Nr. 285 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Mittwoch 4 Dezember 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. 5te Eichener LamMen- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Laudwirtt und den „Blättern für hessische Volkskunde* viermal wöchentlich bei- gelegu Redaktion, Expetzitior und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gictzeu- Herosprechanschluß Nr. LI. GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Annahme von Anzeigen w der für den folgenden Lag erscheinenden 9tr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilen preis: lokal 12 Ps^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Politische Tagesschau. Die Tschadsee-Expedition. Ans -erlitt, 2. Dezember, wird uns geschrieben: Die Expedition in der Richtung auf den Tschadsee soll nunmehr binnen kurzem entsendet toerben, nachdem dieses für die Erschließung des Kameruner Hinterlandes überaus wichtige Unternehmen Jahre hindurch vertagt werden mußte wegen der Unsicherheit der Zustände in jenen Gegenden. Da der Emir von Jola im Spätsommer dieses Jahres durch die Engländer besiegt und verjagt worden ist. droht von dieser Seite anscheinend keine Gefahr mehr. Bekanntlich brach Oberleutnant Dominik von der Kameruner Schutztruppe int Oktober dieses Jahres mit 60 Soldaten nach dem Benne (Station Garna) auf, und man nahm an, daß er Anfang Dezember sein Ziel erreicht haben werde. Höchsvvahrschernltch liegt auch eine bestätigende Meldung an amtlicher Stelle vor. Es wäre nun wünschenswert, zu erfahren, ob die geringe bewaffnete Macht, über die Leutnant Dominik verfügt, für ausreichend erachtet wird zum Schutze auch der Tschrdsee-Expedition? Es ist nicht außer Acht zu lassen, daß Die Engländer in jenen Gegenden einen Vorsprung vor den Deutschen haben und in wirtschaftlicher Hinsicht die Konkurrenten der Deutschen sind. In englischem Interesse llegt es also, den Vormarsch der deutschen Expedition zu erschweren. Um Mittel und Wege wird man nicht verlegen sein. Vielleicht giebt Kolonialoirekwr Dr. .Stuebel bei der Etatsdebatte in dieser Sache Auskunft. Die Börse und die wirtschaftliche Lage. Man schreibt uns ferner aus Berlin, 2. Dezember: Nachdem die deutschen Börsen in der ganzen vorigen Woche sich dem ungewöhnteu Entzücken der Hausse hingegeben hatten, trat heute an der Berliner Börse eine ge- lvisse Abschwächung der Stimmung ein. Die Aufwäns- bewegung war allzu stürmisch gewesen, das Publlkum ist nicht ftu Spekulationen geneigt; aus eigener Kraft hat die Börse keinen „langen Atem". Das Publikum denkt nüchterner als die Fach-Spekulation. Die letztere wähnt bereits den Tiefpunkt der wirtschaftlichen Verhältnisse erreicht uird glaubt an eine neue, nahe bevorstehende wirt- schastllche Blütezeit. Das Publikum dagegen will erst Beweise dieser Erholung sehen, erst von größeren Aufträgen für die Industrie hören, bevor es den lochenden Klängen Folge leistet. Und das ist durchaus richtig. Günstiger geworden sind' die Geldverhältnrsfe; aber eine durchgreifende Besserung, wenn auch der Beginn einer solchen zu bemerken ist, weist unser Erwerbsleben im Großen und Ganzen.einstweilen noch nicht auf. Speziell die Eisenindustrie bedarf der Aufträge; in der Maschinenbranche sieht es red)t ungünstig aus, und die Preisherabsetzungen der Kohle, so willkommen sie an sich sind, deuten auch nicht auf „Glanz" hin. Die Börse hat zu ftüh frohlockt. Zum Zusterbarger Duell. Nach einer Meldung aus Insterburg wird nun auch Generalleutnant v. Alten, Kommandeur der 2. Division, noch im Laufe dieses Monats sein Abschiedsgesuch einreichen. Er gab bereits dem Brigade- und dem Regimentschef in Insterburg diensllich davon Kenntnis. Das Abschiedsgesuch wird eine Angabe der Gründe nicht enthalten. Die Führung Personen Personen 1890 66 „ 1898 154 „ Das letzte Jahrzehnt zeigt also wieder einen Auffchwung n u 1883 1884 1885 1886 1887 1888 1889 157 170 157 79 99 90 75 der Division übernahm vorläufig Generalmajor Gronau von der 2. Feldartillerie-Brigade. Generalleutnant v. Lenel, bislang Chef des ostasiatischen Expeditionskorps, wird als Nachfolger des Generalleutnants v. Alten genannt. Zur Duell st atistik des Kriegsministers, der die auffallend geringe Zahl der Duelle zwischen a k t i v e n Offizieren (1897 4, 1898 3, 1899 8, 1900 4, 1901 5) rühmend hervorhob, macht die „Volksztg." geltend, daß diese Statistik erst vollständig wird, wenn auch die Duelle zwischen aktiven und Reserveoffizieren, sowie der Reserveoffiziere unter sich und der Reserveoffiziere mit Nichtoffizieren hinzugefügt werden. Wie groß die Zahl dieser Duelle ist, kann man ungefähr aus der Zahl der von den ordentlichen Gerichten wegen Zweikampfes verurteilten Personen entnehmen, denn die Verurtellten sind mit Ausnahme derjenigen, welche die Kouleur- studenten betreffen, Reserveoffiziere. Es wurden aber nach der Kriminalstatistit verurteill: 1891 60 1892 77 1893 66 1894 83 1895 107 1896 110 1897 140 1898 154 der Duelle. Vom Burenkriege liegen heute zunächst ein paar sogenannte englische „Sie- aes"-Nachrichten vor. Reuter meldet: Oberst Monro verwickelte am 29. November Wessels und Myburg bei Holy- voad südwestlich von Ladhgrey in ein Gefecht. 3 Buren wurden getötet, 2 verwundet und 13, einschließlich des Sekretärs Myburgs, gefangen genommen. Außerdem wurden 19 Gewehre, eine Quantität Munition und 30 Pferde erbeutet — Elliot nahm am 27. November im Norden der Oranjekolonie 12 Buren gefangen und erbeutete 600 Pferde, 100 Wagen und 3000 Stück Vieh. Die Times" meldet aus Pretoria vom 30. November, das Hauptinteresse der militärischen Lage der Kapkokonie konzentrierte sich auf den Westen; die Buren, die dort so manche Monate hindurch das Mittelland der Kolonie heimgesucht hätten, seien jetzt über die Bahnlinie in ein Gebiet zurückgeworfen worden, wo es chnen leichter werde, sich den Truppen der Engländer zu entziehen. Die Operationen der Briten würden durch die Bodenform des Landes und durch den Mangel an Wasser, sowie auch durch die Entfernung von der Eisenbahn behindert. Jetzt hätten jene Buren nach Norden durchgestoßen. Die Schwierigkeit, dieselben gefangen zu nehmen, werde augenscheinlich. Es seien 13 getrennte Kommandos, und obwohl die Engländer alles darangesetzt hätten, sie nach Süden abzudrängen, so habe doch nichts v er hindern könn en, daß diese lben bei Erscheinen der Engländer entkommen seien. Die Buren seien 1500 Mann stark und von vielen Kaprebellen begleitet. Das ist wieder einmal ein recht jämmerlicher Stoßseufzer der Herren Briten und zeigt aufs deutlichste chre Ohnmacht gegenüber den heldenmütigen Verteidigern ihres Heimatlandes. Immer klarer wird es heute der englischen Bevölkerung und namenllich der englischen Finanzwelt, ein wie großes Fiasko die Chamberlainsche Staatskunft erleidet. Ä:. Karl Peters urteilt in der neuesten Nummer der Londoner „Finanzchronik" also über den englischen Kolonialminister: „Er führte sein Land in einen Krieg hinein, dessen Umfang er nicht einmal ahnte, lieber die Stärke des Gegners war er absolut im Unklaren; fein Programm durch den ganzen Verlauf der Krisis aber war das plumpe des bornierten insularen Jingotums, In der ganzen südafrikanischen Krisis tritt auch nicht eine einzige schöpferische eigene Idee des Kolonialministers hervor. Daß der Krieg heute im zweiten Jahre nach der Einnahme von Pretoria sich unabsehbar strtspinnt, kennzeichnet die volle staatsmännische Bankerott-Erklärun g Mr. Chamberlains. Aber Mr. Chamberlain hat andere Fehler offenbart, welche dem einsichtigen Engländer die Frage nahelegen sollten, ob die Interessen Großbritanniens nicht erheischen, chn von einer Stelle zu entfernen, auf welcher er geradezu gemeingefährlich zu werden beginnt. Für uns Deutsche ist und bleibt der Krieg von 1870 ein Verteidigungskrieg gegen ftemde Vergewaltigung, aus welchem glorreich die detttsche Einheit und das Deutsche Reiche erstanden ist. Ar: diese Erinnerung zu greifen, für etr.en Staatsmann, dem an guten Beziehungen mit dem Deutschen Reiche eingestandener Maßen gelegen ist, das ist zum wenigsten eine kolossale politische Dummheit, und vom Standpunkt der britischen Weltinteressen unter Umständen geradezu ein Verbrechen. Ich stitnme durchaus nicht mit den gehässigen Anschuldigungen überein, welche in einem Teil der deutschen Presse gegen die britische Kriegführung in Südafrika erhoben werden. In Deutschland übersieht man oder will man nicht sehen, daß in Südafrika nicht bloß die „Söldner- Armee", sondern viele tausende von Freiwilligen aus England und den Kolonien für Großbritannien gefochten haben; und, wenn man bei uns eine so ungeheure Verachtung gegen Werbe-Armeen bekundet, so vergißt man, daß man damit auch die Heere des Großen Kurfürsten und Friedrichs des Großen, ganz abgesehen von denen Hannibals und Casars, der Verachtung preisgiebt. Ich vermute, daß Lord Salisbury kaum Lust haben wird, die Taktlosigkeiten eines einzelnen Kollegen mit zu vertreten. Ich nehme deshalb an, daß der Zwischenfall nicht zu einem ernsten Konflikt führen wird. Aber schädlich für diebritischen Interessen ist er auf alle Fälle, schon weil er den Kriegseifer der verzweifelt kämpfenden Buren von neuem anspornen wird. Ich sollte denken, Mr. Chamberlain hätte den britischen Weltinteressen genügend geschadet, und meine, er kann seinem Vaterland zur Zeit nicht besser dienen, als wenn er aus der Regierung ausscheidet, und Raum für eiften Nachfolger schafft, der im stände ist, den verworrenen Knäuel der südafrikanischen Frage aufzuwickeln." In Lv n do n verlautet-gerüchtweise, daß zwischen Kit- chener und Botha Waffenstillstandsverhandlungen stattfinden, die als Vorläufer des Friedens gelten. Sollte wirklich England zu der Einsicht kommen, daß es so nicht weitergeht? Es heißt, die Königin Wilhelmina, unterstützt von Frankreich und Rußland, sei bereit, ihre Vernrittelung anzubieten, falls Aussichten auf Annahme der Vermittelung seitens der englischen Regierung vorhanden wären. Im Ständerat des schweizerischen Kantons Bern bezeichnete der Präsident am 2. d. M. in der Eröffnungsrede die Hinschlachtung des freienVolkes der Buren als daD traurigste Ereignis bet Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Deutsches Reich. Bor litt, 2. Dez. Der Kaiser hörte heute den Vortrag des Chefs des Zivilkadinetts v. Lucanus. — Der Weihbischof Frhr. Zorn von Bulach wird morgen vom Kaiser int Neuert Palais vereidigt werden. Dem feierlichen Akte werden beiwohnen der kaiserliche Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, Staatssekretär v. Köller und Unterstaatssekretär Frhr. Zorn v. Bulach. — Der Roichstags-Abg. Müller-Schaumburg (frei). Bolksp.) ist heute plötzlich infolge eines Blutshrrzes gestorben. — Die Zentrums-Fraktion des Reichstages hat heute nach mehrstündiger Sitzung die Beratung des Zolltarifs beendet. Für die Partei werden im Plenum das Wort ergreifen: Spahn, Speck, Herold und Dr. Heim- Je nach Bedarf und falls die General-Debatte sich sehr in die Länge zieht, gedenken auch noch andere Redner ihre Spezial- Wünsche dem Plenum zu unterbreiten. Diese Beratungen im Schoße der Fraktion sind nur informatorisch und völlig unverbindlich gewesen. — Die sozialdemokratischen Petitionen gegen den Zolltarif werden morgen dem Reichstag in mehreren Wagenladungen im Gesamtgewicht von 50 Zentnern zugehen. Das Bureau des Reichstags ist bereits auf diese Sendung durch ein Schreiben des sozialdemokratischen Parteivorstandes aufmerksam gemacht. — Der ,Meichs-Anzetger" veröffentlicht das Verbot der „Wiener Arbeiter-Ztg." in Deutschland auf zwei Jahre. — Der Zentralausschuß der vereinigten^ Jnnungsverbände Deutschlands hat sich mit einer Eingabe an den Kaiser und an den Reichskanzler gewendet, in welcher eine Revtsion des Handwerkergesetzes von 1897 und insbesondere eine Abgrenzung; wisch en Fabrik und Handwerk im Sinne des Gothaer Beschlusses verlangt wird. — In der heutigen Sitzung des Bundesrars wurde der Entwurf eines Gesetzes wegen Feststellung des Haushalts-Etats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr 1902 den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Die Entwürfe von Etats zum Reichshaushalts-Etat für 1902 und zwar a) über den allgemeinen Pensionsfvnds und b) für das Reichsmilltärgericht sowie der Etat für die Verwaltung des Roichsheeres zum Reichshaushalts-Etat für 1902 wurden genehmigt. Kiel, 2. Dez. Das unter dem Befehl des Prinzen Heinrich stehende 1. Geschwader hat heute mittag seine Winterreise nach Norwegen angetreten. München, 2. Dez. Der Prinzregent hat zur Erinnerung an seine regelmäßigen Besuche im Spessart, wo er auch gegenwärtig weilt, sowie $ur Erinnerung an seinen 80. Geburtstag mit einem Kapital von 15 000 Mk. eine Wohlthätigkeitsstiftung zu Gunsten armer Kinder in den fünf Orten des Spessart: Bischbrunn, Schollbrunn, Ober-Altenbuch, Unter-Altenbuch und Weibersbrunn errichtet. — Großherzogin Viktoria Melitta von Hessen mit ihrem Töchterchen, Prinzessin Elisabeth, das am Damstag abend hier ankam, sowie Herzogin-Witwe Maria von Sachsen-Koburg und Gotha und Prinzessin Beatrice sind heute vormittag mit dem Nord-Süd-Expreßzug nach Schloß Fabrvn bei Nizza abgereift. Die hohen Damen, die seit vergangenen Donnerstag abend im strengsten Inkognito hier weilten, wohnten im Hotel Russischer Hof. — Nach der „Augsb. Abendztg." war die Abberufung des seitherigen Münchener Nuntius und die Verzögerung der Wiederbesetzung der Nuntiatur eine Demonstration gegen die bayerische Regierung, weil Prinz Rupprecht im Oktober außer dem Papst auch dem italienischen König einen Besuch abftattete. — Nach den „M. N. N." beginnt in Stuttgart am 19. Dezember die Persvnentarifkonferenz der süddeutschen Staaten. Württemberg will angeblich versuchen, die Unterhandlungen auch auf die Reform de»- Gepäcktarife auszudehnen. Ausland. London, 2. Dez. Die Blätter verhehlen nicht, daß die imposante Demonstration im Hydepark zu Ehren Bullers als ein Ausdruck des Mißtrauens gegen die Regierung gemeint war, bemühen sich aber, die Kundgebung als von der liberalen Partei in Szene gesetzt, oar- zustellen. Brüssel, 2. Dez. Die angesehene, besonders in intellektuellen Kreisen viel gelesene „Gazette" bringt heute einen Leitartikel über die neueste preußische Pvlen- volitik. Das Blatt ermahnt Deutschland, die beneid den s werte Stellung als kulturelle Vormacht Europas, die ihm „in den Jahren der Dreyfus-Affaire und des Burenkriegs" zugefallen sei, nicht unnötig aufs Spiel zu setzen. Die „Gazette" ist die deutschfreundlichste Zeitung unter den hiesigen Blättern. Paris, 2. Dez. Die Kammer nahm vier Gesetz- Entwürfe an, tvodurch das Militärgerichts-Verfahren auf Disziplinarvergehen und auf Verbrechen im Dienste sich beschränkt, das Kassationsverfahren eingeführt und besondere militärische Gerichtshöfe gebildet werden., Madrid, 2. Dez. General Weyler fordert weitere neun Millionen für den Ankauf von Schnell- f e uetgefchützen. Petersburg, 2. Dez. Mitte der vorigen Woche richteten, wie es heißt, Rußland und Deutschland offizielle Noten an die übrigen Mächte, worin sie diese zu einem Meinungs-Austausch über gemeinsame Maßnahmen zur Unterdrückung oder Eindämmung des Anarchist m u s einladen. Schwurgericht Gießen, den 3. Dezember 1901. Fortsetzung der Verhandlung gegen Benedikt Reuperi wegen Körperverletzung mit tätlichem Erfolg. Durch die Zeugenvernehmung wird festgestellt, daß der Angeklagte von seinem Nachbar Meininger auf dem Nachhausewege am Abend des 29. September mit Stichelreden verfolgt wurde, ehe beide vor ihren Wohnungen aneinander gerieten. Meininger soll sehr erregt gewesen sein, während Reupert sich ruhiger und abweisend verhiell. Der erstere tümliche Vorstellung zu kleinen Preisen. Die Rolle der ii o t d Qit Stpfpr Wnf-i Lürgermeisternxchl befreundet waren. ob mildernd« Umstände vorliegen. «rückten Alters wegen eine Wiederwahl nach 34jähriger Cs erfolgte aber eine Rekla die mildernden Umstände zu versagen. Sollten vielleich: eckannte die Rechtskraft des Urteils sofort an. Feuerzeugständer diente als Waffe. Der eine von ihnen trug Im dem Kampfe, der sich entspann, zwei gefährliche Kopfverletzungen davon. x Bleichenbach, 2. Dez. Bei der im Oktober stattge- Ihabten Bürgermeisterwahl wurde H. A. Naumann an Stelle des bisherigen Bürgermeffters Bickel, der vorge- | Beifall. Friedberg, 2. Dez. Ein Kuriosum erfährt der „Friedb ):( Aus dem Theaterbureau. Ludwig Fuldas neues Vers- lustspiel „Die Zwillingsschweste^, das vor einigen Kopfe ergeben habe. Spitze des abgebrochenen Messers gefunden. Eine dritte I „ . . . .. - Wunde habe Meininger am Halse gehabt, die die Todes-1 sich unlängst im „Solmser Hof". Sie tranken sich in inniger Ursache ser. Auf Befragen des Verteidigers giebt er zu, daß Freundschaft so oft zu, daß sie bald in sehr fidele Stimmung es vielleicht der Kunst der Aerzte in der Klinik zu Gießen gerieten. Da entspann sich ein Wortwechsel. Sie belegten geglückt sein würde, den allerdings schwer Verletzten am sich zunächst mit Namen, die keine Schmeicheleien enthielten, Leben zu erhalten, es hätte dies aber nach der Schwere der und griffen dann zum Schnapsglas. Auch der stemerne Verletzung nur vom Zufall abhängen können. * ^'•»riPHAftnnSpr hipnip nte TOnffp. Der emp nnn ihnen trua Die an die Geschworenen gerichtete Schuldfrage lautet auf Körperverletzung mit tätlichem Erfolg. Eine weitere vom Gerichtshof gestellte Frage bezieht sich darauf, l desselben sehr gefreut, und diese sind der Regierung sehr dankbar, daß sie gerade „diesen Grund" bei Beratung der Vorlage ins Treffen führte. Hoffentlich geht auch an ge- l eigneter Stelle die Ueberzeugung nicht verloren, daß der Reichtum des Oberwaldes ebenfalls Einfluß auf den Verkehr der Bahn haben kann. Daß in hiesiger Gegend allgemeine Auflegung herrscht, ist nicht so zutreffend; vielmehr sind nur einzelne Persönlichkeiten davon ergriffen, und diese suchen natürlich ihre Stimmung auch auf andere zu übertragen. rt. Friedberg, 2. Dez. Kirchenrat und Dekan Meyer feierte am 1. Dezember, körperlich und geistig noch sehr rüftig, seinen 70. Geburtstag. Er ist zu Büdingen geboren, war seit 9. März 1856 Rektoratsvikar in Kirtorf und Grünberg, 1857 Vikar in Rodheim und Friedberg, 1860 Dicckonatsverwalter, seit 1862 Diakonus und seit 1. Oktober Staatsanw. Zimmermann plaidiert auf schuldig im Sinne der Anklage. Es würde falsch sein, dem Ange-I klagten mildernde Umstände zuzubilligen. Reupert sei wegen Dienstzeit ablehnte, gewählt. Körperverletzung 3 mal vorbestraft, dies habe ihn nicht ab- maüon, die, da sie unhaltbar war, von den Reklamanten gehalten, von neuem zum Meffer zu greifen. Er bitte die jetzt zurückgenommen wurde. Heute wurde nun der neue Geschworenen, auch im vorliegenden Falle dem Angeklagten Bürgermeister durch das Kreisamt Büdingen auf dem hiesigen ' I Rathause vereidigt, und in seinen Dienst eingewiesen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Hoos führt den Ge- m. Vom höchsten Vogelsberg, 2. Dez. Nach dem Bericht schworenen vor, wie sie den Vorgang ganz anders beurteilen in Nr. 283 des „Gieß. Anz." hat sich das Gerücht bewahr- würden, als der Staatsanwalt, wenn sie sich vergegenwärtigen, Heitel, daß 13 Orte unter besonderer Anleitung nochmals wie erregt die Gemüter vor einer Bürgermeisterwahl in einem eine Petition an die Kammer gerichtet haben, um dem Be- Dörfchen wie Langenbergheim seien. Dazu komme, daß der schluß der zweiten Kammer, die neu zu erbauende Bahn über Getötete den Angeklagten mit Stichelreden gereiht hat; er- Hartmannshain zu führen, entgegenzuarbeiten und eine Aende- wäge man ferner, daß auch erwiesen sei, wie sein Klient, rung der Richtung Völzberg—Vollartshain zu bewirken, ehe er zum Meffer griff, den wuchtigen Tritt vor den Unter- Man ist über dieses Thun vielfach überrascht und kann keinen leib erhalten habe, so sei dessen Wut begreiflich. Hierzu stichhaltigen Grund dafür finden. Es ist ja bekannt, daß die komme auch die Wirkung des Alkohols, den Reupert wie der «Vorlage zm Führung über Hartmannshain von der Regie- Getötete an jenem Abend in überreichlichem Maße genossen rung ausgegangen und auch im Ausschuß der ziveiten Kammer hätten. Der Angeklagte müßte für seine That bestraft wer- durchgearbeitet ist, es ist also keineswegs ^unbekannt, daß diese den. Erwäge man aber das alles, so müßten die Ge- Vorlage sehr rasch kam, dafür wird die Großh. Regierung schworenen seiner Ansicht folgen und die Frage nach mildern- chre Gründe gehabt haben. Sie wird auch wohl, wie die den Umständen bejahen. Petenten reiften, daß viele der 13 Orte in Grebenhain eine Nach erfolgter Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden, nicht allzu entfernte Station haben, da sich der Hauptoerkehr L/mdgerichtsrat Hellwig, ziehen sich die Geschreorenen zu einesteils dahin wegen der Zugehörigkeit zum Kreise Lautereiner */Jtünbigen Beratung zurück, worauf der Obmann, I bach, andernteils nach Steinau richtet. Sollten vielleich Weinhändler Aug. Schwan-Gießen, den Wahrspruch kund- manche Orte nach Bermuthshain etwas näher haben, so is ,liebt, der auf „schuldig" lautet, aber das Vorliegen mildernder ja auch diesem insofern Rechnung getragen, als jener Ort bei llmftanbe bejaht. der genehmigten Strecke ja auch eine Haltestelle erhält. Daß Staatsanwalt Zimmermann erklärt, daß man nach die Regierung unserem höchsten Vogelsberg, der ja ohnedies seiner Ansicht bei Ausmessung der Strafe nicht weit unter nicht immer die rechte Würdigung sindet, durch die geneh- das vom Gesetz zugelassene höchste Strafmaß, das auf 5 Jahre rnigte Strecke dem Verkehr erschließen will, Hardie Bewohner Gefängnis lautet, herunter gehen dürfe. Alle zu gunsten des Angeklagten sprechenden Momente hätten die Geschworenen bei Blldung ihres Wahrspruches bereits berücksichtigt. Er bitte, auf eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren zu erkennen. Der Verteidiger bittet um ein geringeres Strafmaß. Der Gerichtshof erkennt dem Antrag des Staatsanwalts gemäß, indem er dessen Begründung betr. der Höhe der Strafe zu der seinigen macht. Die feit dem 1. Oktober verbüßte Untersuchungshaft wird bei der Strafe in Aufrechnung gebracht, weil der Angeklagte von vornherein geständig war. — Reupert I Theater, Kunst und Wissenschaft. Berlin, 3. Dez. Zu Ehren Siegfried Wagners fand gestern abend im „Kaiserhos" eine Festlichkeit statt, an der neben den Vorständen der Berliner Wagner-Vereine eine Reihe hervor- ragender Persönlichkeiten teilnahmen. 1883 dritter Pfarrer in Friedberg. 1884 wurde er dann zum Dekan gewählt. Meyer erfreut sich bei Jung und Alt der größten Beliebtheit. — Am 1. Dezember fand im Saale des Hotel „Trapp" das erste Konzert des Musik Vereins statt. Es wurden „die Jahreszeiten" von Haydn auf geführt. An Solisten wirkten mit: Frl. Aenni Wiegand (Frankfurt a. M.), Richard Fischer (Frankfurt a. M.), Adolf Müller (Frankfurt a. M.). Die Klavierbegleitung lag in den Händen des Dr. K. Schmidt aus Laubach. Der geräumige Saal war bis lauf den letzten Platz besetzt, und die vorzüglichen Leistungen der Solisten sowie des gutgeschulten Chores fanden lebhaften zuteilen, damit eine rechtzeitige Benachrichtigung der Station Zell-Romrod wegen Zurückhaltcns des Zuges 526 erfolgen kann. , t „ Ofsenbach, 2. Dez. lieber den Grund derVer y ajtr ung des seitherigen Stationsvorstehers Seitz vom hiesigen Lokalbahnhos wird noch bekannt, daß Seitz die Lohnlisten in der Weise fälschte, daß er bet den Abschlags-Lohnzahlungen aus 10 Mark 40 Mark gemacht hat, und zwar wiederholt. Durch diese Manipulationen: wie durch Anleihen bei Untergebenen suchte er ein in feiner Kasse vorhandenes Defizit zu decken. Letzteres soll übrigens kaum 400 Mark betragen. Bretzenheim, 2. Dez. Als heute Morgen in der neu. renovierten katholischen Kirche der Gottesdienst vorüber war, brach auf der Empore, auf der sich die Orgel befindet, Feuer aus. Die Orgel und Orgelbühne sind vollständig ausgebrannt, ebenso ist in diesem Teil der Kirche die Decke durch das Feuer schwer beschädigt worden. Den Feuerwehren von Mainz, Marienborn, Hechtsheim, Bretzenheim und Zahlbach gelang es, das Feuer auf den Teil des Orgelgebietes zu beschränken und den Brand zu löschen. Provinzialdirektor v. Gagern, Oberbürgermeister -5)r. Äaßner und Baurach Kuhn hatten sich ebenfalls an der Brandstelle eingefunden. Anscheinend ist der Brand dadurch entstanden, daß das Auslöschen einer Kerze auf der Orgelbühne vergessen wurde. A.E. Gimbsheim bei Worms, 2. Dez. Bon einem furchtbaren Unglück wurde die Familie des Landwirts Adam Falger gestern nachmittag betroffen. Die.Ehefrau, die schon seit einiger Zeit infolge einer Erkältung klagte, war allein zu Hause und stand an dem roarmen Ofen im Zimmer, um sich zu wärmen. Plötzlich fingen ihre Kleider Feuer, ihr Angstgefühl trieb sie ins Freie, wo der starke Wind die Ausbreitung des Feuers beschleunigte. Sie schrie jämmerlich, sodaß die Nachbarsleute zusammenliefen. Die bedauernswerte Frau stand in hellen Flammen. Man schüttele Wasser über sie und hüllte sie in Tücher und Decken. Die noch brennenden Kleider riß man ihr vom Leibe und suchte sie auf solche Weise zu retten. Der Arzt stellte eine Verbrennung des Hinterkörpers vom Fuß bis zum Kopf fest. Die Verunglückte liegt Aus Stadt und Zand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik besindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 3. Dezember 1901. *• Wir machen unsere verehrten Leser der Stadt daraus aufmerksam, daß den schon am Vormittag zur Ausgabe gelangenden Verhandlungen des Deutschen Reichstages mehrfach die Gießener Familienblätter angefügt werden. *♦ Der Handelskammer Gießen sind von vertrauenswürdiger Seite Mitteilungen über die panamerikanische Au s- stellung in Buffalo zugegangen. Interessenten können von denselben auf dem Bureau der Kammer Einsicht nehmen. lassen können. v gestellt, daß Reupert an jenem Abend, ehe er das Wirtshaus , ... verließ, erzählte, er könne nicht mehr ohne Waffe in Langen- Ende November befandenJirf) auf der Kolonie stellen- resp. bergheim über die Straße gehen, die Gegner des Bürger-1 arbeitslos 120 Mann, ^eit dem Bestehen wurden Personen meisters lauerten ihm auf. Hierbei zeigte er ein Messer, aufgenommen 4147 und entlassen 4027, der Bestand am das er öffnete, aber wieder schloß, ehe er es in die Tasche 1. November betrug 70, dazu kamen 84, während 34 meggmgen. fteefte. Auf eigenen Wunsch wurden 29 entlassen, in Arbeit durch Kreisarzt Dr. Wißner-Büdingen deponiert als Sach- die Kolonie 1, m die Familie zurück 1, arbeitsunfähig oerständiger, daß der Leichenbefund zwei Messerstiche am waren 2. Die Kolonie verpflegte an 2978 Tagen und ar- Jn einer der Wunden habe man die I beitete an 2594 Tagen. | )( Laubach, 3. Dez. Zwei hiesige Bürger vergnügten Universitäts-Nachrichte«. Braunschweig, 2. Dez. Der hiesige akademische polnische Leseverein ist durch Verfügung des Rektors der technischen Hochschule aufgelöst worden. Breslau, 2. Dez. Der o. Professor an der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität, Alois Schul t e, nahm den an ihn ergangenen Rus als Leiter des preußischen historischen Instituts in Rom an. Heidelberg, 2. Dez. Sechzig hiesige Professoren und Dozenten, darunter Kuno Fischer, sandten neuerdings an Mommsen eine Zustimmungsadresse. Gerichtssaal. — In welche Wageuklasse der Eisenbahn gehört ein Bottsschullehrer ? Die „Germania" schreibt: Diese Frage unterlag jüngst der Entscheidung des Landgerichts in Osnabrück. Ein Lehrer aus der Umgegend von Osnabrück hatte kürzlich vor der Strafkammer in dieser Stadt als Zeuge zu erscheinen und eine Rückfahrckarte 2. Klasse gelöst. Nach Schluß der Verhandlung wurde ihm außer den Tageskosten nur eine Rückfahrkarte 3. Klage vergütet. Der Lehrer wandte sich beschwerdeführend an das Landgericht, indem er ausführte, daß ihm als Lehrer unzweifelhaft zu- slehe, die zweite Wageuklasse zu benutzen, da leder Subalternbeamte dieselbe üquibieren könne, der Lehrer aber doch sicher zu den mittleren und nicht zu den unteren Beamten zähle. Das Landgericht trat in seinem Antwortschreiben der Ansicht des Beschwerdeführers entgegen. Die Lehrer an Volksschulen, so führte es aus, nehmen keine derartige Sonderstelluiig ein, daß ihnen nicht zugemutet werden könne, mit dem Publikum, das die dritten Wageicklassen zu benutzen pflegt, zusammen zu reisen, auch leidet die Würdigung, die der Lehrerstand als solcher zu beanspruchen hat, nicht darunter, daß seine Angehörigen bei ihren Reisen die dritte Wagenklasse be- nutzen. Andrerseits dürfe aber, wenn ein einzelner Lehrer nach feinem persönlichen Bedürfnis und Empfinden in esr^m Falle geglaubt hat, einer höheren, der zweiten Wageuklasse sich bedienen zu müssen, chm der Ersatz der hierfür lhatsächllch mygewcndelenMehr- unter den gräßlichsten Schmerzen hoffnungslos darnieder. sc. Frankfurt a. M., 2. Dez. Der Großherzog von Hessen wellte heute mit seiner Ahiwestcr, der Prm< zessin Heinrich von Preußen, hier. Die hohen Herrschaften besorgten verschiedene Einkäufe und reisten abends nach Darmstadt zurück. — Am heutigen Gedenktage der Erstürmung Frankfurts durch kurhesfische Truppen war das H e s s e n-DLn kma l vor dem Friedberger Thore mit Kränzen geschmückt. ......- ■ — ■■■■ Vermischtes. * Hamburg, 2. Dez. Em 30 jähriger Schuhmacher versuchtem einem Ansalle von Schwermut seine drei kleinen Kinder und sich selbst bei Kaltenhöfen in der Elbe zu er< tränken; er wurde daran aber verhindert und verhaftet. *London, 2. Dez. Nach einem Telegramm aus Liverpool ist der Buchhalter Goudie, welcher die Bank von Liverpool bestohlen hatte, heute in der Vorstadt Bootle, wo er sich verborgen hielt, verhaftet worden. ♦ Brüssel, 2. Dez. In Mecheln ist die große Teppichfabrik Bolsen u. Co. a b g e b r a n n t. Die Fabrrt beschäftigte 250 Arbeiter. Der Schaden wird ayf über eine halbe Million geschätzt. * Brüssel, 2. Dez. Gestern abend kam es zwischen katholischen und liberalen Studenten zu einem Zusammenstoß, wobei ein Student tötlich verletzt wurde. * Antwerpen, 2. Dez. Auf der Schelde fand ein Zusammenstoß zwischen dem englischen Dampfer „Bvoadmayne" und dem deutschen Dampfer „Creseld" statt. Der englische Dampfer wäre gesunken, wenn^ihii nicht ein gerade vorüberfahrender Schleppdampfer ins Schlepptau ge« nommen hätte. Das Schiff konnte trotz der schweren Havarie in den Hafen gebracht werden. Die an Bord befindlichen Waren haben durch das eindringende Wasser sckstvere schädigungen erlitten. * Baku, 2. Dez. Auf dem der Kaukasischen Gesellschaft gehörigen Terrain von Ssabuntsch entsprang aus einem 300 Klafter tiefen Borloch eine gewaltige Fontäne, die aber nach einem Tage wieder aufhörte, well sich ein Pfropfen im Borloch bildete. Die Fontäne der Bakuschen Naphta-Gesellschaft in Bibieibat liefert setzt täg- lich ungefähr 400 000 Pud Naphta. Zeuge Schäfer beobachtete am Abend der That Reupert „Giuditta" spielt diesmal Fräulein Feige. Zu dieser Auf- und Meinmger, als sie sich an der Ecke der Sackgasse be- führung haben Ab onnern entsbillets Gültigkeit: Loge fanden, an deren Ende sich ihre Wohnungen befanden, und und Sperrsitz für Logensitze, Parquetbillets für erste Rechen fand, daß beide da beruhigt waren. Schäfer glaubte, daß der Saal (nummeriert). . Streck beendet sei; doch hatte er sich kaum umgereenbet, da ** B^itzwechfel. Die Israel Klebe'sche Besitzung m hörte er, wie der Angeklagte äußette: „Du Bobbes, Du der Maigchse, die nach der Johannesstraße zu noch emen Bau- Mehldieb." Hierauf entgegnete Meininger: „Sage das nicht «platz umfaßt, wurde gestern für 36 000 Mk. an Julius Bach, noch einmal," dabei machte er eine Wendung gegen Reiipert,! dessen längs der Plockstraße gelegenen Bauplätze an das als wenn er diesem mit dem Fuße einen kräfttgen Stoß vor Klebe'sche Gelände angrenzen, verkauft. den Unterleib versetzt hätte. Schäfer sprang sofort hinzu, Der Versandt der Gießener Braunsteinbergwerke hat sich da erklätte Meininger, er sei mit einem Messer gestochen, für den laufenden Monat Dezember auf 50 Doppelrvagen,(Erz) die wobei er am Kopfe heftig blutete. Der Angeklagte äußerte, täglich zur Verladung gelangen, gesteigert. — Es ist be- jener hätte ihn vor den Bauch getreten, er hätte ihn ja gehen gründete Hoffnung vorhanden, daß der vermehrte Absatz auch Ferner wurde in der Beweisaufnahme fest- im kommenden Jahre anhalten wird. Monats - Bericht der Arbeiter-Kolonie Ren - Uttichstein. - Hessische LaudeSlotterie. Bei der heute stattgehabten Ziehung der 4. Klasse der heft. Landeslotterie siel ein Gewinn von 60000 Mk. auf Nr. 27 830 nach Darmstadt,! , Snedderg, 2. Dez . ^1»m 15 000 Mk. auf Nr. 18 252 nach Mainz, 10 000 Mk. auf Anz. : Die Eisenbahndlrekttmi Frankfurt 9^^ Rundreise- Nr. 11 463 nach Offenbach, 5000 Mk. auf Nr. 12 251 nach karten aus u. A. ^-rankfutt-Homburg zur Rückfahrt gültig Mainz, 2 Gewinne ü 3000 Mk. auf Nr. 3982 nach Mainz, von Bad-Nauheun oder ^nebberg 2. Kl. für 2.50 Mk. 26 217 nach Offenbach, 3 Gewinne A 2000 Mk. auf Nr. Das rear I« ganz schön und gut, so lange keme Bahnver- 1850 und 29 799 nach Mainz, 12 290 nach Darmstadt, bindung zwischen Fnedberg und ^Hombiwg beswnd Nun 5 Gewinne ä 1000 Mk. auf Nr. 12 321, 20 004, 30 945, kam es dieser Tage vor, daß ^rankfurt^ sich solch eme 36 472, 43 028, 10 Gewinne ä 500 auf Nr. 4939, 10356, Karte löste und über Homburg, Friedberg nach Bad-Nauheim 16 188, 16 389, 16 601, 17 909, 26 860, 39 990, 42 176, und von da zumck nach Frankfutt fuhr, alles für 2^0 Mk., 44 728; 15 Gewinne a 300 Mk. auf Nr. 24, 390, 1951, während eine Rückfahrtkarte von hier nach Frankfutt 2. Kl. 5082, 6504, 10 353, 12 924, 13 517, 14 817, 15 235, 20836, 3.20 Mk. kostet. 21 168, 27 359, 34 243, 40 233. 2. A.ie ftonigL E^nbahn-Dttettwtt *• x»« Wttt+a Frankfurt a. M. hat auf wrederholte Eingabe, das ... ^"!°u^uachruhtem Der Großherzog hat den Amts- Z^s 526 FuldEießen auf Station Ehrmgs- .^ddershenn KarlSchmahl zum Amtsrichter bei ^n Wegei? der Kürze der Fahrzeit sich nicht ermöglichen dem Amtsgericht Darmstadt I mit Wirkung vom 16. De-1 (ässe, angeordnet, daß etwaige Reisende den Zug 525 nach zernber 1901 an ernannt unb den Amtsrichter in Offenbach Zell-Romrod benützen, um dort in den Zug 526 Dr. Wilhelm Glässing auf fein Nachsuchen mit WirkungIumsteigen zu können; es ist dies beim Lösen der Fahr-- „w, «,... — ——v—,---v- vom 3. Dezember feines Dienstes entlassen. | faxte dem Stativnsbeamten in Ehrll^shausM mÜ»Agu5gaben nicht vorenchalten werden. sprach davon, daß Reupett keinen Charakter habe und sich für ein Kännchen Schnaps kaufen lasse. Die Zeugen bc» „ Y . fanden, daß der Angeklagte im Orte als ein ruhiger Mann Tagen im Theaterverem mit großem Erfolge gegeben wurde, gelte, daß die beiden Nachbarn bis zu der Zeck vor der geht Mittwoch nochmals m Szene und zwar als volls- Eingesandt. (Für Form und Jnbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 2L Dezember 1901. Die Bewohner derverlängertenFrankfurterstraße sowie die Fabrik- und andere Arbeiter aus den Orten Kleinlinden, Lützellinden, Allendorf a. d. Lahn und viele Spaziergänger unserer Stadt würden für Gangbarmachung des Bankers fragt Straße außerordentlich dankbar fein. Schnelle Hilfe doppelte Hllse. Einer für Viele. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft Frankfurt a. M., 2. Dez. In der für 'heute Abend einberufenen außerordenllichen General-Versammlung des Vereins Effektenfozietat wurde mit 123 Stimmen (bei einer Stimmenenthaltung) der gemeinschaftliche Antrag des Vorstandes und Ausschusses auf Auslosung des Vereins Effektensozietät zu Frairk- surt a. 'DL angenommen. Wie der Referent mitteilte, haben von 299 Mitaliedern des Vereins bereits 287 dem Projekte der eventuellen Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung ihre Zustimmung erteilt, sodaß das Zustandekommen der Gesellschaft als gesichert anzusehen ist. Ter Fortbestand der Abendbörse wird durch den Beschluß auf Auflösung des Vereins nicht in Frage gestellt. — Fabrik feuerfester und säurefester Produkte, Vallendar, iu Konkurs. Aus der ersten Gläubigerversammlung ist zu melden, daß nach einer Meldung des Justizrats Sayn, des Konkursverwalters, dieser gegen den früheren Aufsichtsrat (Baron D'Ablaung und zwei Gebrüder Tuchen) eine Schadensersatzklage auf Zahlung von 2 Millionen Mark erheben werde. Sehr interessant war das Redegefecht zwischen dem Vertreter derselben, Rechtsanwalt Mannheim, einerseits und dem Justizrat Sayn andererseits. Letzterer erkannte das zum Konkurs angewendete Darlehen der Herren Tuchen als eine Forderung an die Masse nicht an, weil die Aufsichtsratsmitglieder D'Ablaung und Tuchen chre Pflichten schwer verletzt hätten und daher die Schadensersatzforderung von 2 Millionen Mark geltend gemacht werde. Dr. Mannheim bestreitet das Recht zur Geltendmachung einer Gegenforderung, weil Regreßanfprüche über- Haupt nicht vorhanden seien. Viel erörtert wird hierbei das in der Vallendarer Emeralveftammlung gemachte Angebot von 1 Million Mark, wenn die Regreßanfprüche gegen D'Ablaung und Tuchen fallen gelassen würden. Juslizrat Sayn erwiderte, daß die Ersatzansprüche gegen die Aufsichtsratsmitglieder sehr begründet seien; diese hätten ihre Pflichten in vielfacher Weise verletzt, insbesondere durch die vor Gericht gemachten unrichtigen Angaben, die Aktienbeträge seien voll einbezahlt worden, was aber nicht der Fall gewesen sei, auch hätten sie ihre Pflicht verletzt, daß sie bei Bilanzen Werte eingesetzt, die gar nicht den Verhältnissen entsprachen. — Das Amtsgericht Ehrenbreitstein hat nach Eröffnung des Konkurs- verfabrens einen Kostenvorschuß von 13800 Mk. angefordert. Ganz auffallend wurde bemerkt, daß der Vertreter der Berliner Handelsgesellschaft, Rechtsanwall Dr. Mosler, feine Majorität dahin geltend machte, daß nur Bankaläubiger als Mitglieder des Gläubigerausschusses gewählt wurden, trotzdem auf Aiitrag des Dr. Pauli auch Vertreter der anderen Gläubiger berücksichtigt werden sollteii. Dieser Antrag wurde sowohl vom Konkursverwalter — der selbst einen Vertreter der Boeing-Grupoe wünschte — als auch von dem Vorsitzenden des Gerichts wann befürwortet. Es hat den Anschein, daß die Offerte der Siemens-Gesellschaft nur gestellt wurde, damit die Banken aus intern Obligo herauskommen. Wenn Justizrat Sayn sich noch einen Erfolg von dem Ausschreiben der Werke in den gelesensten Zeitungen verspricht, so wurde demgegenüber betont, daß andere Angebote nicht zu erwarten sind, andernfalls wären sie längst gekommen. Der Betrieb sämtlicher Werke wird bekannllich fortgesetzt, in Wirges unter Leitung der Direktoren Arndt und Scheid, Osterwato Dr. Draune, Getraudenhütte und Nauheim stehen unter dem seitherigen Leiter. — Fallissement. Wie die „Neue Bad. Lcmd.-Ztg." aus Kehl meldet, ist die dortige Getreidesirma Michael Kaufmann mit 500 000 Mk. Passiven fallit geworben. An Aktiven sollen ca. 150000 Mk. vorhanden sein. Betelligt sind die Rheinische Kreditbank in Mannheim, Mannheimer Spediteure, Mühlen- und Getreidefirmen. Märkte. Gießen, 3. Dezember. Marktbericht Auf dem heutigen Wochemnarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,20—1,35 Mk., Hühnereier pr. Stück 8—10 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Käse pr. Stück 5—8 Pf., Käfematte 2 Stück 0—0 Pfa., Erbsen pr. Liter 20 Pfa., Linsen per Liter 30 Pfa., Tauben pr. Paar 0,70—0,90 Mk., Hühner pr. Stück 1,00—1,20 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,00 Mk., Enten pr. Stück 1,20—2,50 Mk., Gänse pr. Pfd. 52—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfmrd 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg^ Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 3,20—3,50 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5,00 All., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—18 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg. Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht im Umherziehen fellgeboten werden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Dezember Wetter 2. 2. 3. tri 2» 753,2 4- 7,2 + 5,6 6,7 89 W. 2 beb. Himmel 9» 752,6 6,1 89 SSW. 2 bed. Hm. Regen 715 750,2 + 7,3 5,3 69 w. 4 beb. Himmel öchste Tenrperatur am 1. bis 2. D ez. + ?,9° C. tiedttgste ■ 1. „ 2. , 4- 4,1° C. Neueste Meldungen. Originaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers. Wiesbaden, 3. Dez. Der Gastwirt Zak. Krupp uud seine beiden Kinder im Alter von 8 uud 10 Jahren find an Vergiftungs-Erscheinungen infolge des Genusses von Thee, den Krupp wegen eines Asthmalcideus aus der Adlerapotheke in Hamburg bezog, erkrankt. Krupp wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er lebensgefährlich darniederliegt. Seine Kinder find außer Gefahr. Paris, 3. Dez. Bei der gestrigen Tagung des internationalen Schiffahrtskongresses erstattete der Vor- fitzende Roux Bericht über seinen Besuch beim deutschen Kaiser. Bekanntlich hat er drei Tage mit dem Fürsten von Marokko im Potsdamer Schlöffe geweilt. Er erklärte der Kaiser habe ihn durch seine ungemeine Kenntnis aller maritimen Verhältnisse geradezu verblüfft. Er habe das größte Jntereffe für die internationale Schiffahrt gezeigt und versprochen, die Bestrebungen des Kongreffes direkt und indirekt zu unterstützen. Paris, 3. Dez. Der Bericht der Budgetkommisfion über das Ministerium des Aeußeren stellt die ausgezeichneten Be- Ziehungen der Republikaner zu allen Ländern fest. Der Bericht hebt den guten Willen hervor, den Tentschland Frankreich bezeige; jedoch sei deshalb die Wunde von 1870 noch nicht vernarbt. Berlin, 3. Dez. lieber die von England zugestandene und bereits an ine deutsche Regierung gezahlte (5ntt schadigung für die in Südafrika durch den Krieg geschädigten deutschen Reichsangehörigen sind einige i r r t ü m l i ch e Mitteilungen verbreitet worden, denen gegenüber nach den Morgenblättern festgestellt werden muß, daß die Auszahlung von 600 000 Äiark seitens Englands an die deutsche Negierung und von dieser wiederum an die direkt Geschädigten durch Vermittelung des Auswärtigen Amtes erfolgt ist Berlin, 3. Dez. Die sozialistische Fraktion wird morgen im Reichstage eine mit 3 431784 Unterschriften versehene, gegen jede Erhöhung der Lebensmittelzölle gerichtete Petition einbringen. Berlin, 3. Dez. Auf der Festlichkeit zu Ehren Siegfried Wagners im Opernhause, hielt dieser eine Rede, in der er betonte, daß die Wagner-Vereine jetzt nicht mehr die Aufgabe hätten, in Konzerten die Wagner'scheu Fragmente auszuführen, sondern daß sie jetzt die Armee seien, die Bayreuth bei steh en müsse im Kampfe gegen Neid und Mißgunst. Ein jeder wisse, was er hiermit meine. In ihrer General-Versammlung in Bayreuth hätten die Wagner-Vereine bewiesen, daß sie für Bayreuth eintreten wollten in dem Streit, über den er sich hier nicht auslassen wolle. Das ihm entgegengebrachte Vertrauen werde er gewiß auch in Zukunft zu verdienen bemüht sein. Man möge ihm glauben, er werde stets dem Namen Richard Wagners Ehre machen. Breslau, 3. Dez. Das Kriegsgericht verurteilte den Rittmeister Preßler vom schlesischen Trainbataillon Nr.6 wegen Beleidigung und Geldborgens von Untergebenen zu 30 Tagen Stuben-Arrest. London, 3. Dez. „Daily Mail" erfährt aus Tanger vom 27. Nov.: Nunmehr ist ein endgültiges Abkommen getroffen worden, dem zufolge 10 b riti sche Sergeanten, in die Armee des Sultans als I n st r u k t e u r e eintreten. Ebenso verlautet, daß die Verwaltung des dortigen Zollhauses einem Engländer übertragen werden solle. Washington, 3. Dez. Der oberste Gerichtshof entschied, daß die, ohne Zustimmung des Kongresses von den Behörden angeordnete Erhebung von Zöllen auf aus den Philippinen kommende Waren ungesetzlich fei; die bereits entrichteten Zollgebühren müssen zurückerslattet werden. Der Gerichtshof anerkannte andererseits die von dem Kongreß festgesetzten Abgaben für Waren aus Port»' Rico als zu Recht bestehend. W i e n, 3. Dez. Der Abgeordnete T s ch a n ist aus deml alldeutschen Verbände ausgetreten und wird sich keiner Fraktion mehr anschließen. Wolffs „Ostdeutsche Runü^ schau" stellt gegenüber dem Gerüchte, der alldeutsche Verband werde ein neues Partei-Organ gründen, fest, daß sie auch ferner das Parteiblatt der alldeutschen Partei, bleiben werde. Wien, 3. Dez. Die vermögensrechtlichen sowie die Etiquettefragen, welche bisher der offiziellen Verlobung der Erzherzogin Marie mit dem Prinzen Emanuel Salm, Leutnant im 2. preußischen Garde-Regiment, ent- gegenstanden, sind nochnichterledigt Schmierigkeiten^ bietet die Frage der Abtretung des Majorats der Familie Salm-Salm an den präsumtiven Bräutigam, wozu in erster Reihe die Einwilligung des derzeitigen Majorats-Herren, erforderlich ist Die zweite Frage ist bie, ob die Erzherzogin nach .ihrer Verehelichung den Titel kaiserliche Hoheit beöi behalten soll. Kalkutta, 3. Dez. Die an der indischen Nordwest-i grenze in Waziristan ansässigen Eingeborenen hatten kürzlich Raubzüge auf britisches Gebiet unternommen. Zur Bestrafung des Stammes sind schon in der vorigen Woche 4 leichte Truppenabteilungen von 900 bis 1500 Mann in Waziristan eingedrungen und machten nach heftigen Kämpfen 192 Gefangene. Die Verluste auf britischer Seite betragen 45. Nunmehr ist die ganze Brigade von vier Regimentern der Eingeborenen-Jnsanterie und ein Kavallerie-Regiment mit vier Geschützen zur Verstärkung der die Grenze von Waziristan deckenden Truppen nachi Tauk abgegangen. New-Ä)ork, 3. Dez. Aguiualdo soll vor eüt Krie,gs gericht gestellt und deportiert werden. Washington, 3. Dez. Der Vertreter der Panama-. Gesellschaft Hutin hat dem Präsidenten Roosevelt ein Angebot zum Verlauf des Panama-Kanals ge* macht. W ashington, 3. Dez. Der Kongreß hielt gestern abend seine erste Sitzung ab. Während derselben kam die Bvtsa)ast des Präsidenten zur Verlesung. Dieselbe empfiehlt dem Kongreß die Annahme eines Gesetzes, das, den Anarchisten den Eintritt in Amerika verbietet und weiter erschwerende Vorschriften für die in den Vereinigten Staaten ansässigen Anarchisten enthält. Der Präsident beglückwünscht alsdann das Land zu der ausgezeichneten Geschäftslage. Die Botschaft berührt des weiteren die Heeresftage und erklärt sich für die Not-> Wendigkeit, sich mit der Organisation der Truppen zu befassen. lieber die Tariffrage sagt der Präsident, daß e&' augenblicklich keine weise Politik wäre, Abänder-i ungen des Tarifes vorzunehmen. Es sei wünschenswert, ein System der Gegenseitigkeit einzuleiten. Der Prä^ sident empfiehlt alsdann die Ausgestaltung der Handelsmarine und Beibehaltung der Goldwährung. Bezüglich der Kolonien erklärt er, die Lage sei mit Ausnahme der Philippinen überall befriedigend. Auf den letzteren herrsche noch immer ein unruhiger Zustand. Alsdann machte der Präsident eine Anspielung auf den inter-ozeanischen Kanal und die Friedens-Konferenz im Haag. Er erklärte weiter, die Mvnrve-Doktrin dürfe nicht feindlich! betrachtet werden gegen die eine oder andere kontinentale Macht Er schließt die Botschaft, indem er die Politik der offenen Thür in China empfiehlt und in ehrenden Worten des Ablebens der Königin Viktoria und der Kaiserin Fried- rich gedenkt Telephonischer Kursbericht, Frankfurt a. JH., 3. Dezember. 3Vto/o Reichsanleihe . . 100.75 80/0 do. ... 89.75 3V,e/o Konsole .... 100.65 r/o do-.....89.85 3‘/2°/o Hessen .... 98.10 S®/j Italien. Rente . . . 100.10 4 /q Grieoh. Monopo.l-Anl. 42.50 5®/v Portugiesen .... 27.10 8% Mexikaner .... 25.70 4*/t7o Chinesen .... 87.20 Kreditaktien..... 205.80 Diskonto-Kommandit . . 180.70 Darmstädter Bank . . . 126.00 Dresd' ner Bank .... 127.80 Berliner Handelsges. . . 140.00 Oesterr. Staatabahn . . . 140.50 Gotthardbahn.....162.50 Laurahütte......186.75 Bochum ....... 173.00 Harpener......16&50 Tendenz: fest. El Rammte, Velvets. W Man verlange Muster. Krefeld. tipkiiimtiiiadjiiiiiu’ii Verdingung. Für die Befestigung der Bahnsteige auf Bahnhof Gießen werden ca. 3000 qm Belag aus Eernent- platten benötigt, deren Lieferung und Verlegung im Wege des öffentlichen Verdings vergeben werden soll. Die besonderen Bedingungen können gegen gebührenfreie Einsendung von 0,50 Mk. durch die Unterzeichnete bezogen werden. Unter der Auffchrist: »Angebot auf Herstellung des Plattenbelags für die Bahnsteige des Bahnhofs Gießen" sind bie Angebote bis aum 20. d. Mts., vorm. 11 Uhr bei der Unterzeichneten verschlossen und gebührenfrei abzuliefern; zu diesem. Zeitpunkt findet die Eröffnung un Beisein etwa erschienener Bieter statt. 7907 Zuschlagsfrist 14 Tage. Großh. Hess. Eisenb.-Detriebs- inspekrion 1, Gießen.______ Mittwoch den 4. Dezember l. Js., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: 1 Sofa mit Tisch, 1 Regulator, 3 Vertikows, l Nipp-, 1 Nah- und 1 Blumentisch, ein Kleiderschrank, 1 Nähmaschine, 1 Schreibtisch, 1 Silberschrank, 1 goto. Tamenuhr, 13 Küchen- schränke mit Aufsätzen, 7 Spiegel, 3 alld. Stühle, 1 Trumeaux mit Spiegel, 1 Ausziehtisch u.a. m. Geißler, Gerchtsvollzieher. Vermietungen 04882s Schöne 3-Z.-Wohn. per L Jan. zu oerm.^Schillerstr. 29. 7901] Seltersweg 77 im 1. u. 2. Stock, je eine 3-Zimmerwohn- ung mit Küche und 2 Mansardenzimmer per sosott oder später an ruhige, anständige Leute zu verm. Näheres Großer Steinweg 21. 7890] Rordanlage (Eder- straße 7) ist die L Etage, 4 schöne Zimmer mit Zubehör, Gatten- antell und Bleichplatz, per 1. Jan. evtl, früher vcrsetzungshalber zu Vermietern Näheres ________Marburgerstraße 83._ 04873] Dammstraße 12 kleines Logis zu verm._____A. Moog. 4454] Parterre-Wohnung, sechs Zimmer, neu hergerichtet, sosott zu verm. Lndwigstr. 40, 1. 5181] Im Hause Wallthor- straße 44 ist die 2. Etage, 7 bis 8 Zimmer mit allen Bequemlichkeiten, großem Gattenantell usw. per sosott, eventll später, preiswert zu vermieten. Näheres daselbst im 1. Stock. 5667] Klem-Lutten Frankiurter- straße 76 find 3 4°Z,mmerwohn> ungen mit allem Zubehör, elegant ein gerietet, al-tald zu vermieten Näheres bei Frau Haeuser. 7412] Bismarckstraße 22 ist die 1. Etage, 5 Zimmer mit allem Zubehör, Gattenantell, perl.Jan. anderweit zu Vermietern Näheres m der Wohnung felbft C^ie seit Jahren von Herrn Regierungsrat Boeckmann bewohnten 2 sehr schönen großen Zimmer sind sofort anderweit zu vermieten. 7768 Ludwigstraße 30, Part. ”5 Zimmer mit Zubehör zu vermieten. 52. 5__________________V. Htthn. 7430] Landgrafenstr. 5 sind pr. 1. April 1902 zu vermieten: 3 Wohnungen mit je 5 Z. u.Zub. 1 Mansardenw. mit 3 3.il Zub. Näheres bei Stein & Meyer. ~7522] Der mittl. Stock meines Hauses ist pr. L Januar oder 1. April 1902 zu vermieten. H. Schmidt, Bahuhofstr. 37. 7813] In bess. Stadtteil sch. ger. Parterrewohng. v. 4 Zimmern (m. Wasserleitg.) Wegzugsh. p. l.Jan. 1902 ev. fr. o. sp. an ruh. kl. Familie zu verm.^Marburgerstr. 10, patt 04824] Frankfutterstr. 33, unweit des Bahnhofs u. der Kliniken, schöne 6Zimmerwohnung iml.od. 2. Stock nebst 2 Bodenkammern u. Zubehör p. 1. April 1902 zu vermieten. Näheres im 1. Stock. 04842] An ein Fräulein ist freie Mans.-Wohng. a. v. Heuchelheim, Wilhelmslraße. BauuMern. Rinn. 04837] Zimmer mit Küche od. Kab. zuverm. Asterweg 19 (Neub.). 04838] Kleines Logis zu verm. Georg Siühler, Wolfstraße 14. 7798) In meinem Hause, Neuenweg 9, sreunül. Mans.-Wohn. an ruh. Leute zu v. I. Weiuert. 7734] Freundll, neu Hergericht 4-Zimmerwohnung per gleich od. später zu vermieten. I. Krämer, Konditorei, Neuen-Bäue._______ 6765] Hofmanustraße 7, in der Nähe des Bahnhofs, ist der mittlere Stock, bestehend aus fünf Zimmern mit Gattenanteil und allem Zubehör, per sofort an ruhige Familie zu vermieten. 7580] Ein kleines Logis zu vermieten._________Neustadt 30. 7797) Ecke Braugasse u. Land- graienllr. sind 3 Wohnungen mit je 6 Zimmern, Badezimmer und allem Zubehör, per 1. April, eo. auch früher, zu vermieten. Näheres Löberstraße 9, H. 04883] Zwei möbl. Zimmer billig zu uerm. Dammstr. 44,1. Ein Arbeiter kann Kost und Logis erhalten. Mäusburg 3. Möbl. Zimmer billig zu ver- mieten.________Matttstraße 29. sLinfach möbl. Zimmer au oer= mieten. Bleichstraße 31, III. 7465] Eine Stube mit Bett zu vermieten.______Neuenweg 32. 7832] Kl., eins. möbl. Zimmer zu vermieten. Franksurlerstr. 41. 04833] Sch. möbl. Zimmer an 1 o.2 Herren s.z.v. Bahnhofstr. 43,3. Ein Laden 1 in dem Kaushaus zur Sonne, Ecke Schul- u. Sonnensir., per sosott zu verm. Näh. Löberstraße 8. IHirtijeliuhc 4 Zimmerwohnung p. 1. April 1902 event für später zu mieten gesucht Offerten unter E. H. 7815 an bie Expedition dieses Blattes. Offene Stellen Wer Stelle sucht, verlange die Allg. Bakanzen-Liste, Mannheim. Junger Schreiber auf ein Bureau gesucht. Offerten mit Gehaltsansprüchen unter Nr. 7885 an die Exped. d. Bl. i KröckiW dWT Wohnung wird ecentt gewährt Näheres bei 7827 Heinrich Simon, Neuenweg 32. 7790] Für Weihnachten bezw. 1. Januar ein ordentll Mädchen, welches auch in der Küche bewandert ist, zu mieten gesucht von Frau Sophie Bingel, Löberstr. 8. Tüchtiges, üeascs Mädchen gegen hohen Lohn gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. 04834] Aelteres Mädchen oder Wäscherin für ständig gesucht durch Frau Hüttcnberger, Seltersweg 67. 04867] Lauffrau gesucht. C. Köhler, Bismarckstr. 17, L Jüngeres Mädchen vorn Lande für einen kleinen, bürgerlichen Haushalt zu Neujahr zu mieten gesucht. Offerten unter 04880 an die Expedition d. Bl. _ 04865] Ein junges, kräftiges, williges Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren kann in besserer Familie dauernde Stellung als Dienstmädchen erhalten. Gute Behandlung zugesickert Zu er- sragen in der Exped. d. Bl. 7888] Sauberes Laufmädchen für vormittags gegen guten Lohn gesucht. Bahnhosltraße 63, III. 7894] Auf Forslhaus Hochwart bei Gießen wird aus Weihnachten oder später ein Mädchen gesucht. ÄW" G.suchr -Wb l’*’ Aöchiuoeu, chausviadchen, Mädchen allein, Kindermädchen, >owie Mädchen, weiche noch nicht t.Stellung waren bei den höchsten Löhnen. Frau ! 50 w 60 .Vdjtra in verschiedenen Größen abzugeben. Kahn, Lederhandlung, 7895 Bahnhofstraße 63. Ernestine Hopfner Grüubergerstratze 17. Todes-Änzeige. BaD-Chäls Ball-Kragen Spanische Echarpes Seidene u. Chenllle-Echarpes Feder-Boas Chiffon- und Seiden-Boas Fichus und Schleifen Barben Glacö-, Trlcot- u. gestrickte Handschuhe Ball-Handschuhe Kragen und Manschetten für Damen und Herren Spitzen-Kragen Moderne Gürtel Seidene Schürzen Damen- u. Kinder-Schürzen Unterröcke Tragmäntel u. Tragkleidchen Kinder-Kleidchen Kinder-Mäntel Jäckchen, Häubchen, Mutzen Sämtliche Baby nfeineGeschenks- neuer Witten 1 zebr. gntc Mboerheike 1 gebeuchtes Phnckn m8e‘r Kill- ö. Zlveis-älllltt Kutschgeschirre billigst. A. Kilbinger Seltersweg IS. Hasen- 8 u. Rehsclle Fuchs-, Marder-, Otter-, Jltts-, Dachs- re. Felle kaufe zu höchsten Tagespreisen. Hg. Schultheis, Kürschner, Marktstraße 3. 5./12.1901, abds. 8VzUhr: Versammlung im Caf4 Ebel. 7896 Damho Heirat vermittelt Xlvlvliu Frau Krämer, Leipzig, Brüderstr. 6. Auskunft gegen SuPf. Emma Seuling 45 Wetzsteinstraße 45. Reichhaltigste Auswahl in gekleideten Puppen von 5 Pfg. an. 7900 3®* Kinder-Spieiweren. Ltchterhatter, Aaumkerze«. Christbaumschmuck. 'Öl S Gietzenev tadttheater. Mittwoch deu 4. Dezember. 7. »olkstülliliche Vorstell«ng zu kleinen Preisen. IieZmlliugsschUster. Lustspiel in 4 Akten v. L. Fulda. Eintrittspreise: Loge 1.20 Mk., Saal 50 Pfg., Gallerte 30 Pfg. AbonuementsbtlletS sind gültig und zwar: Loge und Sperrsitz für Loge, Parkett für erste Reihen Saalplatz (numeriert). Sektion Giessen 0. & Oe. A. V. Donnerstag» 5. Dezbr. d.J., abends 9 Uhr: Jahresversammlung Vereinslokal (Weidig). Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Rechnungsablage. 2. Neuwahl des Vorstandes. 7904 Die Sektiouslettuug. Im Stricken u.Anstrickm von Strümpfen empfehle ich mich angelegemlichft. 5>tri&garne(btPr®nalitältul habe ich stets vorrätig. 364 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres unvergeßlichen Söhnchens, sowie für die üb«aus zahlreichen Blumenspenden, insbesondere für die trostreichen Worte deZ Herrn Pfarrers Euler sagen tiefgefühlten wärmsten Dank Wilh. AlllllM Md FH Heirat. Witwer ohne Kinder wünscht älteres Mädchen, Witwe nicht ausgeschlossen, zu heiraten.Schöner Hausstand und Vermögen vorhanden. Gefl. Offerten unt. 04869 an die Expedition d. Bl. erbeten. Mrt-AM Eine gut frequentierte Bierwirtschaft, in günstiger Verkehrslage in Gießen, werd von bedeutender Großbrauerei unter coulanteu Bedingungen anderweitig in Pacht gegeben. Solvente, kantiouSfähtge Wirtsleute wollen Offerten unter 7897 an die Exped. d. Bl. einreichen. GesllllSe» L holen bei ft. Gröber, 04874 Bismarckstraße 24. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Kstnfellk, Edel- und Steinmarder-, Jltts- und FuchSfelle kauft zu hohen Preisen die Kürschnerei 7738 A. Kretzschmar, zwischen Markt» und Kirchenplatz. Rotiert Haas Nachfl. Inh.: Conrad Schmidt 18 Seltersweg 18- Kurz-, Woll- und Modewaren. Besatzartikel. Sammt- und Seidenstoffe. Bevor Sie Ihre Einkäufe für die Feinbäckerei machen verlangen Sie bitte unsere 7911 Zu Weihnachts-Geschenken empfehle arnung! Znk gefl. Bechtllllg! Den verehrlichen Vereinen, sowie allen Besuchern teile ich hierdurch ergebenst mit, daß der Schuhmacher und AushUfskelluer Heinrich Stein schon seit längerer Zeit aus meinen Diensten entlassen, für mich keine Bestellungen aufnehmen darf, beziehungsweise zu besorgen hat. Hochachtend 04879 Wilh-Thelen, Wichos. sSr Pariser wünscht französischen Unterricht zu geben. Gest. Offerten unter Nr. 04871 an die Exped. d. Bl. Vertauscht ei» grauer Ueberzieher am Sonntag im Cafs Krämer. Bitte de« bew. Besitzer, solch. im gftfd Krämer abzug. 7909 Boa gefunden. 04875 Grünbcrgerstr. 34, IL Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: Vihst-sleisch 56 Pfg. Schfitisch 50 M 1 neues Diges Kilpee leicht, ein- und zweispännig 2 neue leichte Bttilks Sämtliche TschMel sör üic WcihllllchtsbSlkerei in bester Qualität zu billigsten Preisen empfiehlt 7910 Karl Eichmann Ederstraße Nordanlage. M crh. »mögen äbu“l kaufen. Westanlage 62, IV L