wird Watt iunfitt »am», KontoiarbeiUn btttraw inoerto. (Snßafltment. geua- unb Resnrnren flehen ju «n. Dfierten unt. &. OJ712 ie Expedüion dieses iBto. ’ ».n' Dsinini^^!^. sSSffäS. M« ’fflflOöirn ’.ni lödtchenObel^Eemra* «enanfol u.guteV sssyt ItÄÄ ] «Ar Stelle fud;t( dnlan« ÄSSÄ'W’rf Unfrre Wohnung ndet sich ab 1. Mai ittergaffe 8 1 Rtn^aut Leitzow i 6i. >amDütt,-sMn. kfeAütt,Ä'isM. SMMMtwfttn ieal- und SymnasialMi ämn ADmu. Ch”' ouffl &nVuW> b.fl. M Btnd.phll. etuik n ober mehreren Stülern in i Jätern eines Humanist, «nafium» «a»HUftSdm äbereS in der Ervedckon d.T Illbenl bet MßM ffa xtttttt'ßäu io__ lieble Büglerin l nod) Äunbenim Wm. fraaen in der Erve-. E isTS*^ Kn Ansans N* Gelegen' W ME hnuna -)em w» - -^TnS^jUiiaii eine M »»«V-° '*5 kW’“ hS &*'Ä *l6jLy s,S'4 tsSsti «äStSi lSE 151« Jahrgang 9h-. 103 Erstes Blatt. Freitag 3. Mai 1901 mit meiner OMnMm, eRnbition und ***** rchmtßratz« 7. Me frei. Wattstunde" m«. *** »«chintttih betgelegt. in strengster Einzelhaft gehalten. Ich nach der Teufelsinsel, einem man früher die ^Aussätzigen indem Augenblick meiner Ankunft Vorschriften: 1895. von der ich «*» t«| ettchetnrndkl, «■* b« >wm 10 Uhr H»m'" I»6te8en« wurde dort einen Monat Am 13. April endlich kam kahlen Felsen, auf dem terniert hatte. Ich stund dann Dow bis 1895 unter folgenden Von der Insel Re nach dem Wiedersehen Frau: Insel Re, 21. Februar (Am Tage meiner Deportation, alle zwei Stunden abgelöst wurde. Weder Tag noch Nacht durfte man mich aus den Augen verlieren, und ich hatte zu diesem Zweck sogar nachts Licht in meiner Zelle. Nachts wurde die Vorraumthüre von innen und au Herr geschlossen, so daß alle zwei Stunden bei der Ablösung, ein infernalisches Geräusch von Schlüsselrasselu und Eisenklirren entstand. Fünf gewöhnliche Wärter und ein Oberwärter hatten den Dienst bei mir. Unter Tags war mir gestattet, mich auf einem Raum von ca. 200 Quadratmetern, von der Landungsstelle bis zu dem Thälchen, in welchem früher das Kampemeut der Aussätzigen gewesen, frei zu bewegen; ich durfte diese Grenze nicht überschreiten, wenn ich nicht riskieren wollte, Zellenhaft zu bekommen. Auch auf bem Spaziergang wurde ich von meinem Wärter auf das Schärfste bewacht, man hatte ihn mit einem Revolver, später noch mit Gewehr und Patronengürtel ausgerüstet. Es war mir offiziell untersagt loorden, irgend einen Menschen anzureden. Zuerst bekam ich die Ration der Kolonialtruppen ohne Wein, ich mußte mir selber kochen und überhaupt mich in jeder Beziehung allein bedienen. ttigltch mit ‘Sttieefrwt W Montag«. Bit freier Familien- Wtt<« *HTb dachte nach Erscheinen in einer Sammlung ausgenommen sind und wenn die Werke von Schriftstellern in großer Zahl bereinigt, und ihrer Beschaffenheit nach, zur Benutzung bei Gesaugsvorträgen bestimmt sind. Wellstein erklärt, der Antrag sei in zweiter Lesung versehentlich abgelehnt worden durch den Antrag, wodurch Kommers- und Liederbücher geschützt loerden. Abg. Hasse (ul.) begründet einen Antrag, wonach die Vervielfältigung zulässig ist in Sammelwerken zu eigentümlichen litterarischen Zwecken. . Abg. Fischer (Soz.) begründet einen sozialdemokratischen Antrag, wonach die Vervielfältigung zulässig ist, wenn einzelne Gedichte nach ihrem Erscheinen in eine Sammlung zu eigentümlichen litterarischen Zwecken ausgenommen werden und die Werke einer großen Anzahl Schriftsteller vereinigt, jet>odi. bedarf es, so lange der Urheber lebt, dessen persönlicher Einwilligung. Abg. Müller-Meiningen (fr. Vp.) beantragt, falls der Antrag des Abg. Hasse angenommen werde, dem § 19 folgenden Zusatz zu geben: Bei Veranstaltungen zu einem eigentümlichen litterarischen Zweck bedarf es, so lauge der Urheber lebt, dessen persönlicher Einwilligung. Abg. Derlei (kons.) spricht sich für den Antrag des Abg. Wellenstein aus. Es sei Pflicht und Billigkeit, daß man den Autoren bei ihren Lebzeiten die Möglichkeit giebt, die Aufnahmen ihrer Gedichte in Anthologien zu Der* h^Abg. Beckhffr. Vp.) bittet, den Antrag nach der Fassung der zweiten Lesung anzunehmen. . Rach weiteren Bemerkungen der Abgg. Arendt (Rp.) und Wellenstein (Ztr.) wird der Antrag Hasse mit den Zusatzanträgen Müller-Meiningen und Bertel angenommen, ebenso der Antrag WeNenstein. Dadurch erledigt sich d.r sozialdemokratische Antrag. §§ 20 bis 33 werden nad), den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen. ß aQ , K. Abg. Richter (fr. Vp.) beantragt, Dort § 33 ab die Beratung des Urhebergesetzes heute auszusetzen, da die nächsten "Paragraphen sehr wichtige, prinzipielle Bestimmungen enthielten. , . , Ta namentliche Abstimmungen beantragt werden, beschließt das Haus demgemäß ~ „ Das Verlagsrecht wird aus Antrag des Abg. Wellenstein en bloe angenommen. Es folgt die Abstimmung über die zum Reichs - baushaltsetat pro 1901 gestellten und diskutierten Etats-Resolutionen. Die Resolution Beckh- Loburg über den Vogelschutz wird angenommen, ebenso die Resolutionen Münch-Ferber über die Subventionierung einer Zentral-Auskunstsstelle, Müller-Fulda über die Erhöhung der Gehälter des MUitär-Veterinärpersonals und von Carmer betreffend Tienftprämien für Unteroffiziere mit aufgelaufenen Zinsen. - Abgelehnt werden die Resolutionen betreffend' die Einsetzung einer Kommission zur UnterM^ ung der Beziehungen zwisen ReiWamt de 3 uni) und dem Zentralverband .deutscher industriell ' chp Müller-Sagcm betreffend die Verbilligung und fachung der Güter- und Personentarife der ^nuuy des Reichsgebiets. vorher keine Ahnung hatte.) Wenn ich Dich vor mir sehe, ist die Zeit so kurz, und vor lauter Angst darüber, daß die Minuten mit einer Schnelligkeit enteilen, die mir ganz fremd geworden, seit mir die übrigen Stunden so unendlich lang erscheinen, vergesse ich die Hälfte von dem, was ich Dir sagen wollte. Ich wollte Dich fragen, ob Du gut gereift bist, ob Du ruhige See gehabt. Ich wollte es Dir aussprechen, wie groß meine Bewunderung für Deinen vernehmen Charakter, für Deine unvergleichliche Hingebung ist. Und von den Kindern hätte ich so gerne recht ausführlich gesprochen. . . . Ich werde, wie ich Dir gesagt, mein möglichstes thun, um das empörte Klopfen meines erbitterten Herzens zu beherrschen, um dieses entsetzliche, endlose Martyrium zu ertragen, damit ich mit Euch gemeinsam den glücklichen Tag meiner Rehabilitierung anbrechen sehe. Alfred. • * * Beim zweiten Besuch hat meine Frau vergebens inständig darum gebeten, daß man ihr die Hände auf den Rücken binden möge, damit sie sich mir nähern und mich küssen könne; der Direktor verweigerte es ihr kurz und rauh. Am 21. Februar sah ich meine Frau zum letzten Mal. Sie war von 3—3 Uhr bei mir gewesen, und ohne daß man ihr oder mir ein Wort mitgeteilt hätte, befahl man mir sofort nach ihrem Weggang, daß ich mich reifefertig zu machen, das heißt, meine Effekten zusammen^upacken habe. Noch einmal entkleidete und untersuchte man mich, dann wurde ich unter Begleitung von sechs Wächtern nach dem Quai gebracht. Dort schifften wir uns in eine Dampf - schaluppe ein, die gegen Abend in die Rhede von Rochefort einlief. Hierauf kam ich direkt in das Transportschiff „Saint-Nazaire". Kein Wort wurde zu mir gesprochen, nicht die leiseste Andeutung über den Ort gemacht, an den man mich bringen wollte. Auf dem „Saint-Nazaire" schloß man mich in ein vor der Kommandobrücke befindliche Deportationskabine ein, die nach außen hin ein einfaches Gitter hatte. Es war beinahe 14 Grad Kälte und eine dunkle, unheimliche Nacht. Man warf mir eine Hängematte in meinen Käfig und dachte nicht daran, mir irgend welche Nahrung zu reichen. armer, geliebter Mann, mitgenommen haben, da Du von meinem Kommen nicht benachrichtigt worden bist. . . . Die Bedingungen, die man an unser Wiedersehen knüpfte, waren aber doch unsagbar grausam! Seit vier Monaten sind wir getrennt, und sich bann nur von weitem sprechen zu dürfen, das ist unerhört! Wie gerne hätte ich Dich ans Herz gedrückt, Deine lieben Hände erfaßt, Dich, den armen Einsamen, ein wenig erwärmt. . . Ach, wie es mir das Herz zerriß, als ich Saint-Martin verließ und mich wieder von Dir entfernte. . . . Lucie. Amtlicher Teil. Gießen, 1. Rai. detr.: Die Vertilgung der Raupennester. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen arr die Großh. Bürgermeistereien deS Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 4. Februar l. IS. (Gießener Anzeiger Nr. 32) noch nicht nachgekommen find, werden an deren Erledigung wiederholt erinnert. v. Bechtold. Bejugsprtis oientiji** Ml. 2.20, inonatl. 75 Pß». mit Brmgerlohn; durch M Abholrftcllrn vierlkljähN. Ml. 1.90, inonatl. 65 «G. Lei Postbezug üiertel{*frrl. Ml. 2.00 ohne Bestell-«» All« ilnjeiatn CermtmuneO» ftcHen ke< In- und «uSHeW nehmen Ulnjcigcn für Hb Vtetzener Anzeiger tntgWB. ZeUenprets lokal 11 Pit. euBBärt« 80 rr «tut Merfelder Mitärdkskkümgs-Pryrß. XV. Elberfeld, 30. April. In einer der früheren Sitzungen war beschlossen worden Militärärzte Tr. Hecker, Dr. Weber und Tr. Stod, Kolomalpost. Die Geographische Gesellschaft in Bremen entsandte im vorigen Sommer ihr Mitglied Dr. Max Wiedemann nach Australien zum Studium der dortigen wirtschaftlichen Verhältnisse. Von ihm liegt jetzt ein Bericht über einen Besuch vor, den er der deutschen Gazellen-Halbinsel im Neu-Guinea- Schutzgebiet und dem auf dieser gelegenen Hafen HerbertS- höhe, sowie der Insel Matupi abgestattet hat. Der von den Deutschen Geographischen Blättern (Bremen) veröffentlichte Aufsatz enthält mannigfache interessante Mitteilungen. Danach ist nur der kleinste Teil von Neu-Pommern, der großen Insel, zu der die Gazellen-Halbinsel gehört, vorläufig unter rationelle Kultur gestellt. Bis jetzt beschränkt sich die Landbauthätigkeit der Europäer auf HerbertShöhe und Matupi; seiner Zeit zu Aushebungen kommandiert waren, an denen Klienten Baumanns und der Witwe Dieckho f teilgenommen haben, als Zeugen zu laden, um durch ihre Vernehmung festzustellen, daß sie mit Freimach,ern nicht in Verbindung gestanden haben. Die Verteidigung glaubt daraus den Rückschluß ziehen zu dürfen, daß es den Freimachssrn ganz gleichgiltig gewesen sei, zu welchen Aerzten sie ihtt Klienten dirigiert hätten, daß somit Beziehungen zu Militärärzten nicht bestanden zu haben brauchten. Tie drei Aerzte waren erschienen und wiesen, wie wir bereits in der letzten Nummer des „Gieß. Anz." meldeten, jede Gemeinschaft mit Freimachern entschieden zurück. Ta ihre Auslassungen für den Ausgang des Prozesses von entscheidender Bedeutung sein dürften, geben wir die Verhandlungen ausführlich wieder. Dr. Hecker, jetzt Divisionsarzt der 14. Division, hat int Jahre 1896 bei der Aushebung in Essen die unter Anklage stehenden Landwirte Johann Wilh. Hußmann und Franz Heinr. Kirchhoff von Kray bezw. Rüttenscheid unter- ucht und bei ihnen chronische Leiden der Atmungsorgane bezw. erhebliche, schwer heilbare Krankheitszustände des Gehörapparats festgestellt. Beide wurden infolgedessen zum Landsturm geschrieben. Vors. zu Hecker: Sie sollen damals bei einer Aushebung mitgewirkt haben, bei der u. cl der Angeklagte Hußmann ausgemustert wurde. Erinnern Sie sich des Falles? Zeuge: Des Falles erinnere ich mich nicht. Was ich da rubriziert habe, halte ich unter meinem Eide aufrecht, da der objektive Befund dahin ging. Eine Täusch^- ung ist nach meiner Untersuchungsmethode absolut ausgeschlossen. Rechtsanwalt Tr. Wallach: Haben Sie jemals in Beziehungen zu Maumann oder Witwe Dieckhoff gestanden? Ich frage int Interesse meiner Klienten und bitte, mich nicht mißzuverstehen. Zeuge: Ich bin dem Herrn Verteidiger sehr dankbar, daß er die Frage an mich gerichtet hat. In meiner verantwortlichen Stellung als Divisionsarzt, in der mir die Hälfte der Sanitätsoffiziere eines ganzen Armeekorps untersteht, und denen ich mit vorbildlichem Beispiel vorzustehen habe, und in meiner weiteren Eigenschaft als erster Vorsitzender von 170 Ehrenmännern des Düsseldorfer Aerztevereins muß ich besonderen Wert darauf legen, mit Nachdruck unter Eid zu erklären, daß ich niemals von der Existenz des Baumann und der Witwe Dieckhoff eine Ahnung gehabt habe, daß ich bis zum Beginne des Pro- -zesses beide nie gesehen und nie in Verbindung mit ihnen gestanden habe. — In sichtlicher Erregung führte Tr. Hecker unter Bezugnahme auf ein Schreiben des Vorsitzenden an )en früheren Oberstabsarzt Tr. Groos in Düsseldorf Be- chwerde darüber, daß das Dementi, das Untersuchungsrichter Spieß kürzlich bezüglich der Aeußerungen Baumanns gegeben habe in Bezug auf seine Person, in der ^Presse nicht genügend wiedergegeben worden sei. Generalarzt Dr. Stricker sprach sich dahin aus, daß angesichts der That- ache, daß int Frühjahr 1895 Influenza und Luftröhrenkatarrh zu verzeichnen gewesen seien, der Spitzenkatarrh bei der Musterung 1895 unbedingt bestanden haben müsse. Es sei eine der gewöhnlichsten Erscheinungen, daß der Katarrh gerade bei Influenza sehr hartnäckig sei. Bei Kirch^- hofs haben die Aerzte Dr. Wolff und Dr. Klingel von hier den Befund Tr. Schimmels bei der Vorstellung als Einjähriger und Tr. Hecker bei der Aushebung für berechtigt erklärt. Tie zu dem Etat gestellten Petitionen werden nach den Beschlüssen der Budgetkommission erledigt. Staatssekretär Graf Posadowsky betritt den Saal. Es folgt die zweite Beratung des Entwurfs eines U n- fallfürsorgegesetzesfür Beamte und Personen Les Soldaten ftandes. Derselbe setzt in § 1 den Kreis der Personen fest, die unter dieses Gesetz fallen. Dieselben sollen, wenn sie durch einen Betriebsunfall dienstunfähig! gemacht werden, eine Pension bis zu 66 zwei Drittel ihres jährlichen Einkommens erhalten. ung aussprechen. Vors.: Gegen wen? Zeuge: Gegen den, der die Untersuchung eingeleitet hat. Vors.: Wollen Sie sich dann gefälligst an die Adresse wenden, die es gethan hat. Vom Zivilgericht ist dies nicht geschehen, und es ist auch nichts vorgekommey, was Ihnen zur I ^wuftung Veranlassung geben könne. schimmel hatte kürzlich bei Behandlung des § 2 und 2 a werden ebenfalls in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. § 3 bestimmt, daß, wenn das jährliche Diensteinkommen nicht den 300fachen Betrag des für den Bestimmungsort festgestellten ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher, erwachsener Tagesarbeiter erreicht, dieser Betrag der Rechnung zu Grunde zu legen ist. Abg. Hoch (Soz.) beantragt: Erreicht das jährliche Dien st ein kommen von Personen des Soldatenstandes den Betrag des nach dem Unfallversicherungsgesetz zu gewährenden jährlichen Arbeitsverdienstes, den er vor bem, Gintritt in den militärischen Dienst gehabt hat, nicht, so ist dieser Betrag zu Grunde zu legen. General Viebahn bittet, den Antrag abzulehnen. Tie militärischen Interessen erfordern gebieterisch, daß die Abfindung der Leute, die denselben Tienst thun, gleichmäßig erfolge. Die Abgeordneten Opfer gelt und Hofmaun- Tillenburg sprechen gegen den Antrag. Abg. Hoch (Soz.) meint, der Antrag sei ein Erfordernis der Gerechtigkeit für die Angehörigen der Armee. General Viebahn führt aus, wenn diejenigen, die sich für das Vaterland zerschießen lassen, eine höhere Pension bekommen, so sei das recht und billig. Hierauf wird § 3 unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen, ebenso die §§ 4 und 5. 8 6 bestimmt, daß Ansprüche auf Unfall-Entschädigung bei der vorgesetzten Tienstbehörde anzumelden sind. Abg. Hoch (Soz.) befürwortet einen Antrag Albrecht, wonach die Frist auch bann als gewährt gelten soll, wenn die Anmeldung der vom Unfall Betroffenen bei den unteren Verwaltungsbehörden erfolgt ist. Nachdem mehrere Abgeordnete und Geh. Rat Caspar dem Antrag zugestimmt, wird § 6 mit dem Zusatzantrag Albrecht angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes genehmigt. Nächste Sitzung morgen. Tagesordnung: Tritte Beratung des Gesetzes betreffend die privaten Versicherungs- Unternehmungen des Gesetzes betreffend das Urheberrecht; Gesetz-Entwurf, betr. die Versorgung der Kriegs-Invaliden. Schluß der Sitzung um 5 Uhr 15 Min. Der Fabrikant Gustav Ellscheidt aus Schlagbaum hatte kürzlich eidlich erklärt, daß er zur Freimachung mit Baumann in Verbindung gestanden habe und von ihm 1894 zum Ersatzgeschäft nach Solingen geschickt worden sei, wo er für herzkrank befunden und für dauernd unbrauchbar bezeichnet wurde. Tr. Schimmel bestätigte den Krankheitsbefund beim Oberersatzgeschäft in Erfurt. Am Ersatzgeschäft in Solingen hat Oberstabsarzt Tr. Stock aus Paderborn teilgenommen. Des Falles entsann er sich nicht, versicherte aber, daß er den Befund nach bestem Wissen und Gewissen festgestellt habe. Auf die Frage des Rechtsanwalts Tr. Wallach wies Oberstabsarzt Dr. Stock eine Verbindung mit Baumann und Witwe Tieck- hoff ganz entschieden zurück. Kaufmann Hirsch- land nahm an dem Oberersatzgeschäft in Aachen teil und wurde nur für Landsturm tauglich befunden. Zur damaligen Aushebung in Aachen war der jetzige Oberstabsarzt! (L D. Tr. Weber aus Kreuznach kommandiert worden. Tr. Weber entsann sich des Falles nicht mehr, erhärtete aber gleichfalls, daß er den Befund nach bestem Wissen und Gewissen festgestellt habe. Rechtsanwalt Tr. Wallach : Ich möchte auch an Sie die Frage richten, ob Sie irgendwie jemals mit Baumann oder Witwe Dieckhoff in Verbindung gestanden haben? Oberstabsarzt a. T. Tr. Weber: Niemals. Ich möchte hierbei erklären, daß während meiner ganzen dreißigjährigen Dienstzeit niemals in irgend einer Weise Berfonen an mich herangetreten sind, die, ich will nicht agen, mich hätten bestechen, mir irgend etwas hätten zu- muten wollen. Ich habe häufig bekannte Kollegen darum befragt und auch von ihnen nichts Derartiges gehört. Die ganze Sachte halte ich für ein Märchen, ein Phantasiegebilde, gemeineLüge. Vors., unterbrechend: Wollen Sie sich darüber nicht äußern. Tr. Weber: Es ist mir deshalb unbegreiflich, wie bei der klarliegenden Sache gegen mich eine Untersuchung hat eingeleitet werden können. Ich muß mich dagegen mit Empörung und Entrüstdennoch ist es dort (namentlich im Verlauf der letzten zehn Jahre) gelungen, das Gebiet der Kokospalmen Plantagen auf etwa 2200 Hektare auszudehnen. Die Kokospalmen Anlagen liefern sehr günstige Ergebnisse. Die jungen Palmen sind nach 5 bis 6 Jahren ertragsfähig und können dann gut 60 Jahre lang Nußernten liefern, die auf die Palme einen jährlichen Reinertrag von durchschnittlich zwei Mark abwerfen. Außer der Kokospalme gedeiht auf der Gazellen- Halbinsel auch der Kakao, und Kaffeestrauch. Die Ernte ergibt bisher ein an Qualität gutes Erzeugnis Währeud sich die Baumwollpflanzungen bisher nicht genügend rentiert haben, liegen für den Tabakbau die Verhältnisse recht günstig. Em sicheres Mittel, das Innere von Deutsch.Neu-Guinea zu erschließen, böte die Unterstützung der Goldgewinnung. Nach Dr. Wiedemann ist Gold im Alluvium deS Mittellaufes eines der nördlichen Flüffe uachgewiesev worden. Ferner kann man als sicher annehmen, | Falles Garschagen behauptet, daß der Regimentskommandeur des 4. Feldartillerie-Regiments K)hr. 4 in Magdeburg wenn nicht strikte befohlen, so doch dringend gewünscht habe, keine Freiwilligen mit Augengläsern einzustellen. Aus den vorn Regirnente eingeforderten Liften der Freiwilligen ersah der Vorsitzende, daß eine ganze Reihe von Einjährigen angenommen worden sind, die Augenglas tragen. Tor Vorsitzende forderte Tr. Schimmel daher zu einer Erklärung auf. Dr. Schimmel: Ich habe in solchen Fällen stets auf den Scheinen bemerkt, „muß Brille tragen". Der Regiments-Kommandeur traf dann die Entscheidung. Vors.: Bei Garschagen waren die Sachverständigen der Ansicht, daß der Sehkraft mit leichtem Glase nachgeholfen werden könnte. Bei ihm befindet sich aber kein solcher Vermerk. Tr. Schimmel: Es war auch nicht nötig, denn Garschagen war viel zu schwer, hatte Bruchanlage, und wap deshalb für die Artillerie nicht tauglich. Generalarzt Tr. Werter bestätigte diese Angabe Dr. S ch i m m e l s. Objektiv sei der damalige Befund Tr. Schimmels hinsichtlich der Garschagenschen Augen zwar irrig gewesen, er könne aber auf Uebertreibungen zurückgeführt werden oder auf einem Irrtum des Arztes beruhen. — Was die Fälle Hußmann und Kirchhoff aniangt, so wird für Hußmann namentlich als belastend angesehen, daß sowohl er wie auch seine Mutter bei ihren Vernehmungen verschwiegen haben, daß Hußmann von Dr. Ressemann in Kray behandelt worden ist. Dr. Ressemann bekundete, daß er im Jahre 1895 dem jungen Hußmann an Influenza und Lufttöhrenkatarrh behandelt habe. Einige Zeit nach seiner Genesung habe ihn der Vater gefragt, ob der Sohn wohl dienen müsse. Er, Zeuge, habe dies bejaht, aber hinzugefügt, bei dem gra- cilen Körperbau Hußmanns komme es auf die Körpermaße an. Nach Feststellung der Maße habe er Hußmann auf Grund seiner Untersuchung zum Tienst bei einer leichten Waffe für tauglich erklärt; da er, zumal er sehr begütert ist, gezwungen werden konnte, bei einer bestimmten Waffe einzutreten, falls er nicht für alle tauglich war, so habe er ihm empfohlen, sich an einen Militärarzt zu wenden. Hußmann Vater habe sich infolgedessen bei ihm erkundigt, ob er keinen Militärarzt kenne. Er habe dies verneint. Damals sei ihm aber der Gedanke aufgestiegen, Hußmann habe seinerzeit durch ihn, den Zeugen, eine unerlaubte Verbindung erreichen wollen. Weiterverhandlung Mittwoch AW Stadt und Land. Gießen, den 2. Mai 1901. ♦♦ Persoualuachrichteu. Der Großherzog hat nachbenannten Krankenpflegerinnen des Alice-Frauen-BereinS für die Krankenpflege im Großherzogtum Hessen: Oberpflegerin im Stadtkrankenhaus zu Offenbach Frl. Helene Hüser aus BreSlau zum 1. Februar l. IS. und Oberpflegerin an der Frauenklinik zu Gießen Frl. Margarethe Hafter aus Eppelsheim zum 1. März das Dienst- auSzeichnungskreuz für Krankenpflege in Gold, den Pflege- rinnen im Stadtkrankenhause zu Offenbach Louise Muelenz aus Köln und Wilhelmine Toffel aus Gilgenburg zum 1. Mai l. IS. das DienstauSzeichnnngSkreuz für Kranken- iflege in Silber verliehen. ** Oeffeutliche Lesehalle. Im April wurden 1815 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Illustrierte Zeit- chriften 508, Erzählende Litteratur 780, Jugendschriften, Märchen, Sagen 350, Litteraturgeschichte 12, Kulturgeschichte 11, VerSdichtungen 12, Länder- und Völkerkunde 29, Naturwissenschaft, Technologie 30, Geschichte und Bio- graphieen 66, Seewesen 9, Philosophie und Religio» 8 Bände. ES wurden verliehen an Männer: Handwerksmeister 251, akademisch Gebildete 35, Kaufleute 148, Beamte 26 , Nnterbeamte 109, Techniker, Schriftsetzer 108, Arbeiter, Tagelöhner 93, Diener, Burschen, Kellner 51, Lehrlinge, Gehilfen 253, Studenten 41, Rentner 10, zu- ammen 1125 Bände; an Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 257, Gewerbetreibende 118, Dienstmädchen, Lauffrauen 52, Arbeiterinnen, Tagelöhnerinnen 53, Beamtinnen 21, Pflegerinnen 13, junge Mädchen, Lehrmädchen 181, zusammen 690 Bände. Nach auswärts kamen 48 Bände. V. Gießener Bolksbad. Im April wurden verabreicht 6978 Bäder gegen 6820 im März 1901 und 6351 im April 1900, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 268 Bäder gegen 240 im März 1901 und 248 im Apttl 1900. — Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3165 Männer, darunter 721 zu 10 Pf., h 490 Frauen, „ 154 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klaffe 207 Männer, 80 Frauen, .. 2. .. 734 „ 497 „ Dampf- und Heißluftbäder, sowie Maffage zusammen 135 Männer, 13 Frauen, Brausebäder zusammen 1657. Die Personenwage wurde von 160 Personen benützt, das Bad von 12 Personen besichtigt. H. Hessische Handwerkskammer. Die Errichtung der Pr ü- fungS-Auöschüssse für die Gesellenprüfungen wird gegenwärtig vorgenommen und dürften diese der nächsten Plenarversammlung vollständig zur Genehmigung vorgelegt werden. ES werden unter Berücksichtigung der erfolgten LehrliugSanmeldungen ca. 250 Ausschüsse gebildet werden müffen und zwar PrüfungSauSschüffe der Handwerkskammer, der Zwangsinnungen, der freien Innungen und bei den OrtS- gewerbevereinen. Im Weiteren wird die vom Ministerium ausgearbeitete Prüfungsordnung Gegenstand der Beratungen bei der nächsten Plenarversammlung sein. Ein praktischer Anfang wurde nunmehr auch mit der Gründung von Genossenschaften gemacht. Nachdem man sich vorher versichert hatte, daß Interesse für den genossenschaftlichen Zusammenschluß im Handwerk vorhanden war, wurde letzten Montag Abend die erste Genoffenschaft in Offenbach inS Leben gerufen; weitere Handwerkergenoffenschafteu sollen in diesen Tagen gegründet werden. •• Der wissenschaftliche Fortbildungsknrsus für VolkSschul- lehrer begann Mittwoch 4 ühr nachmittags in der großen Aula des UniverfitätSgebäudeS. Die Zahl der Hörer ist so groß, daß die große Aula dicht besetzt ist. Die Lehrer G*G*G*S*O*O*O*Och<»*O«GI*O*G*G*G*G*G*S*S*O*O Konditorei und erstes Wiener Cafe jl. Kettler Ecke der Sndanlage Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurt a. M., 1. Mai. In der Generalversammlung der Chemischen Fabrik Griesheim-Elek- t r o n gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung der Vorsitzende der Katastrophe. Es sei zu hoffen, daß viele der beschädigten Betriebsabteilungen innerhalb eines JahreS wieder voll in Gang kommen. Für den Schaden sei die Gesellschaft voll versichert. Die Versammlung beschloß die Abänderung der Gewinnverteilung folgendermaßen: 450000 Mk. als 5 proz. Dividende, 167 556 Mk. Tantieme, 726 000 Mk. Uebertrag auf Warenkonto, 300 000 Mk. für den Unterstützungsfonds. Vortrag auf neue Rechnung 385 000 Mk. Ter Aufsichtsrat und der Vorstand haben den Unterstützungsfonds durch Zuweisung von je 50000 Mk. auf 100 000 Mk. gebracht. Tiefe Summe werde voraussichtlich für die Hilfsbedürftigen voll ausreichen, andernfalls werde man eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Ein Antrag, die Beschlußfassung zu vertagen, bis die Folgen des Unglücks ganz übersehbar seien, wurde abgelehnt, desgleichen ein unter Hinweis auf die großen Reserven gestellter Antrag auf Ausschüttung von 8 Prozent Tividende. Geheimrat Guaita wurde in den Aufsichtsrat wiedergewählt. schm Landeskirche Hinbelt, herangezogm werden, da solche» wcht nur im Interesse der Ktrcye, sondrra auch tm Jntereße des Staate» hege*, der ohne Debatte einstimmig tngenommtn wild. Prof Schöler gtebt dem Wunsche KuBbtuef, die Geistlichkeit HessmS möge für die neu restaurierte Stadlkirche ein Fensttr stiften, eine Empfehlung, der man allerseits sympathisch gegenüber fielet. Der Bericht deS WohlfahrtSauSILusstS, der tm K'rchendlatt er- scheinm soll, fällt der vorgerückten Z-tt Halder auS. Der Jahresbericht deS Pfarrers Wagner-EttengShaufen über die Sterbekaste ergibt deren guten Stand und der Änt ag, auch die Pfarrfi auen möchten unter dmfelben Bedingungm, rote die Pfarrer ausgenommen roeibcn, findet einstimmige Annahme. Pfarrer Stock Ober-Breidenbach berichtet über die gut entwickelte Hilfskaste und seinem Anträge, auf die Anteilscheine eine Divi« dende von 31 a Prozent zu verteilen, wird nicht widersprochen. Mit dem Liede: „Ach, bleib mit Deinem Segen* und Gebet schließt der Vorfitzende die zroeiiägioen Verhendlungm. 'lü alle; Frankfnrterstrasse No. 1. en Hierdurch beehre ich mich, die Eröffnung meines bedeutend vergrösserten Lokales, jetzt auch mit Eingang von der Frankfurter- asse, ergebenst anzuzeigen, damit die Bitte verknüpfend, mich durch zahlreichen Besuch auch fernerhin unterstützen zu -wollen. Vermischtes. * Wer hat gebrüllt? Die „Münch.N. N " brachten vor einiger Zeit die Mitteilung, ein Bonner Student habe einer in dem Wirtshaus aushängenden Aufforderung, schlecht gefüllte Bierkrüge unter protestierendem Brüllen zurück- zuwetsen, entsprochen und sei urplötzlich in ein bierbaß- dröhnendes Brüllen ausgebrochen. Jüngst beim Kaiser- kommerS erkundigte sich der Kaiser während der Unterhaltung mit seinen Tischnachbarn nach jenem Studenten, der in einem Kölner Gasthause daS Gebrüll eines Löwen au- gestimmt haben soll, weil die Bierkrüge nicht voll genug geschäukt worden seien. Gr hatte davon in der Zeitung gelesen und sich darüber belustigt. Plötzlich drohte der Kaiser einem in der Nähe sitzenden wohlbeleibten Borussen mit dem Finger und fragte ihn in scherzhaftem Tone, ob er vielleicht derjenige war, der so bierehrlich gebrüllt habe'; er solle es nur eingestehen, denn er, der Kaiser, habe am liebsten auch ganz volle Krüge. Ac Dortrnü " djaratteriU Immission \ •en Mittellan tehen nunmL Aufmerksame Bedienung, sowie Verabreichung nur guter Getränke, Torten etc. sichere, wie seither, auch ferner zu. Hochachtun gs voll SÄ-* 'fc «achgehM Glicht, ,9.*4e • * W m c [ä L; _ vbjcfo sSä; s.Är* WN, bei L £ ehußmann auf Grund ’ei .^ner leichten Waise ’ begütert ist, gL ; Hhmaten &ffe eumi. zu wenden. 64mann tl)m erkundigt, ob er dies verneint, damals ^egen, Hußmann Habe eine unerlaubte Ver. ’ Verhandlung Mittwoch Iahresoersammlüllg -es heWea pfarrverems. IL Friedberg, 1. Mai. Gegen V,s Uhr war der große Saal tm Hotel Trapp ganz gefüllt, besonders auch von Bewohnern der Stadt, und nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden trug der Musikveretn unter Leitung seines Dirigenten, Usinger, verschiedene Quartette und Chorgesänge vor, von denen der Chor auö dem „Zlatorog" besonders gefiel. Der Direktor des Predigerseminars, Prof. D. Weiffenbach-Friedberg, begrüßte den Pfarrverein in Friedbergs Mauern im Namen deS Kirchen Vorstandes und des Predigerseminars. Seine Rede klang in dem Wunsche aus, der Geist im Predigerseminar und im Pfarrverein möge stets derselbe sein zur treuen Arbeit an den Aufgaben der evangelischen Kirche. Pfarrer H a a ck e - Steinbach hielt Vortrag über „Pfarrhaus und Musik", und Pfarrer Fritsch entwarf in anregender, manchmal humoristischer Weise Silber der Rot, des Leidens, aber auch des Glaubenslebens auS dem 18. Jahrhundert seiner Gemeinde Ruppertsburg. Reallehrer Völ- z in g-Friedberg toastete auf die Einigkeit zwischen Musikveretn und Kandtdatenschaft. Der Abend verlief in den harmonischsten Weise. — Die heutige Morgenversammlung ronrbe burch Gesang, Schrtstverlesung unb durch ein von Pfarrer Röschen- Winnerod gesprochenes längeres Gebet eröffnet. Der Vertreter der theologischen Fakultät Geh. Kirchenrat Prof. D. Kattenbusch-Gießen wird von dem Vorsitzenden begrüßt. Hierauf hält Pfarrer B e r n b e ck - Staden einen Vortrag über „Wie ist Ueb er wachung unb Beeinflussung b er Presse einzurichten unb besser zu organisieren?" Eine längere Diskussion schließt sich an biefen Vortrag an. — Schließlich würbe — unb wir (D. Seb.) müssen anstatt unseres Herrn Berichterstatters jetzt baö Wort ergreifen — eine etwas seltsame Resolution gefaßt, derzufolge bie Herren Pfarrer eine „Beaufsichtigung" unb „Beeinflussung" ber hessischen Presse für „notwendig" erachten. Run, wir sinb uns gewiß, baß darauf ab- zielenbe Bemühungen bei ber in Betracht kommenben Preße wenig Erfolg haben werben. Je unabhängiger bie Preße nach jeder Richtung hin ist, besto größer ist ihr Wert, besto weniger ist sie Einseitigkeiten unterworfen, befio freier unb unbefangener ist ihr Blick in alle Dinge unb besto mehr ist sie im fianbe, Schäden mannigfachster Art innerhalb ber Gesellschaft aufzubecken unb Aufklärung unter ben Maßen zu verbreiten. Wir zweifeln nicht, baß bie hessische Preße, soweit sie sich selber ein klägliches Armutszeugnis eigener Schwäche unb Unselbstänbigkeit auSzu- stellen nicht nötig hat, sich freizuhalten verstehen wirb von jeder Art von „Beaufsichtigung" unb „Beeinflussung", Worte, beren Bebeutungsich bie Herren Pfarrer bei ber Niederschrift ihrer Resolution wohl nicht klar gemacht haben, wenn man nicht annehmen will, baß sie bie Grenze ihrer beruflichen Thätigkeit bewußt haben überschreiten wollen. In unseren Tagen, in denen sich die Sterne der Wissenschaften und Künste unter leuchtender Bannerinschrift zusammengeschart haben, um machtvoll anzukämpfen gegen jeglichen unerbetenen und unberufenen Eingriff, wird sich die Preße alle Versuche, und fei die Seite, von der sie kommen mögen, auch noch so achtenswert, ihre berechtigte Unabhängigkeit und Selbständigkeit anzutasten, mit gleichem Erfolge zu erwehren wißen und jedem, der da kommt, so sympathisch er ihr sonst auch mit dem größeren Teile seiner Bestrebungen sein mag, mit aller gebührenden Hochachtung, aber auch mit aller Entschiedenheit das vielzitierte Wort Friedrichs des Großen ins Gedächtnis zurückrufen: „Gazetten sollen nicht genieret werden." Nun hat unser Berichterstatter wieder das Wort. Erfährt fort: Pfarrer Lio. Diehl-Hirschhorn trägt sein Referat vor: Was können wir aus den neuesten Forschungen über die Geschichte der „Kinderlehre" in Hessen lernen für die Gegenwart?" Der äußerst intereffante, auf Quellenforschung beruhende Vortrag wird im Kirchenblatt erscheinen Pfarrer Wahl-Langen gibt einen Rückblick auf die letzte Tagung der LandrSsynode, erwähnt das einmütige Vorgehen des gesamten PfarrstandeS tn der Totenfestangelegenheik, die defi nitive Regelung des GehallsgesetzeS und bedauert, daß eS nicht möglich gewesen sei, den nicht definitiven Geistlichen eine Gehaltsaufbesserung zukommen zu lassen. Die Fragen der Einigung der deutschen Laodrskirchen und der gemeinsamen Feier deS Bußtages mit Preußen seien in ihrer Bedeutung, leider aber ohne praktischen Erfolg, gewürdigt worden. AlS «ine der nächsten Aufgaben bezeichnet Redner eine herbeizuführende bessere Organisation der Pfarreien, ferner eine Neuregelung der kirchlichen Vermögensverwaltung und ganz besonders eine Ausbeßeung der Vikare und Verwalter. Der Antrag Wagner-EttingShausen: die Hauptversammlung wolle ihren Vorstand beauftragen, beim Großh. Oberkonststorium dahin vorstellig zu werden, eS möge die durch die Synode erfolgte Neuregelung für die nicht bifinittöen Geistlichen in der Art vornehmen, daß der Gehalt zuerst 1500 Mk., nach zwei Dienstjahren auf 1650 Mk., nach zwei weiteren Dienstjahren aus 1800 Mk. steige, wird ohne Debatte einstimmig angenommen. Ein Antrag Fritsch, worin das Bedauern ausgesprochen wird, daß nach dem neuen Gehaltsgesetz denjenigen Geistlichen, welche durch Religionsunterricht und dergl. besondere Nebeneinnahmen haben, diese Einnahmen abgezogen werden können, wird gleichfalls ohne Debatte angenommen. Pfarrer Schneider-ReichelSheim weist auf eine bestehende Ungerechtigkeit im neuen Gehaltsgesetz hin, wonach es dem Ermeßen der Behörde allein anheimgeftellr sein soll, welchen Pfarreien mit großen Dienstschwierigkriten sie besondere Zulagen zuerteilen will. Nach längerer Besprechung einigt man sich dahin, daß daS Verlangen ausgesprochen wird, eS möge von Seiten des Pfarrvereins dahin gestrebt werden, daß diejenigen Pfarreien gesetzlich bestimmt werden tollen, denen wegen Schwierigkeit 6e8 Dienstes besondere Zulagen zustehen Professor Schöler-Friedberg gtebt die Anregung, der Pfarrverein solle dazu die Hand bieten, daß gegenseitige Handreichung zwischen Pfarramt und Wissenschaft dadurch berbeigeführt werden möchte, daß die Erfahrung in den Dienst der Wissenschaft gestellt wird, daß man kirchliche und religiöse Beobachtungen in planvoller Weise ordnet und sich gegenseitig mitteilt. Pfarrer Köhler- Rohrbach begründet feinen Antrag, der lautet: „Die Hauptversammlung wolle Großh Oberkonststorium bitten, bei Großh. Ministerium der Justiz dahin vorstellig zu werden, daß, analog von Preußen, Baden, Sachsen-Koburg-Gotha, die evangelischen Geistlichen deS Großberzogtums »u den Gemeindewaisenratssitzungen, sofern es sich um Waisen der eoangeli- ^dkanals> ^voller Äßri Äfe habe I ^Mle nidi Kunst und Wissenschaft. — Eine wichtige astronomische Entdeckung meldet Profißor Max Wolf aus Heidelberg. Er hat in dem bekanntm Sternbilde „Haupthaar der Berer.ic.", etwas wrstlich von Keßen Stern Beta, eine Reihe von Nebeln gefunden. Er hat deren nicht weniger al8 108 gezählt, die in einem Kreise von etwa 30 Sogenminuten angeordnet sind. Die meisten find sehr klein und von fast kreiSfölmiger Gestalt. Eine derartige Anordnung solcher Himmelskörper ist bisher noch niemals beobachtet wordeu und ihre Erklärung dürfte den Astronomen besondere Schwierigkeiten bereiten. Gleichzeitig weiß derselbe Forscher noch von einem anderen, nicht viel weniger wichtigen Funde zu dr- richten, der freilich nicht ganz unerwartet kommt. Er hat nämlich bemerkt, daß einige kleine Planeten merkliche Helligkeitsschroankungen zeigen, wie es letzthin zur großen Ueberraschung der Himmelskundigen an dem vielgenannte»» Planeten EroS entdeckt worden ist. Bet einem der Planetoiden scheint die Helligkeitsschwankung einen regelmäßigen Verlauf in einer Periode van rund 38/< Stunden zu nehmen. Auch für diese Erscheinung gibt es bisher eine allgemein angenommene Erklärung nicht. — Entdeckung eines neuen Aether». Ein Professor der Chemie an einer Hochschule, bie allerdings ein wenig abseits von dem großen Getriebe der Wißenschast gelegen ist, dem Morningfide College in ber Siovxstadt im amerikanischen Staate Iowa, hat die (Sntbcdung einer neuen Aetherart angefünbigt, die nach einer Mitteilung ber „Medical News" gemäß dem Urteil der Sachverständige»» eine»» bedeutenden pi attischen Wert besitzen soll. Der Aether wird bekanntlich in Wissenschaft unb Praxis viel benutzt, aber der neue chemische Stoff soll den gewöhnlichen Aether in gewissen Beziehungen übertreffen. Er hat ein noch geringeres Gewicht unb ist von orangeackber Farbe. Angeblich find bereits Versuche mit seiner Anwenbung in ber Chirurgie gemacht worden, die außerordentlich befriedigend ausgefallen sein sollen. kommen mitunter von weit her, sogar aus der Umgegend von Schotten, Nidda und Vilbel. I. Bad-Nauheim, 1. Mai. Tie offizielle Kurzeit hat heute begonnen. Tie Kurmusik spielt vorerst täglich von 7 einhalb bis 8 einhalb Uhr vormittags an den Trinkquellen und von 3 bis 6 Uhr nachmittags auf der Kurterrasse. Tas Kurt he ater beginnt am 15. Mai. Am Sonntag den 5. Mai findet ooit 3 bis 6 Uhr namittags Konzert der Kapelle des Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau statt. Laut der heute herausgegebenen Kurliste Nr. 1 betrug die Frequenz am 29. April 603 Personen, davon sind zurzeit noch 529 anwesend. Bäder wurden bis zum 29. April 3901 gegeben. Im vorigen Jahre waren am 29. April-511 Personen anwesend und die Zahl der abgegebenen Bäder betrug 3567. In diesem Jahre haben sich auch ivieder 7 neue Badeärzte hier niedergelassen, sodaß die Gesamtzahl jetzt 43 beträgt. Der Betrieb in särnt- lichen sechs staatlichen Badehäusern ist heute ausgenommen worden und das 7. Badehaus soll vorn 15. Mai eröffnet werden. Im städtischen Konitzkystift kann ebenfalls in diesem Sommer gebadet werden; das dortige Badehaus besitzt 14 Zellen. — Tie Gemeinde Bad-Nauheim wird wohl genötigt sein, ein neues Amtsgerichts-Gebäude zu errichten, denn das bisherige Haus, das erstz 1888 erbaut wurde, erweist sich bereits als zu klein für den bedeutenden Betrieb. Ein Anbau ist tvcgeu der Lage des Gebäudes dicht ain Fuße des Johannisbergs, nicht gut auszuführen, und so soll denn ein vollständig neues Haus gebaut werden. Ter Staat muß selbstverständlich wie seither der Stadt das Anlagekapital mit 5 Prozent verzinsen. Zur Besprechung dieser Angelegenheit wird eine Deputation, bestehend aus dem Bürgermeister Wörner und den Gemeinderäten Fritz und Kegel mann, in den. ersten Tagen mit dem Justizminister Dilmar in Darmstadt verhandeln. Um alle Projekte ausführen zu können, hat der Geineinderat beschlossen, eine vierprozentige Anleihe aufzunehmen im Betrage von einer Million. Diese Anleihe soll in 50 bis 60 Jahren rückfällig werden, damit die gegenwärtige Generation nicht allein die großen Lasten zu tragen hat. Bei der hiesigen Polizei herrscht schon seit längerer Zeit ein rnerkwür- digcr Zustand, der auch für Gießen Interesse hat. Im Jahre 1898, als die verstorbene Kaiserin von Oesterreich als .»turgaft hier weilte, wurde die Nauheimer Polizei, die bis dahin üou der Bürgermeisterei geleitet worden war, neu organisiert. Es kam als Polizeiamtmann Assessor Felix Ortwein hierher. Ter genannte Sperr errichtete eine Schutzmannschaft von vier Mann und ließ sich von Gießen den als äußert tüchtig bekannten Kriminalschutzmann Weiß kommen. Letzterer wurde zum Wachtmeister ernannt und der Staat versprach auch die feste Anstellung mit etwa 2500 Mark Jahresgehalt. Später lehnte aber der Staat die Zahlung ab, und auch die Stadt weigerte sich- den Wachtmeister zu besolden, da sie bereits ca. 15 000 Mark Polizeikosten trägt. Nur die Badedirektion zahlte jährlich 1750 Mk., aber am 1. April d. I. hat auch diese Behörde die weitere Zahlung gekündigt, sodaß nunmehr der genannte Beamte thatsächlich kein Gehalt bezieht! Versprechungen sind ihm allerdings von der Regierung gemacht worden. Im ganzen ist man der Ansicht, daß ein Polizei- amtmann und ein Wachtmeister für Nauheim zuviel sind; außerdem wohnt der jetzige Polizeiamtmann, Herr von Bechtold, in Friedberg, wo er zugleich am Kreisamt thättg ist. । •!» >i W. Staden, 1. Mai. Seit gestern nachmittag entströmen unserem Sauerbrunnen, der etwas abseits vom Ort nach Westen zu liegt, auffallend große Mengen Kohlensäure. Kinder brachten zuerst die Nachricht davon. Sie erzählten zu Hause, daß eS ihnen nicht möglich gewesen sei, ihre Krüge und Flaschen an den AuSflußröhren zu füllen. Brennende Laternen erlöschen momentan, sobald sie dem Boden auf etwa 30 Tentimeter (Entfernnung genähert werden. Heute mittag sollen die Untersuchungen fortgesetzt werden. H. Hungen, 1. Mai. Wie bereits an anderen Orten unseres Kreises, so wurde gestern auch hier im Schulsaal der ersten Schulklasse vor den Lehrern der Umgebung unserer Stadt ein schulhysienischer Vortrag über „Bau und Einrichtung der Schulhäuser- gehalten. Mainz, 1. Mai. Heute hat sich in unserer Nachbargemeinde Weisenau eine schändliche Blutthat zugetragen. In dem Keller der Rheinischen Brauerei gerieten zwei Brau- bnrschen, Albert und König, die sich schon lange „spinnefeind- sind, untereinander in Streit. Albert hat dann seinen Gegner mit einer eisernen Stange totgeschlagen. Der Tote war verheiratet und Vater von acht Kindern. Die Staatsanwaltschaft hat sich sofort an den Thatort be- geben. Albert wurde in das Untersuchungsgefängnis ab geliefert. ) W>. m, den 2. Mai 1901. roßherzog hattachbe- lllice-Fram.Vttkinö für gtnm Hessen: Ober- Offenbach Frl. Helene brnar l. I«. und Ober« ,u Giehen Frl. Mar- um 1. März das Dienst- ge in Gold, den Pflege- fenbach Louise Muelenz l aus Egenburg zum angiheuj für -ranken- April wurden Mb a auV 1x180, Jugendschriften, Urgeschichte 12, Kultur- inder- und Völkerkunde 29, 0, Geschichte und,3w hjlosophie und Religm i Mnner: 35, M'“,e 148'„ Met, SchriM- - , Sinken, Stell« 51, en 41, MturlOji' en: rbttteibenbe M £ **• * KV- >■» “ ■ 0'fellÄ* ibM'f»„DtgelKj St°ehE etfoljta nffe 5-r * . ui ben 0-*- »M® e"l OnißM'° »itb W ’ k« SetnWf Sn it brr ma0 sich . ÄÄ! f* In |- Eisschränke vorzüglichster Konstruktion. 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