o"setzil„g *!n« M ^.'Nenerlu 'N TemGolL, . $em tauge. Rittmeister %jL '.und prakt. Ank ■I». Äretf^iw jj !. Mtane Lei» dahier. 23. 2^ -lationsasfistemri * 3ol)re alt, rauenflinit dcch^ dahier. 28. riesch.dieft l ihrein einmal- lermamti .öac1 n. rr AnzeiM lationallibf, \ tf)re gnaityty e/tge/'telli. Die re Mntägc auf on der Regie-l k od* zmmAerch^ )t)lm LMM aimim ui eim L chen greifen oer- ingen mit km Gothein, W« Levepw setoa stimmt hön, dr ne Berufung x isrituts zu N's h in Gemeinst.' nöi eine Ging« n des roM itaatsfetretär« ) mit dem * heute das fyte|$ »t SerwunM» eis«n-»i-g°2 eiWligt. W ßrt und 6t* .en t„" bagegm.r™ ,Z°HI ME „en -tB-»'L •Efflß sSj* ,'ident » Vä .„iebttleg"«5 U ft* an, Ö£L -relearai^ n ^."fror en,15 .schlagt i » Safi doll ork, b70 StB' '»£*** hSuseo' .je Hel "Ul ^^hle« sichc chcuit-i Nv. 284 Erstes Blatt 151, Jahrgang. Dienstag 3. Dezember 1901 Erscheint täglich mü Ausnahme des Montags. Die Siebener FamNien. blätter werden demAn- ptget im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt' und den -Blättern für hessische Volkskunde' viermal wöchenttich bet- gelegt. Redaktion, Expedttton und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger «Stehen. FernsprrchanschlußNr.51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Annahme von Anzeiae» ru der sür den solgenoeni Tag erscheinenden 9tt< bis vormittags 10 Uhr. Alle AnzcigemVermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nel)inen Arv> Aeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Ps* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Ver- lag der B rü h l'fchen, Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. WUtko; für den 91n», zeigentell: HanS Beck. Gießen, 27. November 1901. Eetr.: Das neue Einberufungsverfahren durch Kriegsbeorderungen und Paßnotizen (Mob. Jnstr. § 37,10). Das Großherzogliche Kreisamt Gießen arr die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden deS KreifeS. Mit Bezug auf unser Amtsblatt Nr. 3 vom 5. März 1901 beauftragen wir Sie, jeweils bis zum 26. März die vollzogene Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen, sowie die rechtzeitige Absendung der Bescheinigungen an das Bezirkskommando uns anzuzeigen. Die genaue Einhaltung der Fristen machen wir Ihnen besonders zur Pflicht. v. Bechtold. Volttische Wochenschau. Eine bemerkenswerte Woche liegt hinter uns. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft rangen miteinander um das Interesse, und es fällt wirklich einigermaßen schwer, zu entscheiden, luent inan die Palme des Sieges zuerkennen soll. Gigantisch und voll tiefer Eindrücke stieg die Vergangenheit vor uns auf in den Nsachträg en zu Bi s- marcks „Gedanken und Erinnerungen", die in diesen Tagen auf dem Büchermarkt erschienen und verstärkt die Sehnsucht weckten nach einer Rückkehr der Zeit, in der die politischen Machthaber wußten, auf welches Ziel sie hinaussteuerten und in der ein starker Wille und unbeugsame Energie die Regierung über den Parteien stehen ließen und Erfolge zeitigten, die den Epigonen unserer Zeit unter den gegenwärtigen Verhältnissen unerreickchar find. Der große Zug, durch den sich das Bismarckische Regime auszeichnete, seine souveräne Beherrschung aller (Gebiete der Politik und sein Einfluß auf die parteipolitischen Konstellatroneu, sie treten erneut aus dem jetzt veröffentlichten Briefwechsel zu Tage, und zwergenhaft nimmt sich ihnen gegenüber das aus, was in der Gegenwart erreicht wurde und jetzt für die Zukunft geschaffen werden soll. Der gegenwärtige Kanzler, der in dem Briefwechsel als Staatssekretär auch eine Rolle spielt, hat in dieser Beziehung von seinem großen Lehrmeister nicht sonderlich viel profitiert: nicht einmal das Wollen kann man ihm nachsagen, vom Können ganz zu schweigen. Der Zolltarifentwurf, dessen Begründung in der vergangenen Woche endlich den Geheimverschluß des Reichsamts des Innern verließ, redet davon Bände. Ihrer fünf an der Zahl hat man benötigt, um das Werk, das sich Zolltarif nennt, dem Lande und dessen erwählten Vertreter einigermaßen plausibel zu machen. Viele Worte und wenig Inhalt — damit ist dieses Zeugnis der Unfähigkeit der gegenwärtigen leitenden Männer charakterisiert. Graf Bülow hätte sich das Schiller'sche Wort gegenwärtig halten sollen, demzufolge derjenige, der etwas Großes leisten will, tief eindringen, scharf unterscheiden, vielseitig verbinden und standhaft beharren muß, er hätte sich sagen müssen, daß der nicht schwachen und zweifelnden Gemütes sein darf, der großes schaffen will und die sogenannten Motive wären dann vielleicht mehr geworden denn ein Konvolut voller Wenn und Aber, zahlreicher Behauptungen und Widersprüche, die nur die Zeit bedauern lassen, die der Reichstag auf chre Lösung verlvenden muß. Die Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und Mitgliedern verschiedener Parteien über den Zolltarif führten bisher, wie zu erwarten war, zu keinen bindenden Abmachungen. Die einzelnen Parteiführer wollen ihren Fraktionen volle Aktionsfreiheit lassen. 9hir soviel steht fest, daß der ganze Zolltarif an eine Kommission zur Vorberatung verwiesen wird, wahrscheinlich einstimmig. Rach dem „B. T." vermutet man, daß sich die Unterhaltungen des Grafen Bülow mit den zu ihm gebetenen Parlamentariern in erster Linie auf die geschäftliche Seite der Verhandlungen über den Tarif und weniger auf den materiellen Inhalt der Vorlage beziehen dürften. Die Minister der einzelnen deutschen Bundesstaaten werden in dieser Woche in Berlin als stimmführende Bundesratsmitglieder an den Beratungen über die Zolltarifvorlage im Reichstage teilnehmen. Einstweilen beschäftigen die Volksvertreter im R e i chs- tage noch andere Dinge. Sang- und klanglos sind sie am Dienstag zuscunmengetreten und haben alsbald die Beratung der Seentannsordnung fortgesetzt, eines Werkes, das von nicht zu unterschätzender sozialer Bedeutung ist und einen weiteren Fortschritt auf dem Wege der Fürsorge bedeutet, die das Reich den arbeitenden Ständen angedeihen' läßt. Aber fie haben trotz der wenigen Tage ihres Beisammenseins auch schon eine Heine Thal zu verzeichnen, indem sie das Jnsterburaer Duell erörterten und einhellig ihrer Verurteilung oesselben Ausdruck verliehen. Tie zahlreichen Versionen, die über das tiestraurige Vorkommnis umherschwirrten, sind durch die Interpellation auf ihr richtiges Maß zurückgeführt worden. Es kann nur Germgthuung erregen, daß der Kaiser einstimmt in die abfällige Beurteilung, die das Jnsterburger Vorkommnis allenthalben und selbst in Offizierskreisen gefunden hat. Unsere hessischen Landtagsvertreter sind bereits Mtte voriger Woche in die Weibnachtsferien gegangen. Die Anträge aus eine Vermehrung der oberhessischen Kreise flnd, wie wir voraussagten, vorläufig ihrer Verwirklichung //voch ziemlich, fern. Die Frage soll, wie vom Regierungstisch aus gesagt wurde, nach der Revision der Verwaltungs- aesetze näher erwogen ioerben, doch wurde gleichzeitig mit Recht hervorgehoden, daß unsere Finanzlage eine Vermehrung des Beamtenapparates nicht zuließe. Sonach scheint uns die Sachte ab calaendas Graecas vertagt. Die Anfrage des Abg. Korell betr- die Entschädigung direkter Verluste der infolge Maul- und Klauenseuche gefallenen Tiere hat leider einen sichtbaren Erfolg nicht gehabt, und auch bei der Besprechung unserer Eisenbahn- Verhältnisse ist ein nennenswertes Resultat nicht zu stände gekommen. Man hat wieder mit gutem Rechte manche gewichtigen Klagen gegen die preußische Eisenbahn-Verwaltung im allgemeinen, und gegen die Frankfurter Eisenbahndirektion im besonderen zur Sprache gebracht. Die Erklärung unseres in verwichener Woche mit dem Ehrendoktorhut der Gießener Universität geschmückten und am Tage des Geburtstages unseres Lan- desherrn zur Exzellenz erhobenen Finanzministers in Bezug auf das Bahnprojekt Alsfeld—Hersfeld llang wie eine Schumarmsche „Resignation" für Piceoloflöte. Wieder einmal kam ganz unverhüllt zu Tage, wie sehr uns durch die Eisenbahngemeinschaft mit Preußen die Hände gebunden find. Mit Recht hob auch der Abg. Leun mißbilligend hervor, daß die so außerordentlich wünschenswerte Errichtung einer Haltestelle Gießen Nord, nach Marburger Muster, nicht zur Ausführung kommt trotz der Bewilligung der hierfür erforderlichen Gelder durch die Gießener Stadtvertretung. Die Vogelsberger sind mit der Kammer-Beratung über die Grebenhain —Gedern- Linie auch nicht sonderlich zufrieden, wie verschiedene Zuschriften an uns unzweideutig bekunden. Der Geburtstag unseres Landesherrn hat diesmal einen besonders reichen Titel- und Ordenssegen gebracht. Die durch den Fall Spahn herbeigeführte Verquickung der Wissenschaft mit parteipolitischen und kirchlichen Gesichtspulllten hat in den Kreisen derer, denen die Heranbildung der Jugend anöertraut ist, und die berufen sind, die Erkenntnis alles Rechten und Tüchtigen in das Herz der Heranwachsenden Generation zu pflanzen, die Gemüter aufs lebhafteste erregt. Das lassen die Adressen erkennen, die von vielen Hochschulen, darunter auch von der unserigen, an Mommsen, den großen Meister der Geschichtssck-reibung, der dieser Tage seinen 84. Geburtstag beging, abgesandt worden sind. Die Wissenschaft soll, wie schon Bacon sagte, nichts als das Abbild der Wahrheit sein, und diese grundsätzliche Vorbedingung wird zu Nichte gemacht, wenn an sie von konfessionellen Erwägungen aus herangetreten wird. Es giebt eben nichts, das höher stände als die Wahrheit, und diese Thalsache muß respektiert werden auch von den staatlichen, nicht minder von den kirchlichen Gewalten, soweit sie der Geschichtsforschung Tendenzen aufprägen mochten. Zudem ist die Wahrheit ein Ding, das sich ohnehin nicht auf die Dauer unterdrücken läßt. Einen kleinen Beweis dafür findet man neuerdings wieder in Frank- reich, wo es jetzt ans Tageslicht gekommen ist, wer die Plünderungen in Peking, von denen so mancherlei erzählt wurde, verübt hat. Eine Zeitlang versuchte man die Deutschen zum Sündenbvck zu stempeln; jetzt stellt sich heraus, daß es unsere westlichen Nachbarn gewesen sind, die „mit allen Chikanen", um eine herkömmliche Redensart zu gebrauchen, Ser wenig edlen Beschäftigung des Beutemachens abgelegen haben. Bom General bis zum gemeinen Soldaten, vom Bischof bis zum Missionsbruder hat man sich in die Vermögensobjekte der geflohenen Chinesen geteilt und ist dabei nicht gerade bescheiden gewesen. Aber die Franzosen mögen das mit sich selbst ausmachen, für uns bleibt die Hauptsache, daß unsere Soldaten ihre Ehre bewahrt haben, die um so glänzender dasteht, als man in England versucht hat, sie zu be- sudeln, obgleich gerade dort alle Veranlassung vorliegt, fein bescheiden und weniger herausfordernd zu sein. Süd- Afrika, wo der Krieg nach wie vor fortdauert, und noch immer nicht abzusehen ist, welchen Ausgang er einst nehmen wird, ist in dieser Beziehung ein warnendes Mene Tekel und andererseits beweist den Chamberlain und Genossen die noch immer vibrierende Bewegung im deutschen Volke, daß dieses sich nicht unnötig herausfordern läßt. Daran ändern auch die Drohungen nichts, in denen man sich neuerdings jenseits des Kanals gegen Deutschland gefällt, Drohungen, die ja nichts anderes beweisen, als die Ohnmacht, in der sich England befindet und die es jetzt doppelt schmerzlich empfinden muß, wo in Mittel- Amerika die Vereinigten Staaten im Begriffe sind, Vorteile zu ernten, die ihnen England unter anderen Ver- hältnftsen schwerlick überlassen hätte. Im Streite zwischen Columbien und Venezuela sucht Roosevelt den lachenden Dritten zu spielen, indem er den Isthmus besetzt hat, und sich so die Möglichkeit sicherte, m dem Kriege nach der Seite hin die Vorsehung zu spielen, auf der seiner Politik, die eben so imperialistisch ist wie die McKinleys, die meisten Erfolge winken. Die übrigen europäischen Staaten haben zu wenig Interesse daran, den Vereinigten Staaten in den Arm zu fallen, und können den Dingen ruhig ihren Lauf lassen. Daß sie die Interessen ihrer Staatsangehörigen zu wahren wissen werden, dafür bürgen die Kriegsschiffe, die sie an den Schauplatz der revolutionären Erhebungen entsandt haben. Volttische Tagesschau. Ans dem Reichshaushallsetat für 1902 macht jetzt die ministerielle „Berl. Korresp." nähere Angaben, von denen wir folgende erwähnen: Als Beitrag des Reichs zur Unterhaltung des in Bern errichteten internationalen Büreaus des Verbandes zum Schutze des gewerblichen Eigentums sind 3000 Mk. ausgesetzt. Für eine ständige Kommission zur Vorbereitung internationaler Schiff- fahr tsk ongiesse ist ein Jahresbeitrag von 4000 Mk. ausgeworfen. Zur Unterhaltung des Nationaldenkmals für den Fürsten von Bismarck in Berlin sind 1000Mk. ausgeworfen. Der Etatspostcn „Belastung des Reichs auS den auf Grund des JnvalidenversicherungsgcsctzeS zahlbaren Renten" ist auf 38166 000 M., 4080000 Mk. mehr als im Vorjahre, erhöht worden. 9ün 1. Januar 1902 wird voraussichtlich ein Bestand von rund 657 000 Jnvaliden- und Altersrenten vorhanden fein. Der Zugang im Jahre 1902 wird auf etwa 149 000, der Abgang auf 14000 Invaliden und Altersrenten geschätzt. Die Belastung des Reichs ergiebt sich aus der näheren Rechnungsaufstellung. Der Beitrag zur Färderung des Absatzes landwirtschaftlicher Erzeugnisse und zur Unterstützung wissenschaftlicher, technischer und ähnlicher allgemeiner Bestrebungen auf dem Gebiete der Landwirtschaft wird von 50 000 auf 90 000 Mk. erhöht. Ihm entspricht der Fonds von 50 000 Mk. zu Aufwendungen für Einrichtungen und Veranstaltungen, welche allgemeinen Interessen des deutschen Handels und Gewerbes dienen; dieser Fonds hat übrigens im Jahre 1901 durch Einstellung besonderer Mittel für die Herausgabe der „Nachrichten für Handel und Industrie" (30 000 Mk.) eine Entlastung erfahren. Der erstgenannte Fonds soll zur Förderung von Bestrebungen dienen, die auf erweiterten Absatz deutscher landwirtschaftlicher Erzeugnisse jeder 9(rt nach ausländischen Märkten, insbesondere auf Verbreitung der Kenntnis von den Eigenschaften der deutschen Erzeugnisse in ausländischen Abnehmerkreisen abzielen, andererseits auch der Unterstützung des Studiums ausländischer Boden- und Betriebsverhältnisse behufs Nutzbarmachung für. die deutsche Landwirtschaft zu Gute kommen. Er kommt, von vielen, anderen Einzelausgaben abgesehen, namentlich auch in Betracht für Beihilfen zu wissenschaftlicher Thätigkeit auf dem Gebiete der deutschen Bodenkultur und der Hebung des ein' heimischen Viehstandcs. Da dje Baulichkeiten der ständigen Ausstellung für Arbeite rwohlfahrt ihrer Vollendung entgegengehen, sind Mittel für die innere Einrichtung und die Unterhaltung der Anlage sowie für die Erhaltung und den Betrieb der Maschinen, Modelle 2c. bereit zu stellen. Hierfür sind insgesamt 30000 Mark in den Etat eingestellt. Für einen im Jahre 1902 in Düsseldorf zu veranstaltenden Internationalen Arbeiterwohnungskongreß sind im Hinblick auf die hohe sozialpolitische Bedeutung, ivelche der Frage der Wohnungsfürsorge für die nnnderbemittelten Bevölkerungsklassen beiwohnt, 6000 Mk. in den Etat eingestellt worden. Zur Förderung der Herstellung geeigneter Kleinwohnungen für Arbeiter und gering besoldete Beamte in den Betrieben und Verwaltungen des Reichs durch Gewährung von Darlehen an Private und an gemeinnützige Unternehmungen, sowie zum Erwerbe geeigneten Baugeländes zur Herstellung solcher Wohnungen sind 4 Mill. Mark ausgeworfen. Dsr durch den laufenden Etat für Zwecke der Wohnungsfürsorge zur Verfügung gestellte Fonds von 2 Mill. Mark ist weit über seinen Betrag hinaus bereits in Anspruch genommen. Die Bereitstellung der neuen Summe wird in einer Denkschrift eingehend begründet. Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 2. Dezember 1901. * * Audienzen. Der Großherzog empfing am 30. November u. a. den Oberstleutnant Frhrn. v. Normann, Kommandeur des Gendarmeriedistrikts Gießen, die Oekonomie- räte Westernacher von Lindheim und Heil II. von Habitzheim, den Geh. Forstrat Heyer von Gießen, den Geh. Regierungscat i. P. Frhrn. Löw von und zu Steinfurth, den Lehrer Hartmann von der Viktoriaschule. * * Bestätigung. Der Großherzog hat die von dem Grafen zu Solms-Laubach erfolgte Präsentation des Pfarrers Ferdinand Heß zu Münzenberg auf die damit verbundene evangelische Pfarrstelle zu Trais-Münzenberg, Dekanat Hungen, bestätigt. * * Auszeichnungen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Dtttgliede der freiwilligen Feuerwehr der Firma Cornelius Heyl zu Worms Fabrikauffeher August Schmitt und dem Mitgliede der frei» willigen Feuerwehr zu Grünberg Heinrich Meyer IV. — Der Großherzog hat dem Kanzlisten am Oberlandesgericht Philipp Hedrich das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen und ihn irr den Ruhestand versetzt. ** Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armeekorps. Stadtgemeinde und Magistrat Herborn, Nachtwächter, Gehalt 500 Mk., steigend bis 900 90tf. pro Jahr. — Kaiserlicher Oberpostdirettionsbezirk Dortmund, Postschaffner, 900 Mk. Anfangsgehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Amtsgericht Montabaur, Kanzleigehilfe, Gehalt 50—60 Mk. monatlich. — Im Bezirk der 25. Großh. Hess. Division: Stadt Alzey, Schuldiener an der Volksschule, Gehalt 700—900 Mk. nebst freier Wohnung und Heizung. ** Wohlfahrts-Lotterie. Bei der Ziehung der Wohlfahrts-Lotterie am ersten und zweiten Tage wurden, folgende Haupttreffer gezogen: 15 000 Mk. auf dir. 316 516, je 1000 Mk. auf Nr. 187 371, Nr. 316 067 und Nr. 419161. 50000 Mk. auf Nr. 230 582, 25 000 Mk. auf Nr. 438 265, je 10000 Mk. auf die Nrn. 10 732 und-463 415, je 5000 Mk. auf die Nrn. 48 300 und 299112. ** Die Volkszählung vom 1. Dezember 1900 ergab für die Provinz Starkenburg 489 512 (gegen 444 562 in 1895), Oberhessen 282 047 (gegen 271524), Rheinhessen 348 334 (gegen 322 934), zusammen 1 119 893 Seelen (gegen 1039 020 in 1895). ** Busf-Gießen-Strauß-Konzert (am 4. Dezember im Klub» Wale). Vor wenigen Tagen haben die beiden ausgezeichneten Künstler in Wiesbaden (27. November) mit schönstem Erfolge konzertiert. Der „Rhein. Kur." berichtet darüber wie folgt: Die große Beliebtheit, deren sich Kammersänger Buff-Gießen in unserer Stadt erfreut, hatte nicht verfehlt, den Saal bis auf oas allerletzte Plätzchen zu füllen. 17 Gesänge von Richard Strauß waren es, mir welchen der Künstler uns erfreute. Bei der doppelt vorzüglichen Interpretation: durch den Komponisten selbst und durch einen so stimmbegabten, intelligenten Künstler wie Herr Buff, konnte es beim auch nicht fehlen, daß sämtliche Nunnnern Erfolg zu verzeichnen hatten. Sehr sympathisch berührten die drei „Mädchen- lieder" von Felix Dahn, die beiden Makay'schen Dichtungen „Morgen" und „Heimliche Aufforderung", welch letztere auf stürmisches Verlangen wiederholt werden nmßtc, und die Klopstock'sche Ode „2ln Sie". Das Schlunlied „Kling" von St. Henckel mit dem Leck und übermütig herausgeschmetterten hohen C entfesselte einen solchen Beifallssturm, daß die Künstler sich noch zu einer Zugabe entschließen mußten. ** Ein böser Bubenstreich. Ein empörter Vater schreibt uns: Am Samstag Mittag um 12% Uhr wurde ein acht- Zjähriges Mädchen bei der Johanneskirche ohne allen Grund von Schülern überfallen, zu Boden gerissen, mißhandelt und seines Strickbeutels beraubt. Das Kind wurde übel zugerichtet. Die Haare hatten ihr die Lümmel heruntergerissen, das Kleid war von oben bis unten beschmutzt, die Mütze teilweise zerrissen und der Strickbeutel war, trotz eifrigen Suchens der kleinen Begleiterinnen des Mädchens, nicht mehr zu finden. Jedenfalls haben die frechen Buben den Strickbeutel als Trophäe mitgenommen. Schreiber dieses ist schon öfter Zeuge von derartigen Lümmeleien gewesen und wundert sich nur, daß nicht schon mehr dergleichen Bübereien an die Oeffentlichkeit gekommen sind." — Es ist zu hoffen, daß die Bengels ermittelt werden und ihnen ein ganz gehöriger und recht fühlbarer Denkzettel zu teil wird. ** Maria Reisenhvfer, die am Dienstag den 10. Dezember im Theaterverein gastiert, hat in den Schon- fenstern der Herren Frees, Hirz und Challier einige Bilder ausgestellt, welche sie in verschiedenen ihrer Rollen zeigen. Tie Künstlerin glänzt bekanntlich nicht nur durch ihre Kunst, sondern auch durch ihre Schönheit, die oft von Malern im Bild festgehalten wurde. ** Buchhaltungskursus für Handwerksmeister. Die Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt macht bekannt: Der Buchhaltungs-Kursus für Handwerksmeister wird im Dienstgebäude der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe (Darmstadt, Neckarstraße 3) am 3., 4., 6. und 7. Dezember, von abends 7 bis 10 Uhr abgehalten. Das Unter» richtsgeld beträgt 5 Mark. Die erforderlichen Hefte rc. werden unentgeltlich geliefert. Anmeldungen sind an die unterzeichnete Behörde zu richten. sh. Schlitz, 27. Nov. Im Frühjahre 1900 wurde die Kiesige Privatschule in eine höhere Bürgerschule umgewandelt. Diese benutzte die Räumlichkeiten der Privat- ischule in der gräflichen Vorderburg. Graf Görtz hat aber !die weitere Benutzung gekündigt, da er die Räume zu Ar- beiterwohnungen umbauen will. Die Stadt ließ daher in der geräumigen alten Distriktseinnehmerei geeignete Säle Herrichten, die recht schön und freundlich ausgefallen sind. Ein Schulverwalter und die Schuldienerin werden auch darin wohnen. In der nächsten Woche wird der Unterricht in den neuen Räumen begonnen werden. Mainz, 1. Dez. Professor Dr. T r ö l t s ch aus Karlsruhe hielt gestern einen Vortrag über die „deutschen Eisenbahnen". Die Frage, ob Privatbahn oder Staatsbahn ist in Deutschland durch den fast allgemeinen Uebergang zum Staatsbahnsystem gelöst, 94 Pvoz. aller deutschen Bahnen sind Staatsbesitz, die größte Strecke, die sich noch in Privatbesitz befindet, ist die pfälzische Bahn. Im allgemeinen Interesse ist die Staatsbahn der Privatbahn vorzuziehen. Auf den süddeutschen Bahnen sind billigere Personentarife in Kraft als in Preußen, dagegen hat Preußen die billigere vierte Klasse, für welche in Süddeutschland schon um deswillen keine Sympathie vorhanden ist, weil durch dieselbe ein neuer Klassenunterschied in die Bevölkerung getragen wird. Nach vorgenommenen Berechnungen sollen die Einnahmen aus dem Personenverkehr die Selbstkosten der Bahnen nicht decken, sodaß eine weitere Tarifherabsetzung nicht gut möglich ist. Auch die Gütertarife können wohl nickst mehr viel ermäßigt werden. Zum Schlüsse sprach Tröltsch über das Bestreben Preußens, die süddeutschen Bahnen mit seinem Netze zu verschmelzen. Nicht aus Begeisterung, wie Eisenbahnpräsident Thome in Frankfurt in den letzten Tagen in einer öffentlichen Ansprache hinzu- ifteUen suchte, sondern aus Not sei Hessen in die preußische Betriebsgemeinschaft eingetreten. Die anderen, besser situierten deutschen Staaten würden sich hüten, sich in ähnlicher Weise eines so wichtigen Machtmittels wie der Eisenbahnen zu entäußern und ihr Verkehrswesen unter preußische Herrschaft zu stellen. — Schutzmann 3junfer wurde aus dem Dienst der Kriminalpolizei entfernt und wird jetzt auf der Registratur des Zentralbureaus zur Führung des Einlaufregisters verwendet. Hanau, 1. Dez. Vor einigen Tagen fand der Schmied aus Niederdorfelden, Tropp, einen sehr schön erhaltenen Hals ring aus Bronze, der höchst wahrscheinlich, aus einem Hünengrabe stammt. Ter Ring hat die Dicke eines kleinen Fingers und endigt in zwei kolbenförmigen Verzierungen; er hat noch Federkraft, und es läßt sich dar- thun, wie der Krieger, der ihn zum Schmucke trug, sich ihn nm den Hals legte. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Fulda haben die Stadtverordneten einstimmig den Oberbürgermeister Dr. Antoni auf weitere zwölf Jahre wiedergewählt. — Der Direktor der Holzindustrie», Baggerei- unb Tiefbau-Aktiengesellschaft in Regensburg, Carl Alexander, der nach Wechselsälschungen flüchtig gegangen war, ist in Frankfurt a. M. verhaftet worden. Er wird nach Regensburg überführt. Die unterschlagene Summe beläuft sich auf 84 000 Mark. — In Frankfurt a> M. ereignete sich ein entsetzlicher Unglücksfall in der Fabrik von Peter. Ein Fabrikarbeiter Namens Wilhelm Friedrich wurde während der Arbeit vom Kammrad ersaßt und geriet dabei mit dem Kopf in das Maschinengetriebe. Er erlitt entsetzliche Verletzungen. Außer einer Schädelfraktur erlitt er mehrere Quetschungen, sowie einen Bruch des Oberkiefers. Der Schwerverletzte wurde in das städtische Krankenhaus verbracht. — In Lampertheim wurde ein Sittlichkeitsverbrechen verübt an dem Töchterchen des Maschinenführers Kokerbeck auf dem Wasserwerk, als dieses mit anderen Schülern und seinem Bruder zur Schule gehen wollte. Letzterer wurde, well er auf den Unhold eindrang, mißhandelt. Sowohl der Vater als auch die Gendarmerie wurden sofort benachrich-tigt. Der Thater konnte auf dem Bahnhof verhaftet werden; er heißt Michel und ist aus Viernheim. —In Groß-Zimmern wurde in der Nacht auf Mittwoch ein frecher Diebstahl ausgeführt. Der Dieb stieg durch die Ladenthüre der in einer der belebtesten Straßen gelegenen Metzgerei des Gastwirts und Metzgers Peter Ganz, erbrach die Ladenkasse und raubte deren Inhalt .im Betrage von 300 Mark. Trotz sofortiger Anzeige und eifriger Recherche gelang es bis jetzt nicht, eine Spur des Thäters zu finden. — In Selzen feierten am Sonntag die Eheleute Jakob Hinkel in körperlicher und geistiger Frische im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 82., die Jubilarin im 75 Lebensjahre. — In Wies baden ist einem Diener auf noch unaufgeklärte Weise eine Brieftasche mit 1700 Mark, die er bei einem Speditionsgeschäft bezahlen sollte, abhanden gekommen. — Bei dem Dorfe Langenau wurde der etwa 60jährige Landwirt Währer von Enken stein aus vielen Messerwunden blutend aufgefunden. Nach feinen Angaben wurde er um Mitternacht von dem 27 jährigen Albert Arzet von Enkenftein, mit dem er vorher Streit gehabt hatte, Überfällen. Nach Aussagen des Gerichtsarztes sind die Stichwunden lebens gefährlich. Vermischtes. • Köln, 1. Dez. Die Untersuchung Über die Ursache des Eisenbahnunglücks bei Buir ergab, daß eine Eisenbahnschiene mittelst starken Drahtes über das Geleise fest verrammelt war. Die Schiene hatte ein Gewicht von fünf Zentner, was die Beteiligung von mehreren Verbrechern voraussetzt. Bisher fehlt von den Thätern jede Spur. * Gelsenkirchen, 30. Nov. Die Zahl der Typ hu s- erkrankungen im Stadt- und Landkreise Gelsenkirchen hat sich gegenüber der Vorwoche um 207 verringert und beträgt gegenwärtig, der „Gelsenk. Zig." zufolge, 660, drei sind gestorben. In der letzten Woche sind in den einzelnen Gemeinden nur vereinzelte Neuerkrankungen zur Anmeldung gekommen. * Essen a. d. Ruhr, 30. Nov. Der Schnellzug Nr. 24 Dortmund-Köln fuhr gestern abend 7 Uhr 50 Min. bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof Düsseldorf auf eine Lokomotive. Beide Lokomotiven sind beschädigt. Eine Person ist leicht verletzt worden. * Wien, 30. Nov. In einem hiesigen Hotel hat tn der letzten Nacht eine zugereiste frembe ca. 30 Jahre alte Dame ihr dreijähriges Töchterchen und dann sich seid st erschossen. * Marseille, 30. Nov. Der Dampfer „Aquitaine*, welcher mit 1000 italienischen Emigranten aus Buenos-Aires zurückkehrte, hatte 150 Kinder an Bord, unter denen die Pocken ausgebrochen waren. 60 Kinder waren erkrankt und 8 bereits gestorben, sechs weitere starben nach der Landung des Dampfers. • Madrid, 30. Nov. Auf dem an der Eisenbahn nach Andalusien liegenden Bahnhof Finanna wurden durch Entgleisen eines Zuges 27 Wagen zertrümmert. Eine Person erlitt schwere Verletzungen. * Machico (Madeira), 30. Nov. Durch gewaltige Regengüsse wurden hier mehrere Häuser zum Einsturz gebracht. Neun Menschen sind getötet, einer verletzt worden. * Pisa, 30. Nov. In der Glasfabrik von Mareont brach ein heftiges Feuer aus, bei welchem drei Arbeiter ums Leben kamen und zwei schwer verwundet wurden. * Petersburg, 30. Nov. Die Kommission zur Verhütung und Bekämpfung der Pestepidenne erklärte die Stadt Konstantinopel für verpestet. Der telegraphische Verkehr mit Peking über Kiachta-Troizkosansk ist wieder her- gestellt. * In hohem Maß amüsant ist folgender Brief Kaiser Wllhelms I. an Bismarck vom 16. Januar 1875: „Carl Meier Baron v. Rothschild ist stark am Bandwurm erkrankt beim Herannahen des Ordensfestes. Diese Krankhell vermag ich nicht zu heilen, aber Kreuzschmerzen ließen sich kurieren. Es wäre dafür anzuführen, daß er allerdings in dem Kriegs Jahre Knorrn viel für die Wohlthätigkeits Zwecke geihan hat, wofür seine Frau das Verdienst Kreuz erhalten, natürlich das Geld verwendend, was der Mann ihr gab, während er keine Auszeichnung erhielt. Will man ihn berücksichtigen, so könnte wohl nur das Comthur Kreuz. mit dem 6eckigen Stern des Hohenzollern Ordens verliehen werden, da er bereits den brillantenen Stern 2. Classe des rothen Adlers besitzt, so daß der 2. Kronen Orden mit Stern zu wenig wäre. Ich wünsche Ihre Ansicht? Wenn ich ihn döcorirte jetzt, so ist er auf einige Jahre abgefunden, bis die Krankheit wieder eintreten darf. Ihr Wilhelm. Die Minister-D^eorirungen behalte ich mir zu meinem Geburtstage vor, wie ich es bisher gemacht habe." * Kein Vergnügen ohne — Herren. Die jungen Mädchen von Great Bend, Pennsylvania, organisierten vor Feuilleton. P. W. Stadttheater. Der gestrige Sonntag brachte in unserem Stadttheater die Wiedererweckung eines uralten Volksstückes vom Vater des „Kladderadatsch". „Berlin wie es weint und lacht" hatte David Kalisch seinen possierlichen Mischmasch von Joeus, Hocuspoeus, Kalauern und sentimentalem Rührbrei genannt — bei uns erschien diese drama- ttsche Missethat unter kurzerhand umgemodeltem Titel. Aus dem Worte „Berlin" im Titel war, aus leicht begreiflichen Gründen, „Das Volk" gemacht worden, und das Volk war denn auch sehr zahlreich erschienen, um mit dem lachenden und weinenden Berlin durch dick und dünn mitzuthun. Das „Vollsstück" wimmelt von Kontrasten, die ihre Wirkung auf Hie Menge nicht verfehlen. Die heitersten, scherzhaftesten Szenen wechseln jäh mit unleidlich rührseligen, melodramatisch umsponnenen Unmöglichkeiten ab. Als der selige Helmerding einst die Palette — er wollte nämlich ursprünglich Maler werden und war ein Schüler von Johannes Schalls dem Schöpfer manches bedeutenden religiösen Bildes — an den Nagel gehängt hatte und auf die Bretter gegangen war, die die Welt bedeuten, als es noch „Rixdorf bei Berlin" hieß und nicht, wie man heute fast sagen könnte: „Berlin bei Rixdorf", kurz als unsere Großväter jung und schön waren, da war dieses üble Unding dramatischen Schaffens sehr beliebt, nicht zum wenigsten wegen seiner vielen hübschen, von Ponttus und Pilatus und anderen Landpflegern und Schweizer Gipfeln hergeholten Melodien. Heute kann man sich allenfalls ein paar: Szenen noch gefallen lassen, die meisten aber sind verrostet und knarren wie alte eiserne Thürangeln. Ein paar Figuren, an denen man immer seine Freude haben kann, finb der gute Herr Quisenow und der wackere Maurer Brand, von den Herren Woisch und Ramseyer mit prächtigem, kräftigem Humor dargestellt. Auch Herr Hertzog gab eine richt gute Baucrnfigur. Frau Jenny schwang mit ganz erschrecklicher Energie ihren Pantoffel, Frl. Feige erweckte >n ihrer herzlich schlichten Art das Mitgefühl leicht empfänglicher Zuschauer mit ihrem Leidenslos, HerrZoder bemühte sich so ganymedchenhaft und arionisch als möglich zu sein, Frl. Ungar war eine überlustige und überlaute Küchen- iSanone; Herr Schneider ein Juristenjünaling vom Klub her HmmÄostn, Herr Girbach ein bis zur UnkrmMHM *er». wandelter urgemütlicher Gefängniswärter :c. Im Ganzen ein Abend, so verloren, daß man hätte weinen mögen, wenn nicht unsere wackeren Darsteller, allen voran mit bestem Erfolge Herr Woisch, der Spielleiter des Abends, sich alle Mühe gegeben hätten, uns lachen zu machen. Man erzählt von Kalisch, daß er während der Premieren seines Stückes in der schmutzigen Blumensttaße zu Berlin herumgelaufen sei. Als wir gestern Abend, lange vor Schluß des Stückes, auf die unendlich viel schmutzigere Wallthorstraße traten, da sagten wir uns: so thöricht wie seine Stücke war der Mann doch nicht! _____ ** Gießener Kvnzer tverein. Das Ivette Konzert dieser Saison, das der Kammermusik gewidmet war, wurde am Sonntag in dem großen Saale des Gesellschaftsvereins abgehalten; der seine Brauchbarkeit für derartige Aufführungen in gewohnter Weise bewährte. Frellich konnte man von einer Ueberfullung des Saales nicht sprechen; im Gegenteil konnte man gestern viele Lücken bemerken; die den Beweis lieferten, daß Kammermusik- Kvnzerte im strengen Stil stets nur eine beschränkte Anzahl wahrer Verehrer und Kenner finden. Die Ausführung des gestrigen Konzerts hatte die hier nicht mehr unbekannte Frankfurter Quartett-Vereinigung der Herren Hock, Dippel, Allekvtte und Appun übernommen, und zwar waren es Quartette von Beethoven, op. 95 in F-moll, A. Dvorak, op. 105 in As-dur und Mozart, in C-dur, die sie zum Vortrag beftimmt hatten. Die Durchführung des Programms war wicht in allen Teilen gleich glücklich, und es war namentlich das Quartett Beethovens, dem wir in Bezug auf Auflassung eine würdigere Wiedergabe gewünscht hätten; auch ttn Zusammenspiel zeigten die Künstler hier nicht die Sicherhett wie in den späteren Nummern. Reichlichen, wohlverdienten Beifall fanden dagegen die Kompositionen von Dvorak und Mozart, deren Wiedergabe in jeder Beziehung einen gefälligen- abgerundeten Eindruck machte und bei uns den Verdacht aufkommen ließ, als feien die Künstler beim Vortrag des Beethoven-Q^arteLU durch irgend eine störende Beeinflussung an der vollen Entfaltung ihres Könnens verhindert gewesen. DaS Dö-dur-Quartett von Dvorak war für Gießen eine Neuheit, die gerade durch ihre leichtere Ver- ständlichkeit und durch die Gefälligkeit ihrer Formen, die im Gelvan de einer geschmackvollen Instrumentation *ur schönsten Geltung kam; großen Anklang sand. Nicht minder war der Beifall, den die Künstler für den Dortrtm des Auch Syer ÜM nische Sauberkeit und gute Nuancierung zu einem schönen Ganzen, sodaß das Publikum zum vollen Genuß des herrlichen Kunstwerks gelangte. Pr. SchlaftrunkenheitundZurechnungsfLhig- keit. Bei der jetzt so vielfach besprochenen Jnsterbur- g e r Duell-Angelegenheit interessiert vielleicht folgende Mitteilung, entnommen der Real-Encyklopädie von Eulenburg, aus dem Artikel über Zurechnungsfähigkeit von Mendel, Professor der Psychiatrie in Berlin. „Die hier zu erörternden Zustände von Bewußtlosigkeit treten unter folgenden Umständen auf: 1. Schlaftrunkenheit (Somno-, lentia). Bei plötzlicher Unterbrechung des Schlafes tritt bei manchen Personen, die durch Anlage oder vorübergehend wirkende Momente (starke Ermüdung, Uebermaß geiftiger Getränke vor dem Schlafengehen, Hitze und Verunreinigung der Luft im Schlafzimmer usw.) dazu prädisponiert sind, ein Zustand ein, in dem die äußeren Sinne zwar sofort im stände sind, auf die Reize der Umgebung zu reagieren, die Bewußtlosigkeit des Schlafes aber noch nicht über noch nicht vollständig beseitigt ist, und somit die Sinnesbilder nicht zur normalen Perception getanaen können. Dieselben vermischen sich mit den Bildern des Traumes, führen zu verkehrten Urteilen und Schlüssen, und damtt unter Umständen zu entsprechienden Handlungen. Der Zustand ähnelt demjenigen, in dem das Selbstbewußtsein durch, Alkoholgenuß erheblich aUeriert ist; daher auch der Name Schlaftrunkenheit. Tiefer Zustand dauert in der Regel nur eine oder wenige Minuten, und löst sich, indem das erwachende Bewußtsein Sinnestäuschungen von Sinnes- wahrnehmungen iohjettiver Gegenstände, Träume von wirklich Vorhandenem zu unterscheiden versteht. In leichteren, Fällen verspürt der Schlaftrunkene nur eine gewisse Verwunderung über das, was er Ungewöhnliches erfahren, in schweren Fallen kann es bei einem int Traum bereits in heftige Erregung gesetzten Hirn durch entsprechende Hallux cinattonen oder unrichtig gedeutete Vorkommnisse in der Umgebung im Moment des Ueberganges des Schlafes in die Schlaftrunkenheit zu gewaltthätigen Handlitngen kommen. Im übrigen gehören' berarhge Fälle zu den großen Seltenheiten, in der Regel erfolgt das Erwachen, ehe es zu jenen Handlungen kommt oder im ersten Beginn der Ausführung. Eine größere Reihe der Fälle, in denen ein Zustand von SomNolentia als Ursache der Bewußtlosigkeit angegeben wird, gehört unter die epileptoiden Zustände.^ einiger Zeit eine Anti-TabakS-Liga, deren Haupt- paragraph dahin lautete, daß kein Mädchen mit einem jungen Mann verkehren sollte, welcher Tabak in irgend einer Form gebrauche. Die jungen Männer der Ortschaft bildeten nun sofort eine „Schutz- und Trutz-Organisation" und beschlossen einstimmig, nur noch jungen Damen, die außerhalb Great Bend wohnen, den Hof zu machen. Eine Zeitlang hielten die jungen Mädchen Great Bends diese Vernachlässigung aus, aber jetzt hat sich die Anti-Tabaks-Liga in — Rauch aufgelöst. von 3000 Mark der Fleischer Balcerkiewicz auf freien Fuß gesetzt. Rechtsanwalt Wolinski bemüht sich ebenfalls um die vorläufige Freilassung der Verurteilten Dtzieciuchowicz und Ehvjnacki gegen Kautionen. Adelige Posener und Warschauer Familien haben sich bereit erklärt, einige der betreffenden Wreschener Kinder in ihren Familien im Pvsen- schcn bezw. in Warschau erziehen zu las,en. Wie verlautet, bestehe nämlich die Absicht, die minderjährigen Kinder der in ©tiefen Verurteilten in Zwangserziehung zu nehmen und in rein deutsche Gegenden zu verschicken. — Ter Vikar Laskowski verklagte das „Posener Tagebl." und andere deutsche Blätter wegen „verleumderischer Berichterstattung". Zwillingsschwester'. Freitag den6.De^mbe^Hoig-m^. Tam^ taa den 7 Dezember: „Was ihr wollt". Sonntag den 8. De, zember: „Im wechen Rößl". Montag den 9.Dezember: „Hoffnung.' Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends Landet und Verkehr. Uolkswirtschast. Märkte. Gründer«, 30. 9lovembcr. Fruchtmark!. (-rurchschnms- preis pro 100 Kilo.) Weizen 16.00 bis 16.25 Mk., Korn 13-o° btä nn nn leerste 13 36 bis 00.00 Mk., Hafer 13.40 bis 14,00 Erbsen 18.00 bis 00.00 Mk., Linsen 24.00 ^'^"^^00 itt' 00.00 Mk., Samen 00.00 Alk., Kartoffeln 0.00 bis 0.00 J)H. ■ bei Weizen Dei Gerste und ganz besonders bei Weizen wird das Jahr o Metzgermeisler verheiratet, 55 Jahre alt, starb den 23. 1901 eine bedeutende Steigerung der Emfuhnnenge bringen. Vom A^^r. Markusgemeinde. Ten 28. November. Friedrich Januar bis Oktoberl901 sind bereits ^'^^wnen^o^^ Kellner, verheiratet, 35 Jahre alt, starb den 26. Siov. zenter Weizen emgefuhrt (darunter 10,22 Mill onen Doppe oeritner . n ci n b c> ^cn 25. November. Karolme Geyer, geb. aus den Bereinigten Staaten), wahrend m^dem clben Zeitraum des> s, Ehefrau des kgl. Stationsassistenten Otto Geyer, 55 Jahre- Jahres 1900 nur 11,25 und 1899 nur 12,22 Wtillwneii Doppelzentner rtarb betJ 23. Nov.' 28. Hermann Löhlein, Geh. Medümalroch.' eingegangen waren. Die Em uhr der ersten zehn Monate voni1901 Unwersitäts-Professor, verheiratet, 54 Jahre all, starb den 25., ist schon größer als die Em,uhr m irgend einem ganzen Jahre 43 bisher. Bei Mais liegt 1900 gegen 1899 ein Rückgang, gegenj^ovenwer. --- 1898 nur eine geringe Steigerung, aber gegen 1897 em Zuwachs uhr von 1897 Spielplan der vereinigten Frankfurter Ztadttheater. 7857 Marktstr. 3. 7656 113,4 98,1 137,2 88,9 23,6 54,5 80,0 85,4 80,3 102,6 64,9 96,0 1898 Millionen 92,0 85,6 67.0 39,1 91,9 1899 Mark 89,1 81,1 64.0 52,0 88,8 bei 54,9 54.2 30,5 21,8 13,9 9,9 30,0 38,5 20,6 45,1 54,7 54,3 28,5 46.7 Das Beste für die Zähne! <4 Fl. (Hol - Mk. I.« y*, Weizen 75,4 104,1 163,4 199,2 88,9 117,9 144,5 197,9 173,7 231,4 180,4 171,1 Roggen Hafer Wert in Millioneri Mark legung nach Greven erloschen ist. Gießen, am 31. November 1901. Großherzogliches Amtsgericht. Büdingen, 28. November 1901. Namens des Kreisausschusses: Boeckmann. wie folgt: Jahr 1889 1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 1898 1899 1900 Gerichtssaal. Mainz, 30. Nov- (Strafkammer.) Der 47jährige Maler Salomon Salomon aus Heppenheim a. d- Wiese, per mit 12 Jahren Zuchthaus schon vorbestraft ist, hatte hier einen netten Heiratsschwindel verübt. Im Juli traf der Angeklagte eine Friseuse, der er sich ohne Weiteres als Stationsvorsteher Joseph Simon von Mannheim vorstelltc. Er machte derselben einen Heiratsantrag. Alsbald wurde auch die Verlobung gefeiert, die die Braut I bezahlte. Die Möbel wurden nach Mannheim gesandt und | die Ringe gewechselt. Bei einem hiesigen Möbelhändler wurden Möbel in Höhe von 1396 Mark bestellt, die der Angeklagte alsbald „vermöbelte". Außerdem erhielt der Angeklagte von der Braut einen wertvollen Ring und eine Uhr mit Kette zum Geschenk. Ter Angeklagte versuchte bei dem Möbelhändler noch mehr Waren auf Kredit zu beziehen, dieser erkundigte sich aber in Mannheim und vernahm, daß er es mit einem Schwindler zu thun habe. Von dem Gelbe aus dem Erlös der verkauften Möbeln gab der Angeklagte seiner Braut großmütig 100 Mark zur Anschaffung des Brautkleides. Auch hatte die Braut für nahezu 1000 Md Weißzeug gekauft und alles an den „Bräutigam" nach Mannheim äbgehen lassen. Während er mit der Friseuse im „Brautstand" lebte, hatte er auch noch ein anderes Verhältnis mit einer hiesigen Kellnerin. Auch diese betrog er um eine bedeutende Summe. Bei einer Mannheimer Witwe, bei der der Schwindler wohnte, versuchte er ebenfalls den heiratsbedürftigen Liebhaber zu spielen. Der hiesigen Friseuse stahl er „aus Liebe" auch einen Brillantring, der bei seiner Verhaftung noch vorgefunden wurde. Der Angeklagte wurde zu 6 Jahren Zuchthaus, 750 Mk. Geldstrafe, 1Ö Jahren Ehrverlust und Polizeiaufsicht der- G. Schultheis Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Diontag den 2. Dezember, abends 8 Uhr, B i b c l sl und e i»r Konfirniandensaal der Johanneskirche. Hebräerbrief Kap. 13. Heu- mne Mahnungen für den Ehristenmandel. Pfarrer Dr. N aumauu. Dienstag den 3. Dezember, nachmittags 5*,« Uhr, findet im Schwesternhaus Bereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukas« gemeinde statt. Pfarrer Euler. in unübertroffener Auswahl von den einfachsten bis zu den edelsten Pelz arten. Moderne Muffen, Pelzhüte, Baretts, Pelzbesätze. Herren- und Knaben - Pelze. Pelzteppiche und Fusssäcke. Reparaturen und Umänderungen. Bekanntmachung. In dem hiesigen Handelsregister wurde heute gewahrt, daß die Firnia „Gebrüder Plöger" zu Gießen infolge Ver- Bekanntmachung. Es wird beabsichtigt, auch im laufenden Jahre eine Prämiierung von Dienstboten des Sparkassenbezirks eintreten zu lassen. Prämien können von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis haben und sich über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen können. Von Vollendung der 5 Jahre kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Militär,' durch Auflösung des Haushaltes oder durch Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach den vorstehenden Bedingungen auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufqefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, emes Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie emes etwaigen .Sparkassenbuches bei unserer Kasse oder der Großh. Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 15. Dezember L I. zu melden. . „ Bis zu diesem Termine können sich auch Sparer ve- üufs Gewährung einer Belohnung melden, welche während emes längeren Zeitraumes regelmäßige Emlagen bei unserer Kasie gemacht haben. Gießen, am 28. November 1901. 7835 Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Der Kreisverband Büdingen wünscht zur Beschaffung der Mittel für Erbauung einer Sammelwasenmeisterei (Abdeckerei) ein Anlehen von 100,000 Mk. etwa aufzunehmen, verzinslich zu 4%, von feiten des Kreises auf 10 bis 15 Jahre künd- oder amortisierbar, von feiten des Darleihers auf die gleiche Zeit unkündbar. Kaffen und Kapitalisten werden eingcladen, Angebote an den Unterzeichneten zu richten. Georg MarxWwMarktstr. 12 empfiehlt alle Arten 7749 • p für die Sprelwaren AuppenKüHe ,°wi° Kinder-Kochherde mit Kupfer-, Nickel-, Emaille- und Blechgeschirr in reichster und schönster Auswahl zu billigsten Preisen. Grösstes Pelzwarenlager, Landwirtschaft. Die deutsche Einfuhr wird in einem Artikel der ministeriellen „Berl. Korresp." behandelt. Tarin heißt es u. a.: Auf Erzeugnisse der Land- und oorft- wirtschaft, Jagd und Fischerei, einschließlich der Erzeugnisse landwirtschaftlicher Nebengewerbe (mit Ausnahme der Kaffees, Kakaos und Thees, der Südfrüchte, Gewürze, Huminern, Austern, Muscheln und einiger anderer Waren mit einem Emfuhr- werte von 274,5 Millionen Mark im Jahre 1900, sowie nut Auo- nahme der Baumwolle) entfällt der überwiegende Teil der Gesamt- einsuhr, und zwar im Jahre 1900 mit einem Werte von ruru) 2969 Millionen Mark, also reichlich die Hälfte des gesamten Importwertes von 5765 Millionen Mark. Tie Entwickelung der Ern- fuhr dieser Erzeugnisse ist im einzelnen sehr verschieden. tfux' vier Hauptgetreidearten stellt sich die Einfuhr seit 1889 khristbeschentllgderKltiMlitt-BeVilhraHlllt Am 4. Advcuts-Souutag, den 22. Dezember d. I., soll die Cbristbeschcruug für die Kinder unserer Anstalt stattsindem Wir haben in diesem Jahre für 220 Kinder die Bescherung ber= -urichten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Geldgabcn, die uns die gleichmäßigste Beschenuig für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden 8U ^EineListe zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben reckst bald an eine der nachbenamiten Vorstandsdamen gelangen zu layen: Frau Dr Brüel, Moltkestraße 3, Frau Amtsgerichtsrat Gebhardt, Bergstraße 3, Frau Rechtsanwall Grünewald, Lrebigstraße 21, Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludwig)trape 7, Frau Bürgermeister Mecum, Löberstraße 23, Frau Pfarrer Naumann, eub- Sae 8, Frau Luise Ottens, Bismarckstraße 11, tfrau Fabrikant Lina Schwall, Ostanlage 36, Fräulein Luise Wortmaun, Aster- weg 16^ Auch die Schwestern unserer Anstalt find bereit, Gaben in Empfang m nehmen. Gießen, Den 9. Siovember 1901. Der Vorstand der Kleinttuder-Bewahraustakt. Dr. Rnumann. 7363 urteilt. ‘ Köln, 30. Nov. Das Ober-Värw altungs- . gericht wies die Klage der beiden Städte Köln und Krefeld mit der Begründung ab, daß die Feststellung der Schreibweise zur Zuständigkeit der Landes-Polizeibehörde gehöre. Diese habe im Einverständnis mit dem Landesherrn und angeblich gegen die Ansicht des Ministeriums die Schreibweise Cöln und Crefeld angeordnet. Kiel, 30. Nov. Heute trat das öffentliche Oberkriegsgericht zusammen über den Kapitänleutnant v d. Goltz und den Oberleutnant Reiche wegen Verschuldung der >mi Jahre 1899 erfolgten Strandung des Cvmoran". Das Gericht hob das erstinstanzliche Urteil, durch das v. d. Goltz zu vierwöchigem Stubenarrest verurteilt und Oberleutnant Reiche freigesprochen worden war aus, und verurteilte ersteren wegen fahrlässiger Verschuldung der Strandung zu einwöchigem, letzteren zu dreitägigem Stubenarrest. Freiburg i. Brg., 30. Nov. Der Bankdrrektvv Gruesser in Lörrach wurde wegen Unterschlagung von einer halben Million Mark und wegen Urkundenfälschung zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Infolge des Wreschener Prozesses sind, wie der Posener Ztg." aus Wreschen berichtet wird, bei dem Kre isschul-Jnspektor und einem Lehrer mehrere anonymeDrohbriefe ein getroffen, die von Beleidigungen strotzen, und von der niedrigen Gesinnung der Absender Zeugnis ablegen. Als Blütenlese diene nachstehende Karte- „Ter Bauch wird Dir aufgeschlitzt werden TuLump, Du stinkender Hund — Du!" Mit Erschießen, Erstechen usw. wird gedroht. Gegen das Erkenntnis des Gerichts haben übrigens die Verteidiger Revision eingelegt. - Tie zu 2 einhalb Jahren Gefangn^ verurteilte Helene Piasecka, welche, wie der „Germ, be- ri^et wird, im Gefängnis von einem Blutsturz überfallen wurde ist gegen eine Kaution von 1000 Mark auf freien Fuß gesetzt worden. Ferner wurde gegen eine Bürgschaft Submission auf ca. 400 fm schönes Fichten-Stammholz au§ Distrikt Meerbachstauue« 122b, 15 Lose und zwar: 1: 1 Stamm 1., 15 St. 2 Kl ruf. rund 38 fm; 2: 6 St. 2. = 14 fm; 3: 30 St. 3 = 41 fm; 4: 30 St. 3.-43 fm; 5: 30 St. 3. ==40 fm; 6; 30 St. 3. = 39 fm; 7: 8 St. 3. = 12 fm; 8: 30 St. 4. — 24 fm- 9, 10, 11: je 30 St. 4. mit je 23 fm; 12: 28 St.,4. = 21 fm’; 13: 16 St. 5. = 10 fm; 14: 30 St. 5. = 11 fm; 15: 33 (gt 5 = 12 fm. Ferner Los 16: 6 nn Fichten- und 2 rm Kiefern-Nutzscheit. 17: 10 rrn Fichten-Nutzkn. (2,4 m lang). DistÄt Obere Eicheuheck 125a. Los 18: 10 Eichenstamme 5 Kl — 6 fm; Los 19: 10 Buchenstämme — 10 fm. Distrikt 33 Hohegauöbach. Los 20: 29 Buchenstämme = 18 fm; Los 21: 4 Eschenstämme = 0,78 fm. Das Holz ist bereits eiugeschlageu. -iermrn zur Oeffnung der Offerten: 16. Dezember, vormlltags 10 Uhr. Bedingungen, die ausdrücklich anerfa:-.nt werden müssen, sind für 50 Pfg., Aus- iüae für 50 Pfg. pro 100 Nummern zu beziehen. 7855 5 9 ' *ö Kgl. Obersörsterei Oberscheld zu Dillenburg (Deutz—Gießener Bahn). jUi6|iig aus den Kirchenbücher» der Staöt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Markusgemeinde. Ten 23. Noobr. Otto Heil, Schlosser zu Gießen und Christiane Katharine Augufte Karo- । sine Schultheis, Toehler von Straßenkehrer Heinrich ^chilltheis zu UCI'IC I Gießen. Philipp Nlöbus, Fuhrman zu Gießen und Elisabethe q1 „ Henkel, Tochter des verstarb. Taglöhners Johami Joft Henkel zu qo'a ! Roth Kreis Aiarburg. Getaufte. Ma11bäusgemeinde. Ten 24. ?lovember. Dem 79 q Zimmermeister August Helsenvein em Sohn, Adolf Karl Wtthelm Julius, geb. den 18. Oktober. Markusgemeinde. Den 24. No- iAi'1 vember. Ein unehelicher Sohn, Johann Heinrich, geboren den «aß 11. Oft. 28. Ein unehelicher Sohn, Heinrich, geboren den 16. No- mq'q I vember. Lukasgemeind. Den 28. Nov. Dem prakt. Arzte I ur med. Georg Kipper eine Tochter Lilly Edith Martha Adelheid, iq9'q I geboren den 15. Oft. , Beerdigte. At a 11 h ä u s g e m e i ii d e. Den 23. November, ao? Maria Müller geb. Weidig, Wiuwe des verst. Ortsgerichtsmanns 9iFriedrich Müller, 77 Jahre all, starb den 20. 9iov. 24. August Wird das ■jagr i x-tvnnvm $ ^0,6 Oelkuchen. . 46,4 o3,2 1900 ---------------- g Aufruf! 66,91 77,6 Sett cmiger Zell gelangen Nachahniungen meines beliebten | „Loch er's Antineon" (ärztlich loamt enipfohlenes, unschädliches 71,1 innerliches Mittel gegen Blasen- und Hanlleiden —Ausflup —soww 60,9 gegen Harnbrennen, Harndrang, Harnverhaltimg. Blasenkatarrhi ...... I usw., •— Zusammensetzung: 40,0 darsaparill, 20,0 Burzelkraut, 10,0 Ehrenpreis, 100,0 Weingeist, 100,0 Kognak) zum Verkauf. Da diesL Nachahmungen teilweise sogar entgegengesetzte Wickung besitzen, Opernhaus. . I ausnahmslos aber wertlos sind, handelt das kaufende Publikum in Dienstag den 3. Dezember'): „Feuersnot". Vorher: „Die eigenem Interesse, wenn es bei dem Einkauf stets „Locher's Antt-- Maienkönigin". Mittwoch den 4. Dezember: 3. Abonnement- ^on" mit A. Locher's Namenszug auf Berpackung, Prospekt unb Komert Tonnerstag den 5. Dezember: „Feuersnot". Vorher: Flasche verlangt und alles Andere, angeblich Bessere, energisch zw- Die Maienkönigin". Freitag den 6. Dezember: Geschlossen. Sams- rückweist. „Locher's Antineon" ist von aromatischem Geschmack, letcht- taa den 7 Dezember: „Die Entführung aus dem Serail". Sonn- einzunehmen und roirft gegen obige Krankheiten rasch und ohne- taa den 8 Dezember: Nachmittags 3'/, Uhr: „Der Bajazzo". Berussstörung. Dasselbe gelangt einzig und allem zur Herstellung Lierauf: .Phantasien im Bremer Ratskeller". Abends 7 Uhr: ^on A. Locher, Pharmac. Laboratorium, Stuttgart, und ist in Feuersnot". " Vorher: „Die Maienkönigin". Montag den 9. 2)e-1 foen Apotheken zu haben. Flasche All. 2.50. Aussührkiche Prospekte rember, abends V,8 Uhr: „Martha". gratis. 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