Bad'Nanheiv». Von der Fabrikinspektion das bei Lch Lerlangsamem^g-n der« der > besonders von der Thatsache aus, daß durch den Nord- ficrren können guten N Mittagsiisch erhallen. 07] suwrttJLL ikW«s Mr Äiinnei Kolonialpost. Aus Kamerun. Laut amtlicher Ankündigung ist der Sitz des Gouvernements Kamerun von der Joßplatte an der Mündung des Kamerunslusses nach Buea, etwa 1000 Meter hoch am südwestlichen Ab hange des Kamerun- Gebirgsstockes verlegt worden. Der Gouverneur hat das neben der bisherigen Station Buea gelegene Essersche Vorwerk angekauft. Tort befinden sich Gebäude mit vollständiger Einrichtung für den Aufenthalt eines Verwalters. Sonach fand der Gouverneur alles für seine Ansiedelung fertig vor. Er hat auch,, wie verlautet, den neuen Regierungssitz ohne weiteres bezogen. Damit wird man auch hier der Arbeiten überhoben, welche die Errichtung von neuen Bauten und deren Einrichtung gewöhnlich erfordert. In Buea war schpn lange ein Sanatorium vorhanden. Die Gebäude auf der Joßplatte hat jetzt das Bezirksamt in Be- Die Darmstädter Künstlerkolonie. (Origlnalbericht des „Gieß. Anz.") Nachdruck verbot«». bittMWu sucht ettOt, Narburgerstr. »S, «eben». 021231 Sin Sklera Mta sucht lecke W.butd) fai Aärnr, Teufelslustgärlten 3. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntnis von Interessenten, daß nach Mitteilung der Geschäftsstelle des landwirtschast» lichen Provinzialvereins im Zuchthof Zwiefalten 9 und im Zuchthof Bingmühle 3 Zuchtbullen verkäuflich find. Gießen, den 31. Mai 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. .v Bechtold. 1 hohen Lohn K t schkt M Nauheimer Aus Stadt und Land. Sieben, 4. Juni 1901. ** Provinzial - Ausschuß. Am nächsten SamStag, vormittags 9 Uhr, findet im Regierungsgebäude hier (Brandplatz 9) eine öffentliche Sitzung des Provinzial-AuSjchusseS der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Enteignung von Gelände zur Erweiterung des Bahnhofs Gießen; die Verlegung der EiseubahnhaltestelleOber- Widdersheim und Ausbau zum Güterverkehr. H. Akademische Vorträge. Am Mittwoch den 5. Juni, abends 8 Uhr, wird der dritte der von Professor Tr. A. Dieterich angekündigten Vorträge über Kunst und Leben in Pompeji stattfinden. ** Ter Maschinenbauer-Gesangverein hält — wie bereits gemeldet — am 23. Juni nachmittags in Steins Garten sein F a h n e n w e i h f e st ab. Tie Fahne wird in der hiesigen Fahnenfabrik Schulze hergestellt und wird nur Handarbeit sein. Kommerzienrat Heyligenstaedt hat einen namhaften Betrag dazu gestiftet. Tas Fest wird um halb 4 Uhr seinen Anfang nehmen. Nach der Fahnenweihe und dem Weihelied findet Konzert statt. Am Abend wird die Operette „Sängerreise nach Algier" von dem Verein aufgeführt, woran sich ein Ball schließt. ** T i e W a g e n m e i st e r auf den preußischchessischen Staatsbahnen haben als technische Beamte das Abzeichen „Goldene Personenwagen", sowie das Mecht der Beibehaltung der Goldtresse mit Sammetkragen erhalten. ** Oefseutliche Lesehalle. Im Mai wurden 1695 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Illustrierte Zeitschriften 375, Erzählende Litteratur 756, Jugendschriften 308, Litteraturgeschichte 14, Kulturgeschichte 12, VerSdtchtuugen 12, Länder- und Völkerkunde 33, Naturwissenschaft, Technologie 63, Geschichte und Biographieen 74, Seewesen 11, GesundheitS- lehre 9, Philosophie und Religion 17, fremdsprachliche Litteratur 11 Bände. Es wurden verliehen au Männer: Handwerksmeister 230, akademisch Gebildete 43, Kaufleute 151, Beamte 14, Unterbeamte 99, Techniker, Schriftsetzer 102, Diener, HauSburscheu 33, Arbeiter, Tagelöhner 80, Lehrlinge, Gehilfen 240, Studenten 78, Rentner 4, zusammen 1074 Bände; an Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 220, Gewerbetreibende 127, Dienstmädchen, Lauffrauen 25, Arbeiterinnen, Tagelöhnerinnen 50, Be- Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung des Großh. Polizeiamis Darmstadt bringen wir hierdurch zur Kenntnis des Publikums. Gießen, den 1. Juni 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Warnung. Von dem „ficUmagndlftur" Emil Kirmse ta Stublach wird auf dem Wege der ZettungBrrklrmc durch Vermittlung eines angeblich Geheilten, deS „Etfenbahnbeamten" (nämlich: Weichenstellers) Ende zu Stublach, als sicher wirkende» Heilmittel gegen Rheumatismus und Gicht der von dem Erstgenannten erfundene magnetische WLrmsietn angeprtesen. Derselbe kostet nebst Broschüre 6 Mark. In den Prospekten wird behauptet, dieser Stein sei „aus de» besten Medikamenten nach einem besonderen Verfahren auB 14 Bestandteilen sorgfältig zusammengesetzt und enthalte Zug-, TeU- und Heilmittel", welche „gleichsam, wie dies durch den Leber: BmagnettSmuB geschieht, dm KrankhettSstoff aus dem Körper ziehen." Nach den amtlichen Feststellungm wird der „magnetische Wärm« fleht* aus Zement in einer Zementwarmfabrik hergestellt unb enthält im Inner» eine Kapsel, welche mit Kampfer, Salmiak und Naphthalin gefüllt ist. Die Mitteilung dieser Thatsache genügt wohl zur Kennzeichnung deB Apparats. Darmstadt, den 15. Mai 1901. GroßherzoglicheB Polizeiamt. Dr. Kratz. deutscl.cn Lloyd in Bremen die Schiffahrt auf dem Pang tse kiang in ganz hervorragendem Maße der deutschen Flagge zugeführt worden ist. Der Norddeutsche Lloyd läßt bekanntlich bereits jetzt zweimal wöchentlich im Anschluß an seine ostasiatische Reichspostlinie Tarnpfer von Shanghai bis Hankow laufen und dehnt die Schiffahrt bis Chungking, ctiua 1200 engl. Meilen von der Küste entfernt, aus. Im Zusammenhänge damit steht die Aufnahme der Küsten- schiffahrt in Hinterindien und zwischen Hinterindicn und Shanghai, sowie an der chinesischen Küste durch den Bremer Lloyd; ferner die Aufnahme der Schiffahrt nad)i den Philippinen, den Carolinen, dem deutschen Schutzgebiet der Südsee und die Verbindung von Hongkong mit Australien. Es ist damit ein ganz außerordentliches Netz von Linien geschaffen, welche unter der Flagge des Norddeutschen Lloyd den deutschen Interessen im gesamten Osten dienstbar sind und es wohl verstehen lassen, daß die kolonialen Zkreise ihr Interesse daran in intensiver Weise bekunden. Ter Reihenfolge nach sind nunmehr die bayerischen, hessischen, badischen und sächsischen Gewerbeinspektionsberichte erschienen. Ausnahmslos sind sie gegen früher weit kürzer ausgefallen. Ter badische Bericht z. B. ist auf die Hälfte des früheren Umfangs zusammengeschrumpft, und das früher mit großer Sorgfalt behandelte Kapitel über Ursachen, Umfang und Verlauf der Streiks ist diesmal ganz weggefallen. Im sächsischen Bericht sind die einzelnen Mitteilungen aus den 13 Jnspektionsbezirken zu fünf Hauptabschnitten zusammengearbeitet, und nach den Kreishauptmannschaften gegliedert worden. Der Bericht ist diesmal in der Reichsdruckerei gedruckt worden und tragt den Vermerk: „Sonderausgabe nach den vom Reichsamt des Innern veröffentlichten Jahresberichten der Gewerbeaufsichtsbeamten". Es hat sich in dem gewerbe- und industriereichsten deutschen Bundesstaate im vergangenen Jahre ein wirtschaftlicher Rückgang bemerkbar gemacht. Es wird berichtet von Betriebseinschränkungen, stellenweisen Lohnherabsetzungen und verminderter Arbeitsgelegenheit, so daß zahlreiche Arbeiterfamilien einen nicht unbeträchtlichen Ausfall ihres früheren Einkommens erlitten haben, und Nutzung genommen. , c , Man schreibt uns: Die außerordentliche Ausdehnung der deutschen Interessen in Ostasien und insbesondere die Aufschließung eines Teils des Yang tse Hang durch die deutsche Schiffahrt hat den kolonialen Kreisen Deutschlands Anlaß gegeben, sich mit der Frage deutscher Konsulate im Yang tse-Gebiete näher zu beschäftigen. Ein diesbezüglicher Antrag wird dem Vorstande der Deutschen Kolomal- gesellschaft in der in Lübeck bevorstehenden Tagung unterbreitet werden. Die Motivierung des Antrages geht dabei in. Wer sich in den letzten Jahrzehnten um die Wohnungsverhältnisse ein wenig bekümmert hat, der mußte die Wahrnehmung mach,en, daß diese Verhältnisse auch da, wo sie sich noch nicht zur „Frage" zugespitzt chatten, immer mehr diejenigen Räumlichkeiten cinengten ober ganz verschwinden ließen, welche man ehedem von Traditionswegen snr einen ober mehrere liebe Gäste zu reservieren pflegte. Allmählich „schien das Fremden- ober Gastzimmer als em Luxus, d^i sich nur bie Behausung des Reichen und auch diese nur mit gewisser Einschränkung gestatten konnte. In der tunebmenden Nervosität der Menschen von heute fitste man u. a. den Grund für die sichtbare Abnahme der Gastfreundschaft Tie Eigenheiten hatten suh so ausgebildet, Weber für ben Gast noch den Gastgeber ein längeres gemeinsames Bewohnen der gleichen Räumlichste Mr Erhöhung des Lebensgenusses beitragen kannte. Ganz recht. Wenn man den etwa zu erwartenden Gast al- eine Unterbrechung in den Lebensgewohnheiten empfindet, wird man sein Erscheinen als mehr ober imnbet große Storung betrachten. Völlig anders gestalten sich l-d-ch die Dinge, wenn von vornherein bei der Anlage des Hauses, Einrichtung ^ Gemächer aus sein Vorhandensein sinnige überlegende Mcksicht genommen wird. Tas geschieht nun oder ist Diel« Ä geschehen in den Häusern der Kunstlerkolonie^ die d-xüs biirrf)' alles andere eher wirken als durch dre Große d>Er Dimensionen. Raumausnützung! Wie schrecklrch verehrt pflegte man 'ich bad) in den letzten Jahrzehnten dieser Parole zu bedienen, indem man )ie sich geradezu im Sinne der Raumverstellung und Raumverengung auslegte. Praktische Wohnungseinrichtung schien mit den Gesetzen der Schönheit nicht das geringste zu thun zu haben. Und nun kommt eine kleine Schar von zielbewußten Künstlern, die zugleich jung genug sind, um gesellige Bedürfnisse zu haben und den Sinn des Wortes: „Ter Mensch bedarf des Menschen!" in seinem vollen Umfange zu erfassen, und zeigt der erstaunten Welt, daß Schönheit und Zweckdienlichkeit nicht nur die gleiche Straße wandern können, sondern von rechiswegen wandern sollen, und daß die Behaglichkeit eines zum Alleinbewohnen bestimmten Hauses nicht im gerinsten dadurch verliert, wenn man ihr auch eine deutlich ausgesprochene Beziehung zum erbetenen und bewirteten Gaste giebt. Das Gastzimmer ist in den Bauplan der ganz auf den Geschmack und die Individualität ihrer Besitzer zugestimmten Künstlerheime liebevoll hineingezogen worden. So ist z. B. in dem Haus von Peter Behrens ber der Anlage der sich im Dachgeschoß befindlichen Gästezimmer dem Prinzip der Separierungsmöglichleit, für das bekanntlich die Engländer großes Verständnis zeigen, in hohem Maße Rechnung getragen. Gleichsam im kleinen sollen hier dem Gaste alle Wohnungsbequemlichkeiten ge- geboten werden. Indem die Stuhlsäulen zur Gliederung des Gemaches ausgenutzt wurden, gliederte sich dieses in einen Wohn- und einen Schlafraum, und der anschließende Balkon bietet dem Gaste einen Aufenthalt im Freien, ohne ihn mit Hausgenossen in Berührung zu bringen. Tie Gastzimmer im Hause Olbrich sind nach den feinsten ästhetischen Gesichtspunkten durchaebildet. Im blauen Gastzimmer soll den Fremden durch ben Farbenton der Möbel und der Wand, sowie des Fußbodenbelages in einem tiefen Saphyrblau das Gefühl breiter behaglicher Ruhe überkomnren, wogegen chn das grüne Zimmer, „ein Raum, der einem frischen Morgen gleicht", mit seinen aus dem ßlrün des Tannenwaldes in Eichenholz gearbeiteten Möbeln, seinem Wandornament von gelben Pappelrosen und seinen farbigen Intarsien auf weißer Wand in junge, kräftige Taseinsstimmung versetzen muß. Tie „Spiele" im Bühnenhause nehmen ihren Fortgang und zwar in der Weise, daß, mag auch heute ein Konzert, morgen eine spiritistischl-hypnotische Soiree auf dem Programm stehen, doch immer die seinen Stimmungspoesien Wilh. Holzamers*) den Darbietungen dieser ersten Wochen das Gepräge aufdrücken. Gewiß, nur ein kleines Auditorium finden diese Spiele. Es werden nur immer wenige sein, die im stände sind, in ihrer nachschaffenden Phantasie einen Resonanzboden zu bieten für eine Dichtung wie z. B. den „Brunnenzauber", die in nichts anderem besteht als in einem Zwiegespräch zwischen einer aus der Brunnenröhre auftauchenden lebensdurstigen Nymphe und dem Standbild eines Ritters. Der Zauber des Mondlichts hat ihnen beide die Zunge gelöst; aber dennoch spricht jeder in seiner Sprache; die beiden Welten bleiben strenge von- einanter geschieden. Ihre Liebes- und Lebenslust findet feinen Zugang zu seinem steinernen Leben. Was sie noch ersehnt und erhofft, hat er schon längst hinter sich und zum Ueberdruß genossen. Ter versteinerte Mann und das junge Weib — die passen nicht zusammen. Und in die Flüsterreden der beiden sendet das MondlicU seine geheim-- nisvollen Strahlen, plätschert das Brunnenwasser und tutet das Wächterhorn. Vielleicht würde die Szene auf den, der starker dekorativer Beihilfe nicht entbehren kann, wenn in ihm Illusionen erstehen sollen, nachdrücklicher wirken, wenn das „Bild des Ritters" neben dem Brunnen schärfere Modellierung, statt der unplastischen ' Flächenbehandlung aufwiese, dem ließe sich ja leicht abhelfen. Dr. M. •) Verlag von Eugen Diederichs in Leipzig. Preis 1 Mk. ? * Lebensmittel und des Feuerungsmaterials. Tie Arbeiterzahl hat sich dann aud) nicht in dem Umfange vermehrt, was auf eine Verdrängung der männlichen Arbeitskräfte durch die billigere Frauenarbeit hinausläuft. In der Kleiderstoffindustrie des Bezirks Glauchau-Meerane ver dienten geschickte und fleißige Weber, die in früheren Jahren bei gutem Geschäftsgang dis zu 20 Mk. wöchentlich verdienten, im Berichtsjahr oft nur 10 Mk. pro Woche! Nach der ganzen Art und Weife der Berichterstattung kann man den Auftichtsbearnten Fleiß und Gewissenhaftigkeit nicht absprechen. Es sind über 70 Prozent der Betriebe revidiert und in 1471 Betrieben Verstöße gegen die Schutzbestimrn ungen festgestellt worden; aber der eigenartige Geist, der in sozialpolitischer Beziehung in Sachsen und Preußen im Gegensatz zu Süddeutschland herrscht, beeinflußt auch die Berichte der Gewerbeinspektoren. Man vermißt ein Eingehen auf die Existenzverhältnisse der Arbeiterschaft und auf ihre Organisationsbestrebungen fast vollständig. Ter Verkehr der Aufsichtsbeamten mit den Arbeitern geht im allgemeinen mehr und mehr zurück, während der Verkehr mit den Unternehmern als befriedigend bezeichnet wird. Unter dem Mißtrauen der Arbeiter leiden auch die für jeden der fünf Regierungsbezirke bestellten fünf weiblichen Vertrauenspersonen, die bis auf weiteres Beschwerden und Wünsche der Arbeiterinnen mündlich oder schriftlich entgegennehmen, und der zuständigen Kreishauptmannschaft übermitteln sollen. In Bautzen-Zittau ist die neue Einrichtung von den Arbeiterinnen nur einmal in Anspruch genommen worden und im Chemnitzer Bezirk hat die weibliche Vertrauensperson nach dem Bericht „kein einziges Mal Veranlassung gehabt, mündliche oder schriftliche Anträge oder sonstige Anliegen entgegenzunehmen". Tie weiblichen Vertrauenspersonen klagen über große Ängstlichkeit der Arbeiterinnen, die aus Furcht vor den Unternehmern nicht wagten, mit der Sprache herauszurücken. Hoffentlich gelingt es den weiblichen Vertrauenspersonen, sich das Vertrauen der Arbeiterinnen zu erwerben. tun«*«',**" MaAch-Z *■ » ÄMtl to WM W SÄ WM Nr. 189 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Mittwoch 5. Juni 1901 Adresse für Tepeschenr Anzeiger «letzen. Fernspr«chanl<1>lußNr.A» »MMm, «|>Oition uni •ewfced! MneftroM 7. m—iMiiiii ii 18»« ■—■IH" «ml „Blätter ► K- WWimk" Mt« *< —ch-MUch n vejng»prell •*< SH. T20, moMtl. 76 HW. nMBrmgtriohn; durchWl v«erNttMH Mk. 1.90, »enatl. 65 W» »ei Postbezug vlerteljiM. Mk. 2.00 ohne Bestell*» HO« B«i|<1een-Bernrtttltieee» fteSkn bei $n> und MuOhraM ndn»en Hnidatn für da» •l<6cncr anjiiqrr cnt»we ßeUcnprell lokal 11 Wh» auNulrtS 10 Psg. GiehenerAnzeiger *'■* General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen amtinnen 16, Pflegerinnen 4, junge Mädchen, Lehrmädchen 179, zusammen 621 Bände. Mach auswärts kamen 38 Bände. Der Prozeß wegen der Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk. v. ... Gumbinnen, 2. Juni. Kriminalkommissar v. Bäckmann vom Berliner Polizeipräsidium sagt aus: Als ich nach Gumbinnen kam, um meine Recherchen zu beginnen, waren Marten und Skopek bereits in Haft. Aus den Akten war zu ersehen, daß Marten erheblich belastet war. Er war in der Kammer, im Stalle, im Gange, im Korridor und hat in der Nähe des Kara- biners gestanden. Gegen Skopek lag das Verdachtsmoment vor, daß er den Kriimperstall vor dem Schlüsse verlassen Oberstleutnant Pavel ist bekanntlich zum Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun ernannt worden. Bereits am Donnerstagabend hat er Gießen verlassen, um sich nach Berlin zu begeben, wo er bis zum 8. Juni zu verweilen gedenkt. Von Berlin aus fährt Oberstleutnant Pavel nach Hamburg und besteigt dort am 10. Juni das Schiff, das ihn nach Kamerun bringen soll. Seine Familie, die ihn nach seinem neuen Wirkungskreis nicht begleiten wird, nimmt ihren Aufenthalt bei den Schwiegereltern des Oberstleutnants in Schlesien. C. Haftentlassung. Der vor kurzem wegen Ver- brecherrs aus § 177 St.-G.-B. in Untersuchungshaft genommene Kaufmann wurde außer Verfolgung gesetzt, da die Voruntersuchung keine genügende Anhaltspunkte dafür ergeben hat, daß er ein solches Verbrechen nachweisoar begangen hat. Aus demselben Grunde wurde auch der in dieser Sache gegen ihn erlassene Haftbefehl aufgehoben. § Butzbach, 3. Juni. Die Küchel'sche Farbenfabrik in der Weiselerstraße hier, sowie das in der Gemarkung Münster gelegene Mühlanwesen (Lochmühle) ist von Hermann Patz aus Gießen käuflich erworben worden. Friedberg, 2. Juni. Am 12. und 13. Juni wird, wie wir schon berichteten, die Südwestdeutsche Konferenz für innere Mission ihre 37. Jahresversammlung hier in der Burgkirche abhalten. In dieser Konferenz haben sich die Landesausschüsse für innere Mission von Baden, Hessen, Rheinpfalz, Elsaß und Frankfurt vereinigt, um in gegenseitiger Förderung für christliche Liebesthätig- keit einzustehen. Tr. M. Darmstadt, 2. Juni. Die auf Veranlassung des Vorstandes des „Volksbildungsvereins" eingeführten Museumswanderungen haben gestern wieder begonnen. Galleriedirektor Prof. Bark ist die geeignete Persönlichkeit für die Führung durch die ständigen wie temporären Kunstausstellungen unserer Residenz. Gestern und heute war es die B ö ck l i n - Ausstellung im Kupserstichkabinett und die Walter Cran e-Ausstellung im Kunstverein, die seinen volkstümlichen Vorträgen ein besonderes aktuelles Interesse lieh. Im Eingang zu ersterem betonte Herr Direktor Bark mit vollem Recht, daß man einen starken Accent auf die Thatsache legen müsse, daß Freiherr v. Hehl, dessen Entgegenkommen wir diese Ausstellung der Skizzen, Studien und Entwürfe zu danken haben, zu einer Zeit, da es noch an der Tagesordnung war, Arnold Böck- lin lächerlich zlu finden und mit Geringschätzung zu behandeln, sich nicht nur in den Besitz einer Reihe von Gemälden gesetzt, sondern auch über 70 wertvolle Studien und Entwürfe, durch die uns so recht ein Einblick in die künstlerische Werkstatt Böcklins gewährt würde, erworben "habe, die ohne seine Initiative und Voraussicht jetzt jeden- falls in alle Welt zerstreut wären. □ Bleicheubach, 2. Juni. Der hiesige Vorschuß- und Kreditverein hielt heute seine 23. Jahresversammlung ab. Der Geschäftsbericht gibt Zeugnis für ein gut geleitetes Geschäft. Der Reservefonds beträgt zu Ende 1900 nunmehr 14000 Mk., die Geschäftsanteile betragen ca. 40000 Mk., in 1900 wurde ein Reingewinn von 3719 Mk. erzielt bei einem Kassenumsatz von 670916 Mk. K. Büdingen, 3. Juni. Das hiesige Gymn asium feiert vom 4.-7. August das Fest seines 300jährigen Bestehens. Aus einer seit etwa 1500 bestehenden Lateinschule hervorgegangen, bereitet die Anstalt seit 1601 für das Hochschulstudium vor, dank einer reichen Stiftung, die der Graf Wolfgang Ernst damals machte. Die Anstalt und die Bewohner unseres freundlichen Städtchens lassen es sich nickst nehmen, das seltene Fest würdig zu begehen, zu dem bereits umfangreiche Vorbereitungen getroffen sind. Eine große, 800 Personen fassende Feschalle mit Bühne wird erbaut, das Festprogramm sieht vor: am 4. August Be- grüßungsabeno, am 5. akademische Feier, Festbankett, Fackcl- zug und Kommers, am 6. Frühschoppen, Ausflug nach Tiergarten, abends Ball, am 7. Frühschoppen und Ausflüge in die Umgegend. - Hoffentlich beteiligen sich, recht viele ehemalige Schüler mit ihren Damen an dem Fest, zu dem die Einladungen in zwei bis drei Wochen ergehen sollen. Alle ehemaligen Schüler mögen ihre Adressen an den Fesh- ausschuh recht bald einsenden, damit ihnen nähere Mitteilung zugehen kann. hatte, und daß er am Lbservationsloche der Bandenthür zwei Männer gesehen haben wollte. Das Belastungsmaterial gegen Marten wog schwerer. Auch hat mich die eingehende Vernehmung Skopeks zu der Ueberzeugung gebrack)t, daß er unschuldig ist. Er gab an, er habe die Schmiede vor der Zeit verlassen und im Vorraum zur Reitbahn zwei Leute mit steifen Mützen und Mänteln gesehen, die er für Unteroffiziere hielt. Um nicht wegen Verlassen des Dienstes bestraft zu werden, sei er nach dem Krümperstall gegangen; als er diesen noch nicht wieder verlassen, habe er einen starken Knall gehört und dann, durch den Vorraum zur Reitbahn zurückgehend, die Bandenthür halb offen gefunden. In die Reitbahn hineinsehend, habe er den Rittmeister ü. Krosigk auf dem Erdboden liegen sehen, und der Lber- leutnant v. Hoffmann habe gerufen: „Was ist denn los? Wer hat da geschossen?" Er sei nun zum Krümperstalle zurückgekehrt und habe gerufen: Dem Rittmeister ist ein Unfall passiert! Unmittelbar hinter ihm sei der Dragoner Stumbries in den Krümperstall gestürzt mit dem Ausruf: Der Rittmeister hat. sich geschossen! Wenn jetzt die Leute sich nicht mehr darauf besinnen können, daß Skopek zum Stalle zurückgekehrt war, so ist das bei der durch den Vorfall entstandenen Aufregung begreiflich. Ich halte es für ausgeschlossen, daß Skopek an der Mordthat beteiligt ist, weil er in der Lage ist, die Gespräche, die im Krümperstalle geführt wurden, genau wiederzugeben. Ferner spricht für ihn, daß seine Erzählung gerade bei dem Augenblicke einsetzt, wo der Oberleutnant v. Hofstnann ausgerufen hat: Was ist denn los? rc. Wenn er den Schuß abgegeben oder vor dem Loche gestanden hätte, als der Schuß abgegeben wurde, so hätte er den Ausruf des sterbenden Rittmeisters, aber nicht den des Leutnants, gehört. Ueberdies, wenn sich der Mörder nickst neben den Karabiner hinstellen wollte, bis die Leute aus der Reitbahn heraus waren, so konnte unmöglich einer allein die That ausführen. Es mußte vielmehr mindestens eine zweite Person zur Deckung mitwirken. Hierzu kam, daß ein anderer Mann an der Bandenthür vorbeigekommen ist und einen Mann mit schwarzem Schnurrbarte vor dem Guckloche gesehen hat. Wenn Marten der Thäter war, mußte er sich einem Mann anvertrauen, auf den er sich unbedingt verlassen konnte. Der Verdacht fiel auf Hickel, der ein Verwändter Martens und der einzige Unteroffizier mit schwarzem Schnurrbart war, der sein Alibi nicht nachweisen konnte. Tomning wurde der Mitwissenschaft verdächtig, weil er Hickel decken wollte. .Er sagte aus, daß Hickel vor dem Schuß in entgegengesetzter Richtung den Stall durchs schritten habe, während niemand von den Stallleuten davon etwas wußte. — Angekl. Domning: Der Herr Kommissar fuhr mich an: „Was, Sie haben Hickel gesehen? Sehen Sie sich vor, daß Sie nickst eingesperrt werden!" Ich hatte das Gefühl, daß der Kommissar wollte, ich sollte durchaus sagen, Hickel sei nicht im Stall gewesen. — v. Bäckmann: Ich habe niemand angefahren, ich habe den Leuten vielmehr nur vorgehalten, die Wahrheit zu sagen. Allerdings habe ich die Verpflichtung, die Leute, wenn sie sich in Widerspruch mit anderen Aussagen setzen, auf die möglichen Folgen hinzuweisen. Ich habe gelesen, daß Hickel ebenfalls behauptet hat, ich habe ihm mit Verhaftung gedroht. Es ist falsch daß ich irgend jemand beeinflußt habe. Nach einer Pause berichtet v. Bäckmann über den Gang der Untersuchung. Neben den verschiedenen Aussagen der Angeklagten erschien von Wichtigkeit die Aussage zweier Dragoner, die so lautete: Als Hickel in den Rekrutenstall hineinkam, hatten wir bereits Aufttag von einem anderen Unteroffizier des Nebenstalles, Licht zu machen. Wir hatten gerade die erste Laterne angesteckt, da kam Domning hineingestürzt mit der Nachricht des Vorfalles. Das ist von Wichtigkeit; denn es ergiebt, daß Hickel erst 6—8 Minuten nach dem Morde in den Stall eingetreten ift Die That ist vollführt 8 Minuten nach halb fünf Uhr. Was mir aufsiel, war, daß die Lampen im Stall Domnings ausgegangen waren, und daß Domning keine Anstalten machte, die Lampen in Ordnung bringen zu lassen, sondern oen Stall ruhig im Dunkeln ließ. Ich bin überzeugt, die Lampen sollten gar nicht brennen. Die Mordthat war eine vorbereitete Sache, in die Domning eingeweiht war. Er hielt Wache, wie Hickel, um den Rückzug des Thäters in den Stall zu decken. Hätten die Lampen gebrannt, so wäre die ganze Sache unmöglich gewesen. Das Gericht beschließt, den Kommissar v. Bäckmann zu vereidigen. — Alsdann wird der Kriminalschutzmann Richter aus Berlin vernommen, der sich als angehender Kasernenhofinspektor eingeführt hatte. Er war bemüht, die Bekanntschaft der Sergeanten und Unteroffiziere zu machen. Tie Unteroffiziere seien sehr zurückhaltend gewesen. Allmählich habe er aber doch erfahren, daß Marten in der Schwadron stehe, in der sein Vater Wachittneister gewesen, daß der Vater mit seinem Rittmeister zerfallen und in eine andere Schwadron versetzt worden sei, daß Unteroffizier Marten ein stolzer Charakter sei und sich mehr erlaube als andere. Wachtmeister Buppersch habe ihm erzählt, er habe einmal mit dem Rittmeister cün solches Zerwürfnis gehabt, daß er sich am liebsten das Leben genommen hätte (Die Oeffentlichkeit wird hier wieder ausgeschlossen.) Angekl. Hickel erklärt, daß er andere Angaben darüber gemacht habe, auf welchem Wege er zum Stalle Domnings gekommen sei, als der Kommissar angebe — v. Bäckmann: Ich bin ganz sicher, daß Hickel angab, er sei vom Remontestall hergekommen. Hickel: Ich bleibe dabei, daß ich das nicht gesagt habe; denn ich )var eben nicht im Remontestall. Tie Verhandlung beginnt mit der Vernehmung des Wachtmeisters Buppersch über die Fußspuren, die nach dem Morde im Schnee gefunden waren. Es hat sich nicht feststellen lassen, von wem sie herrühren. Präs.: Ist es richtig, daß letzte Weihnachten nur wenige Unteroffiziere Urlaub hatten'? Buppersch: Ja. Verteidiger: Ist es richtig, daß Marten und zwei Unteroffiziere langen Urlaub hatten? Zeuge: Ja, Marten hatte den längsten Urlaub, den es giebt. Nunmehr werden einige Briefe verlesen, die die Angeklagten während der Haftzeit geschrieben haben. In einem Briefe, den er an seine Mutter schrieb, als er nach der Flucht erkrantt war, heißt es: Ich schwöre euch tausendmal und rufe Gott zum Zeugen an, daß ich unschuldig bin. Gott möge mich ewig verdammen, wenn ich die Unwahrheit sage. Unser Herr Jesus weiß, daß mein ^erz rein ist. Ich sollte meinen Rittmeister erschossen haben? Wer hat mir denn zu meinem Glück verhalfen? Keiner als er. Tröstet euch und mein Schwesterlein und glaubet an die Unschuld eures unglücklichen, in seiner Einsamkeit verzagenden Sohnes Franz! Ter Präsident teilt mit, daß die Beaugenscheinigung der Lokalitäten und die Nachprüfung der Zeiten folgendes ergeben hat. Der Dragoner B)rchardt, der den Schnaps aus der Kantine holte, gebrauchte für den Weg 6 Minuten, das Austrinken des Schnapses dauerte etwa 2 einhalb Minuten, zu dem Wege von der Regimentskantine nach der Wohnung der Eltern brauchte Marten 3, von dort bis zur Stube des Marten 2 einhalb, bis zum Korridor am Standorte des Karabiners 99 einhalb Minuten. Bon Martens Wohnung bis zur Bandenthür der Reitbahn kann man int Schnellschritt in 1 einviertel Minuten kommen. In gleicher Weise hat das Gericht nach Minuten und Sekunden die Reihenfolge der einzelnen Bewegungen, Aufenthalte und Schritte der Angeklagten, vor und nach der Thal, sowie^ diejenigen der Personen nachgeprüft, die in dem betreffenden Zeitraum von den Zeugen angetroffen waren, und die überhaupt Wahrnehmungen gemacht haben. Der Präsident läßt nun nochmals sämtliche bisher unvereidigten Zeugen antreten, und ermahnt sie, ernstlich zu überlegen, ob sie ihre Angaben mit bestem Gewissen beschwören können, namentlich auch die Dragoner Eisenberg, Witt, Wach, Krause und andere, welche StallwackM hatten, und nickst wissen, angegeben zu haben, daß Hickel zu Tomning in den Stall gekommen war. Er setzt ihnen auseinander, daß es noch Zeit sei, die Aussagen zurückzunehmen oder zu ergänzen. Die Zeugen erklären, die Wahrheit gesagt zu haben. Die Zeugen werden nunmehr einzeln vereidigt. Präs.: Unteroffizier Marten, wollen Sie nicht zugeben, daß Sie zwar die Absicht gehabt haben, den Karabiner auf den Rittmeister zu richten, daß Sie dabei nur eine Verletzung beabsichtigt Haden und nicht die Tötung, daß die Tötting vielmehr nur ein Werk des Zufalles gewesen ist? Marten erklärt auf diese Frage mit Bestimmtheit, er habe weder die Absicht gehabt, den Karabiner auf den Rittmeister zu richten, noch ihn zu töten. Er habe die That nicht begangen. Präsident: Sie bestteiten auch, dort gestanden zu haben, wo geschossen ist? Marten: Ich bin zu jener Zeit gar nicht in der Reitbahn gewesen. Präs.: Sie wissen, daß die Beweisaufnahme ungünsttg für Sie ausgefallen; ist. Für den Zeittaum zwischen dem ersten und zweiten Begegnen mit Stumbries fehlen 10 bis 15 Minuten. Sie haben Ihren Aufenthalt während dieser Zeit nicht nachweisen können, auch keinen Versuch dazu gemacht. Hätten Sie irgend welche Angaben darüber gemacht, wo Sie in dieser Zeit gewesen sind, so hätten wir gern die Hand dazu geboten, daß Sie den Beweis dafür antreten konnten. Haben Sie irgend eine Unterlage, damit das Gericht Ihre Unschuld nachprüfen kann? Marten: Es ist möglich, daß ich mich da oder dort länger aufaehalten habe Präs.: Wir haben konstatiert, daß der Auffckstuß über den fraglichen Zeitraum fehlt. Ich ermahne Sre nochmals, zu gestehen, Marten, wenn Sie es gewesen sind, vielleicht ift noch Verzeihung möglich. Marten: Ich habe den Rittmeister n i ch t e r s ch o s s e n. Wenn ich der Thäter wäre, würde ich die Wahrheit sagen. Präs.: Nun, mit der Wahrheit stehen Sie nicht auf besonders vertrautem Fuße. Sie haben ooch mehrfach nachweislich falsche Angaben gemacht, z. B. über Ihr Verhalten im Arresthause. Marten: Das hing mit meiner Flucht zusammen. Präs.: Sie leugnen auch, daß Sie mit Weber auf dem Korridor, wo der Karabiner stand, zusammengetroffen sind, was doch erwiesen ist. Marten: Ich war nicht dort oben. Präsident: Sergeant Hickel, ich habe Marten gefragt^ ob er nicht zugeben wolle, ob er an der Bandenthür gestanden und den Karabiner auf den Rittmeister gerichtet habe, aber nicht in der Absicht, ihn zu töten, sondern nur, um ihm eine Verletzung beizubringen. Nun sagen Sie, Hickel, haben Sie beide nicht doch an der Bandenthür gestanden? Angekl. Hickel (mit fester Stimme): Nein. Präsident: Skopek, Sie haben wiederholt über das ausgesagt, was Sie gesehen haben. Können und wollen Sie mit gutem Gewissen beschwören, daß das alles auf Wahrheit beruht? Skopek: Zu Befehl. Staatsanwalt Lüdicke: Ich trage nicht die geringsten Bedenken gegen die Vereidigung. Der Zeuge Skopek scheint mir im vollen Umfange glaubhaft. Skopek wurde zunächst um deswillen verhaftet, weil nicht geglaubt wurde, daß zwei Thäter an dem Morde beteiligt gewesen sein können. Im Laufe der Untersuchung haben sich die Widerspräche ver- flüchtet, in der Hauptverhandlung aber haben sie sich vollständig zerstreut. Mit allen Mitteln haben die Verteidiger die Aussage des Zeugen angegriffen. Der Versuch ist aber mißlungen, denn sie haben die Aussage Skopeks in keinem Punkte erschüttern können. Die Verteidiger wendeten gegen die Glaubwürdigkeit Skopeks ein, daß er nicht schon am Mordabende gesagt habe: Ich habe zwei Unteroffiziere an der Bandenthür der Reitbahn gesehen. Als die Verteidiger aber den Belveis antreten wollten, konnte fein Zeuge bekunden, daß Skopek darüber befragt worden sei, int Gegenteil wurde bekundet, daß Skopek nur gefragt wurde, wo er gewesen sei. Skopek behauptete, daß er, als er auf der Reitbahn beim Ausforschen der Schwadron war, nicht wußte, von woher der Schuß gekommen war. Um den Beweis dafür zu erbringen, daß das falsch sei, daß er das wissen müßte, sind drei Leute aus der Schwadron herausgegriffen, und über diese Frage vernommen worden. Zwei von diesen Leuten haben aber in jenem Zeitpunkte ebenfalls nicht gewußt, woher der Schuß gekommen ist. Er, der Staatsanwalt habe also kein Bedenken gegen die Vereidigung Skopeks, Bert. Rechtsauw. Horn: Ich weise aus die verschieden lautenden Angaben des Skopek. Er war von vornherein verdächtig und verwickelte sich in Widersprüche. Deshalb wurde er am nächsten Tage verhaftet. Der Vertteter der Anklage, der damals die Untersuchung führte, glaubte damals dem Skopek nicht. Nachher, als der Kommissar v. Bäckmann ankam, und die Ueberzeugung aussprach, Skopek sei un- schuldig, und glaubhaft, setzte sich v. Bäckmann dadurch derart in Widerspruch mit Lüdicke, daß dieser seinen Bericht damit anfängt. Lüdicke (ihn unterbrechend): Ich glaube, daß diese Erwähnung unstatthaft ist. Tas Angeführte ist nicht Gegenstand der Verhandlung. R.-A. Horn protestiert gegen die Unterbrechung. Der Vertreter der Anklage sagt: Skopek ist ein beschränkter Mensch. Er war in eine schwierige Lage und zuerst in Verdacht gekommen, und hat nunmehr gesehen, welche furchtbaren Folgen Widersprüche haben können. Er befürchtet, etwas zu widerrufen, und diese Furcht vergrößert sich bet ihm, weil er beschränkt ist. Der Verteidiger erachtet die Angaben Skopeks für unglaubhaft, daß er beim Eintreten in die Reitbahn nicht gewußt habe, um was es sich handle. rik Sä 5* t,1"aher s MskN, “£ Lerdacm bestens gE deckte. ’ den fttuW bilden so ery< Intelligenz o traut ««dm au Folge ham ? Ter Aeric ein Nach,an dec Lereitngu nochmals 'N e.nieten. 3' Aeinharbh A LachtmeM v __ UnlerowZle ffiie verlaut Mitteilung meisters laucht leut Vorsitzende de den skopek ro Für den zu vereidigen, Zeugenaussag rend der ein des Gerichts ho gemeldet, er I hat der ganz wähnt Als i vor und frag er doch schon wactlmeister § ankommt Prä stunden, währ wiederholt gest dies alles ßieh letzten Minute''. Schneider: Ne 9hin, was roi Skopeks Hastei gerictMat Lü Hickel entlasset Auftrag, 2kop der Reitbahn hatte. Währen was er denn ei habe nichts vorbeiging, Hal Krümperitall h Frage, ob es U die er da gese( nicht, ebenso ft gewesen wären, sein. Präs.iD sowohl W 0 der bekundet, Hast entlasten vaß die Leutz wären, oder bi Tie das gesag sinnen. Es if Weshalb habe schweigt. Mas S'c sich auch x °b er llnterof Mtimmt, daß aufgehabt Hütte ES tourbi »kabinett-ordre, Walt beo T°dkistr,i, Mijiing m ,.Jche Znch «Wim; ™ ‘91-ue Xtat ?*lleMtnbtn „ le,et Ni „Jttgtn Inh (Wen, dak X , °ur iutn j L s-d,,n7n ° «l-itzAs- finl. DI- bie ’A,b“ Jagd und Sport. bie zur Tierarzneischule mit der Universität mit 21646 gegen 9875 Stimmen angenommen. — Nach der „Nat.-Ztg." hat der Kultusminister eine gegen früher wesentlich mildere Honorar- tundungsordnung für die Universität Berlin erlassen. zu dem Schluß, daß, solange die Deutschen in Böhmen noch wirtschaftlich letstungssühig seien, an ein Wanken deutscher Kultur dort nicht zu denken sei. An die Versammlung schloß sich um fünf Uhr ein gemeinsames Festmahl auf Bellevue. Friederike Ern». 25. Dem Rangiermeister Balthaser WtLker ein Sohn, Julius Richard. 25. Dem Oberleutnant Gustav Stephan eine Tochter, C/emence Cäcilie Bertha Marie. 25. Dem Händler Adolf Siegltnger eine Tochter, Elisabethe Marie. 25. Dem HtlfSbremser Heinrich Wilker ein Sohn, Konrad Friedrich Heinrich. 25. Dem Schmied Johann Friedrich Müller eine Tochter. 27. Dem Fuhrmann Heinrich Koch ein Sohn, Heinrich. 27. Dem Kaufmann Karl Pfeiffer ein Sohn, Karl Wilhelm. 28. Dem Schlosser Wilhelm Krämer eine Tochter, Lina. 29 Dem Privatlekretär Heinrich Edmund Rotlä eine Tochter, Elisabeth Marte. 30. Dem Kaufmann Arthur Schuster eine Tochter. 31. Dem Bierbrauer Jakob Schneider eine Tochter. Gestorderre. j | Mat. 25. Adolf Willy Schäfer, 2 Monate alt, Sobn deS HilfS- bremserS Wilhelm Schäfer dahier. 26. Wilhelm Kakpar Janz, 1 Jahr alt, Sohn des Aufsehers Wilhelm Javz dahier. 26. Anna Gatzky, 2 Monate alt, Tochter der Dienstmagd Anna Gatzky dahier. 28. Karoltne Jäckel, 62 Jahre alt, Privaten dahier. 29. Karoltne Krauskopf, 74 Jahre alt, Rentnerin dahter. 30. Wilhelm Hofmann, 11 Monate alt, Sohn der Fabrtkarbettertn Katharine Hofmann dahier. 31. Heinrich Adolf Engel, 11 Monate alt, Sohn der Näherin Johannette Eng,l dahier. © • • TAFELKARTEN © • © BALL- UND TISCHKARTEN HOCHZEITSTAFELKARTEN REIZENDE NEUE MUSTER IN EINFACHER UND GLÄNZENDER o o o o o AUSFÜHRUNG o o o o o BRÜHL’SCHE UNIV.-BUCH- UND STEINDRUCKEREI, GIESSEN, SCHULSTRASSE 7. Kunst uni) Wissenschaft. Man schreibt uns aus Darmstadt: Trotz aller Reklame hat auch die im Spielhause der Künstlerkolonie am Samstag abend stattgehabte Wunder- und Zauber-Soiree des Herrn und Frau Meunier-Selar aus Frankfurt a. M. keine Zuschauer und Zuhörer anzulocken vermocht. Die Leistungen waren gut, wenn auch nicht neu, doch vor gähnend leerem I Hause. Wenn nicht bald eine Aenderung in der Leitung und in der Art der .Spiele" eintritt, wird man ernstlich von einem gründlichen Mißerfolg reden müffen, denn die eingefleischtesten Enthusiasten für die Sache werden sich doch nicht verhehlen können, daß auf diesem Wege nicht weiterge.zaubert" werden kann. — Wir wollen inzwischen den.Erfolg! des Straußabends am Mittwoch abwarten. — Frankfurter Oper. In der am 7. Juni stattfindenden Aufführung von Rottinis .Barbiere di Siviglia", mit der Marcella Sembrich ihr Gastspiel eröffnet, sind die Partien wie folgt besetzt : Rosina: Signora Marcella Sembrich. — Berta: Signora Lucca. — II Conte di Almaviva: Signor Constantino. — Figaro: Signor Bensande. — Bafilio: Signor Arimondi. — Bartolo: Signor Tavechia. — Fio- rello: Signor Durini. — Un Usfiziale: Signor Ottoboni. — Direttore d' orchestra: Signor Bevignani. Im dritten Akt singt Frau Marcella! Sembrich einen Strauh'schen Walzer als Einlage. München, 1. Juni. Die achte internationale Kunstausstellung wurde heute vormittag durch den Prinzregenten in Gegenwart aller Prinzen und Prinzessinnen, des diplomatischen KorpS, der StaatSmioistrr, der Generalität rc. im Glaspalaste feierlich eröffnet. Professor Frhr. o. Habermann betonte io der Eröffnungsansprache, daß die Münchener Künstlerschaft dem Prinzregenten besonders viel verdanke, da unter seiner Regierung Münchens Kunst stets volle Freiheit genoffen habe. Nachdem der Prtnzregent in kurzer Ansprache die Aussttllung für eröffnet erklärt hatte, brachte Prof. v. Lenbach ein Hoch auf den Regenten aus. Hierauf erfolgte ein längerer Rundgang Durch dir Ausstellung. Vermischter. • Neue Leibwache des Königs von England. Man schreibt aus London: König Eduard VII. macht die veitestgehenden Anstrengungen, um sich in seiner neuen Herrscherwürde mit möglichst großem Pomp zu umgeben und in dieser Hinsicht nachzuholen, was seine verstorbene Mutter in laugen Jahrzehnten absichtlich vernachlässigt hat. Er hat nach Besprechung mit Feldmarschall Roberts den Befehl gegeben, daß eine neue Leibwache gebildet werden soll, die aus- schließlich aus riesigen indischen Kavalleristen bestehen wird und nur zum persönlichen Dienst bei Sr. Majestät bestimmt sein soll. AuS sämtlichen eingeborenen Kavallerie-Regimentern Indiens werden die Mannschaften, die thunlichst einige Kriege mitgemacht und recht viel Dekorationen erworben haben müssen, ausgewählt und zu ein- bis zweijähriger Dienstzeit in dieser Leibgarde nach London gesandt; ihre Auswahl soll Io gleichzeitig eine Belohnung für besonders treue Dienste Larstellen. Die Truppe wird den Namen „The Imperial Body Guard" tragen und eine Art Leib-Gendarmerie bilden, die selbstverständlich mit glänzenden Prunkuniformen und Malerischen Turbans pompös ausstaffiert wird. * Madrid, 2. Juni. Gestern verhaftete bie Polizei len 32jährigen Priester Jesus Esparza, den Buchhalter tes Erzbischofs von Guadalajara in Mexiko. Jesus Esparza war mit 350 000 Fr. auS des Bischofs Kaste durchgebrannt, Lealeitet von einem 17jährigeu Mädchen namens Maria Pa- Lilla Als die Polizei in ihr Schlafzimmer im Gasthof em- l>rang versuchte daS Paar den Kommiffär zu bestechen. stiel, 2. Juni. Die zweite interne Wettfahrt des Kaiserlichen Jachtklubs für Nachten der Klassen 5a btS 6b (actt Sigellängen und Die 22. Oauvtversammluua ! darunter), sowie für KeiegsschiffSboote fand gefte N mittag im Kieler honKrreittä Hasen statt. Gemeldet waren 29 Boote, darunter die frühere Nicht des Allgemeinen deutschen Schnlvereius. Äfltfer3 „Samoa". ES erhielten für Kli.gSschiffsbote erste Preise L hnhhbr „Stoscd", Martnestalton der Ostsee, 1. Matrosendivifion, „Sachsen", Unter dem Vorsitz deS Profeffors Dr. Brandl-Berlin sand hier SaLlen" Blücker" und die Sckulnacktt haltet.'' ^n der Abtellung ssssü um d.n Ä“«”LtogUn$Ä roat Odn d-m heutigen Wettrennen um den ÄS' Ä h!? "LS ®«‘8 des J°k(°-«lubS von lOOCOOgrancä siegte S°r°n bann feisten wtrtfchafUtehe Urfachen, daher Haberman auch an die Gründung eines 3'°"l«Ptu>> '^TUere, ES I^Pf«'de^^,^,„ Derty siegte U8kumtönneUl«fteinfeln‘ ®of,ern,»°' tinn W” Tta6"t6' @L GIeofaS unb 3alb- 13 Pflichten erfüllen, wenn die wirtschaftliche Abhängigkeit der Deutschen ' auö dem Weg geräumt sei. Notwendig fli im deutschen Oesterreich -------------------------------------------- --------------------------' noch die Nationalifierung der Mafien; es gelte nicht blos das Be- 3li/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur Im Anschluß an die Begrüßungen erstattete der Vorsitzende den Jahres-1 hell. Beicht. bericht. Als Ort für die nächstjährige Hauptversammlung wurde Stritt« Donnerstag den 6. Juni. KrohnleichrmrnSfest. gart gewählt. Ein Antrag München, einen Zentral-Ausschuß zur Ver- Vormittags von 6'/- Uhr an: Gelegenheit zur heil, «eicht. Mittelung der Beziehungen zwischen dem Mutterland und den deutschen w um 7 Uhr: Die erste heil. Misse; Schulen in der Diaspora des Auslandes zu bilden, ist einem Sonder- vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion, ausschuh überwiesen, der auf dem nächsten Vertretertag nähere Aus- „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Mtlitärgottesdienst führungsvorschläge machen soll. Ein Antrag Thorn, eine Zentralstelle mit Predigt. zu schaffen, von der aus die Presse, besonders die Provinzialpreffe, mit H um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. kurzen Artikeln über den Stand des Kampfes um deutsche Sprache und Nachmittags um 2 Uhr: Fest-Andacht mit Segen. Schule versehen wird, wurde einem Ausschuß zur Ausführung überwiesen. Ferner sei die Angabe unwahr, daß Skopek hervortrat, ehe er wußte, daß er verdächtigt war. Ter Verteidiger beruft sich hierfür auf das Zeugnis des Rittmeisters v. Ewers. Skopek habe das Wasser bis an den Hals gestanden. Wenn er es bestimmt gewußt hätte, so mußte er sofort angeben: Ich bin es nicht gewesen, zwei Unteroffiziere s ind es gewesen, aber Skopek schwieg, und seine Aussage ist deshalb unglaubhaft. Skopek erscheint derart verdächtig, daß der Verdacht begründet ist, er habe den wirklichen Thäter mindestens gesehen, und daß er ihn vom Krümperstall aus entdeckte. Es ist bewiesen, daß er vor Abgabe des Schusses den Krümperstall verlassen hat, und diese Widersprüche bilden so erhebliche Verdachtsgründe, daß bei der geringen Intelligenz des Mannes ihm unmöglich ein Eid anvertraut werden darf, der die Verurteilung zweier Menschen zu Folge haben kann. Ter Gerichtshof tritt darauf in eine längere Beratung ein. Nach anderthalbstündiger Beratung wird zur Frage der Vereidigung Skopeks aus Antrag der Verteidigung nochmals in geheimer Sitzung in die Beweisaufnahme cingetreten. Zuerst wird der Gendarmerie--Oberwachtmeister Rcinl-ardt, dann der Unteroffizier Bouillon, ferner der Wachtmeister Buppersch hereingerufen. Immer neue Zeugen Unteroffiziere und Mannschaften — werden beordert. Wie verlautet, soll eine ganz neue, sensationelle Mitteilung über einen.Zusammenstoß des Ritt- rneisters v. Krosigk mit seinen Leuten aufge- taucht sein. Nach Beendigung der Beratung verkündet der Vorsitzende den Beschluß des Gerichtshofes, der dahin geht, den Skopek wegen Unglaubwürdigkeit nicht zu vereidigen. Für den Beschluß des Gerichtshofes, den Skopek nicht zu vereidigen, dürfte die nachfolgende nachträglich gemachte Zeugenaussage wesentlich ins Gewicht gefallen sein: Während der einstündigen Pause, die der geheimen Sitzung des Gerichtshofes folgte^ hatte der Vizewachtmeister Schneider gemeldet, er könne Angaben zur Sachss machten. Schneider hat der ganzen Verhandlung als Wache für Hickel beige- wohnt. Als ihn der Präsident aufruft, hält er ihm das vor und fragt, warum er denn erst jetzt hervortrete, da er doch schon lange wisse, um was es sich handle. Vize- wachtnteister Schneider: Ich wußte nicht, worauf es eigentlich ankommt. Präs.: Tas Gericht verhandelt heute ein bis fünf Stunden, währenddem Sie ruhig zuhören konnten. Ich habe wiederholt gefragt, sind noch Anträge zu stellen? Sie haben dies alles Gehört. Weshalb kommen Sie erst jetzt in der letzten Minute'. .Haben Sie einen der Angeklagten gesprochen ? Schueider: Nein. Präs.: Es sieht doch beinahe so aus. Nun, wäs wissen Sie' denn? Schneiden: Am Tage von Skopeks Haftentlassung lvar ich als Ordonanz zum Kriegs- gerichstsrat Lüdicke kommandiert. An demselben Tage war Hickel entlassen. Herr Kriegsgerichtsrat gab mir nun den Auftrag, Skopek mitzunehmen. Ich sollte am Viereck bei der Reitbahn märten, weil der Rat noch etwas zu fragen hatte. Während wir nun dort warteten, fragte ich Skopek, was er denn eigentlich gesehen habe. Skopek antwortete: Ich habe nichts gesehen. Als ich an der Bandenthür vorbeiging, habe ich Leute gesehen und als ich aus dem zkirnrnperstall heraustrat, fiel ein Schuh. Auf meine weitere Frage, ob es Unteroffiziere mit steifen Mützen gewesen seien, die er da gesehen habe, antwortete er: Erkannt habe ich sie nicht, ebenso sagte er, ob es denn Dragoner oder Zivilisten gewesen wären, es können auchZivilisten gewesen sein. Präs.: Tas sagte er am fünften Februar? Schneider: Jawohl. Präs.: Skopeck, da ist wieder ein Zeuge aufgetreten, der bekundet, Sie hätten an dem Tage, wo Sie aus der Haft entlassen wurden, erklärt, Sie hätten nicht gesehen, daß die Leute an der Bandenthür Unteroffiziere gewesen wären, oder daß sie steife Mützen aufgehabt hätten. Haben Sie daS gesagt? Skopeck: Ich kann mich darauf nicht be» sinnen. ES ist ja möglich, daß ich eS gesagt habe. Präs.: Weshalb haben Sie mal so und mal so gesagt? Skopeck schweigt. Major v. d. Gröben: Vizewachtmeister, erinnern Sie sich auch ganz bestimmt, daß Sie Skopeck gefragt haben, ob er Unteroffiziere gesehen habe? Schneider: Ich weiß bestimmt, daß ich fragte, ob die Betreffenden steife Mützen aufgehabt hätten, worauf er das verneinte. Es wurde beschlossen, auf Grund der kaiserlichen Kabinettsordre, während der folgenden Plaidoyers die Öffentlichkeit auszuschließen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Marten und Hickel die Todesstrafe, Ausstoßung aus dem Heere, Ehrverlust, Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes, außerdem wegen Meuterei gegen Marten 2>/„ gegen Hicke 2 Jahre Zuchthaus; gegen Domming Freisprechung. Alle Angeklagten wurden fteigesprochen. Marten erhielt wegen Fahnenflucht und Freiheitsberaubung 1 Jahr Gefängnis. TagS vorher hatten beide einen Scheck über 30 000 Pesetas! Aus Bretten in Baden wird geschrieben: Profiffor Dr. Müller im Srebit Lyonnais -ing-löst unb waren beim mexilaniichen d-r -img« T-g- hier wnni° w>.d«um °°n manch.- 1 ~n nnn Förderung des Gedächtniswerkes für Melanchthon berichten, sieben Vertreter gewesen, um Schecks trn Weite von loO 00t) Fr. erheblicher Förderung des Städtezmimers tft e« Professor Dr. Müller auch gegenzelchnen zu lasten. Der Diplomat besaß aber den gelungen, für das Fürstenzimmer, in dem die Bldniffe der mit Melanch- Steckbrief, erkannte sie und benachrichtigte die Polizei. thon in Berührung gekommenen Fürsten angebracht werden sollen, mehrere • Die Beichte unb bafl Duell. Die „Grazer Spender unter den Nachkommen derselben zu finden, die bereit sind, die F, °V "T • VISilber ihrer Vorfahren zu stiften; so haben Bildnisse - Oelgemälde - Tagespost berichtet bie folgende, immerhin interessante Beicht ^ec ßönig von Schweden für Gustav Wasa, Prinz Albrecht von geschichte: Ein ehemaliger Offizier war im Begriffe, zu Preußen für Herzog Albrecht von Preußen, der König von Württemberg leiraten, und beabsichtigte, den Kirchengesetzeu gemäß, sich iür Herzog Christof. Der Grobherzog von Hessen hat eine Beihilfe am Tage vor der Trauung den notwendigen Beichtzettel 200 Mk. für das Bildnis seines Vorfahren Phü.ppS de-Großmütigen durch Ablegung der Beichte zu beschaffen. Im Laufe der 9cn3J r _ Zeremonie richtete der fungierende Priester an den Beichtenden —— auch die Frage, ob er schon ein Duell gehabt. Auf die be« GenchlssaaL ahende Antwort verweigerte der Priester die Absolution und etllärte gegenüber dem "dringenden Eichen be» Bräutigam» um Ausfolgung deS Beichtzettels, daß er sich erst mit der Schwindler, der es in ganz geriebener Weise veistand, an Hand von fürstbischöflichen OrdinariatS-Kanzlei ins Einvernehmen setzen 2tudentenverzeichn'.ffen unter Vorspiegelung aller möglichen falschen müsse und die Entscheidung dann in einer halben Stunde ThaN-chm die B-wcher der Hochschule anzuzapfen, um dann zu v.r- schwinden. Er führte diese Betrügereien sowohl hier, wie auch in Mitteilen werde. Zurückgekehrt, gab er bie Auskunft, daß ^,^»1 mit Erfolg aus, man kam aber bald hinter feine Schliche die Erteilung der Absolution nur bann erfolgen könne, wenn und nahm den Burschen fest, wöbet er sich al« der stellenlose, mehrfach sich der Bräutigam schriftlich und ehrenwörtlich verpflichte, vorbestrafte Handarbeiter Heimann Kraule aus Hirschseld t. Schl, einen Zweikamps weder selbst anznnehmen, noch je bei einem -nipnPPi-. Er d-lle ver,chieden,sich I-sich- R.m<» angegeben, doch art» s;» bew lltgte der Gerichtshof mildernde Umstände, ta er mittellos war olchen zu fungieren. Als der Offizier die Abgabe einer un& „schwindelten Beträge nicht bedeutend waren. Er erhält derartigen Erklärung rundweg abschlug, wurde ihm — bad H Jahr Gefängnis, und da er geständig war, werden ihm zwei ist das Sonderbare — der zuerst so entschieden verweigerte Monate UiterfuchungShaft angerechnet. Beichtzettel dennoch auSaefolat. «achcn, 2. Juni. In der hiesigen sog. Sternberg-Affaire u* 8 H 1 3 wurde bafl Urteil gefällt. Frau Postassistcnt Dahmen rouibc wegen . I Kuppelei und Verleitung minderjähriger Kinder zur Unzucht zu i b Monaten lüntnPTHtfttn-illTnirTfntPtT Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten GefängMstraf-n LOn sechs bis neun Monaten unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Ter Aesthetiker Karl G r 0 0 s - Heibelberg, früher Pri-lDer Staatsanwalt hatte gegen Frau Dahmen drei Jahre Zuchthaus und vatdozent in Gießen und seit 1898 Ordinarius der Philo- Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre, gegen die übrigen sophie in Bafel, wurde auf das neugeschaffene zweite Ordi- Angeklagten Gefängnisstrafe von sechs bis ach^^n Monaten b^ nariat der Philosophie nach G i - tz e'Wen 'Wahrschein- ~ "Ä ~ lich nimmt Grvos an. — In kantonaler Volksabstimmung ^wiesen in Zürich wurde die Gesetzvorlage über Vereinigung der ' — Zum Schluß hielt Profeffor Dr. Hauffen-Prag die Festrede über das _. . , geistige Leben der Deutschen in Böhmen. Redner beleuchtet u. a. das I Auszug sus den Staudesamlsregisieru der Stadt Gießen. Volksschulwesen in Böhmen und zeigt, daß auf je 900 deutsche Einwohner Aufaebote eine Volksschule komme. Die Gründung mache zwar vielfach Schwierig- , »4 Gustav Lomberaer Fabrikant dabier mit Jenny leiten, aber dagegen habe der deutsche Schulverein in Wien Front ge- Speyerin Osnabrück 25 Johan n macht' deffen Aufgabe von einem in Pragneu^geg-ündet^^ L!l dahier. Sch^haltungsverern fortgesetzt sei. Derselbe habe ietzt 4 Schulen mtt 2s, 2&eobor emU Würz, Schlosser dahier, mit Elisabeth Katharine 19 Raffen und d«, Kindergärten in semer Obhut. Wafl das höhere ^ji^lmine Müller in Niedershausen. 30. Friedrich Dörr, Melallgüßtr Schulwe en anbelangt, so hat Böhmen 21 deutsche Gymnasien, neben < Wiesbaden mit Anna ^obanna Schelver dabier mehr als 2400 Bürger- und Volksschulen mit 400 000 Schülern und 'U5UBD0De”# rau «b.sckliefluaaeu 4 Hochschulen. Weiter kommt Redner eingehender auf die Universität, > »5 ftritbri* Slhnt 6tnU Kaufmann dabier mit ^ulfe ble,t R34tif*6r?nH[t ^-4bmi,b«°nTraeiniat ^188^i^ine^eutlck- und Auguste Johanna^Noll dahier. 25. Otto Leb,echt Maximilian Jas- protestanttsche geteilt, 16o4 wieder verewigt, 1882 '" eme deutsch und ^^gky, Kaufmann dahier, mit Margarethe Müller hierseldst. 29. Lorenz eine czechffche geteilt wurde und spr cht dann ^ ^s d Michael Wilhelm Martin Hotz, Pfarrverwalter in Ober-Gleen, mit deutscher Kultur dienende Veremswesen, daruntermsbesondere über die $ leh, flnne Ä2 ZE Zwar die ung beabsichtig^^^' mgbi°lmhr^7L .J11'" auf di» * »eber die «bfich d-n RUtmeist« » ’■ h«ie die rhai nichi sÄmden ji a zu feuer Zeit ivesen. „Präs.: ^ssen, für Sie ausgesallen n dem ersten und ziveiien 1 bis 16 Minuten. Sie ™ dieser Zeit nicht nach- uch dazu gemacht, hätten mber geMcht, wo Sie in :en wir gern die Hand dazu dafür antreten tonnten. ;e, damit das Gericht Ihre arten: Es ist möglich, dax nfgehalten habe. Präs.:Vu Hluß über den fraglicher Sie nochmals, zu gestehen, en sind, vielleicht ist noch n: Ich habe den Rill- Wenn ich der Thäter wäre, Präs.: Nun, mit der Wahr- lders vertrautem Fuße. Eic ich falsche Angaben gemadu, Ärresthemse. Marten: Taimen. Prüf'.: Sie leugnen >em Sotribor, roo der Sau. i finit, ms doch erwiesen >rt oben. r , , ich habe Marten aefragt, « an der BandenM grien Rittmeister gerichtet habe, rn töten, sondern mir, um .aen. Tcun jagen Sie, W- der Bandenthür gestanden. SS««* „W bie gering^ Mun« a^etÄ„ 6 e Sc im MMi-- Jtt “9t£'&«9t sw* tS^'AS S'&Ä’ en, en aber w e ^men 011 u, ui tzdicke, * en di- gej-h-"' K iScn pianinos k !! Pianos zu vermieten!! = f,ßri!inonlal fiaoulohooc 4 CuHg|;gro’>a Como., Hannover s Gros. 3905 SNA re. 3925 3828 u. a. m. vermieten. dteinftr. Lokomobilen empfiehlt 3637 KWmt Feldbraud la. LuaMLt. Photographische Apparate Liebmann Bär. 8467 3862] SelterSweg SS. A. Holterhoff Söhne Seltersweg 20 Seltersweg 20 Ikvmichuuu'it (ihn iifrhliimien 1.20 1.40 1.60 1.70 1.80 Gießen, den 28. Mai 1901. Johan«, Gr. 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