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Januar 151. Jahrgang 1901 GießenerAnzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen-Vermittlungsstellcn des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf. Bezugspreis vierreljäkrt. Ml. 2.20 inonatlid) 75 Psg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestellen vicrteljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierteljährt. ohne Bestellgeld. Grscheint tägticü mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamltienb tatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags f-üe- den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzrigeblatt für den Kreis (Sieben. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe Nr. 7. , Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klütter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Betr.: Erteilung von Meldescheinen zum freiwilligen ®in- tritt in daS Heer. Mit Rücksicht auf die zurzeit eingehenden zahlreichen Gesuche um Ausstellung von Meldescheinen zum freiwilligen Diensteintritt in das Heer für den kommenden Herbst l. IS. sehe ich mich veranlaßt, darauf aufmerksam zu machen, daß diese jetzt erteilt werdenden Meldescheine am 31. März l. I. gesetzlich ihre Giltigkeit wieder verlieren, und daß daher nach diesem Zeitpunkt neue Meldescheine ausgestellt werden müssen, da die Truppenteile keine Freiwilligen ohne noch gütigen Meldeschein einstellen dürfen. ES ist daher am zweckmäßigsten, wenn die betreffenden Gesuchsteller mit ihren Anliegen bis nach Ende März l. IS. warten. Für diejenigen Leute, welche bereits dieses Jahr milikär- pflichtig sind, empfiehlt es sich, im nächsten Musterungslermine ihr Gesuch zum freiwilligen Eintritt vor der Ersatz-Kommission vorzubringen, wo ihr Wunsch dann meistens Berücksichtigung findet, und sie dann ohne Meldeschein zu dem von ihnen gewünschten Truppenteil gelangen. Vielfach ist die ganz irrige Meinung verbreitet, daß die« jenigen Leute, welche sich im Besitze eines Meldescheins be fänden und dieses Jahr militärpflichtig find, sich nun nicht vor den Ersatz-Behörden zur Musterung zu stellen brauchten. Hiervor muß dringend gewarnt werden, da nur solche Militär Pflichtige beim Ersatzgeschäft fehlen dürfen, welche ausdrück lich vorn Erscheinen befreit sind, was aber durch den Meldeschein nicht geschieht, und setzen sich daher diese Leute, welche dennoch aus diesem Grunde fehlen sollten, den gesetzlichen Strafen aus. Gießen, den 3. Januar 1901. Der Zioilvorsitzende der Großh. Ersatz-Kommission Gießen Boeckmann. Bekanntmachung, betreffend das Ersatz Geschäft für 1901. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden 1. alle im Jahre 1881 geborenen Militär Pflichtigen, sowie 2. die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder 3. welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge andere?Lehranstalten, oder als Hausund Wirtschaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 10. Januar biS zum SO. Januar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres dauernden Aufenthaltsortes zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher nunmehr von dem betreffenden Standes mt zu erwirken ist, und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musteruug gestellt haben, ihren Losungs- Schein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldung unterlaßen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche aus Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zurzeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder-, Lehr-, Brod- nnd Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglicheu Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu laßen. Gießen, den 2. Januar 1901. Der Zivilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz Kommission Gießen. Boeckmann. Bekanntmachung, betreffend daS Ersatzgeschäft pro 1901. Unter Hinweis auf obige Bekanntmachung bringe ich weiter zur Kenntnis der Beteiligten, daß als dauernder Aufenthalt anzusehen ist: a) für militärpflichtige Dienstboten, HauS- und Wirt- fchaflsbeamte, Handlungsdiener, Handwerksgesellen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter und andere in einem ähnlichen Verhältnis stehende Militärpflichtige der Ort, an welchem sie in der Lehre, im Dienst oder in Arbeit stehen; b) für militärpflichtige Studierende, Schüler und Zöglinge sonstiger Lehranstalten der Ort, an welchem sich die Lehranstalt befindet, der die Genannten an gehören, sofern dieselben auch au diesem Orte wohnen. Gießen, den 2. Januar 1901. Der Zivilvorfitzende der Großherzoglichen Ersatz Kommission Gießen. Boeckmann. Bekanntmachung. Betr.: Zurückstellung der mit Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen. Die im laufenden Jahre militärpflichtig werdenden und mit Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen haben sich, sofern sie nicht bereits zum aktiven Dienst eingetreten find, alsbald bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen längstens aber bis zum 1. Februar l. I. bei mir schriftlich oder mündlich zu melden und unter Vorlegung ihres Berechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beantragen, einerlei, ob sie bereits am 1. April l. I. zum Dienst eintreten wollen ober nicht. Ohne den ZurückstellungSvermerk auf dem Berechtigungsschein findet die Annahme bei einem Truppenteil nicht statt. Diejenigen Militärpflichtigen, welche mit Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst versehen find und im Kreise Gießen geboren sind, haben sich auch an ihrem Geburtsorte, wenn sie daselbst wohnen, zur Stammrolle anzumelden. Soweit die Berechtigung auf Grund des Schulzeugnisses bei der Großh. Prüfungskommission in Darmstadt noch nicht nachgesucht sein sollte, hat dieses sofort zu geschehen, und werden die Interessenten noch ausdrücklich auf die dem Schulzeugnis aufgedruckten Bestimmungen zur genauen Nachachtung aufmerksam gemacht. Gießen, den 2. Januar 1901. Der Zivilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Kommission Gießen. Boeckmann. Bekanntmachung. Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Frühjahr 1901. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1901 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung fpätestens bis zum 1. Februar 1901 bei der unterzeichneten Kommission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungskommisfion nut dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulaffung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugnis; ” b) Die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für die Dauer des einjährigen Dienstes die Kosten des Unterhalts, mit Einschluß der Kosten der Ausrüstung, Bekleidung und Wohnung von dem Bewerber getragen werden sollen; statt dieser Erklärung genügt die Erklärung des gesetzlichen Vertreters oder eines Dritten, daß er sich dem Bewerber gegenüber zur Tragung der bezeichneten Kosten verpflichte und daß, soweit die Kosten von der Mckitär- Verwaltung bestritien werden, er sich dieser gegenüber für die Ersatzpflicht des Bewerbers als Selbst- fchuldner verbürge. Die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters und des Dritten, sowie die Fähigkeit des Bewerbers, des gesetzlichen Vertreters oder deS Dritten zur Bestreitung der Kosten ist obrigkeitlich zu bescheinigen. Uebernimmt der gesetzliche Vertreter oder der Dritte die in vorstehendem Absätze bezeichneten Verbindlichkeiten, so bedarf seine Erklärung, sofern er nicht schon kraft des Gesetzes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet ist, der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung. e) ein Unbescholtenheitszenguis, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d) ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugnis bcizulegen. Heber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, giebt die Prüfungs Ordnung (Anl. 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Blatt Nr. 27 von 1894 —) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins sowie des Lokals, ix welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 15. Dezember 1900. Großherzogliche Prüfungs-Kommission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Wick. Englische Preßbestechnngen? Die „Leipz. Reuest. Rachr." hatten kürzlich behauptet, es seien 'e n g l i s ch e B e st e ch u n g s g e l d e r i n D e u t s ch - land verwandt worden. Dr. Liman, der Berliner Vertreter des genannten Leipziger Blattes, hatte allerlei Merkwürdiges aus dem Agitationsfonds der de Beers Company mitgeteilt. Daraufhin hatte ihn die „Köln. Ztg." einen Verleumder genannt und die Behauptungen des Leipziger Blattes, ihr selbst seien Gelder aus diesem Fonds zugeflossen, auf das Entschiedenste in Abrede gestellt. Dr. Liman ergriff nun wiederum das Wort und veröffentlichte folgende Erklärung: Ich erkläre, daß die in den „Leipz. Reuest. Rachr." Nr. 346 und Nr. 351 veröffentlichten Mitteilungen über gewisse Posten in dem Geschäftsbericht der De Beers Company von 1899 von mir herrühren. Die „Köln. Ztg." hat diese Mitteilungen als eine Verleumdung bezeichnet. Ich fordere hiermit die „Köln. Ztg." auf, mich wegen dieser angeblichen Verleumdung gerichtlich zu belangen, wenn anders sie nicht in den Augen jedes anständigen Menschen dauernd gerichtet erscheinen will. Ich bin bereit, alsdann eine Reihe von Zeugen Zu nennen, die den betreffenden Bericht gelesen und auch Kenntnis von weiteren, mit der Angelegenheit zusammenhängenden Vorgängen gewonnen haben. Dr. Paut Liman, Berlin, Wittenbergplatz 1. Diese Erklärung des Dr. Liman bringt die interessante Angelegenheit um keinen Schritt weiter. Die Aufforderung Dr. Limans an die Kölnische Zeitung, ihn gerichtlich zu belangen, ist in keiner Weife ernst zu nehmen, da bie Kölnische Zeitung als Verleumdung nur die Behauptuna bezeichnet habe, sie — die Kölnische Zeitung — sei durch das englische Geld bestochen worden, nicht aber die Mitteilung Limans, daß im Bericht der De Beers Company die Verausgabung von ein einhalb Millionen Mark in K ö l n verzeichnet sei. Baldige Klarstellung ist um so erwünschter, als die ausläMsche Presse das „deutsche Panama" in der gehässigsten Weise nicht nur gegen die deutsche Presse, sondern auch gegen andere Kreise verwertet. Datz das gerade seitens der russischen und der französischen Presse geschieht, wiewohl doch Rußland das klassische Land der Beamtenbestechungen ist und Frankreich an feine« eigenen zahlreichen großen und kleinen Panamas genug zu sorgen haben sollte, wirkt freilich erheiternd. Tie „Tägliche Rundschau" hat inzwischen „entdeckt, welch opferfreudige Gönner die deutsche Kannst i» den Direktoren der De Beers Company besitzt". Im „Reichs- Anzeiger" vom 13. Dezember unter der Rubrik „Aus Kunst und Wissenschaft" finde sich nämlich unter „N euerwerb - ungen der königlichen Museen" folgendes: Eine Schenkung des Herrn Julius Wern her ix London, der der Gemäldegallerie schon wiederholt wertvolle Zuwendungen gemacht hat, bereicherte diese Sammlung mit einem für die Geschichte der deutschen Malerei außerordentlich wichtigen Monument: acht Tafeln mit Darstellungen aus dem Marienleben und der Passion Christi, die 1437 von Hans Multscher ausgeführt worden find ... Die acht kürzlich im Londoner Kunsthaudel aufgetauchten und nun .für die Berliner Gallerie gewonnenen Tafeln bildeten ursprünglich zwei, auf beiden Seiten mit fe zwei Darstellungen übereinander geschmückte Altarslugei. Herrn A l f r e d B e i t verdankt die Sammlung das ticine vlämische Porträt eines jüngeren Mannes, das schon oer Tracht nach offenbar aus der ersten Hälfte des 15. ^apr Hunderts stammt und in der tiefen und harmonischen Färbung den Bildnissen des Jan van Eyck sehr nahe steht, sodaß es für die schwierige Frage nach den Künst- * lern, die noch gleichzeitig mit ihm in den Niederlanden thätig waren, von Wert ist. Ter „Vorwärts" höhnt angesichts dieser Mitteilung: „Die Herren Wernher und Beit sind die Direktoren der rühmlichen De Beers Company. Es ist wahrhaft erfreulich, daß die Herren inmitten ihrer südafrikanischen Goldminensorgen noch genug Muße fanden, sich für Kunstdinge zu begeistern und der Kirnst erhebliche Geldopfer zu bringen. Es ist noch erfreulicher, daß die englischen Goldkönige ihre Liebe zur Kunst gerade auf deutsche Kunstsammlungen ausströmen ließen, daß sie unsere Berliner Museen durch wertvolle Zuwendungen bereicherten. Wie haben wir die geriebenen englischen Geldmänner unterschätzt, die sich nun als uninteressierte Schützer geistiger Güter selbst im Ausland entpuppen!" Angesichts dieser Mitteilung ist es um so notwendiger, daß die „Leipziger Neuest. Nachr.", die diesen Kuchen angeschnitten haben, mit ihrer angeblichen Kenntnis „w e i lerer Vorgänge" nicht hinter dem Berge halten. Tie „Kreuzzeitung "schreibt in demselben Sinne: Bloße Behauptungen reichen in dieser Sache nicht aus, und wenn nicht mehr nachkommt, wird die Anschuldigung der „Leipz. Neuest. Nachr." (es seien englische Bestechungsgelder in Deutschland verwandt worden) als im höchsten Grade frivol und unüberlegt bezeichnet werden müssen. Denn bei einiger Kenntnis der Verhältnisse mußte man sich von vornherein sagen, daß Andeutungen dieser Art in dem uns vielfach feindlich gesinnten Auslande, das als solches keineswegs geneigt ist, sich mit der einfachen Ableugnung zu begnügen, einen lauten Widerhall finden und zu den ungeheuerlichsten Verdächtigungen Anlaß bieten würde. Die Sache sollte nicht so auf die leichte Achsel genommen werden, wie es im großen und ganzey bis jetzt geschehen. Es muß vor allem die bestimmte Forderung erhoben werden, daß jenes Leipziger Blatt für seine Anschuldigungen zunächst wenigstens den Beweis bringt, daß in dem Geschäftsberichte der De Beers Company wirklich jene Angaben sich finden, aus die es sich stützt. So lange dies nicht geschieht, bleibt der Verdacht der Verleumdung an dem Urheber der Veröffentlichung haften. Politische Tagesschau. Wie wir bereits mitteilten, übermittelte das holländische Ministerium dieser Tage der Zweiten Kammer den aus die bevorstehende Vermählung der Königin Wilhelmine mit dem Herzog Heinrich bezüglichen Gesetzentwurf. Er besteht im ganzen aus vier Vorlagen, die alle aus der königlichen Ehe sich ergebenden Verhältnisse «ach der politischen und rechtlichen Seite hin derart regeln, daß daraus später für das Königreich der Niederlande keine Schwierigkeiten erwachsen können. Die erste Vorlage spricht einfach die parlamentarische Genehmigung der Eheschließung der Landesherrin mit dem Herzog Heinrich aus, wie dies die niederländische Verfassung zur gesetzlichen und staatsrechtlichen Giltigkeit der königlichen Ehe erfordert. Die zweite Vorlage beschäftigt sich mit der sStellung des künftigen Prinz-Gemahls. In dieser Beziehung erklärt der Regierungsentwurf den Gemahl der Königin in allen Rechten und Pflichten mit den Mitgliedern des niederländischen Königshauses völlig gleichgestellt. Alle Bestimmungen der holländischen Gesetzgebung, welche die Prinzen der regierenden Dynastie betreffen, finden auch auf den Prinz-Gemahl Anwendung, der demnach auch, ohne daß eine besondere Rangerhöhung seitens der Königin zu erfolgen braucht, den Titel „K ö n i g l. Hoheit" führen wird. Die Vorlage sieht auch die Möglichkeit der -Auflösung der Ehe, fei es durch den Tod der Königin, fei es durch Trennung vor. Im ersteren Falle behält der Prinz-Gemahl bis zu seiner etwaigen Wiederverheiratung alle Vorrechte eines königl. niederländischen Prinzen bei. Im Falle seiner Wiederverheiratung oder falls die Ehe bei Lebzeiten der Gatten aus irgend einem Grunde getrennt wird, hört der Prinz-Gemahl auf, zur niederländischen Dynastie zu gehören und tritt von selbst in seinen vorigen Stand zurück. Die aus der Ehe entsprossenen Kinder bleiben aber thronberechtigt. Die dritte Vorlage gewährt dem Herzog Heinrich Unter Befreiung von der Erfüllung der anderen' vorge- schriebenen Bedingungen aus Staatsinteresfe das nieder- Nndifche Staatsbürgerrecht. Sollte die Ehe durch den Tod der Königin aufgelöst werden, so steht es dem Prinz-Gemahl frei, burd> eine bloße Erklärung an das Ministerium auf das niederländische Staatsbürgerrecht zu verzichten, und mit dieser einfachen Erklärung tritt er wieder in den deutschen Unterthanenverband. Die vierte Vorlage endlich behandelt bie Dotationsfrage für den Prinz-Gemahl. Die Regierung hatte ursprünglich die Absicht, dem Herzog Heinrich eine Staatsdotation zu gewähren, um ihn wenigstens finanziell von der Königin unabhängig zu machen. Aber der Staatsrat, dem alle Gesetzentwürfe vorerst zur Begutachtung überwiesen werden müssen, erhob verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine derartige Dotation, weil die niederländische Verfassung nur die Dotation der Königin-Witwe und des Thronfolgers kennt. Es wäre deshalb dazu eine Verfassungsänderung notwendig geworden, die abgesehen von der damit verbundenen politischen Erregung im Land den Aufschub der königl. Hochzeit auf Monate hinaus hervorgerufen hätte. Man verständigte sich also dahin, den Prinz-Gemahl der Königin- Witwe gleichzustellen und ihm für den Fall seiner Witwerflhaft, aber felbstverständlich bloß bis zu seiner etwaigen Wiederverheiratung, eine Dotation von jährlich 150000 Sulden auszufetzen. Bei Lebzeiten der Königin bezieht er sonach keinerlei Apanage. Diese vier Gesetzentwürfe, die einzeln beraten werden müssen, sind der Zweiten Kammer der niederländischen Generalstaaten zu §)ät gekommen, als daß sie vor Weihnachten hätten erledigt werden können, wie dies ursprünglich in Aussicht genommen war. Die Kammer wird deshalb am 3. Januar z« einer besonderen Tagung zusammentreten. Da der Entwurf aber bann auch noch an bie Erste Kammer zu gegangen hat, so ist bas bisher festgesetzte Datum ber Hochzeit, der 31. Januar, nicht beibehalten, sonbern auf den 7. Februar verschoben worden. Die bürgerliche Trauung ttnrb im königlichen Palast im Haag vorn Justizminister Govtz van ber Linden als dem königlichen Notar und Standesbeamten vollzogen werden, die kirchliche Feier in der großen protestantischen Kirche der Residenzstadt unter Leitung des Hofpredigers van der Flier. Als Hochzeitsgäste sind bereits endgiltig angemeldet: der König von Württemberg, Großfürst Wladimir von Rußland, ber Großherzog von Olbenburg und bie fürstlichen Anverwanbten bes nieberlänbischen Königshauses. In ber deutschen Armee wurden feit 15. November pensioniert: 2 Generalleutnants, 4 Generalmajore, 4 Oberste, 3 Oberstleutnants, 12 Majore, 34 Hauptleute, 7 Oberleutnants, 9 Leutnants, Summe 75 Offiziere. Kosten pro Jahr ca. 237 000 Mk. Ohne Pension wurden verabschiedet: 4 preußische Leutnants. Ausgeschieden sind 8 preußische Leutnants, so daß ber Gesamtabgang an Offizieren in den letzten 6 Wochen 87 beträgt. Von ben Pensionierten treffen auf Preußen 2 Generalleutnants, 2 Generalmajore, 4 Oberste, 3 Oberstleutnants, 9 Majore, 28 Hauptleute, 5 Oberleutnants, 8 Leutnants (Summe 61); auf Bayern 2 Generalmajore, 1 Major, 4 Hauptleute, 1 Oberleutnant, (Summe 8); auf Sachsen 2 Majore, 1 Oberleutnant (Summe 3); auf Württemberg 2 Hauptleute, 1 Leutnant (Summe 3). Was bie im Laufe bes Jahres 1900 stattgehabten Verabschiebungen anbelangt, so ist folgenbes zu Konstatieren: Pensioniert würben in biefem Zeitraum 644 Offiziere gegen 548 im Vorjahre. Hiervon treffen auf Preußen 516 gegen 393 im Vorjahre; auf Bayern 72 (gegen 92 im V.); auf Sachsen 31 (gegen 34 im V.); auch Württemberg! 25 (gegen 29 im V.). Ohne Pension würben oerabschiebet bezw. finb ausgeschieben 164 Oberleutnants unb Leutnants (gegen 152 im V.). Auf Preußen treffen hier 156 (gegen 143 im V.); auf Bayern 1 (ebenso im V.); auf Sachsen 3 (gegen 4 im V.); auf Württemberg 4 (ebenso im V.). Der Gesamtabgang an Offizieren beläuft sich somit im Jahre 1900 auf 808 gegen 700 im Vorjahre. Aus ben obigen Zahlen ergiebt sich, baß bie Verabschiebungen in Bayern, Sachsen unb Württemberg abgenommen, in Preußen aber sich rapib vermehrt haben. Unb dies trotz ber China- Expebition, burch bie ber aktiven Armee runb 550 Offiziere entnommen würben. Zum Schluß noch eine Statistik, )ie über bie in ben einzelnen Chargen stattgehabten Pensionierungen Auffchluß giebt Bei bieser Gelegenheit wirb es sich zeigen, daß bas heutige Verabschiebungs- ystem «namentlich unter ben höheren Offizieren b^beutenb mehr aufräumt als ein Krieg, also ein solcher für bas Avancement gar kein Gewinn wäre. Es wurden im Jahre 1900 pensioniert: 1 General ber Infanterie, 25 Generalleutnants, 43 General majore, 56 Oberste, 29 Oberstleutnants, 148 Majore, 218 Hauptleute, 63 Oberleutnants, 61 Leutnants. Ans Stadt und Land. Zuschriften über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünscht und werden ans Wunsch gut honoriert.) Gießen, 4. Januar 1901. p *♦ Gießener Volksbad. Im Dezember wurden verabreicht 6325 Bäder gegen 7420 im November 1900 und 5765 im Dezember 1899, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 264 Bäder gegen 265 im November 1900 md 231 im Dezember 1899. — Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3541 Männer, darunter 705 zu 10 Pf., 435 Frauen, „ 111 „10 „ Wannenbäder 1. Klasse 178 Männer, 55 Frauen, „ 2. „ 567 „ 374 „ Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 06 Männer, 13 Frauen, Brausebäder zusammen 1056. Die Personenwage wurde von 100 Personen benützt) das Bad von 16 Personen besichtigt. •* Wichtig für Kandidaten des einjährig-freiwilligen Militär- dienstes. Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militär- bienst ist nach § 89, 3, der deutschen Wehrordnung bis pätestens zum 1. Februar des ersten Militärpflichtahr es, das ist des JahreS, in dem der Wehrpflichtige das 20. Lebensjahr vollendet, bei der Prüfungskommission nachzusuchen. Ferner sind bie Gesuche um Zulassung zur Prüfung ür den einjährig-freiwilligen Militärdienst nach § 91 der tt. Ordnung für die FrühjahrS-Prüfung spätestens bis zum Februar und für die Herbstprüfung bis spätestens zum 1. August d. I. anzubringen. •• Abänderung des Hundesteuergesetzes. Artikel 3 letzter Absatz des Gesetzes, die Hundesteuer betr., vom 12. August 1899, erhält folgende Fassung: „Bon der Hundesteuer für e einen Hund sind ferner befreit alle diejeutgeu Personen, sie infolge ihres Berufes oder Gewerbes einsam wohnen und ein Einkommen von weniger als 2600 Mk. versteuern." Diese Bestimmung trat mit dem 1. Januar in Kraft. ♦* Mit seiner Wetterprophezeiung für den Januar hat ich Falb wieder etwas verrechnet: „Vom 1. bis 4.Januar regnerisches Wetter bei verhältnismäßig hoher Temperatur. Vereinzelt treten Schneefälle ein." Auch beim größten Wohlwollen für den Propheten und der allergünstigften Auslegung seiner Vorhersage wird man zwischen dieser und der Wirklichkeit doch kaum irgend eine Aehnlichkeit entdecken können. Der Winter hat mit dem denkbar trockensten Wetter und einem Temperaturumschwung vom Warmen zum Kalten eingesetzt, wie wir ihn nur selten erleben. Am Neujahrsmorgen hatten wir 6 Grad Kälte, gestern früh war das Thermometer aus 9 Grad und heute sogar auf 10 Grad Reaumur gesunken. Von Regen haben wir dabei nichts bemerkt. ** Fahrpreiskuriosum. Der „Frkf. Ztg." teilt Jemand folgendes Fahrpreiskuriosum mit: „Mein Bruder fuhr vor einigen Tagen mit einer Rückfahrkarte 3. Klaffe von Dresden nach Gießen. Für diese Karte zahlte er 32.20 Mk. und zwar 1) Dresden-Kassel 24.10 Mk., 2) Kassel Gießen 8.10 Mk. Hätte er aber folgende Karten gelöst: 1) Dresden- Leipzig 6.40 Mk., 2) Leipzig Frankfurt (über Halle-Nord- hausen giltig) 23.10 Mk., so hätte er für daS Billet 29.50 Mk. zu zahlen gehabt. Er hätte also 2.70 Mk. weniger gezahlt und die Möglichkeit gehabt, einen Abstecher nach Frankfurt machen zu können. ES wäre wirklich an der Zeit, daß die Bahnverwaltung ein Tarifverzeichnis veröffentlichte, damit das reisende Publikum nicht unnötigerweise solchen ganz unmotivierten Preisschwankungen gegenüber machtlos wäre." ** Unentgeltliche Benutzung ber deutschen: Paten tschristen. Seit 1877 befindet sich in ben Räumen der Großh. Zenttalstelle für bie Gewerbe, Darmflab t, Neckarstraße 3, eine Auslegestelle ber vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin herausgegebenen Patentschriften über bie in ben Patentklaffen 1—89 vom 1. Juli 1877 ab erteilten Patente, beginnenb mit Nr. 1, bie an jebem Werktage in ber Zeit von zehn bis halb ein unb brei bis halb sechs Uhr (Samstag mittag ausgenommen) von jeber- mann unentgeltlich benutzt werben kann. Durch bie Auslegung ber Patentschriften wirb jebermann Gelegenheit gegeben, sich über ben Inhalt eines Patentes zu unterrichten. Um auch auswärts wohnenben Personen bie Einsicht der Patentschriften zu ermöglichen, ist bie leihweise Abgabe einzelner Nummern auf kürzere Zeit gestattet. Die neu erfcheinenben Patentschriften werben ben Auslegestellen öom Kaiserlichen Patentamt in Berlin in einwöchentlichen Zwischenräumen überwiesen unb bem Publikum alsbald nach ihrem Erscheinen zugänglich gemacht. (?) Udenhausen (bei Grebenau), 3. Januar. Auf der Tagesordnung der Generalversammlung bes Krieg er- oereins stand zunächst die Prüfung der Rechnung von 1900, die als richtig befunden wurde, weshalb dem Rechner Decharge erteilt wurde. Kaisers Geburtstag soll durch einen Ball, verbunden mit Aufführung eines Theaterstückes, begangen werden. In den Vorstand wurden der seitherige Vorsitzende Heinrich Schmidt, sein Stellvertreter und ber Rechner einstimmig wiedergewählt. Zum Schriftführer wurde Herr George bestimmt. Nachdem Pfarrer Böchner einen Vortrag über einzelne Züge aus dem Leben Moltkes gehalten hatte, der in einem Hoch auf Kaiser und Großherzog ausklang, und nachdem er die Gründung eines Lesevereins im Anschluß an den Berliner Volksbildungsverein in Anregung gebracht hatte, wurde die offizielle Sitzung vorn Vorsitzenden geschloffen. Der gemütliche Teil hielt die Kameraden noch einige Zeit zusammen. r. Nidda, 3. Januar. Gestern abend wurde im Kraft'- schen Saale zu Ehren des nach Gießen versetzten Kreis- veterinärarzteS Schmidt ein Abschiedskommers veranstaltet, an dem sich zahlreiche Angehörige unserer Stadt und Umgegend beteiligten. Für den musikalischen Teil war durch ein Quartett der Gießener Militärkapelle, das vortrefflich spielte, gesorgt. Landtagsabg. Erk hielt an den Scheidenden eine Ansprache, in der er dessen vielfache Vorzüge hervorhob. Veterinärarzt Schmidt dankte dem Vorredner und versprach, Nidda ein gutes Andenken zu bewahren. Zum Schluß wurde ein kräftiger Salamander gerieben. Auleudiebach, 3. Januar. Nach der Volkszählung hat unsere Gemeinde 303 Einwohner gegen 295 in 189R Diese ben sind bis auf einen Katholiken alle evangelisch. Die Viehzählung hatte folgendes Ergebnis: 43 Pferi 260 Stück Rindvieh, 321 Schweine, 44 Ziegen, 929 Sti Federvieh, 8 Bienenstöcke. X Neu Ulrichstein, 2. Januar. Ende Dezember 19C befanden sich auf der hiesigen Arbeiter-Kolonie stellet refp. arbeitslos 69 Mann, darunter 11 aus Hessen. T. Kolonie verpflegte an 2161 Tagen unb arbeitete an 1776' Tagen, sie hatte 10 Krankentage unb 374 einen Sohn. Were. ■ jur See auf dem Ka Schwester des Genm kurzem bei dem Els aif schreckliche Werse • Peinliches f greifen Spandau ieine« Urheber- in ei MH gesunden hat. ' Der zeugleutnant dkpvt in Spandau anc Behörde in Berlin v Verdächtigungen Spandaner Mitteriei machung zweierZe Waffen und Mali feien, und schließlich Personen wegen solch Mehrere Tage Hindun wer ber Urheber der c Als dieser dann tnbli der in Charlvttenbnr feiner Wohnung ver versehen, hatte Leut/i nicht einmal feiner fr er in Hamburg ermiit eines Geistesgestörten, ch feine HandlunM befrei sich jetzt in ei .. * Zlveibriicke' W für eine Wirts!! U die Wirtsleute s ■ Uhr zur Ruhe hege der vchlasstube der - N unerklärte Wei! E."Kündet unb n Men Monaten, ein °;fry Wen, b ,vcaut- die ehe W fr fota K ‘'WÄ* dir Ätoen । ,h.L° ' fr* Nnt, q[6 r Salons ( ^lehren ei dar * Wen, der t, chZrr Frankfurt-Preußen und eine Angliederung der ganren Bahn, auch des badischen Anteils, an die preußisch:hessische Gemeinschafts- Verwaltung hinaus zu wollen. Preußen soll die badischen Vorschläge, die im Fall der Au'hebung ves Staatsvertrags auf eine Loslösung des bad'schen Anteils und ein bloßes Betriebsübereinkommen zwischen Preußen Hessen und Baden unter Wahrung der vollen Unabhängigkeit und Selbständigkeit Badens, lediglich für den badischen Anteil an der Main N-ckar Bahn, abzielten, nicht annehrn-n wollen. Preußen will vielmehr einen vollständigen Anschluß auch des badischen Anteils an die preußisch hessische Gemeinschaftsverwaltung mit allen Mitteln durchsetzen, wenn es nicht anders geht, auf dem ja schon mit Erfolg erprobten Weg des Verkehrskriegs. Damit wären auch die pfälzischen Bahnen „geliefert". Hessen und speziell Darmstadt, das ja im Fall der Durchführung jener Reorganisatron die Direktion verlieren würde, soll, wie der „Frankf. Ztg" geschrieben wird, in neuerer Zeit damit geködert werden, daß man die Verlegung eines Teils der Be- lriebswerkstätten des Frankfurter Direktionebezrrks nach Darmstadt „in Aussicht stellt". Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Vraunsteirr-Bergwert Fernie. Es ist nunmehr ein Jahr verflossen, seit hier eine Baggermaschine des Herrn Bartling aus Wiesbaden, der einen Vertrag auf mehrere Jahre mit dem Bergwerk abschloß, eintraf. Für die Bewohner der hiesigen Gegend war es sehr interessant, den Bagger in Thätigkeit zu sehen. Er hatte die Ausgabe, das Erz bloß zu legen, um größere Mengen zutage sördern und absetzen zu können. Leider erlitt aber im verfloss-nen Jahr die Eisenindustrie durch die Kriege einen harten Schlag und erst in den letzten Wochen ist der Absatz von Erz roieber bedeutend geworden, sodaß die Drahtseilbahn Tag und Nacht in Thätigkeit ist. Die Erdmasien, die durch die Baggermaschine abgedeckt und durch mehrere Züge fortwährend weggebracht wurden, sind sehr beträchtlich, sie bilden an den neuen Kliniken und Klein-Linden einen hohen Damm, über den hinaus nur noch die Spitzen des Waldes tagen. Um den Bagger und die übrigen Maschinen mit Wasser versorgen zu können, hatte man eine eigene Wasserleitung angelegt und dabei eine große Wassermenge gefunden. Mehrere Professoren aus Gießen und Darmstadt waren im Sommer hier, probierten das Wasser und fanden es ausgezeichnet. Wie man hört, besteht die Absicht, die Leitung später für die zu erbauende Landes-Heilanstalt anzukaufen, die wahrscheinlich nach Gießen kommt. Auch zur Wasserversorgung des nahen Dorfes Klein-Linden wäre die Lei- eung sehr geeignet. Vor eiaigen Tagen hat der Bagger seine Thätigkeit tingefteHt und das Bergwerk hat eine bedeutende Abfindungssumme zahlen müssen, man hört von 70 000 Mark. Im Laufe des Wmters werden am Bagger und den übrigen Maschinen, Wagen, Geleisen rc. Reparaturarbeiten ausgeführt und erst im Frühjahr soll alles weggebracht werden. Das Personal, das die Maschinen bedient hat und in dem benachbarten Gießen, Leihgestern und Klein-Linden wohnt, bleibt ebenfalls so lange hier. H. Die Spielhage n banken. Das über Erwarten günstige Resultat bei der Prüfung der Hypotheken der Preußischen Hypothekenbank Spielhagen hat die Berliner Börse in eine bessere Stimmung gebracht, soweit vor allem die Obligationen der Spielhagenbanken selbst in Betracht kommen. Es wäre interessant zu hören, wie es möglich gewesen ist, alle Hypotheken dieses Institutes so rasch zu prüfen, vor allem auch wie es möglich gewesen ist, genau festzustellen, inwiefern nicht die bessere Sicherung der betreffenden Hypotheken - Pfandbriefe auf Kosten jener Dependancen der Spielhagenbank entstanden sind, so daß unter Umständen auch ein Regreß stattfinden kann, der weniger günstig für die Spielhagenbank aussallen könnte. Gerade die mögliche Auseinandersetzung, die noch innerhalb jener Gruppe selbst stattfinden konnte, darf keinen Augenblick unterschätzt werden. Wenigstens ist es nicht zu denken, daß sich die Vertreter u. s. der Grund- schuldbank-Jnteressen mit den Schiebungen einverstanden erklären könnten, die in den ungeheuersten Beträgen that- sächlich gemacht worden sind. A-us dem Jahresbericht der Mannhei mer Handelskammer. Für den Handel mit inländischem R o h t a b a k war das Jahr 1900 höchst unerfreulich; das 1899 er Gewächs war beim Pflanzer hoch bezahlt worben, während die Verkaufspreise in ihrer Höhe durch die Preise der ungewöhnlich großen Javaernte genau begrenzt waren. Im allgemeinen wurde die Rentabilität des im Pfälzer Tabakgeschäft angelegten Kapitals durch wachsende Unkosten, Löhne, Zinsen usm beeinträchtigt. Die 1900 er Tabake sind zu hohen Preisen wieder frühzeitig eingekauft worden und versprechen gut zu werden. — Der Handel mit ausländischen Rohtabaken zählt das Jahr 1900 wegen der übergroßen und vielfach qualitativ mangelhaften ausländischen Ernten zu den weniger günstigen. — Die Eutrippindustrie hatte kein günstiges Jahr, da das Wirtschaftsleben in dem Hauptabsatzgebiet England infolge des südafrikanischen Krieges darniederlag und die englischen Fabrikanten, die noch deutsches Umblatt verwenden, dafür einen billigeren Ersatz suchten und in der großen Javaernte fanden. — In der Z i g a r r e n i n d u st r i e machte sich immer noch, wenn auch nicht in dem Maße wie im Vorjahre, die Ueberproduktion geltend,' der Absatz mar namentlich gegen Ende des Berichtsjahres etwas besser. Aber der stutzen wurde weiter beschränkt durch die Erhöhung der Produktionskosten. Die Ansprüche der Händler und Konsumenten steigen, Tabake, die zur Herstellung eines diesen Ansprüchen genügenden Fabrikates geeignet sind, waren nach wie vor teuer und selten höhere Preise für das Fabrikats waren nicht zu erzielen. Die Klagen über langsame Zahlungsweise sind nicht verstummt. — Die Rauchtabakindustrie mußte die größten Anstrengungen machen und mit sehr bescheidenem dwtzen arbeiten, um ihren Ersatz zu erhalten. Gerichtssaal. M a i n z, 3. Januar. Die Strafkammer verurteilte den Weinkommissionär Anton Schäfer aus Zornheim wegen Beleidigung des früheren dortigen katholischen Pfarrers Gillig zu Mark 30 Geldstrafe. In Zornheim wurde im Sommer bei der Versetzung des Pfarrers nach Mainz das Gerücht verbreitet, er sei des Amtes enthoben worden, weil er sich etwas Ungehöriges hätte zu Schulden kommen lassen. Als Verbreiter des falschen Gerüchts wurde der Angeklagte zur Verantwortung gezogen. Berlin, 2. Januar. Wie jetzt gemeldet wird, hat auch die im St e r n b e r gp ro z e ß zu sechs Monaten Gefängnis verurteilte Anta Wender Revision eingelegt. wird, hat Kapitän Kretschmann noch ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht, als er sah, daß der Untergang der „Gneisenau" unvermeidlich war. Heute mittag fand im Exerzierhause der Matrosendivision eine Begrüßung der „Gneisenau"-Mannschaft durch den stellvertretenden Kommandanten der Nordseestation, Kontre- Admiral von Frantzius, statt. Dem Akte wohnten auch die Angehörigen der Heimgekehrten bei, Marine-Oberpfarrer Göbel hielt die Andacht, Kontreadmiral von Frantzius die Begrüßungsrede. * Ueber die Zermalmung des Generalleutnants z. D. v. Pochhammer, durch die Berliner Straßenbahn, werden folgende Einzelheiten nritgeteilt: Generalleutnant v. Pochhammer wollte am Sonntag abend gegen 6 Uhr mit seiner 15 jährigen Tochter die nach dem Zoologischen Garten führende elektrische Straßenbahn benutzen und stellte sich vor 'der gegenüber seiner Wohnung, Uhlandstraße 27, befindlichen Haltestelle auf. Er trat zu dicht an das Nebengeleise heran und wurde dabei nicht gewahr, daß von der entgegengesetzten Seite die nach Wilmersdorf fahrende Straßenbahn, die nicht an dieser Stelle hält, in voller Schnelligkeit herangefahren kam. Der Wagenführer konnte nicht zeitig genug bremsen, General- keutnant v. Pochhammer wurde vom Wagen erfaßt und etwa 50 Schritt mit fortgeschleift, ehe es gelang, den Wagen zum Stehen zu bringen. Blutüberströmt wurde der Verunglückte hervorgezogen. Der Kopf, Arme und Füße waren schwer verletzt, und besinnungslos wurde Generalleutnant ü. Pochhammer in seine Wohnung geschafft, wo ihm sofort ärztliche Hilfe zu teil wurde. Der ärztliche Beistand.war aber vergeblich, und ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, starb v. Pochhammer um 11 Uhr nachts. Der Verstorbene hinterläßt außer seiner Gattin zwei Töchter und einen Sohn. Letzterer befindet sich zur Zeit als Leutnant zur See auf dem Kanonenboot Jaguar in Ostasien. Eine Schwester des Generalleutnants, v. Pochhammer ist erst vor kurzem bei dem Eisenbahnunglück bei Offenbach auf schreckliche Weise zu Tode gekommen. * Peinliches Aufsehen erregt in militärischen Kreisen Spandaus ein Vorgang, der mit Ueberweisung seines Urhebers in eine Heilanstalt seinen vorläufigen Abschluß gefunden hat. Die Spandauer Korrespondenz berichtet: Der Zeugleutnant N., der eine Zeit lang dem Artillerie- depot in Spandau angehörte und seit Kurzem zu der gleichen Behörde in Berlin versetzt war, erhob plötzlich schwere Verdächtigungen gegen seine Kameraden vom Spandauer Artilleriedepot, er behauptete, unter Namhaftmachung zweier Zeugoffiziere, daß aus dem Depot Waffen und Materialien heimlich verkauft worden seien, und schließlich verbreitete er die Meldung, daß zwei Personen wegen solcher Handlungsweise verhaftet wären. Mehrere Tage hindurch wußten die beteiligten Behörden nicht, wer der Urheber der grundlosen Verdächtigungen gewesen sei. Als dieser dann endlich in der Person des Zeugleutnants N., der in Charlottenburg wohnt, ermittelt wurde, war er aus seiner Wohnung verschwunden. Nur mit geringen Mitteln versehen, hatte Leutnant N. eine Reise angetreten, deren Ziel nicht einmal seiner Familie bekannt war. Bald darauf wurde rr in Hamburg ermittelt. Der Offizier machte den Eindruck eines Geistesgestörten, und lediglich auf geistige Umnachtung ist seine Handlungsweise zurückzuführen. Der Unglückliche befindet sich jetzt in einer Privatheilanstalt. * Zweibrücken, 2. Januar. Die Sylvesternacht ist hier für eine Wirtsfamilie verhängnisvoll geworden. Als sich die Wirtsleute Friedrich Schäfer, „Zur Linde", gegen 2 Uhr zur Ruhe begeben wollten, bemerkten sie Rauch. Aus der Schlafstube der Kinder drang ein erstickender Qualm. Auf unerklärte Weise hatte sich das Bett der Kinder entzündet und waren drei Kinder, ein Säugling von sieben Monaten, ein Mädchen von vier und ein Knabe von sechs Jahren, der bei der Familie zu Besuch war, erstickt. Aerztliche' Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. ; * Honnef, 2. Januar. Hier suchte der Realgymnasial- Oberlehrer Kucher aus Iserlohn vergeblich Heilung von seiner Brustkrankheit, und dieser Tage st a r b er. Seine Braut, die jede Woche den Kranken besuchte, fand bei ihrem letzten Vorsprechen den Geliebten als Leiche im Totenhause auf dem Friedhöfe wieder. Sie schmückte die Leiche mit einigen Rosen und leerte dann ein Fläschchen mitBlausäure, um rnff dem Geliebten im Tode vereint zu sein. So fand man zwei Leichen vor. * Leipzig, 2. Januar. Der von Leipzig nach Altenburg fahrende Personenzug ist heute mittag bei der Station Gößnitz infolge Versagens der Bremsvorrichtung e n t g l e i st. Das Wärterhaus und mehrere Wagen wurden beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. • Folgenden haarsträubenden Unsinn tischt das „Echo de Paris" vom 28. Dezember seinen Lesern auf: „Heimkehr aus Deutschland. Die Bewohner von Sennecey le Grand bei ChalonS an der Saone waren nicht wenig er staunt, als sie jüngst einen ihrer Mitbürger, Herrn Pariset, heimkehren sahen, der seit dem Kriege von 1870 verschwunden war. Herr Pariset hat als Gefangener 30 Jahre in den Festungswerken Berlins zugebracht. Seit langem hielt man in Sennecey Herrn Pariset für tot. Er hat erklärt, es säßen noch sechs Kameraden von ihm in Berlin gefangen, weil sie wie er gegen die Roheiten eines preußischen Offiziers sich verwahrt hätten." Vielleicht teilt uns Herr Pariset den Namen des Berliner Festungskwmmandanten mit: eS wird wohl ein Kamerad des bekannten „General Staff" sein. ir. Ade Dezember 19( :beittr^olonie fteßei mtet 11 aus Htjseo. T. i und arbeitete au H unb 3W/2 Sim. ui ontbtn entlaßen 11 Man tu ausgenommen 3829, ei Nach der Lolkszählur Hg sehr zugevmmeu. T : 1895 auf 126 gestuge 21 israelitisch, 5 kachous' folgendes Resultat au 200 Schafe, 495 Schwell I, 10 Bienenstöcke. NeuiahrS'^alLlasel « in $ra»i W * 'X.’sL athebiMte« bet Za*1 !t tirfj« ■ l'«fe M- i» ist M it warf' ' 4t« mitwt Sie gtrrtt» ® e: ■wuot- ,t > M „Gneist 9JlaniF Gisenöastn-Ieitung. — Stückgüter. Die zur Aufgabe kommenden Stückgüter find, sofern deren Beschaffenheit dies ohne besondere Schwierigkeiten gestaltet, vom Absender mit der Bestimmungsstation In dauerhafter Weise zu versehen. Ist vom Absender dir Berechnung der Bestimmungsstation unterlafien, so wird sie von der Güter-AbfertigungLstelle gegen Erhebung fer im Nebengebübrentarif festgesetzten Gebühr von 5 Pfg. pro Stück ^usgeführt. Die Kosten des Materials find hierin mit einbegriffen. Die Güter-Abferttgungsstellen find angewiesen, auf eine genaue Einhaltung dieser Bestimmungen zu halten. Stückgüter erreichen am schnellsten und sichersten ihren Bestimmungsort, wenn, wie bei Post- paketm, die genaue vollständige Adresse dcS EmpsÄigers angegeben wird. — Eisenbahn-Tarif Anzeiger». Seit Beginn des Kalenderjahres 1901 wird für den Etsenbahndtrektionsbezirk Frankfurt a. M. ameu: 87< darunter 36 Schweizerinnen, 21 Russinnen . 8 Engländerinnen. Im Ganzen studieren gegenwärtig 180 Damm in Lausanne. An den dentschenUniversitäten sind in diesem Winter 34 363 Studenten immatrikuliert, gegen 34 389 im Sommer und 33 463 int vorigen Winter. Es ist also, wie schon in den letzten zwei Jahren, zwar nicht gegenüber dem Sommer, wohl aber gegen den vorigen Winter wieder eine Steigerung und zwar um volle 900 Mann eingetreten. Im Winter 1890/91 waren es 28 711, in dem verflossenen Jahreszehnt also eine Zunahme um fast 6000. Im einzelnen verteilt sich die Gesamtzahl folgendermaßen auf die Universitäten: Berlin 6673 (gegen 5105 im Sommer und 6478 im letzten Winter), Bonn 1917 (gegen 2162 und 1886 in den beiden letzten Semestern), Breslau 1638 (gegen 1662 und 1618), Erlangen 967 (gegen 974 und 974)/ Freiburg 1218 (gegen 1766 und 1235), Gießen 847 (gegen 855 und 802), Göttingen 1317 (gegen 1344 und 1238), Greifswald 726 (gegen 808 und 759), Halle 1713 (gegen 1620 unb 1636), Heidelberg 1280 (gegen 1553 unb 1250), Jena 681 (gegen 758 unb 655), Kiel 780 (gegen 1056 unb 755), Königsberg 874 (gegen 881 unb 840), Leipzig 3586 (gegen 3269 unb 3481), Marburg 1053 (gegen 1184 unb 1040), München 4184 (gegen 4391 unb 4094), Münster 753 (gegen 691 unb 620), Rostock 512 (gegen 495 unb 464), Straßburg 1132 (gegen 1145 unb 1105), Tübingen 1350 (gegen 1540 unb 1361), en blich Würzburg 1164 (gegen 1126 unb 1215). Bei Unterscheibung ber Fakultäten ergiebt sich, wenn wir wieberum bes Vergleiches wegen in Klammern erst bic entsprechend Zahl b.:j letzten Sommers unb bann bic vom vorigen Winter beifügen: 9982 Juristen (gegen 9819 unb 9415), 7113 Mebiziner (gegen 7502 unb 7543), 5200 (gegen 5011 unb 4928) Philologen unb Historiker, 4722 (gegen 4624 unb 4352) Mathematiker unb Naturwissenschaftler, 2327 (gegen 2472 unb 2433) evangelische unb 1584 (gegen 1644 unb 1548) katholische Theologen, 1157 (gegen 1161 unb 1121) Pharmazeuten, 883 (gegen 837 unb 886) Stubierenbe ber Lanbwirtschaft, einschließlich ber etwa 300 Stubierenben ber Geobäsie unb Lanbeskultur- technik in Bonn, 821 (gegen 779 unb 753) Stubierenbe ber Staats- unb Forstwissenschaft, 448 (gegen 439 unb 422) Stubierenbe ber Zahnheilkunbe, schließlich 126 (gegen 110 unb 82) Stubierenbe ber Tierheilkunde, letztere alle in Gießen immatrikuliert. Aus biefer Zusammenstellung geht beutlich hervor, baß innerhalb ber Studienfächer bie für die letzten Jahre festgestellte Bewegung auch dieses Mal keine Veränderung aufweist weitere Zunahme bei den Juristen, Philologen unb Historikern unb bei ben Mathematikern unb Naturwissenschaftlern, bagegen weiterer Rückgang bei ben Mebizinern unb evangelischen Theologen. Theater, Kunst und Wissenschaft. „Flachs mann als Erzieher", bie neue Otto Ernstsche Komöbie, bie jetzt am Berliner Lessingtheater gegeben wirb, ist bereits von allen namhaften Bühnen Deutschlanbs zur Aufführung angenommen worben. Mit Berlin 'zu gleicher Zeit erlebte bie Komöbie ihre erste Aufführung am Stabttheater zu Frankfurt a. M., am Hoftheater zu Wiesbaben, am Stabttheater zu Leipzig, am Stabttheater zu Kiel u. a. m. Man schreibt^ uns: Die neu eröffnete Januar- Ausstellung lm Kunstsalon Hermes zu Frankfurt a. M. weist Sonberausstellungen auf von Corio- lano Vighi-Bologna mit 12 Pastellen, unb bem holländischen Symbolisten Jan Toorop mit 35 Werken. Beide Kollektionen waren bisher nirgenbs ausgestellt unb werben zuerst in Frankfurt gezeigt. Vertreten sind außer- bem Joh. Herterich mit brei Gemälben, Hans Thoma mit seinem neuesten Werk „Frühling auf bem Gebirgssee", W. L e i b l mit zwei Porträts aus bem Jahre 1872 unb 1899, Lenbach mit mehreren Bilbnisfen, unb bie meisten unserer anerkannten Künstler. Zwei junge Belgier, Alfreb Bastien unb Georges Vernier, fanbten einige bemerkenswerte Lanbschaften, sowie Romulo Koelman brei Webuten aus Rom. Am 4., 5. unb 6. Januar tagt in Weimar ein S tu- bentenkongreß. Es werben sich bort bie nichtin - korporier ten ©tubenten sämtlicher beutscher Universitäten unb Hochschulen treffen, um gemeinsam über stuben- tische Angelegenheiten zu diskutieren. Em bekannter aka- bernischer Lebrer wirb bas Referat über bas Thema: „D i e Zukunft 6 er bentschen Stuben ten schäft" übernehmen. Es ist bas erste Mal, daß sich die freien Studenten zu einem Kongresse vereinigen. In Weimar wird der Oberbürgermeister mit dem Staotrate am ersten Abend die Gäste im Namen der Stadt begrüßen. Im Großh Hoftheater wirb zu Ehren bes Tages eine Festvorstellung ftattfinben. Leipzig, 1. Januar. Am letzten Tage bes alten Jahres ist, fast 70 jährig, Kommerzienrat Hermann Friebr. Giesecke, ber Begrünber bes typographischen Instituts Giesecke unb Devrient, gestorben. 9(,eflc',e'eknob,-^rm® "°m i. stl Nr. i / 'M 1877 ein ünb°hiebcnt ?U59enommei?ubrei bis ’VM. jedermann fiy.u MeiKs m ,Vett ae= h£ 8 MichL. & $ kürzere ;10 to e i f e Di- fein i„ 12*llen bem Pichs,-, ochentsscheu gemachem alsbald W Mjenbe N«« mstmch ' «t H»r @(Drg® W t etntn Vortrag über S 8'W’" dn «pog amttag, md ;7re,M « »-schloß an »ntjnnj z-brach, jatte " «orftgenben getroffen, meraoen noch einige Zeit n abend wurde im fraft’* Ließen versetzten Kreis, bschiedskoinmers ver- ^lvgehörige unserer Stadt den mfikalischen Teil war e Militclrlapelle, das vor- igsabg. Erk hielt an den er er dessen Vielsache Vor- HM dankte bem Vorredner ö Andenken zu bewahren. Salamander gerieben. Rach der Volkszählung hner gegen 295 in 189* jolifai alle evangelisch. • bei Ergebnis: 43 Perl int, 44 Ziegen, 929 Sti Familien-Uachrichten. Gestorben: Wwe. Laise Schmalz in Hungen. — Luise Heckmann in Darmstadt. — Otto Welcker, evang. Pfarrer in Okarben. Kunst-Ausstellung. au 8 Stellung im Turmhaus am Brand ist tSglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Bonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen 50 Pfg. an Bonn- und Feiertagen 20 Pfg. Für den Centner ab Verkaufsstelle: Utück-Cokes Mk. 1,30 Mk. 1,40 M. 1,45 Mecnm 307 5 Pfennig für kauf 291 306 -te 326 Oenüiageiay? den Kopf Vollständiger Ausverkauf 247 in 78741 Otto Bergen. 11 11 Verschiedenes ist die Krone aller Kafteeverbesserungs mittel Bekanntmachung, betreffend: Viehmärkte zu Gießen. Wir bringe« hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß Großh. Kreisamt Gießen die Abhaltung der für Gießen am 8. und 29. d. Mts. vorgesehenen Biehmärkte unter de» bisher mehrfach bekannt gegebenen Bedingungen genehmigt hat. von Dosen in Original-Packung mit Schutzmarke bei Emil Fischbach, Giessen. im Englischen und Hranzös. Mrs. Shawcross, Bergstr. iS, Kvnversaiions-Krän,chen. Spezieller Zluterricht für Kinder. 1$- Schüttschuhm. A. Kilbing-er, Feltersweg 19. Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte....... Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit..... Für Anfuhr au das Haus werden den Centner berechnet. Hundert Dutzend M ffer u. Gabeln prima Solinger Stahle aren (Fabrikat Pönitz Nachfolger, Solingen) werden bedeutend unter Einkaufspreis abgegeben. Offerten unter Nr. 013 an die Expedition dieses Blattes erbeten. Gießen, den 9. November 1900. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. Otto Bergen. treffen alle praktischen Hausfrauen, die das triebfähigste und seit 27 Jahren bewährte I iphin’8 Backpulver LluUly .mltdemBäckerjungen, (D. R. 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Juni 1879, wonach zur dauernden Erinnerung au die goldene Hochzeit des Deutsche« Kaiserpaares, Seiner Maj stät des Kaisers Wilhelm I. und Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta, von der Sta t Gießen eine Stiftung zu Gunsten bedürftiger Ehcpaare, welche hier ihr goldenes Ehejubiläum erleben, errichtet worden ist, fordern wir alle, diejenigen, welche im lausenden Jahre ein solches Fest zu begehen baden und Anspruch auf Zuwendung der zu 150 Mk. bemessenen Stiftung erheben wollen, auf, stch bei uns zu melden. Gießen, den 2. Januar 1901. Großberzocssiche Bürgermeisterei tatest-n. Weber’s Carlsbader Kaffeegewürz ist die Krone aller Kaffee- verbesserungsmittel. 304 WeHberühmt als der feinste Kaffeezusatz. Gießen, den 3. Januar 1901. Großherzoglrche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. NB« Sofern das Verbringen der Cokes auf die betr Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dteS ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet im Nllgemeiueu nur ein Ver- von über 5 Centoer Cokes statt; für Abgabe» unter bis eioschli^lich 5 Centner ist dagegen unter Alicc-Kochschule. Am 7. Januar 1901 drgiaut rin utntt Kochkvrsus. Anmeldungen nimmt dteLehrerin, Fräulein Neuner, in der Schule entgegen. 147 Felix Ilofvesf" von 3, C. ßeer San Vigilio“ von Paul ßeyse. Bbonnemenfspreis Dlerteljflhrikh (13 nummern) 2 fflark. Zu beziehen durch die Buchhandlungen und Postämter. seo Hees. Infolge Stadtoerordntten-Beschlusses vom 8. ds. Mts. wurden die Presse unserer Gascokes mit Wirkung vom 10. Aoveruöer 1900 ab bis auf weiteres festgesetzt wie folgt: den uutenbezeichueteu Voraussetzungen bis auf weiteres auch ein Verkauf im Gaswerk eingerichtet. Im Uebrigen bleibt bei folgenden hie ft n en Firmen — fo nett Vorrat verfügbar — der Kleirrverkanf unserer Gaseokes von 1 bis 5 Centner bestehen, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Aliceftraße 19, H. Hof, Löwengasse 11 und Bahnhofstraße 33, Jakob Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenpl -tz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marttstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgaffe 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gas- cokes samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Centnern. NB.: Zu den seitherigen, nm 20 Pfg. pro Centner billigeren Preisen, als den obigen, findet bis auf weiteres der Verkauf unserer GaseokeS in Quantitäten von nicht unter einem und nicht über 5 Centner — wenn im Gaswerk abgeholt — nur au solche hiesige Familien statt, welche ein nachweisliches Einkommen von unter 1500 Mk. haben. Diejenigen Familien, welche von dieser Vergünstigung Gebrauch machen wollen, haben dem Gaswerksbureau eine von Großh. Bürgermeisterei Gießen einmalig auszustellen ds Be scheini^ig vorzuzcigen, welche daselbst durch Vorlegen brfl letzten Steu>rzkt'els brr direkten Steuern zu erwirken ist. Ein Weiterverkauf der zu diesem Vorzugspreis bezogenen Gaseokes ist untersagt. Bis auf weiteres werden unsere Cokes sowohl vom Gaswerk, wie von obigen Verkäufern, nach auswärts nicht mehr abgegeben. Nuß-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofrnfchachte passend zerkleinert: 0 DMs- 1 SS Berantwortlich für ben allgemein en teil: P. Wittko; ftr den Anzeigenteil: H»nS veck. — Druck unb Verlag der Brühl'schen UuiverfitLtS-Buch- unb Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Iie heutige Yumurer umfaßt 10 Setten. Engl< Das Büreau Rei Mar: Die Lage in de Tie holländische Levo aber die in die Mp halten überall v> ung. Man verlangt sicher Verstärkur Buren im Osten bei poort, ungefähr t isradoct. — Äus ^ar Dom L b. : Tie Burc unb Aeuwenhout setz' fort Wie gemeldet rt 2ie Plünderungen X FlchrArg ist unter Delisle und Mneyl Pferde und Mau! Wie die „Daily 9 haben die Buren Cranjefreijtaat, 50 § am 25. Dezember von besetzt. Eine Buren Station an der Eis« Graafs Meinet, erschie Alle südwestlichen Kapstadt, Caledon, recht gestellt. Es fc Aus Kapstadt wird j fchtff „Monarch" ivin nm jeher Qventualiti Ter „Stanbarh" bewaffnete Buren bei englischen Kundschaftei Tie „Mornina ' lnedrere Frerndk tralitätseid geleistet gegen die englischen B Mg gehängt tvorl deutsche befunden sn Johannesburg i Eueres, unb ein Raffen tt, „W: Ae übet tmittetagen fjaben t S? «»«. M toor »ird, Mion, Mditivn n zchulsiraht N 214] Tüchtiger, umsichtiger Wirt für altes renommiertes Lokal int Mittelpunkt der Stadt gesucht. Rest, wollen unter Z B 700 an Haasen- ftem Vogler, ü -G., Gießen, Offerten emreicken. 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Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der HauS- Wasserleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren de» WafferS in den HauSwafferleitunge« bei eintretender Kälte vorzubeugen, es erforderlich ist, die Haus- wasserleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich desselben befindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein paffendes Gefäß unter gestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Hausleitung stehende Waffer vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben as in dem obersten Stockwerk deS HanseS befindliche Aapfventil der Hauslettung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Teil des Wassers kann auch schon durch das Zcpsventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach flattgebabter Entleerung find die beiden Zapfoentile, welche dem Eintritt der Lust und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des HanptabsverrhahnS erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vier kantigen Hahnzapfen und Drehung in der Richtung von links n ch rechts — im Sinne eines Ubrz igrrs — bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffnen d ßroasser d-s Syphons (WasserabschluffeS) gegen Auffrieren der Schüsseln geschützt Die Waffermeffer nebst dem nächstauschlietzenden Teil der Rohrleitung sind währe- d des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmttt-ln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich dte betr. Kellerfenster geschloffen zu halten. — Die Herstellung aller Waffermeffer die in Holge ungenügenden Schutze- gegen SLlte LMaden erleiden,erfolgt auf Rechnung der Hausdefitzer Durch die empfohlenen Vork brungen wird dem Wasserabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, d-m Hausbesitzer aber werden Beschädigungen au Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende BorfiMtSmatzregeln allen Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung. Reparaturen und Slufrhauung van Hauswasserleitungen werden am schnellsten von denjenigen AnstallattonS-Geschäften besorgt, welche die betr. Hauswasserleitungen s. Z. ausgeführt haben. Gießen, den 3. Dezember 1900. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. , Säoheieoh-Thürlng. —— Technikum Rudolstadt (.Höhere Fachschule lür: Architekten, Bau-Ingenieure, Feldmesser, Cultur- n. Vermeesunge-Techniker. 2. Mittlere Fachschule iür-Hochbau- (Baugeweik- echule), Tiefbau- (Eisenb.-, Strassen- u. Waeserbau-) und Steinmeta-Tech- niker ?8. Tleohlerfachschule. Staats- d. d. Fürst liche Minis'erlum. Gartenlaube Steins Garten (Saalbau). Sonntag den 6. Januar: Zwei grosse jÄr-Nzertc ausgeführt von der Kapelle des 1. Hess. Husaren-Regiments No. 13 aus Bockenheim Mnter persönlicher Leitung des Kgl. Musikdirigenten Herrn E. Hecht. Anfang 4 nnd 8 Uhr. 288 Entree 50 Pfg. — Bier per Glas 12 und 15 Pfg. Was bringt das neue Jahr den Hausfrauen ? 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