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Juli, wird der „Welt-Korr." geschrieben: Bon den oberen Heerführern bis zum gemeinen Soldaten herab begegnet man Ansichten, über militärische Disziplin, Pflichttreue usw., welche für deutsche Begriffe geradezu kraß sind. So z. B- ging vor längerer Zeit General P o l e - E a r e w nach Europa. Er hat sich inzwischen verheiratet, hat den üblichen Ehren-Säbel, Orden usw. in Empfang genommen und läßt den Krieg — Krieg und de Wei einen guten Mann sein. Ein englischer Obersts äußerte sich hierüber Ihrem Berichterstatter gegenüber wie folgt: „Es ist recht bedauerlich, daß Pvle-Carew nichst! mehr in Südafrika bleiben wollte, er ist einer der besten Führer und es wurde alles versucht, ihn zu halten, aber was war zu thun, der Mann hat ein jährliches Einkommen von 1OOOO Pfund." Es erschien dem Oberst ganz einleuchtend, daß der Besitzer eines so „kostbaren" Lebens es nicht mehr aufs Spiel setzen wollte. Auf seine Entschließungen scheinen die Wünsche oder Befehle seiner Vorgesetzten, nicht den mindesten Einfluß gehabt zu haben; übrigens scheint er nicht einmal seinen Abschied genommen zu haben, wodurch seine Abreise noch unerklärlicher wird. — Zur Zeit, als Bad en-Po well noch hier war, kam eine Uitlanderin zum Kontor des hiesigen Militärgouverneurs, General Maxwell, und suchte um persönliches Gehör nach; als ihr dies infolge ihrer Ausdauer endlich gewährt wurde, bat sie General Maxwell um Erlaubnis, ihren vor kurzem geborenen Sohn nach ihm zu nennen. Maxwell erwiderte: „Ach bitte, thun Sie dies lieber nicht, aber wenden Sie sich nur an General Baden-Powell, er hat sein Kontor nur ein paar Thüren weiter, der wird es sich zur ganz be- sondern Ehre anrechnen!" — Sind schon die höheren Offiziere etwas „merkivürdig", so ist es kein Wunder, daß bei fortt Subaltern-Offizieren Verhältnisse bestehen, die für einen Nicht-Engländer rein unbegreiflich find. Immer wieder hört man, daß Lord Kitchener persönlich dieses oder jenes Hotel visitierte und den dort herumbummelnden Offizieren die Wahl ließ, entweder sofort zu ihren Regimentern zurückzukehren, oder nach England zurückgesandt zu werden! Es wäre interessant, zu wissen, ob solche Offiziere sich in den Städten ohne Borwissen ihrer Re- gimentskommandeure Herumtreiben, oder ob diese solchen Mangel an Ordnung dulden. Es wird sogar versichert, daß die Hotels verpflichtet sind, der Polizei täglich eine Liste der anwesenden Offiziere einzureichen; die Offiziere, die ihren Aufenthalt über zwei Tage ausdehnen, werden dann höflich ersucht, zu ihrer Truppe zurückzukehren, oder einen triftigen Grund für ihr ferneres Verweilen anzugeben. Gs ist bezeichnend, daß die den Offizieren gestellte Alternative stets nur die Zurücksendung nach England ist; andere Strafen für Dien st Versäumnis im Kriege scheint man für sie n i ch t zu kennen. — Der einzige Offizier, der — von seinen schlechten Eigenschaften sei hier abgesehen — etwas auch nach deutschen Begriffen „soldaten- nräßiges" hat, ist Lord Kitchener. Das Gepränge, das LordMo b ertssosehrliebte, ist ihm verhaßt; während Roberts hier fast immer umgeben von einer glänzenden Suite erschien, sieht man Kitchener stets nur begleitet von einer Ordonnanz ausreiten. — Die Proklamation der Thronbesteigung König Edwards des VII. hätte bei Roberts sicher die Veranlassung einer großen Feier, Parade usw., abgegeben; Kitchener machte die ganze Sache in 5 Min. ab. — Eine weitere Eigenschaft von Lord Kitchener ift, daß er bei seinen Offizieren auf einfachen, vorschriftsmäßigen Anzug hält; alle Modethorheiten sind ihm in der Seele zuwider, und manche bittere Bemerkung wird den Offizieren zu teil, welche in dieser Hinsicht sein Mißfallen erregen. Eine besondere Abneigung hat er gegen Monocles; vor einigen Monaten hielt er einen Offizier in der Sttaße an, und fragte ihn, ob er das Monocle zum Sehen be- nöttge. „Gewiß Mylord", antwortete dieser, worauf Kit- ck-ener erwiderte: „Offiziere mit schlechten Augen kann ich. in der Armee nicht brauchen. Melden Sie sich noch heute bei meinem Stabsoffizier zur Entgegennahme Ihres Reisepasses nach England!" Zum Schluß noch ein Wort über das äußere Betragen der berühmten „Freiwilligen". Es macht auf jeden Deutschen immer wieder einen absonderlichen Eindruck, wenn er sieht, wie es niemals einem dieser Helden einfällt, einen ihm auf der Straße begegnenden Offizier zu grüßen; danach kann man die Äsziplin dieser Leute bemessen. Dasselbe Kapitel behandelt ein Bericht der „Deutsch- Austtaliscyen Post" über die von Südafrika nach Hause zurückgekehrten austtalischen Freiwilligen. Es heißt da: Eigentümliche Gerüchte gingen in der Stadt herum über eine Meuterei an Bord des Truppenschiffes „Morayshire", das 600 austtalische Afrikakümpfer zurückbrachte. Bor einigen Tagen, bei Ankunft des Schiffes, wurde durch Reporter etwas mehr Licht in die Sache gebracht. Augenscheinlich ist der jetzige Transport, der aus den zurück^ kehrenden Buschleuten besteht, die seinerzeit auf Kosten der hiesigen Bürgerschaft unter dem Namen „Citizens Bush- menkorps" in den Krieg gesandt wurden, und dessen Zu- smnmenstellung schon vor der Abfahrt in mancher Weise bemäkelt wurde, der disziplin- und zuchtloseste gewesen, der jemals nach den hiesigen Gewässern zurückkam. Die Offiziere schienen eine Null an Bord des Schiffes gewesen zu sein. Der kommandierende Major Turnbridge vergeudete seine Lungenkraft an immerwährendem Verlesen der Meuterei-Atte, deren Endsttophe „Tod" ist, um im nächsten Augenblick von den umstehenden „Soldaten" belehrt zu werden, er habe nichts zu sagen. Die Ursache der Meuterei war, daß Major Turnbridge einige Soldaten zum Deckreinigen mit Stein kommandierte und diese ihm direkt sagten, das wäre nicht in ihrem Konttakt vermerkt, sie weigerten sich somit, dem Befehl nachgnkommen. Hierauf erfolgte die Einkerkerung von sechs der Meuterer. Am nächsten Tage begaben sich 20 Kameraden nach dem Arrest- lokal und befreiten die Erngekerkerten, die sich beim Major als befreit meldeten. Die Folge davon war das zum Sammeln-Blasen und die obenerwähnte Verlesung der Meutereiakte sowie eine Ansprache des Kommandanten, in der er die Meuterer einlud, ihn zu erschießen oder über Bord zu werfen. „Mein Bericht", schloß er, „wird doch an die richtigen Autoritäten gelangen." Als das Schiff in Melbourne an tont, wurde der Stand der Dinge den Autoritäten mitgeteilt, die sich um Gnade für die Anführer der Meuterer beim Gouverneur verwandten. Um der unangenehmen Sache ein Ende zu machen, wurden diese wirklich begnadigt. Wahrend der Reise wurde unter den „Kriegskameraden" tüchtig gestohlen; einem Mann allein, der sich 218 Lstrl. erspart hatte, wurde das Geld während des Schlafes entwendet. Kus Stadt und Land. Xachrlchte« von allgemeinem Interesse find UN« stets willkommen und werden angemessen honoriert. •• Gedenktafel«. Wenn wir die Straßen unserer Stadt durchwandern, dann sehen wir hier und da einmal au einem Hause eine Gedenktafel, in der Westanlage eine solche für Karl Hillebrand, den späteren Litteraturprofessor in Douai, in der Frankfurterstraße für den Theologen Credner, in der Neuenbäue für Friedr. Diez, den Begründer der romanischen Philologie, in der Sonnenstraße für den hauptsächlich durch seinen Verkehr mit Goethe bekannten Juristen Höpfner. Die Häuser von Liebig und von Balthasar SchuPPius, dem großen Kanzelredner und Satiriker des 17. Jahrhunderts, auch unseres Ernst Eck stein Geburtshaus entbehren annoch einer Gedenktafel. Noch mehr vermissen wir aber eine sichtbare Erinnerung an den bedeutsamen Aufenthalt des Feldmarschalls Blücher in Gießen im November 1813. In jener denk' würdigen Zeit hat der greise Haudegen mit dem goldenen Herzen und prächtigen Humor, der fanatische Franzosen- hasser — noch nach den Kriegen pflegte er zu sagen: „Dies Volk ist mich zuwider!" — im Hotel Einhorn, wenn wir recht unterrichtet find, gewohnt. Alfred Bock hat in einem vor Jahren in der Beilage zur Münchener „Allg. Ztg." veröffentlichten dankenswerten Aufsatze unter dem Titel „Blücher in Gießen" manche interessante Einzelheit auS jenen bewegten Novembertagen des Jahres 1813 der Vergessenheit entrissen. — Noch ein anderes Haus verdiente u. E. der äußeren Kennzeichnung. In Bellersheim im Kreise Gießen war es, wo der nachmalige Kaiser Wilhelm I. als jugend. licher Prinz auf dem Wege nach Frankreich nicht lange nach dem Gießener Aufenthalte Blüchers, nämlich im Jahre 1814, übernachtet hat. ES ist daS dortige zweite SchulhauS, ein massives Gebäude mit fast 2 Meter dicken Wänden, heute noch Mittelburg genannt. Einst war es das Wohnhaus eines größeren Gutes und ist, wie die Jahreszahl mit dem Wappen über dem Eingang der Thür angibt, von den Herren von Riedesel im Jahre 1590 erbaut worden. Später gehörte eS dem Fürsten von Braunfels, und im Jahre 1872 ist es mit den dazu gehörigen Oekonomiegebäuden an die Gemeinde B. übergegangen und nach Abhebung de- 3. Holzstockes als Schulhaus hergerichtet worden. Die Gemeinde hatte nämlich ein dem Herrn v. Degenfeld gehöriges Gut mit Wirtschaftsgebäuden gekauft und letztere gegen die Mittelburg umgetauscht. Der verstorbene Pächter Kamer hat oft auf das bestimmteste versichert, daß er von seinem Vater, dem damaligen Pächter, gehört habe, daß Kaiser Wilhelm I. als Prinz in dem südwestlichen Zimmer des oberen Stockwerkes übernachtet habe. DaS Datum konnte er nicht angeben. Auch in der BellerSheimer Chronik wird leider nichts davon erwähnt. — Vielleicht nimmt sich einmal der Oberhessiche Geschichtsverein dieser Sache an. Ihm würde es gewiß nicht schwer fallen, näheres über den BellerSheimer Aufenthalt des damaligen Prinzen Wilhelm von Preußen zu ermitteln. Vielleicht erachtet auch er es für angebracht, daß sowohl dieses Haus in Bellersheim als das Hotel Einhorn in Gießen durch entsprechende Gedenktafeln an jene ereignisreich Zeit jung erblühenden deutschen Nationalgefühls zum Gedächtnis späterer Geschlechter ausgezeichnet werden. Gießener Volksbad. Im Juli wurden 12 480 Bäder verabreicht gegen 10 606 im Juni 1901 und 12 505 im Juli 1900, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 430 Bäder gegen 393 im Juni 1901 und 431 im Juli 1900. — Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 5773 Männer, darunter 614 zu 10 Pf., „ 2040 Frauen, M 511 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 284 Männer, 113 Frauen, „ 2. „ 956 „ 846 „ Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 125 Männer, 18 Frauen, Brausebäder 1806 Männer, 519 Frauen. Die Personenwage wurde von 240 Personen benutzt nnb das Bad von 28 Personen besichtigt. ** Manöver-Postsendungen. Aus Anlaß der bevorstehenden militärischen Herbstübungen sei auf die Wichtigkeit der Anwendung richtiger und deutlicher Aufschriften bei den Manöver-Postsendungen hingewiesen. Zur genauen Aufschrift gehören: Familienname, möglichst auch der Vorname, Dienstgrad und Truppenteil nach Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron, Batterie, Kolonne rc. und für gewöhnlich auch der ständige Garnisonort, nötigenfalls mit dem Zusatz „oder nachzusenden". Die Angabe eines Marschquartiers empfiehlt sich nur dann, wenn es genau bekannt ist, oder wenn vorauszusehen ist, daß die Sendung so zeitig an dem angegebenen Besttmmungsort eintreffen wird, daß sie vor dem Weitermarsch in Empfang genommen werden kann und daß die Abholung von der Post mit Sicherheit zu ermatten ist. Da der Stab des Regiments und die einzelnen Bataillone re. ihre Postsachen in vielen Fällen bei verschiedenen Postanstalten in Empfang nehmen, so ist eine genaue und richtige Aufschrift bet den an die Offiziere gerichteten Manöver-Postsendungen ebenso wie bei den Mannschaftssendungen unentbehrlich Durch mangelhafte oder ungenaue Aufschriften wird der Empfang der Sendungen oft sehr verzögert. Zur Vermeidung von Auslassungen in der Aufschrift und Erhöhung der Deutlichkeit empfiehlt sich die Verwendung von Briefumschlägen mit entsprechendem Vordruck. L.C. Rh ein fahrt. Am Sonntag, den 4. August, veranstaltet der Rheirchessische, AHLE gemeinsam mit dem Wiesbadener AHLE von Mainz aus die zweite LE-Rheinfahrt nach dem Niederwald-Nationaldenkmal, zu der sich Alte Herrn und Aktive der im Koburger L.C. vereinigten deutschen Landsmannschaften auf deutschen Universitäten zusammenfinden werden. Die Abfahrt in Mainz erfolgt 9 einhalb Uhr vormittags mit Extradampfer; Rückkunft daselbst gegen 9 Uhr abends. * tz Ober-Seemen, 2. August. Der Stifter des Synagogenbaukapitals Zimmermann in Amerika, ein früherer Bürger unseres Ortes, sandte an die hiesige Bürgermeisterei 5000 Mark. Das Kapital soll verzinslich angelegt werden. Die Zinsen sollen jedeswal am Todestage der Frau Zimmermann unter die Armen unserer Gemeinde ohne Unterschied der Konfession verteilt werden. t Hartmannshain, 2. August. Unsere Schulstelle ist jetzt definitiv dem Lehrer Schmidt aus Sellnrod übertragen worden. Schulverwalter Dambmann erhielt ein Versetzungsdekret nach Sellnrod. () Ulrich stein, 2. August. Die hiesige erste Lchrer- stelle wurde dem Schulverwalter Friedrich Göllner aus Ober-Hilbersheim i. Rh. definitiv übertragen. Langwaden, 31. Juli. Die Zeitungs-Redaktionen werden um die weitere Verbreitung des folgenden Aufrufs gebeten: Am 15. Juli zog über die 500 Morgen große Gemarkung Langwaden ein verheerendes Hagelwetter, das sich über die ganze Gemarkung und Teile benachbarter Gemarkungen erftretfte und unmittelbar vor der Ernte die berechtigten Hoffnungen der Bewohner auf den Ertrag ihrer Felder zerstörte. Das Getreide wurde hierbei gänzlich vernichtet, Kartoffeln, Rüben und sonsttge Früchte aufs schwerste geschädigt. Die fast durchweg gering begüterten Bewohner, welche leider nicht versichert sind, gehen schwerer Not entgegen, wenn nicht milde Dände sich aufthun, um derselben einigermaßen zu steuern. Die Unterzeichneten wenden sich daher verttauensvoll an die Mild- thätigkeit ihrer Mitmenschen und bitten dringend um baldige Zusendung von Gaben zur Steuerung der Not. Becker, Bürgermeister in Rodau. Geffert, Bürgermeister in Fehlheim. Gros, Geh. Regierungsrat in Bensheim. Hof- meyer, Bürgermeister in Schwanheim. Hofmeyer, Gemeinde-Einnehmer in Hühnlein. Oßmann, Bürgermeister in Langwaden. Rechel, Bürgermeister in Hühnlein. Rohn, Gemeinde-Einnehmer in Schwanheim. Steiner, Pfarrer in Schwanheim. Cronberg, 2. Aug. Das Befirrden der Kaiserin Friedrich ist nicht befriedigend. Der Kaiser erhält täglich telegraphische Mitteilungen hierüber. Die Nachricht, daß der Kaiser in diesen Tagen in Homburg ein-, treffen werde, ist nicht richtig. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen treffen täglich von Homburg auf Schloß Friedrichshof ein und kehren abends wieder nach Homburg zurück. Der Kronprinz von Griechenland ist gestern aus den Rheinlanden wieder auf Schloß Friedrichshof angekommen. Kassel, 2. August. Der Treber krach beginnt auch in Bezug aus unsere städtischen Finanzverhält- nisse seine Schatten zu werfen, wie aus einer sehr pessimistischen Auslassung des Stadtverordneten-Dorstehers Kom- merzienrats Pfeiffer hervorgeht. Es handelte sich unt Beschlußfassung über ein Preisausschreiben zwecks Erlangung von Entwürfen für einen neuen Rathausbau, der auch schon in den neuen Arbeitsplan ausgenommen i|K Es sollte darüber in der gestrigen, allerdings nur schwach besuchten öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten Beschluß gefaßt werden. De Angelegenheit wurde schließlich vertagt, einmal wegen des schwachen Besuchs ber Versammlung, sodann aber auch unter dem Eindrücke der erwähnten Auslassungen des Vor fitzen den. Dieser führte nämlich 'aus, man thäte am besten, überhaupt erst eine Klärung der gesamten finanziellen Verhältnisse abzuwarten Wenn auch das vorige Jahr noch einen lieber» schuß von 530 000 Mark gebracht habe, so sei dock), zu erwarten, daß wir mit erheblichen Steuerausfällen! in der' Zukunft würden zu rechnen haben. Das Steuererträgnis selbst werde wesentlich zurückgehen, da wir un$ inmitten einer schweren wirtschaftlichen Krisis befänden, deren Ende noch nicht abzusehen sei. Vermischtes. * Wie man sich auf einer Nordl anldreisa amüsiert. Ein Teilnehmer der Vergnügungsfahrt der „Auguste Viktoria" schreibt dem „Börs.-Cour." folgendes: Kaiser Wilhelm kam an Bord der „Auguste Viktoria" in weißem Anzug, mit Degen und der Marinemütze. Er schritt, beständig salutierend, mit fteundlichem Lächeln die Reihen der ihn ehrfurchtsvoll begrüßenden Passagiere ent- 1S1. Jahrgang Erste- Blatt. Rr. 181 Sonntag 4. August 1901 GietzemrAnzeiger eM «GchmNtich tafUtgt. General-Anzeiger IbM** M IRontag« Mr MHkl ■Mtfcix 6tm Än» ^»Wechstl mit „Hess. w* „Blätter Vezugrpreir viertelt*^ Mt. 2.20, monati. 75 mitBrn.gerlohn; burdj to Adholestellen vierttljÄ^ Mk. 1.90, monati. 65 Bei Postbezug vicrteljtha, Mk. 2.00 ohne ötfteKß*, Alle Hngtigert-Ccrtnittlunfi*- stellen des In- unb WubieeeM nehmen Anzeigen für b retteten dadurch ihr Leben. Miß Bell zählte 20 Jahre, Mr. Black 41 Jahre. * Jekaterinoslow, 28. August. Drei Mitglieder des Verwaltungsrates der zusammengebrochenen Kommerzbank, sowie der Buchhalter und Kassierer wurden heute verhaftet. Ein viertes Mitglied des Berwalt- ungsrates ist e u l s l o h e n. * Bochum, 1. Aug. Wie das „Rh.-W. Tagebl." in I Angelegenheit der Terlinden Aktien-Gesellschaft erfährt, soll im vergangenen Jahre ein Angestellter der Firma mit 9 Monaten Gefängnis bestraft worden sein, weil er Terlinden der Fälschung seiner Bilanzen beschuldigt hatte. Tie Berurteilung sei damals erfolgt, weil der Betreffende den Beweis der Wahrheit nicht erbringen konnte; man erwartet jetzt das Wiederaufnahmeverfahren. Zwickau, 2. August. Gestern landeten drei österreichische Offiziere, die gestern früh mittels Luftballons in Wien aufgestiegen waren, auf einem Felde bei Zwickau. Dieselben reisten mit der Bahn nach Wien zurück. Einer der Offiziere war der Erzherzog Salvator. * Rastatt, 2. Aug. Zur Meldung vom Selbstmord eines Musik-Gefreiten im hiesigen Infanterie-Regiment Nr. 111 schreibt man dem „Bad. Landesboten": Der Beweggrund zur That soll darin zu suchen sein, daß der Musiker wegen Unpünktlichkeit mit 10 Tagen strengem Arrest und Zurückversetzung in die Linie bestraft! wurde. Auch sonst herrscht in dem Regiment eine Schnei- digkeit, die schon mehrfach! unangenehmes Aufsehen erregte. Die hiesige Presse wagt aber nicht, Kritik zu üben. Sonst wäre vielleicht schon einmal ein Wörtchen über die bei der großen Hitze der letzten Zeit unternommenen Gewaltmärsche der Iller geschrieben worden. Ein Fall, der hier besonderes Aufsehen erregte, der aber, obwohl er sich schon vor mehreren Monaten ereignete, bisher noch nicht veröffentlicht wurde, betrifft speziell die Person des Regimentskommandeurs. Ein Arbeiter einer hiesigen Baufirma hatte nämlich von seinem Prinzipal Auftrag erhalten, in der Stallung des Obersten v. Seydewitz verschiedene Reparaturen vorzunehmen, über deren Ausführung er von seinem Meister ausführliche Weisung erhalten hatte. Während nun der Arbeiter mit der Herstellung der Arbeiten beschäftigt war, kam der Herr Oberst selbst in den Stall, um sich die Sache anzusehen. Er war mit der von dem Handwerker angeordneten Ausführung der Reparatrrr- arbeiten nicht einverstanden und verlangte, daß diese nach seiner Anordnung ausgeführt werden. Als jedoch der Arbeiter zur Antwort gab: „Ich mache es so, wie mir mein Meister es aufgetragen", wurde der Herr O b e r st sehr heftig, zog schließlich den Degen und drohte dem Arbeiter mit Erstechen, wenn er nicht sofort mache, was er „befehle". Was sich dann weiter noch zugetragen, ist nicht an die Oeffentlichkeit gelangt. — Wir bringen vorläufig dieser Darstellung des genannten Blattes sehr ent schiedenen Zweifel entgegen. München, 2. August Den „M. N. Nachr." zufolge verunglückte in der vergangenen Nacht im benachbarten Gauting der älteste Sohn des Professors Friedrich H i r t h , Kunsthistoriker Dr. Herbert Herth, durch einen Sturz aus dem Fenster des Hotels. Hirth war sofort tot. * Augsburg, 2. August. Die „Augsb. Abendztg." veröffentlicht einen Bericht über die jüngst unternommene Ballonfahrt von Augsburg nach Frankreich Daraus geht hervor, daß die Teilnehmer der Ballonfahrt zwar in Arbois sich einem längeren amtlichen Verhör unterziehen mußten, aber von einer Verhaftung, wie die „Libre Parole" berichtete, keine Rede sein könne. Die Teilnehmer der Ballonfahrt reisten an demselben Abend nach Deutschland ab. London, 2. August Das Torpedoboot „Nr- 81" ist gestern bei dem Wellenbrecher von Calderney gesunken. Sämtliche Geschütze und Vorräte sind gerettet. Menschenverlust ist nicht zu bellagen. T-as Boot wird gehoben. *EineLiebestragödie inLissabon. In Lissabon erregt, wie von dort berichtet wird, eine merkwürdige Liebestragödie das größte Aufsehen. Eine berühmte Schönheit Namens Rose Silva verliebte sich leidenschaftlich in einen Herrn, der ihre Beteuerungen jedoch kühl aufnahm. Da sie glaubte, daß ihre Kinder — sie besaß deren mehrere — das Hindernis wären, an das Ziel ihrer Wünsche zu gelangen, beschloß sie, dieselben zu töten. Sie zündete in ihrem Schlafzimmer ein Kohlenfeuer an, und nachdem sie alle Luftzugänge verstppft hatte, schloß sie die Kinder mit Ausnahme eines kleinen Knaben darin ein. Diesen letzteren nahm sie an Bord eines Dampfers auf dem Tajo mit, steckte ihn in einen mit Steinen gefüllten Sack, den sie zuband und dann angesichts der Passagiere über Bord warf. Man versuchte nun, die Frau zu ergreifen, aber sie sprang ins Wasser. Sie wurde gerettet, aber der Knabe ertrank. Nur ein Kind, eine Tochter überlebte die Kohlenvergiftung. Man nimmt an, daß die Frau wahnsinnig ist. ' * Das U n glück am Matterhorn. Ueber das bereits in Kürze gemeldete Unglück am Matterhorn, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen, liegen folgende ausführlichere Nachrichten vor: Am 23. Juli unternahmen zwei Gruppen englischer Touristen von Valtournanche aus eine Besteigung "des SüdäbHanges des Matterhorns bis zu dem sogenannten Löwenkopf (Tete du Lion). Tie erste Gruppe bestand aus zwei Herren und einem Führer, die andere Gruppe aus einem Herrn, zwei Fräulein und dem Führer Leonardo Garrel aus Valtournanche. Sie brachen _____ _____ v „ früh 5 Uhr von Giomein auf und erreichten nach fünf- $ <^jus Köstlin zu Halle hat in Anbetracht seiner stündigem Marsche den „Löwenkopf". Da sie noch keine hohen Jahre den Vorsitz im Verein für Reformations- ! Müdigkeit verspürten, so schlugen die jungen Damen V-or, nefrf'.idytc niedergelegt. An seine Stelle ist dem Reichs- • Der verewigte Minister Dr. Bosse hat zu-1Müdigkeit verspürten, so schlugen die jungen Damen vor, Geschichte niedergelegt. An seine Stelle ist dem Reichsweilen auch mit den Musen Zwiesprache gehalten. Freilich I nwn solle noch ein Stück weiter wandern bis zu^der nahe hoten zufolge Professor D. Kawerau in Berlin gewählt ist ihm wohl kein so flottes Lied gelungen, wie einem seiner gelegenen Schutzhütte. Dies geschah. In der Schutzhutte morden. — Am 30. Juli beging, tote uns berichtet wird, Wnrnänaer SSerrn ü Mübler. dem wir daS bierseliae Grad' wurde gefrühstückt und der Wern nicht gespart, sodaß die Dr. Albrecht Wagner, Professor der englischen Philologie »nadem WirtSbauS da komm' ick berauS" verdanken Touristen den Rückmarsch in lustigster Stimmung antraten. an der Universität Halle, sein 25;ahriges Dozenten-Ju- »EL die nnn Die erste Gruppe (zwei'Herren und ein Führer) gingen voran, biläum. - Man schreibt aus Leipzig: An der hiesigen Dr. Boffe hat Töne angeschlagen, die von tiefer Empfindung äWeit€ $rupye (zwei Damen, ein Herr und ein Führer) Universität ist 25 Studenten, die in diesem Semester weder zeugen. Nicht ohne Wehmut wird man gerade jetzt baß| folgte -n €iner Entfernung von einigen hundert Metern, eine Privatvorlesung noch ein Praktikum belegt hatten, stimmungsvolle Neujahrs Gedicht lesen, das der damalige 3^ zweite Gruppe hatte den Löwenkopf iroch nicht wieder akademiscl-e Bürgerrecht der Universität entzogen wor- LultuSminister 1896 im Wirtschaftsbuch für deutsche Beamten- erreicht, als das Unglück geschah. Der Führer Garrel stand den. — Aus Braunschweig schreibt man: Die Ernenn- srauen veröffentlichte: leben im Begriffe, einige Stufen in Eis zu hauen, als dieinng des Hockchauinspektors Georg Lübke in Eharlotten- ,,Dt« Stunde kommt vielleicht schon bald, I eine junge Dame, Miß Mildred Aline Bell, ein Lied an= ' Ob jugendlich Du bist, ob alt, I stimmte und mit ihrer Freundin und ihrem englischen Wo mehr noch wird vorüber sein I Begleiter scherzte. Dabei näherten sich die drei Touristen SJ .«an .APhHrfit I einander und das Seil, das doch immer straff gespannt Detn^Muvd bt°n lefakn^Seuher foriAt I sei" soll, hing lose zu Boden. Auf einmal glitt Miß Bell Wo einmal noch, etz' Du ziehst fort $ * I aus. Sie fiel hin und ihr Körper stürzte bergab. Die beiden Durch Deine Seele tönt das Wort: Vorüber, vorüber! länderen Touristen kamen ebenfalls ins Stürzen. Der n-K henn ! Führer suchte sich mit der Eishacke festzuhalten, aber ver- WaS Du QettMbiroi8^Du »strebt 1 gebens, auch er wurde mit abgerissen. Jnzwiscljen war die Was Da geglaudt, was Du gewollt, I erste Gruppe der Touristen auf dem „Löwenvo: , Was Du gekämpst, was Du gesollt, l gelangt. Als sie ihre Kameraden eine halbe Stunde ver- .. , , . - ;ltx_ m „ Xner Dir unabweisilch das Geleit qeblich envartet hatten, ahnten sie ein Unglück. Sie kehrten siedelnden Prof. Heinrich Wors ersetzen. Alv ^aMolger Hinüber in die Ewigkeit, um und entdeckten die Spuren des ^ldsvurzes. Ihre Be- Worfs wird jetzt Privatdozent L.Ga u ch a t, Professor de» O, denke dran bei jedem Schritt: I mübunaen zu den Abaestürtten binzugelangen, waren ver-1 Französischen an der Kantonsschule, genannt. — Werter W.» Du h^l-bst. gehet mit - hwüber, hinüber!" I ^eaodenskesichtti Eile ncuch Hotel zum wird aus Zürich berichtet: Der a. o Professor für Päda- Die Trauerseier für Dr. Bosse, die auf SamStag feft* |m?ntterborn, um dort Hilfe zu suchen. Zu allem Glücke I gogik an der hiesigen Hochschule Dr. Otto Hu^ziker ist ^setzt wurde, soll auf dessen Wunsch sehr einsach und ohne! f^ten sie dort acht Führer, die sich sogleich zur Bergung von seinem Lehramte Suruckgetreten- Der verdlen^>olle Pomp gestaltet werden. Der langjährige Seelsorger und Bernnglückten auf den Weg machten. Um 9 Uhr abends Dozent war aus dem Vol^fchullehrerstanoe hervorge Freund des Verstorbenen, Prediger Fischer, wird, eben-kündeten bengalische Flammen, die von den Führern am gangen. - --------bpnhhrfvHnf ötearc fall» ans ausdrücklichen Wunsch Dr. Bofse'S, die Gedenkrede I Matterhorn angezündet wurden, 1 ~ m halten. s Giomein an, daß die Verunglüctteu gefunden seien. In lang. Der Kaiser hatte nur einen Orden angelegt, einen I türkischen, zu Ehren Muktar Paschas, der die Fahrt der „Auguste Viktoria" mitmachte. Der Monarch zeichnete den Kapitän und einige ihm bekarrnte Persönlichkeiten, wie die Gattin des österreichischen Statthalters Grafen Kielmanns- egg durch Ansprachen aus und richtete auch ein paar Worte an die bekannte Schauspielerin Jenny Groß, welche die Künsllerin sicherlich für ihre furchtbaren Se ekr an kh ei ts- leiden reichlich entschädigt haben werden. (Sie ist sogar, während sie kreidebleich auf einem Schiffsstuhl lehnte, in ihr Plaid gehüllt, auf dem Schooß einen Teller mit einer Gurke und einer Apfelsine, ahnungslos von einem bo^\ haften Passagier — photographiert worden?) Mehrere! Passagiere wurden vom Kaiser zum Souper auf die „Hohen-' zollern" geladen. Während der 'Mendtafel auf der „Hohen- zollern" nahm der Kaiser plötzlich eine Menu-Karte, schrieb mit eniem goldenen Erayon einige Worte darauf und überreichte sie lächelnd der eMgeladenen Gräfin Kielmanns- egg. Auf der Karte standen die Worte: „Zur Auktion oder zu einer Tombola für die Mannschaft der „Auguste Viktoria". Wilhelm. Laerdalsoeren, 21. Juli 1901." Man kann sich vorstellen, mit welcher Begeisterung die Kaiserliche Idee zu einer Lotterie von den Passagieren der „Auguste Viktoria" aufgegriffen wurde. Man beschloß, tausend Lose auszugeben. Die Seele dieser ganzen Veranstaltung war natürlich die liebenswürdige Gräfin Kiel- mannsegg, die übrigens wiederholt die Gesellschaft durch ihr Klavierspiel und die Eouplets, die sie dazu fang, entzückte. Erwähnt sei nebenbei noch, daß Muktar Pascha, der ebenfalls zur Abendtasel auf die „Hohenzollern" geladen war, bei der Rückkehr seiner Begeisterung für den Kaiser in den schönen Worten Ausdruck gab: „Eharmant — ui, c'est oune vieil ami!" Doch kehren wir zu unserer Lotterie zurück. Es wurde beschlossen, tausend Lose zu 4 Mk. aus-j zugeben. Da aber nur 365 Passagiere sich an Bord befanden, war es nicht so leickst, die tausend Lose völlig ab-! zusetzen, obwohl einige Herren zwanzig nahmen und ein] Rentier K. aus Berlin, der sich den Luxus der einzigen „Luxus-Kabine" (Preis viertausend Mark) gestatten kann,! achtzig Stück kaufte. Als man sich am nächsten Tag vom, Souper erhob, war noch ein ziemlicher Rest Lose vor-i Händen. Das Konzert der Schiffskapelle wurde immer ] weiter ausgedehnt — man wollte Zeit gewinnen — und schließlich opferte sich auch Direktor Stegmund Lautenburg für das Gerneinwohl. Er rezitierte mit feurigem Schwung einige Petöfische Gedichte und erzielte damit stürmischen Beifall. Inzwischen waren alle Lose abgesetzt bis auf vier. Eine charmante, fesche Dame, Frau Dr. Bestyr, die schöne Gattin eines Prager Zahnarztes, gab sich redliche Mühe, diese vier Lose los zu werden — vergeblich Endlich stellte sie einen jungen Amerikaner, der nach einigem Sträuben — er hatte schon die ganze Westentasche voll Lose — auch diese vier Ladenhüter erwarb. Und merkwürdig — gerade unter diesen vier letzten Losen befand sich das große Los. (Uebrigens war Frau Dr. B. durch ihre elegante Grfcbeinung auch dem Kaiser ausgefallen, der bei seinem Besuch den Kapitän scherzhaft fragte: „Wie vermag nur die Dame in einer so kleinen Kabine so große Toilette zu machen?") Die Ziehung ging in sehr origineller Weise vor sich Im Speisesaal schlittete man die tausend entsprechenden Nummern in einen Sektkübel, und Frau Gräfin Kielmannsegg übernahm die Rolle der Fortuna, indem sie sich ein Taschentuch um die Augen binden ließ Große, bange Pause — allgemeine Erwartung! Tie gräfliche Glücksgöttin greift kühn in das Rad — nicht doch, in den Sektkübel und zieht ein Los heraus, den Treffer. Der Journalist Dr. Walsee aus Hamburg wickelt das Los auf. Wieder große, bange Pause und allgemeine Erwartung? Der Mann der Presse ruft mit gewaltiger Stimme: „467?" Allgemeines „Ah!!" Der junge Amerikaner stürzt herbei, meldet sich als Gewinner und läßt kräftige „Hipp hipp hurrahs" zum Plafond emporsteigen. Diese Lotterie hat allen Passagieren ein Riesenvergnügen bereitet — aber ein viel größeres sicher noch der wackeren Mannschaft der „Auguste Viktoria". * 10300 M eter in den Lüften. Die deutsche Luftschiffahrt hat einen ausgezeichneten Erfolg zu verzeichnen. Ein am Donnerstag in Berlin von dem UebungSterrain aufgestiegene Ballon des meteorologischen Instituts hat eine Höhe von 10300 Metern und damit die höchste Höhe, die bisher überhaupt ein bemannter Ballon erreichte, erklommen. Die Fahrt war allerdings nur von verhältnismäßig kurzer Dauer, der Ballon ging in der Nähe von Kottbus nieder. Die Lustschiffer A. Berson und Dr. Süriug stiegen Vormittags 10 Uhr 50 Minuten in Berlin auf und landeten gegen 6J/2 Uhr bei Briesen im Landkreis Kottbus. Das Maximum ist nicht feststellbar, da beide Jnsaffen des Ballons ohnmächtig wurden. Zuletzt wurde eine Temperatur von minus 40 Grad Celsius abgelesen. Die kühnen Luftschiffer find bisher noch nicht nach Berlin zurückgekehrt, weil die sachgemäße Bergung des Ballons, der gegen 5000 Kubikmeter GaS enthält, und der kostbaren Instrumente die Anwesenheit der Herren am Landungsplatz und eine fachmännische Leitung erfordert. Die größte bisher erreichte Höhe beträgt 9150 Meter. Frankfurt, 2. August. Däe neugegründete Aka- demie für Sozial - und Handelswissenschafte n, tritt am 21. Oktober in Wirksamkeit. Nach, § 2 ihrer Soßungen soll die Akademie 1. höheren staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten, Richtern, Anwälten und anderen Angehörigen gelehrter Berufe die Gelegenheit zu vertieften und erweiterten volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Studien bieten, zugleich auch kaufmännische und allgemeine den Betrieb industrieller Unternehmungen betreffende Kenntnisse vermitteln; 2. Personen aus den Kreisen der Jndusttüe und des Handels die zur Ausfüllung leitender Stellungen erforderlichen Kenntnisse auf dem Gebiete der Sozial- und Handelswissenschasten insbesondero auch der Staatswissenschaften und Verwaltungslehre vermitteln; 3. auch sonstigen Personen, namentlich solchen, welche bereits in der Praxis stehen oder gestanden haben, zur Erweiterung und Vertiefung ihres Wissens auf beir genannten Gebieten Gelegenheit geben. iQierbei ist rus- besondere auch.au Lehrer gedacht, welche sich für Handels-, Gewerbe- oder Fortbildungsschulen werter ausbilden wollen. — An der Akademie werden gehalten: 1. Vorlesungen über theoretische und praktische Volkswirtschaftslehre, Sozialpolittk, kaufmännische Technik (Buchhaltung, kaufmännisches Rechnen, kaufmännische Korrespondenz und Warenkunde), Handelsrecht auf der Grundlage des bürgerlichen Rechts, Staats- und Vertvaltungsrecht, Kolonial- und Konsularwesen, Wirtschasts- und Handelsgeographie und -Geschichte, moderne Sprachen, chemische und meck)anische Teckmologie samt Elektrotechnik, sowie andere ergänzende Wissenszweige (Geschichte, Philosophie u. a. m.) 2. Vorlesungen über Versicherungswesen, Versicherungsmathema- tik und Versicherungsrecht unter besonderer Ruch'ichMahme auf diejenigen, welche die Diplom-Prüfung für Verficher- ungswissenschaft abzulegen beabsichtigen; 3. besondere kurze Vorlesungen über Buchführung, Bilanzen und politische Arithmetik für Beamte, Ingenieure und andere nicht dem Kauftnannsstande angehörige Personen; 4. Vorlesungen für Vorgefchrittene aus dem Gebiete der theoretischen und praktischen Natioiialökonomie, der Sozialpolitik und anderer? Zweige der Staats- und Sozialwissenschaften, des Handelsrechts und der angrenzenden Gebiete des bürgerlichen Rechts, sowie über neue Sprachen. — Die Teilnehmer an den Vorlesungen der Akademie zerfallen in solche, welche sich mindestens ein Semester im Wesentlichen den Studien au der Akademie widmen wollen (Besucher), und in solche, welche sich nur an einzelnen Vorlesungen beteiligen wollen (Hospitanten). Als Besucher und Hospitanten können zugelassen werden: 1. Abiturienten der neun- flüssigen höheren deutschen Lehranshalten, der kgl. bayrischen Industrieschulen und solcher höheren deutschen Handelsschulen, deren oberste Klasse der Oberprima der genannten Anstalten entspricht; 2. Kaufleute, Industrielle, Versicherungsbeamte und andere bereits beruflich thätige Personen, welche im deutschen Reich die Berechtigung zum einiahrig- freiwilligen Dienst erworben haben; Persone,l, die sich! noch in der Lehre befinden, sind ausgeschlossen; 3 semi- narisch gebildete Lehrer, welche im deutschen Reich die 2 Prüfung bestanden haben; 4. Ausländer, deren Vorbildung nach den Bestimmungen des Verwaltungs-Ausschuffes für genügend erachtet wird. Auch Frauen können als Besucher, ' Hospitanten und Hörer zugelassen werden Wie aus Freiburg i. B. gemeldet wird, hat Pros. Dr. T h u m b von der dortigen Hochschule einen Ruf nach Marburg angenommen; Professor Dr. Axenfeld- Rostock, der, wie bereits berichtet, eine Berufung auf das i Ordinariat für Augenleidende an die Universität F r e i - Iburg erhielt, wird dem Ruse Folge leisten. Professor 2 31. 22 bei Mk. 11,60. Diehmarkt. tark gefragt. 5866 Kaffee. 48 48 52 l 2 Brovpreife vom 4. bis 18. August 1901. 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrod bet: I. Kd. Belte, Kirch-Gon» . 42 Ä Karl Post von Wiefeck ti. Schmidt, Gr.-Ltnden .44 ' tw,i‘ L. Stetnmüller, Gr - Lindm 44 chüttet man triefe Flüssigkeit über die heimgesuchten Zflcmz^n und beftreut sie, so lange sie noch feucht sind, mit Thomasmehl oder gelöschtem Kalk. übergegangen. Gießen, den 2. August 1901. Großherzogliches Amtsgericht. Theater, Kunst und Wissenschaft. Der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde hielt seine Jahresversammlung in Rotenburg a. 5. ab- Am Dienstag vormittag wurde zunächst ein gemeinsamer Spaziergang nach dem Emanuels- berg unternommen. Nachher wurde die Stiftskirche in Augenschein genommen. Um 11 Uhr nahm die Hauptversammlung ihren Anfang. In ihr gab der Schriftführer Nanzleirat Ne über den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl beträgt etwa 1600. Der Bericht gedachte besonders des verstorbenen Dr. Grotefend, sowie der verstorbenen Ehrenmitglieder Tr. Buchenau-Marburg und v. Stamford-Kassel. Der Kassenbericht wies eine Einnahme von 6540.62 Mark, eine Ausgabe von 6551.48 Mark auf. Der Borstand wurde wiedergewählt und dem Vorstandsmitglied Tr. Brunner die Ehrenmitgliedschaft erteilt. Der Jahresbeitrag wurde auf 3 Mark festgesetzt und für die nächste Jahresversammlung Gelnhausen gewählt. Kunstgewerbe für 3 Hau». Juliheft. Berlin W. Otto Ltenekampf. 2 Mk. ’M tourbt, Arb eitsvevgebung. Die zur Wiederherstellung und Erweiterung des Rathauses zu Schotten erforderlichen Rohbauarbeiten (Maurer-, Steinhauer-, Zimmer- [34 cbm Eichenholz^, Dachdecker-, Schreiner-, Schlosser-, Spengler- und Weißbinderarbeiten) werden hiermit zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Für die Bewerbung und Vergebung sind dieselben Grundsätze maßgebend, wie bei Staatsbauten. Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen sind von Dienstag dem 6. August ab von Großherzogl. Bürgermeisterei Schotten gegen Erstattung der Ersten zu beziehen. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrrft versehene Angebote sind bis spätestens SamStag den L7. Auguft, vormittags 10V, Uhr, an Großh. Bürgermeisterei Schotten portofrei einzusenden. Am gleichen Tage vormittags 11 Uhr erfolgt die Eröffnung der Angebote. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, am 2. August 1901. 5358 Joft, Regierungsbaumeister. W. Weitzel v. Lang-Göns 44 „ B Kilogramm (6 Pt und) Schwarzbrod bei: «ilb. Fabel von Wiefeck . 66 H Gust. Jakoby, Mten-Buskck 66 A C. Post von Wiefeck . . 66 „ Ernst Christ, Wiefeck 69 „ Die einzelnen Märkte trugen während der Berichtswoche «inen äuherft ststcn Charakter, allenthalben entwickelte sich ein sehr lebhaster Ha del, und die Umsätze waren fast überall sehr zufriedenstellend. Prima Großvieh wie immer flott umgesrtzt, aber auch mittlere Qualitäten fthr flut beachtet, eS blieb nur sehr wenig Ueberstand. Kälber an einigen Plätzen vollständig auSve»kauft, an einigen kleineren Märkten blieb geringer Ueberstand. Schweine im Preise anziehend, waren ebenfalls sehr flott gehandelt. Mittlere Qualitäten und Läuferschwetne etwas deffer berücksichtigt. M-Hl. Nack ziemlich lebhaften Schwankungen sind die Course in Amerika auf ungefähr gleichem Standpunkte wie zu Anfang der Woche, und wenn man er,fang6 bei rückgängigen Notierungen angenommen hat, die Preise würden auf das frühere Niveau zurückgehrn, und infolge dessen sich abwartend verhielt, war da- Geschäft in den letzten Tagen ein wesentlich lebhafteres, da man nachgeradezu zur Urberzeugung gelangt ist, daß ein Stillstand in der Abwärtsbewegung eingetreten ist Das gleiche Bild zeigte dec Mehlmarkt und ist bei den etwas ermäßigten Preisen von Mk. 24,75 Ba». 0 in den letzten Tagen wieder einiges umgegangen, während man zu Anfang der Woche sich zu solche« Courfen nicht decken wollten. Wir bürsten einstweilen mit billigeren Preisen nicht zu rechnen haben. Futterartikel sind wieder 35, 31. Der »rodverkLuser. Bei den hiesigen Brodverkäufern bestehen dieselben Preise mit den hiesigen Bäckern. Gießen, den 2. August 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechle r. 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrod bei: Ioh. Kd. Belle v. KirchgönS 46 A W. Stetnmüller, Lang-GSns Wilh. Fabel von Wiefeck 48 „ W. Weitzel von Lang-GSnS ö. Schmidt, Großen-Linden 48 „ C. Post von Wiefeck . . L Steinmüller, Gr -Linden 48 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrod bei: 8. Schmidt, Großen-Linden 22 A SB. Weitzel von Lang-Gbns W. Steinumller, Lang-GönS 22 , Gerichtssaal. e— Gießen, 1. August. (Gewerbegericht.) Den Vorsitz führt Großh. Beigeordneter Wolfs. Tie Zigarrenkist- chen-Fabrik i. F. I. Barnaß, hier verlangt von dem Tagelöhner Earl Appel hier Wiederaufnahme- der Arbeit für noch 12 Arbeitstage bei Meldung der Zahlung einer nach dem Ermessen des Getverbegerichts festzusetzenden Entschädigung, weil Appel ohne Grund und Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist die Arbeit verlassen habe. Ta der Beklagte trotz ordnungsmäßiger Ladung im heutigen Termin nicht erschienen ist, wird er auf Antrag des Vertreters der Klägerin durch Versäumnisurteil nach dem Klageanträge verurteilt. Tas Gericht setzt die vom Be- ilagten an Klägerin zu leistende Entschädigung, falls die niajt binnen 3 Tagen ausgenommen wird, auf 13Mk. -0 Pf., in Gemäßheit des § 51 des Ges. über die Gewerbegerichte und 124 b der Gewerbe-Ordnung, fest. — Die WnMnd-rgesellen Wilhelm »ahn aus Hattenrod und Wil- Helm Bell off aus Beuern klagen gegen den Weißbin- r5rr^1*tx'r S°?rab il zu Huttenrod auf Zahlung rück- ständigen Lohnes. Tie zur Verhandlung erschienenen ? a92Lr ^antrnflclL gegen den ausgebliebenen Beklagtest 0^ emes Versaumnisurteils. Das Gewerbegericht ^t f^ zur Entscheidung der Sache für zuständig, weil ^ Gießen zu erfüllen Lar, und ent- fpricht dem Anträge der Kläger. Dahna Aecht nur in versiegelten grünen Packeten ä 30u.50Pfg' Tötet sicher alle Jnsecten sammt Brut T11 (besonders auch in Sta.ll- ungen), Flöhe. Schnacken, Russen u. s. w. ist die Wirkung des Dal ina geradezu überraschend und wird von keinem anderen Mittel erreicht. In 10 Minuten lebt kein Stück mehr. Garantiert giftfrei. Fabrikant: Apotheker E. Lahr Würzburg. In Giessen zu haben in d. Hirsch-Apotheke und bei Ang. Noll, Drogerie zum roten Kreuz. 4548 Der hiesigen Bäcker. Kg. (2 Pfd.) Tafeldrod 28 Pf» 1 Kg. (2Pfd.)Schwarzbrod 24 Pfg. - ----' ‘'3 , 2 Kg. (4Pfd.)Schwarzbrod 48 . i , 3 Kg. (6Pfd.)Schwarzbrod 72 . ytati 4>oi< von xoicjcu . 44 Gust. Jakoby, Alten-Bufeck 44 W.Stetnmüller v.Lavg-GönS 44 RußlandundDeutschland. Russisch-deutsche Zeitschrift (in deutscher und russischer Sprache). 1. Jahrg. Nr. 5. Berlin SW., Königgrätzerstraße 116. Jährt. 6 Mk. Zeittextkon. Mai/Juni 1901. (S. 530—770.) Stuttgart, Dtsche. Vertagsanstalt. pro Heft 1 Mk. XXIX. Wander - Versammlung des deutschen PhotographenvereinS vom 30. Juli bis 3. August 1900 in Berlin. Sonderabdruck aus der deutschen Photogr.-Ztg. Nebst acht Tafeln in Autotypie. Ueberall, Jllustr. Wochenschrift des deutschen Flotten-BrreinS. 42. Heft. Berlin, Bong & Co. A Heft 30 Pfg. Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift. Hrsg, von Paul Lmdau. August 1901, Heft 293. BreSlau, Kunst- und VerlagS- »astakt von S. SchotUänder. ä Heft 2 Mk. ZurgutenSlunde. Jllustr. Familien-Zritfchrift. 14. Jahrg. H'ft 25. Berlin, Bong & Co. Jährl. 11,20, Ernzelhest 40 Pfg. « «bür alle Welt. Jllustr. Zeitschrift. 7. Jahrg. Heft 27. Berlin, Bong & Co. JShrl. 11,20 Mk, Etnzrlheft 40 Pfg. >en aus den ur Ausfüllung - aus dem tze- 1 wsdesondere lll-slehre, vn- ntlich solchem, standen haben, sens auf der lkrbei ist, ins sich für Han" nter ausbildrn ten: 1. Box. ilkstvittschofts- i Buchhaltung, spondenz und e des bürger- Äotonxab und urgraphie und nb mechanische ere ergänzende . m.) 2. Boi Angsmathemli' Rüch'ichtnahm für Lerficher besondere kürzt und politisch )cre iiidft bm irfefungen für gen und W nrü) mderer ten, des Hanes bürgerlichen Teilnehmer an i solche, welk in den Stubier cher), und i’ mgen beteilige nd hospitantei en der neun rkgl. bayrische- tschen bandelnder genannt ielle, Lersichel- )ätige $erfonm, pirtt einjäfäß’ wen, bie D iffen; 3. sieben Mich die deren mgs-Ausjch-^ en können & >n werden. . mir», einen N «• r. -rufung aus ioersität Fr«- n. - W; nbetracht feincl AefomchM-. ist dem Reich Berlin i ßp[id)tct tviti Ischen l»1* Dozenten^ A der E S'S& llut HÄ irlehnk- q« jjh: •J,‘Ä* LS SfflS an L lt)TeT unb alten und a Wt zu vei- ‘ unb, sozial- ^unrfche und ehmungen be- Landwirtschaft. w. Von der mittleren Nidda, 2. August. Später als sonst hat rn diesem Jahre bei uns die Getreideernte. begonnen. Ter Körnerertrag wird im allgemeinen als- gut bezeichnet, rvährend der Strohertrag geringer ist als sonst. Durch die scl>on lange anhaltende Trockenheit hat der junge Klee, der hier ausschließlich unter die Sommer- srucht gesät wird, auf leichtem Boden gelitten, während er sich auf schtverem Boden gut gehalten hat. Ten kleinen Schädlingen aus der Jnsektenwelt gestattet diese Witterung leider eine vorzügliche Entwickelung. Unsere Bäume und Gemüsepflanzen leiden ungemein unter der Blattläuse-- und Erdflohplage. Man wendet hier gegen diese Schädlinge mit Erfolg nachstehendes Mittel an: Knoblauch wkrd fein gehackt und mit Wasser übergossen. Nach zwei Tagen Literarische Neuerscheinungen. G r i t b e n ö Reisebücher. Bd. 15. Die oberttalienifchen Seen: Comosee, Lago-Maggiore, Luganofee, Mailand. 3. Auflage. (IV, 166 S. mit 3 Kartenbeil.) Berlin, Alb. Goldschmidt. Mk. 1,50. --Bd. 24. Kleiner Führer durch die Schweiz. (IV, 135 S. mit 3 Karten.) Edda. 1 50. Harnack, Prof. Dr. Otto, Neber die Verwendung historischer Stoff« in der Dichtung. Rede zur Feier deS Geburtstages des Großherzogs unb der Großherzogin. (17 S.) Darmstadh Heinrich Menzlaw. Pütz er, Prof. Friedrich, Neber Denkmalskunst. Rede zur Vorfeier des Geburtstages deS GcoßherzogS und der Großherzogin. (28 SO Darmstadt, L. C- Wtttich'fche Hofbuchdruckerei. Die feierliche llebergabe beSRektoratSder großh. Hess, techn. Hochschule zu Darmstadt für das Studienjahr 1900/01. Bericht von Geh. Baurat Prof. Koch und Antrittsrede von Pros. Dr. Schering. (39 S.) Edda. Sammlung von UebersichtSplünen wichtiger Ab- zweigungSstattooen der Eisenbahnen Deutschlands. Bearb. im Reichs eifenbahnamt. 2. Aufl. (16 S. und 73 Kärtchen.) Berlin, Max Pasch. 1 Mk. Thilo, Dr. med. Marie v., Was sollen unsere erwachsenen Tächter von der Ehe wissen? (58 S.) Zürich, Th. Schröter. 80 Pfg. Die« Blatt gehört der Hausfrau. 15. Jahrgang. Heft 44. Verlag von Friedrich Schirmer in Berlin SW. Vierteljährlich 1,40 Mk. Gewerblich-technischer Ratgeber. Zeitschrift für Unfallverhütung, Gewrrbehygiene und Ardeiterwohlfahrt re. Hrsg, von Dr. Werner Heffter. 1. Jahrgang. 1. Heft. Berlin W. 8., 1L Seydel. Jährl. 6 Mk. Jägers, Prof. Dr., MonatSblaft. Zeitschrift für Gesundheitspflege und L-benSlrhre. 20. Jahrg. Nr. 8. Stuttgart, W. Kohlhammer. JShrl. 3 Mk. Pflichtftuerwehr. Donnerstag de« S. Anguft d. I , abeudS 8V2 Uhr, im Dnrmhause am Braud: Uebung der 1; 3 u. 4. Rotte. Gießen, am 2. August 1901. 6357 Der Branddirektor: Traber. Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod 56 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod 26 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod 52 _ Der auswärtigen »Scker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrod bei: S. Schmidt, Gr.-Linden . 24 W. Weitzel von Lang-Gvn» 24 A W. Steinmüller, Lang GönS 24 , C. Post von Wiefeck . . 26 , Hubertus. Jllustr. Jagdzeitung. 19 Jahrg. Nr. Göthen. Paul Schettler. Vterteljährl. 2 Mk. Deutscher Soldatenhort. 12. Jahrgang. Nr. Berlin SW., Karl SigiSmund V'erteljährl 1,80 Mk. Die Zukunft. Nr. 44 50 Pfg. Bader, E nst, Die Schweiz. Ein prakt. und zuverlässiger Wegweiser für Rcksende. 2. Ausg. (XXVIII, 299 ©., mit 1 Ueber- fichtSkarte, 3 Spezialkarten und 5 Siadtplänen.) Freiburg i. B., Lorenz & Waetzci. Geb. 2,80 Mk. Bräunlich, Lic. theol. P., Die Los von Rom-Bewegung in Steiermark. (52 S.) München, I. F. Lehmanns Verlag. 60 Pfg. Moulin-Eckart, Prof. Richard Graf du, Englands Politik und die Mächte. (80 S.) Ebba. 1,50 Mk. Deutsche Kunst und Dekoration. 4. Jahrg. Heft 9: Darmstädter Künstlerkoloniel. Paul Bürck. Darmstadt, Alex. Koch. 2,50 Mk. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Die Magdeburger- Feuerversicherungs- Gesellschaft in Magdeburg, belanntlich die grötzte deutsche Feuerversicherungs-Gesellschaft, hat nun auch die Versicherung gegen Einbruch-Tiebsbahl ausgenommen. Tie Antragstellung erfolgt für Gegenstände des Privathaushaltes, gewerbliche Utensilien usw., sowie für Warenvorräte an Hand der Feuerversicherungspolize. Die Prämien ind äußerst billig. Fabrik feuerfester und säurefester Produkte, Aktiengesellsch-aft, Vallendar a. Rh. Ter Geschäftsbericht giebt bekanntlich den Aktionären kein klares Bild von der Lage, in die ihr Unternehmen durch die Mißwirtsck)aft des früheren Generaldirektors Boeing geraten ist. Man hat sich über einen bestimmten Vorschlag noch nicht geeinigt, und auf die Tagesordnung der bevorstehenden Hauptversammlung ist noch nachträglich der Antrag auf Bevollmächtigung der Verwaltung zur Verpack)st- ung der Werke gesetzt woroen. Dieser Antrag ist wohl auch iir den Fall in Aussicht genommen, daß Boeing mit Hilfe seines großen Aktienbesitzes alle andern Pläne zur Wieder-- aufrichtung vereiteln sollte. Ferner wird der Versammlung ein von der Aktiengesellschaft für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens in Tresdcn ausgehendes Anerbieten auf Anpachtung der Merke der Vallendarer Gesellschaft unterbreitet werden. Tiefes Anerbieten hat folgende Grundlagen: Als jährliche Pachtsumme soll der Betrag von 300 000 Mk. gezahlt werden, wobei sich Siemens verpflichtet, die Fabriken in betriebsfähigem -Zustande zu erhalten. Siemens übernimmt die ausstehenden Geschäftsforderungen zum d^ennbetrage abzüglich 1 einhalb Prozent Skonto, wobei Nauheim für deu Eingang Bürgsck-aft zu leisten hat. Ebenso übernimmt Siemens die vorhandenen fertigen und halbfertigen Wareir und Rohstoffe. Soweit eine Einigung über die Preise nicht erzielt >vird, erfolgt deren Feststellung durch zwei Sachperständige, von denen jede Partei einen ernennt. Mit der Pachtzahlung wird vom 1. Januar nächsten Jahres ab begonnen. Tie Tauer des Pachtvertrages ist auf 10 Jahre festzusetzen; Siemens nimmt aber das Recht in Anspruch bis zum Ablauf des vierten Pacht- ahres die Pachtobjekte zu einem der Pachtsumme ent- prechenden Preise, dessen genaue Höhe noch> festzusetzen ist, zu erwerben. Zur Sicherheit der Rechte aus dem Pachtverträge ist auf sämtlich von Siemens zu pachenden Liegenschaften zur bereitesten Stelle eine Sichrungshypothek von 1000 000 Mk. einzutragen. Voraussetzung des Ge- schfts ist, daß die Gläubiger von Nauheim, soweit deren Befriedigung nich aus den flüssig werdenden Mitteln erfolgt, sich bebeit erklären, für die Tauer des Pachtvertrages ihre Forderungen nicht zu kündigen, und daß Siemens berechtigt ist, die für die bestehenden Sck)iulden zu zahlenden Zinsen und Tilgungen aus der Pachtsumme direkt zu bestreiten. Wir wissen nicht, ob dieser Vorschlag bet dem Aussichtsrat und dein jetzigen Vorstände von drauheitn Gegenliebe gefunden hat. Davak. DaS Gescbäst konnte sich.auch während der ebgtlaufetien BerichtS- woche wieder nicht beleben, unb eS wurden, soweit uns bekannt, nur 250 Zentner 1900er Oberländer Tabak von Spekulanteb an Fabrikanten zu Anfang Mk. 50 verkauf'. Die in den letzten Tagen niedergegangenen Gewitterregen übten auf das Wachstum der Tabakpflanzen einen sehr wohlthuenden Einfluß aus, und eS steht zu erwarten, daß sich die Pflanzen ferner sehr gut entwickeln. In losen Pfälzer Rippen ge« fchäftSlos, lose feine Mk. 9 bis Mk. 9,50, gebündelte Mk. 11 btS Puas «deschlietzrm-e«. Äm 27. Juli. August Johann Karl Kramer, Lackierer dahier mit Marie Schilling hierselbfi. •efrottw« Am 23. Juli. Dem Kaufmann Karl Eduard Koch ein Schn. 25. Dem Briefträger Karl Rück eine Tochter, Anna Elise. Dem Zigar. en- fabrikant Guido Günther eine Tochter. 26. Dem Kuliurtechniker Karl Buhl ein Sohn, Paul Hans. Dem Taglöhner Johannetz Peter Hahn eine Tochter, Emma. Dem Gerber Ludwig Muhlhaufe ein Sohn, Frie^rcch Wilhelm. Dem Arbeiter Philipp R.uschling eine Tochter, Elife Elisabeth Katharine. 27. Dem Dreher August Stürtz ein Sohn. Dem Schreiner Wilhelm Walter eine Tochter, Lina. Dem Tagiöhner Heinrich Schnerder XIII. eine Tochter, Marre Katharina Dem Wirt Wilhelm Dreher ein Sohn. 28. Dem Stationsgehilfen Philipp Göbel ein Sohn. 30. Dem Bahn- arbeüer Georg Horst eine Tochter. 31. Dem Schreiner Johannes Bogel II. ein Sohn, Ludwig. «esiordeve. _ Am 28. Juli Ottilie Ulrike Auguste Zörb, 10 Monate alt, Tochter deS Wuts Heinrich WUhelm Zörb dohier. 29. Heinrich Fleischer, 47 Jahre alt, Taglöhner dahier 31. Hans Büttner, 1 Monat alt, Sohn deS Schuhmachers Johann Georg Karl Böttner dahier. Am 1. August. Frieda Käthe Louise Fourier, 5 Monate alt, Tochter des Geschäftsführers Heinrich Fourier dahier. 2. Julius Phüipp Schadt, 3 Monate alt, Sohn k-S Kaufmanns Gustav Schadt dahier. Johannes Heinrich Fischer, 43 Jahre alt, Kaufmann dahier. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrahe L. Auaedvt -er «rd H 7> 7> n » 7> ■» süchtiger Scbuvmacherqeselle sof. Az ges. 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