Ütt bh. 5258 wbef r te °h«nne8. ' 6tr'tt 40 Ptg Selbem. alSbald Sa- tes «SKg l9*i fitlttatt, s mit Aad, nb 2 Mansarde «mm: ^nu_ötrm. ^ÜHenswH 'dtNMatz 15,n huiiitaüi tt lu Denn. aß« 27, m limmtt m. Stab. lbnE.UIl. n tnobl. Zimmer ltimmer) zu vrr, aikaße 80, IL n 4. JUw - 'lung - üme> r- ttttt. gefltt, iöerg 9 ®Uflu6 D der« 2vr ÖFPtbttwn >—i Ufr. 895* jtVudic t|t Sitütii mit Wohmmz u mieten gefuit reiSangabe unter i D. Krrvr h Itter verbeten tri hu en Sie Sie geneigt, q«Mk ZnMitt bei höh'« rfl CfgEfeÜ »itertel fio zSonneichraße^ i’lnngey ch,« e4W.,W" bergermegW^ Ä ü*<»»Ä M». 180 ißtodte® Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 3. August 1901 {MMh M a^xj*** *e*ttUa- Üwe kn Siu ör**W Mb „Blätter IMW^eete“ »WC« U*f »»Gmttch bttfiket. ffb-MtttHU uni 8*-^M -M**u*e r. GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 8r ft «Len k« An- uw* RvKmM nehmen «nzeiaen fit he •lefcener «n^gcr ent^eMt ßetltnvrcl« lokal 11 W». eu8*5rt6 M Ptg. «dreffe für DepefchMr Anzeiger Sieden. FernsprrchanschlußNr.WN. Süddeutschland und der Zolltarif. Die „Südd. Reichskorrespondenz" schreibt: „Die Veröffentlichung des Zolltarif-Gesetzen L- Wurfs hat, tote ja zu erwarten war, die Presse aller Parteien in Bewegung gesetzt. Kein vernünftiger Politiker hatte gehofft, daß der Entwurf auf irgend einer publizistischen Seite vollständige Billigung erfahren würde. Dazu konnte es einesteils die Vielgestaltigkeit der wirtschaftlichen Interessen und ihre hieraus naturgemäß resultierende ^Gegensätzlichkeit nicht kommen lassen; anderseits läßt die parteipolitische Verschiedenartigkeit der Auffassung dessen, was dem Allgemeinwohl förderlich ist, eine (Einigung auf mittlerer Linie erst nach gründlicher öffentlicher Erörterung erwarten. Man wird eine solche publizistische Auseinandersetzung, die jener im Parlament vorauszugehen hat, auch trotz ihrer hier und dort wenig angemessenen Form als Vorbedingung allgemein erwünschter Klärung natürlich sinden können, ohne deshalb den Aeußerungen ausländischer Preßorgane eine weitergehende Bedeutung beizumessen, wie sie ihnen als Stimmungsausdruck einer an sich ja ganz legitimen Neigung zu möglichst vorteilhafter Berücksichtigung der eigenländischen Produktion beim Abschluß zukünftiger Handelsverträge zukommt. Wünschenswert ersck)eint uns aber, daß in dem Widerstreit unserer ^heimatlichen Interessen, wie er in der deutschen Presse laut wird, zweierlei ausgiebigste Berücksichtigung fände, erstens, daß die deutsche Reichsleitung und die Verbündeten Regierungen. nicht berufen sind, sich die Förderung der Ausländischen Produktion angelegen sein zu lassen, sondern dafür zu sorgen haben, daß deutsche Interessen, allerdings int Rahmen langfristiger Lm ndelsverträge, gewahrt werden; und zweitens, daß — wie sich aus dem vorstehend Gesagten folgerichtig ergiebt — die jetzt publizierten Tariftätze nur unverbindliche Vorschläge» sind, deren Berechnung und Nützlichkeit der Ueberprüfung durch den Bundesrat und, je nach dessen Entscheidung, durch den Reichstag unterliegt. Mit aller wünschenswerten Deutlichkeit ist dieser letztere Gesichtspunkt in der halbamtlichen Kundgebung der „Nordd. Allg. Ztg." dahin festgelegt worden, „man werde bei Beurteilung des Entwurfs vorweg zu berücksichtigen haben, daß er die Beratungen des Bundesrats noch nicht durchlaufet! hat und daß also auch weder die Vorschriften des Gesetzes noch die Sätze des Tarifs sckzon unabänderlich als Grundlage für die Beratungen des Reichstags feststehen. Die Reichsleitung werde sich deshalb auch in der weiteren Behandlung der Sache vor der Oeffentlichkeit möglichste Zurückhaltung auferlegen, um den Beratungen des Bundesrats nicht vorzugreifen und der Stellung des Reichskanzlers gegenüber Abänderungsanträgen und deren Begründung nicht zu präjudizieren." Bei aller Freiheit der rückhaltlosen Meinungsäußerung der in der Presse sich zum Worte meldenden Interessenten füllte doch unseres Erachtens der provisorische Charakter der publizierten Zusätze nicht übersehen werden. Wir nehmen daher mit Befriedigung davon Akt, daß auch die „Frkf. Ztg." gegenüber einer schiefen Aeußeruna eines Berliner Blattes auf die Geneigtheit der Reichsleitung, Aenderungsvorschläge des Zolltarifentwurfs anzunehmen, hinweist. Die Gründlichkeit und Ehrlichkeit der publizisti- sthen Erörterungen würde keine Schmälerung erfahren, wenn sie fernerhin von der gegebenen und amtlich zuge- pandenen Voraussetzung einer Abänderungsfähigkeit der veröffentlichten Zolltarifsätze ausgehen wollten." So weit die genannte süddeutsche Korrespondenz. Die amtliche „Darmst Ztg." nennt diese Ausführungen „sehr beachtenswert". Die hessische Regierung erblickt also rn dem Entwurf absolut nichts Bindendes, scheint vielmehr sehr mit einer Andersgestaltung in Bundesrat und Ikeichstag zu rechnen. Die „Deutsche Tagesztg." erhält aus Süddeutschland eine, wie sie sagt, „für die dortige Beurteilung des Zolltarifs sehr beachtenswerte Zuschrift", in der den süddeutschen Regierungen der Vorwurf gemacht wird, sie hätten die Interessen ihrer landb au treibenden Bevölkerung preisgegeben. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der! bedeutende Gartenbau in Süddeutschland gar kitten Schutz erhalten hat, ganz ungenügend feiert die Schutzzölle für Hafer und Gerste, Hopfen und Tabak. Der Bund der Landwirte habe die Gleichstellung von Gerste und Hafer mit Weizen int Zolltarif gefordert. „Um so unverständlicher erscheint es", so heißt es in der Zuschrift, „daß die süddeutschen Regierungen ihre Zustimmung dazu gegeben haben sollten, daß Gerste mit dem gänzlich ungenügenden Zollsätze von 3 Mk. pro Doppelzentner belegt werden sollte. Erscheint schon der Zoll von fünf Mark für Roggen und Hafer gänzlich ungeeignet, um eine Preisbesserung für diese Fruchtarten erreichen zu lassen, so ist der Gerstenzoll von 3 Mk. für jeben unbefangenen Beobachter geradezu ein Rätsel." Dazu schreibt ein pfälzisches Blatt: Aus den Darlegungett des Agenten des russischen Finanzministeriums in Berlin, Geheimrat von Timiriaseff wissen wir, daß Rußland von den Getreide- und Viehzöllen am allerschwersten betroffen wird, weil Rußland der Hauptlieferant in diesen Dingen für Deutsch- lattd ifc nicht aber die Vereinigten Staaten, wie noch vielfach &u Unrecht angenommen wird. Nach den Berechnungen des Herrn v. Timiriaseff kommen in den Jahren 1887—91 von der Getreideeinfuhr nach Deutschland auf Rußland: a) Weizeneinf. int Jahresdurchschnitt 596,000 Tonnen, aus Rußland 319,000 Tonnen, b) Roggen eins, im Jahresdurchschnitt 815,000 „ auS Rußland 635,000 Tonnen, o) Tersteeinf. im Jahresdurchschnitt 614,000 , aus Rußland 233,000 Tonnen, d) Hafereinf. im Jahresdurchschnitt 183,000 , aus Rußland 155,000 Tonnen. Rußland lieferte also von der durchschnittlichen Gesamteinfuhr von 2,208,000 Tonnen 1,842,000 — 60 Prozent. Im Jahrfünft 1895/1899 ergab sich das folgende Bild: a) Weizeneinf. im Jahresdurchschnitt 1,404,000 Tonnen aus Rußland 678,000 Tonnen, b) Roggeneinf. im Jahresdurchschnitt 866,000 , aus Rußland 662,000 Tonnen, o) Gerfteeinf. im Jahresdurchschnitt 1,055,000 „ aus Rußland 574,000 Tonnen, d) Hafereinf. im Jahresdurchschnitt 399,000 „ auS Rußland 280,000 Tonnen, es lieferte also Rußland von der Gesamteinfuhr von im Durchschnitt 3,724,000 Tonnen 2,194,000 — 59 Proz.; aus Rußland stammen drei Fünftel unserer Getreideeinfuhr. Daß die Roggenzölle von fünf Mark eine Ausdehnung der Saatfläche, verbesserte Bodenbearbeitung und damit eine Steigerung der Erträgnisse berbeiführen werden, ist klar, Rußland rechnet also zweifellos mit einer ganz bedeutenden Verschlechterung des Roggengeschäfts mit Deutschland, an dem es zu 76 Prozent beteiligt iffc. Ebenso muß eine Einbuße an Weizen erfolgen, an dem Rußland mit 48 Prozent der Lieferungen nach Deutschland beteiligt war, weil nach Einführung des hohen Weizenzolles der Weizen- konsum in Deutschland entschieden abnehmen wird. Rechnet man dazu die Erhöhung des Zolles auf Eier (Einfuhr 1900 für 103 Millionen Mark, wovon die knappe Hälfte aus Rußland), auf lebendes Vieh und Fleisch, dann wird klar, daß der Zollkrieg mit Rußland beinahe unvermeidlich ist Daß unsere leitenden Kreise damit rechnen, beweist ihre Hinneigung zu England, die das halbe Volk gegen sie aufgebracht hat, beweist auch die Beschwichtigung der offiziösen Presse, es seien nach dem Zeugnis des Fürsten Bismarck unsere politischen Beziehungen zu Rußland nie besser gewesen als zur Zeit der wirtschaftlichen Fehde mit Rußland. Wenn man derartiges dem Lande einreden will, daß Zollkriege die politischen Beziehungen verbessern, dann muß man allerdings in den leitenden Kreisen den Zollkrieg als unvermeidlich ansehen. Also man rechnet mit ihm, sieht unsere wirtschaftlichen Beziehungen zur Hauptmacht des Zweibundes sich äußerst drohend gestalten, deshalb rvollte man nicht auch mit Oesterreich-Ungarn und Italien sich Überwerfen und unterließ die Zollerhöhung auf Gerste und Zölle auf die italienischen Gemüse und Kartoffeln. Und wenn man den Zoll auf Gerste auf nur 3 Mark festsetzte, konnte man immer noch Rußland etwas bieten; von der Einfuhr an Gerste entfallen 52—54 Prozent auf Rußland, 36—38 Prozent auf Oesterreich-Ungarn und nur 10 Prozent auf andere Länder. O ja, wir verstehen, weshalb man nicht etwa den Ber- tragszoll für Roggen auf 3 Mark feftiegte, sondern auf Gerste. Roggen ist ja die Hauptfrucht der Ostelbier, die ja um jeden Preis befriedigt werden müssen; der süddeutsche Bauer dagegen mag sehen, wie er ohne genügenden Schutz fertig wird; der versteht aber lange nicht so gut, wie die Herren im Osten, zu schreien und für seine Tasche zu sorgen, .er arbeitet vor allem fleißiger und politisiert weniger als der ostelbische Vetter, und darum fragt man eben auch nicht allzuviel nach ihm. Das alles ist nur ein Grund mehr, an der Forderung festzuhalten, daß die Regierung ernstlich versucht, Süddeutschland und den preußischen Osten verschieden zu behandeln, Handelsverträge mit allen Staaten abzuschließen, auch mit Rußland, und weiter die Bestimmung fallen zu lassen, daß bei Vertragsverhandlungen nicht unter be stimmte Sätze für Getreide herabgegangen werden darf, sodaß die deutschen Unterhändler freie Hand bekommen. Unter gar keinen Umständen aber ist man in Berlin und in Ostelbien berechtigt, den süddeutschen Regierungen Vorwürfe irgendwelcher Art zu machen; der größere Anlaß zur Unzufriedenheit liegt gerade aus Seiten der Süddeutschen und wir hoffen bestimmt, daß nicht zuletzt der süddeutsche Einfluß bet der Korrektur des Tarifentwurfs mitbestimmend sein wird. Es ist interessant, ein paar bezeichnende süddeutsche Stimmen zu der gleichen Frage mitzuteilen. So sprach, wie dem „Regensb. Morgenbl." berichtet toirb, der Zentrumsabgeordnete und neuernannte Eisenbahnreferat Dr. Pichler letzten Sonntag im christlichen Bauernverein Waldkirchen über den Tarif-Entwurf. Er bemerkte gleich eingangs: es sei auffallend, die unterschiedliche Festsetzung der Getreide-'und Viehzölle, letztere sind erheblich gesteigert, während die Getreidezölle hinter den Forderungen und Erwartungen der Landwirtschaft zurückbleiben, und erklärte am Schlüsse: das Zentrum werde bestrebt sein, den Kampf für die Schutzzölle unermüdet durchzufechten und auch die Obstruktion im Reichstage zu überwinden. Das genannte Blatt selber schreibt: „Es ist zu erwarten, daß der neue Zolltarif in den nächsten Wochen der schärfsten Opposition begegnen wird, aber mehr als je ist jetzt kaltes Blut am Platze. In welcher Fassung der Entwurf aus dem Bundesrate herauskommen wird, weiß heute niemand. Später aber wird es der Reichstag nid# daran fehlen lassen, einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Landwirtschaft und Industrie zu finden. Besonders wird er es nicht daran fehlen lassen, auch einen gerechten Ausgleich zwischen Nord und Süd zu schaffen und den Schutzzoll auf Gerste entsprechend zu erhöhen, so daß alle 4 Getreidearten eine gleichmäßige Verzollung erfahren. — Die bayerischen Zentrumsblätter sind ersichtlich mit dem Standpunkt des führenden Zentrumsblattes in Norddeutschland, der „Germania" nicht zufrieden, welches schreibt: „Was uns anlangt, so gönnen wir der Landwirtschaft eine Zollerhöhung von Herzen. Es wird aber Gegen- Feuilleton. Bon der KünstlertolonieinDarm stadt. Wir Lesen im „Darmst Tag bl.". Ein provisorisches Komitee, bestehend aus Frau Lili Wolsskehl, Professor Behrens und Ministerialrat Braun hatte eine Einladung an eine Anzahl wn Herren und Damen der Stadt nach dem Festspielhaus der Künstler - Kolonie ergehen lassen zur Bildung eines Hauptkvmitees für das von der Künstler-Kolonie vom 30. August bis 2. September geplante Kostümfest, verbunden mit einer Parodie der Ausstellung, die auf dem Terrain hinter dem Wasserreservoir veranstaltet werden Mil. Der Einladung hatten etwa 40 Personen, Damen und Herren Folge geleistet. Professor Christiansen machte zunächst Mitteilungen über die Art der geplanten- Veranstaltung. Dte Bildung des Hauptkomitees wurde vorerst ver- fdNoben, da auf Antrag des Dr. Bopp diejenigen der Geladenen, von denen wegen des zu kurz bemessenen Termins eine Antwort auf die Einladung noch nicht einge- ßangen ist, nochmals zum Beitritt aufgesordert werden fallen mit dem Hinzufugen, daß eine Arbeit damit nicht Verbunden sei. Sodann scbritt man zur Bildung des ge- fchäftsführenden Ausschusses (Arbeitskomitees) und der einzelnen Ausschüsse, des Preßausschusses, des Festspiel-Aus- schusses, Kostümausschusses usw., welche die vorbereitenden Arbeiten in die Wege zu leiten haben. Professor Christiansen teilte noch mit, daß eine Mainzer Firma vor dem Kostümfeste im Spielhause eine Auswahl von Kostümen zur Benutzung für die Teilnehmer an dem Kostümfeste anstelle n werde. — Ferner schreibt uns unser S.-Korrespon- bent: Nach dem Programm beabsichtigt man, alle Kreise fcn diesem originellen und Humorvöllen Feste teilnehmen zu lassen. Hauptsächlich soll eine Parodie nach den sich, widersprechenden Urteilen geschaffen werden, dementsprechend werden sowohl Eingangspforte, die Habicht'schen Figuren, die einzelnen l^äufer, das Theater, die Restauration mit Orchester und Platanen ha in usw. in zweiter erneuter, satyrisch-humoristisd)ier Form, geschaffen werden. Mit Genehmigung des Großherzogs, der sich außerordentlich für die Sache interessiert, und der sein Erscheinen bei der Eröffnung dieser „Uebr"-Ausstellung zugesagt hat, wird sogar das Eröffnungssesffpiei mit Herrn Harres als Verkünder in Darmstädter Mundart dargestellt werden. Die Umarbeitung ist einem erfahrenen Dialekt-Dichter übertragen; auch die Fanfaren, der Einzug ist nicht vergessen. Das 7 Mann starke Orchester im Platanenhain wird Werke von Beethoven, Mehul usw. aufführen. Auch ein humoristischer Extrakatalog wird erscheinen, auch ein Tanzboden ist nicht vergessen. Um dem Ganzen eine lebhaftere äußere Gestaltung und größeren Reiz zu verleihen, wird ein Kostümfest mit dem Ganzen verbunden, bei dem Kostüme des vorigen Jahrhunderts vorherrschen sollen, das sog. Biedermaier-Costüm ist besonders erwünscht, Kostümzwang nicht vorgesehen. Auch eine Anzahl Kellner und Kellner- innen soll in parodistischem Kostüm auftreten. Den Haupt- ooup hofft man aber zu erzielen mit einer ganzen Anzahl kostümierter Polizeidiener, welche mißliebige Vertreter der Presse arretieren werden. Ueberhaupt scheint man es auf die Presse in erster Linie abgesehen zu haben. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, verspricht diese Veranstaltung äußerst glanzvoll zu werden. DieBühnenfe st spiele inBayreuth sind nicht beendet, wie kürzlich an dieser Stelle fälschlich bemerkt wurde, sondern sie währen noch bis zum 20. August Am 4., 12. und 19. August wird „Der fliegende Holländer" gegeben, am 5., 7., 8., 11. und 20. „Parsival", am 14. „Rheingold", am 15. „Walküre", am 16. „Siegfried" und am 17. „Götterdämmerung". Die 46. Versammlung Deutscher P h ilo- ! logen und Schulmänner findet in Straßburg vom 1. bis 4. Oktober statt- Außer einer allgemeinen Sitzung, werden elf Sektionssitzungen statt find en. Die Sektionen sind folgende: eine pädagogische, philologische, archäologische, historisch-epigraphische, germanische, romanische, englische, indogermanisch-sprachwissenschaftliche, orientalische, mathematische und bibliothekarische. Bon den Vorträgen können nur einige genannt werden, und zwar: für die allgemeine Sitzung: Prof. Dr. Gercke (Greifswald): lieber Homer- Prof. Dr. Gneisse (Straßburg i- E): Der Begriff des Kunstwerks in Goethes Aufsatz von Deutscher Baukunst (1772) und in Schillers Aesthetik. Direktor Dr. Reinhardt (Frankfurt a. M.): Der altsprachliche Unterricht nach dem Frankfurter Lehrplan. — Für die pädagogische Sektion: Prof. Dr. Kannegießer (Straßburg): Ueber die Notwendigkeit der Vermehrung der deutschen Unterrichtsstunden in den mittleren und oberen Gymnasialklassen. Direktor Dr. ©d)äffer (Bischweiler): lieber den Anteil der ästhetischen Bildung! an der Willenserziehung. — Für die philologische Sektion: Pros. Dr. Bethe (Basel): 5?amer und die Heldensage. — Für die archäologische Sektion: Prof. Dr. Michaelis (Straßburg): Ueber die Athenatempel der athenischen Akropolis. Prof. Dr. Sauer (Gießen): Die delphische Halle der ftnibier und ihr Gemäldeschmuck. — Für die romanische Sektion: Prof. Dr. Suchier (Halle): Ueber die akademische Vorbildung unserer fiemdsprachlichen Lehrer, Hochschule oder Drillanstalt? — Für die englische Sektion: Prof. Dr. Schröer (Freiburg i. B-): Prinzipien der Shakespearekritik- — Für die indogermanisch-svrachwissenschästliche Sektion: Prof. Dr. Bartholomae (Gießen): Bericht über [ein altiranisches Wörterbuch. Prof. Dr. Kluge (Freiburg i. B.): Ueber Gaunersprachen. stand einer ernsten und eingehenden Prüfung sein müssen, bis zu welcher Höhe man, namentlich bei der unleugbaren Krisis in Industrie und Handel, welche eine Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse naturnotwendig im Gefolge haben muß, gehen darf. Für durchaus verkehrt iM£> mit den Grundsätzen der ausgleichenden Gerechtigkeit int* Widerspruch stehend, würden wir es erachten, die Zölle auf Vieh und Getreide — die notwendigsten Lebensmittel — so zu steigern, daß dadurch der Arbeiterschaft die Lebenshaltung ungebührlich er- erschwert, oder gar unmöglich gemacht würde. Hier das Richtige zu treffen, wird die Aufgabe einer ruhigen, alle Umstände in Rücksicht ziehenden Erörterungen sein." Zu dieser ihr unbequemen Auslassung bringt die „Augsb. Postztg." den Beruhigungsbazillus in folgender Form: „Tiefe Auffassung wird zweifellos in dem Sinne aufgefaßt werden, als ob die „Germania" gegen die jetzt vorgeschlagene Höhe der Getreide- und Viehzölle Bedenken habe. Tas scheint uns nicht zutreffend zu sein. Taß eine ausreichende Zollerhöhung eintreten muß, darüber ist man sich im Zentrum einig. Wir halten dafür, daß die Worte der „Germania" sich an die Adresse des „Bundes der Landwirte" richten, der bekanntlich einen Zoll von 7 einhalb Mk. für das Mindestmaß dessen hält, was nötig ist. An eine solche Höhe des Zolles ist natürlich nicht zu denken." Tas Organ der süddeutschen Konservativen, die „Südd. Landztg." macht sich die Auslassung des konservativen „Reichsboten" zu eigen, der schreibt: „Was den näheren Inhalt des Tarifs betrifft, so bringt er zunächst in der Hauptsache, den landwirtschaftlichen Zöllen, feine Ueberraschung mehr. Es ist mit herzlichem Tank anzuerkennen, daß die Regierung diesen verbesserten Schutz der Ueberproduktion ausgenommen und in diese Vorlage umgegossen hat: aber der Schutz geht nicht über das Maß hinaus, dessen die Landwirtschaft unbedingt bedarf, und was ihr fein verständiger, staatserhaltender Politiker versagen darf. Er ist die für die konservative Partei noch annehmbare untere Grenze." Tie „Neue bayr. Lcmdesztg.", das Organ des „Bayerischen Bauernbundes" schreibt: „Die Landwirtschaft könnte mit der Höhe der Zölle auf Vieh, tierische Produkte usw. vollauf zufrieden sein, aber leider ist bei diesen nicht, wie bei den Getreide-- zöllen, von einer Bindung des Zolles, nach unten die Rede. Die Getreidezölle, bei denen ein Minimalsatz angenommen ist, bleiben hinter der Forderung der Landwirtschaft beträchtlich zurück, und außerdem ist die ungleiche Behandlung der einzelnen Getreidearten im Interesse unseres einheimischen Gerstenbaues schwer zu bedauern." Die bayerische liberale Presse mit den Sozialdemokraten und der Volkspartei ist direkt gegen die Erhöhung der Zölle; eine Ausnahme macht nur die „Allg. Ztg.", die sich den Standpunkt der Konservativen, wie ihn oer „Reichsb." kundgiebt, zu eigen macht, — die „Augsb. Postztg." ihrerseits konstatiert den Gegensatz der bayerischen Zentrumspartei zu den Forderungen der „Freihändler" und der „Bündler", die „den Boden, auf dem der Zolltarif steht, im Sturm nehmen wollen, um als Sieger im zollpolitischen Kampfe der Regierung und dem deutschen Reiche ihren Willen zu diktieren", und sagt: „Im Gegensatz hierzu betrachten wir den Zolltarif als einen neutralen Boden, auf welchem die berufenen Parlamentäre der verschiedenen Jnteressenkreise sich zusammenzufinden haben, um mitten im Kämpfe der Meinungen in friedlicher (?) ernster Beratung die Ansprüche der einzelnen Parteien zu prüfen, und, soweit sie berechtigt sind, zu erfüllen." Tann aber fügt die „Augsb. Postztg." verheißungsvoll an: „Die Aufnahme, welche der Zolltarif in der Presse findet, giebt einen Vorgeschmack von den erbitterten Kämpfen, welche nm die künftigen Handelsverträge im kommenden Herbst entbrennen werden." Dolitische Tagesschau. Man schreibt uns aus Berlin: Heber den Zolllarifeutwurf führt noch immer auf allen Linien der erste Aerger das Wort. Paul Marx hat dem „Tag" mit Ironie nachgewiesen, daß Niemand sich darüber beklagen könne, daß Graf Bülow nur dem Volkswillen entsprechend den Tarif abgefaßt habe, der erste parlamentarische Kanzler. Bei einer geheimen Wahl mit allgemeinem Stimm recht müsse der Reichstag doch aber als Ausdruck der öffentlichen Meinung, des Volkswillens gelten, und diesem doch unleugbar schutzzöllnerisch gesinnten Reichstag entspreche auch der Entwurf. Eine andere Stimme, die in ihrer Entschiedenheit nichts zu wünschen übrig läßt, kommt aus Nordamerika. Dort hat der „Kommiffär für Reciprocität" Busson, also einer der höchsten Zollbeamten der Vereinigten Staaten, der den Entwurf offiziell zu prüfen hat, erklärt: „der Entwurf lasse alle Möglichkeiten offen für einen Handelsvertrag mit Amerika und biete keinen Anlaß zu Retorsionen". Privat- berichte aus Ungarn melden, daß dort alles bestürzt sei. Rumänien fürchtet, die Zinsen für seine große Donaubrücke "bei Czeruawoda (20 Kilom.) rc. nicht mehr aufbringen zu können u. s. f. Aber die Kornzölle verteuern ja doch nur unser Brod, die Kornzölle in dieser Höhe machen doch nur unfern Arbeiterstand elend — wozu da die Klagen in Ungarn und Rumänien? Oder fürchtet man dort, den Zoll auf die eigenen Schultern nehmen zu müffen? Dann wären ja unsere Klagen gegenstandslos? 'Die Aufstellung der Spezialetats in den verschiedenen Reichsressorts pflegt mit dem Beginn des August erledigt zu fein. Die Instanz, der die weitere Bc- l^andlung des Reichshaushalts obliegt, ist das Reichsschatz- amt. Dessen Leiter, Frhr. v. Thielmann, hat bekanntlich bereits im Mai d. I. an gedeutet, daß der Etat für 1902 voraussichtlich ein Defizit von 70—80 Millionen Mark aufroeifen werde. Ob der Betrag in der Thal so hoch sein wird, läßt sich natürlich auch heute mit Bestimmtheit nicht sagen. Doch ein Defizit ist unausbleiblich Dieses durch Erhöhung der BeiträgederEinzel st aalen auszugleichen, würde schweren Bedenken begegnen. Die Reichstags Mehrheit steht auf dem Standpunkt, daß in die Finanzverhältnisse der Einzelsdaaten nicht durch Anforderungen seitens des Reiches Unruhe getragen werden darf. Das Reich hat also für sich selbst zu sorgen, mit anderen Worten, neue Quellen ausfindig zu machen. Damit ist nun freilich nichts Ueberraschendes gesagt, denn das Thema von den Reichsfteuer Projekten wurde schon im Frühjahr in der Presse erörtert. Man hielt damals u. a. für wahrscheinlich, daß „die Bierfchlange ihr Siaupt er- hebeir" werde. Nun, die Regierung dürfte auch in dieser Hinsicht mit ihren Plänen nicht allzulange hinter dem Berge halten. Zolltarif .und Steuervorlagen — das kann eine interessante Parlamentssaison werden. Von der neuesten südamerikauischeu Revolution liegen heute die widersprechendsten Meldungen vor. Die „Köln. Ztg." meldet aus Caracas vom 31. Juli: Der Insurgenten- general GarbiraS hat mit 3000 Mann die Grenze bei Cucuta überschritten und steht bei San Cristobal. Die Regierung trifft Maßregeln fzur Abwehr, die Diktatur ist proklamiert. ES wird von der hiesigen Regierung angenommen, daß die Leute des GarbiraS verkleidete columbische Truppen seien. Man rechnet hier mit der Gefahr, daß daraufhin Präsident Castro an Columbien den Krieg erklären könne. — Der „New-York Herald" meldet aus Caracas, daß in Caracas zahlreiche Personen verhaftet worden feien, unter denen sich 26 hervorragende Bürger der Stadt befinden. — Eine Meldung des Reuter'schen Büreaus aus NewAork lautet: Der Generalkonsul von Venezuela hat vom Präsidenten Castro ein Telegramm erhalten mit der Mitteilung, daß General GarbiraS an der Grenze geschlagen fei, und daß die Regierung einen glänzenden Sieg erfochten habe. — Eine Privatmeldung auS New-Dorf aber besagt folgendes: Präsident Castro von Venezuela verlangte vom Kriegsminister Pulido, daß er die Rebellen gegen die columbische Regierung unterstütze, worauf der Minister seine Demission gab. Castros Truppen erlitten einige Niederlagen. China. In China rühren sich die Boxer wieder; sie verkünden in Maueranschlägen den Ausbruch eines großen Aufftandes gegen die Fremden, wenn die chinesische Regierung die Haussteuer eintreiben würde, die infolge der Kriegsentschädigung notwendig geworden ist. Vielleicht nimmt man an den Stellen, die einem krampfhaften Optimismus über die Situation in Ostasien huldigen, auch diese Zeichen ganz und gar nicht tragisch; vielleicht läck>elt man über die Fanatiker unb „vertraut" der chinesischen Regierung, daß sie mit den Aufrührern schon fertig werde. Die Ge- ssandten sind einig über die Entschädigungsfrage, der erhabene Prinz Tschun ist auf dem Weg nach Berlin, eine Sühnefahrt, die bisher dem Prinzen recht angenehm gemacht wurde, die Kaiserin-Witwe hat wiederum einige entgegenkommende Edikte abfassen lassen — was verlangt man mehr! Wir befürchten, daß diese rosige Zuftiedenheit mit dem in China „Erreichten" nicht lange mehr vorhalten wird. Uni> die „Voss. Ztg." hat Recht, wenn sie den Wunsch äußert, daß man dem Sühne-Prinzen bei seinem Berliner Aufenthalt Vergnügen und Ehren recht sparsam zumessen möge. Der Londoner „Daily Expreß" will aus Shanghai erfahren haben, England beabsichtige in nicht ferner Zeit Weihaiwei an Deutschland abzutreten, zum Dank für die Unterstützung, die Deutschland England in den Jangtse-Angelegenheiten gewährt habe. Dazu bemerkt die „K. Z.": Wir wissen nicht, worin die Verdienste Deutschlands um England in der 9)angtfefrage bestanden haben sollen, die eine bei England so überraschende Geberlaune zur Folge gehabt hätten. Auch liegen für die Thatsächlich- feit der England angedichteten Absicht ebensowenig Anzeichen vor, wie für etwaige dahin zielende deutsche Wünsche, sodaß man die ganze Geschichte ruhig auf Rechnung der sommerlichen Stille setzen kann. Im englischen Unterhause fragte Joseph Walton au, ob es wahr sei, daß den chinesischen Kommissaren in Peking ein kaiserliches Edikt zugegangen ist, in dem gegen die übermäßige Befestigung der Gesandtschaften, insbesondere der britischen Gesandtschaft, Einspruch erhoben wird. Unterstaatssekretär Cranborne erwiderte, die Regierung habe keine Mitteilung von einem solchen Protest erhalten. Der Plan des Schutzes der Gesandtschaften sei von den militärischen Vertretern der Mächte entworfen worden, und die Derteidigungswerke der englischen Gesandtschaft bildeten einen Teil des allgemeinen Planes. Deutsches Keich. Berlin, 1. Aug. Aus Bergen wird gemeldet: Kaiser Wilhelm, der heute ftüh Molde verließ, ist auf der „Hohenzollern" am Abend hier eingetroffen. — Der Kaiser und der Kronprinz haben namhafte Beträge gespendet zu der für die Stadt Glatz geplanten Errichtung eines Denkmals für den General Grafen Friedrich v. Götzen, den ruhmvollen Verteidiger Schlesiens während der Unglücksjahre 1806/7 und Generalgouverneur dieser Provinz. Auch Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, und der Großherzog von Sachsen haben neben dem Erbprinzen Bernhard von Sachsen-Meiningen zu diesem Behufe Beiträge übersenden lassen. — Nach einer Meldung des „Manchester Guardian" schreibt K a i s e r Wi l h e l m eine historische Abhandlung über die Erstürmung der Takufvrts. Die erste Auflage, die 250 Seiten umfassen soll, ist für den Privatgebrauch von regierenden Fürsten, Ministern und solchen Kommandeuren bestimmt, die an der Aktion teilgenommen haben. Tie späteren Auflagen sollen vom Buchhandel vertrieben werden. Tiefes Gerücht ist schon vor einigen Monaten einmal aufgetaucht; durch die Wiederholung in dem englischen Sensationsblatte gewinnt es durchaus nicht an Glaubwürdigkeit. — Der Reichskanzler hat auf eine Eingabe des Bundes deutscher Frauenvereine betr. den internationalen Mädchenhandel folgende Antwort aus dem Auswärtigen Amt erteilt: „Auf die Eingabe vom 15. Mai teile ich Ihnen mit, baifj' die Frage der Bekämpfung des internationalen Mädchenhandels von der kaiserlichen Regierung seit Jahren mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wird. Es ist anzunehmen, daß, falls es zur Berufung eines Kongresses zum Zwecke der Unterdrückung dieses Handels kommen sollte, Deutschland sich daran in demselben Umfange beteiligen wird, wie die Regierungen der anderen Länder. Dem Bunde deutscher Frauenvereine kann nur anheimgestellt werden, wenn er an der Frage Interesse nimmt, sich mit dem Deutschen Nationalkomitee zu internationaler Bekämpfung des Mädchenhandels in Berlin in Verbindung zu setzen." —, Ter „Reichsanzeiger" widmet dem verstorbenen Kultusminister Dr. Bosse.einen Nachruf, worin es heißt: In allen Aemtern, die er im preußischen Staatsdienst und im Reichsdienst bekleidete, ergriff der Verewigte die ihm anöertrauten Aufgaben mit Wärme und setzte an ihre Durchführung nicht nur die ganze Kraft seines Geistes, ienbern auch die ganze Liebe seines von hohen Idealen erfüllten Herzens. Ter „Reichsanz." weist auf die Verdienste des Verstorbenen hin, während seiner Thätigkeit im Reichsamt des Innern, an der Spitze des Reichsjustizamts, als Vorsitzender der Konimission für Ausarbeitung des bürgerlichen Gesetzbuches, sowie als Kultusminister, und schließt: Unvergeßlich werden allen, die mit ihm amtlich! und auheramtlrch in Berührung kamen, die schonen Eigenschaften echter Humanität bleiben, die ihn auszeichneten. Mit reichem Wissen und größter Vielseitigkeit der geistigen Interessen, die auch in reger litterarischer Betätigung ihren Ausdruck fand, verband sich ein seltenes Matz menschlicher Güte. Mit dem Andenken an den pflichttreuen, in hohen Stellungen bewährten Staatsmann, wird sich daher stets die Erinnerung an einen lauteren, christlichen Charakter und treuen deutschen Mann verbinden. Der nach Berlin einberufene Ausschuß des „H an - d e l s v e r t r a g s v e r e i n s" (beschloß einstimmig, einen Ausruf zu erlassen, „der zum Kamps gegen den die wirtschaftliche und politische Machtstellung unseres Vaterlandes und die Lebensinteressen weitester Kreise bedrohenden Zolltarif auffordert". v- Behufs Stellungnahme zum Zolltarif, dessen einzelne Posiftonen auf die fernere Entwickelung der verschiedenen Gewerbe von wesentlichem Einfluß sind, wollen die Handwerker der verschiedenen Branchen, in erster Linie die Schlächter- und Bäckermeister, besondere Versammlungen ihrer Innungen einberufen. Die Meinung über die vorgeschlagenen neuen Zollsätze ist in Jnnungs» kreisen sehr geteilt. Eine Gruppe von Bäckermeistern, die der Innung Concordia nahesteht, ist entschieden Gegnerin erhöhter Getreidezölle, während in der Germaniainnungs die Bestrebungen, höhere Zollsätze einzuführen, unterstützt werden . — Wie jetzt bekannt gegeben wird, haben vom 1. August ab sämtliche Rückfahrtkarten nach London, sowie auch im Verkehr mkt Dänemark und Schweden eine fün fundvierzigtägige Giltigkeit. Hamburg, 1. August. Am 5. ds. Mts. findet eine "außerordentliche Versammlung der Bürgerschaft statt, in der der Senat die Verleihung des hamburgischen Ehrenbürgerrechts an den Generalfeldmarschall Grafen von Waldersee beantragen wird. Friedr ichsr u he, 1. August. Heute mittag wurde in der Pruftkapelle eine Trauerfeier für das Fürstenpaar Otto Bismarck Und den Grafen Wilhelm abgehalten^ Außer den Familienangehörigen nahmen daran teil die fürstliche Beamtenschaft und die Post- und Eisenbahn- beamten von Friedrichsruhe unb Schwarzenbeck. Die Predigt hielt Pastor Westphal-Brunstorf. Ausland. Paris, 1. Aug. Nach einer Meldung der „Libre Parole" aus Besauyon landete gestern ein deutscher Luftballon in der Gemarkung MeSlai bei dem Städtchen Arbois im französischen Jura. Don seinen angeblichen 5 Insassen sollen 2 verschwunden sein, die übrigen 3 seien dem Staatsanwalt vorgeführt und in Verwahr gehalten worden. Mau vermutet, daß es aus dem Großherzogtum Baden gekommene Offiziere feien. Konstantinopel, 1. Aug. In der Angelegenheit der für das serbische Generalkonsulat in UeSküb bestimmten von den Zollbehörden beschlagnahmten Postsendungen erklärte der Minister des Aeußeren, Tewfik Pascha, daß die betreffenden Sendungen gegen Empfangsbestätigung seitens des serbischen Gesandten, Gruitsch, ausgeliefert werden sollen. Tanger, 1. Aug. Der marokkanische Botschafter Menebhi ist am 27. Juli von Mazaqan nach Marrakesch abgereist, wo er am 29. Juli eingetroffeu sein dürfte. Sein Begleiter, Kaid Mac Lean, blieb zurück, wird ihm aber sofort nachfolgen, wenn die nötigen Reit- und Lasttiere zur Stelle sein- werden. Es ergiebt sich schon hieraus, daß die Gerüchte über die Verhaftung des Botschafters Menebhi unzutreffend sind. Sie waren auch von vornherein unwahrscheinlich, da man nicht anuehmen konnte, daß der Sultan einen Botschafter, den er eben noch unter Gnadenbeweiseu an zwei mächtige Höfe entsandt hatte, nun plötzlich werde verhaften laffen. Entstanden ist das Gerücht vielleicht dadurch, daß in Marrakesch ein Wechsel im Kriegsministerium stattgefunden hat. Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist »Ur unter genauer Quellenangabe: „Gtetz. gestattet.) * Unser Regiment hält seit gestern auf den hiesigen Schießständen Preisschießen ab. Nachdem gestern daS 1. Bataillon Preisschießen hatte, beteiligen sich heute und morgen die beiden anderen Bataillone daran. Radfahrerfest des G. R. V. 1885. Interessenten seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Preise zu dem am Sonntag beim SchützenhauS stattfindenden Großen Rad- fahrerfest des G.-R.-V. 85 in dem Schaufenster des Herrn Aug. Kretzschmar am Marktplatz ausgestellt find.. -r. Zur Statistik der evangelischen Kirche. Im Jahre 1900 find zur evang. Landeskirche im Großh. Hessen über- getreten in Starkenburg 43 Katholiken und 4 Juden. Aus- getreten find 4 Evangelische zur römisch-katholischen Kirche, 4 zur freireligiösen Gemeinde, 6 zu den Jrvingianern. Irr Oberhessen traten zur evang. Kirche über 20 Katholiken, 11 Alt-Lutheraner und 1 Baptist; ausgetreten zu den Baptisten ist 1 Evangelischer. In Rheinhessen find 48 Katholiken, 14 Freiprotestanten und 1 Konfessionsloser zur evang. Kirche übergetrelen. Ausgetreten sind 3 Evangelische zum Katholizismus, 1 zu den Mennoniten und 1 zu nichts. WH. Familientag. Am 29. und 30. Juli feierte hier die in Hessen und über die Grenzen unseres Landes weitverzweigte Familie Bernbeck ihren 16. Familientag. In Verbindung mit der letzten Zusammenkunft wurde das 25jährige Jubiläum des Familienbundes und des Korrespondenzblattes gefeiert. Seit dem Jahre 1876 haben in Zwischenräumen von 1, meist 2 Jahren Familienfeste, und zwar sämtlich in Gießen, stattgefunden. Bemerkenswert ist, daß die Familie Bernbeck die einzige in der Welt ist, die seit 25 Jahren ein monatlich erscheinendes, gedrucktes Korrespondenzblatt besitzt, das nur Familiennachrichten enthält. Die Dorversammlung im Hotel Viktoria beschästtgte sich mit Wahlen und den Institutionen der Familie. Am. Haupttage waren in Steins Garten zum Festessen zirka 130 Personen vereinigt. Die Zahl der Teilnehmer erhöhte sich am nachmittag noch um einige. Gestern fand im Philosophen-- wald eine Nachversammlung statt. Senior der Familie ist gegenwärtig der seitherige Pfarrer von Qucck Karl Bernbeck, jetzt in Gießen wohnhaft; Präsident des Familientages war, wie schon oft, der kgl. Provinzial'Schulrat lic. theol. Dr. phil. Karl Leimbach aus Hannover, der auch als der Begründer des Familienbundes anzusehen ist. DaS Fest nahm in allen seinen Teilen einen schönen Verlauf. •• Selbstmordversuch. Wie mit hören, ist der Student, von defien Selbstmordversuch wir gestern -berichteten, der Sohu eines hessischen Gymnasialdirektors. Er ist Mitglied einer hiesigen Verbindung und verübte den Selbstmordversuch im BerbtndungShause. Unsere Bemühungen, .an zuständiger Stelle Genaueres zu erfahren, um falschen Gerüchten, die in der Stadt verbreitet sind, zu begegnen — so hieß efl z. B. gestern gegen Abend, der Verletzte sei seinen Wunden erlegen — waren leider vergeblich. Der Zustand des Verletzten war deute, wie uns mitgeteilt wird, befriedigend. 8. Stockheim, 1. Aug. Die von der Firma Becker in Darmstadt angelegte Wasserleitung ist nun vollendet. Die Anlage, deren Kosten sich auf ungefähr 40 000 Mk. belaufen, ist zur Zufriedenheit der Einwohner ausgefallen, da dit^Leitung nicht nur sehr gutes, sondern auch reichliches Wasser hat. Auch ist der nötige Druck vorhanden, da die eine, und zwar die Hauptquelle, 3 Meter höher als die Spitze des Kirchturmes liegt. Da» große Wasserreservoir liegt etwas tiefer, aber immer noch höher als sämtliche Häuser im Ort. — Nach Beschluß des Kreisausschusses soll für den Kreis Büdingen eine Sammelwasenmeisterei errichtet werden, und zwar soll sie in unserer Gemarkung in Der Nähe der Gederner Bahn am sogenannten Dünsberge erbaut werden. Auch einige Gemeinden auS dem Kreise Schotten haben sich angeschlossen. k- Büdingen, 1. Aug. Auf die vor einigen Wochen Der- sandten Einladungen zur Jubelfeier des GymnasiumS find zahlreiche Anmeldungen eingelaufen, doch find so viele Wohnungen zur Verfügung gestellt worden, daß die Gäste bequem untergebracht werden können. Immerhin empfiehlt eS fich, einen etwaigen Besuch rechtzeitig vorher anzumelden. Bereits steht die geräumige Festhalle unter Dach, die Vor Bereitungen für Dekorationen und Aufführungen find nahezu beendet, die Kapelle der Hanauer Ulanen ist für drei Tage engagiert worden. Das hessische Großherzogspaar hat die Teilnahme am Ehrentage deS ältesten Gymnasiums wegen anderer Dispositionen leider ab lehnen müssen, die Staatsregierung hingegen wird durch den Staats Minister und die oberste Schulbehörde vertreten sein. Um eine recht zahlreiche Beteiligung ehemaliger Schüler und anderer Gäste zu ermöglichen, ist der Preis der Einzelkarte für alle festlichen Veranstaltungen auf 3 Mark festgesetzt Zur Feier erscheint eine offizielle Festschrift, die die Geschichte der Anstalt, verfaßt von Professor Schädel, enthält. Aus ehemaligen Schülern der Anstalt hat sich ein besonderer Ausschuß gebildet, um Gelder für eine Gymnasialstiftung zu sammeln; dem Vernehmen nach laufen recht zahlreiche Beiträge ein. Darmstadt, 2. Aug. Die Staatsanwaltschaft erläßt folgendes Ausschreiben: Am 20. v. M. wurde bei Nordheim die 1 Meter 55 Zmtr. große Leiche einer kräftig gebauten Frauensperson von etwa 20 bis 25 Jahren mit dichtem schwarzem, etwa J/2 Mr. langem Haupthaar gekündet. Sie war bekleidet mit schwarzem Kleid und schwarzer Taille mit schwarzem Gürtel, schwarzen Strümpfen, Halbschuhen, zwei weißen Unterröcken (wovon einer mit Spitzen besetzt ist), weißem Hemd, Korsett und weißer Untertaille. An einer um den Hals hängenden schwarzen Zwirnkette mit Beschlägen war eine silberne Remontoiruhr mit Goldrand (Nr. 70,869) befestigt. In der Tasche des Kleides ein weißes, rotgerändertes Taschentuch; am Halsschluß eine gelbe Brosche, zwei Vergißmeinnicht darstellend. Wäsche und Taschentuch sind nicht gezeichnet. Uhr, Brosche und Taschentuch werden bei Großh. Amtsgericht Gernsheim, die Kleider bei Großh. Bürgermeisterei Nordheim ausbewahrt. Um Nachricht über die Persönlichkeit wird gebeten. Homburg, 1. Aug. Wie der „Taunusbote- berichtet, verlautet von Schloß Friedrichshof, daß das Befinden der Kaiserin Friedrich fich in letzter Zeit sehr verschlechtert habe. Man glaubt allgemein, daß der Kaiser bald hier eintreffen wird. Andererseits wird jedoch gemeldet, daß diese Gerüchte unbegründet seien. Der Zustand sei zwar ernst, doch liege keine unmittelbare Gefahr vor. — Der Herzog von Cambridge ist heute zum Kurgebrauch hier eingetroffen. Schloß Adolföeck bei Fulda, 1. Aug. Hier hat ganz im Geheimen der Uebertritt der Landgräfin von Hessen, Prinzessin Anna von Preußen (Schwiegermutter der jüngsten Schwester unseres Kaisers), zur katholischen Kirche hie^ stattgefunden. Die Tauf- resp. Firmpatendienste leistete bei dieser Zeremonie die Fürstin Marie Isenburg Birftein, den vorbereitenden Unterricht erteilten die Fuldaer Theologie» Professoren DD. Richter, Leimbach und Thielemann; auch PatreS vom Kloster auf dem Fuldaer Fraaenberge gingen im Schlosse aus und ein. Es fiel auf, daß die Landgräfin in der letzten Zeit statt in Die evangelische Kirche in den katholischen Dom zu Fulda fuhr; Die Beweggründe zu dem Uebertritt sind unbekannt. — Die Landgräfin steht im 65. Lebensjahre. Sie ist die einzige noch lebende Tochter Des Prinzen Karl von Preußen, des Bruders Kaiser Wilhelms I. Die Landgräfin verkehrte seit längerer Zeit, be sonders wenn sie im Sommer ihre Residenz in dem Schlosse Der einstigen Fürstäbte von FulDa aufgeschlagen hatte, vornehmlich mit katholischen Geistlichen und sonstigen frommen Katholiken. So war aus Diesem Grunde Der verstorbene streng-katholische General v. Amelungen ein gern gesehener Gast auf Schloß AdolsSeck. Die Lektüre der hohen Frau bestand letzthin fast ausschließlich aus katholischen Schriften. So wurde die Begründung des Glaubens von L. v. Hammerstein besonders traktiert. Seit Philipp dem Großmütigen ist es in der älteren Hauptlinie des Hauses Hessen der zweite Fall, daß ein Mitglied dieses Fürstengeschlechts, dieses erlauchten BekennergeschlechtS des Protestantismus, zum katholischen Glauben übertrat, vom Prinzen Heinrich von Hanau abgesehen. Im ersten Falle war eS Erbprinz Friedrich, der nachmalige Landgraf Friedrich II. * • Kleine Mitteilungen anB Hessen und den Nachbarstaaten. In Mannheim fft bei dem Zahnarzt Bl er sch ein großer Silberdiebstahl verübt worden. Der Wert wird auf Mk. 8000 angegeben. Ob die in Darmstadt gefundenen Silber- k gegenstände, von denen wir berichtet haben, mit Denen Der । gestohlenen identisch sind, mug sich erst noch ergeben. — DaS demokratische Organ, Der „Alzeyer Beobachter" in Alzey ist nach dem Tode seines Begründers und lang jährigen Leiters C. I. PreetoriuS in den Besitz des Herrn Reinhold Pfund übergegangen. Das Blatt behält seine bisherige politische Richtung bei. Kermischter. • Bochum, 1. Aug. Nachmittags 2 Uhr ist ein Teil deS in den Lellerräumen der Chemischen Fabrik von Joh. Chr. Leye & Co. befindlichen B enzin lagers in Die Luft geflogen. Drei Feuerwehrleute sind tödtlich, drei andere schwer und eine größere Anzahl Feuerwehrleute und .ndere Personen leicht verletzt worden. Die Fabrik ist bis auf die Umfassungsmauern nieDergebrannt. Die Firma erklärt, die Harzprodukten Abteilung der Fabrik habe durch nen Brand gelitten, auch sei ein erheblicher Bestand an Rohprodukten verbrannt. Der Betrieb werde jedoch aufrecht -rhalten werden. • Port- Said, 1. Aug. Hier ist ein neuer Pest fall oorgekommen. Der Erkrankte ist ein Einaeborener.________ Universitäts-Nachrichten. f- Darmstadt, 2. August. Für das Studienjahr 1901/02 ist vom Grossherzog gemäß Wahl des Professoren- Kollegiums Geh. Hofrat Professor Dr. Schering zum Rektor der Technischen Hochschule ernannt worden. Als Prorektor fungiert Geh. Baurat Professor Koch. Vorstände der sechs Fachabteilungen sind für das kommende Studienjahr die nachstehend genannten Herren: Architektur: Professor Wicko p , Jngenieurwesen : Geh. Baurat Professor Dr. Schmitt, Maschinenbau: Geh. Baurat Prof. P f a r r , Elektrotechnik: Professor Dr. Wirtz, Chemie (einschl. Elektrochemie und Pharmacie): Professor Dr. Schenck, Mathematik, Naturwissenschaften und allgemein bildende Fächer (Allgemeine Abteilung): Professor Dr. Dingeldey. Zum Rektor der Berliner Universität wurde der Archäologe Professor Kekule von Stradonitz mit 35 Stimmen gegen 30, die auf Diels entfielen, gewählt. Gerichtssaat. Gießen, 2. Aug. Wegen Mordes, Raubes und Diebstahls ist bekanntlich am 11. Juni vom Schwurgerichte Gießen der Tagelöhner Georg Ermer zum Tode und zu 10 Jahren 6 Monaten Zuchthaus zusätzlich zu einer früheren Strafe verurteilt worden, die ihm in Würzburg auferlegt.worden war. Den ihm zur Last gelegten Raubmord hat der Angeklagte, wie sich unsere Leser erinnern, am 14. August v. I. an einem gewissen Heinrich Möller begangen. — Gegen das Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt. Er beschwerte sich u. a. darüber, daß die Papiere des Ermordeten in der Hauptverhandlung verlesen worden sind, daß das Urteil ohne genügende Gründe bekannt gegeben worden sei usw. — Das Reichsgericht hielt keine der erhobenen Beschwerden für begründet und verwarf die Revision. Handel «nd Verkehr. Volkswirtschaft. Kassel, 1. Ang. Gestern vormittag fand im Gerichts- gebäude hier Die Gläubiger-Versammlung in Sachen Des Sumpf'scheu Konkurses statt. In derselben erstattete zunächst Der Konkursverwalter, Rechtsanwalt Dr. Weis, einen Bericht über die Lage des Konkurses, dabei bemerkend, daß sich ein übersichtliche« Bild augenblicklich nicht geben lasse, da noch vieles in dieser Angelegenheit der Aufklärung bedürfe. Angemeldet ist u. a. seitens der Treber-Gesell- schast eine Forderung in Höhe von 50 Millionen Mark, welche Die SchaDenansprüche Der Gesellschaft gegen ihren gewesenen Aufsichtsratsvorsitzenden darstellt. In Sumpfs Büchern soll sich bisher u. a. eine Schuld von etwa 4V< Millionen Mark an die Leipziger Bank verzeichnet gefunden haben. Der bisherige Gläubiger-Ausschuß und der Konkursverwalter wurden von der Versammlung bestätigt. Märkte. Matpz, 1. Aug. Der heutige Schweinemarkt war gut befahren. Es waren ausgetrieben 720 Schweine. 6 Wochen alte Ferkel kosteten je nach Qualität das Paar 28—34 Mk., 3 Monate alte Läufer 40—65 Mk., '/2jährige Schweine 80—100 Mk Hande^lott^ Landwirtschaft. * * Hanau, 2. Aug. Das htrsig« Proviantamt kauft auch tm August gut gewonnenes, grüne» Pferdeheu, Roggen-Flegel- mte auch Rogaen-Maschinenstroh frei Scheune Hanau. Beide Strohsorten müffm gesund, trocken, gut gebunden, ohne Abfall, Gemüll ober Spreu sei. Schnelle Abfertigung und sofortige Bezahlung wird «ugestchert. Bei gutem Wetter kann jeden Tag geliefert werden. Rege Zufuhr ist erwünscht. Bet Bahnsendungen ist die Adresse für den Frachtbrief: Hanau Bahnhof-Nord. Die Abfuhr von der Bahn kostet 15 Pfg. pr. Z r. Frachtkosten und Rollgelder werden in Hanau verauslagt. Hal keine besondere PretSabmachung stattgefunden, dann gilt tl8 Vergütung der Tagespreis deS Proviantamts. Weitere Auskunft erteilt mündlich wie schriftlich daS erwähnte Amt. Arbeiterbewegung. Paris, 1. Aug Gestern kam es tn Neuv:s MatfooS in der Nähe von Nancy tn den Werken der Compagnie de Chültllon-Com- mentry gegen 25 Arbeiter, die au» Deutschland berufen waren, um neue Koksöfen zu bauen, zu Ausschreitungen der Arbeiter dieser Werke und der Bevölkerung. Der kleine, abseits gelegene HLuser- komplix. in dem die Verwaltung aus die Nachricht von der feindseligen Haltung ihrer Arbeiter die Deutschen untergebracht hatte, wurde in per Abendstunde von etwa 100 mit Knütteln und Revolvern bewaff tuten Leuten, die die Thüren einzuschlagen drohten, umzingelt. Die deutschen Arbeiter flüchteten sich auf die Böden der Häuser. Die Ankunft der Gendarmen, welche die Ruhestörer auseinander trieben, beruhigte die Deutschen ein wenig; dennoch weigerten fich diese, heute die Arbeit wieder aufzunehmen, obwohl die Verwaltung sie dazu auf forderte und ihnen Schutz versp:ach; 15 der Arbeiter sind nach Metz abgercist. Setten« der Gerichtsbehörde von Nancy ist eine Untersuchung an Ort und Stelle etngelettet. Newyork, 1. Ang. Die Stahlarbeiter verwerfen den vom Trust oorgeschlagenen Kompromiß und setzen den Ausstand fort. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein hiesige« Blatt brachte unter der Spitzmarke „Aufseher- Rückstchtblostgkett" folgende Notiz: .Vor einiger Zett wolltenlemige Arbeiter in dem Gall'ichen Tbon- werke der Beerdigung eines ihrer Bckar.nten in einem nahen Orte beiwohnen. Auf ihr Ansuchen verweigerte jedoch der ihnen überstellte Aufseher den dazu nötigen Urlaub, den drei Mann erst auf wi-derholte? Ersuchen erhielten, während drei andere der Beerdigung itr.tbleiben mußten. Dem dek essenden Aufs her wäre doch zu empfehlen, etwas mehr Menschlichkeer mallen zu lassen " Dazu sei bemerke: Der Ausseher war ohne weiteres bereit, sämtlichen Arbeitern, 13 an der Zahl, den erbetenen U laub zur TU!« löfcme an der Beerdigung zu bewilligen; er meinte nur, daß efc sich et der drängenden und vielen Arbeit — es war kurz vor Ostern — nldjt gut machen ließe, allen SLtdkin 11 .laub zu geben. Darauf wählten die Arbeiter auS th'ecMi!tc drei, dir aus dem Werke bleibe» iollten. Das thalen diese auch mit der größten Bereitwilligkeit, ohne ngendwie gezwungen zu sein, während die übrigen zehn Aeoeiter den 0,wünsch,en U laub e'b'elien.Med- er, Arbeiter Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinte. Sonntag den 4 Au,ust- 9. nach Trinitatis. Gottesdienst ... n In der Stadtkirche. Ja06, ? u,x: Schlosser. 3ualeM) Chrtstmlehre für die N-ukonstrmterien der MatlhäuSgemeindr Vormittags 9 Uhr, Samstag vormittags 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 9 Uhr Nachmittags Uhr Schrifterklärung. Wochenaot'eSdienst: moroend 680 Uhr, ovendS 78' Uhr. Kriefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleibe« unberückfichttgi.) A. H in Lollar. Kölnische Z-itunz und Dresdener Nach' richten. Bnreadtmiral Geißler unb alle Kommandanten zum Prinzen Heinrich befohlen, dem die Meldung erstattet werden konnte, daß die Rückreise bis dahin günstig verlaufen war und die Durchfahrt durch, die heissen Gegenden von den Besatzungen gut überstanden worden sei. Es folgte eine Besprechung der Aufgaben für die Rückreise und ein kameradschaftliches Willkommen, daran anschliessend eine Besichtigung der einzelnen Schiffe der 2. Division durch den Prinzen Heinrich. Aus Sevilla sind zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie zur Besichtigung des deutschen Geschwaders hier eingetroffen. Wi e n , 2. August Ter Hofoperndirektor Mahler rettete nachts auf dem Wörthersee einen Mann, dessen Boot umgekippt war. Newyork, 2. Anguss. Reutermeldung. Eine Depesche aus Caracas über Trinidad meldet, Kriegs-Minister Pulido bestreite, daß, wie Präsident Castro behauptet, die Eindringlinge tolumbische Staatsangehörige seien, und erklärt, dieselben seien venezolanische Revolutionäre. Sein Rücktritt hat großen Eindruck gemacht. Die Lage ist sehr ernst geworden. DieRegierungstrup- p en wurden bei San Christobal geschlagen; im Innern sind weitere Ausstände aüsgebrochen. Pulidos Nachfolger werde Guerra sein. Meteorologische Beobachtungen her Station (Siefterr. August Barometer I auf 00 reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit > CD c 2 3- C D i Windstärke Wetter 1. 2« 748,9 + 24,4 13,4 59 ENE. 2 Bem. Himmel 1. 9« 743,5 4- 21,? 15,0 80 NE. 1 Bed. Himmel 2. 7« 743,6 4- 19,1 13,9 85 N. 2 Bew. Himmel 2. 2» 746 5 + 22,7 11,4 56 N. 4 Lew. Himmel Höchste Temp et atu r a m 30. Juli is 1. A ug. + 27.10 c. Niedrigste M • • B w ■ , 4- 15.1° C. SSS Radfahrerfest schützenhaus das Viktor von Ooen in Hungen Trageser & Mayer, Wallthorftraße. 5342 Danksagung ►I- £ 4ßeiäumige6 ^amiltenloqtd ju t>er* mieten. Saudgaff, 28. 5333 9. 31.: C. Pfeiffer, fieber. Prima neue holl. Vollheringe 5244 A. & G-. 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(58451 M»chN«a»e 2. so werden die wirklich entstehenden Mehrkosten eingezogen. Darmstadt, den 90. Juli 1901. Kaiserliche Ober-Postdirektion. Holfeld. / Für die überaus freundliche Aufnahme, welche uns der Z Gesangverein »Germania", »rofvorf, bei Gelegenheit § des ihm am 27. und 28. Juli abgeftatteten Besuches ge» | währt, sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Die in V seiner Mitte verlebten Stunden werden unS unvergeßlich z sein. | Wallefeld (Bezirk Cöln), den 80. Juli 1901. Orr Mällller-Skfallgvereiu „Wallefeld". MützengeschLfteS nebst Ladeneinrichtung billig sofort zu verkaufen Näheres in der Expedition d. Bl Feth, in Leihgestern, Flur 18 Nr. 43, Flur 18 Nr. 44, Flur 19 Nr. 175. VI. Gemarkung Staufenberg. Muhl, Heinrich Witwe zu Staufenberg, Flur I Nr. 205. VII Gemarkung Watzenborn-Steinberg. Häuser, Georg I. Witwe zu Steinberg, Flur VIII Nr. 108. Häuser, Johanms I. und Frau, Anna Elisabetha geb. A. J. Kleeblatt Seligenstadt bei Frankfurt a. M Telephon 11. 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Ansprüche an die unten näher bezeichneten, den belbrmerkien Besitzern in den Grundbüchern zugeschriebenen Liegenschaften, die teils veräußert, teils überschrieben werden sollen, sind so gewiß binnen 4 Wochen vom Erscheinen in den Blättern gerechnet, dahier gehörig begründet vorzudringen, als sonst die vorliegenden Verträge bestätigt, die Beschränkungen gelöscht und die Einträge in die Mutattonsverzeichnisse verfügt werden. I. Gemarknua Alten-Bnseck. 1. Schön, Philipp Witwe in Alten Buseck, Flur XIII Nr. 96. II. Gemarkung Beuern. 2. Dort, Konrad und Frau, geb. Wißner, in Beuern, Flur I Nr. 379. III. Gemarkung Gießen. 3. Keßler, Moses Ehefrau, Lina geb. Rothschild, in Gießen, Flur V Nr. 4. 4. Hrbenicht, Friedrich II. zu Gießen, Flur I Nr. 1078. 5. Nickel, Johann und Frau, W lhelmine geb. Sch'ssmonn, Gießen, Flur 36 Nr. 63, Flur 36 Nr. 64, Flur 36 Nr. 65. 6. Firma Adolf Bieler zu Gießen, Flur I Nr. 451. IV. Gemarkung Grofieu Buseck. 7. Harbach, Christoph L, Flur XV Nr. 788. 8. Harbach, Christoph, Flur XVIII Nr. 656. V. Gemarkung Leihgestern. 9. Schaum, Johann Heinrich und Ehefrau, Christine geb. p—— Thttritnellfcbee — Technikum Jlmenau Höhere a. mittlere Fachschule flr Elektro- u. Mßschineo-Ingonieure; Elektro- o. Mesch inen-Techniker o. - Werkmeister, Direktor Jentxen. Bekanntmachung. Im Interesse einer möglichst frühzeitigen Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernsprechanlagen ist erforderlich, daß die Anmeldung neuer Fernsprechanschlüffe spätestens dis zum 10. August an die Kaiserlichen Telegraphenanstalten eingereicht werden, mit denen die Anschlüsse in Verbindung gebracht werden sollen. Verspätet angemeldete und in Folge deffen außerhalb deS Bauplans herzustellende Anschlüffe können in der nächsten Bauperiode nur dann zur Ausführung gelangen, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mk. leisten. Steht aber zu erwarten, daß die Mehrkosten 50 Mk. oder mehr betragen, itnrfi'rrii’r zugelaufen. 02979 MUcltllt Sckützenstr. 1, vart. Königlich belohnt sich der tägliche Gebrauch von: Nadeveuker Hheerschwefet - Seife m Kergsaml fc So., Kadedelä-Dresde» Schutzmarke: Steckenpferd der besten Seife gegen alle Haut» Unreinigkeiten und HautauS» schläge, wie Mitesser, Hesschls- picker,Ai««en,Kautröte,Ncütche« Leverssecke rc. L St. 50 Pfg. in der «ugel Apotheke und bei P. Hürlollll liebetea Perivnen Uul Ivllll gegen Bürgschaft u. Lebensversiche g. coulant u. schnell. Offerten an Rudolf Moste, Kassel, unter F. C. 1018. 1845 ZMlMseii mit gelben Füßen, weißer Brust. Abzuholen geg. JnsertionSgebühren und Futtergeld bei 02973 B. Häuser, Garbenteich. Gesellschafts-Verein. Sämtliche eutlieheue Bücher find bis spätestens Montag den 5. August zurückzuliefer«. Bom 6. bis zum 22. dS. MtS. bleibt die Tüchtiger Taglöhm sofort gesucht. 02983 Brauerei Artedel & ASprto«. 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