Nr. 3 ErReö Blatt.Freitag den 4. bnuar 151. Jahrgang 1901 Hrsäseiut täglich mir Ausnahme deS Montags. Die Gießener amikienötätter -den dem Anzeiger Wechsel mit „Hess, ’iroirt" u. „Blätter Volkskunde- (. 4 mal beigclegt. KießenerAnzeiger A-czngspreis viencljährl. Mk. 2.20 monatlich 75 Pfg. mit Brnigerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierteljährl. ohne Bestellgeld. hme von Anzeigen zu der nachmittags für gendcn Tag erscheinenden Nummer bis vorm. Abbestellungen spätestens abends vorher. Keneral-An^eiger Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf. Amts- rmd Anzeigsblatt fut beit Äreis Metzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienbiätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische Uolksbnnde. BHMnw ii h i hihi i ■■»ui ................................................................ Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprecher Nr. 51. wmbiä.-jw •■wj uwwmniim Amtlicher Heil. Bekanntmachung, die Volkszählung im Jahre 19U0 bett. Nachstehend bringen wir das vorläufig festgestellte Re faltat der Volkszählung am 1. Dezember 1900 zur effent- lichen Kenntnis. Gießen, 29. Dezember 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Ueberficht über die allgemeinen Ergebniffe der Volkszählung im Kreise Gießen am 1. Dezember 1900. Zu übertragen 61 776 57 869 L Zahl der Gemeinden Anwesenden. q 1900 1895 1. Älbach 341 369 2. Allendorfa.Lahn 704 646 3. Allendorf a.Lda. 1109 1083 4. Allertshausen 268 262 5. Alten Buseck 1219 1191 6. Annerod 549 539 6a. Arnsburg 71 74 7. Bellersheim 648 574 8. Beltershain 298 322 9. Bersrod 395 385 10. Bettenhausen 368 370 11. Beuern 999 1034 12 Birklar 503 490 13. Burkhardsfelden 685 624 14. E tmbach 249 234 15. Daubringen 746 692 16. Dors Gill 417 411 17. Ederstadt 480 497 18. Ellingshausen 531 547 19. Garbenteich 755 706 20. Ge'lshausen 475 509 21. G'ehen 25 564 22 924 22. Göbelnrod 244 227 23. Großen-Buseck 1705 1663 24. Grotzen-Ltnden 1737 1562 25. Grünberg 2000 2032 26. Grüntngen 722 727 27. Harbach 344 361 28. Hattenrod 397 399 29. Hausen 451 391 30. Heuchelheim 2145 1972 31. Holzheim 1103 1071 32. Hungen 1369 1385 33. Jnbetden 375 388 34. Kesselbach 437 429 35. Klein-Linden 1526 1294 36. Langd 579 565 37. Lang-Göns 1567 1475 38. Langsdorf 900 889 39. Lauter 416 410 40. Lckhgestern 1260 1157 41. Ltch mit Hof Albach, Colnhausen u. Mühl achten 2409 2448 42 Lindenstruth 345 335 43. Lollar 1523 1410 44. Londorf 850 796 K Zahl der 2. Gemeinden Anwesenden £ 1900 1895 Uebertrag 61773 57 869 45. Lumda 390 378 46. Mainzlar 473 451 47. Münster 306 306 48. Meckenheim mit Hof-Güll 639 655 49. Nteder-Besstngrn 316 328 50. Nonnenroth 350 364 51. Obbornhofen 576 557 52. Ober-Bessingen 368 387 53 Ober Hörgern 342 321 54. Odenhauscn mit Appenborn 307 300 55. Oppenrod 313 311 56. Queckborn 528 596 57. Rabertshausen mit Ringelshausen 182 181 58. Retnhardtzhain 286 287 59. Reiskirchen 767 754 60. Rodheim mit Hof Gras 333 326 61. Rödgen 661 648 62. Röthge« 271 260 63. Rübdtngtzhausen 701 705 64. Ruttershausen mit Kirchberg 446 426 65. Saasen m.Bolln- bach, Veitsberg und Wtrberg 479 449 66. Stangenrod 306 308 67. Staufenberg mit Friedelhausen 734 650 68. Steinbach 984 959 69. Steinhetm 504 490 70. Stockhausen 135 133 71. Trats-Horlrff 479 339 72. Treis a. d. Lva. 1138 1086 73. Trohe 172 166 74. Uiphe 513 488 75. Vtlltngen 894 894 76. Watzenborn mit Stet^ berg 1729 1585 77. Weickartshain 378 356 78. Weitershain 526 524 79. Wteseck 2632 2499 80. Winnerod 34 30 Summa 81970 77386 Bekanntmachung. Betr.: Die Leipziger Feuerversicherungs-Anstalt. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Großh. Ministerium des Innern die Ausdehnung deS Geschäftsbetriebs der Leipziger Feuerversicherungs-Anstalt auf die Versicherung gegen Einbruchsdiebftahl genehmigt hat. Gießen, den 31. Dezember 1900. Großherzogliches Kreis amt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Betr.: Zurückstellung der mit Berechtigung zum einjährige freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen. Die im laufenden Jahre militärpflichtig werdenden und mit Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen haben sich, sofern sie nicht bereits zum aktiven Dienst eingetreten find, alsbald bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen längstens aber bis zum 1. Februar l. I. bei mir schriftlich ober mündlich zu melden und unter Vorlegung ihres Berechtigungsschelnes ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beantragen, einerlei, ob sie bereits am 1. April l. I. zum Dienst eintreten wollen oder nicht. Ohne den Zurückstellungsvermerk auf dem Berechtigungsschein findet die Annahme bei einem Truppenteil nicht statt. Diejenigen Militärpflichtigen, welche mit Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst versehen find und im Kreise Gießen geboren find, haben sich auch an ihrem Geburtsorte, wenn sie daselbst wohnen, zur Stammrolle anzumelden. Soweit die Berechtigung auf Grund des SchulzeugniffeS bei der Großh. Prüfungskommission in Darmstadt noch nicht nachgesucht sein sollte, hat dieses sofort zu geschehen, und werden die Jntereffenten noch ausdrücklich auf die dem Schulzeugnis aufgedruckten Bestimmungen zur genauen Nach achtung aufmerksam gemacht. Gießen, den 2. Januar 1901. Boekmann. Gießen, den 29. Dezember 1900. Bttr.: Die Strafregister; hier: Die Nachweisung der im zweiten Halbjahr 1900 verstorbenen bestraften Personen. An sämtliche OrtSpolizeibehördeu des Kreises Gießen. Sie werden ersucht, die obenerwähnten Nachweisungen bezw. Fehlanzeigen bis zum 1. Februar k. I., ohne nochmalige Erinnerung, an mich einzusenden. Dr. Güngerich. Betr.: Sterblichkeitsstattstik. Au die Großh. Bürgermeistereien und Standesämter des Kreises Gießen. Bei Einsendung der Todeszeugniffe und Zählkarten der Monate November und Dezember 1900, welche wir in den ersten 10 Tagen dieses Monats zu erhalten haben, find auch die Belege über diejenigen Todesfälle mit einzusenden, welche im verflossenen Jahre noch gestorben, aber erst im Sterberegister 1901 eingetragen worden sind. Gießen, den 2. Januar 1901. Großherzogliches Kreisgesundheitsamt Gießen. Dr. Haberkorn. Bekanntmachung. Freitag den 4. I. Mts, vormittags 11 Uhr, wird auf unserer Wache ein Sack Kartoffeln (67 Kilo), welcher am 4. Dezember v. IS. am Schiffenbergerweg gefunden und vom Empfangsberechtigten bis jetzt nicht reklamiert wurde, versteigert werden. Gießen, den 3. Januar 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Engländer und Buren. Die „Times" meldet aus Kapstadt, 1. Januar: Der erste Anblick der Dinge in der Kapkolonie beim Empfang des neuen Jahres ist kaum weniger düster als beim Anfang des Jahres 1900. Die Zahl der Buren, die in das Land eingefallen sind, kann in diesem Augenblick als geringer angesehen werden, als sie es im vorigen Jahre war. (Man schätzt sie nach anderen Nachrichten auf 5 000. D. Red.) Aber die Buren sind diesmal viel mehr nach Süden eingedrungen und ihre Gegenwart in der Nähe gewisser holländischer feindlicher Mittelpunkte bildet eine Gefahr, die bis zum Januar vorigen Jahres nicht bestand. Die heute vormittag von dem Oberkommissar veröffentlichte Proklamation, die Freiwillige verlangt, um die Verkehrslinien zu verteidigen, beweist, daß die MilitärbehMen endlich erkennen, wie kritisch die Lage ist. Aber diese Maßregeln wurden sehr spät ergriffen, und man hat sich die Frage gestellt, wie es möglicy war, daß die Buren jeder Verfolgung entgehen konnten. Der Grund ist, daß sie sich frische Pferde zu verschaffen wußten. Wenn man, nachdem das erste Kommando den Oranjefluß überschritten hatte, den Kriegszustand erklärt und sämtliche verfügbaren Pferde eingezogen hätte, so iväre das Vordringen der Buren unmöglich geworden. Wenn man die 20 000 Pferde nicht hätte requirieren wollen, hätt^man sie eben ankaufen müssen. Der Preis für sie wäre nicht höher gewesen als die Kosten einer Kriegswoche. Weiter wird gemeldet: Die Buren haben Koode- h o o g t e, im Süden von Middelburg, erreicht. In Middelburg sind bedeutende englische Verstärkungen eingetroffen. lieber den Zustand des Präsidenten Krüger wurde folgender Krankheitsbericht im Haag veröffentlicht: „Krüger ist seit einigen Tagen von einem B r o n ch i t i s - R ü ck f a l l betroffen, der ihn mit Rücksicht auf sein Alter und die klimatischen Verhältnisse nötigt, sich besondere Schonung aufzuerlegen." Die „Kanada" mit Lord Roberts ist am 2. d. M. in Cowes (auf der Insel Wight) eingetroffen. Zur Begrüßung fanden sich am Pier die Prinzessin Beatrice und der Herzog von Connaught ein. In Erwiderung auf mehrfache Ansprachen sagte Roberts, er bedauere, daß seine Rückkehr nicht das Anzeichen des unmittelbar bevorstehenden Friedens sei, wie er hoffte. Er habe Südafrika nur widerstrebend verlassen, habe aber unbedingtes Vertrauen zu Kitchener, dessen Ausgabe ja wegen der Beweglichkeit des Feindes, der Ausdehnung und der Unfruchtbarkeit des Landes schwierig sei. Er hege bezüglich des Endergebnisses keine Furcht, loerm man dem Feinde klar mache, daß England entschlossen sei, den Krieg zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Alsbald nach dem Empfange fuhr Roberts nach Schloß Osborne und wurde dort von der Königin empfangen, die ihm die Earlswürde und den Hosenbandorden verlieh. Telegramme deS Gießeuer Anzeigers. London, 3. Januar. General Kitchener telegraphiert aus Pretoria vom 2. Januar, halb 2 Uhr nachmittags: General Knox teilte mit, daß die Buren unter De Wet versuchen, sich nach Bethlehem durchzuschlagen. Sie wurden aber von der Kolonne Pilcher daran verhindert und zogen sich in die Gegend von Lindley oder Roytz zurück. Kommandant Munroe traf mit der berittenen Infanterie vor Beaton, aus Kronstadt kommend, auf Widerstand, konnte sich aber durchschlagen. Seine Verluste sind nur gering. General Hunter berichtet, daß seine Patrouillen den Buren in der Umgegend von Thabanchu 130 Pferde abgenommen haben. Die Eisenbahn-Linie ist südlich von Ser so n- t e i n in der Kapkolonie abgeschnitten worden. Williams hatte ein Gefecht mit den Buren südwestlich von Middelburg. Die englischen Truppen besetzten Graaf -Reinet. — Nach Meldungen aus Kapstadt haben sich bereits 10000 Kapholländer den in die Kolonie eingefallenen Buren an geschlossen. Präsident Stein leitet die Invasion in die Kapkolonie. Ein Angriff der Buren auf Standerton wird erwartet. Kapstadt, 3. Januar. In dem Bezirkt von Frasen- burg ist eine bedeutende Menge von Dynamit-Patronen beschlagnahmt worden. Diese Patronen waren in Blechbüchsen versteckt, die angeblich kondensierte Milch enthalten sollten. Durban, 3. Januar. Die englischen Flüchtlinge aus dem Transvaal, die sich eines gewissen Wohlstandes erfreuen, hegen die lebhafte Besorgnis, daß die lange Abwesenheit von Transvaal ihnen einen bedeutenden geschäftlichen Schaden zufügen wird. Sie haben sich deshalb an Milner gewandt, welcher sie dahin beschied, daß die kaiserliche Regierung Maßregeln treffen werde, um ihnen zu Hilfe zu kommen. — Die Kavallerie ist bedeutend verstärkt worden und bildet jetzt eine vollständige Brigade. China. In welcher Weise die Entschädigung erfolgen wird, die China sich bereit erklärt hat, den Mächten, Gesellschaften und Privatpersonen zu zahlen, und wie hoch die Summe sich belaufen soll, ist noch nicht Gegenstand der Beratungen der Mächte. Umso eifriger geben Berufene und Unberufene ihr Urteil über diese Frage ab. Dem „New Jork Herald" wird aus Washington gemeldet, daß in dortigen Regierungskreisen die Meinung herrsche, sämtliche Expeditionskosten der Mächte könnten keinesfalls von China eingetrieben werden, wenn einige Mächte wie Deutschland z. B. seinen Offizieren „fünffache Bezahlung" geben. (Es wäre sehr leicht gewesen, aus den dem Reichstage vorgelegten amtlichen Tabellen festzustellen, daß die „fünffache Bezahlung" Phantasiegebilde ist.) Herr Hay meint, China könne wohl gegen 100 Millionen Pfund bezahlen. Trotz der Annahme der Bedingungen der Mächte scheinen die chinesischen Truppen innerhalb des besetzten Gebiets ihre bedrohlichen Bewegungen fortzusetzen und dem ihnen befohlenen Abmarsch aus dem erwähnten Gebiet auszuweichen. — Graf Waldersee meldet aus Peking vom 31. Dezember: Die Kolonne Gräber ist am 29. Dezember nach Aaygtsun zurückgekehrt. Der Kolonne Madai wurden auf die Meldung, daß noch chinesische Truppen von Tungtschau nach Norden abgezogen sind, zwei weitere Marine-Jnsanterie-Kompagnieeu gestern über Tungtschau nachgesandt. Nach einer Pekinger Depesche der Pall Mall Gazette wohnte Graf Waldersee im Gegensatz zu dem britischen Generalkommando, das zu der deutschen Weihnachtsparade keinen Offizier entsandt hatte, persönlich der britischen Neu- jahrSparade bei und brachte ein Hurrah auf die Königin aus. Enhai, derMörder des Freiherrn v.Ketteler, wurde, wie bereits kurz gemeldet, in Gegenwart der Generale Lessel und Trotha sowie vieler Offinere in der Kettelerstraße in Peking auf der Stelle, wo der Mord geschah, enthauptet. Der Verurteilte wurde 20 Minuten vorher auf einem chinesischen Gesängniskarren in Eisen gefesselt auf den Richtplatz gebracht. Dort wurden ihm die Fußfesseln, aber nicht die Handfesseln gelöst. Man ließ ihn zurücktreten und nach chinesischer Gerichtsgewshnheit niederknieen. Enhai zeigte keine Furcht, schaute öfters ringsumher und lächelte einige male höhnisch. Zu dem kaum drei Schritte entfernt Ijon ignt stehenden Publikum sagte er, daß er bestochen sei. Pünktlich um 3 Uhr erschien General v. Lefsel auf dem Platze. Das Urteil wurde in chinesischer Sprache verlesen. Der Mörder wurde den chinesischen Beamten übergeben und sogleich trennte der Scharfrichter - mit seinem einem Brotmesser ähnlichen Richtschwert durch einen Hieb das Haupt vom Körper. Das Haupt wurde in eine in der Nähe bereit stehende Kiste, der Körper in einen Sarg gelegt und hinweggefahren. Der „Reichsanz." veröffentlicht eine Verlustliste Nr. 6. Danach sind bei dem Gefecht bei Tsekingkwan am 29. Ok tober 1900 von der 8. Kompagnie des 2. Ostasiatischen In fanterie-RegimentS u. a. der Gefreite Peter Gehring aus Treysa schwer verwundet, der Musketier Kayl Kliehne au Frankfurt a. M. leicht verwundet und der Musketier Friedric Poeppel aus Dotzlar, Kreis Wittgenstein, tobt. * * * In einer Jmmediat- Eingabe an den Kaiser hatte der Rabbiner Lion Wolff gebeten, einen jüdischen Feldprediger mit nach China zu senden in Rücksicht darauf, daß dem Expeditionskorps auch jüdische Freiwillige sich anschlossen. Der vom Kriegsministerium erteilte Beschei lautet: „Euer Wohlgeboren an Seine Majestät den Kaiser gerichtetes Jmmed atgesuch, in dem Sie um Anstellung eines jüdischen Felb- predtgers beim ostastattschen Expeditionskorps ersuchen, ist aus Allerhöchsten Befehl dem KriegSmtntsterium zur P üfung und wetteren Veranlassung zugewiesen worden. In Erledtgung dieses Allerhöchsten Befehls wird Ihnen nach eingehender Prüfung eröffnet, daß daS KrtegS- mtntfterium nicht in der Lage ist, diesem Wunsche eine weitere Folge zu geben." » Aus Peking ist an Herrn Georg Hebstreit, den Vorsitzenden des Marinevereins zu Gießen, folgende Feld. Postkarte gelangt: Peking, den 12. November 1900. Liebe Kameraden! Sende Jhn^r meinen herzlichsten Dank für die Geldspende und herzlichen Gluckwunsch zum neuen Jahre. Mir geht es noch gut und ich hoffe ttn Gleiches von allen Kameraden. Mit kameradschaftlichem Gruß verbleibe ich Ihr ergebener Otto Koch, Unterosfijier 1. Comp. II. S. B. * , * Telegramm des Gießener Anzeiger-. Loudon, 3. Januar. Ein Pekinger Telegramm des Bureau Laffon vom 1. Januar besagt: Die chinesischen Behörden treffen nunmehr Vorbereitungen, um, so wie es die Mächte verlangen, Duhsien und Tungfuhsiang hin« zu richten. Andere Beamte und Würdenträger sollen ebenfalls zu den schwersten Strafen verurteilt werden. — Aus Tientsin wird berichtet: Bei dem Salutschießeu anläßlich des Neujahrsfestes explodierte in Peitang ein Geschoß, wobei fünf Deutsche aus der Stelle getötet und 14 verwundet wurden, darunter fünf tötlich. — Der „Times" - Korrespondent in Peking meldet unterm 31. Dezember seinem Blatte: Rußland hat soeben einen Vertrag mit China abgeschlossen über die militärische Besetzung der Provinz Feng-Tien durch die Russen. Diese Provinz ist die am südlichsten gelegene und wichtigste der Mandschurei. Der mit China abgeschlossene Vertrag regelt die Zivilverwaltung seitens Chinas unter russischem Protektorat und besteht aus 9 Punkten. Deutsches Reich. Berlin, 2. Januar. Heute morgen unternahm der Karzer mit dem Prinzen Heinrich den gewohnten Spaziergang durch den Tiergarten, hörte den Vortrag des Reichskanzlers Grasen v.. Bülows im Auswärtigen Amr und empfing rm komgl. Schloß zunächst den Kultusminister Dr. Studt nnd darauf den Chef des Zivilkabinetts Dr. v. Lucanus zum Vortrag. Um halb ein Uhr wohnte der Kaiser einer Leseprobe tn der Wohnung des Generalintendanten der komgl. Schauspiele Grafen v. Hochberg bei und nahm bei oresem auch das Frühstück ein. Heute abend sand bei dem Kaiserpaar ein Mahl ftatt,. zu dem an die kommandierenden Generäle und Kommandeure der Leibregimenter, Leibkompagnien und Leibeskadrons Einladungen ergangen waren. — Wie der „B.-C." hört, hat der Kaiser in seiner Neujahrs-Ansprache an die Generale mit scharfem Bedauern sein Mißfallen darüber ausgesprochen, daß sich die Offiziere gegen die Vorschrift vielfach in Zivil- klerdung bewegten. t - 77 Wie der „Ostpr. Ztg." aus Berlin gemeldet wird, »befahl der Kaiser, daß an sämtlichen preußischen Uni-, versitäten, Akademien, allen höheren und niederen Schulen am 18. Januar das 200jährige Krön- nngsjubiläum durch einen Festakt unter Wegfall des Unterrichts festlich begangen werden soll. Mit dem Festakt soll in diesem Jahre die Feier des Kaisergeburtstages derart verbunden werden, daß am 27. Januar keine besondere Feier stattfindet. Syndikus Hellmann M Neisse, dessen Sohn, Oberleutnant z. S. Hans Hellmann, am 17. Juni 1900 während des Kampfes vor Taku auf dem „Iltis "gefallen ist, hat, wre die „Neisser Ztg." meldet, vom Reichsmarineamt im Auftrage des Kaisers ein Gedenkblatt erhalten, das mrt folgendem Anschreiben begleitet war: _ c , „Berlin, den 19. Dezember 1900. Im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers und Königs übersende ich Ihnen anliegend ein von Allerhöchstdem- selben für dre^Angehörigen der in Ostasien gefallenen oder verstorbenen Offiziere und Mannschaften entworfenes und vervielfältigtes Gedenkblatt, das bestimmt ist, die Erinnerung an den für das Vaterland Verstorbenen wach zu erhalten v Tirpitz, Vize-Admiral, Staatsminister und Staatssekretär des Reichsmarineamts." Tas Gedenkblatt, das 66 Zentimeter hoch und 50 Zentimeter breit ist, enthält folgenden Text: Gedenkblatt zur Erinnerung an Oberleutnant z S Hans Hellmann, geb. den 6. Dezember 1873, aest. den 17. Juni 1900. Er starb für Kaiser und Reich. Ehre seinem Andenken. Die Zeichnung stellt die Germania im Purpurmantel dar, mit der hocherhobenen Linken den Lorbeerkranz haltend und mit der Rechten auf den Schild mit dem Reichsadler gestützt. Unten neben der Reichskriegsflagge mit dem Eisernen Kreuz und neben dem Christuskopse in Medaillonrahmen auf Goldgrund stehen die Worte: „Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für s^ine Freunde. Ev. St. Joh. 15, Vers 13." — Die vorgestrige Sitzung des preußischen Staatsministeriums dauerte von 3 bis 8 Uhr. Es nahmen sämtliche Resortminister, auch Finanzminister v. Miquel, der von slejner Erkrankung völlig wiederhergestellt ist, an der Sitzung teil, außerdem Staatssekretär Gräf Posadowsky. — Der Rücktritt desGrafen Posadowsky soll unmittelbar bevorstehen. — Aus Anlaß der Feier des 25 jährigen Bestehens der R e i ch s b a n k erschien heute vormittag eine Abordnung der Aeltesten der Kaufmannschaft beim Präsidenten Dr. Koch, um ihm die Glückwünsche des Handelsstandes auszudrücken. Knrz darauf beglückwünschten ihn auch die Mitglieder des Direktoriums. Um 10 Uhr versammelte sich das letztere mit dem Zentral-Ausschuß im Sitzungssaale zur feierlichen Enthüllung des von Prof. Koner gemalten Bildes des Präsidenten. Die Erschienenen folgten hierau einer Einladung des Geheimrats Koch zum Frühstück. Später statteten auch die Vorsteher der einzelnen Abteilungen der Reichsbank und namhafte Vertreter des Handelsstandes Glückwünsche ab. Am Nachmittag fand im Savoy-Hotel ein Festmahl der Vertreter des Direktoriums und Zentral- Ausschusses statt. Die Beamten der Reichsbank werden das Jubiläum am 16. März durch einen großen Festkommers begehen. Aus Stadt und Land. Gießen, 3, Januar 1901. ** Personaluachrichten. Der Großherzog hat am 1. Januar 1901 verliehen: dem Generalmajor v. Winterfeld, Kommandeur der 25. Kavallerie-Brigade (Großh. Hess.) und dem Generalmajor Frhrn. v. Buddenbrock-Hetters. dors, Kommandeur der 50. Infanterie-Brigade (2. Großh. Hess) das Komturkreuz 1. Klasse, dem Obersten Conzen, Kommandeur des 1. Großh. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 25 (Großherzogliches Artillerie Korps), das Komturkreuz 2. Klasse, dem Oberstleutnant Frhrn. v. Maltzahn beim Stabe des 3 Großh. Infanterie-Regiments (Leib-Regiments) Nr. 117 das Ehrenkreuz, dem Hauptmann Pampe ä la suite des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 daS Ritterkreuz 1. Klasse und dem Oberzahlmeister Praetorius vom 3. Großh. Infanterie-Regiment (Leib- Regiment) Nr. 117 das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Der Oberamtsrichter in Gernsheim GeilsuS wurde auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt. Der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Karl Melior wurde zum Gerichtsschreiber bei >em Amtsgericht Alzey mit Wirkung vom 12. Januar 1901; der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Friedberg Hemrich Rühl zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Butzbach mit Wirkung vom 13. Januar; der Hilfsgerichts chreiber bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Karl Pfaff zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Lauterbach mit Wirkung vom 14. Januar; der Hilssgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Darmstadt I Johann Peter Langsdorf zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Grünberg mit Wirkung vom 15. Januar und der Gertchtsschreiber-Aspirant bei dem Amtsgericht Mainz Wilhelm Kirn zum Hilfsgerichtsschreiber rei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen für den Dienst bei der Kammer für Handelssachen mit Wirkung vom 12. Jan. 1901 ernannt. ** Maggi-Kostprobe. Am SamStag findet im Geschäfts- okal des Herrn H. F. Nassauer am Neuenweg eine unentgeltliche Kostprobe der Maggi-Produkte statt, an der jedermann teilnehmen'kann. ** Mufikverein Die am letzten Sonntag vom Musikverein Gießen veranstaltete Weihnachtsfeier war sehr gut besucht und verlief zur vollsten Zufriedenheit aller Anwesenden. Schon kurz nach 8 Uhr war der kleine Saal bis auf den etzten Platz gefüllt. Mit Interesse wurde den Darbietungen er unter Leitung des Dirigenten Gröninger stehenden kleinen gefolgt.- Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden. Alsdann trugen die kleinen Musikanten in flotter Weise einige Musikstücke vor, denen ein Violinsolo des Herrn Gröninger olgte. Nach dem ersten Spiel der Kleinen wurden denselben vom Vorsitzenden Geschenke überreicht. Die Verlosung ver- chiedener schöner Gegenstände sowie die Versteigerung des Christbaumes rief große Heiterkeit hervor. Den Schluß des Abends bildete ein kleines Tänzchen. Gewiß waren die Mitglieder des Musikvereins mit den Leistungen ihrer Kinder zufrieden. ^ Verein zur Besserung der Wohnungsverhaltnisse Minderbemittelter in Stadit und Land. Hl ter dem 9. Februar v. I. hat bekanntlich K. H. dre Großherzogin V i c t o r i a M e l i t a ein Komitee berufen, zum Zwecke der Gründung eines Vereins $ur Besserung der Wohnungsverhältnisse Minderbemittelter in Stadt und Land. Die Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit an dieses Komitee hat in allen Kreisen einen nachhaltigen Eindruck gemacht und innerhalb und außerhalb der Grenzen unseres Landes lebhafte Zustimmung gefunden. Sie lautete: „In angelegentlicher Fürsorge für die Hebung der sozialen Lage der mit Glücksgütern wenig gesegneten Familien in Stadt und Land hat sich in mir die Ueberzeugung befestigt, daß die Besserung des Wohnungswesens ein bedeutendes, vielleicht eines der folgereichsten und wirkungsvollsten Mittel sein wird, um für das Wohlergehen der Mindestbegüterten den Grund zu legen. Eine gesunde annehmliche Wohnung begründet das körperliche Wohlergehen, die Freude am häuslichen Herd und befestigt die Liebe zur Familie, in welcher die wesentliche Grundlage einer sittlichen Lebensführung zu erblicken ist. Dem gleichen Gedanken ist der im Dezember 1899 bei Eröffnung deß Landtages gestellte Antrag entsprungen, der die Mithilfe des Staates und der Gemeinden zur Förderung dieser wichtigsten sozialen Aufgabe in Anspruch nehmen will. Aber neben dem Staat und den Gemeinden sind die Einzelnen zu gleicher Fürsorge aufzurufen. Deshalb habe ich, in Fortsetzung früherer eifrig gepflogener Beratungen die Begründung eines Landesvereins zur Besserung der Wohnungsverhältnisse Minderbemittelter ins Auge gefaßt. Meine Anregung fällt, wie ich mit Befriedigung aus der Bereitwilligkeit, mit der Sie meinem Rufe gefolgt, schließe, auf fruchtbaren Boden. Der hessische Zentral-Verein, zu dessen alsbaldiger Bildung ich Sie zusammen zu treten bitte, soll sich das Ziel sehen, alle Kräfte des Landes zur gemeinsamen Arbeit zu sammeln. Es wird sich zunächst darum handeln, überall im Lande das Interesse für die große Bedeutung des Werkes, für die hohe Aufgabe zu erwecken und daber in erster Linie die Fürsorge auch auf die ländliche Bevölkerung zu erstrecken, damit überall in. Stadt und Land die Liebe zur Heimat, zum vaterländischen Boden, daS Wohlbefinden im eigenen gesunden Heim, Wohlstand und Sittlichkeit geweckt werde. Der Verein wird nicht auS dem Auge lassen, daß, soweit thunlich, bei der Errichtung von Wohnstätten auch der Sinn für das Schöne, insbesondere für Ueberlieferungen, und aus den Bedürfnissen der einzelnen Gegenden herausgewachsene eigenartige Formen geweckt und erhalten werden. Er wird durch gärtnerische Anlagen und Baumpflanzungen der Bevölkerung städtischer Gebiete wie ländlicher Gegenden die Freude an der Natur zu erhalten suchen. In der weiteren Entwickelung wird diese Wohlfahrtseinrichtung als beste Hilfe zur geistigen Bildung und sittlichen Förderung dienen. Mit großer Genugthuung und Freude werde ich es begrüßen, wenn die Errichtung des Hessischen Zentral-Vereins zur Besserung der Wohnungsverhältnisse Minderbemittelter zu einem raschen Abschluß gebracht werden könnte, und gerne werde ich das Protektorat übernehmen, um meine unablässige Fürsorge und mein tiefes Interesse für das Wohl unseres Landes und hauptsächlich für die minderbegüterten Klassen zu bekunden und zu bethätigen." Um dieses Programm zu verwirklichen, soll sich nunmehr unter dem Protektorate Ihrer Königlichen Öoheit der bezeichnete Verein konstituieren. Der Verein soll'nach dem Entwurf der Satzung: 1. die Errichtung kleiner, gesunder und billiger Wohnungen für die Unbemittelten und Minderbemittelten in Stadt und Land — insbesondere für landwirtschaftliche und industrielle Arbeiter und Handwerker — bei den beteiligten Kreisen, namentlich bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern, bei Gemeinden und kommunalen Verbänden in jeder geeigneten Weise anregen; 2. bei dem Erwerb des geeigneten Baugeländes und Herstellung der zweckentsprechenden Gebäude den Beteiligten mit Rat und That, insbesondere^ auch durch Verhandlung mit den Beteiligten, durch Ausarbeiten von Plänen und dergleichen zur Seite stehen; 3. die vorhandenen gemeinnützigen Bauvereine in der Ausdehnung ihrer Wirksamkeit unterstützen, erforderlichenfalls die Errichtung neuer Vereinigungen herbeiführen und sie zu gemeinsamer Arbeit verbinden; 4. solchen Vereinigungen und Gemeinden sowie auch Privat-Unternehmern, welche in gemeinnütziger Absicht die gleichen Zwecke verfolgen, bei der Beschafflrng der xr- orderlichen Mittel für den Erwerb und die Bebauung der Liegenschaften für billige Wohnungen behilflich zu sein, insbesondere durch Organisierung von hypothekarischen Darlehen seitens der Invalidenversicherungs-Kassen, sowie eitens des Staates und in sonstiger Weise. Das vorbereitende Komitee hat die Satzung für den Verein entworfen und fordert aunt Beitritt auf. Eine Versammlung findet am 7. Januar, dreiviertel 12 Uhr, im Rathause zu Darmstadt tatt. Der Jahresbeitrag für Einzelpersonen ist auf mindestens 5 Mk., für Gemeinden, Vereine und Gesellschaften aus mindestens 20 Mk. festgesetzt. Dem vorbereitenden Komrtee, das zur Entgegennahme von Anmeldungen zum Beitritt bereit ist, gehören u. a. an: Kommerzienrat E m m e - lius, Gießen; Frick, Spenglermeister, Friedberg; Justizrat Dr. G u t f l e i s ch, Landtagsabgeordneter, Gießen; Buchdruckergehilfe Kolmerrschlag, Friedberg; Fabrikant Langsdorf, Friedberg; Lackierer Ritsert, Gießen; Bürgermeister Steinhäuser, Friedberg; Bauunternehmer Winn, Gießen. •• Herr Schmehl, 1. Offizier S. S. „Johannisberger", Oberleutnant zur See b. R. der kaiserl. Marine, hat bem stesigen Marineverein mitgeteilt, baß er nach schweren Stürmen am Sylvestertage glücklich an Middlesbrough (Hafen an ber englischen Ostküste in ber Grafschaft York) ange- ommen ist. ]:[ Klein-Linden, 2. Januar. Schon seit einer Reihe von Jahren zeigt baS Geburt«.Register unseres Standes- amtes sechzig ober annähernb sechszig Geburten. In bem verflossenen Jahre 1900 stieg nun die Zahl ber Geburten auf 63, für ein Dorf in ber Größe Klein Lindens (1528 Einwohner) gewiß sehr viel. — Der Brauch desNeujahr- chießens artet zu immer größerem Unfug aus. So be- nügt man sich nicht mehr bamit, nur in ber Neujahrsnacht zu schießen, sonbern beginnt schon vor Weihnachten bamit. Mehrere Schützen würben zur Anzeige gebracht. Dasselbe hören wir aus bem benachbarten Alleudorf a. b. Lahn. 1. g. Grünberg, 2. Januar. Gestern abenb veranstaltete ber hiesige Turnverein unter Mitwirkung bes Musik- Vereins in ber Turnhalle eine Abenbunterhaltuug, bie sehr gut besucht war. Das aus Mufikvorträgen, Theaterstücken, lebenden Silbern usw. bestehende Programm bot recht viel Abwechslung, und die einzelnen Nummern wurden mit großem Beifall ausgenommen. Besonders der von vier Damen und vier Herren ausgesührte Zigeunertanz gefiel, und das zum Schluffe vorgeführte bewegliche lebende Bild in acht Ber-- Wandlungen von B. Trautmann, „Ein Weihnachtsmärchen", mußte auf allseitiges Verlangen wiederholt werden. — DaS am zweiten Weihnachtstage in der Turnhalle stattgehabte Konzert des Musikvereins erfreute sich ebenfalls sehr starken Zuspruchs, und der Verein erntete für seine trefflichen Darbietungen allgemeine Anerkennung und reichen Beifall. — Der älteste Bewohner unserer Stadt und wohl auch ber ganzen Gegend, Rentner Joh. Jöckel, feierte am Neujahrs- kage seinen 94. Geburtstag. Der ehrwürbige Greis erfreut sich einer bcwunbernswerten körperlichen Rüstigkeit unb Geistesfrische, die es ihm ermöglichen, bei günstiger Witterung seine gewohnten Gänge zu unternehmen, sowie alle Vorkommnisse tm Gemeinde- und Volksleben mit Interesse zu verfolgen. Laubach, 1. Januar. Der Sylvesterunfug hätte auch hier beinahe ein Opfer gefordert. Nach der im 2. Stockwerke gelegenen Wohnung des Lehrers G. wurde ein sch arfer Schuß abgefeuert. Die Kugel, aus einem Revolver starken Kalibers, schlug gegen die Bleieinfassung einer Fensterscheibe und von da in die Decke der Wohnstube. Durch das Anschlägen an ber Fensterfassung kam die Kugel aus ber Richtung. sonst wäre sie bem am Fenster sitzenden Lebrer in den Kopf gegangen. Darmstadt, 2. Januar. Der Großherzog unb bie •Tw 50; von ei«t« SSlfiS tü As «*ö»' Jlujueft if*in, Lltt-op -r ' t t« «« 8r"d Ez dürfte interessiere lhätig. um dre viele, noch vor den Feierte sich in dem bem « eigenen W* der ettvaS kleinen» jenem SrbeivraM l- werkskörper. Sie w in wohl verschlossener laubte, ausgezeichnet des Sonntags in fro über alles geliebten * DieWeihnachtssteude Frau und Schwester, und tänzelte im Zim tigerSchlag. Esn ben Mm. hecknm zu, schnellstens Hera, Aber niemand kornr fürchterlichen, erstick Dunkelheit umher m Gestalt an sich und fr Sobald sie an die st Ohmnacht. Sir tit wird hier in fcmtfat Haus verbracht. Fn durch Rauch unb &ti unb Sinb ju tyjltn. neuen heftigen Ärand. dichte Rauch, der de ztvilchen kommt Hilfe Stelle. Mn bringt unweit des Zinberwai Der Mittagen lei »«gestürzt. Das To die Stellen deskürye sind verbrannt. Tv f rM zur Stelle ist, »«allerdings Wer die näheren llr sch'edensten Gerüchte, lancht habe, der anbe ** ein tritt,, ™?e «Wnbtt, I, *S »»< S" * unb jeD 2*» b«ü , *' »erb« tina - ^unuQr u a *■ *"«•« Nm Beklli »•WSM ikheveu K^sien tu ®Me'9 a,-M 3. Ni w? ? 3ie' [ekP„ °f[e hlf große »M "I bie J'J habet in.Stab? l*e B-. ^ch°°L^d le,m, , bei hPr fL. ?1 aur 's Lotung ■ x^Öen ber irb burch ? formen ’ ®et3Ölfeuin?Si^e n ^!e ?^reuhp a e-teren der -'s b ft «N S-i'Ss Z-ntralche^Ev- rn lonnte, imb 9et’* fc»e Mai. , NA» , ^em jolt nach dem m9 kleiner, gcjunber tittelten und?)!inder- ^sondere für land- e und Handwerker- 'ch,b°> »beitgebem qö kommunalen $er» Aen ; 2. bei dem tzr- verstellung der zweck- gten mit Rat und ^Handlung mit den Plänen und der- »orhandenen gemein- ng ihrer Wirksamkeit crichtung neuer Ver- gemeinjamer Arbeit md Gemeinden sowie gemeinnütziger Absicht : Beschaffung der xr- nd die Bebauung der behilflich zu sein, ins- lypothekarischen Tar- erungs-Kassen, sowie Werse. Das vorbe- den Verein entworfen Sammlung findet am athause zu Darmstadt oerfonen ist auf min- ne mit) Geschäften Tem vorbereitenden n Anmeldungen zum MerzienratEmme- :r, Friedberg; Justtz- bneter, Achen; Vnch- friedberg; Fabrikant Ritsert, Gießen; riedberg; Bauunter- S. „JohWiSberger", serl. Marine, hat dem aß er nach schweren Middlesbrough (Hasen irasschastan9e# jon seit einer Reihe i ft er unsere- Standes- m Geburten. Indem Z°hl d-r MZ it (1528 Brwch d-«N-ui-h - ;jSf® Äff® tragkn- x| viel »V?*» «bt “Äffl", in ®'4” ?. - $a8 itite fllt.r‘nseifüH.- an« k« l, f««te ä erfreu* «’^CeÄ^ nerfol»*"' rcfteru"!“«. ’2, jjiai (« mürbe k>"'^«arken »« "*®?4 da-«", "l" ,el nesu-'„ Lebrer >D "" „ -» Großherzogin werden morgen abend mit dem v Zug um 7 Uhr 50 Mm. zum Besuch des russischen Kaiserpaares von hier abreisen. Die Fahrt soll über Frankfurt nach Wirballen ohne größeren Aufenthalt erfolgen. Der Besuch ist auf längere Zeit berechnet. Die Nachricht von einem Besuch des russischen Kaiserpaares in Darmstadt oder Wolfsgarten im kommenden Sommer ist verfrüht, und die Meldung, daß durch die russische Gesandtschaft in Darmstadt bereits Verhandlungen über eine Reise de- Zarenpaares hierher mit der Direktion der Main Neckarbahn gepflogen worden seien, trifft nicht zu. Es haben dergleichen Abmachungen bis heute bestimmt nicht stattgefunden. — Morgen abend reist auch die hier zu Besuch weilende Herzogin von Koburg-Gotha mit ihrer Tochter Beatrice und der Prinzessin Elisabeth von Heffen nach England. Darmstadt, 2. Januar. Min schreibt dem „Tägl. Anz." : Nunmehr ist in der Frühe des Neujahrstages auch Luise Heckmann nach neun Tagen entsetzlicher Qualen als drittes Opfer den schrecklichen Verwundungen, die sie bei der Explosion der Feuerwerkskörper erhalten hat, erlegen. Der Bruder befindet sich noch im Krankenhause, doch ist bei ihm, nach Ansicht der Aerzte, jede Gefahr ausgeschlossen. Bezüglich der Entstehung des Unglückes sind die merkwürdigsten Dinge erzählt, geschrieben und geglaubt worden, ES dürfte interessieren, darüber folgendes Authentische zu erfahren: Alle Hände waren am SamStag bis Nachmitternacht thätig, um die vielen Arbeiten, die der Erledigung harrten, noch vor den Feiertagen fertig zu bekommen. Heckmann hatte sich in dem dem Schlafzimmer anstoßenden Zimmer einen eigenen Arbeitsraum eingerichtet, während seine Gesellen in der etwas kleinen Werkstatt zu ebener Erde arbeiteten. In jenem Arbeitsraum lagerten nun die verhängnisvollen Feuer werkskörper. Sie waren aus der Kiste auSgepackt und alle in wohl verschlossenen Kartons, um, sobald es die Zeit er laubte, ausgezeichnet zu werden. Man war in der Frühe des Sonntags in fröhlichster Laune. Wollte man dem doch über alles geliebten Töchterlein fröhliche Weihnachten feiern. Die Weihnachtsfreude schlug ihre Wellen voraus. Man kam, Frau und Schwester, mit dem kleinen Liebling zum Papa und tänzelte im Zimmer auf und ab. Da — ein gewaltiger Schlag. Es wird stockfinster. Ein dicker Rauch hemmt den Atem. Heckmann hat sich rasch gefaßt und ruft allen zu, schnellstens herauszukommen. Er selbst eilt zur Treppe. Aber niemand kommt nach. Sofort stürzt er durch den fürchterlichen, erstickenden Rauch zurück. Er tastet in der Dunkelheit umher und findet ein Kleid. Schnell reißt er die Gestalt an sich und trägt sie zur Treppe. Es ist die Schwester. Sobald sie an die frische Lnft kommt, erwacht sie aus ihrer Ohnmacht. Sie eilt, fürchterlich verbrannt, abwärts und wird hier in Empfang genommen und ins städtische Krankenhaus verbracht. Inzwischen ist der Bruder zum zweiten Mal durch Rauch und Feuer ins Innere gedrungen, um auch Frau und Kind zu holen. Er tastet aber vergeblich umher. Die neuen heftigen Brandwunden, die er sich dabei holt, und der dichte Rauch, der den Atem nimmt, erschöpfen ihn. In zwischen kommt Hilfe. Auch die Feuerwehr ist bereits zur Stelle. Man dringt ein und findet die Frau. Sie kniet unweit des Kinderwagens. Das Leben ist bereits entflohen Der Kinderwagen selbst ist durch die Gewalt der Explosion umgestürzt. DaS Töchterchen liegt unter den Kissen. Nur die Stellen des Körperchens, die aus den Kissen hervorschauen, find verbrannt. So kommt es, daß es durch ärz'liche Hilfe, die rasch zur Stelle ist, wieder zum Leben zurückgerufen wird, um allerdings bald darauf der Mutter im Tode nachzufolgen. Neber die näheren Ursachen der Erplosion kursierten die verschiedensten Gerüchte. Der eine wußte, daß Heckmann geraucht habe, der andere läßt ihn die Feuerwerkskörper selbst anfertigen, ein dritter glaubt, man habe dem Kinde zulieb welche angezündet, u. s. f. Alle diese Erklärungen haben das eine gemeinschaftlich, daß sie alle — frei erfunden sind. Das eine steht fest, daß die Explosion stattfgnd, während Herr Heckmann an seinem Arbeitstisch stand. Ob nun Selbstentzündung vorliegt, ob vielleicht ein Karton zu Boden geglitten war und jemand darauf getreten hatte, oder der Kinderwagen darüber gefahren war — wird wohl nie aufgeklärt werden können. Darmstadt, 2. Januar. Der Großherzog empfing am "2. Januar u. a. den Baurat Stahl von Meßen. — Am Dienstag nachmittag wurden die hiesigen Bankiers Brüder Hermann und Maximilian Marx wegen Unterschlagung anvertrauter Gelder in Untersuchungshaft genommen und sind ihrer strafbaren Handlungen bereits im wesentlichen geständig. Ein merkwürdiger Zufall ist es, daß diese Verhaftung am Jahrestag des 20 jährigen Bestandes des fraglichen Geschäftes erfolgte. Schon seit einiger Zeit waren ungünstige Gerüchte über den Stand der Firma in Umlauf, und es fand am vorigen Samstag auf Anregung der Marx' eine Zusammenkunft verschiedener beteiligter Gläubiger statt, bei der. auswärtige Verwandte der Frau des einen Marx ein Arrangement mit 30 Prozent anboten. Einer der Gläubiger, der 1700 Mk. zur Besorgung von Wertvapieren hergegeben hatte, ging jedoch auf den Vorschlag nicht ein und erstattete bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige. Der Zusammenbruch ist ein vollständiger, indem etwa 160—180 000 Mk. Passiven nur etwa 10000 Mk. Aktiven gegenüberstehen sollen. Das Konkursverfahren ist heute eröffnet worden. Im höchsten Grade bedauerlich ist es, daß auch hier wieder fast nur kleine Leute betroffen werden und voraussichtlich den größten Teil ihrer Ersparnisse verlieren. So ist ein Gestütsdiener, der sich Jahrzehnte lang redlich abgemüht, jeden Pfennig bei Seite gelegt und sich so ein kleines Kapital von 2700 Mk. erübrigt hatte, unter den Geschädigten. Der eine Marx, welcher die Frau des Geschädigten von Jugend her gut kannte, veranlaßte dieselbe noch im November und anfangs Dezember v. Js., zu welcher Zeit er sich über seine Lage gewiß nicht mehr im Unklaren befinden konnte, ihm jene Summe zum Ankauf von Wertpapieren anzuvertrauen. Sie wurde auf ihre häufigen Nachfragen nach den zu liefernden Papieren stets vertröstet. Einige wenige Depots sind im Geschäft noch vorhanden, die meisten anderen durch die Brüder Marx bei Banken in Versatz gegeben und können also eingelöst werden. Die Unredlichen, welche das in sie gesetzte Vertrauen so schmählich täuschten, sollen nicht über ihre Verhältnisse hinaus gelebt, dagegen verschiedene empfindliche Geschäftsschlappen im Laufe des Jahres erlitten haben. Gernsheim, 1. Januar. Das fünfjährige Söhnchen des Landwirts Heinrich Reinhardt dahier fiel heute Nachmittag gegen 5 Uhr in den Winkelbach und ertrank. Marburg, 1. Januar. In der Nähe von Hachborn fand man auf einem Feldwege die Leiche des Dienstknechts Seibert aus Ilschhausen. Der Mann hatte sich betrunken, war liegen geblieben und hatte in der strengen Kälte seinen Tod gefunden. Seibert stammt aus dem Dorfe Rengshausen im Großherzogtum Hessen. — Ueberfallen und tödlich verletzt mittelst eines eisernen Hakens wurde am Sonntag Morgen bei der Kaserne der Weißbindermeister Becht von hier. Ein der That dringend verdächtiger Händler wurde verhaftet. Cronberg, 1. Januar. Der bekannte Maler Professor Bürger ist schwer erkrankt. Burger steht im 77. Lebensjahre. Universitäts-Nachrichten. — Der a.-o. Professor Dr. Drews in Jena hat den Ruf nach Gießen als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden o. Professors Dr. Heinrich Adolf Köstlin endgiltig angenommen. die Verfolgung dieser Versuche selbst angeht, so stand damit fest, daß sie weg n Verjährung unmöglich war. Es blieb also nur die erwähnte Veröffentlichung, die ebenfalls zu schweren Anständen Anlaß gab. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Hypothekenbank««. Nachdem jetzt die Berichte über den Status quo bei der Preußischen Hypotheken- Aküenbank und der Deutsche» Grundschuldbank erschienen und die Versammlungen der Pfandbriefinhaber abgehalten worden sind, läßt sich die Sachlage einigermaßen üb rsehkN. Tröstlich ist sie nicht, aber sie ist wenigstens in Bezug auf die Preußische Hypotheken» Aktienbank nicht ganz so hoffnungslos, als es nach den ersten Mitteilungen den Anschein hatte. 2)0 staatliche Revision bezeichnet den Bestand der Hypotheken dieser Bank als geeignet zur vollen Sicherheit der Pfandbriefe. Die Kurse sind bedeutend gestiegen — gestern 83>/, pCt. Wir wiederholen daher, daß die Pfandbriefe Mcht ganz wertlos, sondern, wie amtlich mitgetetlt wurde, fast vollwertig sind. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Wettgionsgemeiude. Samstag den 5. Januar 1900. Vorabend 4^ Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Lchristerkläruug, Sabbathausgang 5*o Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 5. Januar 1900. Freitag abend 410 Uhr, Samstag vormittag 8so Uhr, nachmittag- 8 Uhr, Sabbathausgang 530 Ubr. * Nachmittag 2« Uhr Schrifterklärung. Wockengottesdienft: morgens 710 Uhr, abends 416 Uhr. Neueste Meldungen. Berlin, 3. Januar. Der Hauptmann von Besser, der vor einigen Monaten von der Schutztruppe in Kamerun abberufen wurde, befindet sich seit 14 Tagen im Militär- Arresthaus in Untersuchungshaft. Schon Mitte November war seine Ankunft in Deutschland erfolgt. Ihm werden viele schwere Mißhandlungen zur Last gelegt. Paris, 3. Januar. Der Polizeipräfekt ließ in der vergangenen Nacht zahlreiche Maueranschläge im Quartier Latin entfernen, in denen die Studenten ersucht werden, sich gegen die republikanische Regierung aufzulehnen und eine thatklästige Propaganda zu Gunsten des Herzogs von Orleans durchzuführen. Wien, 3. Januar. Der Schriftsteller Otto Erich Hartleben ist an einer Lungen- und Rippenfell-Entzündung schwer erkrankt. Bukarest, 3. Januar. Nach einer Meldung aus Jassy sind dort im Auftrage einer geheimen Vereinigung, welche die Entthronung des Königs von Serbien plant, zwei ehemalige serbische Offiziere mit besonderer Mission eingetroffen und nach 24stündigem Aufenthalt auf Umwegen nach Rußland weiter gereist. Newyork, 3. Januar. An der mexikanischen Grenze bei El Passo herrscht große Aufregung über die Entdeckung bedeutender Diamantfelder im Staate Texas. Gberhtsslsche jirbessaben für die Frauen Transvaals. Wetter gingen ein: D. S. Mk. 10, Fr. Wendland Mk. 1, E. P. Mk. 8, K. Mk. 4, Weller Wwe. Mk. 3, E. u. S. B. Mk. 2, E. W. Mk. 2 — Zusammen Mk. 35.50. Die Expeditor» des Gießener Anzeigers. Gerichtssaal. Berlin, 2. Januar. Der im Abgeordnetenhaus vorgebrachte Fall Neisser ist vom Disziplinarhof für nichtrichterliche Beamte am letzten Samstag zur Verhandlung gebracht. Wie die „Nat. Z." erfährt, hat der Gerichtshof gegen Prof. Neiffer aus Breslau wegen seiner Experimente an Kranken auf einen Verweis und eine Geldbuße in Höhe von 300 Mk. erkannt. Prof. Neißer hotte in einer Festschrift im Jahre 1899 in einem wissenschaftlichen Aufsatz selbst erzählt, daß er in der Breslauer Universitäts» kt'nik an Kindern, die der Klinik zur Heilung von Krankheiten anvertrau waren, Versuche mit Syphilisgift angefiellt habe und hatte den Verlau dieser Versuche eingehend beschrieben. Diese Versuche waren ohne Vor- wisseu und Einwilligung der Eltern und ebenso der Kinder vorgenommen worden. Als die sofort in der Presse stattfindende Besprechung des Falles den Behörden eine Veranlassung zum Einschreiten nicht zu geben schien, erwarb der konservative Abg. v. Pappenheim sich das Verdienst, die Sache mit allem Nachdruck zuerst in der Budgetkommission und dann im Plenum des Abgeordnetenhauses zur Sprache zu bringen. Eine behördliche Untersuchung wurde dann auch angestellt. Es soll sich ergeben haben, daß sämt liehe Versuche fragt. Art aus dem Jahre 1892 stammen und seitdem von Prof. Neißer ähnliche Versuche nicht mehr vorgenommen worden sind. Was Börsennachrichten. Berlin, 2. Januar. 4 o/o Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 53.00 M. 4 o/o do. 8. 5/6 onk. b. 1904 53.00 „ 31/9 % do. 8. 7/8, unk. b. 1906 49.50 „ 4 0/0 D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 96 10 „ gi/,0/0 do. unk. 1905 89.10 w 4% Preuss. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 83 50 » 4 0/0 do. 8. 15-18 unk. b. 1900 83.50 M. 4 o/g do. 8. 19-20, unk. b. 1905 83.20 » 31/. 0/ do. 8. 13, 14 78.00 , 31/, 0/0 do. 8. 21, 22, unk. b. 1905 78.00 » Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 3. Januar. 31/9 0/g Beichsanleihe . . 97.60 8 0/q do . . 88.— 3Ve % Konsols .... 97 50 3 0/0 do .... 87.40 3Vg °/o Hessen .... 94.10 5 n/o Italien. Rente . . . 95.40 4 0/0 Griech. Monop.-Anl. 43 50 3 o/o Portugiesen . . . 24.30 30/0 Mexikaner .... 26.40 41/» % Chinesen .... — .— Kreditaktien.....211.50 Diskonto-Kommandit . . 177.20 Darmstädter Bank . . . 131.50 Dresdener Bank . . . . 145 70 Berliner Handelsges. . .149 50 Oesterr. Staatsbahn . . 144.20 Gotthardbahn .... 155.90 Laurahütte.....194.— Bochum...... 174 50 Harpener . .... 171 50 : ruhig. Lmlla-M mit dem Pfeilring. Rein, mild, neutral. Preis 25 Pfg. Lanolinfabrik Martinikenfelde. Auch bei Lanolin -Toilette-Cream - Lanolin achte man auf die Marke Pfeilring. A garantiert <]„ Marke pfe\^x Bekanntmachung, betreffend: Viehmärkte zu Gießen. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß Großh. Kreisamt Gießen die Abhaltung der für Gießen am 8. und 29. d. Mts. vorgesehenen Biehmärkte unter den bisher mehrfach bekannt gegebenen Bedingungen genehmigt hat. Gießen, dm 3. Januar 1901. 291 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Kvgl. Gottesdienste der Methodisten-Gemeinde. Neuenweg Nr. 9, Vinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe. Sonntag ven 6. Januar, nachmittags 4Vi Uhr: Predigt. Mittwochabend 8'/, Uhr: Bibelstpnde. Jedermann freundlichst willkommen. Prediger C. Wendt Heute irisch eingetroifen: 287 Schellfische, Kabeljau, Seezungen, Seemuscheln. Eberhard Metzger. Telephon 65. — Seltersweg 70. Restauration Sachsenhäuser Kos. Morgen, Freitag r Metzelsuppe. Morgens Wellfleisch mit Kraut. Abends frische Wurst. 285 Ergebens! ladet ein L. Stiehl. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: Ochskssteisch 56 pfg. Zchwkineßkisch 45 pfg. ____Zchiiich 50 pfg.__ Schellfische Kabeljau in la. feinster, blutfrischer Ware soeben eingetroffen bei 296 A.&G.WaBlenfels. Markt 21. — Fernsprech-Nr. 46. ZU verkaufen Iweispännigen Kastenwagen nebst Heuleitern rc. verkauft 115 Kart Meter, Kreuz 6. 274] Ein noch gut erhalt. Nuß bäum • Kinderbettftellcheu mit Sprungs, u. 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Januar 1901 283 Heute früh 8 Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit unsere innigst geliebte, teuere Mutter, Schwester, Schwägerin, Tante, Nichte und Cousine Die Beerdigung findet Sonntag den 6. Januar, vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Ludwigsplatz 5, aus statt. Frau Anna Reifenberg geb. Hornberger NI ■ ■'je ■j M H •7 L ÄK MM ■ Die Beerdigung findet Samstag den 5. Januar, nachmittags 1 Uhr, vom Sterbehause aus statt. 264 Todes-Anzeige. Infolge eines schrecklichen Unalücksfalles verschied am 2. Januar unsere hebe Frau,Tochter, Schwester und Schwägerin Katharine Schneider. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen und Reinhardshain, den 3. Januar 1901. Die Beerdigung findet Freitag den 4. Januar, vormittags 11 Uhr, von der alten Klinik aus statt. 032 Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Galten, unseren guten Vater, Bruder, Schwager ur.d Onkel Karl Schmehl Gastwirt rm 72. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden heute früh 7 Uhr zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Um stille Teilnahme bitten Die tieftrauerudeu Hinterbliebenen. Naunheim bei Wetzlar, den 2. Januar 1901. A :A ?. MM !M ■ M. IM'.?'; «W A MUWDWW v ■ .... » HmdmbkitsMcFrl. Fmdmm Gießen, Südanlage 7. Wiederbeginn des Unterrichts in allen weiblichen Handarbeiten, sowie Kuustarbeiteu 289 Wontag den 7. Januar 1901. Für Auswärtige aanre oder theilweise Pension im tzous?. Vollständiger Ausverkauf M 247 Schüttschuhm. A. Kilbingrer, Felterswkg 19. ■ ■ 2zl _ 1 Die Beerdigung findet statt zu Okarben von der Kirche aus Freitag den 4. d. Mts., nachmittags 2i/a Uhr. 281 Todes-Anzeige. Es hat dem Herrn gefallen, am Neujahrstag 1901 zu Darmstadt unseren lieben Vater Otto Welcker evarrg. Pfarrer von HLarven im 65. Lebensjahre zu sich abzurufen. Für die Familie: Antonie Welcker, geb. Jost. Rudolph Welcker, Museumsass.stent. Darmstadt, Straßburg, den 1. Januar 1901. 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Witiko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitätü-Buch. und Srciudruckeret (Pietsch Erben) in Gießen. yWt, VM“ * Montag1' •iS«' chZ jyxifikk EM zchilßra! » Das Etoßh AB die Gr. Die Tuberkull »orfommenben Fo zahlenmäßig leicht Bolkskrankheiten. bedf, und nachdem Wegen derselbe i: scheint auch die ' erfolgreich auszum wichtigste Vorauss gehen ist nur bi Areife der Bevöll die Bedeutung b die Art und Weiß leit derselben, so gegen die weitver verständliche Bell die Wege anzudeu eine Mitwirkung aufmerksam, baß stehend abgebrr morden ist, wel das Sßefen, über loivie IRatfdjtäge Menschen erteilt. Wir haben de möchten, das Me befindlichen öfsent Men, in Krank Wirtschaften und icheinenden Orten Die notwendi buchhandlung vor von 3 Mk. für 1 Wen mir > Sä 'K: ®inb, Nte » Ntt ^6$ ^arbeitet i A.^ •Ä* Wfl Idir di! one feinen 8eJ •£« Ehrlich 66; “L60 | ., Subetfufo IZ «fr ^>h> unb l8D9