Nr. 258 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 2. November 1901 Erscheint täglich mü Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem .Hess. Landwirt" und den .Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bet- gelegt. Redaktton, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtctzcu. Fernsprechanschluß Nr.bl. GietzenerAMger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von AnzeiaeN ni der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr- Alle Anzeigcn-Dermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Vev- lag der Brüh l'schen, Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Ausland. London, 31. Okt- Die medizinische Wochenschrift „The Lancet" erklärt, sie habe allen Grund zu glauben, daß die Meldungen über den Gesundheitszustand des Königs völlig unbegründet sind. Der König sei bei guter Gesundheit. Er unterzog sich keinerler Operation. , _ ., Paris, 31. Okt- Die Verhandlungen über dre Rerse Loubets nach Rußland haben nach längerem Hm und Her nunmehr zu einem greifbaren Abschluß geführt. Die französische Regierung, welche die Reise vor den Neu- wahlen im Mai wünscht, legte dem russischen Hose nahe, daß Loubet während der Fastenzeit, wo der Zar Moskau zu besuchen pflegt, auf einem Kriegsschiff in Libau ein-, treffe und mit dem Zaren nach Moskau komme (Libau ist in dieser Jahreszeit der einzige eisfreie Hafen Rußlands). In Petersburg zeigte man jedoch Bedenken gegen diese Wahl des Zeitpunktes, welcher der nationalistischen Presse Anlcrß geboten hätte, die Reise Loubets als Wahlmanöver zu kompromittieren; man ließ darum nach Paris antworten, daß die Fastenzeit nicht gerade geeignet sei zum Besuch und daß die Reise Loubets sich im Sommer, etwa im Juni, bequemer und festlicher arrangieren lasse. In Paris resignierte man sich infolge dessen auf den Juni und denkt daran, daß Loubet in Kronstadt lande und Petershof und Moskau besuche, um sich in Kronstadt oder Libau wieder einzuschiffen; wie der Zar Paris vermied, so würde also Loubet Petersburg fernbleiben. Paris, 31. Okt- In Betreff der Flotten d emon- stration gegen die Türkei wird von gutunterrich- teter Seite versichert, daß die'französische Regierung nötigenfalls entschlossen sei, einen bedeutenden Hafenort und ein größeres Gebiet zu besetzen, um die reklamierten Beträge in möglichst kurzer Frist, zu erlangen. erwidert bleiben, zumal nicht seitens der deutschen Universitäten, den historischen Pflegstätten des nationalen Gedankens! Wir laden Euch, Kommilitonen, Dozenten und Studierende aller Fakultäten, zu einer Protest-Versammlung usw. usw. ein. Wir hoffen, daß keiner fehlen wird! Es verlautet, daß sich diesem Vorgehen demnächst auch andere deutsche Universitäten anschließen werden. Wir meinen allerdings, die Vertreter der deutschen Wissenschaft stehen zu hoch, um dieser Angelegenheit eine ernsthafte Stellungnahme zu würdigen. In Budapest wurde anläßlich des Reformationsfestes im Protestantenkonvent beschlossen, an König Eduard von England als Oberhaupt der anglikanischen Kirche eine Adresse zu richten, dem mörderischen Bruderkriege zwischen protestantischen Engländern und Buren vermöge seiner königlichen Gewalt ein Ende zu machen. Die Adresse, die in englischer Sprache ab gefaßt und von 7 Bischöfen aller protestantischen Kulte Ungarns und von über 600 Pastoren unterfertigt ist, hat man bereits abgesandt. Hat man schon je gehört, daß Steine sich erweichen lassen? Die englische Regierung hat für sieben aus Transvaal ausgewiesene Schweizer im ganzen endlich 62'50 Frcs. Entschädigung angeboten, die der Bundesrat annahm, danicht mehr erhältlich war. Die Versammlung der Aktionäre der niederländisch- südafrikan.ischen Eisenbahn in Amsterdam genehmigte die Bilanz für 1900 und setzte die Dividende aus 4 einhalb Prozent für die Aktien bet 2. Serie, aus 6 Prozent für die der übrigen Serien fest, deren Bezahlung auf einen von den Kommissaren gemeinschaftlich ,zü bestimmenden Zeitpunkt verschoben wurde. Politische Tagesschall. Eine Flottenstatiou ohne Schiffe. Man schreibt uns aus Berlin, 31. Oktober: Die „Post", das hiesige Preßorgan der Reichspartei, ist anscheinend marine-ofsiziös geworden. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts ließ kürzlich durch diese Zeitung die bekannte „Enthüllung" des volksparteilichen Abg. Dr. Müller- Sagan, eine Aeußerung des Herrn v. Tirpitz über Kriegsflotte und Frechandel betreffend, zurückweisen. Und wiederum nimmt jetzt die „Post" das Marineamt in Schutz gegenüber der von der „Rhein. Wests. Ztg." erhobenen Behauptung, daß die Küste Deutsch-Ostafrikas seit zehn Monaten von deutschen Kriegsschiffen entblößt sei, und namentlich von den südafrikanischen Häfen die deutsche Kriegsflagge serngehalten werde. Die „Post" meint, dies sei lediglich darauf zurückzuführen, daß in O st a s ien — wohin die beiden Kreuzer der ostafrikanischen Station „Schwalbe" und „Bussard" bei Ausbruch der China- Wirren dirigiert wurden — kein deutsches Kriegsfahrzeug entbehrlich gewesen fei. Dieser Hinweis, der heute von der „Nordd. Allg. Ztg." übernommen wird, ist nicht einleuchtend. Die vorsichtige Taktik der Marineleitung, durch ein dauerndes Massenaufgebot von Kriegsschiffen die unruhigen Elemente unter den Chinesen einzuschüchtern und dadurch der Wiederkehr der Wirren vorzubeugen, — diese Taktik in allen Ehren! Daß aber von dem ohnedies ungewöhnlich starken ostasiatischen Geschwader, das seit Monaten lediglich Kreuztouren unternimmt, zwei kleine Kreuzer nicht hätten abkömmlich sein sollen — das will selbst bei vorsichtigster Beurteilung der Lage in Ostasien nicht plausibel erscheinen. Wir gehen nicht soweit, in der Entblößung der ostafrikanischen Flottenstation gerade zur Zeit der bedeutungsvollen Ereignisse im Burenkrieg eine gewisse englandfreundliche Absicht zu sehen. Aber auffällig ist die Sache, und wird sie bleiben, so lange nicht ein triftiger Grund für die Notwendigkeit dieser seestrategischen Maßregel beigebracht wird. Vielleicht behält sich Staatsekretär v- Tirpitz die Darlegung dieses Grundes für die Reichstagsverhandlungen vor. Daß die Regierung in dieser Angelegenheit dort interpelliert wird, unterliegt keinem Zweifel. Wenn die „Post" schließlich bemerkt, das Kanonenboot „Habicht" werde im Dezember zu Reparaturzwecken von Kamerun nach Kapstadt gehen, so kann das für die Beurteilung des Gewesenen, dem ia die Bemängelung gilt, nicht von Belang fein. DaS „System Puttkamer". Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 31. Oktober: Bei der diesmaligen Beratung des Kolonialetats wird der Leiter der Kobonialabteilung, Dr. Stuebel, Veranlassung nehmen, auf die im März ds. Js- vom Reichs- tagsabg. Schrempf (kons.) geäußerten Beschwerden über gewisse Mißgriffe des Gouverneurs von Kamerun, Herrn v. Puttkamer, zurückzukommen. Schrempf, aus dessen damaliger Rede helle Entrüstung herausklang, hatte das .ihm zur Verfügung stehende Material dem Kolonialdirektor zur Einleitung von Recherchen übergeben, und diese Ermittelungen sind, dem Vernehmen nach, nunmehr abgeschlossen. Die Angelegenheit wird zunächst in der Budgetkommission des Reichstags zur Sprache kommen, dürfte aber auch bei der zweiten Beratung des Etats im Plenum verhandelt werden, sodaß später der volle Sachverhalt zur öffentlichen Kenntnis gelangen wird. Die Bemängelungen des erwähnten 216geordneten betrafen insbesondere die Entlohnung und Behandlung der schwarzen Plantagenarbeiter, verdichteten sich aber zu einer Verurteilung des ganzen „Systems Puttkamer". Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Sache auch in den Verhandlungen des Kolonialrats, und zwar bei der Position „Arbeiterfrage- in Kamerun", gestreift wird. Die Deutsche Bureuzenttale in München teilt uns mit: Wir erhielten vor kurzem den Besuck) einer Dame aus Bloemfontein, die als Mitglied des dortigen Hilfs- Komites Zutritt zu dem dortigen Fr au en-und Kinderlager hatte. Sie schilderte die dortige No t in trüb st en Farben, und leider gießt ihr die Sterblichkeits- Kiffer furchtbar Recht. Sie ist auf über 25 Prozent pro Jahr gestiegen! Gegenüber unserer Befürchtung, daß auch die Wohlthätigkeit nichts zu helfen scheine, stellte sie aber ausdrücklich fest, daß es noch viel schlimmer stünde, wenn die Wohlthätigkeit nachließe. Im Gegenteil können sich die Lagerbewohner in den innerhalb derselben befindlichen Läden Stärkungsmittel aller Art kaufen, so daß gerade durch die Geldsundungen am meisten genützt werde und schon mancher Schwerkranke durch sie gerettet worden fei' Aus Hamilton auf den Bermudas-Inseln kommt die Nachricht, daß unter den dortigen Gefangenen über 100 Kinder zwischen 8 und 15 Jahren sind. Im Haag fand am Donnerstag eine lange Unterredung zwischen der Burendeputation, Dr. Leyds und van Boe- fchoten statt.^ me^rere hundert russischer Pferde ein- qettofsen, die von englischen Agenten übernommen wurden, Am nach Südafrika toeiter transportiert zu werden. Zur Abwehr der Schmähungen, die der Minister >E h a m b e r l a i n in seiner kürzlich zu Edinburg gehaltenen Rede besonders gegen die deutsche Kriegführung von 1870/71 erhoben hat, hat eine große Anzahl Professoren aller Fakultäten der Universität Greifswald eine Protestversammlung einberusen. Der betreffende Aufruf hat folgenden Wortlaut: Kommilitonen! Die unerhörte Schmähung, welche der englische Minister Chamberlain in seiner Rede in Edinburg gegen Deutschland, die deutsche Armee und ihre ^Kriegführung 1870/71 geschleudert hat, darf Nicht un- Deutsches Deich. Berlin, 31. Okt. Der Kaiser hörte heute die Bor- träge des Kriegsministers von Goßler, des Chefs des Generalstabs Grafen Schliessen und des Chefs des Militär- Kabinetts Grasen Hülsen-Häseler. — Der „Reichsanzeiger" schreibt: Von der Presse werden angebliche kaiserliche Aeußerungen über wirtschaftlicheFragen verbreitet und besprochen. Wir haben von diesen Ausstreuungen bisher keine Notiz genommen, weil die sogenannten kaiserlichen Aeußerungen so unwahrscheinlich Hangen, daß es sich nicht verlohnte, dieselben ernst zu nehmen. Da jedoch aus den Kommentaren selbst ernsterer Blätter hervor geht, daß sie die Seiner Majestät äu Mund gelegten Aussprüche für echt halten, sind wir in der Lage, zu erklären, daß diese vonAnsang bis Ende erlogen sind. — Dem „Sold. Wochenbl." zufolge, hat Frau Rittergutsbesitzer v. Rieben das GutSchildberg für 2 700000 Mark an die Krone verkauft. Die Uebernahme soll am 15. 9toüem6er erfolgen. Die Krone soll auch mit Den Gütern Kerkow, Liebenfelde und mit noch verschiedenen anderen Heinen Besitzern in Unterhandlung stehen. Es scheine sich um Erwerbung größerer Landgebiete zu handeln. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Kaiser drahtete an die deutsche evangelische Gemeinde von Shanghai am 26. d. M. zu der am 27. d. M. begangenen Feier der Einweihung ihrer Kirche: „Mtt meinen Segenswünschen zum Kirchweihfeste stifte ich der deutschen evangelischen Gemeinde in Shanghai für ihr Gotteshaus ein Altarfenster, dem Andenken meines Gesandten v. Ketteler gewidmet. Möge das Geschenk die Gemeindegenossen mahnen, Ihrem christlichen Glauben und Ihrem Vaterlande treu zu sein bis in den Tod. Wilhelm." Der deutsche Generalkonsul Dr. v. Knappe antwortete: „Eurer Majestät sprechen die Deutschen Shanghais ihren allerunterthänigsten Dank für das allergnädigste Gedenken und die Stiftung eines Altarfensters für das soeben eingeweihte Gotteshaus aus, geloben gleichzeitig der kaiserlichen Mahnung stets eingedenk zu fein, und versprechen unverbrüchliche Treue in jeder Lage bis zum Tode." — Der von Bischof Benzler dem Kaiser geleistete Huldigungseid hatte, wie die „Germania" auf Grund authenttscher Information feststellt, folgenden Wortlaut: Ich schwöre und verspreche zu Gott auf die heiligen Evangelien, Seiner Majestät dem deutschen Kaiser Treue und Gehorsam zu wahren. Ich verspreche auch, weder int Inlande noch im Aus lande Einverständnis zu pflegen, Beratungen beizuwohnen oder Verbindungen zu unterhalten, welche der öffentlichen Sicherheit wegen gefährlich sein könnten, und sollte ich innerhalb meiner Diözese oder anderswo etwas von einem Anschläge zum Nachteil des Staates erfahren, so werde ich es zur Kenntnis der Regierung bringen. — Der aus Preußen ausgewiesene Kriegsberichterstatter Herrings, der noch in Berlin weilt, hat dem Polizei- Präsidium das von diesem nach seinem gestrigen Commu- nique offenbar erwartete Gesuch um Aufhebung der Ausweisung eingereicht. — Der Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung die Vorlagen betreffend die zollamtliche Behandlung der Betriebsmittel der internattonalen Schlafwagen-Gesellschaft in Brüssel, betreffend den Entwurf einer Bekanntmachung über den Feit-, Wasser- und Salzgehalt der Butter, betreffend eine Denkschrift über die Ausführung der seit dem Jahre 1875 erlassenen Anleihegesetze den zuständigen Ausschüssen und erteilte dem Ausschußbericht über die Vorlage betr. die Außerkurssetzung der Zwanzig p f ennigstücke aus Silber seine Zustimmung. — Wie die „Kreuzztg." hört, gingen dem Bundesrat heute mehrere Spezialetats zum Reichshaushaltsetat für 1902 zu. — lieber die Frage, zu welchem Zwecke der Kopf des Mörders des Gesandten v. Ketteler aus China nach Deutschland geschafft wurde, hat sich jetzt der Statssekretär des Reichs-Marine-Amts in einem Schreiben wie folgt geäußert: „Euer Hochwohlgeboren teile ich unter Bezugnahme auf das an das Stationskommando Wilhelmshaven gerichtete Telegramm vom 19. Oktober ergebenst mit, daß dasselbe hier abgegeben ist. Unter Hinweis auf die Euer Hochwohlgeboren fettens des Stationskommandos er-i folgte Benachrichtigung vervollständige ich dieselbe dahin, daß der Kopf des Mörders des Frhr. v. Ketteler von einem! Arzt privatim zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und in der Absicht mitgebracht ist, ihn dem Pathologischen Institut zu übergeben. Eine Berichtigung der Gerüchte, daß der Kopf seitens der Behörde nach Deutschs land transportiert worden, sei wünschenswert." Königsberg i. Pr., 31. Okt. Der Königsberger Seekanal wird vom 1. November ab für den Schiffsverkehr freigegeben. Die offizielle Eröffnung erfolgt am 15. November. Kiel, 31. Okt. Kapitän Neitz ke von der „Gazelle" soll gestern wegen Unterlassung der dienstlichen Meldung über die bekannten Vorgänge auf der „Gazelle" vor dem Kriegsgericht der ersten Marine-Inspektion gestanden haben, und freigesprochen worden sein. Köln, 31. Okt. Der frühere Gouverneur von Köln, General der Infanterie Freiherr von Wilczeck, ist heute nachmittag in Wiesbaden gestorben. Wiesbaden, 21. Okt. Wie der „Rh. K." meldet, trafen Prinzund Prinzessin Friedrich Karlvon Hessen heute vormtttag hier ein und wohnten der Vereidigung der Rekruten des Füsilierregiments von Gersdorf, Hess. Nr. 80, bei. Die Prinzessin ist bekanntlich Chef des Regiments. Nach Einnahme eines Frühstücks im Offizierskasino des Regiments reisten die Herrschaften um 2 Uhr nach Frankfurt zurück. Frankfurt a. M., 31. Okt. Zu der Nachricht von einer angeblichen Er kr ankun g des Königs von England erfährt die „Frkf. Ztg.", daß der König, als er am 6. September von Frankfurt nach Kopenhagen abreifte, einem hiesigen Herrn wörtlich sagte: „Ich fühle mich außerordentlich wohl, und hoffe bestimmt, im n ä ch st e u I a h r wieder nach Homburg uno Frankfurt zu kommen." München, 31. Okt. Oberst Freiherr v. Barth zu Harmaling, Kommandeur des zwetten Infanterie-Regi- meuts, wurde unter Beförderung zum Generalmajor zum Chef des Generalstabes der bayerischen Armee ernannt. Generalleutnant v. Reichlin-Meldegg, Mttitärbevoll- mächttgter in Berlin, wurde zum Kommandanten der zweiten Division, Generalmajor Geftner, Kommandeur der ersten Feldartilleriebrigade unter Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur Der vierten Division und Oberst Ritter von Endres a la suite der Armee, zum Militärbevollmächtigten in Berlin und Bevollmächtigten zum Bundesrat ernannt. — Das Gesetzvervrdnungsblatt veröffentlicht eine Urkunde, laut welcher Prinzregent Luitpold zur dauernden Erinnerung an seinen langjährigen, regelmäßigen Besuch in Berchtesgaden sowie zur Erinnerung an seinen 80. Geburtstag eine Wohlthätigkeitsstiftung von 10 000 Mark zu Gunsten der Gemeinden Berchtesgaden, Salzberg, Ramsau, Schönau und Königsee errichtete. Die (Stiftung führt den Namen „Prinz-Regent Luitpold-Stiftung für arme Kinder". Es sollen alljährlich am 1. November durch den Bezirksamtmann von Berchtesgaden 5 Kinder bedürftiger braver Eltern aus jenen Gemeinden je 50 Mark in Form eines Sparkassenbuches erhalten. Die Kinder sollen nicht unter 5 und nicht über 9 Jahre alt sein. Offenbach, Ein Beamter und dessen Ehefrau machten, Serie bekanntlich noch werden müssen, da in der zweiten 50.000 Lose abzusetzen sind. wie die „Offb.-Ztg." erzählt, am Dienstag einen Ausflug nach Isenburg und versäumten den letzten nach Frankfurt ** Die Gießener Bäcker haben, wie man uns mitteilt, fahrenden Zug der Waldbahn. Am Wartehäuschen zu Isen- unter der Verpflichtung zur Zahlung einer hohen Konventional- bürg hielt pötzlich ein Phaöton mit zwei Schimmeln, auf strafe für jede Uebertretung, beschlossen, Backwaaren an die dem zwei Herren saßen. Kurz entschlossen fragte der Beamte Konsumvereine nicht zu liefern. die Herren, ob er nicht mit seiner Frau, die sich fürchte, den ** Betriebs-Einschränkung. In der hiesigen Eisenbahn- Weg durch den Wald zu Fuß zu machen, eine Strecke weit werkstätte wird vom 2. November ab bis auf weiters der mitgenommen werden könnte. Die Petenten wurden aufge- Bctrieb an den Samstag-Nachmittagen eingestellt. nommen und nahmen auf dem Rücksitz Platz. Unterwegs ** Ernennung. Der Großherzog hat den Hauswärter wurden die Insassen von Passanten vielfach gegrüßt, was Heinrich Zimmermann in Darmstadt mit Wirkung vom dem mitfahrenden Beamten und dcffen Frau auffiel. Als 1. November zum Hauswärter an dem Ernst Ludwig-Haus das Gefährt am Sachsenhäuser Lokalbahnhof angekommen in Darmstadt ernannt. war, bat der Beamte den Lenker des Phaötons, zu halten, ** Lollar, 31. DEL Bei der heutigen Wahl eines Bürger- und empfahl sich unter Dankesworten, um den Rest des Weges meisterei-Beigeordneten wurde Kaufmann Karl Zimmer- mit der Straßenbahn nach Bornheim zurückzulegen. Da stellte mann mit 62 Stimmen gewählt. Die Beteiligung an der sich der Rosselenker als Prinz Friedrich Karl von Wahl war sonach schwach. Die beiden Gegenkandidaten Hessen vor, der mit seinem Adjutanten eine Fahrt gemacht brachten es nur auf 26 und 8 Stimmen. und einem Schutzmann in Zivil und dessen Frau in leutseliger Lontreadmiral Caillard werde die hierauf bezüglichen end- giltigen Instruktionen erst in den türkischen Gewässern, vielleicht in der Nähe der syrischen Küste, erhalten. — Das „Journal des Debats" schreibt, es könne weder für die Türkei, noch für sonst jemand ein Zweifel darüber bestehen, daß das Ein vernehmenswischenFrankreichund Rußland in diesem Punkte wie in allen anderen ein vollständiges sei. Esseiunter diesen Umständen schwer, zu glauben, daß die Pforte ihren Irrtum nicht einseben werde, bevor es zu spät sei. — Von anderer Seite meldet man: Das für den Orient bestimmte Touloner Geschwader hat Befehl, sehr langsam zu fahren und viele Stationen zu machen. Man erwartet nämlich, daß der Sultan diese Woche die französischen Bedingungen annehmen und aus seinen Privatmitteln eine große Summe deponieren wird. Dann nmrbe das Geschwader von irgend einer Station heimberufen werden. Arrdernfalls hätte der Kontteadmiral CaiUard, der Chef der französischen Zollpfändungs-Expe- dition, geheime Ordre, welche aus Sperrung der Zufahrt zu den Dard an ellen wie derjenigen nach dem Smyrna-Golf abzielt und dem Handel schweren Abbruch thun könnte. — Die Polizei entfernte in der letzten Nacht von den Royalisten angebrachte Maueranschläge, in denen die Bevölkerung aufgefordert wird, das jetzige Regiment abzu- schasfen und einen König auf den Thron zu setzen. — Dor dem Elysee wurde gestern abend ein gut gekleideter Mann verhaftet, welcher erklärte, er sei Vertreter der göttlichen Justiz und beauftragt, Waldeck-Rousseau zu ermorden. Da man es offenbar mit einem Irrsinnigen zu thun hatte, wurde derselbe in eine Irrenanstalt gebracht. Rom, 31. Okt- Gegenüber anders lautenden Gerüchten stellt die „Agenzia Stefani" fest, daß der Papst sich sehr wohl befindet. Er empfing heute die Prälaten der Kurie, sowie die Kardinäle Rampolla, Mocenni und Pierotti. Um 6 Uhr abends betete der Papst mit Monsignore Angeli vollauf in der Lage, seinen be- wöchentlichen Geschäftsreise befand und seine Frau bei ihren iflichtunqen zu genügen. Der,Eltern weilte, haben Einbrecher die Wohnung vollständig ausgeräumt. Sie haben bie Teppiche, bte Gemälde, das Silber, das Porzellan, die ganze Wäsche rc. weggeschafft. Der Schaden wird auf 12000 Mark geschätzt- — Mit Unterstützung des bekannten Wohlthäters Hallgarten wird hier ein „Soziales Museum" errichtet, dasi - , , f. c. Vom Vogelsberg, 31. Okt. Sicherem Vernehmen I zahlreiche der in der Ausstellung für Unfallschutz- und der warmen Tage ist dahin. Wehmut zieht ein in die Seele, fieM das Tiefbauamt - der Stadt Frankfurt a. M. von Verhütung vorgeführte Objekte umfaßt. Das neue sozial- Wehmut, daß alles so schnell dahinstirbt und verblüht, alles einem Ouellenerw erb im Gebiet des Vogelsberges ab,! politische Unternehmen ist finanziell gesichert. was um uns ist und lebt. Auch der Mensch ist dem Wechsel Messungen des Wassers und die Bohrungen in der Nähe Frankfurt a. M., 1. Nov. Bei dem gestern Abend stattunterworfen, wie die schlichteste Blume des Feldes. Mitker Nidderquelle siind eingestellt. gehabten Kommers des demokratischen Vereins zu Ehren welchem Sehnen gedenken wir der entschwundenen Tage des 0 Lauterbach, 31. Okt. Heute wurde die Nebenbahn Sonnemanns hielt Landtags-Abg. Sänger die Fest- Sommers jetzt, wo der ungastliche Winter bereit ist, seinen Lauterbach-Grebenhain-Crainfeld eröffnet rede. Nach einer kurzen Erwiderung Sonnemanns sprach Einzug zu halten. Lauter als sonst klingt am Allerseelen- g Darmstadt 31. Okt. Der Bildhauer Bosselt von Stadtv. Rupp von hier, Stadtverordnetenvorsteher Fn^a- tage die Frag- durch die Welt: Wohin bist Du^ vergangener h Künstlerkolonie wurde von seiner Ehegattin mit Dril- Mannheim, Rohr-Kaiserslautern, Redakteur SchwMz.Furth Lenz? Verweht — vergeben — vorbei! Nirgends Be- (inqcn bcf(£.entt „on denen allerdings alsbald nach der und Prof. Heimburger-Karlsruhc überreichte im Auftrage der ständigkeit, nirgends Dauer, klagt das Herz. Herbst und ^inc Anzahl hessischer Kollck- badischen Demokraten eine Adresie Der große Saal des Allerseelen! Im Trauergewande ziehen ste hinaus zum L be° Landes-Lotterie waren heute zu einer Besprechung Palmengartens mit Rebensalen und Gallen- war überfüllt. Friedhof-, der Stätte, wo so viele Schläfer der Auferstehung versammelt. lieber die Verhandlungen wird Stillschweigen Zur Verschönerung des Festes tragen Lled-rvortrag- b-r. h-rrcn. In tiefem Frieden ruhen hier die Herzen die einst ^wahrt doch sollen Beratungen über verschiedene Wünsche Hanau. 31. O t. W.e die HanauerZtg. --fahrt, ,st der so ruhelos gepocht und gelitten, die keine Rast gekannt und Schaffung einer größeren Anzahl kleinerer Gewinne hiesige Amtsanwalt Wenh unter dem Verdacht eines Be» mit den Sorgen der Erde gerungen haben Die Zett geht st^efunden haben; auch dieTarmslädtcr Schloß freiHeils- gehens gegen d,e Sittlichkeit verhaftet worden. über bas Lebende hinweg; uns allen winkt das Grab. Aus ^tt-rie, die die Landes-Lotterie-Direktion in Kastel, 31. Oki. Hier tagte dieser Tage em Abschuß dem Friedhof liegen neben einander (Araber nut Marmor-1 General-Vertrieb übernommen hat, sodaß die Kollekteure zum des Arbeitergeberverbandes der vereinigten Bild- steinen, mit kostbaren Blumen, und auch solche, Die taum e^ner gewissen Losezahl gezwungen werden, soll AnlaßIHauer, Modelleure und Stuckateure Deutschlands, ein schlichtes Kreuzlein ziert, das doch von der Liebe, Die Debatte gegeben haben, da es vielen Kollekteuren jetzt der vor acht Monat gegründet worden ist. Es waren alle dem Entschlafenen noch über das Grab hmaus gewahrt bleibt, r^rocr c^llt, ihre Lose abzusetzen. — Unter großer Be- größeren Städte Deutschlands durch Delegierte vertreten. Man beredtes Zeugnis giebt, von jener Liebe, die ost mehr gtebt, ^iliqunq der Studentenschaft, des Professoren - Kollegiums beriet, wie geeignete Mittel und Wege zur Anbahnung ge- als wenn sie Kränze um Marmorsteine schlingt. Der nachmittag die Beerdigung des Prof. Erw. Marx regelterer Arbeitsverhältnisse zu finden seien und wie der ganze Abend sinkt hernieder; der Friedhof ist verlaßen von den L bet Biefiqen Technischen Hochschule statt. Rekt. magn. Beruf zu heben fei. Ferner wurde ein fester Zusammenschluß Lebenden. Im Abendwmde schwanken die Baume, sie Schering hielt die Grabrede im Namen des Pro- der einzelnen Otts- und Kreisvereine empfohlen, um ein rauschen und flüstern, als wollten sie rufen: Bestelle Dem s^ssoren-Kollegiums. Im Namen des Studenten-Ausfchuffes Gegengewicht gegen die Gehilfenschaft zu bilden. Die nächste Haus, denn auch Du mußt sterben! rum: sprach Stud. Herschel (Germaniae). Auch die Staats- und Generalversammlung findet im Februar zu Frankfurt am U<>eben^ceraänaiid) äerenstädtischen Behörden waren vettretcn. — Sett gestern tagt Main statt. Wec im Glück ist, lerne den Schmerz, wieder der zweite Gesetzgebungsausschuß unter Vorsitz des Kleine MitteUungeu av8 Heffen und den Nachbarstaaten. Wer besitzt, der lerne verlieren." Abg. Brentano. Man beriet den Gesetzentwurf über die Am 29. Oktober wurde sowohl an der Gewerbe-Akademie - Gemälde-Ausstellung. Vom nächsten Sonntag an ist, Landtags wähl. — Nach einem hierher gelangten Briefe mie am Technikum in Friedberg das Wintersemester er- wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, die Gemälde- des Musikdirektors des neuen Philharmonischen Orchesters öffnet. Immatrikulationen können noch bis zum 6. Noausstellung im Turmhaus am Brand wieder geöffnet. Durch St ix sah sich dieser genötigt, seine Reise nach Skandinavien vember vollzogen werden. — Ein Student aus Moskau den Umstand, daß die Ausstellung länger als man vorgesehen aufzugeben und das Orchester aufzulösen. Er hat seine Adresse wurde gestern abend, während er ein Bad in einer Bade- hatte, geschlossen war, wird der Wechsel der Gemälde eine genau angegeben, die Gerüchte über sein Verschwinden be- anstatt in Darmstadt nahm, von einem Herzschlag gettoffew etwas rasche Folge haben, weshalb es sich empfiehlt, die stättgen sich demnach nicht. — Zwischen den Beteiligten and ist gestorben. — Die Ohmthalbahn wurde am Mon- Ausstellung möglichst ftühzeitig zu besuchen. Auch für schweben zur Zett Verhandlungen über die Zukunft der Nachmittag zwischen Rüdigheim und Schwinntheim an kommende Woche fft wieder eine Sendung von Gemälden an-! Uni cum - Fahrradwerke, die große Verlujte erlitten I ber Fahrt durch eine Anzahl Kühe gehindett, die es sich auf gemeldet. Bemerkt sei noch, daß neu cintretende Mitglieder haben, wodurch vor kurzem Krisengerüchte über das Bankhaus dem Bahnkörper bequem gemacht hatten. Das Bahnpersonal gegen Erstattung des 10 Mk. betragenden Jahresbeitrages N. hier veranlaßt wurden. Das Bankhaus steht aber nach wußte ciuschreitcn. — Aus Heddernheim und mehreren auch an der zu Wechnachten unter den Mttgliedern des I wie vor fest. Es wird nur seine Kreditbewilligungen etwas I Otten des Taunuskreises werden zahlreiche Typhuserkrankungen Kimstvereins stattftndenden Verlosung teilnehmen. I einschränken. gemeldet. In den Otten Hahn und Laufenselden, so- - Die Ziehung der Darmstädter Künstler-Kolonie-Lotterie f. c. Darmstadt, 31. Okt. Die Schulbehörde beschäftigt ivie mehreren Dörfern tritt Diphtherttis in erschreckender ist, wie man uns aus Darmstadt mitteilt, auf den 20. De-! sich, wie verlautet, soeben mit der Regelung der Org anist en -! Weise auf und mußten in den meisten Orten die schulen ge- zember verschoben worden. Von den 100.000 Losen der Igel) älter. — Der besfische Fiskus ist eben daran, einen > schloffen werden. * Großen-Liuden, 31. Okt. Bei der gestttgen Beige- Weise einen Gefallen erwiesen hatte. ordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete, Land- Frankfurt a. M., 31. Okt. Heute vormittag gegen wirt und Sparkaffenrechner Joh. Luh V. einstimmig gegen 10 Uhr spielte sich im Thorbogen des Gasthauses wiedergewählt. Die Vereine brachten einen Fackelzug und „Zum grünen Wald", Allerheiligensttaße 26, ein bluttges Bürgermeister Leun betonte in seiner Ansprache, daß der Drama ab. Dort wohnt das Ehepaar Hartmann- Ter Gewählte sein Amt bereits 27 Jahre verdienstvoll bekleidet Mann ist Schreiner. Seit geraumer Zeit leben die Leute habe und vor zwei Jahren von unserem Landesherrn aus- in Uneinigkeit. Hortmann gedrohte wiederholt seine Fran dargebrachte Ovation und brachte em „Hoch aus unseren! einigen Tagen wieder entließ. Zwischen dem Ehe- Großherzog aus. paar bestanden aber die Zwisttgkeiten weiter, und die Folge §§ Gedern, 30. Okt. Ende voriger Woche zog eine davon war, daß dem Mann das Haus verboten wurde. große Anzahl Zigeunerbanden durch unser Städtchen auf den Seitdem wohnte er in der Klostergasse. Heute vormittag Ortenberger Markt. In einem hiesigen Tuchgeschäft stahl traf er seine Frau vor dem „Grünen Wald", in dessen Thor- eine Zigeunerfrau einen Tuchrest; einem Lederhändler wurden, bogen beide eine längere erregte Unterredung führten, die als er einem Zigeuner eine größere Geldsumme wechselte,! damit ein Ende fand, daß Hartmann mit einem Revolver zehn Mark entwendet. Heute kamen wieder viele Wagen ?stk seine Frau schoß. Die Kugel traf deren rechte Gesichts- zurück und die Bettelei de? siechen Gesindels nahm kein Endei !ett° und ging aus der• Imta mebujfcrau. Sobamt rötete Durch die Ortsschelle wurde bekannt gegeben daß jeder Em- di^Laffe!rch U wohner mit einer Polizeistrafe belegt werde, der einem $ie ^tst schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzte Zigeuner eine Gabe verabfolgt. «Frau suchte dem zu Boden gesunkenen, bewußtlosen Ehe- r. Bersrod, 31. Okt. Große Aufregung herrschte mann die erste Hllfe zu leisten. Hartmann ist etwa 40- heute in unserer kleinen Gemeinde. Galt es doch, ein neues I Jahre alt, die Frau ist einige Jahre jünger. — Unter bene Oberhaupt zu wählen, da Bürgermeister B ö ch er eine Vorsitz des Reichstags- und Landtagsabgeordneten Felisch- Wiederwahl abgelehnt hat. Zwei Kandidaten standen sich! Berlin tagte heute hier die dtttte ordentliche Generals gegenüber, mit fast gleich starken Parteien hinter sich. Des- Versammlung des deutschen Arbeitgeber- halb war ein erbitterter Wahlkampf vorauszusehen, und b und es für das Baugewerbe. Nach dem Jahres- kein Wähler durfte von der Wahlurne fern bleiben. Sieger I bericht zählt der Bund 82 Lokalverbände mit 3500 Mtt- blieb Schmitt, der mit 45 gegen 42 Stimmen gewählt gliedern .39 Verbände stehen dem Bunde noch fern- lieber wurde. — Nach dem Kampfe versammelte sich abends die die diesjährigen Arbeitseinstellungen referierte H. Simon- 1 siegreiche Partei in ihrem Vereinslokale und erholte sich Breslau. Danach haben infolge der niedergehenden Kon- J ■ bei einem guten Trunk und dem saftigen Braten des zwei junktur meist nur an kleineren Plätzen Arbeitseinstellungen den Rosenkranz. Belgrad, 31. Okt- Im Verlaufe der Adreßdebatte berührt der Abg. Lyubvmir Zsivkovitfch (unabhängig radikal) die Thronfolge-Angelegenheit, die den Jnter- effen der nationalen serbischen Politik entsprechend baldigst geregelt werden sollte, und nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, daß sich die über diese Angelegenheit verbreiteten Gerüchte als unbegründet erwiesen haben. Konstantinop el, 31. Okt- Eine Anzahl Offiziere und Unteroffiziere der Marine veranstaltete gestern vor dem Admiralitätsgebäude eine Kundgebung wegen des rückständigen Soldes. Nachdem sie beruhigende Zusicherungen erhalten hatten, zerstteuten sie sich. Weihaiwei, 30. Okt- Der englische Gesandte Satow ist gestern hier eingetroffen. Sein Besuch steht dem Vernehmen nach mit der Frage der Verwaltung der Stadt Wmhaiwei in Zusammenhang, die ein Zufluchtsort für das Gesindel der schlimmsten Art und eine Brutstätte des Aufruhrs ist. Die Ver w altun g der Stadt durch Kn Chi> ^fnht^m^itterrninfte Äs I ^a3e vorher eigens hierzu geschlachteten Schweines von "den l stattgefunden. Besonders heftig'waren die Lohnkämpfe iit S tt ^JuÄ ^bin Sre Doch auch die Besiegten ließen sich durch ihre Halle und Düsseldorf. Im allgemeinen seien die Unter» (Xfra, die ^vglander mochten tt g ) 9 b Niederlage nicht aus der Fassung bringen. Auch sie saßen nehmer Sieger geblieben, lieber die Stellungnahme des! langen Finger ausftteaen. W , , - h noch lange beisammen und labten sich an dem edlen Gersten- Bundes zu prinzipiellen Organisationsfragen, Sarifgemein- c^td^ina ein^ V X bräu. Wie man hört, soll Reklamation erfolgen- schafteii u. s- w. wurden keinerlei Beschlüsse gefaßt. Eine 7^'. banBg b?ek frabl »(Mach, 1. Non. H-nto vormittag wurde der ^er au Wt= ü^rf Emb Te'r Der ftühere Prasibent Ota Lora floh in die deutsche Ge- Ehr: HUberg in seiner Wohnjtube^ erhängt aufgesunden. — I . * vS.« k/tvUft 'S 1 e SiAV I Berlin und Stettin sich für%ie Tarifgemeinschaft erklärten^ ---1~ wurde, durfte ihn zu der unseligen ^rhat getrieben haben. I stellten sich die Delegierten aus Düsseldorf, Magdeburg^ fifnilt Unb Xülli). w. Rödgen bei Bad-Nauheim, 31. Okt. Zu dem vonl^^bmen u. s. w. auf den entgegengesetzten Standpiinkt- I uns gemeldeten Tod des hiesigen Gemeinderechners Konrad I Beschlossen wurde eine Ermäßigung des Jahresbeitrags? Nachrichten von allgemeinem Interesse sino uns stets willkommen mann ist mitzuteilen, daß keineswegs Zahlangs- hon 20 auf 10 Pfg. pro Lohnmark. — Während ein in der und werden angemessen honoriert. schwieriqkeiten die Ursache zu dem Selbstmord gewesen Bleidenstraße wohnender Kaufmann sich auf einer mehr- Gießen, 1. Nooember 1801. Verstorbene war > " " ' " " ' ‘ • Allerheiligen und Merseelen. ruflichen und privaten Verpflichtungen zu genügen. Wandrer, leise! — Störe nicht ! alleinige Grund zu dem verzweifelten Schritt dürfte in einer M>eTaS^’ft1^m ^b=nm " langjährigen Krankheit sowie in der Aufregung über Vor- Bis sie schau'n das ew'ge Licht. Mundschaftsangelegenheiten, mit denen H. betraut war, zu Noch vor kurzem sayen wir die Natur in vollem Schmucke, suchen sein. Heute scheint uns auch die Sonne, aber das belebende ®rün| t ersten Serie ist bisher kaum der dritte Teil abgesetzt worden, hiesigen Großkaufmann wegen Steuerhinterziehung Die Ziehung der zweiten Serie, die vor Weihnachten statt- zu fassen und zwar mit der oumme von 400.000 Mark, finden sollte, wird dann weiter auf längere Zeit verschoben Ein vorläufiger Irr der Stadtkirchc. Vormittags 91/, Gottesdienst in -er Synagoge, Südanlage. am 1,9° C. Kreditaktien Tendenz: ziemlich fest. 30.—31. 30.—31. 100.45 89.45 100.35 89.65 98.10 98.80 41.40 25.50 25.50 Reichsanleihe do. Konsola . . do. « • < Hessen . ■ Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatobahn . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . , • . • flarpener . . . . in einer gestern veranstalteten Protesttuudgebuag gegen die Angriffe, die Chamberlain in seiner Edinburger Nede geeen die deutsche Kriegführung von 1870/71 richtete, nach mehreren begeistert aufgenommenen Ansprachen von Profefforen folgende Resolution einstimmig an: „Tie Studentenschaft Greifswalds, einmütig versammelt mit den Dozenten, weist mit Entrüstung die Beschimpfungen zurück, die Chamberlain in seiner Rede in Edinburg am 25. Oktober durch Vergleich der englischen Kriegs- führung in Südafrika mit der deutschen von 1870/71 gegen Die Villa wird wahrscheinlic Offiziere Verwendung finden. * Schwetz a. d. Weichsel, 31. Olt. U9WU, x. Hier fand .gestern die Eiim fiunq der Schiff erb or,ein Anwesenhert beg abend von einem Prinzen entbunden worden. Greifswald, 1. Rov. Die hiesige Studentenschaft nahm In der Johanuesttrche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zuchthaus verurteilt. , London, 1. November. Der Ophir gmg m Yarnouth auf der Insel Whigt vor Anker. König Eduard, Königin Alexandra, Prinzessin Victoria, die Kmder des Herzogs von Cornwall und Prmz und Prinzessin Karl von Dänem^k trafen in Portsmouth ein und begaben sich auf die Yacht „Victoria and Albert.' Der Herzog von Cornwall sandte dem König folgendes drahtloses Telegramm: „Alles wohl, . 195.00 . 171.60 . 117.90 . 118.50 . 130 30 . 133.80 . 155.00 . 177.00 . 158.30 . 154.00 Kirchliche Auch richten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 3. November. 22. nach Trinitatis. Reformationsfest. G o t t e s d i e n st. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. " " :*/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für ^^^auS^emernde. Alle Damen, die auf einen feinen aromatischen Geschmack des Kaffees Wert legen, verwenden als Zusatz eine Kleinigkeit Lindes Essenz. Telephonischer Kursbericht. Krankfort a. M., 1. November. ■ «zwei Gewehrschüsse abgefeuert, ohne Jemand zu treffen. Frankfurt a. M., 1. Rov Professor Ehrlich erhielt Nur die Fenster wurden durchlöchert. Der Attentäter ist noch ' 3 Jahre die Zinsen aus der kürzlich der nicht ermittelt. Sternstiftung von 500000 Mark zur Rom, 1. Nov. Die „Tribuna' unterzieht das Vorgehen Erweiterung seines bakteriologischen Abteilung zur Frankreichs gegenüber der Pforte einer ziemlich scharfen Erforschung der Krebskrankheit. Ehrlich äußerte sich, es Kritik und erklärt, falls Frankreich, wie der „Figaro' meldet, sei ihm von sehr zuverlässiger Seite mitgeteilt worden, König wirklich Mytilene besetzen würde, so könnte Italien nicht Eduard von England leide nicht an Kehlkopfkrebs.^ruhig zusehen. _____ Potsdam, 1. Nov. Die Erbprinzessin zu Wied ist gestern Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Beichte und heil. Abendmahl für Matthaus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen dazu werden vorher bet dem Pfarrer ,eder Gemeinde erbeten. t A ... - ., rs A Donnerstag den 7. November, abends 8 Uhr, Bibel st unde im oberen Konfirmandensaal in der Kirchstraße. Pf. 32. Pfarrer Schlosser. Kommerzienrats Albert Schlutow aus Stettin abgehaltenen Generalversammlung der Vereinigten Königs- und Laurahütte, in "der 11137800 Mk. Aktienkapital durch 18563 Stimmen vertreten waren, wurde für das verflossene Geschaftsfahr die Verteilung einer Dividende von 14 pCt. beschloßen. ^ie turnusmäßig ausscheidendenAufsichtsratsmitglieder, Generalkonsul Behrens, Bankdirektor Schinkel und Hans v. Bleichröder, wurden wieder ge- öffnet werden. , , . , . , Mülheim, 31. Okt. Die hiesige Bewerb e b a n k befindet sich in Zahlungsstockung. Der Grund hierfür liegtm der Zahlungseinstellung der Gebimder Ricken und tn der Abhebung vieler Spareinlagen. Ter Konkurs ist jedoch hoffentlich noch zu vermeiden, sonst würden viele Handwerker geschädigt werden. Budapest, 31. Okt. Die große Seidensirma Singer u. Goldberger ist in Zahlungsstockungen geraten. Die Passiven betragen eine halbe Million. dann einen Ueberblick über die Entwickelung der Schiffahrt in den einzelnen Ländern. Minister Rhembaben stellte eine Vergrößerung des Hafens in sichere Aussicht und toastete auf die Weiter-Entwickelung Ruhrorts. Renß, 1. Nov. Der Festungsgefangene Brumm, der am 15. September versucht hatte, das Festungsgefängnis in Brand zu stecken, wurde vom Kriegsgericht zu 4 Jahren ^ormiliags v , lujl. tpiuiiei. ~ - r ,__„ Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Jobannesgememde. hoffe dich morgen zu sehen. . g J Pfarrer Dr. Naumann. | gonbon, 1. Nov. Die „Daily News' erfahrt, daß m Indien eiligst eine Expedition nach Yuennan und dem oberen Yangtse vorbereitet wird, die politischen Zwecken dienen und Landesaufnahmen ausführen soll. Glasgow, 1. Nov. Wie amtlich bekannt gemacht, wurden in der letzten Woche im hiesigen Centralhotel vier Bedienschlossen. c , Pittsburg, 1. Nov. Die Direktoren der Spiegel- qlasqesellschast, welche 20 Prozent mehr produzieren kann, als der gesamte Konsum des Landes beträgt, hat gestern den Vorschlag des Geschäftsführers der Verkaufs-, agentur der belgischen Spiegelglas-Jnteressenten, Gernaert^ ui Erwägung gezogen, welcher ein internationales! Handelsabkommen zwischen den belgischen, russischen, französischen, deutschen und amerikanischen Spiegelglas- >r an: Gelegenheit zur hell. «eicyr. I Fabrikanten bezweckt. Der Plan geht dahin, jeder Ueber-, „ um 7 Uhr: Die erste Heck. Meße; . hTnbuEtion Einhalt zu thun, einen Minimalpreis festzusetzen um 8U6? melraTitc heik Be r ^e,LSommun,on- $nb bie Absatzgebiete entsprechend ju »erteilen. Die Di. ' um ÄW rnü Predigt. rekwren stehen dem Borschlag 1-hr wohlwollend g°g°nube^ Nachmittags um S Uhr: Lhristenlehre: daraus Andacht für bte Sie f)aben naä) einer Se)£re$ung ratt Abgestorbenen. benten der amerikanischen Feniterglas-GesellschLst Bor. ------- 1 schlüge wegen eines internationalen Abkommens gemacht., Paris, 1. Nov. Die Regierungspresse hebt hervor, daß Delcasse um so leichteren Herzens die Expedition nach der Levante anordnen konnte, als der österreichische ungarische Minister Graf Goluchowsky ganz kürzlich erklärte, Frankreich würde allen Mächten einen großen Dienst erweisen, wenn es bei diesem Anlaß vollen Ernst zeige. — Die nationalistischen Blätter sind verschiedener Höchs e Temperatur Niedrigste „ Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johcmnev- gemeindc. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Kollekte zum Besten des Vermischtes. * Ein Erdbeben hat, wie wir bereits gestern mit- tellten, am 30. und 31. Oktober Oberitalien und Südtiro l'heimgesucht. Der Ort Salo am Gardasee ist besonders stark beschädigt. Sechs Erdstöße verursachten am Mittwoch einen Erdriß, parallel dem Seeufer. Eine ganze Häuserreihe äs »xm Geruch "begleste^^.^Mehr^e Sch^isteme stürzttn em, hierher befindlche Dampser ,,6emnte8" ist auf hoher See »et-U ----»ch-dene Gebäre find beschädigt Ges^i^ih nach b°°m.ll Die Wn8 t.»te M L Wien. Bente, LKIe“ ^Italien und W über die herab,ehung des Zoll- W P— ; ; ; ; Au/Brescia " rmrd" gemeldet:^ ^Am^Mcktwoch" wH^längs 1. Nov. Eine Versammlung der Hafenarbeiter - der Rwrera am Gardasee vier Erdstöße verspürt. Einige besch oß sich der von den Amsterdamer Dockar ettenl angeregten Häuser sind beschädigt. Unter den Einwohnern herrscht große Boykottbewegung englischer Handelsschiffe anzuschließen. Bestürzung. — Auch im Elsaß hat man am 30. Oktober Berlin, 1. Nov. Wie die „Voss. Ztg." erfährt, fei1”” Erdstöße wahrgenommen, und zwar in Dürmenach im Kreise eine größere Spezialfirma bereits beauftragt, den Plan AsErch, einer Lichtanlage für die unterirdischeLinden- * Ein Geschenk an den Deutschen Kaiser, durchquerung auszuarbeiten. — Die bereits im Fruh- Aus Arco war uns vorgestern telegraphisch gemeldet worden, fahr in aller Stille unter dem Vorsitz des Generals per ha6 der Deutsche Kaiser Besitzer einer der schönsten Villen Infanterie Frhrn. v. Goltz begründete deutsch-asiati- von Arco geworden ist. Herr Wilhelm Hildebrand aus sche Gesellschaft, der zahlreiche, bedeutende Dresden machte dem Kaiser seine Villa Garda zum Geschenk, strielle, Grvßkaufleute und fsLlitiker angehoren, tmtt Y Kaiser Wilhelm nahm das Geschenk an und wurde als neuer mit einem Aufruf vor die Oeffentlichkeit. Joffe ’ Besitzer der Villa Garda in das Grundbuch eingetragen. Die die Anknüpfung engerer Beziehungen anl • z/ Villa Garda liegt eine Viertelstunde westlich vom Städtck)en, ist nicht eine Erwerbsgesellschaft. — Laut der iE dem Vororte Ctziararw, nach dem von .Arco aus eiuLlrst die Gründung einesuatroual-lroeraien^ y Gerichtssaal. Frankfurt a. M,. 31. Ott. Das bekannte Eisenbahnunglück auf der Frankfurt-Offenbache r L okalbahn erlebte heut sein gerichtliches Nachspiel. Anfangs August war auf der Lokalbahn der Zwanzigminuten-Veckehr eingefilhrt und infolge deffen auf der Station öbcrrad ein neues Stellwerk errichtet worden, das am 5. August von dem Hilfsweichenfteller Joh. Aug. Diehl bedient wurde. Als nun der um 8Uhr 20Mm. früh von Offenbach abgefahrene Zug in Oberrad einlief, legte Diehl die Weiche um, während der Zug noch im Einfahren begriffen war. Dadurch liefen die Hinteren Wagen des Zuges auf ein falsches Geleise, die Veckuppelung zerriß, em Wagen stürzte um, und e§ entstand em I" ' famtlichen Gostesdiensten Kollekte zum Besten des Schaden von 12000Mk. Schlimmer war, daß der Schaffner Zocket Greins der Gustav-Adolfstislung. außer einem Armbruch einen Rippenbruch davontrug und anl MoMag den 4. November, abends 8 Uhr, B r b e l st u n de Ip" m befallen "und aus dem Hotel entfernt, innerer Verblutung starb. Außerdem trugen mehrere ^ahrgaste Konfirmandensaal der Johanncskirche. Hebrainbrief Kap. 12, stete von der P s > . leichte Verletzungen davon. Diehl hatte sich deshalb wegen fahr-^ers 14 an. Das Streben nach Eintracht und Heiligung als Emer derselben ist gestorben. Das Holet wuroe ge lässiger Tötung zu verantworten. Er entschuldigte sich banut, bav I des Neuen Bundes. Psarrer Dr. Naumann, an jenem Morgen starker Nebel geherrscht und er deshalb geglaubt Dienstag den 5. November, nachmittags 5*/, Uhr, findet rni habe, der Zug sei schon vollständig eingefahren. Das Urteil lautete I Schwesternhaus (Johannesstraße) Bereinigung der fo«firmierten auf 3 Monat Gefängnis. . Mädchen der Lukasgemeinde statt. Hanau, 31. Okt. Das Schöffengericht verurteilte einen jungen I ------- Kaufmann aus G r o ß - A u h e i m, der einem Mädchen, mit dem Katholische Gemernve. er auf der Strecke Groß-Auheim-Franksurt allein im Koupee eines! Samstag den 2. 9iovember. , . ~D Zuges fuhr, gegen dessen Willen einen Kuß ^^wlgtINachmsttaqs um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zurlsn hatte, wegen dieses Vergehens, das eine Beleidigung des Mädchens I 1 heil. Beicht. , 1" bildet, zu einer Geldstrafe von 4 Mk. . I Sonntag den 3. November. 23. Sonntag nach Pfingsten. b. Maiuz, 30. Oktober. Ein interessanter Prozeß um ern P§rmittags DOn Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. Lotterielos ist in der gestrigen Sitzung des Landgerichts, Ab-1 um 7 Uhr: Die erste hell. Messe' tellmig für Zivilsachen, zum Austrag gekommen. Ern Geschäfts-' ' ' ' " " mann in Bingen hatte sich seinerzeit bei einem dortigen Kollekteur ein Los für die hessische Klassenlotterie genommen und die Lose für die ersten beiden Klassen ordnungsgemäß abgeholt und bezahlt. Znr 3. Klaffe aber ivar das nicht geschehen. Noch vor dem Ziehimgstage ermnerte der Kollekteur nochmals, aber das Los wurde nicht geholt. An demselben Tage wurde das Los mtt einem größeren Gewinn gezogen. Nun kam der Geschäftsmann zu dem Kollekteur, um sein Los zu bezahlen und den auf dasselbe entfallenen Gewinn einzustreichen. Der Kollektene erklärte aber, bap er sein Anrecht auf das Los verwirkt habe, weil er es nicht vor der Ziehung abgehott und bezahlt hätte. Aus diesem Grunde erhalle er auch den Gewinn nicht. Der Geschäftsmann war mit dieser Erklärung des Kollekteurs nicht zufrieden und strengte Klage auf Herausgabe des Gewinnes an. Die Klage kam mehrmals zur Verhandlung. Gestern wurde der klägerifche Geschäftsmann mtt seiner Klage eudgiltig abgewiefen. Handel und Verkehr. V-lks-Msch-st. & Berlin 31 Ctt ^n der heute unter Vorsitz des Geheimen eines Oelhaines, die vornehme, fchloßarttge Villa Garda. Ruh r-ort, LJ». « ..................■ MWWSM WSNSMsM Lssizi-re Verwendung smdem ba3 deutsche Volk wieder Kraft Bankdirektor Schinkel und Hansv.Bleichröder, wuroen wieoer ge-1 Schw e tz a. d. Weichfe^, . . 'Kiäbriae Mr Schöpfung bedeutender Bauwerke gesunden, cur denew wählt Bezüglich des Verlaufes des ersten Quartals des laufenden blatt' berichtet, wurde die aus Thüringen ftammenbe Nachwelt Freude hat. Der Minister gab der Hoffnung Geschäftsjahres teilte GeneraldirektorJunghann rnll, dav der Ge- Kellnerin Christine Knebel rn ihrem Schlafgemach daß durch die Börse die beklagenswerten Ver> winn 1548584 Mk. gegen 2660115 Mk. im Vorjahr, «W« crmorb ct aufgesunden. Der Schiffer Bommert aus Nanto- des Schissahrts-Verkehrs verbessert wurden. Bet '“V »lauflnrt anMe Mb.eDtLLSie Srauerei fflinbing roiti ist bet That verdächtigt und wurde dem AmtSgertchlFesttafel hielt bet $anbe‘®™in^eBr 6eniC,betrs26üi:“6rt — Reichsbank. Arn 7. November wird m Waldheim eine von der Reichsbankstelle in Chemnitz abhängige Reichsbank- Nebenstelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr er- Israelische Relllslonsgememde. Samstag, den 2. November 1901. Vorabend: 4" Uhr. Morgens 9 Uhr. 9lachmtttags 3 Uhr. Schriftcrkläruug. Sabbathausgang: 5" Uhr. Hottrsdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 2. November 1901. I Die nationalistischen Blätter sind verschiedenen Freitag abend 430. Samstag vormittag 8*° Predigt. Nach- tgtomma Die einen prophezeien die schlimmsten MwersiMsSochricht-«. I Urucllr W-ldung-ir fcgfSÄSÄiü — Der „Reichs-Anz.' veröffentlicht die Ernennung des bt§= Oviainaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. im Orient, die Situation zu verwirren. Die ganze orien- herigen 1. Beigeordneten der Stadt JohannBerlin, 1. Rov. Der „Voss. Ztg." wird aus Londo» ge- talische Frage könnte aufgerollt werden. Frankreich chue ÄS tu melket, daß das G-rücht, König Eduard leide an Kehlkops,reis, gut, sich möglichst eng an Rußland aAMschlreß»u melden sollen im nächsten Herbst AbsolveMen der Realschulen jeder Begründung entbehre. Das Befinden des Königs laffe Rom, 1. Nov. Gegen die Wohnung d^ bayerischen in die militär-medizinische Akademie zu Petersburg auf- wünschen übrig. Er habe sich keinerlei Operation Kardinals Steinhuber im germanischen Kolleg wurden genommen werden, doch müßten sie sich vor Ablauf des erften ö I t-rxxrr- -c—c,..^ QomnnS RL7-sstLr7z Prüfi-Ng L L-t-inilch-n uut-qichen. Di- Aus- nnt-rz.,h°n mnff-n. tiohm- von Absolventen von Realschulen in die Akademie soll zu-1 v nächst versuchsweise fünf Jahre lang erfolgen. von der Stadt auf Wien, 31. Okt. 500 italienische Studenten versuchten, tn ber ÜBctroiereneil Universitäts-Aula eine Kundgebung sur die Errichtung einer ita-1 lienischen Universität zu veranstallen. Sie zogen danach vor das Parlament, wo sie Hochrufe auj die llalienischen Abgeordneten ausbrachten. Die Wache zerstreute mit blanker Waffe die Studenten und eine große Menschenmenge, die angesammelt war. Em tta- lienischer Student wurde wegen Widersetzlichkeit verhaftet. — Wie der „Volksbote" meldet, ist in gut unterrichteten aka- demifchen Kreisen das Gerücht verbrettet, Professor Dr. Eugen Müller vom Straßburger Priesterseminar werde demnächst zmn Profeffor der Philosophie an der Straßburger Universität ernannt werden. Oktober Barometer auf 0° reduziert i c c. t der Lust Absolute Feuchtigkeit 1 Relative Feuchttgkeit Windrichtung Windstärke Wetter 31. 2“ 758,8 + 8,1 4,7 58 NE. 6 Sonnenschein 31. y5 757,6 + 4,2 4,5 73 NE. 4 Sternheller Himmel L 7“ 759,1 + 0,5 4,1 85 NE. 2 Sonnenschein MWWWM Reingehaltene Exemplare der Nr. 256 des Gieß. Anzeigers werden in der ©e* schäftsslelle d. Bl. zurückgekauft. oO ßir. AreHroh kaufen 7137 __Birkeustock & Schneider.__ Vermietungen 04442] Kleines Logis zu oer- mieten._______Rittergasse 16. 04443] Eine Wohnung sofort od. 1. Dez, zu vernu Brandplatz 12. kleines Logis mit Wasserleitg. p. 1. Dez, zu t>erm. Schützenstr. 9. 7200] Neuhergerichtete4=ßunmer- wohnung im 2. Stock, Nebenhaus, per 1. Dez. oder früher zu Perm. Näheres Bahnhofstr. 38, II. 5>reundl. 4- Zimmerwohuuug (y neu hergerichtet, per sofort od. später zu vermieten. I. Krämer, Konditorei, Neuenbäue. 5587 Schottstraße 3 Mansardenwohnung per 1. Jan. ep. früher an ruh. Leute zu Perm. 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Hierdurch die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigst geliebten Gatten, Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Hkm Ludwig Huutcmauu Musitlehrer im Alter von 35 Jahren gestern durch einen sanften Tod von seinem langen, schweren Leiden zu erlösen. Die trauernden Hinterbliebenen: Bekanntmachung. Montag den 4. November er., vorm. 11 Uhr, werden im alten Negierungsgebäude am Kanzleiberg verschiedene Quantitäten altes Bauholz versteigert. 7209 Gießen, am 1. November 1901. .Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. ' ~ • Bekanntmachung, betreffend: Den Berkaus von Birken-Besenreifig im Gießener Stadtwald. Die in den Distrikten Sandbery, Ursulum, Neuheege, Hochwarte, Fernewald, Waldshute, sowte Ober- und Unterhag des Gießener Stadtwalds zur Aufarbeitung kommenden 235 Wellen Birken-Besenreifig sollen Samstag den 2. November d. I., vormittags 11 Uhr, im Bürgermeistereigebäude — Zimmer Nr. 15 — Öffentlich versteigert werden. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, dies veroffenttichen zu lassen. Gießen, den 28. Oktober 1901. 7169 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Gascokes. Infolge Stadtverordneten - Beschlusses vom 20. Juni d. I. tritt eine PMmWmg uferet Wecks ein und wurden die Preise derselben bis auf weiteres festgesetzt wie folgt: Für den Eentner ab Verkaufsstelle: Stück-Cokes.............. 1^0 M. Nuß-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofens chächte paffend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbar ste Sorte . . . . . . . . . 1,30 Mk. Große Rr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anchraeit ...... 1,85 Mk. In Wagenladungen von windesteus 36 Ceuluern: Stückcokes.......1,15 Mk. Nutzestes Nr. 1.....1,25 „ Nutzestes Nr. 2.....1,80 „ NW Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute uuo morgen: WNrifdi 50 M SchmmflkW 50 Pfg. Kalbfleisch 40 Pfg. Hammelfleisch 35 pfg. 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Für Anfuhr au das Haus werden 5 Pfennig für deu Centn er berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Gokes — bis zu 6 Gentnern — auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall re.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand oerbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf pon Über 5 Ccntner Gokes statt; dagegen bleibt bei folgenden hiesigen Firmen der KlttMlkmf mseree SaMts von 1 bis 5 Centner bestehen, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Lowengasse 11 und Bahnhofstraße 33, Gebr. Kahl, Franksurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplah 9, Emil Pistor Nachfolger, Maritstraße 10, Georg Schäfer, Lrcherstraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaseokes samt Ansuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch m Mengen unter 5 Gentnern. Gießen, den 21. Juni 1901. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. I. V.: Edm. Wetter. 4388 Guftav-Adolf-Frauenverein. Von nächster Woche an werden die Jahresbeiträge für unseren Verein, wie alljährlich, erhoben werden. Eine größere Anzahl oon Samruleriunen bat sich freundlichst bereit erklärt, die Erhebung der Gaben für 1901 au übernehmen. Im Jahre 1900 wurden für die Zwecke des Vereins, zur Linderung mannigfacher Not bei armen Glaubensgenossen, in unserer Gemeinde 1375 Mk. durch unsere fleißigen Sammlerinnen und das Wohlwollen der Gebenden zusammengebracbt und durch Vermittelung des Verwaltunasrates in Darmstadt an 30 hilfsbedürftige Gemeinden und Anstalten p erteilt. Indem wir allen Gebern und Geberinnen auf diesem Wege nochmals unseren herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir auch m diesem Jahre, unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Gaben die gute Sache unserer epangelischen Kirche fordern zu wollen. Gießen, den 1. November 1901. 7206 Für den Vorstand des Gustav-Adolf-Frauenvereins: Die Vorsitzende: Der Schriftführer: ______Luise Wortmanu.______Dr. Naumann, Pfarrer. Kunstverein. Die Gemälde - Ausstellung im Turmhause am Braud ist von Sonntag den 3. d. Mts. an wieder geöffnet.7208 Der Vorstand. Dr. Brehmers weliieriiimte für Lungenkranke Görbersdorf In Schlesien. Chefarzt: 7196 Hierdurch zur Nachricht, daß die Platzkarten zu den Werning'schen Kriegsfestspielen in der Turnhalle, bei Herrn Louis Scharmann (D. Hell Nachfl., Lindenplatz 3) im Vorverkauf zu den bereits bekannt gegebenen Preisen zu beziehen sind. P197] Der Vorstand. Geheimrat Petri, früher Brehmers langjähriger Assistent. Vorzüglichste Winterkuren. 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