m 18 statt. Wre Kusine (Saalbau). Januar: \W* in der ren-Regünents No. 13 ihelm j. fc.ik6ige-te-Hen-l.HMt d 8 I hr- ■ * r_Gla8_12_^£2L—-——— .Verein 295 ?tMf Cbr pi"knidu pamptoB , Gerhart W* sch iffiWre *» 'clbSr 5«”i,ie(„S oss EL fu^a &dcn FsWL an^L-^^HDOOdd^! •6^W',.— vierteljLhot. »hue vcstellgew. Annahme Vvn Anzeigen zu der nachmittag- für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorn». 10 Abbestellungen spätestens abends borget. Kenerat-An^eiger ARe Aazeigen-Bermitttung-stelle, de- In- und AuL- Kinde- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger «tgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 M Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrah« Hf. 7. GratisbeUagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Heil. Gießen, den 21. Dezember 1900. Betreffend. Die Bekämpfung -er Tuberkulose als VolkL- krankheit. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Gr. Bürgermeistereien des KreiseS. Die Tuberkulose, insbesondere in ihrer am häufigsten vorkommenden Form als Lungenschwindsucht, ist, wie sich zahlenmäßig leicht nachweisen läßt, die verderblichste aller Volkskrankheiten. Nachdem der Erreger der Krankheit entdeckt, und nachdem weiter bekannt geworden ist, auf welchen Wegen derselbe in den menschlichen Körper eindringt, erscheint auch die Aussicht, den Kampf mit der Krankheit erfolgreich aufzunehmen, bedeutend in > die Nähe gerückt. Die wichtigste Voraussetzung für ein nutzenversprechendes Vorgehen ist nur dann als erfüllt anzusehen, wenn weite Kreise der Bevölkerung in zweckentsprechender Weise über die Bedeutung der Tuberkulose als Volkskrankheit, über die Art und Weise ihrer Entstehung, über die Uebertragbar- keit derselben, sowie über die zweckmäßigsten Schutzmittel gegen die weitverbreitete Ansteckungsgefahr durch allgemein verständliche Belehrungen aufgeklärt werden. Um Ihnen die Wege anzudeuten, auf welche Weise auch von Ihrer Seite eine Mitwirkung eintreten könnte, machen wir Sie darau aufmerksam, daß im Kaiserlichen Gesundheitsamte das nachstehend abgedruckte Tuberkulose-Merkblatt ausgearbeitet worden ist, welches in knapper Form Belehrungen über das Wesen, über die Ansteckungsgefahr und ihre Abwehr sowie Ratschläge für gefährdete und bereits erkrankte Menschen erteilt. Wir haben den Wunsch, daß Sie Veranlassung nehmen möchten, das Merkblatt in den in Ihrem Dienstbezirk befindlichen öffentlichen Anstalten, in Fabriken und Werkstätten, in Kranken-, Genesungs- und Armenhäusern, in Wirtschaften und Herbergen, sowie anderen Ihnen geeignet scheinenden Orten zur Verbreitung zu bringen. Die notwendigen Exemplare können von der Verlagsbuchhandlung von Julius Springer, Berlin N., zum Preise von 3 Mk. für 100 Stück bezogen werden. Ein Exemplar werden wir Ihnen demnächst zugehen lassen: v. Bechtold. Huöerkukose-Werkbkatt. Bearbeitet im Kaiserlichen «esuvdheitSamte. A. Was ist die Tuberkulose? Die Tuberkulose ist die verderblichste aller übertragbaren Krankheiten. Sie befällt die verschiedensten Teile des Körpers, «eist aber die Lunge»; sie verschont kein Land, kein Lebensalter, keinen Beruf, keine Volksklasse. In Deutschland sterben daran jährlich über 100000 Menschen, die Zahl der Kranken wird auf das zehnfache geschätzt. Zeder dritte, im Alter von 15 bis 60 Zähren sterbende Mensch erliegt der Tuberkulose. Die Tuberkulose wird verursacht durch den von Robert Koch entdeckten Tuberkelbazillus, ein winziges, nur bei sehr starker Vergrößerung sichtbares Lebewesen niederster Art, welche« am besten bei Blutwärme (etwa 37 Grad Celsius' gedeiht und sich im Innern des Körpers vermehrt. In die Außenwelt gelangt er hauptsächlich mit dem Auswurf kranker Menschen und mit der Milch kranker Tiere. Zeder Mensch ist der Gefahr ausgesetzt, den Keim der Tuberkulose in sich aufzunehmen, und mancher beherbergt ihn seit langer Zeit, ohne es zu wissen.') Jedermann muß sich daher auf den Kampf mit diesem Feinde einrichten. Der Tuberkelbazillus wird am sichersten vernichtet durch hohe Hitzegrade bei Anwesenheit von Feuchtigkeit, also durch Lochen oder durch strömenden Wasserdampf. Dem Sonnenlichte widersteht er nicht lange. Andere Desinfektionsmittel, z. B. Kresolwasser, Karbolsäurelösung, Formaldehyd, bedürfen zu wirksamer und gefahrloser Anwendung besonderer Vor- keuntnisse. B. Wie erfolgt die Ansteckung? Angeborene Tuberkulose ist selten. Tuberkelbazillen werden ausgenommen: 1. durch Einatmen mit der Luft: entweder von eingetrocknetem Auswurf Schwindsüchtiger im Staub, aufgewirbelt durch Wind, Luftzug, Ausfegen, oder verschleppt an Schuh solen oder Kleidern; oder von winzigen feuchten Tröpfchen, welche Kranke bei« Husten oder Sprechen in ihrer Umgebung verbreiten; 2. mit der Nahrung: in erster Linie durch ungekochte Milch, bei ungenügender Fleischschau auch durch Fleisch tuber- *) Ein Viertel der Leichen von Personen, die an anderen Krankheiten gestorben find, zeigt im Innern Spuren überstandener Tuberkulose. kulöser Tiere, welches in-den Verkehr gelaffeu und vor dem Genuß nicht durchgekocht wurde; 8. durch verletzte oder erkrankte Stellen der Schleimhäute oder der äußeren Haut, insbesondere durch Vermittlung von «ureiue« Händen: z. B. beim Kriechen der Kinder auf dem Fußboden, Anfassen beschmutzter Gegenstände (Kleider, Taschen tücher u. dgl.) und darauf folgender Einführung der Finger in den Mund (Fingerlutschen, Nägelkauen, Fingerlecken beim Umblättern), beim Bohren in der Nase und ähnlichen Untugenden; ferner durch Vermittelung von unreinen Geräten: z. B. in den Mund nehmen von gebrauchtem fremdem Spiel zeug, Trinkgläsern, Eßgeräten, Blasinstrumenten; endlich durch unbeachtete kleine Wunden, Kratzflecke, Hautausschlag (Grind). Die Folge der Aufnahme von Tuberkelbazillen ist bei Kindern meist zunächst eine Erkrankung der Drüsen (z. B. des Halses und des Unterleibs) und im Anschluß daran der Lungen, der Knochen und Gelenke (Knochenskrofeln, tuber kulöse Buckel, freiwilliges Hinken), der Hirnhaut usw. Bei Erwachsenen überwiegt die Ansteckung durch Einatmung und führt zu Tuberkulose der Lungen, seltener des Kehlkopfes (Schwindsucht). Durch Aufnahme der Tuberkelbazillen in die Haut entsteht oft Hauttuberkulose (z. B. Lupus, fressende Flechte). Meist verläuft die Tuberkulose langsam (chronisch); Ausnahme: galoppierende Schwindsucht. C. Wir schützt man sich vor Tuberkulose? Bei keiner Volkskraukheit hat der Mensch, auch der Schwächste und Aermste, es so in der Hand, sich selbst zu helfen, wie be der Tuberkulose, wenn er nur Einsicht mit Selbstbeherrschung verbindet. I. Maßregeln gegen den Erreger der Tuberkulose. I. Zeder, Gesunder wie Kranker, sorge für gefahrlose Be- seitigung des Auswurfs, weil keinem Auswurf angesehen wer den kann, ob er tuberkulös ist oder nicht. Also nicht ausspucken auf den Boden geschloffener Räume (einschließlich Straßen- und Eisenbahnwagen) oder verkehrsreicher Wege! Aufstelleu von Spuckuäpfen mit feuchter, in kurzen Zeiträumen unschädlich (am besten durch Auskochen) zu beseitigender Füllung! Beim Husten ist die Hand vor den Mund zu halten! Andernfalls wende der Nachbar sich ab! Kleidungsstücke sind stets sauber zu halten, Kleiderschleppen nicht zu dulden! Kleider, Betten, Wäsche von Tuberkulösen dürfen erst nach gründlicher Des insektion von andern in Gebrauch genommen werden. Trockenes Fegen werde durch nasses Aufnehmen, nötigenfalls durch Scheuern mit heißer Soda oder heißer Schmierseifenlösung ersetzt. Jede Staubentwicklung in der Wohnung der ArbeitS stätte uno auf der Straße ist auf das geringste mögliche Maß zu beschränken. Meide Wirtschaften in denen auf den Boden gespuckt wird! 2. Peinlichste Sauberkeit herrsche bei der Zubereitung und Aufbewahrung (Schutz gegen Fliegen), sowie beim Genuß der Speisen, namentlich solcher, welche Roh genossen werden: Milch und Fleisch find vor dem Genuß gründlich zu kochen; die gekochte Milch ist geschützt und möglichst kühl auszubewahren 3. Die Hände einschließlich der Nägel, die Zähne nebst der Mundhöhle find häufig und gründlich zu säubern! Das Ein- ühreu von Fingern in Mund oder Nase, sowie das Kratzen im Geficht find zu uuterlaffen! Jede Wunde ist gegen Verunreinigung durch geeignete Verbände zu schützen. 4 Hinsichtlich der Tiertuberkulose sei nur angedeutet, daß sie bet Rindern meist als Lungen-, bet Schweinen meist als Halsdrüsenoder Darmtuberkuloie auftritt, bet jenen also durch Einatmung, bei diesen durch das Futter, namentlich durch Centrifugenschlamm der Molkereien und nicht abgekochte Magermilch ausgenommen wird. Geeignete Tilgungsmtttel sind: allmähltge Ausmerzung der tuberkulösen R nder, vor allen der mit stchtbaren Zeichen der Krankheit (tuberkulöse Euterknoten, Husten mit Abmagerung und rauhem Haar u. dgl.) behafteten, bet Kindermilchwirtschaften und für die Zucht aber auch aller onst aus Tuberkuleinsvritzung fiebernden Tiere: Trennung der Kälber von den tuberku ösen Müttern; reichliche Bewegung der Kälber und oeS Jungviehs, möglichst auch der älteren Tiere in freier Luft; Verwendung mit gekochter Milch und Molkereirückstände zur Fütterung der Schweine'); Ausschließung tuberkulöser Personen, namentlich olcher mit AuSwurf, von der Viehwartung; Reinhaltung der Ställe. II. Maßregeln zur Kräftigung des Körpers. Niemals wird es gelingen, alle Tuberkelbazillen abzutoten; deshalb ist es unerläßlich, den Körper so zn kräftigen und ab zuhärten, daß der eindringende Keim ihn nicht krank machen ann. Die Hauptmittel2) sind: Viele große Molkereien erhitzen bereits die gesamte Vollmllch vor der Verarbeitung so, baß jede Gefahr beseitigt wird. •) Näheres im „Gesundh itsbüchlein". Bearbeitet im Kats. Ge- sundheitsamte. 8. Abdruck. Berlin, Jul. Springer 1899. Preis 1 M. Einfache und kräftige Nahrung, die bei richtiger Auswahl nicht teuer zu sein braucht. Leckereien und berauschende Getränke sind zu meiden; eine dem Zutritte von Luft und Licht zugangige Wohnung; lieber vor der Stadt als inmitten derselben; das beste Zimmer zur Schlafstnbe gewählt: haltbare, einfache Kleidung aus nicht zu dicht gewebten Stoffen, weder zu warm noch zu kühl, bet ruhigem Körper oder bei sitzender Thätigkeit wärmer als bei Bewegung; Unterlassung von Modethorheiten, welche die freie Bewegung deS Körpers beeinträchtigen, z. B. Korsett und Leibriemen. Erst nach Bestreitung dieser unumgänglich notwendigen Sachen darf an andere Ausgaben gedacht werden. Bei der ganzen Lebenshaltung stehe Reinlichkeit und Ordnung voran! Wasche täglich den ganzen Körper mit mäßig kaltem Waffer oder reibe rhn schnell mit einem rauhen feuchten Tuche ab, bade in reinem Fluß- oder Seewasser, oder nimm ein Brausebad (unter Schonung des Kopfes), halte Haare und Bart, Zähne und Mund, sowie Nägel sauber! Atme unter Schließung des Mundes durch die Nase; diese ist das »atürliche Filter für Unreinigkeiten und Schädlichkeiten. Ist die Nasenatmung dauernd erschwert, so lasse Dich durch den Arzt untersuchen: das Hindernis ist oft leicht zu beseitigen. Deine Arbeit verrichte ganz und mit voller Kraft; fie giebt wieder Kraft; suche fie aber, soweit es mit ihrem Zwecke vereinbar ist, der Gesundheit entsprechend auszuführen. Benutze Gebotene Schutzvorrichtungen! Meide gebückte Stellung bei Geistesarbeit! Bist Du Arbeitgeber, so sei darauf bedacht, Schädlichkeiten zu beseitigen oder doch thuntchst einzuschränken (Staub, Rauch usw.)! Ärbeits- und Ruhezeit sollen im richtigen Verhältnis stehen! Die arbeitsfreie Zelt wende an zur Kräftigung der Körperteile, welche bei der Arbeit selbst weniger Gelegenheit hatten sich zu üben! Bewege Dich außerhalb der bewohnten Orte! Mache in freier Luft oft langsame tiefe Atemzüge mit in die Seiten gestemmten Händen! Gewöhne Dich auch an ungünstige Witterung im Freien! Wechsele durchnäßte Kleider nnd Schuhe! Turnerische Hebungen — namentlich Freiübungen —, den Körperverhältnissen angepaßt, je nach den Mitteln unterstützt durch Fußmärsche, Ballspiele, mäßiges Radfahren, Rudern, Schwimmen und dergl. sind die besten Bundesgenossen im Kampfe gegen die Tuberkulose. Suche rechtzeitig das Bett auf! Meide Ausschweifungen jeder Art! Sie zerstören in Kurzem, was in Langem errungen wurde. So wenig ein Glas nicht zu kühles Bier, eine Taffe nicht zu starker Kaffee oder Thee, eine Cigarre — zur rechten Zeit genossen — dem normalen erwachsenen Körper schadet, fo sehr schadet jedes Zuviel. Meide endlich Verkehr mit Personen, die an ansteckenden Krankheiten leiden; wenn Pflicht oder Beruf solchen Verkehr fordern, so laffe die geforderten Vorsichtsmaßregeln nicht aus dem Auge! Beziehst du eine Wohnung, in welcher vorher ein Tuberkulöser gelebt hat, so lasse sie zuvor desinfizieren! D. Ratschläge für besonders gefährdete Personen. Zedermann sollte sich der vorstehenden Gesundheitsregeln befleißigen, gyez besonders aber alle diejenigen, welche aus irgend einem Grunde die Tuberkulose mehr als andere zu fürchten haben: schwächliche Personen, sowie solche mit langem und chmalem Körperbau bei flachem Brustkasten, namentlich wenn fie von tuberkulösen Eltern abftammen; ferner solche, welche Grund zu der Annahme haben, daß sie durch Verkehr mit chwindsüchtigen Menschen (Verwandten, Pflegern, Arbeitsoder Spielgenoffen) oder infolge eigener Erkrankung an Skrofulose oder bergt in der Kindheit den Keim der Tuberku- !ose bereits aufgenommen hatten; nicht minder solche, welche der Berus gefährdet (Stuben-, Staubarbeiter und bergt); endlich die von schweren Krankheiten Genesenden, sowie allgemein diejenigen, welche an Lungen- o er chronischen Hals- rankheiten, Keuchhusten, Masern, Influenza, Zuckerkrankheit, Bleichsucht gelitten haben ober leiden, oder zu starken Blutverlusten irgend welcher Art (Nasenbluten und dgl.) neigen. Wer einen wenig widerstandsfähigen Körper hat, nehme »arauf bei der Wahl des Berufs Rücksicht: ein Beruf, der in )ie freie Luft führt und die Körperkräste durch Hebung stählt, 1 bester als eine an das Zimmer fesselnde Thätigkeit. Menschen mit empfindlichen Atmungsorganen haben nicht nur Staub (also auch staubreiche Berufsthätigkeit), sondern auch Rauch (Tabaksdunst eingeschlosten) und kalte, rauhe Winde zu meiden oder sich dabei entsprechend zu schützen; Sprechen n kalter Lust oder beim Gehen sollten sie Unterlasten und ich vor Erkältungen und übermäßiger Körperanstrengung lüten. Nicht minder wichtig ist die sinngemäße Durchführung der allgemeinen Schutzmaßnahmen überall da, wo durch Beruf oder sonst Menschen in großer Zahl sich regelmäßig zu- sammenfinden (in Schulen und Pensionären — entsprechendes Verhalten tuberkulöser Lehrer —, Fabriken, Wirtshäusern, Armenanstalten, Waisenhäusern). Vernachlässigung der Tuber« kulose durch einzelne gefährdet die Gesamtheit. E. Ratschläge für erkrankte Personen. Treten Erscheinungen auf, welche den Verdacht einer nicht bloß vorübergehenden Erkrankung der Atmungswege erwecken: wiederkehrender Husten (trocken oder mit Auswurf), wiederkehrende Schmerzen im Halse, Brust oder Rücken, anhaltende Abgeschlagenheit oder Neigung zur Ermüdung ohne vorangegangene Anstrengung, Appetitmangel und Abmagerung, wiederkehrendes Fieber, namentlich zur Abendzeit, mit Nachtschweißen (selbst bei nur mäßiger Körperbedeckung), Blutspuren im Auswurf oder gar ein Bluterguß aus dem Halse, so ist baldigst eine gründliche Untersuchung durch den Arzt (auch des Auswurfs auf Tuberkelbazillen) herbeizuführen. Wird der Verdacht nicht bestätigt, so find gleichwohl die unter D. gegebenen Ratschläge sorgfältig zn befolgen. Bestätigt sich der Verdacht, so sind in erster Reihe die vom Arzte gegebenen Verhaltungsmaßregeln zu beachten. Kein Mittel hilft, wenn nicht der Kranke durch sein allgemeines gesondheitsgemäßes Verhalten und strenge Befolgung der gebotenen Vorsichtsmaßregeln das Beste selbst dazu beiträgt. Der Kranke vergegenwärtige sich die doppelte Pflicht, auf seine eigene Heilung Bedacht zu nehmen, um wieder ein nützliches, erwerbendes Glied der menschlichen Gesellschaft zu werden, aber auch durch Beachtung der Schutz- maßregeln seine Angehörigen, Hausgenossen und weitere Umgebung vor Ansteckung zu bewahren. Beginnende Tuberkulose ist oft heilbar, vorgeschrittene selten; der Erfolg hängt zumeist vom rechtzeitigen Einschreiten ab. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Auswurf zuzuwendeu; er ist weder auf den Boden zu schleudern, noch zu verschlucken, vielmehr in ein besonderes, dazu bestimmtes Gefäß, welches regelmäßig zu desinfizieren ist, zu entleeren; am besten sind Spuckfläschchen (etwa nach der Art der Dett- weiler'schen), welche der Kranke mit sich führt. Mußte der Auswurf "ausnahmsweise ins Taschentuch entleert werden, so ist dieses vor dem Trockenwerden auszukochen. Auch durch Küssen kann die Krankheit übertragen werden. Einer offenbar schwindsüchtigen Person ist die Eheschließung dringend zuwiderraten; sie warte bis zur Heilung! Tuberkulöse Frauen sollten nicht stillen oder Kinder warten! Bei Fieber und Neigung zu Blutungen ist Ruhe und Schonung unbedingt geboten; ausgiebiger Genuß ruhiger, von der Sonne durchwärmter, nebel-, staub- und rauchfreier Luft tbut gute Dienste, am besten mit Lagerung auf Ruhebetten im Freien, an geschütztem Platze und mit genügender Bedeckung des Unterkörpers. Am sichersten wird die Heilung in einer, der Wiederherstellung von Lungenkranken besonders gewidmeten, von einem sachkundigen Arzte geleiteten Heilstätte (Lungenheilstätte) erreicht. Bei nicht zu kurzem Aufenthalt (nicht unter 3 Monaten) erlangt der folgsame und aufmerksame Kranke oft nicht nur seine Gesundheit wieder, sondern eignet sich auch die zur Vermeidung von Rückfällen erforderlichen Lebensregeln an. Bekanntmachung. Nach § 114 des Jnvalidenversicherungsgesetzes, § 82 des Unfallgesetzes für Forst- und Landwirtschaft und § 76 des Gewerbe-UnfallverficherungSgesetzeS ist die Berufung gegen Bescheide der Jnvalidenversicherungsanstalt, der Berufsgenossenschaften und der Ausführungsbehörden bei der Vermeidung des Ausschluffes innerhalb eines Monats nach der Zustellung des Bescheides bei dem Schiedsgericht zu er heben, in dessen Bezirk der Betrieb, in dem sich der Unfall ereignet hat, liegt bezw. der Ansprecher von Invaliden- oder Altersrente wohnt oder beschäftigt ist. Die Frist gilt auch dann als gewahrt, wenn innerhalb derselben die Berufung bei einer anderen inländischen Behörde oder einem Genossenschaftsorgane eingegangen ist. Diese haben die Berufungsschrift unverzüglich an daS zuständige Schieds gericht abzugeben. Ich ersuche darnach alle Behörden und Organe der Berufsgenossenschaften, etwa eingehende Be rusungsschriften ohne Verzug unter Beischluß des Briefumschlags derselben und Angabe des EingangStages an mich weiterzugeben, sofern die Zuständigkeit des unterzeichneten Schiedsgerichts begründet ist. Gießen, den 2. Januar 1901. Der Vorsitzende deS Schiedsgerichts für Ar^zterversicherung in der Provinz Oberheffen. Boeckmann. Die Debatte iu der hessischen Kammer über die Ablehnung des Krügerschen Besuches in Berlin hat bekanntlich mehrere veranlaßt, dem Vorgehen von Köhler und Genossen begeisterte Anerkennung zu widmen. An der Spitze standen die „Hamb. Nachr.", und die „Leipz. Reuest. Nachr." führten in einem langen Artikel aus, in dieser Weise treibe man Politik im Sinne Bismarcks, und solle so fortfahren; die Einzelstaaten sollten „die Kompetenzen aufnehmen, die der R e i ch s t a g achtlos beiseite warf". Inzwischen haben aber die „Hamb. Nachr." eine plötzliche Frontveränderung gemacht und erklären, nach der Reichsverfassung besitze weder der Bundesrat, noch sein Ausschuß in Sachen der auswärtigen Politik ein direktes Mitwirkungsrecht. Bezeichnend ist aber, daß selbst dieser völlige Gesinnungswandel eine scharfe Spitze gegen die Reichspolitik kehrt, denn zum Schlüsse wird gesagt: Im übrigen fällt bei Erörterung gerade dieses Themas doch auf, daß der Reichsverfassung eine Eigentümlichkeit anhastet, die sich wohl aus den Persönlichkeiten desjenigen Kaisers und desjenigen Kanzlers erklärt, die bei ihrer Emanation an der Spitze des Deutschen Reiches standen. Während die Verfassung nämlich sonst die Zustimmung des Bundesrates uno des Reichstages zu allen möglichen Negierungshandlungen erfordert, gewährt sie dem Kaiser die Möglichkeit, durch vollkommen selbständige Führung der auswärtigen Politik das Reich in verhängnisvolle Kriege zu stürzen, durch Abschlüffe von Bündnissen und dergleichen Gut und Blut der Deutschen für Interessen dritter Staaten mit aufs Spiel zu setzen usw. Das ist zweifellos eine Anomalie, die seinerzeit nur deshalb nicht als solche empfunden wurde, weil vielerprobte welthistorische Persönlichkeiten die Geschicke Deutschlands lenkten. Jetzt aber hat sich die Sachlage geändert, und das verführt leicht zu Forderungen (wie sie nämlich die „Hamb. Nachr." erhoben hatten und jetzt fallen lassen), die de lege ferenda berechtigt sein würden) der lex lata der einmal bestehenden Verfassung gegenüber aber natürlich abzuweisen sind. Indes sollen die Vertreter dieser lex lata doch nicht so verfahren, daß bei den Bundesstaaten der Eindruck entstehen könnte, es sei besser gewesen, wenn man sich seinerzeit des Rechtes auf Mitwirkung bei den Entscheidungen über die eigene Zukunft, wie sie in der Bestimmung über Krieg und Frieden doch implicite enthalten ist, nicht so vollkommen, wie geschehen, begeben hätte. Fürst Bismarck hat oft gemahnt, im Interesse der Erhaltung des guten Einvernehmens unter den Bundesstaaten und der deutschen Einheit niemals zu vergessen, daß der Kaisertitel keine suzeränen Rechte über die Bundesfürsten verleiht, sondern daß die Reichs- Verfassung dem „Könige" von Preußen nur das Präsidium im deutschen Bundesstaate zuweist, und daß mithin der König von Preußen, der in Ausübung dieses Vorsitzes den kaiserlichen Titel'führt, stets darauf bedacht sein muß, die Rechte und Empfindungen der übrigen Bundesfürsten um so sorgfältiger zu schonen. Die „National-Ztg." glaubt, diesen Rückzug auf eine Mahnung von anderer Seite — wie angedeutet wird, den Fürsten Herbert Bismarck — zurückführen zu sollen, fährt dann aber fort: Hier wird versucht, durch perfide Insinuationen die Hetzerei fortzusetzen, die man zuerst durch die nun ausgegebene Auslegung der Verfassung unternommen hatte. Die einheitliche Leitung der auswärtigen Politik durch das Reichsöberhaupt ist keine „Eigentümlichkeit" und keine „Anomalie"; sie entspricht dem in allen Staaten der Welt bestehenden, weil durch das Wesen aller auswärtigen Politik bedingten Zustande. So lange es in Deutschland ein Streben nach nationaler Einigung gab, hat man an erster Stelle eine einheitliche Leitung der deutschen auswärtigen Politik verlangt. Die „Möglichkeit, das Reich in verhängnisvolle Kriege zu stürzen" oder „Gut und Blut für Interessen dritter Staaten'mit aufs Spiel zu setzen", hat, wie der deutsche Kaiser, so jeder europäische Monarch und ebenso der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Gefahr zu verhüten, ist, so weit dies nicht schon von jedem deutschen Kaiser und jedem Reichskanzler erwartet werden kann, die Aufgabe der öffentlichen Meinung, der Presse, vor allem des Reichstags — in welchem wir namentlich auch darum andere Zustände wünschen, als die jetzigen. Aber eine Leitung der auswärtigen Politik nach Bundesratsabstimmungen zu empfehlen, die von kleinstaatlichen Kammerbeschlüssen abhängig wären, das ist der blutigste Hohn auf Bismarcks Lebenswerk. Dazu meint die klerikale „Köln. Volksztg.": Hier müssen wir nun wieder der „National-Ztg." entgegentreten. Sie wünscht „andere Zustände im Reichstage", um die „Gefahr zu verhüten", daß das Reich in verhängnisvolle Kriege gestürzt wird. Dann mache sie doch zunächst ihre nationalliberalen Myrmidonen mobil, die in den letzten Sitzungen des Reichstages kein Wort über die angebliche Gefahr verloren haben, ferner aber lege sie uns klipp und klar dar, was dann der Reichstag thun soll. Den „Hamb. Nachr." kann man mit Recht vorwerfen, daß sie mit dem Feuer spielen, aber die „National-Ztg." thut dasselbe. Der Unterschied ist nur, daß die „Hamb. Nachr." Mißtrauen gegen den Kaiser zu wecken beabsichtigen, die „National-Ztg." aber Mißtrauen gegen den Reichstag. Es scheint, als ob beide Blätter die internationale Lage für sehr bedrohlich halten, auf alle Fälle ist es aber ein verwerfliches Unterfangen, deshalb zu solchen Denunziationen zu schreiten. Politische Tagesschau. Aussehen erregt in England die Nachricht, daß General Colvile, der in Gibraltar bisher eine Jnfanteriebrigade kommandierte, durch den Generaladjutanten und stellvertretenden Oberbefehlshaber, Sir Evelyn Wood, aufgefordert worden ist, sein Kommando niederzulegen, daß er dieser Aufforderung eine entschiedene Weigerung entgegengesetzt hat und demnächst nach England kommen wird, um, wie es heißt, sich den vorgesetzten Militärbehörden zu stellen. Der ganze auffällige Vorgang bildet ein Nachspiel von Ereignissen, die sich im Laufe des südafrikanischen Krieges zugetragen haben. General Colvile war ursprünglich als Kommandeur der Gardebrigade auf dem Kriegsschauplatz erschienen, hatte sich unter Lord Methuen bei Belmont, Enslin, Modder River und Magers- fontein nach allgemeinen Berichten gut geschlagen und nach Methuens Verwundung als rangältester Brigadekommandeur zeitweilig das Kommando über dessen HeereSabteilung geführt. Klagen waren indessen schon nach dem ersten Treffen am Modder River darüber laut geworden, daß Sir Henry Colvile bei Überschreitung des Flusses den linken Flügel unter General Pole Carew und Oberst Barton nicht genügend unterstützt habe. Doch das waren keine dienstlichen Beschwerden und General Colvile rückte, als Roberts später die Kommandoverhältnisse ncuordnete, zum Befehlshaber der neuen neunten Division auf und fand in dieser Stellung bei Paardeberg Verwendung, wo seine beide Brigaden scharf ins Feuer kamen. Nach dem Treffen nahm er dann an dem Vormarsch nach Bloemfontein teil, und als Broadwood, Ende März, von De Wet bedrängt, auf dem Rückzug von Thabanchu war, erhielt Colvile Befehl, ihm zu Hilfe zu eilen. Er rückte früh morgens am 31. März von Bloemfontein ab, erreichte aber Koornspruit und Broadwood erst, als letzterer mit seinen beiden reitenden Batterien bereits in den nicht weit von den Wasserwerken von Bloemfontein ihm gelegten Hinterhalt ge fallen war, aus dem nur zwei Geschütze gerettet wurden Neber diesen Unglücksfall liegt auch heute noch ein Schleier gebreitet, angeblich weil einer von den Prinzen Teck die Be deckung der Artillerie kommandiert hat und man den Bruder der Herzogin von York nicht blosstellen wollte. Colvile hatte an dem Tage eine Strecke von 30 Klm. auf schlechtem Boden zurückzulegeu. Wie es hieß, halten mehrere Offiziere von Colviles Division den Kanonendonner von Koornspruit gehört und angeb» lich auf Beschleunigung des Marsches gedrungen. Es ist in* öeffen schwer, aus dem Hörensagen den wirklichen Sachverhalt klar he, vorzuschälen. Jedenfalls kam die Hilfe zu spät, und General Colvile machte auch keine ernste Anstrengung, dem Feinde seine eroberten Geschütze und Gefangenen abzujagen, was ihm an Ort und Stelle wie hier in der militärischen Erörterung sehr Übel vermerkt wurde. Im weiteren Vormärsche von Bloemfontein nach Pretoria wurde eine von Colviles Brigaden (Smith Dorien) zu der Kolonne unter Jan Hamilton geschlagen und der Divisionskommandeur marschierte nunmehr als fünftes Rad am Wagen mit der Hochländer-Brigade (Macdonald) hinter Jan Hamilton her durch Winburg, Ventersburg und Lindley auf Heilbronn zu. Unterwegs, am 27. oder 28. Mai, ging ihm die Nachricht zu, Oberst Spragge mit dem 13. Bataillon Yeomanry und einer großen Transportkolonne sei in Lindley umringt und in arger Klemme. Eine dritte Nachricht des gleichen Inhalts erreichte ihn am 30. Auf den ersten dieser Hilferufe soll er einfach verweigert haben, umzukehren, weil er Befehl von Lord Roberts habe, am 29. in Heilbronn einzutreffen. Es wird über diesen Vorfall in ganz widersprechender Weise alles mögliche behauptet und bestritten. Sicher ist und bleibt indessen, daß die Yeomanry mit ihrem Transport im Stich gelassen wurde und nach nicht sehr geschickter Gegenwehr in Gefangenschaft geriet. Es erfolgte hier wie im Heere ein allgemeiner Ausbruch des Unwillens. Eine Untersuchung erfolgte, und Sir Colvile wurde nach Hause beordert und erhielt wieder seine frühere Brigade in Gibraltar. Colviles Beseitigung ist auch deshalb auffallend, weil sie nur ein Paar Tage vor der Ankunft des neuen Oberbefehlshabers, Lord Roberts, in Gibraltar und London erfolgt. Aus Stadt und Sand. (Zuschriften über lokale Vorgänge find uns Jets sehr erwünscht und werden aus Wunsch gut honoriert.) Gießen, 3. Januar 1901. •* Auszeichnungen. Der Großherzog hat den Mitgliedern der Schutzmannschaft in Darmstadt: dem Polizei-Revier- Kommissär Bach ert die Krone zum Silbernen Kreuz dcS Verdienst Ordens Philipps des Großmütigen, den Polizei- Revier-Kommiffären Listmann, Bergmann und Dietz, ferner den Poffzeiwachtmeistern Köhler, Weitzel, Knörzer, Frommann und Appel das Silberne Kreuz dieses Ordens und den Schutzmännern Scharmann, Schönwolf, Bernhard und Stein das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" — zum 1. Januar 1901 verliehen. ** Die höheren Lehranstalten im Staatsbudget 1901/1902. Die Einnahmen Nellen sich auf .... 1089 107 Mk. (39 792,70 Mk. weniger als bisher), die Ausgaben auf....... 1889 472 „ (60 050,55 Mk. mehr als bisher), ________________ der Zuschuß bedarf sonach auf .... 800 365 Mk. (99 843,25 Mk. mehr als bisher). Nachstehend einige Zahlen über die Einnahmen und Bedürfnisse einzelner Anstalten Oberheffens: Einnahme an Schulgeld ii rsgesamt Ausgabe Mk. Staatszuschuß Mk. Mk. Mk. Gymnasium inGießen 27 400 28150 62 700 34 550 Realgymnasium ».Realschule in Gießen 46502,50 83 050 112 400 29 350 Gymnasium in Büdingen 11500 16 800 49390 32590 Augusttnerschule (Gymnasium u. Realschule) in Friedberg 24050 34 040 85 270 51230 Gymnasium Fridericianum in Laubach 13000 27 980 48 800 20820 Realschule in Alsfeld 9 300 15 350 36 980 21 630 Realschule in Butzbach 9000 16 500 33 980 17 480 Für Vertretungskosten der Direktoren und Lehrer bet Krankheiten rc. find vorgesehen im ganzen Großherzogtum Hessen 14 000 14000 Desgl. für Reise - Stipendien an Lehrer insbesondere solche b'r neueren Sp achen 4 000 4000 ** Stadt-Theater. Zum zweiten Male gelangte am Mittwoch vor schwach besetztem Hause Friedrichs» „M u t t e r s e g e n" oder die „Perle von Savoyen" zur Darstellung. Es wirkt gerade nicht ermutigend auf die Schauspieler, die ersten Reihen des Sperrsitzes fast vollständig leer zu sehen, trotzdem ging im allgemeinen das Spiel flott von statten. Die Damen Schoelermann, Eichenwald, Kruse und Ernst und die Herren Liebscher, Ramseyer, Balthyni und Reinhard hatten die Hauptrollen inne. Besonders hervorzuheben sind die Damen Henny Schioelevmann als Marie, Marie Eichenwald als Chanchon und Frieda Kruse als Frau Margarethe. Gegen das Spiel des Herrn Liebscher ^als Kommandeur ist nichts besonders einzuwenden. Bei Herrn Ramseyer kann man sagen: Ende gut, alles! gut; im vierten Akte, in dem er als Bettler wider Wissen seine eigene Tochter besucht, hat sein Spiel gefallen. Ich glaube tragische Rollen, wie sie eben der vierte Akt mit sich brachte, gelingen ihm ganz gut, während er augenscheinlich kleinere Rollen zu leicht nimmt, hierbei fehlt ihm das Natürliche, was er erst zu erlangen scheint, wenn er in Ekstase gerät, wie es ja der vorletzte Akt zeigte. Herr Balthyni als Pierrot war wohl bemüht, sein Bestes zu leisten. Die kleinen Rollen waren ziemlich undankbar und kamen wenig zu Geltung. Das ganze Stück wird sich überhaupt nie als Kassenmagnet bewiesen haben, noch in Zukunft sich als solches zeigen. ** Aus dem Thcaterbureau wird uns geschrieben: Felix P h i l i p p i s vorzügliches dreiaktiges Schauspiel „Wohlthäter der Menschheit" kommt am Freitag den 4. d. Mts. zum ersten Male unter der Direktion Kruse und Helm hier zur Aufführung. Desselben Autors Schauspiel „Der Dornenweg- wurde vor vier Jahren hier mit größtem Erfolge bargt stellt. — Es sei hiermit zur Kenntnis der Theaterabonnenten gebracht, daß die Gültigkeitsdauer der vom Billetblo'ck I noch übrig gebliebenen BilletS, soweit dieselben nicht für den ganzen Rest der Saffon gültig geschrieben sind, bis zum 15. Januar a. c. verlängert worden ist. •• Neue Bahnen. Im Jahre 1900 hat sich der Ban neuer Eisenbahnen genau auf derselben Höhe gehalten, wie im vorhergehenden Jahre. Im Großherzogtum Hessen wurden * Mannheim Eisenbahnunf^ Der nachmittags 3.1 zug 172, Münchk mittag bei der Ai Nr. 1 aus bisher r Reisende kamen mch erlitt leichte Berleßu herabstürzende Materialschaden P lmrgHermersheim i ständig gesperrt. D Umsteigen auf de Berlin-Basler Zuge, werben über leitet. Der „Wz j Saarbrücker Schnell; gefähr 300 Meter vc gleist. Die Wirkung der Tendemagen si einandergedrückt, der sonentvagen ist nick . Dte BmtzM j *er M ,ur c ft M Mai -en 4. Ja an und Stelle dss den 5 dutzhryog W®4 l,, glS El «w H' Mtz tu A 8W' »• Kleine wtitw MW*”®; „will: W»S’1 heim Stamm mit Ms Kandidaten a! Bahr Mrde d'e D> übernehmen, tft pH« betrügt nach der en 12019. Die Zunah 8274 Personen, oder find es 36043, WCl Lüpfe starke Garnison liches Ueberwiegen d Burgermeisterwahl in geordnete Herr Johai Gemeinde gewählt. M'n das ®„ft tzs-Wr BsäSs ff In die Ve Wi durch Ä d fräs OK d ) uooo n 51230 20820 21630 17480 85270 48800 36980 33980 14000 4 000 Wait Mk. 62700 112 400 49390 Staats,uschub Mk. 34550 29 350 32690 Janö. D8 stets sehr tttvlltlscht )onotieit) Januar 1901, '9 Hal den Mitgliedern dem Polizei. Revier« Silbernen Kreuz d-r wütigen, den Polizei, rgmann und Dietz, ^Weitzel,Knörzer, « Kreuz dieses Ordens ann, Schönwolf, leint Ehrenzeichen mit ue Dienste" - zum . . 800 365 M. nvohmm und DiWlW LtMdndget 1901,1902. . . 1W107M . 1889472 „ :e ettlie in ju spat, und L*tn9ung, wie hi^ Qbl OrZ UZ unhito «mgtunbin,,,“ M-isr Zrs lit aHeS mögliche be. 1 Stii bQi gelassen wurde ■ «1 aUgtmemet Aus. n9 nsvlgte, und Sir 1 ft* I°« 7 Beseiltgung ch auch Tage vor derln- Roberts, in Gibraltar ,em le Skt mH tbt« b« «J« E gut, ®°5 t »int, W’" der IlstE d lMv r 'gnnbli9w*’ Eiten Äale gelangte 5roen Luie Friedrichs '^<-»2"zurDar- Don.S h B bicediflU' S föl 80ll^S S.7L.L sfes EHM-W , des Herr« « btion«?Ae, out "fleä ige«: ^LSet fflil® folgende Linien neu eröffnet: Nierstein—Undenheim -Köngernheim, 10,3 Km., am 1. November, Rheindürkheim—Gunters blum, 16 Km., am 24 November, Staatsbahnen. Hierüber WormS—Lampertheim mit fester Rheinbrücke, 12,6 Km., am 1. Dezember, als Ersatz für die bisherigen Strecken Worms —Rosengarten—Hofheim, 6,1 Km. und Rosengarten—Lampertheim, 9,2 Km. § Butzbach, 2. Januar. Bei der Ergänzungswahl der Mitglieder der Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten sind gewählt worden: Fabrikant H. Langsdorf und Händler H. Rausch zu Friedberg, Kaufmann W. Joutz in Butzbach, Fabrikant Schäfer zu Büdingen und Buchdruckereibesitzer W. Engel in Scholten. A Büdingen, 3. Januar. Am Ausgang der Stadt, unweit des Overthores, wird in diesem Frühjahr ein Neubau aufgesührt, der das fürstl. Rentamt aufnehmen soll. Neben umfangreichen Dienstwohnungen für fürstl. Kammerbeamte wird der Bau sehr geräumige Geschäftslokalitäten ausweisen. Das jetzige Rentkammergebäude, der sogenannte Oberhof, wird zur Wohnung für den Erbprinzen eingerichtet. ** Kleine Mtteiluugeu aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bad-Nauheim wurden bei der Gemeinderats-Ersatzwahl gewählt: Rentner Johann Heinrich Fritz mit 338, Kaufmann Heinrich Kegelmann mit 228 und Weißbinder Friedrich Wilhelm Stamm mit 169 Stimmen. Es waren im ganzen zwölf Kandidaten aufgestellt. — Das Gerücht, Hermann Bahr werde die Direktion des Darmstädter Hoftheaters übernehmen, ist falsch. — Die Einwohnerzahl Darmstadts beträgt nach der endgiltigen Feststellung der Volkszählung 72 019. Die Zunahme in den letzten fünf Jahren beträgt 8274 Personen, oder 12,98 Prozent. Männliche Einwohner find es 36 043, weibliche 35 976. Wenn man die 4446 Köpfe starke Garnison abzieht, ergiebt sich ein ganz beträchtliches Ueberwiegen des weiblichen Geschlechts. — Bei der Bürgermeisterwahl in Hausen wurde der seitherige Beigeordnete Herr Johannes Häuser zum Bürgermeister dieser Gemeinde gewählt. Vermischtes. * Mannheim, 2. Januar. Amtlich wird über den Eisenbahnunfall bei Germersheim gemeldet: Der nachmittags 3.13 in Germersheim fällige Schnellzug 172, München-Metz, entgleiste gestern nachmittag bei der Einfahrt auf der Kreuzung der Weiche Nr. 1 aus bisher noch unbekannten Ursachen vollständig. Reisende kamen nicht zu Schaden. Der Heizer des Zuges erlitt leichte Verletzungen, da er durch die vom Tender herab stürzen den Kohlen verschüttet wurde. Der Materialschaden ist: nicht unbedeutend. Die Strecke Straßburg-Germersheim und Bruchsal-Germersheim wurden vollständig gesperrt. Der Verkehr wird auch heute noch durch Umsteigen auf der Unfallstelle aufrecht erhalten. Die Berlin-Basler Schnellzüge, die sogenannten Manteuffel- Züge, werden über Neustadt, Winnenden und Wörth geleitet. Der „Pfälz. Kur." berichtet: Der München-Landau- Saarbrücker Schnellzug ist gestern mittag 3.20 Uhr ungefähr 300 Meter vom Bahnhof auf offener Strecke entgleist. Die Wirkung ist ganz entsetzlich. Die Maschine Und der Tenderwagen sind vollständig zertrümmert und ineinandergedrückt, der Packwagen ebenso. Von den vier Personenwagen ist nicht ein einziger mehr ganz. Wie ein Wunder ist es zu erachten, daß kein Passagier verletzt ist. Der Heizer kam unter den Tender, und es bedurfte einer Stunde, um den schwer verletzten Mann aus seiner Lage zu befreien; er wurde ins Lazarett gebracht. Der Materialschaden ist ganz enorm. Sämtliche Gleise sind unbrauchbar. Tie Strecke ist auf einige Tage nicht passierbar. Um halb echs Uhr bereits kam von Ludwigshafen ein Extrazug mit Arbeitern und Bahnbeamten an. Die Staatsbehörde war gleichfalls sofort zur Stelle. Anscheinend ist ein Radoder Schienenbruch die Ursache. * Graz, 2. Januar. Ein aus Budapest kommender Personenzug stieß auf dem hiesigen Südbahnhofe auf einen Güterzug. Mehrere Waggons des Güterzuges wurden zertrümmert und ein Kondukteur verwundet. Atteratur, Wissenschaft und Kunst. Eine sehr umfängliche und wertvolle Publikation ist aus dem Verlage von Heinrich Keller in Frankfurt a. M. hervorgegangen. Sie betitelt sich „Deutsche Volkstrachten, städtische und ländliche, vom 16. Jahrh. an bis zum 19. Jahrhunder t." Der erste Band, der 48 farbige Tafeln in gr. Oktav, über 200 Seiten Text und zahlreiche schwarze Textillustrationen bringt, behandelt die Volkstrachten aus Süd- und Süd- w e st'-D eutschland und kostet 24 Mk. Ter Verfasser, Frie drich Hottenroth, hat erkannt, daß etwa seit dem Ausgange des Mittelalters die Volkstrachten sich ständig auszubilden und von der großen Mode zu unterscheiden beginnen. Sie bieten somit von jener Zeit ab der Forschung ein reiches Feld, und er erforschte die eigentümliche Entwicklung, welche die Volkstrachten im 16., 17. und 18. Jahrhundert in den einzelnen deutschen Landschaften genommen haben. Tie Tafeln, die sehr sorgfältig in Farbendruck ausgeführt sind, bieten je eine Gruppe von Gestalten, die erkennen lassen, daß sich auf, Grund von alten Originalen — meist wohl Abbildungen aus dem betreffenden Zeitraum, zum Teil auch Skulpturen, Kleinkunstwerke ul s. w. — dargestellt sind. Nicht minder wichtig sind die dem Texte eingefügten schwarzen Abbildungen, in denen Reihen von ganzen Figuren in originalgetreuer Re- produktzion, sowie Einzelheiten der Trachten, Kopfputze, Schuhe, Taschen, Schmucksachen u. s. w. und schließlich auch die Schnittmuster gegeben sind, so daß über die Beschaffenheit der einzelnen Trachten kein Zweifel mehr Zurückbleiben kann. Ein sorgfältig bearbeiteter Text unterstützt die Abbildungen und bringt alle erforderlichen sachlichen und geschichtlichen Erläuterungen. In dem ersten Bande werden Volkstrachten aus den süd- und südwestdeutschen Städten und Landschaften, z. B. aus Elsaß-Lothringen, der Pfalz, Rheinhessen, Baden, Bayern, Württemberg und der Maingegend mit Frankfurt gegeben, und zwar Männerund Frauentrachten aus den verschiedensten Ständen, sodann auch die kostümlichen Besonderheiten, die den Juden aufgezwungen wurden. — Der zweite Band, in derselben Stärke und derselben bildlichen Ausstattung, hat auch denselben Preis. Er bringt die Volkstrachten aus W e st- und Nordwestdeutschland, die Trachten aus dem mittleren und nördlichen Rheinland, dem Nassauer Land, Kur- Hessen, Westfalen, Braunschweig, Hannover, den friesischen Landstrecken, Oldenburg, den Gebieten der Hansastädte Bremen und Hamburg. Obwohl für die Darstellung der vergangenen Volkstrachten in diesen Landstrichen es nicht nur an Vorarbeiten fehlt und für viele Gegenden auch die Quellen oft ganz zu fehlen scheinen, ist es Hottenroth auch hier gelungen, den Nachweis einer reichen, vielgestaltigen Entwicklung der Volkstrachten zu führen. Wertvolle Ergebnisse hat er besonders dadurch erreicht, daß er nicht nur gleichzeitige Abbildungen und erzählende Berichte von älteren Trachten z4l Rate zog, sondern auf Wanderungen durch Städte und Dörfer noch in Schränken und Truhen verwahrten Resten von alten Trachten selbst nachspürte. Gerade auf diesem Wege hat er Funde gemacht, die die überraschendsten Aufschlüsse und manche bisher noch unbekannte Formen der Kleidung bieten. Ta manches schöne Stück, von dem Hottenroth auf diesen Wanderungen Kenntnis erhielt, den ersten Jahrzehnten des gegenwärtigen Jahrhunderts angehört, so gab dies Veranlassung, den Zeitraum, über den sich die Darstellung erstreckt, hier und da bis gegen die Neuzeit herauf auszudehnen. Wie beim ersten Band sind die Tafeln, die je eine Gruppe von Gestalten bieten, sehr sorgfältig in Farbendruck ausgeführt; ferner ist Bedacht darauf genommen, das hier Targestellte durch die schwarzen Abbildungen, die neben vollständig ausgeführten Gestalten zahlreich Einzelheiten bringen, zu ergänzen. Auf die Ausarbeitung des Textes ist wiederum die genaueste Aufmerksamkeit verwandt worden. Viele der Tafeln lassen es bedauern, daß die Volkstrachten aus vielen Gegenden ganz verschwunden und der internationalen Mode gewichen sind. Wir würden es lebhaft wünschen, daß der Verfasser nun auch noch die Trachten Nordostdeutschlands und Mitteldeutschlands seinen Studien unterwerfen möge. Im Herzogtum Altenburg, im Spreewalde und endlich auch in Littauen, in dem Gebiete zwischen Memel und Pregel, haben sich die alten Volkstrachten noch heute erhalten. Schade nur, daß es dort keine Vereine giebt nach Art unseres oberhessischen Volkstrachtenvereins, dessen fleißiges und einflußreiches Wirken sich uns ja auf Schritt und Tritt dokumentiert. — Dem verdienstvollen Hotten- rothschen Werke gebührt allseitige Beachtung. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Anhalt u. Wagener, Berlin. Die letzte Vermögensbilanz der Fi'ma Anhalt u. Wagener Nachf., Berlin, ist am 18. Dezember 1900 festgckeat worden. Danach «soll sich ein Ueber- fchuh (??) von 292 963 Mk. ergeben. Di- Eff ktenbestänbe der B-nk werden auf 457,026 Mk. beregnet, die Kassenbestände auf 97,206 Mk. An Sorten waren nach der Bilanz vorhanden 8478, an KovponS 24,877 u 'b an Wechselbchänden 194 457 Mk. Die Mobilien der Bank belaufen sich auf 29,426 Mk., die Immobilien werden abzüglich der Hypothekenrente auf 29 518 Mk. geschätzt. Hierbei kommen die unbebauten Parzellcn in Burscht, die das Bankhaus in R xdorf besitzt und die auf 51,518 Mk veranschlagt werden. Der Hypothekmbtstand beträgt nach der Ausstellung 605,400 Mk. und daS Debitorenkonto auf der aktiven Seite ist auf 6,336,743 Mk. angegeben. Soweit die aktiven Posten. Demgegenüber steht auf der passiven Seile zunächst ein Trattenkonto mit 2,729,207 Mk., ferner ein Tratten- Separat- und Avalkonto mit 940,270 Mk. An Kreditoren sind in der Allianz 887 091 Mk. verzeichnet. Hi-von entfallen u. e. auf 160 Gläubiger über 500 Mk., allein 845,259 Mk., und auf 41 Gläubige, in Höhe von je 300 bis 500 Mk. 16 603 Mk. Dazu kommen noch Kreditoren gegen Unterpfand, die mit 2,667,896 Mk. gebucht sind; das Delkrederekonto ist mit 7000 Mk. und das Restrvekonto mit 168 700 Mk. in Rechnung gestellt. Limburg a. d. Lahn, 2. Januar. Fruchtmarkt. Durch, schnittspreis pro Malter Roter Weizen 13.00 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 10.60 Mk., Gerste 8.55 Mk., Hafer, 6.10 Mk., Erbsen 00.00 Mk., Kartoffeln 00.00 M. Krieskasten der Redaktion. H. Die Mutter der früheren bekannten Geigerin Frau Senkrah, d!e im vorigen Jahre in W.imrr Selbstmord beging, lebt in Amerika. Bekanntmachung. Die Benutzung des Schweinemarktplatzes und verschiedener anderer Plätze zur Förderung des in der Lahn gewonnenen Eifcs soll für den laufenden Winter Freitag den 4. Januar 1901, vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 2. Januar 1901. Großh-rzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 255 Bekanntmachung. Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Haus-Wasserleitungen. Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der HauS- wasserleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren d-S WafferS in den HarrSwafferleitnngen bei eintretender Hätte vorznbengen, es erforderlich ist, die Haus- wasferleitungen des AbendS für die Dauer der Nacht zu entleeren Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermeffer befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich desselben be findliche Entleerungshäbnchen, nachdem ein passendes Gefäß unter- gestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Hausleitung stehende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Ilm eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben ras in dem obersten Stockwerk de» HarrseS befindliche Aapfvenlil der Hausleitung offen zu halten, damit die Lust Zutritt in die Leitung erhalte. — Em größerer Teil deS Wassers kann auch schon durch das Zapfventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgehabter Entleerung find die beiden Zapfventile, welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des WafferS dienten, wieder zu schließen. Das Schließe« de» HarrptabsverrhahnS erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vier kantigen Hahnzapfen und Drehung in der Richtung von links n»ch rechts — im Sinne eines Uhrzeigers — bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffnen de» Hanpiabsperr Hahne» geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperr« Hahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hofränmen, Gürten u. s. w. find während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Aus kunft, welcher die betreffende Leitung gefertigt hat. Bei anhaltender außerordentlicher Külte empfiehlt eö sich, die Wasserentnahme auch während de» Tage» ans kürzere fest gesetzte Aeit zu beschrünken und während der übrigen Tageszeit die Hauswass-rleitungen gleichfalls in oben angegebener Weise ab- zustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchrn unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhalten eines kleinen Heerdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Eloset- ober sonstigen ungeheizten Räumen- durch welche die Wasserleitung führt, sofern daielbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Oefchen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Eloset» (wie in Vereinshäusern uf.ro) werden durch Einstreuen von etwas Salz (ViehsaU) in das Schlußwaffer des Syphons (WasserabschlufseS) gegen Auffrieren der Schüsseln geschützt. Die Wassermeffer nebst dem nächstanschließenden Teil der Rohrleitung sind während des Winters mit Stroh. Säcken ober ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. — Die Herstellung aller Wassermeffer. die in Aolge ungenügenden Schutze» gegen Kälte Schaden erleiden,erfolgt auf Rechnung der Hausbefitzer. Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnehmer die Lieferung de« Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebände fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende BorfiMtSmaßregeln allen Beteiligte« zur ganz besonderen Beachtung. Reparaturen und Aufrhauung von Hauswasserleitungen werden am schnellsten von denjenigen Installation» Geschäften besorgt, welche die betr. Hanswafferletturtgen s. Z. au» geführt haben. Gieß en, den 3. Dezember 1900 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. 7874] Otto Bergen- QÖOOO€X>€X>O^.7 aoooooooo S s s 0 0 ... - , - 0 o WeiBstnlw o i Sberh. Metzger I y 0 o Seltersweg 70. 187 o s o Telephon 65. Telephon 65. 4 0 0 0 0 s o o o DOOOOOOOOOCOOOOOOOOOOO Bekanntmachung. Die Einlagen bei dem Spar- und Borfchutzvereiu, Aktien-Gesellschaft, zu Großen - Linden werden vom 1. Januar 1901 mit 4 Prozent verzinst. Von den Ausleihen auf Hypotheken werden 4V2 Prozent, und auf Schuldscheine 48/v auch 5 Prozent, je nach Höhe des Kapitals, erhoben. Großen-Linden, den 29. Dezember 1900. 24! Der Direktor: Weigand. Ortskrankenkasse Gießen. Vom 1. Januar 1901 ab können die Mitglieder unserer Kaffe nebst deren Familienangehörigen folgende Aerzte zu Rate ziehen: 1. für Gießen: a) Herrn Dr Zluher, Westanlage 35. Sprechstunden: vormittags von 8 bis 9 Uhr, nachmittags von 2 bis 3 Uhr. Sonntags nur von 8 bis 9 Uhr vormittags. b) Herrn Dr. Ploch, Asterweg 9. Sprechstunden wie Herr Dr. Ztnßer. c) Herrn Dr. Hanau, Nordanlage 21. Sprechstunden: vormittags von 9 bis 10 Uhr, nachmittag- von 2 bis 3 Uhr. Sonntags nur von 8 bis 9 Uhr vormittags. 2. für Wieseck: Herrn Dr. Schaaf in Wieseck. 3. für WatzenborN'Strinbecg, Hausen, Klein-Linden, Dutenhofen und Münchholzhausen: Herrn Dr. Kipper in Gießen. Sprechstunden wie seither. 4. für Großen-Linden, Mendorf a. Lahn, Leihgestern, Hörnsheim, Hochelheim, Lütz.llinden, Dornholzhausen: a) Herrn Dr. Kipper in Gießen, b) H.rrn Dr. Platz in Großen-Linden. 5. für Annerod die Herren Dr. Geugvagel und Dr. Böckler in Großen-Buseck. In allen übrigen Bezirken bleibt die Behandlung durch dieselben Herren Aerzte, wie seither, bestehen. Ja denjenigen Orten, in welchen die Kassenmitglieder oder deren Angehörigen die Wahl zwischen zwei oder mehreren Aerzten haben, darf während einer Krankheit der Arzt nicht gewechselt werden. Der Vorstand der Ortskrankenkasse Kießen. 94 Dahmer, Vorsitzender. Um mit meinem noch schön sortierten Lager schnellstens zu räumen, verkaufe von heute an w* zu jedem annehmbaren Preis. -« ® Konia^' GZ sse | Vertreter: Carl Oaub, Betzdorf a. ü. Sieg. 268 183 WUH. Müller. Als 266 einfinden. 273 empfiehlt 103 Adler-Drogerie, Otto Schaaf. n Zu beziehen durch die Buchhandlungen und Postämter. *** Verantwortlich f»r den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anze.gentest: HanS veck. 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Beste Sicherung für Kapi- falten gewährt unter vierteljähriger Kündigung die Kapi talauleihe der Gemeinde Schellfische «abliau, Zander, Schollen, Klutzhechte, lebende Karpfen, Schleie und Aale eingetroffen. Prompter Versand nach auswärts. J. M. Schulhof ZSarKtstraße 4. Hetepho« 119. Kolonialwaven- u D^ikateffenaesch. eröffnet den » Jahrgang 1901 • mit den beiden hervorragenden erzählenden Werken ; dfr Felix Hofoesf" von 3. Z. ßeer San Vigilio“ von Paul ßeyse. saftigen Rotwein mit würzigem Bouquet und hervor tretend mildem Geschmack empfehle ich besonders California Mataro JC. 1.— per Flasche exkl. GlaS «kerd. Schott, Weinhandlung. Flasche Mk. 1.80, 2.50, 3,—, 3,50, 4,— 5,— Cognac zuckerfrei Flasche Mk. 3.— Vorzüglich für Genesende und Zuckerkranke. Literflasche Mk. 2.—. 275 Haupt-Niederlage für engros und detail: Ad. Geisse in Giessen. Die Dklelage 160 unseres'Hauses, mit allen Bequemlichkeiten, auf 1 April zu vermieten. Geschwister Stief, «liekttr. 27. 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