Nr. 234 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 5. Oktober 1901 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme deö Montags. Die Gießener Familien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit Dem .Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bel- gelegt. Dlebafhon, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Annahme von Anzeigen, ni der für den folgenden Tag erscheinenden Nr.! bis vormittags 10 Uhr.' Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellcn des In-und Auslandes nehmen Ani zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^, auswärts 20 Pfg. । Rotationsdruck u. Vev- lag der Brühl'schen, Universitäts - Druckerei! (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. wünscht haben, zeigt er sich als der echte Mäcen, der in der Weltgeschichte seines Gleichen sucht. Er ist selber kein Dilettant und allem Dilettantismus gründlich abhold. Ob er mit allem dem zufrieden ist, was die Ausstellung seiner Künstlerkolonie bietet, wissen wir nicht; wir möchten es bezweifeln. Aber gerade indem er mit seinem eigenen Urteil nicht hervortritt, indem er seinen Künstlern die Hand Sfrei läßt, beweist er echtes Kunstgefühl und Kunstver- nis. Auch von dem Fürsten, der über die Grenze hinaus- geht, gilt das Wort Goethes: „Der Tilettantismus führt Nachsicht und Gunst ein. Er bringt diejenigen Künstler, welche dem Dilettantismus näher stehen, auf Unkosten der echten Künstler in Ansehen. Der Tilettantismus befördert das Gleichgiltige, Halbe und Charakterlose, und deshalb ist der Schaden bei ihm immer größer als der Nutzen." Als Böcklin starb, fehlte jede Kundgebung des taiserlichen Beileids, G e r h a r t H a i: p t m a n n mußte auf den Schiller- Preis verrichten, H e i n r i ch v o n S Y b e l, der unbestechliche Prophet der Wahrheit, siel gleich Treitschke in Ungnade — es sind nickst die starken Individualitäten, die in dem Sonnenregen kaiserlicher Kunst und kaiserlicher Gunst gedeihen. So bleibt in uns ein unbehagliches Gefühl auch jetzt, wo wieder die Kunst unter den Willen des Einzelnen gezwungen werden soll. Tas Fest, das man einst in Berlin dem scheidenden Wal lot gab, hat gezeigt, daß dieses Unbehagen in den Kreisen des Künstlertums geteilt wird, wenn auch manche billig sich damit trösten, daß „Geld unter die Leute kommt". Tritt aber Kaiser Wilhelm in so entschlossener Weise auf den Kampfplatz der ästhetischen Kritik, so ist es natürlich, daß auch die Antwort nicht ausbleibt. Und so entwickeln sich Fehden, die, im engen gesellschaftlichen Kreise ausgefochten, sicherlich keinen Widerspruch herausfordern, die aber, in das volle Licht der Oeffentlich? keit getragen, um so weniger sympathisch berühren, als von Anbeginn die Aussicht fehlt, daß die entgegengesetzte Meinung den Sieg davonträgt. Damit ist zugleich die politische Wirkung gegeben. Unsere Zeit ist einer patriarchalischen Auffassung des Kaisertums nicht geneigt. Indem der Monarch ohne Notwendigkeit hervortritt und seinen Willen in einen Gegensak stellt zu der Meinung der Anderen, schMcht er eher den monarchischen Gedanken, als daß er ihn verstärkt. Ob dje Märchenbrunnen so oder so errichtet werden, ist schließlich gleichgiltig; aber die Gedankenreihen, die sich hier anspinnen, sind es nicht. An den Kaiser wurde folgendes Telegramm abgesandt, dessen Verlesung die Versammlung stehend anhörte: „Ew. Majestät bringen wir, die in Köln am Rhein tagende Hauptversammlung des evang. Vereins bei? Gustav-Adolf-Stistung, unsere ehrfurchtsvolle Huldigung der in tiefer Teilnahme an dem Leide, das Ew. Majestät Herz und Haus betroffen hat, in dem Gelöbnis unwandelbarer Treue und dem Gebet zu Gott, daß er Ew. Ma» jestät uns erhalte als §ort des Friedens, als starken Schinnherrn unserer Kirche, als treuen Bekenner des Evangeliums." Pfarrer D. Hartung-Leipzig, Schriftführer des Zentralvorstandes, erstattete den Rechenschaftsbericht, dem wir folgendes entnehmen: Tie Gesamtsumme der Einnahmen des verstossenen Jahres beträgt einschließlich der Legate 2170658.18 Mk. Die Gesamtsumme der Verwendungen beziffert sich auf 1637 881.98 Mark und zwar 138 479.40 Mk. mehr als im Jahre vorher. Von den 45 Hauptvereinen zeigen 26 stark vermehrte Einnahmen. Es bestehen 1926 Zweigvereine und 604 Frauenvereine. Eingeweiyt konnten werden 43 Kirchen und Bethäuser, bei 33 wurde der Bau begonnen, 10 Pfarrhäuser sind fertig gestellt, 3 weitere begonnen, 7 Schulhäuser bezogen, 2 in Angriff genommen. Im Namen des Zentralvorstandes giebt Prof. D. Wart-Leipzig eine öffentliche Erklärung ab, dahingehend, daß der Zentralvorstand mit dem unter dem Titel des „Neuen allg. Kalenders für das ev. Teutsckstanb und Oesterreichi-Ungarn, unabhängiges Organ für den Gupav- Adols-Verein, deren Mitglieder und Freunde zur Förderung des evang. christlichen Lebens und der Vaterlandsliebe begründet und fortgeführt durch weiland Pfarrer Emil Ohly", nichts zu thun habe und muß jede Verantwortung für diese Publikation ablehnen. Zugleich ließ der anwesende Hofprediger D. Rogge-Potsdam erklären, daß zwei in dem Jahrgang 1902 genannten Kalenders unter seinem Namen veröffentlichte Erzählungen nicht von ihm herrührten. Nun folgte eine Reihe Ansprachen von Tiaspora-Geish-. lichen, die alle ihre Not der Versammlung ans Hei^ legten, dank dem Zentralvorstand für bereits erfahrene Hilfe aussprachen, zugleich auch die Bitte weiteren freundlichen Gedenkens damit verbanden. Es sprachen Bischof D. Baldick-Ungarn, Konsistprialrat D. Teutschf-Hermann- ftadt in Siebenbürgen, Pfarrer Dr. Arthur Schmidt-Bielitz in Oesterreich, Pfarrer Dr. Bußgänger-Hnairn in Süd- Mähren, Pfarrer Mejerhvffer-Brchsel, Generalsuperintendent D. Hesekiel-Posen, Pastor Flieoner-Madrid, der Sohn des vor 5 Monaten verstorbenen Pastors Fritz Fliedner, der die spanische Evangelisation ins Leben gerufen, endlich, Pfarrer Memling-Rombach in Lothringen. Wegen des starken Zudranges werden für heute abend wiederum zwei Versammlungen anberaumt, im Gürzenich und im Evang. Vereinshaus. Mit einem von Konsistorial- rat D. Tibelius-Dresden gesprochenen Gebet wurde nach gemeinsamem Gesänge gegen 3 Uhr die Versammlung geschlossen. Ter Zudrang zu der im Gürzenich stpttfindenden Haupt- und der im Ev. VereinshauAstattfindenden Parallelversammlung war noch stärker, als an dem Tage vorher besucht. Wir gingen wiederum zum Gürzenich, dessen großer Saal von über 2000 Personen gefüllt war. Auch das Vereinshaus war dicht gedrängt voll. Tie Hauptversammlung leitete Konsistorialrat D. v. Braun-Stuttgart- Anhebend mit dem Friedenswerk und der Friedensarbeit, die der Gustav Adolf-Verein treibt, führt der Vorsitzende ans, daß wir es niemals unterlassen, die geistige Herrlichkeit des Wortes mit seiner Geistesfreiheit zu preisen. Die Herrlich? keit der ev. Kirche bildet den Ausgangspunkt unserer Gustav Adolf-Arbeit. Wozu wollten wir in der Diaspora Kirchen und Schulen bauen, wenn wir nicht wüßten, in dieser Kirche wird die Herrlichkeit des Wortes getrieben. Wir bauen im Gustav Adolf-Verein mit am Reiche Gottes. Möge sich am heutigen Abend das Wort erfüllen, das über dem Grabmal Gustav Adolfs steht: Unterdrückte hat er befreit, sein Reich hat er erweitert, im Sterben hat er triumphiert. Ter Präses der rheinischen Provinzialsynode Superintendent Schürmann erinnert in seiner folgenden Rede daran, daß seitdem der Gustav Adolf-Verein in den Rheinlanden seine Arbeit begonnen, sich die Kreissynoden und die Provinzialsynode sofort mit regster Thätigkeit an diesem Liebeswerk beteiligt haben. Als nun bekannt geworden, daß Köln die Stätte der diesjährigen Tagung des Vereins sei, haben sich die Synoden zu einem besonderen Liebeswerk zusammengethcm, und er lege hiermit die Summe von 2550 Mark tu die Hand des Zentralvorstänbes, damit dieses Geld dem Theologenheim zu Wien überrercht werde. Lehrer von den Steinen -Bretscheid überbringt die Festgabe der rheinischen evang. Lehrer im Betrage von 2900 Mk. (großer Beifall) zur Unterstützung der österreichischen Lehrer und Schulen, dem: dort seien die Schulen vielfach so schlecht, daß Wind, Regen und Sonnenschein durch die Wände hinburchdringen. (Großer Beifall und Händeklatschen.) Im Auftrag der 15 Gemeinden der Synode Köln überreicht Superintendent Zur Hellen-Mülheim a. Rh. die Gabe von 4500 Mark. Pfarrer Rebensburg - Köln anknüpfend an einen Brief der ev. Gemeinde Köln ans dem Jahre 1802, aus dem die damalige Not der Kölner ev. Gemeinde hervorgeht, und hinweisend auf die großen Fortschritte, die die Gemeinde unterdessen gemacht, übermittelt die Feftesgabe dieser nun erblühten Gemeinde in der stattlichen Summe von 44 000 Mark (großer anhaltender Beifall). Tavon stehen dem Vorstand 29000 Mark zur freien Verfügung, 3000 Mark soll Troisdor f bei Köln erhalten, wo am Freitag der Grundstein zu einer evang? Kirche gelegt werden wird, 5000 Mark sind für Riehl bestimmt, 7000 Mark für die Anstalt Godesheim bei Die Märcherrbrunnen. Im Friedrichshain (Berlin NO.) hatte die Stadt Berlin ein paar Brunnen errichten wollen, deren Hauptfiguren Tvrnröschen und Schneewittchen und die anderen Lieblinge aus der beutsch>en Märchenwelt, Frau Holle und den Täumling, den geftteselten Kater und die schöne Melusine, Rotkäppchen und den bösen Wolf davstellen sollten. T-er Plan ist von dem Leiter des städtischen Bauwesens,- dem Erbauer des Reichsgerichts in Leipzig, H io f m ann, entworfen, hervorragenden Bildhauern, wie Menzel, ist die Ausführung des Werkes übertragen worden. Das ist sicherlich kein revolutionäres Beginnen und weder der in Stein gehauene Däumling noch Rotkäppchen oder Frau Holle bedrohen ernstlich den Staat. Aber es scheint, als wenn auch das Selbstverständliche heute im innersten Kern den Keim zu einem Konflikt birgt. Kaiser Wilhelm, der bekanntlich versprochen hat, Berlin zur schönsten Stadt der Welt zu machen, hat auch diesem an ficf) gewiß sympathischen Plane ein Veto entgegengesetzt, allerdings nicht aus politischen, sondern aus ästhetischen Gründen. In einer langen Abhandlung hat er seine Ueber- zeugung begründet, daß der Entwurf des hervorragenden Architekten untauglich und geschmacklos sei, und die Berliner Stadtväter, die bereits vor Monaten die Arbeiten begonnen, stehen hier wie in zahlreichen ähnlichen Fällen der jüngsten Vergangenheit vor der unerquicklichen Frage, ob sie in einen Konflikt hineintreiben, oder zu. Kreuze kriechen sollen. Tenn um ein solches Dilemma handelt es sich! in der Thal. Es handelt sich um eine „patriarchalische Obervorrnundschaft", die gerade dadurch, daß sie den reinpolitischen Weg geruhig verläßt und die Entscheidung auch tu den intimsten häuslichen Fragen in Anspruch nimmt, für das freigepinnte Bürgertum Berlins, wie die „Leipz. Reuest. Nachr." sehr richtig ausführeiT, den Charakter einer schweren Demütigung annehmen muß. Für uns, die wir abseits des Gefechtsfeldes stehen, handelt es sich nicht um die juristische Doktorfrage, ob der Friedrichshain ein öffentlicher Platz und die Brunnen ein Denkmal seien, ob also nach dem Wortlaut mehr oder minder ältlicher Urkunden dem Souverän das Recht des Einspruchs zusteht oder nicht- Für uns bildet den Kern der Frage die Wirkung, die das erneute, rein persönliche, durch keinen ministeriellen Schild gedeckte Hervorlreten des Monarchen auf die Gesamtheit Hervorrufen muß. Und wir bekennen es offen: Tiefe Wirkung ist nicht glücklich Schon wenn Kaiser WUHelm immer wieder zugleich als oberster Sachverständiger und als entscheidender Richter hervortritt, wenn er in wirtschaftlichen, sozialem und pädagogischen, in militärischen uno maritimen Fragen, in der Schauspielkunst, wie in der Poesie und der Musik, in der Malerei, in der Plastik und in der Architektur scharf ausgesprochene Urteile fällt und durchsetzt, so ist der Eindruck nicht überall so geartet, wie er es sich im Schwünge seiner Gefühle vorstellen mag. Und gerade auf dem Gebiete der Kunst ist das autoritative Eingreifen der Krone im höchsten Maße bedenklich- sobald aus dem Mäcenatentum eines Lorenzo oder Cosmo von Medici das Verlangen erwächst, der Kunst die eigenen Gesetze zu diktieren. Denn die Kunst ist individuell, und sie gehorcht nur sich selbst. Kaiser Wilhelm hat sicherlich den heißen Trang, das Schöne zu fördern, aber es bleibt die Gefahr, daß er fördert, was er für schön hält, dach, er aber dort die Entwicklung hemmt, wo sie aus anderen Auffassungen emporsteigt. In seiner Seele mag sich der Traum wiegen von einem goldenen Zeitalter, daß das Schloß der Hohenzollern einst im Ruhme der Medicäer erstrahlt, und daß man auch ihn rühme in Liedern und Gesängen als den Schöpfer solcher Zeit. Aber er lebt in einem verhängnisvollen Irrtum. So wie ein Bismarck nicht durch ein Kaiserwort zum Handlanger werden konnte, so kann auch die Dinst nicht das Werk dessen werden, der die Krone trägt, es sei denn, daß sie zu einer Afterkunft werde, die um der Hofgunst und des klingenden Goldes willen auf die eigenen Ideale verzichtet. Und je entschiedener Kaiser Wilhelm sich einsetzt, um so kräftiger erheben sich die Zweifel, ob das mit zahllosem Getier versehene Tenkmal des ersten Kaisers, ob die neue Markgrafenallee, ob die schablonenhaften Knackfußbilder und die klirrenden Dramen Laufs die wahre Kunst bedeuten — uns will es dünken, als solle aus Alledem eine Art uniformierter Kunst hervorgehen, eine Kunst, die in den Zeiten Friedrich Wilhelms I. sich etwa mit dem Malen der langen Kerle begnügt hätte. Zahlreich sind jedenfalls die Fälle, in denen das wohlerwogene und einftimmige Gutachten berufener Sachverständiger kurzer Hand verworfen wurde. Von Friedrich Wilhelm IV. sagte Heinrich von Treitschke: „Er war kein Meister, sondern nur der größte aller jener geistreichen Dilettanten, an denen die vielgestaltige, moderne Kultur so reich ist." Dieses Urteil erfordert allgemeine Geltung. Tie Kunst ist nicht die Lebensaufgabe eines Fürsten; sie auszuüben, dazu gehört ausdauernde Arbeit- sie gerecht und gründlich zu beurteilen, dazu gehört Vertiefung. Der Berus des Herrschers aber ist so ungemein sclstver, daß er zu solchem Thun nicht Raum läßt. Fürsten können Kunstliebhaber ober Dilettanten sein, sie können anregen, aber nicht befehlen. Unser Großherzog, ein echter Freund uno Beschützer der Künste, wählte den rechten Weg. Indem er nach ] einer Residenz eine strebsame junge Küustlerschar berief und ihnen die Mittel wies zu eigenem freien Schaffen, ohne sie durch eigenes Eingreifen in Einzelheiten zu hemmen,- indem er jedes Einzelnen Talent nach Möglichkeit fördert, ohne auf ihn einen bindenden Einfluß nach einer bestimmten Richtung hin auszuüben, inbem er Kunst unb Künstlern völlig freie Bahn zu gänzlich unbehinderter Be- thätigung läßt, zeigt er sich als ein Förderer unserer Kunst, wie ihn. sich die größten Künstler aller Zeiten geTie „Nat.-Ztg." berichtet heute, daß die Berliner Kunst-Deputation nicht, wie der „Vorwärts" geftern behauptet hatte (siehe unsere geftrigen Trahtmeldungen), in ihrer letzten Sitzung der Ansicht war, dem Einsprüche des Kaisers vom künstlerischen Gesichtspunkte aus solle nicht stattgegeben werden. Es sei vielmehr eine Aenderung der Entwürfe im Sinne der Anregung des Kaisers, und die Beschreitung des Rechtsweges nur für den Fall in» Aussicht genommen, daß in sachlicher Beziehung eine Verständigung nicht erreicht und deshalb die polizeiliche Bauerlaubnis verweigert würde. "NTHÄPtversammIung des Gustav-ASch-Serms. in. G. S. Köln a. Rh., 2. Ott. Ter heutige Morgen begann mit einem halbstündigen Festgeläute der drei evangelischen Kirchen Kölns, dem ein von Konsistprialrat Beck-Bayreuth gehaltener Gottesdienst in der Christuskirche folgte. Um 12 Uhr wurde von dem Vorsitzenden, Geh. Kirchenrat T>. Pank-Leipzig die öffentliche Versammlung im Evang. Vereinshause eröffnet. In feiner Begrüßungsrede kam D Pank zunächst auf die österreichische Bewegung zu sprechen, die, wenn sie auch zum Teil nur bei einzelnen aus nationalen Gründen begonnen, nun aber in religiöse Bahnen eingelenkt sei. Tie Tagung in Köln erinnert ganz besonders daran, daß der Gustav-Adolf-Verein keinen Andersgläubigen verletzen will, aber das thut er nicht blos hier in Köln, sondern er thut es überhaupt nicht. (Beifall.) Wir wollen mit unseren katholischen Mitchristen in Frieden leben, aber es liegt uns auch daran, daß man unsere Glaubens- und Gewissensüberzeugnng kennt, um auch sie zu achten. Wir haben mit den Katholiken dasselbe Glaubensbekenntnis. In Osnabrück wurde festgestellt, die allgemeine christliche Kirche ist die katholische Kirche. Wir Evangelische sind also davon ausgeschlossen. Unsere Ueberzeugung über die christliche Kirche ist folgende: 1) Z u r ch r i st l i ch e n K i r ch e gehöreiT alte wahrhaften Jünger Christi, alle Gotteskinder aller Kirchen und Konfessionen. Wir berufen uns dabei auf das Wort: Wer mich, bekennet vor den Menschen usw. 2) Tie Auslegung über den Begriff der apostolischen Kirche giebt Paulus: Erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist. Tie evang. Kirche weiß von keinem anderen Eckstein, von feinem anderen Glauben, als was die Apostel lehren- und schreiben. 3) Allgemeine ober katholische Kirche, bas heißt wörtlich übersetzt: über bic ganze Erde gehenb. Senbet nur bie fall). Kirche Missionare zu allen Völkern? Sind bie Tausenbe von evang. Missionaren nichts? Sinb bie großen Körperschaften bes Protestantismus in ber ganzen Welt nichts? Ist ber größere Teil ber Christenheit außerhalb ber Kirche? 4) Heilige Kirche. Heilige im kath. Sinne haben wir nicht, wir sprechen auch niemanb heilig, wir erörtern auch nicht bie Heiligkeit bes Zölibats verglichen mit ber Heiligkeit ber Ehe. (Sehr gut.) Die, welche sich burch Jesum Christum mit Gott versöhnen und buitzchj seinen Geist sich heiligen lassen, biete nennt bie heilige Schrift Gottes Heilige.unb Auserwählte. Gottes Entscheidung wird es offenbaren, wem die Gnade geworden ist, von ihm in seiner Mirclje gezählt zu fein. Starker Beifall folgte .diesen .Ausführungen. beabsichtigt an seinem Hause in Zinsen waren erforderlich 44 918 Mk., zur Schuldentilgung 14960 Mk. ” Aus der Thätigkeit der Kriegervereine ist bemerkenswert, daß, wie wir hören, der kleine Kriegeroerein Wies eck, der bcr I seit der Mitte der Siebziger Jahre besteht, bisher im Ganzen etwa 6 bis 7000 Mk. an Unterstützungen für seine An- 123572 Tage. E. Büdingen, 3. Okt. Das Wirtshaus auf der Saline ist zur anderweiten Verpachtung ausgeschrieben. Die Fürst!., Isenburg- und Büdingen'sche Rentkammer in Büdingen nimmt Angebote entgegen. § Ostheim (bei Butzbach), 3. Okt. Ein erst kurze Zeit hier bediensteter, 22 Jahre alter Knecht aus Ostpreußen wurde von der Arbeitsstelle weg verhaftet, weil er bei bei einer Streitigkeit seinem Gegner mit dem Messer eine et* Godesberg. Superintendent Terlinden-Duisburg bringt zu all den bereits angefiihrten Gaben, an der sich ge- Für die Fortsetzung der Gas- und Wasserleitung nach den Birkenstock u. Schneider'schen Häusern am Brandplatz Räume soll für das Armenamt eingerichtet werden. Feldschütz Wenzel hat mit Hinweis auf sein Alter um Versetzung in einen anderen Bezirk gebeten. Es wird beschlossen, dem Gesuchsteller den von Feldschütz Müller bisher beaufsichtigten Bezirk, Letzterem den Wenzel'schen Bezirk zu überweisen. Dem neuernannten Feldschütz Kliffmüller wurde der Bezirk des verstorbenen Feldschützen Koch überwiesen. Thaer'sche Haus am - „ Umbauten im Kostenanschlag von 500 Mk., sowie die Kosten für Ergänzung des Mobiliars (540 Mk.) werden genehmigt. Ein Teil der im Bürgermeistereigebaude frei werdenden wisse Kreise und Stände der Rheinprovinz bereits stark werden 300 Mk., für die Fortsetzung der Gasleitung für das beteiligt, die Gabe der e v. Be wo h n e r der Rhein- Uebernachtungsgebäude an der Frankfurter Straße 250 Mk. Provinz mit 88800 Mark (großer anhaltenr^r Verfall). und für die Fortsetzung der Gas- und Wasserleitung Davon bleiben ca. 50000 Mart zur freien Ver ugung des der Rest ist für genannte Gemeinden,\m der Schottstraße 1168 Mk. yuv i ( o ZI rn.XS.rn \ D Sa2 fRofitA ttfpfirprpr (Ssnrfpnhp TPPr um Aus Stadt und Sand. Nachrichte« von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 4. Oktober 1901. •• Personalnachrichteu. Der Großherzog hat am 2. Oktober den prakt. Veterinärarzt Wilhelm Maurer zu Wöllstein zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramts Ilzey ernannt. — In den Ruhestand versetzt wurde am 28. Sep- tember der Diener bei dem Hochbauamt Darmstadt, Karl Göschel zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober an. Er erhielt aus Anlaß seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für 50jährige treue Dienste". ** Tas Amtsblatt des Großh. Ministeriums der Justiz. Rr. 16, vom 26. September d. I. enthält ein Ausschreiben an sämtliche Justizbehörden, betreffend die Ausführung des. Reichsgesetzes über das Urheberrecht an Werken der Litteratur, und der Tonkunst, vom 19. Juni 1901. ** Männerturnverein. Die Mitglieder werden auf die hebliche Verletzung beigebracht hatte. Darmstadt, 3. Okt. Das jählings mitten in Ausi Übung seines Berufes erfolgte Ableben des Landgerichjts- ,.ö,, rats Dr. Schneider ruft allgemeine Teilnahme hervor undi Oberlehrer Fuhr hat beantragt, den Unterricht an keiner, der dienstlich oder außerdienstlich mit dem Dahin* Sitzung drr Stadtverordneten. 3. Oktober 1901. Anwesend: Bürgermeister Mecum, die Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, die Stadtverordneten Brück, Euler, Flett, Dr. Gaffky, Hanau, Haubach, Heichelheim, Heyligenstaedt, Helfrich, Huhn, Jughardt, Keller, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Dt. Schäfer, Schmall und Wallenfels. Entschuldigt die Stadtv. Faber, Dr. Fuhr, Grünewald, Kirch und Schiele. Bürgermeister Mecum bringt zunächst eine Einladung des Altertums- und Geschichtsvereins Herborn zu der Eröffnung der Ausstellung von Altertümern zur Kenntnis der Versammlung. Da die Ausstellung bereits am 30. September eröffnet würde, konnte der Einladung nicht mehr entsprochen werden. Eine weitere Einladung betrifft das 40jährige Stiftungsfest des Gabelsberger Stenographenvereins Gießen, dessen Besuch Stadtv. Helfrich unter Hinweis darauf, daß ca. 25 städtische Beamte durch den Verein in der Stenographie unterrichtet wurden, besonders empfiehlt. Das Gesuch von Bruno Büttner um Erlaubnis zur Erbauung eines Fabrikgebäudes an der Frankfurter Straße war s. Z. auf Grund des § 5 des Ortsbaustatuts beanstandet worden; das Ministerium hat indeß gegen das Votum der Stadtverordnetenversammlung Dispens erteilt. Der Rechnungsabschluß deS Gas- und Wasser-1 Dem Gesuch des Verbandes der Hilfsschulen werks für 1900/1901 wird von Bürgermeister Mecum! Deutschlands um Bewilligung eines Betrags wird entsprochen, vorgetragen. Während sich die Rechnung des Gaswerkes im I das gleiche Gesuch des allgemeinen deutschen Vereins für Vergleich zum Voranschlag günstiger stellt, hat das Wasser-1 Schulgesundheitspflege abgelehnt, werk den erwarteten Ueberschuß nicht ergeben. Der Vor- Ob^lch^ h-t - - ----~ - . anschlag des Gaswerkes sah einen Bruttoüberschuß von der Fortbildungsschule um eine Stunde wöchentlich zu geschiedenen 60 000Smt vor, derselbe stellt- sich nach der Rechnung auf verlängern, damit eine gründlichere Durcharbe.tung des mü ehr-ndeS And««!-« denH'^Eeb^m warmes 77 552 Mk. An Zinsen waren erforderlich 20 583 Mk., zur der Zeit gehäuften Lehrstoffs möglich I-'. Dl-Versammlung verfagem Der Verstorben^ wurde 1844 jpt $nnge Schuldentilgung 30000 Mk. Di- Schulden beziffern sich auf beschloß Genehmigung der 5. Stunde. Betreffs der eventl. dtaturitätseramen, 1866 die Fakultätsprüfung und 1868 545 322 Mk. — Der Betriebsüberschuß des Wasserwerkes Teilung von Klassen, soll es dem Oberlehrer überlassen Staatsexamen. Er wurde 1871 zum Landgerichtsassessor; beträgt 8207 Mk. gegen 13 700 Mk. im Voranschlag. An werden, dieselbe vorzunehmen, wenn dies nötig erscheint. in Ortenberg ernännt, von da nach Gernsheim uno 1879 als( 'Zinsen waren erforderlich 44 918 Mk., zur Schuldentilgung! lieber den folgenden Gegenstand der Tagesordnung:!Amtsrichter nach Reinheim versetzt. Von dort kam er 1884 14960 Mk. Die Kapitalschuld beträgt 1260413 Mk. Dem Beschaffung weiterer Räume für die Volksschulen, an das Amtsgericht Darmstadt II, 1893 als Oberamtsrrchtcp Antrag der Deputation entsprechend wird beschlossen, die sowie für die höher- und erweitert- Mädchen- nach Langen und• U-b-rfchüsf- zu den Betriebseinnahmen der Stadtkasse heran- fchule berichten wir im lokalen Te.l des zweiten Blattes, als Rat an Em° Wttw° und v.er erwachsene Kinder b-4 ' B°ig°°rdn°t°r Wolff trägt d.e Rechnung, der Aber-^EntWasenen. sich eine heitere Episode in bet Ausstellung Kurz nach 1 Uhr wurde das Haus Olbrichs abge-, " ; . ssen) «ohne daß man nachgesehen Hatte,ob^noch erfone'n in deins ‘ ' Zentralvorftanbes. der Rest ist für genannte Gemeinden, in ™ 1 r mu,. bezw. Anstalten bestimmt. (Auch am Schlüsse anhaltender Nachdem s. Z. ba§ Gesuch Bäfall.) Herabsetzung des jährlich von ihnen garantierten Wafferzinses Der Vorsitzende Dr. v. Braun dankt für die Gaben am alten Steinbacher Weg und Nahrungsberg abschlägig im Namen des Zentralvorstandes und im Namen der beschieden worden, hat einer der Gesuchsteller den ferneren Diaspora. Nach der gewissenhaftestien Prüfung werden Wasserbezug gekündigt. Es wird beschlossen, die Kündigung die Gaben nach Bedürftigkeit und Würdigkeit verteilt roer= anzunehmen, da die über 10 000 Mk. kostende Zuleitung den. Pfarrer Ad le r-Trebnitz in Böhmen sprncht seinen seinerzeit lediglich auf Grund des von den Gartenbesitzern Tank ou£ daMr, daß ^Synode Mu nchen - Gladbach garantierten Mindestbezuges ausgeführt wurde. ' Nack) "einer Pause'von 20 Minuten ergriff Pfarrer Das Gesuch der Ferdinands Gail-Erben um Er- Schneller-Köln das Wort, unt dem Gustav Adols-Ver- laubms zur Anlage emerPnvatstraße zwischen der Wllhelm- 'ein die Sammlung der Kölner Kind er im Betrage straße und einer etwa südlich anzulegenden Parallelstraße wird von 500 Mark zu übergeben, die nach Fürstenfeld in «wegen der geringen Tiefe des nach der Rodhohl hm ver- Steiermark fließen sollen. Ter anwesende Pfarrer von bleibenden Baublocks und weil das Gelände noch nicht in den Fürstenfeld, Pfarrer Ilgen st ein konnte sofort seinen Bebauungsplan ausgenommen worden, abgelehnt. Tank anssprechen. Das Evangelium habe bereits große Der für das laufende Jahr zur Verbreiterung der Klinik- Kreise in Steiermark ergriffen. Vor drei Jahren s-r das ehemals Güngerich'schcn Hofrait-bewilligte Evangelrum an 15 Orten verknndet «>«, l' ‘ Wit von 350 Mk. wird nm 150 Mk. -rw-U-rt. w. U°r?A Wagner^Mörs wird in Lrzer Li! Eine Eingabe von Gustav B-rg-n (H°smannftraß°> ein Buch! über die Bewegung in Steiermark erscheinen besagt, baß bet Ausführung der Kanalisation die Stadt tue lassen. ' Als Vertreter der Wald enser kirch e in Gelegenheit wahrnehmen sollte zur Verminderung der lästigen Italien sprach! ßZfarrerl Leun, der die Nöte schildernd, und gefährlichen Steigung in der Bahnhofstraße zwischen bie diese Gemeinden seit dem 14. Jahrhundert erduldet, I Wieseckbrücke und Liebigstraße. Durch entsprechende Erhöhung aussührte, baß seit einem Jahre die Zahl der Glieder der Brücke und Abtragung an der Liebigstraße laffe sich sich um 1116 vermehrt habe. 47 geordnete Gemeinden, die Steigung um nahezu 2 Meter vermindern. Die Eingabe 7 zählten jetzt wstd abgelehnt, nachdem Bürgermeister Mecum mitgeteilt, 6180 Glieder. Auch heute noch hatten dre die Steimma^erbältnisse in der Babnbosstraße mit 5°/, memden awue Vertolgungen zu erdulden. Dei- der evang Schweiz Lntist.es von Salis'-Basel erzählteIungunjugerjeicn ww m ue, ^A°'|wte wir hören, in den ersten Tagen der nächsten Woche von von der schweizerischen Thätigkeit des Gustav Adols-Ver- "nd der Frankfurteytraße (5,35 /g). Die notwendig werdende hierher übersiedeln und das hiesige Bezirkseins, bie in Deutschland weniger bekannt sei, aber doch Tieferlegung der Liebigstraße, die Ansprüche der Anlieger ^^oen ^ryer uveriteoein uno 9 19 S bei ca. 2 Millionen ev Bewohnern jährlich ca. 125000 wegen Beeinträchtigung ihrer Hofraiten die $erIe^ ift hemerfen^ert. Franken aufbrrnge, und überreicht 400 Mark. Einfahrten u. s. w. verursachten außerdem unübersehbare Mit großer Begeisterung und unter steigender Auf- Kosten. merksamkeit der Zuhörer, die oft Beifall spendeten, sprach Adolf Bieler Pfarrer Ungnad aus Klostergrab, jenem Orte, das durch ein 1V Meter ausladendes Tirmenickild anm-l^a h vw tuvu wa. an unieqiugungcn jui ivmc die Niederbrennung seiner ev. Kirche am 2. Dezember 1617 D s ausnahmsweise und ach WideiN'uf gehörigen verausgabt hat. Wahrlich em außerordentliches die Veranlassung zu dem 30 jährigen Krieg gegeben. In Das Gesuch wird ausnahmsweise und aus ^werrch > bie Notwendigkeit der Kriegervereine, Kloster grab, so berichtet der Redner fei bie Bewegung ymigr, oesgt. oas r , ^us- deren gemeinnütziges Wirken von gewisser Seite immer noch^ rein religiös. Tas Leben dort erinnere an die erste , y Gesuch von Franz Hewel um Erlaubnis zur Aus- verkannt wird Christenzeit. Viele Bedrohungen und Verfolgungen habe stellung von Grabdenkmälern m feinem Vorgarten. J .. ~ , b ^abrikbeamteu-Verband be- seine .Gemeinde zu erleiden, und er selber fei einmal ®efu^ non 2. $ree§ um ©nnäfeigung öer 200 9JH. I unter den Rufen: Schlagt ihn tot, bett roten Hund (Pfr. jährlich betragenden Abgabe für die Wasserhalle am Neu- abs chtrgt , e w s ) g.' Unanob trägt einen roten Vollbart) mit knapper Not dem städterthor auf 120 Mk. wird abgelehnt. ®crem. Zufolge etfttger ^mühung mehrere Tode entronnen. Attt 2. Dezember v. I. sei der Grund- werden genehm gt Großh-rzogtum Bad-N 1, aus dem Herzogtum Braunschweig 2,' Für baukch-Herstellungen an der -E°ls N°lt^eschen M i « aus O-st°?r°ich 1, aus Luxem, tofeatte an b°r Lrcherstraße werden 1150 ML für d.e «uz derSchwei, 1. 2. Nach dem Gewerbe: Arbetter Zule.chng van Waffer nach b-rs-lben 700 Mk. bewilllgt. 44 Bautechniker 1, Bergmann 1, Buchbinder 1, Buchdrucker Der zur Dungung der städtischen Wiesen erforderliche . Masmacker 1 Gerber 1 Nubr- künstlich- Dünger soll . °Ngekauft w-rd-nknecht 1, Klempner 1, Kesselschmied 1, Kaufmann 2, Kürschner M-cum t-.lt h.erbe. mit, daß dw V--st°'g°rung d°s H°u- I ^bffet * Schreiner 1, Schneider 1, Schriftsetzer 1, und ^mm-tg-as-S -men um °üv° 50 Prozent über den > 1, ffieber 4, Simmet. VoraMlag gehenden Ertrag ergeben habe. mann 1. Seit dem Bestehen wurden ausgenommen 4023,1 Die wegen Verlegung des Stadtbauamt-S m dasl 3979- Bestand am 1. September war 40, dazu' Neuenweger Thor erforderlichen klemeren > 27< roäf)ri,nb 2s weggingen. In Stellung durch bie* Kolonie gingen 2, auf eigenen Wunsch wurden 21 entlassens Die Kolonie verpflegte an 1393 Tagen und arbeitete zuziehen. I •—u—------ .. . ,, u Die Rechnung des Realgymnasiums und der scheu Stiftung für 1900/01 und den Voranschlag derselben Realschule für 1900/1901 gleicht sich aus in Einnahme für 1901/02 vor, worauf Genehmigung erfolgt. und Ausgabe mit 114091 Mk. Der Beitrag der Stadt zu Die folgenden Gesuche, bei denen es sich um fthuffen> lohne daß man nachgesehen hatte, ob nopj den persönlichen Ausgaben (Besoldungen) beläuft sich auf gang bestehender Wirtschaften auf andere In- Personen in demselben seien loder nicht. Neun Herrett 30 053 Mk., zu den sachlichen Ausaaben auf 7243 Mk. Die Haber, beziehungsweise um Ausdehnung des Betriebs wurden auf diese Weise zuGefangene n gemacht;oiew Rechnung wird nicht beanstandet. auf neue Räume handelt, werden befürwortet: Gesuch merkten erst um halb 2 Uhr, daß fte der Frechett verauve Die Wiederherstellung des alten Rathauses' des Wilhelm Frenzel um Erlaubnis zum Wwtschasts- waren. Unter den Eingefperrten warenem Architekt die zu 18000 Mk. veranschlag war, hat 22 612 Mk. ge- schastsbetrieb im Hause BleMträße 5, desgl. des Max und Simmerrnet^r au5 ^lfenau^t^a-. sein Großvater ist ein Norweger gewesen *— : st keineswegs von England mit Gold für die Rechte auf ein Land abgefunden worden, im Gegenteil: Johore ist eins der wenigen Fürstentümer, die sich, allerdings unter englischer Oberherrschaft, ihre Selbständigkeit bewahrt haben. Der Sultan" ist ein reizend liebenswürdiger, ungebunden lustiger Herr. Seine große Vorliebe für schöne Pferde ist bekannt; es sind viele edle deutsche Rosse bereits von Frankfurt aus nach seiner Heimat ab gesandt worden. Bewunderungswürdig ist die Eleganz und Sicherheit, mit der er seinen famosen Viererzug kutschiert und glatt durch das bewegte Straßenleben Frankfurts durchzuführen versteht. Aber auch schönen Frauen ist oer junge ritterliche Fürst, der Sitte seines Landes gemäß, sehr zugethan. Im «Theater sieht man ihn häufig in Begleitung hübscher Künstlerinnen, für die er stark inkliniert. Seine Kleidung ist europäisch, aber stets mit viel Brillanten, die besonders in Form kostbarer Westenknöpfe auffallen, geziert. In seinem Hofstaat nehmen die „yellow Count", wie er von Fernerstehenden genannt wird) Graf Mahomet, ein liebenswürdiger Malaye, und Sir Kempel-Kerr, ein geborener Engländer, die Hauptstellen ein. — Die Geschäfte verdienen viel an dem exotischen, freigebigen Fürsten, dessen frohe Devise, die schon aus seinen lach,enden, schönen Augen 'herausstrahlt, lauten soll: „Leben und leben lassen!" Vermischtes. • Giftmord oder Selbstmord? Der geheimnis- volle Tod des Agenten Löffler in Berlin ist bisher nicht mit voller Sicherheit aufzuklären gewesen. Die Kriminalpolizei rechnet noch mit der Annahme eines vorsätzlichen Mordes, und hatte den Kaufmann T., einen Subagenten des ^Verstorbenen, vorläufig festgenommen. Aber das Material, das gegen den Verdächtigten zur Zeit vorhanden ist, reichte noch keineswegs zu einem Beweise gegen ihn aus. Die Haftentlassung erfolgte daher, und es kann die Annahme, daß «Löffler durch Selbstmord geendet habe, einstweilen nicht als ^hinfällig gelten. Manche Umstände sprechen gewichtig hierfür. Löfflerwar eine jener wenig sympathischen Persönlichkeiten, in Äderen Geldschrank die Schuldverschreibungen und Wechsel von Kavalieren zu ruhen pflegen. * Backn ang (Württemberg), 3. Okt. Die hiesige Oberamtssparkasse ist behördlich geschlossen worden. Der Kassirer der Kasse, Lober, ist nach Verübung von Unterschlagungen und Büchersälschungen geflüchtet. * Kalmar, 3. Okt. Der deutsche Dampfer „Maja" ist auf 75 Ellen Tiefe südöstlich vom Leuchtturme von Seger- stad gesunken. Die Bergung des Dampfers ist anscheinend unmöglich. Paris, 3. Okt. Auf dem Bahnhofe von Auch sand ein Zusammenstoß zweier Züge statt, wobei drei Personen schwer verletzt wurden. * Neapel, 3. Okt. Der Zustand der Pestkranken im Lazarett auf der Insel Nisida ist unverändert, nur eine Person ist schwer krank. 142 in der Jsolierabteilung gebrachte Personen' sind bei guter Gesundheit. Die Versammlung, worin die Lumpenhändler gegen das Verbot des Lunrpenverkaufs Widerspruch erheben wollten, wurde vom Präfekten verboten. Konstantinopel, 3. Okt. Der Selbstmord des Kassirers des Oesterreichischen Lloyds Ra hl wird mit dem Tode des Generalagenten BalloWitz in Zusammenhang gebracht, der vor acht Tagen angeblich einem Herzschlag erlag, als das nahe bevorstehende Eintreffen des Generalrevisors angemeldet wurde. Man spricht von einer vorzunehmenden Exhumierung der Leiche Ballowitzs, um die Todesursache zu konstatieren. Das Defizit in der Kasse des Lloyd beläuft sich hiesigen Blättern zufolge auf ca. eine Viertel-Million Francs. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. BreSlau, 3. Okt. In der gestrigen geheimen Sitzung des Aufsichtsrats der Rhederei vereinigter Schiffer wurde beschlossen, die Gläubiger sollen sich bereit erklären, auf die Hälfte ihres Guthabens zu verzichten und für die andere Hälfte Vorzugsaktien des Unternehmens m Zahlung zu nehmen. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, daß, wenn die Vermeidung des Konkurses möglich sein soll, die Forderungen aus den betrügerischen Manipulationen beider Direktoren die Höhe von Mk. 4 800 000 nicht überschreiten dürfen. Der Aufsichtsrat tritt mit einem baren Zuschuß von Mark 500 000 ein. Den Aktionären soll ferner vorgcschlaaen werden, drei Aktien in eine zusammenzulegen. Sollten alle Gläubiger und Aktio- näre sich bereit erklären, die Bedingungen zu erfüllen, so sei die Vermeidung des Konkurses sicher anzunehmen. Paris, 3. Okt. Wie die hiesigen Blätter melden, ist durch die fortdauernde Baisse an der hiesigen Börse die Lage mehrerer Börsenmakler sehr schlimm geworden, sodaß eine Finanz-Katastrophe in naher Aussicht steht. — Reichsbank. Am 14. Oktober wird in Osterode (Harz) eine von der Reichsbankstelle in Nordhausen abhängige Reichsbank-- nebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Die BudcruSschcn Eisenwerke, Wetzlar, teilen mit, daß sie 116 300 To. Roheis e n zur Lieferung für das Jahr 1901 verkauft haben, welche Menge die regelmäßige Erzeugung chrer vier Hochofen um etwa 6000 T. übersteigt. Um aber ihren Abnehmern die Erfüllung ihrer vertraglichen Verpflichtungen nach Möglichkeit erleichtern zu köunen, hat die Verwaltung seit Juni einen Ofen falt» gelegt, so daß bis auf weiteres nur drei Oefen mit einer monatlichen Hervorbringung von 7200 To. im Feuer stehen. An einem dieser Oefen muß im Oktober der Gasfang ersetzt werden, wodurch eine vorübergehende Dämpfung dieses Ofens bedingt wird. _ Die entbehrlich gewordenen Arbeiter sind von der neuen Röhrengießerei, welche im Dezember in Betrieb kommen wird, übernommen worden. Arbeiterbewegung. Hamburg, 3. Okt. Nachdem der Generalstreik der Flaschenmacher dadurch beendigt worden ist, daß die Arbeiter bedingungslos um Wiederanstellung gebeten hatten, beschloß die Vereinigung der deutschen Flaschenfabriken auch ihrerseits, den Generalstreck als beendigt anzujehen. Brüssel, 3. Okt. Der Ausstand der Kohlenarbeiter hat sich heute auf alle Bergwerke am linken Maasufer ausgedehnt. Die Zahl der Ausständigen beträgt über 10000. Gera, 3. Okt. Die Textilarbeiter sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Bei Nichtannahme des den Fabrckanten zu unterbreitenden Lohntarifs soll am 15. Oktober ein allgemeiner Ausstand beginnen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt Die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Vorschlag des Landtagsabg. Kohler-Langsdorf, die Fortbildungsschulen zu Vorschulen der bestehenden landw. Schulen umzugestalten, ist gerade nicht uneben. In vorwiegend ackerbautreibenden Dörfern begrüßt man sicher diese Maßnahme. Vor 80 Jahren setzte der landw. Verein für Oberhefsen schon namhafte Beträge aus, welche denjenigen Schülern resp. Lehrern an Fortbildungsschulen (fakullativen) zu teil wurden, welche Ackerbau, Obstbaumzucht, Viehzucht in ihren Stundenplan aufnahmen. Nach Schluß des Winterrursus wurde die Schule in den landw. Fächern durch die damals simgierenden landw. Wanderlehrer geprüft. Diese Einrichtung war ganz zweckentsprechend, und der erneute Vorschlag des Herrn Köhler ist gewiß einer wohlwollendcn^Prüfung würdig.' - ' » Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Oktober 3 3 X E E V) TUli l Nur noch wenige Tage! ti:ii i Iiill 111. u. 12 Oktober sicher Ziehung! ulll I Versandt gegen Post-Anweisung oder Nachnahme durch General-Agent J.Stiirmer,LangstrasselO7,Strassburgi.E. der 2. Baden-Badener Hamilton Geldlotterie. Lose L 1 Mk., 11 Lose 10 ML } 2288Geldgewinne Hark 42000 1 cew.20000- »20000 laew.,.5000-». 5000 03908 nur Bürgerlicher Mittagstisch. 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