12, Ui» Mikm W MW rovaeostratze U ifie< ihrLagerin k N« .fS >M°, 11«* rMvGG UodeSi tf*1- •£» V.L7S «* WtfhJ.5 *gs£ SWH xKAM 'jSjrafl ißWliu ithracitkohlen Briketts Brennholz = NH .tu billigsten Puisen Happel Mttl 49 ui 56. WmM^ AmßMiiiM lose getr. W Üifl. KMislaLjküt lose gm. 15 W ifort trocken, Ho-Anjmd, lit sMiiht Dtllitbtn ic. Gust. Walter, Wtt»-oes 18* S!i2 §kr. 79 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Mittwoch 3. April 1901 täglich mit Qn»«u*b< M Montags. f>- Oießrner Fo»llien« ►tiiter nxrben dem Hm Mtyrt t« Wechsel mit,Hess. und „Blätter Dr Volkskunde" vier« eeai iviAtnt(id) beigelegt. e^xe%*« »en C neeige« Ui t«i nwfrwUtaqO für len p»14- tler. Tag erfifceinenien V' rtx M Mim 10 Uhr fr* 4 cltHaigtn fpdieften« iMaU »arher. #c)*ttiee, Expedition und EtEitrd: Schslsiratze 7. hSüKSiMHMI MchenerAMiger " General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezuarprei« virrUlM»! Mk. 2.20, momitl. 76 DM. mit Bringerloha; durch !■ Abholrsiellen vierteljächnck. Mk. 1.90, monoti. 66 Wfc. Bei Postbezug viertelMol, Mk. 2.00 ohne BesteklO-G. Mfle anictgeu:Bermitau«N' stellen bei In- und AuSlanrna» nehmen «nzeigen für bw •kfcener ttnjciger entgeee*. ZellenpretS lokal 11 FW- auUMflrtl SO Vfg. Adrrffe für Depesche«! Anzeiger Gießen. Fernsprechanschlug Str. Gil. Abholeftelle -es „Gießener Anzeiger-" Wallchorstraße befindet sich jetzt bei KiMfmlNM Ludwig Loth, Waüttzsrstraße 23. Die letzte Ansprache des Kaisers. Nach dem Berichte eines Montagsblattes hat bei dem Empfange des Präsidiums des preußischen Herrenhauses Vize- p äftdent Frhr. von Manteuffel an den Kaiser folgende Ansprache gehalten: „Majestät 1 DaS Herrenhaus hat uns beauftragt, unsere Freude uuszudrücken Uber die Errettung Ew. Majestät aus unmittelbarer Lebensgefahr. Gott hat Ew. Majestät sichtbar geschützt gegen ein Bubenstück und es gereicht uns zur besondern Genugthuung, Ew. Majestät so frisch und vollauf, so heil und gesund wiederzusehen I" Der Kaiser antwortete hierauf ungefähr mit folgenden Worten: „Ich danke Ihnen herzlichst für Ihre Glückwünsche, welche ich gern «mnehme. Ich kann Ihnen nur sagen, daß alle Kombinationen, welche in der Presse über meine Stimmung verlautbart werden, auf vollständiger Unkenntnis beruhen und jeder Grundlage entbehre«. Ich habe alles gelesen, waS die Zeitungen über weine angebliche seelische Stimmung anläßlich deS Bremer Vorfalls geschrieben haben, aber nichts ist falscher, als annehmen zu wollen, daß meine Gemütsverfassung irgendwie darunter gelitten hab Ich bin a e n a u d e r s e l b e, d e r i ch v o r h e r war; ich bin weder elegisch noch melancholisch geworden. Der Kaiser deutete hierauf auf das auf dem Tische liegende Eisenstück, die Lasche, welche Weiland als Wurfgeschoß benutzt hatte, und fuhr fort: „Ich stehe in Gottes Hand und werde mich durch solche Vorfälle persönlich niemals in dem Wege beirren lassen, den zu beschreiten ich alS meine Pflicht anerkannt habe. Ich komme auf meinen Reisen mit allen Kreisen der Bevölkerung zusammen und weiß daher sehr gut, was man im Volke über mich spricht und denkt. Aber wer da etwa glaubt, daß ich mich durch solche Vorfälle einschüchtern lasten werde in meinen übrigen Maßnahmen, der wird sich sehr irren, es bleibt alles beim Alten/ ES verdient hervorgehoben zu werden, daß der Kaiser daS Wort „Attentat" vermieden und nur von einem ..Vorfälle" gesprochen hat. Immerhin spricht auch aus diesen Worten eine gewisie drohende Gereiztheit, obwohl das Gegenteil davon behauptet und bemerkt wird, er habe sogar einen leicht humoristischen Ton angeschlagen. Erfreulich ist eS, zu hören, daß sein Aussehen blühend war, die Wunde ist vollständig geheilt und hat nicht die geringste Narbe zurückgelaffen. Der Kaiser knüpfte zum Schluß ein längeres Gespräch mit dem Kölner Oberbürgermeister Becker an, wies darauf hin, daß der Kronprinz gleich nach Ostern die Universität Bonn beziehen werde und fügte lächelnd hinzu: „Ich hoffe, daß mein Sohn gute Nachbarschaft mit Köln halten wird." Dann wandte sich der Monarch wieder an Herrn v. Manteuffel und versprach bestimmt, am 11. April der Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals in Potsdam auf der langen Brücke beizuwohnen. „Da werden ja die Herren meine Gaste fein", schloß der Kaiser. Während also der Kaiser nur von dem „Vorfall" in Bremen sprach, versuchte Vizepräsident Frhr. v. M a n t e u f f eI, auch bei dieser Gelegenheit die That des Geistesgestörten und EpilektikerS Weiland zu dem Verbrechen eines Zurechnungsfähigen zu stempeln. Herr v. Manteuffel bezeichnete die That als ein „Bubenstück"; in gleichem Sinne hatte Herr v. Manteuffel jüngst im Herrenhause sich der Worte „fluchwürdiger Anschlag" bedient. Man ist auf die Vermutung gekommen, t» liege ein „System" darin, daß von den beiden konservativen Präsidenten v. Manteuffel wie v Kräcker, der tief bedauernswerte Vorfall in solcher Weise aufgefaßt wird; man hat die Ansicht geäußert, die konservative Partei habe ein Interesse daran, dem Herrscher die Ueberzeugung mitzuteilen, baß der „Umsturz" drohend fein Haupt erhebe, um sich als energischer Bekämpfer der Umsturzelemente zur Verfügung zu stellen. Jndeffen würde ein derartiges Spiel doch gar zu plump fein, als daß man im Ernst angesehenen Männern der Rechten dergleichen zutrauen dürfte. Der Kaiser ist doch wohl ein zu selbständiger Charakter, um sich ein Urteil auf- drängen zu lassen, und vollends ist in eingeweihten Kreisen nicht unbekannt, daß Personen, die sich heranmachen zum Angebot guter Dienste, beim Kaiser kein Glück haben. Nein, man wird dem Frhr. v Manteuffel und anderen zutrauen dürf«, daß sie ihre auftichtige Meinung geäußert haben. ES giebt nun einmal Politiker, die überall „Zeichen der Zeit" erblicken, die tief durchdrungen davon sind, daß daS „rote Gespenst" umgeht und nur durch Kraftmaßregeln zu bannen ist, An allem Unerfteulichen, was sich ereignet, soll die LolkSverführung, die Aufwiegelung der Mafien schuld sein. Zum Glück besteht innerhalb der Regierungskreise eine wesentlich kaltblütigere Auffassung. Niemand an verantwort- licher Stelle hat den Brewer Vorfall zum Anlaß genommen, um nach einem neuen Umsturz-Gesetz zu rufen. Auch der Kaiser denkt wohl nicht daran. m , Me immer, solange keine authentische, amtliche Bekannt- Wet roar, hier in Transvaal • gefaßt machen müssen. Engländer und Bnreu. Folgende Telephon-Meldung ging uns heute vormittag zu: W. Lo n do n, 2. April, 11.40 Uhr. Tie „Times" meldet aus Middelburg, daß im Hinblick auf das Herannahen des Winters eine allgemeine Nordwärtsbewegung der Buren nach dem Buschweldt stattfinde, daß aber an beiden Seiten der Bahnlinie herumschwärmende Abteilungen zurückblieben. Daß die Winterruhe noch keineswegs begonnen hat, geht daraus hervor, daß sich im südöstlichen Transvaal die Buren um De Wet in großen Massen sammeln. Die Briten sind infolgedessen natürlich auch äu mannigfachen Operationen genötigt. Oberst Plumers Abteilung, die an der letzten vergeblichen Verfolgung De Wets am stärksten beteiligt mar, und dann nach Pretoria zurückbeordert wurde, hat Pretoria jüngst wieder verlassen, wahrscheinlich, um gegen De Wek im Bezirke Standerton verwendet zu werden. Man wird sich also auf eine neue Auflage des soeben in der Kapkolonie beendeten Schauspiels, dessen Hauptperson De China. W T. 2k telegraphiert uns heute vormittag: nondon, 2. April. 11 Uhr. 50 Min. „Daily Expreß" meldet ein e n g lische s K o n s o r t iu m erhielt die Konzession in den Gebieten Schansi und Honan, die 71000 englische Quadratmeilen groß sind, und eine unerschlossene Kohlen-Zone von 3000 englischen Quadratmeilen, sowie große Eisen- und Petroleumfelder enthält. Die Konzession stamme bereits aus der Zeit vor der jetzigen Krisis und sei vom englischen und italienischen Gesandten in China ratifiziert und mit dem Siegel des Tsungli- Yamen versehen worden. Wie aus chinesischer Quelle verlautet, wird der Hof unverzüglich ein Edikt erlassen, in dem sein Entschluß, das Mandschurei-Abkommen nicht zu ratifizieren, bekannt gegeben wird. Ferner verlautet, die Regierung beabsichtige, den Prinzen Sa zum Minister uno den Prinzen Tsching zum Unterstaatssekretär be» Au-warn- 9Cn Der ^Wln^Ztg." wird aus Petersburg gemeldet, der Mandschurei sind in bet ^mg^bSRäü6eTba^e^, thufu neuerdinge wieder Unruhen o / gäbe der kaiserlichen Äußerungen vorliegt, erscheinen auch heute in der Presse Mitteilungen nicht ganz übereinstimmenden Inhalts über die Antwort Wilhelms II. Die konservative „Krenzztg." will keinen der Berichte gelten lassen. Frhr. v. Manteuffel sei alsbald nach der Audienz nach Krossen abgereift, ohne sich über den Empfang zu äußern. Alle in der Preffe auftauchendcn Meldungen über diese Audienz eien daher mit größter Vorsicht aufzunehmen. ES scheint edoch, daß der obige Bericht im Wesentlichen zutreffend ist, da die offiziöse „Nordd. Allgem. Ztg." ihn nicht dementiert oder der Ungenauigfeit zeiht. Auch in anderen Berichten jeißt eS, daß der Kaiser versicherte, der Bremer Vorfall ,abe keine seelische Depression bei ihm hinterlassen; er, der Kaiser, werde seinen Weg unbeirrt weiter gehen. Ein anderer Bericht weiß einen neuen Satz deS Kaisers dem Obigen hinzuzufügen, der etwa also gelautet haben soll: Er, der Kaiser, sei betrübt darüber, daß ein deutscher Arbeiter eS fertig gebracht, daS Eisenstück gegen ihn zu schleudern. Ob der Kaiser so sich ausgedrückt hat, muß dahin gestellt bleiben. Jedenfalls ist durch den Herrscher elbst die vielfach geäußerte Vermutung widerlegt, daß das LreigniS einen verdüsternden Eindruck auf seine Stimmung aiidgeübt habe, und daß die Rede an daS Alexander Regiment mit der Pointe der Zurückweisung der Unbotmäßigkeit Berlins, von einer solchen Stimmung beeinflußt worden sei. ES scheint in der That, daß die Erinnerung an daS königstreue Verhalten der „Alexander" im Sturmjahre 1848 dem Kaiser, der ja zumeist seine Ansprachen improvisiert, den markanten Satz in den Mund legte, und daß nicht die Möglichkeit revolutionärer Erhebungen in Berlin dem kaiserlichen Redner umschwebte.___________________ Politische Tagesschau. Das Kelloereleud — so schreibt man uns — scheint nun Uebrigeus hat French nach den letzten Meldungen augeiu scheinlich noch keinen Befehl, an diesen Unternehmungen teilzunehmen, denn er ist noch immer in dem äußersten Südosten Transvaals bei Vrijheid thätig. Heber das Okfedyt bei Hartebeestfontein am 22. März liegen jetzt genauere Meldungen vor. Danach gehörten die dort ins Feuer gekommenen englischen Abteilungen zu Babingtons Kolonne. Babing ton lagerte 5 Kilometer südlich üon Hartebeestfontein. Von hier aus sandte er am 22. März 200 Mann der Imperial-Light Horse und der 69. Yeomanry-Kompagnie wr Er kundung gegen Geduld vor. Die Farmen waren abgesucht worden, 20 Buren hatten sich davon gemadft, und schon traten die Truppen den Rückmarsch zum Lager an, als eine beträchtliche Abteilung Buren unter General Telarey plötzlich den Briten den Rückzug abzuschneiden versuchte. Die Absicht der Bureu wurde vereitelt, indessen entspann sich auf beiden Flanken ein ztoee- einhalbstündiges, höchst erbittertes Gefecht. Die Bureu kamen häufig bis auf 150 Meter heran. Der Angriff auf die linke Flanke wurde nur mit großer Mühe abgeschlagen. Tie Briten merkten die Wirkung des Angriffs bald auf beiden Flanken und z o g e n s i ch zur Besetzung der einzigen sich bietenden sicheren Stellung zurück. Diese hielten sie, bis Verstärkungen eintrafen. Die Verluste der Engländer sind schon mitgeteilt worden, ebenso ist bekannt, daß tne B u r en durch dieses ihnen günstige Gefechtme ganze Kolonne Babington auf sich lenkten und in der Flucht vor ihr ihre Artillerie, einen großen Teil ihres Trains und etwa 200 T ot e, Verwundete und Gefangene bet Vaal- vank am 25. Mürz verloren. Im O ran j e f r e t sta at hat Fourie bei De Wets Dorp die Rolle De Wets über nommen. Gegen ihn rückte Bruce-Hamilton am 27. v. M. mit einer starken Abteilung aus. Nach einem Kampf, dec sich 30 Kilometer ausdehnte, gelang es, das Burenlagec zu finden. Die Buren entkamen jedoch, bevor es. den Briten möglich war, das Lager zu umgehen. Auf bent Rückmarsch der Abteilung nach De Wets Dorp traf man auf eine andere Abteilung Buren, und es kam auch hier zu einem harten Kampf; schließlich sollen die Buren glUvorsen worden sein. Die Engländer verloren nur zwei Pferde, während eine Menge Pferde, Vieh und Wagen erbeutet wurden. . In einem viel gelesenen englischen Blatte wird tue Lage der Briten auf dem Kriegsschauplätze sehr scharf kritisiert. Die gesamte englische Feld Herrn kunst wird verhöhnt und von „unglaublichen im höchsten Grade beschämenden Zuständen"' gesprochen. Dann heißt es weiter: De Wet, der gefährlichste und hartnäckigste aller Burenführer, reitet mit ein paar hundert Mann ganz nach, seinem Gefallen im Lande umher, immer bereit, uns zu schaden, wo er nur eine Gelegenheit findet. Er macht neuerdings einen Marsch von über 400 Meilen, ohne daß unsere ungezählten fliegen - den Kolonnen und Militärposten überhaupt nur feststellen formten, wo er sich befindet. Er verliert allerdings ab und zu einige Wagen und Geschütze, aber er hat immer so viel Hilfsquellen zu seiner Verfügung, daß ihn dies gar nichts weiter zu genieren scheint. Diese Zustande nehmen allmählich die Proportionen eines riefigen Skandals an, und zum Ueberfluß ist dies noch nicht einmal alles. Unsere Truppen sind noch immer nicht im stände gewesen, ; mit irgend welchem nennenswerten Erfolge alle jene ein- i zelnen Kommandos, die ganz nach Belieben in der Kapkolonte ■ schalten und walten, zu fassen oder gar unschädlich zu machen. , Es heißt da immer wieder in offiziellen und offiziösen. . Meldungen, daß dieser oder jener renommierte Burenführer ' mit seinem Korps umzingelt sei und kurz vor der lieber- 1 gäbe stehe, und bald nachher — passiert das gerade Gegen- 1 teil, wie Cicero sagt: „Abiit, evasit, excessit, erupit! — E und dabei sind wir in Südafrika ungefähr in der Ivfachen. i Uebermacht! In den letzten 18 Monaten ist es uns thatsach- ° lich nicht gelungen, auch nur irgend einen einigermaßen wichtigen Führer oder Feldherrn (und die Buren haben verschiedene Männer an ihrer Spitze, die aus den letzteren. Titel vollen Anspruch haben, des Feindes gefangen zu. ' nehmen oder auch nur mit seiner Truppe wirklich gan*. ' unsck-ädlich zu machen. - Und De Wet - schweigt nnr von nach so vielen Petitionen eine Linderung zu erfahren. Be kanntlich liefern die Gehilfen im Gast, und Schankwirtsgewerbe wegen der dauernd anstrengenden Thätigkeit, der meist sehr kurzen Nachtruhe, der geringen Möglichkeit zum Sitzen am Tage, des fast beständigen Aufenthalts in durch Rauch und Biergeruch ungesunden Lokalitäten die meisten Kandidaten zur Schwindsucht. Dem Bundesrat ist jetzt ein Gesetzentwurf zugegangen, der die Abstellung der Hauptübel bezweckt. Die wesentlichen Punkte find folgende: Jedem Gehilfen und Lehrling Über 16 Jahren ist täglich nach seiner Arbeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens acht Stunden, in Orten mit mehr als 20 000 Einwohnern eine solche von mindestens neun Stunden zu gewähren. Dieselbe Ruhezeit von neun Stunden genießen die Angestellten unter 16 Jahren. Die Zahl der Ruhezeiten muß wöchentlich mindestens sieben betragen. Bis zu sechszigmal im Jahre darf die Höchst dauer der Arbeitszeit überschritten werden. Jedoch muß in allen diesen Fällen nach der Beendigung der Arbeit die vorgeschriebene tägliche Ruhezeit eintreten. Alle drei Wochen ist mindestens einmal eine ununterbrochene Ruhezeit von vier und zwanzig Stunden zu gestatten. Inden beiden Übrigen Wochen muß zu der angesetzten acht- oder neunstündigen Ruhezeit mindestens einmal eine weitere von mindestens sechs Stunden hinzutreten, die in der Zeit zwischen zwölf Uhr mittags und neun Uhr abends liegen muß Gehilfen und Lehrlinge unter 16 Jahren dürfen in der Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens nicht beschäftigt werden. Gehilfen und Lehrlinge weiblichen Geschlechts unter 18 Jahren, die nicht zur Familie des Arbeitgebers gehören, dürfen nicht zur Bedienung der Gäste verwendet werden. Die vorstehenden Bestimmungen, die mit dem 1. Ok tober 1901 in Kraft treten sollen, werden in dem Gast- und Schankwirtsgewerbe eine nicht geringe Umwälzung Hervorrufen, da doch kaum irgendwo von fetten des Arbeitsgebers nach ähnlichen Vorschriften freiwillig verfahren wurde. 'marodierende chinesische Soldaten und Boxer hervorgerufen worden. General Kaulbars ließ die Militärposten auf der Eisenbahn strecke von Chardin bis Tschangthufu verstärken und ersuchte den General-Gouverneur Grodekow, ihm größere Truppenabteilungen nach Chardin zu senden, da im Frühjahr ein allgemeiner Wiederausbruch der Boxerbewegung erwartet werde. Die gesundheitlichen Verhältnisse in Tsitsikar sind infolge Umherliegens zahlloser Leichen getöteter und Hungers gestorbener Chi- uefen und Mandschuren sehr ungünstig. Die russische Garnison hielt es in der Stadt nicht mehr aus, und mußte außerhalb auf der Höhe ihr Lager aufschlageu. Ter ehemalige französische Marineminister Lockroy weist in einem „Die Deutschen in China" betitelten Artikel im „Temps" auf die wirtschaftliche und militärische Bedeutung hin, welche Deutschland dem Äiautsck-vugebiete zu geben wußte. Er sagt: Deutschland habe in dem kurzen Zeitraum von drei Jähren in China so festen Fuß gefaßt, daß man es von dort nicht mehr verdrängen können würde, es habe einen gut besuchten Hafen geschaffen, eine kleine Stadt gegründet, mit Deutschen bevölkert, mit Verteidigungswerken umgeben. Auch habe es Eisenbahnen, Straßen und Schiffswerften gebaut. In 20 Jahren riß es einen großen £eil des Handels Ostasiens an sich, und wurde selbst für' England ein hochgefährlicher Konkurrent. Es hat für seine Industrie Absatzgebiete geschaffen, deren Bedeutung augenblicklich gar nicht zu ermessen ist. Es arbeitet erfolgreich an der friedlichen Eroberung Chinas; dies ist für Viele ein beachtenswertes Beispiel von Kolonial- und Handelspolitik. Deutsches Mch. Berlin, 1. April. Der Kaiser nahm heute vormittag die Meldung des Oberlandsorstmeisters Wesener und des Oberforstmeisters für den Regierungsbezirk Gumbinnen v. Alten entgegen und besichtigte heute vormittag im Reichsmarineamt ein Maschinenmodell. — Ter Reichskanzler Graf v. Bülow hat einen kurzen Osterurlaub angetreten, den er in Oberitalien zu verleben gedenkt. — In Hofkreisen erhält sich das Gerücht, daß der jetzige Gouverneur von Berlin, General v. B o m s d o r f, demnächst z u r ü ck t r e t e n werde; als sein voraussichtlicher Nachfolger wird der Chef des Militärkabinetts, Generaloberst v. Hahn re, genannt, der seinerseits wiederum durch den Generalmajor Grafen v. Hülsen-Hä- feier ersetzt werden soll. — Dem Reicks tage ist der Gesetzentwurf über die Annahme einer Garantie des Reichs in Bezug auf die Eisenbahn von Dar-es-Salaani nachMrogoro zugegangen. Zum Bau und zum Betriebe einer Eisenbahn von Dar-es-Salaam nach- Mrogoro wird den Anteilseignern einer zu bildenden ostasrikonischen Eisenbahn-Gesellschaft die Garantie des Reiches für eine Verzinsung des in diesem Unternehmen anzulegenden Kapitals bis' zur Höhe von 24 Millionen Mark mit 3 pCt. und die Zahlung des um 20 PCt. erhöhten Nennbetrages der jeweilig ausgelosten Anteilsscheine bewilligt. Bergegeben ist dem Gesetzentwürfe eine Bau- und Betriebskonzession für die ostafrikanische Eisenbahngesellschaft; die einzelnen Bestimmungen dieser Konzession sind im wesentlichen bekannt. Ferner ist beigefügt ein Tilgungsplan und die Satzungen der zu gründenden Gesellschaft. Es wäre vielleicht besser gewesen, die Angelegenheit, die doch so entsetzlich eilig nicht ist, bis in die nächste Session zu verschieben. Wir Haden in dieser Session wichtigere Sachen zu erledigen. — Die „Berl. Korresp." schreibt: Der Berliner Gymnasiallehrer-Verein hat in seiner Märzsitzung einstimmig einen Beschluß gefaßt, in dem die Mitglieder ii. a. erklären, daß sie sich der Pflichten, die ihnen ihre Stellung auferlege, wohl bewußt und daß nach ihrer Ueberzeugung diese Pflichten in den Veröffentlichungen der Oberlehrervereine und ihrer berufenen Vertreter nicht verletzt seien. Dieser Auffassung gegenüber muß bei aller Anerkennung der Pflichttreue des höheren Lehrerstandes, doch betont werden, daß die Oberlehrervereine ihre Aufgabe immer mehr darin sehen, den höheren Lehrerstand durch Aufstellung aller möglichen Ansprüche nicht zur Ruhe lummen zu lassen und zugleich durch geschlossenes Auf- licten eine Pression auf die Regierung auszuüben. Der Kultusminister hat in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vorn 8. März mit Recht vor diesem agitatorischen Treiben gewarnt. Es bleibt zu hoffen, daß diese Warnung in den beteiligten Kreisen nicht ungehört verhallen wird. — Von heute ab hört die Einteilung der Oberstabsärzte in zwei Klassen auf. Die Bezeichnung des Dienstgrades ist nunmehr durchweg „Oberstabsarzt". Ten bisherigen Oberstabsärzten 2. Klasse des Friedensund des Beurlaubtenstandes wird der Rang, den zurzeit in etatsmäßigen Stellen des H'eeres befindlichen inaktiven Sanitätsoffizieren dieses Dienstgrades der Charakter der Majors verliehen. Dementsprechend werden die Dienstgradabzeichen getragen. » - - Ausland. Paris, 1. April. Der Kongreß der Arbeiter und Arbeiterinnen der staatlichen Tabakfabriken beschloß, dem Finanzminister eine Reihe von Forderungen vorzulegen, von deren Erledigung die Beschlußfassung über die Frage eines allgemeinen Ausstandes abhängig gemacht wird. Petersburg, 1. April. Eine sensationelle Nachricht durchläuft die amtlichen Kreise. Es hat sich herausgestellt, daß bei der R eichsko n trolle (die gleichbedeutend ist mit der preußischen Ober-Rechuungskammer) vom ^»ahre 1893 bis 1898 grobe Fehler in der Abrechnung vorgekommen sind, und zwar sind 44 Mill. Rubel des Barvermögens des Staates weniger vermerkt. Man erwartet von der Reichskontrolle mit Spannung eine schleunige Aufklärung. Ein derartig unerhörter Fall ist bis dato noch nie dagewesen. New Yor k, 1. April. Aus M anila wird gemeldet, daß bei den Armee-Lieferungen große Betrügereien entdeckt worden sind; 20 Personen wurden verhaftet, darunter 12 Militärs. Aus Stadt und Land. Sieben, 1. April 1901. Goldenes Doktor-Jubiläum. Professor Dr. Konrad Wilh. Albrecht Thaer begeht heute sein 50jähriges Doktor- Jubiläum unter herzlicher Teilnahme des hiesigen Pro- fifforen-KolltgiumS nicht nur, sondern der Bürgerschaft der Stadt Gießen. Der greise Gelehrte wurde am 2. April 1851 bei der Berliner Universität zum Dr. philos. Promo, viert. Er ist bekanntlich ein Onkel des berühmten Lehrers der Landwirtschaft Albrecht Thaer, dessen Denkmal von Rauch auf dem Schinkelplatze in Berlin, und in Leipzig an der Ecke der UniverfitätS- und Schillecstraße steht. Geh. Hoftat Prof. Dr. Thaer wurde als Sohn des 1863 verstorbeuen LandeSökonomierats Albrecht Philipp Thaer am 6. August 1828 auf dem Gute Lüdersdorf bei Wriezen a. O. geboren, studierte 1846 in Heidelberg Staatswisienschaften, besuchte danach die Akademie zu Möglein und die Universität zu Berlin, übernahm später die praktische Verwaltung zweier größerer Güter seines Vaters, führte die Senkung des StienitzseeS und dessen schiffbare Verbindung mit den Gewässern der RüderSdorfer Kalkbrüche aus und wurde 1859 Lehrer an der Akademie zu Möglein bis zu deren Aufhebung 1861. Im Jahre 1866 wurde er au der Universität Berlin außerordentlicher Profeffor. Vor 30 Jahren, 1871, wurde er als ordentlicher Professor der Landwirtschaft hierher berufen und gehört seitdem dem Lehrkörper unserer Universität als ein von Professoren und Studierenden gleich hoch- geschätzter Gelehrter an. Geheimrat Thaer veröffentlichte folgende Schriften: „System der Landwirtschaft" (Berlin 1877), „Die Wirtschaftsdirektion des Landgutes" (7. Aust., Berlin 1879), „Die landwirtschaftlichen Unkräuter" (Berlin 1882), „Untersuchungen über das Pächterkapital" (Gießen 1890). Fernerhin hat er Pabsts „Rindviehzucht" neu bearbeitet (Stuttgart 1880). Geheimrat Thaer ist Ritter der 1. Klasse des Großh. Hess. Philippsordens mit der Krone und des König!, preaß. roten Adlerordens 4. Klasse. — Heute vormittag um 11% Uhr begab sich das Professorenkollegium mit dem rektor magnifious Geheimen Justizrat Profeffor Dr. Benno Schmidt an der Spitze nach der Wohnung, wo sich Freunde und Bekannte bereits eingefunden hatten, um persönlich ihre Glückwünsche darzubringen. Der Dekan der philosophischen Fakultät Profeffor Dr. Elbs überreichte Herrn Geheimrat Thaer ein Ehrendiplom der philosophischen Fakultät der Universität Berln (.Dekan Prof. Frobe- niuS), durch das dem Jubilar mitgeteilt wird, daß die Fakultät die Erneuerung der Promotion in ehrenvoller Weise ausgesprochen habe und hiermit ihren herzlichstenGlückwunsch verbinde. Die Stadtverordneten hatten in geheimer Sitzung beschlossen, Herrn Geheimrat Thaer, der fast 10 Jahre lang dem Stadt- verordneten-Kollegium angehört hat, zum Jubelfest zu gratulieren. Auch diese Glückwunschadreffe wurde ihm heute morgen zugeftellt. ** Blutvergiftung zogen sich in der vorigen Woche einige Gießener Veterinärmediziner in Ausübung ihres Berufes zu. Sie waren nach Großen-Buseck berufen worden, um eine Geburt an einer Kuh zu vollziehen. Als die Herren dort anlangten, war das Tier bereits dem Verenden nahe. Trotzdem wurde die Geburt vorgenommen, da sie nicht geringes wissenschaftliches Interesse bot. Einer der Herren hat sich eine besonders schwere Vergiftung zugezogen, er erkrankte be- renklich, befindet sich z. Z. aber bereits wieder auf dem Wege der Besserung. ** Landes'Lotterie. Bei der heutigen Ziehung der 2. Klasse fiel 1 Gewinn von 40 000 Mk. auf Nr. 15480, 1 Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 41854, 1 Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 8688, 1 Gewinn von 3000 Mk. auf Nr. 24517, 2 Gewinne ä 2000 Mk. auf Nc. 2363, 36941, 3 Gewinne ä 1000 Mk. auf Nr. 11351, 17543, 32476, 5 Gewinne ä 500 Mk. auf Nc. 15803, 22513, 36784, 43638, 44004, 11 Gewinne ä 300 Mk. auf Nr. 7173, 9350, 11539, 16437, 29224, 26091, 26204, 29224,31126, 31827, 41527, 15 Gewinne ä 250 Mk. auf Nr. 6913, 9716, 14306, 18587, 90145, 22026, 27176, 27350, 27681, 27963, 32243, 38738, 38906, 40982, 42019, 30 Gewinne ä 200 Mk. auf Nr. 1332, 1523, 1974, 3759, 5814, 7962, 9536, 13068, 16190, 17657, 19426, 19427, 19450, 19671, 20865, 21538, 22594, 24159, 25949, 29630, 29872, 32155, 36897, 37149, 37842, 39258, 40250, 41118, 41746, 44780. (Ohne Gewähr.) •• Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat dem Wachtmeister Herbert im 1. Großh. Feld-Artillerie Regiment Nr. 25 (Großh. Art.-Korps) das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps de6 Großmütigen, dem 1. Dor- sitzenden des Säugervereins zu Offenbach Henry Fuchs das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Expeditor bei der Maiu-Neckar-Eisenbahn Johannes Englert zu Darmstadt aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch den Großherzog den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Bieber: Peter Herzing V., Peter Schrod, Jakob Barth, Ludwig Burkhart und Peter Bauer. Dem Hofkutscher Philipp Reichert wurde das Dienstehrenzeichen für 25 Dienfijahre zum 1. April l. I. verliehen. — Ernannt wurde am 30. März der Stellenwärter, Hilfs kanzlist Karl Kling zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1901 an zum Ministerialkanzlisteu bei dem Ministerium der Finanzen. — Durch Entschließung des Ministeriums des Innern vom 1. April 1901 wurden die LehramtS- accessisten Emil Fuhry zu Bingen, Adolf Kunkel zu Bingen, Karl Ottmann zu Sprendlingen (Rheinheffen), Heinrich Winter zu Michelstadt, Karl Klinger zu Beerfelden und Jakob Rohr zu Mainz zu LehramtSaffefforeu ernannt. • • Militärisches. Unter den Neuformationen, um die demnächst die deutsche Armee vermehrt wird, befindet sich ein Pionierbataillon mit dem Standorte Mainz und eine Train- Kompagnie (3.) mit dem Standorte Darmstadt. • * Versetzt sind: Der Regierungs Baurat Kirchhoff, bisher in Limburg a. d. L., nach Frankfurt a. M. als Bor- stand einer Werkftätteninfpektion bei der Hauptwerkstätte daselbst, der Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Horstmann, bisher in Lauterbach, als Vorstand der Betriebsinspektion 1 nach Hagen, der Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor A n t h e S, bisher in Mainz, als Vorstand der Bauabteilung nach Kreuznach, der Eisenbahn Bau- und Betriebsinspektor Rüppell, bisher in Münster i. W., als Vorstand der Bauabteilung nach Simmern, der Großh. Hessische Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Schilling, bisher in Simmern, als Vorstand (auftrw.) der Betriebsinspektion 1 nach Darmstadt und der Eisenbahn-Ban- und Betriebsinspektor Bockholt, bisher in Frankfurt a. M., als Vorstand der Maschineninspektion nach Limburg a. d. L. ♦ ♦ Dem Eisenbahn-Lauinspektor Kerstenin Limburg a. d.L. ist die Leitung der Werkstätteninspektion daselbst übertragen. * • Ernannt ist der RegierungS Baumeister Schramke in Mainz zum Eisenbahn Bauirupektor. • * Gießener Volksbad. Im März wurden verabreicht 6820 Bäder gegen 5092 im Februar 1901 und 6563 im März 1900, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 240 Bäder gegen 208 im Februar 1901 und 230 im März 1900. — Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3411 Männer, darunter 650 zu 10 Pf., „ 342 Frauen, „ 88 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klaffe 193 Männer, 90 Frauen, h 2. „ 740 „ 433 „ . Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 175 Männer, 34 Frauen, Brausebäder zusammen 1402. Die Personenwage wurde von 140 Personen benützt, das Bad von 25 Personen besichtigt. * * Sein 50jähriges Dieustjubiläum feierte, wie wir bereits gestern kurz mitteilten, am 1. d. M. der Zugführer Georg Ramge. Herr Ramge, gebürtig aus Remheim, Kreis Dieburg, trat am 1. April 1851 in den hessischen Militärdienst ein, machte 1866 den Feldzug mit, erhielt 1867 das Felddienstzeichen und das Militärdienstalterzeichen II und nahm 1868 als Zugsoberfeldwebel der 7. Kompagnie des Großh. Heff. 1. Jns.-RegtL. in WormS seinen Abschied vom Militär. Er wurde in demselben Jahre als Bremser bei der damaligen Großh. Main-Weser-Bahn angestellt und avancierte 1870 zum Zugführer bei den Oberhessischen Eisenbahnen. 1888 erhielt er vom Großherzog das Allgemeine Ehrenzeichen. Herr Ramge erfteut sich der vollkommensten Rüstigkeit. Trotz der vielfachen großen Anstrengungen, die sein verantwortungsvolles Amt mit sich bringt, gedenkt er noch einige Zeit dem Staatsdienste treu zu bleiben als ein Beamter von musterhaftem Pflichteifer. P. Der Alldeutsche Verband feierte gestern Abend im oberen Saale des Kaiserhofs den Geburtstag Bismarcks in anregender, bis nach Mitternacht dauernder Unterhaltung. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, für die Zukunft allwöchentlich einen „parlamentarischen Abend", an dem in. ungezwungener Weise über Politik gesprochen werden soll, zu veranstalten. ** Allgemein eBanordnuna. Jüngst waren, wie wir berichteten, die Bürgermeister der Städte Mainz, Darm- ladt, Offenbach, Gießen und Worms versammelt, um eine Neuregelung der allgemeinen Bauordnung und ihrer Ausführungsbestimmungen gemeinsam zu beraten. Nun hat sich als Ergebnis dieser Beratungen herausgestellt, daß im ganzen der Inhalt und Gedankengang sowohl der allgemeinen Bauordnung wie ihrer Ausführungs-Verordnung nicht zu beanstanden und durchweg zutreffend sind. 9tur hat man es für notwendig befunden, die beiden Geisteswerke einer besseren und präziseren redaktionellen Fassung zu unterziehen und dabei einige Bestimmungen der Ausführungs-Verordnung gleich direkt in die allgemeine Bau- Ordnung hinüberzunehmen. Sodann aber ist einstimmig beschlossen worden, zu einigen Punkten neue Stellung zu nehmen, die jedoch die Grundzüge der bestehenden Bau- Ordnung nur unwesentlich alterieren. Tas erste und weiteste Interesse beanspruchen von diesen neuen Beschlüssen die in Bezug aus Zulassung geringerer Straße n - breiten als 12,50 Meter (bei Straßen-Neuanlagen) und in Verbindung damit die neuerliche Stellungnahme gegen zu hohe Häuserbauten, gegen die sogen. Himmelskratzer als Wohnhäuser. — Es war bei den Beratungen von einer Seite beantragt, 9 Meter als geringst zulässiges Maß für eine Straßenbreite zu erklären. Doch konnte man sich hierüber noch nicht einigen, und es ist die Frage deshalb einstweilen offen gelassen worden. Von hoher Bedeutung ist die neue Stellungnahme gegenüber Straßenverbreiterungen. Es werden in die allgemeine Bauordnung ausdrückliche Bestimmungen dahingehend eingeschaltet werden, daß die Wertsteigerung des verbleibenden Grundstückteiles von der Schadenersatzpflicht für die abgetretenen Haus- oder Grundstücksteile abzurechnen ist. Eventuell sollen die gegenüberliegenden Grundstücke gleichfalls zu den Kosten der an der einen Häuser- oder Grundstücksreihe vorgenommenen Straßenverbreitung beizutragen haben. Zum Zwecke der Verschönerung des Straßenbildes und der H ü u s e r f a c a d e n ist dann auch eine Milderung des Art. 30 A. B.-O. und des § 49 der Ausführungsordnung beabsichtigt. Es soll zukünftig das Vorspringen von Risaliten, Pilastern, Sockeln und Fundamenten ic. gestattet, jedoch ausdrücklich bei Balkonen, Erkern 2c. die sogenannte „Luftsäule" nicht als Eigentum des .Hauseigentürners, fonbern als zur Straße gehörend erklärt roerben. Schließlich ist auch noch gegen eine neue Unsitte, bie Treppen ohne jeben vernünftigen Grund in das Innere der Gebäude zu legen, Stellung genommen worden, und ebenso sollen betreffs der Stärke d e r B r a n d m a u e r n bei der Mänderung der Bau-Ordnung präzisere Bestimmungen Platzgreifen. * * W a s H e r r F a l b vom A p r i l w e t t e r er zählt. Recht lieblich kann die Witterung im April werden, toenit Rudolf Falb Recht behält; er entwirft folgende „allgemeine Charakteristik" für den Monat April: Es treten in diesem Monat, soweit die Theorie ergiebt, fünf Phasen scharf abgetrennt hervor. Zunächst reichliche Niederschläge in ganz Mitteleuropa mit mäßigen Schneefällen bei ziemlich tiefer Temperatur. Dann etwas trockeneres Wetter, ohne Schneefälle, bei normales Temperatur. Darauf stärkere und ausgebreitete Regen« @ebe?„ “tat. eii Hb jJ ?at ej '•W A ^jUniperah Ä Ceä 8 MM- btt SoltW,1 W am 6«* 5tau$an><* “ «brottt* gmpfanfl ihrer Z" M schmeckenden mchenlang Ml P .j. Grebenhain, ftattgefunbenen bte hiesigen Obersorste Preist wie im vo tofltU pro Ramm unter 9 bis 10 $ pro Raummeter. SucheN'SniiPprl 2. Reisig pro Rau« 3 bis 3,50 Mk. Pi meler 2 Mk. Die gegen nicht so hoch 16 bis 20 Mk., S Festmeter. Es wa stgar ai Preist. Auch ein i stll ritt wegen bei " SchadtnbaS der bereits 13 Ic Zufriedenheit stiw wirkt hat, ist nach nn. Tamstab die Schlußfeier b statt. Sämtliche Sulturaufsehei wrudung wird vo, rationSarbeiten der -k- Münz, Fabriken haben fervenfabriken Rh? EiWngSM fürs gerichtet, bie bara bin SWusi bet Nt-fl-hr frischen Awokreich, Schieß, Wst MSzn; heute an iiimk 3Ö dem nahen W eine mörderisch einer dortigen Bi schweren T Wr eines dem Mltsha ganze * nb dem fu St“ 1 8tauS‘ W1W k Mainz. 3. de« Friedhof soll. h bT9 frei! Überträgen ?°° 300* hsÄ -nb {* de, Pi.. erhi ZS W- *«Ä LMWfcUf ’ ®““««|t« ©kramte , Ifc901 "1-6 6563 i„ J,™.««W Sabtfag 101 «”6 230 iB fc8 ■’ V sch mit nter 650 zu 10 Pf„ . 88 , 10 Vb 90 Frauen, " . 433 ,. M .Massage zusammen ebader zusammen 1402. 1 Personen benützt, das n feierte, wie mir bereits * der Zugführer Teorz aus Re.nheim, Kreis 1 hessischen Militärdienst erhielt 1867 das Feld- terzeichen II und nahm Tomyagnie beS Großh. u Abschied vom Militär. Kernser bei der damaligen lt und avancierte 1870 hev Eisenbahnen. 1888 1 Allgemeine iljwwifyn, mensten Rüsiigknt. Trotz die sein verantlvortungs- er noch einige Zeit bm ein beamtet von mster. irrte gestern Abend im bnrtStag Bismark dauernder llnttrhaltung. 1, für hie Zukunft all* in Mtnb", an dem tu prochen werden soll, zn .H- n Mii Mnrz. ^rc’n" S -ms versammelt, um cnie 6 iinen Bauordnung .en gemeinsam ju beraten. Beratungen herausge teilt, Umk-nMg er «uesthn-gs-Ai ™ „her ist einllinM. mlteu i® 9Ä 9e öÄwei* ' - lC6teW”^iflliel6‘ i bie RAratu* $i*8e8 i Stage b*6 d es -st 6-' i Lieuning $«n - .übet ®6btüd- «wtbt". w den Ms- oder abMÄendik 9e9cn: Eventuell solle" an Wä ä 8-il’.11 [WttetÄV KES» rl tiheruuQ Dt SÄ'«,»«* sLs-E *»'*"*«, Gewitterneigung, keine Schneefälle, allmählich sinkende Temperatur. Tann ziemlich trockenes Wetter bei sehr tiefen Temperaturen mit spärlichen Schneefällen. Endlich mässige Zunahme der Regen bei verhältnismäßig sehr hohen Temperaturen, zahlreiche Gewitter. Hoffentlich hat der Himmel ein Einsehen und macht focrrn Falbs Prophezeiungen nach alter lieber Gewohnheit zu schänden. Tas dürfen wir umsomehr annehmen, als gleich die Falb'schen Ankündigungen für die ersten April tage den Thatsachen direkt zuwiderlaufen. Falb schreibt: „Tie Niederschläge in Form von Regen sind nur in den ersten Tagen ausgebreitet und ergiebig." Ter 4. ist ein kritischer Termin zweiter Ordnung. § Butzbach, 1. April. Der feierlichen Schließung der Volksschulen für das abgelaufene UntercichtSjahr folgte am SamStag die herkömmliche Verteilung der fogen. „Stautzenwecke" an die Schuljugend. Aus dem hierfür durch einen früheren Bürger seinerzeit gestifteten Fonds werden jährlich für den Schluß des Schuljahres so viele längliche Weißbrote bezahlt, als Kinder hier zur Schule gehen. Beim Empfang ihrer Zeugnisse bekommen sie je einen dieser vor« zü stich schmeckenden Brotstollev, worauf sich die Jugend schon wochenlang zuvor freut. 4- Grebenhain, 31. März. Die Ende der letzten Woche ftattgesundenen drei ersten Holzversteigerungen der hiesigen Oberförfterei ergaben abermals bedeutend höhere Preise wie im vorigen Jahr. Buchenscheitholz 1. Klasse kostete pro Raummeter durchschnittlich 7 bis 8 Mk. (ja mitunter 9 bis 10 Mk.), Buchenscheitholz 2. Klaffe 5 bis 7 Mk. pro Raummeter. BuchewKnüppel 1. Klaffe 5 bis 6 Mk., BuchewKnüppel 2. Klaffe 4 bis 5 Mk. pro Meter. Buchen. Reisig pro Raummeter 1,20 bis 1,80 Mk. Buchen-Stöcke 3 bis 3,50 Mk. pro Raummeter. Fichten-Stöcke pro Raummeter 2 Mk. Die Preise in Fichten-Stammholz waren dagegen nicht so hoch. Bauholz (Fichten) kostete der Festmeter 16 bis 20 Mk., Schnittholz dagegen 24 bis 28 Mk. pro Festmeter. Ts waren Käufer aus der weitesten Umgegend erschienen, sogar aus dem Kreise Fulda, daher die teueren Preise. Auch ein Händler aus Gießen war erschienen, er |oU aber wegen der hohen Preise keine Käufe gemacht haben. •• Schadenbach, Kr. Alsfeld, 31. März. Lehrer Eifert, der bereits 13 Jahre an der hiesigen Schule zur größten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten, sowie der Gemeinde ge- wirkt hat, ist nach Mombach bei Mainz versetzt worden. nn. Darmstadt, 1. April. Am SamStag vormittag fand die Schlußfeier der Gcoßh. Fachschule für Kulturtechniker ftalt. Sämtliche Schüler haben sich die Berechtigung als Sulturaufseher thätig zu sein erworben. Ihre Ber- Wendung wird vorzugsweise im Wiesenbau und bei Meliorationsarbeiten der Gemeinden erfolgen. -k- Mainz, 1. April. Die hiesigen Konserven- fabriken haben in Gemeinschaft mit den übrigen Konservenfabriken Rheinhessens mit Rücksicht auf den drohenden EingangSzoll für frisches Obst eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, die darauf abzielt, daß bei den Beratungen über den Abschluß der neuen Handelsverträge die zollfreie Einfuhr frischen Obstes aus Oesterreich Ungarn, Italien, Frankreich, Schweiz, Holland und Belgien gewährleistet bleibe. -T- Im Detailhandel beginnen jetzt endlich auch die Kohlen im Preise zurückzugehen. Die hiesigen Detailhändler haben von heute an sämtlich einen Preisabschlag eintreten lassen. — In dem nahen Weisenau fand in der verflossenen Nacht eine mörderische Keilerei statt, bei der die Brauknechte einer dortigen Bierbrauerei ein wahres Bombardement mit schweren Bierflaschen auf die Gäste und den Besitzer eines Wirtshauses eröffneten. Wegen Skandalieren tiufl dem Wirtshaus hinaus gewiesen, schleppten die Brau« knechte ganze Körbe voll Flaschen herbei, die sie nach den Gästen und dem sich ansammelnden Straßenpublikum warfen. Mehrere Personen trugen Verletzungen davon. Nach einiger Mühe gelang es erst der Genödarmerie, die raufsüchtigen Brauknechte festzunehmen. Mainz, 3. April. Der Bau des Krematoriums auf dem Friedhof soll noch in diesem Jahre erfolgen. Die Ausarbeitung des preisgekrönten Planes von Vetter u. Müller in Baden-Baden wurde dem Architekten Albert Wolf in Wiesbaden übertragen. Durch freie Beiträge wurden für den Bau Mk. 30000 aufgebracht, der Wiesbadener Verein hat ein unverzinsliches Darlehen von Mk. 30 000 gegeben. Im Gegensatz zu Preußen, wo den Feuerbestat- tungSvereineu politische und religiöse Tendenzen unterschoben werden, geschah hier die Eintragung des Feuerbestattungsvereins ins amtsgerichtliche Register ohne jede Schwierig feit. — Der städtische Finanzausschuß hat die zur Deckung der städtischen Bedürfnisse notwendigen Gemeindeumlagen für das Rechnungsjahr 1901/1902 auf Mk. 2 287 450 festgesetzt; eS werden demnach an der Einkommensteuer 87,83 Prozent und von der Grund-, Gewerbe- und Kapitalrentensteuer 175,66 Prozent erhoben. Ferner hat der Ausschuß beschloffen, dem Bictoria-Melita Verein, Heilstättenverein für das Großherzogtum Heffen, für das nächste Jahr einen Zuschuß aus städtischen Mitteln zu überweisen. Bei dieser Gelegenheit spricht der Ausschuß der Bürgermeisterei gegenüber den Wunsch auS, daß die Bemühungen, die Errichtung einer Lungenheilanstalt für Rheinhessen zu erlangen, auch sernerhin fortgesetzt werden möchten. •• Kleine Mitteilungen anS Heffen und den Nachbarstaaten. Wegen Betrügereien und Schwindeleien wurde am SamStag ein gewisser Franz Andrae, der sich als Oberlehrer auSgiebt, Sa Offenbach a. M. verhaftet und in das Darmstädter Untersuchungsgefängnis eingeliefert. — Nach einer an die Behörde gelangten Depesche wurden Sonntagnacht auf der Ureisstraße von Nauheim nach Trebur über 300 Baum- Mmmchen abgebrochen. — In voriger Woche wütete in Weder'« nachts ein fürchterlicher Sturm. In hochgelegenen Nctschaften war es geradezu unheimlich, bie Leute standen cvuf nnd zündeten L chl an. Hauptsächlichen Schaden richtete LaS Unweiter in F chtenwäldern an. Allein im Gemeinde- avald Gedern wurden 5 —600 Festmeter durch den Sturm gefällt und findet bald eine größere Versteigerung statt. Auch im den Fürstl. Stolberg'schen Forsten wird von 50 Arbeitern fleißig gearbeitet, das Windfallholz aufzuschichten. — Die Besitzungen des Freiherr« v. Stumm in RÜdesheim und Eltville (die An) sind an den Schwi gersohn des Verstorbenen, den Leutnant v. Lucius, Sohn des Ministers, übergegangen. Eine Veräußerung scheint nicht in Aussicht zu stehen. Vermischtes. * Berlin, 1. April. In der Reichenbergerstraße überfiel gestern abend ein Tischler wegen verschmähter Liebe ein Mädchen in der Wohnung ihrer Mutter und brachte ihm mit einem Küchenmeffer einen lebenSgefähr lichen Stich in die Brust bei. Der Thäter entfloh und sprang, wahrscheinlich aus Furcht vor Strafe, in den Landwehrkanal, aus dem ein Schutzmann, welcher von der Thal nichts wußte, ihn wieder herauszog und ihn in seine Wohnung brachte. Hier legte der Tischler tockene Kleider an und verschwand darauf. Er wurde erst heule mittag fcstgenommen. • Aachen, 1. April. In einen Kuppelei-Prozcß, der hier viel Aufsehen erregt, ist auch ein höherer Beamter verwickelt worden. Bisher find vier Verhaftungen erfolgt. * Lüneburg, 1. April. Ueber die näheren Umstände bei der Lüneburger Familienlragödie erfährt man folgendes: Frau v. Tungeln, geboren: o. Trcitschke, Gattin eines Rittmeisters im 2. hannöverschen Dragonerregiment, war etwa 34 Jahre all und Muller dreier Mäöchen von 3—9 Jahren. Vor wenigen Wochen erkrankte das älteste Kind an epileptischen Anfällen. Die Mutter der Frau v. Tungeln ist schon im Beginn ihrer Ehe mit Treilschke in trüben Gemütszustand verfallen und hat seitdem viel in Heilanstalten gelebt. Dies in Verbindung mit der Erkrankung des Kindes versetzte die Frau in hochgradige Erregung. Sie bekam die fixe Idee, daß sie geistig belasiet sei und daß ihre Kinder einem unglücklichen Lose entgegengingen. Ihre Idee fand Nahrung durch die Lektüre medizinischer Bücher, die die sehr gebildete Dame eifrig las. So kam sie, um ihre Kinder zu retten, auf den Gedanken, sich mit ihnen aus der Welt zu schaffen. Sie wußte sich Morphium zu verschaffen und gab es den Mädchen in der Nacht zum SamStag ein, während ihr Mann wegen einer Hebung abwesend war. Die Kinder sind nicht mehr erwacht, Frau v. Tungeln wurde, als man am Samstag Mittag ihr Schlafzimmer öffnete, in das Krankenhaus gebracht und noch einmal ins Leben gerufen. Sie starb aber schon am Abend. Der Rittmeister v. Tungeln ist in völlig verzweifelter Verfassung und muß ständig von Kameraden bewacht werden. Weiler wird noch erzählt, daß Frau v. Tungeln von jeher etwas exzentrisch war. Seit der Erkrankung ihres ältesten Kindes war sie fast unzugänglich. Zu ihrer Beruhigung war ihr vor einiger Zeit vom Arzt Morphium vorgeschrieben; sie ließ das Rezept, indem sie es vervielfältigte, in verschiedenen Apotheken anfertigen und bekam so eine größere Menge Morphium. Sie halte Befehl gegeben, sie vor mittag nicht zu wecken; als dann ein Besuch kam, wurde angeklopft und jetzt das Unglück entdeckt. Die Beweggründe hat die Verstorbene n einem hinl.rlaffenen Schreiben angegeben. Univrrsitäts Nachrichten. Rudolf Dirchow vollendet am 13. Oktober sein 80. Lebensjahr. Eine groß; Zahl von Verehrern Virchow« hat beschlossen, einen Aufruf zu Sammlungen ergehen zu lasten, die den Zwick haben sollen, die seit 1881 bestehende „Rudolf Virchow-Stiftung" zu verstärken, die die Aufgabe hat, die W.stenschafl zu fördern. Das Komitee bat in allen Ländern der Erde bis nach Argentinien, Chile. Mexiko, Japan, Neuseeland hin Vertreter. Vorsitzender des geschäftssühre-'den AusschusteS ist der Anatom Prof. Waldeyer. Als Mitglieder gehören ihm ferner an der Oberbürgermeister und der Stadtveroldnetinvorfieher von Berlin, Ministerialdirektor Althoff usw. Schriftführer ist Pros. PolSner, Schatzmeister Geh. Kommerzienrat Mendelssohn-Bartholdy. Mteratur, Wissenschaft und Kunst. Stuttgart, 1. April. Der heultgen Eröffnung der hier tagenden Versammlung der Deutschen Meteorologischen Gesellschast wohnte König Wilhelm bei. Ferner waren als Vertreter der Regierung der Minister beS Innern v. Pischrk und der Ftnanzminister v. Zeyer zugegen. Die Begrüßungsrede hielt im Namen des statistischen Landesamtes Direktor o. Zeller. Der Vorsitzende Geh. Rat Bezold dankte dem König für sein Erscheinen. Hierauf hielt Hofrat Perntner-Wien einen Vortrag über Wetterschießen. Dcr König hat die Teilnehmer an der Versammlung für morgen in die Wilhelm« a's Gäste gelad-n. Arbeiterbewegung. Marseille, 1. April. Im Häsin arbeiteten heute vormittag 3500 Arbeiter. Die Stadt ist ruhiz. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — vuderuö'sche Eisenwerke in Wetzlar. Die am 29. Mär, stattgehabte ordentliche Generalversammlung der Buderus'schen Eisenwerke in Wetzlar, in der 2787 Aktien vertreten waren, genehmigte den vorgelegten Rechnungsabschluß für das Jahr 1900 und beschloß, den Reingewinn nach den Vorschlägen der Verwaltung zu verteilen. Hiernach gelangt eine Dividende von 9 pCt. für die Aktien Lit. A und B und eine solche von 4'/, pCt. für die Aktien Lit. C auf Div.dendenschein Nr. 4 oom 1. April d. I. ab zur Auszahlung. In den Aufsichtsrat wurden die nach dem Turnus ausschkidenden Dr. Katzenellenbogen auS Frank furt a. M. und Eugen Buderus in Wiesbaden wieder- und neugewählt das frühere Vorstandsmitglied, Bergwerksdirektor Ludwig Roth-Wiksbaden, und Oberingenieur Jul. Allmenröder aus Offeg in Böhmen. Der Vorstand teilt mit, daß der Roheisen-Absatz bislang befriedigend ist. In Schlackew Erzeugnissen und Portland-Zement ist der Versandt lebhaft. Die Zement-Erzeugung des laufenden Jahres ist vollständig verkauft. Mit Rücksicht hierauf und auf Grund des Ergebnisses des ersten Vierteljahres dieses Jahres kann ein befriedigendes Erträgnis für das Jahr 1901 in Aussicht gestellt werden. fc. Worms, 1. April. Die Firma Kornelius Heyl erwarb durch Ankauf sämtlicher Aktien die „Lederwerke vormals L. Schlösser & Co." in Neuhausen-WormS. Der Fortbestand dieses Fabrik- «tabltffements ist dadurch gestchert. — Kranksurter Getreidemarttbericht vom 1. April. Die deutschen Märkte des Inlandes zeigten fast durchweg eine feste Haltung, die als Folge der befürchteten Saatenflandsschäden anzusehen ist. Der Konsum zeigte im allgemeinen etwas mehr Neigung, feine Vorräte, die vielfach recht mäßig zu fein scheinen, durch neue Erwerbungen zu ergänzen. Heutiger Markt: Inländischer Weizen fest, Offerten beschränkt, ausländischer unverändert. Roggen von matter Tendenz beherrscht. Für Gerste liegen nur vereinzelt kleme Offerten vor. Hafer hat siinen Preis gebessert. MaiS preishaltend mit Zuckungen nach obcn. Für sonstige Futterstoffe anhaltend guter Absatz Mehl in behaupteter Haltung. — Weizen ab unserer Gegend 17,10—17,40 W , do. frei hier 17,40 Mk, do. La Plata u. Kansas (kleberreicher Weizen) 17,75—18 Mk., do. Redwinter und russische Sorten (kleberreicher Weizen 17,75 — 18 Mk., Roggen hies. 14,75 Mk. Braugerste, Wetttrauer (gelb und unegal) 16,50 Mk., do. Franken (Ochsenfurter Gau) 17,50 bl« 17,75 Mk., Pfälzer und Med 17,50-17.75 Mk Hafer (je nach Qualität, exquis. 25-50 Pfg. über Notiz) 14,25—14,75 Mk. Mais (gesunde« mixed) per März-April 11,40 Mk, Weizenkleie 9,25-9,50 Mk-, Roggenkleie 10-10,25 Mk. Malzkeime 9,75—10 Mk. Getrocknete Biertreber 10,50 bis 10,75 Mk. Spelzspreu pr. Ztr. ca. 2 Mk. Hafelhülsen pr. Ztr. — — Mk., Heu (je nach Qualität) pr. Ztr. 3,75—4,25 Mk. Roggenstroh (Handdrusch) 2,60—2,75 Mk. Weizenstcoh (gepreßtes) pr. Ztr. ca. 2 Mk. Weizenmehl (automat.) 0 25.50—26 Mk., I 23,50—24 Mk, III 21,50 bis 22 Mk., do. exquis. Qualität pr.Sack 1,50-2 Mk. über Notiz, Roggen, mehl 0 22,50-28,50 Mk., 0/1 1,25- 1,50 Mk. darunter. Torsstreu pr. Ztr. 1,25 Mk. Die Preise verstehen sich pr. 100 Kgr- ab hier, häufig auch loco auswärtiger Stationen bei mindestens 10000 Kgr. Krieskasten der Redaktion. Anfragen ohne volle Angaben der Adressr bleiben unberückfichugt. Br irfl che Auskunft erteilen wir nicht. Alle Anfragen find zu richten: Briefkasten der Redaktion de« „Gießener Anzeiger»". (Sprechstunde 6—7 Uhr nachmittags.) Herrn A. EP«, Gießen (früher Frankfurt). Da ein durch die Post an Sie gerichteter Brief Sie nicht erreicht hat, sei Ihnen aus diesem Wege die Antwort zu teil, daß wir Ihrem freundlichen Anerbieten insoweit sympathisch gegenüberstehen, als wir bereit wären, von Zett zu Zeit Vorschläge über die Bearbeitung aktueller seuilletonistifcher Themata entgegen- zunehmen. Im übrigen dürft« es Ihnen selbst b kannt sein, wie die deutschen Redaktionen mit Feuilleton Material überschwemmt werden. Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen des „Gießener Anzeigers".) Metz, 2. April. 11.55 Uhr. Heule morgen starb im Aller von 48 Jahren Friedrich Borries, Chefredak- teur der hiesigen „Lothringer Ztg." Paris, 2. April. 11.45 Uhr. Heute morgen wurde in einem Hotel am Boulevard ein Deutscher namens Dans- mann, der des Brudermordes beschuldigt ist, verhaftet und an Preußen ab geliefert. Berlin, 2. April. Tas 1287 Registertons große Schiff „Anstralia" auf der Fahrt von Cardiff nach Rio de Ja-» neiro firandete an der englischen miste und ist völlig wrack geworden. Ein Teil der Besatzung ist ertrunken. KarlStuhe, 2. April. Beim Graden eines Fundaments in der Karl Wilhelmstraße hier stieß man auf Ueberreste römischer Gräber. In den drei ca. 1.90 Meter langen aus Steinplatten zusammengesetzten Särgen, fanden sich nur wenige Knochenrefte, aber umsomehr Waffen und Schwuck- gegenstände vor. Diese Gräber stammen wahrscheinlich uuS dem 3. Jahrhundert nach Christus. Interessant sind einzelne Schmuckgegenstände aus Gold. Eine aus Heidelberg hierher berufene archäologische Kommission soll den Sachverhalt durch Untersuchung näher darlegen. Hamburg, 2. April. Bei der gestrigen Aufführung der Oper „Rienzi" im Stadttheater fiel im dritten Akt infolge Bruchs eines Querbalkens der Sänger Bir^en- koven, auf demPferde sitzend in die Versenkung. Die Vorstellung wurde abgebrochen. Birrenkoven erlitt eine leichte Verletzung am Arm. New-York, 1. April. Morgen soll mit dem Dampfer „Kaiser Wilhelm der Große" eine halbe Million Dollar Gold nach Europa verschifft werden. Tie Hälfte davon ist für Berlin bestimmt. Djeddah, 1. April. Tas türkische Transportschiff ,,Aslam" ist in der Nähe von Vembo unterge^- g an gen. Einige zwanzig Soldaten sind ertrunken. „Xmam zur Notiz, dass meine Kur von Auerbach nach Nervösen Bemagen am Rhein verlegt ist. Combin. Methode. Topinardbad, Mechauo- therapie u. Wachsuggeation Indio, b. Angst, WillenBBchw., Zwangeged., Herzerreg., Schwäche, Magenübel etc. Heratell. d. Darmkraft bei alter Darmträgheit. Prosp. üb. Art u. "Wirkung frei. Dr. Borcherdt. Kunst-Ausstellung. außstellucg 4 im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags jj>»t Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von B b'9 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 8 Uhr ununterbrochen. 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Relative Feuchtigkeit ndrichtung CS- Wetter K 76 WSW. 1 Bew. Himmel 94 still — Sonnenschein 52 SW. 1 2464 Einen Posten teils Reisemuster. am Kreuz J. Kaan jr O)leine Woynuug zu vermieten. 3V 01139 Maigaffe 7. Stadt. Schlachthaus Freibank •2509 1901. 2640 Königliche Eisenbahndirektion. 660 n sofort gesucht 2504 2513 all billig 2511 2331 Selter-Weg 91. Hotel Leu 2466 2586 in nur prima Maare zu billigen Preisen. 2532 Marburg, dcn 1. April 1901. 2628 Röhl*, Königlicher Gerichtsvollzieher. an 2534 bei Th. Brück Asterweg 2. vermieten. 2543 Londorf (Oberhesson), den 2. April 1901. Schöll möbl. Zimmer tc- in Vi und Vi Flaschen. 2512 mieten. Carl Leib. Kleines Logis für 1 oder 2 Per« v* sonen per sofort zu vermieten. 01223 Neustadt 11. Nay«-sfkr«sfe 57. 882 verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko? für den Anzeigenteil: Han» «eck. — Druck und Verlag der Brühl scheu UnivcrsitälS.Buch. und Stcindruckeret (Pietsch Lrben) in Gießen. 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