Sonntag 3. November 18)01 Nr. 259 151. Jahrgang Drittes Blatt. 2 ganisation aussprechen. In seinem ausgezeichneten erat, das der vor Jahresfrist verstorbene Hallenser Pro- essor Willibald Bey schlag auf der Jahreskonferenz von Len vereinigten deutschen Stämmen auf Feindes Land vollbrachten Großthatcn, die unauslöschlich in das Gedächtnis nicht nur aller Deutschen, nein, aller Völler geprägt sind. Damals bahnten die Deutschen in ihrer Gesamtheit sich endlich in deutscher Treue ihren Dornenweg bis zu den glorreichen Tagen von Sedan und Versailles. Das Andenken an jene Zeit, an jene nie zuvor gesehenen kriegerischen und politischen Erfolge von 1870/71, die die Sehnsucht der deutschen Nation erfüllten, wie ihre Denker sie sich gedacht und ihre Dichter sie sich erträumt hatten, wach zu erhalten, die Kle.nmütigcn und Lauen mit schwungvoller Rhetorik emporzurütteln, die heiligen Gefühle opferfroher Vaterlandsliebe anzufeucrn und zu bestärken — das ist wahrlich eine verdienstvolle That. Unserer heutigen Zeit fehlt die kraftvolle Tonart des Pommers Arndt, der warme Wohllaut des Ostpreußen Schenkendorff. Wir befinden uns in einer Zeit unheimlich brodllnder und kochender Gährung der Geister und Gemüter, in unserer Heranwachsenden Generation droht der Glaube an die deutsche Vergangenheit verloren zu gehen, ohne die der zuversichtliche Glaube an die Zukunft nicht gedeihen kann. Mit der Tapferkeit des deutschen Gedankens und des deutschen Herzens steht heute int Widerstreit die fortschreitende sittliche Erschlaffung, die sich gar zu gern mit Schein und Halbheit begnügt, statt thatkraftig und zielbewußt zum Wesen und zur Ganzheit vorzudringen. Festem und klarem, gesundem und wahrem Deutschtum zuzustreben, eine durch nichts zu trübende, allen Ränken und Gefahren mutvoll die Stirn bietende Kxaft und hauptsächlich eine lohende Begeisterung für deutsche Art zu erzeugen, soll unsere erste Pflicht sein. Wer sich darum be- -inüht, der hat unseren Beifall vornherein. Herr Paul Wern in g ans Berlin hat es sich zum Be- nufe gemacht, einen solchen Geist im deutschen Volke zu vcr- Ibrciten. Er verfaßte ein Festspiel vom deutsch-französischen Kriege 1870/71, und wie die Homeriden der griechischen, die Skalden der germanischenVorzeit von denHeldenthaten ihresVolles sangen »ind sagten, wie der Nibelungensänger Wilh. Jordan in unseren jung vergangenen Tagen für unsere Zeit das gewaltige germanische Epos um- und ausgestaltete und eß aller Orten vortrug zur Erhebung und Erbauung — so dürfen wir heute Herrn Wermng, in gehörigem Abstande von den Genannten, den epischen Popularisator des Krieges von 1870/71 nennen, bis dereinst in ferner, ferner Zeit unser großer Krieg der Weltgeschichte teilweise entglitten und zur Mythe geworden ist, wie heute etwa das Zeitalter Barbarossas, und ein neuer Homer ersteht, der da ein neues Epos schafft vom Zeitalter Wilhelms I., vom glorreichen Barbablanea. Das Werning'sche Kriegssestspiel hat in dem letzten Zeitraum der Verfasser in zahlreichen deutschen Städten zur Aufführung gebracht, und nun haben die Gießener Kriegervereine dasselbe Spiel begonnen, und zwar, wie wir nochmals auSdriteklich betonen wollen, zu wohlthätigen Zwecken. Am Freitagabend hat in der Turnhalle die erste Ausführung stattgefunden und den geradezu frenetischen Beifall eines so zahlreichen als dankbaren, zumeist aus Schülern bestehenden Publikums gefunden. Es waren wohl, wenn wir recht gezählt haben, nicht weniger als 35 farbenprächtige, teilweise leider zu personenreiche, nicht immer übersichtliche Bilder, die an unseren Augen vorüberzogen, zu denen eine begleitende Rezitation den nötigen Kommentar gab. Wir sahen von historischen Momenten König Wilhelm und Benedetti in Ems, Kronprinz Friedrich Wilhelm an der Leiche des französischen Generals Douay, den Tod des hessischen Majors Gräff und den Sturm auf Champenois-Ferme, Generals Reille Ueberreichung des Schreibens Napoleons an König Wilhelm nach der Schlacht bei Sedan, Bismarck und Napoleon bei Donchery, die Uebergabe Straßburgs, die Kaiserproklamation rc. re., alles in möglichster Naturtreue. Besonders gut gelungen scheinen uns einzelne Phantasiebilder, Episoden aus dem Lagerloben, in denen neben einer großen Anzahl von eifrigen Damen und Herren aus Gießens Einwohnerschaft, allerlei nützliches Getier, das man sonst im Gänsestall oder auf freiem Felde unter Ziegen weidend anFeuilleton. Der deutsch-französische Krieg. ^Vaterländisches Kriegssestspiel von Paul Wern in g. Dreißig Jahre haben wir nun hinter uns seit den Erscheint tagNch mit Ausnahme des Montags. Die Siebener Famillen- bliitler werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den »Blättern für hessisch« Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr.51. Landeskirchen, notwendigerweise gemeinsam geregelt werden muffte. Und wie steht endlich die evangelische Kirche, ober richtiger, wie stehen die evangelischen Teilkirchen gegenüber der Ueberlegenheit der römischen Kirche da? Hier Stärke in der Einheit des Organismus, dort Schwäche in der Zersplitterung in 29 evangelische Landeskirchen. Das Reich erkennt die rechtliche Stellung der römischen Kirche an, verhandelt mit ihr sogar als einer politischen Macht, -ur Vortragung von Bitten und Wünschen, Gutachten und Beschwerden fehlt den Evangelischen des Reiches jegliche Institution. Diese angeführten Punkte drängen geradezu zur Errichtung irgend eines Instituts, das die rechtliche Zusammenschließung der ev. Landeskirchen barstellt. Es fehlt auch nicht an Stimmen, die .sich gegen eine solche Or- trifft, mit Hingabe, Ausdauer und Liebe mitwirkt. Die musikalische Begleitung besteht zumeist aus unfern herrlichen Volksliedern, aber auch Schumanns wundervolle „Träumerei" u. a. Kompositionen unserer großen Tonmeister sind herangezogen, um mitzuhelfen zur Schaffung der rechten Stimmung. Wir wollen uns heute, nach dem ersten Abend, nicht in: Einzelheiten einlassen. Wir haben gestern gesehen, daß alle Mitwirkenden ihr Möglichstes thun zum guten Gelingen bc§' Ganzen, daß der ganze außerordentlich große Apparat erstaunlich sicher und gut funktioniert. Es sind wohlgeübte und begeifterte Mitbürger und Mitbürgerinnen, die sich mit Verständnis und Geschick zu einem im Ganzen durchaus gefälligen Ensemble vereinigen, um den Versammelten eine große Zeit vorzuführen. Unbefangen bieten sie alle die ihnen selbst die Seele erfüllende Sache den Zuschauern zur Freude bar. Das Werning'sche Festspiel hat ja unzweifelhaft seins Schattenseiten. Seine Verse lassen manchmal an Rundung zu wünschen übrig, der ganze Text hält sich zu sehr an der Oberfläche, bringt nicht ein in den gewaltigen Geist des großen Krieges, laßt die grandiose welthistorische, kulturelle, staatsumrvälzende Wirkung ganz außer acht. Ein echter Poet würde den Stoff von Grund aus anders behandeln. Er würde auch z. B. die Schrecknisse des Krieges, die in den Herzen des Volkes wie der Jugend Abscheu und Ekel erregen sollten, viel mehr in den Hintergrund treten lassen, und soweit er sie zum Gange der Handlung nicht entbehren kann, sie zum Mittel nehmen, um unsere Herzen zum Mitleid, zum Wohlthun und zur Liebe anzuregen, zur Achtung des FeindeS, des Lebens überhaupt. Grausam und schauerlich ist der Krieg. Richt Kriegsbegeisterung, sondern Friedensliebe, nicht FeindeShaß, sondern Vaterlandstreue würde uns der echte Epiker lehren. — Aber die Auswahl der lebenden Szenen und die Erfindung der Episoden zeigt des Verfassers großes Geschick, und das Vilderarrangement beweist Herrn Wernings guten Geschmack, und wir haben ihm Dank zu zollen, baß er sich der großen Mühe eines anderthalbwöchigen Aufführungszyklus bei uns zu unterwerfen gewillt ist. Un- verhältn'iZmäßig größere Mühen jedoch haben die Vorstände > pitßonföiirriifwn btt btvtschta kvaugclWsLanbeskirchkn Wir geben in Nachstehendem den zweiten Teil der uns aus Kreisen der evangelischen Geistlichkeit über die Konföderation der deutschen evangelischen Landeskirchen zugegangenen Zuschrift wieder: Alle Anregungen zu einem Zusammenschluß der ev. Landeskirchen gehen aus einem unzweifelhaft überall verspürbaren Bedürfnisse hervor. Gewisse Vereinigungen in freien Vereinsbildungen, die über die Grenzpfähle der einzelnen Landeskirchen hinausgehen, und eine gemeinsame Thätigkeit aller evangelischen Deutschen ermöglichen, sind bereits da, scheinen aber nicht zu genügen. Wir nennen den Gustav 2ldolf-Verein, der schon über fünf Jahrzehnte mit seiner Zentralleitung in Leipzig alle kirchlichen Kreise in sich vereinigt zur Stärkung des evangelischen Bewußtseins und zur thällichen Hilfe der Evangelischen in der Diaspora. Der Zentral-Ausschuß für innere Mission, der, hervorgegangen durch die Anregungen Wichems auf dem Wittenberger Kirchentage, seinen Sch in Berlin hat, und in seiner Arbeit auf die Grenzen der Landeskirchen keine Rücksicht nimmt. Zur Wahrung der deutsch- protestantischen Interessen hat sich der Evangelische Bund gebildet. Also an Vereinigungen, die Über die Landeskirchen hinausgehen, fehlt es nicht, diese können aber nicht erreichen, was man mit einem engeren Zusammenschluß bezwecken will, weil die Gebiete ihrer Thätigkeit zu enge begrenzt sind, und die Vereinigung der rechtlichen Begründung entbehrt. Unter bet engeren Verbinbung der Landeskirchen ist ein Verfassungsakt, eine rechtliche Verbindung gemeint. An einer solchen fehlt es freilich. Die römische Kirche hat sie in ihrem Papsttum. Jeder Deutsche int Auslände hat in dem Rechtsstaats „Deutsches Reich" feinen Schutz. Seine weltlichen Jnter- esfeil werden von diesem letzteren gewahrt. Der Katholik findet feine natürliche Angliederung in der römischen Kirche des Landes, die ein Teil der gesamten römischen Kircye ist, und die ihre Spitze tm Papsttum hat. Nicht so bei dem Evangelischen. Seiner reichsdeutschen Kirchs gehört er nicht an, weil es eine solche nicht giebt, sondern nur einer hessischen preußischen usw. An welche Landeskirche hat er sich, der im Auslande sich aufhaltende Deutsche, in Wahrung seiner kirchlichen Interessen zu menben? Die preußische Landeskirche allerdings hat sich bislang, so gut sie es vermochte, der deutschen evangelischen Gemeindeglieder im Auslände angenommen. Das hat sie gethan und thut es noch, aber vlpte jede rechtliche Unterlage. Welcher rechtlich verfaßten Kirche gehören die Evangelischen — Eingewanderte Wie evangelisch getaufte Eingeborene — in unseren deutschen Kolonien än? Je mehr unsere Kolonien sich ausdehnen itnb Zuwachs durch Einwanderung und die Thätigkeit der evangelischen Missionen erfahren, umsomehr liegt uns diese Frage auf der Seele und verlangt nach Lösung. Wir sind mit unserem Kolonialbesitz über die Ansangsstadien noch nicht hinaus, aber eine andere Zeit wird kommen und mit Gewalt die Entscheidung auch In den kirchlichen Angelegenheiten her- beiführen. Die einzelnen Landeskirchen haben so viel Gemeinsames in Sachen des Gottesdienstes, des Unterrichts, der Zucht und Sitte, der Abwehr des Sektenwesens, das, unbeschadet der selbständigen Entschließung der einzelnen )es ev. Vereins in der Provinz Sachsen int Jahre 1899 gehalten hat, sieht er es als selbstverständlich an, daß dem „Vertreter der größten deutschen Landeskirche, welcher zugleich Vertreter des evangelischen deutschen Kaisers ist, Präsidialrechte gebühren". Würde in diesem Punkte eigensinnig festgehalten, so dürfte, wenigstens für die nächste 3eit, ein engerer Zusammenschluß, gerade daran scheitern. Im vergangenen Jahre tagte der Verband deutscher evangelischer Pfarrvereine in Darmstadt, wo auch über die engere Verbindung der Landeskirchen sollte beraten werden. Der Vorstand des hessischen Pfarrvereins hat aber beantragt, dieses Thema von der Tagesordnung zu streichen, und zwar mit folgender Begründung: „Es iuirb von uns eine unerwünschte Präpottberanz ber preußischen Kirche befürchtet, falls solche Vereinigung zu stände käme. Die Art aber, wie biefe Kirche regiert wirb, und sich regieren läßt, man denke nur an ben Zickzackkurs in ber sozialen Frage ober bie neuesten Vorgänge in Rom, iuo durch den Einfluß ber preußischen Botschaft die evangelisch-deutsche Gemeinde in Verwirrung gebracht worden ist, macht es uns nicht wünschenswert, daß die kleineren evangelischen Landeskirchen davon in Abhängigkeit geraten sollen". Behschlag selber ist es, ber in beut erwähnten Vertrage sagt: „An dem guten Willen des Berliner Oberkirchenrats ist nicht zu zweifeln, aber ba ihm das Kultusministerium übergeordnet, und als Kirchenregiment ber neuen Provinzen zugleich nebengeorbitet ist, so ist er im eigenen Lanbe ohnmächtig, wievielmehr in Der Verhandlung mit anderen Landeskirchen unfrei". Aus dieser Stellung heraus erklärt sich bas Schwanken bet preußischen Kirchenbehörbe in ber Behanblung ber sozialen Frage, baß der hessische Pfarrverein mit gutem Recht tabelt. Mer — ftno bie anderen Kirchenregimenter in dieser Beziehung besser? So lange bas jetzige System ber Kirchenregierungen besteht, bleibt nicht viel zu hoffen, und wenn ein Zusammenschluß nach Art ber bestehenden, vom Staate völlig abhängigen Kirchenregimenter zu stände kommt, oder deutlicher gesagt, wenn ber &u konstruierenbe beutsch-evan- aelische Bunbesrat, ober bie beutsch-evangelische Reichs- synode ober wie man sonst bie Institution nennen will, innerhalb bes Reiches keine anbere Stellung einzunehmen berufen sein soll, als wie sie gegenwärtig bie einzelnen Kirchenbehörben innerhalb ihrer Staaten haben, dann wäre es allerdings am besten, man sparte sich die Mühe und den Eifer-, denn die Reichskirche wäre ebenso wenig aktionsfähig, wie es zur Zeit bie Teilkirchen finb, sie litte mit ihnen an innerer Unfreiheit und äußerer Schwäche unb würbe kaum mehr leisten, als bie Eisenacher Konferenz. Zur Herausführung eines solchen Gebildes wollen viele aus wohl erwogenen Gründen nicht Die Hände reichen,, und wer will es ihnen verargen? Der Zusammenschluß darf nicht von oben,' er muß von unten erstrebt werden, nicht von ben Kirckenregimen- tern, sonbern von ber Kirche; nicht Mitglieber oer Kirchenregimenter — am allerwenigsten bie Juristen unter ihnen — sollten in ber neuen Körperschaft herrschen, fonoetn freie Geistliche, unb fromme Laien, frei gewählt nach ihrer Tüchtigkeit, ohne Beachtung ihrer Zugehörigkeit zu dieser ober jener Lanbeskirche, in ihren Beschlüssen unb Entschließungen nur allein gebunben in Gottes Wort, unabhängig barin von jeber Hof- unb Staatsgewalt, verantwortlich allein Gott unb bem Gewissen. In einer solchen Gemeinschaft allein kann Leben erblühen, können Früchte heranreifen. Frei eütgrcifenb muß bie Thätigkeit des neuen Gesamtregiments sein nach unten unb nach oben Die Kräfte bes Evangeliums sind zur Erneuerung aller Stände, aber auch aller Personen da und notwendig. Die jetzigen Kirchenbehörben können sich in ber wünschenswerten Weise nicht frei genug bewegen. Viele Rücksichten finb zu nehmen. Tas ist nicht wahrhaft evangelisch. Ein Zusammenschluß ber evangelischen Landeskirchen hat nur bann Bebentung unb ist bes Eifers ber Edelsten wert, wenn die sämtliche Teilkirchen vertretende Körperschaft derart zusammengesetzt ist, baß einem wahrhaft evangelischen Wirken, bie freie Entfaltung aller und durch bie Reformation wieder gewonnen Lebenskräfte des Evangeliums nicht von den verschiedensten Seiten Hemmnisse unb Hinbernisse entgegengesetzt werden. Dann versprechen, wir uns wirkliche Erfolge von einer Konföberation oer beutschen evangelischen Landeskirchen, sonst aber nicht. __________________________________G. S Aum Naynhofsumöau in Kietzen erhalten wir aus Leserkreisen folgende interessante Schild bentug: Der „Gießener Anzeiger," hat bereits des öfteren kurze Artikel über den Bahnhofs-Umbau gebracht, die ich, ber Verfasser dieser Zeilen, stets mit großem Interesse gelesen habe. Am vorigen Samstag hatte ich nun Gelegenheit, unter kundiger Führung selbst etwas vom Bahnhoss-llmbau ober richtiger Neubau zu sehen, und ba bieser Teil vom „Gieß. Nnz." irorf) nicht behandelt wurde, stelle ich Ihnen eine kurze Schilderung dessen, was ich gesehen, mit dem Anheimgeben des Mdrucks zur Verfügung. Ich kam, wie bereits erwähnt, Samstag mittag hier mit einem Zuge bet Main-Weser-Bahn an. Beim Ausfteigen sah. ich zufällig in nicht, zu großer Entfernung vom Geleise einige Männer neben einer kleinen Qesfnung in der Erde stehen und hörte, wie einer von ihnen jagte, „eben sind sie Durchgekommen". Ich fühlte trotz bieser nicht eben geistreichen Bemerkung mein Interesse erwachen, stellte mich zu ben Leuten unb fragte: „Wer ist durchgekommen?" „Nun", antwortete man mir, „die Stollenbauer." „Die. Stollenbauer?", rief ich erstaunt. „Hier ist doch fein Berg- GiehenerAMger« General-Ammer v 1M v * ö UniversitätS - Druckerei, Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM __” zeigenteil: Hans Beck. werk." Ich wandte mich um nähere Auskunft an einen Herrn, anscheinend einen der Leiter des Baues, der mir denn auch auf das Bereitwilligste nicht nur den erbetenen Bescheid gab, sondern mir zugleich auf das Liebenswürdigste den wichtigsten Teil des ja jeden echten Gießener Bürger besonders interessierenden Bahnhofsumbaues zeigte und erklärte. So erfuhr ich denn, daß man einen Stollen angelegt hat, der zur Entwässerung der beiden Tunnels auf der Main- Weser- und aus d.er oberhessischen Seite dienen soll. Nun hatte ich im „Gieß. Anz." wohl schon verschiedentlich von dem geplanten Tunnelbau gelesen, aber mich durch den Augenschein noch nie davon überzeugt. Ich fragte deshalb meinen freundlichen Auskunftgeber, ob es ihm wohl seine Zeit erlaube, mir mit wenigen Worten die Anlage und den Zweck dieses Tunnels auseinanderzusetzen. Er erklärte sich gern dazu bereit. So hörte ich denn, daß man plant, den ganzen Personenverkehr unterirdisch durch Tunnels zu leiten, und zwar hauptsächlich deshalb, um ein lieber» schreiten der Geleise durch das reisende Publikum zu vermeiden und auf diese Weise Unglücksfällen, die bei starkem Verkehr infolge des Hinübergeyens von einem Bahnsteig zum anderen so oft vorkommen können, vorzubeugen. Da wir uns auf der Main-Weser-Seite befanden, gab mir mein Führer zunächst einige Erläuterungen zu dem Tunnelbau auf dieser Seite, der im Großen und Ganzen bereits vollendet ist. Schon stehen lange Säulenreihen da, und ebenso einzelne eiserne zusammengenietete Bögen. Sie sollen zur Ueberdachung des Tunnelausgangs und des neuen Bahnsteigs dienen, der an Stelle des bisherigen 3. Geleises angelegt wird. Der Fußboden des Tunnels selbst wird mit Fliesen belegt, während die Wände mit weißen Porzellan- platten verkleidet werden. Beides geschieht, um dem Ganzen einen gefälligen Anstrich zu geben, besonders aber deshalb, um den Tunnel möglichst hell zu gestalten. Während wir noch beim Besichtigen begriffen waren, kam plötzlich über unseren Köpfen ein Zug daher gebraust. Erstaunt, aber auch ein bißchen erschrocken blickte ich in die Höhe. Lächelnd beruhigte mich mein Begleiter und machte mich zugleich auf die beiden Geleise aufmerksam, die vermittels mächtiger eiserner Träger über den Tunnel hinweggeführt sind. Wir kamen an unseren Ausgangspunkt, die Stollen- öffnung zurück. Nachdem einmal meine Neugierde rege gemacht war, hätte ich doch auch gar zu gern das Innere des Stollens in Augenschein genommen. Mein Führer muß mir meinen Wunsch an den Augen abgelesen haben; denn unaufgefordert bot er es mir an, mich hindurchzuführen, wobei er mich freilich darauf aufmerksam machte, daß meine leichten Schuhe und mein heller Anzug nicht gerade geeignet seien zu einer Wanderung in die Unterwelt, die viel Nässe und Schmutz aufweise. Ich aber meinte, es würde nicht so schlimm sein, und so machten wir uns denn auf die Wanderung nach dem anderen Ende des Stollens, das sich am Ufer der Lahn befindet. Die unterirdischen Gewässer sollen nämlich sämtlich in die Lahn ab geführt werden. Mein Begleiter mit brennender Laterne voran, ich hinterher begannen wir unsere Einfahrt. Schon nach wenigen Schritten umgab uns völlige Dunkelheit, die durch das Licht, das mein Begleiter trug, mir notdürftig erhellt wurde, uni) ich hatte wieder das eigentümliche Gefühl, das jeden Nichtfachmann beschleicht, wenn er sich unter der Erde befindet. Es ist eine merkwürdig dumpfe, feuchte Luft, die einen da umgiebt, und die sich wie ein Alp auf die Brust legt. An den Wänden und von der Decke sickert Feuchtigkeit herunter, der Fuß schreitet unsicher vorwärts, hier und da gleitet er aus und patscht ins Wasser, das gerade in unserem Stollen in mehr als reichlichem Maße vorhanden ist, ein Beweis für seine drützlichkeit. Der Stollen ist vollständig bergmännisch verzimmert und hat ungefähr Mannshöhe. Schon am anderen Ende hatte ich meine Verwunderung über die felsige Natur des Terrains ausgesprochen. Nun konnte ich mich überzeugen, daß der Stollen vollständig durch Felsen gehauen werden mußte, und es ging mir ein Licht auf, mit welchen Schwierigkeiten man bei seiner Anlage zu kämpfen hatte. Man hat denn auch fast fünf Monnte gebraucht, um chn — er hat eine Länge von rund 130 Metern — zu vollenden, wobei berücksichtigt werden muß, daß stets nur zwei Männer wegen seiner geringen Breite neben einander arbeiten konnten. Interessant ist, daß man bei dem Ausbau auf eine Grundmauer aus früherer Zeit stieß. Ganz deutlich unterscheidet sich die Grundmauer von dem Felsgestein rechts und links. Nachdem wir ein Stück gegangen waren, bemerkten wir einen Lichtschimmer. Wir kamen an einen Schacht, der angelegt ist zur Entlüftung und zur Orien- unserer Kriegervereine auf sich genommen, die chr ganzes Können, ihre ganze Arbeitskraft wochenlang vorher schon für die imposante Verwirklichung des großen Planes einsetzten. Dank gebührt in erster Linie den Ausschüssen und namentlich deren Vorsitzenden, die eine aufopferungsfreudige, selbstlose und überaus mühenreiche Thätigkeit entfaltet haben, Dank den zahlreichen Mitwirkenden. Wir sind überzeugt, daß auch alle folgenden Vorstellungen sich des lebhaftesten Besuches zu erfreuen haben werden. Die schönen, figurenreichen, außerordentlich abwechslungsvollen Bilder, die uns das staunenswerte Vermögen Gießens zeigen an den verschiedensten Theaterutensilien wie an Männern, die sich darauf aufs Beste verstehen, sind in ihrer vortrefflichen Anordnung des Sehens wahrlich wert. Es kann keine Frage sein, daß Festspiele in der Art, wie sie Gießen jetzt zu schauen im Begriff steht, die Heldengestalten des großen Krieges dem Volke in anderen Zügen vor Augen führen, als es die Geschichtsschreibung thut, daß andrerseits aber die gewaltige Predigt, die das lebendige Bild solcher Darstellungen dem Volle hält, einen starken Widerhall in den Herzen zurückläßt und damit auch zugleich mithilft, die Kunst dem Volke wiederzugewinnen, das Interesse für sie zu befestigen und neu zu beleben. Hinterläßt es diese Wickung auch nur auf den empfänglicheren Dell der Bevölkerung, regt es immer weitere Kreise zur Freude an der Kumt überhaupt, und cm .dem Theaterbesuch im besonderen an, dann hat u. E. das Festspiel seinen Zweck erfüllt. Das wiedererstandene Volksschauspiel ist z. Z. ein nur in seinen Anfängen stehender Faktor der Volksbildung. Sobald aber gestaltungskräftige Geister es zu fördern und eine neue Blütezeit dieser Dichtungsgattung zu entfalten ihre volle Kraft einsetzen und ihre Stoffe dazu in unseren allen deutschen Sagen, in der epischen Erzählung suchen würden, dann — davon sind wir überzeugt — würde das deutsche Volk in seiner Gesamtheck stets nur aus sich selbst heraus handeln und vom Schlendrian des Gewohnheitsmäßigen, des Niederen und Alltäglichen sich befreien, gern und freudig stets mitwirken an edlen Aufgaben edler Zeiten l P. W. tierung. Wir gingen weiter. Bald sahen wir einen neuen Lichtschein vor uns, der diesmal von den beiden Gruben- Lämpchen der Arbeiter ausging. Nach kurzer Zeit waren wir am Ende des Stollens an gelangt und standen an der Oeffnung, die mir vorhin oben aufgefallen war. Mein Begleiter erklärte mir, daß die Oeffnung zu demselben Umfang wie die Stollen erweitert wird. Dann wird das Abflußrohr hineingelegt und nach dem anderen Ende durchgeleitet, von wo sich die Abwässer in die Lahn erstehen. Durch die Oeffnung konnte man das Rohr sehen, >as durch den fertig gestellten Tunnel und nach dem Oberhessischen Bahnhof bereits gelegt ist. Auf demselben Wege, den wir gekommen, kehrten wir an das Tageslicht zurück. Jetzt hatte ich die Main-Weser-Seite gesehen. Nun war aber mein Wissensdurst erst recht erwacht, und ich wollte auch die oberhessische Seite betrachten. Mein Führer war bereit, mich dorthin zu begleiten. Auf der oberhessi- chen Selle sah ich zunächst mehrere Arbeiter mit Aus- chachten bejdjuftigt. Mir wurde erklärt, daß dies zur Anlegung eines Aufgangs geschehe. Es werden hier drei olcher Aufgänge mit Doppeltreppen angelegt, von denen der eine zu den Zügen nach Oberhessen, der zweite zu den Zügen nach der Laynbahn und der dritte zu den Zügen von der Lahnbahn führen wird. Gegenwärtig wird an der Anlage der ersten Doppeltreppe gearbeitet. Hatte ich mich chon auf der anderen Selle von dem großen Vorteil! der Entwässerungsanlage überzeugen müssen, so mußte ich das hier noch viel mehr. Denn überall, wo gearbeitet wurde, land Wasser. Am meisten siel mir das auf beim Besichtigen )es Kanals, den wir beim Gang von der Main-Weser-Seite nach der oberhessischen überschreiten mußten, und der nun Teil bereits wieder zugefüllt ist. Auch konnte ich bei dem noch in Arbeit besinnlichen Teil des Kanals wiederum ehen, mit welch ungemeinen Schwierigkeiten der Bau wrknüpft ist. Zum Teil liegen diese darin, daß auch hier das Terrain durchweg felsig ist, im Zusammenhang damit aber auch darin, daß deshalb, zur Vermeidung zu hoher Kosten, der Kanal nicht sehr breit angelegt werden konnte. So war es immer nur wenigen Personen möglich, neben einander zu arbeiten. Dabei muß ferner die Tiefe des Kanals, fünf Meter, in Betracht gezogen werden, die es nötig machte, daß in zwei Stockwerken gearbeitet wird. Die unten beschäftigten Leute schlagen das Gestein los und werfen es auf das höhere Gerüst, von wo es an die Ober- läche geschafft wird. u. Aus Stadt und Kund. (Der Abdruck der unter dieser Rrrbrik beftndtichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:,,Gieß. Anz." gepattet.) Gießen, den 2. November 1901. ** Dem Regierungsblatt Nr. 66, das, wie wir gestern mitteilten, den Staatsvertrag mit Preußen, betreffs des Baues einer Bahn von Vilbel nach Stockheim enthält, sei u. a- folgendes von allgemeinerem Interesse entnommen: Beide Regierungen beabsichtigen, den Bau gemeinsam auszuführen. Die Königlich Preußische Regierung wird die Strecke Vilbel—Höchst a. d- Nidder für eigene Rechnung Herstellen, nachdem sie die gesetzliche Ermächtigung hierzu erhalten haben wird; die Großherzoglich Hessische Regierung gestattet der erstgenannten, den Bau dieser Strecke innerhalb des Hessischen Staatsgebietes. Der Bau der ausschließlich auf Hessischem Staatsgebiete gelegenen Strecke Höchst a. d- Nidder—Stockheim in Hessen wird für Rechnung der Gvoßh. Hessischen Regierung ausgeführt werden, nachdem die hierzu erforderliche landständische Genehmigung erteilt sein wird. — Bezüglich der Ausführung des Baues, der Verwaltung und des Betriebes der Bahn, owie der Ausübung der Landeshoheit und des Aufsichtsrechts finden die Bestimmungen des Staatsvertrages zwischen Preußen und Hessen über die gemeinschaftliche Verwaltung des beiderseitigen Eisenbahnbesitzes vom 23. Juni 1896 Anwendung. Die obengenannte Strecke Höchst an der Nidder—Stockheim tritt nach Maßgabe der im Art. 11 Ab- atz 2 des vorbezeichneten Vertrages vorgesehenen Bestimmungen in die Finanzgemeinschaft ein. — Für die bauliche Ausführung und demnächst für den Betrieb dieser Nebenbahn sind die Bestimmungen der Bahnordnung für die Nebeneisenbahnen Deutschlands vom 5. Juli 1892 und die dazu ergangenen und etwa künftig noch ergehenden ergänzenden und abändernden Bestimmungen maßgebend. — Die Gvoßh. Hessische Regierung übernimmt für den Fall der Ausführung Der Bahn bezüglich der in Ihrem Staatsgebiete von Preußen herzustellenden Teilstrecken die Verpflichtung: 1) den zum Bau der Bahnanlagen erforderlichen Grund und Boden innerhalb Ihres Landesgebiets der Kö- niglich Preußischen Regierung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen; 2) die Mitbenutzung der Chausseen und sonstigen öffentlichen Wege unentgeltlich und ohne besondere Entschädigung für die Dauer des Bestehens und Betriebes der Bahn zu gestatten. — Alle Entschädigungs- und sonstigen privatrechtlichen Ansprüche, welche aus Anlaß des Baues auf Hessischem Staatsgebiete erhoben werden, hat die Königlich Preußische Regierung zu vertreten. — Die Kosten der Beschaffung der für die neue Bahn erforderlichen Betriebsmittel sollen von den beiden Regierungen nach Verhältnis der Längen der beiderseitig zu bauenden Teilstrecken getragen werden. — Die Königlich Preußische Regierung wird Gegenstände von natur- ober kunsthistorischem Werte, welche von ihr bei Ausführung der Arbeiten im Großherzogtum Hessen gefunden werden, wie Versteinerungen, seltene Mineralien, Altertümer, Münzen, Gebeine und dergleichen an die Grvßherzvglich Hessische Regierung abliefern. Im Schlußpvotokolle heißt es u. a-: Die Großherzoglich Hessische Regierung kann eine Straßenbenutzung nach Art. 11 des Gesetzes vom 29. Mai 1884 nur insoweit gestatten, als dies ohne Gefährdung und erhebliche Beeinträchtigung des sonstigen Straßenverkehrs möglich ist. Die Vertreter der Königlich Preußischen Regierung bemerken, daß eine Längsbe- nutzung öffentlicher Straßen nach dem allgemeinen Entwurf überhaupt nicht in Aussicht genommen sei. B. S. Kunstausstellung. Die Besucher der nach langer Pause wieder eröffneten Ausstellung werden sich freuen, einer Reihe von Bildern des hier schon wohl bekannten Müncheners R. Scholz zu begegnen. Er bringt uns diesmal mehrere Hochgebirgslandschaften, die, frei von allem übertriebenen Pathos, das dieser Gattung so leicht anhaftet, den ganzen Reiz der großen Natur, in der sie entstanden sind, auf den Beschauer wirken lassen. Daneben ist das Hauptgebiet des Malers durch zwei ausgezeichnete Portr'aits aus Gießener Privatbesitz vertreten, die ohne Zweifel besonderes Interesse erregen werden. Im übrigen nennen wir zwei allerdings etwas wunderliche Meeresphantasien von F. Kleudgen und eine Reihe Landschaftsskizzen von H. Dietz, unter denen oberhessische Motive gegenüber denen des Hochgebirges sich vorteilhaft auszeichnen. — In ganz andere, urallr SBtftüi Mr.en. uns ejn paar. fcyn. ÄrchäplMLchen Institut der Landesuniversllät ausgestellte Proben „my^ keyischer" Kunst, getreue galvanoplastische Nachbildungen von Originalen des athenischen Nationalmuseums. Der große Goldring mit den in seltsame Faltenröcke gelleideten mykenischen Damen, die augenscheinlich in einer Kulthand^ lung begriffen sind, das Fragment eines Silbergefäßes/ dessen Reliefschmuck eine von Piraten bedrohte Stadt bar* teilt, das dolchähnliche Schwert, dessen Klinge in sauberster eingelegter Arbeit Löwen auf der Gazellen- und Männer: auf der Löwenjagd zeigt, sind noch mykenische Funde Schsie- manns. Ter Golobecher, bei dcm nicht die geringste Ergänzung nötig war, ist später, mit einem genau entsprechenden Gegenstück, in einem Kuppelgrab Lakoniens gefunden worden. Die technische Vollendung der Metallarbell, die Sicherheit' des freilich noch unentwickelten Reliefstils, die drastische Lebendigkeit der Darstellung — Fang wilder Stiere — sind höchst bewundernswert angesichts der Thatsache, daß dieses, Werk etwa 1000 Jahre v. Chr. entstanden ist. • * Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Kutscher Peter Reiner Leuchtgens zu Lich und dem Forstwart Philipp Dörner daselbst, beide in Diensten des Fürsten zu Solms-Hohensolms-Lich, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Verdienste" verliehen. — Das Ehrenzeichen ür Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr der Dörr u. Reinhart-' chen Lederwerke zu Worms Adam Römer, Adam (Ebers )ard, Michael Heimerle, Bartholomäus Becker, Georg Aumann, Philipp Schneider, Ludwig Seibel unb< Christian Gernsheimer. * * Wernings Kriegsfestspiel. Um irrigen Ansichten entgegenzutreten, teilen wir mit, daß zu sämtlichen Abendvorstellungen noch zu allen Plätzen Einllittskarten zu haben ind. Auch sind stets an der Abendkasse Eintrittskarten zu- haben. • * Vom Landgrafen von Heffen. Wie verschiedene Blätter melden, ist der Landgraf von Hessen, der gegenwärtig auf Schloß Panker in Schleswig weilt, von einem Wagenunfall betroffen worden. In der Nähe einer kleinen Bahn» ,'tation scheuten die Pferde und der Wagen fiel um. Der Landgraf selbst wurde nicht verletzt, Kutscher und Lakai kamen mit gelinden Hautabschürfungen davon, dagegen soll der Zustand des Kammerdieners nicht unbedenklich sein. * * Gießener Volksbad. Im Oktober wurden 8 714 Bäder verabreicht gegen 7 456 im Septeniber 1901 und 7455 im Oktober 1900 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 300 Bäder gegen 266 im September 1901 und 257 im Oktober 1900. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilte Schwimmbad 4946 Männer, darunter 754 zu 10 Pfg., „ 1194 Frauen, „ 255 „ 10 , Wannenbäder 1. Klasse 208 Männer, 62 Frauen, 2. „ 500 „ 403 Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 131. Männer, 36 Frauen. Brausebäder 1096 Männer, 138 Frauen. Die Personenwage wurde von 140 Personen benutzt und das Bad von 15 Personen besichtigt. m. Grimberg, 31. Oft. Was eine Stimme für die Bürgermeisterwahl wert ist, erfährt man in einem benachbarten Orte. Dort knetet ein bekannter Vogelsberger Zuchtviehbesitzer den Wählern, die den Bürgermeister wieder wählen wollen, 20 Mark, wenn sie an diesem Tage sich auL dem Ort entfernen und nicht wählen. Worms, 1. Nov. Die Wahlbeteiligung bei den vorgestrigen Stadtverordnetenwahlen war im Allge» meinen keine sehr beträchtliche; es haben von den 6000 Wählern etwa 3000 chr Stimmrecht ausgeübt, also rund 50 °/0> Immerhin war die Gesamtbeteiligung diesmal etwas stärker^ als vor drei Jahren, denn auf die damals gewählten 19 Kandidaten vereinigten sich 39 139 Stimmen, also durchschnittlich etwa 2060 Stimmen auf jeden Gewählten, während jetzt die 13 neu gewählten Stadtverordneten 31 805 Stimmen erhielten, mithin die Durchschnittsziffer für den Einzelnen rund 2450 betragen würde. Bei der vorigen Wahl wurden von den auf der nationalliberalen Vorschlagsliste empfohlenen 19 Kandidaten 17 gewählt; diesmal hat die ganze nationalliberale Vorschlagsliste gesiegt. Bemerkenswert ist der rapide Rückgang der Stimmen der Arbeiter- oder Gewerkschafts-Partei. Während vor drei Jahren die Minoritäten meist etwa 1100' bis 1300 betrugen, bewegen sie sich diesmal nur zwischen 454 und 539 Stimmen. Nur die beiden von der freifinnigen Partei mit unterstützten Kandidaten haben es auf 717 resp. 1142 Stimmen gebracht. b. Mainz, 1. Nov. Hier fand in Anwesenheit des Kreisschulinspektors des Kreises Mainz eine Konferenz der Fortbildungsschullehrer mehrerer ländlicher Bezirke statt, in der über eine zeitgemäße Umänberung der Fortbildungsschulen beraten wurde. Nach den neuesten Bestrebungen auf diesem Gebiet soll der Fortbildungsschulenunterricht in ganz neue Bahnen gelenkt werden. Es soll nicht mehr- wie seither in der Fortbildungsschule nur theoretisches Schulwissen gepflegt werden, sondern man will die Stoffe zunächst aus dem Berufsleben der Schüler nehmen, um so ihre berufliche Ausbildung fördern zu helfen. Dadurch denkt man mehr wie bisher das Jntereffe der Schüler und Eltern wie auch der Meister für die Fortbildungsschule zu wecken und befferc Erfolge zu sichern. Demgemäß wurde in der Konferenz beschlossen, die Klaffen der Fortbildungsschulen so abzuteilen, daß jede Klaffe möglichst Schüler desselben oder doch verwandter Berufe umfaßt. Vorerst wurd^davonAbstand genommen,besondere Lehrpläne aufzustellen da man erst die nötigen Erfahrungen sammeln will. ** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Am 27. Oktober feierte Förster Germann in Messel fein 50jähriges Dienstjubiläum. — Die Weberei Salzmann u. (Eoin Kassel stiftete anläßlich der Feier des 25jährigen Bestehens der Firma 50000 Mark für eine Arbeiter- Unterstützungskaffe. — In Lich starb der städtische Forstwart Ludwig Uhl im 73. Lebensjahre. Er hat über 30 Jahre seinen Dienst bei der Stadt treu versehen, war allgemein geachtet und beliebt. Gerichtssaal. D. Gießen, 1. Nov. (Strafkammer.) August Wilhelm Grasso von Ostheim steht unter der Anklage vor Gericht, am 28. August bei Ostheim den Dienstknecht Wilhelm Lein-■ hos vorsätzlich durch Messerstiche verletzt zu haben. Der Angeklagte ist in vollem Umfange geständig. Tie Staatsanwaltschaft beantragt gegen ihn eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten unter Anrechnung von. 3 Wochen der erlittenen 7082 jetzt auf die ganze mit der elektrischen Ausrüstung verschenk Strecke, der Militärbahn von Marieufelde bis Zossen echt. $a^?*140 Kilometer in der Stunde. Die Studien- qesellschaft für elektrische Schnellbahnen in Berlin hat bte Versuchsfahrten aus der Militärbahn brsher ohne Unterbrechung fortgesetzt, indem abwechselnd mit je einem der beiden Wagen, von Siemens & Halske und der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschast, gefahren wurde. Die Versuche sind Vermischtes. * Berlin, 1. Nov. Der Hausbesitzer und Schlächtermeister Heß, der gestern nacht einen Schlossergesellen, der mit einem Mädchen sein Haus betreten wollte, den Eingang verwehrte, wurde von dem Schlossergesellen durch einen Messerstich schwer verletzt. Der Angreifer wurde ver- Frankfurt a. M., 30.Ott. Wegen Entführung seines eigenen Kindes hatte sich am 23. Oktober der prakt. Arzt Dr. Wolff vor der Strafkanirner zu verantworten. Er tfi von . seiner Frau geschieden, aber der aus der Ehe entsprossene Knabe nt ihr ^gesprochen worden und der Vater durfte ihn nur wahrend .der Ferien bei sich behalten. Weil er nun den, wie er sagt ver- / ^büchen Liuflutz der Mutter auf das Kind verhindern wollte, ent- ausaedehnt worden. Man ist dem Ziele schon erheblich näher gekommen. Die Schnelligkeit ist allmählich weiter ge- steig?r^wo7d7n Man ist nach Ausweis derSelbstregistrier- Apparate bereits zu einer Geschwindigkeit von 130 brf140 Mometer in der Stunde gelangt. Die Lagen durchfahren also in einer Sekunde 38 Meter. Die gesamte Entsernuna von 23 Kilometer zwischen Marienfelde undZossen wird ietzt in 10 Minuten zuruckgelegt. Man wurd< mit dieser Geschwindigkeit von Berlin nach Hamburg s^on rn zwei Stunden gelangen. Tie Wagen behalten trotz Mer von keinem menschlichen Fahrzeug erreichten ^Schnelligkeit einen überraschend ruhigen Gang. * Angerburg (Ostpr.), 1- Nov. In der Ortschaft Knobbenort haben zweiSch ulknaben einen furchtbaren Tl orb verübt. Der neunjährige Grigo und bei achtjährige Lasch, beibe Arbeitersöhne, fanden, wie sie selb:, zugestanden haben, den 70 jährigen Ortsarmen Korsch am ^ege m betrunkenem Zustande schlafend. Sie schlugen ihn mit Stocken so lange, bis sie glaubten, daß er tot Jet, da'in versuchten ie, ihm die Augen auszustechen, ludern sie ihm Stiche unter und über den Augen beibrachten. Korsch starb bald Warnung vor Fälschung j in Pillen noch in Pulverform noch mit Cacao Vv uUvl gemischt, sondern in Flaschen mit eingepi 'tem Namen ist UUT Dr. HonuntA’s Haematoffen führte er den Knaben nach Amsterdam. Nach lanaer Verhandlung . vertagte das Gericht die Urteilsverkündrgung aus den 30. Cttober. Während der Verteidiger, Rechtsanwalt Richard Brucks ym- 'prechunq beantragt hatte, nahm das Gericht an, day bte Doraus- ehungen des § 235 des Strafgesetzbuchs vorliegen und erkannte auf 3'Lage Gefängnis. , „ „ , , r Stuttgart, 1. Nov- In der heutigen Verhandlung vor dem hiesigen Landgericht gegen die Redakteure des „Beobachters", Freu... und Schmidt, wegen B e l e i mgung der deutschen T-uppen in China sagt, der als Senge vernommene ' . neralleutnant v. Lessel a. ?, es sei völlig unwahr, daß die deutschen Truppen gemordet und geplündert hätten. Ausschreituugen einzelner Soldaten seien sofort kriegsgerichtlich auf das Strengste geahndet worden. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagten je drei Monate Gefängnis. Schließlich wurde der Chefredakteur Landtaasabg. Schmidt frei- gesprochen. Das Urteil gegen Freund lautete wegen zweier Beleidigungen der deutschen Truppen auf vier Wochen Gefängnis und Tragung der Kosten. Im Lause des Play- doyers teilte Oberstaatsanwalt Hörrschner mit, daß nach einer ihm vom preußischen Kriegsministerium zugegangenen Mitteilung noch gegen 8 bis 9 deutsche Zeitungen n t r a s - antrag wegen Abdrucks von Hunnenbriesen gestellt worden sei. Inkriminiert waren zwei Artikel enthalten, von denen der eine die Ueberschrift: „Der Antritt des neuen Jahrhunderts", der zweite: „Der Aufruhr .in China "trug. Ein Unteroffizier des L vstasiatischen Infanterieregiments Friedrich Weinmann bezeugte, daß die reglementsmäßige Disziplinarstrafe des Pfahlanbindens an deutschen Kriegern häufig, seines Wissens etwa zehn Mal in vier Wochen, ausgeführt worden sei. Generalleutnant v. Lessel schätzt die Vergehen der Leute gegen Leben und Eigentum der chinesischen Bevölkerung auf etwa zwölf und die Dienstvergehen von Offizieren aus ungefähr sechch Die astronomischen Instrumente der Pekinger Sternwarte seien als Kriegsbeute weggeführt, wie man eben im feindlichen Lande öffentliches Eigentum zur Deckung der Kriegskosten beschlagnahmt. k , Nordhause«, 31. Okt. Wegen Beteiligung an den S t r aßen- krawallen während des Tabakarbeiterausstandes verurteilte die Strafkammer 19 Einwohner zu Gefängnisstrafen bis zu 6 Monaten. 5 Angeklagte wurden freigesprochen. Lemberg, 1. Nov. In dem Prozeß geaen den Sozialisten- führer Reger und Genossen wegen angeblicher Beleidigung des Offizierkorps sprach das Schwurgericht sämtliche An- geklagten frei. _______________________ nach der Auffindung. . * Die P e st. In dem Vororte von Kon stan tino p el Beschiktasch ist ein Pestfall vorgekommen. Der Erkrankte und die Personen, welche mit ihm in Berührung gekommen, ind ins Lazarett geschafft worden. — Tie ruf fische Kommission zur Bekämpfung der Pest giebt bekannt, daß in Datum ein Mann an pestartigen Symptomen geftorben ist, und bald darauf ein anderer, der mit ihm in teiner Berührung stand, unter ähnlichen ErsckMnungen erkrankte. Dieser befindet sich auf dem Wege der Genesung, feine Familie ist isoliert. In beiden Fällen ift durch die l>ak^ teriologische Untersuchung wirkliche Pest nicht festgestellt worden. Gleichwohl sind alle notwendigen Vorfichts- rnaßregeln getroffen, und die eingehenden und auvlausen- den Schiffe strenger ärztlicher Untersuchung unterworfen worden. — Ein Schenkmädchen auf der schottischen: Bahnstation Airdrie, das bis vor kurzem eine ähnliche Stellung in einem Gasthause in Glasgow bekleidete, ist unter pestartigen Erscheinungen erkrankt. Die Schankstelle und auch die Station sind geschlossen. — Aus Glasgow selbst wird gemeldet: Seit der letzten Meldung ist hier ein n^uer Pestfall zur amtlichen Kenntnis gebracht worden. Dadurch erhöht sich die Zahl der Erkrankungen auf fünf. Jnbetreff der den Husen verlassenden Schiffe sind noch keine Anweisungen vom Auswärtigen Amte ergangen, man glaubt aber, daß ein Erlaß beschränkender Vorschriften unmittelbar bevorsteht. Die Konsulen lehnen die Ausstett- ung der Gesundheitspapiere ab. Eine große Zahl Per, onen, die mit den Erkrankten in Berührung gekommen find, wurden isoliert. ♦ Nybvrg, L Nov. Das russische Panzerschiff Perestwsaet" ist heute morgen am Nordende der Insel Langeland auf Grund geraten. Ein Beraungsdampfer ging zur Hilfeleistung ab. Untersuchungshaft. Die Kammer erkennt auf eine solche von 8 Monaten unter Anrechnung der beantragten Unter- ’ suchungshaft. — Philipp Stiller, Tagelöhner zu Burg- Gräfenrode, und dessen Sohn Johann Stiller, sind beschuldigt, gemeinschaftlich mittels gefährlichen Werkzeugs den Georg Stiller, einen anderen Sohn des Angeklagten Philipp, Johann Stiller auch den Anton Vetter körperlich , verletzt zu haben. Es sind eine größere Anzahl Zeugen geladen, auf die aber teilweise, da die Angeklagten ge- ; ftändig sind, verzichtet werden kann. Die Staatsanwaltschaft beantragt, Johann Sttller in eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen, Philipp Sttller in eine solche von vier Wochen zu verurteilen, sowie m die Kosten des Verfahrens, unter Gesamthaftung für bte Auslagen, ferner auch bie Einziehung bes benutzten Mesters ausgesprochen. Tas Urteil lautet gegen Philipp Stiller auf eine Geldstrafe von 30 Mk., gegen Johann Stiller aus eine Gesamtgefängnisstrase von drei einhalb Monaten unter Anrechnung der seit dem 17. September d. I. erlittenen Untersuchungshaft. Da- benutzte Messer wird eingezogen. — Die Einziehung eines alschen Einmarkstückes wird darauf durch Urteil ausgesprochen. — Weil der Landwirt Johannes Philipps Fus von Fauerbach v. d. H. Kalk gelöscht und dadurch üble Gerüche erzeugt haben sollte, toar er, in Anklagezustand versetzt, aber durch Urteil des Schöffen- gerichts Butzbach vom 4. Oktober er. sreigesprochen Ivorden. Gegen das freisprechende Erkenntnis hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt Die Staatsanwattjchaft beantragte unter Stattgebung der Berufung Verurteilung des Angeklagten in eine Geldstrafe von 3 Mark. Die Kammer setzt die Verhandlung aus zwecks Vernehmung des Bürgermeisters von Fauerbach. — Die bisher unbestrafte Lina Schmidt von Nieder-Breidenbach ist angeklagt, im Jahre 1898 oder 1899 in rechtswidriger Absicht und der Absicht, fick) einen Vermögensvorteil jrn verschaffen, eine zum Beweise von Rechten dienende Privaturkunde, eine Quittung, für die Zahlung des Kaufpreises für einen dem Kaufmann Siegmund Hirth in Kirtorf gelieferten Mantel ausgestellt, aus den Betrag von 28 Mark lautend, falfchlich angeserttgt und zum Zwecke derTäuschung vonihriGebriuich gemacht habe. Die Angeklagte leugnet die chr zur Last gelegte Strafthat. Die Staatsanwaltschaft hält nach erfolgter Beweisaufnahme den Schuldbeweis für erbracht und beantragt gegen die Angeklagte eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Das Gericht erkennt auf eine Gefängnisstrafe ton drei Wochen. — Heinrich May in Bad-Nauheim ist angetlagt, als Rechner des dvrttgen Turnvereins insgesamt 445 Mark unterschlagen zu haben. Der Angeklagte ist geständig. Die Staatsanwaltschaft beantragt gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen cms- zusprechen. Die Kammer erkennt demgemäß. — Der Ar- Letter Karl Wilhelm Frank von Höchst a. d. N. wird wegen Blutschande, begangen an seiner Tochter, in eine Zuchthausstrafe von vier Jahren, unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von acht Jahren, ver- w e Ci -r <2 e 70 . O tr o 70 e o or g 40 s 5 ’S e uO O 54 57 I s sL - <5 u G «ft «2 Jo ^2. LS -- s o e vg-tßj N « n G «ft «ft IS) ID s- . 5 3® " rO «O 3 U2. _ 0.23 s c rr U0 o e 54 70 57 •C o -e o a *ö «ö L o o 3 ä -O *3" <3 Ml S c W c CO CT O CT CM CO co CO COCOCOCOCOCOCO'»-*#x} «co. c 2 a. © tsd. p a- o is® 1 8 M _ .2 Q- S -E a» E « 3 - O S 9?l -C O 53 E S 3, Oft T. «ft s 5 IS) 54 54 G G O E o C <35 O r-| es . G 2 •§3 -- --O *3 ■2.^3 uO * 's- 57 S 54 5 O ü CX 2 UO c «ft -"" CT 3 3 -7 O 70 H CT G -o « Jo G *E G „ = >8-c‘§1 u 'Z 3 «ft u C4 54 «ft 3 54 'S -G IE 54 ■2 *2 E LL- «ft «ft s — -f g’c-s5 N G G <5 70 C G 70 G rs o 57 Ö5 e § o CQ 50 9""E CT o 'ct.=_ i u «ft _ <5 ro 3®« 57 «ft tÄ. o — ® T J 3 2 E . 8 -E L ’n. so >2 o vg'o a o .S CT CT^y i i । G "c « l-S® HL. 3 u 4 'S N^CT «ft G 70 e - ’S 5 2L $ 6395 04469] 2 kl. Wohngn. in. Zubeh. zu verin. Große Ä'cühlgasse 21. ^Möbliertes Zimmer zu verin. *** Hinter der Westanlage 9, Hl. L. H«bn. 5205 Blockstraße 6. vermieten. 6955 Ein 04333 S eltcröweg 12. -«sziöbl. Zimmer zu vermieten. «V 7184] Bahnhofstr. 24, II. jl) (Str. Streifroli 7137 kausen __Birkenstock L- Schneider.__ 4 Ludwigstraße 4. 04466 geöffnet Der Vorstand 7208 380/450 8.— mittelgroße (Litronen 10 Pfd. Mk. 2.40 1 Gießen, den 28. Oktober 1901. 7216 Frankfurt a. M Telephon 1719 Versandtgeschäft in Eiern, Orangen, Citronen u. 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