Nr. 23Ä Zweites Matt 151. Jahrgang Donnerstag 3. Oktober 1901 54. Hauptmsaumloog des Eustav-Adolf-Ncrkins. L Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Glehener Familien- blätter werden dem An- tzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstr atze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.51. Born Burenkriege. Nach einer Meldung aus Pietermaritzburg wurden in der letzten Sonntagnacht die Natal-Volontäre auf ihrem Posten am Tree Hill, zwölf englische Meilen westlich von Glencoe, von den Buren in großer Stärke angegriffen. Tie Meldung sagt nicht, ob der Widerstand erfolgreich war. Mehrere Burenkommandos konzentrieren sich bei der Roberts-Furt am Vaal-Fluß. Brüsseler Drahtungen besagen, daß die Buren Munition von Segelschiffen erhalten, die ihre Ladungen in der Lambertsbai landen; Dr. Leyds bereite eine neue Protestnote gegen das System der Konzentrationslager vor, da die früheren Noten unbeantwortet geblieben sind. Tie „St. James Gazette" meldet: Es verlautet, daß neuerdings beträchtlicheVerstärkungennachSüd- afrika geschickt, und daß mehrere Miliz-Regimenter wie- neit gebildet werden sollen. Auch soll eine Anzahl von Truppen, die in Indien stehen, nach Südafrika gesandt werden. Tr. Krauses Untersuchungshaft (Vgl. unsere Nr. 214) die über ihn unter der Beschuldigung des Hochverrats verhängt wurde, ist vom Bow-Street Polizeigefängnis in London abermals auf eine Woche verlängert worden, da die von Südafrika eingetroffenen Anklageakten zu umfangreich für die sofortige Verhandlung waren. Wie Londoner Blätter melden, ist die Auseinaüder- fetzung des Königs mit den Ministern sehr heftig gewesen. Ter König soll sich darüber beschwert haben, daß ihm die Nachrichten vom Kriegsschauplätze meist unvollständig übermittelt werden und sich diese Handlungsweise energisch verbeten hüben. Politische Tagesschau. Die „Mittellinie der Versöhnung". Aus Berlin, 1. Oktober, wird uns geschrieben: Tie Stimmung in Regierungskreijen scheint nach allem, was man vernimmt, keine rosige zu sein. Auch der preußische Handelsminister Moller hat auf dem Bankett des Handelstages von der schwierigen Lage der Regierung gesprochen. „Zwei Eisen im Feuer" glaubte die Regierung zu haben, indem sie einerseits den Wünschen industrieller Hochschutzzöllner, andererseits denen der Agrarier weitgehend entgegenkam — nun sieht sich aber die Regierung zwischen zwei Feuern. Handel und Industrie verlangen, daß die Landwirtschaft auf einen Teib ihrer Forderungen im Interesse des Zustandekommens der Vereinbarungen verzichten soll; die Landwirtschaft will nicht einsehen, weshalb gerade sie das „Opfer" bringen muß, und droht mit dem Kampf gegen die Jndustriezölle. Beide Streitenden kündigen der Regierung, die einstweilen ratlos zwischen ihnen steht, Feindschaft an, wenn sie sich auf die Seite des Gegners stelle. So werden die Minister zum beständigen, äußerst vorsichtigen „Lavieren" genötigt; jede öffentliche Rede enthält eine „Beruhigung" für die Lcvndi- wirtschaft und eine Wohlwollensversicherung für die Industrie, auf daß keiner sich verletzt fühle. Minister Möller hat, einigermaßen nach dem berühmten Muster Miquels, über die „Mittellinie der Versöhnung" sich geäußert. Wenn man Vertrauen zu ihm, dem Minister, habe, werde man diese Linie schon finden. Ob da Herr Möller nicht ein bewundernswert starkes Vertrauen zu sich selbst besitzt? Niemand vermochte bisher einen befriedigenden Ausgleich zu finden; siehe, es erscheint Herr Möller, und ihm gelingt es, durch die Zaubermacht des ihm entgegengebrachten Vertrauens und Glaubens, die erlösende Formel zu entdecken. Ter Reichstag wird sehr begierig sein auf das Auftreten des 5?andelsministers als „ehrlicher Makler". Nun könnte eigentlich die Negierung aller Sorgen enthoben sein, da sie in einem ihrer Mitglieder einen solchen Pfadfinder hat. Leider garantiert auch die schönste und gerechteste „Mittellinie der Versöhnung" noch nicht die Ver- öhnung; das ist der „Haken", den das Programm Möller hat. Es giebt Leute, die schlechterdings sich nicht versöhnen lassen wollen und keinen Schiedsspruch anerkennen. Zunächst müßten sich Industrie und Landwirtschaft auf die Autorität des Herrn Möller einigen. Eine Stimme aus dem Lager der Industrie und eine andere aus dem der Landwirtschaft seien über die Möller'schen Bcrsöhnungs- bestrebungen wiedergegeben. Die konservative „.llrenzztg." giebt heute abend der Hoffnung Ausdruck, des Ministers . Einfluß werde nicht so weit reichen, das; der Bundesrat den Getreide-Mindestzoll, diese von der prcnßift en Re- ' gierung in Aussicht gestellte Bürgschaft für die agrarischen : Forderungen, ablehnt. Die „National-Ztg." nimmt oie von 1 Herrn Möller als „politische Notwendigkeit" bezeichnete Er- : Höhung der Lebensmittelzölle aufs Korn. Die Regierung i £en Beschlüssen des Handelstages ersehen, wie dieser über tue „Takt- und Billigkcitsfrage" denkt. In diesen Kommentaren von rechts und links drückt sich nicht eben die Neigung aus, unter Herrn Möllers Führung die „Mittellinie der Versöhnung" zu suchen. 1 Zum Gumbinner Prozeß. Mit dem Gumbinner Mordprozeß beschäftigt sich in der neuesten Nummer der „Deutsch. Jurist.-Ztg." der Hallenser Professor Dr. Frank, bekanntlich früher in Gießen, einer unserer bedeutendsten Straftechtslehrer. Er untersucht die Zusammensetzung des Gerichts und kommt zu dem Ergebnis, daß eine Gesetzesverletzung vorliege, die die Vernichtung des Utteils erfordere. Die Aussichten der Revision seien also die besten. Werde aber das Urteil aufgehoben, so müsse die neue Verhandlung vor dem Oberkricgsgericht in Königsberg stattsinden. Frank hält auch eine Aenderung der Militär- strafgerichtsordnung dahin für nötig, daß, wie im bürgerlichen Strafgesetz, die Frist für die Begründung der Revision erst von der Zustellung des Utteils an gerechnet werde. In derselben Nummer der „Deutsch. Juttst.-Ztg." findet sich folgende Auseinandersetzung: »Auf die in der ,,Juristischen Rundschau" unseres Blattes gemachte Bemettung bezüglich der von dem Staatsanwalte geäußerten Ansicht ist uns seitens des Oberkttegsgerichtsrats Meyer in Königsberg „zur Richtigstellung seines Plaidoyers als Staatsanwalt" nachstehende Mitteilung zugegangen: 1. Nach meiner vollsten Ueberzeugung ist nur Marten, kein anderer der Th ä ter gewesen. Meinem diesbezüglichen, in allen Details begründeteii Anträge ist das Oberkriegs- gericht gefolgt und hat das Schuldig ausgesprochen. 2. Nach meiner vollsten Ueberzeugung liegt aber nur T o d t s ch l a g vor, weil nach meiner ausführlichen Darlegung Marten den betreffenden Entschluß erst ganz kurz vor der That — ca. 6 Minuten vorher — im Jähzorn und in seine,» airgetrunkenen Zustande, beim plötzlichen Anblicke des Stumbries und nach der Drohung „Farbe bekennen" gefaßt und dann, ohne bei den schnell folgenden Einzelakten zur Ueberlcgung -n kommen, in aller Hast ausgeführt hat. Eine vorgängige ruhige V er abred ung mit seinem Teilnehmer kann meiner Ueberzeugung nach nicht stattgefunden haben, vielmehr nur eine eilige, kurze Verständigung auf dem Hofe oder in dem Durchgänge nach zufälligem Zusammentreffen." Wir haben die vorstehende Zuschrift gerne zum Abdruck gebracht, weil es unser Prinzip ist, auch den anderen Teil zu hören. Uns will aber scheinen, als bliebe nach wie vor unaufgeklärt, ob es wahr ist, daß der Herr Staatsamvalt die von uns aus den Taqes- zeittmgen wiedergegebenen Worte gebraucht hat: „Wo der Thäter ermittelt ist, muß auch die Strenge des Gesetzes walten. Auf Mord steht Todesstrafe, und vor Tode - strafe schreckt man gemeinhin zurück. Man klammert sich an ein Minimum, wenn die positive Unterlage fehlt. Ich bitte Sie also nicht auf Mord, sondern meinem Antrag gemäß auf Totschlag zu erkennen." a r <5 ^tten es für uiiglaublich erklärt, daß ein Staatsanwalt drese Worte gebraucht haben könne, und können es nocb immer nicht glauben." __________________ Köln, 1. Oft _ In her Hauptstadt Rheinlands hält in diesen Tagen ®.uft’aü Adolfverein seine 54. Hauptversammlung ab. Am Montag nachmittag waren schon zahlreiche Teilnehmer von auswärts hier eingetroffen. Ter Zentralvorstand trat nachmittags um 4 Uhr zu einer Beratung im Hotel Disch zusammen. Abends um 8 Uhr versammelten sich die Teilnehmer nebst ihren Damen im Börsensaale des Gürzenichs zu einer Begrüßungsfeier. Unter den Anwesenden bemerkten wir den Vizepräsidenten des Oberkirchenrats von der Goltz aus Berlin, Hof- prediger D. Rogge aus Potsdam, Militär-Oberpfarrer Kon- sistorialrat Dr. Rocholt aus Hannover, den Vorsitzenden des Rh. Hauptvereins Superintendent Terlinden aus Duisburg. Der Vorsitzende des Lokalkomitees Pfarrer Rebens- burg begrüßte die Festversammlung mit folgender Ansprache: Wir stehen alle, .Sie, die wir als lieben Gäste herzlich begrüßen, und wir, die Grüßenden, unter dem Eindruck, daß die Tagung der 54. Jahresversammlung des Gustav Adolfvereins in dem alten Köln ein bedeutsames Ereignis ift In diesem Ereignis liege eine Wend- unS der Tinge, die wir als eine Fügung unseres Glaubens preisen. Es ist eine geschichtliche Thatsache, daß wir Evan- gettsche uns erst seit dem Anfänge des vorigen Jahrhunderts der völlig freien und ungestörten Ausübung unserer Religion erfreuen dürfen. Was vor dieser Zeit lag, das wollen wir ruhen lassen. Wozu der Nacht ge- denken, wenn wir im Licht des Tages wandeln. Auch Uns gehört hier Luft und Sonne, nicht minder als unseren katholischen Mitbürgern, unter denen wir, als eine Minderheit, nicht nur geschützt durch! das Gesetz, sondern durch Sitten und Gesinnung der überwiegend größeren Zahl uns wohl befinden. Weiß die Stadt als solche wohl zu schätzen, was ihr aus der Rührigkeit und dem Fleiß in Kunst und Handes, Gewerbe und Verwaltung aus der nm 44 000 Seelen zählenden evangelischen Bevölkerung zu- iließt, so wissen wir, was wir unserer Stadt, der Metropole des Rheinlandes, an den Ufern des mächtigen Stromes mit all ihrer Schönheit, mit altbewährten nnd neuen Schöpfungen und Einrichtungen auf allen Gebieten des Lebens zu verdanken haben. Es ist doch auch die anzuerkennende Freundlichkeit der Stadtverwaltung, welche, wie schon oft der Gemeinde, so auch diesmal unserem Gaste, dem Gustav Adolfverein diese durch Alter und Geschichte bedeutsamen Räume des Gürzenich geöffnet haben. So können wir diese ersten Augenblicke unseres Zusammenseins füllen mit freudigem Danke gegen Gott und Menschen. Dieser freudige Dank soll nicht beeinträchtigt werden durch Auslassung einzelner, die sich mit der von uns gepriesenen Wendung der Dinge nicht befreunden können. Ich hoffe, daß in diesen Tagen nicht diese Auslassungen ein Reizmittel bilden, Gleiches mit Gleichem zu vergelten; es könnte das ja manchem eine Freude fein, die wir gar nicht nötig haben, den Gegnern zu machen. Lassen Sie uns hier verbunden sein in dem glücklichen Bewußtsein der evangelischen Kirche anzugebören, in dem Wonnegefühl über alles das, was durch die gottbegnadeten und erleuchteten Männer der Reformatton uns errungen und was dem deutschen Vaterland in schwerer Trangsalszeit durch Gustav Adolf gerettet ward. Lassen Sie uns aber auch vereinigt sein in dem mächtigen Drang der Liebe, die den Glaubensbrüdern überall da beispringt helfend, tretend, rettend, wo sie sich noch nicht des Besitzes evangelischer Kirchen, evangelischer Schulen, evangelischer Pfarrer und Lehrer, evangelischer Predigt und Erziehung erfreuen. — Der Schriftführer des Zentralvorstandes, Pfarrer Hartung aus Leipzig dankte für den herzlichen Willkommen und wünschte, daß die in Köln zu verlebenden Tage gesegnete sein möchten für die evangelische Gemeinde und den Gustav Adolfverein. Vorträge eines wohlgeschulten Männerchores wechselten mit den Reden ab. Ein neuer hübscher Burenerfolg wird heute bekannt. Das „Reutersche Bureau" meldet vom 29. September aus Melmvth: Ein großer Wagenzug, der heute vormittag nach Fort Prospect abgegangen war, wurde sechs Meilen von hier von den Buren weggenvmmen. Ter Feind verbrannte die Wagen mit den Lebensmitteln und nahm das lebende Vieh mit. Der Unter- Inspektor der Natal-Polizei Mansell geriet in Gefangenschaft, sechs Mann der Eingeborenen-Polizei fielen, zwei werden vermißt. Andererseits melden die Engländer von sehr schweren Verlusten der Buren bei Jtala, doch wird man diese Nachricht mit Vorsicht zu genießen haben. Sie schätzen den Ge- samtverluft der Buren bei ihrem Angriff auf das Fort auf 500 Mann. Das Gefecht dauerte 19 Stunden. Zwei Tage hatten die Buren zu thun, um ihre Toten zu begraben. General Louis Botha, die Kommandanten Grobelaad, Emmett, Danhauser, Oppermann, Scholz und Potgietcr nahmen an dem Kampfe teil. Tie drei letztgenannten sind gefallen. Der Kampf bei dem Fort Prospect wahrte 10 Stunden und endete damit, daß der Angriff der Buren abgeschlagen wurde. Ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria vom 30. September meldet: In der Woche seit dem 23. September wurden 27 Buren getötet, 24 verwundet und 274 gefangen genommen, 48 ergaben sich'. Außerdem wurde eine Anzahl Gewehre, Patronen, mehrere Wagen, viele Pferde und Vieh erbeutet. In der Depesche heißt es dann weiter: Die von den Buren bei dem Angriff auf das Fort Jtala vom 26. September gefangen genommenen, später aber wieder freigelassenen Engländer erzählen, sie hätten gesehen, daß die Buren 60 Mann in ihrem Lager beerdigt hätten. General Hamilton berichtet, daß in der Nähe von Jtala mehrere Buren beerdigt seien. — Am 26. und 27. September waren die Buren lediglich damit beschäftigt, ihre Toten und Verwundeten zu bergen. Tie Hauptmasse des Feindes lagert in der Nähe von Berthasberg. In Transvaal und dem Oranjestiaat ist die Lage unverändert. In der Kapkolonie stehen die Burenkommandos von Myburg und Fouche, größtenteils östlich von Trakensburg. Im Transkaidistrikt steht Smuts, der sich vor den englischen Truppen eiligst nach Süden gewandt hat und am 28. September in der Nähe öon Sheldon stand. Im Süden und Westen ist die Lage unverändert. Tas Zentrum der Kolonie ist vom Feinde gesäubert, sonst kann man dies vom Nordwesten sagen. Ich höre eben, daß das Lager des Obersten Kekcwich bei Moed- will, westlich von Magato am 30. September früh bei Tagesanbruch von Telarey und Kemp angegriffen worden ist. Mer die Buren wurden zurückgewvrfen und zvgen sich nach 6 Uhr morgens in nordwestlicher Richtung zurück. Deutsches Reich. Berlin, 1. Oft. Die Ankunft des Kaiserpaares auf Jagdschloß Hubertus stock erfolgt voraussichtlich am Samstag. Es wird dort ein etwa achttägiger Aufenthalt geplant. — Das 50jährige Dienstjubiläum des Generals der Infanterie v. Spitz brachte dem Jubilar reiche Ehrungen. Heute traf aus Rom inten ein Telegramm Kaiser Wilyelms ein, das folgenden Wortlaut hat: ,n _ spreche Jlmen zu dem heutigen Tage, an dem Sie vor 50 Jahren m die Arme getreten sind, in dankbarer Erinnerung an Ztzrr langjährigen, besonders im Kriegsministerium geleisteten treuen und guten Dienste meinen Glückwunsch aus. Als erneutes Zeichen meines sottgesetzten gnädigen Wohlwollens erteile ich Ihnen hier- durch die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 7. Rheinischen ^Manterie-Regiments Nr. 69, welchem Regiment Sie dreize.'-n ^ahre lang angehort, und in dessen Reihen Sie im Feldzuge 18bu mitgekampst haben. a Jagdhaus Rominten, 1. Oktober 1901. Wilhelm R. Gm Beweis für die Verehrung, die der General, der bekanntlich an der Spitze des deutschen Kriegervereinswescns steht, in diesem Wirkungskreise genießt, lag in Ehrungen, t:e ihm von fast sämtlichen Vereinen und Verbänden dargcbracht wurden, und in den künstlerischen Adressen, die ihm die einzelnen Korporationen überreichten. Professor Westphal, der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtvorstandes des deutschen Kriegerbundes und preußischen Landeskriegerverbandes, richtete eine ehrende Ansprache an den Jubilar. Das Präsidiiiin der Kriegerkameradschaft „Hassia" überreichte sein Gruppenbild. — Im Besitze der höchsten Zahl von Orden in Preußen befindet sich der Ober-Hof- und Hausmarschall Graf Eulenburg. Nachdem ihm vom Kaiser vonRußland am 11. September der höchste russische Orden, der St. Andreas-Orden, verliehen worden ist, hat die Zahl seiner Auszeichnungen, unter denen der vom Schwarzen Adler die erste Stelle einnimmt, die hohe Ziffer von 66 erreicht. Selbst Bismarck und Moltke hatten eine solche hohe Zahl von Orden nicht zu verzeichnen, die bei ersterem 54, bei letzterem 44 betrug. Kaiser Friedttch besaß bei seinem Regierungsantritt 72, Kaiser Wilhelm II., als er seinem Vater auf den Thron folgte 34 ?cr dem Grafen Eulenburg an Auszeichnung zunächst Stehende ist der Generaloberst v. Hahnte mit 56 Orden, dem Ober- gewandkammerer Generalleutnant L la euite Graf Pcr- p on ch c r mit 48, der dienstthuende Generaladjutant v. Sch o 11 mck 47, Prinz Albrecht und Reichskanzler Graf Bülow nut 4a und der kommandierende General des 2. Armeekorps ü. Wttttch mit 44 Orden folgen. GicheimAnzelgerW ** General-Anzeiger »ä v ** Universitäts - Druckerei Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Inin__ .in____________ zeigenteil: Hans Beck. — Unterstaatssekretär im Finanzministerium, Wirkt. Geh. Ober-Finanzrat Lehnert, ist gestorben. Derselbe ist eine Reihe von Jahren vortragender Rat im Finanzministerium gewesen und dann unter Minister Miquel nach dem Ausscheiden Meinecke's Unterstaatssekretär geworden. — Auf Einladung des Handelsministers waren heute vormittag hervorragende Vertreter der chemischen Industrie im Abgeordnetenhause erschienen, um zu den ihre Industrie betreffenden Teilen des Zolltarifs Stellung zu nehmen. Die Regierung war durch Kommissare des Handelsministeriums und des Reichsamts des Innern vertreten. Im Laufe der Sitzung erschien auch Minister Möller und leitete die Beratungen, die morgen fortgesetzt werden. — Die Versammlung der Delegierten deS Zentral- verbandes deutscher Industrieller ist heute vormittag hier zusammengetreten, um insbesondere Stellung zu dem Entwurf des neuen Zolltarifgesetzes zu nehmen. Als erster Referent sprach der Generalsekretär des Zentralverbandes, Bueck, über den Beschluß des Direktoriums vom 9. August, das einstimmig die Mindestzölle für Getreide verworfen hatte. Die Mehrzahl der inzwischen zu Worte gekommenen an dem Zentraloerband beteiligten industriellen Körperschaften haben sich auf denselben Standpunkt gestellt; andere aber, wie der Verein der Industriellen des Regierungsbezirks Köln und bis zu einem gewissen Grade auch der Verein der Eisenindustrie des Saarbezirks, vertreten eine abweichende Auffassung. Die Delegiertenversammlung soll nun einen einheitlichen Beschluß in dieser wichtigen Frage herbeiführen. — Zur Verhökerung deS Zolltarifs berichtet heute die „Staatsbürgerztg.", daß anscheinend bisher nicht festgestellt werden konnte, auf welche Weise und durch wen der parlamentarische Berichterstatter Dr. Hamburger, der sich in London aufhalten soll, in den Besitz des Zolltarifs gelangt ist. Die Nachforschungen werden fortgesetzt und der Reichskanzler soll sich für die Klarstellung der Sache außerordentlich interessieren. Dr. Hamburger soll einen Ministerial- unterbeamten angestistet haben, amtliche Mitteilungen gegen Entgelt zu liefern; Auf Grund dieser Feststellungen schwebt gegen den schuldigen Beamten, der in Untersuchungshaft genommen worden ist, ein Verfahren wegen Verrats wichtiger Staatsangelegenheiten und gegen Hamburger ein solches wegen Beamtenbestechung. — In dem neuesten „VierteljahrShest zur Statistik des Deutschen Reiches" wird die Uebersicht über die „Zoll- und Steuer-Straffälle im Rechnungsjahr 1900" mitgeteilt. Es werden darin alle 1900 im Reiche anhängig gemachten und erledigten Straffälle „in Beziehung auf Zölle, Ein-, Aus- und Durchfuhrverbote, Zucker-, Salz-, Tabak-, Wechselstempel-, Spielkartenstempelsteuer,Reichsstempelabgaben, Branntweinsteuer, Brausteuer und Uebergangsabgaben" nebst der Zahl der wegen Deftaudation oder Ordnungswidrigkeit Verurteilten, dem Betrage der hinterzogenen Gefälle, der Geldstrafen und der Freiheitsstrafen 253 (323) Personen aufgeführt. Nicht weniger als 13 433 (13 243) Personen sind wegen Unterschlagung mit Geldstrafen im Betrage von 363 742 (200 858) Mark bestraft worden. Wegen Ordnungswidrigkeiten wurden verurteilt 14 532 (14 006) Personen mit 79 151 (58 765) Mark Geldstrafe. Endlich erlitten Freiheitsstrafen 253 (323) Personen. Die Zahl der zuletzt erwähnten Personen ist im vergangenen Jahre im Vergleich zum vorhergegangenen viel geringer, alle anderen Zahlen waren dagegen höher, ganz auffallend der Betrag der 1900 verhängten Geldstrafen wegen Unterschlagungen. Bis auf die Spielkartenstempclsteuer und die Reichssteinpelabgaben sind die Geldstrafen wegen Unterschleifs fast aller Kategorien gestiegen. — Wie die „Nationalztg." erfährt, werden bezüglich der Verbindung der beiden städtischen Straßenbahnlinien, die jetzt durch die Linden getrennt sind, andere Modalitäten, als die beiden bisher streitigen Pläne innerhalb der städtischen Verwaltung bereits erwogen. — Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Freundschafts-, Handels-, Schiffahrts- und Konsularvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Guatemala ist von der Regierung von Guatemala gekündigt worden. Er tritt am 22.Juni 1903 außer Kraft. — Im Zusammenhang mit der Thatsache, daß der seitherige Kommandant der „Gazelle", Korvettenkapitän Neitzke, welcher jetzt Kommandant der „Amazone" bezw. der „Medusa" werden sollte, den Posten nicht erhalten hat, sondern zur Verfügung des Chefs der Ostseestation gestellt ist, bemerkt die „Nationalztg.", dies dürfte keineswegs als Vorläufer der Verabschiedung Neitzkes angesehen werden, da die bisherige Untersuchung über die bedauerlichen Vorfälle auf der „Gazelle" nicht das Geringste gegen Neitzke ergeben habe. — In Kiel wird erzählt, daß gegen die strenge Disziplin auf dem Kreuzer „Gazelle" doch unter per Schiffsbesatzung starke Gährung herrschte. Auf einer Thür der „Gazelle" war geschrieben: Neitzke, Neitzke hüte Dich, Kennst Du den Fall Krosigk nicht? Danzig, 1. Okt. Heute wurde das fünfzigjährige Dienstjubiläum des kommandierenden Generals v. Lentze begangen. Es wurden sämtliche militärischen Gebäude aus diesem Anlaß geflaggt. Um 8 Uhr morgens brachten alle Danziger Militärkapellen dem Jubilar ein Ständchen, dann gratulierten die gesamte Generalität und die Regiments- Kommandeure des 17. Armeekorps unter Führung des Gouverneurs von Thom und überreichten einen silbernen Tafelauffatz. Danach wurden zahlreiche Deputationen vorgelassen und um UV, Uhr begann die große Parole-Ausgabe. Später fand ein militärisches Festdiner beim Jubilar statt. Der Kaiser sandte ein Handschreiben und sein in Oel gemaltes Bildnis. Wiesbaden, 1. Okt. Neuerdings wird versichert, daß Zentrum und Konservative wünschten, den Polizeipräsidenten Prinzen Ratib or gemeinsam als Kandidaten für die Reichstagsersatzwahl aufzustellen. Stuttgart, 1. Okt. In Anwesenheit des Königs, des Gxoßherzogs von Baden und der Minister Dr. v. Breitling, Hecherr v. Soden und v. Brauer ist heute die Bahn Ueberlingen — Friedrichshafen, die letzte Strecke der Bodensee-Gürtelbahn, feierlich eröffnet worden. Ausland. Luxemburg, 1. Okt. Ter deutsche Ministerresident, der sich! gestern in Begleitung seiner Gattin auf einem Spaziergange befand, betrat einen Privotpark ohne zu wissen, daß dem Publikum der Besuch desselben nicht erlaubt sei. Der Sohn des Thiorwä ch ters, ein 19 jähriger junger Mensch, fragte ihn, was er hier wolle. Ter Gesandte begnügte sich mit der Antwort: „Das geht Sie nichts an, und setzte seinen Spaziergang fort. Einige Sekunden später fiel ein Schuß und der Gesandte hörte yie Schrotkörner in seiner unmittelbaren Nähe niederfallen. Er wandte sich um und sah den Burschen die Jagdflinte noch auf ihn gerichtet halten. Ter junge Mann hatte sein Amt als Thorhüter allzu ernst genommen. Ter Gesandte hat dem Minister des Auswärtigen bereits über diesen Vorfall Bericht erstattet und man hegt die Befürchtung, daß diese unbesonnene That diplomatische Folgen nach, sich ziehen wird. (?) Paris, 1. Okt. Hier hat sich ein Komitee gebildet, )as die Errichtung eines Den km als für den verstorbenen Zrinzen Heinrich von Orleans plant. Tie Kosten ür dasselbe sollen durch eine Subskription ausgebracht werden. Ter Gouverneur von Jndochina, Doumer, ist diesem Komitee als Mitglied beigetreten — Ta die vorbereitenden Beratungen der Togo- k o m m i s s i o n abgeschlossen sind, reisen die deutschen Mitglieder dieser Kommission, der Gouverneur von Togoland, v. Köhler, und der Oberleutnant Preil morgen nach Berlin zurück. — Tie Generale Lebelin und Laveuve teilten ssinem Berichterstatter mit, ihr Austritt aus dem Ordensrat der Ehrenlegion bedeute keineswegs einen Protest gegen den neuernannten Großkanzler General.Florentin. Sie hätten es aber für ihre Pflicht gehalten, sich mit General Davoust solidarisch zu erklären, der nur deshalb gemaßregelt worden sei, weil er sich geweigert habe, den vom Staatsgerichtshof verurteilten Grafen Lur-Saluce aus der Ordensliste zu streichen. Don nationalistischer Seite wird behauptet, daß auch die übrigen militärischen Mitglieder >es Ordensrates, sowie der Akademiker Sully Prudhomme ihre Demission geben wollen. — Nach Meldungen aus Clermont Ferrand wurde dort der Gendarmerie ober st Lormel, als er die streikenden Trambahnbediensteten zur Ruhe ermahnte, von mehreren Aus ständigen mißhandelt. Tie Polizei mußte ein» chreiten, um ibn, der in Zivil war, zu schützen. Mailand, 1. Okt. Sämtliche hiesige Telephon- Beamten sind wegen Gehaltsstreitigkeiten in den Streik eingetreten. Seit heute morgen ist daher der gesamte Telephon-Verkehr innerhalb Mailands und seiner Vororte eingestellt. Genua, 1. Okt. Prinz Tschun ist heute vormittag hier eingetroffen und hat sich an Bord des Dampfers „Bayern" eingeschifft, der um 11 Uhr vormittag in See gegangen ist. Wien, 1. Okt. Im Einverständnis mit dem österreichischen Ministerpräsidenten von Körber und dem ungarischen Premierminister von Szell hat das Auswärtige Amt vor etwa zwei Monaten in Berlin notifiziert, daß auf Grund des deutschen Zolltarifs in feiner veröffentlichten Form der Abschluß eines Handelsvertrages unmöglich ist. Diese Thatsache wird gerade jetzt von ungarischer Seite publiziert, weil morgen die Neuwahlen zum ungarischen Parlament beginnen. Die deutsche Regierung soll geantwortet haben, daß sie trotz dieser Demonstration den Abschluß eines Handelsvertrages erhoffe. Po la, 1. Okt. Unter dem Donner der Geschütze und dem brausenden Jubel der Bevölkerung traf heute das österreichisch-ungarische Chinageschwader hier ein und wurde vom Marinekommandenten Freiherrn v. Spaun und vom Korpskommandanten v. Sueeovaty feierlich empfangen. Freiherr v. Spaun beglückwünschte die Offiziere und Mann- chaften, welche die Ehre der österreichisch-ungarischen Flagge unter schwierigen, außergewöhnlichen Verhältnissen vor dem Feinde hochzuhalten wußten und zu beit ihnen verliehenen Auszeichnungen. Er überreichte ihnen dieselben persönlich. Dann sprach er im Auftrage des Kaisers den Stäben und Mannschaften des Geschwaders nochmals die vollste Anerkennung aus und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Lemberg, 1. Okt. Nach Zeitungs-Depeschen aus Calusz hat auf dem dortigen Bahnhofe ein Mann, der sich verdächtig gemacht hatte, und deshalb verhaftet werden sollte, den Gendarmen durch Revolverschüsse verwundet. Nachdem das Individuum überwältigt und verhaftet worden war, wurde bei ihm außer dem Revolver noch ein Dolch und eine Landkarte von Oesterreichs-Ungarn gefunden. Ta derselbe sich weigerte, seinen Namen zu nennen, so glaubt man es mit einem gefährlichen Anarchisten oder mit einem Spion zu thun zu haben. Er wurde in das dortige Gefängnis eingeliefert. Budapest, 1. Okt. Der Internat. statt st ischeKon- greß tagt zur Zeit hier. In der königlichen Burg fand ein Empfang statt, wobei Erzherzog Josef August den Kaiser vertrat. Am Empfange nahmen sämtliche Minister, zahlreiche Würdenträger und die hiesigen Vertreter der auswärtigen Mächte teil. „ __„ Belgrad, 1. Okt. Den serbischen Blattern ging vom Sekretär des Fürsten von Montenegro eine Zuschrift zu, worin alle eine Verlobu ng des Prinzen Mirko und die Verlobung der Prinzessin Xenia betreffenden Gerüchte, die von auswärtigen Blättern verbreitet wurden, als erfunden bezeichnet werden. Sofia, 1. Okt. Die Regierung sandte eine größere Truppenabteilung nacfy dem Grenzgebiet ab behufs Ab- 'fangung der Rcttiberbande, welche die amerikanische .Missionarin Stone auf bulgarischem Gebiet gegangen hält. w Bombay, 1. Okt. Die britischen Kreuzer „Pomone" und „HigWyer" sind hier angekommen. Mehrere große Kanonen für den Scheik Mabaruk wurden nach! Kueit gesandt. Am 23. September sand außerhalb von Kueit zwischen den Truppen AUbaruk's und den Stämmen von Nejd ein Kamp statt. Die Verluste aus beiden Seiten sind gering. Kanton, 30. Sept. Die deutsche Missions'- station bei Hsingning wurde von Rebellen zerstört. Tie Missionare der Station sind in Sicherheit. Der hiesige deutsche Konsul hat sofort die chinesischen Behörden zu energischen Schritten veranlaßt. Schwurgericht. m. Gießen, 2. Oktober. (Schluß auS dem 1. Blatt.) Der Stud. vet. med. Hans Scherzer, als Zeuge vernommen, sagt aus, er habe^betzBiermann in der Bleichstraße gewohnt und sei mit diesen in Differenzen geraten, er habe aus Animosität gegen B. Mitte März die Anzeige gegen dessen Sohn wegen des begangenen Sittlichkeitsverbrechens erstattet, von dem er durch Frau Streck Kenntnis erhalten hat. Richtig sei, daß die Strecks die Sache nicht haben anzeigen wollen. Rechtsanwalt Weidig bekundet als Zeuge: Er habe den jungen Biermann als Schreiber beschäftigt und ei mit ihm in jeder Weise zufrieden gewesen. Eines Tages habe ein Schutzmann den Biermann aufs Polizeiamt geholt und dieser sei nicht mehr zu ihm zurückgekehrt. Einige Tage darauf habe der Angeklagte ihm mitgetheilt, daß sein Sohn in Hast genommen und die ihm zur Last gelegte That zu- gestanden hat. Ihm sei dann die Schneider zugesandt, die bestätigt hat, was er über die Angelegenheit des Heinrich Biermann von deffen Vater gehört hatte. Rechtsanwalt Rosenberg als Zeuge giebt an, er habe gleich am Tage des Verhandlungstermins gegen den jungen Biermann vom Fenster des Anwaltszimmers de§ Gerichtsgebäudes auS Frau Biermann gesehen; bei derselben standen zwei Frauen, auf welche die Biermann heftig eingeredet hat. Er könne nicht sagen, daß die Schneider dabei war, hatte aber den Eindruck, daß hier eine Zeugenbeeinflussung vor sich gehe. Die Schneider beschreibt die Stelle, wo sie mit der Frau Biermann vor dem Justizgebäude gestanden haben will, als diese am Tage der Straflammersitzung in sie hineingeredet hat; es ist dies der Platz nahe dem Fenster des Anwaltszimmers. — Zeuge Bremser Streck sagt aus: Frau Biermann habe gebeten, ihren Sohn nicht unglücklich zu machen, und er habe Anzeige nicht machen wollen. Am 3. Januar hat der Zeuge an Biermann die Miete gezahlt, hierbei ist von dessen Seite nicht gekündigt worden. Später aber habe Frau Biermann erklärt, die Wohnung sei zum 1. Februar vermietet und ihr Mann habe ihnen gekündigt, worauf der Zeuge am 1. Februar ausgezogen sei. — Frau Streck hat ich, wie schon gesagt, über das Zeugnis der Schneider vor Gericht gewundert, denn was dieselbe beschworen, kann sie gar nicht wahrgenommen haben. — Eine Reihe von Zeuginnen, bei denen die Schneider gedient hat, geben derselben das Zeugnis einer braven, ehrlichen und arbeitsamen Person. Sie hat überall, wo sie war, einen Schatz gehabt. ES ist auch vereinzelt der Fall gewesen, datz sie heimlich nachts auS dem Hause geblieben. Die Dienstherrschaften erklären aber ämtlich, die Schneider sei ihnen ein wenig beschränkt vorgekommen. Eine weitere Reihe von Zeugen bekundet, die Schneider habe stets betont, sie misse, daß Heinrich Biermann unschuldig sei. Eine Zeugin darunter hat einmal gehört, daß Frau Biermann der Schneider verwiesen hat, von den Prozeßsachen so viel zu schwätzen. Zeuge Niclaus erklärt: Er sei auf Veranlassung des B. mit dessen Frau und Tochter sowie der Dienstmagd Schn, am Tag der Verhandlung vor der Strafkammer nach dem Gericht gegangen. Unterwegs habe die Ehefrau B. nicht mit der Schn, über ihre Aussage gesprochen. Da sie zu zeitig in das Justiz- gebäude kamen, seien sie in eine Wirtschaft der Nachbarschaft gegangen. Es sei möglich, daß Frau B. und die Schneider die Wirtschaft früher verlassen hätten als er und daß die Unterredung dann stattgefunden habe. Schutzmann Müller aus Kassel erklärt, er habe vor etwa 5—6 Jahren in Marburg gegen morgen eine Person, die Schneider hieß, obdachlos aufgegriffen. Er glaube, es sei die Angeklagte. Die Schneider giebt auf eindringliches Zureden des Vorsitzenden zu, sie sei in Marburg gewesen, erinnere sich aber deS Vorfalls nicht mehr. Aus dem Protokoll über die damalige Vorführung wird festgestellt, daß die damals Vorgeführte identisch ist mit der Angeklagten Schneider. Aus den Akten ergibt sich, daß die Schneider damals in Marburg über 3 Wochen stellungslos war, daß aber der Verdacht der gewerbsmäßigen Unzucht sich nicht hat erweisen lassen. Der medizinische Sachverständige Dr. Dannemann giebt sein Gutachten dahin ab: Von einer krankhaften Störung deS Geistes, wodurch ihre freie Willensbestimmung ausgeschlossen wäre, könne nicht die Rede sein. Die Schneider habe bisher zielbewußt ihren Lebensweg gemacht. Dies sei ein Beweis, daß sie geistig gesund sei. Aber in der Verhandlung seien Momente hervorgetreten, die für den Psychiater zweifellos erkennen lassen, daß die Angeklagte hysteriöS veranlagt sei. Daher erklärten sich ihre unwahren Angaben. Solchen Personen sei suggestiv sehr leicht etwas beizubringen, z. B. durch Fragen, ohne daß der Fragende die Absicht zu )ttben brauchte, auf die gefragte Person einwirken zu wollen. Nach Verlesung der Geständnisse der Schneider und ihrer eidlichen Aussagen wird die Beweisaufnahme um 71/, Uhr abends geschlossen. — Die an die Geschworenen gestellten Fragen lauten bei der Schneider auf Meineid in zwei Fällen, eventuell im Fall der Verneinung des wissentlich falschen Eides für jeden einzelnen Fall auf fahrlässigen Falscheid. Die Frage wegen des fahrlässigen Eides ist auf Anttag de.s Verteidigers Mendelsohn gestellt. Bei den Eheleuten B. lauten die Schuldfragen auf Anstiftung zum Meineid event. auf Verleitung zum Meineid. Gegen 8 Uhr abends begann das Redetournier. Der Zuhörerraum und Zeugenraum waren dicht gefüllt. Staatsanwalt Reuß begründete die Anklage. Es sei in der Hauptverhandlung der vergebliche Versuch gemacht worden, die Angeklagte als ein sittlich schlechtes Mädchen, als eine lügenhafte Person hinzustellen, man habe ihren Geisteszustand angezweifelt. Aber alles sei ergebnislos für die Schuldstage geblieben. Auch die behauptete Lügenhaftigkeit der Schn, fei nicht erwiesen. Die Annahme der Sachverständigen, die Schneider leide an Hysterie, sei bedenklich. Die Zeugen wußten nur, daß sie etwas beschränkt sei. Es sei das Einführen von Psychiatern in die Gerichtssäle in unserer Zeit ein Unfug geworden, dem man steuern müsse, denn der Gerichtssaal sei nicht die Stelle dafür, um gelehrte Phrasen und Dinge vorzubringen, durch die der gesunde Menschenverstand nur verwirrt wird. Der Staatsanwalt erörtert dann die rechtliche Seite der zur Beurteilung stehenden Schuld- fragen, geht auf die Beweisaufnahme ein und fommt j>u bem Schluß, daß die Angeklagte in beiden Fällen wissentlich falsch geschworen habe und die Schuldfragen wegen Meineids zu bejahen seien. Desgleichen seien die Angekl. Biermann schulmg der An- sttstung der Schneider in beiden Fällen. — ^er Verteidiger, Rechtsanwalt Mendelsohn, weist die Geschwonien darauf hin, daß sie erwägen müßten, ob die Schn, geistig in der Verfassung sei, ermessen zu können, welche Bedeutung der Eid -habe, ob nicht doch eine Störrmg der Geistesthättgkeit bei iHv Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 1. Oktober 1901. ** Person al-Nla chrichten. Ter Gvoßherzog hat dem Garnison-Bauinspektor Schild bei dem Garnison- Bauamt Tarmftadt das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Großherzog hat den Dr. Karl Schulze, Assistent an der agrikulturchemischen Versuchsstation in Marburg, zum Lehrer für Naturwissenschaften an der Wein- und Obstbauschule zu Oppenheim, mit Wirkung vom 1. November an ernannt. — Tie Lehramtsaccessisten Dr. Wilhelm Becker in Gießen, Georg Börstel in Heppenheim, Karl Buxmann in Laubach, Friedrich Glaser in Oppenheim, August Hohenstein in Michelstadt, August Nungesser in Darmstadt, Adolf P a b st in Ober-Ingelheim, Wilhelm W ü st e n h ö f ie r in Langen, Wilhelm Zimmer in Nidda wurden zu Lehramtsassessoren ernannt. — Ter Großherzog hat den Rechtsanwalt Heinrich R e h in Alsfeld zum Notar mit dem Amtssitze in Alsfeld ernannt. — Der Großherzog hat den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Herbstein Jakob Fischer, zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Bad- Nauheim, den Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Darmstadt I Ferdinand Supp zum Gerichts schreib er bei dem Amtsgericht Homberg — beide mit Wirkung vom 7. Oktober 1901 ernannt. w. Dornassenheim, 1. Okt. Heute vormittag trug sich hier ein schwerer Unglücksfall zu. Ein Arbeiter war mit oem Ausmauern eines Brunnens beschäftigt. Als man nun einen Kübel, der mit Mauersteinen gefüllt war, in einem Seil hinunterlassen wollte, riß dieses, und die Steine fielen dem unten beschäftigten Arbeiter auf den Kopf. Der Unglückliche wurde so schwer verletzt, daß er wenige Minuten darauf starb. -e- Gründ erg, 1. Okt. Ein noch nicht 18jähriger junger Mann aus einem Dörfchen in der Umgegend verließ kürzlich, ohne Lebewohl zu sagen, bei Nacht und Nebel die elterliche Wohnung, um eine Weltreise anzutreten. Er bestieg das Dampfroß und landete glücklich in Basel. Ohne Heimatschein konnte der junge Weltreisende aber nichts anfangen. Papa sollte darum einen solchen nachsenden. Ter reiste jedoch seinem hoffnungsvollen Sprößling nach und brachte ihn wieder nach Hause zurück. -Büdingen, 1. Okt. Am Sonntag gerieten inLangen- bergheim auf dem Heimgang aus dem Wirtshause zwei hiesige Männer nach! kurzem Wortwechsel in Streit. Der eine, ein gewisser Keupert, zog das Messer und stach seinen Gegner Wilhelm Meininger in den Kopf, sodaß, dieser zusammenbrach und bewußtlos nach seiner Wohnung, gebracht werden mußte. Er liegt lebensgefährlich, verletzt darnieder. Der Thäter ist flüMig gegangen und soll auch noch nicht ermittelt sein. () Oberroßbckch/ 1. Okt. Zu dem rätselhaften Unglücksfall auf der hiesigen Eisenerz-Grube erfahren wir noch, daß nach Ansicht des Sachverständigen der Verunglückte beim Durchsuchen der drei Schächte irgendwo mit der Leine und dem Luftschlauch hängen geblieben sein muß. Um sich zu befteien, wollte er das Seil durchschneiden, schnitt aber verwirrt anstatt dieses zuerst den Luftschlauch durch und dann das Seil. Um das Eindringen des Wassers zu verhindern, hielt er die Oeffnung des Schlauches am Helm zu und ist infolgedessen erstickt, ehe ihm Rettung gebracht werden konnte. Der Verstorbene ist der 31 Jahre alte Taucher Altenhofs aus Bochjum. § Altenschlirf, 1. Okt. Gestern Abend gegen 8 Uhr ertönte in unserem Ort der Ruf „Feuer". Es brannte in der Hoftaite des Schneidermeisters Johann Fölsing von hier, die vollständig ein Raub der Flammen wurde. Ueber die Entstehungsursache des Feuers ist folgendes bekannt geworden: Der Eigentümer des Gehöftes war abends in seiner Scheune mit dem Herabwerfen von Stroh, zum Streuen für sein Vieh beschäftigt. Er stürzte plötzlich samt der Laterne von beni Gerüst über der Tenne in diese herunter. Die Laterne explodierte und sofort stand alles in Flammen. Rur mit Mühe konnte der Eigentümer gerettet werden. Infolge der erlittenen schweren Verletzungen mußte er zum Arzt nach dem nahen Herbstein gefahren werden. Beerfelden, 30. Sept. Unter großer Beteiligung von hier und auswärts wurde heute nachmittag der Land- kagsabgeordnete Schubart bestattet. Im Namen der Zweiten Kammer legte deren Präsident, Geh. Regierungsrat Haas, einen Lorbeerkranz am Grabe nieder, und gedachte dabei des Verstorbenen in warmen Worten als eines zuverlässigen Kollegen und eifrigen Mitglieds der Kammer. Bürgermeister Platt legte einen Kranz nieder im Namen der Stadt und des Gemeinderats, welcher Körperschaft der Verblichene angehört hattet Ferner wurden Kränze niedergelegt von der hiesigen Sektion des Odenwaldklubs, dem Bürgerverein, dem Turnverein, dem Gewerbeverein, dem Bezixksverein des Handwerkerverbandes und den Arbeitern pes Schubartschen Etablissements. Mitglieder des Kriegervorhanden ser, die die freie Willensmeinung ausschließt. In diesem Fall müsse seine Klientin fteigesprochen werden. Der Vetteidiger führt sodann alle Momente an, die dafür sprechen, daß die Angeklagte nicht wissentlich falsch, sondern höchstens in beiden Fällen fahrlässig falsch geschworen habe. — Rechtsanwalt Römheld tritt der Kritik deS Staatsanwalts entgegen, die dieser an dem Urteil des Sachverständigen geübt habe. Es sei im Interesse der Rechtspflege notwendig, den Psychiater zu hören. Er plaidiett für Freisprechung des von ihm oertretenen Biermann. Tier Verteidiger Rechtsan wall Leun führt den Geschworenen vor, daß sich die Anklage allein auf das Zeugnis der Angeklagten Schn, stütze, um darzuthun, daß die Biermannschen Eheleute schuldig seien. Es gehe nicht an, auf das Zeugnis dieser Person, die zwei Meineide geleistet, ehrenhafte Leute, denen bisher nicht der geringste Makel anhafte, zu verurteilen. — Nach erfolgter Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden, ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Beinahe dreiviertel Stunden müssen die Hunderte der Zuhörer, die bis zuletzt aushielten, ausharren, ehe die Jury wieder in den Gerichtssaal zurückkehrt. Tier Wahrspruch lautet gegen die Schneider in einem Falle auf schuldig des Meineides, im anderen Falle auf schuldig des fahrlässigen Falscheides, gegen die Biermannschen Eheleute in allen Fragen auf nichtschuldig. Das Urteil lautet dem Antrag des Staa^anw'alts gemäß gegen die Angeklate Schneider auf 1 Jahr 2 Monate Zuchthau s, Anrechnung von 2 Monaten der erlittenen Untersuchungshaft auf die ernannte Strafe und dauernde Aberkennung der Eidesfähigkeit. Die Eheleute Biermann wurden freige- s roch en und aus der Haft entlassen. Vereins ehrten den Kameraden, der den Feldzug 1870//71' mitgemacht hat, durch! eine Ehrensalve. *• Meine Mitteilungen aul Hessen und den Nachbarstaaten. Tie Wirtschaft von Torfeld in W i e s e ck ist von der Oranien- Brauerei'in Dillenburg (nicht von einer Lauterbacher Brauerei) angekauft worden. — Tot aufgefunden wurde am Montag früh der Ingenieur Sch. in seiner in der Eisen- bahnsttaße in Offenbach gelegenen Wohnung. Der Tod ist anscheinend dup.chj Einatmen von Leuchtgas eingetreten. Ob Selbstmord oder ein Unglücksfall vorliegt, ist noch nicht aufgeklärt. — In Mainz feierte am 1. d- M. ein seltenes Jubiläum der Redakteur des „Neuesten Mainzer Anzeiger" Joseph Steigerwald. Während 25 Jahre ist er ununterbrochen an oem Blatte als Redakteur thätig, ohne jemals auch nur einen Tag durch Krankheit an seiner Berufs- thätigkeit verhindert worden zu sein. Der Jubilar ist auch der Begründer des hiesigen Schriststeller- und Journalistenvereins. Vermischtes. * Raubmord an einem Geld verleih er? Am Tiestag vormittag wurde der Agent Eduard August Löffle r in seiner Wohnung in Berlin auf dem Sopha liegend tot aufgefunden. Vor ihm stand auf einem Stuhl eine Tasse, in der sich eine Giftlösung befand. Seine Geldbörse und sein Geldschrank waren ihres Inhaltes an Wertpapieren und Bargeld und Wechseln beraubt. — L. ist Witwer und bewohnt die aus drei Zimmern vestehende Wohnung für sich. Eine Aufwartefrau bediente ihn. Als diese zwischen 7 und 8 Uhr früh sich einfand, wurde ihr trotz starken Klopfens von L. nicht geöffnet. Sie wartete daher, bis Fräulein Kretschmar, die Buchhalterin Löfflers, die einen Schlüssel zu der Korridorthür besitzt, um halb zehn Uhr sich einstellte. Frl. Kretschmar fiel es auf, daß die Thür nur ins Schloß geworfen war, während L. sie sonst jeden Abend zu verschließen Pflegte. L. lag in seinem Zimmer auf dem Sopha wie im Schlafe. Aber Kragen, Hemd und Weste waren auf- gerissen, wie wenn er heftige Schmerzen gehabt hätte. Vor ihm auf dem Tische stand eine halbgeleerte Tasse mit Wasser. In dem als Bureau benutzten Zimmer war der Schreibtisch durchwühlt, und aus dem Geldschranke, sowie aus L.'s Portemonnaie war alles Geld verschwunden. Was aber Frl. Kretschmar besonders auffiel, war das Fehlen eines ganzen Stoßes Wechsel. Die Polizei wurde sofort benachrichtigt, und es erschien eine ganze Anzahl Kriminalbeamte. Sanitätsrat Dr. Paprvsch wurde gerufen und gab zuerst die Diagnose ab, daß L. am Schlage gestorben sei. Vorgestern noch war er bei dem Arzte gewesen und hatte sich ein Gesundheitsattest ausstellen lassen wollen, um sich von einem auf Donnerstag anberaumten Gerichtstermine fteizumachen. Tr. P. hatte das Attest nicht ausgestellt, L. aber ein Anti- pyrinpulver verschrieben. Dieses Rezept war nicht benutzt worden, dagegen fand man auf dem Schreibtische ein Tütchen mit einem weißen Pulver, das, wie eine sofort in einer benachbarten Apotheke vorgenommene Analyse ergab, Strychnin enthielt. Ob L. sich damit nun selbst vergiftet hat oder etwa vergiftet woroen ist, muß die Untersuchung ergeben. L. galt als sehr wohlhabend und stand als Geldverleiher in Beziehungen zu vielen Offizieren und anderen Geldbedürftigen. Alle Momente deuten darauf hin, daß Löffler um Mitternacht in seiner Wohnung in der rätselhaftesten Weise vergiftet und von seinem Mörder beraubt worden ist. Derselbe hat die Pakete, die Wechsel enthielten, vielleicht deshalb mitgeraubt, weil er die Spuren der Thäterschast auf Kreise lenken wollte, mit denen Löffler in geschäftlichen Beziehungen stand. Löffler hatte sich durch seine Wuchergeschäfte ein beträchtliches Vermögen erworben. Daß eins seiner Opfer, das etwa durch ihn ruiniert worden wäre, die Thal vollbracht haben könnte, kann man kaum annehmen. Für die Verfolgung des Mörders haben sich noch wenig Anhaltspunkte ergeben. Jassy, 1. Okt. Der Direktor der hiesigen Nationalbank- Filiale Spaco hat sich erschossen. Arbeiterbewegung. Lüttich, 1. Okt. Die Ausstandsbewegung hat heute zuge- nommen ; die Zahl der Ausständigen ist von 3000 auf 5000 gestiegen, der Ausstand hat sich auf etwa zehn weitere Kohlengruben ausgedehnt. Die Ausständigen durchziehen, die Carmagnole singend, die Ausstandsgebiete. Heute früh wurden mehrere Versuche gemacht, die noch Arbeitenden zur Niederlegung der Arbeit zn zwingen. Madrid, 1. Okt. Anläßlich lokaler Arbeiterfragen entstanden Ruhestörungen, in deren Verlauf Arbeiter der Fabrik von Bedas einige Häuser in Brand steckten. Der Gendarmerie gelang die Wiederherstellung der Rübe, doch sandten die Behörden eine Kavallerieabteilung in den Ort der Ruhestörungen. Universitäts-Nachrichten. — In Gießen ging am 1. Oktober das Rektorat der Universität von Prof. A. M. Schmidt auf Prof. Hansen über. Der Beginn der Einschreibungen für das Wintersemester ist auf den 21. Oktober festgesetzt. Es ist zu erwarten, daß bis zum Beginn der Vorlesungen auch die beiden jüngst durch Tod erledigten Professuren für Ohrenheilkunde und Tieranatomie wieder besetzt sein werden. , Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. 8. Darmstadt, 2. Okt. In der heutigen Schwurgerichts- sitzung ereignete sich ein erschütternder Vorfall. Als die Geschworenen nach kurzer Beratung im Schwurgerichtssaal erschienen, um ihren Wahrspruch zu verkünden, teilte der Vorsitzende in tiefster Bewegung mit, daß soeben in dem Beratungszimmer der Vorsitzende Landgerichtsrat Dr. Schneider infolge eines Herzschlags verstorben sei. Unter diesen Umständen mußte unter Hinzuziehung eines anderen Richters die Verhandlung aufs Neue stattfinden. Frankfurt a. M., 2. Okt. Die letzte Sitzung des N at ioualfozialen P arteitages beschäftigte sich wesentlich zustimmend mit einem Vortrag des Pfarrers Naumann über den Niedergang des Liberalismus in Deutschland. Eine zeitweise Neubildung des Liberalismus kann nur zu Stande kommen, durch Zusammenwirken der sozialistischen Bernsteinianer und der sozialen Reformbestrebungeu, der Kreise der Freisinnigen und Demokraten, sowie der Nationalsozialen, gegenüber der von der politischen und wirtschaftlichen Weltanschauung des Bundes der Landwirte beabsichtigten Vereinigung der Konservativen und Natiooalliberalen. Der Parteitag wurde sodann geschloffen. Gelsenkirchen, 2. Okt. Bis heute früh erhöhte sich der Stand der amtlich gemeldeten Typhus fälle im Stadt- und Landkreis Gelsenkirchen von 687 auf 722. Die Gesamtzahl der Typhuskranken des Wafferpersorgpngsgebiets für das nördliche westfälische Kohlenrevier wird von unterrichteter Seite auf etwa 1200 geschäht. Unter Zuziehung des Medizinalrats FranM veranlaßte die Regierung gestern eine eingehende Revision aller Teile des Wafferwerks, infolge deren Aenderungen in der Anlage bevorstehen sollen. Bochum, 2. Okt. Ans der Strecke der elektt. Straßen- bahn nach Wattenscheid stieß gestern abend ein Bierwageu mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Eine auf dem Bierwagen befindliche Person und der Kutscher wurden schwer verletzt. Letzterer ist gestorben. London, 2. Okt. Reuter meldet aus Dundee vom 27. September: Eine starke Burenttuppe überraschte am 26.' abends bei Onetrechill, wo im Zahre 1899 der erste Kampf stattgefunden hat, einen kleinen Volunteerposten. Dieser verteidigte sich wacker. London, 2. Oktbr. Die „Times" melden: Der Vorfall in Fez, wo vor Kurzem ein portugiesischer Staatsangehöriger von einem Volkshaufen überfallen wurde, ist darauf zurückzuführen, daß der Betreffende kein Arabisch verstand und sich infolge deffen trotz vielen Warnens dem Zugänge zu dem Grabe eines der ersten Heiligen näherte. Antwerpen, 2. Okt. Die „Metropole" meldet: Ende Juli brach m Französisch - Congo ein Aufstand aus. 18000 Pakuins schloffen die von 50 Europäern, meist Belgiern, bewohnten Faktoreien am Ugowe ein. Da keine Miliz zur Versüguug stand, wurde das französische Kanonenboot „Alegan" zur Hilfe entsendet. Dieses konnte jedvch bei dem niedrigen Wafferstand des Ugowe nicht vorwärts kommen. Anfang August gelangte nach Livreville die Nachricht, daß 4 Europäer getötet worden seien. Berlin, 2. Okt.' Tie Telegiertenversammlung des Zentralverbandes deutscher Industrieller nahm einstimmig" eine Resolution an, welche die Notwendigkeit des Abschlusses langfristiger Handelsverträge betont, die Erhöhung der Getreidezölle gutheißt und es billigt, daß unter bie: Minimalgetreidezollsätze des Zolltarif-Gesetzentwurfs nicht heruntergegangen werde. Gleichzeitig erklärte sich die Ver- sammlung gegen die gesetzliche Feststellung der .Getreideminimalzölle. B e r t i n, 2. Okt. Tas Landgericht verurteilte die Eheleute Rieck, welche ihre hochbetagte Mieterin um ihr be»' tnächtliches Vermögen gebracht hatten, und zwar die Frau zu siebenjährigem Zuchthaus, und den Mann zu drei Jahren Gefängnis. Eine mitangeklagte Frau wurde zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Berlin, 2. Okt. Tie Delegierten-Versatnmlung des Zentralverbandes deutscher Industrieller einigte sich gestern abend nach längerer Debatte in der Frage des neuen Zolltarifs auf eine Resolution, in der sie sich für den Abschluß langfristtger Handelsverträge ausspricht, sich aber aurf); mit einer Erhöhung der Getreidezölle einverstanden erklärt. Es dürfe indes ein Minimalsatz für die im Gesetzentwurf genannten Getreidearten im Gesetz überhaupt nicht festgestellt werden. Sollte der betreffende Ab- satz aber angenommen werden, so werde der Zentralverband mit dementsprechenden Anträgen an die Regierung herantreten. Kopenhagen, 2. Okt. Der Kiommandant des, dänischen Panzerschiffes „Odin", das im vorigen Jahre mit einem englischen Handelsschiff kollidierte, ist vom Kriegsgericht zu 6 Wochen Festungshaft verurteilt worden. Kopenhagen, 2. Okt. Fbsens Befinden! bessert sich stetig.. London, 2. Okt. Lord Kiich euer berichtet unternt 30. September: Tie Buren unter dem Befehl von Delareh undUemps haben in großer AnzahlKekewitsch undMoedwille angegriffen. Tie Angriffe wurden jedoch zurückgeschlagen und die Buren zogen sich nach Nordwesten zurück. London, 2. Okt. Tie englischen Verluste feit, dem 24. September belaufen sich auf 84 Tote, 183 Verwundete und 30 an Krankheiten Verstorbene. Dublin, 2. Okt. In einer Versammlung der „UniteS Irish League" wurde ein Brief von William O'Brien verlesen, worin dieser er Härt, die Irländer seien ein Volk, das nur die Waffenschulungder Buren brauchte, um mit derselben Beredsamkeit wie die unbesiegten Burens republiken bezeugen zu können, wie sehr es die englische, Herrschaft haßt. John Redmont hielt eine Rede, in welcher er ausführte, die Irländer hätten allen Grund> um zur Erlangung der Freiheit zu den Waffen zu greifen. Rom, 2. Okt. Der am Donnerstag verhaftete russische, Anarchist Fürst Nahachidie wurde wegen Uebertret-, ung eines Ausweisungsbefehls zu 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Neapel, 2. Okt. Es wird hier vermutet, daß dep deutsche Dampfer Bayern, der bekanntlich den Prinzen Tschun nach Europa brachte, die Pest iw Neapel eingeschleppt habe. Ter Dampfer habe zwar feinen erklärten Pestfall, aber doch, einen sehr eigentümlichen Fall von Lungenentzündung an Bord gehabt. Kapstadt, 2. Ott. Auf der Kap-Halbinsel wurde ein neuer Ausbruch der Pest festgestellt. Drei Eingeborene; 1 in Maitland wurden von der Seuche befallen. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Wetter 4- 24,3° C. + 10,0° c. Sonnenschein Sterh. Himmel Bed. Himmel Höck; le Temperatur am 30. Sept.—1. Okt. Nie orig sie „ „ „ „ j LU ■■UH Oktober Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit f »b Z z Windstärke — 1. 2" 751,5 4- 21,0 12,7 69 S.8.E. 2 1. 9« 751,1 4- 11,7 10,0 98 N. 1 3. rji 6 I 1 746,4 4- 11,4 8,9 89 N. 4 Teiephonisc^er Kursbericht, D'rankfart a. BI., 2. Oktober. 3'/s°/o Reichsanleihe . . 100.40 | Kreditaktien.....193.30 30 do. ... 90.40 Diskonto-Kommandit , . 171.30 31/ o/c Konsole .... 100.35 , Darmstädter Bank . , . 114.81) 3° n do ..... 90.40 Dresdener Bank . . , , '119.40* SVetyo Hessen .... 98.40 Berliner Handelsgee. . . 131.30 tfo/o Italien. Rente . . . 99.15 Oesterr. Staatsbahn . . . 132.20 4 '/0 Grieoh. Monopol-Anl. 42.70 Gotthardbahn ..... 157.00 3^/o Portugiesen ..... 25.75 Laurahütte,. ..... 177.50 3% Mexikaner .... 25.95 Bochum ....... 160.5Q 41/2% Chinesen . . . . 83.90 j Harpener ...... 151:90 Tendenz- fast. Cigarren. Carl Schneider Cigarren. —=— Giessen, Marktplatz 5. 6551 ' Spezialität: Vorstenlanden, sog. 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Oktober 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Metzen^ Mecum. 6553 Bekanntmachrmg. Freitag den 4. Oktober er., nachmittags 3 Uhr, werden im Bürgermeistereihof 15 Köröe Zwirnen, 14 Köröe Aepfek meistbietend versteigert. Gießen, den 2. Oktober 1901. 6552 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Männer-Turn-Verein Nächsten Samstag, abends 9 Uhr, im Vereinslokal (Schanze): 6544 Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Rechnungsablage. 3. Vorstandswahl. 4. Festsetzung des Winterprogramms. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. o re -C o s CO cc CC Ö £ i Z 00 £ p:ifl Änr noch wenige Tage! nm e «Hl ■ 11. n. 18. Oktober sicher Ziehung! ulll! der l Baden-Badener Hamilton Geldlotterie. Lose ä 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. } 2288 G eldgewinne Mark 4SO laew.20000-m.ä00(M) lLaaer KamöurgLl. Bm Tüchtigen, gutempfohlenen Reisenden sucht hiesige Cigarrenfabrik. Angebote nebst Gehaltsanspr. an die Exped. d. Bl. unt. 6440 erb. Maurer u. 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Gemeinde Vogelsberger rot 27, gut recht gut gut gut ff ff Simmenth.Rcinzucht Gelbscheck 27, 37. recht gut recht gut recht gut gut ff ff Berner Bastard Rotscheck gut recht gut gut gut (Eber) Christian Zinßer Yorkshire Bastard weiß 17. gut gut gut gut (Ziegenbock) Severin Franz Saaner Neinzucht weiß 17. sehr gut sehr gut sehr gut gut 2. Allertshausen Wilhelm Römer Simmenth.Kreuzuug Falb 27, gut gut gut gut (Eber) Konrad Ranft Witwe Bakonier Bastard schwarz 7. ziemlich gut gut gut gut (Ziegenbock) Ludw. Nachtigall V. (Ein Ziegenbock lauim vorhanden.) 3. Beltershain Johannes Loth Vogelsberger rot 37. 7, sehr gut gut gut gut Ein Ziegenbock wird nicht gehalten. (Eber) Nikolaus Reitz Eugl. Kreuzung weiß gut gut gut gut 4. Bersrod Jakob Hofmann II. Siutiueuth. Kreuzung Hellfalbscheck 27, genügend gut ziemlich gut gut ff Johs. Becker I. Vogelsberger rot 17. ziemlich gut ziemlich gut gut gut (Eber) JohS. Schneider I. Eugl. Kreuzung weiß genügend gut gut gut Wegen Jncest-Zucht abzuschaffen, war (Ziegenbock) Konrad Nepp Laudrassc weißgrau 57. gut gut schlecht gut 4 5. Beuern Gemeinde Simmenth.Kreuzuug Falbscheck 37, ziemlich gut gut gut gut [in 1900 schon Abschaffung empfohlen. ff Simmenth. Kreuzung Falb 3 schlecht gut gut gut Wegen Bärenfüßigkeit abznschafscn. ff ff Berner Kreuzung Rotscheck 27, gut gut gut gut (Eber) Phil. Sommerlad VII. Engl. Bastard weiß 7, gut gut gut gut (Ziegenbock) Joh. Stein II. Witwe Saaner weiß 2 gut gut gut gut Climbach Heinr. Konrad Vogelsberger rot 2 gut genügend gut gut Ein Ziegenbock wird nicht gehalten. (Eber) Christoph Leyerer Engl. Bastard schwarzgefleckt 7, gut gut gut gut 7. Ettingshausen Gemeinde Simmenth. Neinzucht Hellfalbscheck 27. recht gut gut gut gut ff Simmenth. Neinzucht Falbscheck 4 recht gut recht gut gut gut (Eber) Heinr. Walter Iorkshire Bastard weiß 1 gilt gut gut gut (Ziegenbock) Johs. Hofmann Witwe Landrasse schwarzgrau 27. gut gut gut gut 8. Geilshausen Carl Wagner Simmenth. Kreuzung Falbscheck 27. ziemlich gut gut schlecht gut ff Vogelsberger rot 27. gut gut genügend gut (Eber) Heinr. Niebergall Engl. Kreuzung weiß 7, gut gut gut gut (Ziegenbock) Wilh. Waldschmidt Landrasse schwarzscheckig 17, genügend genügend gut gut 9.° Göbelnrod Konrad Schepp Vogelsberger rot 37, genügend gut genügend gut (Eber) ff Zorkshire Bastard weiß 7. gut gut ungenügend gut Ein Ziegenbock wird nicht gehalten. 10. Grünberg Hermann Christ Vogelsberger rot 4 sehr gut sehr gut sehr gut gut n II Vogelsberger rot 4 gut sehr gut sehr gut gut II Vogelsberger rot 17, gut gut sehr gut gut Carl Jökel VIII. Simmenth. Neinzncht Hellfalb 3 gut gut gut gut (Eber) Hermann Christ Aorkshire weiß 1 sehr gut sehr gut sehr gilt gut (Ziegenbock) Saaner Bastard weiß 17, sehr gut sehr gut sehr gut gut (Ziegenbock) t» Saaner Rcinzucht weiß 27, vorzüglich sehr gut sehr gut gut 1Y.\ Harbach Heinr. Münch I. Simmenth. Rcinzucht Falbscheck 37. gut recht gut gut gut ff ee Vogelsberger rot 27, genügend gut gut gut 12. i (Eber) Johs. Schmidt III. Engl. Bastard weiß 1 kaum genügend genügend sehr schlecht genügend Ein Ziegenbock wird nicht gehalten. Hattenrod Konrad Roth Vogelsberger rot 27, gut gut gut gut) ff II Simmenth. Rcinzucht Falb 17. gut gut gut gut (Eber) Phil. Nock Dorkshire Bastard weiß 7, gut gut genügend gut 13. j (Ziegenbock) Heinr. Seipp IV. Witwe Landrasse weiß 27, genügend genügend schlecht gut Kesselbach Wilh. Becker I. Vogelsberger rot 27. gut gut gut gut (Eber) Jakob Schomber II. Landrasse weiß 1 genügend genügend genügend gut 14. (Ziegenbock) Johs. Stein II. Landrasse grauweiß 7- genügend genügend genügend gut Lauter Julius Zimmer Vogelsberger rot gur gut gut gut ff II Vogelsberger rot 2 ziemlich gut gut gut gut (Eber) Wilh. Schmidt Engl. Kreuzung weiß 27. ziemlich gut genügend genügend gut Wegen Jncest-Zucht abzuschaffen. (Ziegenbock) Heinr. Sann V. Laudrasse schwarzscheckig 17, gut gut gut gut 15. Lindenstruth Johs. Gerth Vogelsberger rot 3 gut gut recht gut gut (Eber) Konrad Krug Engl. Kreuzung weiß 17, gut genügend sehr schlecht gut (Ziegenbock) Peter Fink Laudrassc weiß 2 genügend genügend genügend gut 16^ Londorf Georg Bert Simmenth. Reinzucht Falbscheck 27, gut sehr gut gut gut .. (Ein zweiter Bullen Vogelsberger Rasse fehlt zur Zeit und ist schleunigst anzuschaffen.) schlecht Total verwahrlost. (Eber) Wilh. Becker Engl. Kreuzung weiß 17, 17, schlecht schlecht sehr schlecht (Ziegenbock) Johs. Hasselbach Landrasse schwarzgrauscheckig genügend gut ungenügend gut 17. Lumda Heinr. Hedderich II. Simmenth. Reinzucht Falbscheck 3 kaum genügend genügend schlecht genügend Durch einen Befferen zu ersetzen. ff Simmenth. Rcinzucht Falbscheck 17, ziemlich gut gut schlecht gut (Eber) Heinr. MauS Engl. Kreuzung weiß 7, gut gut gut gut (Ziegenbock) Wilh. HöreS Saaner weiß 7, gut gut gut gut 18. Münster Paulus Walter Simmenth. Kreuzung Hellfalbscheck 3 genügend genügend genügend gut (Eber) ff Eugl. Kreuzung weiß 7. gut gut gut gut (Ziegenbock) Johs. Pfeffer (Ein Ziegenbock lamm, Saaner Raffe, vorhanden) gut 19. Nieder-Bessingen Heinr. Klös Simmenth. Kreuzung Hellfalbscheck 4 gut gut gut II Simmenth. Reinzucht Falbscheck 27. ziemlich gut gut gut gut (Eber) Konrad Heß Yorkshire Bastard weiß genügend genügend genügend gut Ein Ziegenbock wird nicht gehalten. 20. Nonnenroth Heinr. Metzger II. Slmmenth. Reinzucht Hellfalb 3 sehr gut gut gut ungenügend Lahmt hinten links. Heinr. Sehrt Simmenth. Kreuzung Falbscheck 3 genügend gut gut gut (Eber) Peter Hoppe Engl. Bastard weiß 7, gur gut sehr gut gut (Ziegenbock) Christoph Hedderich Saaner weiß 7, gut gut gut gut 21. Ober-Bessingen Heinr. Heinz Simmenth. Reinzucht Falbscheck 37. ziemlich gut gut gut gut II Simmenth. Reinzucht Falbscheck 27, gut gut gut gut (Eber) Johs. Maul Engl. Kreuzung weiß 7- genügend genügend schlecht gut (Ziegenbock) Heinr. Viehl III. Saaner Original weiß 17, gut gut genügend gut 22. Odenhausen Albert Beuermann Simmenth. Kreuzung Gelbrotscheck 17, ziemlich gut gut gut gut (Eber) II Engl. Bastard weiß 7, gut gut gut gut Ein Ziegenbock wird nicht gehalten. 23. Queckborn Johs. Schmidt V. Simmenth. Kreuzung Hellfalb 27, gut gut genügend gut Carl Herzberger Vogelsberger rot 37, gut recht gut gut gut .. «1 Vogelsberger rot 2 ziemlich gut gut ziemlich gut gut (Eber) Konrad Knöß II. Engl. Bastard weiß 17. gut gut genügend gut (Eber) ff Engl. Bastard weiß 7, ziemlich gut bis gut gut gut gut (Ziegenbock) Michael Damm Saaner weiß 17, gut gut gut gut 24. Reinhardshain Kaspar Löchel Simmenth.Kreuzuug Hcllfalbscheck 37, gut gut gut gut Die Anschaffung eines zweiten Bullen (Eber) Ludwig Albach Engl. Kreuzung weiß 1 genügend genügend genügend gut [wäre erwünscht. (Ziegenbock) Peter Seng (Ein Ziegenbock ist zur Zeit nicht vor Händen.) 25. RöthgeS Ludwig Reitz Simmenth. Kreuzung Falb 27, gut gut genügend gut (Eber) Eugl. Bastard weiß 1 gut gut gut gut - (Ziegenbock) JohS. Möll Saaner weiß 27. gut gut genügend gut 26. Rüddingshansen Wilh. Sohl Vogelsberger schwarzrot 37, gut gut genügend gut Leonhard Peter Vogelsberger rot 3 ziemlich gut bis gut gut gut gut (Ein Eber ist zur Zeit nicht vorhanden.) 17, (Ziegenbock) Heinrich Werner I. Landrasse schwarzgranscheckig gut gut gut gut 27. Saasen Heinr. Schepp V. Vogelsberger rot 27, gut gut gut ungenügend Ist lahm. ff Vogelsberger rot 37. ziemlich gut gut gut gut (Eber) Heinr. Krug V. Engl. Bastard weiß 7. gut gut ziemlich gut gut (Ziegenbock) Ludw. Schmidt I. Landrasse brauugefleckt 27, gut gut ungenügend gut 28. Stangenrod Peter Neunobel Simmenth.Kreuzuug Falbschcck 37, genügend gut gut gut Ein zweiter Bulle wäre erwünscht (Eber) Johs. Erb II. Engl. Bastard weiß /, gut gut schlecht gut (Ziegenbock) August Horst Landrasse schwarzscheckig 37. gut gut gut gut Wegen Jncest-Zucht abzuschaffcn. 29. Stockhausen August Theiß Vogelsberger rot 27, gut gut genügend gut (Eber und Ziegenbock werden nicht gehalten.) 30. Treis a. d. Lumda Gemeinde Vogelsberger rot 37, ziemlich gut sehr gut gut gut ff Simmenth. Rcinzucht Falbscheck 27, ziemlich gut bis gut sehr gut gut gut n Simmenth. Reinzncht Hellfalbscheck 37, gut sehr gut gut gut (Eber) Konrad Michel Engl. Bastard weiß 17, gut gut gut gut (Ziegenbock) Wilh. Müller Saaner Bastard graliwciß 17, gut ziemlich gut schlecht gut 31. Blllmgen Heinr. Leidner Simmenth. Kreuzung Falb 2’ , genügend genügend schlecht gut Heinr. Nürnberger III. Siinmenth. Kreuzung Gelbscheck 27- gut güt genügend gut (Eber) Heinr. Leidner Engl. Kreuzung weiß 7, genügend genügend genügend gut 32. (Ziegenbock) Johs. Pfarrer I. Saaner weiß 27, gut gut genügend gut Weickartshain Heinr. Schmidt III. Vogelsberger rot 3 gut gut gut gut 33. (Eber) Konrad Biedenkopf Vogelsberger Engl. Bastard rot weiß 27. 7, gut schlecht gut genügend gut schlecht gut gut } Ein Ziegenbock wird nicht gehalten. Weilershain Carl Faulstich Simmenth. Kreuzung Falbscheck 2^ recht gut recht gut gut gut H II Simmenth. Reinzucht Gelbscheck 27. gut recht gut gut gut Simmenth. Kreuzung Falb 17. gut gut ziemlich gut gut (Eber) Heinr. Kaufmann VII. Engl. Kreuzung weiß 7, gut gut gut gut 34. (Ziegenbock) Wilb Erb Landrasse weiß 17, gut gut ziemlich gut gut Winnerod HauS Zimmer Simmenth. Rcinzucht Hcllfalbscheck 17, recht gut gut ziemlich gut gut Grimberg, den 15. September 19C 1. Der V0 rsitzende b c r Körkom Mi ssion G r ü n b e r g. Neimhöffer.