151. Jahrgang Nr. 207 Mittwoch 4. September 1901 Erstes Blatt ^Ugen Drtter uHi 3. MU oder oder 7. 8. die Gütergeschosse, 2. 1. 7&en)iD 9. II wenn man beibehalten zur Hälfte wurde die der zweite im ersten Adresse für Depeschen» Anzeiger Sichen. Fernsprechanschluß Nr. 5L Die find die -worden. UM . von Reform der Militärprozetzordnung. Man schreibt uns aus Berlin: Schon jetzt wird der Ruf nach Reform der kaum ins Leben getretenen Bestimmungen der Militärprozeßordnung fast hinter verschlossenen Thüren, im zweiten Oeffentlichkeit des Verfahrens gewahrt. Hat Prozeß jene Punkte nicht mehr berührt, die mit dem Schleier des Geheimnisses sorgfältig JirtÜwn. die Gütergeschosse, das Zuteilungsverzeichnis, das Gcldausglcichungsverzeichnis über zuviel oder chiedene Pässe in seinem Besitz hatte. Ebenso wenig wie das gesamte Paßwesen hat sich die Zensur von praktischem Nutzen erwiesen. Briefe und Zeitungen wandern ebenso ungehindert zu den Buren, wie die Ueberbringer solcher verbotener und doch andererseits so willkommener 9cach-- richten. — Unter den unmittelbaren nachteiligen, man kann agen verarmenden Einflüssen des Krieges, deren Umfang erst nach dem Friedensschluß zur Geltung kommen wird, hat leider auch das Deutschtum in dem Sinne, als es durch das selbständige Schulwesen zum Ausdruck gebracht wurde, gelitten, so sehr gelitten, daß Hilfe aus dem Mutterlande eine Lebensfrage geworden ist ür die Schule und die damit verbundenen Einrichtungen. Unter der wohlwollenden Oberleitung und finanziellen! Unterstützung der Regierung der südafrikanischen Republik war es den prominenten Deutschen Johannesburgs gelungen, diese mit den Verhältnissen entsprechenden, außerordentlichen Kosten unterhaltene Schule zu Ansehen zu bringen und als eine der Pflege des Deutschtums dienende Stätte zur Geltung und Achtung zu bringen. Nicht so sehr durch das Ausbleiben des früher bewilligten staatlichen Zuschusses, sondern durch die Unfähigkeit der Eltern der die Schule besuchenden Kinder, ganz besonders al>er auch durch den Ausfall der sonst so freudig und reichlich fließenden Beiträge der hier in mehr oder minder einträglichen Erwerben beschäftigten Deutschen ist die deutsche Schule den Versuchungen bloßgestellt, die Schule als nur dem Namen nach deutsch, thattsächlich aber auf englischen Grundlagen weitergeführt zu werden. Schwerlich hat sich seit Jahrzehnten mit größeren: Recht ein deutschem Wesen und der Förderung deutscher Interessen dienendes Institut an das deutsche Volk mit einem Notschrei gewendet zur Erhaltung deutscher Sitte und Eigenart. Der Appell, der gegenwärtig in Wort und Schrift zum Wohle, zur Erhaltung der deutschen Schule zu Johannesburg an die Deatschen der ganzen Welt gerichtet wird, verdient nicht unbeachtet zu bleiben und fordert zum Opfer auf, wie nur irgend ein Ausruf, der je zum Wohle und zur Unterstützung der deutschen Sache erlassen worden ist. Die Spenden müssen reichlich fließen, wenn die deutsche Schule überhaupt am Leben erhalten werden soll. das Abschätzungsverzeichnis der Obstbäume, das Geldausgleichungsverzeichnis über zuviel zuwenig erhaltenen Obstbaumwett, das Geldausgleichungsvcrzeichnis über zuviel 2. die Gütergeschosse, 3. drei Zuteilungskartcn, 4. das Zuteilungsverzeichnis, 5. das Geldausgleichungsverzeichnis über zuviel ober zuwenig erhaltenes Gelände. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt • Donnerstag, 19. September l. Js., vormittags von 9—10 Uhr, im Gemeindehause zu Garbenteich, wozu ich die Beteiligten unter den: Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Akten- größe — mindestens »/2 Bogen — einzurcichen. Friedberg,, den 31. August 1901. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Sandmann. Benachrichtigung über Aufnahme kann vor dem 10. September nicht erteilt werden. Die Direktion. rein 8 V. Uhr, Baal): üung. । Voretandswak 69t Gießen, 31. August 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, o. Bechtold. ime 31 ioL 3. das Zuteilungsverzeichnis, 4. das Geldausgleichungsoerzeichnis über zuviel oder zuwenig erhaltenes Gelände. IH. Bezüglich der aus der Gemarkung Grüniugen infolge H älterem W iiliw ysis"- and Mm»""' rss>ä Bezüglich der aus der Gemarkung Watzenborn-Steinberg Zufolge Greuzregulieruug zugezogeneu Grundstücke: 1. das Besitzstandsverzeichnis, Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Rotlaufseuche in Großen-Buseck ist erloschen und angeordnet gewesenen Sperrmaßregeln aufgehoben Befeattün, Expedition und Meckerei: Zchulstrahe 7. AM. LiM-BilllMrkWe AmstM. Beginn des Wintersemesters am 21. Oktober d. Js. Dauer desselben 2 0 Wochen. Die Schule umfaßt vier Klassen für Hochbau und zwei Klassen für Tiefbau. Das Schulgeld beträgt 80 Mark. Lehrplan und Anmeldeformulare sind durch die Direktion der Landes-Baugewerkschule, Darmstadt, Neckarstraße 3, zu «chatten. Schluß der Anmeldefrist am 5. September. auf allen Seiten laut. Ter überall beliebte A|us- ch l u ß d e r O e f f e n t l i ch k e i t „wegen Gefährdung militärischer Interessen" kommt ja auf dasselbe hinaus, als die verpönte Heimlichkeit des alten Verfahrens hätte. D-er erste Gumbinner Prozeß spielte verhüllt worden sind — das ist doch nicht gut anzunehmen — oder gefährdet nur die erste Instanz die militärischen Interessen, nicht aber die zweite? Wir sind der Meinung, Verbrechen oder Vergehen schädigen das militärische Interesse, nimmer aber die wenn auch schonungsloseste Oeffentlichkeit der darüber stattfindenden Verhandlung. In der allgemeinen Achtung am höchsten steht das junge Offizier-Korps, das Ausnahmefälle in seinen Reihen — und das sind diese Vorgänge Gottlob noch in Deutschland — vor allem Volke verhandelt, denn dadurch beweist es klipp und llar, daß eben über Ausnahmefälle zu Gericht gesessen wird und solche können überall vorkommen, dagegen schützt nichts, nicht die beste Gesellschaft; hinter verschlossenen Thüren flüchtet man sich, wenn man nicht aufkommen lassen will, daß es sich nicht mehr um Ausnahmen handelt. Welches militärische Interesse kann z. B. verletzt werden, wenn im Falle des Schutztruppenhaupt- manns v. B e s s e r die Oeffentlichkeit gewahrt worden wäre? 'Seine schwarzen Soldaten lesen doch die Berliner Zeitungen nicht, nlld die Geschichte vom Tropenkoller kennen wir doch längst. Deshalb kann nur immer und immer wieder, soweit irgend angängig, die Forderung gestellt werden : Im eigensten Interesse des sich doch aus der Nation zusammensetzenden Wehrstandes vollste Oeffentlichkeit in Militärprozessen. W. eu. rMutit 5. 6. 1. 2. 3. 4. Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke: das Besitzstandsverzeichnis, Greuzregulieroug zugezogeneu Grundstücke: das Besitzstandsverzeichnis, Bekanutmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich. In der Zeit von: 5. September l. I. bis einschließlich 18. September l. Js. liegen auf dem Gemeindehause zu Garbenteich die Arbeiten des 3. Abschnitts rubr. Feldbcreintg- ung, nämlich: I. 1. 11 Zuteilungskarten, 2. 3 Bände Gütergefchosse, zuwenig erhaltenes Gelände. IV. Bezüglich der aus der Gemarkung Hausen infolge zuwenig erhaltenes Gelände, das Protokoll der Zuteilungskommission über die Ab änderungen am Wegnetz, das Protokollbuch. 3. 3 „ Zuteilungsverzeichnis, 4. das Verzeichnis der Bonitätserhöhungen, liier Artr * d" Südafrika als Manöverfeld. Wir lesen im „Mil.-Wochenblatt": Seit ein paar Monaten wirb in der Englisck)en Presse der Gedanke verhandelt, nach Beendigung des Burenkrieges Südafrika — es wird immer an dieser sehr weit gefaßten: Bezeichnung festgehalten — als training ground für das Englische Heer zu. benutzen. Tieser Plan baut auf der Erkenntnis auf, daß für die feldmäßige Ausbildung der Truppen mehr geschehen muff,, als bislang gescbah, und bis zu einer gewissen Grenze geschehen konnte, da auch die neuen Manövergesetze das Betreten von Privatgrundstücken doch nur in ganz unzureichender Weise gestatten, und die Flur- Entschädigungskosteu dann obendrein noch unerschwinglich)! hoch sind. So ist das Heer in der Hauptsache auf die beiden großen Uebungsplätze (Aldershot, Salisbury Plain) und den kleineren Orten in Curragh (Irland) beschränkt. Tiefe Uebungslager bieten natürlich weder genügende M- wechslung noch auch die hinreichende Ausdehnung, um mit größeren Truppenverbänden erfolgreich operieren zu können. Ta soll Südafrika als ein unvergleichliches Manöverfeld einsprinaen. Es ist bemerkenswert, daß die Stimmung der Presse diesem Gedanken durchweg günstig ist; die United Seroiee Gazette konnte in ihrer Nr. 3572 sogar melden, daß der zeitige Eommandeur-in-chief, Earl Roberts, sich mit Entschiedenheit dafür ausgesprochen habe. Und wenn die Ärmy and Navy Gazette in einem „Unerreichbare Ideale" überschriebenen Artikel ausnahmsweise einen ablehnenden Standpunkt einnahm, so geschah das nur wegen der mit einem solchen System verbundenen gewaltigen Transportkosten sowie im Hinblick auf die in normalen Zeiten unbefriedigende Rekrutierung. Die zu Uebungszwecken nach Südafrika entsandte:: Einheiten seien, solle ent zufriedenstellender Erfolg erzielt werden, auf vollen Stand zu bringen, wa^ wiederum ohne eine schädliche Ausplünderung der dcche:m Verbleibenden nicht möglich ist. Tie Verfechter der xsoee, z. B. die United Se^-iee Gazette Nr. 5371, führen timgcfeljrt als einen ihrer Vorzüge die bedeutende Ausgabenerfparnts gegenüber den Kosten der Truppenausbildung daherm an. Uns scheint in Bezug hierauf die Army and Navy Gazette im Rechte zu sein, denn Ueberseetransporte find teuer, und die ganze Einrichtung dürfte hur dann Zweck habe: wenn die sämtlichen regulären Strettkaste at Home staffel- weise eine Zeit lang nach dem großen Sudaftttantscherr Uebungsfelde geschafft wurden. Tann durfte auch d:c^Verpflegung der in etwa ab,e:ts der großen Bahnlmten gelegenen Uebungslagern untergebrachten Truppen ntchtv weniger als billig sein. , . . Als Vorzüge des Gedankens werden noch geprtesen: gesundes Klima (angesichts der starken Demperaturwechsel auf der Südafrikanischen Terrasse und der ungünstigen Wasserverhältnisse müssen wir ein großes Fragezeichen hinter diese Versicherung machens; Abhärtung der Truppen für den wirklichen Krieg durch längeren Aufenthalt :m Lager: die Aussicht auf einen Besuch in Südafrika werde zum Eintritt — und nicht nur at Home, sondern auch z. B. in Kanada und Australien, anlocken (?); das Land biete Uebungsgelände jeder Art, und alljährlich könnten neue Landstriche für die Manöver ausgesucht werden. Hier eine Einschaltung: Unseres Erachtens befinden sich die Fürsprecher des Südafrikanischen training grounds in einem wesentlichen Irrtum, wenn sie eine ganz besondere Förderung der taktischen Truppenausbildung davon Die Freuden der englischen Herrschaft in Johannesburg. Aus Johannesburg, 25. Juli, wird der „Welt- Korr." geschrieben: Für die Beurteilung der sozialen und geschäftlichen Verhältnisse in Johannesburg spricht nichts besser als die Thatsache, daß sich um eine Stellung in städtischen Diensten nicht weniger als 810 Personen beworben haben; bei der Aussichtslosigkeit für Buren und Nichtengländer im Falle einer Bewerbung geht man nicht fehl, anzunehmeu, daß es fast ausschließlich Engländer gewesen sind, die an diesem Wettlayf ums tägliche Brot sich beteiligt haben. Der Umstand wird nicht verfehlen, auch auf due englischen Behörden Eindruck zu mack)en; dieser Fall ist nur ein Beispiel dessen, was sich später immer und immer wiederholen wird. Vor den: Kriege würden sich um die gleiche Stellung — es handelt sich um die Stelle eines städtischen Magazinverwalters — wohl nicht mehr als zwet bis drei Dutzend Personen beworben haben. Während man in diesem Falle erfährt, wie groß die Arbeitslosigkeit ist, erfährt man nichts darüber, in welcher Weise die Stellungen an den Goldminen besetzt werden. Im ganzen arbeiten jetzt etwa zehn Grubenwerke; von den drei letzten hat man die Jnbetriebstellung, so unglaublich es auch klingen mag, erst aus den englischen Zeitungen erfahren müssen, d. h. aus den Zeitungen, welche von England aus hierher gelangen. Wenn man nun so wenig erfährt über ein Ereignis, an dessen Geheimhaltung die englischen Behörden gar kein Interesse haben können, wieviel weniger muß es verwundern, daß man von den m ilitä- rischen Operationen und Bewegungen so gut wie nichts erfährt! Heute wimmeln die Straßen von Offizieren und Soldaten, morgen sieht man vielleicht nur vereinzelte, ganz selten ziehen einmal Truppen in Marschordnung durch die Stadt, denn alle Truppenbewegungen vollziehen sich während der Nacht und der frühen Morgenstunden; am Abend und in der Nacht entwickelt sich auch ein ziemlich reger Eisenbahnverkehr; während der Nachtstunden müssen ja auch alle Zivilpersonen sich in ihren Häusern aufhalten. Mit großem Nachdruck werden die Trillübungen der Stadtverteidigungstruppen, Rand Rifles, fortgesetzt, sehr zum Ueberdruß der beteiligten Personen, die übrigens ihrem Unwillen über ihre Soldateneigenschaft mehr und mehr laut Ausdruck geben. Gleichzeitig mehren sich die Gerüchte, denen zufolge einzelne Truppenteile und Freiwilligenkorps ihrer Abgeneigtheit, nochweiter zu fechten, mehr oder minder drastischen Ausdruck gegeben haben, oder von Fällen, in denen die ernstesten Appelle an Pattiotismus und Opferwilligkeit erfolglos verklungen sind. Während ich dies schreibe, durchziehen militärische Patrouillen die Straßen Johannesburgs, je fün Khakis halten jede Person an, welche mit dem häßlich gelben Tuche bekleidet ist. Eine Erklärung dieser außerordentlich ungewöhnlichen Maßregel liegt weder fern, noch ist sie überraschend: Es sollen Buren in englischer (Khak:-) Uniform nach Johannesburg gekommen sein, und jetzt möchte man sie fassen. Tieser Zweck wird aber vermutlich nicht erreicht, denn in nichts muß ein solches Ehaov eingerissen sein, als in das'Paßwesen. Die Buren sollen viel mehr Pässe' haben, als sie brauchen; bei dem n:cht sehr entfernten Orte Springs soll vor einiger Zeit em Kaffer gefangen worden sein, welcher „nur" zwanzig ver- — Erscheint täglich mit UuSuahmr deS Montags. bit Gießener Kamillen« Blätter werden dem An- im Wechsel mit „Hess. Wwdwirt" und „Blätter Ur Hess. Volkskunde" vier« wSchentlich beigelegt. ■ *nO»t von Anzeigen U nachmittags für ben «geneen Lag erscheinenden ■emmrt htS vorm. 10 Nhr. ■ ••iftcltungen spätestens abend» vorher. Bezugspreis viertehShrl^ Mk. 2.20, monaN. 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch dir Abholcstellcn vicrteljährl. Mk. 1.90, monatl. 65 Pfg. n Postbezug Vierteljahr!. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. «Nie SlnzciaenrDermitiiungSe ,,tadt gestifteten 3reife in Empfang. Nachdem sich so Jung und Alt einige Stunden ergötzt, ging es abends im Zuge wieder zurück bis auf den Marktplatz, wo sich nach einer mit einem Hoch auf Großherzog Ernst Ludwig schließenden patriotischen Ansprache des Lehrers L a u b e r der Zug auflöste. — Im Laufe dieses Monats findet hier die Gemeinderatswahl statt. Es scheiden aus die Stadträte Frank, Sehrt und Trinkaus; außerdem ist ein weiteres Mitglied für den durch Wegzug ausgeschiedenen Rentner Dippel zu wählen. Der Tag der Wahl ist noch nicht festgesetzt.^ X Stangenrod, 2. Sept. Unser neuerbautes S ch u l h a u s oll am 15. d. M. feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. □ Bleicheubach, 1. Sept. Gelegentlich der Kirchweihe hier wollte ein Kellner eine Lampe mit Del füllen. Wie dies so häufig geschieht, löschte man die Lampe nicht aus, andern schraubte den Brenner ab. Die Flamme schlug so- ort in die Ampel hinab, und das brennende Oel ergoß sich auf den Boden. Auf den Ruf „Feuer", entstand sofort eine Panik nach dem Ausgang zu. Besonnene Gäste schafften wieder Ordnung, so daß keine Unglücksfälle vorkamen. Welches Unglück hätte entstehen können, wenn die gefüllte Oelkanne explodiert wäre. Das auf dem Boden brennende Oel wurde mit Mühe gelöscht. h. BadNauheim, 2. Sept. Die Herzogin von Anhalt ist zum Kurgebrauch hier eingetroffen. In ihrer Begleitung befindet sich die Hofdame Freiin v. Ende. Wie in jedem Jahre wohnt sie auch diesmal in der Nähe der Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein im oberen Teile Nauheims, nicht wPt vom Kurhaus. Die zahlreich vertretenen Amerikaner lieben es mehr, in der Nähe der Badehäuser zu sein. Diese Gegend hat sich auch General- Oberst v. Hahnke ausgesucht. Im Ganzen ist überhaupt die Nachkur sehr gut. Es kommen noch täglich zahlreiche Gäste an, und die vielen amerikanischen vornehmen Familien, die mit Automobils hier weilen, zeigen noch keine Neigung, ihre Kur zu beenden. Die amerikanische Kolonie, die im Hochsommer etwa 2000 Mitglieder stark war, zählt noch immer über 500 Personen. ___ Vermischtes. * Leipzig, 31. August. Die hiesige Polizei hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Verbreitung und den Verkauf von im Drucke erschienenen Spottliedern auf die Leipziger Bank und die Caffeler Treberttocknungs-Gesellschaft verboten. , , L • Neuwied, 31. August. Gestern abend wurde am Casbacher Tunnel ein Radfahrer namens Stteldorf aus Erpel, der für feine Mutter einen Arzt in Linz holen wollte, von drei Italienern ermordet. Die.Italiener hatten auf SOI. "‘"knb,, ‘WSDeu cnt,eleu*. :eS»nb . ^leucL ? ^hres- feuchtet Hauz e'e Frage mcr pro ^nswctter den nVW, ki ?en Zweige :- ZnslaUa. er. Stein» ersetzt )*■ mit bew tzer, Uhr,' die vielbe- iemals von d kann bas >rt werben, :t muß der wimen hat, n» zur An- id, baß ber mgen, liegt Großbetriebe, » nicht Der, rlgen. Der 1. UNd WO' Handwerke terbrMung '«HnU *•«2 IW* s- 91ub, Sitte, all, i durch ein estern nach- Volks- unb der Stabt ischreitenden atze an bei neuner um bfgciitertcn lüitf. Gr M'vMgen lanftaltekn .reidjen Zu- )t gejtiitelen b Alt einige :r zurück bis :m Loch aus en Ansprache Laufe dieses Es scheiden lußerdem ist igcschiedenen rhl ist noch chulhaus Mmmung r Kirchweche füllen. Wie pe nicht aus, ine schlug i°* )el ergoß R ad sofort mo Säfte fö*» nen. j([te Delt«"* be Oel in»* in »onäl«' gn WA' nbe. ®"n zhe bei P«»' in im Sie der Ah°b t au(6 »ner°i> ist üderhEi glich NÄ UN* u- # **** ■ hat i'» 9“’b auf * JW* nb .** 5 ®ä*. 'ir N * ARTUS tantern Anwalt, i,. A-y- -- . ~ inhaftiert worden. Tie ganze Affarre wirft aber auf bte Praktiken der amerikanischen Gefängnisverwaltung kein und sich an den Vizekönig gewandt, um den tScrtvollen Fund für Vorderindien zu erhalten. Frankfurt ?M. Gr. BOckenheimer Str. 30. nahe der Oper. Wein Restaurant i. rg_s Berühmte Küche, hervorragende Weinkarte. Kleine u. grosse Menus zu festen Preisen u. nach der Karte. Salons für klein ere u. grössere Gesellschaften^^]! Speziell die Preise für nahe amenf. Werzen, schwimmend oder auf prompte Abladung, stellen sich heute etwas billiger, für Oktober Abladung ist man jedoch mcht so nachgiebig. Rußland M I leichtere >eizen ebenfalls billiger, die^ochftmeo Lme aar kei^ Humoristisches. — IM Heiratsvurea«. BermitUer: Wie groß ist StreJDhb gift? — Bewerberin: Vermögen besitze ich keines, ich dm ^^egraphistm. — Vermittler: Ja, dann ist es eine schwere Sache! Ti geht wohl eme Telegraphie ohne Draht, eine Heirat ohne Draht nichts . — Außer Beruf. Profesior der Osteologie (»um Kellner)' Bringen Sie ein Kotelett, ich möchte es aber zum Esten und mcht zu Studienzwecken haben!" . r — Mangelnder Ortssinn. Studwsus Söffe! hat von seinem Onkel das Geld zu einer Reise nach dem Süden erhalten. In München betrinkt sich Söffe! derart, daß er auf der Straße umfällt. -Sagen Sie fragt er, im Rinnstein liegend, einen Vorübergehenden, „bin ich hier ve, reits an der Riviera?" . ,. - »edenkltch. A.: Der Zoologische Garten vermehrtJa feinen Bestand jetzt fortwährend." — B.: Davon hab' ich noch nichts bemerkt. — A: Doch, als ich neulich dort war, war ein Rhmoceros mehr da wie sonst. _ Eine Menge Passagiere sprangen über Bord; die meisten übrigen trugen Brandwunden davon. ®m äRarvn ergriff sieben Rettungsstürtel unbewölkte damit über Bord springen, aber er wurde daran verhindert. Mit dem Revolver in der Hand hielt der Kapitän die nrännlichen Passagiere zuruck, bis Frauen und Kinder gelandet worden waren Zwei Händchen ragten aus den Trümmern hervor, unter denselben lagen zwei kleine Kinder, glücklicherweise nicht schwer ver- notiert. Getreide. Die uueutschiedeue Haltung der amerikanischen Markte, welche den einen Tag hoher sind, um am darauffolgenden Tage wieder zu ermatten, läßt keine durchgreifende Besserung nn Getreidegeschaft war. * Basel, 31. August. Der Ingenieur Roßhandler von der Konstruktionsfirma Aktiengesellschaft Buß u. Co. ver- ‘ öffentlicht in den Msler Nachrichten" mit Namensunterschrift einen technischen Artikel, in dem er die Schuld an der Bau- latastrophe mit aller Bestimmtheit dem Hennebique-Systcm ruschrcibt. Auf der Unglücksstätte arbeiten 50 Mann. Todt , wurde noch hervorgehoben: Pietro Artigo; unter den Trümmern liegen noch der Parlier Häusel, der Maurer Montmi und der Handlanger Violani. * Charkow, 31. August. Dem „Charkowskifn Wjedomosti" zufolge wurden auf der Strecke Charkow- Nikolei-Bahn in zwei Fällen Eisenbahnzüge durch Raupen- schwärrne zum Stehen gebracht. . * Bordeaux, 31. August. Die Polizei verhaftete einen Anarchisten, welcher Schriftstücke bei sich trug m welchen die Attentate Caserios, Henys i.nd Ravachols verherrlicht werden. Der Anarchist setzte seiner Verhaftung heftigen Widerstand entgegen und äußerte beim Verhör, er sei gerade nn Begriff gewesen, seine Pflicht zu thun. • Aus der Schweiz, 30. August. Eme scheußliche Mordthat ist von dem Fuhrmann Meinrad Füchsli in Einsiedeln (Kanton Schwyz), dem bekannten Wallfahrts- und Gnadenori, verübt worden. Füchsli, em -fahriger verheirateter Mann, unterhielt seit einigen Jahren mit einem um 20 Jahre jüngeren Mädchen ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen geblieben war. Die Geliebte und ihr Kind wurden aber dem Füchsli lästig, und er beschloß, sich ihrer zu entledigen. Er ließ seine Geliebte das Kind, das auswärts in Kost gegeben war, heimholen und erwartete beide, an der Bahnstation Wädensweil mit seinem Wagen, um sie nach Einsiedeln zu bringen. Während der Heimfahrt mm zwischen Biberbrucke und Einsiedeln erschoß Füchsli nachts um >/,2 Uhr Geliebte und Kind und brachte ihre Leichen in eine von ihm gemietete Scheuer. Er verschaffte sich dann eine Kiste, m die fC die Ermordeten verpackte, und versenkte die Kiste in cm och, das er zuschüttete. Da die Geliebte des Füchsli seit drei Wochen vermißt wurde und zuletzt mit diesem gesehen worden war, stellte die Polizei Nachforschungen an, die zur Entdeckung der grausigen Thal führten. Der Mörder, der in Hast sitzt, hat nach anfänglichem Leugnen ein umfastendes Geständnis abgelegt. * Sein 25jähriges Deserteur-Jubiläum bat ein Unteroffizier hinter sich, der noch jetzt vom Körngl. (Bericht der 2. Garde-Jnfanterie-Tivision steckbrieflich ver- folat wird. Es ist der 50 jährige Unteroffizier vom Elisa- keth-Regiment Albert Rudolf Reff, der sich am 22. September 1875 eigenmächtig von seinem Truppenteil entfernt hat. „Derselbe wird aufgefordert, sofort sich zu stellen", heißt es in dem Steckbriefe. * Eine unheilvolle Wettfahrt. Der „Mornmg ^eader" meldet vom 29. August aus New-York: Heftige Entrüstung verursacht eine gräßliche Katastrophe auf dem Telawarefluß, wo ein Passagierdampfer auf der Reise von Philadelphia nach Trenton verbrannte. Obwohl das Schiff nur für eine Geschwindigkeit von 15 Knoten die Stunde gebaut war legte es 21 Knoten zurück, um einen anderen Dampfer einzuholen. Die Tampfergesellschaft veröffentlicht die Verlustliste von 12 Toten, 50 Verletzten und 11 Vermißten, aber die Todesfälle dürsten sich verdreifachen. Ein Augenzeuge erzählt: Tie Kapelle spielte und der Tanz hatte begonnen, als plötzlich ein seltsames Geräusch tote Zerreißen eines riesigen Stückes Seide vernommen wurde; kann entstand eine Explosion,, der bald weitere folgten. Beide Decks wurden zertrümmert und ein Dutzend Personen in die Luft geschleudert. Ter Dampfer brannte bald lichterloh. dem Bahnhof skandaliert und waren, als Polizei kam, geflohen. Sie hatten sich an dem Tunnel versteckt, glaubten in dem Radfahrer einen Verfolger und überfielen ihn. Einer der Mörder wurde sogleich verhaftet, die beiden anderen flohen rheinaufwärts. "Aachen, 31. August. Ein Sohn des Banquiers Myerbach, der Bruder des von den Engländern verhafteten Korrespondenten Meyerbach, ist nach namhaften Wechje - Mixed Mais Alk. —.— Laplata Mais rye terms Alk. 95. ab Rotterdam. ä — Spar- und Borschutzbank zu Dresden. Schon fett einigen Tagen zirkulieren in Sachsen Gerüchte, dar; diese Bank der gegenwärtigen schwierigen Zeit zum Opfer falle,i werde. F f y der dadurch e^ciigten Beängstigung haben kleine ^aL^1„c9c( größerer Zahl die Kaffen der Bank belagert, um ihr emge^ahlles Geld zu erheben, bevor es nach ihrer Meinung zn spat fei. - Bank hat sich infolgedessen genötigt.gesehen, vorläufig1 »ff" Zahlungen einzustellen. Die Bankleitung hat bekannt gemaust, daß die Hypotheken, welche die Bank besitzt, nach Gutachten Sachverständige,i zuni allergrößten Teile als flcher anziisehen \ , daß and) die in den Händen-der Bant befindlichen Wechsel zum weitaus größten Teile cingebcn werden und eine Gefahr, wenn nur der Baut die nötige Zeit gelassen wird, nicht einmal für die Aktionäre, geschweige denn für die Spareiiileger vorliegt. Die Bant ißI nacy Kräften bemüht, Barmittel gegen entsprechende Sicherheiten zu b- schaffen, und es ist zn hoffen, baff diese Bemühungen, wenn sie m cy einige Zeit erfordern, von Erfolg sein werden. Biehmarkt. s « In der abgelaufenen Woche bewegte fid) das Geschäft an fall allen Märkten in ruhigeren Bahnen, und im allgemeinen tann o Frequenz der einzelnen Märkte als gut mittelmässig bezeichnet werden. In prima Großvieh war der Handel wie immer sehr teo- haft, doch blieb an einigen Plätzen hierin Ueberstand, wahrens wieder an einigen kleineren Plätzen sich mittlere Onalitaten beifeier Beachtung wie erstere erfreuten. Kälber waren an den größeren Plätzen lebhaft begehrt, der Antrieb hierin auch vollftaiidig aus- verkaust, kleinere Plätze zeigten geringen Ueberstand. Fette Schweine ; flott gehandelt, der Absatz hierin kann als sehr gut bezeichnet werdeir. Läufer und Milchschweine fanden bessere Beachtung, der Umfay hierin war mittelmäßig. Petroleum. Auch in verflossener Berichtswoche blieb der Petroleummarkt " ■ Der Abzug beginnt der Jahreszeit entsprechens I stark Mzmiehnieri. Amerikanisches Petroleum wird heute nut Alk. Sammle,VelvetSflEber «IU 8 8 > Blusen, Besatz liefern wir direkt an prioate. Man Verl. Muster unserer großen Auswahl, von Elten & Keussen, Handlung Krefeld. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Tabak. Im Lause der Berichtswoche trnnen Pfälzer Tabakgefchäfte nicht vor, das Geschäft liegt sehr ruhig. Mtt dem im Felde stehenden Tabak, der sich sehr gut enttvickelt roxrb jetzt überall das Einheimsen beaonnen, und wenn> dieser ^abak auch am Dache noch gutes Wetter bekommt, so erhalten wir ein gutes und brauchbares Material. In der Gegend von Rastatt wurden einige Hundert Zentner steuerfreier Tabak zu anfangs 1) . Maklern gekauft. Die Landmakler arbeiten zurzeit sehr , das Geschäft, ähnlich wie nn pcrgangencni^affrc, lieber m* zu bringen. Es ist jedoch zii hoffen, daß der solide Handel tzch durch •Derartige Manipulationen nicht bceiufhiffen laßt und ri 9 wartet, bis der Tabak am Dad>e reif, dann auch besser m ve teilen ist. Tie diesjährige Einte dürfte wohl febennann lieicg - I heit geben, feinen Beoarf immer nod) zu decken, und es si ch höchste Zeit, baff bas Geschäft wieder in folidere P^hnen geten I wird. In losen Psälzer, soivie feinen Rippen zurzeit gcfdfaft.no . Älais ruhiger. Tie heutigen Notierungen sind: Redwinter 2 prompte Abladung Mk.124-12d. „ Oktober-Abladung Mk. 128. Kansas 2 prompte Abladung Mk. 125 126.50. Oktober-Abladung Mk. 129. SÜdruff. Weizen Alk. 124-145. Laplata-Weizen Mk. 125—133. Ruff. Roggen Alk. 101. Ruff. Futtergerste Mk. 98—102. Rufs. Hafer Mk. U4r-127. Amer. Hafer Mk. —.— gutes Licht. *AusJndien kommt die Nachricht von einem Aufsehen erregenden Funde. In Bhattiprolu im Bezirk Kistna der Präsidentschaft Madras fand man eine getoaltige | Kugel aus Granit von 3 Meter Umfang, die starke Spuren von Vergoldung trug, und außerdem eine Sanskrit-Inschrift, datiert aus dem Jahre 250 v. Chr., nach der im Innern der Kugel ein Knochen Buddhas enthalten sein soll. Beim Oeffnen der aus zwei 5Mbkugeln zusammengesetzten Granitkugel fand sich eine kleinere Kugel mit nur 15 Ctm. Durchmesser und in dieser wiederum eine noch kleinere durchsichtige Schachtel aus weißem Krystall von 5 Ctm Durchmesser, die ein Stück Knochen enthält. Bedenkt man das hohe Alter der Inschrift und die Legende, daß Buddhas Körper nach seinem Tode unter seine treuesten Schüler verteilt worden sei, so erscheint es möglich, daß die Reliquie echt ist. Um ihren Besitz hat sich schon em lebhafter Streit erhoben. Der englische Gouverneup von Madras hatte die Absicht, das kostbare Stück dem König von Siam zu überreichen, als dem vornehmsten Souverän, der über ein buddhistisches Volk herrscht. Dagegen haben aber die indischen Behörden lebhaften Einspruch erhoben fülschungen flüchtig geworden. " * Eisenach, 31. Aug. Eine Erinnerung aus ber für Teutschland so traurigen Zeit der napoleonischen Gewaltherrschaft weckt der 1. September für die Wartburchtodt, nämlich an jene furchtbare Pulverexplosion, to ld)e int Jahre 1810 durch drei mit Pulver, Granaten und bomben beladene und in Brand gekommene-fr anzof ipche Lransportwagen hervorgerufen wurde. Furchtbar uver alle Beschreibung waren die Wirkunaen der ^ploswn, und ihren Druck verstärkte noch die Lage der Stadt zwischen bergen und Anhöhen. 7 Stunden weit, m Gotha, fah man den Blitz, der für einen Augenblick das Dunkel der 'flacht erhellte und dann in einer schwarzen Dampfwolke virschwand. Ein furchtbares Tonnerkrachen hallte dumpfe, weithin über den Thüringer Wald. 28 .Häuser der Georgen- itcaffe wurden zertrümmert und ein Raub der Flammen, und die unglücklichen Bewohner, zu Asche verbrannt, fanden den entsetzlichsten Tod. Nicht nur in der Nahe der betroffenen Straße, sondern auch in dem größten Teil der ganzen Stadt stürzte der gewaltige Druck, der Luft viele Menschen zu Boden. 47 Menschen verloren in dem Augenblick der Explosion ihr Lebeii, viele ftarben an den erhaltenen Wunden, und nicht klein war auch die Zahl derer, die, auf mannigfache Weise verstümmelt, an den Folgen der Beschädigung zeitlebens zu leiden hatten. Ter Schaden mürbe auf 150 (XX) Thaler geschätzt. Srnfn Napoleon über- mittelte der schwergeprüften Stadt em Gnadengeschenk von 32 434 Thaler. Ter vor 83 Jahren am 3. September errichtete „Schwarze Brunnen" wurde als Erinnerungs-Denkmal an jenes furchtbare Ereignis erbaut . * Berlin , 1. Sept. An derPforte desStandes- amts trennte sich ein Brautpaar, bas die Absicht hatte, sein Aufgebot zu bestellen. Der Grund Mer Trennung war ein höchst eigentümlicher. Die Braut machte nämlich! ihrem Verlobten Vorwürfe darüber, daß.er zu dem wichtigen Akte nicht mit dem üblichen Cy linder, sondern mit einem S ch l a p p h u t auf dem Haupte erf cfyienen war. Als nun gar der Bräutigam erklärte, daß er cm Fstnd der „Angfbröhre" sei und auch zur Ehefchließung nur mit einem Lchlapphut antreten werde, wurde die sehr elegant gekleidete Braut derart erregt und laut, daß ine Passanten aufmerksam wurden, sich um das streitende Paar sammelten und steugen des eigentümlichen Streites wurden. Tas war dem Verächter des Cylinders sehr peinlich, und da ferne Auserkorene sich nicht beruhigen wollte, ließ er fte ernfach stellen, stieg in eme des Weges kommende Drvfchke und fuhr von dannen, das Publirnm höflich grüßend, welchem dieser Zwischenfall selbstverständlich ein gefundenes Gaudium tllonbamtn Anerkannt das fefle MUtel füt w°bl!»m-ck-nd° Rammeris -c. Leichte 5ommer-8lammeri§. Brown & Polfons lf** Von einem allzu ge wissen h ° st ° nKa r rr. bader Kurgast wird von dem dortigen Tageblatt sodl gende ergötzliche Geschichte berickstet: Kam da vor einigen Tagen em Mrqast zu einem Arzt, nachdem ber letzte den I Patienten gehörig untersucht und ihm genaueVorfchristen über Diät u. s. w. gegeben hatte, sagte er zum Schluß^ „Und was das Raud>eii anbelangt, so beschranke^ Sie sich auf drei Zigarren täglich; Sie rauchen drei Icidft I und nicht mehr" Nach einigen Tagen kommt der patten wieder zum Doktor. „Na, rote gehts?" fragt dieser ,,Es a7nae gan7 gut" sagt der Mann verlegen, „nur mit dem Rauchen fällt es mir schwer." „Thut mir sehr leid , meint der Arzt kategorisch. „Drei Zigarren tagttch, ^ie müssen sich den Aiiordnungen fügen." „Ich ^ktor das wird mir sehr schwer; ging's.E ^elle'cht mit zweiMir wird nach jeder Zigarre schlecht . . - „3^ .JCenW , ft ber Tot kor entsetzt aus, „warum rauchen Ste denti dann überhaupt?" „Ja, aber, Herr Doktor, Sie h<ü)en mir doch gesagt: Sie rauchen drei Zigarren pro Tag und Nicht mehr, iind da hab ich geglaubt, ich muß drei Zigarren rauchen, ich hab' bisher noch niemals in meinem Leben geraucht unb hab' mich gezwungen, Ihre Anordnung zu befolgen. * Aus Stettin schreibt man uns: Auf der Werft des Vulkan in Stettin geht in diesen Tagen der für den Norddeutschen Lloyd in Bremen neuerbaute ^ovpel- mwerandert. schrauben-Tampfer „Kronprinz Wilhelm" .^mer^llendung entgegen. Der Dampfer, der an Große rote an Sch^^g^ | den Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Große" noch über-! treffen roirb, soll am 17. September feine erste Reise nach Nero-Bork antreten und roirb vorher noch mit emer Zahl geladener Gäste nach Beendigung der v^sch^tsmaßtgen Probefahrt eine viertägige Fahrt nach Rorroegen und Scktottland antreten, um das Schrff in allen ^tnen Teilen genau zu erproben. Man darf mit größter Spannung -Jiseucu eumiuu» uu.mu, v>v —,, - . dieser neuesten Schöpfung des deutschen Sch^baues entd ^Qu)pteten i()r5cn P^isstand. Von Argentinien Uegeu heute gar keine grgenselfeti, und zuverlässig erwarten, ,daß die Flotte des mehr vor und Rumänien renttert nicht hiethet. Bremer Llovd dadurch abermals in den Besitz des wahr- Roggen ist ruhiger. > sckeinlich schönsten und schnellsten, sowie größten Schiftes Gerste: Braugerste ruffft;, Futtergerfte preishalten.. ber Gegenwart gesetzt wird. Qntlhnt1 Hafer bleibt fest. * Heber neue Schmuckmoden lvt r d aus Lon d o n I berichtet: Kameen-Broschen werden jetzt zum Befesttgen der Fichus viel verlangt, und nxmn sie nicht zu groß frnd, Sgnen sie sich auch prächtig ßtr Verzierung der Sammet- bälsl'änder die so viel getragen roeroen. Eine neue >chee I ?st fü7 den Lhmuck die Lerbkudung von und Perlen die entweder in Gold oder fein gearbeitetes Silber gefaßt sind. Eine hübsche Neuheit ist der Ring mit Photographie Das Antlitz wird auf Krystall photographiert, ^ann gemalt I unb das Bild zum Schutz mit Goldblatt belegt. Wenn ey in den Ring gesetzt ist, scheint das Bild durch das durch-! sichtige Krystall hindurch. Manchmal werden autf), ganz kleine zierliche Elfenbeinminiaturen ebenso benutzt. Die langen Ketten, die man früher als Uhrketten benutzte trag man jetzt auf neue Art, indem man sie so oft wie möglich um den Hals schlingt, und dann die beiden Enden mtt einem hübschen Schloß Mit erner Perle, einem Turtts oder irgend einem andern Stein verbindet. Ter egyptische Ska-I rabäus wird jetzt in Türkisen für Fingerringe nachgeahmt, bte überdies auch als Talismans gelten sollen; sie sind jedenfalls fremdartig und wirkungsvoll und werden alfo icher beliebt werden. . , .. ,. * Aus den Geheimnissen eines anierikaptt- schen Zuchthauses. Man kennt die 9t.^,fm!ber^^^^te^^^n amerikanischer Zuchthäuser, die ein eigentümliches Mittelding von englMer Tretmühle und moderner .Humanttats- anstalt abgeben. Die Verwahrung in Behältnissen, die direkt Tierkäfigen gleichen, kontrastiert gar seltsam mit den Unterhaltungen, die man den Sträflingen gestattet, von denen die Herausgabe einer Zeitung, wie- sie m mehreren I Strafanstalten stattfindet, wahrscheinlich noch am wenigsten mit dem eigentlichen Strafzweck kollidieren dürfte. Wie bedenklich es aber vielfa ch!mit der eigentlichen Gefängnisdisziplin hapert, das zeigt unter anderen skandalösen Vorkommnissen, die mehr an das „fidele Gefängnis" in der „Fledermaus" erinnern, eine sensationelle Entdeckung, die kürzlich im Moyameusing-Gefängnis von Philadelphia ge- madjt wurde. Doxt hahen nämlich ^wei recht bedenklichse Insassen ihre freie Zeit dazu benutzt, um in aller G^nüt- lichkeit falsche Zwanzigdollarnoten herzustellen. Die That- sache ist um so haarfträubender, als sie die hierzu benötigte Platte schon im Winter 1899 und 1900 fabrizierten und schon seit dem April vorigen Jahres durch regelmäßige Besucher ihre Falsifikate an die Außenwelt beförderten.. Die beiden jetzt entdeckten Verbrecher heißen Arthur Taylor und Baldwin Bredell. Sie sind Graveure von Beruf und wurden deswillen unter Sck,loß und Riegel befördert, weil sie Platten hergestellt hatten, um Steuermarken und Hun- dert-Dollar-droten im großen herzustellen. Ihre Verhaftung erregte vor zwei Jahren großes Aufsehen, weil selcht bedeutende Geschäftshäuser regelmäßige Kuiiden für ihre Steuermarkenfalsifikate geworden waren. m. Kabinett ohne Möbel z. verm. Schottvratze 7. 5824 getauscht werden. 6862 Darmstadt. 6856 fMe 6630 UmoeriuätS-Buch- und Steinbruckcrei (Pier)ch Erben) in Gießen. Verantwortlich für den allgemeinm Teil: $. L. 8t. 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