an dem S. mit mehreren Herren saß, rief der letztere: „Kellner, ein Bier!" Diesen Ausruf glaubte Z. auf sich beziehen zu^sollen und stellte S. in schroffer Form zur Rede- Obgleich S. entschieden bestritt, daß er durch irgend eine Anzüglichkeit Z. habe verletzen wollen, wurde der letztere immer heftiger und vergriff sich thätlich an S. Daraufhin sah sich dieser gezwungen, Z. zu fordern- Am nächsten Morgen erstattete er seiner vorgesetzten Behörde von dem peinlichen Vorgang Meldung; gleicyzeitig unterbreitete S. als Offizier des Be- urlaubtenstandes die Angelegenheit dem Ehrenrat des zuständigen Landwehroffizierkorps. * Paris, 3. Nov- Der Ort St. Genes-Champanelle wurde gestern durch eine Feuersbrunst heimgesucht. Sechszehn Wohnhäuser wurden eingeäschert; die Einwohner konnten nur ihr nacktes Leben retten. Auch die Ernte ist vernichtet. * Antwerpen, 3. Nov- Unbekannte legten in der vergangenen Nacht fünf große Holzblöcke auf die Eisenbahnschienen der Linie Antwerpen-Tournout, wodurch der um Mitternacht abfahrende Personenzug, in welchem sich zahlreiche Passagiere befanden, entgleiste. Der Maschinist wurde schwer verletzt und verstarb auf dem Wege nach dem Hospital. Mehrere Passagiere haben leichte Verwundungen davongetragen. Der Zug wurde vollständig zertrümmert. * Lüttich, 2. Nov- Großes Aufsehen erregt hier das Verschwinden eines Börsenmaklers. Derselbe hinterläßt Schulden in Höhe von 600000 Franks. Kleinere Handelsleute sind in Mitleidenschaft gezogen. * Triest, 2. Nov- Infolge einer heftigen Bora ist ein Arbeiter der Lloydgesellfchaft von dem Dampfer „Tyrol", der gegen feine Barke stieß, ins Meer geschleudert worden und war sofort tot. * Nischni Nowgorod, 2. Nov- Gestern herrschte hier 10 Grad Kälte. Aus der Wolga bis Puetschesch ist Eisgang. Trotzdem sind Passagierschiffe nordwärts bis Puetschesch und südwärts bis Jsad auf der Oka bis Kasimow abgegangen. * Ein verfehltes Leben. Aus Pest berichtet man: Kürzlich wurde die freiwillige Rettungsgefellschaft berufen, wo ein älterer, defekt gekleideter Mann bewußtlos zufammengebrochen war. Aus feiner tiefen Ohnmacht, die durch Entkräftung herbeigeführt war, erwachend, gab der Mann an, daß er Dr. Albert K- heiße, 56 Jahre alt und seiner Zeit Privatdozent an der Grazer Universität gewesen fei. Ein Nervenleiden habe ihn 1886 gezwungen, des Lehrstuhls zu entsagen. Dann sei er nach Pch zu Verwandten seiner Frau gekommen, und habe bei einer Zeitung als Korrektor Beschäftigung gefunden. In letzter Zeit fei jedoch fein altes Leiden mit erneuter Kraft wieder aufgetreten. „Ich konnte nicht mehr arbeiten", sagte der Bedauernswerte, „und mußte die öffentliche Mild- thätigkeit in Anspruch nehmen. Ich sank immer tiefer und suchte im Branntwein Vergessen. Seit zwei Tagen habe ich nichts Warmes gegessen; meine Wohnung besteht aus einer Küche, einem Strohsack, einem Tisch und einer Bank. Hier hat meine arme Familie die letzte Zuflucht gefunden." Die Funktionäre der Rettungsgesellschaft labten den Bedauernswerten, händigten ihm einen kleinen Geldbetrag ein und brachten ihn in jeine - Wohnung? -ZttMterliemegnng. Cardiff, 2. Vcov. Tie dem gemischten Komitee zur Beratung der gleitenden Lohnskala anqehörenden Arbcilcrverlreter hielten heute unter dem Barsch von Bruce, dem Vizepräsidenten des Berg- arbeiteroerbandes von Südwales, eine besondere Sitzung ab. Die Verhandlungen werden geheim gehalten, doch verlautet, daß be- schlossen worden sei, für kommenden Mittwoch eine nochmalige 'Jhcberlcgung d c r Arbeit in allen Minen von Süd- wales und Monmouthshire zum Zweck der Aufrechterhaltung der Kohlenpreise anzuordnen. Brest, 3. Nov. Die vereinigten Hafenarbeiter nahmen heute in einer von 3500 Mann besuchten Versammlung eine Tagesordnung an, worin beschlossen wurde, für den Gencralaus- sl and cimiitiTicn, nm die Forderung Oer Arbeiter durchzusetzen. Theater, Kunst und Wissenschaft. Chcrsou, 2. Nov. In der Nähe des Dorfes Stavre (Bezirk Ananien) wurde in einer tiefen Schlucht ein sehr großes Tierskelett vorgefunden. Ein Teil des Unterkiefers, Knochen der Extremitäten sowie ein Zahn wurden dem hiesigen archäologische Museum übergeben. Nach dem Zahne zu urteilen, gehören die Ueberresle einem Mastodon Ohiotic um siveBorsoni an. Christiana, 3. Nov. Wie Astenposten - mitteilt, wird eine neue norwegische Polar expedition zur Bestimmung des magnetischen Nordpoles vorbereitet. Zum Leiter der Expedition ist der 9lorroeger Amundsen, der ehemalige erste Schiffsoffizier Gerlaches, ausersehen. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. Grüuberg, 2. November. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.50 bis 16.60 fUlL, Korn 00.00 bis 00.00 Mk., Gerste 12.00 brs 13.00 Mk., Hafer 13.00 bis 14,00 SDit, Erbsen 16.00 bis 00.00 Mk., Linsen 28.00 Mk., Lein 00.00 Mk^ Wicken 00.00 Mk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln 3.90 bis 0.00 Mk. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag den 4. November, abends 8 Uhr, Bibelftunde im Konfirmandensaal b^r .Jahapnxskjrche. Hebräerbrief Kap. 12, von Vers 14 an. Das Streben nach Eintracht und Heiligung als Pflicht des Neuen Bundes. . Pfarrer Dr. Naumann. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. November Barometer aus 0° reduziert -E < £ iti- 1- g Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit 5 8 D S S Windstärke Wetter 2. 2“ 759,8 +10,5 4,6 49 s. 2 Sonnenschein 2. 925 759,8 + 2,0 4,3 80 NE. 1 sternh. Himmel 3. 7” 759,3 — 1,6 4,5 101 NE. 4 Nebel 3. 2 25 758,1 + 1,6 4,6 89 NE. 2 Sonnenschein 3. 9“ 757,5 — 0,7 4,5 100 NE. 2 sternh. Himmel 4. 725 757,3 — 2,8 3,7 100 N. 2 Nebel Höchste Temperatur am 1. bis 2. Nov. + 10,8° C. Niedrigste „ „ 1. , 2. „ — 0,7° C. Höchste „ „ 2. , 3. , + 3,2° C. Niedrigste „ „ 2. „ 3. „ — 1,9° C. EULEN-SEIFE Wohl giebt es teurere, luxuriöser verpackte Toiletteseyen, aber qualitativ bessere und zur Erlangung eines schönen Teints wirksamere als Doering's Eulen-Seife giebt es absolut nicht. Diese, brillante, den Teint klärende, die Haut verschönende Damentolletteseife ist wiederholt in ihrem Parsüm neuerdings verbessert und ge* mildert worden, sodaß nunmehr selbst den Wünschen Jener Rechnung getragen ist, die das Parfüm mild und rasch verflüchtigend wünschen. Wir empfehlen diese unübertroffene Seife zu erneuten Versuchen. Die Thatsache daß Doering's Eulen-Seife seit 10 Jahren, trotz der großen Kon- iurrenx, noch nicht überflügelt worden ist, gebietet dringend ihre Bevorzugung vor allen anderen Seifen. Preis nur 40 Pfg. per Stück Spezialität: Menlanden Madai-Cigarre —■ 70 Pfg., 85-180 Pfg. Spezial - Geschäft ® Woll-, Weiss-, Kurz-, Mode- und Strumpfwaren, A. 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