Nr. 104 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 4. Mai 1901 Adresse für Depesch-m Anzeiger «etze». Fernsprcchonlchluß Rt.lt. vezngrpreir oierleljätzvi, Mk. 2.20, nionall. 75 mitBringcrlohn; durch Mt Abholeftellen vierletfästti. Mk. 1.90, monatl. 65 Bei Postbezug vierteij-HM. Mk. 2.00 ohne Hflt ae|etgtn.Bcrnrtttlee|», t«B»n l't §n» und UuMmM ««innen Mnjelgen für bM •tefcener Mnjdqer rntMMB. ßclltn^rtie lokal 11 WM» aufwärts 90 Pfg. W GletzenerAnzelger D-G General-Anzeiger ” Ile« Mieflenl V W hy. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Bei der demnächstigen Generalversammlung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins wird Herr Schulrat Dosck aus Worms einen Vortrag über Teichwirtschaft halten. Wie machen darauf mit dem Bemerken einstweilen aufmerksam, daß im Berlage von Emil Roth hier, ein Buch: «Die Ftschwasser und die Fische im Großherzogtum Hessen" von Ludwig Dosch erschienen ist, das für Interessenten sehr empfehlenswert ist. Der Preis beträgt 3 Mk. für ein un. gebundenes Exemplar. Gießeu, den 1. Mai 1901. iJct Direktor des landwirtschaftlichen Bezirksvereins, v. Bechtold. Gießen, den 1. Mai 1901. ©etr.: Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen. Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen sm die Schulvorstande des Kreises und die Bor- . steher von Privatschulev. „ clenJ^n von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 15. «prtl 1901 (Gießener Anzeiger Nr. 89) noch nicht nach' hinc™01611 ^^2 an deren sofortige Erledigung er- ______________ v. Bechtvlv.________________ Gießen, den 1. Mai 1901. ”etr,: Die Ableistung des Huldigungs- und BerfaffungS- Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des KreiseS mit Ausnahme derjenigen der Amtsgerichtsbezirke Grüuberg «ud Homberg. Die Ableistung des HuldigungS- und BerfaffuugSeideS der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterthanen, welche sich, ohne OrtSbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben, statifinden: 1. Der OrtS- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Freitag den 17.Mai ds. Is., nachmittags 2J/a Uhr in dem Rathause zu Lich; 2. Der OrtS- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Laubach und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Dienstag den 21. Mai d. IS., nachmittags 3 Uhr, in dem Rathause zu Hungen; 3. Der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amtsgerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden Mittwoch, den 22. Mai d. IS., vormittags 11 Uhr in dem Regierungsgebäude (auf dem Brand) zu Gießen. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen, und, wie geschehen unter Angabe der Namen der Borgeladenen anzuzeigev, oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. v. Bechtold. Das Nebenregiment. In den „Hamb. Nachr." ist ein Artikel veröffentlicht, cm dem man auch dann nicht vorübergehen darf, wenn man oruch gegen einzelne positive Angaben, die er macht, gewisse Zweifel hegt. Im Anschluß an die Gerüchte, die sich mit beut Rücktritt des Reichskanzlers, der Herren v. Miquel, V. Hammerstein und v. Rheinbaben beschäftigen, führt das Hanseatische Blatt aus: „Hat man es bei diesen Gerüchten vorerst wohl mit Reflexwirkungen des Gefühls der Unsicherheit zu thun, und begegnet man auch in klerikalen und linksliberalen Blättern der Auffassung, daß die Herren v. Siemens und v. Marschall wohl nur in Szene gesetzt würden, um die Agrarier von allzu scharfer Opposition gegen eine hinter ihren Erwartungen zurückbleibende Normierung der landwirtschaftlichen Zölle und gegen den Zkanal abzuschrecken, so ist eine weitere Version über die innere Lage zu charakteristisch, um mit Stillschweigen übergangen zu werden. Man spricht in parlamentarischen und außerparlamentarischen Kreisen, die mit einer gewissen Vorliebe sich in Kombinationen über die Vorgänge in den höchsten Regionen des Staats- und Hoflebens ergehen, von einem heftigen Kampfe des Herrn v. Lucanus gegen Graf Bülow, weil dieser jenem zu mächtig geworden sei, wobei zweifellos der Chef des Civilkabinetts als Personifikation der Kabinettsregierung beziehungsweise der Camarilla gedacht ist. Es würde sich dann um den Kampf der um ihren Einfluß bangenden, unberufenen und unverantwortlichen Ratgeber gegen den berufenen, im Reiche allein, in Preußen an erster Stelle verantwortlichen Berater der Krone handeln: also um einen Vorgang, wie er sich selbst unter Kaiser Wilhelm I. nicht eben zu selten abspielte, der aber besondere Beachtung verdient unter einem Regiment, für das das Bismarcksche Wort gilt, daß der Kaiser sein eigener Kanzler sein will. Sier setzt, wenn man jener Version folgt, offensichtlich der Angriff em, indem dabei die Parole ausgegeben wird, Graf Bülow sei zu mächtig geworden. Denn Graf Bülow hat im Gegensätze zu den Lückenbüßern im Reichskanzleramte seit Bismarcks Rücktritt wiederholt gezeigt, daß er es durchaus ernst mit seiner persönlichen Verantwortlichkeit als politisch leitender Minister nimmt. Stellt er damit gerade im Interesse der Regierung und ihrer führenden Rolle so notwendige Verbindung zwischen Krone und Parlament wieder her und gewährt er damit zugleich dem unverantwortlichen Herrscher die nötige politische Deckung, so bedingt diese Auffassung der Stellung des Reichskanzlers und Ministerpräsidenten andererseits eine gewisse Selbständigkeit und politische Bewegungsfreiheit, auch gegenüber der Krone, welche einem Kaiser, der sein eigener Kanzler sein will, naturgemäß sehr viel unbequemer sein muß, als die militärische Unterordnung Caprivis oder die Passivität Hohenlohes, zumal, wenn damit die Notwendigkeit verbunden ist, sich an eine stetige politische Gesamtpolitik zu binden und ihr nötigenfalls auch mit Vorliebe gepflegte Pläne unterzuordnen. Würde dies erst als lästige Schranke empfunden und könnte man das Gefühl erwecken, daß Bülows „Macht" diejenige der Krone beeinträchtigt, so wäre eine gefährliche Waffe gegen diesen geschmiedet. Und zwar umsomehr, als die Entschiedenheit, mit welcher Graf Bülow die leitende Rolle gegenüber den Ressortchefs namentlich im Reiche in Anspruch nimmt, den einen oder anderen von diesen, welcher das Ohr des Kaisers hat und bisher über sein Ressort hinaus Einfluß auf die allgemeine Politik zu üben wußte, sicher recht unbequem ist und ihn die Regierungsanarchie unter dem guten alten Hohenlohe zurückwünschen läßt. Dabei wird, um in dem Gedankengange der Version eines Kampfes des Herrn v. Lucanus zu bleiben, nicht etwa der Sturz Bülows erstrebt, weil dies zu bedenklich und schwierig wäre; es gilt vielmehr, ihm das politische Rückgrat zu brechen, indem man ihn gerade in der Frage der landwirtschaftlichen Zölle, in der er sich vor der Nation engagiert hat, unter das caudinische Joch einer mit seinen Zusagen nicht voll vereinbaren Ordnung dieser Zölle zwingt. Wäre dieses Ziel erreicht, so würde nicht nur die parlamentarische Stellung des Reichskanzlers für immer erschüttert, sondern er auch in den Augen des Monarchen zu einem Werkzeug herab- gedrückt werden, das man, wenn man es nicht mehr braucht, wegwirft, wie eine ausgepreßte Citrone. Diese Anschauung klingt stark an die Auffassung an, welcher man vielfach in konservativen Kreisen begegnet, wenn man auf die ungünstige Rückwirkung der Kanalgegnerschaft auf das Verhältnis der konservativen Partei zur Krone hinweist. Wenn die Konservativen umfielen, würde der Stachel doch bleiben und nur die Verachtung hinzutreten; bleiben sie aber fest, so wird man sie stets als ein Element von Stärke, auf das man sich in Zeiten der Gefahr sicher verlassen und stützen kann, ansehen und dementsprechend gebührend beachten. Sollte sich die Behauptung von Machenschaften der bezeichneten Art gegen Graf Bülow bestätigen, so ist nach alledem der Schluß berechtigt, daß unbeugsame Festigkeit und der feste Entschluß, lieber zurückzutreten, als sich unter ein caudinisches Joch zwingen zu lassen, die unerläßliche Vorbedingung für deren Ueberwindung bildet." Es ist natürlich, daß diese Ausführungen das größte Aufsehen erregen. Man darf sie als ein deutliches Zeichen dafür betrachten, daß ein starker Sturm im Anzuge ist. Und wieder, wie seit Jahren, taucht vor uns das Gespenst einer Nebenregierung auf, halb vergessene Schatten werden lebendig und das böse Wort von der „Camarilla" findet neues Gehör. Und es ist nicht zu leugnen, daß in der That die jüngsten Ereignisse den (Ändruck Hervorrufen müssen, als wenn allerlei Strömungen und Gegenströmungen sich dort geltend machen, wo oie letzten Entscheidungen ruhen. Selten war es schwerer, als heute, aus all den Wiver- prüchen das klare Bild einer konsequenten Staatsleitung ich zu konstruieren, heute, wo die Kanalfrage zu Komplikationen geführt hat, die kaum als Mittel zur Hebung der Autorität der Krone angesehen werden können, wo andererseits das Versteckspiel mit dem Zoll die Gemüter auf das Härteste bedrückt. Will man daher aus den Ereignissen der immerhin noch kurzen Aera des Grafen Bülow eine vorläufige Bilanz ziehen, so wird man auf der einen Seite nur ein stark gemindertes Vertrauen entdecken, während auf der Gewinnseite keineswegs eine nennenswerte Verbesserung der Beziehungen zu den Gegnern der Rechten hervortritt. In keiner Frage, die heute das politische Leben beherrscht, hat Graf Bülow grundsätzlich und entschlossen Stellung genommen, weder Wnservative, noch Liberale, weder Industrie noch Landwirtschaft sind darüber klar, wessen sie sich von ihm zu versehen haben, in der wichtigsten preußischen Frage, wie in dem beherrschenden Problem der Reichspolitik, hat er nicht offen Stellung genommen. So ist es natürlich, daß zahllosen Gerüchten die freie Bahn eröffnet wird. Wieder taucht, wie vor fünf Jahren, die Erzählung von einer Nebenregierung auf, und der Name des Herrn v. Lucanus dringt an die Oberfläche. Damals mußten die Generale v. Blume und v. Schjichting dem Einfluß des Herrn v. Hahnke iveich. paraten aus dem Lager b=8 GaS. und Wasserwerk» zu möglichst billigem Preise, in geeignelen Fallen auch Mitbeschllsiiauna von Privat-Jnstallateuren und ähnliches. Insbesondere hat der Direktor die Ueberzeugung, daß, wenn das Weck das Ein- richtungSgelchäft ganz aufgebe, sich alsbald größere InstallationSgefchäfte alS Abzweige auswärtiger großer Firmen in Gießen niederlaffen werden und den seitherigen Privatgeschäften ganz andere Schwierigkeiten machen werden, als dies seither der Fall gewesen. — AuS dem Bericht geht unter Hinweis auf die Einbuße durch die elektrische Beleuchtung ferner hervor, daß geplant wird, Beleuchtungsflammen für besondere häusliche Zwecke unter gewiffeu Bedingungen — wie seither in den Küchen — auch zu dem billigen Preis für Heizgas zuzulaffen und namentlich im Einrichtungswesen Erleichterungen zu treffen, welche auch kleineren Haushaltungen gestatten, Gas für Leucht- und Kochzwecke anzu wenden. — Die Deputation für daS Gas- und Wafferwerk empfiehlt, der Beschwerde nicht stattzugeben; der Direktor des Werks soll beauftragt werden, Vorschriften auszuarbeiten, nach denen die bisher bestehenden Ungleichheiten bei Ausführung der Gasleitungen beseitigt werden sollen. Die vom Direktor früher in Anregung gebrachte Anlage eines Ausstellungslokals soll unterbleiben. — Stadtverordneter Grünewald führt den Grund, warum die Installateure nicht zurecht kommen, auf die Konkurrenz des GaS- und Wasserwerks zurück; erwürbe es begrüßen, wenn sich infolge des von der Direktion des Gas- und WafferwerkS als drohend bezeichneten Zuzuges auswärtiger Geschäfte ein tüchtiger In- stallateurstand entwickelt; ein Handwerk, das die Konkurrenz nicht herausfordere, solle man nicht drücken; er würbe der Vorstellung der Installateure stattgeben. Der Vorwurf, daß dieselben nicht mit der erforderlichen Sorgfalt arbeiteten, werde entkräftet durch ihm übergebene Zeugnisse über ausgeführte Arbeiten, er stelle der Deputation Beweise zur Verfügung, daß auch bei den vom städtischen Werk ausgeführten Arbeiten grobe Fehler gemacht worden seien. Behufs Klärung der Sachlage und Erbringung der Beweise stelle er den Antrag, die Sache an die Deputation zurückzuverweisen. — Stadto. Schmal! ist im Interesse der Erwerbsfähigkeit der Installateure dafür, daß dieselben unter Kontrolle des Werks Installateurarbeiten ausführeu können. — Stadtv. Petri erkennt die Berechtigung der Installateure, bis zu gewissen Grenzen Arbeiten ausführeu zu dürfen, an, verkennt aber nicht, daß mit Eingehen des städtischen Betriebs auch unreelle Geschäfte entstehen würden. — Stadtv. Wallenfels em- pficht vorläufig die Einstellung des Handels mit Beleuchtungs- und HeizungSgegenftänden. — Stadtv. Huhn ist für gänzliche Einstellung des JnstallatiouSgeschäftS, eine Kontrolle über die von Privatinstallateuren ausgeführten Arbeiten hält er für durchführbar. — Stadtv. Krumm erklärt aus prinzipiellen Gründen Gegner der Einstellung deSInstallationsbetriebs zu fein; er spricht sich im Uebrigeu für nochmalige Kommiffions ieratung aus. — Stadtv. Gut fleisch teilt die vom Vorredner entwickelten Gesichtspunkte, und bemerkt, wenn das m Gaswerk betriebene JnstallationSgeschäft im öffentlichen Jntereffe liege, dasselbe auch weiterbetrieben werden müsse; man sei nicht sicher, daß sich die Installateure coaliren und )ann die Preise vorschreiben, wie dies kürzlich die Bäcker mit der Brotlieferung für die Armenverwaltung gethau. Die kontrolle würde er ablehnen, da die Stadt eine zu große Verantwortung auf sich nehme. — Direktor Bergen glaubt owohl der Versammlung, wie seiner Ehre, eS schuldig zu ein, die von Stadtv. Grünewald erwähnte unliebe Verzögerung seiner Berichterstattung zu erklären. Zum Teil längere Erkrankungen von vier Beamten des Werkes, dazu noch Wechsel anderer Beamten, insbesondere aber der lang- andauernde heftige Winter haben den beiden Werken namentlich in der Stadt eine große Menge außergewöhnlicher, eitraubender Arbeiten auferlegt, deren gewiffenhafte Erle- »igung auch seine Arbeitskraft neben den hiermit zusammen treffenden größeren VerwaltungSarbeiten bis zur Grenze des Möglichen in Anspruch genommen habe. Er erinnere nur an die zahlreichen Straßenrohrbrüche, und sei heute genötigt, zu erklären, daß dieselben teilweise bei der festgefrorenen Straßendecke geradezu Lebensgefahr in sich bargen. Bei olchen Schwierigkeiten müffe alles zurückgestellt werden, was nicht auf dem Nagel brenne; er dürfe dieserhalb wohl auch auf Nachsicht rechnen. Direktor Bergen spricht ich gegen die Kontrolle aus, die eine ganze Anzahl von Be amten erfordere. — Stadtv. Brück ist für Aufgabe des iädtischen JnstallationSgeschäftS und für Beaufsichtigung der von privaten Installateuren auSgeführteu Arbeiten. — Stadtv. 3öbet teilt die Befürchtung, daß die coalirten Installateure üe Preise in die Höhe treiben würden, nicht, dies würde chon die Konkurrenz verhindern; er ist für Beseitigung der tädtischen Konkurrenz. — Stadtv. Hanau bemerkt, daß Kontrolle über Wasserinstallation schon jetzt geübt werde; die Privatinstallateure könnten sich ebenso tüchtige Leute heran ; kt)en, wie sie das Gaswerk besitze. — Stadtv. Kirch spricht ich behufs Durchsicht des vom Stadtv. Grünewald in Aus- icht gestellten Materials für nochmalige KommisfionSberatung aus, erklärt sich im übrigen dagegen, daß die Stadt Handel mit Heiz- und Beleuchtungsgegenständen treibt. — Bürger meister Mecum tritt der Ansicht entgegen, daß die Stadt >as JnstallationSgeschäft monopolisiere, GaS und Waffer önnten erst von der Stelle an freigegeben werden, an der ie gemessen wurden. — Stadtv. Dr. Gaffky ist für Ein tellung des Verkaufs von Heiz- und Beleuchtungskörpern, vertritt aber die Ansicht, daß den Jntereffenteu das Recht gewahrt werden müffe, ihre Installationsarbeiten durch das Gaswerk ausführen zu lassen. — Direktor Bergen bezeichnet )ie Mitteilung, daß sich das Gaswerk zur Ausführung vou InstallationSarbeiten angeboten habe, für unrichtig. Den Verkauf von HeizuugS- und Beleuchtungsgegenständen müfst >as Gaswerk beibehalten, da nur das Gaswerk vermöge seiner Einrichtungen in der Lage sei, diese Gegenstände auf ihre Brauchbarkeit, Lichtstärke u. f. w. zu prüfen. — Stadtv. Krumm empfiehlt, den Installateuren die Möglichkeit zu geben, ihren Bedarf an Installationsmaterial und EinrichtungS gegenständen beim Gaswerk zu beziehen. — Stadt. Heyligen staedt bezeichnet das städtische JnstallationSgeschäft als anständige Konkurrenz, mit Aufhebung desselben würde sich unanständige Konkurrenz von außen einstellen, damit sei aber den Installateuren nicht gedient. Gegen eine Ausdehnung des städtischerseits betriebenen Handels mit EinrichtungS gegenständen sei auch er. — Stadtv. Haubach ist nicht für vollständige Aufgabe des JnstallationSgeschäftS, dagegen für Fortfall des Verkaufsgeschäfts. — Beia. Wolff teilt die Ansicht HaubachS, soweit sie sich auf das Verkaufsgeschäft beziehen, und ist im übrigen der von Stadtv. Dr. Gaffky vertretenen Meinung, daß den Intcreffenten die Möglichkeit belasten werben müffe, ihre Arbeiten auch vom Gaswerk ausführen zu lasten. — Die Eingabe wird an die vereinigte GaS- und Wasserwerks- und die Bau-Beputation zurück- verwiese». Das Baugesuch von Karl Nicolaus für die Moltke- straße (DiSpenS von § 18 des Ortsbaustatuts) wird befürwortet, dasjenige vonJohs. Prang für LöberS Hof auf Gruud oes § 16 der Lokal-Polizei-Verordnung abgelehnt, daS Baugesuch von Hermann Er ebner für die Crednerstraße, sowie dasjenige der Firma Nowack für ein Lagerhaus an der Schanzenstraße befürwortet. DaS Gesuch von Ph. Benner II. um Erlaubnis zur Aufstellung eines Häuschens zum WasterauSschank wird abgelehnt, da nach Ansicht der Deputation ein Bedürfnis zur Errichtung derartiger Häuschen nicht vorliegt. Bei dem Punkt: Uebertragung der Vereinbarung bett, der Marktlauben mit Emil Schmal! auf den neuen Besitzer des Frankfurter Hofes (Gg. Seipp) bemängelt Stadtverordneter Wallenfels die schlechte Aussicht, die dem Befchauer die Rückseite der Schloßgaste bietet. Beigeordneter Wolfs bemerkt dazu, daß das Gelände f. Z. zur Anlage weiterer Marktlauben bestimmt gewesen sei, die Anlage solcher stehe aber noch im Hinblick auf die geringe Rentabilität der be stehenden Marktlauben in weiter Ferne. Die Rechnung über Arbeiten zur Tieferlegung der Zufuhrstraße zur Jrrenklinik (Mk. 321,05) wird genehmigt, deSgl. die Anstellung zweier Gehilfen für den Stadt- geometer. Den Vorarbeitern im Stadtwald wird eine Lohnerhöhung um 30 Pfg., den Stellvertretern derselben eine solche um 15 Pfg. pro Tag bewilligt. Betr. Beschaffung von Bureauräumen für die Bürgermeisterei teilt Bürgermeister Mecum mit, daß Stadtverordneter Keller mit Rücksicht auf die in der letzten Sitzung gefallenen Bemerkungen um Entbindung von dem Vertrag, nach dem er den unteren Stock seines Hauses in der Ost anlage mietweise an die Stadt abzugeben bereit war, gebeten hat. ES wird beschloffen, das Erdgeschoß des Thaer'fchen Hauses in den Neueubäuen auf die Dauer von 5 Jahren für 1000 Mk. jährlich zu mieten. Die Gesuche von Oscar Kemmrich (Kaiserhof) und Ph. Schneider Ehefrau (früher Löwenstein'sche Wirt schäft in der Schloßgaste) um Erteilung der Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb werden befürwortet.______________________ Akt neue Wersklder MUüärbkftkMllgs prostk XVI. Elberfeld, 1. Mai. Ter Angeklagte Kaufmann Alexander Wüster (Cronenberg) bemerkt auf Befragen des Präsidenten, er habe das Einjährigfreiwilligenzeugnis. Er interessierte sich seinerzeit für eine in Magdeburg lebende junge Dame, die dort in einem Pensionat war. Deshalb meldete er sich im März 1897 zum Feldartitlerieregiment in Magdeburg. Er wurde von Dr. Schimmel untersucht und lvegen allgemeiner Körperschwäche, Kurzsichtigkeit und chronischen Leidens der Atmungsorgane abgewiesen. Ter Angeklagte Fabrikant Julius Wüster sen. bemerkt, er wollte, daß sein Sohn in Hannover sein Jahr ab» >ienen solle, da dort eine Tochter von ihm verheiratet ei; später erfuhr er erst, sein Sohn wollte in Magdeburg dienen, da er sich für eine daselbst lebende junge Dame interessierte. Bei Wüster sen. ist ein Notizbuch gefunden worden, in dem die von Dr. Schimmel gemachten Aufzeichnungen der Fehler, derentwegen sein Sohn freigekommen, abgeschrieben waren. Wüster sen. bemerkt auf Befragen des Präsidenten, er habe sich nachdem das gegenwärtige Verfahren gegen ihn eingeleitet war, diese Aufzeichnung bei dem Bürgermeister in Cronenberg abgeschrieben. Oberstabs- und Regimentsarzt Dr. Weber vom 137. Infanterieregiment bekundet, er habe 1898 die Generalmusterung in Vohwinkel geleitet. Daß sich auch dort »er Angeklagte Wüster gestellt, sei ihm nicht erinnerlich. Er habe denselben aber jedenfalls, gleich allen anderen Leuten, aufs gewissenhafteste untersucht. — Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Wallach. Herr Oberstabsarzt, haben Sie jemals zu Baumann, Dieckhoff oder irgend einen anderen Freimacher Beziehungen gehabt? — Zeuge: Ich habe Baumann und Genossen zum erstenmal hier gesehen und habe niemals, weder zu Baumann, Dieckhoff, noch zu irgend einem anderen Freimacher irgendwelch Beziehungen unterhalten. In meiner langjährigen Thätigkeit ist auch niemals, weder in offener, noch in versteckter Form, auch nur der leiseste Versuch gemacht worden, mich zu einer Pflichtverletzung zu veranlassen. Daß aber eine solche Frage an michgestelltwird, ist geradezu, empörend. — Präs.: Herr Oberstabsarzt, Sie scheinen den Herrn Verteidiger mißverstanden zu haben. Der Sperr Verteidiger hat offenbar die Frage an Sie gestellt, um eine verneinende Antwort zu erhalten. — Bert. Rechtsanw. Dr. Wallach: Ich habe die Frage an Sie gestellt, um den Beweis zu erbringen, daß die Vermutung, Militärärzte hätten mit Baumann und Genossen Beziehungen unterhalten, unwahr ist. — Zeuge: Das ist etwas anderes. Es folgt die Vernehmung des Angeklagten Kluppen- chmied Albert Hufschmidt (Lüttringhausen bei Remscheid). Dieser bemerkt, er habe sich an Baumann gewandt. Dieser gab ihm Pillen mit der Anweisung, davon vor dcv Generalmusterung 15 Stück zu nehmen. Er that dies und wurde deshalb wegen Gelbsucht zurückgestellt. Im folgenden Jahre wollte ihm Baumann wieder Pillen geben. Ta er sich aber weigerte, solche einzunehmen, habe Baumann ihm geraten, sich in Bochum ein Logis zu mieten und sich dort polizeilich anzumelden, um sich daselbst mustern lassen zu können. Baumann sagte: In Bochum kommen Sie auch ohne Pillen frei. Sie brauchen blos dem untersuchenden Arzt zu sagen. Sie hätten einen Herzfehler, dann kommen Sie frei. (Sr habe dies gethan, und sei auch freigekommen. Rach der Musterung habe er Baumann in Bochum getroffen. Als er diesem sagte, daß er freigekommen sei, sagte Baumann, ich habe bei dieser Aushebung noch mehr Lenke freigemaM Sein Vater habe an Baumann 2000 Mark gezahlt. , M j lnf das 9i.h , 60®«*! ?ud«, b" **'*«.*a &**•«*. UtSJkHi L "tb b-!Si, di-LLtz"-'- W- Ä'"6* ’T.’« ' g^ugrordvein ®olH Äftt «Änu 9* fk d-n Statt, >«ftlbw rint fo[^e9 nm Räumen für die Arger- mit, daß Stadtverord- 1 "cr ätzten Sitzung gr u«g von dem «ertrag, ines Hauses in der Ost .eben bereit war, gebeten ^geschah des Than'ichen Dauer von 5 Jahren für vlmrich sSaiferhch unb )et Löwensteinsche Wirt eilnng der Srlaubuis zum tet. WlWWst" Elberfeld, 1. Mai. lexander Wüster (Gro= des Präsidenten, er habe Er interessierte sich feiner« \be junge Dame, die dort meldete er sich im März ' Magdeburg. Er wurde mb wegen allgemeiner ib chronischen Leidens ,ns Wüster sen. bemertt, annover sein Jahr, ab- ter von ihm verheirate: ohn wollte in Magdeburg lbst lebende junge w t ein Notizbuch gefunden jimmel gemachten Ju| jenen fein &ofyn sreige« gfter en. bemerkt .« «be sich "*em± n eingeleitet roar, diese [ter in Gronenberg ab» . Dr Weber vom Vi<- sfe^jr; mann, D.eA her ^°^tgtvabtä* ltwltonI t 6ie IW" ObeNS'n Ld-N zu S geftcnt, «' und iel. W SHS ushebuKm-"" Tie Angeklagten Hermann Hufschmibt, Karl Schmidt -und Karl Kremer geben zu, bei Baumann gervefen zu sein. — Präs.: Nun, Baumann, was sagen Sie dazu- — Baumann: Ich habe dem Hufschmidt n>eder Pillen gegeben, noch demselben geraten, sich in Bochum zu stellen, ich kenne die Hufschmidts überhaupt nicht. Präs.: Herr Oberstabsarzt Dr. Schimmel, finden Sie es nicht ausfallend, baß bei den vier Musterungen, denen der Angeklagte sich unterzogen hatte, ein Herzfehler nicht vorgefunden wurde? Tr. Schimmel: Tas schließt doch nicht aus, das; schließlich doch ein Herzfehler vorhanden war. Generalarzt Tr. Stricker: Der hier anwesende Oberstleutnant v. Oer, der sechs Jahre lang bei den Aushebungen die Listen geführt hat, wird bestätigen, daß es bei jedem Bezirkskommando bekannt ist, daß bei Gestellungspflichtigen bei drei Musterungen kein Herzfehler gefunden wird, bei der Generalmusterung sich aber ein solcher ergiebt. — Präs.: Ist es aber nicht möglich, daß in dem vorliegenden Falle der Herzfehler nicht vorhanden war? — Generalarzt Dr. Stricker: Herr Präsident, ich wiederhole, Dr. Schimmelwar und ist einEhrenmannundwird auch ein Ehrenmann bleiben. — Präs.: Herr Generalarzt, die Schlußfolgerung zu Ziehen, ist Sache des Gerichtshofes. Ich ersuche Sie, vom militärischen Standpunkte zu sagen: Liegt die theoretische Möglichkeit vor, daß in dem vorliegenden Falle Herr Tr. S ch, immel sich geirrt hat, oder daß er getäuscht worden ist? — Generalarzt Stricker: Diese Möglichkeit halte ich nick)t für ausge schlossen. — Präs.: Existiert nicht die ausdrückliche Vorschrift für die Militärärzte, bei den Aushebungen mit der größten Sorgfalt, unter Anwendung aller Hilfsmittel der Wissenschaft äh verfahren? — Tr. Stricker: Allerdings. Selbstverständlich ist das letztere praktisch kaum ausführbar. Auf Anregung des Bert. R.-A. Tr. Wallach, bemerkt Generalarzt Tr. Werter, daß er eine Bemerkung zu machen habe. — Ter Präsident bedeutet dem Generalarzt, daß er »hm nur das Wort geben könne, um ein Gutachten auf Grund der mündlichen Verhandlung abzugeben. — Generalarzt Tr. Her ter: Herr Präsident, ich bin hier im höheren Auftrage. — Präs.: Herr Generalarzt, Sie haben aber nur den Auftrag, hier Sachverständiger zu sein, und nicht, um Schlußfolgerungen zu ziehen; diese stehen lediglich dem Gerichtshöfe zu. Ich kann Ihnen das Wort nur geben, wenn Sie eine neue Thatsache anzuführen haben. — Generalarzt Tr. Herler: Tas will ich. — Präs.: Dann haben Sie das Wort. — Generalarzt Tr. Herter: Der Herr Präsident äußerte, aus die Bemerkung meines Kollegen Stricker, es käme häufig vor, daß bei den ersten drei Musterungen ein Herzfehler nicht entdeckt, dieser aber bei der vierten Musterung gefunden werde; „es liegt doch auch die theoretische Möglichkeit vor, daß, wie die Anklage behauptet, der Herzfehler alsdann auch bei der vierten Musterung nicht gefunden werden kann". Ich habe darauf zu bemerken, daß ich diese Möglichkeit mit meiner militärärztlichen Erfahrung nicht in Einklang bringen kann. — Ter Präsident bemerkt, daß diese Aeußerung sich nicht im Rahmen eines Gutachtens bewege. — Generalarzt Tr. Herter: Ich hielt es von meinem militärärztlichen Standpunkte für geboten, diese Erklärung abzugeben. Tie Angeklagten Handlungsgehilfen Ernst und Franz Wester (Ohligs) stehen nebst ihrem Vater, dem Fabrikanten August Wester, ebenfalls im Verdacht, zwecks Freimachung die Hilfe Baumanns in Anspruch genommen zu haben. Tic Angeklagten bestreiten ihre Schuld mit voller Ent- tzchiebenheit. — Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Wallach wird hierauf der Bezirkskommandeur, Oberstleutnant Frhr. v. Oer, der bekanntlich im Auftrage des Kriegsministeriums der Verhanblung beiwohnt, als Zeuge vernommen. Dieser bekundet, es komme vielfach vor, baff bei Musterungen Fehler gefunben werben, die bei spateren Musterungen nicht gefunden werben. Es entstehe baburch nicht ber geringste Verbacht, irgend ein Arzt habe mala fibe gehanbelt. Tie einzelnen Anklagefälle sinb nunmehr sämtlich er- ibebigt. Tie Verhandlung wird auf Donnerstag, vormittags 9 Uhr vertagt. Es soll morgen noch eine „Nachlese" stattenden, und Freitag die Plaidoyers beginnen. Elberfeld, 2. Mai. Im Militärbefreiungsprozeß würden heute mehrere Zeugen über den Vekehrr Baumanns mit Tr. Schimmel vernommen. Tie meisten derselben teilen -einen solchen Verkehr bestimmt in Abrede, nur eine Zeugin will in Baumann denjenigen erkennen, der bei ihr nach ber Wohnung Dr. Schimmels gefragt habe. Anbere Zeugen befunben, sie trauten Schimmel nicht zu, baß er sich habe bestechen lassen. Morgen beginnen bie Plaiboyers. Aus Ztavt uniT Gießen, den 3. Mai 1901. Auszeichnung. Dem Regierung-- und Baurat S t ü n • dock, Mitglied der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M wurde das Ritterkreuz 1. Kl. des Großh. Hess. Verdienst- Ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Das Großh. Regierungsblatt Rr. 32, ausgegeben am 30. April 1901, enthält: 1. Bekanntmachung, die Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Spar- und Kreditkasse zu Groß- Umstadt betr. Vom 24. April 1901. 2. Bekanntmachung, die Errichtung einer Rotlauf-Jmpfanstalt betr. Vom 25. April. 3. Bekanntmachung, die Errichtung einer besonderen Baubehörde für die Erweiterungsbauten der Technischen Hoch schule zu Darmstadt betr. Vom 22. April. Alldeutscher Verband. Wir machen bie Mitglieder auf den am Samstagabend auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe im Cafs Ebel stattfindenden Vortrag des Prof. Samasfa aus Berlin über „bad Deutschtum inj den Donauländern in seiner Bedeutung für die Weltpolitik- aufmerksam. ** Konzert des Akademischen Gesang-Vereins. Wie unsere Leser schon aus .dem Anzeigenteil unseres Blattes ersehen haben werben, wirken bei dem am 8. b. Mts. in Steins Saalbau nachmittags halb 6 Uhr statt- finbenben Konzerte eine stattliche Reihe von Solisten mit. Schumanns Faustmusi t ist sehr reich an solistischen Gesangspartien unb Ensemblesätzen, als Duetten, Terzetten unb Quartetten, insbesonbere verbienen bie verschiedenen Ensemblesätze für Frauenstimmen hervorgehoben zu werden. An und für sich enthält das Werk ja nicht weniger als allein schon sechs Partien für Baß- oder Bariton-Solo: Faust, Mephistopheles, Böser Geist, Pater profundus, Pater Seraphicus und Dr. Marianus. Sopransoli sind die Gretchenpartie, die Sorge, sowie bie zum Teil boppelt- gesetzten Ensemblesätze für Frauenstimmen unb bas Terzett der Magna peccatrix, Mulier Samaritana, und Maria Aegyptica zusammen mit Altsolis, und ber Tenor beherrscht bie Partie bes Pater ecstaticus unb bes Ariel. KurÄ, es kann bei keiner Faustaufführung baran gebacht werden, jebe biefer Partien burch einen besonberen Solisten zu besetzen, überall müssen zwei Vertreter jeber Stimmgattung sämtliche Soli übernehmen, nur in ganz besonbers großen Verhältnissen können ausnahmsweise noch ein ober zwei Stimmen mehr hinzugezogen werben. Diesen Um- stänben ist auch bei der bevorstehenden Aufführung Rechnung zu tragen gewesen und wir freuen uns umsomehr, konstatieren zu können, daß für die wichtigsten Partien vorzügliche Gesangskräfte gewonnen worben sinb. In erster Linie wollen wir Frau Kammersängerin Emma Hille r- Rückbeil hervorheben. Was das Gießener Konzertleben dieser begnadeten Sopranistin schon verdankt, ist wohl noch in aller Erinnerung, und wir sehen bem kommenden Genuß mit einer Spannung entgegen, mit Erwartungen, bie sicherlich erfüllt, wo nicht übertroffen werben. Frau Hiller darf einer freubigen unb bankbaren Aufnahme in Gießen gewiß sein. Noch nie im Stich gelassen hat uns Herr Adolf Müller, wo es galt, ber guten Sache zu bienen, und seine sonore, klangvolle, echt baritonale Stimme werden wir immer wieder mit Vergnügen anhören. Herr R. Fischer schaut auf einen verheißungsvollen, an Konzerten reichen Winter zurück; wir haben in ihm bei verschiedenen Gelegenheiten einen Sänger kennen gelernt, ber es wie wenige versteht, seine temperamentvolle Hingabe an bas Kunstwerk zum vollen Ausbruck zu bringen. Es war ihm unter anderem mehrfach vergönnt, unter Felix Weingartners Dirigentenstab als Solist mitzuwirken, überall mit bestem Gelingen und gutem Erfolge. In Herrn H e l l m r i ch hoffen wir einen Bassisten kennen zu lernen, der mit seines Basses Grundgewalt seiner Aufgabe herrlich gerecht werden wirb; ganz besonders freuen wir uns auf einen Pater profundus! Fräulein Groß ist eine verheißungsvolle Anfängerin, für die uns allen wohl bie auf ic gefallene Wahl unseres Universitäts Musikdirektors G. Trautmann volle Gewähr für eine tüchtige Leistung giebt, und wir werden sie mit dem Wunsche geleiten, eS möchte ihr die hiesige Faustaufführnng bä* erste Blatt zu einem reichen Ruhmeokranze auf dem erwählten Kunstgebiete bedeuten. Die kleineren Gesangspartien sind zum Teil mit uns allen wohlbekannten und geschätzten Freunden der edlen Sangeskunst besetzt, die schon so manchesmal zur Freude jedes Kunstfreundes ihrer Aufgabe mit Hingebung gerecht geworden sind. Schließlich erfahren wir, daß das Orchester durch eine große Zahl von Frankfurter G ä st e n verstärkt werden wird, die gewiß zum Gelingen des tzlanzen im reichsten Maße beitragen roeroen. Für das Eellosolo ist Herr Johannes Heg ar mit einem vortrefflichen Instrumente gewonnen, ein Mnstler, bem es, wie wir metbeten, unlängst vergönnt war, sich in Paris bei einer Matinee bes Figaro mit bestem Erfolge hören zu lassen. Er ist uns ja von ben Hainmcrmufif- abenben bestens bekannt imb wird an ber Ehrt.des Abends in reichem Maße teilhaben. So dürfen wir auch au dieser Stelle nur wünschen, es möchte sich niemand ein Konzert entgehen lassen, das einen hohen edlen Genuß verspricht und nur selten zu Gehör gebracht werben kann. -m- Harbach, 30. April. Hier sand vorgestern eine Delegierte »Versammlung ber Kriegervereine des Bezirks Lich statt. Nach Begrüßung ber Erschienenen durch ben Bezirkspräsibenten Ble i sprach Lehrer Erbmann über die Bedeutung der Kriegervereine für unser deutsches Volksleben. — Am 7. und 8.^Juli sindet hier ein Sängerfest, verbunden mit Fahnenweihe des Vereins „Germania" statt, wozu Anmeldungen ber geladenen Vereine schion zahlreich eingelaufen sind. O Ulrichstein, 2. Mai. Das erste Bezirkskrieger- fest des „BezirkSkriegerverbandes Ulrichstein und Nmgegend- findet hier am 9. und 10. Juni statt. Zugleich verbindet bimit der hiesige Kriegerverein fein 25jährigeS Jubiläum unb die Einweihung des neu errichteten Kriegerdenkmals. Meine Mitteilungen an» Hessen und den Rachbarstaate». Die Sozialdemokraten in Marburg hatten Mittwochabend unter starker Beteiligung eine Maifeier veranstaltet, bei der Stadtverordneter Krumm aus Gießen eine Rede hielt Über die Bedeutung der Maifeier für die Arbeiter. — Geh. Kommerzienrat Jakob Freiherr v. Mayer, Chef des großen Ge- treidehauses in Coburg und in Frankfurt a. M., ein intimer Freund bes verstorbenen Herzogs Ernst II., ist heute nachmittag verstorben. SWsrrschrichleu : norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießen durch Agent Carl LooS. Bremen, 30. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer Großer Kurfürst, Kapt. W. Reimkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr abends wohlbehalten in New-Jork angekommen. Bremen, 29. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Norderney, Kapt. R. Pesch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 27. April 10 Uhr vormittags wohlbehalten in Galveston angekommen. Der Postdampfer „FrieSland der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 29. April wohlbehalten in Newport angekommen. Die Blickensderfer vereinj9t mit dem Vorzüge o . .. , . der Billigkeit den einfacher bcnreibmaschine Bauart und massigen Ge- No. 5 M. 175.—, No. 7 M. 225.— wichtes. oooooooooo Katalog und Vorführung durch die Brühl’sche Druckerei, Giessen, Schulstrasse 7. Kunst-Ausstellung. im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 dis 1 Uhr mittags rntt Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 8 bin 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 8 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen 60 Pfg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. Seltersweg Fritz Nowack. Seltersweg Ecke Flockstraase. Spezial-Geschäft für Wäsche und Braut-Ausstattungen. Ecke Blockstrasse. Grösstes Lager in fertiger Wäsche für Damen, Herren und Kinder. Anfertigung sämtlicher Wäsche-Artikel in gediegener Ausführung nach besonderen Angaben. Stets Neuheiten in Baby-Artikeln. Grösste Sortimente in Taschentüchern, Schürzen, Prunkwäsche und Hohlsaum-Artikeln. Grösstes Spezial-Geschäft am Platze. Bekanntmachung. Iß dem hiesigen Handelsregister wurde gewahrt, baß bie Firma „August Frensdorf" zu Lang-Göns ihre« Sitz nach Gießen verlegt hat. Gießen, ben 2. Mai 1901. 8358 Großherzogliches Amtsgericht. TTenkeFF^ BleiOSoda, seit 25 Jahren öervährt als 3290 Heftes md billigstes UW- uudSleiihmtte!. Henkel & Co., Düsseldorf. Tuch ist die Krone aller Ksffeev2rb23$2rungsmitkl Wer wirklich gute, gediegene Zuzug- unb Mletotftoffe tragen will, versuche meine V^fee-G arben, Lacke, Materialwaren "^8 Spezialität: Fussbodenanstriche bester Qualität, empfiehlt 2954 Adler-Drogerie Seltersweg 39, Otto Schaaf. Weber’s Carlsbader Kaifeegewürz k die Krone aller Kaffee- verbesaerungemittel. 304 Weltberühmt , i der feinste Kaffeezueatz. Lenneper Fabrikate. Wer diese Stoffe einmal gekauft hat, kommt stets darauf zurück. Herr Rentner H. M. in Berlin schreibt: Ich ziehe Lenneper Ware vor, weil dieselbe notorisch länger hält, als andere Fabrikate usw. 2996 Sehnliche Anerkennungen laufen fottwährend ein. 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StkWrnphkngeskWnst Meisberger Allendorf an der Lumda. Rein. 33 16,870 Hauptgewinn Haupt- Gewinn Haupt- Gewinn Haupt- Gewinn ä Pfd. 40 Pfg. 3 Neuenweg 33 Buchrn-Scheitholz, Erchen. Scheitholz, Nadel-Scheitholz, Buchen-, Eichen-, Kirschen-rc.Knüppel Wir eröffnen Montag den 6. Mai l. I., abends 8V, Uhr, n unserem Vereinslokal, AranKfurter Kof, Parterre, unseren zweiten diesjährigen Anfangs-Kursus io dkr Skutschkll Sillhkitg-AtkllllgrLphit, Sadklsbrrger, zu dessen Besuch wir höflichst einladen. 3218 Konorar 6 MK.Der Vorstand. Emma Senling 45 Mehfletnfiraße 45. Billigste Ausnahmepreise für la. Weißblech Gießkanne«, blank u. lackiert in allen Größen. Ta verzinkte Waschtöpfe. Wäscheleinen, 10 Meter von ____ 18 Psg. an. 8189 Täglich von morgens 7 Uhr er» mieten. I. H. Kuhr, Sonnenstr.25 Alicestraße 37 Dreizimmerwohnung mit Küche und allen Bequemlichkeiten, wegen Versetzung, an ruhige Leute per 1. Juni oder später zu vermieten. [3319 1701] 8—4--immer-ZSs-mmg im 2. 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