Nr. 233 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Freitag 4. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Famillen- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit oem .Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Tchulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. GietzenerAnMer General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Annahme von Anzeigen au der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen deSJn-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Der Platz an der Sonne. Von dem Gouverneur in Kiautschou liegen heute folgende Meldungen vor: „Zeitungsnachrichten über ernste Lage durchaus unbegründet. Menshikai hat mir telegraphisch seine Wiederübernahme der Geschäfte an gezeigt, und die Sendung eines höheren Beamten zur Begrünung angemeldet". Beide Nachrichten sind erfreuliche und bemerkenswert ist die deutschfreundliche Haltung des Gouverneurs Vuenshikai. Bei den Boxerunruhen im vorigen Jahre schien dieser chinesische Würdenträger bekanntlich nicht übel Lust zu haben, sich der fremdenfeindlichen Bewegung anzuschließen. Doch, er besann sich eines Besseren, wohl in der' Erkenntnis, daß die friedliche Pionierarbeit der Deutschen auch den chinesischen Gebietsteilen Nutzen zu bringen geeignet ist. Jetzt sind die Deutschen der Zuversicht daß eine gewisse Bürgschaft für die Fortdauer ruhiger Zustände gegeben ist, solange Yuenshikai die Verwaltung von Schantung leitet. Bei dieser Lage der Dinge konnte besonders der Bahnbau schnell fortschreiten. Es handelt sich um die Strecke Tsingtau—Tsinanfu. Zwischen dem erstgenannten Ort und Kiautschou — die Eröffnung dieser Linie erfolgte am 8. April, die Entfernung beträgt 80 Kilometer — verkehrt jetzt täglich in jeder Richtung ein Zug. Auch die Teilstrecke von Kiautschou nach! Kaumi ist bereits im Betrieb, und die weiteren Arbeiten nehmen so guten Fortgang, daß, die Direktion der Schstntung-Eisenbahn- Gesellschaft hofft, im Mai nächsten Jahres den Schienen- strang bis nach Weihsien dem Verkehr übergeben zu können. In Weihsien laufen die den nördlichen Teil Schantungs durchquerenden Handelsstraßen zusammen. Ein wenig südlich! von dieser Stadt beginnen bereits die mächtigen Kohlenfelder. Cs besteht also sichere Aussicht, daß Mitte nächsten Jahres die erfte Ladung Schantungkohle in Tsingtau eintriftt, was einen gewaltigen Fortschritt des Eisenbahn- und Hafenverkehrs zur Folge haben wird. Die Aufschließung der Kohlenminen und sonstiger unterirdischer Schatze der Provinz Schantung hat sich! das bekanntlich bereits im Jahre 1898 gebildete Deutsche Schantung-Syndikat, dem hervorragende Großindustrielle angehören, zum Ziel gesetzt. Neuerdings ist, wie wir kürzlich mitteilten, einem weiteren Konsortium die Konzession erteilt worden zum Betrieb von Bergbau und Hüttenwerken, sowie zum Erwerb von Grundbesitz in Schantung. Es ist das die mit einer Million Kapital gegründete „Deutsche Gesellschaft für Bergbau und Industrie im Auslande/ Tsingtau-Berlin". An Gelegenheit zur Bethätigung kann es diesen Gesellschaften nicht fehlen. Schon der Abbau der Kohlenfelder wird sich! lohnend gestalten. Wo immer bisher in den betreffenden Distrikten auf Kohle gebohrt worden ist, sanden sich die -Schwärzen Diamanten" vor. — Schließlich! verdient noch dre andauernde Zunahme der Landverkäuse und der Häuserbauten in der Küstengegend Erwähnung. Zahlreiche chinesische Kaufleute haben sich endgiltig in und bei Tsingtau niedergelassen. Einem von der „Köln. Volksztg." veröffentlichten Bericht zufolge sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres aus Landverkäusen rund 250 000 Mark erzielt worden. Tas ist bei weitem mehr, als im Etatsvoranschlag in Rechnung gestellt war. Nach alledem wird sich der nächste Etat für Kiautschou, wie die vom ReichDmarineamt ausgearbeitete Denkschrift, die dem Reichstag zugleich! mit dem Etat vorgelegt zu werden pflegt, recht vorteilhaft an- lafsen. Die deutschen Marineoffiziere haben sich im Verwaltungsamt über See durchaus bewährt. Auch der erst seit einigen Monaten in Kiautschou befindliche Gouverneur, Kapitän zur See Trupp el, führt die Amtsgeschäfte mit Umsicht und Energie. Es ist nur zu wünschen, daß die gesundheitlichen Verhältnisse der Kolonie günstige bleiben. Der Hauptübelstand, in Bezug auf die Beschaffenheit des Trinkwasiers, scheint behoben zu sein. Tie chinesische Regierung hat sich Deutschland gegenüber von der „noblen Seite" gezeigt, wie aus einer soeben veröffentlichten Notiz der „Nordd. Allg. Ztg." hervorgeht. Man erinnert sich, daß die berühmten astronomischen Instrumente aus Peking, die in Sanssouci zur Ausstellung gelangten, eine lebhafte Auseinandersetzung darüber veranlaßten, ob diese Instrumente von den Deutschen erbeutet, oder ob sie käuflich erworben seien. Eine bestimmte Beantwortung dieser Frage blieb von amtlicher Stelle aus; andererseits wurden aber auch nicht gewisse zuversichtlich auftretende Mitteilungen bestritten, wonach Deutschland mit Zustimmung Chinas die Instrumente an sich gebracht hätte. Die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet nunmehr, daß die astronomischen Instrumente von dem deutschen Kontingent aus Peking fortgeführt worden sind. Mit anderen Worten: mindestens vorläusig sind die Instrumente als Beute betrachtet worden. Daß die deutsche Regierung, weil formal kein „Krieg" mit China bestand, jene „Fortführung" als berechtigt nicht anerkannte, erhellt daraus, oaß die Negierung die Instrumente der chinesischen Regierung wieder „zur Verfügung stellen" ließ Indessen hat die letztere Regierung auf die Rückgabe verzichtet — „mit Rücksicht auf die Umständlichkeiten und Schwierigkeiten, mit denen der Rücktransport sowie die demnächstige Wiederaufstellung der Instrumente verknüpft sein würde". Diese Begründung ist mehr höflich und artig, als thatsächlich Tie chinesische Regierung macht ein Geschenk, weil nach der im Lande der Mitte herrschenden Auffassung alles „entweiht" wird, was in die Hände von Nicht-Chinesen gelangt. Besser wäre die „Fortführung" unterblieben. Es gießt Geschenke, die etwas Deprimierendes haben. Auch hier bleibt ein solcher Rest peinlichen Empfindens. Der sechste nationalsoziale Parteitag Frankfurt a. M., 2. Okt. In der gestrigen Nachmittaassitzung referierte Lehrer Wlolf-Berlin über die „Taktik bei den Gemeindewahlen". Er wünscht, daß sich die Freunde der Partei ständig mit Gemeindepolitik beschäftigen und sich den unpolitischen Vereinen, wie Mieter-, Bürgervereinen usw. anschließen. Wo bei Wahlen die Aufstellung eines eigenen Kandidaten nicht möglich ist, sollen ebenfalls in erster Linie die unpolitischen Gruppen unterstützt werden. Sind solche nicht vorhanden, dann soll „links" gewählt werden. 'Die vom Redner ausgestellten Thesen wurden angenommen. In der heutigen Schlußsitzung sprach Pfarrer Naumann in längerer Rede über den „Niedergang des Liberalismus in Deutschland". Er hält gegenüber der starken politischen Organisation der Agrarier, die es verstanden haben, außer den Konservativen auch die Mehrheit der Nationalliberalen und des Zentrums in Abhängigkeit zu bringen, eine industrialistische politische Organisation der gesamten Linken für notwendig. Diese sei bis jetzt durch den Radikalismus der Sozialdemokratie und den Niedergang des bürgerlichen Liberalismus verhindert worden. Die Niederlegung des Liberalismus zeigt sich darin, daß er Arbeiter, Großindustrielle und Bauern verloren hat. Die Ursachen sind: Mangel eines einheitlich gedachten Wirtschaftsprogramms, die Unfähigkeit, die soziale und politische Bedeutung der Arbeiterklasse anzuerkennen, die Ungenügendheit liberaler Bauernprogrammr und der Mangel an Verständnis für den Machtkampf der Völker und Staaten. Eine Neubildung des Liberalismus in Deutschland könne nur erfolgen, wenn von den bürgerlich liberalen Elementen die oolitiscbe Bewegung der Lohnarbeiter als zukünftige Grundlage der liberalen politischen Organisation anerkannt und die Machtpolitik des Deutschen Reiches als Bestandteil liberaler Gesamtpolitik begriffen wird. Ter Redner fordert, daß der vereint vorgehende proletarische und bürgerliche Liberalismus bei Stärkung aller Freiheitstendenzen nationale Gesamtpolitik vom Standpunkt der industriellen Entwickelung aus biete. Ter Zusammenhang des steigenden Wachstums des Nationalwohlstandes mit der Belebung bäuerlicher und handwerksmäßiger Betriebe durch die gesteigerte Konsumkraft der arbeitenden Masse einerseits und Durchführung eines auf Genossenschaft und Entschuldung gerichteten Landprogramms sind in den Vordergrund zu stellen. Diesem Ziele dienen die Nationalsozialen, die führenden Kräfte in der Freisinnigen Vereinigung, Unterströmungen in den beiden Volksparteien und die Bernsteinianer. Am meisten entgegen stehen die Marxisten, Eugen Richter und die agrarischen Nationalliberalen. In sechs Leitsätzen hat der Redner seine Anschauungen niedergelegt. Dieselben werden angenommen. Pfarrer Naumann ward hierauf zum Vorsitzenden wiedergewäht und der Parteitag geschlossen. China macht wieder in mißlicher Weise von sich reden. Aus Kanton wird vom 1. Okt. gemeldet: Von den Aufständischen wurden weitere, jedoch kleinere Missionsstationen beraubt. Der Generalgouverneur sprach sein Bedauern aus und schickte 1900 Soldaten ab. Er ist von der Centralregierung nachdrücklich zur Unterdrückung der Unruhen aufgefordert worden, da es zugleich im eigenen Interesse Chinas liege. Vorläufig scheint der Aufstand noch ohne Organisation und Bedeutung zu sein. — Ein Telegramm des amerikanischen Konsuls in Kanton besagt, daß General Wu mit 1500 Soldaten die Aufständischen, die zur Dreifaltigkeits-Gesellschaft gehören, geschlagen habe. 200 Aufständische sind gefallen, viele gefangen genommen und enthauptet worden. — Der „Daily Mail" wird aus Hongkong gemeldet: Der Vorstand der Station Lokon, 80 Meilen nördlich von Piangtung, Kutter, ist zu Pferde nach Tschunglod entkommen. Die Aufständischen, mehrere tausend an Zahl, haben, nachdem sie die Mission in Brand gesteckt hatten, die Stadt Hsingning angegriffen, sind aber unter Verlust von 10 Toten und 4 Gefangenen zurückgeschlagen worden. Hierauf haben die Aufständischen Schakma angegriffen; sind aber ebenfalls zurückgeschlagen worden. — Eine Depesche der „Times" aus Hongkong besagt: Die Missionare von Piangtung sind hier eingetroffen. Sie waren vor dem Anrücken der Aufständischen gewarnt worden, deren Ziel die Ersetzung der M.andschu-Dynastie durch die Ming- Dynastie und die Ausrottung der Ausländer ist. Der deutsche Konsul in Swatau hat sofort die nötigen Maßregeln ergriffen. Die chinesischen Behörden haben von Tschautschaufu 900 und von Weitschaufu 700 Soldaten entsandt; man glaubt, daß es diesen gelingen wird, den Aufstand zu unterdrücken. Die Lokalbehörden und die Bevölkerung sind Missionaren gut gesinnt. Aus Peking wird vom 2. ds. berichtet: Zwei Mörder des Anfangs August in der Umgegend ermordeten Stewards Lahr wurden heute enthauptet. Weitere acht Mitglieder der Räubergesellschaft werden am 16. ds. hingerichtet. Der italienische Kreuzer „Marco-Polo", mit dem Admiral Palumbo an Bord, hat die Fahrt nach China angetreten, wo der Admiral den Oberbefehl über das italienische Ge- schwader übernehmen soll.__ Politische Tagesschau. Prinz Heinrich besucht Rußland. W. T. B. m elde t uns heute aus Kiel: Prinz und Prinzessin Heinrich von PreußM sind Mittwoch nachmittag nach Spala abgereist, um dem russischen Kaiserpaar einen Besuch abzustatten. Man wird kaum fehlgehen in der Annahme, daß diese Besuchsreise bei, dem jüngsten Aufenthalt des Züren- paareH in Kiel verabredet worden ist. Während Nikolaus II. als Gast des deutschen Kaisers den Flottenmanövern bei Danzig beiwohnte, weilte die Zarin mit ihren Kindern bei ihrer Schwester, der Prinzessin Heinrich, auf Schloß Düsternbrook bei Kiel. Dort mag der Gedanke an einen Besuch des Prinzen Heinrich in Rußland angeregt worden sein. Ist die Angelegenheit sonach wohl in erster Reihe familiären Charakters, so entbehrt sie doch auch der politischen Bedeutung nicht. Umsomehr, als der Besuch des Prinzen unmittelbar nach der französischen Reise des Zarenpaares stattfinoet, also vor dem Gegenbesuch des Präsidenten Loubet in Petersburg, wie auch die Begegnung des Zaren mit Kaiser Wilhelm derjenigen mit Loubet voranging. An der Vortrefflichkeit der Beziehungen zwischen Berlin und Petersburg kann nunmehr auch der verblendetske französische Chauvinist nicht mehr zweifeln. Zum letzten Male weilte Prinz Heinrich im Jahre 1896, bei Gelegenheit der Krönungsfeiernchkeiten in Moskau, auf russischem Boden. Koweit. Widersprechende Meldungen über Vorgänge im persischen Meerbusen bei dem Hafen Koweit sind im Umlauf. Man hat in Indien wegen des Vorgehens der Türken gegen den Scheck Mabaruk Verdacht und glaubt, daß die in Bassra stehenden 30,000 Mann türkischer Truppen gegen den Scheck Verwendung finden sollen, um nach Besetzung Koweits, des be.sten Hafens im persischen Golf, diesen an Deutschland ab zu treten. Es heißt, im vergangenen Jahre seien zwei deutsche Beamte in Koweit gewesen, hätten dem Scheck reiche Geschenke angeboten und ihn um die Erlaubnis gebeten, den Hafen vermessen lassen zu dürfen. Der Scheit habe diese jedoch nicht gegeben. Die „Times of Indio" berichtet, daß schon seit einiger Zeit ein Abkommen zwischen dem Scheck und Großbritannien bestehe, in dem England sich gegen etwaige ftemde Beeinfluffung in Koweck gesichert habe, und rät, dieses Abkommen zu veröffentlichen, um weckere Ränke zu verhindern. — In Bombay ist man wegen der Lage im persischen Golfe unruhig. Man glaubt vielfach an eine seit zwei Jahren bestehende Verständigung zwischen England und Deutschland, wonach England im deutsch-englischen Afrika-Abkommen die Zustimmung Deutschlands zum späteren Ankauf der Delagoabay durch die Zusage erkauft habe, sich der Gründung einer deutschen Flottenstation im persischen Golf nicht zu widersetzen. Im Widerspruch zu diesen Gerüchten wird jedoch jetzt gemeldet, daß England zu aktiver Unterstiitzung des Widerstandes des Schecks Mabaruk gegen den Sultan übergegangen ist. Die „Franks. Ztg." meldet aus Konstantinopel: Der englische Konsul in Bagdad verständigte im Auftrage des Vizekönigs von Indien die Valis von Bagdad und Bassra, daß, falls die türkischen Truppen vorrücken sollten, Koweit sofort von englischer Seite besetzt würde. Rach Mittheilungen aus englischer autoritativer Quelle gilt es nicht ausgeschlossen, daß die Türkei die Koweit-Frage dem Haager permanenten Schiedsgericht unterbreitet, doch, würde in diesem Fall« England seine Zustimmung rundweg ablehnen.______________________________________________________ DeutschesDeich. Berlin, 2. Okt. Der Kaiser erlegte, wie aus Ro- m int en gemeldet wird, gestern einen kapitalen Sechszehnender und damit den vierzehnten Hirsch während seines diesmaligen Jagdaufenthaltes dort. — Die Kaiser in, die den Kaiser nach Jagdschloß Hubertusstock begleiten wollte, hat von der Reise Abstand nehmen müssen. Das Befinden der hohen Frau gibt zu keinerlei Bedenken Anlaß, vielmehr bewegt es sich in auf» steigender Besserung. Aber andererseits ist Schonung noch auf längere Zeit hinaus geboten, nachdem sich hin und wieder leichtes Fieher eingestellt hatte. Die Behandlung der Kaiserin liegt in den Händen des Leibarztes Dr. Zenker und des Geheimrats Olshausen. — Das Denkmal der Kaiserin Friedrich hat der Kaiser dem in Rom weilenden Bildhauer Hans Everding aus Kassel übertragen. — Die Beurlaubung des früheren Kommandanten der „Gazelle", Korvettenkapitän Reitzke soll doch mit der schwebenden Untersuchung wegen der an Bord des Schiffes vprgekommenen Unbotmäßigkeiten zusammenhängen. — Prinz Tschun hat von der Grenzstation Kufstein aus ein Telegramm an Kaiser Wilhelm II. nach Rammten gerichtet, worin er seinem tiefgeftihlten Danke für die während seines Aufenthaltes in Deutschland genossene Gast- fteundschaft und die herzliche Aufnahme durch den Kaiser und die Kaiserin Ausdruck gab, die besondere Freude über die ihm gewordene Ordensdekoration und die Bitte ausspricht, es möchten die bisherigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem deutschen und chinesischen Kaiserreiche noch mehr gefestigt und die kulturelle Entwicklung des chinesischen Reiches durch die machtvolle Unterstützung Kaisers Wilhelms II. gefördert werden. — Der bisherige Kommandeur der 2. ostasiatischen Jn- fanteriebrigabe, Generalmajor Kettler, erhielt den Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub und Schwertern, der Generalmajor z. D. Brinkmann und der Gesandte in Hamburg, Graf Wolff-Metternich, erhielten den Stern zum Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub. — Von der Reichsfinanz Verwaltung ist den Bundesregierungen und den in Betracht kommenden Reichsbehörden das Ersuchen ^gegangen, die unterstellten Kassen anzuweisen, die bei ihnen am 1. Januar 1902 vorhandenen und später eingehenden Einthaler stücke aus den Jahren 1823 bis 1856 nicht wieder zu verausgaben. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Nützlichkeitsmaßregel. Der Verkehr soll allmählich von dieser wegen ihres von den Vereins- thalern abweichenden Gewichtsdurchmessers unbequemen Münze entlastet werden. Sie bleibt jedoch als giltiges Zahlungsmittel noch im freien Verkehr. Die im Umlauf befindlichen Thaler aus den Jahren 1823 bis 1856 werden auf nich »iel über 20 Mill. Mk. geschätzt. Es steht zu hoffen, daß sie in zwei bis drei Jahren ganz aus dem Verkehr verschwunden sind. — Eine Meldung der Dortmunder „Tremonia", daß ßte Oberpräsidien aufgehoben und die Kompetenzen der Landräte und Regierungspräsidenten dementsprechend erweitere werden sollen, ist unzutreffend, desgleichen die Nachricht, daß die Teilung des Regierungsbezirks Arnsberg vorläufig unterbleiben werde. Es seien lediglich die Erwägungen hierüber noch nicht zum Abschluß gelangt. — Die Angabe, daß der verstorbene Staatsminister Miquel katholisch getauft sei, ist, wie der „Germania" authentisch bestätigt wird, durchaus zutreffend. Eine „Jugendliebe" Miquels, die sich später nach Holland verheiratet hat, sei katholisch gewesen, verzichtete aber auf die Hand Miquels, well derselbe „zu revolutionäre Ansichten" hatte. — V,?" „durchaus unterrichteter Seite" wird der „Rat.- Ztg." bestätigt, daß die Meldung- wonach der ungarische Ministerpräsident in Uebereinsttmmung mit dem Minister des Aeußem und mit der österreichischen Regierung nicht verabsäumt haben sollte, der deutschen Regierung zur Kenntnis zu bringen, daß sie nicht im stände wären, auf Grund des veröffentlichten deutschen Zolltarifs einen Handelsverttag abzuschließen, jeder Begründung entbehrt. — Im Reichsjustizamt sind neuerdings zwei neue Gesetzentwürfe zum Schutz der Forderungen der Bau Handwerker ausgearbeitet worden, die demnächst der öffentlichen .{Erörterung unterbreitet werden sollen. — Die Angelegenheit des Märchenbrunnens wurde in der heutigen Sitzung der städtischen Kunstdeputation erörtert. Die Deputation beschränkte sich darauf, die Rechtsfrage zu besprechen. Ein Beschluß wurde in der Angelegenheit nicht gefaßt. Zunächst soll die Frage noch näher geprüft werden, bevor Stellung zu dem bekannten Schreiben des Kaisers genommen wird. Ein Eingehen auf die Vorschläge des Monarchen steht zu erwarten. Ausland. Brüssel, 2. Okt. Der Pariser Korrespondent der r,Jndep. belge" berichtet seinem Blatte, daß, nachdem die Regelung des Konsltttes mit der Türkei gestern neuerdings ins Stocken. geraten, der französische Minister des Aus- wärttgen beschlossen hat, falls die geforderten Bedingungen nichtvollständigangenommen würden,ein französisches Geschwader nach der Levante zu entsenden. Die Ablehnung der gestellten Forderungen seitens der Pforte im letzten Augenblick hat, nachdem man im Auswärtigen Amte die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die Pforte nachgebe, allgemein überrascht. Die letzten Einzelheiten zur Wiederaufnahme der Diplomatischen Beziehungen zur Türkei wurden bereits festgestellt und bestehen aus folgenden fünf Punkten: 1) der französische Botschafter sollte nach Konstantinopel zurücktehren in Begleitung von französischen Panzerschiffen bis zum Eingang der Dardanellen oder'bis Konstantinopel; 2) die Pforte sollte die französische Flagge durch Salutschüsse in dem Augenblick, wo sie auf der französischen Gesandtschaft aufgezogen würde, ehren; 3) die Pforte sollte den Patriarchen von Chaldos anerkennen; 4) die betreffenden rückständigen Summen sollten von der Pforte ausgezahlt werden; 5) die Frage, betreffend Gründung französischer Schulen in Palästina sollte zur Befriedigung Frankreichs gelöst werden. Augenblicklich nimmt das Geschwader in Toulon Kohlen ein und erwartet Befehl zur Abfahrt. Brüssel, 2. Okt. Neuesten Nachrichten aus Afrika zufolge, welche Brüsseler Buren empfangen haben, sollen jetzt über 25 000 Buren im Felde stehen, darunter 10000 Kap-Rebellen. Wien, 2. Okt. Lemberger Blätter melden aus Warschau, daß sämtliche Restaurants und Kaffeehäuser in Polen beschlossen haben, das Abonnement auf alle reichsdeutschen Zeitungen auf Verlangen des Publikums auf» zugeben und nie mehr in Lokalen aufliegen zu lassen. Das Vorgehen wird mit dem Verhältnis der Deutschen zu den Polen in Preußen (Provinz Posen) motiviert. Lemberg, 2. Okt. Am letzten Sonntag haben zahlreiche Polen aus Myslowitz, Kattowitz und anderen oberschlesischen Grenz-Ortschaften einen Ausflug auf österreichisches Gebiet unternommen. Auf österreichischem Gebiet merkten sie plötzlich in ihrer Mitte mehrere preußische Schutzmänner in Zivilkleidung. Diese wurden aufgefordert, sich zu entfernen. Allein sie erwiderten, sie seien da, um die Ausflügler zu überwachen. Erst als österreichische Polizei einschritt, zogen sich die preußischen Schutzleute auf preußisches Gebiet zurück. Vorher wurde jedoch mit den Teilnehmern am Ausfluge ein amtliches Protokoll aufge^ nommen. Budapest- 2. Okt. Tie Reichs tags Wahl en sind bisher ziemlich ruhig verlaufen. Bereits hundert Anhänger der Regierungs-Partei, darunter der Ministerpräsident Szell sowie die Minister Lukars und Hegednes, sind wiedergewählt. Ebenso wurden die Abgg. Ugwn und Szomlio wieder gewählt. Im Walde von Dopolesany wurde der Wähler Honda von den Anhängern der Volkspartei erschlagen. Auf den Anhänger der Regierungspartei Czolosaky wurde ein Revolver-Attentat verübt. In Dotis gab es bei einem Zusammenstoß der Regierungspartei mit den Ugronisten 5 Verwundete. , del6rad, 2. Okt. Großes Aufsehen erregt es, daß fjkfjere russische Geschäftsträger Paul Manssurow jetzt von seiner Regierung abermals nach dA^d geschult ist Manssurow leitete die Geschäfte der in Belgrad während der Zeit, da die Beziehungen zwischen Belgrad und "En. Bei der Verlobung und §Stat sprelte er eine hervorragende Rolle, die Könias mit cr bei der.Trauung des Se hinntS m Vertretung des Zaren als ^EZe?So?e^Tl^^ d°r j«b'ge russische Gesandte 5atte, Ä Maissuraw Läufen M.Ia« S 'st! Manssuraw'wiedL^ LgrK ekngk- Zeit aufgetauchte! ÄiWerWnLE ju W IeSt“ Schwurgericht. m. Gießen- 3. Oktober. Gestern wurde gegen den am 28. März 1867 zu Kreuzbergerhof bei Trier geborenen Gärtnergehilfen August Goll- Hofer, zuletzt ansässig in Kreuznach, wegen Notzucht verhandelt. Der Gerichtshof setzt sich zusammen aus Landgerichtsrat Müller als Vorsitzendem sowie den Landgerichtsräten Sandmann und Schmeckenbecher als Beisitzer. Die Anklage verttitt Oberstaatsanwalt Dr. Güngerich. Die Verteidigung war dem Rechtsanwalt Hoos übertragen. Es waren 9 Zeugen und als medizinischen Sachverständigen, Medizinalrat Dr. Matthias aus Friedberg zur Verhandlung^ geladen. — Nach dem Anklagebeschluß wird dem mehrfach, darunter wegen Sittlichkeitsverbrechen vorbestraften Angeklagten zur Last gelegt, daß er in der Nacht vom 9. auf 10. Juni in Butzbach in einem Garten in der Nähe der sogen. Prinzenmauer das in Rede stehende Verbrechen verübt hat. Die Verhandlung gegen den geständigen Angeklagten wird hinter verschlossenen Thüren geführt. Nach dem öffentlich verkündeten Urteil hatten die Geschworenen die wegen mildernder Umstände gestellte Frage verneint. Der Angeklagte wurde demzufolge zu 4 Jahren Zuchthaus, von denen 2 Monate der verbüßten Untersuchungshaft in Abzug kommen, und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Der Vertreter der Staatsbehörde hatte eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren beantragt. m. Gießen, 3. Oktober. . Heute vormittag wirb in die Verhandlung gegen den Tietfttknecht Ludwig B ö ck n e r aus Maulbach wegen Meineids eingetreten. Die Anklage vertritt Gerichtsassessor Dr. Hitzel, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Röm Held. Es sind 20 Zeugen und als Sachverständiger Kreisassistenz- arzt Dr. Königer geladen. Dem Böckner wird zur Last gelegt, daß er am 6. Mai vor dem Amtsgericht Homberg a. d. O. wissentlich seine Eidespflicht verletzt und ferner am 16. April "or dem Schöffengericht Homberg einen Meineid geleistet hat. Beide Verbrechen werden als auf einem verbrecherischen Entschluß beruhend als ein fortgesetztes einheitliches Verbrechen angesehen. , In der Neujahrsnacht kam es zu Maulbach in der Sprnnstube zu einem Streit, der in Thätlichkeiten ausartete, die sich auf der Straße fortsetzten. Hierbei wurde der Angeklagte verletzt und behauptete, er sei von Georg Philipp und Becker mit einem Srelscheid und Messer bearbeitet worden. Philipp und Becker erklärten diese Angaben für falsch, B. aber beschwor seine Angaben. Nun wurde das Hauptverfahren vor dem Schöffengericht Homberg gegen Philipp und Becker wegen gemeinsamer schwerer Körperverletzung eröffnet. In der Verhandlung am 16. April wiederholte der Angeklagte seinen ersten Eid. Nach der Anklage soll Becker auf der Straße sich an den Mißhandlungen nicht beteiligt haben, also die beiden eidlichen Erklärungen des Böckner falsch sein. Der Angeklagte bleibt dabei, daß das, was er be- chworen, wahr sei. Schon innerhalb des Hauses, dicht am Eingang, sollen ihm beide unter Mißhandlungen die Kleider zerrissen, und später, nach! seiner Anzeige beim Wächter, über ihn hergefallen und zusammen geschlagen haben. Georg Phllipp sagt aus, er habe in der Nacht ganz allein auf der Straße den Angeklagten mit dem Sielschieid bearbeitet, Becker sei nicht dabei gewesen, dies habe Böckner auch ge- ehen. Karl Becker bestätigt, was Philipp angiebt. Er will nur, als Böckner ans dem Hause kam, diesem eine Ohrfeige gegeben haben, und ^war auf der Treppe, die zum Hose ührt und innerhalb des Hauses liegt. Darauf, so versichert *er Zeuge, fei er in die Stube gegangen und will diese nicht sobald verlassen haben. Der Schreiner Joh. Werner erzählt, Becker habe in der Stube ruhig neben ihm gesessen, als von anderen erzählt wurde, Böckner sei soeben auf der Straße zu- ammengeschlagen worden. Ebenso sagen ein paar weitere Zeugen aus. Der Gendarm Hofmann bekundet: Als er den Thatbestand feststellen wollte, habe ihm B., der int Bett lag, erklärt, er sei von Philipp geschlagen und verletzt worden. Becker habe ihn nur im Hause gestoßen. Der Zeuge hat daraufhin nur eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen den ihm allein als Thäter Genannten erstattet. Dagegen sagte der Nachtwächter Leun aus, B. habe ihm unmittelbar nach seiner Verwundung gesagt: „Philipp und Becker haben mich geschlagen." Die Verhandlung wird um Mittag 1—3 einhalb Uhr unterbrochen. Aus Stadt und Zand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 2. Oktober 1901. ** Kirchliche Dienstnachrickten. Ernannt wurden: Pfarrer W ald eck zu Darmstadt zum Pfarrverwalter in Beerfelden, Pfarrverwalter Schlösser zu Nieder-Ros- iach zum Pfarrverwalter in Brauerschwend. — Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die erste evangelische Pfarrstelle zu Schlitz; oem Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, steht bas Präsentationsrecht zu; die evangelisch^ Psarrstelle an der Dreifaltigkeitsgememde zu Worms ; )ie erste evangelische Pfarrstelle zu Beerfelden; dem Grafen zu Erbachs-Fürstenau steht das Präsentationsreckst zu; die evangelische Psarrstelle zu Wald-Michelbach; )ie evangelische Psarrstelle zu Lißberg, Dekanat Buringen. ** Die Stadtverordneten besichtigten am Dienstag nachmittag das renovierte Rathaus am Marktplatz und die städtische Mädchenschule. ** Der Katholische Lehrer-Verein int Großh. Hessen, der in Mainz feinen Sitz hat, hat vom 1. Okt. ab mit einer Schweizerischen Haftpslicht-Bers ich e r ungs-Ge- ellschast einen Vertrag abgeschlossen, der den Lehrern )es Vereins bei ihren Haftpflichtversicherungen wesentliche Vorteile gewährt. ** Theater-Verein. Mit Maria Reisenhofer, der durch ihre Kunst wie durch ihre Schönheit gleich ausgezeichneten Schauspielerin, welche nach mehrjähriger Wirksamkeit am Deutschen Theater in Berlin seit diesem Herbst der Stern des dortigen Residenztheaters ist, kam soeben ein Vertrag ju Stande, durch welchen sich die Künstlerin zu einem einmaligen Gastspiel am 10. Dezember verpflichtet. Es wird dieses die vierte Abonnementsvorstellung sein. Trotz >er enormen Kosten, welche dieses Gastspiel verursacht, hat der Vorstand des Theater-Vereins kein Bedenken getragen, die Verpflichtungen des Gastspielvertrags zu übernehmen, in der Voraussicht, daß das Theater an diesem Abend voll- tänbig ausverkauft sein wird, ebenso, wie das bei dem Gastspiel von Irene Drisch im letzten Winter der Fall war und voraussichtlich auch jetzt wieder bei ihrem bevorstehenden Gast- spiel der Fall sein wird. * • Aus dem Theaterbureau. Freitag den 4. ds. Ms. geht der erfolgreiche neue Schwank „Die Dame von Maxim" erstmalig in Szene. In demselben ist das Per- sonal des Stadttheaters zum ersten Male vollzählig beschäftigt. * * Das Pionierbataillon Nr. 11 wurde am Dienstag durch Gießener Zugpersonal von Kastel abgeholt, um mit zwei Extrazügen nach seiner neuen Garnisonstadt befördert zu werden. Mit zwei Exttazügen trafen nachts gegen 12 Uhr die Mannschaften auf dem hiesigen Bahnhofe ein, von wo sie geftern morgen gegen 3 Uhr nach der neuen Garnison, Münden (Provinz Hannover), weitertransportiert wurden. • * Gießener Volksbad. Im September wurden 7456 Bäder verabreicht, gegen 10026 im August 1901 und 7304 im September 1900 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 266 Bäder gegen 371 im August 1901 und 261 im September 1900. Der Besuch im einzelnen hat sich verteilt wie folgt: Schwimmbad 3686 Männer, darunter 615 zu 10 Pfg., „ 989 Frauen, „ 220 „ 10 ,, Wannenbäder 1. Kl. 171 Männer, 78 Frauen, „ 2. „ 553 „ 425 „ Dampf- und Heißluftbäder sowie Massage zusammen 113 Männer, 19 Frauen, Brausebäder 1169 Männer, 253 Frauen. Die Personenwage wurde von 200 Personen benutzt und das Bad von 24 Personen besichtigt. ** Ernteertrag. Nach der von den Feldgeschworenen vorgenommenen Erhebung über den Ernteertrag in der Gemarkung Gießen für 1901 waren bestellt: 87 Hektar mit, Weizen, 215 mit Roggen, 55 mit Gerste, 2 mit Meng- getreide, 325 mit Hafer, 15 mit Erbsen, 10 mit Wicken, 15 mit Mischfrucht, 230 mit Kartoffeln, 130 mit Runkel-; rüben, 30 mit Zuckerrüben, 1 mit Möhren, 10 mit Kohl-/ rüben, 15 mit Kraut- und Feldkohl, 2 mit Raps, 75 mit Klee, 8 mit Luzerne, 1 mit Mais, 40 mit Grassaat; an Wiesen waren 400 Hektar vorhanden. An Obst wurden geerntet von 4950 Aepfelbäurnen 120 Doppelzentner, von 2900 Birnbäumen 80 Doppelzentner, von 8500 Pflaumen- (Zwetschen) Bäumen 85 Doppelzentner, von 1470 Kirsch - bäumen 15 Doppelzentner, von 52 Wallnußbäumen 2 Doppelzentner; der Obstettrag wurde auf 5730 Mk. bewertet. ** Zirkus Althoff. In Wetzlar giebt feit einigen Tagen der Zirkus Althoff Vorstellungen. Der Zirkus verfügt über ein reiches Pferdematerial und ein gut geschultes Künstlerpersonal. Die Vorstellungen haben sich deshalb bisher eines zahlreichen Besuchs des Publikums zu erfreuen gehabt. Er beabsichtigt am morgenden Freitag hier eine Reihe von Vorstellungen zu eröffnen. (!) Ein alter Landstreicher aus Frankenbach, der schon öfters Gießen seinen Besuch geschenkt hat, wurde gestern hier wegen Bettelns verhaftet. (!) Verhaftungen. Ein auswärtiger Lehrer, der in einem hiesigen Gasthaus logierte, wurde auf Veranlassung -einer auswärtigen Staatsanwaltschaft wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet. — Einem hier bediensteten Knecht, der in einem Neubau an der Klinikstraße übernachtet hatte, wollte heute ftüh ein Frauenzimmer die Taschenuhr stehlen. Er erwachte jedoch im rechten Augenblick und ließ die Thäterin, der die Uhr abgenommen wurde, alsbald verhaften. So endete das Liebesidyll, das er am Abend vorher mit der Diebin begonnen hatte. — Alten-Buseck, 2.Okt. Schulverwalter Möller wurde von hier nach Klein-Linden versetzt. An seine Stelle' kam Herr Ziegler- der seither in Münster bei Butzbach stand. -o- Lang-Göns, 2. Okt. Heute fand hier in ruhiger Weise, aber bei sehr reger Beteiligung?unsere Gemeinderatswahl statt. Mit fast lOOftimmiger Majorität gingen die 4 Kandidaten der Wentzel'schen Partei, Johs. A. Wagner, I. A. Müller, Johs. Weber V. und Johs. F. Henrich aus der Wahlurne hervor. Bei der vorjährigen Bürgermeisterwahl war diese Partei unterlegen. Man hofft und wünscht nun, daß die Gewählten mit verstärkter Kraft, Charakterfestigkeit und Uneigennützigkeit wie im vergangenen Jahr auch ernerhin zum Blühen und Gedeihen unserer Gemeinde Weiterarbeiten werden. •/. Obbornhofen, 1. Okt. Bei der am 30. September abgehaltenen Bürgermeisterwahl, wurde der seitherige, Bürgermeister Konrad Leschhorn III. abermals einstimmig mit 117 Stimmen gewählt. Es wurde ihm eine sehr hohe Tanne als Ehrenbaum mit Kränzen und Bändern vor dem Hause aufgepflanzt, und am Abend zog der Krieger- uüd Gesangverein, gefolgt von fast der ganzen Gemeinde, vor das Haus des Gewählten und brachte ihm ein Ständchen. Der Präsident des Kriegervereins Kratz hielt eine Ansprache und ieß den neugewählten Bürgermeister, der gleichzeitig Ehren- Präsident des Vereins ist, hoch leben. Der Bürgermeister dankte den Vereinen und seinen Wählern und brachte auf den Frieden und die Einttacht in der Gemeinde ein dreifaches Hoch aus. l Laub ach',- 2. Okt. Am Dienstäg fand die Generalversammlung der hiesigen Spar-undLeih- k a s s e int Gasthaus zur Traube statt. 'Tie Mitglieder waren zahlreich erschienen; anwesend war auch der Kreisrat des Kreises Schotten, Geh. Regierunngsrat Schönfeld. 'Die Rechnung für das Jahr 1900 wurde genehmigt und dem Rechner Schreiner Entlastung erteilt. Der Ausschuß hatte in Bezug auf die Verwendung der Ueberschüsse beantragt, dm Gemeinden des Sparkassenbezirks, bestehend aus den Gemeinden der alten Graffchast Laubach- 2500 Mark Rjj weisen, die Versammlung wies aber denselben nur 1100 Mark zu, den Rest dem Reservefonds) da die^ Stärke be» letzteren noch nicht den Vorschriften des Ministeriums ent-, spricht. Die übrigen Gaben für milde Zwecke wurden genehmigt. Hierauf wurde zu den Wahlen gefdjntten. An Stelle des in vorgerücktem Alter stehenden Direktors Rtt- ter wurde Bürgermeister Jochem von Laubach gewählt, der erklärte, seine Stelle als Direktor des Spar- und Kreditvereins niederzulegen. Deshalb sand der Protest des Kaufmanns Ritter gegen diese Wahl kemen Widerhall in der Versammlung. Als Stellvertreter des Direktors wurde der gräfliche Rentmeister Bohn gewählt. 'Den letzten Punkt der Tagesordnung bildete der Antrag des Bürger-, Meisters Reitz aus Inheiden, den Gemeinden freies Ver-, füqungsrecht zu geben über die Art der Verwendung der ihnen aus den Ueberschüssen bewilligten Beträge. Es wurhA jedoch beschlossen, diesen Antrag zit verschieben, bis überhaupt die neuen Statuten, die doZ neue Sparkassengesetz bringen wird, vorliegen. Bis jetzt sind nämlich die Gemeinden statutarisch verpflichtet, zu ganz bestimmten gemeinnützigen Zwecken diese Beträge zu verwenden. 'Las sich anschließende Festessen brachte die versöhnliche Stimmung wieder zur Geltung, die leider während der Verhandlungen zuweilen recht sehr fehlte. — In diesen Tagen fand man an der „Engelsburg" noch reife Erdbeeren^ + Grebenhain, 1. Oktober. Der Briefträger Karl Faitz fand in dem Personen-Postwagen, der zwischen hier und Herbstein verkehrt, ein Portemonnaie mit 62 Mk., das er am hiesigen Postamt niederlegte. Als Eigentümerin wurde Fräulein Althaus aus Altenschlirf ermittelt. -h- Büdingen, 2. Okt. Bei prächtigstem Herbstwetter hielt heute der Erbprinz von Psenburg-Büdingen mit seiner Gemahlin den Einzug in unsere Stadt. Diese war schön geschmückt. Mit dem 1 Uhr 2 Min. fälligen Personenzuge traf das Paar hier ein, begrüßt von den fürst- üchen Beamten. Den Festzug eröffneten etwa 30 Reiter .(Pächter und Oekonome der fürstlichen Güter), sodann kamen drei geschmückte Wagen mit Handwerkern unserer Stadt, darnach das neu vermählte Paar im offenen Sechsspänner. An der Ehrenpforte hielt Bürgermeister Knaaf eine kurze Ansprache, die Se. Durchlaucht dankend erwiderte. Schulen und Vereine standen Spalier; die Musik stellte ein Teil der Hanauer Ulanenkapelle. Am Abend fand Fackelzug, darauf Konzert im Rathaussaale statt. m. Friedberg, 1. Okt. Kreisrat Fey hat die Leitung der Kreisverwaltung heute übernommen. — Am 29. Sept, wurde in Ober-Rosbach das Missionsfest des Dekanats Friedberg gefeiert. Direktor Weiffenbach hatte die Festpredigt übernommen. Er sprach über I. Tim. 2, 3—6. Missionar Flad schilderte an der Hand des Wortes: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen" die furchtbaren Christenverfolgungen während der Wirren in China. Im Saale Schlotter fand sodann eine Nachversammlung statt. Pfarrer Becker begrüßte in wannen Worten die Erschienenen und wies kräftig auf die Bedeutung des Missionsfestes für die Festgemeinde hin. Pfarrer Kleberger erstattete den Jahresbericht. Missionar Flad erzählte noch von seinem Wirken unter den Chinesen. Darmstadt, 1. Okt. Nach langem, schwerem, mit vieler Geduld und Standhaftigkeit ertragenem Leiden verschied am Sonntag Frau Marie v. Hiombergk-Vach, die frühere Präsidentin der Alice-Schule. Die Verstorbene gehörte zu denen, mit welchen die verstorbene Großherzogin Alice sich gerne beriet und besprach, als es sich darum handelte, der Frauenwelt neue passende Erwerbsquelle^ zu erschließen. Mit großer Gewissenhaftigkeit und Treue stand Frau von Hombergk eine lange Reihe von Jahren dem verantwortungsvollen Posten einer Präsidentin des Alice-Vereins für Frauenbildung und Erwerb vor. Sie befand sich noch im Amte, als die jetzige hohe Landesfürstin ihren Einzug hielt, und hatte die Ehre, der jungen Fürstin die anderen Damen des Vorstandes vorstellen zu dürfen. -k- Mainz, 2. Okt. Vor einigen Monaten ging durch einen großen Teil der Presse eine seusationell aufgebauschte Mitteilung, daß an den hiesigen Gerichten eine große Kuppeleigeschichte mit Sternberg'schemBeigeschsmack anhängig sei, in die eine größere Anzahl Personen aus den besseren Ständen verwickelt seien. Im Anschluß an diese Zeitungsmeldung wurden die Namen der angesehensten Personen von hier als mit der Sache im Zusammenhang stehend öffentlich kolportiert, weshalb man allgemein mit Spannung dem gerichtlichen Austrag der Angelegenheit entgegensah. Jetzt hat sich herausgestellt, daß die ganze Sache auf einem müßigen Klatsch basiert und lediglich dadurch so große Verbreitung fand, daß durch Indiskretion eines Polizeibeamten ein findiger Reporter Kenntnis von der gegen eine Witwe erhobenen Denunziation wegen Kuppelei Kenntnis erhalten und diese Angelegenheit mit allerlei Ausschprückungen in die Öffentlichkeit gebracht hat. Auf Verfügung des Landgerichtes ist jetzt die ganze in der Sache schwebende Untersuchung niedergeschlagen worden. fl. Jag.es h eim, 2. Okt- Heute vormittag schoß der Schreiner Peter Joseph Kern auf seine 18jährige Tochter und-verletzte sie schwer am Schenkel. Tann tötete er sich selbst durch einen Schuß in die Schläfe. Der Selbstmörder stand in Offenbach in Arbeit Er hinterläßt 7 Kinder. E. Krofdor.f,- 3. Okt. Bor etwa 10 Wochen starb unser hochbetagter Pfarrer Geibel; ihm folgte sechß Wochen später seine Ehefrau im Tode nach Dem Wunsche der Hinterbliebenen entsprechend, sollten beide Ehegatten nebeneinander bestattet werden. Zu der deshalb nötigen Ausgrabung der Leiche des Pfarrers erteilte der Bürgermeister die Genehmigung, und die Ausgrabung sollte am Mittwochabend vorgenommen werden. Als die zur Vornahme dieser Arbeit aus Gießen eingetroffenen Arbeiter im Beisein des Polizeidieners mit der Ausgrabung beginnen wollten, wurde ihnen dies auf Grund eines in letzter Stunde gefaßten Gemeinderatsbeschlussrs untersagt. fl. Homburg v. d. H., 2. Okt. Auf der Strecke Homburg-Usingen wären gestern abend beinahe zwei Personenzüge zusammengestoßen, indem von Friedb erg ein Zug mit Verspätung kam, der schon vor Ablassung des von Homburg kommenden Zuges in Homburg hätte sein sollen. Auf zwei Meter Entfernung wurden die Züge zum Stehen gebracht» Frankfurt, 2. Okt. Ein hiesiger Metzgermeister, der in der Perlbächergasse ein altbekanntes Geschäft betreibt, verlor bei dem Zusammenbruch der Leipziger Bank einen großen Teil seines Vermögens im Betrage von 50 000 Mark. Dieser Schicksalsschlag hatte für den Mann die traurigsten Folgen; dieser Tage wurde er in die Irrenanstalt verbracht. Frankfurt a. M., 2. Okt. Am Sonntag ereignete sich im Taunus ein bedauerlicher Jagdunfall. Mehrere Herren von hier nnd Offenbach befanden sich daselbst auf der Feldjagd. Beim Ueberschreiten eines Mühlgrabens erhielt einer der Jäger, ein Fabrikant aus Offenbach, eine volle Schrotladung in den Rücken. Mittels einer Tragbahre wurde der Schwerverletzte in das Hospital nach Camberg gebracht. Wahrscheinlich hatte einer der Jadteilnehmer sein Gewehr nicht gesichert, sodaß es sich beim Laufen entlud. ** Kleine Mitteilungen aus Hesicn und den Nachbarstaaten. Am Mittwoch früh fand eine Zugentgleisung bei Alzey statt. Die Züge erlitten dadurch Verspätung. Personen sind nicht verunglückt, nur ist einiger Materialschaden entstanden. — In Biedenkopf brach am Sonntag Nachmittag ein Feu er aus, welchem eine Scheuer mit großen Erntevorräten zum Opfer fiel» Auch in Winkels brannte in der 9tacht von Samstag auf Sonntag ein ganzes Gehöft, Wohnhaus, Stall und Scheune, nieder. Vermischtes. Gelsenkirchen, 2. Okt. Die Zahl der Typhns- erkrankungen im Stadt- und Landkreise Gelsenkirchen betrug heute nachmittag 770, ist also seit gestern vormittag um 48 gestiegen. Die Sterblichkeit ist im allgemeinen gering, einzelne Erkrankte konnten bereits entlassen werden. * Wien, 2. Okt. Nach einer Privatmeldung aus Pardubitz steht die dortige Petroleum-Raffinerie von Panto in Flammen. Alle Löschversuche sind bisher vergeblich gewesen. * Wien, 2. Okt. Einer Lokalkorrespondenz zufolge erschienen heute mittag bei dem Vize bürgermeister Neumayer zwei Stabsoffiziere, die ihn fragten, ob er die in der gestrigen Gemeinderatssitzung vom Bürgermeister Lueger erwähnte Aeußerung, daß Dr. Ritter von Ofenheim Jude sei und er (Neumayer) denselben daher nie als satisfaktionsfähig betrachte, wirklich gemacht habe. Nachdem der Vizebürgermeister die Frage bejaht hatte, verlangten die Offiziere im Namen Ofenheims Genugthuungmit den Waffen. Neumayer lehnte die Forderung a b. * Budweis, 2. Okt. Der Infanterist Rehor, der s. Zt. den Unteroffizier Brzek erschossen hatte, wurde heute früh im Hose der Marienkaserne durch den Strang h.in- g e richtet. * Leeds, 2. Okt. Dem für eine deutsche Juwelierfirma auf.Reisen befindlichen Kaufmann Reijersbach wurde von dem ihm die Mshen nachfahrenden Kommissionär ein Kasten im Werte von 40 000 Mk. gestohlen. Gerichtssaal. d. Gießen, 1. Okt. Strafkammer. Ein hiesiger Bäckermeister Fr., der s. Z. angeklagt morden mar, daß er seinen einzigen Gehilfen, den er von 12 Uhr nachts bis 7 Uhr morgens und von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr nachmittags beschäftigte, nicht die in der Gemerbeordmmg vorgeschriebene Ruhezeit von 8 Stunden zwischen zwei Arbeüsschichten gewähre, hat gegen die ihn zu einer Geldstrafe verurteilenoe Entscheidung des Schöffengerichts Gießen Berufung eingelegt und Freisprechung beantragt. Die Staatsanwaltschaft beantragte, die erkannte Strafe jju erhöhen und aus Gefäng- ms zu erkennen. Die Entscheidung wrrd in 8 Tagen verkündet.— Die Berufung des Gr. von Heisters gegen das ihn wegen Ruhestörung verurteilende schöffengerichtlrche Urteil wird verworfen. Ebenso die des Kutschers I. von hier, der wegen Tierquälerei zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. — Der 17jährige T. H. von Kloppenheim hatte im Vorbeifabren den Fuhrmann eines anderen Wagens angefahren und zu Fall aebracht, sodaß dieser unter das Vorderrad seines Wagens geriet, das ihm über die Zehen ging. Er wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. — Die beiden Maurermeister L. von Borsdorf und Br. von Ulfa hatten sich wegen Vergehens gegen § 33 Str.-B. zu verantworten. Der erstere erhielt eine Geldstrafe von 100 Mk., der letztere eine solche von 25 Mk. Der erstere hatte eine 5 Mtr. hohe Marler für eine Tenne auf sehr schlechtem Fundament errichtet, die auch, als der Maurermeister Br. nebenan mit den Erdarbeiten zur Errichtung einer anderen Mauer begann, einstürzte und einige Arbeiter verletzte. — Ein geradem erschreckendes Bild entrollte die Beweisausnahme gegen die Eheleute Arnold von Lich. Sie stehen unter der Anklage, das voreheliche Kind der Ehefrau, als dessen Vater sich, der jetzige Ehegatte bekennt, schwer mißhandelt zu haben. Tas dreijährige Kind, welches unter Ungeziefer stark zu leiden hatte, wurde täglich in unglaublicher Werse gezüchtigt und allein in ein Zimmer geschlossen. Die Angeklagten erhielten 2 bezw. 1 Jahr Gefängnis und wurden sofort in Haft abgeführt. — Der zu Geiß-Nidda wohnhafte K. wird wegen Körperverletzung zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Ebenso erhalt ein Lehrer W. wegen Ueberschreitung seines Züchtigungsrechts uiid damit ver- bundeuer Körperverletzung eines Fortbildungsschülers eine Geldstrafe von 50 Mk. Frankfurt, 2. Okt. Vor drei Jahren wurde ein Arbeiter namens Koch wegen Sittlichkeitsoergehens zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bei der nunmehr erfolgten Wiederaufnahme oes Verfarhens vor der Strafkammer ist Koch freigesprochen worden. Drei volle Jahre also hatte der Bedauernswerte unschuldig hinter Kerkermauern für eine That büßen müssen, die er nicht begangen. Kouitz, 2. Okt. Der Erste Staatsanwalt Schweigger hat das Verfahren gegen den Fleischer Adolf Lewy uno den Fleischergesellen Moritz Lewy wegen Mordes bezw. Teilnahme an dem Verbrechen eingestellt. Den Ersten Staatsanwalt beim Landgericht I Berlin hat er davon zu den Strafakten wider Böttcher und Genossen in Kenntnis gesetzt. Meran, 2. Okt. Vom Erkenntnissenat des Kreisgerichts in Bozen wurde der wegen schwerster Verbrechen gegen die Sittlichkeit und airderer Übertretungen anaeklagte 40jährige Meraner praktische und Krankenkasfen-Arzt Dr. Alois Huder zu 18 Monaten schweren Kerkers verurteilt. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft. Märkte. Limburg a. d. Lahn, 2. Oktober. Frachtmarkt. (Durchschnittspreis pro Malter.) Rocher Weizen 13,70 Mk., weißer Weizen —,— Mk., Korn 00,00 Mk., Gerste 0,00 Alk., Hafer: alter 0.00 Mk., neuer 0,00 Mk., Erbsen —,— Mk. Berlin, 2. Okt. Ter Prospekt über 32460000 Mk. 4prozent. staatsgarantierte russische Südostbahnobligationen wurde heute genehmigt. Der Prospekt wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Neueste Meldungen. Originaldrahtmelduugen des Gießener Anzeigers. Berlin, 3. Okt. Der Bundesrat wird heute wieder nach Ablauf der Sommerferien zu seinen regelmäßigen Sitzungen zusammcntreten. — Die Beisetzung des Kammersängers Emil Götze hat unter zahlreicher Beteiligung der Künstlerkreise statt- gefunden. Hamburg, 3. Okt. Der Nordpolreisende Bauendahl ist gestern nachmittag hier eingetroffen. Er beabsichtigt, im nächsten Jahre den Versuch, den Nordpol zu erreichen, zu wiederholen. Brüssel, 3. Okt. Unter den in Neapel wegen der Pest zurückgehaltenen Passagieren befindet sich auch der Oberbürger, meister de Mot von Brüffel. Wien, 3. Okt. Ter heute von seinem Urlaub wieder eingetroffene rumänische Gesandte tritt, wie verlautet, mit dem Grafen Goluchowski in Unterhandlung wegen einer in Ausficht genommenen Zusammenkunft des Königs von Rumä- nien mit dem Kaiser Franz Josef. Budapest, 3. Okt. Bis jetzt find 250 Wahlresultate bekannt. 177 Regierungskandidaten und 43 Anhänger der Koffuth- Partei find gewählt. Die Regierungs-Partei hat 9 Mandate, die Kossuth-Partei 10 Mandate gewonnen. Aus mehreren Ort- schäften kommen Meldungen von blutigen Zusammenstößen zwischen Wählern und Militär. Letzteres mußte von der Waffe Gebrauch machen; mehrere Personen wurden erschösse«^ viele verwundet. Paris, 3. Okt. Oberstleutnant Gally, bisher Uuterchef im Kriegsministerium, ist zum MUitär-Attachs in Holland und Belgien ernannt. Der Kabinetschef Waldeck-Rouffeau begiebt fich auf zwei Tage nach Rambouillet zum Präsidenten Loubet. Wichtige, politische Vorkommuiffe haben denselben zu diesem Besuche veranlaßt. Rom, 3. Okt. Dem Dampfer „Baiern", der den Sühne- Prinzen nach China zurückbringt, wurde der Aufenthalt im Hafen von Neapel wegen der Pest nicht gestattet. Ncwyork, 3. Okt. Die Anarchistin Emma Goldmans» will heute in Chicago den gleichen Vortrag halten, den sie kürz- lich aus Anlaß des Attentats auf Mac Kinley hielt. Der Vortrag wird von der Polizei streng bewacht werden. Berlin, 3. Okt. Gegenüber anderweitigen Meldungen berichtet der „Vorwärts", daß die Kunst-Deputation in ihrer gestrigen Sitzung einmütig, die Magistrats-Mitglieder eingeschlossen, der Ansicht war, daß dem E^nq spruchj des Kaisers betreffend die Märchen- brunnen nichtstattgegeben werden soll. 'Die Deputation fand keinen Anlaß, die bereits in der Ausführ-, ung begriffenen Märchenbrunnen infolge des kaiserlichen Einspruchs anders zu gestalten und war — ebenfalls einmütig — der Ansicht, daß weder nach dem Gesetz noch nach dem s. Z. bei Uebernahme der Straßen abgeschlossenen Vertrage die Aufstellung der Brunnen von der Genehmigung des Kaisers abhängt. Da das Schreiben des Polizeipräsi-, deuten keine definitive Weigerung der polizeilichen Bau?, erlaubnis enthält, sondern eine Abänderung des Projektes anheimstellt, beschloß die Deputation, dem Magistrat zu empfehlen, dem Polizeipräsidenten mitzuteilen, daß eine, Aendernng des Projektes nicht beabsichtigt wird und den Präsidenten um eine definitive Aeußerung darüber zu ersuchen, pb er die Bauerlaubnis erteilt oder verweigert. Für den Fäll der Verweigerung beschloß die Deputation, den Magistrat zu ersuchen, gegen d e n P o- liizei-Präsidenten die Klagie auf Ertellung der BauerlaubniH beim Oberverivaltungsg ericht einzuleiten. Kiel, 3. Okt. Die Besatzung des aus Ostasien zurück- gekehrten Kreuzers „Gefion", 300 Offiziere und Mann-, schäften, ist gestern abend im Sonderzug pon Wilhelms^ Haven ein getroffen. Die Heimgekehrten wurden von Kameraden und Angehörigen auf dem Bahnhofe begrüßt, und marschierten unter Vorantritt eines Alusikkorps nach, der Matrosen-Kaserne. Son der bürg, 3. Oktober. Drei Füsiliere vom 3. Bataillon des Regiments Nr. 86 (Königin) verübten in der Nacht in der Kantine Einbruch Sie erbeuteten ca. 1Q0Q, Mark Baargeld und flüchteten alsdann. Dhale (Harz), 3.. Okt. Ter Gemeindevorsteher, Siebert wurde vom Nachtwächter Bitzmann, der glaubte, daß Siebert seiner Anstellung im Dienste des, Ortes ent-, gegenstand, erschossen. Der Mörder wurde in Blanken-, bürg verhaftet. München, 3. Okt. Im Landtag loird heute die Zentrums-Interpellation verhandelt, welche Stellung die bayerische Regierung bei den Beratungen des Zo lltaris- entwurfs im Bundesrat einzunehmen gedenke. Brüssel, 3. Okt. Alle aus den Kohlenbezirken gestern hier eingegangenen Meldungen lauten übereinstimmend dahin, daß die Ausstandsbewegung langsam im Wachsen begriffen ist, sich aber noch weit entfernt vom Generalausstand befindet. London, 3. Okt. Aus Pretoria! wird gemeldet: Der. frühere Gen er al-Mr o kur ator der Transvaal-Republiken Br eks man ist unter der Anklage des Verrats erschossen worden. — Nach, einem Telegramm aus Kapstadt wird eine wichtige Konferenz zwischen Lord Kitchener und mehreren höheren englischen Beamten demnächst stattfinden. — Ans Middelburg wird berichtet: Buren von dem Kommando Fouche plünderten mehrere Häuser in Xuca. „Daily Mail" meldet aus Brüssel: Ein Enkel Krügers' ist hier eingetroffen. Derselbe ist Träger wichtiger Depeschen von Botha und Schchk Burger. Diese Dokumente betreffen die Korrespondenz zwischen Kitchener und Schalk Burger. Auch befindet sich darunter der Sommer- Kriegsplan, der augenblicklich zur Ausführung ge-. langt. In dem Telegramm heißt es: Die Lage der Buren, sei niemals besser gewesen, als heute. London, 3. Okt. Gestern fand in Barrow der Stapellauf des ersten englischen Unterseebootes statt. Grimsby, 3. Okt. Die ausständigen Fischer haben, den Schiedsspruch angenommen unter der Bedingung, daß derselbe sofort zur Ausführung gelangt und Jeder seinen Posten sofort besetzen kann. Madrid, 3. Okt. Zwischen den Städten Bejar und Candelario sind ernste Reibungen ausgebrochen, weil Can- delario der Stadt Bejar das Wasser abschneidet. Die Bewohner bon Bejar zogen gegen Candelario, töteten viel Vieh, zündeten Landhäuser an und beschossen die Bürger von Candelario, die sich verbarrikadiert hatten. Tie letzteren hatten vier Tote. Kavallerie ist nach Bejar abgegangen. C,ass e l, 3. Okt. In einem Wagenabteil 2. Klasse des heute früh halb 3 Uhr aus Westfalen eingelaufenen Schnellzuges ist, wie das „Casseler Tageblatt" meldet, kurz hinter Mönchshofen auf einen Reisenden ein Mordanfall verübt worden. Ter Angreifer gab auf den Reisenden 3 Revolverschüsse ab, verwundete ihn schwer am Kopfe. 'Der lieber» iallene hatte noch die Kraft, dem Angreifer den Revolver zu entreißen und die Notleine zu ziehen. Als der Zug hielt, wurde der Verbrecher vom Zugpersonal festgenommen und bei der Ankunft in Cassel der Polizei übergeben./ Die Persönlichkeit konnte noch nicht festgestellt werden. Bremerhaven, 3. Okt. Der Hamburger Dampfer „Tuen- man" landete heute das 1. Seebataillon, die Pionier-Kompagnie und das Marine-Lazarett des ostas. Expeditionskorps, zusammen 22 Offiziere und 753 Mann. S’/jö/o Reichflanleihe do. . 193.30 , 171.30 , 114.90 , 120.00 ; 131.90 . 132.25 . 157.00 . 179.00 . 162.00 . 154.0Ü Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank , Dresdener Bank , . Berliner Handelsgea. Oesterr. Staatsbahn , Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . . . . 30'0 100.50 90.30 150.00 90.30 98.50 99.10 42.50 25.70 25.75 83.90 | Harpener Tendenz: fest, 3V,o/o Konsole . . . 3°,'o do. « . k ♦ 3l/2% Hessen . . . 50/q Italien. Rente . . 4’/o Grieoh. Monopol-Anl, 30/o Portugiesen . . . 8O/o Mexikaner . . 41/a% Chinesen . 4 * Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. BL, 4. Oktober. 6570 Die Beerdigung findet in Gießen am Freitag, dem 4. Oktober, nachmittags Si/4 Uhr, vom Oberhessischen Bahnhof aus statt. 6570 und Kinder. Alsfeld, den 2. Oktober 1901. Tödes - Anzeige. Freunden und Bekannten in Gießen und Umgegend widmen wir hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß unser innigstgeliebter Gatte und Vater Herr Louis Schultheis nach langem, schwerem Leiden heute früh 5 Uhr sanft verschieden ist und bitten um stille Teilnahme. Die trauernden Hinterbliebenen: Emma Schultheis, geb. Welmm, 3n vermieten 3°Zimnrer--Wobnuna im 1. St. mit Gaskoch-Einrichtung und Zubehör per sofort zu vermieten. 5824___________Schottstratze 7. 5181] Der seither von Herrn Lehrer Mulch bewohnte 2. Stock Wallthorstraße 44, 7 Zimmer.mit allem Zubehör, großer Garten-- anteil re. ist per sofort anderweitig preiswert zu vermieten. Näheres daselbst im 1. Stück. Fraukfurtcrstratzev (9leiibau) 5-Zimmer-Wohnung mit Zubehör per sofort oder später zu vermieten._________________6585 03937] Kleine Wohnung zu vermieten. Weferstratze 0. 6562] Schöne 2-Zimm.-Wohn. p. 1. Nov. z. verm. Wetzsteinstr. 42. Näh. G. Kraft, Grünbergerstr. 15. 6564] Sch. 2-Z.-Wohm m. all. Z.a.r.L. z. v. Seltersweg85, Hl. 03930] Wegzugshalber 5-Zimm.- Wohnung mit Zubehör zu ver- mieten. Bleichstratze 13, HL Bekanntmachung. Für das Hospital werden 45 Malter Speisekartoffeln benötigt, deren Lieferung auf dem Submissionsweg vergeben werden soll. Offerten mit Preisangabe und Proben sind bis zum '■7. d. Mts., mittags 12 Uhr, in dem Hospitale, Selters- ineg 11, niederzulegen. Gießen, den 2. Oktober 1901. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Wolff. 6579 Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen bezüglich der Firma „H. Schaffstaedt" zu Gießen: Die Ginzel- Prokura des Ingenieurs Peter Thoms ist erloschen. Dem iJngenieur Peter Thome, sowie dem Kaufmann Otto Bergen, 'beide zu Gießen, ist Gesamtprokura erteilt. Gießen, am 1. Oktober 1901. 6575 Großherzogliches Amtsgericht. H aush altrmgsschule. Mittwoch den 23. Oktober l. I., vormitt. 10 Uhr, geginnt im Schulhause in der Neustadt ein achtwöchentlicher Kmffus der Haushaltungsschule. Die Schülerinnen werden in weiblichen Handarbeiten, besonders aber im Kochen und in der Führung eines einfachen Haushaltes unterrichtet. Diejenigen, welche den Kursus besuchen wollen, können sich bei 'Herrn Lehrer Schaaf melden. Gießen, den 1. Oktober 1901. 6577 Mecum, Bürgermeister. Fuhr, Oberlehrer. Wer’s Oefen „patent-Germanen“ für dauernden und zeitweisen Brand sind vorzügliche Oesen für alle Zwecke. Größen von 50—2500 obm Heizkraft. Seit 7 Jahren über 170000 Stock verkauft. Neu und empfehlenswerth! Wlntefs Oefen „Patent-Germanen“ mit neuer natenürter eingriffiger Germania-Begullmng und mit geschmackvollen Majolika-Pliesen-Blänteln. j Hervorragender Ersatz für Oefen nach amerikanischem System und für Kachelöfen sind Majolika - Fllesenöfen „Germanen“ für dauernden und zeitweisen Brand. Oscar Winter, Hannover, * gegr. 1796. , Zu beziehen durch alle besseren Ofenhandlungen. Turnverein. Sonntag den 6. Oktober, nachmittags von 4 Uhr an, in der neu renovierten Turnhalle: Abturnen mit Konzert. Von abends 8 Uhr ab: Turnerische Aufführungen öei clekt. Beleuchtung. Hierauf: Tanz. 6587 Der Vorstand. H®* Rnr 4 Tage in Greben ans dem LSwaldsgarten. ©iHkus Freitag den 4. Oktober, abends 8 Uhr: Große Gala-Cröffrmngs - Vorstellung mit höchst interessantem Programm. Besonders erwähnenswert ist die Gowby-Truppe, darunter Texas-Jack, schnellster und kühnster Reiter der Welt. — Preise der Plätze: Loge 2 Mk., Sperrsitz 1,50 Mk., 1. Platz 1 Mk., 2. Platz 60 Psg., Gallerte 40 Pfg. Kinder unter 10 Jahren zahlen aus allen Platzen die Hälfte. Samstag den 5. Okt., abds. 8 Uhr: Große Parforce-Vorstellung. Alles Nähere durch Austragzettel. 6567 Hochachtungsvoll W. aithoff, Direktor. I i Stabt. Schlachthaus. Freibank. Heute uuv »orgeu: Gchsesfleisch 50 Kfg. SchmweSM 45 Kfg. empfiehlt 6584 Nestlimlliim Wilhelm Rimi Klein-Linden._______ neue ttjüring. Sellerlinseii ferner 6566 Rollmöpse, aste Pfg., Bismarckheringe Sardinen 6566 frisch eingetroffen bei Adolf Lenhard, ________Frankfurterstraße. ______ Al Metzer! Hackklötze und Hackbretter in allenDimensionen zu haben bei Andr. Euler, 6010_________Steinstraße.________ Achtung! Kammerjäger AerKsen ist hier, um Ratten, Mäuse, Schwaben, Wanzen, Ameisen radikal auszurotten. 03927 Bestellungen nimmt die Expedition d. Bl. entgegen. Billig! Billig! Ein Waggon Buchenscheitholz erster Klasse 6589 steht aus dem Main-Weser-Bahn- hos und wird morgen Freitag, den 4. Oktober, morgens von 8 Uhr an, meterweise abgegeben. Raummeter 9,25 Mk. Kessler, Pserdemetzger. ?.u uerkiuifcn Etn Baum Sützäpfel billig abzuaeben. Näh. Bismarckstr. 36, p. zwischen 4 u. 6 Uhr nachrnittags. 6574] Eine noch gut erhaltene Säemaschine, 2 m breit, mit Vordersteuermrg und Nutensaatwelle (System Saxonia) ist wegen Anschaffung einer breiteren preis- würdig abzugeben bei G. Bert, Hof Londorf. Nahe an der Stadt (Schwarzlach) ein großes Stück 6576 ewigen Klee zum Abfüttern zu verkaufen. Näh, bei Alexander Mayer. 6571] Verkaufe eine fast neue Centraldoppelfliute (Cal. 16), sowie eine rassereine, schwarzbraune Teckelhündru wegen Aufgabe der Jagd preiswert. Wo? sagt dre Exped. d. Bl. 03924] Bernhardiner Hund, Va Jahre alt, billig abzugeben. Hammstratze 5. Unnf'Gelnche Päckheu füllst H. Mettenheimer, Kreuzpl. 3. 6525] Schützenstraße 11, eine kleine und] 1 größere Wohnung zu vermieten._______________Hotz. Öjlctnc Wohnung zu vermieten. J» 03933] Saudgasse 46. 03935[ E. Fam.-Wohn.z.verm. p. 1. Nov. Braudplatz 12. 8203| In dem Hause ArauL- furterstrahe 31 ist der mittlere Stock, bestehend auS 8 Zimmern, großem Vorplatz, Kückre, Mädchenzimmer, schönen großen Kellern, eichplatz u. s. w. per sofort vermieten. — ES können bei- leben werden: Kutscherwohnung, ^.erdeftall, Heuboden und Remise. Auf Wunsch auch ein Teil deS großen Gartens. Näheres bei Mkh. Bahnhofstraße 18. 5567] Klein-Linden Frankfurterstraße 76 find 8 4-Zimmerwohn« ungen mit allem Zubehör, elegant eingerichtet, alSbald zu vermieten Näheres bei Frau Haeuser. 6263] SelterSweg 62, schöne geräumige Wohnung, 6 Zimmer, Bad und Zubehör per 1. Januar 1902 zu vermieten. Näheres Bau- geschast Win«._________________ 6264] Schulstratze 11 ist die bish. v. Hrn.Dr. Meyerhofs inne- gehabte Wohnung per sofort oder spater zu vernueten und kann event. nach Wunsch umgeändert werden. Näh. Baugeschäft Wiuu. 6265] Zu vermieten: Per 1. November zwei schöne 5- Zimmerwohnungen mit Zubehör in der Erednerstraße; daselbst per 1. Februar bezw. 1. April 1902 drer schöne 5-Zimmerwohnungen mit Zubehör. Näh. Baugefchäft Wiun.____________________ 6266] Wohnungvon9Zimmern Mit Zubehör in Mitte der Stadt per 1. Januar od. 1. April 1902 zu vermieten. Dieselbe eignet sich auch vorzüglich als Bureau rc. mit Wohnung zugleich. Ges. An- erbieten unter 6266 an die Exped. Bleichftrch la 5 Zimmer und Zubehör. Zu erfragen im Hinterh. (6430 6465] Riegelpfad 30 3-Zimmer- wobnung mit etwas Garten und sonstigem Zubehör zu vermieten. 03774] Bahnhofstr. 64, schöne 5°Zimmermohn. mit all. Zubeh. im 1. St. z. verm. H. Rothschild. Schöne 3-Zimmerw., 3. Stock, sof. 00. sp. an ruh. Leute zu verm. 03835____Neustadt 14, pari. Kleiiies Logis Kaplansgasse 5. Neuhergerichtete Mansardenwohnung, 4 Zimmer m. Zub., zu vermieten. Emil Lotz, Kirchenplatz 9. Wohnung u?2 Mansarden, 1. Stock, an ruhige anst. Leute sofort oder fpäter zu vermieten. 6537________Seltersweg 77. 6489] Schöne Mansardenwohnung, 4 Zimmer mit Zubehör, per sofort oder später an ruh. Leute zu vermieten. Seltersweg 71. VÄa 8 Zimmer, Bad und Küche, schöner, großer Garten in ruhiger, feiner Lage zu vermieten oder zu verkaufen, eventl. mit 1 Bauplatz. Näheres bei Karl Klees, Süd- anlage 18.6418 6307] 4-Zimmerwobn. mit Zub. zu verm. Hillebranostraße 1. 3. Stock, besteh, aus je 5 Zim., Badezimmer, Küche u. 2 Kamm., per sofort oder später zu verm. 4318]________Südanlage 23. fKin möbl. Zimmer zu verm. 13, 03936] Schillerstrabe 0, III. 03932] Einfach mööl. Zimmer zu verm. Steinstrabe 66. ILin güt möbliertes, schönes 'S/ Zimmer im 1» Stock zu ver- mieten. Schulstratze 10. 6581 08925] Unmöbliertes Zimmer zu verm. Wallthorstraße 25. 03926] Schon möbl. Zimmer zu verin. Loberstraße l 6558] Schön möbl. freundliches Zimmer nut sep. Eingang, pari., zu verm. Weferstratze 6. Möbl. Zimmer billig zu verm. 03918]__Marktstraße 29. Schön möbl. Zimmer 31t verm. 03911______Seltersweg 57, III. 6519] Sch. möbl. gr. Zimmer zu vermieten Marktplatz 5. Zu er- fragen Wettergasse 3, Putzgeschäft, c^reuudl. möbliertes Zimmer V in r • eter Lage zu verm. 6699 Zkeserstraße 8, in, Ecke Steinstr. aWöbI’ertc§ 3imm- m.separptem wV Eingang zu vermieten. Steiustratze 12, 1. Etage. 6389 Mödlierles Zimmer zu verm. 03874] Bahnhofstraße 59, L 03887] Gut möbl.Zimmermit Kabinett u. verschließb. Korr. zu vermieten. Nordanlage 33. 03884] 2 Schlafzimmer billig zu verm. Wallthorftr. 46, Mans. 03889] Schön möbl. Zimmer zu vermieten. Marktplatz 17, III Möbl. Zimmer zu vermieten. 03842________Dammstraße 22. Ico. 2 jchüne Zimmer, möul. tu verm. |5591] ^Sverllraße 24. 6262] Grünbergerstr. 24, III. sind 2 bis 3 schön möbl. Zimmer zu vermieten. ______________ Schön möbl. Zimmer sof. zu vermieten. Bahnhofstr. 18, III. Schön möbl. Zimmer m. sep. Eing. sof. z. verm. Bahnhosstr. 18, II. Einfach schön möbl. Zimmer zu vermieten. Neue-Bäue 10, II >. 59071 Am Braudplatz neben der Kaserne sind zwei kleine mit je drei bis fünf X/llPvit Zünmern alsbald zu verm.^Näh. Frankfurterstr. 29. In Betzdorf a.d. Sieg sind in bester Geschäftslage 2 Ladenlokale von je 25 qm, auf Wunsch auch von 50 qm oder beide vereinigt von zusammen 100 qm, nebst Wohnung sofort zu vermieten. Die Räume eignen sich ihrer günstigen Lage wegen zu jedem Geschäftsbetrieb, besonders aber für ein Herren- und Damen-Konfektions- oder Hut- aeschäft. Auskunft erteilt der Besitzer Ferdinand Schmidt.____ MMüeIteUen 6568] Wöchentlich 30 M. Gehalt und mehr zahlen wir tüchtigen Leuten jeden Standes ohne Branchenkenntnis für den Vertrieb unserer leichtverkäuflichen Artikel. Pötters 6- Grenfenbach, Hamb. 6540] Zum sofortigen Eintritt 2 tülijtige Cemetttschilfen gesucht. Geometer 2. Kl. werden bevorzugt. Liudenstruth, _________Großh. Geometer 1. Kl. 03855] Tücht. Kistenschreiner mit gut. Zeugnissen zum sofortigen Eintritt gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl.____________________ Ei» lucht. TachdMgMe findet dauernde Arbeit bei gutem Lohn. Konrad Sommerlad II. 6547__________Butzbach. Herr oder Dame, perfekt im Stenographieren und Maschinenschreiben auf ein Anwaltsbureau gesucht. Offerten uut. 6583 an die Exped. dieses Blattes.___________________ 03929] Tüchtige Schreiner für dauernd aes. Grünebaum, Möbel- geschäft, Bahnhofstraße.__________ 6555] Ein jüngerer, kräftiger Arbeiter ______Laug & Wicderstetu. Fahrbarsche kräftig, solid für mein Bicrgeschäft sofort gesucht. Emil Schmall 6586]______________Hess. Hof. Tüchtige Arbeiter u. Arbeiteckucn auf sofort gesucht. Wilh. Textor 03928______Kinzenbacher Mühle. Lehrling geg. monatliche Vergütung, event. st'mger Eommis für Eomptoir und Verkauf gesucht. Schriftl. Offert. unter 6561 an die Exped. d. Bl. jemand zum Wecklragen ge- XJ sucht. Gg. Keil 6578_______________Neustadt 6. Ein zuverlässiges Mädchen zu Kindern und Hausarbeit auf sofort gesucht 6521 Frau Professor Dr. Brauns ______________Ostanlage 4._______ 6582] Tüchtiges, sauberes u. Werliissiges Mäbche» gesucht. Fräulein Emmelius 6592 Marburgerstraße 15. 03938] Lanfmädcheu aus Vorm. sof. ges. Bleichstraße 16, II. 6588] Zuverlässige Frau zur Ladenreimgung gegen guten Lohn gesucht.__Seltersweg 38. Bravcö, jüng. Dicustmädchev sofort gesucht. 6557 Friedrich Georg, Seltersweg41. MehrereArbeitemuell bei guter Bezahlung und dauernder Beschästtgung auf sofort, eventuell später, gesucht. Auch werden einige Lehr« Mädchen angenommen. 6420 Anna Kramer, Konfektion, Löberstraße 11, park. 6523] Jung. Laufmädchen tag^ über gesucht. Kaplansgasse 27. Aä-chm können das Weitzzeug-Nähen (Hand- u. Maschincu-Nähen), owie Zuschneiden gründlich erlernen. 6111 Magdal. Räuber, _______ Neuenweg 36. Kaufmann, Zahre, rnilttär rei, sucht sür sofort oder später Stellung auf Kontor oder Bureau, ev. auch zur Aushilfe. Gest. Offerten unter Nr. 03934 an die Exped. d. Bl.___________ 03888] JungerMann,nachweisbar tücht.Kaufmann, seither für ein Geschäft in Oberhessen gereift, militärfrei, sucht p. 1. Januar andern). Engagement,mögllLebensstellung. Ders. ist and) nicht abgeneigt, eine Stell, als Fittalletter od. sonst. Vertrauensposten anzun. Kautions- fähig bis zu 5000 Mk. Off. unter Nr. 03888 an die Exped. d. Bl. Mm», ktÄS tärfrei, suck)t per sofort Stellung auf dem Bureau eines Fabrikgeschäftes. Gest. Offerten unter Nr. 03921 a» die Exped. d. Bl. WkWeWkS Attwiienbllch JÄS men. Um Rückgabe gegen Belohnung an Jacob Noll, Selters- weg 13, ivird gebeten. 03939 erteilt einem jüngeren Kaufmann, welcher sich mehr dem technischen Fach widmen will, in beit Abendstunden Unterricht Ä"unb Offerten eroeteit unter 03922 an die Expedition dieses Blattes. Peltsiüll IiiMstll-t. Feine Familie nimmt junge Mädchen, die Lehranstalten besuchen, in Pension. Auf Wunsch franz. Konverf. und Musik. Beste Referenzen. Mäßiges Honorar. Näheres durch die Exp. (6299 Zur Anfertigung von Druckarbeiten aller Art empfiehlt eich • die Brahl’sthe Univ.-Boeh- und Steindruckerei (Pietsch Erben) Giessen, Schaletrasee 7. Heroine Contentia (Wohlthätigkeitsverein). Samstag den ö. d. Mts.: Kerren-Mend (Rekrutenabschied) ans der Schönen Aussicht. Samstag den 5. Okt., abends 81/, Uhr: Haupt- 6580 Versammlung. Tagesordnung siehe Anschlag im Vereinslokal. Der Vorstand. Grefzener ^Vtadttheatev. Freitag den 4. Okt. 1901: Mittlere Preise! Mittlere Preise! Zum ersten Male: Die Im m Maxim. Schwatck in 3 Akten von Georges Feydeau. Anfang 8 Uhr. Ende 10'/, Uhr.