Sonntag 5. Mai 1901 Ä*eW*, tltHbttto* und isi Jahrgang. Äbreffe für Depeschs»k »njoiget Sietze». FernfprkchanfchlußNr.GL. Nr. 105 Drittes Blatt Berliner Kries. (Plaudereien aus der Saiserstadt.) (Nachdruck verboten.) Bauerukavst in der Großstadtluft. Tie Tegernseeer waren da, die Schlierseeer auch; die Schwarzwälder, die statt des „Schuhplattlers" den „Bändelestanz" zum Besten geben, sind noch nicht fort, und schon stellt sich ein neues Dialekt-Ensemble im „B e r l i n e r Theater" vor, das nicht minder daseinsberechtigt erscheint als die anderen: es sind die Elsässer, Leute aus den verschiedensten Berufsarten, die unter der Leitung eines Dr. Greber fröhliche Szenen aus dem reichsdeutschen Leben vorführen, während wir von den Elsässern in Berlin — ich meine im Reichstag — früher manche andere Szene erleben mußten. „T'r Herr Maire" betitelt sich das heitere, im großen und ganzen hausbackene und wenig aufregende ländliche Lustspiel, das von den Mitgliedern, die Saheim den Kleisterpinsel des Buchbinders und Tapezierers handhaben, den Hammer schwingen und an der Hobelbank 'lehn sollen, ganz famos zur Darstellung kam. Da sie sich vor allem Mühe geben, ihr herziges, aber dem Berliner doch wildfremd ins Ohr fallendes Allemannisch recht deutlich und ein bischen vom Hochdeutschen durchschossen, zu -ehör zu bringen, so war bald die nötige Stimmung im häufe, die für einen Erfolg so notwendig ist, und die lieben Reichsdeutschen, die sich ja immer noch nicht ganz GietzeimAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis Dttrtajütd Rk. 2.20, monatl. 75 Pf» mrl Brmgerlohn; durch Hf WrricljäHri. Mk. 1.90, monatl. 65 Pßg Bei Postbezug öiertrij^vi. Mt. 2.00 ohne Bestell^». S8t 8to»eiaenr®enalttlua*e» stellen t>c« unb #k>*lanw nebeun Anzeigen fÄr He •iefctntr «nzhaer cutgeym. 8dlcn#rei3. total 11 WK. a*6»üit6 SO W Eine neue Gesteinsbohrmaschine. Auf Veranlassung des „Bergmännischen Vereins zu Gießen" fand am vergangenen Samstag im Hotel „Großherzog von Hessen" vor einer zahlreichen Versammlung von hiesigen und auswärtigen Interessenten ein Vortrag über elektrische Gesteinsbohrmaschinen statt, dem die Vorführung einiger Neukonstruktionen der Elektrizitäts- Aktiengesellschaft vormals Schuckert & Eo. in Nürnberg folgte. Der Vorsitzende des Vereins, Direktor Marx, begrüßte die Gäste und Mitglieder ünd erteilte dem Bergingenieur C l a s s e n aus Nürnberg das Wort. Dieser verbreitete sich nun in längerer Rede, an der Hand von zahlreichen Zeichnungen und Abbildungen, ausführlich über die Konstruktion und Verwendung der modernen Gesteinsbohrmaschinen. Wir müssen uns darauf beschränken, in folgendem nur das Wesentliche der interessanten Ausführungen wiederzugeben. Tie Gesteinsbohrmaschine dient dazu, Löcher zum Zwecke des Lösens von Material herzustellen, welche dann in der Regel mit Sprengstoffen gefüllt werden, um die abzubauenden Gesteine in größeren Massen zu gewinnen. Auf diesem Verfahren beruht die gesamte moderne Berg- und Tunnelbautechnik. Derartige Minenlöcher herzustellen ist die wich- öeiseite gelegt und finden für alles ein Wort der Anerkennung ooer doch wenigstens des Wohlwollens. Natürlich verwirrt das den Geschmack des Publikums, das auf seinen Kritiker eingeschworen ist. Das Fahrrad im Kriege. Daß Rad hat seine Leistungsfähigkeit in dem modernen Kriege der Großmächte noch nicht erprobt, und es findet, wie es allen Neuerungen in der Technik des Kriegswesens zu gehen pflegt, ebensoviel übertriebene Schwärmer auf der einen, wie mißtrauische Feinde auf der anderen Seite. Tie vor kurzem erst erfolgte Aufstellung von acht Kompagnien freiwilliger englischer Zweirad-Infanterie — jede 120 Mann stark — für den Krieg in Südafrika lenkt das allgemeine Interesse wieder auf das Radfahrwesen im Kriege und auf den Standpunkt und die Erfahrungen, die unsere Heeresleitung zu der Anordnung bewogen, jedem Armeekorps 200 Rüder zur Verfügung zu stellen. Es geschah dies nach mehrfachen Versuchen in den Manövern, und die Bestimmung erscheint, wenn man das Für und Wider vbwägt, recht glücklich getroffen. Untersuchen wir objektiv zunächst einmal die vielfachen Vorzüae, die die radelnde Infanterie auszeichnen, so finden wir, daß sie im atlgerneinen auf gut gebahnten Wegen unter normalen -Verhältnissen die Kavallerie an Schnelligkeit bedeutend übertrifft. Ja, man kann bei ihr in diesem Sinne von einer Unermüdlichkeit reden, und je größer die Entfernung ist, desto mehr zeigen sich diese Vorzüge. Bei dem vielbesprochenen Tistanzritt Berlin-Wien, der gleichzeitig auch von Radlern mitgemacht wurde, legte der beste Reiter den Weg in 72 Stunden zurück7 der beste Radfahrer brauchte gerade die Hälfte der Zeit. Und selbst der letzte der Radler brauchte fast einen Tag weniger wie der beste Reiter? Ferner spricht die Bedürfnislosigkeit des Stahlrosses sehr zu gunsten desselben. Es wird nicht gedrückt, geht nicht lahm, scheut nicht und — frißt vor allen Tingen nicht. Also keine Mitnahme von Fourage und keine Schonung, wenn es sonst nur intakt bleibt. Statt einer Ruhepause genügen ein paar Tropfen Oel, um ihm neues Feuer und neue Kräfte einzuflößen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei Verwendung des Kriegsrades ist seine Geräusche losigkeit, ivas bei Ueberraschungen von allergrößtem Nutzen sein kann. Schließlich ist es auch bei Glatteis zu verwenden, das den Kavalleriedienst zum mindesten sehr erschwert, wenn nicht gar unmöglich macht. Man braucht nur an den 16. Januar 1871 zu denken, an welchem Tage Faidherbe seinen bekannten Linksabmarsch vornahm. Infolge des vorhandenen Glatteises gelangte die Meldung davon viel zu spät an den General von Goeben, hier wären Radfahrer am Platze gewesen. Hiermit sind aber auch die Vorzüge erschöpft, und nun kommen die nicht zu unterschätzenden Nachteile, die die Fahrradbenutzung im Felde, speziell vor dem Feinde, mit sich bringt. Viele wollten nach den Kaisermanövern des Wahres 1894, in denen man von überraschenden Heldenthaten eines ganzen Radfahr-Tetachements hörte, das Problem der berittenen Infanterie gelöst sehen. Nun machte man aber gleich darauf die Erfahrung, daß schlechte Wege und Wind, ja selbst verschmutzte Chausseen diese gepriesene Leistungsfähigkeit ganz erheblich beeinträchtigen, daß Sandwege, lockerer Boden, aufgeweichte Feldwege bei dauernd schlechter Witterung von einzelnen Radlern, geschweige denn ganzen Kompagnien, einfach nicht zu benützen sind. Auch die Tauerhaftigkeit der Räder ließ zu wünschen übrig, sodaß technische Vervollkommnungen, die wohl erreichbar sein werden, in diesem Punkte erwünscht sind. Mit dem Rade in der Hand kommt man bekanntlich nur sehr langsam vorwärts und bald tritt naturgemäß eine Uebermüdung ein. Außerhalb gebahnter Wege also fallen alle Vorzüge weg und das Rad ist ein hemmender Ballast, der die praktische Verwendung der radelnden Infanterie einfach illusorisch macht. Also für Gefechtsaufgaben mit freier Benutzung des Geländes wäre die Fahrrad-Infanterie ganz ungeeignet. Ein bedeutender Vorzug der Kavallerie besteht nun in der Fähigkeit, über Feld reiten zu können; sie kann Kunst und Wissenschaft. 0- Frankfurt a. 1. M«i. Das Programm einer em nächsten Montag zu Gunsten der Hinterbliebenen der bei der Griesheimer Explosion Getöteten im Opernhause ststt- findenbm Wohlthätigkeitsvorstellung lautet wie folgt: 1. Marcia Funebre auS der „Stnfonia Eroica" von Beethoven. 2. „Adelaide", Lied von Beethoven, gesungen von Herrn Alois Burgstaller. 3. Allegro und Adagis auS dem v-moU»Konzert für zwei Violinen von I. S. Bach, gespielt von Professor Hugo Heermann und seinem Sohne Emll Hermann. 4. Quwtett aus der Oper „Cosi fan tutteT von Mozart, gesungen von den Damen Schweitzer und F«Scs, sowie dm Herren Brinkmann, Hmsel und Mantler. 6. a) Nocturne C-moll, b) Valse Gee-dur von F- Chopin, 0) „Tarantelle" von L. LiSzt, vor- getragrn von Herrn Frödöric Lamond. 6. Arie der „Rezta" aus der Oper „Oberon" von C. M. von Weber, gesungen von Frau Plagte Greeff-Andriessm. 7. Zwischmspiel aus der Oper „Der Pfeifertag von Max Schillings, unter persönlicher Lettung des Komponttten. Hierauf: Cavalleria rasticana. Santuzz«: Fräulein Emmy Dtflmn vom «övigl. Opernhause in Berlin. Die Vorstellung findet autzer Abonnement bei den normalen großen Preisen ^tt und beginnt 7 Uhr. Platzbestellungen werden an der Kaste des Opernhauses eut- gegengenommen. längere Wege abkürzen, und auf einen bestimmten Punkt so direkt als es das Gelände erlaubt, vorgehen. Ties ist den Radlern versagt. Tie Rückzugslinie der radelnden Infanterie ist zudem, falls sie nicht die Räder preisgeben will, stets an die benutzte Straße gebunden. Ein Ausweichen nach irgend einer Seite hin, was bei kleineren Abteilungen wie Radfahrer-Tetachements im Gefecht sehr wohl denkbar wäre, kann demnach auch nicht ausgeführt werden. Mau muß also der Fahrrad-Infanterie trotz aller Schnelligkeit eine gewisse Unbeweglichkeit und Starrheit in ihren Bewegungen zusprechen. Wo bleibt da der bekannte Ausspruch Napoleons: „Die Infanterie muß alles machen, was Die anderen Waffen nicht können!"? — Man hat auch, der „D. W." zufolge, ein tragbares Klapprad des französischen Hauptmanns Gerard praktisch zu benutzen versucht. Abgesehen davon, daß das Zusammenstellen und Auseinander- legen desselben viel Zeit erfordert, und das Rad nicht die nötige Stabilität aufweist, besitzt es natürlich auch ein verhältnismäßig schweres Gewicht. Man wird unwillkürlich an die Fabel von dem Manne erinnert, der seinen Esel nach Hause trägt! Aus dem Abwägen der Vorzüge und Nachteile, die an die Verwendung des Kriegsfahrrades geknüpft sind, ergiebt sich die praktische Verwendbarkeit desselben im Felde. Beim Stabe höherer Truppenverbände, im Festungsdienste, im Meldereiterdienste innerhalb gesicherter Abschnitte, die geeignete Verkehrswege aufweisen, z. B. Etappen, ist der radelnde Meldereiter unübertrefflich; ebenso wird iym die Kavallerie dankbar sein, wenn er sie durch Uebernahme der Bedeckungen bei Kolonnen und Bagagen entlastet. Hier ist er unzweifelhaft am Platze, ferner überall da, wo früher die Infanterie zu besonderen Aufgaben auf Wagen gesetzt wurde. Vielleicht wäre der Vorschlag, die begleitenden Pionier-Kompagnien der Kavallerie-Divisionen aufs Rad zu setzen und ihr Handwerkszeug in Motorwagen unterzubringen, auch ausführbar! Ebenso kann man nicht bestreiten, daß Radfahrer-Tetachements in der Hand eines höheren Führers für bestimmte Sonderaufträge, die aber naturgemäß selten gegeben werden, recht wohl brauchbar und von größtem Nutzen sein können. Aufgaben wie die möglichst schnelle Besetzung eines Tefilees, die Zerstörung von Telegraphenverbindungen, Eisenbahnen, Ausführung von Pionierarbeiten aller Art an wichtigen Punkten können, wenn geeignete Wege zu dem Punkte der Thätigkeit führen, durch solche Radfabrer-Abteilungen ausgezeichnet gelöst werden. Man hat dies schon vielfach erprobt, und die diesjährigen französischen Manöver versprechen, durch die Verwendung radelnder Sappeure interessant zu werden. Auch ein plötzliches Auftreten in einer mangelhaft gesicherten Flanke des Feindes kann unter Umständen von Erfolg begleitet sein. Freilich müßte dann wohl die eigene Sicherung durch Kavallerie, die von den Höhen aus aufklärt, bewirkt werden. Besonders mag noch betont werden, daß die Nacht wegen der Geräuschlosigkeit des Rades einer gelegentlichen außergewöhnlichen Verwendung der Truppe günstig ist. Hier ist bei Rekognoszierungen oder Ueberfüllen die Ueberraschung des Feindes Vorbedingung des Erfolges, und die Bewegungen aller Truppen sind an die Straßen gebunden. Man kommt deshalb im allgemeinen zu dem Schluß, daß im geregelten Kriege zweier ebenbürtiger Großmächte nur in Ausnahmefällen Fahrrad-Detachements Verwendung vor dem Feinde finden können, daß der Nutzen des Fahrrads innerhalb gesicherter Abschnitte unbestreitbar stets anerkannt wird, und daß ein guerillaartiger Feldzug, wie z. Z. der in Transvaal, wo überall, auch im Rücken Feinde auftauchen, die ein schnelles Erscheinen kleiner Abteilungen bedingen, und wo Transporte nicht sicher vor Uebersällen sind, die Aufstellung verhältnismäßig zahlreicher Zweirad-Infanterie nötig machen kann. Politische Tagesschau. Unter den am 1. d. M. vom Reichstag angenommenen Resolutionen befindet sich eine in der Form des alljährlich wiederkehrenden Antrags B e ck h - Koburg, des Inhalts, daß die schon im Jahre 1895 in Paris vereinbarte Vogel schutzkonveution endlich in Wirksamkeit gesetzt, und daß das deutsche VogelschKtzgesetz baldigst revidiert werde. Es muß bei der großen Bedeutung, die der Schutz unserer einheimischen Vögel für die Landwirtschaft hat, billig verwundern, daß nicht von Mitgliedern der Rechten, sondern von einem Abgeordneten der freisinnigen Volkspartei diese Bestrebungen mit unermüdlichem Eifer verfochten werden. Leider ist nicht wahrzunehmen, daß die Sache Fortschritte macht. Der Vogelmord in Italien usw. ist nach! wie vor im Schwünge; aber ebenso bei uns in Teutsastand der Krammetsvogel-Fang mittelst Schlingen, in denen viele tausende anderer nützlicher Vögel qualvoll zu Grunde gehen. Hier mag doch einmal der Anfang gemacht werden! Solange dies nicht geschieht, kann das Ausland mit einigem Recht Vogelschutzkonventionen als nebensächlich behandeln. Jeder fege vor seiner Thür. Tie Russen können sich in der That zu ihrem politischen „Kompagnon" beglückwünschen. Kaum ist Minister Del- casse von seiner Petersburger Reise wieder nach Paris zurückgekehrt, da erklären sich auch Herren der französischen Hochfinanz und Großindustrie bereit, durch materielle Unterstützung die russisch Industrie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Mehr kann Finanzminister', Witte, der durch seine starre „allrussische" Politik die ungesunde Entwickelung der Industrie seines Landes mitverschuldet hat, kaum verlangen. Doch ihm winken noch weitere Millionen. Wenn die Franzosen erst das alte Vertrauen zu dem eigensinnigen Alliierten wiedergewonnen haben, dann zeigen sie auch bald anteilvolles Verständnis für dessen finanzielle Schmerzen. Herr Witte darf beruhigt sein. Er wird die Staatsanleihe, die er seit Jahr und Tag vergebens an den Mann zu bringen sucht, nicht lange mehr auszubieten haben. Tie Tresors des Credit Lyonnais und der anderen großen französischen Bankhäuser haben sich unter der Zauberwirkung der Petersburger Reise des Herrn Telcasse geöffnet. Es ist an Herrn Witte, den Termin zu bestimmen, an dem sich der Goldstrom in die russischen Staatskassen ergießt. warm im Reiche fühlen, durften zu ihrer Freude konstatieren, daß die Berliner im Grunde genommen — doch recht nette Menschen — sein können. Wenn dieses winzige Moment sein Teilchen dazu beiträgt, den so langsam vorschreitenden Umbildungsprozeß im Elsaß zu fördern, so sei auch diesen Bretter-Tilettanten ihr Raum in der Großstadtluft von Herzen gegönnt. Hoffentlich ists mit diesem Ensemble nun aber Schluß; wir kommen sonst zu ganz verdrehten Kunstzuständen und tragen in die Kreise soliden Bürger- und Bauerntums ganz falsche Vorstellungen über das Schauspielertum. Schon jetzt mag es eine ganz erkleckliche Zahl von Leuten unter all diesen „Truppen" geben, die sich für den ursprünglichen Beruf nicht mehr erwärmen können, die sich au „Höherem" berufen fühlen. Und die ganze Geschichte ist doch wirklich nichts weiter, als eine flüchtige Modesache, die in dem Bestreben des Norddeutschen, sich seinen Landsleuten im Süden liebenswürdiger zu zeigen als nun einmal sein Ruf „dort unten" ist, ihren Ursprung hat. So wie man das Exempel umdreht, hat man die Probe darauf. Man sende z. B. eine Gesellschaft von Ostpreußen, Mecklenburgern oder Spreewäldern nach München oder Stuttgart, und lasse sie in ihrem Dialekt in bald zu erlangenden Stücken auftreten. Ich glaube nicht, daß das Gastspiel einen allzugroßen Umfang annehmen würde. Darum fort mit aller Tilettanterei von der öffentlichen Bühne? Es führt auf die Tuuer zu nichts Gutem. Die Kritiker unserer hauptstädtischen Blätter haben allen den süddeutschen Gästen gegenüber ihre sonst so spitzigen Federn tögltch mit Äelaefrw H4 Montags Somttiei- Htfltr Herben bem Äu. Wechsel ♦«*•*<* unb „Blätter M Nf- Volkskunde" tner» ■M WchchouUich beigelegt. !«■•*■< Knieloen f» Om eMetttag« 'fix den Tag erscheinenden Saun HS eere 10 Udr •H<|«H**feii spätestens I>w>s Mtfrr l""8«rr 329i ^rSt^üffräu ob. Laus- enbcrm.qef. SenerrweoMi. xmtvweg rr, "^Uchttgo «ilschej. ur bald ober 1. Zuni g«. MU», Worfr.y wnd wrt eine zuvttUWi ftott gesucht. 3379 Energischer kchrer m Realsch. erfolgt. Mg, m. igl. Zeugn.u.Smpf , sucht hier Irivak- o. öff. Sthule z.l.Juli Nell, die ihm gch., noch einige i-hör. PerimlBorfiell. ieberj. UubF.V.G.346an3UMf e, KraMrtM. |3M Wichtige ^arbeiter WS)n ÄSS ” i Ä iÖiTT. iTUbriltfinn lVI781 l junges Mädchen sucht bald stellt al6 Stüfie derhanSfra» serem Hache. Cfferten unter 'SS an bie Ifrptbitwn b. 81. O-SO * w irord» gmaur Kontolik bittet der Unterzeichnete, ‘ die Rechnungen über feit Februar auf seinen uen gelieferten Waren um« ob an ihn senden zu wollen. । M herein Mr Renten Ubier, Kassenwart, JiMftrabe^L—- pflege. n M diön , dH. «MK tltdeM Unterricht. *** X T. poftofltrnl •rten j^Vier w* ettowenH', tigste und zugleich zeitraubendste Arbeit, sodaß man frühzeitig die Anwendung maschinellen Betriebes anstrebte. Man benutzte dabei die vom Handbohren her bekannten zwei Arten der Bohrbewegung: die stoßende und die drehende. Tie hierzu erforderlichen Werkzeuge sind im ersten Falle ein Bohrmeisel, der meistens direkt auf einer verlängerten Kolbenstange sitzt; im zweiten Falle je nach der Bcsräaffen- heit des zu bohrenden Materials verschieden: Spiraloohrer, vorzugsweise bei weichen Gesteinen, oder Bohrkronen, die ein ringförmiges Loch bohren. Im Prinzip verdient die drehende Bewegung entschieden den Vorzug, weil dabei ein kontinuierliches Ausnutzen der Arbeitskraft stattfindet, was bei der Stoßbohrmaschine, bei der jeder zweite Hub, der Rückzug, tote Arbeit ist, unmöglich ist. Ta bei harten Gesteinen der verwendete Werkzeugstahl beim Stoßen weniger abgenutzt wurde, als beim Trehen, so war man für diese Fälle seither auf den Stoßbohrer angewiesen. Nun ist eine Maschine auf den Markt gebracht worden, die durch Armierung d e r B o h r k r o n e m i t b e st e n T i a m a n t e n die Anwendung des Drehbohrens auch bei harten Gesteinen mit gutem Erfolg einführte. Zum Antrieb von Gesteinsbohrmaschinen verwandte man früher ausschließlich Dampf, Druckluft oder Preßwasser, die jedoch sämtlich nicht die sichere und leichte Kraftübertragung ermöglichen wie die Elektrizität. (Ter Versammlung war Gelegenheit geboten, sich hiervon an Hand der eigens für den Vortrag von dem hiesigen Bureau der Firma Schuckert improvisietten Kraftübertragung zum Antrieb der Versuchsmaschine zu überzeugen. Ter trcrbende Elektromotor erhielt Strom aus der ea. 200 Meter entfernten Reiber'schen Maschinenstation; eine derartige Kraftübertragung mittelst Tampf oder Truckluft wäre in der kurzen Zeit und mit solcher Leichtigkeit nicht möglich gewesen!) Tie seither vorhandenen elektrischen Gesteinsbohrmaschinen beruhten zumeist auf dem Stoßprinzip und waren ihre Konstruktion und Wirkungsweise nur sehr unvollkommen mit den schnelllaufenden Elektromotoren in Einklang zu bringen. Tie sogenannte Solenoidbohrmaschine setzte einen derartig großen Teil der zugesührten Energie in Wärme um, daß bei forciertem Betrieb 200 bis 300 Prozent Reserve nötig waren. Tie bereits erwähnte Bohrmaschine mit Tiamantbohrkrone wird hydraulisch gegen das Gestein gepreßt und das Truckwasser gleichzeitig als Spül- und Kühlwasser bis zur Arbeitsfläche geleitet. Infolge der sich ergebenden einfachen Konstruktion der Maschine und der großen Härte und Widerstandsfähigkeit der Tiamanten, kann die Bohrkrone dieselbe Tourenzahl (1400 bis 1500 pro Minute) erhalten wie der Elektromotor, und es erhellt, daß die Wirkung, bei einem je nach der Härte des Geste ms zu variierendem Truck von 60 bis 300 Kgr. eine sehr bedeutende ist. Tie Befestigung dieser Maschine kann sowohl an einem Treifuß als an einer Spannsäule erfolgen. Tie unabsichtliche Berührung stromführender Teile ist ausgeschlossen. Sämtliche Teile sind leicht transportable und auswechselbar. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, sehr tiefe Löcher von gleichem Turchmesser mit dieser Maschine au bohren. Eine andere elerktrisch angetriebene Gestemsbohrmaschine die den seitherigen Schlangenbohrer und die Handbohrmaschine für Steinkohle, Braunkohle, Steinsalz, milden Schiefer und quarzfreie Minette ersetzen soll, ahmt direkt das Handbohren nach. Ter Vorschub des kräftigen Schlangenbohrers erfolgt mechanisch un^.die Tourenzahl beträgt ca. 300 pro Minute. Erwähnt sei, daß diese Maschine in Steinsalz ein metertiefes Loch von 40 Mm. Turchmesser irr 2.25 Minute bei einem Kraftbedarf von 1.50 P. S. bohrte. Ein drittes System vereinigt die Vorteile des Luftstoßbohrers für quarzhaltige Gesteine, mit denen der elektrischen Kraftübertragung. Es werden zu diesem Zwecke besonders gebaute Luftkompressen verwendet, die zum gleichzeitigen Betrieb von zwei Bohrmaschinen genügen, der Antrieb des fahrbaren Kompressors erfolgt kurz vor Ort durch einen Elektromotor, mit dem er zusammengebaut ist. Ter Vortragende schloß, indem er der Ueberzeugung Ausdruck gab, daß die Elektrotechnik auch auf dem vorgeführten Gebiete sicher voranschreiten werde. — Reicher Beifall lohnte den Redner für den durchaus klaren und objektiven Vortrag und sprach Herr Tirektor Marx in anerkennenden Worten den Tank des Vereins aus. An der nun folgenden Diskussion beteiligte sich vorzüglich .Herr Tr. Voß-Limburg, dessen Fragen zu seiner Zufriedenheit von den Herren Ingenieuren Class en und Stamm beantwortet wurden. Man begab sich nunmehr in den Garten, wo Versuche mit den neuen Maschineri an Marmorblöcken, welche Herr Fabrikant G a b r i e l in liebenswürdiger Weise .zur Verfügung gestellt hatte, vorgenommen wurden, lieber das sichere und schnelle Arbeiten der Maschinen herrschte nur eine Stimme der Anerkennung, und ließ es sich Herr Gabriel nicht nehmen, die Versuchsresultate zu verkünden. Dieselben waren überraschend günstige und lassen wir sie hier folgen: in 3.50 Minuten ein 36 Ctm. tiefes Bohrloch in dem harten blauen Kalkstein, in 10.50 Minuten 93 Ctm. in dem besonders harten dolomitartigen Kalkstein. Bekanntmachung. Der von der Stadtverordneten-Versammlung in ihrer gestrigen Sitzung festgestellte Voranschlag der Stadt Gießen für das Etatsjcchr 1901/02 nebst Voranschlag des Stadterweiterungsfonds und des städtischen Gas- und Wasserwerks liegt in Gemäßheit des Art. 83 der Städteordnung während acht Tagen zur Einsicht jedes Beteiligten in bet- Büreau, Zimmer Nr. 15, der unterzeichneten Stelle offen. Gießen, dm 3. Mai 1901. 8364 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __________ Mecum._______________ Bekanntmachung. Laut Beschluß der Stadtoerordneten-Versammlung vom 18. April 1901 ist als Diener der Stadtkafse der bisherige Schutzmann Johannes Otterbeiu dahier angestellt und heute in setnm Dienst eingewiesm worden. Der Diener der Stadtkasse ist städtischer Beamter uno bezieht als solcher festen Gehalt- Annahme von Trinkgelder», ist demselben untersagt. Gießen, dm 1. Mai 1901. 3365 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________________I. V.: Wolff.________ Arbkitsvergebung — Straßenbau. Die zum Bau einer Kreisstraße Ritzenbügel—Peters- haiuerhof—Alteuhain (Länge 4617 lfd. m Neubau und i957 lfd. m Jnstandstkllung alter Straßen) erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, und zwar: Erdarbeiten: 7250 qm Rasenansatz, 12058 cbm Füllmasse zu lösen, 9495 cbm Erdtransport (größte Trans» portlänge 368 m), 1957 lfd. m Jnstaudstellung alter Straßen. Aufsehen vorkommender Steine, Herstellen vou 4617 lfd. m Reinplaniv, Kanäle: Liefern, Beifahren und Verlegen von 180 lfd. m Cementröbren, 30 und 40 cm weit, Chaussierung: Liefern von 5261 cbm Chaussier- inen, 2300 cbm Decksteinen, 21468 qm Chaussierung, 391,4 cbm Steine auf alte Straßen einzudeckm, 4000 lfd. m Wandsteinregulierung, 11000 lfd. m Wandsteinherstellung und 400 qm Rollgossenherstellung, sollen mittels allgemeinen Wettbewerbs vergeben werden. Die Bedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten in unserem Baubureau offen. Angebotsformulare werden zum Selbstkostenpreise, soweit der Vorrat reicht, abgegeben. Entsprechend bezeichnete Angebote sind bis spätestens am 20, Mai l. I, vormittags 9 Uhr, bei unterzeichneter Stelle portofrei einzusenden. Die Zuschlagsfrist beträgt drei Wochen. Schotten, am 28. April 1901. 3225 Großh. Kreisamt Schotten. Schönfeld. DkWkl Men Umm. Provinzial-Ausschuß für die Provinz Oberheffen. Einladung. Km Montag dem 20. Ma», abends S'/i Uhr, finbet im CasH Ebel hierfelbst die satzungsmäßige Jahres - Versammlung des Vereins statt, wozu der gesamte Vorstand und alle Vereins» Mitglieder ergebenst erngeladen werden. Tages Hrduung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Abnahme der Jahresrechnuna. 3. Neuwahl des Vorstandes. Um recht zahlreiche» Erscheinen wird gebeten. Der Vorsitzende: 3325 Professor Dr. W. Oncken. Wer beim Kauf rotff Kel'd ersparen eilt itt von 140 Mk. an. MüschKöMMdt mit Marmorpl. von 50 Mk. an. KleiderschräuKe, poliert, mit Aufsatz 3164 an. ff ff . 17 . . . 58 . . Nußbaumpalittt. Kett mit Muschelasssatz komplett, bestehend aus: Sprungfedermatratze, Steil. Capokmatratze und Keil, 1 Deckbett und 2 Kiffen, prima Federn Nachtschrüukche« „ Vertikows, Tische, Stühle und alle sonstigen Möbel zu den billigsten Preisen reichhaltig am Lager, auch auf Abzahlung nach Bereinbarung. Werner’s Möbella^er Kaplansgasse. Gießen. 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